Beiträge von Klaus 2


    Das trifft es für mich schon ziemlich gut. Hinzu kommt aber noch das erzählerische Element, dass ich so gut nachempfinden kann, was musikalisch darlegt. Am besten bei der 5., aber auch bei vielen anderen Stücken, die ein Thema haben. Es sind oft wirkliche Lautmalereien, die mir wirklich gefallen.

    Zitat


    Ich habe mir das Stück angehört. Und schon steht da als erstes Problem, dass ich den Text nicht verstehe, was übrigens bei den meisten Liedern so ist, auch bei Opern. So kann ich den Inhalt also nicht mit der Musik verbinden. Das ist eine Hürde.
    Den Gesang empfinde ich als recht schrill, so sehr, dass er manchmal die ruhige melancholische Klavierbegleitung konterkariert. Es ist schon schön, aber es stellt sich bei mir kein "Verständnis" ein, meine Empfindung ist, anders als bei Instrumentalmusik, gefiltert, angestrengt.
    Ich werde es mir aber noch mal anhören.


    Tschö
    Klaus

    Lieber Helmut1
    Alles falsch, was du da schreibst. Denn es ist unfassbar! Dass sich ein Mensch in so ein Thema so einarbeitet, so eine unglaubliche Menge an Wissen anhäuft, das übertrifft mein Vorstellungsvermögen bei weitem.
    Jeder andere könnte das?? Ich könnte es nicht, bin aber ein schlechtes Beispiel, weiß Gott! Ich behaupte: Niemand im Forum könnte das!
    Dass du am Rest des Forums nicht teilnehmen kannst, Helmut, so viel verpasst du da nicht.
    Die Verunglimpfung besteht wahrscheinlich doch mehr in Unverständnis.


    Und nun noch einmal ganz privat (hoffentlich erwischt Alfred mich nicht): Ich wünsche mir so sehr, dass mich jemand mal an der Hand nimmt und mir den Zauber der LIeder näherbringt. Es gab ja schon einmal einen Anfang, der mich auch sehr bewegt hat. Aber das wäre für mcih die ganz große Gabe: Ein Führer zum LIed. Du wärest derjenige, der das könnte. Bitte!

    Nein, ich höre nicht Traurigkeit etc.! Ich spüre sie, sie entsteht in mir, sie wird von der Musik bewirkt. sie verbindet sich mit meiner eigenen, reinigt und veredelt sie.


    Jedenfalls irgendwie so....

    Interessant, was Alfred da schreibt. Vor allem, weil ich das Gegenteil kenne: Traurige Musik hilft gegen Traurigkeit, während fröhliche Musik nur fröhlich macht, wenn man es sowieso fast ist. Einen schönen Widerhall seiner eigenen Traurigkeit zu finden, sie in Kunst und Schönheit verwandelt sieht, kann so unsagbar tröstlich sein.
    Manchmal auch wird die eigene Traurigkeit auch einfach befreit, findet einen Weg hinaus, vielleicht in Tränen, und kann dadurch befreien und retten.


    Tschö
    Klaus

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    Der Tod und das Mädchen finde ich auch nicht traurig, fast im Gegenteil. Ich hatte immer das Gefühl, dass der Tod hier lockt und verführt (wie es ja auch das Gedicht nahelegt.). Da ist doch jede Menge Wildheit und Schwung....

    Ich hatte den Sibelius eigentlich auch immer als "gewaltig" oder so empfunden. Aber die letzten Male, gegen Ende des 3., Anfang des 4. Satzes, da hat es mich gepackt und eine wundermächtige Traurigkeit übermannte mich. Mein eigenes Wundern brachte mich ja auch auf die Idee des Threads.
    Die Pathetique empfand ich übrigens nie als wirklich traurig.
    Und die Lieder sind natürlich auch noch mal etwas Anderes, weil durch den Text verstärkt.
    Ennio Morricone ist übrigens auch einer, der Traurigkeit sehr gut kann, finde ich.


    Tschö
    Klaus

    Ich hoffe, dass ich hier nicht einen Thread dopple. Es geht mir um ein kleines persönliches Ranking: Was ist für Euch die traurigste Musik?
    Für mich war das immer die 7. von Bruckner zusammen mit dem Adagietto von Mahler.
    Aber momentan ist es Sibelius´2.
    (Ich hab sie jetzt 4 mal hintereinander gehört, bin mal gespannt, was das für Folgen hat.


    Tschö
    Klaus

    Und ich war gestern in "Jenufa" von Janacek. Es war gewaltig. Alles stimmte, die Sänger, die Ausstattung und die Musik. Es wurde in Tschechisch mit Übertiteln gesungen. Mein Gott, was habe ich geweint. So eine gelungene Aufführung bekommt man nur alle paar Jahre zu sehen. Wirklich klasse, dass wir hier in der Provinz so etwas geboten bekommen.
    Ich bin jetzt noch ganz euphorisch.

    Womit wir evtl. wieder bei "the night of the proms" wären.
    Denn natürlich hat Woka da m.E. völlig recht.
    Und wenn ich darüber nachdenke, glaube ich auch, dass da ein Schubladendenken entstanden ist, wie es früher nicht war. Denn es gibt noch andere Bindeglieder, die es früher gab: Classik-Rock. Da fallen mir Ekseption ein, sicherlich auch Emerson, Lake and Palmer, Pall Mall (mit einer herrlichen Bearbeitung von Dvoraks 9., die es leider nicht auf CD gibt). Evtl. auch solche Sachen wie Deep Purple, die mit Orchestern spielten. (Hier allerdings werde ich wieder skeptisch, denn in Aachen läuft es dann so, dass bei Festivals das Symphonieorchester gar keine Klassik mehr spielt, im besten Falle Filmmusik).


    Tschö
    Klaus

    Weil sie gemacht wird. Gemacht von Menschen, die man kennt. Jugendorchester. So etwas lebt nämlich auch wieder auf. Die Hälfte der Konzerte, die ich in den letzten Jahren gehört habe, waren Laien- oder Jugendorchester. Das war nicht auf höchstem Niveau verfeinert, aber es war sehr echt, sehr engagiert. Und im Publikum saßen die Freunde der Musiker.
    Die Musik muss wieder bei den Menschen ankommen, und das tut sie, wenn sie erlebbar ist, bzw. wird.
    Außerdem muss heute eben alles Event sein. Also wird die Klassik eben auch Event.
    Ein schönes Beispiel ist m.E. die Night of the Proms. Da hören sich Leute Klassik an, von denen man das nie gedacht hat, die das von sich selbst nie gedacht haben.
    Konserven funktionieren nach meiner Erfahrung nur dann, wenn man es auch schon in Echt erlebt hat.


    Tschö
    Klaus

    Ich fand das schon recht schön zu lesen, dass man mit anderen Darreichungsformen wohl doch auch Leute anders erreichen kann. Sollen sie doch auf dem Boden sitzen, das schadet nicht. Ich habe ja schon ein paar mal hier erwähnt, dass in Holland das Publikum ein ganz anderes ist, auch schon mal im Blaumann ankommt. Man klatscht zwischen den Sätzen, in den Pausen gibt es hauptsächlich Bier. Immer wieder gibt es irgendwelchen Spökes, auch mal Freibier. Mir gefällt das gut, und ich sehe dort eine ganze Menge jüngerer Leute. Die gesetzten schicken Leute scheint es nicht zu stören.
    Früher hat doch auch Bernstein diese Sachen für Kinder gemacht. So was gibt es bestimmt auch in heutig.
    Gut, CDs werden die alle nicht kaufen, diese Industrie liegt wohl im Sterben, da ich aber sowie glaube, dass Live-Musik wertvoller ist, kann ich da auch gut mit leben. Vielleicht kommt diese Musik dann doch auch wieder ein wenig mehr in die Gesellschaft, raus aus der elitären Ecke.


    Aber eine ganz andere Frage ist natürlich, wie ein Forum wie dieses hier, mit diesen Änderungen umgeht. Das finde ich spannend.


    Tschö
    Klaus

    Ok, dann noch mal neu: Am Dienstag las ich in der aktuellen Print-Spiegel-Ausgabe (Daher kein Link möglich) den Artikel mit diesem Titel. Ich war irgendwie davon ausgegangen, dass hier im Forum etliche Spiegel Abonnenten dabei wären (Komisch, dass nicht).
    Dieser Artikel beschäftigt sich über mehrere Seiten mit der Zukunft der klassischen Musik und ihrer Zukunftsaussichten. Ich war davon ausgegangen, dass jeder Forianer, der diesen Text gelesen hat, sich hier darüber austauschen wolle, geht es doch um unser ureigenes Thema. Es geht um Aufführungspraxis, um die Zukunft der CD, um den Sinn neuer Einspielungen und vieles andere mehr.


    Tja, ein Schuss ins Blaue trifft halt manchmal nicht.
    Tschö
    Klaus

    Ich glaube, ich weiß, was mit dieser Süße gemeint ist, kann bis zu einem gewissen Grade auch die Kritik daran nachempfinden. Aber ist es nicht gerade diese Süße, die dann die harten Emotionen noch besser zur Geltung bringen? Wird man nicht immer wieder in Sicherheit gewiegt, um dann aber so was von auf die Ohren zu bekommen? Ich liebe die Schocks, die bei seinen Symphonien immer wieder für Gänsehaut sorgen. Ohne die "Süße" aber wäre Vieles einfach platt und plump.
    Tschö
    Klaus


    Ich wundere mich warum keiner sich zu diesem musikalischen Ausschnitt (Beitrag 23) äussert !?! Will sich keiner outen - nach dem Motto: Nicht verstanden ?


    Ich finde da gibt wenig es zu verstehen. Ausserdem möchte ich nicht immer über etwas "lubhudeln" sondern sage auch meine Meinung, wenn mir etwas weniger zusagt. Von daher kann ich mich den Worten nicht anschliessen, ich soll dann einfach "nichts" schreiben !?! Dazu sind Klassikforen doch da, damit man auch Kritik üben kann.


    Hier meine Eindrücke zur Segerstam Sinfonie NR.212:
    Ich habe mir in Ruhe den ganzen Anfang aud YT der Sinfonbie Nr.212 angehört; der dann leider nach ~12Min plötzlich abreisst. Auf das erste "Ohr" hört sich das orchestrale Gewusel ja noch interessant an. Da könnte man was draus machen. Aber dann tut sich recht wenig, keine Entwicklung die zu einem Höhepunkt führt, an dem man sich erfreuen könnte, keine Sidehitze wird aufgebaut. Und dann sitzt Segertsam himself im Orchester am Klavier und wuselt auch noch etwas mit. Kurz gesagt finde ich das Gewusel trotz der Komplexität dann irgendwann langweilig. Ich habe den Eindruck -der recht grosse orchestrale Aufwand, den man nicht mal eben so an einem Nachmittag komponiert, ist grösser als das erfolgte Ergebnis.
    ;)8-) Also, wenn Segerstam in den anderen Sinfonien auch so ein Gewusel abliefert, dann wusel ich nicht mit.


    Ich habe es mir angehört. Meiner Meinung nach ist das Filmmusik, allerdings zu einem Film, der mir wahrscheinlich nicht gefallen würde. Wie Wolfgang schon schrieb, fehlt eindeutig der Spannungsbogen, alle klimpern so ein bisschen herum, ab und zu will man ein wenig Sibelius spielen, aber dann klimpert man lieber wieder ein wenig. Immer wieder ein Glöckchen, überall sind kleine Hämmerchen in Betrieb und ein kurzes Päuschen kann auch nicht schaden.
    Den zweiten Teil habe ich mir nicht angetan. Vielleicht dreht ja irgendjemand den Film zur Musik, wer weiß.


    Tschö
    Klaus

    Mal wieder ist es WDR 3 zu verdanken. Da wurde auf eine Neue Aufnahme hingewiesen. Es gibt mehrere CDs mit den Lust-HÖfen. Immer spielt, wie man ja am Titel erkennen kann, die Flöte die Hauptrolle, bzw. ist es häufig einfach nur Blockflöte solo. - Und das ist schön! Ich war schon ziemlich erstaunt, dass es überhaupt möglich ist, einer kompletten CD zuzuhören, auf der nur eine Blockflöte zu hören ist, und das, wo ich ja schon bei Kammermusik oft zögere, ob das nicht zu wenig Instrumente für mich sind.

    Im Radio hatte ich Ausschnitte gehört aus einer CD, wo jeweils zu Anfang gesungen wurde, erst dann die Flöte einsetzte, das war noch schöner als die CD, die ich besitze.
    Ein wenig erstaunt bin ich, dass ich der erste bin, der hier diesen Komponisten erwähnt????
    Tschö
    Klaus

    Die Fiesta-CD ist mittlerweile angekommen, übrigens mit 9,90 nicht zu teuer. - Und welche Freude, die Sensemaya-Aufnahme ist eine, die ich schon lange suchte, habe sie irgendwann im Radio so gehört und nicht rausgekriegt, was es ist. Also ein echter Glückstreffer. Noche de la Mayas kannte ich damals allerdings noch nicht. Nun ist die Sensemaya-Aufnahme wirklich großartig, aber auch eine schwächere Noche ist halt m.E. immer noch deutlich stärker als eine tolle Sensemaya. Insofern wäre eine Bernstein-Aufnahme der Noche wohl das Größte, aber so weit ich weiß, gibt es das wohl nicht. Schade, wäre der Hammer!
    Übrigens habe ich gelesen, NOche de la Mayas sei eine Filmmusik. Weiß jemand zu welchem Film?
    Tschö
    Klaus

    Übrigens nicht zu vergessen, dass Popularität ja immer auch Modegeschmack meint, was einst populär war, erscheint heute vielleicht unerträglich. Insofern tragen Beispiele hier nicht sehr weit.
    Ich könnte mir also gut vorstellen, dass sich Parallelen entwickeln, d.h. eine neue Pop-Musik entsteht und die ist dann vielleicht ein wenig ähnlich zu klassischen Tendenzen und machen diese dann wieder populär.
    Als Beispiel könnte man evtl. nennen: Gangster´s paradise, wo mit klassischen Elementen gespielt wird oder den Film "ein Schweinchen namens Babe" wo der Bauer eine Melodie aus der Orgelsynfonie singt. Filmmusik ist oft in der Art der Klassik komponiert und wird häufig von Orchestern eingespielt.
    Was ich versuche auszudrücken: Popularität ist kein fester Begriff.
    Tschö
    Klaus