Beiträge von musikwanderer

    naxoscache.php?pool=others&file=999051-2.gif


    Manchmal lohnt sich ein Blick hinter Schränke oder Regale. Ich jedenfalls fand zufällig eine (nicht wirklich vermisste) CD wieder und habe sie dann natürlich auch abgehört. Sigfrid Karg-Elert hatte eine Affinität zum Harmonium und für dieses (heute völlig aus der Mode gekommene) Hausinstrument viele Stücke komponiert. Diese CD ist insofern etwas Besonderes, weil sie auf einem Instrument gespielt wird, das mit dem Harmonium die Tonerzeugung gemeinsam hat: das Akkordeon. Und Helmut C. Jacobs ist der Richtige, die 8-sätzige Partita op.37, die erste Sonate op. 36 und die Passacaglia op. 25 zu spielen. Ich behaupt mal, dass der unbefangene Hörer nicht in der Lage ist, das Instrument auf Anhieb zu benennen: Entweder er tippt auf ein Akkordeon oder er glaubt ein Harmonium zu hören. Übrigens das Einzige, was ich von diesem Komponisten besitze, was ich mir wieder einmal selbst ankreiden muss, denn Karg-Elert schreibt ansprechende Musik...

    :hello:

    In den Annalen der Salzburger Festspiele ist Clifford Curzon auch mehrmals verzeichnet. So dirigierte am 20. Juli 1955 Hans Knapperstbusch die WP mit einem reinen Brahms-Programm:

    Tragische Ouvertüre

    2. Klavierkonzert mit Curzon

    3. Sinfonie


    Am 1. August 1959 trat Curzon mit dem Orchestre National de la Radiodiffusion-Télévision Francaise unter Georges Szell auf. Das Programm bestand aus

    Haydns Sinfonie 102

    Mozarts KK A-Dur KV 488 und die

    Sinfonie KV 543


    Das gleiche Orchester leitete am 11. August 1959 Rudolf Kempe mit

    Händels Concerto grosso op.6,1

    Mozarts KK KV 491 mit Curzon und

    Berlioz' Symphonie fantastique


    Erst 1964 ist Curzon wieder bei den Festspielen aufgetreten. Damals leitete wieder Georges Szell das Konzert, allerdings mit den Berliner Philharmonikern und folgendem Programm

    Gluck: Ouvertüre zu Alceste

    Mozart: KK KV 591

    Strauss: Sinfonie domestica


    Ein Jahr später spielte Curzon wieder unter Szell, jetzt mit der Staatskapelle Dresden, das "Schlachtroß"

    Tschaikowskys 1. KK

    dem Bruckners Dritte folgte


    Letztmalig fand ich Curzon 1968 als Mitwirkenden in Salzburg, wieder unter Szell und den WP mit

    Beethovens 5. KK und

    Bruckners 7.


    :hello:

    Was soll ich noch zusätzlich schreiben? Ich kann Siegfried nur zustimmen in seiner Beurteilung des Gebotenen - mit einer kleinen Abweichung: Ich habe das Solistenquartett in KV 317 nicht als "inhomogen" empfunden. Das mag aber daran liegen, dass ich zu sehr gebannt war von dem, was sich Augen und Ohren bot. Augen insofern, als dass mir Inneres wie Äußeres der Pfarrkirche durch Chrissy zwar schon vertraut war, die bewegten Bilder (nicht nur in dem hier besprochenen Fernsehbericht, sondern auch in einem kürzlich gesendeten Beitrag des MDR über die Stadt) das aber noch weiter vertieft haben. Es hat sich für mich gelohnt, den Beitrag über Chrissys Link zu hören und zu sehen. Warum der MDR diesen Konzertauftakt nicht Live gesendet hat (wo man sonst ja auch mit den uninteressantesten Dingen dabei ist), bleibt mir ein Rätsel. Noch mehr, dass er nächtlicherweise ausgestrahlt wurde. :evil:

    :hello:


    Charpentiers Te Deum H 146 sollte in diesem Thread nicht fehlen - und das nicht nur wegen des Préldude, sondern wegen der überragenden Fülle musikalischer Gedanken. Dass der Komponist nicht nur das Gotteslob triumphal zum Ausdruck zu bringen versteht, sondern ganz gewiss auch den Sonnenkönig loben wollte, leuchtet mir ein. Hier stellt sich Jordi Savall mit der Capella Reial de Catalunya Le Concerts des Nations in den Dienst der Musik.


    :hello:



    Heute eine Hörsitzung mit herausragenden geistlichen Werken. Hier William Christies Interpretation des Te Deums von Charpentier und Les Arts Florissants. Das Besondere an dieser Aufnahme ist die Voranstellung eines Marches de Timbales (Marie-Ange Petit) von Jacques Danican Philidor - eine das festliche des Te Deums noch überhöhende Idee.















    Bachs Magnificat, aufgeführt von Philippe Herreweghe, der Chapelle Royal und des Collegium Vocale Gent und den Solisten Barbara Schlick, Agnès Mellon (S), Gérard Lesne (Altus), Howard Crook (T) und Peter Kooy (B). Wie immer ist für mich Herreweghe eine sichere Bank für eine gelungene Interpretation dieser Musik.













    Pergolesis Stabat Mater wird hier von René Jacobs dirigiert, der aber auch die Alt-Partien singt. Wieder ist sein Concerto Vocale mit dabei; der Sopran-Part wird von Sebastian Hennig gesungen, dem Sohn des Gründers und Dirigenten des Knabenchores Hannover, Heinz Hennig.


    :hello:

    Ich hätte es nicht für möglich gehalten, mit Peter Konwitschny einmal so vollkommen einer Meinung zu sein. :):):)

    Mir geht's genauso! Ich habe mich in den letzten sechzig Jahren zwar peu à peu an die jeweilige Originalsprache gewöhnt (wobei

    ich ausdrücklich Slawisches ausnehme, dem aber nicht immer ausweichen kann), kann mir auch vorstellen, dass, wie einige Übersetzer behaupten, manche Übertragung ins Deutsche mehr als holprig und dem Satz "Reim dich oder ich fress' dich" geschuldet ist, dennoch denke ich oft an die noch erlebte Zeit mit deutschsprachigen Opern-Aufführungen zurück.


    :hello:

    Lieber Willi, neben meinem Dank für diesen interessanten Bericht über ein sicherlich interessantes Konzerterlebnis möchte ich eine Frage loswerden: Wie wäre es, wenn Du diesen Artikel in den Oratorienführer einstellen würdest? Mit copy and paste wäre es ein leichtes Unterfangen! Ich jedenfalls kann mir durchaus vorstellen, dass er dort eine sinnvolle Ergänzung des bestehenden Rahmens darstellt - allerdings mit Kürzungen, beispielsweise die Angaben der Mitwirkenden und den Abschlusssatz betreffend, der sich auf das konkrete Konzerterlebnis bezieht.


    :hello:

    Das ist meine erste Schönberg-Aufnahme - ein Geschenk von einem freundlichen Besucher. Er hat sie aussortiert, weil es für ihn bessere Einspielungen gibt. Meine Doppel-CD hat allerdings ein gänzlich anderes Cover-Bild, nahezu Dalihaft mit Tod- und Pferde-Gerippe. Und die "Verklärte Nacht" sowie die Kammersinfonie sind auch nicht vorhanden. Ich weiß noch nicht zu sagen, ob mich das traurig stimmen soll, denn Schönberg ist nun wahrlich nicht an der Spitze meiner Lieblingskomponisten. Zumindest kann ich nach erstem Höreindruck festhalten, dass mich die Musik nicht abgeschreckt, aber auch nicht vom Hocker gerissen hat. Es ist wohl für mich ein Werk, dass mehrmals zu hören sein wird, um es kennenzulernen. Schaun mer mal...

    :hello:

    Mit den Sinfonien von Dmitri Schostakowitsch habe ich mich immer nur sporadisch näher beschäftigt, und entsprechend mager sieht es auch mit Aufnahmen bei mir aus. [--] Ich möchte aber hier, was die Nr. 9 angeht, eine Aufnahme vorstellen, die m.W. bisher noch nicht genannt worden ist:

    Shostakovich: Symphonies Nos. 5 And 9 by Alexander Rahbari

    Alexander Rahbari und das Philharmonische Orchester Brüssel (Aufnahme: 1991).

    Deine Frage "wer kennt sie, wer hat sie" kann zumindest ich mit "ja" beantworten. Es war meine erste Shostakowitsch-Aufnahme überhaupt und ziemlich nahe des Erscheinungsdatums erstanden. Ich habe in dem kleinen Beiheft erstmals einiges über den Komponisten und dieses Werk erfahren, kann irgendwie auch Stalins (angebliche?) Enttäuschung über die Sinfonie verstehen, wenn er damals etwas im Sinne von Beethovens Neunter erwartet hat.


    Ansonsten muss ich passen, wenn es um Vergleichsmöglichkeiten geht - mir fehlen Erfahrungswerte, wie sie etwa teleton aufgezählt hat. Um mich überhaupt dem Komponisten anzunähern, habe ich mir seinerzeit diese Box gekauft


    Shostakovich Edition


    und die bietet einen großen Überblick über das kompositorische Schaffen des Russen.


    :hello:




    51r8ItXR6NL._SL500_AA300_.jpg


    Auch diesen Einakter verdanke ich jenem Freund. Das frühere Tamino-Mitglied Engelbert hat den Tamino-Opernführer mit der Inhaltsbeschreibung bereichert:

    LORTZING, Albert: ALI PASCHA VON JANINA

    Im Gegensatz zu der gehörten CD über "Szenen aus Mozarts Leben" stelle ich hierzu fest, dass Lortzing, der auch hier wieder sein eigener Textdichter war, in diesem Frühwerk seinen Stil schon gefunden hat. Er versteht es, den Text musikalisch zu formen und die Gesangsleistungen sind hörbar besser, als jene in der Mozart-Lobhudelei. Vorangestellt ist eine kurze Szene aus Grabbes "Don Juan und Faust", die ein Wiederhören mit dem unvergesslichen Gert Westphal als Sprecher bietet. Insgesamt gilt es allerdings, dass man auch dieses Öperchen nifht unbedingt haben muss - aber nun ist es in meinem Regal...

    :hello:

    Szenen aus Mozarts Leben

    Auch ein Mitbringsel eines alten Freundes, der sich von seinen Lortzing-CDs getrennt hat. Ich kann es nicht nachvollziehen, habe aber gerne die Gelegenheit genutzt und meine Diskographie erweitert. Wie schon im Tamino-Opernführer beschrieben

    LORTZING, Albert/MOZART, W.A.: SZENEN AUS MOZARTS LEBEN

    stammt nur der Text von Lortzing (übrigens historisch nicht stimmig), dem er Mozarts Musik übergestülpt hat. Und in dieser Hinsicht muss ich festhalten, dass mir Lortzings Text, sicherlich zeitbedingt, zu sehr nach Lobhudelei zu seinem Idol trieft, also punktuell nicht genießbar ist. Die sängerischen Leistungen sind auch nicht gerade einladend, insofern ist die Aufnahme nur als ein entbehrliches Detail aus Lortzings Schaffen...

    :hello:

    Ich finde zu "Fanciulla" überhaupt keine Bindung, wie übrigens auch nicht zur "Rondine" und zu "Gianni Schicchi". Dagegen kann ich den "Mantel", die "Tosca" und die "Butterfly", auch die "Schwester Angelica" immer wieder hören. "Edgar" und "Villi" kenne ich leider nicht. "Boheme", "Lescaut" und "Turandot" sind sehr schöne Opern, gehören aber nicht (mehr) zu meinen Favoriten. Über Geschmäcker sollte man nicht streiten.

    Was "Das Mädchen aus dem Westen" betrifft, geselle ich mich zu denen, die mit dem Stück nichts anfangen können. Es geht mir wie Fiesco und La Roche - und ich kann es mir auch nicht erklären. Das hat nach meinem Dafürhalten auch nichts damit zu tun, dass Puccini in der Rangliste meiner Lieblingskomponisten nicht weit vorn rangiert, denn mit den anderen Werken bin ich immer "warm" geworden. Außerdem war gerade diese Oper meine erste Begegnung mit Puccini - in den Sechzigern in meiner Geburtsstadt Hagen. Erinnerlich blieb mir nur das Szenenbild einer aus dem Genre Film übernommenen typischen Wild-West-Stadt mit Saloon, einer Keilerei und den angebundenen Pferden (natürlich keine echten). Von der Musik blieb sofort jenes "Lasset sie glauben, dass ich in die Welt zog" bis heute im Gedächtnis, und eine der Sängerinnen: Rita Zorn. Wen sie dargestellt hat, weiß ich nicht mehr.


    Übrigens muss ich bei "Il Tabarro" (anders als La Roche) eine kleine Einschränkung machen, denn manchmal ist das Stück mir zu düster, manchmal aber auch wieder nicht, was ich ebenfalls nicht erklären kann. Vielleicht muss ich für diesen Einakter in einer besonderen Stimmung sein?! Ich habe auch "La Villi" und "Edgar", die auch beide unüberhörbar Puccini sind, aber ich hake sie unter Frühwerke ab...


    :hello:

    Diese Oper kannte ich noch nicht; wie viele Musikfreunde kannte ich nur die Arie des Veit daraus. Insofern ist es eine Bereicherung für mich - zumal sich mir hier ein gänzlich anderer Lortzing-Ton auftat: Da ist nicht viel von Biedermeier zu hören, sondern durchaus dramatisches im Orchester zu vernehmen. Ohne eine Vergleichsmöglichkeit zu haben erscheint mir Robert Hegers Leitung das Idiomatische adäquat herausgestellt zu haben. Es ist bestimmt interessant, E.T.A. Hoffmans Vertonung dieses Stoffes als Gegenüberstellung anzuschaffen: "Bedenken will ichs, wer weiß, was ich tu'".

    :hello:

    In #2220 hatte ich von einem Geschenk durch einen durchreisenden Gast berichtet: "Zar und Zimmermann" unter dem Dirigat von Heinz Fricke, Eine Aufnahme, die mir sehr gefallen hat. Jener Besucher hat sich von seinen Lortzing-CDs getrennt, weil er sich mehr der Moderne zuwenden will (was mir persönlich nie in den Sinn käme - aber jedem "Dierchen sein Pläsierchen") und mir, der ich Lortzing gerne höre, das Ausgeschiedene geschenkt. Auch an dieser Stelle sage ich Danke. Der nebenstehende "Wildschütz" gehört auch dazu. Die Hörsitzung gestern Abend hab ich sehr genossen, zumal mein Lieblingstenor Fritz Wunderlich mit von der Partie ist.

    :hello:

    Ein durchreisender Besucher aus Jugendtagen wollte mir eine Freude machen und schenkte mir heute diese Aufnahme - neben drei weiteren, die in den nächsten Tagen in den Player kommen. Natürlich habe ich sie mir sofort engehört und ich muss sagen, dass sie mir genauso gut gefällt, wie die ältere im Regal, die Robert Heger dirigiert hat und in der Prey, Frick, Köth, Gedda und Schreier singen. Davon einmal abgesehen, dass ich hierbei feststellen musste, dass Heger das dritte Finale etwas gekürzt hat, ist sie stimmlich und orchestral unter Heinz Frickes Leitung eine hervorragende Einspielung. Voran aber Kut Moll als überzeugender van Bett; das hat richtig Spaß gemacht.

    :hello:

    Scheinbar kann ich niemand für John Field und seine sieben Klavierkonzerte begeistern. Schade!

    Irrtum, mein Lieber! Aber nicht jeder schreibt sein Interesse an hier geposteten Empfehlungen hier nieder oder teilt seine Neuerwerbungen mit. Ich habe jedenfalls die in Deinem Beitrag 20 genannte "Complet-Field-Box" schon mal vorgemerkt...


    :hello:

    Lieber Moderato,


    die von Dir eingestellten Links benutze ich auch sehr häufig. Ich kenne noch eine weitere Quelle von Texten, allerdings bezieht die sich nur auf Bach-Kantaten; trotzdem nenne ich sie hier, weil sie lohnend ist, wenn der Käufer von preiswerten Boxen ohne Texte dasteht:


    https://webdocs.cs.ualberta.ca/~wfb/bach.html


    Ich war eben zu schnell mit dem Absende-Knopf, deshalb schicke ich den folgenden Link noch zusätzlich in diesen Beitrag:


    http://www.operone.de/libretto/libinh.html


    :hello:

    [...] nun habe ich in der Zwischenzeit ein längeres, klärendes Telefonat mit unserem Forenbetreiber Alfred Schmidt geführt. Er hat mich dringend gebeten, dem Forum treu zu bleiben und nicht die Segel zu streichen. Ich danke Alfred auch hier für das offene und freundliche Gespräch. Es hat mit folgendem Ergebnis geendet: Ich werde das Forum nicht verlassen [...]

    :jubel::jubel::jubel::jubel::jubel:


    Zusätzlich möchte ich den anderen Usern gerne folgen und "unserem Zeus" Alfred auch alles Gute und baldige, wie auch gänzliche Genesung wünschen.


    :hello:

    Ich stimme allen zu, die Stimmenliebhaber für einen ausgewiesenen Kenner der Materie halten, insbesondere auf dem Gebiet, der seinen Nicknamen ziert. Insofern ist der Ausschluss eines solchen Forenmitgliedes ein tiefer Einschnitt, der schmerzt.


    Ich muss aber Melomanes Beitrag

    "Persönliche Verunglimpfungen", die von einigen Usern "Stimmenliebhaber" gerne vorgeworfen werden, lese ich übrigens vor allem in "nemorinos" Austrittserklärung: "selbstverliebeter Egomane", "menschliche Null"...

    entschieden widersprechen, denn wer Stimmenliebhabers Beiträge seit seinem Foreneintritt verfolgt hat, kann nur so wie hier

    Stimmenliebhabers Kompetenz [...] ist nicht bestritten. Aber wehe, jemand äussert Kritik an seiner Einschätzung! Sofort wird er aggressiv und greift die Person des jeweiligen Kritikers an.

    argumentieren. Im übrigen ist nach meinem Dafürhalten Nemorinos "Austrittserklärung" in einem sehr moderaten und erklärendenTon gehalten. Dabei treffen seine Charakterisierungen den Sachverhalt exakt, zumal sich das, wie schon geschrieben, seit Jahren durch dieses Forum zieht. Ich ergänze noch dahingehend, dass jder so Auftretende in keinem privat-persönlichen Kreis geduldet würde - er würde nie wieder eingeladen.


    Lieber Alfred,

    ich bin sicher, Du wirst eine salomonische Entscheidung im Interesse des Forumfriedens treffen, wobei gegensätzliche Meinungen nicht nur möglich, sondern sogar wünschenswert sind. Aber sachlich sollten sie bleiben, und das war mitunter schwer möglich.

    Dem muss ich ausdrücklich zustimmen!


    :hello:

    Heute trage ich nach, was mich den gestrigen Spätabend hörend beschäftigt hat. Ich war dann aber zu faul, diese Beschäftigung zu nachtschlafener Zeit hier zu posten. Geschildert wird eine Episode aus der deutschen Kaisergeschichte; der Titelgeber war einer der Aspiranten für den Kaiserthron, auf den er zugunsten des Rivalen Karl IV. verzichtete, und dann 1349 starb. Beigesetzt wurde Günther von Schwarzburg im Frankfurter Dom.

    Es ist ja bei manchen Musikfreunden bekannt, dass Mozart von Holzbauers Musik zu dieser dreiaktigen Oper begeistert war - so jedenfalls äußerte er sich schriftlich seinem Vater gegenüber. Ein Nebensatz in diesem Brief wird allerdings gern unterschlagen: "Die Poesie" (Autor: Jesuit und Mannheimer Professor der "Schönen Wissenschaften" Anton Klein) "ist nicht werth einer solchen Musick". Genau das empfand ich auch wieder, Kleins Text ist für mich ungenießbar, die Musik aber legt sich wie ein schützender Film überdieses Manko...


    :hello:

    [...] daß ich mich hier für etwas verteidigen muß, was ich überhaupt nicht gesagt habe.

    Nein, lieber Nemorino, das musst Du wirklich nicht!

    Gestern ging es mir vor allem aber um Böhmes Sarastro in der Böhm-Aufnahme der ZAUBERFLÖTE auf Decca. Nachdem ich mir gestern die Aufnahme in Teilen noch einmal - nach längerer Pause - angehört habe, kann ich nur mein Urteil wiederholen: In dieser Rolle kann er mich nicht überzeugen. IMO paßt sie einfach nicht zu ihm. Das wird man doch sagen dürfen, ohne in den Verdacht zu geraten, man wollte dem Sänger "am Zeug flicken"!

    Aber selbstverständlich musst Du Dich für Deine Meinung nicht entschuldigen. Und Du hast - zumindest bei mir - nicht den Eindruck erweckt, dass Du Kurt Böhme etwas "am Zeug flicken" wolltest. Ich habe mir in der besagten Böhm-Aufnahme von 1955 die Sarastro-Arien - wie Du auch nach vielen Jahren - mal wieder angehört und muss Jürgen Kestings Urteil zustimmen. Ich habe das bisher nicht wahrgenommen, bin wohl der Musikliebhaber mit völlig unsensiblen Ohren. Allerdings höre ich - eben wegen der zitierten Eigenschaft - das komödiantische auch nicht heraus. Mir ist wohl oin dieser Beziehung nicht zu helfen ;(

    Ich denke aber, dass ich das schreiben darf, ohne bei Dir in Verdacht einer Art "Rufschädigung" zu geraten.


    :hello:

    Ich muss nemorino - Beitrag #75 - zu jedem Satz zustimmen, was die 1955er Zauberflöte unter Böhm betrifft. Natürlich ist mir die spätere Aufnahme mit Fritz Wunderlich sehr ans Herz gewachsen, aber manchmal komme ich ins grübeln, wenn ich für mich selber Vergleiche ziehe, ob und welche der beiden Einspielungen nun empfehlenswerter ist. Das Manko der früheren Aufnahme, die fehlenden Dialoge, habe ich aber nie als hinderlich angesehen, lieber nemorino, folglich kommt mir die Aufnahme auch nicht torsohaft vor. Das ist, und ich bin mir sicher, dass auch Du Dich dessen bewusst bist, eine damals übliche Vorgehensweise; man kann das bei vielen Opern- und Operetten-Einspielungen dieser Zeit feststellen. Ein anderes, damals durchaus übliches Vorgehen, hat mich übrigens auch nie sonderlich gestört: Dialogteile von Schauspielern sprechen zu lassen (ich denke da gerade an die Fricsay-Aufnahme der Zauberflöte mit Streich, Stader, Haefliger, Fischer-Dieskau und Greindl, in der Schauspieler im Dialogteil agieren). Ich nehme das, wie auch vieles andere, als zeitbedingt hin.


    Irritiert bin ich aber über die Aussage, dass Du den Sarastro von Kurt Böhme als einen van Bett hörst. Diesen Eindruck habe ich noch nie gehabt, gebe aber zu, dass ich gerade diese Aufnahme schon wer-weiß-wie-lange nicht mehr gehört habe. Ich werden in den nächsten Tagen mal die Aufnahme wieder hören.


    :hello:

    Danke für die Einblicke in Deine persönlichen Planungen für Konzertbesuche - und Glückwunsch für dieses umfangreiche Programm mit offensichtlich manchem Highlight. Du beweist mir damit eine offensichtlich große Mobilität, die mir nicht mehr so gegeben ist. Vielleicht sollte ich meinen Nicknamen von "...wanderer" auf "...genießer" umstellen, er träfe dden Kern eher. Andererseits liegen mir Veränderungen in bestimmten Bereichen und zu bestimmten Themen nicht so sehr. Folglich lasse ich doch besser alles beim Alten.


    Ich bin etwas abgeschwiffen, Pardon! Was nun die von Dir genannten Ensembles betrifft: Ich kenne sie dem Namen nach, habe möglicherweise sogar irgendwo CDs von ihnen. Ich werde mal - es sind Deine Anregungen aus dem Bericht, die mich dazu bringen - nach Aufnahmen mit diesem Interpretationsansatz stöbern, um mir (zumindest per Konserve) einen Höreindruck zu verschaffen.


    Schö'n Tach noch!


    :hello:

    Lieber Willi, Deinen Bericht habe ich mit großem Interesse gelesen und ich danke zunächst einmal für die Schilderung Deiner Eindrücke. Dass, wie Du schreibst, das Bild zu Beginn auf Veränderungen hindeuteten, die Du dann auch noch sehr schön geradezu plastisch beschreibst, kann ich nachvollziehen - es wäre mir bestimmt auch so gegangen. Ich hätte vielleicht den Weg zu diesem Konzert nicht einmal gewagt, weil mir Orchester und Dirigent eine falsche Interpretations-Richtung vorgegeben hätten: Ein Barockorchester mit Beethovens Musik? Offensichtlich muss ich vom Schubaldendenken Abstand gewinnen - genau das hast Du bei mir mit Deinen die Augen öffnenden Zeilen erreicht. Jetzt müssen die Ohren noch dazu kommen...


    :hello:

    Ich muss zugeben, dass die Informationen zu den Entstehungen der hier besprochenen Aufnahmen äußerst interessant und aufschlussreich zu lesen sind. Aber ebenso gebe ich zu, dass mich diese Dinge bisher nicht interessiert haben. Wichtiger war mir die Musik, das „Dahinter“ zweitrangig. Wenn ich nun Details erfahre, dann kommt in mir immer der Gedanke hoch, dass Intrigen und Querelen (neudeutsch Mobbing) am Theater wohl zu allen Zeiten die Regel waren. Auch für die unterschiedlichen Schreibweisen von Namen hatte ich bisher kein Auge. Trotzdem oder gerade deswegen möchte ich den "Informanten" für ihre kenntnisreichen Erläuterungen danken - es las sich wirklich aufschlussreich.


    :hello:

    Heute ein Mozart-Abend mit historischen Aufnahmen:


    Diese legendäre Einspielung mit dem auf tragische Weise bei einem Unfall ums Leben gekommenen Dennis Brain und dem noch jungen Philharmonia Orchestra ist auch heute noch eine unverzichtbare Aufnahme für jeden Mozart-Liebhaber. Wie Brain sein Instrument beherrscht und das Orchester unter Karajan mitreißt - das ist bewundernswert. Und man vergisst schnell, dass die Aufnahme aus der Mono-Ära stammt.






    Sinfonia concertante for Four Winds and Orchestra in E-Flat Major, K. 297b: III. Andantino con variazioni


    In die gleiche Kategorie gehört für mich auch diese Aufnahme: Sidney Sutcliffe (Oboe), Bernard Walton (Klarinette), Cecil James (Fagott) und Denis Brain (Horn) sowie das Philharmonia Orchestra und Herbert von Karajan sind ein wunderbar aufeinander eingespieltes Team - dabei lasse ich mal außer Acht, dass sie ein Stück aufgenommen haben, das möglicherweise überhaupt nicht von Mozart stammt, zumindest nicht in dieser Form. Mein Cover sieht natürlich noch anders aus, aber ich fand das Original nicht.



    Noch ein Hit aus dem Solisten-Olymp, bei dem man das Aufnahme-Alter vergessen kann: Der junge Menuhin spielt die Konzerte unter Georges Enescu und Pierre Monteux, die das Orchestre Symphonique de Paris leiten. Dass ausgerechnet bei einem der Werke die Autorschaft angezweifelt (KV 271a) und das andere (KV Anhang 294a, das als „Adelaide“-Konzert in die Musikgeschichte eingegangen ist) heute eindeutig als von Marius Casadesus identifiziert ist, mindert in keiner Weise die künstlerische Leistung des Solisten Yehudi Menuhin.


    :hello: