Beiträge von Rheingold1876

    Ich freue mich über alle, die etwas zu dieser mir weitgehend unbekannten Künstlerin beisteuern können. :yes::hello:

    Lieber Stimmenliebhaber! Die Damen interessieren auch mich. Ich war verreist und hatte nach der Heimkehr noch keine Zeit, meine Quellen zu befragen. Das hole ich nach. Heute komme ich auch nicht dazu, weil ich mich am frühen Abend ins Berliner "Radialsystem" begebe, um den von Caruso im Neue-Stimmen-Thread zuerst vorgestellten jungen Tenor Benedikt Kristjansson in einer Bearbeitung der "Johannespassion" zu hören.

    ... tatsächlich werden vermehrt Opern auch wieder als LP angeboten. Beim Second Hand Markt kann das aber auch schnell teuer werden. Zumindest dann, wenn es sich um bestimmteAufnahmen und Pressungen handelt.


    Als dieser "Ring" von 1955 vor genau zehn Jahren nicht nur auf CD sondern auch in dieser sündhaft teuren Box mit neunzehn LPs erstmals auf den Markt gelanget, jubelte die Vinyl-Gemeinde. :jubel::jubel::jubel: Es handelt sich nämlich um die erste Stereoaufnahme von den Bayreuther Festspielen, die Decca aufgenommen und ursprünglich auch zeitnah hatte veröffentlichen wollen. Es stellte sich nach Aussagen von Sammlern, die ich persönlich kennen, allerdings heraus, dass die digitale Bearbeitung für die CD einfach auf Platten gepresst worden sein soll. Dadurch dürfte ja die Plattenbox lediglich ein nostalgisches Vehikel sein. Macht das Sinn? Handelt es sich bei anderen Plattem, die ich auch vermehrt sehe, um ähnliche Beispiele oder wird tatsächlich auch auf originale analoge Produktionen zurückgegriffen?

    Lieber Rheingold,


    leider verstehe ich nicht, weshalb Du diese Bilder der Carmen aus Taormina unter der Rubruk "absurde und lächerliche Inszenierungen" einstellen mußtest.


    Wer einmal die Atmosphäre des griechischen Theaters in Taormina mit dem Blick über Taormina bis zum Monte Venere rechts und über die Bucht von Giardini Naxos bis zum Ätna genossen hat (und von der hinteren oberen Umrandung des Theaters sogar das süditalienische Festland!), und das alles unter der Sonne Italiens, der wird schon das nie vergessen. Wenn er dann noch das Glück hat, eine Carmen zu sehen, die dem antiken Umfeld angepaßt ist und nicht vom ganzen Ambiente begeistert ist, dem ist nicht zu helfen.

    Lieber La Roche, mit "Carmen" als einer Art Folkloreveranstalung kann ich nichts anfangen. Deshalb habe ich den Trailer hier eingestellt, wo er nach meinem Dafürhalten gut aufgehoben ist. Es ist eines der größten Missverständnisse der jüngeren Operngeschichte, dieses grandiose Werke genau so aufzuführen wie in Taomina, wo ich übrigens noch nicht gewesen bis, obwohl ich Italien sehr gut kenne und gleich morgen wieder dorthin aufbreche. Für das Verständnis Oper ist es ganz wichtig, sie am originalen Schauplatz anzusiedeln, weil nämlich Carmen und José aus der selben Gegend stammen. Beide sind Außenseiter, sie Zigeunerin, er ein Mörder. Das geht aus der Urfassung viel deutlicher hervor als aus den späteren Bearbeitungen und stellt eine interessante Perspektive dar. Insofern bin ich hier sogar auf ganz einer Linie mit den Verfechtern der "echten" Inzsnierungen. Was wir in den mit Pappe angereicherten aniken Kuilissen geboten bekommen, ist Abendunterhaltung für Touruisten. Ich will das nicht madig machen. Menschen wollen ihren Spaß haben und geben viel Geld dafür aus.


    In diesem Zusammenhang sei mir eine Anmerkung erlaubt. Neulich sprach mich jemand an, der weiß, dass ich Mitglied dieses Forums bin. Mir wurde bedeutet, dass dieser Thread, der das so geannnte RT eigentlich der Lächerlichkeit preisgeben will, die beste Werbung dafür sei. Nirgends sonst bekomme man nämlich so eine umfangreiche Übersicht - gleich einer Datenbank - der "interessantesten, spannendsten und aufregendsten Inszenierungen" geboten wie hier. Also scheint die ursprüngliche Intention des Threadstarters mit der Zeit in ihr Gegenteil umzuschlagen. Das finde auch ich höchst bemerkenswert. :)

    Eine große Stärke der durchkomponierten Oper ist der natürliche Fluss der Melodien, die durchweg ungemein funkelnde Orchestrierung, die dankbare Führung der Gesanglinien. Obgleich Wagner Einfluss unverkennbar ist, so lässt auch Puccini teils stark grüßen, obgleich Enna wohl kaum seine Musik kannte. Im großen und ganzen ist die Musik jedoch eines - originell und nicht wirklich vergleichbar.

    Wenigstens die Ouvertüre von dieser CD im Ohr, finde ich Deine Charakterisierung der Musik sehr treffend. Ich meine mal irgendwo gelesen zu haben, dass Enna auch in Leipzig weilte. Wenn das stimmt, dürfte er dort auch vielen Einflüssen unterlegen haben. Dennoch höre ich einen ganz eigenen Stil. Danke für Deinen Bericht. Mir ist der Komponist auch durch Deine anderen Threads über ihn bekannt geworden. Inzwischen bin ich Spotify-Kunde und habe mir anhören können, was auf CD verfügbar ist. Vor etlichen Jahren saß ich mal in einem Kaffeehaus in Kopenhagen in kleiner Runde beisammen. Wir hatten einen Tagesausflug in die Stadt unternommen, um uns die Glyptothek anzuschauen. Plötzlich kam die Frage nach dänischen Komponisten auf. Wir hatten Mühe, dass uns ein paar Namen einfielen. Enna war nicht dabei. Damals noch nicht. :( Ich wohne in Berlin und kann mich nicht erinnern, je ein Werk von ihm auf einem Konzertprogramm wahrgenommen zu haben. Ganz zu schweigen von den Opern. Für mich bildet sich die europäische Idee auch dadurch ab, dass wir mehr Musik aus allen Ländern, die zur Union gehören, kennenlernen. Davon ist allerdings noch viel zu wenig zu spüren. In den Konzertsälen und auf den Opernbühnen findet immer noch das alte Europa statt. er Tonträgermarkt ist da viel weiter.

    Vielleicht war Amadeus ein reiner Künstlername, den sich Hoffmann nie offiziell eintragen ließ. Jedenfalls dürfte er landläufig doch eher als E.T.A. bekannt sein.

    Irgendwo habe ich mal gelesen, dass es das seinerzeitige Personenstandswesen nur zuließ, Taufnamen auf Grabsteinen zu verewigen. Mit der Quelle kann ich aber im Moment nicht dienen. :( Daran haben sich wohl dann auch Verehrer Hoffmanns gehalten, als sie den ursprünglichen Stein haben ersetzen lassen.


    Die Oper "Undine" verdiente es, wieder einmal gegeben zu werden - meinetwegen auch konzertant. Sie klingt sehr romantisch, in Teilen auch kraftvoll und einfallsreich. Musikalisch am beeindruckten finde ich das Finale - beginnend "Reines Minnen, holdes Sehen". Doch spätestens bei einem Blick auf die Sprache beschleichen einen Zweifel, ob das heute noch so ankommt. Dramaturgisch scheint mir auch einiges sehr gestelzt und unausgegoren. Es gibt keinen richtigen inneren Zusammenhalt. Das sind aber keine Gründe, das Stück links liegen zu lassen. Es braucht nur einen einfallsreichen Regisseur.


    Zu der oben vorgestellten Aufnahme gibt es weitere:



    Es fällt auf, dass zwei Produktionen aus Bamberg stammen. Grund ist, dass Hoffmann von 1808 an für ein paar Jahre in dieser Stadt musikalisch tätig war. Die für mich bedeutendste und stimmungsvollste Einspielung ist jene vom Bayerischen Rundfunk unter Jan Koetsier.

    Das barocke Bild hat der Holländer Gerard Dou (1613-1675) gemalt. Er wird gelegentlich auch unter den Namen Gerard Douw oder Gerrit Dou geführt. Kennzeichnend für seinen Stil ist die Detailgenauigkeit. Das Bild des Rätsels, das als Fenster gemalt ist trägt den Titel "Der Trompeter, im Hintergrund ein Fest". Durch die eingeschränkte Wiedergabe auf dem Cover erschließt sich die Komposition des Werkes allerdings nicht. Sie offenbart sich erst auf dem Original. Dou hat mehrere darartige Fensterbilder hinterlassen.


    Das Vorbild Mozarts, zu dessen Ehren er seinen dritten Namen Wilhelm in Amadeus umänderte, ist durchaus spürbar.

    Auf dem Grabstein erscheint der Name allerdings in seiner offiziellen Version:



    Die letzte Ruhestätte von Hoffmann befindet sich auf dem Friedhof III der Jerusalems- und Neuen Kirchengemeinde vor dem Halleschen Tor im Berliner Stadtteil Kreuzberg. Als Hoffmann zu Grabe getragen wurde, befand sich der inzwischen sehr verzweigte Friedhof noch außerhalb der Stadtgrenze. Heute ist er mitten drin. Der originale Stein, der mit den Jahren stark verwittert gewesen sein soll, wurde 1905 ersetzt. Ich gehe gern zu dem Grab. Wo sonst kommt man Menschen, die lange tot sind, so nahe? Seine Oper "Undine", auf die von Joseph und Musikwanderer bereits verwiesen wurde, erlebte 1816 in Berlin ihre Uraufführung. An Darbietungen in jüngster Zeit kann ich mich nicht erinnern. Ist es Unbildung oder Ignoranz? Berlin tut sich schwer mit Hoffmann, der entscheidende Jahre in der Stadt verbrachte.

    Lieber Siegfried, das ist eine höchst mysteriöse Ankündigung. Ich bin auch nicht weiter gekommen. Bei Ebay Italien ist sie angheblich im Angebot, der Bestallbutton aber ist nicht aktiviert. Ein deutscher Verkäufer lässt ausrichten, dass er nicht auf Anfragen antworten können, weil überlastet. Bei TechnoAudio, wo angeblich das Mastering besorgt wurde, ist auch nichts zu finden. :no: Wenn das mal keine Fakenummer ist. Wir bleiben aber dran und hoffen auf einen glücklichen Ausgang.


    Gewiss hatten wir Nicolai Gedda seinerzeit schon. Aber man kann ihn ja nicht oft genug heranziehen mit dieser Romanze. Für mich singt er sie perfekt. Die Stimme klingt sehr weich, weicher als bei manchen seiner geschätzten Vorgänger. Das passt. Sein Umgang mit dem Atem ist unglaublich. Er scheint nie zu atmen. Und wenn er atmet, dann diskret an ganz versteckten Stellen. Gedda tritt uns hier als der Erfinder des Legato entgegen. Wie er Töne zu einem Ganzen verbindet, macht ihm so schnell niemand nach. Noch besser gefällt es mir, die Romanze aus dem vorangestellten Rezitativ - wenn man das überhaupt als solches bezeichnen kann - auf sich wirken zu lassen. Gedda singt ohne jede Anstrengung. Und zwar so, dass immer noch Reserven nach oben erahnt werden. Er schwebt, während andere alle Kräfte aufbieten müssen, ohne zu einem auch nur annähernden Ergebnis zu gelangen.

    Ich habe mir nochmal das entsprechende Bild dieser Szene angeschaut und für mich herausgefunden, dass Agathe nicht mit dem Rücken zum Publikum singt sondern gegen eine Wand. Konwitschny nimmt diese sprichwörtliche Wendung wörtlich und leitet das genau aus dem Text und der Situation ab, in der sich diese junge Frau innhalb dieser bekloppten Männerwelt befindet. Sie soll ja auch Recht behalten. Um ein Haar wäre die Geschichte ja auch tödlich verlaufen. Michaels interessanter Hinweise auf Blau als die Farbe der Romantik spielt optisch garantiert mit hinein. Für mich - der die Inszenierung allerdings nicht auf der Bühne sah - ist ist das ein genialer Einfall, wie ihn nur das vielfach gescholtene RT hervorbringen kann. Mit vielen derartigen Inszenierungen kann ich mich nicht als Ganzes anfreunden, in Details aber und angesichts der Fülle von Ideen verschlägt es mir oft den Atem.

    Das ist ja schön, lieber Rüdiger, nur warum steht dann nicht wenigstens da das originale EMI-Logo drauf? Das ist die Auslöschung von Historie, die Erinnerung an den Namen "EMI" soll vollstständig unmöglich gemacht werden. Warner stellt sich so dar, als habe das damals gar nicht existierende Warner-Label die Aufnahmen gemacht und nicht EMI! Das hat für mich dieselbe Qualität, wie wenn in Polen die deutschen Inschriften an Gebäuden aus deutscher Zeit durch polnische ersetzt werden um die deutsche Geschichte dieser Regionen aus dem Bewusstsein zu tilgen. Da kann ich nur mit dem Kopf schütteln! :no:

    Lieber Holger, wir beide kommen da nicht weiter. Ich würde auch nicht diese schweren Geschützte auffahren wie Du. Die Tilgung des Namens ist doch zunächst eine marktpolitische Entscheidung, die sich so auch bei unzähligen anderen Produkten und Firmen findet. Mir reicht es, wenn die Aufnahmen selbst erhalten bleiben. Auf den relativ aktuellen Wiederaufladen der Produktionen, auf die ich mich bezog, ist in jedem Fall vermerkt, wer sie hergestellt hat. Den Vergleich mit Polen halte ich für sehr schwierig. In letzter Konsequenz müssten dann auch die Hakenkreuze, die Straßennamen und die deutschen Bezeichnungen bleiben. Willst Du das das den Polen zumuten?

    Wahrschenlich wird man Warner vor allem mangelndes historisches Interesse vorwerfen dürfen, gepaar mit mangelnder histrorischer Genauigkeit. Das Umbasteln der alten Cover finde ich auch einigermßen befremdlich.

    Dieser Aussage kann ich nicht zustimmen. Im Gegenteil. Die hier abgebildeten Editionen sind Musterbeispiele für den histiorisch genauen Umgang mit dem EMI-Erbe. Ich hatte sie allesamt in Händen. Die Hüllen der einzelnen CDs wurden den originalen LPs nachgebildet - so wie bei Berlioz und Schwarzkopf. Bis auch wenige begründete Ausnahmen wurde auch der Inhalt eins zu eins übernommen. Dadurch bleibt die ursprüngliche konzeptionelle Idee einzelner Langspielplatten erhalten. Im Falle der berühmten Songbooks von Elisabeth Schwarzkopf kann nun endlich wieder auf die originale Zusammenstellung zurückgegriffen werden. Für Sammler ist das von unschätzbarem Wert. Ich kann mich auch nicht erinnern, dass die Quellen verschleiert oder getilgt worden wären. Man erfährt genau, wann wo was und von wem produziert wurde. Meine anfängliche Skepsis entpuppte sich als völlig grundlos.


    Meine eigene Recherche führte mich bei dem rechten ovalen Bild, das sich in ziemlich undeutlicher Wiedergabe auf dem Cover des Rätsel befindet, zur 1981 geborenen italienischen Malerin und Kopistin Elisa Berardinelli. Demnach soll sie einen Reni, der ja mehrere Christusdarstellungen hinterlassen hat, als Vorlage benutzt haben. Was hat es nun damit auf sich?

    Ed Lyon ist kein Tenor mit einem einschmeichelnden Timbre. Vielmehr würde ich das Timbre eherals charakteristisch oder markant bezeichnen. Echte Amoroso-Töne sind seine Sache nicht. Aber seine Gesangstechnik erlaubt ihm, der Stimme viele Farbenabzugewinnen und unterschiedliche Empfindungen sehr eindringlich in Klang zu verwandeln.

    Lieber Caruso, ich hätte auch andere Sätze aus Deinem Vorstellungsbeitrag auswählen können. Diese finde ich besonders treffend. Lyon hat diese typisch englische Stimme, zumindest nach meinem Eindruck. Nicht unbedingt schön, dafür charaktervoll. Ich höre gewisse Ähnlichkeiten mit Pears oder Bostridge heraus. Er singt sehr beweglich. In dem verlinkten War-Requiem, das ich auch schon kannte, klingt er ganz anders als in barocken Werken. Man muss ihn wohl auch sehen. Nur gehört - wie dieser Tage ausschnittsweise in Händels "Theodora" - lässt auch mein Interesse an dieser Stimme schnell nach. Da geht es mir wie Boismortier, der ähnliche Erfahrungen gemacht und im vorangegangenen Beitrag sehr plastisch beschrieben hat. Im Netz finden sich Fotos, auf denen Lyon auch als Model durchgehen könnte. Sie lassen für mich gewisse Rückschlüsse auf seine Art zu singen zu. Er posiert auch stimmlich. Das meine ich nicht vordergründig kritisch. Nur erschöpft sich dieses Mittel ziemlich schnell. Deshalb würde ich ihn auch gern mal auf einer Bühne erleben - ein paar Konserven geben noch kein belastbares Urteil her. Vielleicht sogar als Števa, den er - wie zu lesen ist - auch gesungen hat. Einen Hinweis auf seinen Jahrgang habe ich nicht gefunden. Mir scheint, er ist nicht mehr zwanzig. Schließlich hat er ja vor seiner Gesangsausbildung schon Kunstgeschichte studiert. Es fällt auf, dass Sänger heutzutage gern ihr Geburtsdatum unterschlagen. Als würden sie dadurch noch jünger. Seit Marlene Dietrich finde ich das albern.

    Ich korrigiere einen Flüchtigketsfehler von mir, es war Jan Brueghel d. Ä !

    Genau so ist es. Das d. J. in Deinem Beitrag 3515 hatte ich auch übersehen. Wie auch immer - und ohne dem Rätselsteller zuvor zu kommen: Du hast die Lösung zu meinem Erstaunen gefunden. :) Das möchte auch sein bei dem Museum, das ich vor nicht sehr langer Zeit zu meiner großen Erbauung auch wieder einmal in sehr fachkundiger Gesellschaft besuchte. Die besondere Aufmerksamkeit erregte dabei aber nicht das Gemälde, um das es hier geht, sondern die Bauernhochzeit des Malers mit dem geheimnisvollen zusätzlichen Fuß.

    Das Ableben von Hilde Zadek möchte ich zum Anlass nehmen, noch einmal ganz nachdrücklich auf ihre sehr bewegende Aufnahme der Ariadne hinzuweisen. Dass sie uns solche Gesangsleistungen geschenkt hat, verdient gewiss ein ehrendes Angedenken.

    Lieber Caruso, wenn das Trauerjahr verstrichen ist und alle Gedenkreden gehalten sind, dann würde ich mich mit Dir hier gern treffen, um über die "Ariadne" zu diskutieren. Wollen wir so verbleiben?


    Ansonsten stimme ich mit Deinem Beitrag im Gedenk-Thread von Willi vollsten überein. Ich wollte dieses Thema nur an dieser Stelle nicht weiter vertiefen, weil es mir so wichtig nun auch wieder nicht ist. Nutzen wir unsere Zeit, um uns Sänger anzuhören statt über sie zu schreiben, was nun mal ohne kritische Anmerkungen nicht möglich ist. An Fanpost ist mir nicht gelegen.

    Lieber Willi,


    gestern erfuhr ich aus Wien, dass Frau Kammersängerin Prof. Hilde Zadek, die auch eine bedeutende Gesangslehrerin war, verstorben ist. Den genauen Todestag weiß ich nicht. Ich habe im Hilde Zadek Thread die Todesnachricht bereits eingestellt.

    Herzlichst


    Hans

    Lieber Operus, der Tod von Hilde Zadek war bereits einem Tag danach von MSchenk im Forum vermeldet worden. Vielleicht schaust Du nochmal nach. Wer liest schon alles. Auch in dem ihr gewidmeten Thread, auf den Du Dich beziehst, folgte auf den von mir eingestellten Nachruf der Wiener Staatsoper eine kurze kritische Bewertung ihrer Leistung, die allerdings auf wenig Verständnis traf und auf Deine ausdrückliche Intervention hin eingestellt wurde. Ich habe das so verstanden, dass kritische Urteile nach dem Tod eines Künstlers unerwünscht sind. Statt dessen sollten freundliche Nachrufe und Würdigungen verbreitet werden. Nur zu!

    Caruso möchte auch ich beipflichten. Wunderlich und Traxel singen deutsche "Martha" statt französische "La Dame blanche". Ich würde ihnen das nicht anlasten. Sie wussten es nicht anders. Woher auch? Dirigenten und Produzenten hatten den besonderen Stil nicht verinnerlicht. Der große Schatten Wagners liegt auch auf der Tradition dieses Singens. Und schließlich war Frankreich lange Zeit für die Deutschen Feindesland. Französische Plattenaufnahmen, die sich die deutschen Sänger zu Studienzwecken hätten anhören können, dürften zu ihrer Zeit kaum zur Verfügung gestanden haben. Hätten sie die gekannt, sie hätten dieses Fach aus Respekt nicht gesungen. Davon bin ich überzeugt. So sehr auch ich Wunderlich und Traxel - es gäbe noch andere zu nennen - schätze, sie haben unsere Gehörgänge für bestimmte musikalische Richtungen total verkleistert. Es dauert lange, bis man das wieder los wird. Wenn man es denn überhaupt will.

    Der am 7. Juli 1930 in Budepest geborene Bassist Ivan Sardi (eigentlich Ivan Szepez) ist am 23. Februar 2019 in Berlin gestorben. Sein Stammhaus, die Deutsche Oper Berlin, widmete ihm einen Nachruf. Der einstige Generakmusikdorektir Chef des Hauses, Ferenc Fricsay, schien seinen Landsmann besonders geschätzt zu haben. Er setzte ihn beispielweise bei seiner Einspielung von Mozarts "Don Giovanni" für Deutsche Grammophn als Masetto ein:



    Auch in der 1961 in der Deutschen Oper gelegentlich der Eröffnung des neuen Hauses entstandenen Video-Fassung ist er in derselben Rolle auch zu sehen:


    Es gibt aber einen dritten Weg - so man ihn sich leisten kann - man sucht gezielt nach akzeptablen Inszenieurngen bzw Opernhäusern wo man solch zu sehen bekommt. Also eine Art Mund- zu Mund Propaganda, was man meiden, was man besuchen sollte.

    Wir haben ja hier schon seit einiger Zeit Threads zu diesem Thema laufen. Einigen Intednaten sehen das gar nciht gern - und das ist gut so.


    Nur, damit hier keine falschen Hoffnung aufkommen und die Freunde "echter" Insznierungen nicht voreilig buchen : Der "Ring" in Sofia, den der "Merker" ausdrücklich lobt und also empfiehlt, ist so genanntes RT vom allerfeinsten: