Beiträge von Rheingold1876

    Mir sind diese Doppel- und oder gar Dreifach-Posten auch suspekt. Es besteht die Gefahr, dass die Orchester am Ende gleich klingen. Solche Mehrfachbeschäftigungen kennt man vor allem im niederen Dienstleistungsgewerbe. Putzfrauen, die sich mit drei Jobs über Wasser halten. ;) Ich hoffe und wünsche, dass sich der sehr begabte Klaus Mäkelä nicht so schnell verbraucht oder verbraten lässt und dem Mammon widersteht. Wer si früh anfängt, der hat einen ganz langen Weg vor sich.

    Lieber Rheingold,


    Doch auf die Frage von Frank Georg Bechyna hin hatte ich die Vocalisten Beitrag 23 angegeben. Im Prinzip interessieren mich die Sängernamen für die Neunte nie ... :pfeif:

    Aber auch heute, nach dem so viele Jahre vergangen sind, gilt noch mehr als damals (2009) was ich zu meinen Eindrücken der Neunten unter Leibowitz in Beitrag 23 geschrieben hatte:

    :angel: Dies ist nach wie vor meine liebste Neunte, weil gerade im 4.Satz Sachlichkeit vorherscht und jedes Gefühlsgedusel, was mir sonst den 4.Satz verleidet, vermieden wird. Zudem in angemessen straffem Tempo.

    Lieber Wofgang, wenigstens beziehst Du das Solistenensemble in Deine durch und durch positive Bewertung ein. :) Auch für mich ist Leibowitz unerreicht in dem Sinne, wie ich mir Beehoven vorstelle. Ich gehöre nicht zu denen, die fünfzig oder mehr verschiedene Aufnahmen brauchen, um dann doch wieder reuig zu den "Müttern" zurückzukehren. Für die Suche nach Vielfalt habe ich aber größtes Verständnis. Ich habe sie im Oper und Lied wild ausgelebt. Im Regal und auf Festplatten gibt es mehr als hundert "Walküren". Gehört werden gelegentlich höchstens zwei bis drei.


    Bei Beethoven 9 sind mir die Sänger schon ganz wichtig, weil nun einmal gesungen wird. Oft allerdings nicht besonders gut. Die Ansprüche sind aber auch ziemlich hoch gesteckt.


    Lieber Rüdiger,


    danke für die Ergänzung. Über Ruth Siewert haben wir uns im letzten Frühjahr in einem anderen Thread ausgetauscht. Nach dem Solistenquartett verdient aber auch die Beecham Choral Society genannt zu werden, die damals zeitgleich mit dem Royal Philharmonic Orchestra von Sir Thomas Beecham gegründet und bis zu seinem Tod 1961 geführt wurde.

    Danke für diese wichtge Hinzufügung, lieber nemorino.

    Walter. Gerichtsrat – Friedrich Kayßler / Adam, Dorfrichter – Emil Jannings / Licht, Schreiber – Max Gülstorff / Frau Marthe Rull – Lina Carstens / Eve, ihre Tochter – Angela Salloker / Veit Tümpel, ein Bauer – Bruno Hübner / Ruprecht, sein Sohn – Paul Dahlke / Frau Brigitte – Elisabeth Flickenschildt / Ein Bedienter – Walter Werner / Zwei Mägde – Gisela von Collande und Lotte Rausch / Ein Büttel – Erich Dunskus / Drehbuch: Thea von Harbou / Regie: Gustav Ucicky / Künstlerische Oberleitung: Emil Jannings (Tobis-Magna Filmproduktion im Verleih der Ufa, 1937 – Jannings war Aufsichtsrats-Vorsitzender der 'Tobis-Film'.). Dieser zeitlose 'Klassiker des deutschen Films' nennt einige der großen Namen des deutschsprachigen Theaters in seinem Vorspann.

    Weit davon entfernt, über Filme aus Nazideutschland ins allgemeine Schwärmen zu geraten - dieser Streifen, den auch schon Musikwanderer gepriesen hat, ist einfach nur genial. Selten habe ich so tief dargestellt gefunden, wie ein Richter über sich selbst Gericht halten muss. Mit schöner Regelmäßigkeit nehme ich mir diesen Film vor. Hier ein aktuell verfügbares Angebot beim Werbepartner:


    Er ist mit knapp 80 Jahren gestorben.

    Das ist nun schon wieder eine Weile her. Chick Corea starb am 9. Februar 2021. Deshalb würde ich Dir vorschlagen, lieber Damiro, die Überschrift von heute etwas anzupassen. Solche Todesnachrichten ziehen sich dann wie eine scheinbar aktuelle Mitteilung über Jahre durchs Forum - siehe als Beispiel hier. Solche Threads regen dann schon bald nicht mehr dazu an, darin etwas zu schreiben. Vielleicht möchtest Du darüber nachdenken, noch ist ja Zeit.

    Betrachte ich Neu-Bayreuth seit 1951, so stimmt es meiner Meinung nach eben nicht, daß die SängerInnen, die dort singen, es geschafft haben. Junge SängerInnen werden nach Bayreuth eingeladen, wenn sie einschlägige Partien an anderen Orten gut gemeistert haben, oder die Werkstatt Bayreuth schmückt sich gleich damit, tragende Rollen von Debut-SängerInnen singen zu lassen. Erst von dort geht es dann in die Wagner-Vollkarriere nach London, Paris, Rom, New York, wo sich dann viele früh verschleißen. Bayreuth ist nicht schuldig an Stimmruinen, aber kein Anfänger wird es in Kenntnis der Strahlkraft Bayreuths ablehnen, dort eine tragende Partie zu singen. Wirkliche Stars meiden die Knochenmühle Bayreuth oder machen nur kurze Visiten, um sagen zu können, daß sie dort gesungen haben. Man nimmt Engagements dort an, um für Weltkarriere berühmt zu werden, nicht weil man es schon ist !

    Diese Betrachtung geht nach meinem Eindruck von einem Bayreuth-Bild aus, das es nicht mehr gibt oder nie gegeben hat. Bayreuth wusste sein Image stets sehr gut zu pflegen und zu vermarkten. Bei der Verknappung der Eintrittskarten soll ja auch etwas nachgeholfen worden sein, verlautete schon vor Jahren. Eine Werkstatt ist es seit vielen Jahren nicht mehr. Die setzte nämlich Residenzpflicht voraus. Der Unterschied zu anderen Häusern ist die Fokussierung auf den Bayreuth-Kanon der aufzuführenden Werke und das magisch schöne Haus mit dem wundersamen Klang. Ansonsten wird inszeniert, ausgestattet, gesungen und dirigiert wie überall. Es gibt keine Unterschiede mehr. Der Lack ist ab. Ich bin davon überberzeugt, dass in Bayreuth weder Sänger verschlissen noch Weltkarrieren begonnen wurden. Alle Mitwirkenden hätten - so sie die Begabung mitbringen - auch außerhalb dieses Festvals ihren Weg gefunden. Gewiss gab es nach dem Krieg Zeiten, da sich Sängerinnen, die woanders Brünnhilden oder Isolden sangen, sich unter den Walküren wiederfanden. Deshalb waren die Besetzungen oft ja auch so exluvsiv. Geschadet hat es nicht, zumal auch die gestandenen Kräfte sich für kleine Rollen nicht zu schade waren.

    Auch Frau Stemme konnte vor dieser Berliner "Walküre" monatelang nicht auftreten, was sich gerade in diesem Fach und diesem Alter bemerkbar machen kann, nein, sogar muss.

    Zumindest hat sie finanziell ausgesorgt, was sie von sehr vielen ihren Kolleginnen unterscheiden dürfte. Sie erhielt 2018 den mit einer Million Dollar dotierten Birgit-Nilsson-Preis. Damit kommt man schon eine Zeit hin. Ich sorge mich vor allem um die Jungen, die sich - wie man hört - oft schon mal nach einer neuen Betätigung umsehen.

    Selbst finde ich es immer sehr ermutigend, wenn Künstler Eigeninitiativen ergreifen. :) Ob es aber ein möglicher Eilantrag richten kann? Da habe ich meine Zweifel, denn dann könnten auch alle anderen klagen. Außerdem ist doch der Inzidenzwert von 50, auf den man sich beruft, längst veraltet. Mir wären Gespräche lieber. Intendanten und alle möglichen Künstler sollten sich viel stärker und vernehmlicher einbringen in die Debatte. Sie haben doch die Macht dazu. Warum keine Petition mit Vorschlägen an den Bundestag und die Landesparlamente? Sie sollten vielleicht auch für Volksvertretungen kandidieren. Ich kann mich nur an einen Schauspieler im deutschen Bundestag erinnern: Charles Huber aus der TV-Serie "Der Alte". Mir scheint, sie haben - bis auf wenige Ausnahmen - nicht einmal eine richtige Lobby.

    Das ist wirklich sehr beeindruckend gesungen. :)


    Nur frage ich mich, wie man denn auf dem Walkürenfelsen zu einem Reißverschluss im Kleid kommt? ;) Die Deutsche Oper war nach meinem Eindruck sehr schlecht beraten, dieses umprofessionelle Filmchen ins Netz zu stellen. Man kann mit der Kamera nicht einfach nur draufhalten und das, was vielleicht aus der Ferne wirkt, grell heranziehen. Frau Stemme wirkt steinalt, verwüstet und völlig unbedeutend. Das viel zu kurze und schlecht genähte Zipfelröckchen, aus dem die Nähte hervorbrechen, steht ihr gar nicht. So dürfen Frauen nicht vorgeführt werden, egal, wie die Konzeption ist. :no: Sieht das denn niemand vom Haus?

    Mich wundert seit Monaten, dass das Gespräch über die Folgen der Pandemie für die Menschen in den künstlerischen Berufen im Forum eine Marginalie ist.

    Nach meiner Beobachtung liest und hört man schon einiges, vor allem im Hörfunk. Meist handelt es sich aber nur um Zustandsbeschreibungen aus der Kiezkultur. Die sind wichtig, helfen letztlich aber nicht aus der Krise. Ich weiß auch nicht, was zu tun ist. Was ich mir zu beurteilen zutrauen, ist, dass der steinreiche und krisenfeste öffentlich-rechtliche Rundfunk viel mehr tun könnte. In den diversen Talkrunden, denen ich mich inzwischen verweigere, versammeln sich immer dieselben Gesichter um die selben Tische. Es gab - wenn ich das richtig erinnere - bei diesen Gegenseiten nie eine Debatte zu unserem Thema. Friseure, Läden, Kneipen, Reisen, Impfstoffe, Homeoffice, Schulunterricht - viel mehr nicht. Alles ganz, ganz wichtig. Wo aber bleibt die Kultur? Das Fernsehen könnte viel machen, arbeitslos Sänger und Schauspieler engagieren, durch Museen führen, Bilder besprechen, vorlesen und singen lassen, sich neue Formate ausdenken. Nichts. Immer nur Nuhr und Konsorten, Wiederholungen in Endlosschleife, unterirdische Ratesendungen mir dem allseits verbrauchten gut gelaunten Personal und "Bares für Rares" mit dem unerträglichen Mundart-Koch aus Köln, der mich irgendwie an Holzwurmgedichte erinnert. Allenfalls wird die so genannte Hochkultur mit "Freischütz" oder "Lohengrin" bemüht, die am wenigsten zu leiden hat. Die Leute müssen eine Lobby haben, von der anderen nur träumen können. Der öffentlich-rechtliche Rundfunk hat in der Krise (bisher) total versagt. :( Und jetzt wird geschmollt und gedroht, weil ihm in Deutschland die nächsten Millionen zunächst versagt bleiben. Was ist das für eine Haltung in dieser Krise? :no:

    Eine neue "Winterreise" kommt über uns. Diesmal widmet sich Joyce DiDonato dem Werk:



    Bei JPC ist in der Vorankündigung zu lesen:


    Die amerikanische Mezzosopranistin wirft jedoch ein anderes Licht auf diesen geliebten Zyklus von 24 Liedern, indem sie deren Geschichte aus der Perspektive der Frau, der verlorenen Liebe, erzählt. Das Blatt Town Topics, Princeton, schreibt über DiDonatos Interpretation: "Die Frage, was mit der Frau geschah, die den Erzähler auf eine qualvolle Reise schickte, wurde in der Wilhelm-Müller-Dichtung, aus der Schubert den Text schöpfte, nicht beantwortet. DiDonato schuf auf der Bühne ein Szenario, diese Frau zu sein, aus dem Tagebuch des Erzählers zu lesen und auf die innewohnende Verzweiflung zu reagieren."

    Lebendige Vergangenheit - Liste der veröffentlichten Schallplatten / 2. Teil

    51 Ludwig Hofmann

    52 Margit Angerer & Alfred Piccaver

    53 Fedor Schaljapin

    54 Koloman von Pataky

    55 Marcel Journet

    56 Theodor Scheidl

    57 Luise Helletsgruber & Adele Kern

    58 Hans Hermann Nissen

    59 Emanuel List

    60 Heinrich Rehkemper & Herbert Janssen

    61 Tino Pattiera II

    62 Trajan Grosavescu & Gunnar Graarud

    63 Margarete Teschemacher I

    64 Margarete Teschemacher II

    65 Hedwig von Debicka

    66 Irene Minghini-Cattaneo

    67 Maria Ivogün I

    68 Maria Ivogün II

    69 Maria Ivogün III

    70 Helene Wildbrunn

    71 Rudolf Gerlach-Rusnak

    72 Miliza Korjus

    73 Margherita Perras

    74 Josef Mann

    75 Maria Gerhardt

    76 Gerhard Hüsch I

    77 Anne Roselle

    78 Franz Völker

    79 Xenia Belmas

    80 Gerhard Hüsch II

    81 Maria Müller

    82 Sigrid Onegin III

    83 Hans Reinmar

    84 Claire Dux

    85 Nazzareno de Angelis

    86 Joseph Schwarz II

    87 Josef Schwarz III

    88 Lily Hafgren

    89 Zinaida Jurewskaja & Gertrud Bindernagel

    90 Apollo Granforte

    91 Berta Kiurina

    92 Alfred Jerger

    93 Felice Hüni-Mihacsek

    94 Lotte Lehmann II

    95 Emil Schipper III

    96 Miguel Fleta

    97 Ivar Andrésen II

    98 Marcel Wittrisch

    99 Emmi Leisner II

    100 Parsifal 3. Aufzug

    Lebendige Vergangenheit - Liste der veröffentlichten Schallplatten / 1. Teil

    Hier nun die Auflistung der Schallplatten, die in der Reihe "Lebendige Vergangenheit" erschienen sind. Der besseren Übersicht halber werden Blöcke mit fünfzig Titeln angelegt. Insgesamt sind es 299 Platten. Quelle der Liste ist das Buch "PLATTL MIT HERZ Jürgen Schmidt - Ein Leben für die Schallplatte" (Böhlau 2019)


    1 Richard Mayr I

    2 Maria Jeritza

    3 Emil Schipper I

    4 Maria Nemeth

    5 Alexander Kipnis I

    6 Lotte Schöne

    7 Sigrid Onegin I

    8 Dusolina Giannini

    9 Rudolf Bockelmann

    10 Unvergängliche Stimmen der Wiener Oper I

    11 Lauritz Melchior

    12 Michael Bohnen

    13 Barbara Kemp

    14 Joseph Schwarz I

    15 Rosette Anday I

    16 Tino Pattiera I

    17 Wilhelm Rode

    18 Margarete Klose

    19 Paul Bender

    20 Unvergängliche Stimmen der Wiener Oper II

    21 Max Lorenz

    22 Lotte Lehmann I

    23 Friedrich Schorr

    24 Vera Schwarz

    25 Maria Olzewska

    26 Alfred Piccaver

    27 Ezio Pinza

    28 Karl Aagard Oestvig & Richard Schubert

    29 Elisabeth Rethberg

    30 Frida Leider I

    31 Julius Patzak I

    32 Rosette Anday II

    33 Karl Hammes & Alexander Svéd

    34 Tancredi Pasero

    35 Umberto Urbano

    36 Giacomo Lauri-Volpi

    37 Alexander Kipnis II

    38 Mafalda Salvatini

    39 Emil Schipper II

    40 Emmi Leisner I

    41 Willi Domgraf-Faßbaender

    42 Richard Mayr II

    43 Helge Rosvaenge

    44 Marta Fuchs

    45 Ivar Andrésen

    46 Aureliano Pertile

    47 Karin Branzell

    48 Josef von Manowarda

    49 Josef Herrmann

    50 Sigrid Onegin II

    .... neues von Lise Davidsen (#335, 345, 376, 727, 799, 802, 817, 854ff.,915ff., 918f, 921f, 927, 942f, 945f, 1148, 1152f, 1155, 1254f, 1257, 1265ff, 1268ff, 1276f, 1283, 1299, 1301ff, 1308, 1374, 1958, 2079, 2081ff)

    Mir ist ein sehr schönes Dokument zugegangen: Ein Konzert mit Lise Davidsen aus dem vergangenen Jahr aus Oslo. Auch dort gibt es schöne Veranstaltungen ohne Publikum. Wer es noch irgedwo ergattert im Netz, kann sich freuen. So frei und natürlich habe ich diese Sängerin bisher nicht vernommen. Man merkt ihr an, dass sie sich in der vertrauten heimatlichen Umgebung sehr wohl und sicher zu fühlen scheint. Hier das klavierbegleitete Programm:


    Operaen Oslo, December 2020 (webcast Dec. 19)

    Lise Davidsen, soprano

    Christian Ihle Hadland, piano


    Giuseppe Verdi:

    «Pace, Pace, mio Dio» (La forza del destino)

    «Ave Maria» (Otello)

    Pjotr Tsjajkovskij:

    «Uzh polnoch blizitsya» (Spar dame)

    «Ach, istamilas ja gorem» (Spar dame)

    Richard Wagner: «Du bist der Lenz» (Die Walküre)

    Johannes Brahms:

    «Aus dem Kirchofe»

    «Da unten im Tale»

    «Mädchenlied»

    «Liebestreu»

    «Von ewiger Liebe»

    Pjotr Tsjajkovskij: «Desember» (Årstidene)

    Giacomo Puccini:

    «Vissi d´arte» (Tosca)

    «Sola, perduta, abbandonata» (Manon Lescaut)

    Jean Sibelius: «Julvisa» (Gjev mig ei glans, ej guld, ei prakt)

    Franz Gruber: «Stille natt»

    Michael Prätorius (arr.): «Det hev ei rose sprunge»

    Max Reger: «Maria Wiegenlied» (op. 76 nr. 52)

    Adolphe Adam: «O helga natt»

    Zwar sangen in den 50igern und 60igern noch Tenöre wie Lorenz ...

    Das war nach meiner Einschätzung ja wohl ehr ein Desaster. Lorenz, den ich sehr zu schätzen weiß, war nicht mehr passgerecht. Er konnte sich nicht mehr einlassen auf das, was in Bayreuth nach dem Krieg angesagt, nicht mehr gewollt und unmöglich geworden war. Die Helden waren gefallen. Man höre sich mal die "Walküre" an, in der die Mödl, die die neue Zeit verkörperte und Lorenz, der die Vergangenheit war, aufeinandertreffen. Die können nicht miteinander, singen aneinander vorbei. Der Mitschnitt ist für mich nur als Dokument eines Scheitern interessant. Wieland war also gut beraten, sich nach einem neuen Tenortyp umzusehen. Und war damit nach meiner Überzeugung viel ehr bei seinem Großvater. Der wollte nämlich auch keine Stimmenbesitzer. Eigentlich hat sich das Fragezeichen hinter der Eröffnungsüberschrift inzwischen erübrigt.

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    1951 kehrte er besuchsweise in sein Heimatland Ungarn zurück, wo inzwischen die Kommunistische Partei mit Unterstützung der Sowjetunion die Macht an sich gerissen hatte. Svéd durfte nicht wieder gen Westen ausreisen und arrangierte sich offenbar, indem er 1957 Mitglied der Staatsoper in Budapest wurde und es bis 1966 blieb. Auch Reisen zu Auftritten ins westliche Ausland wurde ihm wieder gestattet.


    Der Bariton hat vergleichsweise viele Platten besungen. Seine Stimme ist auch in diversen Editionen und Sammlungen zu finden. Preiser widmete ihm zunächst gemeinsam mit Karl Hammes eine Platte in der Reihe "Lebendige Vergangenheit". Später kam auch noch eine einzelne CD heraus, auf der er neben Wagner, Verdi und Puccini (im Bilde rechts als Scarpia) auch Lieder von Schubert und Schumann singt. Am 6. Juni 1979 ist Alexander Svéd in seiner Heimatstadt Budapest gestorben.

    Es gibt da ja noch ein Konzert im Bezug zum Fall der Berliner Mauer:

    Damals gab es etlche spontae Konzerte nach dem Mauerfall. Abbado lud zur öffentlichen Generalprobe von Mahler I und Schuberts "Unvollendeter" in der Philharmonie ein. Und Maazel führte später auf dem Potsdamer Platz, der damals noch eine Brache gewesen ist, Mahler II auf. Als Altistin kam Christa Ludwig mit, an den Sopran kann ich mich nicht erinnern. Man saß auf der Erde. Beide Konzerte fand ich perslönlich schon deshab bewegend, weil das Publikum im Gegensatz zum Bernstein-Konzert nicht handverlesen war auch nicht aus eingeladenen Funktionären bestand. Die Menschen kamen auf gut Glück. Weil sie unbedingt dabei sein wollten und auch keinen Eintritt zu entrichten brauchten.

    Die von Joseph 2011 im Eröffnungsbeitrag abgebildete CD hatte ich noch als LP. Ich habe sie sogar sehr gehütet, weil ich auch sehr ergiffen war vom Anlass, dem sie entsprang. Inzwischen ist eine Digitalisierung in den Tiefen meiner Festplatten versunken. Ich höre sie kaum noch, weil sie es allein schon der veränderte Text verlangt, dass man sich das Jahr 1989 immer wieder heraufruft. Das kann sich auch abnutzen wie wenn man ununtebrochen Weihnachten feiern müssten. Schließlich gibt es noch andere Aufnahmen von Beethovens Neunter unter Bernstein. Dieser Mitschnoitt ist historischer wie es kein anderer sein kann.

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    Die Karriere des Sängers, der zudem in Wien, London, Brüssel und Amsterdam aufgetreten ist und schließlich in Berlin einen Vertrag mit der Staatsoper Unter den Linden eingegangen war, fand am 6. September 1939, wenige Tage nach dem Einmarsch deutscher Truppen in Polen, ein abruptes Ende. Als Flieger wurde Karl Hammes im Luftkampf abgeschossen und fand den Tod. Reichsmarschall Hermann Göring, in dessen Verantwortung auch die Staatsoper stand, soll ihn zum frühzeitigen Kriegseinsatz mit den Worten animiert haben, es würden Flieger gebraucht, Sänger gebe es genug. Der am 25. März 1896 in Zell an der Mosel geborene Hammes war schon freiwillig in den Ersten Weltkrieg gezogen und gehörte nach seiner Ausbildung an der Fliegerschule in Böblingen einem Jagdgeschwader an. Als Golfspieler stieg bis in die Nationalmannschaft auf. Seine künstlerische Ausbildung absolvierte er nach 1918 am Kölner Konservatorium. Auch der Film wurde auf den attraktiven Bariton aufmerksam. Bereits 1929 wirkte er als Sänger neben La Jana und den Comedian Harmonists in "Spanisches Intermezzo" mit. Die Rolle als Don Juan übernahm er 1935 in dem Film "Königswalzer".

    LV 32 Rosette Anday II (1899-1977)


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    Die ungarische Altistin Rosette Anday, die auch einen Thread bei Tamino hat, wurde von Preiser mit ingsgesamt drei Platten bedacht. Die erste davon mit der Nr. 15 wurde bereits vorgestellt. Die zweite widmet sich der Konzert- und Liedsängerin. In ihrem Wirken war die Anday sehr breit aufgestellt. Zu hören sind Lieder von Franz Schubert, darunter "Des Mädchens Klage", welches als Klangbeispiel ausgewählt wurde. Auch Richard Strauss ist zu hören. Nicht unerwähnt sollen die "Lieder des Abschieds" von Erich Wolfgang Korngold bleiben. Schließlich gibt es noch "Sei stille dem Herr" aus dem Elias" von Mendelssohn mit Orchester und das "Halleluja" von Hummel mit Orgel.