Beiträge von Strano Sognator

    Es ist zumindestens eine Inszenierung über die man sich nicht ärgern muss.


    Ach was. Wen genau definierst du denn mit "man"?


    Zitat

    Mir hat bei dieser Inszeneirung auch nicht alles gefallen. Aber ich war schon mal froh das der Chor und König Heinrich keine SS Uniformen getragen haben und das es am Anfang des dritten Aktes keine wilde Sexorgie zwischen Elsa und Lohengrin gab.


    Na großartig. Keine Nazis und keine Orgie. Kniet mit mir, das hohe Glück zu preisen! Tja, das Regietheater hat die Ansprüche doch arg sinken lassen.


    Zitat

    Obwohl ich nichts dagegen hätte Frau Uhl nackig zu sehen


    So kann man natürlich auch Gründe finden, um in die Oper zu gehen. Voyeurismus war bisher noch nicht dabei.

    Darf ich mich (erneut) als Orakel betätigen?:
    Auch dieser Thread wird geschlossen werden, da der Forumsmoderation die Beiträge eines dauernd provozierenden Mitglieds wichtiger erscheinen, als die vielen Beiträge vieler Gegner des RT, nachdem Dr. Kaletha es mittlerweile geschafft hat, schon drei RT- Threads im Nichts verschwinden zu laasen.


    Als Orakel würde ich das noch nicht mal bezeichnen, eher als Plan, dessen Verwirklichung nur noch eine Frage der Zeit ist. Für das so oft beschriene "Ansehen des Forums" sowie Demokratie und Meinungsfreiheit generell ist dies wie auch der erschreckende Umgang mit dem "Sammelplatz" sicher nicht schmeichelhaft.

    ,

    Ich habe mir angewöhnt, "Fan" der Oper zu sein und zolle jedem, der künstlerisch einem Ideal der zu interpretierenden Rolle anstrebt, meinen Respekt und werde automatisch zum Fan dieses Künstlers.


    Ich möchte Dir dazu ein Beispiel geben. Ich habe einmal einen Artikel für die "Badische Zeitung" geschrieben, der eben diesen "Placido Domingo" zum Inhalt hatte. Nach dem Abdruck in der Zeitung bekam ich in geradezu beängstigender Weise einen Drohanruf einer weiblichen Person, die ein "Fan" dieses Sängers war. Für sie war alles, was Domingo betraf in Marmor gemeißelt.


    Ich habe versucht, ihr meinen Standpunkt zu diesem Thema darzulegen. Es war zwecklos, die Beschimpfungen und Drohungen gingen fast 14 Tage weiter.


    Horror! Genau das meinte ich mit der Unterscheidung zwischen Fan und Groupie.

    Als Schauspieler wechseln doch auch manche vom jugendlichen Liebhaber erst viel später ins Charakterfach und spielen Rollen, die ihrem Alter
    angemessen sind. Warum soll das bei Sängern anders sein.


    Ganz einfach - weil Gesangsstimmen ein Haltbarkeitsdatum haben. Das ist irgendwann abgelaufen, egal ob man nun auf Krampf in ein anderes Stimmfach wechselt oder seinen Abschied würdig gestaltet. Ein Schaupspieler higegen kann - so es die körperliche Kondition und eine hoffentlich gut geschulte Sprechstimme zulassen - entsprechend seines Lebensalters immer eine Rolle finden.


    Zitat

    Wenn Domingo Bariton-Rollen darstellen möchte, warum nicht. Es gibt sicherlich eine
    ganze Reihe schlechterer Stimmen, auch als Bariton. Ihn nun mit den ganz Großen aus diesem Fach zu vergleichen, halte ich für unfair.


    Warum ist das unfair? Wer entsprechende Rollen singt, sich öffentlich damit präsentiert und dafür eine Gage erhält, wird auch bewertet. Ein Vergleich mit den großen "Kollegen" ist da noch nicht einmal erforderlich, es geht schlicht und einfach um die Anforderungen, die eine Rolle stellt. Aus Mario del Monaco wurde auch kein Barbiere di Siviglia, nur weil er keine Höhe mehr hatte, sich aber weiter verkaufen wollte. Welpenschutz bzw. Altersbonus sollten in der Kunst keinen Vorrang haben.



    Zitat

    Seine schauspielerische Leistung ist jedenfalls hervorragend. Vielleicht erleben wir ihn ja noch als Jedermann in Salzburg.


    Jepp. Ich warte aber noch viel interessierter auf das Debüt als Philipp, dann als Großinquisitor, gefolgt von Hunding, Hagen und Fasolt/Fafner - natürlich als Doppelrolle. Man darf gespannt bleiben.


    Deswegen frage ich noch einmal: inwiefern ist es gerechtfertigt, zu behaupten, ich oder andere wären außerstande, uns kritisch mit Domingo auseinanderzusetzen, nur weil wir es wagen, seine Leistung positiv zu beurteilen?


    Dazu muss man wohl zwischen einem Fan und einem Groupie unterscheiden. Ein Fan liebt sein Idol mit Stärken und Schwächen leidenschaftlich, ist aber durchaus in der Lage, auch kritisch zu urteilen und Schwächen oder Fehler als solche zu erkennen und darüber zu diskutieren, ohne gleich persönlich gekränkt zu sein. Ein Groupie hingegen kennt nur eins - bedingungs-und kritiklose Extremverehrung. Die passende Kategorie möge man sich in aller Ruhe aussuchen.

    .. ein eben solcher Hut ist das "Regietheater". Das beschreibt das Vorgehen der dogmatischen RT-Gegner für meinen Geschmack sehr treffend.



    ... ein eben solcher Hut ist das "Regietheater".


    Nein, denn der Begriff wird mittlerweile auch von den Machern und Befürwortern mit großem Stolz benutzt, kann also kaum als Diffamierung gewertet werden. Er ist vielmehr ein unverdientes Kompliment bzw. ein Euphemismus für all die Dilettanten, die von Regie soviel verstehen wie eine Kuh vom Schlittschuhlaufen.


    Es mag an mir liegen, aber weder finde ich das Einstellen eines oder meinethalben auch einer handvoll Bilder, noch solch elliptische Einlassungen, wie "Ist das eklig/widerlich/grauenvoll!", "Ich könnt kotzen!" etc. sonderlich konkret. Ebenso sehe ich mich nicht in der Lage zu deartigen Verkürzungen eine konkrete Stellungnahme abzugeben. - Schließlich habe ich das dumpfe Gefühl, das hier der Begriff des Konkreten sehr ad libitum verwendet wird … :untertauch:


    Erforderlich sind die Kommentare ja auch nicht wirklich - die Bilder/Videos sprechen ja hinreichend für sich. :D

    Ein Sänger, über dessen künstlerische Leistung im "hohen Alter" noch derart leidenschaftlich streiten kann, muss in der Tat ein besonderer sein... :thumbsup:


    Würde ich nicht sagen. Über das Regietheater wird ja auch leidenschaftlich diskutiert, aber nicht weil es so besonders, sondern so besonders schrecklich ist. Bei Domingo ist eben die Nonchalance erschreckend, mit der er sich als Bariton recycelt, der er definitiv nicht ist. Klar, Nachhaltigkeit und Wiederverwertung sind ein großes Thema, aber was Stimmen betrifft, wäre es wohl besser, andere Kriterien anzulegen.

    Der ganze Streit wäre überflüssig, wenn die Intendanten beide Rezeptionshaltungen, die der Liebhaber und deshalb auch Bewahrer unseres Kulturgutes und derer, die es radikal zerstören wollen, entsprechend deren Anteil berücksichtigen würden


    Dass das allerdings nie Wirklichkeit werden wird, dürfte uns allen klar sein. Das heutige Regietheater kann sich außer durch Subventionen nur durch seine Ausschließlichkeit halten - indem seine Initiatoren an entscheidenden Positionen sitzen, indem die Presse mitspielt, Kritiker auf alle möglichen Arten diffamiert werden, und indem es noch vorhandene Vergleichsmöglichkeiten systematisch eliminiert. Sobald seine Macher Zugeständnisse in Form von Alternativen erlaubten, wären sie ganz schnell weg vom Fenster, denn RT und Demokratie bzw. marktwirtschaftlicher Variantenreichtum schließen sich gegenseitig aus. Im Moment können sie, gestützt auf ihre geschickt aufgebaute Diktatur, ganz im guten alten Geiste der Planwirtschaft noch sagen: "So, nehmt das oder bleibt hungrig, was anderes gibt es nicht!". NOCH! Fragt sich nur, wie lange noch.


    ...auch mit "atemberaubend" und "Präsenz" nicht. Jene, die vielleicht manchmal allzu streng sind werden trotz konkreter und stichhaltiger Beispiele und Argumente sofort verteufelt. Die weniger Kritischen kommen nie in Erklärungsnotstand, WARUM alles so "lovely" gewesen ist.


    Was war denn KONKRET an Domingios Luna so herausragend und bewundernswert?


    Und bitte nochmal: Ob jemand mit einer Rolle überfordert ist, so wie Domingo mit Luna, hängt nicht von der Tagesverfassung ab.


    Aus einem, wenn auch aufgrund der langen und erfolgreichen Karriere noch so verdienstvollen, aber abgesungenen Tenor wird noch lange kein Bariton. Domingo war nie ein solcher und wird es auf seine alten Tage auch nicht mehr. Er dokumentiert nur eindrucksvoll, dass man mit einem berühmten Namen auch im Alter noch für volle Häuser sorgen kann. Das Publikum kommt, um Domingo zu hören, nicht um einen gut gesungenen Francesco Foscari zu erleben. Mich erinnert das ein wenig an hundertjährige Marathonläufer. Da geht es ja auch nicht in erster Linie um den Marathon, sondern um die Sensation. (Wow, und noch in dem Alter. Alle Achtung!)

    Hallo Sycorax,
    da wäre mir doch glatt dieser interessante Bericht durch die Lappen gegangen. Offenbar ja ein witziges Kerlchen dieser "Regisseur", fürwahr. Ich finde, da könnte der Begriff "Atomspaltung" wieder eine ganz neue Bedeutung gewinnen.
    Leider wird wohl auch in der "Neuen Welt" nur mit abgestandenem RT-Wasser gekocht, wenn man dies alles so liest. Aber so langsam sollte dir natürlich auch klar sein, dass die großen und kleinen Regie"künstler" über solche profanen Dinge wie Personen-, Chor-und Lichtregie mehr als erhaben sind. Das ist schließlich nur schnödes Handwerk, mit dem sich ein echtes Genie nicht auseinanderzusetzenn braucht.



    Verdi war - genauo wie der von ihm hochgeschätzte und bewunderte Alessandro Manzoni - ein scharfer Kirchenkritiker und hatte mit Sicherheit seine eigene Auffassung von Religiosität. Nach all dem Leid, das er in seinen noch jungen Jahren erfahren musste, war er ebenso jemand, dem die kirchenübliche Antwort auf die Frage nach dem Warum des Leidens nicht genügte und der - anders als seine Frau Giuseppina Strepponi - den Glauben im herkömmlichen Sinne nicht praktizierte. Es wäre aber bei weitem zu kurz gegriffen, wenn man ihn schlicht und einfach zum Atheisten oder auch nur Agnostiker erklären würde. Dazu hat er sich nicht nur in seinen Briefen, sondern auch in seinen Werken immer wieder zu stark mit der Religion auseinandergesetzt. Gerade in der Forza wird ja auch deutlich, wie sehr die Kirche mit ihren "Universallösungen" versagt. Leonora glaubt, durch strenge Buße und einem Leben als Eremitin ihre "Schuld" sühnen zu können und erkennt in der großartigen Pace-Arie, dass genau dies ein Irrtum war, da ihre "Schuld" darin bestanden hatte, Alvaro zu lieben, was in ihrem Umfeld und ihrer Familie zwar als Vergehen betrachtet wird, aber faktisch alles andere als dies ist.


    Zitat

    Come il dì primo
    Da tant'anni dura
    Profondo il mio soffrir.


    "Der Schmerz ist so tief wie am ersten Tag, obgleich so viele Jahre dahingegangen sind."


    Zitat

    L'amai, gli è ver!
    Ma di beltà e valore
    Cotanto Iddio l'ornò.
    Che l'amo ancor.
    Né togliermi dal core
    L'immagin sua saprò.


    "Ja, es ist wahr, ich liebte ihn! Aber Gott machte ihn so schön und wertvoll, dass ich ihn noch heute liebe, und sein Bild auch niemals aus meinem Herzen veschwinden kann."


    Interessant ist, dass sie erkannt hat, dass ihre Liebe ewig ist und dies nicht mehr als "Vergehen" betrachtet, sondern die Geschehnisse der letzten Jahre als Folge tragischer Entwicklungen sieht.


    Zitat

    Oh Dio, Dio, fa ch'io muoia;
    Che la calma può darmi morte sol.


    Sie bittet Gott demzufolge auch nicht um Vergebung (wofür auch ?), sondern um den Tod, damit sie den ersehnten Frieden finden kann.

    Hallo Figarooo,
    danke vielmals für diese vergnügliche Schilderung eines offenbar gar nicht so vergnüglichen Abends. Da der Sammelthread ja nun schon wiederholt aus fragwürdigen Gründen geschlossen wurde, können wir deine Worte leider nicht mit entsprechend anregendem Bildmaterial untermauern, aber andererseits hast du ja alles schon sehr plausibel erläutert, so dass es dem RT-Erfahrenen an entsprechendem Kopfkino sicherlich nicht gebrechen wird.
    Ich könnte wetten, dass jetzt wieder so ein Schlaumeier auftaucht, der uns erklären will, dass die Forza sowieso keine logische Handlung hat, diese zudem auch nicht verständlich und austauschbar ist, so dass dem armen, armen Regisseur ja gar nichts anderes übrig bleibt, als sie zu "deuten".

    nd dann kommen die, welche das Stück überhaupt nicht gesehen haben und zeigen sich entrüstet. Das einzige, was sie sagen, ist: Wir wollen so etwas nicht sehen! Das ist ungefähr so, wie wenn Bayern München zuhause 6:0 gewinnt und alle zufrieden und vergnügt nach Hause gehen, selbst die Gegner neidlos anerkennen müssen: Das war ein tolles Fußballspiel und Bayern hat verdient gewonnen. Und dann kommen einige Griesgrämige, die gar nicht im Stadion waren und sagen: Das war kein schönes Fußballspiel, weil wir die Bayern nicht mögen. Eine solche Haltung nennt man wohl zu Recht voreingenommen mangels Bereitschaft, sich unvoreingenommen mit einer Sache überhaupt einzulassen. Nur dann gerät man nicht selbst in den Selbstwiderspruch, wenn man dem Publikum unterstellt, was sich begeistern läßt: Es hätte nun gar keine Ahnung vom Fußball bzw. von der Oper. Das wäre nun aber ziemlich anmaßend und auch unwahr.


    [...] Persönliche Verunglimpfung entfernt. TP


    Also ich persönlich kenne keinen Fußballfan, der eine bessere Leistung - und zwar egal, von welchem Verein - nicht anerkennt. Das liegt vielleicht auch daran, dass im Fußball immer noch Regeln gelten, die von allen Mannschaften einzuhalten sind und dass man, wenn man ins Stadion geht, auch Fußball - nicht Handball, nicht Tennis, nicht Pingpong und nicht Völkerball - zu sehen bekommt, egal ob man nun mit dem Verein sympathisiert oder nicht.


    Was nun an Koskys Comicshow besser sein soll als an der Everding'schen Zauberflöte, erschließt sich nicht. Dass sie einige anspricht, ist durchaus möglich, dass sie viele andere, die die Musik im Vordergrund haben möchten, nicht anspricht, genauso. All das ist legitim. Die "Begeisterung" für die Produktion ist sicherlich viel weniger darin zu suchen , dass sie sich comic-artiger Bilder bedient. Hier wurde einmal ganz bewusst auf die sonst üblichen, widerlichen Requisiten des herkömmlichen Regietheaters verzichtet - es gibt keine Nackten, keine Nazis, keine Gaskammern, keine Lumpen, keine Vergewaltigungen und keinen Puff. Stattdessen gibt es eine Menge zu sehen, viele bunte Bildchen, viel Videoklamauk und Reizüberflutung gratis. Dafür sind einige dann schon so dankbar, dass sie auf die Knie sinken und in Begeisterungsstürme ausbrechen. Von mir aus gern. Es gibt aber auch Leute, denen das noch nicht ausreicht. Das ist eben das Erbe jahrelanger Zermürbung durch das Regietheater. Nun ist das Publikum "gefügig" gemacht worden, und es muss schon zu extremen Auswüchsen kommen, bevor es protestiert. Für alle, deren Schmerzempfinden noch keine Hornhaut bekommen hat, sieht das anders aus.

    Dass dabei die Musik in den Hintergrund gerät, kann man schon mal akzeptieren


    Ich bestimmt nicht!


    Und noch eine Bitte: Kann auf das wirklich sehr nervige Gejammer ob zu weniger oder nicht genügend oder nicht genügend netter Beiträge in Threads durch den Threaderöffner verzichtet werden? Meinetwegen auch im Interesse des "Weihnachtsfriedens"?


    Wer einen Thread eröffnet - und niemand wird dazu gezwungen - akzeptiert das "Risiko", dass dieser ggf. auch schnell wieder in der Versenkung verschwindet und macht den anderen Taminos keine Vorwürfe, dass sie nicht oder nicht genügend darin "spielen".

    laßt Euch bitte nicht abhalten, Eure Meinung im Forum zu sagen. Das Forum lebt doch davon, bestimmte Erfahrungen weiterzugeben, Stimmungen zu beschreiben - ob nun Lob oder Meckern.


    Allerdings, so ist es. Toleranz muss aber immer gleichmäßig verteilt sein. Wenn es hier erlaubt ist, dass Diskutanten positiv oder negativ über Aufführungen berichten, die sie gesehen haben, dann muss es auch erlaubt sein, zu wissen, was man möchte und was nicht. Und deshalb NICHT alles zu sehen. Ich gehe auch in kein Heavy-Metal-Konzert, weil mich das nicht interessiert und ich im Vorfeld weiß, was mich da erwartet. Wobei das zumindest noch eine ehrliche Angelegenheit ist. Wo Heavy Metal draufsteht, ist Heavy Metal drin. Wo Zauberflöte draufsteht, ist nur in den seltensten Fällen Zauberflöte drin. Das ist der kleine, aber feine Unterschied. Und wenn wir schon bei Toleranz sind: Wer hier seine Meinung positiv zu einer wie auch immer gearteten Inszenierung äußert, ist noch nie angegriffen worden. Es wurde keine Amateurpsychologie zur Einordnung des Betreffenden bemüht. Ihm wurde auch nicht gesagt, wie er zu sein habe.
    Umgekehrt funktioniert das komischerweise nicht. Also -Toleranz gern, aber bitte für alle.
    Wenn man also die Zauberflöte und nicht eine Comicshow sehen möchte, das ist das genauso legitim wie die Begeisterung darüber.
    In Feinripp gewandete Herren wie auf diesem reizenden Bild gehören auch nicht zu meiner persönlichen Top-Ten-Liste.
    Schon mal ein Tipp: Es ist NICHT die Zauberflöte!


    Ich werde mich in Zukunft ncht mehr an solchen Diskussionen. bzw RT Diskussionen beteiligen, da man ja als dumm und unwissend betrachtet wird, wenn man es wagt eine moderene Inszenierung bzw. eine Neue Art von Inszenierung gut zu finden , genau so wie das die Premierenbesucher im ausverkauften Duisburger Haus ebenfalls getan haben. Es darf ja nicht sein das man sich von einer moderenen Inszeneirung gut unterhalten fühlt


    Also wirklich: Ich möchte mal wissen, wo dir Dummheit oder Unwissenheit vorgeworfen worden ist, oder wo du dafür kritisiert worden bist, dass du dich gut unterhalten gefühlt hast. Dir ist in deiner überschwänglichen Begeisterung (zu der du ja jedes Recht hast) nur nicht einhellig zugestimmt worden. Damit muss man leben können. Wo ist also dein Problem? Sorry, aber solch ein Divengehabe steht dir gar nicht. Das solltest du denen überlassen, die sich darauf spezialisiert haben.


    Und das die Musik dabei in den Hintergrund gedrängt wird, das ist doch bei den modernen Popbands heutzutage auch in den Konzerten, das dort die Schow mehr zählt als die eigentlichen sängerischen Leistungen.


    Wenn du Operngesang mit dem "Gesang" von Popbands vergleichst, dann solltest du dich allerdings auch nicht wundern, wenn du ganz allgemein erheblichen Widerspruch erntest.


    Auch werde ich eine Pause machen was meine Premierenberichte aus der RHeinoper angeht, das sie vermutlich gar nicht gelesen werden und da auch nicht darauf wie bei meinem letzten Bericht geantwortet wird


    Was auch ein ziemlicher Widerspruch ist. Einerseits wirfst du den anderen Diskussionsteilnehmern vor, ihre (kritischen) Meinungen zu Produktionen zu äußern, in denen du warst, andererseits ist es auch nicht gut, wenn keine Reaktion kommt. Was denn nun? Oder werden am Ende nur positiv- zustimmende, schwärmerische Antworten erwartet? Wenn das der Fall ist, wirst du allerdings häufig Enttäuschungen erleben.

    Und ich möchte doch darum bitten, auch wenn ich keine Moderatorin bin, weitergehende Diskussionen hierzu in diesem Thread zu führen, denn der gegenwärtige Thread ist schon einmal gründlich unterminiert worden. Daran haben beide Seiten schuld, weil die Kunst des Ignorierens so wenig geschätzt wird. Für einen weiteren Grabenkampf ist dieser Thread jedoch nicht gedacht.


    Wolfgang : Deine Empörung ob erfolgter Abkanzelung kann ich gut verstehen, aber wenn du so argumentierst:

    Hier wird - von beiden extremen Seiten! - fortwährend ein Konflikt künstlich geschürt, welcher der Rede nicht wert ist


    dann blendest du die Theaterrealität komplett aus. Der Konflikt ist nicht künstlich, er ist da. Wie man mit ihm umgeht, entscheidet jeder selbst. Dieser Thread soll jedoch durch Bilder/Videos sprechen, nicht durch zähe Diskussionen.

    Du solltest den fraglichen Rezensenten-Beitrag hier nicht als "Verblödung" apostrophieren, wir wissen doch alle, daß sich die Ausdruckweisen ändern können - und auch ändern. Gerade in der "Zauberflöte" gibt es so viele Textvarianten, daß man am besten darüber hinwegsieht. Ich höre beispielsweise immer den Text, den ich kenne, selbst wenn da etwas anderes gesungen wird...


    Na, warum erfindet denn nicht gleich jeder sein eigenes Libretto. Dann möchte ich ab jetzt, dass Pamina - im Gedenken an ihre Frauheit und zukünftige Mutterschaft auch singt: "Ach, ich fühl's, er ist entbunden!"


    und nichts dagegen machen kann.


    Was nicht so ganz stimmt! Man kann eine Menge dagegen machen, das Zauberwort heißt einfach "Konsequenz".

    Und dies sind die Leute, die seit Jahren Propaganda für das Regietheater machen. Das "fachkundige" Feuilleton!
    Hilfe, wir verblöden!


    Also bitte, lieber Figarooo, jetzt sei mal nicht päpstlicher als der Papst. Da ist beim copy&paste aus wikipedia eben ein Wort falsch mitgekommen. Für jemanden, der Mozart wahrscheinlich nur von den berühmten Kugeln her kennt, ist das doch schon ganz ordentlich. Wo kämen wir denn da hin, wenn die Rezensenten Ahnung hätten!


    Da verlangst du aber sehr viel, m.joho! Keine Rechtschreibfehler, sinnvoller Beitrag und noch eine Pointe drin - sowas schafft sonst nur das Überraschungsei mit Spannung, Spiel und Schokolade. Ich finde, wir sollten nicht zuviel fordern.

    Sehr kennzeichnend war eine Umfrage, die bei Premierenbesucher der Traviata an der Scala mit Fangfragen gemacht wurde:
    Diese befragten "Genies" haben z.B. "Tosca" als ihre Lieblings-Verdioper bezeichnet, das Lieblingsstück in der Traviata ist "va pensiero", und , um es noch zu steigern: Alfredo Germont ist die Sopranpartie usw. usw.

    Ja, das ist die hirn-und merkbefreite Prosecco-Bussi-Bussi-Schickeria, welche die Oper bzw. die Premieren als neues "Event" entdeckt hat und daran klebt wie Maden auf faulendem Fleisch.



    Zitat

    Ich glaube es bleibt nur noch die Hoffnung, dass durch Subventionskürzungen eine Änderung der momentanen Sitution eintritt.
    O tempora, o mores!

    Das ist sowieso der einzige Weg, diesen faulig-stinkenden Sumpf auszutrocknen.

    aber man muss sich auf mal auf was neues einlassen können


    Man muss überhaupt nichts!


    Vielleicht sollte man die (störende?!) Musik einfach ganz weglassen.
    Nicht zu unterschätzender Nebeneffekt - der Wegfall von Dirigent und Orchester, evtl. Chor und langwieriger aufwendiger Proben = riesige finanzielle Ersparnis. Außerdem muß kein Regisseur mehr Noten oder gar eine Partitur lesen können.


    Ein guter Ansatz! Darüber würde ich mal nachdenken.


    aber dem Zielpublkum es waren viele Kinder und Jugendliche in der Oper, denen hat es gefallen


    Was gar nichts beweist. Bei der uralten Everding-Inszenierung in Berlin waren auch sehr viele Kinder und Jugendliche, und die haben ihr Vergnügen ebenfalls sehr deutlich zum Ausdruck gebracht.


    Und ihr macht wieder den Fehler eine Inszenierung zu verdammen ohne sie gesehen zu haben


    Irrtum! Hier wird nichts verdammt. Hier weiß man nur, was man will. Und genauso auch, was man nicht will. Um mir das immer und immer wieder bestätigen zu lassen, bezahle ich keinen extra Eintritt. Ich zwangsfinanziere den Spökes über meine Steuergelder ja sowieso schon.


    Regietheater wird von Menschen und für Menschen gemacht, die der Musik nicht mehr vertrauen!


    ..und die die Musik weder verstehen noch Interesse daran haben, das könnte man noch ergänzen.