Beiträge von Michael Schlechtriem

    Hier kann man sich den gesamten Film "Testimony: The Story of Shostakovich" von Tony Palmer mit Ben Kingsley anschauen:



    "http://www.youtube.com/watch?v=hz7BCKV34Ok&feature=channel_page"


    Ein "Muss" , möchte ich behaupten......, auch für Khrennikov-Fans, diesem "Komponisten", der aus Versehen auch noch die Unesco-Mozart-Medaille gewann...... ein unglaubliches Schmierenstück. :stumm:


    LG,


    Michael

    Zitat

    Ich meine, daß das Ding etwas metallisch klingt


    Da wirst Du sicher recht haben...........für 50 Euro bekommt man aber bestimmt nichts besseres, außer man baut sich selber etwas.


    Eigentlich nett, das es solche Geräte noch gibt, am Computer fahre ich selber auch solch ein Teil an Hifi-Boxen von Aldi, und es ist sehr interessant, zu erleben, wie sich normale Aufnahmen durch Verfärbungen eines Verstärkers ändern können.


    Der Sony war jedenfalls sicherlich besser, u.U. waren die Potis nur verdreckt.
    100 bis 1000 mal umschalten hätte das Problem vielleicht auch gelöst.
    :untertauch:


    Michael

    Sweeney Todd haben wir 1996 unter Lothar Königs "http://de.wikipedia.org/wiki/Lothar_Koenigs"
    gespielt.


    Grandioses Werk! :jubel:


    Aber ich freue mich sehr, im Beitrag von Nachtgedanken :hello: den Namen

    Zitat

    Liviu Petcu

    zu lesen. :jubel:


    Liviu ist ein begnadeter Pianist und Korrepetitor sowie ein tüchtiger Dirigent- er war länger bei uns angestellt und mußte wegen Einsparungsmaßnahmen unseres Intendanten :kotz:
    gehen.


    Das hat uns alle sehr verärgert, denn er war der beste Pianist und ein ungemein netter Kollege, auf welchen wir nicht verzichten wollten.



    Ich bin heilfroh, daß Liviu nicht nur eine neue Stellung in München, sondern dort auch Dirigate bekommen hat.


    http://www.staatstheater-am-ga…etigkeit=39&ID_Person=878


    Ich wünsche Liviu das allerbeste, und Sweeney Todd dirigieren zu dürfen ist eine tolle Aufgabe, denn es ist das schärfste Musical, das es gibt.
    Er hat eine große Karriere verdient..........


    Gruß,
    Michael

    Und da kann man mal sehen, wie offen dieser Club der katholischen Kirche sein kann:


    Bereits in den 70er Jahren wurde dieser tolle Pasolini-Film in meiner damaligen Schule und "Nonnenbunker", der Marienschule in Lev-Opladen, via 16mm Film gezeigt.
    Er ist wirklich der beste aller Bibelfilme und ich kann mich nur wundern, daß dieses Werk damals in unserem Marianum für alle gezeigt wurde.
    Na ja, es gab auch schon damals moderne Nonnen, insoferne war meine damalige Schule sehr modern und aufgeschlossen.


    Im Rückblick finde ich es außerordentlich, welch umfassendes Weltbild und welche Toleranz uns damaligen Schülern in den 70er Jahren von diesen Nonnen mitgegeben wurde.
    Es war- und ist- tatsächlich eine moderne Schule, das sieht man ja auch an der Präsentation dieses Filmes, welche damals sicherlich nicht allgemein üblich war an katholischen Schulen.


    Dafür schätze ich sie(meine ehemalige Schule wie auch den Großteil der damaligen Nonnen) auch sehr, nach wie vor.
    :angel:


    Michael


    [SIZE=7]der trotzdem überzeugter Atheist ist[/SIZE]

    Diese ganzen Spielereien erinnern mich an meine Jugend.
    Damals konnt ich auch nicht genug von Equalizern und sonstigen Einstellmöglichkeiten an den LS und an der Anlage bekommen.



    Mittlerweile denke ich aber anders.
    Auch digitale Spielereien sind für mich nur am Computer akzeptabel.


    Wenn irgendetwas an der Hauptabhöre nicht stimmt, dann überprüfte ich erst einmal den Abhörraum, was sich für mich insoferne erledigt hat, da ich seit 2002 über einen ziemlich perfekten Abhörraum verfüge.
    Mein ganzes Haus wurde um die Anlage herum gebaut, verschiedene Stromkreise für die entsprechenden Komponenten wurden berücksichtig.


    Wenn nun irgendetwas im Grundtonbereich nicht stimmt, brauche ich keinen Loudness-Knopf.
    Tiefbassverbesserungen nur mit einem Netzkabel oder NF-Kabel?
    Oder mit einem vorgeschalteten Ölpapierkondensator beim Stromkreis des CD-Players?


    Das alles wird gerne als Voodo und Blödsinn beschimpft, weshalb ich mich auch in solchen Hifi-Foren niemals melden werde.


    Aber ich reguliere meine Anlage auf diese Art und Weise, schon seit bestimmt 20 Jahren.


    Wenn etwas im Klangbild nicht stimmt, dann ist es entweder der Raum, eine Komponente der Abhörkette-das können auch die Kabel sein- oder gleich die Stromversorgung.
    Vorausgesetzt, es ist eine NoNonsens-Anlage, welche auch nicht teuer sein muß, aber stimmig und vor allem so neutral wie möglich spielt.



    Eine gute Stromversorgung wird allermeistens gleich am Anfang völlig vergessen.



    Schlußendlich: Bevor ich abhörmäßig auf Spielereien wie einen Loudness-Knopf zurückgreife,was ich niemals machen würde außer am Computer, behandle ich meine Anlage genauso wie mein Cello.


    Und genau das tue ich auch, denn bei meinem Cello gibt es keine Loudness-Taste, aber viele sehr interessante Einstellmöglichkeiten für einen Könner wie meinen Geigenbauer, der tolle Ergebnisse erzielt.


    Es gibt im Hifi-Bereich auch Könner, welche tolle Ergebnisse erziehlen-übrigens ohne daß dies teuer sein muß- , aber man muß sie finden.


    Das ist schwer.


    Alles, was dem Signalweg im Wege steht, dazu gehört auch eine Überbrückung, kommt bei mir nicht zum Einsatz.


    Flotan aus Wien hat meine Anlage im Februar gehört, vielleicht kann er noch etwas dazu beisteuern, damit meine Ausführungen nicht völlig einseitig rüberkommen.


    LG,
    Michael

    Zitat

    Ich habe Grappelli bewusst in den Vordergrund gestellt,


    Das ist ja auch sehr lobenswert, macht aber Grappelli trotzdem nicht zum bedeutendsten Jazzer.
    Er war sehr einflußreich, was die Violine anging, aber ein Coltrane ist für mich da schon eine ganz andere Nummer.


    Zitat

    Zweifellos war John Coltrane ein herausragender Saxophonist. Aber kann man Äpfel mit Birnen vergleichen?


    Grappelli war ein herausragender Geiger und Interpret seiner Musik, Coltrane war ein herausragender Musiker und Erneuerer des Jazz, unabhängig davon, welches Instrument er spielte.


    Natürlich war er ein herausragender Saxophonist, aber damit ist es noch lange nicht getan.
    Es stimmt, man kann Äpfel und Birnen nicht vergleichen.


    Zitat

    Jazz, Blues und Swing


    Sind dies drei neue, unabhängige, Stile?

    Das Problem ist, daß die allermeisten Aufnahmen nicht nur auf der hochgezüchteten und optimal klingenden Kette im Wohnzimmer klingen müssen, sondern auch im Autoradio, im Küchenradio usw. .


    Also werden Kompromisse eingegangen, welche mir auch oft schwerfallen, sie zu akzeptieren.


    Ein generelles Aufnehmen nur mit zwei Mikros gefällt mir übrigens gar nicht.
    Schon bei einem Cellokonzert würde der Solist, da die visuelle Komponente eines Live-Konzertes fehlt, als überaus leise empfunden werden.


    Natürlich kann man herausragende Ergebnisse erzielen mit nur zwei Mikros, aber der zeitliche Aufwand ist schon enorm groß.
    Das kenne ich aus eigener Erfahrung:


    Damals, als ich selber noch mit einem Freund Aufnahmen machte, haben wir vor allem Choraufnahmen gemacht.


    Eine CD-Produktion war in der Besetzung Soli, Klavier, Chor.


    Da es sich um den Chor meiner Eltern handelte, hatten wir ziemlich viel Zeit, um den Saal akustisch zu präparieren und mit den Aufstellungen der Mitwirkenden zu experimentieren.


    Wir haben dann den Chor in einem Dreieck aufgestellt, den Flügeldeckel abgenommen, die Solisten auf einen Tisch gestellt und das ganze dann mit nur zwei Mikros, welche genau inmitten dieses Aufbaus standen, aufgenommen.


    Das Resultat war umwerfend gut, aber zur Sicherheit haben wir damals (1994) gleichzeitig noch eine Achtspur Multimiking- Aufnahme mitlaufen lassen, denn wir hätten, wenn etwas schiefgelaufen wäre, nicht die Möglichkeit gehabt, zu korrigieren.
    Wir mußten übrigens auch keinen Hall beimischen.


    Opernaufnahmen mit nur zwei Mikros sind ziemlich unmöglich zu realisieren.


    Geschmackvoll und vorsichtig eingesetzte Stützmikros sind eigentlich gar kein Problem, aber meistens werden sie halt nicht geschmackvoll und vorsichtig eingesetzt.


    Dazu kommt dann noch, daß alles häufig überkompressiert wird.


    Aber auch hier gilt: Wenn es geschmackvoll gemacht ist, dann fällt es gar nicht auf.
    Es kann durchaus klanglich von Vorteil sein, wenn in diesem Bereich ein wenig korrigiert wird.


    Bei meinen eigenen Aufnahmen, welche ich im Thread taministen@rapidshare eingestellt habe, sind die Cellokonzerte von Korngold und Miaskowsky mit drei Mikros aufgenommen worden, wobei das dritte Mikro das Stützmikro für das Solocello war.


    Beide Aufnahmen sind kompressiert, aber wetten, daß man es nicht merkt?
    Auf beiden Aufnahmen ist erheblich Hall hinzugefügt worden, da die orginalen Säle sehr trocken und muffig klangen.


    Ich bin mir ziemlich sicher, daß man diese Bearbeitungen nicht hört, da wir vorsichtig vorgegangen sind.


    Mir gefallen beide Live- Aufnahmen zumindest aufnahmetechnisch sehr gut :D, in meinem Wohnzimmer werkelt eine Abhöre mit Spendor-LS und ausgesuchtesten Komponenten davor-das ganze Haus wurde übrigens um die Anlage herum gebaut.


    Mich würde einmal die klangliche Meinung zu diesen vorsichtig bearbeiteten Aufnahmen interessieren.


    Wie schon angemerkt: eine Regel, wie eine Aufnahmen gemacht zu sein hat, ist nicht so mein Ding.


    Wichtiger für mich ist, daß das, was gemacht wird, geschmackvoll und verantwortungsbewußt gemacht wird.


    Leider ist das oft nicht der Fall, es werden nur Routinen ausgeführt, welche einem Standard entprechen, der für die Möglichkeiten, welche vorhanden sind, lachhaft ist.


    Wer einmal ein orginales Master gehört hat, und dann gehört hat, was eventuell daraus gemacht wurde, der wendet sich mit Grauen ab.


    Gruß,
    Michael

    Hallo Wolfgang,


    Zitat

    Wer kennt dieses erfrischende Cellokonzert ?


    das Konzert ist sehr unterhaltsam, der jeweilige Cellist muß in jedem Falle seine eigenen Kadenz komponieren und natürlich ist das Werk sauschwer.
    Live wird das Cello meistens verstärkt, damit es gegenüber dem Blasorchester überhaupt hörbar ist.


    Der Cellist auf Deiner Aufnahme heißt übrigens Martin Ostertag und es spielt das SWR Rundfunkorchester Kaiserslautern.


    :hello:
    Michael

    Das ist wirklich ein ganz alter Hut, der bis zu den frühesten Stereoversuchsaufnahmen der Reichsrundfunkgesellschaft zurückreicht.


    http://www.aes.org/aeshc/books+vids/pre-1943.mag.hist.html


    Tonmeister Helmut Krüger z.B. hat auf diese Art und Weise schon in den letzten Kriegsjahren angefangen, Stereoaufnahmen mit drei Mikros zu machen.


    Die Aufnahmen, welche noch erhalten sind, klingen ganz erstaunlich gut, nach dem Krieg wurde das Aufnahmeequipment beschlagnahmt und bildete den Grundstock für die weiteren fühen Stereoversuche in Amerika von RCA oder Mercury, bei welchen auch das Verfahren mit drei Mikros weiterverfolgt wurde.


    Entwickelt oder zuerst benutzt wurde es aber nicht von Bob Fine, so tolle Resultate dieser Tonmeister auch erziehlte.


    :hello:


    Michael

    Hallo Alfred.

    Zitat

    War diese "olymoische" Forderung nach absoluter Grösse immer schon vorhanden - oder ist sie ein Produkt des von Amerika beeinflussten 20. Jahrhunderts ?


    keine Ahnung, aber mir war es schon als Kind ein Rätsel, warum z.B. das von mir heißgeliebte Klavierkonzert von Raff, welches ich auch heute noch als eines meiner Lieblingswerke ansehe, kaum Ansehen im Vergleich zu sog. Meisterwerken anderer Komponisten hat.


    Für mich ist eine Komposition dieses Kalibers von Raff auch nicht Mittelmaß, sondern eine herausragende Komposition eines herausragenden Komponisten.


    Nur sieht der Großteil der Musikkenner dies leider u.U. anders.


    Damit muß ich auch schon seit 35 Jahren leben, und irgendwann ist die Meinung anderer mir relativ gleichgültig geworden.


    Zitat

    Mir persönlich genügt es, daß mir Ein Werk - welcher Gattung auch immer - einfach gefällt.......


    Eben: Mir auch.


    Zitat

    oder ist sie ein Produkt des von Amerika beeinflussten 20. Jahrhunderts ?


    Interessanter Denkanstoß, aber ich meine trotzdem: Eher nicht.


    :hello:


    Michael

    Hallo Matthias,

    Zitat

    An unserem Abend war Alla Perchikova stimmlich indisponiert, sang aber trotz einer Erkältung. Uns fiel es nicht auf, sie sang hervorragend


    das ist ziemlich klar....
    Sänger lassen sich gerne als indisponiert ansagen, wenn mal ein F..z quersitzt.
    Dies ist insoferne verständlich, als der Sänger/oder die Sängerin sich dann irgendwie befreit fühlt und deshalb nahezu seine/ Ihre vollständige Leistung abrufen kann.


    Ich frage mich nur immer, wie es wäre, wenn auch noch das Orchester und der Chor diese Möglichkeit hätte.... :D


    "Cellist M.S. hat heute abend leider Rückenbeschwerden sowie Probleme mit seinen Hämorrhoiden und seinen Ohren.
    Freundlicherweise hat sich M.S. trotzdem dazu durchgerungen, heute abend für sie im Orchester zu spielen.........."


    Oder so..........


    :D :hello:


    Michael


    P.S.


    Zitat

    Chor: Sierd Quarré


    Ja, Quarré ist sehr gut, er war auch schon bei uns und in Bielefeld.

    Mich würde interessieren, warum der immer noch in Fachkreisen recht bekannte Dirigent Robert Heger ein "zu Unrecht" fast vergessener sein soll.
    Er war sicher ein guter Dirigent und die Zeit geht auch nicht spurlos an Persönlichkeiten wie Ihm vorbei.


    Immerhin scheint es ja auch heute noch eine größere Anzahl an Aufnahmen mit Ihm zu geben, das ist doch sehr bemerkenswert.


    Er ist natürlich nicht mehr so präsent wie in den 30er bis 60er Jahren, da momentan tot, aber daß er "zu Unrecht" vergessen wurde, das leuchtet mir nicht ein.


    Überdies ist das NSDAP-Mitglied Robert Heger auch heutzutage keinesfalls bei Kennern vergessen.
    Zu Unrecht schon mal gar nicht.


    Und dazu gibt es leider von Dir, Joseph II. , auch keine Erklärung, nur wieder einen eigentlich immer noch in Fachkreisen populären Namen, dessen braune Vergangenheit nun auch wieder irgendwie unter den Tisch gekehrt werden muß, sollte, oder schöngeredet werden wird.



    Nee, danke.
    Robert Heger ist m.M. nach kein zu Unrecht vergessener Dirigent.
    Er war ein guter Kapellmeister, nicht mehr und nicht weniger.
    Und er ist immer noch auf Aufnahmen präsent, davon können andere wirklich zu Unrecht vergessene Dirigenten nur träumen.



    Gruß,
    Michael

    Zitat

    Wenn die Musik nach gut vier Monaten anzieht,


    Lieber ThomasNorderstedt,
    excellent, in welchem Maße sich da Zeitfenster öffnen...........


    Bitte nicht böse sein, aber ich konnte nicht widerstehen.......... :pfeif:


    Lieber Thomas Pape,

    Zitat

    Die AKM-Aufnahme habe ich da auch gehört. Und für nicht diskutabel gehalten. Oder jedenfalls: nicht geignet, um ein Kind an dieses Werk heranzuführen


    na ja, also ganz ehrlich:
    Wie alt ist das Kind?
    Ich frage deshalb, weil es nicht unbedingt schön und erquicklich für ein Kind sein kann, mit der vollen Wucht der düstersten Zeiten und Werke des 20. Jhdts konfrontiert zu werden.


    Bitte nicht böse sein, aber ein KIND muß m.E. überhaupt nicht an dieses Werk herangeführt werden, das ist viel zu früh.


    Noch einmal, bitte nicht böse sein, aber das ist keine Musik für-normale- Kinder.
    Und Schostakowitsch muß man doch nicht gleich in allen Facetten darbieten, das ist zuviel für den Anfang.
    Es braucht u.U. Jahre, alle Facetten kennenzulernen, und diese auch Zeitgeschichtlich einordnen zu können.


    Mindestens, wenn nicht Jahrzehnte.......


    Vielleicht versteht man dann auch etwas mehr davon, aber dazu braucht es Zeit.
    Sehr viel Zeit.


    Ein Kind hat noch sehr viel Zeit vor sich.


    Laß doch dem Kind seine Zeit, alles selber zu entdecken und fange nur mit leichteren Beispielen zu Schostakowitsch an.


    Du kannst die Entwicklung ja überwachen, aber alles

    Zitat

    Ich habe versucht, ihn in seinen unterschiedlichen Facetten vorzustellen


    direkt umfangreich vor-und- klarzustellen zu wollen halte ich für eine Überfrachtung.


    Ein Anstoss genügt doch, und dieser Anstoss muß gut überlegt sein.
    Vielleicht die 1. Sinfonie?
    Oder das 1. Cellokonzert?
    Dies waren die ersten Werke, welche ich als 10 jähriger von Schostakowitsch kennenlernte, und sie gefielen mir.


    Um z.B. das 2. Cellokonzert zu verstehen und zu mögen, mußte ich erst erwachsen werden, das dauerte- eigentlich bis heute........ :D


    LG,
    :hello:


    Michael

    Zitat

    Wenn die Musik nach gut vier Monaten anzieht,


    Oh,da werden Minuten wohl zu Monaten. :D


    Das kann natürlich persönlich gefühlter Zeit entsprechend hinhauen.
    Mir kommen Jahre mittlerweile auch wie Monate und Monate wie Wochen vor, ein Mist ist das, echt ehrlich.......


    Aber bei Minuten Monate zu empfinden, das macht mir doch irgendwie Sorgen und stimmt mich bedenklich. :pfeif:




    :hello:


    Michael

    Zitat

    14 Uhr 30: Martha Argerich wandelt in ihrem rotkarierten Pyjama durch ihre Hotel-Suite im 23. Stock, an ihrem dritten Espresso noppend und mit gelegentlichen Stops am Fenster, das einen eindrucksvollen Blick auf Tokio bietet. „Ist es sehr heiß heute?“, fragt sie ihre Tochter. „Was soll ich heute anziehen?“ Sie wartet die Antwort nicht ab; eine andere Frage kommt ihr in den Sinn. „Was soll ich essen? Etwas Richtiges oder nur eine Kleinigkeit?“ Sie weiß, dass sie eine solide Grundlage braucht, damit ihr Magen während des Konzerts durchhält. Immerhin wird sie vor zehn oder elf Uhr abends nichts essen können. Essen, erläutert sie, hat immer schon eine Hauptrolle in der Argerich-Familie gespielt. Also sollte sie das Zimmer tunlichst nicht verlassen, ohne ihren Gaumen befriedigt zu haben, wenn sie „gut drauf“ sein soll Ihr Mittagessen wird entweder aus Rinder-Pilaw oder gegrilltem Lachs bestehen, den beiden einzigen Gerichten auf der Speisekarte, die sie reizen. Sie bittet eine ihrer Töchter, das Pilaw zu bestellen.“


    Ach Du liebes bisschen, das darf doch nicht wahr sein!
    :hahahaha: :hahahaha: :hahahaha: :hahahaha: :hahahaha: :hahahaha:
    :faint:



    Argerich ist eine Superpianistin und ich bewundere sie sehr, aber sowas geht für mich wirklich zu weit.
    Das ist ja Selbstbeweihräucherungskitsch in Reinkultur.


    Das schreit ja geradezu nach einer Parodie!


    Bitte, Blackadder, nimm Dich dieser an!


    :D
    :hello:


    Michael

    Zitat

    daß der - laienhaft gesprochen - rauschunterdrückende mechanismus beseitigt wurde


    mmmh, ich kann mir nicht vorstellen , daß bei einem Remastering das Dolby, dbx oder sonstiges Rauschunterdrückungssystem einfach weggelassen wird.
    Wäre mir wirklich neu...... ?(


    Man kann zur Abwechslung auch auf seine Nebengeräusche im Ohr achten, wetten, daß man fündig wird? :D


    Es kann aber wirklich vorkommen, daß der Techniker diese Knackse nicht hört und ein Laie zuhause eine präzisere Anlage stehen hat.


    Muß nicht sein, kommt aber vor, habe ich selber öfters erlebt.

    Zitat

    In der Tat gibt's solches Knarzen wohl in beinahe jeder Aufnahme irgendwo


    Da kann ich Dir ein Lied von singen!
    Meine CD-Aufnahme, welche im Juni erscheinen wird, wurde Anfang Januar bei Außentemperaturen von -16 Grad aufgenommen.


    Der Saal hat wegen der großen Trockenheit ständig geknarzt und gepoltert, da das Holz arbeitete.
    Alleine im Rohschnitt, welchen ich vor zwei Wochen bekam, habe ich mindesten ein dutzend Restknackser herausgehört, welche noch nicht 100% eliminiert sind.


    Ich hoffe, daß das Endresultat Knacksfrei ist, aber u.U. müssen Kompromisse eingegangen werden.



    Was meinst Du, was alles knacksen kann.... :D
    Ein Cellostachel z.B. , und zwar gewaltig. :pfeif:
    Das fällt in einem Konzert gar nicht auf, aber bei einer Studioaufnahme.....o weh........ :D


    Stühle, Knöpfe, Armbänder, Bogengeräusche, Blasgeräusche etc. , es ist fast nicht zu vermeiden.


    LG,
    Michael

    Zitat

    Vorab ein schlechter Witz : Woraus besteht ein Streichquartett ? ..... Aus einem guten Geiger,einem schlechten Geiger,einem gescheiterten Geiger und einem Geigenhasser ......


    Och, der Witz ist aber ziemlich gut, uralt, und erfreut sich größter Beliebtheit unter Musikern....


    Ich kenne Ihn allerdings auf diese Weise erzählt:


    Ein guter Geiger, ein schlechter Geiger, ein ehemaliger schlechter Geiger und einem, der Geiger hasst.........


    Natürlich ist das Blödsinn, aber das ist einer der besten Musikerwitze, welche ich kenne........ :pfeif:


    Und natürlich ist beim Quartettspielen jeder gleichberechtigt, ohne eine sehr gute 2.Geige geht natürlich überhaupt nichts, alle vier müssen sich ergänzen und qualitativ auf demselben Niveau sein.


    Daß sich 1.und 2.Geige bei manchen festen Quartetten abwechseln, finde ich ausgesprochen interessant, aber es kommt auf das jeweilige Quartett und seine Musikerpersönlichkeiten an.


    Es gibt nämlich auch den Idealfall eines Musikercharakters, der auf absolut höchstem Niveau seine Erfüllung in einer mehr "dienenden" Funktion findet.
    Diese "dienende" Funktion ist durchaus fordernder und wichtiger als man gemeinhin annimmt und ist ausschlaggebend für den Gesamtklang des Ensembles.


    Ich möchte fast behaupten, daß es einfacher ist, eine 1.Geige in einem bestehenden Ensemble auszuwechseln als die 2.Geige.


    Ein Quartett, welches mit einer funktionierende Gruppe von 2.Geige, Viola und Cello gesegnet ist, könnte eine eventuelle neue 1.Geige wesentlich besser integrieren und auch nach Ihren Gesichtspunkten aussuchen.





    Dazu möchte Ich dieses persönliche Erlebniss beisteuern:
    1997/98 hatte ich einen sehr engen Kontakt zu Ferdinand Erblich und Heinz Oberdorfer vom ehemaligen "Orlando-Quartett" .


    Das Orlando-Quartett hatte öfters seinen 1.Geiger ausgetauscht, ohne an Qualität zu verlieren.


    Dreh- und Angelpunkt waren Heinz an der 2.Geige und Ferdinand an der Bratsche sowie der Cellist Stefan Metz, welcher der Meinung war, daß Ihm dieses Quartett gehörte. :no:


    Aber irgendwann kam dann doch der große Knall und Metz, der die Rechte am Namen "Orlando-Quartett" sowie am "Orlando-Festival" nach wie vor besitzt und für sich benützt, wurde herausgeschmissen, nachdem Heinz und Ferdinand- wie sie mir erzählten- immer regelmässiger zum Wutrausbrüllen in den Wald gelaufen sind.


    Heinz und Ferdinand suchten dann nach einem Cellisten, der zu Ihnen paßt und anderthalb Jahre spielte ich dann mit Ihnen.
    Dies war eine tolle Zeit für mich und wir probten intensiv, wir hatten alle Zeit der Welt.
    Wir probten in Hilversum oder in Leverkusen, hunderte Kilometer der Anfahrt waren kein Thema.
    Von Musikern dieses Kalibers ernstgenommen und akzeptiert zu werden gehört zu meinen schönsten und wichtigsten Erinnerungen.
    Wir probten ,wie gesagt, intensiv und über viele Monate hinweg und gaben dann ein einziges Konzert zusammen, am 1.7. 1998 in Hilversum.


    Es war ein unglaublich schönes Erlebnis für mich und gleichzeitig die Generalprobe für uns, ob eine weitere Zusammenarbeit funktionieren würde.


    Anschließend an das Konzert teilten mir beide, Heinz und Ferdinand, mit, daß sie weiterhin mit mir zusammenarbeiten möchten.
    Die Terminkalender wurden bereits herausgeholt......


    Aber dies bedeutete leider nun für mich, daß ich meine Orchesterstelle in Münster hätte aufgeben müssen, denn eine intensive Quartettarbeit, noch dazu weit entfernt in den Niederlanden, wäre nicht weiter vereinbar gewesen mit meiner Arbeit in Münster.
    Und diese Arbeit bedeutet ein sicheres Gehalt in quasi unkündbarer Stellung für mich.


    Ich habe sehr intensiv darüber nachgedacht, denn ich hatte es ja auch darauf angelegt, und mußte dieses Angebot von Heinz und Ferdinand schweren Herzens schlußendlich ablehnen.
    Das war ein sehr trauriger Moment für mich, monatelang war ich auf der Autobahn zwischen Leverkusen, Münster und Hilversum unterwegs gewesen, jagte meinem Traum für Kammermusik auf allerhöchstem Niveau nach und mußte Ihn letztendlich begraben, da dieser finanziell zu unsicher gewesen wäre.
    Im Gegensatz zu Heinz und Ferdinand verfügte ich nicht über Professuren an Universitäten, welche mir einen großen Freiraum an kammermusikalischen Aktivitäten einräumten.


    Wenn es ums liebe Geld geht: Der Spatz in der Hand usw. :yes:


    Ich habe mich das einfach nicht getraut: Wieder freiberuflich in der freien Wildbahn unterwegs zu sein, abhängig von zwei Musikern, welche Ihre Schäflein schon längst ins trockene gebracht haben im Gegensatz zu mir.


    Sehr schade ist, daß ich mir mit meiner damaligen Absage irgendwie alle mögliche weitere Zusammenarbeiten verbaut habe, es war eine Einbahnstrasse und das einzige, was ich von einer gemeinsamen Bekannten Jahre darauf noch gehört habe war, daß sie Witze über meinen Namen machen, wenn er denn mal zur Sprache kommt.


    Das hätte ich lieber nicht wissen wollen, aber auch Kammermusik ist ein brutales Geschäft. :yes:





    Was ich aber eigentlich sagen wollte ist, daß das Herz des berühmten "Orlando Quartetts" nicht der Cellist- der sich die Rechte am Namen besorgt hatte- und auch nicht einer der wechselnden 1.Geiger war, sondern der 2. Geiger Heinz Oberdorfer und der Bratschist Ferdinand Erblich.


    Diese beiden Musiker waren das "Orlando-Quartett" , heute spielen sie im "Párkányi- Quartett" wieder, wie immer, zusammen.
    Sie sind unzertrennlich.


    Istvan Párkányi war als 1.Geiger Gründungsmitglied des "Orlando-Quartetts" ,und bis auf den Cellisten Michael Müller( er ist Solocellist in Hilversum) ist das "Párkányi- Quartett" die Orginalbesetzung des früheren "Orlando-Quartetts" .


    http://www.parkanyi-quartet.com/


    Wer also daran interessiert ist, das eigentliche "Orlando-Quartett" , welches sich um den 2.Geiger und den Bratschisten herumdrehte, heute noch zu hören, der möge sich bitte das "Párkányi- Quartett" anhören, denn dieses Quartett ist bis auf den Cellisten Stefan Metz das frühere "Orlando-Quartett" .



    Die Chemie muß halt stimmen, das ist wahnsinnig schwierig beim Quartettspielen.


    Zitat

    Die zweite Geige ist das Rückgrat eines Streichquartetts!


    Sehr richtig, das kenne ich aus eigener Erfahrung.


    Zitat

    Sicherlich spielt die alltägliche Redewendung - er spielt "nur" die zweite Geige bei dieser Einstufung eine nicht zu unterschätzende Rolle.


    Das stimmt, und es ist ein ungemein dummes Vorurteil, welches es immer noch gibt.


    Manchmal bin ich regelrecht erschreckt, wenn ich solche Berichte wie den von santoloquido über die Besucherin des Quatuor Mosaique-Konzertes lese.


    Zitat

    Und gerade in früheren Jahren war der Primarius ja die oft alles überstrahlende Person


    Auch das stimmt, zum Glück haben sich die Zeiten geändert.
    Etwas dümmeres, als bei einem Quartett eine alles überstrahlende Person darstellen zu wollen, gibt es fast nicht, denn Quartettspielen ist vor allem ein ungemein intimer und im günstigsten Fall hochvergeistigter Dialog unter vier Musikern.


    Im Prinzip müssen 1. und 2. Geige wie aus einem Guß sein, und das passiert natürlich meistens nicht, indem die 1.Geige der 2.Geige vorschreibt, wie sie zu spielen hat.
    Vielleicht war das mal so, aber diese Zeiten sind zum Glück vorbei.


    Man sollte sich sowieso beim Quartettspielen niemals sicher sein, daß man gerade an einer bestimmten Stelle die wichtigste Stimme hat.


    Beim Zusammenspiel herauszufinden, wo in jeder Phrase das Geheimnis Ihres Funktionierens liegt, macht den allergrößten Spaß.


    Gerade heute hatte ich eine längere Probe mit Beethovens op. 95.
    Ich war mir sicher, daß meine Achtel im Cello, welche die Coda des letzten Satzes anfangen, das wichtigste wären.
    Ich dachte das viele Jahre, aber heute haben wir für uns herausgefunden, daß der Impuls vom Cello und von der Viola mit Ihren zwei halben Noten ausgeht.
    Plötzlich lief diese sehr schwierige Stelle von selber.....
    Das ist es , was für mich den Reiz einer Quartettarbeit ausmacht, und kein Primarius, der seinem Ego fröhnt.


    Unsere 1.Geige im "Turina-Quartett" ist gleichzeitig auch die Konzertmeisterin unseres Orchesters und ich kenne wenige Geiger, welche sich derartig feinfühlig auf einen Cellisten einstellen können. :D


    Und unser 2. Geiger ist der Stimmführer der zweiten Geigen, er hat eine sehr selbstbewußte und fordernde Qualität, welche sehr wichtig bei einem 2.Geiger ist.
    Denn er ist, genau wie Walter und santoloquido erkannt haben, das Rückgrat des Quartettes.
    Und das weiß er zum Glück ganz genau!


    Im Moment probieren wir nach dem Ausscheiden unseres bisherigen sehr guten Bratschers-einem sehr engen Freund :(- verschiedene Bratscher aus, mal sehen, wer am besten zu uns passt.


    Leider gibt es auch bei bestehenden besten Freundschaften innerhalb eines Quartettes oft den Punkt, wo jemand die Zusammenarbeit und den damit verbundenen Stress nicht mehr aushält.
    Denn Quartettspielen und vor allem das Proben geht sehr an's Eingemachte.
    Es ist bei einem festen Quartett sozusagen wie in einer Ehe mit allen Höhen und Tiefen, welche man durchleben muß und es ist ungemein schwierig, nach einem solchen Ausscheiden wieder die gewohnte Chemie mit einem anderen Musiker herzustellen.


    @santoloquido

    Zitat

    Eine treffende Bemerkung machte einmal Andreas Reiner vom Rosamunde Quartett :" Ich könnte nie ein so guter zweiter Geiger wie Simon (Fordham) sein."


    Ja, besser kann man es nicht ausdrücken!
    So ist es.


    Lieben Gruß,
    Michael

    Lieber Flo,

    Zitat

    Welche Aufnahmen denn, lieber Micha? Die Popper Etüden?


    die Kodaly-Sonate, durchaus in allen seinen Aufnahmen, überraschenderweise auch Schelomo und "Voice in the Wilderness" von Bloch, weiterhin das Rosza-Konzert und noch einiges mehr.


    Starker ist ausgesprochen nüchtern im Spiel, irgendwie klingt es , wenn man Ihm dabei zusieht, immer so: Auf diese Art macht man den Lagenwechsel, so macht man das Vibrato an dieser Stelle, so macht man das Spiccato an jener Stelle usw.
    Es erscheint mir bei ihm immer wie von außen betrachtet, nicht einem inneren Impuls gehorchend, wenn er eine besonders schwere Stelle gespielt hat.
    Dann hat er nicht geschwitzt und läßt es dem Publikum auch anmerken, wie selbstbeherrscht er dabei ist.
    Viele finden diese Gesten cool, andere läßt es kalt.


    Für mich ist Starker ein Cellist, der vor allem die technischen und klanglichen Möglichkeiten regelrecht exekutiert.
    Und dies brilliant.


    Aber: Wirklich tief empfunden klingt dies bei mir nur auf seinen Aufnahmen, wenn das visuelle fehlt.


    Bei Aufnahmen kann weniger oft mehr sein....... :yes:


    Wenn man einen lyrischeren Zugang hat, durchaus wie ich selber, dann ist Starker schon sehr straight, oft zu straight.
    Aber egal, was man bevorzugt oder nicht, Starker ist ein toller Cellist, und das seit mehr als 60 Jahren.
    Das muß man auch erst einmal hinbekommen.
    Davor habe ich keinen geringen Respekt!