Beiträge von Michael Schlechtriem

    Lieber Walter,

    Zitat

    Es geht ja in diesem Thread in erster Linie darum, der zweiten Geige Gehör zu verschaffen und ihre Rolle und Bedeutung wertzuschätzen. Deshalb meine Hörpflicht-Fokussierung auf die 2. Geige.


    aber sicher, es war ja auch überhaupt nicht ernst gemeint............


    Lieben Gruss nach Bern,


    Michael

    Lieber Walter,

    Zitat

    Wer zuhören kann, hat die Übersicht, wer die Übersicht hat, hat die echte Macht.


    oooch, das kann dann aber auch der Cellist sein. :D :stumm: :untertauch:


    Zitat

    aber die zweite muss wirklich hören, hören, nichts als hören.


    das sollten alle machen, und meistens ist es auch so, zum Glück..... :yes:


    :hello:


    Michael


    schmello :


    Super, daß mit Dir ein weiterer Cellist hier zu finden ist.
    Bitte erzähle doch mal ein wenig mehr von Dir, wo und bei wem Du studierst etc. , es würde mich sehr interessieren.

    Zitat

    m August und September werde ich im Klaviertrio an der Sommerakademie Frenswegen teilnehmen (diese ist ja in etwa in Deiner Ecke und dürfte Dir bekannt sein).


    Ich muß zugeben, daß mir diese Sommerakademie bisher unbekannt war, ich kenne mich in dieser Gegend gar nicht gut aus, da ich hier nicht aufgewachsen bin sondern im Kölner Raum.
    Und am Theater bekommt man nicht mehr viel mit, was draußen so alles an Aktivitäten herrscht..... :(
    :hello:


    Michael

    Lieber Edwin,

    Zitat

    In Köln hieß es nicht, man wolle mit diesem A...loch nicht arbeiten, es hieß, man könne aufgrund von Pietät, Traumata und weiß der Teufel was noch ein bestimmtes Konzept nicht durchführen.


    ist doch klar:
    Ersteres wäre eine Arbeitsverweigerung und könnte schlimme Konsequenzen haben.


    Also nimmt man einen Umweg über die zweite Lösung, so ist das.


    Jedenfalls wird hier tatsächlich im großen und ganzen aneinander vorbeigeredet.


    Denn im Grunde geht es darum, was man sich alles bieten lassen muß und was für Möglichkeiten man hat, unzumutbaren Zuständen zu entkommen.


    :hello:


    Michael

    Zitat

    In Zukunft können mch übrigens alle Neutöner, welche einen fähigen Cellisten brauchen, mal gerne haben, ich habe besseres zu tun........


    Und ich bin keine Zicke, welche bei den kleinsten Schwierigkeiten das Handtuch wirft.


    Ich war immer willig, aber nach Deinen letzten Posts, Edwin, muß ich deutlich sagen, daß ich nicht auf der Menschenschinderseite zu finden bin.


    Du mußt Dich irgendwann entscheiden, ob Du auf der Seite der Angestellten oder auf der Arbeitgeberseite zu finden bist.




    Beides hat Konsequenzen, liebe Grüße,


    Michael

    Lieber Edwin,
    anscheinend werden meine Posts auch nicht mehr wahrgenommen:

    Zitat

    Der Ton kann gerne scharf sein, er muß natürlich auch fordernd sein dürfen, er darf auch an abolut äußerste Grenzen gehen.


    Zitat

    So nach dem Motto "WAS? Du blöder Wichser weigerst Dich, diese Stelle zu spielen? ICH MACHE DICH FERTIG, DU BLÖDE SAU!!!!! "


    Zitat

    Ich habe sogar machmal den Verdacht, daß die Turbulenzen und der ganze Hickhack VOR der Premiere das eigentliche Betätigungsfeld sind, was natürlich bei einem Interview nicht zu Sprache kommt oder von sich gewiesen wird, es geht ja natürlich nur um die Kunst, und dann kommen diese blöden Quälgeister, diese zweitklassigen Nichtsnutzer und verweigern die Arbeit.....


    schade, daß Du nicht auf meine Post geantwortest hast.


    Und ansonsten geht es mir so wie Azucena:


    Zitat

    Ich mag mich nicht mehr Gebetsmühlenartig wiederholen!




    Also, ich höre jetzt auch auf, mich zu wiederholen!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!


    In Zukunft können mch übrigens alle Neutöner, welche einen fähigen Cellisten brauchen, mal gerne haben, ich habe besseres zu tun........


    LG,
    Michael

    Um ganz ehrlich zu sein:


    Azucena hat es doch auf den Punkt gebracht.


    Es geht nicht um Musiker, welche sich einer Uraufführung wegen angeblicher Unspielbarkeit entziehen, ich habe selber recht viel uraufgeführt von jungen ambitionierten Komponisten und es gab immer einen Weg, technische und anderweitige Probleme zu lösen.


    Unfehlbar ist nämlich keiner, auf beiden Seiten.


    Nein, und ich zitiere jetzt Azucena deshalb nochmal, damit dieser wichtige Apekt nicht vergessen wird.


    Es geht garantiert darum:


    Zitat

    Was hier der Unterschied ist, ist die Menschenverachtung und Ignoranz zum einen, mit der Herr Knabe mit den Künstlern umspringt und die Uneinsichtigkeit und sein unkooperatives Verhalten zum anderen, wenn es darum geht Kompromisse zu finden, wenn etwas wirklich an gesundheitliche Grenzen geht, was die Psyche mit einschliesst! Der Standartspruch der in etwa in solchen Fällen kommt ist, wer das nicht aushält hat in dem Job nichts verloren! Damit kann man jedem Gespräch eine vernünftige Gesprächsbasis entziehn! Als ich Fairy Queens Beitrag las, dachte ich: Tolle Idee! Aber der eigentliche Ansatz müsste doch sein, dass solche Regisseure nicht mehr Theater als ihre Therapieplätze missbrauchen dann bräuchten WIR auch keine Theatertherapeuten.


    Übrigens habe ich den Spruch "wer das nicht aushält hat in dem Job nichts verloren! " selber schon persönlich von einem von mir trotzdem geschätzten Dirigenten um die Ohren gehauen bekommen, der auch das Talent hat, Mitarbeiter bis zum Umfallen zu fordern und zu quälen.


    Aber wie schon gesagt, ich bin im Orchester weit mehr geschützt als die Kollegen AUF der Bühne.


    Und wirklich ganz ehrlich:
    Was AUF der Bühne von Seiten eines Regisseurs oder auch eines Dirigenten an Grausamkeiten, Impertinenz und Mobbing stattfinden kann, das kennen anscheinend wenige hier.


    Lieber Edwin:
    Du hast Pech gehabt mit einigen Musikern, das tut mir leid.
    Ich habe noch niemals eine Uraufführungsarbeit verweigert und Du hast sicherlich den leider anscheinend extrem unwilligen und auch von mir als unfähig und befangen erachteten Musiker NICHT extrem beleidigt.


    So nach dem Motto "WAS? Du blöder Wichser weigerst Dich, diese Stelle zu spielen? ICH MACHE DICH FERTIG, DU BLÖDE SAU!!!!! "


    Nein, das hast Du sicherlich nicht gesagt, aber...........:


    Genau so kann es zugehen AUF der Bühne bei entsprechenden Regisseuren.


    Wirklich, echt ehrlich, und bei einem Interview sind diese Herrschaften dann wieder ganz eloquent und erscheinen selber als arme, mißverstandene Opfer.


    Es ist nicht leicht und schon gar nicht Schwarz-Weiß, aber ich kann mir sehr lebhaft vorstellen, daß in Köln einfach das Fass zum Überlaufen gebracht wurde.


    Warum es in Hannover oder Essen nicht dazu gekommen ist?
    Keine Ahnung, aber die Kollegen dort waren sicherlich nicht weit davon entfernt!


    Wir waren damals auch nicht weit entfernt davon, einige Kollegen haben sich durch Krankmeldungen gerettet, eine Kollegin jüdischer Herkunft hat sogar das OK des damaligen Intendanten bekommen, an dieser Produktion nicht teilnehmen zu müssen, denn Sie war durch die ständigen "Heil Hitler" und "Sieg Heil"-Rufe in der (dümmlichen) Inszenierung am Ende Ihrer Nerven. Die Reaktion des damaligen Intendanten war eine seiner wenigen klugen Entscheidungen.....


    Ach ja:
    Und die Speichellecker, die alles ganz toll finden und Ihren Kollegen mit gegensätzlichen Aussagen in den Rücken fallen, na, die gibt es überall, das Problem ist so alt wie die Menschheit und im Prinzip wesentlich interessanter und aufschlußreicher als jedwede provozierende Inszenierung.



    Ich habe sogar machmal den Verdacht, daß die Turbulenzen und der ganze Hickhack VOR der Premiere das eigentliche Betätigungsfeld sind, was natürlich bei einem Interview nicht zu Sprache kommt oder von sich gewiesen wird, es geht ja natürlich nur um die Kunst, und dann kommen diese blöden Quälgeister, diese zweitklassigen Nichtsnutzer und verweigern die Arbeit.....


    Da kann man sich mal so richtig toll ausleben als Regisseur, und auch als Dirigent.


    Ab der Premiere ist damit nämlich Schluß im Allgemeinen, dann herrscht Ruhe und das jeweilige Ding wird abgespult, ohne daß jemand schreiend und beleidigend eingreifen kann.


    Ich finde es sowieso immer interessant, wie schnell studierte Musiker- Sänger wie Instrumentalisten- völlig abqualifiziert werden. Als faul, ignorant oder gar als dumm hingestellt werden.
    Von verschiedenen Seiten, nicht nur der Seite des Regisseurs.


    Im Prinzip läuft es darauf hinaus, daß diese Mitarbeiter eine "Sache" sind und keine Menschen, welche einen gewissen Respekt verdient haben.


    Das fällt mir immer wieder auf.....


    Der Ton macht die Musik.......


    Der Ton kann gerne scharf sein, er muß natürlich auch fordernd sein dürfen, er darf auch an abolut äußerste Grenzen gehen.
    Alles kein Problem, wir sind Profis und der Job wird gemacht.


    Aber darüber hinaus wird es wirklich ekelig und lästig, und das kommt leider häufiger vor, als man denkt.............


    LG,


    Michael

    Hallo,
    in den Untiefen von Tamino gibt es einiges über Saygun zu lesen.


    Mir gefällt sein 1.Klavierkonzert sehr gut, ich besitze alle Einspielungen mit Gülsin Onay (die beste ist m.M. nach eine Nonesuch-LP mit dem Präsidenten-Orchester) und habe es selber im Orchester einige male gespielt.


    Es ist sehr effektvolle Musik, und nicht ohne Grund hatte irgendein Vorgänger am Ende in die Cellostimme geschrieben:


    Hollywood
    THE END


    Zitat

    Er war wohl der bedeutendste türkische Musiker, der sich der Komposition westlicher Klassik verschrieb.


    Ob Saygun der "bedeutendste" türkische Komponist ist, sei einmal dahingestellt.


    Zumindest Ulvi Cemal Erkin sollte in einem Atemzug mit Saygun genannt werden, er hat mit dem Orchesterwerk "Köçekçe" so etwas wie die inoffizielle Nationalhymne der Türkei komponiert, und ich hatte auch in diesem Falle die Freude, es mehrmals spielen zu dürfen.


    Dieses farbige und mitreißende Werk kann man sich hier anhören:


    "http://www.youtube.com/watch?v=1HfhU6tCcmQ"


    Sein wie ich finde sehr lohnendes Klavierkonzert kann man sich hier anhören:


    "http://www.youtube.com/watch?v=vwNenj3tc6k"


    "http://www.youtube.com/watch?v=GDlp4wZnWX8&feature=related"


    "http://www.youtube.com/watch?v=hClkYVRATQM&feature=related"


    Leider gibt es von diesem Klavierkonzert noch keine CD-Veröffentlichung.


    Beide, Saygun und Erkin, gehörten zur den Türkischen Fünf, einer Komponistengruppe, zu der desweiteren Cemal Resid Rey, Ferid Alnar und Necil Kâzim Akses gehörten.
    Danke an Wiki für den letzten Satz, den hätte ich freihändig nicht hinbekommen.



    :hello:


    Michael

    Lieber Edwin,

    Zitat

    spielt Ihr eigentlich die Originalfassung (Mackerras-Edition) oder die herkömmliche Bearbeitung?


    leider die herkömmliche, und leider auch auf Deutsch.
    Mir wäre tschechisch mit deutschen Untertiteln lieber gewesen, auf Deutsch funktioniert das m.E. nicht in Janaceks Sinne.


    Gleich geht es wieder los...... :D


    :hello:


    Michael

    Zitat

    Ich würde Janáceks Musik als sehr "dicht", konzentriert bezeichnen. Nicht von der Instrumentierung her (eher im Gegenteil!), sondern von der reinen Komposition! Wie viele Motive und Melodien Janácek etwa in 90 Minuten bringt - davon machen andere Komponisten drei dreistündige Opern... Drum gibts aber auch nie Entspannung für die Ausführenden, da ist immer so viel los...


    Lieber Martin,
    das genau ist es.


    Mittlerweile finde ich Janáceks Musik auch wunderbar.
    Früher fand ich Ihn karg oder zu sprunghaft-ohne Linie.


    Aber das Spielen dieser Musik ist eine große Herausforderung und es gibt solch schöne Phrasen, daß ich nur sagen kann: :jubel: :jubel:


    Janácek ist einer der eigenwilligsten Komponisten überhaupt, er macht es einem wirklich nicht leicht.



    Insoferne bewundere ich jeden, der einen Zugang zu Ihm geschafft hat.


    LG,
    Michael

    Zitat

    Bei Janácek-Opern kann man in der Regel immer von der sehr publikumsfreundlichen Dauer von 90 Minuten ausgehen


    Das ist nicht nur sehr Publikumsfreundlich, es ist auch eine Wohltat für einen Orchestermusiker.


    Natürlich, Janácek ist sehr schwer, vor allem für die Violinen.
    Wenn man bei Janácek auch nur einen Moment lang pennt, dann ist es schon zu spät, und von der Intonation her ist Janácek sehr schwer für das gesamte Orchester.
    Man kann da ziemlich die Hosen runterlassen........ :stumm:


    Aber nach 90min. ist es vorbei und man kann noch einen schönen Feierabend verleben, so ab 21:30, um genau zu sein. :jubel:


    Von mir aus könnte man diese Spieldauer normieren......... :D


    Kein Feierabend mehr um 22:30, zuhause dann zwischen 23:00 und 23:30, wohlgemerkt bei anschließender Probe am nächsten Vormittag. :kotz:
    Nein, Feierabend um 21:00, zuhause ankommen zwischen 21:30 und 22:00 und gut ist es. :D


    Wunderbar..........


    LG,
    Michael

    Hi,

    Zitat

    Überall anders ist aber von ca. 95 Minuten die Rede. Gibt es möglicherweise zwei verschiedene Fassungen, oder hat man sich da bloß vertan?


    wir spielen die Oper ungekürzt, die Spieldauer beträgt schlanke 95 Minuten.
    Es sollte sich um einen Druckfehler handeln.


    LG,
    Michael

    Hallo yago,

    Zitat

    leider sind in MS dieses jahr von den (wieviel sind´s?) 6(7) neuinszenierungen ,in den letzten jahren bereits 4 gelaufen.


    das stimmt, allerdings läuft auch hier die Zeit schnell, denn der Parsifal ist auch schon 11 Jahre her, muß aber dennoch nicht schon wieder sein.


    Rigelotto [SIZE=7](nein, kein Verschreiber)[/SIZE] ist so vor 14-15 Jahren gelaufen....
    LG,
    Michael

    Zitat Edwin:

    Zitat

    Es ist doch so: Der Regisseur muß für seine Arbeit grade stehen. In der Presse steht ja auch: "Die Inszenierung von Hubert Menschenschinder ist weder gut noch provokant" und nicht "Das Inszenierungskonzept von Hubert Menschenschinder wäre ausgezeichnet gewesen, er konnte es aber nicht umsetzen, weil sonst Hansi Krächzer und Franz Heiser, die beiden Wortführer des Chors, diesen zu einem akuten Grippeanfall überredet hätten."


    Zitat von mir:

    Zitat

    Die Arbeit am Theater kann durchaus menschenverachtende Auswüchse annehmen, ich habe das selber öfters erlebt.Das ist kein künstlerischer Ponyhof, und wenn jemand z.B. der Meinung sein sollte, daß es nur auf das Resultat ankommt, dann hat er solche schlimmen Arbeitsbedingungen einfach noch nicht persönlich kennengelernt.


    Es scheint die vorherrschende Meinung zu sein, daß blöde, Kunstfeindliche und vor allem faule und desinteressierte zweitklassige Künstler eine ansonsten erstklassige, künstlerisch hochwertige Leistung eines begnadeten Regisseurs torpedieren.


    Ich kann dazu nur sagen, daß es auch anders herum sein kann:
    Daß erstklassige Künstler die Arbeit eines Menschenschinders, der durchaus blöd und überhaupt nicht künstlerisch, dafür aber mit einem überaus aufgeblähten Ego gesegnet ist, in die Schranken weisen.


    Das Herumhacken auf Reaktionen der Mitarbeiter kotzt mich an.


    Ist es eigentlich bewußt, was alles passieren muß, bis sich ein an sich hochmotivierter Sänger krank meldet, um endlich aus einer für Ihn furchtbaren Situation herauszukommen?


    Muß man sich dann auch noch darüber lustig machen?


    Wer von unseren Taministen hat direkten Kontakt mit dem angegriffenen Regisseur gehabt?


    Azucena.....und ich auch..........


    Wer kann nun erklären, was es mit dem eigentümlichen Verhalten des Chores in Köln auf sich hat?


    Azucena kann es erklären, und ich kann es mit großen Abstrichen, da ich Orchestermusiker bin.


    IN JEDEM FALLE hat all dies nichts mit einer grundsätzlichen Leistungsverweigerung zu tun, als welche es versucht wird, hinzustellen.


    Thomas Deck war zum Glück in der Lage, zwischen den Zeilen zu lesen.


    Zitat

    Bis vor kurzem wollte ich die "Chorspießer" zum Teufel jagen. Jetzt bin ich mir nicht mehr so sicher. Eigentlich müsste ich hin...


    Und er hat Recht, eigentlich müssen nun alle hin und sich Ihr eigenes Urteil bilden.


    Vielleicht wird es ja großartig.


    Aber , auch falls es großartig wird:


    Muß das auf Kosten der psychischen Gesundheit einiger passieren und muß dies in Kauf genommen werden?


    Ich finde, daß dies absolut nicht nötig ist, man kann auch vernünftig miteinander kommunizieren, ja, das sollte eine Selbstverständlichkeit sein.


    Zitat Edwin:

    Zitat

    Und wenn es um Regie geht: Chéreaus "Ring" gilt als Meilenstein der Wagner-Interpretation. Auch da opponierten viele und erkrankten, als nichts Anderes als Sabotage half...


    Das stimmt sicherlich, und Du kennst Chéreau auch sicherlich persönlich.
    Insoferne hast Du Recht!


    Kennst Du Knabe persönlich?
    Hast Du an seinen Arbeiten teilgenommen?


    Wenn nicht, dann wäre es hilfreich, wenn Du seinen furchtbaren Führungsstil einmal kennenlernen würdest.


    Du kämst dann sicherlich zu einer anderen Analyse, dessen bin ich mir sicher.



    :hello:


    Michael

    Wie soll man mit einem Regisseur kommunizieren, der in Gelsenkirchen bei einer Premierenfeier eine Bierflasche gegen ein Wandmosaik geworfen hat und dieses dadurch mutwillig beschädigt hat?


    Er war absolut rüpelhaft bei uns, zum Glück sitze ich unten im Graben und habe damit wenig zu tun, für den Chor und die Solisten aber ist es eine Zumutung sondergleichen.
    Es gibt da einen Kollegen von Ihm, der an Rüpelhaftigkeit an Ihn heranreicht und z.B. seinen Schwanz demonstrativ nach unten in den Orchestergraben heraushängen ließ.....kein Scherz!


    Es handelt sich übrigens um einen wirklich großen Künstler, aber das bedeutet noch lange nicht, daß er auch menschlich groß ist- im Gegenteil.


    Solche Menschen, welche große Macht haben, können Ensemblemitglieder psychisch zerstören, es ist perfide und gemeingefährlich, aber so ist es.


    Wir im Orchester sind geschützt gegen solche Typen, aber der Chor und die Solisten nicht besonders.


    Nun mag man es als Außenstehender durchaus klasse finden, wenn Menschen für die Kunst bis auf das Äußerste gequält und erniedrigt werden, aber wenn man selber einmal eine solche Situation erlebt, dann bin ich mir sicher, daß jeder am liebsten die Polizei holen würde, aber natürlich geht das nicht.


    Die Arbeit am Theater kann durchaus menschenverachtende Auswüchse annehmen, ich habe das selber öfters erlebt.
    Das ist kein künstlerischer Ponyhof, und wenn jemand z.B. der Meinung sein sollte, daß es nur auf das Resultat ankommt, dann hat er solche schlimmen Arbeitsbedingungen einfach noch nicht persönlich kennengelernt.



    LG,
    Michael

    Lieber Dio,
    bitte, es ist ein großer Unterschied, ob jemanden bei der Arbeit zugeschaut wird, man beobachtet wird, was völlig in Ordnung geht, da man sich ja auf einer Bühne befindet, oder ob man angeglotzt wird.


    Das Anglotzen, was ich meinte, hat mit der Aufführung nichts zu tun und findet auch nicht während dieser statt.


    Ich betone noch einmal: es ist nur ein ganz bestimmter Feldherrentypus, wahrscheinlich jemand, der sich gerne selber als Dirigent sehen würde.


    Es kommt auch seltener vor und hat mit normalem Zuschauen nichts zu tun.


    Sorry, falls Du dich irgendwie angesprochen fühlst, so war das nicht gemeint........


    :hello:


    Michael

    Zitat

    tillmann knabes "rheingold" und seine "turandot" in essen waren durchaus sehr gelungen und sehr sehenwert.(natürlich auch hörenswert)


    das ist natürlich gut möglich, aber mich würde dann interessieren, warum.


    hörenswert war es sicherlich, aber das ist der verdienst der sänger, des chores, des ochesters und des dirigenten trotz des regisseurs tilmann( mit einem l ) knabes.


    lg michael

    Zitat

    Regisseur Tilman Knabe


    hat bei uns mal den "Simplicissimus" von Hartmann hingerichtet.


    Der gesamte Schluß der Oper wurde gestrichen und es gab nur noch einen minutenlangen Trommelwirbel zu hören.
    Dazu mußten Sänger Sätze von sich geben wie "Mein Gott, ich find' das Loch nicht mehr", bei geöffnetem Hosenlatz.


    Das ganze ist mindestens 10 Jahre her und war MIT ABSTAND die peinlichste Inszenierung, welche ich je erlebt habe.


    Es dauerte höchstens 10 min. , bis erste Zuschauer Türeknallend den Saal verließen oder "Ihr seit doch alle bescheuert" riefen.


    Das hat wirklich keinen Spaß gemacht.


    Die Oper von Hartmann wurde völlig demontiert, es gab überflüssige Bühnenmusiken, in welchen der Donauwalzer verjazzt wurde und die Sänger "Ihhhh, Negermusik" schreien mußten, es war höchstpeinlich.


    DAS war und ist für mich in all den Jahren immer DAS Beispiel gewesen, wie ein Regisseur ein Werk völlig demontiert, um seine eigenen Ansichten in den Vordergrund zu bringen.


    Ich bin durchaus ein Befürworter des Regietheaters, aber dies ging mir damals entschieden zu weit.


    Die Sänger mußten sich wirklich zum Affen machen vor dem Publikum und es gab Mitglieder jüdischer Abstammung, welche sich schlichtweg weigerten, Heil Hitler-Rufe ertragen zu müssen- auch im Orchester.


    Bei uns wurden diese Mitglieder zum Glück nur beurlaubt, von Seiten der Intendanz ging es damals fair zu.



    Wenn es in Köln nur entfernt ähnlich zugeht- und ich fürchte, daß es schlimmer zugeht- dann bleibt den Kollegen letztlich nur die Flucht in eine Krankheitsmeldung.


    Einfach boykottieren geht nicht, das ist ein Kündigungsgrund.


    Und um es nochmals klarzustellen:


    Ich bin ein Befürworter des Regietheaters, aber mit diesem Regisseur habe ich die mit Abstand peinlichste und perfideste Produktion bisher erlebt- in mittlerweile 17 Berufsjahren.
    Und auch die dümmlichste- aber das ist nur mein persönlicher Eindruck.


    Peinlich, was das Werk Hartmanns anging-welches völlig zerstört wurde auf von mir unentschuldbare Art und Weise.
    Peinlich, was Erniedrigungen der Mitwirkenden, welche dem zu Recht pöbelndem Publikum zum Fraß hingeworfen wurden, anging.



    Also, mit dieser Aussage möchte ich nur ein wenig Hintergrund über diesen Regisseur mitteilen.


    Es ist KEINE Stellungsnahme gegen das Regietheater, noch gegen die kommende Kölner Inszenierung.


    Über diese kann man erst richten, wenn sie stattgefunden hat.



    Aber ich kann mir lebhaft vorstellen, was in Köln im Moment abgeht.


    Das schlimme ist, daß das Ensemble darunter leiden wird-Kollegen werden gegeneinander ausgespielt und es wird Anfeindungen geben.


    Falls die Regie meisterhaft und aufklärend ist, dann sollte jedes Mittel Recht sein.
    Das ist meine Meinung, denn als Künstler muß man in der Lage sein, gewisse Grenzerfahrungen zu meistern.


    Aber mir fehlt bei bei diesem Regisseur wirklich der Glaube an eine meisterhafte Inszenierung, am Ende wird es wahrscheinlich nur darauf herauslaufen, daß alle irgendwelchen Schaden davontragen.
    Und man wird sich dann u.U. fragen : Wozu?


    Der einzige aber, der unbeschadet aus dieser Situation herausgehen wird, ist der Regisseur, das ist sicher................



    LG,
    Michael

    Hallo Chrissi,
    ja, das ist die Aufnahme von 1929.
    Nathaniel Shilkret dirigert das Victor Symphony Orchestra, Gershwin sitzt an der Celesta, da der eigentliche Celesta-Spieler nicht kam.
    Dies war die erste und ist nach wie vor eine der besten Aufnahmen des "American in Paris" .


    Gruß,
    Michael

    Hi Chrissi,

    Zitat

    In der Aufnahme die Gershwin dirigiert sind sie nicht vorhanden


    welche Aufnahme meinst Du bitte?
    Mir ist nur die Aufnahme unter Nathanael Shilkret bekannt, in der Gershwin die Celesta spielte.


    Das ist eine tolle Aufnahme, aber ganz leicht gekürzt,wohl damit alles auf die Schellack-Seiten passte.


    :hello:


    Michael

    Zitat

    Alles klar, ich pack schon mal das Knabberzeug ein. Ich bin heute nämlich bei euch im "Schlauen Füchslein


    Und ich bin sooooo müde.............
    Wir haben nämlich gerade Konzertproben zusätzlich.
    Ich bin 20 min. früher im Graben zum Einspielen, hiermit lade ich Dich herzlich ein, heftig zu glotzen! :D


    Schöne Oper, um 21:05 ist schon Schluss, bitte nicht lange applaudieren, ich möchte zurück nach Hause und den Restabend genießen. :stumm: :D


    :hello:


    Michael

    Ich möchte betonen, daß ich es sehr schätze, wenn Zuhörer interessiert am Geschehen im Orchestergraben sind und einen Blick hineinwerfen.


    Natürlich auch während der Aufführung, von vielen Plätzen ist der Graben ohnehin zum größten Teil einsehbar.


    Es gibt allerdings einen einzigen Typus, den ich nicht abkann:


    Und zwar ist dieser Typus allermeistens männlich, in den besten Jahren und mit der Aura eines Abteilungsleiters ausgestattet.


    Dieser Typus postiert sich in der Pause oder vor dem Beginn allermeistens auf Höhe des Dirigentenpultes mit verschränkten Armen oder einer anderweitigen Feldherrenpose und macht folgendes:


    Er glotzt.........
    Nichts weiter, er glotzt nur, und zwar glotzt er durchaus jemaden, der sich gerade einspielt, direkt und länger an.


    In einem solchen Falle bitte ich dann immer höflich darum, noch ein paar Erdnüsse zugeworfen zu bekommen, da ich mich nämlich dann wie im Zoo fühle.


    Also wie schon erwähnt: Absolut nichts gegen Zuschauen, Anteilnahme, ehrlichem Interesse, das ist wirklich schön und freut mich.


    Aber diese Glotzer, welche alle paar Aufführungen zugegen sind, kann ich nicht ab.


    Ich setze mich ja auch nicht in ein Restaurant und glotze den Menschen am Nebentisch ungeniert an.


    Außerdem bitte ich dies nicht allzu ernst zu nehmen...... :angel:



    LG,
    Michael

    Zitat

    Ist also eine Synkope das, was die Ouvertüre zur Fledermaus so spannend macht...


    Nein, das ist definitiv der Dirigent......
    Dieses Teil ist IMMER Bestandteil eines Vordirigates, zu Recht.


    Du meinst wahrscheinlich das typisch Wienerische "geschluderte" spielen der 2.und 3. Zählzeit eines 3/4 Taktes, das " ta-ta" welches nach "Um" kommt.


    Dies ist keine Synkope, jedenfalls nicht komponiert..... :D


    Eine Synkope kommt immer auf "und" .
    Also, ein 4/4 Takt z.Bspl. besteht aus den Zählzeiten 1-2-3-4.
    Logisch.


    Dazwischen gibt es aber auch 1und2und3und4und.



    Das "und" ist die Synkope.



    Es gibt wahnsinnig viele Beispiele in der Musik, wo eine Stimme immer die Hauptzählzeit spielt und eine andere ein "und" dagegenhält.






    :hello:


    Michael

    Zitat

    Und für die anderen Musiker ist es dann die zwei, oder wie


    Neee, die müssen selber sehen, wie sie damit zurechtkommen.
    Das ist immer wieder spannend......... :pfeif:
    Es ist auch eigentlich eine minus 1, da früher.......das hat mit der schweren Ansprache des Instrumentes zu tun.
    Wenn man es dann zu gut meint, ist man halt ein wenig zu früh.......


    Ignorieren hilft...........
    :untertauch:


    LG,
    Michael