Beiträge von tom

    Zitat

    Original von Ulli
    Salut sagitt,


    zunächst muß ich Dich fragen, wie Du das Werk mit der Zauberflöte in Berührung bringst? In der Zauberflöte ist keine Glasharmonika vorgeschrieben, lediglich ein Glockenspiel.



    Im Netz war der Hinweis zu finden:


    Zitat

    Das Glasklavier (1865 von Georges Bachmann unter dem Namen Piano-Harmonica entscheidend verbessert) mit einem Tonumfang von 5 Oktaven als Soloinstrument (Vorläufer der Celesta) ausgebaut. Man verwendet abgestimmte Glasplatten, die mit Hilfe der damals üblichen Klaviermechanik zum Klingen gebracht werden. Besonders Giacino Rossini und Franz Liszt spielten und schätzten die Piano-Harmonica, deren Vorläufer schon von W.A. Mozart als Glockenspiel in seiner Oper "Die Zauberflöte" verwendet wurde.


    Glasklavier als Glockenspiel?


    ?(


    Gruß


    tom

    Fazil Say habe ich bislang als außerordentlich virtuosen Pianisten kennengelernt.


    Seine CD







    ist gar nicht schlecht. Allerdings würde ich nicht so weit gehen, seinen Bach als bahnbrechend oder gar beispielhaft bezeichnen zu wollen. Eben einer aus der Riege derjenigen noch relativ jungen Pianisten, die ein Konzertsaalpublikum mit ihrer Darbietung durchaus zu begeistern vermögen.


    Seinen Liszt, Strawinsky, Gershwin, Tschaikowski kenne ich freilich nicht.

    Wenn man sich schon darüber einig ist, daß es im Bereich der Wertung kein "richtig" oder "falsch" geben kann, muß es über den persönlichen Geschmack des einzelnen hinausgehend, einen anderen Maßstab für die Bewertung eines Konzerts geben - und das ist die Partitur. Es gibt aus meiner Laienperspektive heraus nichts verabscheuungswürdigeres, als einen Kritiker, der sich unvorbereitet, unneugierig in eine Musikveranstaltung begibt und vor dem Hintergrund seines festgeprägten Interpretationsmodells eine Wertung abgibt. Der Kritiker sollte mE versuchen eine Aufführung aus Sicht des Komponisten zu betrachten. Erst sobald die von dem Interpreten beanspruchte Individualität den erkennbaren Absichten des Komponisten zuwiederläuft, hat der Kritiker einzuschreiten. Darauf beschränkt sich im wesentlichen seine Aufgabe.


    Eine andere, vielleicht auch darüber hinausgehende Aufgabe, hat der sog. Kritiker nicht.

    Zitat

    es geht ja hier ausschließlich um den "Kitsch" - nicht um sonstige Leistungen. Dennoch - eine Ehrenrettung ist immer gut...



    Bei diesem Hinweis könnte allerdings der - in meinen Augen völlig unberechtigte - Eindruck entstehen, daß die Non-Kitsch-Leistungen bei Stokowski die Ausnahme dargestellt haben, was sicher nicht der Fall war.


    Wenn ich mich nicht irre, beruhen Worte auf Vereinbarung. "Sonstige Leistungen" werden gemeinhin eben nur als "Nebenleistungen" angesehen. Richtig?

    Selbst wenn weibliche Dirigentinnen sich mit einem Anteil von 1 oder 2% durchgesetzt haben sollten, wirken diese nach meinem Eindruch wenig feminin, sondern eher - auch äußerlich - angepasst an das männlich dominierte System. Offenkundig gehört es wohl dazu oder wird wohl auch erwartet, daß Frauen sich verstellen oder verkleiden mußten/müssen, um anerkannt zu werden.

    Zitat

    Colin Davies



    Gemeint war wohl Berhard Haitink!




    Ansonsten vielleicht Andras Schiff? Die notwendige - verkaufsfördernde -Popularität hat er ja, zudem beweisen seine jüngsten Beethoveneinspielungen, daß er auch für diesen Komponisten ein überragendes Gespür, jedenfalls nach meinem Höreindruck, hat.

    Zitat

    Sieht auch verdammt gut aus (nicht ganz in der Klasse von Veronique Gens , aber immerhin... beide jedenfalls eine andere Liga als die achtbare Miss St John




    Und, wo bleibt die musiksoziologische Diskussion zum Thema, die bereits angedroht worden ist? Gibt es keine Soziologen, insbesondere Soziologinnen, in diesem Forum? ;)

    Randbemerkung:


    Arthur Nikisch (1855-1922) lehnte die Aufnahme von Frauen in seine Dirigentenschule in Leipzig mit den Worten ab:



    Zitat

    Bei dem heutigen Stand der Dinge haben die Frauen, selbst wenn sie hervorragend begabt sind, keine Aussicht, praktisch zur Ausübung des Dirigentenberufes zu gelangen ... .



    Offensichtlich scheinen sich diese Aussichten nicht wesentlich gebessert zu haben.



    Bastei-Lübbe?????????? Also, da erscheint doch nur ... ähmmm!


    Ich hoffe, das hört sich jetzt nicht arrogant an.

    Soweit ich weiß, gibt es von Evgeni Koroliov hinsichtlich Beethoven bislang "nur" die Diabelli-Variationen. Ich wünsche mir op. 109 bis 111 von ihm.

    Zitat von Carola

    Und woran liegt das Deiner Meinung nach?


    Vielleicht, weil Du beim Hörbuch hören keine Musik hören kannnst?


    Wenn es daran läge, was nicht der Fall zu sein scheint, könnte man geneigt sein, Thomas Mann "Der Tod in Venedig" zu empfehlen, weil hierin das Adagietto aus Mahlers 5ter, im Übrigen eingelesen von Will Quadflieg, vorkommt. Erschienen ist diese Produktion bei DGG. M.E. einschränkungslos zu empfehlen.


    Danke nochmals, liebe Carola, für diesen Thread.

    Zitat

    Original von Edwin Baumgartner
    Stil des Klavierspiels verbindlich bleibt.



    Auch ich schätze Koroliov wegen seiner Bachinterpretatationen außerordentlich. Gleichwohl kann ich die Bezeichnung seines Spiels als "verbindlich" nicht nachvollziehen, zumal es in diesem Thread doch um die Theamatik "Mein liebster Pianist" geht. Oder ist die Bezeichnung "verbindlich" inzwischen, ohne daß ich es vielleicht bemerkt hätte, zum Qualitätsmerkmal mutiert?

    Das Kritikerkollektiv von Rondomagazin, insbesondere Matthias Kornemann sowie Attila Czampay aber mit nur geringen Abstrichen auch alle anderen, fand und finde ich immer außerordentlich anregend.

    Das Kritikerkollektiv von Rondomagazin, insbesondere Matthias Kornemann sowie Attila Czampay aber mit nur geringen Abstrichen auch alle anderen, fand und finde ich immer außerordentlich anregend.


    Was für eine geschickte Managementpolitik wird uns hier von BIS vorgeführt! Erst werden die gesammelten Orgelwerke Bachs in der Einspielung von Fagius, allerdings bedauerlicherweise ohne die Kunst der Fuge, an Brilliant Classics verhökert, um anschließend im neuen Gewand als SACD - wenn auch nur als reduzierte Version der gesammelten Werke - neu daherzukommen.

    Bei dtv gab es mal - noch immer? - ein Taschenbüchlein mit gesammelten letzten Worten prominenter historischer Persönlichkeiten.

    "Des Dichters oberster Mund" (Gert Westphal/Thomas Mann)!


    Gert Westphal ( :jubel: ) hat mir mit seiner unverwechselbaren Stimme die "Buddenbrooks", die ich bis dahin nur als dröge Schul-Pflicht-Lektüre kennengelernt hatte - und damit Thomas Mann - nahegebracht. Seitdem gehört TM zu meinen bevorzugten immer wieder gelesen und immer neu gelesenen Autoren. W's Tod vor zwei oder drei Jahren hat mich seinerzeit tief berührt.


    Zitat

    Thomas Mann liest übrigens seine Texte ganz wunderbar.


    Am besten finde ich seinen "Felix Krull"!

    Arrau und Bach mit vier, nämlich 1, 2, 3 und 5, der sechs Partiten der Clavierübung I:





    Arraus "Final Sessions" im Wortsinn! Außer den Goldbergvariationen und dieser späten Teileinspielung der Partiten ist mir nichts von Bach/Arrau bekannt; eigentlich erstaunlich, wenn man bedenkt welche Aufmerksamkeit Arrau Bach in seiner Jugendzeit geschenkt hat, denn immerhin hat dieser bedeutende Künstler in der Saison 1935/36 in Berlin an zwölf Abenden das gesamte Solo-Klavierwerk Bachs aufgeführt.



    Die Aufnahme mit Ashkenazy kenne ich ja gar nicht! Ist die neu?

    Bei dem hochpreisigen Label Hungaroton fallen mir spontan Zoltan Kosic, der im weiteren Verlauf seiner Karriere zu Phillips übergewechselt ist und Annie Fischer (insbesondere Beethoven) ein. Andras Schiff dürfte gleichfalls in seiner Frühzeit dort veröffentlicht haben.




    Die Anzahl der Einspielungen ist kaum noch überschaubar. Wenn Du diese Messe noch nicht kennst, würde ich nicht unbedingt eine Aufnahme aus der elektroakustischen Frühzeit empfehlen. Es kommt wohl darauf an, welchen Stil Du (!!!!) bevorzugst. Sind es die gediegenen, auf Langsamkeit Wert legenden, und mit großer Chorbesetzung versehenen Aufführungen, die Deinen Geschmack treffen? Oder bevorzugst Du die schlanken, auf Durchhörbarkeit der Stimmen angelegten, mit Kleinstchor (ggf. sogar solistisch besetzt) versehenen, Aufnahmen?


    Hinsichtlich Var. 1 empfehle ich die Guiliniaufnahme aus den 90ern.
    Hinsichtlich Var. 2 empfehle ich die Rifkinaufnahme aus den 80ern.


    Falls Du nicht der Typ für Extreme bist, gibt es auch vermittelnde Einspielungen, wie meine persönliche Lieblingsaufnahme, nämlich die mit Thomas Hengelbrock aus dem Jahr 1996.


    Mir persönlich ist jedenfalls keine (!) Aufnahme bekannt, die ich mit :kotz: kennzeichnen würde.