Beiträge von Manfred

    Hallo, Manfred!

    Es dürfte sich um die gleiche Aufnahme handeln, die ich in Vinyl besitze. Ernst Haefliger singt das Postillonlied sehr gut und flott, besitzt aber nicht die ganz große Höhe und singt nur das (b).


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    Hallo Wolfgang,


    habe die o. a. CD-Box von Ernst Haefliger inzwischen erhalten und gehört. Im Postillon-Lied singt er in der 3. Strophe ein sehr schlank gefasstes hohes D - ganz im Stile der guten französischen Tenöre - auch das hohe C am Schluss fehlt nicht ...


    Herzliche Grüße

    Manfred

    Nach langer Zeit habe ich vorhin wieder einmal Aufnahmen mit Libero de Luca gehört. Harald Kral hat bereits vor über 8 Jahren auf das von ihm mit dem Bariton Jean Borthayre aufgenommene "Perlenfischer-Duett" hingewiesen. Ich muss sagen, die Aufnahme ist wirklich sehr gut. Man hört zwei frische, kernige Stimmen und alles klingt, wie es klingen soll: leidenschaftlich, nobel, französisch.


    Bildergebnis für libero de luca

    Auch beim Wiederhören der Arie (12 verschiedene Interpreten) bin ich wieder bei David Devriès hängen geblieben. Er führt die Eleganz des französischen Singens auf beeindruckende Weise vor.

    Eine bemerkenswerte Aufnahme hat m. E. auch der junge Francisco Araiza (1978 mit dem Münchner Rundfunkorchester unter Heinz Wallberg) hinterlassen. Er verfügte seinerzeit eigentlich über die ideale Stimme, fest im Kern, mühelos in der Höhe, agil und flexibel bei Koloraturen und Trillern. Allerdings kommt er leider nicht ohne heftige Aspirationen aus - ähnlich wie bei seinem Almaviva aus Rossinis "Barbier von Sevilla". Dennoch ist die Aufnahme des damals 27-jährigen eine sehr gute.

    Nicht ganz sicher, aber der Komponist soll wohl Bellini gewesen sein

    Lieber Chrissy,


    Du hast es gesagt: "...der Komponist soll wohl Bellini sein..." Sicher ist das aber nicht. :)


    Ich fand es einfach nur lustig, dass "dr. pingel" dann ausgerechnet "Bellini" als Beispiel bringt. Das ist alles. Vor diesem Hintergrund müsste auch er jetzt erkennen, dass mein Einwand nicht ganz so ernst gemeint war.

    Das ist eine Belcanto-Partie und sollte so gesungen werden. Wenn heute allerdings ein Tenor sich traut, sie ohne Machismo-Attitüde zu singen, dann sind wir enttäuscht.

    Ja, lieber Caruso, stimmt genau. Als Pollione hat man vornehmlich die Sänger im Ohr, die die Partie für die Schallplatte eingesungen haben (Fillippeschi, Del Monaco, Corelli, aber auch Bonisolli u. a. - allesamt keine leisen Vertreter ihrer Zunft!) Vor kurzem las ich noch in der Gigli-Biografie, dass dieser die Partie auch öfter gesungen habe (vornehmlich in Rom und Mailand, und zwar mit ca. 50, ein Jahr zuvor hatte er erstmals den Manrico in Verdis "Trovatore" auf der Bühne gesungen - hiervon gibt's Tondokumente. Die Kritiker bescheinigten seinem Pollione "eine kluge Stimmführung seines immer noch lyrischen, durchschlagkräftigen Tenors und das Auskommen ohne bellende Töne, wie man sie von vielen Polliones kennt ..." Beispielsweise hat auch Jon Vickers diese Rolle vorzüglich gesungen: Er manövriert seine gewaltige Stimme (live!!) sicher und eher verhalten durch die Arie "Meco all'altar di venere" (Turin, 1974, Dirigent: G. Patané). Mal sehen, ob ich im Netz etwas über Callejas Pollione finde ... bisher habe ich ihn noch nicht in "Norma" gehört ...


    Herzlichst
    Manfred

    Umso mehr bedauere ich, dass Du Dich nicht öfter in die Diskussionen um heutige Sänger einschaltest. Immerhin hatte ich auch mit Vergnügen gelesen, was Du über Lauri-Volpi geschrieben hast.

    Caruso41


    Lieber Caruso,


    Gerne würde ich öfter schreiben und mich in Sängerdiskussionen einschalten.
    Leider fehlt mir aus beruflichen Gründen (aktuell) einfach die Zeit.
    Aber ich werde mich bemühen, doch ein wenig mehr zu schreiben. :)

    Eigentlich wollte ich auch über die Verdi-CD von Sonya Yoncheva schreiben. Das habe ich aber erst mal gelassen, weil sie mich doch einigermaßen enttäuscht hat.

    Die CD steht auf meiner Kaufliste. Ich denke aber nun, dass die Anschaffung nicht mehr zwingend nötig ist.


    Auf jeden Fall wäre ich extrem gespannt, ob Calleja es versuchen wird, den Mohren auf der Bühne zu singen.

    Zurück zu Joseph Calleja: auch ich bin sehr gespannt, ob er den "Otello" mal auf der Bühne singen wird. "Singen" kann er ihn ja, wie wir festgestellt haben. :)


    Herzliche Grüße
    Manfred

    Lieber Caruso,


    da warst Du schneller als ich. Auch ich hatte vor, eine kleine Rezension über "Joseph Calleja - Verdi" zu schreiben. Aber nun hast Du mir Arbeit erspart, und ich darf sagen: wir sind uns wieder einmal in fast allen Punkten einig! :)


    Vielleicht noch einige Anmerkungen: begeistert war ich von der Radames-Romanze "Celeste Aida". Nur ganz wenige Tenöre singen das Schluss-B "morendo", so wie es Verdi eigentlich wünschte. Calleja bewältigt das glänzend und beim Ausklingen des Tons hat dieser noch genügend Stütze. Ein ähnliches Kunststück gelang Carlo Bergonzi in einer Live-Aufführung der MET unter Solti am 07.12.1963. Wie einst der große Kollege phrasiert auch Calleja die Arie meisterhaft und singt mit gutem Timing.


    Schade, dass er in "Ah si ben mio" aus "Trovatore" den Triller nur andeutet, nicht wirklich ausführt - dennoch eine sehr gute Einspielung. Als Alvaro und Don Carlos setzt er vielleicht nicht ganz die erregten Akzente wie Caruso, Martinelli oder Tucker - aber bitte, mit wem vergleiche ich hier ...


    Vor ein paar Tagen habe ich im "Lauri-Volpi-Thread" geschrieben (vielleicht schaust Du mal rein?) und die Stimme des Italieners als "Otello-Sänger" gerühmt. Ich sage bewusst "Otello-Sänger", weil auch Calleja ein Tenor ist, der "Otello" singen kann. Wie Du richtig anführst, sind die "Sangue-Rufe" überzeugend gesungen. Hier habe ich eigentlich immer Caruso oder Björling im Ohr, McCracken, Del Monaco oder auch Domingo muss ich da nicht haben. Die Monoiloge verwandelt Calleja - wie auch Lauri-Volpi - in bewegende Lamenti, wenn ihm auch noch ein wenig der Nachdruck und das noble Pathos der ganz Großen fehlt. Aber ich klage hier auf sehr hohem Niveau.


    Calleja ist endlich mal ein Tenor, der nach 10, 15 Jahren noch nicht "am Ende" ist. Meist sagen die Kritiker ja, dass man von einem Sänger die erste Aufnahme hören sollte, weil es (meist) die beste ist. Auf Joseph Calleja trifft das nicht zu.


    Du hast vollkommen Recht, lieber Caruso: die CD ist ein Must-have!


    Herzliche Grüße
    Manfred

    Allerdings bringt er die Arien des Vasco da Gama und Othello sehr ausdrucksstark zu Geltung.

    Halllo Wolfgang,


    das sehe ich auch so. Sein "O paradiso" aus Meyerbeers "Afrikanerin" zählt für mich zu den Modellinterpretationen des Stückes. Lauri-Volpi schlägt weiche Mezzavoce-Töne an, die man von den Tenören in dieser Arie selten zu hören bekommt. Seine Aufnahme von 1934 reicht an die Melchiors oder Carusos durchaus heran. Hinzu kommt, dass Lauri-Volpi für den "Othello" stimmlich eigentlich alles mitbrachte. Jürgen Kesting bezeichnet ihn sogar als einen der wenigen vollständigen Sänger für diese Rolle. Stimmt durchaus. Im "Esultate" bewältigt er das heikle hohe H mit Bravour, für das Liebesduett steht ihm lyrische Innigkeit zu Gebote, das Racheduett brüllt er nicht, sondern er singt es, "Dio mi potevi" ist ebenso erstklassig wie der Schlussmonolog "Niun mi tema". Beide Stücke verwandelt er in große Lamenti, die tragisch aber nie weinerlich klingen wie z. B. bei Mc Cracken oder auch Domingo.

    Das ist alles zu gleichförmig, ohne Profil und gestalterische Kraft.

    Lieber Caruso,


    genauso sieht es übrigens Jürgen Kesting: "Dass die Decca zu Beginn der 1970er Jahre große Hoffnungen in sie setzte, verraten zwei Recitals unter Leitung von Nello Santi und Kurt Herbert Adler, die eine vortreffliche Stimme bewahren, indes nicht das Profil einer interessanten Sängerin zeigen." Ich besitze sehr viele (fast alle?) Aufnahmen mit ihr, höre sie auch immer wieder mal sehr gerne. Aber die "Butterfly" singt sie unbeteiligt und kühl, zudem hat sie in King und Prey die absolut falschen Partner für diese Oper. Als "Aida" hingegen formt sie ein kluges Rollenporträt. 1985 habe ich sie in der Arena von Verona als "Aida" live erlebt (neben Giacomini, Cappuccilli u. a.), da hat sie mir außerordentlich gut gefallen.


    Herzliche Grüße
    Manfred

    Lieber Caruso,


    vielen Dank für Deine Antwort. Genauso sehe ich das auch. Sein Singen ist für Donizetti zu unsinnlich, nicht "attraktiv" genug. Daher bewundere ich ihn als Lieder-Sänger umso mehr: seine Interpretation der "Müllerin" (mit Jacqueline Bonneau) halte ich für eine der besten, die es gibt. Sein Singen ist äußerst differenziert, klar in der Artikulation, Balance und Genauigkeit, die selbst Größen wie Wunderlich, Pears, Schiotz oder Fischer-Dieskau höchstens erreicht, nicht aber übertroffen haben.


    Herzliche Grüße
    Manfred

    Lieber Caruso,


    nur eine kurze Anmerkung, weil das hier ja der Rudolf Schock-Thread ist:

    Edgardo, Wilhelm Meister und Des Grieux (Massenet) hat er zwar aufgenommen aber meines Wissens nie auf der Bühne gesungen

    Es gibt einen Mitschnitt von Donizettis "Lucia di Lammermoor" - deutsch gesungen - mit Ernst Haefliger als Edgardo (s. u.). Wenn Du den kennen solltest, würde mich Dein Urteil interessieren.


    Herzliche Grüße
    Manfred

    Habe mir vor einigen Tagen nochmals die herrliche Aufnahme von Rossinis "Stabat Mater" angehört. Lorenz Fehenberger singt ein phänomenales "Cujus animam gementem" samt dem hohen Des. Seine Partner waren Irmgard Seefried, Rosette Anday und Ferdinand Frantz, Dirigent: Joseph Messner (Salzburg, 1949).


    Nicht nur gibt es keinerlei störende Nebengeräusche, sondern die Klangqualität ist insgesamt um Längen besser als in der CANTUS-Ausgabe.

    Hallo Nemorino,


    mir ist das auch passiert. Die CALiG-Ausgabe ist vom Klangbild her deutlich besser!


    Gruß
    Manfred

    Hallo zusammen,


    ich habe mir das Konzert auch angeschaut. Es war für mich ein emotionales Ereignis, dachte ich doch an den September 1992 zurück. Da durfte ich in Modena "Pavarotti und friends" live erleben. Ich werde nie vergessen, wie mich Pavarottis Aufführungen von "Miserere" (mit dem großartigen Zucchero) und "Caruso" (mit dem unvergessenen Lucio Dalla) elektrisiert haben!


    Herzlichst
    Manfred

    Ich habe einen Rundfunkmitschnitt von 1933 oder 1934 des "A te o cara" aus Bellinis "i Puritani" mit Beniamino Gigli - allerdings singt er hier nur den 1. Vers :( Wie gerne würde ich auch Vers 2 von ihm hören ...