Beiträge von Garaguly

    Noja, der Faust ist schon eine andere Kategorie. Da stimme ich zu. Aber in der sehr modernen Inszenierung war das schon sehr gut.


    Trailer :

    https://www.instagram.com/reel/DWOwgLyikYs/

    Aber das Werk muss ja erstmal aus sich selbst heraus tragen und überzeugen, in seiner ursprünglichen Gestalt, in der es einst geschaffen wurde. Die Inszenierung ist ja etwas, was als Gedanke der Regie zum Ursprünglichen hinzutritt. Als eigener künstlerischer Vorgang.


    Und letztlich bleibt es ja eine Geschmacksfrage, ob man ein Kunstwerk goutiert oder eben nicht. Alle Welt liebt Berlioz' Symphonie fantastique - ich nicht. Deswegen wird Berlioz' Meisterwerk nicht weniger Meisterwerk sein. Es bleibt jedem unbenommen Kleists "Krug" dolle zu finden, modern inszeniert oder altbacken verfilmt oder einfach nur aus der Textausgabe gelesen. Mich spricht es nicht an - und dennoch werde ich übernächste Woche im Unterricht in der 12. Klasse unverdrossen damit beginnen ... der Krug geht solange zum Brunnen, bis er bricht.


    Grüße

    Garaguly


    Carl Maria von Weber


    Concertino Es-Dur für Klarinette und Orchester, op. 26

    Ouvertüre zu "Der Freischütz", op. 77

    Grand Duo concertant Es-Dur, op. 48

    Klarinettenquintett B-Dur, op. 34 - Fassung für Kammerorchester -


    Jörg Widmann, Klarinette und Ltg.

    Denis Kozhukin, Klavier (op. 48)

    Irish Chamber Orchestra

    (AD: 2016 und 2019)




    Grüße

    Garaguly

    An manchen Werken kann ich mich manchmal nicht satthören. So muss jetzt nochmal das Violinkonzert Beethovens ran:



    Ludwig van Beethoven


    Violinkonzert D-Dur, op. 61

    Violinromanze Nr. 1 G-Dur, op. 40

    Violinromanze Nr. 2 F-Dur, op. 50


    Thomas Albertus Irnberger, Violine

    Royal Philharmonic Orchestra

    James Judd

    (AD: 11. - 14. Juli 2016)


    Grüße

    Garaguly


    Ludwig van Beethoven


    Die drei "Kurfürstensonaten"

    E-Dur, WoO 47 Nr. 1

    f-Moll, WoO 47 Nr. 2

    D-Dur, WoO 47 Nr. 3


    Klaviersonate C-Dur, WoO 31

    9 Variationen c-Moll über einen Marsch von Dressler, WoO63

    6 Variationen über ein Schweizer Lied, WoO 64


    Klavierkonzert Nr. 0 Es-Dur, WoO 4*

    Rondo B-Dur für Klavier und Orchester, WoO 6*



    See Siang Wong, Klavier

    London Philharmonic Orchestra*

    Sir Roger Norrington*

    (AD: 2019)


    Grüße

    Garaguly

    Der Krug.....


    als junger Knabe fand ich den auch lustig. Viel später als Student sah ich ihn in Heidelberg wieder und dachte, was für ein "böses" und wahrhaftiges Stück. Hier in Bruchsal begann es mit einem Monolog ( nicht von Kleist aber in seiner Sprache ) von Eve in dem sie erzählt wie sehr der Vorfall sie belastet hat und sie die Macht des Richters fürchtet. Sozusagen ein doppelter Missbrauch.

    Nichtsdestotrotz wirkt der Rahmen, in den das alles gepackt wurde, heute sehr altbacken. Bei Goethes "Faust" befällt mich dieses Gefühl des Drögen dagegen nie. Ein Fan des "Krugs" werde ich nicht mehr, auch wenn natürlich die Geschichte vom Machtmissbrauch und vom sexuellen Übergriff von zeitloser Aktualität bleibt.


    Grüße

    Garaguly

    Die CBS-CD, die sich bei mir dreht, kann ich nicht bebildern, mit dem, was jpc noch anzeigt. Aber auf den abgebildetenn CD's waren die Aufnahmen auch mal enthalten.



    Joseph Haydn

    Violinkonzert Nr. 1 C-Dur


    Henri Vieuxtemps

    Violinkonzert Nr. 5 a-Moll, op. 37


    Cho-Liang Lin, Violine

    Minnesota Orchestra

    Sir Neville Marriner

    (AD: 1983)



    Grüße

    Garaguly

    Nach symphonischem Mozart nun jener aus der Kammer ...


    Ich höre die Einzelscheibe links. Es gibt aber von den Armidas auch eine GA der Mozart-Streichquartette (rechts).




    Wolfgang Amadeus Mozart


    Streichquartett Nr. 9 A-Dur KV 169

    Streichquartett Nr. 18 A-Dur KV 464

    Streichquartett Nr. 22 B-Dur KV 589


    Armida Quartett

    (AD: August 2014)



    Grüße

    Garaguly

    Ein (kluger?) Mann sagte dereinst (sinngemäß): „Für die jungen Leute sind soziale Medien das, was für die Leute damals die Erfindung des Buchdrucks war“.

    Gut, dass Du das "kluger" mit Fragezeichen versehen und in Klammern gesetzt hast. Sozusagen in doppelte Quarantäne. Der Satz ist nämlich bestenfalls teilklug. Beide Erfindungen waren tatsächlich revolutionär. Insoweit hat dein vermeintlich kluger Mann Recht. Danach allerdings kracht es gewaltig im Gebälk. Denn die Folgen sehen höchst unterschiedlich aus. Der Buchdruck führte zu verstärkter Alphabetisierung, zu mehr lesenden Menschen, zu mehr Teilnahme an gesellschaftlicher und politischer Entwicklung - man denke nur an das explodierende Schrifttum in der Reformationszeit, von der Flugschrift bis zum dicken Buch. Die Zahl der Bücher und damit der Leser wuchs rasant. Damit hob sich auch das allgemeine Intelligenzniveau.

    Social Media reißt all das wieder ein. Die Zahl der Leser sinkt. Die Zahl der Bücher ebenfalls. Das eigenständige Denken wird an eine KI übertragen (warum gibt es laut diverser Presseartikel der letzten Jahre im kalifornischen Silicon Valley plötzlich Privatschulen, die den Unterricht weitgehend ohne Digitales durchführen. Die Mitarbeiter der Tech-Konzerne wissen, warum sie ihre Kinder dorthin schicken).


    Grüße

    Garaguly

    Ich finde den ZERBROCHEN KRUG ja sehr lustig und wahnsinnig gut geschrieben, habe kürzlich aber auch beobachtet, dass das kein Text ist, der ein jüngeres Publikum abzuholen vermag.

    Das hast Du sehr treffend beobachtet. Nicht nur die meisten (alle???) Schüler, sondern auch ich finde den Text und überhaupt die ganze Idee mit dem Dorfrichter Adam dröge. Vor Jahren war mal Kleists "Prinz Friedrich von Homburg" vorgeschrieben. Das lag mir persönlich mehr.


    Grüße

    Garaguly

    Du unterrichtest doch glaube ich Deutsch? Was lest ihr da so?

    Aktuell sind in Hessen für den Deutschgrundkurs 12. und 13. Klasse folgende Themen Pflicht:

    - Lyrik und programmatische Texte der Klassik

    - Heinrich von Kleist "Der zerbrochene Krug"

    - Sprache und Medien (z.B. medial geführte Diskussionen über das Gendern oder Identitätspolitik)

    - Johann Wolfgang von Goethe "Faust I"

    - Epochenumbruch um 1900

    - Franz Kafka "Der Process"

    - Lyrik des Expressionismus

    - Jenny Erpenbeck "Heimsuchung"


    In der 9. Klasse lese ich gerade Schillers "Wilhelm Tell" - muss man nicht machen, aber ich liebe es. So gibt es in der Klasse 9 ein klassisches Drama und in der 10. , nächstes Jahr, machen die dann mit mir ein modernes Drama, z.B. Brechts "Mutter Courage".

    In meiner aktuellen 10. Klasse läuft bei mir derzeit Lyrik des Barock, danach machen die dann ihr modernes Drama. Mit denen lese ich Brechts "Guten Menschen" oder den "Arturo Ui"


    In der 11. Klasse (habe derzeit keine) wird u.a. in der Regel die Epoche der Aufklärung behandelt mit Lessings "Emilia Galotti" oder "Nathan der Weise" und danach zum Sturm und Drang Lyrik, z. B. Goethes "Prometheus" und dann den Briefroman "Die Leiden des jungen Werthers".


    Grüße

    Garaguly

    Eigentlich gibt es keine WIRKLICHE Kulturkriese. Schon im 18. un, 19 Jahrhundert war KUltur der Oberschicht vorbehalten. Damit wurde kein Geld verdient, im Gegenteil. Fürstenhöfe mussten ihr Musiker entlassen weil sie sie nicht mehr erhalten konnten etc etc...

    Aber im 18. und 19. Jahrhundert war die Hochkultur etwas, was von diesen Eliten - sei es der Adel oder das aufsteigende Bürgertum - als unverzichtbarer, habitueller Bestandteil ihres Daseins betrachtet wurde. Und DAS ist der Unterschied zum Heute. Die heutigen Eliten sind dabei, sich davon zu verabschieden.


    Grüße

    Garaguly

    Welche Breite stellen diese Beispiele dar? Ist sicher nicht leicht, diese Frage zu beantworten. Ich habe es nur leider nahezu immer mit Jugendlichen zu tun, die all das nicht repräsentieren, trotz gut situierter Elternhäuser. Ich erlebe viel völlige Unwissenheit, fehlendes Interesse und einen Unwillen, sich mit anderem als dem Gewohnten zu befassen. Und das Gewohnte ist nur zu oft das Leichte, das leicht konsumierbar ist. Ich bin - trotz Deiner schönen Beispiele - wie stets pessimistisch.


    Ich denke, dass die gesamtgesellschaftliche Richtung leider nicht im Sinne Deiner Videos ist.


    Grüße

    Garaguly

    Vielleicht nicht mehr so, wie wir das kennen, aber ich beobachte, dass bspw. über das Interesse am Film - und dafür interessieren sich jungen Menschen definitiv, sie gehen auch ins Kino - dann oft Interesse an Literatur und auch anderer Musik als Chartmusik entsteht.

    Auch das mag so kommen. Aber die andere Musik als Chartmusik, von der Du sprichst, ist dann nach den Gesetzen der Wahrscheinlichkeit eher nicht die klassische.

    Denn zu der findet man wohl eher nicht so nebenbei. Die Basis, auf der man in die klassische Musik hineinsozialisiert wird, über Familie, Musikverein (auch deren Zahl nimmt ab), Chöre (auch das Chorsingen ist nicht mehr in der Breite vorhanden, wie einst) wird kleiner. Pessimismus ist hier ein durchaus guter Ratgeber.


    Grüße

    Garaguly

    Jede Generation sucht nach Ausdrucksmöglichkeiten - und nur weil es nicht die dir vertrauten sind, heißt das noch lange nicht, dass die nachwachsenden Generationen nicht an Kunst interessiert wären.

    Das mag durchaus sein. Aber genau das ist doch hier das Thema: die neuen Ausdrucksmöglichkeiten, von denen Du sprichst, würden dann möglicherweise die alte klassische Musik eben nicht mehr beinhalten. Deine Einlassung muss also gar nicht im Gegensatz zu meinen pessimistischen Aussagen stehen.


    Grüße

    Garaguly