Beiträge von zweiterbass

    Hallo,


    ich bin kein Opernfreund, von wenigen Ausnahmen abgesehen. "Die Frau ohne Schatten" schätze ich sehr, nur auf CD ohne ….. Vor längerer Zeit habe ich dazu im Form einen umfangreichen, nur die Musik betreffenden Beitrag eingestellt. Der Inhalt der Oper ist sehr gelungen in Musik übertragen und für mich erst damit sehr verständlich geworden.


    Einen guten Rutsch und Gesundheit wünscht und sendet viele Grüße


    zweiterbass

    Damit sind wir aber bei der schon an anderer Stelle aufgeworfenen Frage, ob der Sänger oder die Sängerin als Betroffene oder als Interpreten von Betroffenheit agieren sollten.


    Hallo,
    es gibt besondere Arten von Betroffenheit, die nur eine/ein tatsächlich Betroffene/r zum gültigen Ausdruck bringen kann - wenn die eigene Erfahrung fehlt, kann nur als Interpret/in von Betroffenheit fungieren.


    Viele Grüße
    zweiterbass


    Damit dürfte es sich um einen Übersetzungsfehler handeln.


    VG
    zweiterbass

    Hallo,


    es verwundert, wie wenig der Thread „Video: Streitgespräch Marcel Reich-Ranicki und Joachim Kaiser (Moderation: August Everding)“ gelesen und aufgerufen wird; bei 2:15 Std. Dauer des Videos wird wohl etwas Geduld nötig sein. Es wird interessant werden, wie dieser Thread angenommen wird.
    In den Threads „Na endlich…“ und „Regietheaterkrieg…“ im Regietheaterforum
    liegen die entspr. Werte wesentlich höher. Es bleibt zu hoffen. dass etliche dortige Schreiber ihre Aktivitäten zu Gunsten sachlicher Beiträge einschränken, wenn sie diesen Thread gelesen und das Video angehört haben.


    Drei Themenkreise aus dem Streitgespräch sind mir schnell aufgefallen:
    1. Opernlibretti sollten neben der eigentlichen Handlung einen allgemeingültigen Sinninhalt haben um den Bezug besser herzustellen, die Emotionen des Opernhörers anzustacheln.
    2. Der Regisseur einer Oper hat alle Freiheit, bei seiner Inszenierung alles außer Acht zu lassen, was auch zum Libretto gehört - Ort, Zeit, Kostüme und äußerer Rahmen der Handlung. Nicht passieren darf, dass die Musik am Libretto vorbei geht, dass sich die Kompositionsleistung nur z. T in der aufgeführten Musik findet – anders ausgedrückt, die Inszenierung darf an der Musik nichts verändern, sie bleibt das Maß aller Dinge. Das bedeutet natürlich nicht, dass der Libretto-Text überflüssig wird, er gehört zur Oper und geht im Idealfall eine homogene Verbindung mit der Musik ein (z. B. einige von Wagners Gesamtkunstwerken).
    3. Das Hören, Verstehen und Interpretieren durch den Musikhörer ist ein äußerst individueller Vorgang. Die Frage ob das Wort oder die Musik den Vorrang haben, geht eindeutig zu Gunsten der Musik aus, welche Gefühlslagen wesentlich besser ausdrücken kann, als das Worte tun können. (Mit dieser Aussage findet meine schon oft im Forum geäußerte Meinung ihre Bestätigung.)


    Ich vermute dass ich noch einige Nachträge (nach weiterem Hören des Videos) posten werde.


    Viele Grüße
    zweiterbass

    Hallo,


    wird zu einem absoluten Musikwerk (also ohne Textbindung) Stellung genommen, wird dabei versucht, die Intention(en) des Komponisten zu erfassen und entspr. zu posten (das ist der übliche Weg).
    Es kann aber auch versucht werden nur darauf einzugehen, was von dem Werk bei einem Selbst ankommt – also unabhängig vom Aussagewunsch des Komponisten. Dies habe ich mit der „Suite francaise“ von Poulenc vor einiger Zeit versucht und das Ergebnis gepostet. Dabei habe ich festgestellt, dass sich wegen der intensiven Beschäftigung mit dem kleinen Werk ein anderes Verständnis zur „Suite...“ entwickelt hat.


    Gleiches will ich nun mit den „Dix pieces pittoresques“ von Chabrier versuchen und entspr. posten.
    Zum Lebenslauf der Verweis auf Google




    Track 3-12

    Die Überschriften zu den 10 Stücken müssen nicht von Chabrier sein –sind es wahrscheinlich auch nicht.


    3. Paysage – 2 Stimmungen sind in der Musik eingefangen, heiter und fröhlich, aber auch aufregend, nervig. (Ich fühle Jahre zurück - ich gehe mit meinem Basco/Hovawart-Rüde spazieren, rundum Wiesen, die Sonne scheint, er läuft ruhig „bei Fuß“, ich kraule ihn am Kopf, schaut immer wieder hoch zu mir – plötzlich zieht er wie verrückt; ein gut 40 kg kräftiger Hund will unvermittelt gehalten werden – aah, 150-200m auf der Wiese ein Reh – scharfer Ruf „sitz“, erst beim 2. Mal sitzt er, aber von Ruhe keine Spur, angespannt wie eine Feder sofort bereit los zu stürmen.



    4. Melancolie - die Zeit von 3. ist lange vorbei – ich wohne nicht mehr auf dem Land, nun in unmittelbarer Nähe zum Altstadtring von Nürnberg - eine sehr beeindruckende Stadt mit reicher Vergangenheit (zuletzt nicht mehr rühmlich!) - ich bin hier geboren, fühle mich heimisch, aber 3. bringt „4.“


    5. Tourbillon – und wenn 3. und 4. miteinander ringen kommt ein ungestümes „5“. heraus.

    6. Sous-bois - eine tiefe (schlafende?) Unruhe liegt in/über dem Stück, Ostinato links, rechts Achtel- und Sechszehntelläufe.


    7. Mauresque – tänzerisch schwebt da was vorbei, jedoch maurisch? – dazu fehlt die passende Harmonik - ein spanisches/nordafrikanisches Harmonikgemisch. (Wenn von Chabrier die Textüberschrift wäre, würde sie wohl anders lauten.)


    8. Idylle – ein rhythmisch betontes Thema, was auch ziemlich streng eingehalten wird (von wenigen Rubati abgesehen) und so das auseinanderbrechen zwischen heiterem Gepräge und nachdenklichen Passagen verhindert – eine Gefühlslage, die sich täglich wiederholt.


    9. Danse villageoise – woher kenne ich das Thema? Von tänzerisch vorbei schweben (wie 7.) kann hier nicht die Rede sein; die beiden Tänzer/innen müssen festen/innigen Kontakt zu aneinander halten, um von dem forschen Tempo nicht aus der Tanzbahn geworfen zu werden (siehe/höre im Tempo eine forsche Polka) – oder handelt es sich um einen Rundtanz von/mit 5 bis…? Tänzern/innen? Art des Tanzes? – keinesfalls ein Barocktanz!
    Vielleicht wird nach dem „Danse…“ gar nicht getanzt - es ist vielmehr die freudige Milieuschilderung von einem Tanzfest für Alle?


    10. Improvisation – über ein gegebenes Thema? Nein!
    Ob das Stück als freie Improvisation bei Chabrier entstanden ist?
    Genauso kommen die 5:20 bei mir an; die Gefühlslage der Improvisationen überspannt ein weites Feld – „pieces pittoresques“


    11. Menuet pompeux – auch dieses „Menuet…“, das kein Menuett ist, zerfällt in 2 Teile, ein rauschendes Fest und - nein, nicht der folgende Kater! - Chabrier mag es (?), „die zweite Seite der Medaille“ unmittelbar, auch in kleinen Werken, darzustellen, auszudrücken.


    12. Scherzo-valse - wenn ich „Scherzo“ als Tempobezeichnung interpretiere, kommt ein schneller, z.T. hüpfender Walzer heraus; hier wird die Fröhlichkeit nicht unterbrochen, sie erhält nur einen leicht anderen „Anstrich“.
    Die Verbindung von Scherzo und Walzer je im eigentlichen Sinn ist überraschend und kommt bei mir gekonnt an - ich empfinde es nicht als pittoresk.


    https://www.youtube.com/watch?v=XKiVXXkmEoI



    Viele Grüße (und Freude beim selber ausprobieren mit einem Werk eigener Wahl).
    zweiterbass

    Hallo,


    auf der CD ist ein Werk von Johann Christian Bach enthalten


    Track 1-3, Sinfonie g-Moll, op. VI, 6


    Allegro – das ist kein Spätbarock mehr (es könnte eine Ouvertüre zu einer „noch unbekannten“ Oper von Mozart sein); ein dramatischer Spannungsaufbau ist gut zu hören.


    Andante piu tosto adagio – der Satz hinterlässt einen etwas rezitativähnlichen Eindruck (nur vom Klang her, ohne ein Rezitativ zu sein).


    Allegro molto – die Orchesterbegleitung zu einem sanglichen Thema (ab- und aufwärts) für eine profunde Altstimme.



    Viele Grüße
    zweiterbass

    Hallo.


    Das Saisonabschlusskonzert der Nürnberger Symphoniker in der Meistersingerhalle Nürnberg brachte neben Chopins Klavierkonzert Nr. 2 und Beethovens 8., zwei weitere Werke:





    Symphonische Minuten op. 36 (ein Auftragswerk zum 80, Geburtstag der Budapester Symphoniker) von Ernst von Dohnanyi
    er schreibt großes Orchester mit Harfe, Celesta, kleine, große Trommel, Triangel, Becken, Glockenspiel und vielen Streichern und Blech…Holzbläsern vor.


    1. Capriccio, Vivacissimo possibile – das Thema wird durch die umfangreiche, abwechslungsreiche, phantasievolle Orchestrierung fast versteckt.


    2. Rapsodia, Andante – eine sehr ruhige, verträumte Melodie wird vom Englisch Horn vorgetragen, begleitet z. T. nur von Harfe und Celesta; vor dem Schluss wird’s jedoch recht pompös mit viel Blech und Pauken, bevor es vom Englisch Horn wieder zum Eingangsklang zurück geholt wird.


    3. Scherzo, Allegro vivace – sehr rhythmisches, anfangs vorwiegend von den Bläsern vorgetragenes Thema; nach und nach werden alle Instrumente eingebunden, besonders im kurzen Mittelteil, der an den 2. Satz erinnert.


    4. Tema con variazioni, Andante poco moto – das Englisch Horn eröffnet mit dem Thema des 2. Satzes. Wenn das Blech einsetzt verändert sich der Klang sehr, aber die ruhige, variierte Melodie bleibt und damit der Gesamtcharakter des 2. Satzes und das „Tema…“ mit Celestaklängen „überirdisch (so klingt eben die Celesta) davon schwebt“.

    5. Rondo, Presto – es hat etwas von „Perpetuum mobile“ an sich, was in seiner Fröhlichkeit wohl dem Kompositionsauftrag entspricht.
    https://www.youtube.com/watch?v=RRoM3YTREWE





    Konzert für Klavier und Orchester op. 40, Henryk Goreki


    1. Allegro molto – der Solopart des Cembalos besteht aus ununterbrochen laufenden, fast gleichklingenden Takten mit je 12 Achtelläufen, in welchen ab und zu ein Takt mit einem acht-32-Lauf eingeschoben wird – ob das als Melodie bezeichnet werden kann?
    Die Streicher haben über Takte im Solopart mit je 12 Achtelläufen, Takte mit punkt. ganzen Noten auch Takte mit ganzer Note und je 1 punkt. Viertel und Achtelnote; bei dem im Solopart eingeschobenen Takt mir 32-Noten spielen sie zwei Achtelnoten - quasi ein Ostinato sowohl in den Solostimmen als auch bei den Streichern, also ein doppeltes Ostinato; ein sehr lang ausgehaltener Schlussakkord zum Ende.
    (Das erinnert mich vom Klang her stark an Minimalmusik.)


    2. Vivace – Vom Grundaufbau entspricht der Satz dem 1. Satz, allerdings Rhythmusstruktur und Tempo ändern sich, da es sich nun um ununterbrochene Läufe mit vier Achteln handelt und diese Struktur auf Cembalo und Streicher einheitlich übernommen wird. Auch die Stimmverteilung variiert: Es gibt Passagen, da übernimmt das Cembalo die Solostimme und die der Streicher, analog die Streicher auch die Solostimme des Cembalos, es erklingt nur der Solopart im Cembalo oder Streicher, es erklingt nur der Streicherpart bei den Streichern oder im Cembalo, aber auch Verteilung wie im Satz = alle möglichen Klangkombinationen. Auch die Harmonik weicht z. T. ab, deutlich bei reinen Dur-Akkorden. Der Satz endet überraschend und abrupt.
    (Mein Eindruck ähnlich wie Minimalmusik bleibt bestehen.)
    https://www.youtube.com/watch?v=HDw8Op7n8L4 Klavierfassung
    https://www.youtube.com/watch?v=8OtO8yf_IhU ursprüngliche Cembalofassung, hier sogar mit der Solistin der Uraufführung.



    Abseits eines üblichen Programmes haben mir diese beiden Werke viel Neues, Überraschendes geboten.


    Viele Grüße
    zweiterbass

    Hallo,


    auf der CD sind 2 Werke von Johann Christoph Friedrich Bach enthalten.




    Track 12-14, Sinfonia d-Moll, Wfv 1/3


    Allegro – das Thema wird lfd. wiederholt, wobei sich nur die Harmonik ändert, Rhythmus, Tempo und Orchestrierung bleiben unverändert (bis auf das rit. am Schluss), was trotz der Kürze des Satzes wenig Abwechslung bringt.
    Andante amorosa – amorosa? – es hört sich mehr als getragenes Andante an - wenig musikalischer Ausdruck.
    Allegro assai – die Kürze des Satzes lässt keine Langeweile aufkommen; alle Sätze sind nur für Streicher incl. Bc-Cembalo.




    Track 15-17, Sinfonia Es-Dur, Wfv 1/10


    Allegro – Bläser sind dabei, sie beleben die Streichersätze und treten in lebhaften Austausch über das Thema; auch die Harmonik ist vielfältiger (Dur-Moll-Wechsel).
    Andante assai – assai in Verbindung mit Andante? Für mich ist es ein ganz normales Andante (ab dem 20. Jh. haben sich die Tempovorstellungen für ein Andante wohl geändert).
    Allegro assai – in diesem Satz höre ich Anklänge an die „Mannheimer Schule“ – kann der Komponist als einer der Mitstreiter (-läufer?) bezeichnet werden?




    Wer die CD nicht hat, für die/den nun die YouTube-Einspielungen.
    YT https://www.youtube.com/watch?v=wsYLupnsvdIWfv 1/3
    YT https://www.youtube.com/watch?v=3fzgseLx8UMWfv 1/10, das 2. Werk auf dieser Einspielung


    Viele Grüße
    zweiterbass

    Gestern im Konzert Kontrabass


    Hallo,
    im Orchestersaal der Musikhochschule Nürnberg gab es ein Konzert für Kontrabass und Klavier.
    Besonders anregend fand ich:


    Johann Matthias Sperger (1750-1812), Konzert Nr. 15 D-Dur
    https://www.youtube.com/watch?v=agxH7BsYTxo


    Giovanni Bottesini (1821-1889), Allegro di Concerto „Alla Mendelssohn“
    https://www.youtube.com/watch?v=JMvgIX1uepA


    Beide YouTube-Aufnahmen haben andere Interpreten, sind aber vom Niveau her ebenbürtig.


    Noch nie so deutlich habe ich gehört, dass der Kontrabass (als tiefstes Streichinstrument) in der Höhe die tiefen Lagen der Viola erreicht und somit einen ungewöhnlich großen Tonumfang besitzt. In Anbetracht der Größe des Instruments, besonders der Länge des Griffbretts (und auch der Saitenstärke), ist die grifflich erreichbare Beweglichkeit zwischen den einzelnen Tönen überaus erstaunlich; wenn der Solist vom oberen Ende (Schnecke) des Griffbretts an dessen Ende (Abstand ca. 1,50m) wechselt und flotte Sechzehntel hat, muss der Grifffinger die Saite verlassen und den unteren hohen Ton neu greifen(um saubere Töne zu produzieren).
    Der Kontrabass ist ein technisch forderndes Solo-/Konzertinstrument.


    Viele Grüße
    zweiterbasss

    Hallo,
    Carl Philipp Emanuel Bach,
    auf der CD ist das Konzert für Cembalo und Orchester, g-Moll, Wq6 enthalten.
    Trotz zeitaufwändiger, intensiver Suche bin ich bei YouTube (mit einer schlimmen Unordnung bei C.P.E. Bach) nicht fündig geworden.

    Track 4 Allegro – es ist ein Cembalokonzert, damit fehlt ein sonst in der Barockmusik übliches BC-Instrument, die tiefen Streicher sind nun auch BC; nur in manchen Cembalosolopassagen in mittlerer Tonlage erklingt das Soloinstrument in hoher Tonlage auch als BC. Das lebhafte, rhythmisch beherrschte Thema stellen dennoch die Streicher vor, bevor es das Cembalo übernimmt, das in der Lautstärke-Klangbalance nicht vorherrscht, aber wegen des völlig anderen silbrigen Klangs auch ohne Lautstärke gut aus zu machen ist. Das Cembalo erweitert die Tonfolge im Melodiebogen durch die eingefügten Zwischennoten und überbrückt den Instrument bedingten fehlenden Nachklang.


    Track 5 Largo – hat in den Streichern ein schleppendes Largo, das durch den hellen, durchsichtigen Klang des Cembalos gemildert wird und dadurch eine Ruhe ohne Langeweile erzeugt.


    Track 6 Allegro – ein sehr aufgeregtes Thema, das mit den akzentuierten Streichereinsätzen auch etwas Herrisches an sich hat, was durch die Läufe des Cembalos eliminiert wird.



    Mehr als eine stilvolle Unterhaltungsmusik, die auch von Telemann sein könnte.



    Viele Grüße
    zweiterbass

    Hallo,


    auf der CD sind 2 Werke von Wilhelm Friedemann Bach enthalten



    Track 7-8, Adagio und Fuge d-Moll, Fak 65
    Zu dem getragenen Adagio ergänzen sich die Duette der Traversflöten gut. Die Klangbalance ist sehr angenehm, das Cembalo hält sich allgemein „vornehm“ zurück.

    Die Fuge streng nach den Regeln - größere Dynamik und sehr lebhaftes Tempo, die Streicher im mittleren und unteren Bereich „geben den Ton an“.



    Track 9-11, Sinfonia D-Dur, Fak 64
    Allegro maestoso – ein forsches maestoso, und eine kurzweilige Melodie, die zuweilen an eine Jagdszene erinnert - das Blech auf Naturinstrumenten (der manchmal minimal klingend unsaubere Klang beim Einsatz macht ja erst den Reiz des Naturbleches aus).

    Andante amoroso – leicht tänzelnd schwebt es dahin mit schmelzenden Melodiebögen wofür die Traversflöten besonders zuständig sind.


    Vivace - ich weiß zwar nicht, welch höfischer Tanz für diese Musik geeignet wäre, aber der Rhythmus regt mein (nur mein?) Bewegungszentrum an - es ist zwar noch nicht Mozart – aber musikalisch sehr weit entfernt scheint Fak 64 nicht zu sein.







    Wer die CD nicht hat, für die/den nun die YouTube Einspielungen, jedoch mit anderen Orchestern; die Orchesterklänge CD/YouTube halte ich für ebenbürtig.
    https://www.youtube.com/watch?v=zoPuLlvTMfU
    https://www.youtube.com/watch?v=1mglhyqdX6k


    Viele Grüße
    zweiterbass

    Handl Jakobus Gallus Fortsetzung

    Track10 – Passio Domini (OM Teil lI, 1,2), am Ende des 16. Jhd. war es noch möglich eine Passion in 12:16 (das umfangreichste Werk der CD) „abzuwickeln“. Der Text ist in 58 Abschnitte unterteilt +3 Mal Amen, die jeweils abwechselnd vom Chorus superior (= Sopran- und Contratenorstimmen), Chorus inferior (=Tenor- und Bassstimmen) und Tutti (= Gesamtchor) gesungen werden, meist a, sehr wenig b - z.T. mutet es fast wie eine strophenartige Vertonung an mit in den Textlängen entspr. Variationen. Bei wenigen markanten Textabschnitten, z.B. „abiit autem judas…, Dixit ille Jesus…, Ait Pilatus…, Et crucifixerunt eum…, gibt es bei Tempo und Dynamik vage Anzeichen einer textgebundenen Vertonung, was auch für die Charakteristik der 3 Amen gilt.


    Track 11 – O vos omnes (OM…II,4), fast durchgängig b


    Track 12 – Recessit pastor noster (OM…II,12), strophenartige Vertonung mi Textwiederholungen, a


    Track 14 – Christus surrexit (OM…II,39), alle 3 Strophen b, c


    Track 16 – Quid ploras mulier (OM…II,55), Textwiederholungen a, c


    Track 17 – Cum rex gloria (OM…II,30), b, c, e




    Es ist schon erstaunlich, welche Klagfülle dieses relativ kleine Ensemble (Gründung 2000)zustande bringt, dabei hat die Aufnahmetechnik ihren Anteil. Die absolute Intonationsreinheit ist aber ausschließlich Sache von „Ensemble Musica Nova“ und bei der Verwirklichung seines auf dem neuesten Stand befindlichen Interpretationsansatzes ist der Leiter „Lucien Kandel“ auf sein Ensemble angewiesen.



    Die CD kann ich sehr empfehlen.



    Viele Grüße
    zweiterbass