Beiträge von Gerhard Wischniewski

    Die "Fanciulla" gehört nach meinem Dafürhalten zu Unrecht zu den lange vernachlässigten Opern. Wenn es vielleicht auch nicht die stärkste und eingängigste Oper Puccinis ist, liebe ich sie doch und habe sie erst im letzten Jahr in einer Übertragung aus der MET mit Eva Maria Westbroek und Jonas Kaufmann in einer Inszenierung gesehen, die mich und meine Begleiterinnen sehr begeistert hat. Ich habe auch noch zwei weitere Inszenierungen auf DVD (aus der Scala mit Mara Zampieri und Placido Domingo und aus Wien mit Nina Stemme und ebenfalls Josef Kaufmann). Auch ich finde die Melodien reichhaltig, wobei ich besonders "Ch'ella me creda libero e lontano" aus den letzten Akt liebe. Und dass zu wenig auf der Bühne geschieht, kann ich auch nicht bestätigen.

    Auch "Edgar" und "La Rondine" habe ich und mag ich sehr. Von "Le Villi" kenne ich zu wenige Melodien. Am wenigsten fange ich mit "Gianni Schichi"an.


    Liebe Grüße

    Gerhard

    Lieber Fiesco,


    wie schon gesagt, ich lese gerne die Berichte über Opernbesuche. Es kommt mir allerdings dämlich vor, wenn ich dazu jedesmal nur den Kommentar: "Danke. Gratulation oder Ähnliches" sagen soll. Es gibt hier manche Beiträge, zu denen keine Kommentare kommen und die trotzdem begehrt sind. So z.B. die Beiträge im Opernführer, zu denen auch selten Kommentare kommen, wovon aber manche schon tausendmal und mehr angeklickt wurden. An den Zugriffen kann man sich, wie Souffleur doch richtig sagte, orientieren und erfreuen. Ich freue mich übrigens auch, wenn du die Operninhalte um weitere interessante Angaben zum Werk ergänzt. Aber da werde ich höchstens an anderer Stelle reagieren, weil der Opernführer auf reine Angaben zum Werk beschränkt bleiben sollte und Diskussionen dort nicht hineingehören.

    Was deine Schwerpunkte betrifft, dazu habe ich ja schon in Nr. 32 etwas gesagt.


    Liebe Grüße

    Gerhard

    Ach, ihr nicht? Selbsttor!

    Lieber Dr.Pingel,


    weil das genau so ist, wie du es sagst, übergehe ich schon lange das Wiedergekäue bestimmter Herrschaften, mögen sie sich auch noch so sehr die Finger wund schreiben. Ich verlange auch nicht, dass sie meine Beiträge lesen, aber anscheinend tun sie es doch. Wenn sie darüber einen Herzinfarkt bekommen, sind sie es also selbst schuld.


    Liebe Grüße

    Gerhard

    Lieber LaRoche,


    vollkommen recht. Ich sage meine Meinung - die übrigens sehr viele mit mir teilen - zu dem, was ich als Verunstaltung ansehe und das werde ich auch weiterhin tun. Wenn ich deswegen hier von ein paar Leutchen angegriffen werde, kümmert mich das wenig. Mögen sie ihre Meinung behalten. Ich habe ihnen schon häufiger zugestanden, dass sie ihre verunstalteten Inszenierungen gerne auch bekommen sollen, wenn nicht nur alles so verunstaltet würde und auch die Opernbesucher, die die echten Werke lieben, ihren Anteil bekämen. Ich habe an mehreren Stellen schon gesagt, dass ich zufrieden wäre, wenn es bei uns wenigstens 50% werkgerechte Veranstaltungen gäbe und alle, die dem modischen Zwang untergeordnet, also entstellt werden, deutlich für jeden erkennbar auch als solche gekennzeichnet werden, damit die Leute, die unserer Ansicht sind, nicht mit falschen Versprechungen ins Opernhaus gelockt werden. Ich jedenfalls werde keine Oper mehr besuchen, wenn ich nicht hundertprozentig sicher bin, dass sie nicht verunstaltet wurde.

    Das aber wollen die Befürworter keinesfalls wahrhaben.


    Liebe Grüße

    Gerhard

    Lieber Hans,


    das will ich damit auch nicht sagen. Aber - wie du richtig sagst - ich erkenne doch sofort die Richtung, in die die Handlung wieder einmal verdreht ist und entscheide, dass ich mir das nicht antue. Auch aus einer noch so hochgejubelten positiven Kritik kann ich doch herauslesen, ob dies dem originalen Werk gerecht wird, wenn in der Kritik auch etwas zur Inszenierung gesagt ist.


    Liebe Grüße

    Gerhard

    Lieber Rheingold,


    so sehe ich das. Neugierig bin ich auch, aber nicht auf irgendwelchen Schrott, sondern auf eine Inszenierung, die dem Original, unter dem es auf dem Plakat deklariert wird, entspricht. Und da erkenne ich schon an Ausschnitten oder - wie aus dem Beispiel hervorgeht (ich könnte noch viele Beispiele nennen, z.B. Carmen im Fitness-Studio usw.) - auch an einem Bild, dass das nicht dem Original entspricht. Uns ich bin kein Krösus, der für Unsinn Geld wegwerfen könnte.


    Liebe Grüße

    Gerhard

    Ein informierter Opernfreund benötigt keine zehn Minuten, um festzustellen, dass eine Oper verunstaltet ist. Es ist Unsinn, zu behaupten, das ein Ausschnitt oder auch ein Bild nicht genügt, um das zu erkennen. Wenn ich z.B. bei historischen Stoffen Naziuniformen sehe, ist für mich "der Käse gegessen". Und so könnte man hier viele Faktoren anführen, die sofort erkennen lassen, dass hier wieder eine irre Fantasie statt der proklamierten Oper gezeigt wird.

    Auch wenn ich jetzt nur noch die Übertragungen aus der MET oder dem Royal Opera House ansehe (in Fernsehen gibt es ja auch nichts Gescheites mehr, aber da kann man ja rechtzeitig abschalten, ohne sein Geld unnötig auszugeben, um sich zu ärgern), informiere ich mich vorher, was ich da buche. Bei Neuinszenierungen bin ich vorsichtig und buche nur dann,wenn ich mehr darüber erfahren habe.

    Bei Figarooo bedauere ich sehr, dass er hier seine aufschlussreichen Beiträge nicht ehr schreibt.


    Gerhard

    Liebe Mme Cortese,


    wie kannst du nur erwarten, dass das Produkt, das auf dem Plakat steht, auch drin ist? Du willst - wie wohl die meisten -etwas genießen. Du gehörst, wie dir einzelne Zeitgenossen weismachen wollen - genauso wie ich - einfach nicht mehr in diese Welt.

    Genießen darf man doch nicht!!!!! Also packt man dir ein Produkt ein, von dem dir übel wird und will dir vorgaukeln, dass dies das richtige ist. Es genügt nicht, dass du das alltägliche Übel siehst. Du musst doch ständig belehrt werden, auch wenn du mal im Theater entspannen willst.

    Es grüßt dich einer deiner "Stammtischbrüder". :hahahaha::hahahaha::hahahaha:

    Ein Stammtisch, bei dem über unterschiedliche Sachen gesprochen wird und unterschiedliche Meinungen gesittet ausgetauscht werden, ist doch nicht zu verurteilen, im Gegenteil. Es ist eine von mehreren Möglichkeiten, sich untereinander auszutauschen. Und zu einer Sache darf man durchaus anderer Meinung sein und auch einmal abwertende Urteile äußern.

    Deshalb kann ich über "Vorwürfe" wie Stammtisch nur lachen. Übler als ein Stammtisch ist es jedoch - wie hier manchmal geschehen -, wenn sich Leute über andere erheben und, wenn diese nicht ihrer Meinung sind, den Diskussionsteilnehmern gegenüber persönlich werden und Beleidigungen aussprechen.


    Liebe Grüße

    Gerhard

    Ja, das meine ich auch, aber welches Instrument ist es, das da verwendet wird?

    Lieber Dr.Pingel,


    die 6. Sinfonie von Gustav Mahler habe ich in der Kölner Philharmonie erlebt. Im 4 Satz saust dort dreimal ein Großer Holzhammer auf eine Holzkiste. Mahler hat in dieser Sinfonie die Schlagzeugbesetzung um dieses ungewöhnliche Instrument erweitert. So wendet Poulenc in seiner Oper ebenfalls ein großes Schlagzeugensemble an, das u.a. einen Holzblock enthält.


    Liebe Grüße

    Gerhard

    Eine Sache habe ich noch nie herausgekriegt. Jedes Mal, wenn im letzten Bild ein Fallbeil fällt, ertönt im Orchester ein starkes Geräusch, wie wenn man mit einem harten Gegenstand auf einen Holzblock schlägt. Bei allen Aufführungen war das Geräusch genau das gleiche, also muss es der Komponist vorgeschrieben haben. Aber was ist es?

    Lieber Dr.Pingel,


    Ich meine, dass damit das Fallen der Guillotine verdeutlicht werden soll. Das Fallbeil, das selbst in Holz eingefasst ist, fällt ja auf einen Holzblock. Ich denke schon, dass Poulenc dieses Geräusch vorgeschrieben hat.


    Liebe Grüße

    Gerhard

    Lieber Gerhard, die Kostüme waren vll. etwas historisierend, aber die Präzision bei Knöpfen, Troddeln, Kordeln, Schärpen und Schulterstücken mag dem unbarmherzigen Auge der Kameras geschuldet sein. Beeindruckt hat mich die Kargheit der Requisite.

    Lieber Hans,


    da die Geschichte in der französischen Revolution spielt, sind für mein Auge auch die passenden Kostüme einfach ein Muss. Die Kargheit der Requisite hätte mich hingegen weniger gestört. In dem von dir eingesetzten Ausschnitt der Schlussszene fand ich die Idee sehr gut, dass die beiden Revolutionäre im Hintergrund eine Lücke bilden und in dem Augenblick, indem die Todeskandidatin diese durchschritten hat, mit dem Rücken zum Publikum schließen, um sie nach Fallen des Beils für die nächste Kandidatin wieder freizugeben.


    Liebe Grüße

    Gerhard

    Lieber Hans,


    leider konnte ich aus terminlichen Gründen diese Übertragung aus der MET nicht buchen, die mir nach der Vorschau recht librettogerecht erschien, was mir sehr leid tut. Ich tröste mich also erst einmal mit einer ebenfalls sehr schönen Aufnahme aus Sydney, die ich auf DVD habe. Ich finde diese Oper nach der Erzählung von Gertrud von le Fort "Die Letzte am Schafott" ungeheuer packend.

    Übrigens ab gestern konnte man die Karten für die neue Saison buchen. Obwohl ich schon früh am Morgen in die Buchung gegangen bin, waren bei einigen Vorstellungen hier Plätze, die ich gern gehabt hätte, bereits weitgehend ausgebucht, sodass wir mit Plätzen näher an der Leinwand vorlieb nehmen mussten. Die Übertragungen setzen sich immer mehr durch und man muss mit der Buchung schon flott sein.


    Liebe Grüße

    Gerhard

    Lieber Dr.Pingel,


    soviel ich weiß, ist es Donizettis letzte Oper. Ob sie nun besser und reifer ist, mag wohl jeder für sich beurteilen. Auf youtube findest du einige Gesamtaufnahmen. Allerdings ist die einzige mit Bildaufzeichnung von sehr schlechter Qualität. Schau mal dort nach.


    Liebe Grüße

    Gerhard

    Lieber Siegfried,


    diese CD habe ich vor vielen Jahren einmal als Schnäppchen erstanden. Das Besondere daran ist, dass man bei fremdsprachigen Werke den Originaltext und die deutsche Übersetzung lesen kann. Auch das Blättern darin ist sehr komfortabel, weil man im Inhaltsverzeichnis die Werke nach Akten angezeigt bekommt und von dort aus direkt auf die entsprechende Seite klicken kann. Allerdings findet man nur weitgehend die Werke, die standardmäßig gespielt werden (zum Stand der Entstehung der CD-ROM, der mir nicht bekannt ist, aber Windows XP und der Euro existierten bereits).

    So findest du z.B von Puccini nur 3 Werke (Manon Lescaut, La Boheme, Tosca). Von Verdi sind 9 Werke vertreten. Seltener gespielte Opern findest du dort kaum. Vielleicht gibt es ja inzwischen aktuellere Versionen. Der offizielle Preis, der auf der Packung steht ist 49,90 €. Ich glaube ich habe sie damals für 5,00 € erstanden. Man müsste natürlich recherchieren, ob es sie überhaupt noch gibt.


    Liebe Grüße

    Gerhard

    Lieber Melot,


    natürlich hast du Recht. Diese Kopien als Bilder sind natürlich nicht schön und manchmal sind sie auch schlecht leserlich, abgesehen davon, dass sie nicht in lateinischen Buchstaben gedruckt sind. Aber für die Gestaltung des Opernführers sind sie oft unentbehrlich, weil es von vielen Opern nichts anderes gibt. Bei der Münchener Biblithek liegt die Verzögerung wohl am Server oder an deinem Internetzugang. Ich bekomme sie in der Regel sofort und nur selten habe ich eine Verzögerung, die aber auch bei anderen Internetseiten schon mal eintritt. Dann stockt die Übertragungsanzeige und läuft manchmal überhaupt nicht weiter. Da gehe ich schon mal hin, lösche die Anforderung und gebe sie neu ein, was häufig gelingt. Hin und wieder ist auch schon mal ein Neustart nötig, weil der Computer sich anscheinend in dem Programm verhakelt hat.

    Der Computer, das unbekannte Wesen!


    Liebe Grüße

    Gerhard

    Anmerkungen:

    Das Libretto von Giacomo Sacchero orientiert sich zwar weitgehend an der Handlung des Librettos von Jules Henri Vernoy de Saint-Georges für Halevys Oper „La Reine de Cypre“ (vgl. dort). Die Handlung ist jedoch verkürzt. Z.B. fällt der Mordversuch Gérards an Lusignano flach. Die beiden Männer geben sich einander schon nach der Rettung Gérards durch Lusignano zu erkennen und werden beide als Opfer einer Intrige Venedigs dargestellt. Sacchero fasst die beiden Venedigakte Halevys im Prolog, die der drei weiteren Akte in zwei Akten zusammen, wobei die Handlung im zweiten Akt stark verkürzt ist. Mocenigo tritt im zweiten Akt garnicht mehr auf.

    Donizetti verschob die Komposition, weil im Jahr 1841 (in den auch die Oper von Halevy aufgeführt wurde) in München die auf demselben Stoff beruhende Oper „Katherina Cornaro“ von Franz Lachner uraufgeführt wurde.

    Die Uraufführung dieser Oper in Neapel 1844 fiel durch und wurde bald abgesetzt. Für eine Aufführung in Parma arbeitete Donizetti das Werk um, so dass auch Gerardo in der Schlussszene nicht mehr auftaucht. Aber auch hier hatte das Werk keinen Erfolg.

    Danach geriet es längere Zeit in Vergessenheit.

    Inzwischen gibt es eine Reihe von CD-Aufnahmen, von denen ich nur zwei hier vorstellen will:

    Ob es auch eine Aufzeichnung auf DVD gibt, konnte ich nicht herausfinden.

    Gaetano Donizetti ( 1797 – 1848 )

    Caterina Cornaro


    Lyrische Tragödie in einem Prolog und zwei Akten

    Libretto: Giacomo Sacchéro

    Originalsprache: Italienisch


    Uraufführung: Neapel 1844


    PERSONEN DER HANDLUNG

    Caterina Cornaro, venezianische Patriziertochter, Sopran

    Andrea Cornaro, Vater Caterinas, Bass

    Lusignano, König von Zypern, Bariton

    Gerardo, junger Franzose, Tenor

    Mocenigo, Gesandter des Rats der Zehn und Botschafter Venedigs in Zypern, Bass

    Strozzi, Anführer der Schergen, Tenor

    Matilde, Vertraute Caterinas, Sopran

    Ein Ritter des Königs, Tenor

    Adlige, Schergen, Krieger, Wachen, Volk


    Ort und Zeit der Handlung: Venedig und Zypern, Mitte des 15. Jahrhunderts


    INHALTSANGABE


    PROLOG

    1. Bild: Saal im Palast Cornaro

    Gäste begrüßen das Brautpaar Caterina und Gerardo, die sich bedanken und ihr Glück preisen. Andrea fordert auf, zur Feier aufzubrechen.

    In diesem Augenblick erscheint ein Maskierter und gebietet Einhalt: Die Hochzeit müsse abgebrochen werden. Die Gäste und das Brautpaar sollen den Saal verlassen.

    Mit Andrea allein nimmt Mocenigo die Maske ab und fordert Andrea auf, die Hochzeit sofort aufzulösen. Venedig verlange es, dass Caterina Lusignano, den König von Zypern, heirate. Er werde wiederkommen. Es gebe nur eine Entscheidung: Eine Krone oder der Tod. Er geht und Andrea bleibt verzweifelt zurück.

    Die Gäste und das Brautpaar kommen zurück. Andrea bricht die Hochzeit ab, ohne den wahren Grund zu nennen und fordert Gerardo auf, sich zu entfernen. Caterina ist entsetzt und ruft den Himmel an, Gerardo schwört, dass er sich eines Tages rächen werde und auch der Chor ist überzeugt, dass sich das Unrecht irgendwann rächen wird.

    2. Bild: In Caterinas Zimmer

    In der Ferne hört man den Chor der Gondolieri. In Gedanken fordert Caterina diese auf, nach Haus zu kehren und für sie zu beten.

    Matilde bringt einen Brief von Gerardo, dass er in der Nacht kommen wolle, sie abzuholen. Caterina schickt Matilde, ihm Bescheid zu geben, dass sie ihn erwarte und freut sich auf sein Kommen.

    Da kommt der Vater herein und bittet Caterina, die ihn verurteilt, ihr Glück zerstört zu haben, ihm zu verzeihen. Sie wisse ja noch nicht alles. Das werde ihr Mocenigo erklären, der gerade hereinkommt, während der Vater geht.

    Mocenigo erklärt ihr, dass sie den König von Zypern heiraten müsse und Gerardo nur retten könne, wenn sie ihm erkläre, dass sie ihn nicht mehr liebe. Er zeigt ihr in einem geheimen Nebenzimmer bewaffnete Schergen und zieht sich dahin zurück, als Gerardo kommt.

    Gerardo drängt sie, mit ihm zu fliehen, doch sie zögert. Während er versucht, ihr Vertrauen einzuflößen, ringt sie mit sich, was sie ihm sagen soll. Dann bittet sie ihn zu gehen. Er versteht nicht. Da zeigt sich Mocenigo in der Tür und ihr bleibt nichts anderes übrig, als zu erklären, dass sie ihn nicht mehr liebe und ein König ihr die Hand geboten habe. Gerardo verflucht den Tag, an dem er sie kennen lernte. Als er sich mit den Worten, dass er sie für untreu hält und für immer verabscheuen würde, davongeht, bricht sie ohnmächtig zusammen.


    ERSTER AKT

    1. Bild: Ein Platz in Nikosia

    Mocenigo preist die Schönheit der Insel Zypern und träumt davon, bald ihr Herrscher zu sein. Da kommt Strozzi und berichtet, dass er Gerardo in der Kleidung eines Ordensritters gesehen habe. Mocenigo gibt ihm den Auftrag, ihn aufzuspüren und zu töten. Dann gehen sie ab.

    Lusignano geht mit einem Ritter über die Bühne. Er vermutet, dass Venedig ihn stürzen will und bittet die Ritterschaft, wachsam zu sein.

    Danach tritt Strozzi mit Schergen auf und schwört sie auf die Ermordung Gerardos ein. Sie gehen suchend weiter. Hinter der Bühne hört man einen Hilfeschrei. Dann kehrt Strozzi eilig zurück. Mit den Worten: „Der Streich ist misslungen“ flieht er.

    Lusignano und Gerardo - im Gewand der Johanniter - treten auf. Gerardo fragt seinen Retter, wer er sei, aber dieser gibt sich zunächst nicht zu erkennen, sondern sagt lediglich, dass er ein Freund und Franzose sei. Gerardo freut sich über den Landsmann. Als der Fremde Gerardo mit zum König nehmen will, erschaudert dieser. Die Sprache kommt darauf, dass dieser König ihm die Braut geraubt habe. Nun gibt sich Lusignano zu erkennen. Gerardo klagt, wie sehr er unter der Trennung gelitten habe und bittet Lusignano um Vergebung dafür, dass er in Gedanken vorhatte, ihn zu töten. Aber auch Lusignano klagt, dass auch er betrogen wurde. Man habe ihm Caterina nur deshalb gegeben, damit Venedig die Macht an sich reißen könne. Gerardo weist darauf hin, dass er jetzt Ordensbruder sei und daher keine Beziehung zu Caterina mehr habe. Sie schließen Freundschaft.

    2.Bild: In Catarinas Zimmer

    Caterina sitzt wehmütig da. Die Hofdamen versuchen sie zu trösten und preisen ihre Schönheit. Als sie den König kommen sieht, schickt sie die Damen fort. Der König bekennt ihr, dass er jetzt den Grund ihrer Leiden kenne.

    Strozzi kommt und kündigt einen Franzosen an, der den König sprechen wolle. Lusignano bittet Caterina, mit dem Fremden zu reden und verlässt mit ihr den Raum.

    Strozzi erkennt den eintretenden Gerardo und eilt, Mocenigo zu verständigen.

    Die Königin kommt wieder herein. Sie solle den kranken und schwachen König vertreten, sagt sie. Dann erkennt sie mit Erschrecken Gerardo. Er weist sofort darauf hin, dass er ihr nicht mehr gehöre, sondern jetzt seinem Ordensgelübde verpflichtet sei, und erzählt, wie er nach der Trennung gelitten und Trost bei dem Orden gesucht habe. Sie berichtet ihm nun, dass sie ihn verstoßen musste, um sein Leben zu retten und bekennt, dass sie ihn immer noch liebe. Auch Gerardo, der den Sachverhalt inzwischen erfahren hat, kann nicht verleugnen, dass er sie noch liebe, aber er sei aber jetzt Gott geweiht. Er sei lediglich gekommen, um sie und den König vor einer großen Gefahr zu warnen.

    „Zu spät“ ruft der hinzukommende Mocenigo. Er beschuldigt Caterina, den König vergiftet zu haben. Wer will sie nun retten?

    „Ich“ ruft der eintretende König. Er werde dem Volk bekannt geben, welch Verbrecher Mocenigo sei. Er wisse, dass er sterben werde, aber vorher sterbe der, der ihn umbringen wollte. Caterina klagt Mocenigo an und Gerardo verflucht ihn. Aber das lässt Mocenigo kalt: Venedig werde siegen. Er schwingt vom Balkon ein Tuch und gibt den unten wartenden Venezianern ein Zeichen: „Guerra!*“ Sofort donnern Kanonen. Die königlichen Wachen treten ein. Der König weist den Verräter hinaus und verflucht ihn. Mocenigo jedoch verkündet, dass Venedig das Zypern dieses Königs zerstören werde.


    ZWEITER AKT

    Im Atrium des königlichen Palastes

    Ein Ritter des Königs klagt, wer wohl dem verratenen König helfen könne. Der hinzukommende Gerardo erklärt sich dazu bereit. Er sei dem König durch eine heilige Pflicht verbunden und wolle auch der Königin beistehen. Danach werde er sofort wieder in sein Kloster zurückkehren.

    Das Volk strömt herein und schreit nach Krieg. Gerardo ruft zum gemeinsamen Kampf gegen die Venezianer auf und das Volk folgt ihm hinaus.

    Die Hofdamen der Königin treten völlig verzweifelt auf: Überall Tumult; überall Blut.

    Caterina kommt und erkundigt sich nach dem Stand der Dinge, dann betet sie, dass der Sieg gelingen möge.

    Plötzlich hört man entfernte Stimmen: „Victoria, Victoria“. Caterina vermutet sofort, dass Lusignano gesiegt habe. Krieger kommen und der Chor verkündet die Befreiung Zyperns. Aber wo bleibt Lusignano?

    Schließlich kommt Lusignano, tödlich verletzt, gestützt auf Gerardo, herein. Er dankt Gerardo und bittet ihn um Verzeihung und verabschiedet sich von ihm. Caterina überträgt er die Sorge für sein Volk, dann stirbt er. Gerardo mahnt die weinende Königin, an ihr Volk zu denken. Sie wendet sich an dieses und bittet es, zusammenzuhalten. Dann verabschiedet sich Gerardo von Caterina: „Rhodos und der Himmel trennen mich von dir“. Das Volk schwört Caterina Treue.


    *Krieg

    Hallo lieber Gerhard, der Übersetzer funktioniet bei allen Sprachen, aber nur was man bei Google eingeben kann, dann kommt die Übersetzung automatisch!


    LG Fiesco

    Lieber Fiesco,


    vielen Dank für die Antwort. Ich kann auch aus allen möglichen Sprachen übersetzen, und in den meisten Fällen kommt auch etwas Sinnvolles heraus, wobei man bei manchen Wortschöpfungen schon mal die eigentliche Bedeutung erahnen muss, man erkennt meist wenigstens den Zusammenhang.

    Meine Schwierigkeit liegt darin, wenn ich in den nur als Bild kopierten Libretti (wie schon gesagt z.B. in Library of congress, wo man sich von Bild zu Bild durchhangeln muss) einen aus den einzelnen Worten nicht im Zusammenhang verstandenen Text nicht kopieren und ins Übersetzerprogramm einfügen kann, sondern erst einmal handschriftlich oder in einem Textprogramm vornotieren muss, um ihn dann handschriftlich oder als Kopie aus dem Textprogramm einzufügen. Die Bildkopien sind auch in den überwiegenden Fällen nicht gerade, sondern häufig schief kopiert, so dass auch eine Kopie des Textes wohl bei Übertragung ins Übersetzerprogramm nicht funktionieren würde. Das hält dann länger auf, aber irgendwie komme ich schon dahinter.


    Liebe Grüße

    Gerhard

    Lieber Wolfgang,


    ein Tippfehler in einem Diskussionsbeitrag dürfte auch meiner Ansicht nach nicht der Rede wert sein. Vielfach kann man mit gutem Willen auch erkennen, wie dieser zustande gekommen ist. Z.B. fragte mal jemand zynisch bei einen Beitrag von Alfred nach, was wohl "winw" bedeutet. In diesen Fällen sehe ich doch sofort, dass das "w" neben dem "e" liegt.

    Ich haue auf der flachen Computertastatur beim schnellen Schreiben auch manchmal eher daneben als bei früheren Schreiben auf der Schreibmaschine. Obwohl ich meinen Beitrag noch einmal genau durchlese, kann es immer noch passieren, dass ich einen Fehler übersehe.

    Wesentlicher erscheint mir, Fehler in Beiträgen von bleibendem Wert, an denen sich viele Leser orientieren (z.B. dem Opernführer u.a.), auszumerzen. Dort bin ich natürlich für jeden freundlich und nicht offensichtlich oberlehrerhaft und besserwisserisch gemeinten Hinweis dankbar.


    Liebe Grüße

    Gerhard

    Lieber Fiesco,


    kannst du denn auch eine "Deutsche Übersetzung" aktivieren, wenn es sich - wie bei vielen Libretti, die ich nur als kopierte Bilder des Originals fand (z.B. in der Library of congress) übersetzen lassen. Ich habe bei italienischen Libretti ab und zu bei einigen Texten Verständnisschwierigkeiten, weil ich diese Sprache nur im Selbststudium gelernt habe und nicht so gut wie das Französische beherrsche.

    Weil ich in diesen Bildern auch nichts kopieren kann (jedenfalls habe ich das bisher nicht herausgefunden) notiere ich dann ab und zu einen Satz, den ich nicht verstehe, und gebe ihn in ein Übersetzerprogramm ein. Allerdings kommt da manchmal auch ein noch unverständlicherer Unsinn heraus. Da ist die Bemühung, die Worte einzeln aus einem Lexikon zusammenzubasteln, oft hilfreicher, von denen ich zum Glück dicke Exemplare in Englisch, Französisch, Italienisch und Spanisch besitze.


    Liebe Grüße

    Gerhard

    Lieber Fiesco,


    viele Dank für die Einstellung der Pressephotos und des Trailers. Mag die Dekoration auch ein wenig karg sein, das würde mich kaum stören. Wesentlich ist für mich, dass die Handlung nicht verunstaltet ist und der Zeit, in der die Oper spielt, angepasst erscheint. Diese Inszenierung würde ich mir durchaus ansehen wollen, wenn München nicht soweit entfernt wäre.


    Liebe Grüße

    Gerhard

    Lieber Moderato,


    ich habe früher vor jeder Oper, in die ich ging, das Libretto gelesen, weil mir die kurzen Beschreibungen in den verschiedenen Opernführern nicht genug für das Verständnis der einzelnen Szenen hergaben. Später habe ich dann die Libretti nur noch gelesen, wenn ich die Oper noch nicht kannte (bei einzelnen bekannten Opern kenne ich die Texte weitgehend jetzt noch auswendig, so dass undeutlicher Gesang mir nicht mehr so auffiel). Leider helfen auch die Libretti nicht weiter, wenn - wie heute oft - die Handlung modisch verunstaltet ist.

    Heute schreibe ich in unserem Opernführer nach Libretti, die ich zum Teil unter den von dir genannten Adressen finde, aber auch aus französischen, italienischen und englischen Quellen habe (z.B. unter Library of congress oder French national library. Leider gibt es viele davon - auch bei der digitalen Sammlung der Bayrischen Staatsbibliothek nicht oder nicht in deutscher Sprache) Ich versuche sie wie auch Musikwanderer so zu schreiben, dass man jeden Auftritt im Einzelnen nachvollziehen kann (In der Regel durch Trennung in Absätze, was nur in Einzelfällen nicht ganz gelingt). Und ich hoffe, dass das für viele hilfreich sein kann.

    Bei fremdsprachigen Libretti (französisch, italienisch) kostet aber die Beschreibung auch entsprechende Zeit. Opern aus Sprachen, die ich nicht beherrsche, kann ich allerdings nur beschreiben, wenn ich zufällig eine englische oder französische Übersetzung davon finde. Hilfreich bei der Suche sind u.a.

    http://www.operafolio.com/list_of_opera_libretti.asp oder https://www.cs.hs-rm.de/~weber/opera/libretto.htm


    Weit schwieriger ist es oft, die Stimmlagen der einzelnen Personen der Handlung zu finden, weil in den Originallibretti oft nur die Namen der Sänger der Uraufführung, aber nicht deren Stimmlagen genannt sind. Da es aber zum Standard unseres Opernführers gehört, habe ich mehrere Listen von Sängerinnen und Sängern in meinen Favoriten vorgemerkt, in denen ich in der Regel fündig werde. Ich bin aber für jeden guten Tipp zu Internetadressen dankbar.


    Liebe Grüße

    Gerhard

    Lieber Nemorino,


    Erstens begrüße ich, dass du uns erhalten bleibst.

    Zweitens schließe ich mich dem an, was LaRoche zu der von Stimmenliebhaber so bezeichneten "Mail-Mafia" gesagt hat.

    Auch ich habe über das Forum einige nette Leute aus der näheren Umgebung und - durch das Forum zum Beitritt angeregt - in der Gottlob-Frick-Gesellschaft, deren Präsident (jetzt Ehrenpräsident) unser guter Operus ist, kennengelernt, mit denen ich mich über manches, austausche, bei dem Themen aus dem Forum sehr selten sind und nur eine sehr geringe Rolle spielen. Will der "Stimmenliebhaber" unterbinden, dass man sich unter Freunden schriftlich austauscht, vielleicht, weil er selbst keine freundschaftlichen Kontakte hat? Im übrigen habe ich festgestellt, dass hier sehr viele dieses Benehmen beanstanden, obwohl sie wohl keine Mails mit anderen hier austauschen. Und einige, mit denen ich weiterhin Mails austausche haben das Forum schon seit Jahren, obwohl ich ihnen davon abgeraten habe - eben wegen solcher Querelen - verlassen haben (ich könnte auf Anhieb vier Namen nennen, was ich aber nicht tun werde) und ich kenne zumindest noch einem, der auch aufgeben will, was ich keineswegs begrüße.

    Drittens sagst du etwas sehr Wahres: Ein Rückzug wäre eine Kapitulation vor unverbesserlichen Querulanten. Ich habe deshalb auch - wie schon gesagt - niemals daran gedacht. Diese Leute können mich absolut nicht beeindrucken und inzwischen gehe ich ihnen - wie du es auch vorhast - konsequent aus dem Wege. Den "Stimmenliebhaber" habe ich schon lange abgeschrieben und lege mich mit ihm garnicht erst an, sondern überschlage - seitdem es die Ignorierfunktion nicht mehr gibt, seine Einlassungen, wenn ich seinen Avatar sehe. Du wirst aber feststellen, dass manche auch weiterhin an dir persönlich nicht nur herummäkeln, sondern auch Beleidigungen gegen dich anwenden. Sie können es einfach nicht lassen. Wie schon gesagt, mich stört dieses pubertäre Verhalten nicht mehr. Ich lasse mir von niemanden meine Meinung verbieten!

    Es ist wohl ein Unterschied, ob man in einer Sache seine persönliche Meinung vertritt, und die soll jedem belassen bleiben, oder ob man jemanden wegen seiner anderen Meinung persönlich angreift, dazu noch mit Ausdrücken, wie ich sie hier in anderen Beiträgen genannt wurden.

    Den zivilisierten Umgang und die Einhaltung gesitteter Umgangsformen haben wohl Manche nicht gelernt, damit müssen wir leben. Manche glauben, sich alle möglichen Beleidigungen Anderen gegenüber erlauben zu dürfen, aber wehe, man schießt zurück!

    Im Übrigen möchte auch ich an dieser Stelle Alfred für seine Gesundheit nur das Beste wünschen.


    Liebe Grüße

    Gerhard

    Auch ich bedauere den Austritt Nemorinos sehr. Die Kompetenz eines "Stimmenliebhaber" kann ich nicht beurteilen, weil ich schon kurz nach seinem Eintritt seine Rechthaberei in allem bemerkt habe und seine Beiträge schon lange nicht mehr lese. Das Benehmen halte ich einfach für Unreife. Deswegen würde ich ihn in unserem Forum auch überhaupt nicht vermissen.

    Ob er nun ausgeschlossen wird oder bleibt, für mich existiert er einfach nicht!

    Austreten aus dem Forum aber würde ich - auch wegen einiger weniger anderer Stänker, von denen ich mehrfach persönlich angegriffen wurde und für die ich wohl zum meist gehassten Mitglied des Forums gehöre - nicht. Ihre Angriffe sind mir viel zu billig, als dass sie mich überhaupt noch interessieren könnten.

    Lieber Nemorino, lass dich doch durch solche pubertären Unverschämtheiten nicht vertreiben. Über so etwas sind wir doch hinweg, oder?!


    Liebe Grüße

    Gerhard

    Anmerkungen:

    Die historische, aus der Familie eines Dogen von Venedig stammende, Catarina Cornaro wurde 1468 mit König Jakob II von Lusignan verheiratet. Nachdem der König frühzeitig starb übernahm Catarina – von Venedig beraten und überwacht – ab 1474 die Herrschaft als letzte Königin von Zypern. 1489 wurde sie zur Abdankung überredet und Venedig trat ihr Erbe an.

    Caterina Cornaro diente mehreren Komponisten als Grundlage für eine Oper, u.a. Franz Lachner (Katherina Cornaro) und Gaetano Donizetti (Caterina Cornaro), die beide wohl auf dem Libretto von Saint Georges basieren. Soweit ich an die Libretti gelange, werde ich diese beiden Opern zum Vergleich in unseren Opernführer setzen.

    Auf CD gibt es jetzt eine Aufnahme der Oper (erschienen 2018)

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    Diese Aufnahme kann man auch in Teilen auf youtube anhören

    Jacques Fromental Halévy ( 1799 - 1863 )

    La Reine de Chypre

    (Die Königin von Zypern)


    Oper in 5 Akten

    Libretto: Jules-Henri Vernoy de Saint-Georges

    Originalsprache: Französisch


    Uraufführung: Paris 1841


    PERSONEN DER HANDLUNG

    Andrea Cornaro, venezianischer Adliger, Bass

    Catarina Cornaro, seine Nichte, Contraalt

    Gérard de Coucy, französischer Ritter, ihr Geliebter, Tenor

    Jacques de Lusignan, König von Zypern, Bariton

    Mocénigo, Senator, Mitglied des Rats der Zehn, Bariton

    Strozzi, Anführer von Schurken, Tenor

    Ein Herold, Bassbariton

    Venezianische Edelleute, Zyprische Edelleute, Erzbischof von Zypern, Priester, Wachen, Höflinge des Königs von Zypern, Zyprioten, Kurtisanen, Schurken


    Ort und Zeit der Handlung: Venedig und Zypern, Mitte des 15 Jahrhunderts.


    INHALTSANGABE


    ERSTER AKT

    Saal im Palast der Cornaro bei Venedig

    Catarina erwartet freudig ihren Geliebten Gérard, den sie heute heiraten soll. Man hört ihn draußen von seiner Liebe singen. Als er eintritt, fliegt sie ihm förmlich entgegen. Es folgt ein Liebesduett, in dem Catarina ihm auch erklärt, mit nach Frankreich gehen zu wollen.

    Andrea kommt. Auch er ist glücklich über diese Verbindung und segnet sie. Als er Mocénigo vom Rat der Zehn kommen sieht, bittet er die beiden, ihn allein zu lassen.

    Mocénigo bringt ihm den Beschluss des Rates, dass er die Ehe mit dem Franzosen absagen müsse. Aus politischen Gründen wolle man seine Nichte dem König von Zypern zur Frau geben. Dem verzweifelten Andrea gibt er eine Stunde Bedenkzeit. Weigere er sich, droht ihm die Hinrichtung.

    Als Andrea allein ist, drückt er seinen Kummer darüber aus und tritt ab.

    Schon nahen die Edelleute zur Feier der Hochzeit und bringen den Brautleuten, die wieder auf die Bühne kommen, ihre Huldigungen dar. Ein Offizier meldet, dass alle Vorbereitungen für die Hochzeit getroffen sind und Gérard drängt darauf, in den Festsaal zu gehen.

    In diesem Augenblick kommt Andrea, gebietet Halt und bittet Gérard, zu gehen. Er müsse sein gegebenes Wort zurücknehmen und die Hochzeit auflösen, seine Pflicht

    sei schwerwiegender. Den wahren Grund nennt er nicht. Alle sind verwirrt. Gérard schwört Rache für das erlittene Unrecht, Catarina bittet ihren Onkel um Gnade. Die Freunde von Gérard bedrohen die Venezianer. Gérard wendet sich zum Gehen und Catarina bricht zu Füßen ihres Onkels ohnmächtig zusammen.


    ZWEITER AKT

    In Catarinas Zimmer

    Draußen hört man die Gondoliere. In einer Arie drückt Catarina ihre Verzweiflung aus. Dann findet sie in ihrem Gebetbuch eine Nachricht Gérards: Er werde um Mitternacht in einer Barke kommen und sie entführen. Nun schlägt ihre Trauer in Freude um.

    Plötzlich tritt Mocénigo durch eine geheime Tür ein und verkündet ihr den Beschluss des Rates. Er weiß auch, dass Gérard auf dem Wege zu ihr ist und droht: Wenn sie das Leben ihres Geliebten retten wolle, müsse sie ihm erklären, dass sie ihn nicht mehr liebe. Als sie sich weigert, zeigt er ihr hinter der geheimen Tür gedungene Mörder mit Dolchen in der Hand. Dann zieht er sich dahin zurück.

    Im selben Augenblick hört man Gérard singen. Er tritt ein. Eine Zeit lang ist sie unentschlossen und Gérard drängt auf die Flucht. Angesichts der Bedrohung bittet sie ihn, sie zu verlassen und ringt sich schließlich dazu durch, ihm zu erklären, dass sie ihn nicht mehr liebe, sondern ein König ihr seine Hand geboten habe. Verzweifelt verlässt Gérard das Zimmer und bei seinen letzten Worten „A jamais“ bricht sie zusammen.

    Dann treten Mocénigo und die gedungenen Mörder durch die geheime Tür und ergreifen Catarina, um sie nach Cypern zu bringen.


    DRITTER AKT

    Illuminierter Garten des Casinos in Nikosia bei Nacht

    Je für sich besingen eine Gruppe Zyprioten ihr schönes Zypern, während – getrennt davon - eine Gruppe Venezianer auf das Wohl Venedigs trinkt. Als die Zyprioten die Venezianer auf ihr lautes Benehmen ansprechen, verkünden diese voller Stolz, dass Venedig die Welt regiere.

    Auch Mocénigo kommt hinzu. Er verkündet die Ankunft der Königin.

    Nach ihm tritt Strozzi auf und meldet Mocénigo heimlich, dass sich auch Gérard auf Zypern befinde. Mocènigo befiehlt ihm, die Dolche bereitzuhalten, um Gérard zu töten.

    Strozzi gibt seinen Spießgesellen ein Zeichen und geht, die Spur Gérards zu suchen.

    Dann begeben sich alle zum Glücksspiel, wobei Mocénigo eine Hymne auf das Spiel singt. Eine Gruppe Kurtisanen gesellt sich zu den Spielenden. Dann begeben sich alle fort, um zu speisen.

    Plötzlich hört man den Hilfeschrei Gérards. Danach sieht man einige Männer und schließlich Strozzi fliehen. Gérard – sein Schwert in der Hand – tritt zusammen mit einem Fremden in Ritterkleidung (Lusignan) auf und bedankt sich bei ihm für seine Rettung. Ohne seine Identität preiszugeben, sagt dieser, dass er nur seine Schuldigkeit getan habe. Auf die Frage Gérards, woher er komme, gibt er Frankreich an. Gérard freut sich einen Landsmann gefunden zu haben, beide preisen Frankreich und schließen Freundschaft. Beide beklagen auch, hier im Exil zu leben. Auf seine Traurigkeit hin angesprochen, lässt Gérard jedoch erkennen, dass der König der Insel der Grund seiner Eifersucht sei und man ihn verfolge, um ihn diesem König auszuliefern.

    Dann hört man ein Signal, das das Nahen der venezianischen Flotte ankündigt. In einem Ensemble freut sich Lusignan auf die Gattin, während Gérard seiner Rachegedanken gegen die vermeintlich Untreue Ausdruck gibt. Dann verabschieden sie sich voneinander.


    VIERTER AKT

    Großer Platz in Nikosia mit Königspalast und Kathedrale

    Das Volk jubelt und tanzt. Dann tritt ein Herold auf und verkündet die Ankunft der Königin. Der Erzbischof und Priester kommen und beten gemeinsam mit dem Volk für ihre Königin. Von fern hört man dazwischen den Chor der Matrosen.

    Lusignan erscheint im königlichen Ornat.

    Dann ist sie endlich da, die neue Königin von Zypern, begleitet von Andrea und dem Senat von Venedig. Der König begrüßt sie und bittet in einer kurzen Ansprache das Volk, sie in Liebe zu empfangen. Der Festzug begibt sich jubelnd in die Kathedrale.

    Gérard tritt auf. In einer Arie sinnt er über seine Rache nach. Er will den König töten und dann selbst den schmachvollen Tod sterben. Zwischendurch hört man aus der Kirche den Jubelchor des Volkes. Dann eilt er zur Kathedrale, aber weil nun das Volk wieder herausströmt, verbirgt er sich hinter einem Pfeiler.

    Als er sich danach auf den König stürzen will, erkennt er seinen Retter und lässt sein Schwert fallen. Lusignan ist von seinem Freund enttäuscht. In einem Ensemble drückt Catarina ihr Entsetzen aus, fordern Mocénigo, Andrea und das Volk Gérards sofortigen Tod, findet Gérard sich mit seinem Schicksal ab und denkt der König darüber nach, ob er Gnade walten lassen kann. Catarina fleht um Gnade für Gérard und Lusignan übergibt ihn, um ihn vor dem Lynchen durch das Volk zu retten, den Garden der Justiz, damit er nach dem Gesetz abgeurteilt werden kann.


    FÜNFTER AKT

    1. Bild: Ein Zimmer im königlichen Palast. Zwei Jahre später.

    Der König liegt krank und vorzeitig gealtert im Bett und schläft. Die Königin schickt den anwesenden venezianischen Arzt fort und macht sich Gedanken über die Krankheit ihres Gatten. Der König spricht im Schlaf von seinem traurigen Exil und von Gérard, worüber Catarina erschrickt, denn sie hat diesen Namen vergessen wollen. Nun taucht der alte Schmerz wieder in ihr auf.

    Der König erwacht und tadelt sie, dass sie immer noch an seinem Bett wacht. Er fühlt sein Ende. Er bedankt sich für ihre Treue und gibt ihr zu erkennen, dass er um ihre ehemalige Liebe zu dem weiß, den er vor dem Beil des Henkers gerettet habe.

    Strozzi, jetzt Offizier im Palast, meldet einen französischen Ritter, der unerkannt bleiben will und fragt um die Erlaubnis, ihn hereinzulassen. Der König gibt die Befehlsgewalt und die Regentschaft für seinen kleinen Sohn an die Königin. Man solle ihn vorlassen. Dann geht er – auf die Königin gestützt – hinaus. Strozzi hat erkannt, dass es Gérard ist. Als er die Königin zurückkommen sieht, geht er hinaus.

    Gérard, nun im Gewand eines Malteserritters, tritt ein. Der Königin erkennt ihn. Er gibt an, dass er gekommen sei, um seine Tat zu sühnen. Mit ihr habe er nichts mehr gemein. Dennoch kämpft er innerlich gegen die wieder aufkeimende Liebe. Sie bittet ihn um Vergebung und berichtet ihm nun die Umstände, unter denen sie zu dieser Heirat gezwungen wurde. Da fällt auch ihr zu Füßen und bittet um Verzeihung für seine Vermutung ihrer Treulosigkeit.

    Als sie Mocénigo kommen sieht, bittet sie ihn, zu fliehen. Er erklärt, dass er sie für immer verlassen werde, da er das Ordensgelübde abgelegt habe. Er wolle ein Komplott aufdecken und den König eventuell noch retten, denn dieser habe ihm zweimal das Leben gerettet.

    „Zu spät“, ruft der eintretende Mocénigo. Doch Gerard hält ihm entgegen, dass er von dem inzwischen verstorbenen Andrea die Wahrheit erfahren habe: Der König leide an einem Gift, das ihm die Venezianer nach und nach verabreicht haben. Mocénigo gibt zu, Venedig habe das als Strafe dafür getan, dass der König nicht nach ihrem Willen gehandelt habe. Künftig müsse Catarina nach dem Willen Venedigs handeln oder sterben.

    Catarina ergreift nun die ihr vom sterbenden König erteilte Macht und will das Volk gegen Venedig aufwiegeln, indem sie ihm den Verrat kundtue. Doch Mocénigo hält entgegen, das Volk werde eher ihm glauben, dass sie wegen des Verhältnisses zu Gérard den König vergiftet habe. Wer wolle sie dann retten?

    Da erscheint der schon vom Tode gezeichnete König in der Tür und ruft: „Ich“.

    In einem Ensemble preisen Catarina, Gérard und der König den Augenblick, dass Lusignan am Rande des Grabes noch in der Lage ist, die Königin zu verteidigen, während Mocénigo weiterhin mit Venedigs Macht droht. Der König ruft die Garden, die Mocénigo gefangen nehmen.

    2. Bild

    Ein Platz in Nikosia

    Die Revolte ist in vollem Gange. Flüchtende Frauen und Kinder. Einige Gebäude sind zerstört. Zyprioten bringen gefangene Venezianer. Der König erscheint, gestützt auf seine Knappen. Er segnet Catarina, Gérard und sein Kind und stirbt. Die Königin lässt das Volk Rache schwören:

    „Vaincre ou mourir pour sa bannière. Son Dieu! Son Roi! Sa liberté!“