Beiträge von Gerhard Wischniewski

    Anmerkungen:

    Die Inhaltsangabe entstand anhand der Inszenierung der Originalversion (1863) nach Marius Petipa durch das Kirov-Ballett (Mariinsky-Theater St. Peterburg). Diese ist auf folgender DVD zu bewundern:

    In späteren Choreografien wurde die Handlung teilweise verändert und erweitert. Die Musik wurde um Melodien von anderen Komponisten, u.a Delibes, Pugni, Drigo erweitert.

    So gibt es eine dreiaktige Fassung ohne Prolog und Epilog, deren erster Akt mit dem Geschehen auf dem Sklavenmarkt beginnt. Hier ist Médora das Mündel Lankedems. Sie wirft Conrad, der sich mit seinen Korsaren auch auf dem Markt befindet, vom Balkon einen sogenannten „Selam“ zu (einen Blumenstrauß, in dem jede Blume eine besondere Bedeutung hat), an dem er ihre Liebe erkennt. Lankedem will sie zunächst nicht verkaufen, aber der Pascha bietet einen so hohen Preis, dass er nicht widerstehen kann. Bei einem allgemeinen Tanz, an dem auch Médora teilnimmt, entführen die Korsaren die Mädchen und nehmen auch Lankedem gefangen. Gulnara taucht erst im dritten Akt auf.

    Der zweite Akt entspricht dem Geschehen der 2. Szene des Originals.

    Vom dritten Akt gibt es verschiedene Versionen:

    a) Gulnara ist die Favoritin des Pascha. Doch als Lankedem Médora hereinführt, flammt seine Begeisterung für diese wieder auf. Er lässt sie in seine Privatgemächer führen. Als er ihr nacheilen will, hält Gulnara ihn auf und verspottet ihn ein wenig.

    Dann tauchen die Pilger auf. Nach dem Abendgebet erfolgt die Balletteinlage „Jardin animé“(Das heißt soviel wie „belebter Garten“. Das ist ein Ballett innerhalb des Balletts „Der Korsar“,das der Pascha zu Ehren der Pilger gibt, und in dem die Tänzerinnen Blumen, Springbrunnen u.ä. Darstellen. Damit bietet sich die Möglichkeit einer Reihen von Schautänzen des Ensembles). Am Ende dieser Einlage entpuppen sich die Pilger als die Korsaren. Alles flieht. Medora kommt und weist auf ihren Entführer hin. Es kommt zum Kampf, in dem Conrad Lankedem erschießt.

    Als letztes Bild des dritten Aktes sehen wir das Korsarenschiff im Sturm. Alle Korsaren gehen über Bord, nur Médora und Conrad bleiben am Leben und stranden vor einem Felsen. Eine solche Version findet man als Aufführung aus Samara auf youtube:

    b) In der ersten Szene im Palast des Paschas gelingt es den Garden des Paschas, die Korsaren zu überwältigen. Conrad wird zum Tode verurteilt.

    In der zweiten Szene in einem Privatgemach des Palasts findet die Hochzeit des Paschas statt. Médora hat dem Drängen des Paschas unter der Bedingung nachgegeben, dass er Conrad die Freiheit gibt. Der Hochzeitszug naht, aber unter dem Schleier der Braut hat sich Gulnara verborgen. Nach der Trauung steckt der Pascha der Braut einen Ring an den Finger.

    Später lässt man die echte Médora mit dem Pascha allein. Es gelingt ihr, dem Pascha den Dolch und seine Pistole abzunehmen, indem sie vorgibt, dass die Waffen sie ängstigten. Seid gibt ihr sein Taschentuch als Zeichen der Liebe. Wie zum Spaß bindet sie damit seine Hände zusammen. Dann erscheint Conrad. Médora übergibt ihm den Dolch des Paschas. Als dieser um Hilfe rufen will, richtet sie die Pistole auf ihn, damit er schweigt. Médora und Conrad entfliehen.

    Auf den Hilferuf des Paschas hin stürzt Gulnara in das Gemach. Sie zeigt ihm den Ring, den er ihr an den Finger gesteckt hatte, und beweist ihm damit, dass sie seine rechtmäßige Frau ist.

    Die dritte Szene auf dem Schiff wird in dieser Version etwas ausführlicher erzählt. Die Korsaren feiern ihre Befreiung, nur Birbanto bleibt gefesselt. Auf Médoras Bitte vergibt Conrad dem Verräter und befreit ihn. Während des aufkommenden Sturms versucht Birbanto jedoch, erneut eine Meuterei anzuzetteln. Conrad wirft ihn über Bord. Plötzlich hört man Krachen und Bersten. Das Schiff zerschellt an einem Felsen. Als der Sturm nachlässt, sieht man Médora und Conrad, die allein übrig geblieben sind. Sie erklimmen den Felsen und danken Gott für ihre Rettung.

    Die Einlage „Jardin animé“ wird als eigenständiges Ballett oft unabhängig von der Haupthandlung des „Korsars“ zusammen mit anderen kurzen Balletten gegeben. In manchen Inszenierungen wird dieses Zwischenspiel auch als Traum Conrads eingefügt.

    Weitere Ausgaben des Balletts auf CD und DVD:

    Adolphe Charles Adam ( 1803 – 1856 ) u.a.

    Le Corsaire

    (Der Korsar)


    Ballett in einem Prolog, drei Akten und einem Epilog

    Uraufführung: Paris 1856

    Libretto: Jules Henri Vernon de Saint Georges nach Lord Byron


    PERSONEN DER HANDLUNG

    Conrad, Anführer der Korsaren

    Médora, Mädchen aus Griechenland

    Gulnara, ihre Freundin

    Seid, türkischer Pascha

    Lankedem, Sklavenhändler

    Ali, Korsar

    Birbanto, Korsar

    Frauen verschiedener Länder, Odalisken 1), Eunuchen 2), Korsaren, Händler


    Ort und Zeit der Handlung: Griechenland zur Zeit der türkischen Herrschaft (1453 - 1828)


    INHALTSANGABE


    PROLOG

    Die Korsaren geraten auf hoher See in einen Sturm. Das Schiff zerschellt schließlich an der griechischen Küste.


    ERSTER AKT

    1. Szene: An einem Strand in Griechenland

    Die Korsaren haben sich an Land gerettet und suchen ein Versteck auf. Der Sklavenhändler Lankedem tritt auf und sucht nach menschlicher Beute. Als er fort ist, kommen junge Griechinnen – unter ihnen Médora und Gulnara – und vollführen einen fröhlichen Tanz. Dann entdecken sie die erschöpften Korsaren und wollen ihnen helfen. Der Anführer der Korsaren, Conrad, und Mèdora verlieben sich sofort ineinander.

    Plötzlich kommt Unruhe auf. Die Mädchen verstecken die Korsaren.

    Lankedem erscheint mit einer Schar Türken, die er dafür bezahlt, dass sie die Mädchen fangen und entführen. Die Korsaren, die das Geschehen verfolgt haben, beschließen, die Mädchen zu befreien.


    2. Szene: Auf dem Sklavenmarkt

    Hier herrscht buntes Treiben. Lankedem winkt die Käufer herbei, unter ihnen auch Pascha Seid. Er präsentiert ihnen nun die von ihn entführten Mädchen aus verschiedenen Ländern. Doch der Pascha zeigt kein Interesse an diesen. Erst als Lankedem Gulnara vorführt, ist der Pascha sofort begeistert. Er kauft sie und lässt sie in seinen Harem bringen. Doch Lankedem hat noch eine weitere Überraschung für Seid: Médora. Da schmilzt der Pascha völlig dahin und bietet einen hohen Preis. Aber da taucht ein vermummter Fremder im Paschakostüm auf, der ihn überbietet. Dieser gewinnt Médora und gibt sich ihr als Conrad zu erkennen. Die mit ihm gekommenen Korsaren werfen ihre Verkleidung ab. Conrad und Medora verschwinden schleunigst, gefolgt von den Korsaren und den anderen gefangenen Griechinnen. Sie nehmen auch Lankedem als Gefangenen mit. Zurück bleibt der Pascha mit den zu spät kommenden türkischen Wachen.


    ZWEITER AKT

    In der Höhle der Korsaren

    Die Mädchen erfreuen sich ihrer neugewonnenen Freiheit. Die Korsaren haben außerdem reiche Beute gemacht. Lankedem wird in Fesseln hereingeschleppt.

    Es folgen einige Freudentänze, bei denen sich Médora und Conrad ihre Liebe gestehen und Ali sich zum treuen Diener Médoras erklärt.

    Die Mädchen bitten Médora, bei Conrad ihre Freilassung zu erwirken und Conrad stimmt zu. Das gefällt den anderen Korsaren nicht, die die Mädchen für sich beanspruchen. Unter der Führung von Birbanto kommt es zur Meuterei. Conrad und Ali können jedoch Birbanto bezwingen. Dann gehen Conrad, Ali und Médora davon.

    Birbanto will jedoch nicht aufgeben. Der gefesselte Lankedem kommt hinzu und verspricht den Meuterern im Gegenzug für seine Freilassung eine Flüssigkeit, die, auf Blumen geträufelt, sofortigen Schlaf verursacht. Birbanto löst Lankedem die Fesseln und probiert sofort das Rezept. Er gibt Lankedem den mit dem Gift getränkten Blumenstrauß. Alle gehen ab.

    Médora und Conrad kommen. Es folgt eine Liebesszene, an deren Ende Lankedem herbeischleicht. Er überredet Médora, Conrad den Strauß als Zeichen ihrer Liebe zu überreichen.

    Conrad riecht an den Blumen und fällt sofort in tiefen Schlaf. Médora, die Hilfe rufen will, sieht sich plötzlich von Korsaren umringt, die sie aufhalten. Es gelingt Lankedem, Médora zu ergreifen und zu entführen. Als Conrad erwacht, berichtet ihm Ali von der Entführung Médoras. Er ist verzweifelt.


    DRITTER AKT

    Im Harem des Pascha

    Gulnara ist zur Lieblingsfrau des Pascha geworden.

    Lankedem kommt und führt zunächst einige Odalisken vor, mit denen der Pascha aber nichts zu tun haben will. Schließlich bringt er Médora herein. Der Pascha gerät sofort wieder in Begeisterung. Die betrübte Médora tröstet sich ein wenig, als sie ihre Freundin Gulnara hier antrifft.

    Hier folgt als Zwischenspiel der sogenannte „Jardin animé“, in dem verschiedene Schautänze des Ensembles vorgeführt werden.

    Als danach Lankedem und der Pascha das Geschäft abschließen wollen, wird eine Schar Pilger gemeldet. In dieser Verkleidung stecken Conrad und seine Korsaren.

    Da es gerade Zeit des Abendgebetes ist, übernimmt Conrad die Führung der Zeremonie. In einem geeigneten Moment kann er sich Médora und Gulnara zu erkennen geben. Am Ende des Gebetes werfen die Korsaren ihre Verkleidung ab. Sie machen den Pascha und seine Leute kampfunfähig, nehmen Lankedem gefangen und entführen die Frauen.


    EPILOG

    Man sieht die Korsaren, Médora und Gulnara auf einem Schiff im Aufbruch zu neuen Abenteuern.


    1) Sklavinnen in einem türkischen Harem

    2) kastrierte Haremswächter

    Hier wird doch wirklich mit Kanonen aus Spatzen geschossen!

    Dr. Kaletha hat ja selber gesagt, dass er den besagten Artikel nicht gelesen habe. Abgesehen von dem Satz, dass die "Regenbogengruppe" nun auch in Bayreuth Einzug gehabt habe, und ein paar leichten Angriffen auf die Dragqueen finde ich nichts, was gar den Begriff "Schmutzseite" rechtfertigen würde.

    Der ganze Artikel schildert in (zu!) ausführlicher Weise den Gegensatz zwischen Wagners Text und dem Dargebotnen auf der Bühne.

    Was soll also die ganze Aufregung hier?

    Lieber MJoho,


    das finde ich auch. Hier versucht man krampfhaft - wie so häufig - in einen Text etwas hineinzudichten, was so nicht drin ist, und Einzelne, die sich garnicht damit beschäftigt haben, müssen natürlich überall ihren Senf dazugeben. Was daraus geworden ist, kann ich nur als lächerlich empfinden.

    Manche können es einfach nicht ertragen, wenn auf - bewusst - satirische Weise, die ganze Diskrepanz zwischen dem Text und Inhalt des Werkes und der Verwirklichung auf der Bühne "aufs Korn genommen" wird. Ich schätze diese anschauliche Darstellungsweise sehr. Und ich denke, dass viele Leser das richtig verstanden haben.

    Es ist schon ein Zeichen des Niedergangs, wenn man früher auf Karten zehn Jahre anstehen musste und sich heute nicht mehr alle Karten verkaufen lassen. Vielleicht gehören solche "Fest"spiele bald der Vergangenheit an.


    Liebe Grüße

    Gerhard

    Es war wohl zu erwarten, dass der Hinweis auf die Telezeitung-online, die den horrenden Unsinn aus Bayreuth sehr anschaulich schildert und mit dem Text des Werkes vergleicht, einige Leute hier wieder in helle Aufregung bringen würde. Es war auch zu erwarten, dass sie wieder einmal nach dem berühmten "Haar in der Suppe" fahnden würden. Dass sie es aber schaffen, einen solch lapidaren Hinweis von einem Moderator löschen zu lassen, ist in meinen Augen schon ein recht starkes Stück. Ich hege schon seit langem den Verdacht, dass sie - wie LaRoche es anscheinend auch so sieht - Angst vor anderen Meinungen haben. Für mich war der Artikel durchaus lesenswert.


    Liebe Grüße

    Gerhard

    Dass hier reine Verweise auf eine Schilderung, die im öffentlichen Netz nachzulesen ist, auf Grund des Einspruchs eines Andersdenkenden gelöscht werden, zeugt tatsächlich von einer neuen Tendenz im Forum, möglichst die freie Meinung derjenigen, die solche Verunstaltungen ablehnen, zu unterdrücken. Dann ist das tatsächlich - wie von MJoho gesehen - ein Grund, aus diesem Forum auszuscheiden. Die von Rheingold genannte Passage unbedingt als homophob einstufen zu wollen, scheint mir doch erheblich übertrieben. Wer aber das Ganze nachlesen möchte, braucht nur unter http://www.telezeitung-online.de zu suchen (z.B. Tannhäuser unter 27 Juli). Ich bin gespannt, ob dieser Hinweis nun auch wieder gestrichen wird.

    Lieber Fiesco,


    worin siehst du einen Widerspruch, wenn ich reinen Inhalt und Hintergrundwissen in zwei getrennte Beiträge auftrenne. Bitte begründe das einmal näher!

    In weiteren Beiträgen hat jedes Mitglied Gelegenheit, zusätzliches Hintergrundwissen einzufügen, was sicherlich auch erwünscht ist

    Und wer hat es dir eigentlich verleidet, im Opernführer Beiträge zum Hintergrund der Oper oder zur Diskografie zu leisten?

    Jedes Mitglied hat doch das Recht, seinen Beitrag zu leisten. Im Opernführer sollte allerdings nur Wissen über die Oper stehen und keine Diskussion geführt werden. Ich freue mich schon auf deine ergänzenden Beiträge.


    Liebe Grüße

    Gerhard

    Hier im Forum werden Korrekturen bei Einträgen im Opernführer vorgenommen, mich pers.interressiert das überhaupt nicht, aber es soll euer Spass sein! ;)

    Viel wichtiger meiner bescheidenen Meinung nach, wäre mehr Hintergrundwissen zu den Inhalten, die stehen da wie ......! Da kann man ja bei Tante Wiki mehr erfahren!

    In der letzten Zeit hat sich da ja, Gottseidank einiges getan, aber bei den älteren Beiträgen, egal von wem sieht das sehr lieblos aus!


    LG Fiesco

    Lieber Fiesco,


    ich denke, dass das Korrigieren schon seine Berechtigung hat, denn manche Inhaltsangaben werden ja, wie du aus der Zahl der Zugriffe sehen kannst, auch von einer Reihe von Besuchern gelesen, und da ist es gut, wenn der Text korrekt und für alle verständlich ist. Deshalb freue ich mich, dass zwei Mitglieder die Inhaltsangaben so intensiv lesen und dort, wo es kleine Verständnisschwierigkeiten gibt, Verbesserungsvorschläge machen. Das braucht dich aber auch nicht zu interessieren.

    Was das Hintergrundwissen und die Hinweise zur Diskografie betrifft, habe ich mich die letzte Zeit bemüht, kurze Angaben zu machen. Anders als in meinen ersten Beiträgen habe ich diese später in einem zusätzlichen Beitrag aufgeführt. So kann derjenige, der sich vor einer Aufführung nur über den Inhalt informieren möchte, den reinen Inhalt lesen, der interessierte Leser in weiteren Beiträgen einiges Hintergrundwissen erfahren. Natürlich fehlen solche Beiträge auch bei meinen älteren Beiträgen, wobei damals Harald Kral und andere häufig zusätzliche Beiträge geliefert haben. Es hat aber niemand etwas dagegen, wenn du hier kreativ mitwirken und dadurch den Opernführer bereichern würdest. Also ran!

    Ein interessierter Leser weiß aber auch wohl, dass es zu vielen Opern auch ein gewisses Hintergrundwissen im Internet zu finden gibt. Es ist schon reichlich Arbeit, sich mit den - meist fremdsprachigen - Texten auseinanderzusetzen, um eine Inhaltsangabe zu erstellen. Mir selbst liegt es nicht so sehr, das Wissen, das schon bei Wikipedia steht, abzuschreiben.

    Sonstige Diskussionen sollten aber im Opernführer nicht geführt werden. Dazu sollten andere Themen dienen.


    Liebe Grüße

    Gerhard

    Lieber Joseph II,


    danke, dass du daran erinnert hast. Ich denke auch fast täglich an ihn, weil ich ihm hier auch laufend begegne, vor allem, wenn ich an meinen Inhaltsangaben im Opernführer arbeite, wo Harald immer zusätzliche Angaben und Hinweise zur Diskografie geliefert hat. Und erst heute haben wir an ihn gedacht, als ich mit meiner Frau in dem Lokal gegessen haben, wo wir uns auf seinen Wunsch mit ihm und mehreren Taminos kurz vor seinem Tode noch einmal getroffen haben

    Er hat auch viele andere Themen eingeleitet und sein Portrait ist daher auch immer wieder zu sehen, wenn jemand eines dieser Themen ansteuert. Ich glaube, viele Mitglieder im Forum vermissen ihn mit seinem umfangreichen und sachkundigen Wissen in allen Bereichen sehr. Mir war er ein lieber Freund wie auch Hans Mikl, der seine umfangreiche Musiksammlung damals gekauft hatte, und der nun leider auch nicht mehr lebt. Ich werde gleich morgen wieder einmal an Haralds Witwe schreiben.


    Liebe Grüße

    Gerhard

    Ich erwarte auch nicht, dass die Befürworter des Regisseurstheaters jemals meiner Meinung werden, aber ich sehe dasselbe Recht, auch hier meine Meinung - der übrigens sehr viele sind - zu vertreten. Und ich habe da schon viel krassere Meinung über diese Unsitte gehört.

    Die Wortwahl in einer Sache ist recht harmlos gegen die, die einige hier einzelne Mitglieder gegen andere Mitglieder (das ist jetzt nicht auf dich gemünzt) erlauben. Selbst das Wort "Machwerk" für manche Inszenierungen ist noch viel zu harmlos, wenn ich betrachte, wie "Der Freischütz" z.B. in der Komischen Oper Berlin oder in der Staatsoper Hannover total verhunzt wurde (wo in Berlin Max in der Wolfsschluchtszene ein Brautpaar umbringt, sich nackt ausziehen muss, während des ganzen dritten Aktes nackt herumlaufen muss, an Ende seine Braut erschießt und dann selbst erschossen wird, bzw. in Hannover in Hintergrund Projektionen von Penissen und Vaginas gezeigt werden, der Jägerchor von zwei als Wildecker Herzbuam verkleideten Männern gesungen wird, dieser blöde Pokemon die Oper zerredet usw., die Schulen, in denen "Der Freischütz noch Lehrstoff ist, ausgeladen werden mussten) Ähnliches gilt z.B. für eine Inszenierung des "Tannhäuser" in Düsseldorf, wo der Venusberg im KZ spielt und diese Inszenierung nach der Premiere abgesetzt werden musste und nur noch konzertant durchgeführt werden durfte. Aber von diesen Inszenierungen hast du sicher auch noch nichts gehört, gesehen oder gelesen. Einiges davon (harmlosere Entstellungen) kannst du noch auf youtube nachvollziehen.

    Das alles aber dürfte hier nicht stehen, wo eigentlich keine Kommentare vorgesehen sind. Leider fällt mir kein Thema unter "Regietheaterforum" ein. wo ich auf die wiederum hier angefachte unzulässige Diskussion hätte antworten können.

    Leider habe ich ausser dem elektrischen Lohengrin keine der genannten Inszenierungen gesehen. Manches von dem, was Du nennst, klingt tatsächlich albern. Vielleicht würde ich diese Inszenierungen auch insgesamt unverständlich oder doof finden. Ich würde aber sicher nicht verächtlich von "Machwerk" und "Verunstaltung" sprechen, übrigens auch nicht von "Müll" in Bezug auf einzelne Arien. Diese abwertende Sprache ist nicht nötig, nicht konstruktiv, nicht hilfreich, um vernünftig zu diskutieren.

    Ich muss eines betonen: Es geht hier lediglich um die Inszenierung, nicht um den Gesang. Über die Sänger und das Dirigat zu urteilen - das habe ich schon häufiger hier gesagt - maße ich mir nicht an. Und da gehen ja auch hier im Forum die Meinungen oft weit auseinander. Allerdings muss ich in Bezug auf die Musik auch sagen, dass mir die Freude daran genommen wird, wenn das Bild nicht dazu passt. Im Fernsehen habe ich dann zwar noch die Chance, das Bild abzuschalten und die Musik, die ich ohnehin immer über die Stereoanlage höre, weiterhin zu hören. Wenn ich aber ins Opernhaus gehe, will ich nicht - wie früher schon einmal geschehen - mit geschlossenen Augen den ganzen Abend durchstehen. Und die Behauptung, dass ich von einer Arie o.ä. jemals von Müll gesprochen habe, müsstest du mir erst einmal nachweisen.

    Aber einige wenige, die hier solche Inszenierungen verteidigen, sagen - ähnlich wie du jetzt - immer dann, wenn sie auf konkrete Teile angesprochen werden, dass sie die Inszenierungen selbst leider nicht gesehen haben, die sie aber trotzdem verteidigen.

    Wer also ein Urteil abgeben will, kann sich einige dieser Inszenierungen aber hier in diesem Thema ansehen, wo Trailer, Bilder, Trailer und sogar ganze Inszenierungen verlinkt sind. Darüber hinaus gibt es die Mediatheken und nicht zuletzt youtube, bei denen man sich informieren kann. Ich denke, das Meiste, zu dem ich die Fragen gestellt habe, gibt es hier in diesem Thema oder in den genannten Quellen noch zu sehen.

    Wer also Stellung dazu nehmen will, sollte sich auch wenigstens einen Querschnitt oder zumindest ein Bild, auf dem man oft auch eindeutig erkennen kann, dass hier wieder einmal das Werk entstellt wurde, davon angesehen haben oder auch die Beschreibung der Inszenierung in der Presse gelesen haben.

    Und solche Mätzchen, wie ich sie dir in den Fragen gestellt habe, sind für mich Verunstaltungen des Werks, und da sage ich auch weiterhin ganz eindeutig meine Meinung, die auch die Meinung vieler ist, ohne jegliche Beschönigung.

    viel Konkretes finde ich in den letzten Postings auch nicht.

    Viel Konkretes, das für den Opernfreund unverständlich bleibt, ist hier in den letzten Jahren aufgeführt worden. Auch gerade in diesem Thema gibt es ja genügend Beispiele, die Fragen nach dem Sinn der Inszenierung aufwerfen und die uns, die eine Abneigung gegen diese Verschandelungen der Meisterwerk haben, keiner der Verteidiger des Regisseurstheater jemals erläutern konnte. Aber vielleicht kannst du es ja.

    Fangen wir mit ein paar Beispielen an:

    Was sollen uns die Smartphones und die nervigen Projektionen in einem Stück aus dem 14. Jahrhundert sagen?

    Was hat Rigoletto oder Tannhäuser im Zirkusmilieu zu suchen (und das ist bei Rigoletto nicht das erste Mal)?

    Wie erklärst du einem normal denkenden Menschen, wenn Don Quichotte statt mit dem Schwert gegen Windmühlen mit der Klosettbürst gegen einen Ventilator kämpft?

    Welche Bedeutung haben Ratten, scheußliche Embrios, Klassenzimmer, Baustellen, ein Transformatorhäuschen im Lohengrin?

    Was sagen uns Klosettschüsseln im Maskenball?

    Lassen wir es erstmal bei diesen fünf Fragen. Wir haben die Verteidiger solcher Inszenierungen, die wir nur als Schwachsinn betrachten können, schon häufiger um konkrete Erklärungen gebeten, ohne jemals eine zu erhalten. Wenn du das alles ja verstehst, dann fang' schon mal mit den Erklärungen an. Wenn wir die Erläuterungen von dir erhalten haben, werde ich weitere Fragen stellen. Also, wie früher schon häufiger hier gesagt, "Butter bei die Fisch".

    Lieber Adriano,


    danke für deine Ehrlichkeit. Ich stehe - wie wohl die meisten - voll auf deiner Seite. Lass dich in deiner Meinung nicht von ein paar Leuten beirren, die in der Sache selbst nichts Konkretes beitragen können, aber immer wieder nur persönlich angreifen wollen. Ich werde auch immer wieder angegriffen, ein "Hochintellektueller" hat mich in einer Ferndiagnose sogar für "hirntot" erklärt. Aber was macht es. Ich fühle mich - trotz meines Alters - noch sehr lebendig.

    Ich weiß zwar nicht, wie alt du bist, aber ich weiß, dass die Ablehnung dieser Verunstaltungen nicht vom Alter abhängig ist, denn es gibt und gab - auch hier im Forum eine Reihe junger Leute, die sich gegen die Entstellung der Meisterwerke wehrten und noch wehren. Und in Meiner Umwelt erlebe ich immer wieder, wie groß die Ablehnung ist.

    Hier im Forum wollen wir nichts anderes, als unser Recht auf die echten Werke betonen. Keineswegs wollen wir den Liebhabern der gefälschten Werke ihren Anteil nehmen, wenn diese Werke nicht unter dem guten Namen und Titel der Originalwerks vertrieben und die Fälschungen eindeutig gekennzeichnet werden, so dass jeder Opernfreund sofort erkennen kann, was ihm hier geboten wird. Ich würde es z.B. nie wagen, in Deutschland oder seinen Nachbarländern eine Premiere zu besuchen. Man liest Name und Titel und erwartet das echte Werk und dann wird wieder so eine langweilige Inszenierung in den Alltagsklamotten aus der Wühlkiste, die wir täglich um uns herum sehen können, oder Nazi- bzw. ähnlichen Uniformen gezeigt, die weder mit Text noch Musik etwas zu tun haben. Und meist ist es auch wieder nach demselben Schema inszeniert (Altenheim, Psychiatrie, Fitnessstudio und vor allen der bei Regisseuren wohl sehr beliebte Zirkus oder die Nazis). Du hast Recht, "an den Haaren herbeigezogen", "Regietheater-Quatsch", selbst "Verunstaltung" sind noch viel zu milde Ausdrücke für diesen Schwachsinn.

    Aber nun sind wir leider wieder ins Diskutieren geraten, was hier eigentlich nicht sein sollte.


    Liebe Grüße

    Gerhard

    Lieber Gerhard, darum ging es gar nicht in meiner Frage, sondern darum ob ihr immer die Gleiche Inszenierung sehen wollt und von Feindschaft war auch nicht die Rede, da ich jedem seine Meinung und Einstellung gônne.


    Lieber Rodolfo,


    ich weiß nicht, was du willst. Wenn du einmal richtig hinschaust, ist mein Beitrag 1649 eine Antwort auf Wokas Beitrag 1646 und dieser auch ausdrücklich von mir dort angesprochen.

    Ich will dir aber die schon mehrfach ausgesprochene und auch schon mehrfach beantwortete Frage

    Wollt ihr wirklich immer nur das Gleiche sehen, wenn werkgerecht inszeniert werden soll ? Das wird doch auf Dauer langweilig, so eine Aida oder Traviata zu sehen.

    gerne noch einmal ausführlicher beantworten:

    Ich habe mir, als ich noch ins Theater ging, bei 5 bis 6 Veranstaltungen im Jahr, die ich mir leisten konnte, möglichst immer unterschiedliche Werke ausgesucht, weil ich im Bereich der Oper vielseitig interessiert war. Dennoch war es unvermeidlich,dass man im Laufe eines langen Lebens aus wieder einmal eine andere Inszenierung desselben Werkes gesehen hat - und gerne einmal wieder sah. Es waren aber immer werkgerechte Inszenierungen, auch wenn sie sich in Kulisse, Kostümen und Sängern und Darstellungsweise voneinander unterschieden.

    Erst als das Regisseurstheater auch hier eindrang, habe ich mein Abonnement gekündigt. Dafür gab es, wenn auch als nicht vollwertigen Ersatz, das Fernsehen, die Aufnahmemöglichkeit auf Band und später auf DVD. So konnte ich im Laufe der Jahre durch eigene Aufnahmen und Tausch mit einem Schulfreund und einigen Freunden hier im Forum (leider sind Einige davon inzwischen verstorben) und Zukauf einiger Ausgaben eine DVD-Sammlung von weit über 200 Titeln(teilweise auch selten gespielten Werken) anlegen. Natürlich gibt es dabei auch einige Standardwerke, die ich in mehreren werkgerechten Inszenierungen besitze. Ich kann dir schwören: Keine gleicht der anderen, alle halten sich an die Handlung des Werkes und mir ist beim Anschauen - auch von 5 oder 6 verschiedenen Aidas oder Traviatas nicht ein einziges Mal langweilig geworden. Im Gegenteil: Ich hole mir viele Inszenierungen, die mir gefallen haben, immer wieder einmal heraus, wenn ich sie längere Zeit nicht mehr gesehen habe. Deine Frage entbehrt daher für mich jeden Sinnes.

    Leider ist die Zeit weitgehend vorbei, in der man im Fernsehen noch vernünftige Inszenierungen zu sehen bekam, aber es findet sich ab und zu noch einmal eine DVD mit einer gescheiten Inszenierung und da sind glücklicherweise auch noch die Übertragungen aus der MET und dem Royal Opera House, bei denen man noch Perlen findet.

    Ich meine, den Trailer kanntest Du ja schon vorher, zumindest hattest Du ihn hier bereits vor Beginn der Sendung eingestellt.

    Um stänkern zu können, dreht Herr Schenk die Tatsachen wieder einmal um. Die Sendung war am Samstag und den Trailer habe ich - wie klar erkennbar - erst am Sonntag gefunden und eingestellt. Aber was soll's. Solche Aussagen fallen auf den Schreiber selbst zurück und jeder Aufmerksame Leser weiß, was er davon zu halten hat.


    Gerhard

    Lieber Woka,


    ich bin es gewöhnt, meine Meinung im Klartext zu sagen, zu loben, wenn ich den Grund dazu sehe und - wenn ich etwas so arg verunstaltet sehe, auch ausdrücklich zu sagen, wie ich ehrlich darüber denke. Ich hätte so auch ohne Farinellis Beitrag eine entsprechende Kritik in diesem Thema geschrieben. Vorher hatte ich bereits einen Trailer in das Thema "Sammelplatz...." gesetzt, wo aber eine Stellungnahme und Diskussion nicht erwünscht ist. In diesem Thema ist mir dann Farinelli zuvorgekommen. Und meine Kritik - und ich denke, auch die von LaRoche - sind völlig unabhängig von Farinellis Beitrag. Weder ich noch LaRoche haben Farinelli in irgendeiner Weise angesprochen. Es liegt mir fern, Farinelli zu kritisieren, wenn ihm die Sache gefallen hat.

    Man darf die Sache aber wohl anders sehen, oder nicht? La Roche und ich haben hier lediglich unsere eigenen Meinungen kundgetan. Du meinst sicher, dass wir über Farinelli herfallen wollten, was aber nicht der Fall ist, und dein Vermittlungsversuch in allen Ehren, aber unsere Meinung ist keine Antwort auf Farinelli und hat mit seinem Beitrag überhaupt nichts zu tun. Oder hast du festgestellt, dass wir Farinelli persönlich angesprochen haben? Hier sind lediglich voneinander unabhängige Meinungen zu einer Sache kundgetan worden, ohne - wie es bei umgekehrt meinen Beiträgen oft der Fall ist - ein Mitglied dieses Forums anzugreifen.

    Dass ich mit meiner ehrlichen Meinung "hinter dem Berg halten" soll, sehe ich nicht ein. Zwar werde ich hier von Einigen häufiger persönlich angefeindet, was mich aber nicht im Geringsten rührt. Wir müssen doch keine Feinde sein, wenn wir in einer Sache unterschiedlicher Meinung sind. Die Antworten richten sich also nicht - wie du vielleicht vermutest - gegen Farinelli.



    Liebe Grüße

    Gerhard

    Für den Gesamteindruck der Aufführung spielt das meines Erachtens eher eine untergeordnete Rolle.

    Für mich nicht. Die Oper ist ein Werk für Ohr und Auge. Wenn das Bühnengeschehen nicht zu der vom Komponisten vorgegebenen Handlung (und damit auch zum Text und zur für die Handlung nach Libretto komponierte Musik) passt, ist für mich - und wie ich weiß, für viele - der Gesamteindruck völlig verfehlt. Ich muss wiederholt (auch wenn es die RT-Befürworter immer wieder nervt) die Frage stellen: Wenn der Regisseur ein zeitgemäßes Geschehen zeigen will, warum lässt er - wenn er es nicht selbst kann - ein Libretto und die passende Musik dazu komponieren, sondern missbraucht Name und Werkstitel eines bekannten Komponisten?

    Mich haben Alltagskleidung und Handys auch gestört, aber ich war wegen der sängerischen wie auch orchestralen Leistung von der Aufführung sehr beeindruckt. Ich glaube, ich hätte in diesem Falle wirklich bis zum Ende durchgehalten, was bestimmt angenehmer gewesen wäre, als das lange Telefonat.

    :thumbup: oder auch :thumbdown::?:

    Lieber Musikwanderer,


    da kann ich mir helfen, weil ich die Rundfunk und Fernsehen über den Satellitenempfänger bekomme und mir bei musikalischen Sendungen den Ton immer über die Stereoanlage hole. Da kann man bei solchem Schwachsinn den Bildschirm einfach abschalten.


    Liebe Grüße

    Gerhard

    Ach Gerhard,

    vielleicht wärst du bei „Klein gegen Groß“ eher auf deine Kosten gekommen. :jubel:

    Lieber Siegfried,


    vielen Dank für die Empfehlung, aber ich werde sie kaum wahrnehmen. Außer täglich einmal Nachrichten, einigen Dokumentationen und Konzerten (bei Opern lohnt sich bei kaum noch 5% überhaupt die Bedienung des Einschaltknopfes) bleibt der Fernseher in der Regel kalt. Die von dir erwähnte Sendung habe ich zwar noch nie gesehen, aber schon davon gehört. Wahrscheinlich war sie aber sehenswerter als dieser Murks aus Salzburg (wie auch aus Bregenz und Bayreuth). Ich habe etwa eine Viertelstunde dieses Unsinns durchgestanden und mir zum Abgewöhnen stichprobenweise noch ein paar Szenen in der Mediathek angesehen. Der von mir eingestellte Trailer sagt aber bereits genug.

    Schließlich habe ich mir gestern eine Aufnahme von "Simone Boccanegra" aus Glyndebourne, die ich schon längere Zeit nicht mehr gesehen habe, hervorgeholt und als Entschädigung für die nutzlos mit dieser Salzburger Inszenierung vertane Zeit angeschaut.


    Gerhard:jubel:

    Schon der Prolog dieses mittelalterlichen Dramas (Mitte 14. Jahrhundert) mit seinen über Smartphones gebeugten Chormitgliedern und den nervigen Videoeinblendungen verdirbt einem den Geschmack, noch den Fernseher weiterhin laufen zu lassen. Ist denn der Regisseur der Meinung, er müsse unbedingt die Handlung (die überhaupt nicht zum Text und zur Musik passt) in die Gegenwart verlegen? Schätzt er den Zuschauer für so dumm ein, dass er bei der dem Libretto entsprechenden Handlung die Bezüge zu aktuellen Putschs nicht mehr herstellen kann? Ist also eine so dämliche Darstellung nötig, weil unsere Gesellschaft in der Vergangenheit nicht mehr bewandert ist? Oder ist der Regisseur nicht mehr damit vertraut? Der Gesangstext spricht von Dogen; gibt es die noch?

    Alles in allem, ich habe nach einiger Zeit diese widerliche Inszenierung abgeschaltet, weil ich mir damit nicht den Abend verderben wollte.


    Liebe Grüße

    Gerhard

    Hoffentlich gelingt es mir, eine Kinokarte zu ergattern.

    Lieber Hans,


    ich wünsche dir viel Erfolg. Hier sind die guten Plätze in 2 Sälen bereits ausgebucht. Nur noch in den ersten beiden Reihen (direkt vor der Leinwand) sind noch Plätze zu haben. Ich buche meine Plätze für die ganze Saison bereits am ersten Tag des Vorverkaufs (das ist der Tag, an dem die letzte Vorstellung der vorigen Saison stattfindet). Aber auch da muss man schnell sein, um noch gute Plätze zu ergattern.


    Liebe Grüße

    Gerhard

    Ich kenne die gesamte Inszenierung nur von der DVD, die ich kürzlich als Geschenk für einen anderen Opernfreund erworben habe. Es ist völliger Unsinn, zu behaupten, dass sie zu bunt ist. Farbenprächtig sind allenthalben die Szenen mit dem Palast und dem Pavillon der drei Minister und das dürfte der Realität entsprechen. Ich habe mehrere gute Inszenierungen der Turandot auf DVD und vor vielen Jahren auch eine prächtige Inszenierung auf dem Bodensee gesehen, als dort noch die echten Werke inszeniert wurden. Die Zefirelli-Inszenierung ist für mich die Referenzinszenierung.

    Arme Menschen, die das Schöne nicht mehr sehen wollen, sondern nur noch nüchterne, kalte, analytische Bilder. Wenn ich z.B. die von Mme unter Nr. 11 eingestellte Szene aus Leipzig dagegen sehe, kommt mir nur das kalte Grausen und ein Würgen im Halse.

    Am 12. Oktober 2019 kann man nun die wunderbare Inszenierung von Zefirelli als Live-Übertragung im Kino erleben. Leider können wir sie nicht miterleben, weil gleichzeitig das Künstlertreffen der Gottlob-Frick-Gesellschaft stattfindet, das wir nicht versäumen wollten. Aber vielleicht gibt es ja noch einmal eine Übertragung in den nächsten Jahren.


    Liebe Grüße

    Gerhard

    Die schlimmsten Urteile hat immer noch Gerhard zu verkraften, da gibt es welche, die der Moderator sofort gelöscht hat.

    Lieber Dr.Pingel,


    ach, von "Verkraften" kann keine Rede sein, so etwas verkraftet er spielend, weil er über soviel dummes Zeug nur lachen kann, und Lachen hält bekanntlich gesund und verlängert das Leben. Lachen hat mir selbst über der "Hirntod" abgerungen, den mir ein Herr Doktor hier in einer Ferndiagnose ( ein besonderer Geistesblitz eines "gebildeten" Mannes) bescheinigt hat. Ich fühle mich heute sogar noch lebendiger und munterer.

    Allerdings gehöre ich zu den Menschen, die solche Dinge dann auch "aufs Korn nehmen". Ich denke, da braucht sich niemand zu beschweren, wenn man mit ähnlichen Waffen zurückschießt und diese Lächerlichkeiten - die die meisten aber auch ohnehin erkennen - aufdeckt. An der von Einigen als die für eine genauso denkende Mehrheit gewählten "Zielscheibe" zerbrechen deren lächerliche Pfeile ohne dass ein Moderator sie löschen müsste.


    Liebe Grüße

    Gerhard

    Ich habe zufällig in dieses Thema hineingeschaut und mir überlegt, ob ich überhaupt dazu etwas sagen soll. aber das muss ich loswerden:

    Ich komme mir in diesem Thema wie unter Klatschtanten in einem Dorf vor. Da wird am Ende des Dorfes ein Gerücht (denn was da war, ist ja noch lange nicht bewiesen) losgetreten und dann "die Sau durchs Dorf getrieben". Aus dem Schneeball wird eine Lawine und der viele, die unschuldig waren, sind zu Tode gehetzt worden. Ähnlich konnte man ja im Mittelalter seine Nachbarinnen als "Hexen" verklagen, wenn man sie nicht leiden konnte. Ich finde es einfach in diesem Forum unwürdig, wenn sich Leute in aller Öffentlichkeit schon am Aufbauschen beteiligen, ehe die Geschehnisse als Tatsachen auf dem Tisch liegen, nur weil einige unbedingt etwas schreiben müssen.


    Gerhard

    Auch ich verstehe die Aufregung von Fiesco nicht. Anfangs sind häufiger Diskussionen als Anhang zum Operführer entstanden. Auch ich habe damals betont, das die Diskussionen nicht in den eigentlichen Opernführer gehören. Alfred und auch Reinhard hat nur dies noch einmal klargelegt. Willkommen sind hingegen ergänzende Angaben zum Hintergrund, zur Rezeption und zur Diskographie usw., die die Oper weiter erhellen können. Auch das ging aus den Antworten von Alfred und Reinhard meiner Ansicht nach eindeutig hervor. Deswegen ist mir schleierhaft, warum Fiesco, der sicher ergänzende Angaben machen wollte, sich nun plötzlich in diesem Ton äußert. Auch an manchen anderen Stellen scheint er - ungerechterweise - sehr erregbar zu sein. Ich denke, eine Entschuldigung für diesen Ausrutscher wäre sicherlich angebracht.


    Liebe Grüße

    Gerhard

    einer unserer größten Intellektualitätsfeinde Gerhard Wischniewski entblödet sich nicht, diesen als sehr gute Analyse zu loben.

    Wenn ich einen Mann wie M. Schenk überhaupt noch ernstnehmen könnte, würde ich die obige Aussage als grobe Beleidigung auffassen. Aber das tue ich nicht, denn solche Menschen können mich nicht beleidigen. Darüber kann ich nur lachen, denn sie entblößen doch damit nur ihren eigenen Charakter. :hahahaha::hahahaha::hahahaha::hahahaha::hahahaha:

    Im übrigen habe ich nirgendwo kundgetan, dass ich ein Feind aller Intellektuellen bin. Ich habe lediglich, nachdem man an meiner Intellektualität gezweifelt hat, gesagt, dass ich froh bin, mich nie als solcher gefühlt zu haben, wenn ich hier erleben muss, wie sich mancher, der sich intellektuell wähnt, benimmt.

    Lieber Helmut,


    eine - wie ich finde - sehr gute Analyse. Zwar ging die Inszenierung in Bregenz auch völlig am "Rigoletto" vorbei und wurde - wie schon gesagt - zu einem reinen Technikspektakel verbunden mit einer Blödelshow. Aber einem Unbedarften, der nur ein Event haben will, mag das genügen. Schade, dass man ihm so etwas als "Oper" vorführt und damit den Begriff völlig verwässert. Ich habe in früheren Jahren mehrmals das Spiel auf dem See miterlebt, aber da war es noch Oper. Es gab auch in den letzten Jahren ab und zu schon mal eine Inszenierung, die man gerade noch Oper nennen konnte, aber was da dieses Jahr lief, konnte man kaum noch so nennen.

    Bei einem "Tannhäuser" habe ich das aber noch wesentlich schlimmer empfunden, denn das was da fabriziert wurde, durfte auch im Entferntesten nicht mehr "Tannhäuser" von Wagner genannt werden.

    Übrigens scheint der Zirkus schon seit einigen Jahren eine der gängigen Schablonen des Regisseurstheaters zu sein, wenn einem nichts Besseres mehr einfällt, in die dann immer mehr Opern hineingepresst werden. Wir werden wohl künftig noch mehr "Zirkus"opern erleben. Langsam sollten dann die Operhäuser und "Fest"spiele schließen und die Oper ins Zirkuszelt verlegen.


    Liebe Grüße

    Gerhard

    Ich kenne die Oper nur von DVD. Da besitze ich zwei Aufnahmen: Außer der Aufnahme aus Wien, in der mich besonders Renée Fleming, Michael Schade und Markus Eiche begeistert haben, habe ich auch noch die etwas ältere Aufnahme mit Kiri Te Kanawa, David Kuebler und Simon Keenlyside, die mir ebenfalls gut gefällt. Die Wiederaufnahme dieses Themas hat mich angeregt, mir die Aufnahme aus Wien in den nächsten Tagen wieder einmal anzusehen.


    Liebe Grüße

    Gerhard

    Das ist aber sehr viel Kulturpessimismus: Auch zigtausend schlechte Aufführungen von Beethoven- oder Mozart-Symphonien durch mediokre Dirigenten und miese Orchester konnten die Gattung der Symphonie bis heute nicht zerstören ...

    Dafür aber gibt es aber überwiegend sehr gute Aufführungen, die im Bereich der Oper aber in Deutschland und angrenzenden Ländern kaum mehr zu finden sind. Und auch im Fernsehen sind sie im Gegensatz zu guten klassischen Konzerten die äußerst seltene Ausnahme. Der Pessimismus bezieht sich also nicht auf die ganze Kultur, sondern lediglich auf den Bereich der Oper, teilweise der Operette und des Balletts. Glücklicherweise hat das Kino jetzt einen Teil der Aufgaben aus diesem Bereich übernommen, indem es noch überwiegend vernünftige Inszenierungen aus New York und London überträgt. Leider treffe ich immer wieder noch Opernfreunde die von diesen regelmäßigen Übertragungen noch nichts wissen. Viele Opernfreunde, die ich kenne, sind aber inzwischen dorthin abgewandert.


    Gerhard