Beiträge von Rheingold1876

    Mir ist ein Bariton positiv aufgefallen, den ich gern an dieser Stelle kurz vorstellen möchte:

    Laurence Kalaidjian

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    Er wurde 1995 in Hamburg geboren und ist am Theater in Lübeck engagiert. Auf der Seite des Hauses ist zu lesen, dass er schon als Kind erste musikalische Erfahrungen sammelte und auch an der Geige ausgebildet wurde. 2015 begann er sein Gesangsstudium in Hamburg. In der Spielzeit 2018/19 war er als Dr. Cajus in den "Lustigen Weibern von Windsor" besetzt. Die Stimme ist nach meinem Eindruck längst nicht perfekt gebildet. Sie hat noch keinen festen Sitz. Das Material aber ist höchst interessant. Wie intensiv er an sich gearbeitet hat, kommt in dieser Aufführung der "Johannespassion" der Hamburger Musikhochschule im vergangenen Jahr zum Ausdruck:



    Sein Potenzial als Liedsänger ist hier zu ahnen:



    Die Stimme ist in der Höhe etwas kratzig. Mich stört das nicht. Daraus könnte sich ein unverwechselbares Markenzeichen entwickeln. Ich bin auf Laurence Kalaidjian durch eine Neuerscheinung bei Naxos aufmerksam geworden. In dem Enakter "Jery und Bätely" von Ingeborg von Bronsart (1840-1913) nach einem Singspiel von Goethe singt er den Thomas, einen Bösewicht, der am Ende aber geläutert aus der Geschichte, die auf einer Alm in den schweizerischen Bergen spielt, entlassen wird. Sehr angetan bin ich auch vom Tenor Harrie van der Plas in der männlichen Titelrolle, der mich etwas an den jungen Jonas Kaufmann erinnert. Kurz und gut: Die CD kann ich nur wärmestens empfehlen, auch weil sie die Bekanntschaft mit einer völlig in Vergessenheit geratenen Komponistin beschert.



    Robert Schumann

    DICHTERLIEBE "Ich hab' im Traum geweinet"


    Ich hab im Traum geweinet,
    Mir träumte, du lägest im Grab.
    Ich wachte auf, und die Träne
    Floß noch von der Wange herab.

    Ich hab im Traum geweinet,
    Mir träumt’, du verließest mich.
    Ich wachte auf, und ich weinte
    Noch lange bitterlich.

    Ich hab im Traum geweinet,
    Mir träumte, du bliebest mir gut.
    Ich wachte auf, und noch immer
    Strömt meine Tränenflut.


    In diesem Lied kommt das Wort Schlaf zwar nicht vor, wird aber vorausgesetzt, weil träumen und erwachen diesen Zustand ja genau genommen voraussetzt. Die Lyrik Heines greift jedoch weiter und tiefer. Sie will nicht so konkret sein. Als Beitrag in diesem Thread taugt das Lied aber schon. Für mich ist es - sowohl von der Musik als auch vom Text her - eine der ergreifenden Erfindungen, die ich kenne. Es gibt unzählige Aufnahmen. Einige davon kommen dem nahe, was ich getrost als Vollendung in der Kunst bezeichnen würde. Ich habe eine neue Einspielung mit dem jungen Bariton Samuel Hasselhorn gewählt, der über enormes stimmliches Potenzial verfügt. In Caruso "Neue Stimmen" haben wird schon oft von ihm gehört.

    Das, lieber moderato, ist die gewohnt perfekte Lösung. Wie immer sind Deine weiterführenden Feststellungen ein Gewinn für den Kunstliebhaber. :) Hätte sich auf dem Cover das komplette Gemälde dargestellt gefunden, wäre die Lösung wohl rascher möglich gewesen. Allein der Springbrunnen war ja nur zu ahnen. Ich habe mal in einer der deutschen Walchenseestraßen gewohnt und pflege schon deshalb ein enges Verhältnis zu den entsprechenden Bildern Corinths.


    Dir ist gewiss klar, was nun zu tun ist? Ich bin gespannt auf das neue Rätsel und wünsche Dir und allen Rätselfreunden einen schönen Tag.


    In dieser neuen Box finden sich auch die ersten offiziellen Plattenaufnahmen zweier Szenen aus der "Klugen", die im August 1944 für die DDG in Dresden produziert wurden: "O hätt' ich meiner Tochter nur geglaubt" mit Gottlob Frick und "Als die Treue ward geboren" mit Lorenz Fehenberger, Hans Löbel und Kurt Böhme.



    Zwei weitere Szenen aus der Oper, die ebenfalls 1944 für die DGG eingespielt wurden, sind in der Orff-Edition allerdings nicht berücksichtigt worden: "Schuschuhu, es fallen dem König die Augen zu" und "Es war dein Wunsch, mein lieber Mann". Die kluge Frau wird hinreißend poetisch von Christel Goltz gesungen. Hans Löbel ist der König und Frick wieder der Bauer. Die Nummern sind auf dem abgebildeten Doppelalbum von Preiser enthalten. Das Orchester der Sächsischen Staatsoper begleitet bei allen vier Szenen und wird von Kurt Striegler geleitet. Die Oper "Die Kluge" war am 20. Februar 1943 in Frankfurt uraufgeführt worden. Übrigens zeichnete die junge DDR Orff für sein Werk 1949 mit dem neu geschaffenen Nationalpreis aus, den der Komponist laut Wikipedia später aber wieder zurückgegeben haben soll. Genaueres weiß ich darüber nichts.

    Guten Morgen, lieber moderato, nur zu gern hätte Dir zugestimmt. Zudem gefällt mir die Formulierung vom "optischen Sog" sehr gut. Der Gesuchte ist aber nicht Kokoschka. Der Maler, der die Vorlage für das Cover schuf, lebte um eine Generationsspanne früher. Er hat sich dem Motiv mehrfach zugewandt. Es gibt aber auch gewisse stilistische Ähnlichkeiten zwischen beiden. Das hast Du sehr gut erkannt. Wenn es weiterer Hinweise bedarf, bitte melden. Im Grunde ist die Aufgabe nicht schwer.

    Von "nach der Corona-Krise" dürfte angesichts steigender Infektionszahlen auf absehbare Zeit weniger denn je die Rede sein. Berlin steuert - wie eben berichtet - derzeit auf die Spitzenposition als neuer Hotspot in Deutschland zu. Ich bin gespannt, wie sich die Opernhäuser dieser Tatsache stellen. Maskenpflicht während der Vorstellungen dürfte nicht ausreichend sein. Aus Bayreuth verlautet heute, dass schon jetzt für die kommende Saison daran gedacht wird, lange Aufzüge - wie den dritten der "Meistersinger" - durch Frischluftpausen zu unterbrechen. Und schließlich wird aus Madrid gemeldet, dass dort gestern eine "Ballo"-Vorstellung im Teatro Real nach Protesten abgebrochen werden musste, weil sich Zuschauer auf den preiswerteren Plätzen nicht sicher genug gefühlt haben sollen.

    Liebe Rätselfreunde, man weiß genau, dass es immer schwieriger wird, eine neuen Aufgabe zu stellen - und dennoch rät man im vollen Bewusstein mit, am Ende abermals in diesem Dilemma zu landen. Das ist der Reiz. Es macht einfach zuviel Spaß. Nun bin ich sogar wieder fündig geworden. Die Suchfunktion sagt mir, dass wir dieses Rätsel noch nicht hatten:


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    Der Inhalt der CD hat direkt nichts mit der Cover-Vorlage zu tun. Es ist die Stimmung, die passt. Reger sind für mein Empfinden die besten Instrumentalisierungen von Liedern Schuberts zu verdanken. Er ging damit auch einen ganz praktischen Schritt. In seiner Zeit war es üblich, sinfonischen Konzerte mit Liedern und Arien abwechslungsreich anzureichern. Um für Lieder nicht erst einen Flügel während der Veranstaltung heranschaffen zu müssen, schuf Reger Orchestrierungen, die sich besser einpassten.


    Nun die Frage: Wer hat das Bild gemalt, welches als Vorlage für das Cover diente? Was stellt es dar?


    Bei YouTube findet sich eine - wie ich finde - sehr packende Produktion von Orffs "Bernauerin" aus der Wiener Volksoper von 1997. Die beiden Hauptrollen - Agnes Bernauer und Herzog Albrecht - sind mit Sunnyi Melles und Tobias Moretti ideal besetzt. Die Inszenierung folgt den Intentionen von Orff, der mit der Uraufführung 1947 in Stuttgart total unglücklich war und noch vor der Premiere abreiste. Am Schluss erscheint sogar das Bild der Agnes in den Wolken. Hier das passende Zitat aus musikwanderers Opernführer:


    In diesem Moment öffnet sich über ihm der Himmel und in den Wolken erscheint Agnes mit Krone und weitem Mantel als „Duchessa“.


    Das Volk, ebenfalls auf die Knie niedergesunken, wiederholt immer wieder, ohne dabei aufzublicken, die Worte: „Agnes Bernauerin, Bernauerin, Bernauerin!“


    Inszenierung: Thomas Langhoff

    Dirigent: Sebastian Weigle


    Tobias Moretti (Herzog Albrecht)

    Sunnyi Melles (Agnes Bernauer)

    Erich Auer (Kanzler Herzog Ernst)

    Hans Holt (Alter Bürger)

    Erich Padalewski (Vater Bernauer)

    Jürgen Holtz (Ein Mönch)

    Kai Peterson (Ansager/Hauptmann)

    Sebastian Reinthaller (Tenorsolo)

    Franz Waechter (Albrechts Freund)

    Dirk Warme (Albrechts Freund)

    Laszlo Maleczky (Albrechts Freund)

    Marian Pop (Badegast)

    Josef Luftensteiner (Badegast)

    Jürgen Holtz (Ein Mönch)

    Michael Kurz (Welscher Spielmann)

    Olga Schalaewa (Stimme vom Himmel)

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    "Tanzende Mädchen" ist das Gemälde von Léopold François Kowalsky getitelt. Geboren wurde der französische Maler am 8. Dezember 1856 Paris, gestorben ist er am 13. Juni 1931. Kowalsky ist deutscher Herkunft. Viel auf den ersten Blick nicht über ihn zu erfahren. Auf dem Cover ist das Bild arg zusammengeschnitten und wirkt auch farblich entstellt. Die Mädchen sind zu sehr in die Mitte gerückt, so dass die Öffnung zum See im Hintergrund links versperrt bleibt. Die Komposition ist nicht mehr gewahrt. Kowalsky hat das Motiv mehrfach aufgegriffen. Nach meinem Geschmack ist es zwar nicht so sehr. Die Malkunst aber ist frappierend.

    Ja, lieber moderator, dieses Kunstwerk von Barlach ist nahezu prophetisch. Euigentlich sollte die Neue Nationalgalerie n Berlin in diesem Jahr wieder öffnen. Ob es bei dieser Planung bleibt, muss sich erst noch zeigen. Erstens ist Berlin mit seinen Planungen immer sehr großzügig und zweitens ist da ja auch noch Corona. Sobald wie möglich, werde ich wieder zu Barlach gehen. Dir rate ich zu einer Reise nach Güstrow, wo Du das Haus mit dem Atelier des Künstlers besichtigen kannst und auch an anderen Stellen auf Barlach triffst.

    Lieber moderato, dieses Holzrelief aus Nussbaum, das als Vorlage für das Cover diente, stammt vion Ernst Barlach. Sein Titel: "Die Verlassenen". Entstanden ist es 1913, also ein Jahr vor Ausbruch des Ersten Wektkrieges. Das passt für das Requiem von Britten. So weit weg warst Du mit Deiner Annahme also nicht. Das Kunstwerk gehört zum Bestand der Neuen Nationalgalerie in Berlin. Die wird aber seit Jahren umgebaut. Offenbar befindet es sich derzeit im Depot. Genau weiß ich es aber nicht. Barlach hat das Thema auch in einer Lithographie aufgegriffen. Ich kenne das Relief aus eigener Anschaung. Der warme Holzton bildet einen starken Kontrast zur thematischen Aussage und steigert so die Wiikung erheblich.


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    Ungeheuer intensiv ist die Aufnahme unter Herbert Kegel bei Berlin Classics - Kegels letzte Aufnahme vor seinem Freitod. Wahrlich ein Antikriegs-Fanal, getragen von tiefem Verständnis für das Werk und eine leidenschaftliche Umsetzung des pazifistischen Grundgedankens. Schade, dass Peter Schreier und Theo Adam derartige Probleme mit der englischen Sprache haben, dass ihre Solonummern zu unfreiwilligen Parodien werden. Das verdirbt die Freude an der gigantisch dirigierten Kegel-Aufnahme nachhaltig.

    Herbert Kegel hat nicht nur eine offizielle Aufnahme hinterlassen. Bereits 1978 wude beim DDR-Label Eterna diese Einspielung veröffentlicht, der eine Aufführung in der Staatsoper Unter den Linden in Ost-Berlin voranging, bei der auch Britten anwesend war:


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    Peter Schreier ist bereits hier unter den Mitwirkenden. Probleme mit der englischen Aussprache stellen sich nicht, weil die Gedichte von Owen in deutscher Übersetzung gesungen werden, an der Dietrich Fischer-Dieskau, der Bariton der Uraufführung, maßgeblich beteiligt war. Aus mir unerfindlichen Gründen ist diese Einspielung nie auf CD erschienen. Sie ist aber auf diversen Plattformen noch zu finden.

    Dagegen waren die Bayreuther Liveaufnahmen der fünfziger jahre lange etwas für Spezialisten, weil man nicht so ohne weiteres heankam.

    "Lohengrin" (1953) und "Parsifal" (1951) aus Bayreuth waren aber doch schon ziemlich frühzeitig und offiziell bei Teldec zu haben.

    Windgassen ist einfach einer jener Sänger, bei dem man sich von den Tondokumenten her fragt "Warum war der damals so berühmt"?

    Ich habe mich das auch immer gefragt. Allerdings mit offenem Ausgang. Also ohne, dass die Antwort schon feststeht. Wenn ich mich heute so umhöre, wie gemein und ordinär Wagner oft gesungen und gebrüllt wird, fliehe ich förmlich zu Windgassen Platten. Auf der Bühne erlebt habe ich ihn allerdings auch nicht erlebt. Ich habe auch Caruso nicht auf der Bühne erlebt. ;)

    Ich freue mich auf ein Konzert von Konstantin Krimmel mit Malcom Martineau in der Wigmore Hall in London - das kann man heute um 19:30 Uhr (London Ortszeit) streamen.
    Ich habe grade einen Account angelegt, scheint wohl kostenlos zu sein.

    Guten Morgen allerseits! Gibt es dieses Konzert irgendwo noch als Download? Ich habe es leider verpasst. Der Konstantin Krümmel ist ein - wie ich finde - großes Talent als Liedersänger. Ich kenne und schätze seine CD bei Alpha-Classics. Wie in London singt er darauf auch Loewe-Balladen, was ich besonders zu schätzen weiß.

    Schade, dass er den Feuerreiter nicht gesungen hat.

    Der "Feuerreiter" kommt noch. Davon bin ich fest überzeugt, weil diese Ballade ihm liegen dürfte.

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    Eine Rolle, die Tom Krause zumindst in einer konzertanten Aufführung in Tanglewood gesungen hat, kann ich hinzufügen: Pizarro in der "Leonoe" von Beethoven, der Urfassung des "Fidelio". Das Foto entstand bei einer Probe. Krauss ist ganz rechts im Bild zu sehen.* Das Foto hatte mir Frau Kuhse, die die Lenore sang, überlassen. Es gab damals eine Radioübertragung. Das Band hat sich in sehr gutem Klang erhalten.


    *Die Angabe wurde nach einem dankenswerten Hinweis von Carlo korriegiert.


    Das ist die vollständige Besetzung:


    Ludwig van Beethoven

    LEONORE

    Gesamtaufnahme mit Sprecher


    Don Fernando, Minister Harold Enns

    Don Pizarro, Gouverneur eines Staatsgefängnisses Tom Krause

    Florestan, ein Gefangener George Shirley

    Leonore, seine Gattin, unter dem Namen Fidelio Hanne-Lore Kuhse

    Rocco, Kerkermeister Ara Berberian

    Marzelline, seine Tochter Mary Ellen Pracht

    Jacquino Nico Castel

    Erster Gefangener William Brown

    Zweiter Gefangener Charles van Tassel


    Tanglewood Choir

    Berrkshire Chorus


    Boston Symphony Orchestra

    Dirigent Erich Leinsdorf

    Tanglewood, Konzertante Aufführung, 5. August 1967

    Aber ja doch, lieber MDN! So habe ich das doch auch verstanden. :) Ich wünschte, es fände sich bald ein Vertrieb für den Film, über den er auch über Österreich hinaus gelangen könnte. Auch eine DVD-Ausgabe wäre wunderbar, weil ich selbst nur noch ungern in Kinos gehe. Auf jeden Fall muss es etwas kosten, den Film sehen zu können. Was man umsonst bekommt, taugt meist nichts. Ansonsten gefällt mir Alfreds PR für seinen Film mit ihren diskreten Steigerungen sehr gut.

    Guten Morgen, lieber moderato, Du hast das Rätsel gelöst. Alfred würde noch hinzugesetzt haben - wie es nicht anders zu erwarten war. ;) Dem schließe ich mich gern an. In der Tat ist es ja auch so.


    Die Wiedergabe des Christus-Kopfes auf dem alten LP-Cover ist sehr unscharf. Ich weiß nicht, ob das gewollt gewesen ist. Eine gewisse überirdische Wirkung geht schon davon aus im Vergleich zur genauen Malweise des kompletten Gemäldes, dem der Ausschnitt nach meiner Überzeugung entstammt. Das einzelne Porträt kannte ich nicht.


    Du weißt, was Dir jetzt blüht?

    Liebe Rätselfreunde, auf in die neue Runde. Ich freue mich, dass ich wieder ein Werk ins Spiel bringen kann, das mir sehr wichtig ist.


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    An anderer Stelle des Forum ist der ungarische Tenor József Réti im Gespräch. Er hat in einer Einspielung des Oratoriums "Christus" von Franz Liszt mitgewirkt, die für mich zu den schönsten gehört. Die Aufnahme ist in verschiedenen Aufmachungen auf den Markt gelangt. Die Frage lautet: Welches Gemälde von welchem Maler hat die Plattenfirma Hungaroton für diese Cover herangezogen?

    So richtig habe ich den Sinn des Themas (noch) nicht verstanden. Wenn es darum gehen soll, zwei Tenorpartien in Opern zu benennen, würde mal reichlich fündig. Ich gehe mal davon aus, dass es Greghauser darum geht, Figuren mit derselben Stimmlage Tenor zu finden, die auch in einem inhaltlich-konzeptionellen Zusammenhang miteinander stehen. Insofern finde ich Wenzel und Hans in der "Verkauften Braut", Laca und Steva in "Jenufa" sowie Apollo und Leukippos in der "Daphne" die bisher beste Wahl. Auch der nur kurz erwähnte David und Stolzing in dem "Meistersingern" gehören für mich dazu. Ich würde noch Mime und Siegfried in Wagner "Siegfried" nennen.


    Wenzel ist ohnehin eine meiner liebsten Opernfiguren. Er ist genial erfunden und darf nicht der Lächerlichkeit preisgegenben werden. Ich sehe in ihm auch tragische Züge. In der Met gab es 1978 mal eine sehr spannende Besetzungskonstellation. Jon Vickers sang den Wenzel, Nicolai Gedda den Hans.

    den Titel des Threads zu ändern, ist nicht nötig. Aber er und die genannten Aufnahmen von József Réti zeigen, wie verzerrt die Wahrnehmung einer Sängerin oder eines Sängers sein kann, wenn es von ihr/ihm nur wenige offizielle Tondokumente gibt und sich ihre/seine Karriere auch noch hauptsächlich im 'Verborgenen' – sprich: hinter dem Eisernen Vorhang – abspielte.

    Auch ich hatte den Ttel des Threads innerlich infrage gestellt - nur für mich. Er soll aber ruhig so bleiben wie er ist. Außerhalb von Ungarn, zumal im Westen, wurde Réti nun mal vorrangig als Mozart-Tenor wahrgenommen, weil die Platten mit Werken dieses Komponisten am meisten verbreitet gewesen sind. Nun wissen wir, dass Réti viel breiter aufgestellt war. Ich habe auch dazugelernt. Mir war er immer als Interpret von Liszt ganz wichtig. Mozart war auch durch anderer Sänger zugänglich, Liszt weniger. Meinen Zugang zum Oratorium "Christus" verdanke ich der Einsielung mit Réti. Ein großartiges, leider noch immer unterschätztes Werk!


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    In Ostberlin gab es in der Nähe des Alexanderplatzes ein ungarisches Geschäft, wo auch Schallplatten in großer Zahl angeboten wurden. Dort waren sehr viele Titel mit Réti, die Carlo inzwischen aufgelistet hat, im Angebot. Die "Christus"-Plattenbox im Regal sehe ich noch vor mir.

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    Lieber moderato, haben wir hier nicht den Blick auf das Auferstehungstor in Moskau von Fjodor Jakowlewitsch Alexejew (1753-1824)? Das ist mein Lösungsangebot. Eigentlich gibt es ja sogar zwei Bezüge zwischen CD-Cover und dem gesuchten Bild. Die Zweite von Mahler, die Auferstehungssinfonie wird vom Moskauer Rundfunkorchester gespielt. Und zweitens steht das Auferstehungstor am Roten Platz in Moskau. Mich brachte das Orchester auf die Spur. Als ich zuletzt in Moskau gewesen bin, war das Tor noch nicht wieder neu erstanden.

    Im Forum wurde gestern von Stimmenliebhaber der Tod des österreichischen Bassbaritons Rudolf Holtenau vermeldet. Mir ist er lediglich von einem Mitschnitt von Wagners SIEGFRIED aus Seattle bekannt. Offenbar handelt es sich um eine Radioübertragung vom 11. Juli 1979. Die gute Klangqualität spricht dafür. Hier die Besetzung:


    Siegfried HERBERT BECKER

    Brünnhilde UTE VINZING

    Mime PAUL CROOK

    Wanderer RUDOLF HOLTENAU

    Alberich MALCOLM RIVERS

    Fafner NOEL MANGIN

    Erda GERALDINE DECKER

    Waldvogel CAROL WEBBER


    Seattle Opera Orchestra

    Conducted by HENERY HOLT


    Holtenau gefällt mir sehr gut, weil er mit vorbildlicher Diktion singt. Seine Stimme ist mächtig und etwas körnig, der Klang mitunter salbungsvoll. Das passt für die Rolle.


    Nun lese ich im Nachruf des Online-Merkers und auch bei Kutsch/Riemens, dass Holltenau bei Preiser drei Langspielplatten mit Liedern und Balladen von Carl Loewe eingespielt hat. Begleitet wird er von Josef Scharinger. Bislang hatte ich nichts davon gehört. Der Sammlerinstinkt des Loewe-Verehrers ist natürlich erwacht. Bei Discogs stieß ich lediglich auf das Cover von Vol. 1. Die Platte selbst ist nicht im Angebot:


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    Bei Ebay bietet ein Verkäufer aus der Schweiz Vol. 3 unter der Bedingung an, dass die Platte persönlich abgeholt wird. Ansonsten Fehlanzeige. Das ist seltsdam. Wie können drei Preiser-Platten so einfach vom Markt verschwinden? Bisher habe ich noch alles gefunden. Weiß wer mehr und kann mit einem Tipp helfen?


    Bei Spotify gibt es schon mal "Al dolce guidami" aus dem zweiten Akt der "Anna Bolena" zum Probehören. Mich wundert diese Auswahl, weil ich sie nicht als Werbung für die neue CD empfinde. Die Arie ist trotz sehr gelungener Details insgesamt ziemlich unstet gesungen. Deren technische Schwierigkeiten machen Frau Damrau hörbar Schwierigkeiten. Die Koloraturen sind für mein Empfinden nicht sauber genug ausgeführt. Ihre Fans werden da vieles überhören, was ganz in Ordnung ist. Ich gehörte nie dazu, weil mir die Stimme immer etwas zu kalt vorkam. :( Nur einmal hat sie mir so richtig gut gefallen - und zwar beim "Italienischen Liederbuch" von Hugo Wolf gemeinsam mit Jonas Kaufmann - live und von der CD. :) Darüber wurde auch in Helmuts Hugo-Wolf-Lieder-Thread gesprochen.



    Lieber Fiesco, hier tut sich wohl die Frage auf, die ich noch nicht beantwortet habe. Ich bitte um Nachsicht. Mein Eindruck ist, dass Behle es immer ein wenig anders machen möchte. Er versieht zum Beispiel die Mozart-Arien, die ich zuletzt hörte, mit Zutaten, die da nicht hingehören. Er schlägt ein merkwürdiges, nervöses Tempo an und hebt einzelne Wörter mit unverhoffter und greller Betonung hervor (erste "Entführung"-Arie). Anderes nimmt er zu sehr zurück. Mehr Schlichtheit und klarere Linien wären mir da lieber. "Un-aura amorosa" ist schon wieder ein ganz anderer Fall. Er trägt diese Arie sehr schön verhaucht vor, mit leichten Unsauberkeiten im Legato und in den Koloraturen wie auch in "Ah, lo veggio". Mir scheint, dass er manche Arie etwas zersingt. Lieder wie Schuberts "Du bist die Ruh'" füllt er mir mit zuviel Luf aut, wie einen Blasebalg. Er will - ich wiederhole mich - unbedingt eigene Akzente setzen, der nur er setzt. Das ist legitim und gelingt auch, muss aber nicht immer gefallen. Es ist aber offenbar sein Erfolg! Daniel Behle ist durch und durch Sympathieträger mit sehr viel Medienpräsenz. Er verkauft sich auch optisch bestens, was wichtig ist - und weil er auch gut aussieht. Mitunter aber singt er nicht so. In der "Betulia liberata" wirkt er fast schon schlampig in der Ausführung. Das wollte ich zum Ausdruck bringen als meine ganz individuelle Meinung, die kein Mensch teilen muss, mit der ich auch völlig falsch liegen kann.