Beiträge von Thomas Sternberg

    Zunächst möchte ich mich bei all jenen entschuldigen, die sich durch meine Beiträge beleidigt gefühlt haben.

    Beethoven ist für mich ein "Höhr Raum", in dem ich mich Zuhause fühle, wie im "Lese Raum" Marc Aurels Selbstbetrachtungen oder im " in Bewegung Raum" mit dem Fahrrad im Münsterland.

    Im tiefstem Sinne Heimat.

    Ich will Beethoven gar nicht rational erfassen, seine Musik interpretieren, darum sind auch meine Beiträge hier gegenstandslos, aus einem spontanen Bauchgefühl entstanden, obwohl sie manche meiner Wahrheiten darstellen.

    Nix für ungut

    Mit herzlichen Grüßen

    Thomas Sternberg

    Immer wieder überrascht mich, was im Tamino Klassikforum an Emotionen "hochkocht". Kopfschüttelnd frage ich mich beispielsweise, was Dich, lieber Thomas Sternberg, derart "auf die Palme bringt"?

    Das habe ich mich auch lange gefragt und habe auch eine Antwort gefunden.

    Vor zehn Tagen widmete Arte fast einen ganzen Nachmittag Beethoven. In allen Beiträgen spürte man die tiefe Liebe der Künstler zu Beethoven und die Quintessenz war, das Beethoven einfach berührt, Emotionen in Musik umsetzt.

    Und was passiert hier?

    Anstatt dem besonderen Gefühl einzelner Interpreten, ich nenne mal Fazil Say, Patricia Kopschinskaja nach zu forschen, nachzuhören, werden Gespenster bemüht, Notentexte "analysiert", ein Beethoven seziert.

    Das hat in mir die Emotion der Wut geweckt.

    Inzwischen ist mir das total gleichgültig, von mir aus können sie alle an Beethoven herumschnippeln, seine Musikliteratur wird auch in Zukunft von gefühlsbewegten Musikern interpretiert, acht Stunden am Tag die Waldstein Sonate geübt bis sie/er sie nicht so spielt, wie eine läppische Hintergrundmusik.

    Aber; was ich hier schreibe, ist auch egal, Hauptsache Beethoven lebt durch seine Musik, die von Könnern (Musikern) hervorragend interpretiert wird und nicht durch irgendwelche Wichtigtuer oder Überlegenheitsfanatiker zerlabert wird.

    Viel Spaß noch hier, jedem das Seine, nur ohne mich.

    Das ist aber auch egal.

    Dilettantismus ist gut.

    Da wären wir beim Thema. Natürlich bin ich ein Dilettant, Besserwisserei ist aber mindestens genau so schlimm.

    Gerade klassische Musik wir zerredet, dazu noch diese Einordnungen in die "Beste" Interpretation, der und der kommt der Gedankenwelt des Komponisten am nächsten.

    Hirngespinste.

    Ich höre jetzt Musik, das Labern über Musik überlasse ich hier gerne anderen, denn das ist so fruchtlos wie in einem durchlöcherten Eimer Wasser zu tragen.

    Etwas ärgert es mich schon, mich hier überhaupt gemeldet zu haben, unergiebig und Zeitverschwendung.

    Eins hat es mir aber gezeigt, das ich mit meinem Ignorieren richtig liege.

    Wenn man Musiker sprechen hört, so vergleichen sie sich nie mit lebenden Musikern.

    Interpretationen von früher, die heute nur noch als Konserven erhalten sind, muss man immer auch aus der Zeit heraus interpretieren, ich kann mich natürlich in mein Stübchen hocken und nur das hören, was ich als absolut darstelle, dies aber zum Maßstab zu nehmen halte ich für gewagt.

    Interpretationsvergleiche als Bedrohung?

    Was für eine Wortwahl! Wer bedroht wen und warum?

    Es kommt immer auf den Beitrag an, ob mich eine Interpretationsfrage interessiert oder nicht. Ein Beitrag, der als etwas absolut hinstellt, ist bei mir gleich unten durch.

    Wie viele begabte Musiker scheitern, auch aus Meisterklassen, die an Umständen scheitern, für die sie nichts können, auch wegen "Gespenstern", nach dem Motto, er" versucht den und den zu kopieren, natürlich schafft er das nicht", also ab in die Schublade des Vergessens.

    Musik berührt den Hörer, aus unterschiedlichsten Gründen, es ist ein Vorzug der klassischen Musik wie auch guter Literatur, das ich für mich meine Bezüge und Gedanken entwickle, die nicht in einen allgemeinen Kanon passen.

    Wer Doktrin zum interpretieren von Musik braucht, tut mir ehrlich gesagt leid.

    Ich kann mir selbst wohl Informationen "besorgen", z.B. über das Leben eines Komponisten, begebe mich aber, gerade bei Beethoven, auf sehr dünnes Eis.

    Gerade das Geheimnisvolle macht auch den Reiz von Musik aus.

    Was soll das heißen, man ist als Hörer "angewiesen"?

    Musik ohne Hörer, wie soll das denn funktionieren?

    Wie schön, das eine bestimmte Interpretation einen Hörer mehr berührt als eine andere, dafür brauche ich aber kein Geschreibsel von einem selbst ernannten Musikerklärer.

    Diese ganze "Ausgraben" von zusammen gelesenem Wissen, dazu Rechthaberei...

    Nun, alles kann als schlechtes Beispiel dienen, jedem ist es selbst überlassen, was ihn anspricht, ich verlange aber von einem Hörer, der sich intensiv mit klassischer Musik beschäftigt, mehr Selbstbewusstsein.

    Aber wem es gefällt....

    P.S.

    Der TE kann ruhig den Beitrag streichen, ich habe mir einfach mal was von der Seele geschrieben, ich ignoriere schon seit einiger Zeit seine Beiträge, er ist mir

    egal.

    Yehudi Menuhin, das Philarmonia Orchestra London unter Wilhelm Furtwängler mit Beethoven's Opus 61 - Jahrzehnte unangefochten auf dem Thron (meinem wohlgemerkt, nicht mehr, nicht weniger). Bis eine junge Dame mit einem alten Herrn kam, und die Heroen der Vorzeit herunter stieß:


    Ich habe eine Aufnahme mit dieser Dame und bin auch begeistert.

    Seit ich diese besitze, ist der Bedarf an Neuerwerbungen von Op.61 hinten an, Patricia spielt mit einer Kraft und Dynamik, das ist einfach fantastisch.

    Sie nimmt das ganze Orchester mit.

    Hallo,

    und immer noch Fazil Say.

    Diese GA fesselt mich seit Wochen.

    Pure Freude am Klang, dem Verhallen eines Tones nachhören, aber gleich wieder eine neue Sensation erfassen.

    Musik verzaubert, lässt einen zur Ruhe kommen, das ganze schwachsinnige Getriebe bleibt draußen und wenn man raus muss, ist alles leichter zu ertragen, da man weiß:

    Diese Musik wartet zu Hause.

    Dabei werde ich nicht zum verbitterten Misanthrop oder möchte jemand draußen abschätzig behandeln, sondern werde einfach gelassen.

    Auch brauche ich keine Erklärungsversuche, obwohl mich die Meinung anderer Leute interessiert, Beethovens Klaviersonaten entsprechen meinem jetzigen Musikideal.

    Das Leben kann so einfach und unkompliziert sein.

    Beste Grüße

    Thomas

    Werter Holger,

    ich lese gerne deine Beiträge, nur wie ich sie bewerte, behalte ich ab jetzt für mich.

    Jetzt "die beleidigte Leberwurst" zu spielen, nu ja....

    Ich werde deine Kolumne lesen und einfach mal schauen, was du an Musik empfiehlst, denn da scheinen wir Übereinstimmungen zu haben, auch ohne "Bewertungstechnik".

    Ich denke, wir alle können Kritik vertragen, nur wenn verdeckt, in Floskeln, Andeutungen, Vergleichen und seltsamen Aphorismen, dazu Abwertungen, Angriffe auf Beiträge gestartet werden, reagiere ich empfindlich.

    Grüße

    Thomas

    Werter Dr. Wolfgang Zimmermann,

    bitte, bitte nicht solche Beiträge wie 183 ernst nehmen!

    Das schlimmste, was man machen kann, irgendwelche Aussagen auf sich selber zu beziehen. Einfach als Unterhaltung behandeln.

    Beethovens Waldsteinsonate kann ich gar nicht hören, ohne zu reflektieren und solche Beiträge wie 183 machen mich... Lächelnd...

    Ich hoffe, noch viel von Ihnen zu lesen

    Hochachtungsvoll

    Thomas

    Ich glaube, ich muss hier manches als Ironie auffassen, hier wird eine Mahlzeit zusammengerührt, die nur schwer verdaulich ist.

    Ich verstehe nur diese Rundumschläge und Verallgemeinerungen nicht, was soll das?

    Nicht reflektieren, nur konsumieren?

    Subjektivität ist beliebig, woher holte denn Herr Kaiser sein Reflektieren, oder hat der auch nur abgeschrieben?

    Sachverstand o.K., streitet niemand ab, aber das einzig selig machende?

    Es bewegt sich jemand auf ganz dünnem Eis, dessen Schreiben die Konsequenz hätte, das niemand mehr solche Rundumschläge liest und wirklich gute Hörempfehlungen schlicht ignoriert.

    Nun, ich finde das alles höchst unterhaltsam...

    Wenn sich hier jemand als Allgemein-Verurteiler der gegenwärtigen Zeit profilieren möchte, bitte schön, mich erreicht er damit nicht.

    Hallo Holger,

    Du urteilst immer mit deinem eigenen Empfinden.

    Ich habe schon mal von einem Vergleichshören berichtet, bei dem alle" Fachleute" in einem neutralen Raum Musik bestimmen sollten, alle sind deprimiert nach Hause gegangen.

    Der Mensch ist subjektiv und das ist auch gut so.

    Ich sage es nochmal: Wenn zwei Pianisten das gleiche Stück aus einer zeitlichen Entfernung von zwanzig Jahren so spielen, das ich den Unterschied nur in minimalen Sequenzen unterscheiden kann, ist das für mich hinfällig.

    Den Notentext überlasse ich den Interpreten, da gehört er hin, oder Willi beschäftigt sich damit, was ich in seiner Art gut finde.

    Ich bin ein begeisterter Hörer und kann sehr wohl Falschspiel oder Auslassungen unterscheiden, zerfleddere aber keine gehörte Musik.

    Grüße

    Thomas

    So, ich habe jetzt gerade mal für mich ein Vergleichshören zweier hochrangiger Interpreten der Waldsteinsonate "angetan".

    Gehen wir doch mal davon aus, das Beethoven dieses Stakkato im ersten Satz zuerst eingefallen ist, mutig voran, diesen Einfall aber zu einem längeren Stück verarbeiten wollte. Was passt besser zu ihm, als es mit gegensätzlichen Melodien zu verbinden.

    Basta.

    Dazu noch ein ruhiges Mittelstück, aus der Hitze des Gefechtes ins ruhige Wasser, herrlich, Überleitung zu einem perfekten Finale, wieder mit einem einfach Einfall.

    Ich könnte keiner der beiden Interpretationen den Pianisten zuschreiben, warum auch?

    Beide spielen fantastisch, bringen mir Op.53 nahe, so das ich es immer wieder gerne höre.

    Und darauf kommt es mir an.

    Grüße

    Thomas


    P.S. jetzt wir leichter Pop nachgeschoben, die letzte CD von twenty one Pilots, toll was die beiden da auf die Beine gestellt haben.

    Werter Holger,

    ich habe mir deinen ganzen Beitrag durchgelesen und muss ihn einfach kommentieren:

    1. Du kritisierst Willi für seine langatmigen Besprechungen... ?!?

    2. Du hast deine ursprüngliche Missbilligung der Lisitsa Aufnahme durch Heranziehung von anderen Kritikern noch vertieft, darf ich davon ausgehen, das eine gewisse Voreingenommenheit, Vorbildung, Unbehagen dazu beigetragen hat?

    Es ist erwiesen, das Menschen dazu neigen, Meinungen zu suchen, die ihre eigene Vorstellung unterstützen...

    Und explizit nach Schwachstellen suchen...

    Man könnte ja meinen Lisitsa spiele einen völligen Mist herunter, du bezweifelst damit das Fachwissen deiner Vorschreiber, stößt sie vielleicht vor den Kopf, um welchen Preis?

    Recht haben?

    In der Musik?

    Mit einer Argumentation, die sich wieder mit dem Geist Beethovens auseinander setzt, ihm in den Kopf zu kriechen...

    Tolle Mühe, die du dir da gemacht hast, Respekt, aber ich bin jetzt genau so schlau wie vor deinem letzten Beitrag , du magst die Interpretation nicht.

    Es ist doch genau die Sache, die uns Klassikliebhabern immer vorgeworfen wird:

    Das ist alles zu Kopf gesteuert.

    Entspannte herzliche Grüße

    Thomas

    Hallo Holger,

    auch hier kann ich deine Auslegungen nachvollziehen.

    Mir ist Currentzi auch zu fetzig, du sagst poplastig.

    Dieses aber gleich mit einer Ideologie gleichzusetzen, halte ich für gewagt.

    Es ist bestimmt eine gute Einspielung, die vielleicht ein modernes Publikum anspricht und auch einen Kern Beethoven `scher Musik anspricht, ohne Frage.

    Im Gegensatz zu Dir, was ich aber vollkommen respektiere, höre ich gerne Popmusik, werte sie ähnlich wie du, verachte sie aber nicht.

    Alles zu seiner Zeit.

    Übrigens ist die Empfehlung " Abbado mit den Berlinern" hervorragend.

    Herzliche Grüße

    Thomas

    Hallo Willi,

    toller Beitrag, danke schön.

    Ich habe bewusst nicht "Klang" geschrieben, sondern "Sound". Auch der Klang einer historischen Aufnahme ist nämlich in der Regel sehr wohl authentisch - bei Klavier ohnehin. D.h. der Hörer kann die ästhetischen Qualitäten, die entscheidend sind, um zu erfassen, was die Besonderheit und auch den Reiz des Klavierspiels des Interpreten einer historischen Aufnahme ausmacht, sehr wohl erfassen. Wegen angeblich unzumutbar schlechtem Klang historisch bedeutende Interpretationen von Cortot, Gieseking, Schnabel usw. usw. einfach zu ignorieren ist also sachlich völlig unbegründet. Daher sind es dann nachvollziehbar andere Gründe, warum solche sehr wohl auch klanglich anhörbaren Aufnahmen nicht gehört werden.


    Schöne Grüße

    Holger

    Hallo Holger,

    ich ignoriere keinesfalls historische Aufnahmen. Ich achte auch in höchstem Maße deine Ansichten, kann verstehen und nachvollziehen was du meinst.

    Aber: Das Erlebnis, in einer Soundfülle der Interpretation eines Fazil Say zu versinken, jeden Nachhall, jede Betonung aus zu kosten, ist für mich einfach zu sehr mit Musik verbunden.

    Diese Musik kommt einfach aus dem jetzigen Leben, die Kraft des Lebendigen.

    In der Literatur kann ich mühelos durch die Jahrhunderte wandern, das Medium ist einfach die Schrift.

    In der Musik bin ich auf "Übersetzer" angewiesen, dieses flüchtige Geschehen mir nahe zu bringen.

    Sound und Interpretation sind für mich einfach zu sehr verwoben, um sie zu trennen.

    Warum gibt es denn seitenlange Rezensionen über den Klang verschiedener Fabrikate von Instrumenten ?

    Warum habe ich noch von keiner Veranstaltung gehört, in der eine top Musikanlage aufgebaut wird und dem Publikum einfach eine herausragende Aufnahme von Schnabel vorgeführt wird?

    Man könnte Millionen sparen :pfeif:

    Und die heutigen Musiker.

    Der Tod der klassischen Musik.


    Jawohl, ich will Sound in meiner Bude, im Rausch der Waldstein Sonate vergehen und ein sinnliches Vergnügen erleben, die Zeit vergessen und Beethovens Schöpfung in einer Interpretation aus einer Zeit lieben, die ich selber erlebt habe.


    Die historischen Aufnahmen liefern mir einfach nicht dieses Erlebnis, selbst Gilels gar nicht so alte Einspielung ist für mich akustisch so gerade an der Grenze.

    Und ja, rauschen, knacken, knistern nervt mich.

    Ich freue mich schon auf die nächsten Beiträge von Holger und Willi, bitte hört doch mal die GA von Fazil Say, ich würde gerne eure Meinung dazu lesen.

    Mit herzlichen Grüßen

    Thomas

    Tja, wers nicht hört, dem ist halt nicht zu helfen ... Zwischen Gilels und Lisitsa liegen Welten. Ich schätze ja Lisitsa durchaus. Nur das Zeug, sich mit den wirklich großen Beethoven-Interpreten zu messen, hat sie nicht. Dafür fehlt ihr einiges für das innere Verständnis von Beethovens Musik. Das ist beachtlich, was sie da abliefert, aber auch nicht weltbewegend. Die Maßstäbe in Sachen Beethoven haben Andere gesetzt und setzen Andere. Bei der Waldsteinsonate ist Gilels nunmal die Referenz. Das ist übrigens auch die Meinung unter angesehenen Pianistenkollegen. Und ich habe unzählige historische Aufnahmen. Wenn man eine hervorragende Anlage hat, klingen die wie heute aufgenommen - abgesehen von ein bisschen Rauschen. Oft ist der Klavierklang sogar natürlicher als bei so mancher modernen Digitalproduktion. Es gibt sicher klangtechnisch bessere Mitschnitte als den aus Seattle. Nur die einzigartigen Qualitäten von Gilels Spiel kann er ohne Abstrich vermitteln. Nur darauf kommt es an.


    Schöne Grüße

    Holger

    Werter Holger,

    ich höre auf meiner bescheidenen Anlage sehr deutlich den Unterschied zwischen einer alten und neuen Aufnahme, gerade beim Klavier.

    Ich wohne hellhörig und habe auch keine Lust mehr, meine Nachbarn mit lauter Musik zu nerven, liebe aber die Akustik meines hohen Hörraumes.

    Ich beurteile die Waldstein Sonate immer im Bezug auf die Interpretation desselben Interpreten auf andere Klaviersonaten von Beethoven, da gibt es kein besser oder schlechter, meine Interpreten spielen alle auf einem technischen Niveau der Extraklasse, hoch gerühmt beim Publikum.

    Natürlich kann man akademisch bei der Beurteilung der Sonaten vorgehen, wie Willi es praktiziert, Hochachtung, ist aber nicht mein Weg, bei mir geht die Musik erst durch den "Bauch" und so ist Gilels mit dem Cover aus der Eislandschaft ein absolutes Highlight meiner Musiksammlung.

    Ich höre die Einspielung nur komplett, einfach grandios.:hail:

    Hochachtungsvoll

    Thomas

    Hier mal ein kleines Zwischenfazit zur GA von Fazil Say.

    Faszinierend.

    Music at it's best.

    Das Instrument bebt, schwingt, dröhnt, hallt, die Läufe sind schnell, manchmal in der Hitze des Spieles leicht verschwommen, emotional, unglaublich.

    Ein Beispiel bester moderner Aufnahmetechnik.

    Innehalten an der Grenze zum Abbruch, aber noch passend, zeigt, wie sich Say in das Sonaten Universum hineinfühlt.

    Say verliert nie den inneren Zusammenhang eines Satzes.

    Hier wird eine Musikliteratur gelebt, musiziert, intensiv, ohne in ein zu sehr Persönliches abzudriften.

    Es ist genau so eine Interpretation, die die Auffassung von Gould und dessen Spielweise der Sonaten entschieden entgegentritt.

    Das hat auch nichts mehr mit dem Spiel eines -" Beethovens`Gedanken lesen"- zu tun.

    Nichts akademisches ist hier zu hören, wer mitliest oder Tempi vergleicht, kann sich ein eigenes Urteil bilden, ich höre Musik und vermesse sie nicht.

    Es wird sicherlich manchen verstören, das Say`s Stimme zu hören ist, erstaunt mich hier seltsamerweise aber nicht.

    Ich habe jetzt schon eine ganze Woche Freude an dieser GA, ein Highlight in meiner Musiksammlung.

    Ich liebe Beethoven von Fazil Say.

    Hallo,

    doch, Igor Levit macht das äußerst sympathisch.

    Jetzt lade ich mir gerade die GA von Fazil Say auf meinen Laptop, die Hörbeispiele lassen einen fantastischen Klang des Instrumentes vermuten.

    Ich freue mich schon auf die Besprechungen hier!

    Schöne Feiertage

    Thomas

    Top.

    Ich bin gerade aus der Passion wieder aufgetaucht.

    Meditativ, sensibel, ausbalanciert.

    Man sollte ja auch das Cover beachten.

    The choir of Kings College. Er ist quasi das Herz der Aufnahme und jegliches Überbetonen von kräftigen Stimmen, egal ob weiblich oder männlich, würde die Balance zerstören.

    So passt auch der wunderbare Countertenor David Alsopp.

    Hallo,

    Ich habe mir die sehr gute Einspielung von Oppitz/ Sir Collin Davis nach einem "Reinhören" auf WDR 3 gekauft.

    Alleine der räumliche Klang ist schon ein Genuss.

    Dazu noch dieses präzise, voluminöse Klavierspiel von Oppitz...

    Eine lohnenswerte Aufnahme!

    Den Komponisten irgendwo einzuordnen liegt mir fern. Ob Nische oder Mainstream, egal.

    Die Aufnahme muss mich begeistern.

    Passt. :thumbup:

    Wobei Pollini in einer Rezension von Remy Franck über die Gesamteinspielung von Fazil Say als Plüschbär bezeichnet wird.

    Ich habe weiter oben ja mal was zu C. Kleibers Aufnahme geschrieben. Der Ruf mag überzogen sein (aber auch nicht mehr als von dutzenden von anderen Aufnahmen unter zB Furtwängler oder Karajan, wenn überhaupt ist dessen 1962er Zyklus überschätzter als irgendwas von Kleiber), aber sie ist für mich schon extrem gut und konnte sich in meinem kleinen Vergleich oben gegen zwei andere sehr gute (nämlich Erich Kleiber und Karajan 1962) behaupten. Bei der 7. ist der Klang etwas problematisch und die begrüßenswerte Präsenz der Holzbläser wirkt für mich manchmal etwas wie am Mischpult entstanden. Aber auch die hat schonmal ein paar ganz objektive Vorteile gegenüber vielen anderen: vernünftige Tempi, alle Wiederholungen, Violinen sitzen einander gegenüber.
    Beide Kleibers zeichnen sich für mich durch die neulich im Zusammenhang Celi-Karajan angesprochene stärkere "plastische" und "sprechende" Phrasierung und Gestaltung aus, ohne dass der "natürliche Fluss" und der "große Bogen" verloren gingen und im Gegensatz zu zB Furtwängler alles bei straffen und stetigen Tempi, was für mich bei Beethoven ziemlich wichtig ist.


    Rattle kenne ich nicht. Ich habe eher schon zu viele Beethovensinfonien, daher reizte mich die Box auch neulich bei dem Sonderangebot nicht genügend. Allerdings erlaube ich mir die Anmerkung, dass die Beurteilung einer Interpretation der 5. Sinfonie doch vielleicht unabhängig davon vorgenommen werden sollte, was der Dirigent in der 9. anstellt. ;)

    Hallo,

    obwohl dieses Zitat schon älter ist, steht es für meine heutige Sicht auf die Fünfte.

    Ich habe ja hier sehr "wuchtige" Aussagen getroffen mit dem Ergebnis, das ich dem Werk und dem Schreiben darüber überdrüssig wurde.

    Toll.

    Kleiber hat mich "gerettet", Gott sei Dank.


    aus: Notizbuch eines Rezensenten – CD-Kurzrezensionen von Remy Franck vom 8.3. (Folge 260)


    Nicht im Spitzenpeloton: Stephen Cleobury und der Chor des King’s College, Cambridge, haben die Matthäuspassion schon 2011 aufgenommen. Jetzt gibt es eine Neuaufnahme von 2019, entstanden kurz vor dem Tod des Dirigenten. Es ist eine wohl intimistisch angedachte, aber letztlich müde Interpretation, der es viel an Dynamik fehlt. Weder der Chor, noch die Akademie für Alte Musik können auf Dauer die Aufmerksamkeit des Zuhörers aufrechterhalten. Auch die Solisten bleiben blass. Der Evangelist wirkt pathetisch, Mathew Rose ist ein sympathischer Jesus, vielleicht sogar zu sympathisch. Die Sopranistin Sophie Bevan kämpft mit den unteren Lagen und die übrigen Herren, David Alsopp, Mark Le Brocq und William Grant haben auch Mühe ihrem anspruchsvollen Part gerecht zu werden. Wie schon für die Johannespassion (Rezension) bleibt Cleobury auch für die Matthäuspassion außerhalb des Spitzenpelotons. (KGS0037) – ♪♪♪

    Hallo Maurice,

    ich habe gleich mal Romy Franck gegoogelt und bin auf die pizzicato Seite gestoßen.

    In einer Rezension über die Gesamtaufnahme von Fazil Say mit den Beethoven Sonaten sagt er im letzten Satz.

    "Dagegen ist Pollini ein Plüschbär und Gilels ein ausgestopfter Grizzlybär".


    Ich liebe solche Vergleiche, da weiß ich gleich, wem ich nicht folgen muss.


    Im Chor der Kritiker reicht es für Herrn Franck höchstens zum Wasserträger.


    Nun, die Passion schafft es mühelos, meine Aufmerksamkeit zu erhalten. Gleich beim ersten "Reinhören" hat die Aufnahme mich berührt, was sonst nur selten passiert. Außerdem ist mir dann gleich das Wort Kontemplation in den Sinn gekommen.

    Eine besondere Qualität liegt auch im der Instrumentalisierung, die sich nahtlos in das Gesamtbild der Einspielung einfügt.

    Hier wird nicht mit dem Holzhammer agiert, sondern in einer zarten Art und Weise das Werk nahe gebracht, im wahrsten Sinn des Wortes.

    Aber auch so etwas von treffend, fantastisch.

    Diese CD hat eine "Sog-Sucht-Kraft" die das Hören anderer Einspielungen beeinflußt.

    Ich habe inzwischen viele Einspielungen dieses Konzertes aber wie Gould auch das Bach Konzert manifestiert...