Beiträge von Gerhard Wischniewski

    Lieber Alfred,


    zwar halte ich nicht den gesamten Thread (ich verwende lieber das deutsche Wort "Thema") für unerfreulich, sondern nur wir den Teil, in dem wir über angebliche Affären eines Sängers diskutieren, von denen wir in den Medien unklare Bruchstücke vernehmen. Ich habe hier zwar auch mitgeredet, aber in dem Sinne, dass ich die Vorverurteilungen nicht teile, und so haben sich auch noch andere geäußert. Ich denke, wir sollten diese Biertischdiskussionen hier unterlassen, damit wir nicht in den Geruch der Boulevardpresse kommen. Deswegen hätte ich nichts dagegen gehabt, wenn die ganze Teildiskussion zum menschlichen Verhalten einer Person aus dem Musikbereich im Orkus verschwinden würde.


    Liebe Grüße

    Gerhard

    Lieber Hans,


    Ich nehme an, dass der Holzwurm nur für den Abend (und eventuell, wie in der Operette für den nächsten Morgen) - wie du schreibst - "gekillt" war. Denn ich hoffe noch auf weitere Geschichten aus dem Leben des Holzwurms. Die Operette, in die er geraten ist, will ich aber nicht nennen, damit noch andere raten dürfen.


    Liebe Grüße

    Gerhard

    Lieber Crissy,


    ich muss doch noch einmal antworten - nicht zu dem Thema Domingo - aber zu deinem Bezug auf meinen Beitrag, den du vielleicht missverstanden hast. Auch ich habe ja gesagt, dass der Künstler ein Mensch mit eben solchen Gefühlen wie wir alle ist. Was ich meinte war das Künstlerleben, das eben nicht so normal verläuft wie das von uns allen. Viele sind ständig "auf Achse", haben selten ein normales Familienleben, müssen mit den unterschiedlichsten Personen auftreten und ihnen manchmal auch - zumindest auf der Bühne - sehr nahe kommen. Dass da manchmal Wünsche aufkommen und auch vielleicht ausgesprochen werden die moralisch nicht immer einwandfrei sind, kann ich verstehen, wenn auch nicht gutheißen. Ganz richtig sagst du, dass das auch in anderen Kreisen vorkommt, aber oft nicht so bekannt wird, wie bei denen, die in dieser Art in der Öffentlichkeit stehen. Aber warum wurde das bisher nicht bekannt und plötzlich werden aufgrund einer Modeerscheinung Sachen herausgekramt, die viele Jahre zurückliegen und sich nicht mehr überprüfen lassen.

    Das alles beruht doch - wie nemorino es richtig gesagt hat - auf einer immer mehr steigenden Sensationsgier der modernen Gesellschaft, die mit neuem Futter bedient werden muss.

    Dieses Thema sollte - und da stimme ich mit Fiesco überein - wenigstens hier möglichst bald von der Bildfläche verschwinden.


    Liebe Grüße

    Gerhard

    Lieber Nemorino,


    du hast die Wahrheit ausgesprochen. Zwei Sätze habe ich besonders gekennzeichnet. Diese Diskussion, vor allem auch Herziehen über angebliche Vergehen, die man - nach all den widersprüchlichen Meldungen - garnicht selbst beurteilen kann, hätte hier überhaupt nicht stattfinden dürfen. Ich halte mich daher jetzt aus jeder weiteren Beurteilung heraus.


    Liebe Grüße

    Gerhard

    Das Künstlerleben kann man wohl nicht mit dem Leben von Otto Normalverbraucher vergleichen. Das habe ich auch erfahren, als ich ein paarmal als als einziger Nichtfachmann unter mehreren Künstlern bis spät in die Nacht hinein an der Theke geplaudert , bzw. meist den Erzählungen aus ihrem Leben gelauscht habe. Auf der Bühne kommt man sich in bestimmten Situationen doch recht nahe und da ist es wohl nicht zu verwundern, wenn bestimmte (häufig gegenseitige) Gefühle aufkommen. Ich kann bei allen Berichten über Placido Domingo nicht erkennen, dass er irgendeine Straftat begangen hat. Auch er ist eben nur ein Mensch mit allen seinen Gefühlen

    Auch glaube ich den Behauptungen nicht, dass eine Frau, die Annäherungsversuche ablehnte, in ihrer Karriere Nachteile erlitten hat. Das mag sie vielleicht geglaubt haben, aber kann das eine von ihnen beweisen?

    Bei Prominenten (auch in anderen Bereichen) wird das - soweit so irgendwann einmal etwas publik wird - natürlich besonders hochgejubelt. Es ist doch sehr verdächtig, dass im Rahmen einer jüngst entstandenen Bewegung plötzlich Dinge hochgekocht werden, die schon lange Jahre her sind.

    Ich schätze Domingo in erster Linie als hervorragenden Tenor und werde wegen dieser "verwaschenen" Beschuldigungen nicht eine einzige Aufnahme mit ihm weglegen.


    Liebe Grüße

    Gerhard

    Ich arbeite gerade an einer Ballettoper von Nikolai Rimski-Korsakow "Mlada" für unseren Opernführer, deren Handlung zu einem Teil auf Träumen des Fürsten Yaromir beruht. Im ersten Akt verfällt dieser in einen Traum, in dem ihm von der guten Göttin Lada in einer Ballettszene zeigt, dass seine Braut Mlada von ihrer Rivalin Voyslava durch einen vergifteten Ring ermordet wird. Den dritten Akt "Nacht auf dem Berge Triglav" mit dem Autreten der guten Geister und dem anschließenden Hexensabbat erlebt Yaromir als Traum, aus dem er bei Anbruch des Morgens erwacht. Diesen Traum will er sich im vierten Akt von dem Oberpriester des Gottes Radagast deuten lassen.

    Zu Fundstellen dieser Oper werde ich dann im Opernführer hinweisen.

    Liebe Crissy,


    man kann natürlich geteilter Meinung sein, unter welchen Oberbegriff dieser Beitrag nun genau hingehört. Wichtig erscheint mir in erster Linie, dass du darauf aufmerksam machst, wo es wieder einmal eine vernünftig inszenierte Oper gibt. Auch wenn der Presserezensent natürlich wieder einmal dem allgemeinen Trend folgt, an dieser - wie es aussieht - librettogerechten Inszenierung in Teilen herumzumäkeln.

    Damit sich niemand daran stört, könnte man solche Beiträge - wenn es passender erscheint - künftig in das Thema "Traditionelle Opernaufführungen im Vormarsch!!" einstellen.


    Liebe Grüße

    Gerhard

    Lieber Crissy,


    danke für das Einstellen der Rezension. Die Sänger kommen im allgemeinen recht gut weg.

    Nach den Bildern dürfte sich tatsächlich ein Besuch lohnen, die Kulissen sehen gut aus und die Kostüme entsprechender Zeit, in der das Stück spielt. Aus der Zeitungskritik geht aber leider auch hervor, was die heutigen Kritiker immer wieder vom Regisseur verlangen wollen und dem sich die meisten Regisseure beugen: "Action" ohne Rücksicht auf das Stück, bildliche Belebung aber auch jeder Note einschließlich der Ouvertüren. Lieber etwas statischere Szenen als durch unnötige, oft dumme Mätzchen oder sogenannter "Modernisierung" künstlich verunstaltete Werksinszenierungen. Dem Publikum, das durchaus in der Lage ist, zeitliche Bezüge selbst zu erkennen, scheint es gefallen zu haben, und das ist für mich das Wesentliche.


    Liebe Grüße

    Gerhard

    Am Samstag, dem 22.2. zeigt 3sat ab 20.15 die Aufzeichnung von Lehars "Das Land des Lächelns" von den Mörbischer Seefestspielen. Endlich wieder einmal eine Aufzeichnung aus Mörbisch,auf die ich mich sehr freue.


    Liebe Grüße

    Gerhard

    Zu Schubert muss noch aus "Die schöne Müllerin" das Lied "Mein" nachgetragen werden, in dem von den Waldvögelein die Rede ist:

    Bächlein, lass dein Rauschen sein!
    Räder, stellt euer Brausen ein!
    All ihr muntern Waldvögelein,
    Groß und klein,
    Endet eure Melodein!

    Durch den Hain
    Aus und ein
    Schalle heut ein Reim allein:
    Die geliebte Müllerin ist mein!
    Mein!
    Frühling, sind das alle deine Blümelein?
    Sonne, hast du keinen hellern Schein?
    Ach, so muss ich ganz allein
    Mit dem seligen Worte mein
    Unverstanden in der weiten Schöpfung sein!



    Liebe Grüße

    Gerhard

    Gestern Abend durften wir die packende Inszenierung von James Robinson in der Übertragung aus der MET erleben. Es war wieder einmal ein unvergesslicher Abend.

    Man fühlte sich in Kulissen und Kostümen quasi die Catfish Row mit ihrem Lebe und Treiben versetzt. Die Sänger waren insgesamt wundervoll, die Rollen von Porgy (Eric Owens), Bess (Angel Blue), Clara (Golda Schulz), Serena (Latonia Moore), Sportin' Life (Frederik Ballentine) und Crown (Alfred Walker) sowohl gesanglich als auch schauspielerisch glänzend besetzt. Das entsprach meiner und der Vorstellung aller Zuschauer, mit denen ich ins Gespräch kam.

    Das New Yorker Publikum raste am Ende vor Begeisterung.

    Schon als ich an ersten Verkaufstag im Juni 2019 morgens buchen wollte, waren nur noch wenige Plätze in den unteren Reihen zu bekommen. Wir hatten Glück, dass wir noch in der 5. Reihe drei Plätze erwischten, aber ich musste von meinen beiden Begleiterinnen getrennt sitzen. Beide großen Kinosäle waren gestern Abend bis auf zwei Plätze am Rande der ersten Reihe, von der aus man immer nur hochschauen muss und nicht die ganze Leinwand übersieht voll besetzt, so dass sich vor der Vorstellung in dem besonderen Foyer des Kinos für diese Vorstellungen die Leute schon dicht drängten. In der Pause war dann etwas Luft, weil viele Leute in den Sälen sitzen blieben.

    Die Übertragungen im Kino sprechen sich mehr und mehr herum. Wie ich am Belegungsplan im Internet sehen kann, sind auch z.B. "Der fliegende Holländer"(14. März) und die werkgerecht inszenierte "Tosca" (11.April), die uns M.Joho im Forum schon vorgestellt hat, hier in zwei Sälen so gut wie ausgebucht. Ein Glück, dass ich rechtzeitig gebucht habe.

    Hier ein kleiner Ausschnitt der gestern gezeigten Inszenierung mit dem wohl bekanntesten Song aus dieser Oper. Auf youtube gibt es noch weitere Ausschnitte zu sehen. Die Inszenierung gibt es auch bereits auf DVD.

    Und in Carl Loewes "Tom der Reimer" kommt Vogelgesang (im Text der 3 und 4 Strophe) vor:

    Auch seinen "Heinrich der Vogler", in dessen zweiter Strophe von der Lerche Dang, der Wachtel Schlag" die Rede ist, vermisse ich in der Liste noch:


    Liebe Grüße

    Gerhard

    Von den Minnesängern wäre auch der von Kürenberg mit seinem Falkenlied zu nennen


    Ich zoch mir einen valken
    mere danne ein jar.
    do ich in gezamete
    als ich in wolte han
    und ich im sin gevidere
    mit golde wol bewant,
    er huop sich uf vil hohe
    und floug in anderiu lant.


    Sit sach ich den valken
    schone fliegen:
    er fuorte an sinem fuoze
    sidine riemen,
    und was im sin gevidere
    alrot guldin.
    got sende si zesamene
    die gerne geliep wellen sin!



    Liebe Grüße

    Gerhard

    Lieber Gerhard


    Die erschütternde Antwort war, daß man keinerlei Einfluß auf die Art der Inszenierung habe und auch nicht haben möchte. Ihre Aufgabe bestehe darin, den Festspielen finanzielle Unterstützung zu geben.


    Herzlichst La Roche

    Lieber La Roche,


    jeder normal denkende Mensch wird es kaum verstehen, wie ein Verein wie die Richard-Wagner-Gesellschaft etwas fördern kann, was mit Richard Wagner nichts mehr zu tun hat, höchstens mit dem Missbrauch seiner Musik. Und kein vernünftiger Spender würde auch nur einen Cent an eine Institution spenden, wenn er weiß, dass mit seinem Geld Missbrauch betrieben wird.


    Liebe Grüße

    Gerhard

    Lieber Hans,


    ich möchte meinerseits auf den Brief von Dr.Peter Brenner - vormals Intendant der Theater Darmstadt und Mainz - hinweisen, den Frau Prof. Gilles auf er ersten Seite ihrer "Mitteilungen... Ausgabe 29" abgedruckt hat http://www.marie-louise-gilles.de/index.htm. Interessant ist auch die Betrachtung zu den Machenschaften in Bayreuth, vor allem denen der Jahre 2008 bis heute von einem Fachmann, der meines Erachtens über Insider-Wissen verfügt


    Liebe Grüße

    Gerhard

    Anmerkungen:

    Die Inhaltsangabe beruht auf dem Libretto der Mailänder Fassung von 1828. In der ursprünglichen Fassung heißt Vambett noch Timoteo Spaccafronna. Mariettas und Carlottas Rollen waren vertauscht. Die Handlung basiert auf dem Schauspiel

    “Le bourgmestre de Saardam ou Les deux Pierre“ von Mélesville, Jean-Toussaint Merle und Eugène Cantiran de Boirie.

    Auf der gleichen Grundlage schrieb auch Lortzing zehn Jahre später seine Oper „Zar und Zimmermann“, die einige Parallelen zu Donizettis Oper aufweist (vgl. dort). Das Thema des Zaren Peter I, der anonym den Schiffsbau erlernen wollte, spielt auch in Meyerbeers „L'étoile du Nord“ eine Rolle (vgl. dort). Er verlegt aber die völlig andersartige Handlung an die russisch-finnische Grenze.

    Die Oper von Donizetti erlebte über 30 Aufführungen in Neapel. In Mailand und Rom wurde sie nicht so gut aufgenommen. Bis 1839 gab es noch Vorstellungen in Barcelona, Turin, Wien, Berlin und Budapest. Danach geriet sie längere Zeit in Vergessenheit und wurde erst 1973 in Zaandam wieder aufgeführt, weiterhin in Hamburg 2003 und 2017 in Bergamo.

    Die Tonaufzeichnung aus Zaandam gibt es auf folgender CD:

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    Die Inszenierung in Bergamo ist sowohl auf CD als auch auf DVD erhältlich:

    Gaetano Donizetti ( 1797 – 1848 )

    Il borgomastro di Saardam

    (Der Bürgermeister von Saardam)


    Melodramma giocoso in 2 Akten

    Libretto: Domenico Gilardoni

    Originalsprache: Italienisch


    Uraufführung: Neapel 1827


    PERSONEN DER HANDLUNG

    Pietro Mikailoff, alias Zar Peter der Große, Bariton

    Pietro Flimann, russischer Zimmermann, Tenor

    Vambett, Bürgermeister von Saardam, Bass

    Carlotta, seine Tochter, Mezzosopran

    Marietta, Mündel des Bürgermeisters, Sopran

    Leforte, Vertrauter des Zaren, Bass

    Ali Moahmed, Gesandter der Hohen Pforte 1), Tenor

    Ein Beamter, Bass

    Amtsdiener des Bürgermeisters, Tischler, Bauern, holländische Soldaten


    Ort und Zeit der Handlung: Werft in Saardam, Ende des 17. Jahrhunderts


    INHALTSANGABE


    ERSTER AKT

    1. Bild: Im Inneren einer Schiffsbauerwerkstatt

    Der Chor der Zimmerleute – unter ihnen Pietro Mikailoff, der verkleidete Zar, und Pietro Flimann, ein russischer Zimmermann, singen ein Lied zur Ermunterung bei ihrer Arbeit. Flimann schwärmt von der Liebe, wofür der Zar ihn ein wenig bespöttelt. Heimlich denkt er an seinen Thron und sein Land, für das er seine ganze Kraft einsetzen möchte.

    Leforte, der Vertraute des Zaren, kommt. Er habe soeben den Bürgermeister getroffen. Dieser wolle eine Untersuchung vornehmen und habe befohlen, dass niemand die Stätte verlassen dürfe. Alle sind empört. Leforte fürchtet, dass der Zar erkannt werden könne. Flimann ängstigt sich, denn er ist, wie er dem russischen „Kollegen“ beichtet, ein Deserteur.

    Marietta, das Mündel des Bürgermeisters, und Frauen bringen Speisen und Erfrischungen für die Handwerker. Marietta gesteht Flimann in einer Cavatine, dass sie die Gaben persönlich besorgt habe, um ihn, den sie liebt, zu sehen. Leforte kündigt den Bürgermeister an. Marietta versteckt sich. Der Zar spricht Flimann Mut zu.

    Vambett tritt mit Amtsdienern auf und betont in einer großen Arie seine Würde. Er teilt herrisch Männer und Frauen in zwei Gruppen, in deren Mitte er tritt und verkündet, dass sich hier ein verdächtiges Subjekt aufhalte, das sich Pietro nenne. Zwar wisse er bei der Vielzahl der Geschäfte, die er zum Wohle der Stadt betreibe, noch nicht, wer der Verdächtige sei und worauf sich der Verdacht beziehe. Man solle ihn nur scharf bewachen. Seine, des Bürgermeisters, Staatskunst werde schon den Richtigen herausfinden. Dann entdeckt er Marietta, ergreift sie und fordert sie auf, sofort zu verschwinden. Die Frauen entfernen sich.

    Vambett äußert seinen Verdacht gegen zwei Leute. Dabei zeigt er auf Flimann und den Zaren. Er will wissen, was Leforte dazu sagt, doch dieser weicht aus. Da fragt der Bürgermeister, wer hier Pietro heiße. Der Zar und Flimann melden sich. Aber auch unter den Zimmerleuten rufen viele „Ich, ich“. So viele? Vambett braucht doch nur einen. Auf die Frage, wer von den Vielen nicht in Saardam geboren sei, erhält er von Leforte die Antwort: Nur die beiden Bezeichneten und er selbst, der sich Filiberto nenne. Nun kann Vambett sich auf den Zaren und Flimann konzentrieren.

    Während der Zar Leforte wegschickt, um nachzuforschen, ob sein Kurier schon angekommen sei, beginnt Vambett mit den beiden Peter ein Verhör. Flimann ängstigt sich, dass er der Gesuchte ist. Der Zar aber lacht über das Gehabe des Bürgermeisters. Die gleichen Antworten der beiden nach Vornamen, Herkunft und Verweildauer in Saardam verwirren Vambett immer mehr. Schließlich lassen die beiden Vambett einfach stehen. Wenn er etwas von ihnen wolle, könne er sie in der Taverne am Hafen finden.

    Vambetts Tochter Carlotta kommt und meldet einen Besucher. Es ist Ali, der Gesandte der Türken, der nach einem Herrn namens Pietro sucht. Der Bürgermeister bittet ihn, mit ihm in die Taverne zu gehen, wo er diesen Herrn finden könne.


    2. Bild. Im Inneren einer Taverne

    Die Zimmerleute singen ein Trinklied. Flimann beginnt wieder ein Gespräch über die Liebe, doch der Zar belächelt ihn nur.

    Leforte berichtet dem Zaren, dass der Bote noch nicht angekommen sei. Da erscheint Vambett mit Ali und verweist diesen an Flimann. Ali übergibt dem verblüfften Flimann ein Paket, das alles enthalte, was die „Hohe Pforte“ von ihm wolle.

    Unterdessen versucht Vambett den Zaren über Flimann auszufragen, erhält aber lauter ausweichende Antworten („Er ist ein Mensch, er will Zimmermann werden, er trinkt und raucht gern, ist verliebt, hat von allen Talenten etwas usw.). Als der Bürgermeister sich nicht mit den Antworten zufrieden gibt und den Zaren beleidigt, versetzt dieser ihm sogar einen Hieb. Vambett tobt vor Wut.

    Carlotta und Marietta eilen herbei. Eine Schar Soldaten, die von einem Fremden angeheuert worden sei, nähere sich.

    Ein Offizier kommt und übergibt Vambett ein Schreiben. Vambett liest und will danach alle gefangen nehmen lassen. Als Erster soll Ali verhaftet werden, der sich jetzt aber als Gesandter der „Hohen Pforte“ zu erkennen gibt. Dann Flimann, der von Ali aber als Zar von Russland bezeichnet wird. Schließlich stellen sich auch der Zar und Leforte dem Bürgermeister entgegen. Der Akt endet in großer Verwirrung.


    ZWEITER AKT

    Platz mit Aussicht auf die Werft und den Hafen

    Der Zar und Ali treten auf. Auf die Frage Alis gesteht Peter Mikailoff, dass er der Zar sei, aber noch anonym bleiben möchte. Er ist deshalb froh, dass der Bürgermeister seine Vermutungen auf Flimann konzentriert hat. Er bittet Ali, Stillschweigen zu wahren und geht ab.

    Flimann kommt, militärisch gekleidet und mit Leibwachen. Ali begrüßt ihn als den Zaren. Flimann legt aber keinen Wert auf diese Ehre.

    Dann kommt auch Marietta, die nun glaubt, den russischen Zaren vor sich zu haben.

    Flimann schickt Ali fort. Es kommt zu einer Aussprache, innerhalb derer Flimann Marietta gesteht, dass er fort müsse, denn er sei ein Deserteur. Da bittet sie ihn, sie nicht zu verlassen. Sie sei bereit, mit ihm in den Tod zu gehen. So sagt er zu, zu bleiben. Sie gehen ab.

    Vambett kommt mit Amtsdienern und ordnet an, den Hafen absperren zu lassen. Dann begegnet er dem Zaren, den er beordert, in einer Viertelstunde in Vambetts Haus zu sein.

    Leforte erscheint und berichtet dem Zaren, dass der Bote aus Russland angekommen sei. Die Bojaren 2) und Strelitzen 3) hätten in Russland einen Aufstand angezettelt und man erwarte dringend die Rückkehr des Zaren. Der Zar ordnet an, sofort alles zu seiner Abreise vorzubereiten. Leforte geht. Hinter der Bühne hört man Jubelrufe. In einer Arie drückt der Zar seine Verbitterung über die Zustände in seinem Reiche aus und, dass er die Verräter bestrafen und das Vaterland wieder zu Ruhm und Ehre bringen will.

    Nach seinem Abgang tritt noch einmal Marietta auf, die über ihre Liebe zu Flimann nachdenkt. Vambett kommt hinzu. Er, der selbst in sein Mündel verliebt ist, will sie von einer Ehe mit Flimann abbringen. Doch sie weist ihn ab. Daraufhin wird er wütend und will sich rächen. Beide gehen nach verschiedenen Richtungen ab.

    Fliman tritt auf. Er ist betrübt, weil er gehört hat, dass der Bürgermeister seine Tochter Carlotta verheiraten und er selbst Marietta in einer Doppelhochzeit heiraten wolle.

    Der Zar, dann Vambett mit Tochter und Mündel, Ali sowie nach und nach alle Mitwirkenden kommen auf die Bühne. Der Betrübnis Flimanns kann der Zar abhelfen, indem er ihm die Fahnenflucht vergibt und ihn zum Flottenkapitän befördert. Damit steht der Heirat mit Marietta nichts mehr im Wege. Dem Bürgermeister, der nun weiß, wer der Zar ist, macht dieser klar, dass Marietta ihn nicht liebe. Alle – außer Vambett – brechen in Jubel aus.


    1) Bezeichnung der osmanischen Regierung

    2) russischer Adel

    3) ursprünglich Bogenschützen, später Berufssoldaten

    Lieber Moderato,


    da ich das Thema nicht von Anfang an verfolgen konnte, habe ich die Liste 5 zu Rate gezogen und dabei "The Lark Ascending" übersehen. Also ist in meinen letzten Beitrag nur der Hinweis auf den 3. Satz der 8 Sinfonie neu. Aber es schadet ja sicher nicht, wenn man das idyllische Stück noch einmal hört.

    Beinahe hätte ich nun noch "Légères Hirondelles" (Ihr Schwalben in den Lüften) von Ambroise Thomas eingestellt, das ich in der Liste noch vermisste. Im letzten Moment habe ich es dann unter "A" gefunden. Vielleicht könntest du es in einer neuen Liste - wie alle anderen auch - unter dem Nachnamen Thomas einordnen, der ja leider auch wie ein Vorname aussieht. Ambroise (Ambrosius) ist der Vorname, unter dem es wohl keiner sucht. Danke.


    Liebe Grüße

    Gerhard

    Vaughan Williams:The Lark ascending (Die aufsteigende Lerche)


    Das Gedicht von George Meredith (in englischer Sprache) würde hier einen größeren Platz einnehmen. Es ist aber unter folgendem Link zu finden: https://allpoetry.com/The-Lark-Ascending

    Hiernach schuf Ralph Vaugahn Williams das eindrucksvolle Stück für Violine und Orchester, hier mit der Solistin Hilary Hahn

    Auch in seiner 8. Sinfonie taucht im dritten Satz Cavatina (im Folgenden etwa ab min 15) noch einmal kurz ein Violinsolo auf, das eine Auf und absteigende Lerche charakterisieren soll.


    Liebe Grüße

    Gerhard

    Soweit ich sehen kann, wurde Alexander Glasunow mit seinem Ballett "Die Jahreszeiten" noch nicht erwähnt, das im 2. Tableau "Der Frühling" auch einen Tanz der Vögel enthält. Auch im vierten Tableau "Der Herbst" lässt er noch einmal kurz einen Vogel auftreten. Hier der "Frühling"

    Auch in seiner sinfonischen Dichtung "Der Frühling" erklingt Vogelgesang

    Ebenso klingt seine Orchesterfantasie "Der Wald" am Ende der Jagd mit Vogelstimmen in Piccoloflöte und Solo-Violine aus. Hier der Schlussteil


    Liebe Grüße

    Gerhard

    Anmerkungen:

    Die Inhaltsangabe ist nach dem Libretto der ersten Fassung von 1836, das mir vorlag, entstanden. Für die Aufführung in Palermo 1837 teilte Donizetti die Oper in zwei Akte ein und erweiterte sie musikalisch. Der zweite Akt beginnt, als Daniele mit seiner Soldatenausrüstung erscheint und Betly ihn um Hilfe gegen die Soldaten bittet, sich also ihr Sinn inzwischen bereits geändert hat. Soweit mir bekannt, gibt es aber aber inhaltlich keine wesentlichen Abweichungen.

    In Deutschland wurde die Oper erstmals 2015 in Berlin konzertant aufgeführt.

    Ich verweise hier auch auf die von Musikwanderer erstellte Inhaltsangabe zu Adolphe Adams Oper „Le Chalet (Die Schweizerhütte)“, auf der Donizettis Libretto basiert.

    Gaetano Donizetti ( 1797 – 1848 )

    Betly ossia La capanna svizzera

    (Betly oder die Schweizerhütte)


    Dramma giocoso in einem Akt

    Libretto: Gaetano Donizetti nach der Oper von Adolphe Adam

    Originalsprache: Italienisch


    Uraufführung: Neapel 1836


    PERSONEN DER HANDLUNG

    Daniele, ein junger Bauer, Tenor

    Max, Sergeant der Schweizer Armee, Bariton

    Betly, seine Schwester, Sopran

    Landleute, Schweizer Soldaten,


    Ort und Zeit der Handlung: Im Schweizer Kanton Appenzell, 19. Jahrhundert



    Im Innern einer Berghütte

    Junge Hirten und Hirtinnen suchen Betly und ihren Verehrer Daniele, mit dem sie sich einen Scherz erlaubt haben. Als diese nicht anwesend sind, ziehen sie weiter zum Markt und wollen auf dem Rückweg wiederkommen.

    Betly tritt ein und besingt in einer Arie ihre Freiheit und dass selbst die Liebe eines Mannes ihr diese nicht rauben könne. Sie könne einem solchen jederzeit die Tür weisen.

    Daniele kommt freudestrahlend herein. Er habe nicht schlafen können vor Freude über einen (vermeintlich) von Betly geschriebenen Brief. Betly ihrerseits hat einen Brief von ihrem Bruder Max erhalten, der zum Militär gegangen ist und den sie seit 15 Jahren nicht gesehen hat. Sie erzählt, wie er sich damals verabschiedet und versprochen habe, auf ihrer Hochzeit zu tanzen. Das tut Daniele leid, denn wenn sie heute Abend heiraten, wäre er ja wohl noch weit weg. Wie? Heiraten? Das ist ihr neu.

    Da zeigt Daniel ihr den Brief mit ihrer Unterschrift. Sie erklärt ihm, dass dies wohl ein Scherz sei, denn sie habe den Brief nicht geschrieben. Daniele ist zerschmettert. Er hat bereits einen Heiratsvertrag aufsetzen lassen, viele Einladungen verschickt. Auch eine Menge Vieh hat er schlachten lassen. Sie will ihre Freiheit wahren und schickt ihn fort. Daniele verabschiedet sich daraufhin von Betly. Verzweifelt und gedemütigt will er sich ertränken.

    Man hört eine Trommel. Max kommt mit anderen Soldaten und freut sich, die Heimat wiederzusehen.

    Da kommt Daniele noch einmal herein. Er bietet Max an, sich seiner Truppe anzuschließen. Nebenbei erzählt er ihm von seiner Liebe und wie er abgewiesen wurde. Hierdurch erfährt Max auch, dass dies die Hütte seiner Schwester ist. Er schickt Daniele fort, seine Papiere zu holen, damit er ihn in die Armee aufnehmen könne. Daniel geht.

    Max sieht seine Schwester kommen und erkennt sie. Er befiehlt den Soldaten, im Haus nach Nahrungsmitteln und Getränken zu suchen. Die Soldaten stimmen ein Trinklied an. Dann kommt Betly herein und beschwert sich bei dem Sergeanten (Max) über die Plünderung. Max gibt sich noch nicht zu erkennen und weidet sich erst einmal an der Verzweiflung seiner Schwester. Inzwischen verkünden die Soldaten, dass das Mahl bereitet sei und ziehen sich mit Max zum Essen zurück. Betly bleibt verzweifelt zurück. Wäre doch jetzt Daniele hier, der ihr Hilfe leisten könnte!

    Dieser trifft auch wie gerufen ein, bewaffnet mit einem langen Schwert, das, wie er Betly erklärt, noch von seinen Urgroßvater stamme. Außerdem hat er Gepäck bei sich, das er bei den Soldaten ja brauche. Er erklärt Betly, dass er hier auf einen Sergeanten warte und sich für den Militärdienst beworben habe. Nie wieder werde er zu ihr zurückkehren. Er gibt ihr den Hochzeitsvertrag und einen Umschlag mit seinem letzten Willen, den sie öffnen soll, wenn er nicht mehr lebe. Als er Abschied nehmen will, bittet sie ihn, noch bis morgen früh zu bleiben und führt ihn in einen Nebenraum. Da hört man hinter der Bühne das Gegröle der Soldaten. Betly ruft Daniele und bittet den Eintretenden, bei ihr zu bleiben. Sie weist dem Müden einen Stuhl an, auf dem er einschlafend ihr noch einmal seine Liebe gesteht. Sie versucht ihn wach zu halten. Langsam erwachen in ihr Gefühle für Daniele. Während des anschließenden Duetts nimmt sie einen Stuhl und rückt damit immer näher an Daniele heran.

    Max schleicht, leicht betrunken, herein. Er will sich für die gute Bewirtung, die sich die Soldaten selbst haben angedeihen lassen, bedanken. Betlys Ehemann werde wohl nichts dagegen haben. Betly erklärt, dies sei nicht ihr Ehemann, sondern nur ihr Liebhaber. Da Daniele nun seine Angebetete nicht verlassen will, fordert ihn Max zu einem Duell um Mitternacht und geht ab.

    Daniele verabschiedet sich von Betly, die ihn ja nun nicht mehr brauche.

    Max kommt noch einmal herein, lächelt heimlich über die Verliebten, tut aber dann ernst und erinnert Daniele daran, dass die Mitternachtsstunde geschlagen habe. Da erklärt Betly, der Sergeant könne ihn ihr nicht wegnehmen. Daniele sei ihr Ehemann.

    Daniele hat inzwischen seine Ausrüstung geholt. Als Max fragt, wer denn die Ehefrau sei, sagt Betly, das sei sie selbst. Max will den Ehevertrag sehen. Daniele gerät noch einmal in Verlegenheit, da dieser nur seine Unterschrift trägt. Aber Betly händigt Max den Vertrag aus, den sie heimlich unterschrieben hat. Fehlt nur noch die Unterschrift ihres Bruders.1) Da unterschreibt Max und gibt sich zu erkennen. Die Geschwister fallen sich in die Arme. Max ruft die Soldaten herein und alle singen ein Loblied auf die Liebe.


    1) zu der Zeit war es üblich, dass der Vater oder der Bruder den Heiratsvertrag mit unterschreiben musste

    Hier möchte ich noch zwei weitere Raketen zum Operetten-Feuerwerk steigen lassen:

    1. Das Lied des Styx aus "Orpheus in der Unterwelt" >Als ich noch Prinz war von Arkadien< mit Theo Lingen, hier konzertant. Besonders reizvoll aber finde ich die Szene in der Verfilmung der Inszenierung der Hamburgischen Staatsoper aus 1971, wo Styx allerdings ehemals König der Spartaner war



    2. Das Lied des Paris aus "Die schöne Helena" von Jacques Offenbach >Auf dem Berge Ida< mit René Kollo



    Liebe Grüße

    Gerhard

    Anmerkungen:


    Die Geschichte spielt im Hundertjährigen Krieg zwischen England und Frankreich (1337 - 1453). König Eduard III von England war der Sohn Eduard II und Isabellas von Frankreich. Der Krieg wurde ausgelöst, als Philipp VI von Frankreich in die von seiner Mutter ererbten Lehen Eduards einbrach. Anfangs blieb Philipp siegreich. 1341 wurde ein Waffenstillstandabkommen geschlossen. Aber 1346 landete Eduard erneut in Frankreich und schlug das französische Heer vernichtend bei Crecy. Seit 1346 belagerte er dann Calais als wichtige Hafenstadt. Da diese stark verteidigt wurde, wollte er sie aushungern. Philipp gelang es wegen der Schwierigkeiten des Geländes nicht, die Stadt zu entsetzen. Auch eine ausreichende Versorgung über den Hafen, der blockiert war, gelang nicht. Eduard verlangte für eine ehrenvolle Kapitulation der Stadt sechs Geiseln, die gehängt werden sollten. Der Königin Philippa von Hennegau gelang es aber, dass er ihr die Geiseln übergab, die sie freiließ.

    Der Beschreibung wurde nach dem Libretto von Cammarano (Originalfassung) erstellt. Diesem Libretto liegen verschiedene literarische Vorlagen zugrunde. Er verfasste es nach dem gleichnamigen Drama von Luigi Marchionni, das wiederum auf den französischen Schauspiel Eustache de Saint Pierre ou Le Siege de Calais basiert. Auch dieses geht zurück auf ein Drama von Pierre-Laurnet Buirette de Belloy. Da Cammarano sich nicht mit der Historie auseinandersetzte, kam es z.B. dazu, dass die Königin nicht Philippa, sondern Isabella heißt, die in Wirklichkeit Eduards Mutter war.

    Entsprechend der damaligen Tradition wurde der junge Held Aurelio für einen Mezzosopran komponiert. Für eine Aufführung in Paris, die aber nicht zustande kam, wollte Donizetti sie jedoch für einen Tenor umschreiben. Auch gibt es Aufzeichnungen von ihm, mit denen er die Oper in eine zweiaktige Fassung bringen wollte, weil er merkte, dass der dritte Akt die Wirkung des Werks minderte. Dabei wurde der Auftritt des Königs mit der Forderung nach den Geiseln in den ersten Akt verlegt, die Königin und das glückliche Ende gestrichen. Nach diesen Aufzeichnungen wurde die zweiaktige Fassung 2013 von der English Touring Opera neu gestaltet.

    Die Originalfassung wurde bis 1840 in Neapel gespielt. Danach geriet die Oper in Vergessenheit. In neuerer Zeit wurde sie 1988 für die CD aufgenommen, 1990 beim Donizetti-Festival in Bergamo, 1991 beim Wexford-Festival und 2008 konzertant im Musiktheater im Revier, Gelsenkirchen, aufgeführt.

    Die Einspielung von 1988 gibt es auf folgender CD

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    Auf youtube gibt es eine Gesamtaufnahme der Aufführung der English Touring Opera, die von arte concert aufgezeichnet wurde, und verschiedene Einzelmelodien aus dieser Oper. Eine Aufzeichnung auf DVD habe ich nicht gefunden.