Beiträge von musikwanderer

    Ich war heute mit dem ersten Vogelgezwitscher auf und habe aus der nebenstehenden Box Gesungenem gelauscht: Von Thomaskantor Bach die Kaffee-, die Bauern- und die Hochzeitskantate sowie (als Füller) die italienische Kantate "Non sà che sia dolore". Elly Ameling, Siegmund Nimsgern und Gerald English sind die Gedsangsinterpreten. Es folgten Pergolesis "La Serva Padrona" mit Maddalena Bonifaccio und Siegmund Nimsgern, die Heinrich-Ignaz-Franz-Biber-Messe "Sancti Henrici mit den Regensburger Domspatzen unter Georg Ratzinger und Mozarts "Krönungsmesser" (KV 317) und die "Vesperae solennes de confessore" (KV 339. Und nun? Ich werde mir etwas leichte Kost auswählen...

    :hello:


    Ich muss übrigens Garaguly zustimmen, wenn er von einer (leider) nicht mehr existenten Formation schreibt, die aber wirklich hervorragende Aufnahmen hinterlassen hat. Da kann man stundenlang ohne Ermüdungserscheinungen zuhören...

    Bei soviel Freude an Papa Haydn ist mir aufgefallen, dass ich eigentlich keine Aufnahme seiner Sinfonien habe. Eine sträfliche Vernachlässigung, die jetzt durch eine Empfehlung von Don_Gaiferos wieder gutgemacht wurde. Der Preis pro Sinfonie ist kaum zu schlagen ;)

    Nicht nur Don Gaiferos, sondern auch ich hätte die - trotz vieler Kritik, sogar vom Dirigenten - auch empfohlen. Und weil ich nun einmal die Tastatur vor mir habe, schreibe ich gleich auch noch dazu, dass die Box mit Musik von Burgmüller wahrscheinlich nicht enttäuschen wird. Es ist zwar keine Spitzenorchester, dass die zweite Sinfonie unterpretiert, dennoch sind die Wuppertaler nicht so schlecht, dass man keine Empfehlung aussprechen könnte. Und die Musik ist toll!

    :hello:

    Etwas weiter vorn hat Garaguly ein Statement zum schrecklichen Wetter abgegeben - und das unterschreibe ich sofort. Alles was über 25 Grad geht, ist für mich subtropisch! Das unmögliche Wetter gab mir die Gelegenheit, den ganzen Tag in gekühlten Räumen Musik zu hören (das Mietshaus ist mehr als sehr gut isoliert!). Aus der nebenstehen Box kam zu meiner Freude Musik in den Player und von da an meine Ohren:

    C.P.E. Bach: Konzert für 2 Cembali & Streicher; Konzert für Cembalo, Hammerklavier & Streicher

    J.Ph. Rameau: Les Indes Galantes-Suite; Dardanus-Suite

    Tänze der Renaissance von Moderne, Susato, Gervaise, Phalese, Franck, Hassler, Attaignant, Demantius

    W.A. Mozart: Klarinettenkonzert KV 622; Oboenkonzert KV 285d; Messe KV 317 "Krönungsmesse"


    :hello:

    Diskographische Hinweise


    Bei jpc, dem Werbepartner des Tamino-Klassikforums, gibt es die hier vorgestellte Farce in der Interpretation von Alberto Zedda, aufgenommen 2005 beim Rossini-Festival in Bad Wildbad. Es singen Kenneth Tarver den Herzog Bertrando, Corinna Mologni die Isabella, Lorenzo Regazzo den Steiger Tarabotto und Marco Vinco den Batone. Es spielt das Tschechische Kammerorchester.







    Auch diese DVD des Rossini-Einakters hält jpc für interessierte Musikliebhaber bereit.



















    Als dritte Einspielung ist diese, von Marcello Viotti dirgierte Fassung zu nennen.

    :hello:

    Gioacchino Rossini (1792-1868):


    L’INGANNO FELICE

    (Die glückliche Täuschung)

    Farsa per musica in einem Akt - Libretto von Giuseppe Maria Foppa


    Uraufführung 8. Januar 1812 im Teatro San Moisè in Venedig



    DIE PERSONEN DER HANDLUNG


    Herzog Bertrando (Tenor)

    Isabella, seine Gemahlin, unter dem Namen Nisa (Sopran)

    Ormondo, ein Freund Bertrandos (Tenor)

    Batone, ein Vertrauter Ormondos (Bass)

    Tarabotto, Steiger in der Mine des Herzogs (Bass)

    Chor: Bergleute und Soldaten


    Ort und Zeit der Handlung: Ein Dorf in Italien im 17. Jahrhundert.



    INHALTSANGABE DES EINZIGEN AKTES

    Ein weites Tal vor einer Bergkette. Auf der einen Seite ein Felsen mit Einfahrt zum Bergwerk, auf der anderen Seite das Haus des Steigers Tarabotto.


    Tarabotto spricht mit seinen Kumpels über die bevorstehende Inspektion des Herzogs in seinem Bergwerk. Dem Steiger kommt die Information merkwürdig vor, denn der hohe Herr hat sich doch bisher noch nie für die Mine interessiert; das Wichtigste war die finanzielle Ausbeute durch die Minenarbeiter auf seinem Konto. Während Tarabotto also auf einen kleinen Hügel steigt, um sich nach dem Herzog umzusehen, begeben sich die Kumpel in die Mine zurück.


    Inzwischen kommt Isabella mit einem Bild des Herzogs und denkt laut darüber nach, weshalb sie seinerzeit von ihm verstoßen wurde. Tarabotto, erfahren wir, hat sie damals aus dem Meer gerettet und bei sich aufgenommen. Auf die neugierigen Fragen der Kollegen und Nachbarn hat er sie als seine Nichte Nisa ausgegeben.


    Als Tarabotto nun von seiner Aussichtsplattform zurückkommt und Nisa sieht, beobachtet er sie einen Augenblick. Aber auch sie hat ihn gesehen und kommt mit der Bitte auf ihn zu, den Brief zu lesen, den sie für den Herzog verfasst hat. Darin schreibt sie ihm, dass Ormondo, sein Freund, sie aus Eifersucht beschuldigt und mit der Hilfe seines Vertrauten Batone entführt und dann auf dem Meer ausgesetzt hat. Ehe Tarabotto sich zu dem Brief äußern kann, hören und sehen sie den Herzog mit seiner Entourage kommen und begeben sich ins Haus.


    Der Herzog tritt auf und denkt arios über das Schicksal seiner verstoßenen Gattin Isabella nach. Unterdessen kommen auch Ormondo und Batone hinzu. Sie haben erfahren, dass der Herrscher über das Nachbarland einen Überfall auf Bertrandos Gebiet vorbereiten soll und wollen ihm zuvorkommen. Dabei soll ihnen der ortskundige Tarabotto helfen, der ja den Weg durch die Minen kennt.


    In Tarabottos Haus bittet derweil Batone Nisa um ein Glas Wasser. Als er ihr Gesicht sieht, erkennt er sie sofort als jene von ihm einst entführte frühere Herzogin. Er reagiert erschrocken und verlässt nach einer kurzen Entschuldigung überstürzt das Haus - das Glas Wasser lässt er stehen. Kaum ist er verschwunden kehrt Tarabotto zurück und schlägt Nisa vor, dem Herzog den Plan des Bergwerks zu bringen und dabei zu versuchen, mit ihm das Gespräch zu führen. Sie findet die Idee gut und geht ab.


    Während Tarabotto gerade um Gottes Beistand gegen Ormondo und Batone bittet, kommt der Herzog mit seinen Soldaten ins Haus. Tarabotto erzählt ihm dann ungefragt von seiner Nichte Nisa und ruft sie herbei. Bei diesem Treffen erweist sich Nisa jedoch sehr eingeschüchtert; sie überreicht ihrem früheren Gemahl den Plan der Mine. Bertrando fällt sofort ihre Ähnlichkeit mit seiner totgeglaubten Gattin auf. Er ist irritiert und von emotionalen Gefühlen überwältigt. Tarrabotto aber behauptet auf des Herzogs Nachfrage, sie sei die Tochter seines Bruders. Nisa und Tarabotto gehen ins Haus. Tarabotto kehrt jedoch bald zurück und versteckt sich, um den Herzog zu beobachten.


    Der Herzog denkt über die Ähnlichkeit Nisas mit Isabella nach und fragt den hinzutretenden Ormondo, ob er den Tod Isabellas als sicher bezeugen kann. Zögerlich bestätigt Ormondo den Tod der Herzogin. Er meldet der Durchlaucht aber auch den Abschluss der Planungen für den Angriff auf den Nachbarstaat. Der Herzog entfernt sich mit seinen Soldaten.


    Ormondo trifft auf Batone und fragt ihn, ob er tatsächlich Isabella hat sterben sehen. Der versichert ihm, dass die ehemalige Herzogin gestorben sei, weist aber auch auf die auffällige Ähnlichkeit Nisas mit der ehemaligen Herzogin hin. Ormondo wird hellhörig und erteilt ihm schließlich den Auftrag, Nisa in der kommenden Nacht zu entführen. Diese leise gesprochene Unterhaltung kann der lauschende Tarabotto allerdings nicht verstehen. Ormondo geht schnell ab.


    Tarabotto ist nach dem belauschten Gespräch, dass er aber nicht zur Gänze mitbekommen hat, misstrauisch geworden. Er nähert sich Batone, um ihn zu befragen. Doch Batone geht ohne eine Antwort zu geben ab. Der Steiger ist sich jedoch sicher, dass Ormondo und Batone etwas im Schilde führen und warnt Nisa; sie soll sich dem Herzog anvertrauen und damit sein Mitgefühl erregen.


    Nun kommen Ormondo, Bertrando und die Soldaten zurück. Nisa erzählt inzwischen ihrem ehemaligen Gatten, dass sie durch einen Verräter das Herz ihres Geliebten verloren habe. Der Herzog zeigt sich durch Isabellas Erzählung gerührt, Ormondo dagegen äußerst beunruhigt. Er geht ab, um die Befehle des Herzogs für den nächsten Morgen anzuordnen.


    Die Nacht bricht an und Tarabotto bittet den Herzog um Schutz für seine Nichte, denn er befürchtet, dass noch in dieser Nacht ein Anschlag gegen Nisa geplant sei. Bertrando verspricht ihm tatsächlich seine Hilfe.


    Nun tritt Batone mit bewaffneten Begleitern auf und geht ins Haus, um, wie mit Ormondo besprochen, Nisa zu entführen. Von der anderen Seite kommen Isabella und Tarabotto; Isabella trägt die Kleider, die sie seinerzeit bei ihrer Ankunft trug, und sie verstecken sich. Auch der Herzog kommt mit seinen Leuten und auch sie verbergen sich. Schließlich trifft noch Ormondo und erfährt von Batone, dass er Nisa nicht entführen konnte, weil sie nicht im Hause war. Das kann Ormondo nicht glauben, und geht ins Haus, um sie zu suchen.


    Jetzt kommt der Herzog, packt sich Batone und befiehlt ihm, Ormondo nach dem Grund für die Entführung Isabellas zu befragen und geht dann wieder in sein Versteck zurück. Als Ormondo zurückkommt fragt Batone ihn auftragsgemäß, warum er die Herzogin entführen wollte und er erfährt, dass er überzeugt ist, Isabella, die seine Liebe einst verschmäht hatte, sei Tarabottos Nichte. Auch wenn sie es nicht sein sollte, müsse sie von seiner Hand sterben. Der Herzog hat genug gehört und er kommt mit seinen Soldaten hervor und lässt Ormondo festnehmen. Der will sich aus Verzweiflung in sein Schwert stürzen, was Isabella und Tarabotto jedoch verhindern können. Isabella gibt sich zu erkennen und zeigt Bertrando sein Bild, das sie immer bei sich getragen hat. Sie ist bereit, ihm zu verzeihen. Die beiden Gatten schließen sich in die Arme. Batone erklärt, nur aufgrund von Drohungen Ormondos an den Verbrechen teilgenommen zu haben. Er wirft sich dem Herzog zu Füßen, der ihm jedoch, wieder auf Bitten Isabellas, vergibt. Das Finale besingt die Gerechtigkeit Gottes, der jeden Verrat früher oder später ans Licht bringt.



    © Manfred Rückert für den Tamino-Opernführer 2021

    Nach der zweiten Biontech-Impfung heute, die auch wieder ohne eine Komplikation verlief, beschäftige ich mich nun mit Orgelmusik von Johann Judwig Krebs, u.a. ein Schüler - zumindest kurzzeitig - vom Thomaskantor Bach. Manuel Tomadin spielt an verschiedenen Orgel der großen Orgelbauer Arp Schnitger (Kerk van Noordbroek in den Niederlanden), Gottfried Silbermann (Orgel der Petrikirche in Freiberg), F.C. Schnitger und H.H.Freytag (Orgel der Petruskerk in Zuidbroek in den Niederlanden) und G. Pradella (Orgel der Santuario del Divin Prigoniera in Valle di Colorina, Sondrio, Italien). Was ich bis jetzt gehört habe (es ist die 1.CD mit Choralvorspielen und Fantasien, die von großräumigen Orgelkompositionen eingerahmt werden), lässt mich hoffnunungsvoll auf die nächsten CDs warten. Tomadin hat die Werke sehr schön registriert - im englich verfassten Booklet ist die Registrierung allerdings nicht vermerkt.

    :hello:

    Eine mir bis heute unbekannte unbekannte Händel-Oper ist soeben verklungen. Der erste Höreindruck war mir, dem die Barockoper Händels geläufig ist, durchaus hörenswert. Bejun Mehta, der Counter, der mir in einer Produktion von Glucks "Orfeo" aus der Tschechei stimmlich nicht so gut gefallen hat, gefällt mir hier wesentlich besser. Spiritus rector ist René Jacobs, der die Aufnahme 2013 mit dem Barock-Orchester Ghent in Brügge gemacht hat. Händel-Liebhabern ist diese Oper zu empfehlen.

    :hello:

    Lieber Fiesco, ich danke Dir für die Klarstellung. Dass ich bei meinem Post über Debussiys "Pelleas" die falsche Aufnahme gepostet habe, ist natürlich ärgerlich. Ich muss wohl doch in der nächsten Zeit meine Augen, wie der Augenarzt es schon lange fordert, einer OP unterziehen. Habe also herzlichen Dank für Deine Aufmerksamkeit und Richtigstellung!

    :hello:

    Götz von Berlichingen (Fernsehjuwelen)


    Ein filmisches Juwel aus den fünfziger Jahren; angelehnt an eine Inszenierung des Wiener Burgtheaters hat Alfred Stöger die Regie von Josef Gielen in den Bühnenbildern und Kostümen von Teo Otto verfilmt. Die Rollen übernahmen

    Ewald Balser in der Titelrolle, Raoul Aslan als Kaiser Maximilian, Albin Skoda als Adelbert von Weislingen, Judith Holzmeister als Adelheid von Walldorf, Fred Liewehr als Franz von Sickingen, Hilde Mikulicz als Götz' Schwester Maria (und vielen anderen) übernommen.

    :hello:

    Aus dieser kleinen Schachtel habe ich am Abend Händels "Giulio Cesara in Egitto" gehört. Es wird hier eine Live-Aufnahme geboten (der Ort allerdings nicht genannt wird), bei der auf der römischen Seite

    Marijana Mijanovic die Tietelrolle singt

    Charlotte Hellekant die Cornelia

    Anne-Sofie von Otter den Sesto

    Jean-Michel Ankaoua den Curio

    uind auf der ägyptischen

    Magdalena Kozena die Cleopatra

    Bejun Mehta den Tolomeo

    Alan Ewing den Achilla

    Pascal Bertin den Nireno

    Marc Minkowsky leitet das ganze Ensemble mit den Les Musiciens du Louvre


    :hello:

    Lieber Carlo,


    Deine Ergänzungen mit Aufnahmen des jeweils vorgestellten Stücks sind nach meinem Dafürhalten wertvolle Informationen. Dafür will ich mich ausdrücklich bedanken.


    Im übrigen schreibst Du, dass es "weitergeht". Ich muss an dieser Stelle schreiben, dass es krankheitsbedingt nur schleppend vorangeht. Seit Monaten beschäftigt mich Goethes "Faust - Der Tragödie zweiter Teil"; aber das Stück will mir nicht so richtig gelingen. Es ist für mich das grausig-schwierigste Theaterstück, dass es gibt. <X


    Aber auf dem Gebiet des Schauspiels - wie auch der Oper - ist noch viel "Luft nach oben"...

    :hello:

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    Mozarts Oper von den Ludwigsburger Festspielen 1978 mit

    Franz Grundheber in der Titelrolle

    Matthias Hölle als Komtur

    Urszula Koszut als Donna Anna

    Lutz Michael Harder als Don Ottavio

    Jill Gomez als Donna Elvira

    Hans Georg Ahrens als Leporello

    Roland Bracht als Masetto

    Inga Nielsen als Zerlina

    Chor und Orchester der Ludwigsburger Festspiele unter Wolfgang Gönnenwein. Ich habe diese Oper jahrelang nicht mehr gehört und bin erstaunt, dass mir, der ich die deutsche Sprache auch in fremdsprachlichen Opern eigentlich bevorzuge, diese Aufnahme heute überhaupt nicht gut ins Ohr gehen wollte. Ich musste feststellen, dass ich mit dem italienischen Original sozialisiert wurde und mir nun die deutsche Übersetzung von Ernst Poettgen (der auf die Übersetzung von Hermann Levi und Walther Dürr aufbaute) wie eine holprige Fremdsprache vorkam. Musikalisch habe ich nichts zu meckern...

    :hello:

    @adrano:

    Ich habe gerade Deinen Post gelesen. Ich muss gestehen, kein Hintergrundwissen zu einer Hungaroton zu haben, fand jedoch die Copyright-Angabe im Beiheft der Dynamic-Aufnahme zunächst merkwürdig, jetzt verstehe ich sie: Unter dem abgedruckten viersprachigen Libretto steht das Copyright von Hungaroton.


    Was mich etwas stört ist die Teilung des ersten Finales. Allerdings hätte es nur mit einer dritten CD verhindert werden können.


    Zum Spieldauer-Vergleich zwischen der Hungaroton-Aufnahme und meiner Dynamic-Produktion kann ich ich Gleichstand vermuten: In der Addition kommt Malgoire auf 154'35. Bemerkenswert bei dieser Live-Aufnahme aus dem französischen Theater ist die Gespanntheit des Publikums: Man nimmt, bis auf wenige Ausnahmen, kaum Publikumsgeräusche wahr. Und: zu den randvollen CDs muss ich erwähnen, dass man die Beifallskundgebungen herausgeschnitten hat; lediglich der Schlussapplaus ist kurz eingeblendet - bestimmt weil er in die Musik "hineinplatzt".

    :hello:

    Ich war heute (mittels Player natürlich) in Tourcoing (wer es nicht kennt, dem kann, dank Wikipedia, geholfen werden): Es ist eine französische Stadt im Department Nord in der Region Hauts-de-Franc und liegt nicht unweit von Lille. Auf dem Programm des dortigen Opernhauses stand Salieris "Falstaff". Pierre-Yves Pruvot (Bariton) sang die Titelrolle, Salome Haller (Sopran) die Mrs. Ford, Simon Edwards (Tenor) ihren Mann, Hjördis Thebault (Mezzo), gab die Mrs. Slender, Raimonds Spogis (Bariton) war Bardolf. Es spielte "La Grande Ecurie et la Chambre du Roy" unter der Leitung von Jean-Claude Malgoire. Man muss bei diesem, 1799 uraufgeführten Werk, den Hinterkopf frei machen sowohl von Verdis Musik als auch der von Nicolai. Dann wird dem unbefangenen Hörer sofort klar, was Salieri geleistet hat: Es ist eine von Witz und geistreichen Streichen gewürzte komische Oper, die den klassik-affinen Musikfreund sofort gefangennimmt. Die 150 Minuten haben sich gelohnt!

    :hello:

    Le Nuove Musiche aus den Niederlanden unter Krijn Koetsveld bieten mit ihrem Programm - alle Madrigale der Bücher I-IX - beste Unterhaltung. Einige CDs aus dieser Box haben mich den ganzen Nachmittag beschäftigt - sie unterhalten und beschäftigen mich noch immer. Ich versuche herauszufinden, ob es im Netz deutsche Übersetzungen der Texte gibt, bin aber noch nicht fündig geworden. Dafür ist die Musik für mich himmlisch schön...

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    Bildergebnis für tschaikowsky 1. sinfonie / fedoseyev


    Vladimir Fedoseyev dirigert das Tschaikowsky-Sinfonie-Orchester des Moskauer Rundfunks mit Tschaikowskys 1. Sinfonie g-Moll, die den Beinamen "Winterträume" trägt. Mal abgesehen davon, dass ich das originale CD-Cover nicht gefunden habe, das abgebildete also nur ein Beispiel ist, gefällt mir die Deutung des Dirigenten und das Orchesterspiel ausgesprochen gut.

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    Gerade aus Bologna zurück (natürlich nur durch diese Aufnahme): Rossinis einaktige Farsa "La scala di seta" stand auf dem Programm. Mit Cecilia Bartoli als Lucilla, Oslavio di Credico, William Mateuzzi, Luciana Serra, Natale de Carolis und Roberto Coviello, Gabriele Ferro leitete das Ganze und das Kommunale Orchester von Bologna spielte. Es war tatsächlich ein Spektakel, das den Zuschauern gefallen hat - wenn ich dem Beifall glauben darf. Kaum ein Ensemblestück, keine Soloarie blieb ohne Befallsäußerung. Und mir hat es auch gefallen.

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    Rossini Gala Product Image


    Nochmal Rossini: Anläßlich seines 200. Geburtstages fand im New Yorker Lincoln-Center eine Gala-Vorstellung statt, bei der unter vielen anderen

    Rockwell Blake, Craig Estep, Maria Fortuna, Thomas Hampson, George Hogan, Marilyn Horne, Kathleen Kuhlmann, Jan Opalach, Samuel Ramey mitwirkten. Die Leitung hatte Roger Norrington. Man sang und spielte Querbeet aus

    La gazza ladra, La donna del Lago, Guillaume Tell, Zelmira, Il Barbiere die Sivigla,aber auch aus dem Stabat mater und der Petite Messe solennelle. Wenn man nach dem Applaus geht, herrschte Hochstimmung und viel Spaß. Bei mir auch!


    :hello:

    William Shakespeare (1564-1616):


    ROMEO UND JULIA

    Tragödie in fünf Akten


    Die erste historisch belegte Aufführung des Stückes fand 1597 statt.



    DIE WICHTIGSTEN PERSONEN DER HANDLUNG


    ESCALUS, Prinz von Verona

    PARIS, ein junger Edelmann, Verwandter des Prinzen

    ROMEO, Sohn aus der Familie Montagues

    MERCUTIO, Verwandter des Prinzen und Romeos Freund

    BENVOLIO, Montagues Neffe und Romeos Freund

    TYBALT, Neffe der Gräfin Capulet

    Bruder LORENZO, ein Franziskaner

    BALTHASAR, Romeos Diener

    PETER, Diener von Julias Amme

    MUSIKANTEN

    PAGEN des Paris

    APOTHEKER

    CHORUS

    Gräfin MONTAGUE

    Gräfin CAPULET

    JULIA, Capulets Tochter


    Ort und Zeit der Handlung: Verona und Mantua, 15. Jahrhundert.



    INHALTSANGABE



    ERSTER AKT MIT PROLOG


    Der Chorus gibt bekannt, dass von einem Streit zwischen zwei angesehenen Familien in Verona berichtet wird. Und sie teilen mit, dass sich zwei Kinder aus den beiden Häusern ineinander verliebt haben. Aber der Streit geht weiter; zwischen den Capulets und Montagues wird erst nach dem Tod beider Kinder dieser Zwist beigelegt. Damit nimmt der Prolog die Handlung vorweg.


    Zwei Diener aus dem Hause der Capulets, Simson und Gregorio, streifen durch Verona und geraten mit Abraham und Balthasar, Bediente der Montagues, in einen Streit, den der gerade des Weges kommende Benvolio schlichten will. Das misslingt weil Tybalt, ein Neffe der Gräfin Capulet, den Streit noch befördert. Der unüberhörbare Lärm lockt sowohl die Capulets, als auch die Montagues herbei, die sich jedoch sofort gegenseitig beschimpfen. Erst durch den Auftritt des veronesischen Fürsten, der mit harten Sanktionen droht, kehrt Ruhe ein. Allein auf der Szene beklagen sich dann die Montagues über das merkwürdige Verhalten ihres Sohnes Romeo, der sich im Kummer über die unerfüllte Liebe zu einer gewissen Rosalinde ihrer Meinung nach zu sehr gehenlässt. Wieder einmal bemüht sich Benvolio vergeblich um eine Beruhigung: Romeo ist nicht aufzuheitern.


    Auf einer Straße in Verona unterhalten sich der alte Capulet und Paris, dem Verwandten des Fürsten von Verona. Paris hat sich in Julia verliebt und möchte sie heiraten. Vater Capulet gibt zu bedenken, dass Julia mit ihren vierzehn Jahren eigentlich viel zu jung zum Heiraten ist, hat aber grundsätzlich nichts gegen die Verbindung einzuwenden. Die beiden beschließen, ein Fest zu arrangieren, auf dem sich Julia und Paris näherkommen sollen. Ein Diener soll die Einladungen verteilen, kann aber leider nicht lesen. Als ihm zufällig Benvolio und Romeo entgegenkommen, lädt er sie zum Fest ein. Benvolio schlägt vor, maskiert zum Fest zu gehen, Romeo dagegen will die Einladung nicht annehmen, stimmt aber dann doch zu, als er jene Rosalinde auf der Gästeliste findet.


    Die Gräfin Capulet informiert ihre Tochter Julia über das Fest und die Heiratspläne mit Paris. Julias Amme bricht zwar in ihrer Einfalt über die Hochzeitsaussicht in Freude aus, Julia aber reagiert unsicher und zurückhaltend. Die Mama versucht natürlich, ihre Tochter Julia von den Vorzügen eines Lebens mit dem schönen und reichen Paris zu überzeugen. Und tatsächlich lässt sich Julia überreden, Paris kennenzulernen.


    Romeo geht mit seinen Freunden Mercutio und Benvolio zum Fest. Unterwegs versuchen die Freunde, Romeo aus seinem Liebeskummer zu reißen. Eine von Mercutio erzählte Geschichte mit vielen Anzüglichkeiten verfehlt allerdings ihren Zweck: Romeo bleibt niedergeschlagen, wird sogar noch trauriger und sagt, dass er eine Ahnung von seinem baldigen Tod verspürt. Vor dem Palast der Capulets setzen alle ihre Masken auf und gehen hinein.


    Das Fest im großen Saal des Palastes der Capulets ist in vollem Gang, als Romeo mit seinen Begleitern eintrifft. Als er Julia sieht, gerät er begeistert ins Schwärmen. Dabei wird er von Tybalt, dem Neffen der Gräfin Capulet, an der Stimme erkannt und Tybalt fängt sofort Streit an. Das stört den alten Capulet; er nimmt sein Hausrecht wahr und weist Tybalt in seine Schranken. Der reagiert wütend und verlässt das Fest. Romeo, der Montague, und Julia, eine Capulet, verlieben sich, ohne zu wissen, dass sie zerstrittenen Familien angehören.



    ZWEITER AKT


    Auch dieser Akt wird mit einem Prolog eröffnet; der fasst zusammen, dass zwei Verliebte, die eigentlich Todfeinde sein sollten, sich darüber hinwegsetzen.


    Obwohl das Fest bei den Capulets noch in vollem Gange ist, hat Romeo es verlassen. Er kann sich aber nicht entschließen, nach Hause zu gehen; stattdessen kehrt er zurück und klettert über die Mauer in den Garten der Capulets und hofft, Julia zu sehen. Benvolio und Mercutio versuchen inzwischen, Romeo mit drastischen Äußerungen zur Rückkehr aus dem Garten zu bewegen. Der aber reagiert nicht auf die Provokationen. Die Freunde beschließen daraufhin, nach Hause zu gehen und sich schlafen zu legen.


    Diese Szene ist als die berühmte Balkonszene bekannt. Romeo hat sich Mercutios Reden mit Ärger angehört. Er bemerkt Julia, die an einem offenen Fenster des Palastes steht. Sie beklagt, dass Romeo, in den sie sich verliebt hat, ein Angehöriger der Familie Montague ist. Romeo hört ihr zunächst lange zu, macht sich aber dann bemerkbar. Sie kommen zusammen und gestehen sich gegenseitig ihre Liebe. Als die Amme nach Julia ruft, verabschieden sie sich schnell und Romeo verspricht ihr, die Hochzeit zu arrangieren. Er will ihr um neun Uhr eine Nachricht über den Ort und die Zeit zukommen lassen. Voller Freude geht Julia schlafen und Romeo begibt sich zu seinem Freund, dem Pater Lorenzo.


    Der Pater hält sich gerade im Klostergarten auf und philosophiert über gewisse Ähnlichkeiten zwischen Pflanzen und Menschen. Als Romeo erscheint, fällt ihm die Aufregung des jungen Montague auf. Seine Vermutung geht dahin, dass Rosalinde der Grund dafür ist. Als er jedoch den wahren Grund erfährt, kommt es zu einer intensiven Aussprache, die dazu führt, dass der Padre die Trauung vornehmen will. Er äußert die Hoffnung, dass diese Heirat die Feindschaft zwischen den zerstrittenen Familien beigelegt wird.


    Benvolio und Mercutio warten auf Romeo; sie wissen von einem Duell, zu dem Tybalt Romeo gefordert hat. Julias Amme kommt derweil in Begleitung des Dieners Peter; sie wollen von Romeo im Auftrag Julias erfahren, was er hinsichtlich der Trauung erreicht hat. Mercutio ärgert die Amme mit anzüglichen Sprüchen, doch die weiß ordentlich zu parieren, worauf Mercutio und Benvolio bedröppelt abziehen. Das Gespräch mit Romeo bringt der Amme und Peter Klarheit über das weitere Vorgehen: Julia soll nachmittags unter dem Vorwand, beichten zu wollen, zu Pater Lorenzo gehen. Der wird dann in der Zelle die Trauung vollziehen. Damit Romeo am Abend zu Julia kommen kann, soll die Amme eine Strickleiter übernehmen, über die Romeo in Julias Zimmer steigen will.


    Während der ganzen Zeit hat Julia im Garten des Palastes auf die Amme gewartet. Als die endlich kommt, lässt sie sich viel Zeit, Romeos Plan zu erzählen. Schließlich kommt sie doch zum Punkt und Julia rennt sofort zur Abtei, während die Amme zum Essen geht.


    In der Klosterzelle von Pater Lorenzo warten er und Romeo ungeduldig auf Julia. Der Pater bittet Romeo dringend um Mäßigung. Als Julia erscheint schildern sie und Romeo dem Pater ihre tiefe Liebe zueinander. Pater Lorenzo beeilt sich mit der Trauung, er befürchtet nämlich, dass sich das Liebespaar zu nahekommt, ehe er den kirchlichen Segen geben konnte.



    DRITTER AKT


    Unter den Augen vieler Schaulustiger zettelt Tybalt mit Mercutio einen Streit an. Benvolio will diesen Zwist schlichten, wird aber durch Tybalt ausgebremst, der Romeo kommen sieht und seine Wut nun gegen den jungen Montague richtet. Romeo versucht, den Kampf zu umgehen, denn Tybalt ist ja inzwischen Teil seiner Verwandtschaft, doch der Neffe der Gräfin Capulet ist nicht zu beruhigen. Es kommt zu einem Fechtkampf, bei dem Mercutio von Tybalt getötet und dieser dann durch Romeo erstochen wird. Erschrocken über seinen Mord flüchtet Romeo. Der zufällig des Weges kommende Fürst findet die Capulets und die Montagues vor und Benvolio berichtet dem Fürsten, was passiert ist. Der Fürst reagiert zwar erbost, sieht aber von der Todesstrafe für Romeo ab, weil Tybalt den Streit provoziert hat. Aber er schickt ihn in die Verbannung.


    Im Palast der Capulets sehnt sich Julia in ihrem Zimmer nach der Vereinigung mit Romeo. Die Amme tritt auf und bringt nicht nur die Strickleiter, die Romeo Zugang zu Julias Zimmer verschaffen soll, sie erzählt auch in ihrer umständlichen Art von der Verbannung Romeos und dem Anlass für diese Strafe. Julia glaubt zunächst, dass Romeo getötet wurde; als sie versteht, dass Romeo ihren Cousin Tybalt getötet hat und deshalb vom Fürsten verbannt wurde, wird ihr blümerant. Ihr geliebter Romeo soll ein Mörder sein? Julia verwirft diesen Gedanken und ist sich sicher, dass Tybalt verantwortlich ist - kennt sie doch zur Genüge sein ungestümes Wesen. Ihre Freude auf die Hochzeitsnacht schwindet, doch die Amme verspricht ihr, Romeo zu finden und zu ihr zu bringen.


    Der hat sich bei Pater Lorenzo in der Zelle versteckt. Als er von der Verbannung erfährt, sagt er, dass dieses Urteil noch härter für ihn ist als die Todesstrafe. Dass er auf immer von seiner Julia entfernt leben soll, ist eine unerträgliche Marter. Er fragt sich auch, ob Juli ihn wegen des Mordes an Tybalt nicht mehr liebt? In diesem Moment kommt die Amme und berichtet von deren Verzweiflung. Im letzten Moment kann Pater Lorenzo verhindern, dass Romeo Suizid begeht und es gelingt ihm, zusammen mit der Amme, Romeo zu überzeugen, dass der Weg zum Glück noch nicht verschüttet ist.


    Es bahnt sich für Julia ein weiteres Ungemach an: Ihr Vater hat mit Paris beschlossen, dass die Heirat mit Julia in drei Tagen stattfinden soll. Die beiden Männer haben natürlich Julias traurige Verfassung bemerkt, führen sie allerdings auf Tybalts Tod zurück. Dessen Tod ist im Übrigen auch der Grund für eine Hochzeit im kleinen Rahmen mit nur wenigen Gästen.


    Romeo und Julia haben inzwischen die Hochzeitsnacht verbracht. Julia glaubt, eine Nachtigall zu hören und folgert daraus, dass die Nacht noch früh ist. Romeo aber erkennt den Ruf einer Lerche, der den Morgen ankündigt. Er will trotzdem nicht nach Hause, sondern bei Julia bleiben, selbst wenn es sein Leben kosten würde. Julia aber scheut gerade diese Konsequenz - sie schickt ihn schweren Herzens fort. Kaum hat sich Romeo wieder über die Strickleiter entfernt, kommt ihre Mutter und versucht sie zu trösten. Wie Julias Vater nimmt sie an, dass Julia um den Tod Tybalts trauert. Die Gräfin schwört dann Rache gegen Romeo und erklärt ihr, dass die Hochzeit mit Paris beschlossen ist und in drei Tagen vollzogen werden soll. Julia reagiert entsetzt und weigert sich - jedoch vergeblich. Auch ihr Vater, der unmittelbar zuvor eingetreten ist, verlangt ihre Zustimmung, weist die Tochter zornig zurecht und droht, sie zu enterben. Als die Eltern gegangen sind, kommt die Amme, versucht Julia zu trösten und redet ihr zu, Paris zu heiraten. Romeo sei so gut wie tot. Julia täuscht vor, den Rat der Amme annehmen zu wollen, gibt jedoch vor, sie müsse Pater Lorenzo ihr ungebührliches Verhalten gegen den Vater beichten. Von Pater Lorenzo erhofft sie sich natürlich Hilfe.



    VIERTER AKT


    Paris ist auch zu Pater Lorenzo gegangen, um die Hochzeit mit Julia zu bestellen. Julia kommt hinzu und antwortet auf Paris‘ Fragen ausweichend. Wegen Julias Beichte verlässt Paris die Zelle und ist überzeugt, dass Julia ihn heiraten wird. Nach seinem Abgang erklärt Julia dem Pater, dass sie sich töten will, falls er keinen Ausweg aus der misslichen Lage finden sollte. Der Pater hat tatsächlich einen Plan: er erklärt Julia die Wirkung eines bestimmten Tranks und verspricht ihr, dass Romeo bei ihr sein wird, wenn sie nach etwa zwei Tagen eines todesähnlichen Schlafs in der Familiengruft der Capulets zu sich kommt. Dann sollen beide nach Mantua fliehen. Julia nimmt den „Wundertrank“ entgegen und geht. Pater Lorenzo aber schreibt einen Brief, den sein Mitbruder Marcus nach Mantua zu Romeo bringen soll.


    Im Palast der Capulets sind die Hochzeitsvorbereitungen in vollem Gange. Als Julia von dem Pater zurückkommt, wirkt sie auf alle Anwesenden erleichtert. Sie erzählt ihren Eltern nicht nur, dass sie Paris bei dem Pater angetroffen hat, sie gibt sogar ihr Einverständnis zur Heirat mit ihm. Das scheint ihren Vater wirklich überrascht zu haben, denn er gerät darüber so in Hochstimmung, dass er das Fest um einen Tag vorverlegt.


    Julia komplimentiert ihr Mutter und die Amme aus ihrem Zimmer; sie möchte allein sein und beten. Ihr kommen nun Bedenken über Pater Lorenzos Plan: Kann der Trank unwirksam oder gar tödlich sein? Sie stellt sich vor, dass sie aufwacht und Romeo ist nicht da - könnte sie dann wahnsinnig werden? Zu allem Überfluss muss sie auch noch an Tybalt denken, der blutend vor ihr auf der Straße lag. Sie reißt sich von den trüben Gedanken los und trinkt das Fläschchen des Paters in einem Zug leer.


    Die Capulets haben die ganze Nacht mit ihren Bediensteten das Hochzeitsfest vorbereitet. Als jetzt, am frühen Morgen, der Bräutigam Paris mit Musikanten hinzukommt, wird er freundlich begrüßt. Der alte Capulet schickt die Amme nach Julia, um sie aufzuwecken. Die Amme aber findet die scheintote Julia und gerät in Panik; nach einer Schrecksekunde klagt sie, wie immer mit übertriebenem Gehabe, über das tragische Geschehen und ruft dann Julias Eltern. Als die ihre Tochter leblos daliegen sehen, reagieren sie entsetzt und der gerade hinzutretende Pater Lorenzo stimmt mit Paris in das Wehklagen ein. Der Pater mahnt aber auch zu Demut gegen Gottes Willen und bittet Julias Eltern, ihre Tochter in der Gruft beizusetzen. Die Musikanten haben natürlich sofort erkannt, dass die ursprünglich bestellte Festmusik nun nicht mehr gefragt ist; sie stellen sich auf ein geändertes Programm ein. Als Peter, der Diener der Amme, mit einem merkwürdigen, fast schon übermütig zu nennenden Gehabe auftritt und die Musikanten auffordert, eine lustige Litanei zu spielen, reagieren sie mit Rückzug.



    FÜNFTER AKT


    Der Zuschauer erfährt, dass Romeo nach Mantua geflohen ist. Hier hat er geträumt, dass er gestorben ist und Julia ihn ins Leben zurückgeholt hat. Diesen Traum deutet er als ein gutes Vorzeichen und Zuversicht greift in seinen Empfindungen Raum. Doch kommt in diesem Augenblick sein Diener Balthasar und bringt die Nachricht von Julias Tod. Zunächst will Romeo das nicht glauben, aber dann ergreift ihn schiere Verzweiflung und er beschließt, sich umzubringen. Aber er muss seine geliebte Julia noch einmal sehen, eilt, so schnell es geht, nach Verona zurück. Dort besorgt er sich bei einem Apotheker ein schnell wirkendes Gift und begibt sich dann zur Gruft der Capulets.


    Unterdessen wartet Pater Lorenzo auf die Rückkehr seines Ordensbruders Marcus. Der hat die Informationen, dass er Romeo das Schreiben von Pater Lorenzo nicht übergeben konnte, weil die Pest ausgebrochen ist und er, Bruder Marcus, in Quarantäne gesperrt wurde. Auch gelang es ihm nicht, eine Zustellung durch einen Ersatz zu organisieren, weil alle Angst hatten. Pater Lorenzo stellt sich vor, dass Julia entsetzt und alleine in der Grablege aufwacht. Er setzt sich und schreibt einen neuen Brief an Romeo und begibt sich dann zu der Gruft der Capulets, um Julia zu befreien. Er will sie dann in seiner Zelle verstecken, bis Romeo kommt.


    Die Szene wechselt zum Friedhof. Paris ist nächtens mit einem Diener gekommen, um an Julias Grab ungestört Blumen ablegen zu können. Er beauftragt ihn, sich zu verstecken und zu pfeifen, wenn er jemanden kommen sieht. Tatsächlich ertönt schon nach kurzer Zeit der Pfiff und Paris versteckt sich. Er erkennt Romeo mit seinem Diener Balthasar; merkwürdigerweise schickt Romeo, gerade auf dem Friedhof angekommen, seinen Diener mit einem Brief an den alten Montague, Romeos Vater, fort. Balthasar wiederum hat eine Vorstellung von dem, was nun geschehen könnte - er versteckt sich, um zu beobachten. Paris in seinem Versteck denkt, dass Romeo das Grab Julias schänden will. Das muss er verhindern; er kommt aus seinem Versteck, greift Romeo an und wird im folgenden Fechtkampf von Romeo tödlich verwundet. Mit letzter Kraft bittet der Sterbende, neben Julia begraben zu werden. Das sagt Romeo Paris zu - er verabschiedet sich von Julia und nimmt das Gift.


    Inzwischen hat der Page die Wache alarmiert. Während Pater Lorenzo kommt, um Julia zu befreien, trifft er auf Romeos Diener Balthasar und erfährt, dass Romeo Suizid mit Gift begangen hat. Inzwischen ist aber auch Julia erwacht und will mit Pater Lorenzo die Gruft verlassen, doch der flieht, als er die Wache kommen hört, ohne sie. Noch bevor die Wache eintrifft, ersticht sich Julia mit Romeos Dolch.


    Die Wachen benachrichtigen den Fürsten und die Familien Capulet und Montague. Sie finden aber auch Pater Lorenzo und Romeos Diener Balthasar, die festgenommen werden und vor den Fürsten gebracht werden. Der erfährt, aus erster Hand sozusagen, was geschehen ist; und er lässt sich von Balthasar Romeos Abschiedsbrief an dessen Vater aushändigen. Darin findet er alles bestätigt, was Pater Lorenz und Balthasar ausgesagt haben. Die Familien Capulet und die Montague begraben im Angesicht ihrer toten Kinder allen Streit und schließen Frieden.



    © Manfred Rückert für den Tamino-Schauspielführer 2021

    Mehr oder weniger Unbekanntes von Johann-Strauß-Sohn:
    Dolci pianti (Orch.: Michael Rot)
    Csardas aus „Die Fledermaus“

    Am Donaustrand, Improvisation (Orch.: Michael Rot)

    Erste Liebe (Text von Olga Smirnitzkaja)

    Neuer Csardas für „Die Fledermaus“

    Wenn du ein herzig Liebchen hast, (Orch.: Christian Pollack)

    Erster Gedanke, Walzer (Orch.: Michael Rot)

    Odeon-Walzer (aus dem Nachlass arr. von Adolf Müller jun.)

    Ein Gstanzl vom Tanzl (für Singstimme und Orchester arr. von Christian Pollack)

    Nachgelassener Walzer (Arr. von Adolf Müller jun.)

    :hello:

    Nach einem völlig verquasten Freitag begann für mich der Tag mit musikalischen Hits von Johann Strauß-Sohn. Ich habe das ursprüngliche Cover abgebildet, die CD allerdings in der großen Strauß-Box mit 51 Cds. Hier dirigiert Michael Dittrich das RSO Bratislava mit folgendem Programm:

    Vaterländischer Marsch - Greeting to America - Pizzicato-Polka - Marien-Quadrille - Strauss' Engagement Walzer - Widmung (nach Robert Schumann) - Probiermamsell - Annika-Polka - Sehsucht - Graduale - Pawlowsk-Polka quasi Galopp - Cagliostro-Walzer

    Ich finde unter den Werken etliche, von denen ich noch nie gehört hatte und die auch in den Programmen der Neujahrskonzerte aus Wien nach meinem Dafürhalten noch nie erklungen sind. Aber die letzten Scheiben aus der Strauß-Box halten noch etliche Kompositionen bereit, die bisher den meisten Musikfreunden unbekannt sein dürften. Darunter sind Werke, die in Klavierform auf uns gekommen sind und ein amerikanischer Dirigent instrumentiert in dieser Box veröffentlich hat. Schaun mer mal...

    :hello:

    Zuim Tagesausklang hier einmal "Die Vier Jahreszeiten" von einem französischen Komponisten (Joseph Bodin de Boismortier, der von 1689 bis 1755 lebte), der eine intime - und gesungene - Version vorgelegt hat. Vivaldi, Verdi und Tschaikowsky sind weit weg von dieser Musik. Es wirken mit Valérie Gall (Sopran), Jean-Francois Novelli (Tenor) und Arnaud Marzorati (Bass); begleitet werden sie von dem Ensemble "Les Festes Venitiennes". Als Dirigenten werden Eric Martinez-Bournat und Francois Nicolet.


    :hello:

    Nach des Tages Mühen und Schaffen nun etwas fröhlich-gesungenes und gespieltes aus der Zeit des Herrn Martin Luther dargeboten durch das Convivium Musicum und dem Ensemble Villanella, geleitet von Sven Berger. Die Musik, sei sie gesungen oder gespielt, wurde komponiert von Heinrich Isaac, Jacob Obrecht, Ludwig Senfl, Paul Hofhaimer, Heinrich Finck, Arnold vom Bruck, Nicolaus Amerbach, Wolfgang Küffer sowie dem Glogauer Liederbuch. Zu hören sind zum Teil recht deftige Texte und die Tänze lassen vermuten, dass man sich dunnemals durchaus zu Verlustieren wusste...

    :hello: