Beiträge von katlow


    Ob man wohl sein Geld zurückbekommen kann, wenn man feststellt dass es sich entgegen der Beschreibung gar nicht um eine Doppel-CD handelt?


    Obwohl, jemand, der nicht merkt dass diese CD aktuell lieferbar ist (zum Standardpreis der Serie), der sieht vielleicht vor Besitzerstolz gleich doppelt, wenn das gute Stück dann eintrifft...


    Grüße


    katlow

    Aktuell bei jpc im Angebot für € 6.99 je Doppel CD: die ersten drei Doppel-CDs in der Philips Serie "Sviatoslav Richter - The Master" (Vol. 1: Beethoven Klaviersonaten, Vol. 2 Mozart Klaviersonaten, Vol. 3: Russische Komponisten).


    Grüße


    katlow

    Ich finde es sehr bedauerlich, dass gerade bei englisch- oder französischsprachigen Filmen oder Serien in der Regel nicht die Möglichkeit besteht diese bei der Fernsehausstrahlung in Ton-Original anzusehen. DVDs würde ich mir in solchen Fällen ohne Original-Tonspur nicht anschaffen.


    Was mich aber ganz besonders stört, ist dass die Synchronisierung im Vergleich zu früher sicht- und hörbar schlechter geworden ist. Da kann man zum Teil deutlich sehen wie deutsche Tonspur und Bild (Mundbewegung, An- / Absetzen des Schauspielers) voneinander abweichen. Oder die Übersetzung ist einfach unglaublich schlecht - da werden englischsprachige Redewendungen einfach Wort für Wort übersetzt, obwohl es sie in dieser Form im Deutschen gar nicht gibt, oder Ausdrücke werden sinnentstellend übersetzt, weil der Übersetzer offensichtlich zwischen ähnlich klingenden, aber vom Sinn her genau gegensätzlichen Begriffen nicht unterscheiden konnte.


    Grüße


    katlow

    Philips (oder Universal generell) scheint die Serie der (ehemals) "50 great recordings" wiederbeleben zu wollen - zur Zeit gibt es eine ganze Reihe dieser Aufnahmen bei Amazon Deutschland zu € 5.97 oder 6.97 je Einzel-CD, Doppel-CDs zu € 10.97 bzw. 11.97. Ein Link zu einer Liste sämtlicher reduzierter CDs findet sich auf der Amazon-Klassik-Hauptseite.


    Die Aufnahmen, die ich aus dieser Reihe besitze, kann ich durch die Bank empfehlen.


    Grüße


    katlow



    P.S. Bevor ich's vergesse: JPC hat schon seit einiger Zeit die neueren Aufnahmen von Alfred Brendel bei Decca und Philips im Angebot zum halben Preis.

    Zitat

    Original von miguel54:
    Dann gibt es noch 3 einzelne CDs von Jean-Patrice Brosse auf Pierre Verany, die fast alles enthalten - das 3. und 4. Buch nur in Auswahl - sie sind recht gut zu bekommen. Die habe ich auch (noch) nicht, aber sonst fast alles von Brosse, und mit ihm war ich immer zufrieden. Er sitzt in St. Bertrand-de-Comminges am Nordrand der Pyrenäen, hat dort eine tolle Orgel in der Kathedrale zur Verfügung und auf dem Chateau ein originales Kroll-Cembalo, das er meistens benutzt - den würde ich ungehört kaufen, wenn ich es möglichst komplett haben wollte. http://www.jeanpatrice-brosse.com/


    Miguel,


    hast Du vielleicht zufällig die CD zur Hand? Ich bin neugierig von wem das abgebildete Cover-Bild ist, und ob es den Komponisten selbst darstellt.


    Grüße


    katlow

    Gestern Abend kam ein kurzer, aber durchaus einsichtsreicher Bericht über Jonas Kaufmann im ZDF bei Aspekte. Da berichtete Kaufmann unter anderem darüber, dass er mit seiner Anfangszeit beim Stadttheater Saarbrücken wohl gar nicht glücklich war (was vielleicht den von Mikko wiedergegebenen Kommentar über Kaufmann erklären könnte).


    Das Aspekte-Interview mit Kaufmann ist (jedenfalls zu Zeit) in der ZDF-mediathek abrufbar:


    http://www.zdf.de/ZDFde/inhalt/16/0,1872,1020848,00.html


    Empfehlenswert


    katlow

    Was mich an Rienzis Zahlen erstaunt ist dass der Markt für klassische Tonträger in absoluten Zahlen damit sogar noch mehr geschrumpft wäre als der Markt insgesamt. Das wundert mich doch schon sehr, wenn man bedenkt in welchem Maße die Pop-/Rock-Sparte in diesem Zeitraum durch das Aufkommen von legalen wie illegalen Downloads gelitten hat, ein Phänomen, dass den Bereich klassischen Musik bisher nur marginal tangiert haben dürfte.


    Im Grunde genommen hätte ich erwartet, dass vor dem Hintergrund dieser Entwicklung der Anteil klassischer Musik am Gesamtmarkt eher zugenommen hätte.


    katlow

    Ich habe Euren Rat befolgt, und in unserer Stadtbücherei die im Internet angegebene Quelle für das von mir genannte Zitat aufgestöbert.


    Folgendes haben meine Recherchen ergeben:


    In dem Buch Einstein : der Weltweise und sein Jahrhundert ; eine Biographie von Armin Hermann (Piper, 1994) findet sich auf Seite 158 folgende Aussage als Zitat einer Äußerung Albert Einsteins gegenüber Freunden "Mozarts Musik ist so rein und schön, daß ich sie als die innere Schönheit des Universums selbst ansehe."


    Hier aber wird es erst interessant, denn als Quelle für diese Äußerung ist angegeben Peter A. Bucky, Der private Albert Einstein. Gespräche über Gott, die Welt und die Bombe. Düsseldorf 1991, S. 280. Dieses Buch ist in unserer Stadtbücherei leider nicht vorhanden, aber Nachforschungen im Karlsruher virtuellen Katalog ergaben, dass es sich dabei, wie ich aufgrund des Namens des Autors vermutet hatte, um die Übersetzung eines Buches aus dem (amerikanischen) Englisch handelt. Finden konnte ich im KvK lediglich die zweite Auflage dieses englischsprachigen Originals, The private Albert Einstein, Andrews & McMeel 1992 (wobei als Ko-Autor in der Regel noch Allen G. Weakland genannt wird).


    Leider bleibt damit meine Fragen nach dem originalen Wortlaut des Zitates, und nach der Sprache in der diese Bemerkung geäußert wurde und gegenüber wem , vorerst weiter offen.


    Grüße


    katlow

    In einem englischsprachigen Vortrag über Einsteins Beziehung zur Musik bin ich über folgendes Einstein selbst zugeschriebenes Zitat gestolpert:
    "Mozart's Music is so pure and beautiful that I see it as a reflection of the inner beauty of the universe itself. Of course, like all great beauty, his music was pure simplicity."



    Eigentlich wollte ich dieses Zitat, da es mir so gut gefiel, als Signatur übernehmen. Um dabei zu vermeiden, dass sich durch eine Rückübersetzung potentielle Fehler und Ungenauigkeiten einschleichen, habe ich verschiedene Zitatenlexika im Internet konsultiert, dabei aber eine Reihe von abweichenden Versionen dieses Zitats (im Englischen wie im Deutschen) gefunden. Der zweite Satz fehlt für gewöhnlich völlig. Kann mir hier vielleicht jemand weiterhelfen?


    Im Internet wird als Quelle für dieses Zitat in der Regel Armin Hermann: "Albert Einstein", Piper, München 1994 angegeben, an einer Stelle bezieht man sich (nicht ganz eindeutig) dagegen auf Walter Isaacsons kürzlich erschienene Biographie von Einstein.


    Ich bin mir dabei immer noch nicht sicher, ob das Zitat dabei im Original auf Deutsch oder auf Englisch verfasst war. Weiß vielleicht jemand genaueres zu Herkunft und Wortlaut des von mir gesuchten Zitates?


    Grüße


    katlow

    Zu mitternächtlicher Stunde wird in der Nacht von Freitag auf Samstag (21./22. 12.) der Chor des Westdeutschen Rundfunks unter Leitung von Rupert Huber in einem 90-minütigen Konzert Gregorianische Gesänge der Weihnachts-Vigil darbringen. Stattfinden wird das Konzert in der Kirche Groß St. Martin in Köln, aus der auch die Handschrift der im Konzert aufgeführten Werke stammt. Der Eintritt ist frei - das Konzert wird aber auch auf WDR3 live übertragen. Ausschnitte aus den Proben, die eben bei WDR5 zu hören waren, klangen vielversprechend.


    Grüße


    katlow

    Sonderpreise für CDs des englischen Labels Hyperion gibt es bei uns ja eher selten (in Vergleich zu den regelmäßig auftauchenden Sonderaktionen der Majors wie Universal, EMI, Warner), deshalb war ich doch hocherfreut, eben bei jpc CDs aus der Serie "The Romantic Piano Concerto" unter den aktuellen Angeboten zu finden. Diese CDs sind normalerweise vollpreisig, im Moment für € 12.99 für Einzel-CDs und 17.99 für Doppel-CDs wie die Klavierkonzerte von Saint-Saens mit mit Stephen Hough. Nur letzterer Preis war von den CDs, die ich mir angesehen habe, ausdrücklich als limitierter Sonderpreis, gültig bis zum 24.12.2007, gekennzeichnet, ich würde allerdings vermuten, dass etwas Ähnliches auch für die anderen CDs der Serie gilt.


    Für die vollständige Liste bei jpc "Romantic Piano Concerto" als Suchbegriff eingeben.


    Grüße


    katlow

    Amazon hat die Jacqueline du Pré Box "The complete EMI recordings" gerade noch einmal herabgesetzt: die 17-CD Box ist momentan für € 25.45 erhältlich.




    Wenn ich nicht schon die "Introuvables de Jacqueline du Pré" Sammlung hätte...


    Grüße


    katlow

    Heute (Samstag, 27.10.) Abend, 21.45 Uhr, auf 3sat:


    Teil 1 der zweiteiligen Dokumentation "Glenn Gould - Jenseits der Zeit" von Bruno Monsaingeon, der, wenn ich mich recht erinnere, auch für die hervorragende Dokumentation "Sviatoslav Richter - Das Enigma" verantwortlich zeichnete.


    Zweiter Teil nächsten Samstag um 21.50.


    Grüße


    katlow

    2XX1, wo die CD übrigens zur Zeit für € 2.99 erhältlich ist, beschreibt die darauf enthaltenen Aufnahmen als:


    "ADD/Mono. DGG. 1950-56"


    Die Aufnahme der 6. Symphonie dürfte übrigens auch auf der Frerenc Fricsay - A Life in Music Sammlung enhalten sein.


    Grüße


    katlow

    Hallo Maik,


    ja, an den Preisschock als ich realisierte, dass meine alte Kompaktanlage dabei war den Geist aufzugeben, kann ich mich auch noch erinnern.


    Wenn ich das richtig verstehe hast Du bisher eine Kompaktanlage, in der ein CD-Spieler enthalten ist, und genau dieser Teil funktioniert nicht mehr richtig. Besteht eventuell die Möglichkeit, an diese Anlage noch weitere Abspielgeräte als externe Geräte anzuschließen (dafür müsste sie über einen Eingang für AUX-Geräte verfügen ). Dann könntest Du die einen neuen CD-Spieler anschaffen und dessen Signal über den in Deiner Kompaktanlage eingebauten Verstärker und dessen Lautsprecher / Kopfhörerausgang abspielen - und müsstest trotzdem nicht (wie bei einer reinen CD-Spieler + Kopfhörer-Lösung ) auf die Wiedergabe über Lautsprecher verzichten.


    Übrigens (es ist ziemlich offensichtlich, aber der absoluten Vorsicht halber ein Hinweis): nicht alle CD-Spieler verfügen heutzutage über einen Kopfhörerausgang - darauf solltest Du beim Kauf natürlich achten :D .


    Was Kopfhörer angeht, so bin ich für mit meinem AKG 501 (mittlerweile Nachfolgemodell 601?) hochzufrieden. Ich habe ihn damals vor dem Kauf gegen den deutlich teureren Sennheiser HD 650 probegehört, (Sennheiser Kopfhörer werden, wie die von AKG, gerne für Klassik empfohlen) und mir persönlich gefiel der AKG deutlich besser. Im Gegensatz zu den bereits erwähnten AKG 240 Studio ist der 501 ein offener Kopfhörer. Das heißt er ist nach außen hin weniger schallisoliert hat aber zwei deutliche Vorteile: er bietet ein offeneres, m.E. angenehmeres Klangbild, und der Tragekomfort ist, vor allem auf Dauer, deutlich angenehmer (bei geschlossenen Kopfhörern wie dem AKG 240 Studio bekommt man ziemlich schnell heiße Ohren). Aber das ist natürlich eine Frage der persönlichen Vorlieben - ausprobieren!


    Auf alle Fälle würde ich Dir raten, Dir ein (oder mehrere) ausgiebige Probehören zu gönnen (wozu Du in der Regel besser zum Fachhändler gehst: bei den großen Ketten wie Mediamarkt und Saturn ist, mit Ausnahme von absoluten Edelfialen, die Möglichkeit des Probehörens nur über ein ominöses "Switchboard gegeben, dass den Klang z.T. massiv verfälscht, außerdem ist der Level an Hintergrundgeräusch häufig so, dass ein realistisches Probehören gar nicht mehr möglich ist). Viel Spaß bei Deiner Entscheidung, und mit Deiner neuen Hifi-Lösung!


    katlow

    Gestern Abend hörte ich im Radio ein, wie ich fand, sehr bewegendes Stück, das angekündigt wurde als Werk von Tschaikowsky für Klavier und Violine op. 42, mit dem Titel "Souvenir d'un lieu cher" . Ich würde mir gerne eine Aufnahme dieses Werkes zulegen, wüsste demzufolge gerne ob es dazu eine Empfehlung gäbe. Zunächst einmal geht es mir dabei um die Originalversion in der geschilderten Form für Klavier und Violine, wobei es mir wichtig wäre, dass alle drei Teile (Sätze?) enthalten sind (ein Blick bei Amazon hat mir verraten, dass einzelne der drei Sätze offensichtlich gerne als Füller oder in Encore-Zusammenstellungen von Violinisten verwendet werden). Mich würde auch noch interessieren, ob jemand etwas zur Entstehungsgeschichte dieses Werkes weiß (auf welchen Ort bezieht sich der Titel?) und wo dieses Stück formal einzuordnen ist - es ist ja augenscheinlich nicht als Violinsonate gekennzeichnet, also handelt es sich um eine freiere Form derselben, oder lediglich um eine lose Zusammenstellung von drei Stücken, oder...?


    Daneben soll es auch noch eine orchestrierte Version von Glasunow geben - falls jemand auch hierzu etwas sagen kann wäre ich natürlich ebenfalls interessiert.


    Grüße


    katlow

    Lieber Alviano,


    in dieser Form ist das Zitat sinnentstellend verkürzt. Die ganze Passage lautet:


    Zitat

    Ich würde mich erschießen, wenn ich eine Stimme wie er hätte und in den Zeitungen auf den „Mr. Bean der Oper“ reduziert würde. Er ist ein hochintelligenter Tenor mit einer wunderschönen Stimme. Aber das interessiert keinen mehr, weil er große Augenbrauen hat und lustig ist. Kein Wunder, dass man da krank wird.


    Wottrich's Äußerungen mögen kontrovers sein, und so auch hier diskutiert werden, aber wir sollten uns schon bemühen, bei dem zu bleiben, was er - laut FAZ-Interview - tatsächlich gesagt hat, anstatt zu versuchen ihn dadurch lächerlich oder unmöglich zu machen, dass man ihm das Wort im Munde verdreht.


    Grüße


    katlow

    Sehr zu empfehlen sind die Erinnerungen des Solobassisten der Berliner Philharmoniker Friedrich Witt, die dieser in etwas unregelmäßigen Abständen auf seiner Webseite als Podcast veröffentlicht. (Komisch - ich hätte schwören können, dass wir bereits einen diesem Podcast gewidmeten Thread hatten, aber mit der Suche habe ich nichts Spezifisches finden können).


    Ein faszinierender Einblick in das Innenleben der Berliner Philharmoniker und den Kontrabass als Instrument und in seiner Rolle im Orchester, umrahmt von viel zeitgeschichtlicher Atmosphäre und natürlich Kontrabassmusik:


    Ein Kontrabass spielt selten allein


    Grüße


    katlow

    Ich hatte mich immer etwas gewundert, wenn ich Abbildungen jenes einen Portrait-Gemäldes von Modest Mussorgski sah. Es hatte so offensichtlich nicht die Aura des großen bewunderten Künstlers, die man bei dergeichen Bildern erwartet. Warum nur sah der Komponist auf diesem Bild so zerzaust, fast verwahrlost aus, anstatt wie damals üblich in bürgerlichem Staat abgebildet zu sein?



    Als ich las, dass in der Bundeskunsthalle in Bonn zur Zeit eine Ausstellung mit Gemälden im Besitz der Tretjakow-Galerie in Moskau stattfindet, war unter anderem die Tatsache, dass genau dieses Bild zu sehen sein würde, der ausschlaggebende Faktor, mich zu einem Besuch der Ausstellung zu entschließen. Ich wollte es einmal aus der Nähe sehen.


    Die Ausstellung, die noch bis zum 26. August läuft, kann ich wirklich jedem, dem sich die Gelegenheit bietet, empfehlen! Sie bietet einen sehr interessanten Einblick darin, wie sich in Russland die Malerei parallel den gesellschaftlichen Gegebenheiten, und sich daran reibend, entwickelt hat. Kernstück der Ausstellung aber sind vier Künstler-Portraits. Eines von Leo Tolstoi, dessen Blick einem bis tief in die Seele zu gehen scheint, eines von Fjodor Dostojewski, der einen eher düster anmutet, dass hier wohl ebenfalls bekannt Bild von Nicolai Rimski-Korsakow eine Partitur studierend an seinem Schreibtisch, und eben jenes oben abgebildete Portrait des Komponisten Mussorgski. Diese vier Bilder hängen zusammen in einem Raum, begleitet von Zitaten über die Künstler und untermalt von Ausschnitten aus ihren Werken, die leise (zu leise) aus einem Lautsprecher an der Decke ertönen. Wobei es natürlich typisch ist für das Mitglied eines Klassikforums, dass ich innnerlich erst einmal die Auswahl der Einspielung kritisierte (ich meine: Alfred Brendel für Mussorgskis Bilder einer Ausstellung?) :D .


    Von den Portraits ist das von Leo Tolstoi vielleicht das eindringlichste im klassichen Sinne, in der Art wie die intensiv blauen Augen des Schriftstellers dem Betrachter bis tief in die Seele zu schauen scheinen, aber das von Mussorgski hat etwas definitiv Verstörendes an sich. Zunächst einmal sind die Farben in den herkömmlichen Wiedergaben die ich stark verfälscht. Der Bildhintergund ist im Original ein sehr hell strahlendes türkis-blau, Mussorgkis Kleidungsstück von einem intensiven grün, und wirkt damit noch merkwürdiger. Was aber an dem Bild am allermeisten ins Auge fällt, und auf Reproduktionen häufig fast völlig verloren geht, ist der glasige Blick. Es ist nicht nur die Tatsache, dass der Blick bewußt nicht auf den Betrachter gerichtet ist, die Pupillen scheinen überhaupt nicht auf irgendetwas fixiert zu sein, sein Blick geht ins Leere. Es ist ein Bild, dass beim ersten Betrachten Befremden hervorruft.


    Die beigefügte Bildbeschreibung enthielt dann den Hintergrund zur Entstehungsgeschichte dieses Bildes, der das Dargestellte erst wirklich verständlich mach (jenen, die mit der Biographie Mussorgkis vertraut sind, werde ich jetzt nichts Neues erzählen): Als Ilya Repin, einer der herausragendssten Protraitmaler Russlands, Ende Februar 1881 erfuhr, dass der Komponist Mussorgski einen Anfall erlitten und ins Krankenhaus eingeliefert worden war, wo er im Sterben lag, packte er sein Handwerkszeug zusammen und suchte Mussorgski im Hospital auf. Dort fertigte er innerhalb von vier Tagen das oben beschriebene Bild des Komponisten an. Das grüne Kleidungsstück, das er trägt ist der Krankenhaus-Morgenmantel, sein Haar ist zerzaust, daunter ist ein traditionell besticktes grobes Ober- oder Nachhemd zu sehen, sein Gesicht ist aufgedunsen. Noch im März sollte Mussorgski sterben, er würde das Krankenhaus nicht mehr verlassen.


    Doch obwohl dass natürlich einiges erklärte, da war immer noch dieser Blick, der mich nicht losließ. Für mich schien er weder einen Ausdruck von Furcht vor dem Tode widerzuspiegeln, noch so etwas wie Abgeklärtheit. Ich habe das Bild mehrfach länger betrachtet (die anwesenden Museumswärter haben wahrscheinlich schon vermutet ich sei dabei, die Lokalität für den nächsten spektakulären Kunstraub auszuspionieren 8) ). Die Erklärung, die ich für mich persönlich letztlich fand war die, dass Mussorgki zu diesem Zeitpunkt bereits massiv unter Betäubungsmitteln gestanden haben muss. Das würde das Unfokussierte, Weggetretene seines Blickes erklären, das dennoch nicht ein bewusstes "in-sich-Zurückziehen" zu sein scheint, auch wenn dieses in Anbetracht der Umstände, sterbenskrank für ein Portrait für die Nachwelt Modell zu sitzen, durchaus verständlich gewesen wäre.


    (Nachdem was ich inzwischen über die genaueren Lebensumstände Mussorgkis zu diesem Zeitpunkt gelesen habe, kommen allerdings neben der Verabreichung Betäubungsmitteln im Rahmen seiner letzten medizinischen Behandlung auch die Folgen seines Alkoholismus als Erklärung für diesen Zustand in Betracht.)


    Ein beeindruckender Einblick in diesen letzten Lebensabschnitt des Komponisten, ein wirklich beeindruckendes Portrait - wer in diesem Monat noch in die Köln/Bonner Gegend kommen sollte (oder im Umkreis wohnt), dem kann ich einen Besuch der Ausstellung nur empfehlen!


    Grüße


    katlow

    Das mag jetzt vielleicht eine etwas ungewöhnliche Empfehlung sein, aber die Zusammenstellung von Liedern auf der Bryn Terfel CD "Simple Gifts" ist meines Erachtens in weiten Teilen durchaus geeignet für eine Beerdingung, wenn auch einige der traditionellen Lieder aus dem angloamerikanischen Raum bei uns weniger bekannt sein dürften:


    1. Ave Verum Corpus (Mozart)
    2. Deep River (trad. amerkanisch)
    3. Lord Bless You And Keep You (John Rutter)
    4. I'll Walk Beside You (Alan Murray)
    5. Stabat Mater Dolorosa (Pergolesi)
    8. How Great Thou Art (trad. schwedisch)
    9. Panis Angelicus (César Franck)
    11. Ave Verum Corpus (Karl Jenkins)
    14. Amazing Grace (James P. Carrell & David S. Clayton)
    17. Nearer My God To Thee (Lowell Mason)
    18. Ave Maria (Bach / Gounod)
    20. God Be With You (William G. Tomer)


    Auch die aus dem Bereich Pop-Musik eingefügten Stücke auf dieser CD passen meines Erachtens in ihrer melancholischen aber dennoch hoffnungsvollen Grundstimmung zu einem solchen Anlass, aber da dürften die Geschmäcker wohl verschieden sein:


    12. She Was Beautiful (Stanley Myers)
    13. Rose (Amanda McBroom)
    16. Morning Has Broken (trad. gaelisch)
    19. Send in the Clowns (Stephen Sondheim)


    Ansonsten ist es, wo sich die Gelegenheit erbietet, immer eine gute Idee die Hinterbliebenen nach Musikstücken zu fragen, die dem Verstorbenen besonders am Herzen gelegen haben. Die mögen dann vielleicht nicht im traditionellen Sinne typisch für eine Beerdigung sein, vermögen es dafür aber, für die Trauernden eine persönliche Verbindung zu dem Verstorbenen herzustellen.


    Grüße


    katlow