Beiträge von nala

    Ich weiss nicht, ob es jemand im Zusammenhang mit Wien nicht interessiert, an welchen Stätten Sigmund Freud tätig war, lebte und arbeitete...


    Der Sohn eines jüdischen Stoffhändlers ist der Begründer der (theoretischen und praktischen) Psychoanalyse, die höchstwahrscheinlich wichtigste, humanwissenschaftliche Theorie – zumindest des 20. Jahrhunderts. Sie beeinflusste alle Lebensbereiche, besonders jedoch alle Kultur- und Sozialwissenschaften, Kunst und Literatur. Endlich konnte man sich erklären, weshalb die Menschen bestimmte Verhaltensauffälligkeiten an den Tag legten. Er entdeckte das „Es“ und das „Ich“ und natürlich das „Über-Ich“. Alles basiert auf unseren frühkindlichen Erlebnissen und unseren Träumen.


    Er erklärt auch, weshalb Menschen große Kulturleistungen vollbringen können, (somit erklärt er viele Fragen, die sich bei Tamino stellen):


    aus der Sublimierung von der Gesellschaft tabuisierter sexueller Energien“ schafft es der Mensch unsterbliche Werke zu schaffen (Malerei, Musik, Literatur....)


    Als Behandlungsmethode erfand er zur Behebung psychischer Probleme die Technik der freien Assoziation: Die Patienten erzählen ungelenkt von Träumen, Wünschen, Erinnerungen und der Analytiker liefert eine Deutung, und macht so unverarbeitete Konflikte überwindbar.


    Freud wurde vom Schweizer Psychiater Ludwig Binswanger einmal gefragt, wie er zu seinen Patienten stehe. „Den Hals umdrehen könnte ich ihnen allen“, bekam er als Antwort zurück.


    „Es ist ein Elend, hier zu leben“ sagte Freud über Wien. Es war eine Hassliebe, die Stadt hatte einen großen Einfluß auf seine Arbeit und er bezeichnete es als „geliebtes Gefängnis“.“Diese Stadt macht die Seele wund und legt wieder alles bloß“.....


    Im Alter von 4 Jahren war der 1856 geborene Freud von Mähren nach Wien gezogen, in den 2. Bezirk, damals ein „klassisches Zuzugsgebiet für Ostjuden“. Freuds Zeit in Wien war durch das liberale Judentum sehr stark geprägt. Bis 1882 lebte er in der Leopoldstadt.


    Von 1873 – 1881 studierte Freud an der Alten Universität, Dr. Ignaz Seipelplatz 2, Medizin. Er war 17 Jahre alt, als er mit dem Studium begann. Er trat nach Erlangen des Doktorates eine Stelle im Allgemeinen Krankenhaus an, mehr aus Geldmangel, denn er war mehr an wissenschaftlicher Forschung interessiert. Sein Ärztezimmer war im Hof 13 und hielt später auch Vorlesungen an der Uni.


    1891 zog er in die Berggasse 19, wo er bis 1938 wohnte und arbeitete. Seit 1971 befindet sich hier das Freud-Museum. Bis 5. November gibt es eine Sonderausstellung „Denken im Liegen“ – Kunst rund um die Couch (täglich 9-18 Uhr, € 8,--.


    Die berühmte Couch, Symbol der Psychoanalyse steht in London, dorthin hatte Freud sie 1938 unter großen Schwierigkeiten mitgenommen.


    Weiter geht’s zur Adresse „Brandstätte 9“. In diesem Altwiener Kaffeehaus fanden die Sitzungen der „Wiener Psychoanalytischen Vereinigung“ statt, Am Anfang tagte die sogenannte „Mittwochs-Gesellschaft“ auch oft in seiner Wohnung, später jedoch fanden sich seine Kollegen und Weggefährten immer im Kaffeehaus ein, eine Gepflogenheit Wiens.


    Nicht nur im Zentrum finden sich die Spuren Freuds. Vor allem in den Wienerwald um den 19. Bezirk flüchtete er oft und schlug sein Sommerquartier hier auf. 1895 verbrachte er den Sommer im Schloss Belle Vue am Cobenzl.


    Nach dem Wahlsieg Luegers 1895 verschlechterte sich das Klima in Wien und es fand seinen Höhenpunkt 1933 mit dem Einmarsch deutscher Truppen in Wien. Als von den Nationialsozialisten Bücher „Jüdischer und anderer unerwünschter“ Autoren verbrannt wurden, sagte Freud: „Und da soll einer sagen, dass es keinen Fortschritt gibt. Im Mittelalter wäre ich selbst verbrannt worden. Jetzt begnügt man sich mit meinen Büchern.“


    1938 beschloss Freud, Wien zu verlassen.

    mich faszieniert auch das Phänomen, daß Werke lebender Künstler "nichts wert sind".


    Das Lebenswerk zählt - und ich denke, da wird dann in Phasen von Krankheit und Lebensende viel hineininterpretiert. Das Wissen um das Leiden herausragender Persönlichkeiten hat eine besondere Bedeutung, handelt es sich doch um Personen, die uns für uns persönlich etwas weitergeben.


    Gerade im Fall W.A. würde ich auch gerne wissen, was er uns im Falle weiteren "Schlechtergehens" noch geschenkt hätte.


    "The rest is silence"

    einmal habe ich einen Liebestrank gesehen, Adina war Andrea Rost. Die beiden männlichen Hauptpartien Nemorino und Belcore wurden von zwei durchaus gut agierenden Sängern aus Japan bzw. Korea sehr gut gesungen.


    Aber was die Optik betrifft- DAS ist für mich nicht mehr authentisch, ich höre nicht nur, ich sehe auch in der Oper.


    Einen schlitzäugigen Italiener hätte ich noch durchgehen lassen!


    Eine blonde Carmen geht auch nicht und Caballé als krankes Mädchen auch nicht - nur auf CD.........

    Zitat

    Original von Edwin Baumgartner
    (es betrifft zuerst immer die Frauen, weil wir Männer doof genug sind, auf eine gute Figur so zu fliegen, dass wir dafür künstlerische Defizite in Kauf nehmen) .


    OH nein!


    Wir Frauen sind auch doof! Es gibt in Wien einen Tenor, der singt besonders schön, aber er schaut nicht gut aus, er hat so eine Vokuhila-Frisur, und ich muss immer die Augen schließen, wenn er singt, und mir einen anderen vorstellen *smile, einen großen, nicht dicken!


    Eine erotische Ausstrahlung gepaart mit einer schönen Stimme - da sind auch wir Frauen anfällig ........


    wie kommt man nur zurück zur Traviata? Achso, ja, Thomas Hampson war in Salzburg ein 'urgeiler' Don Giovanni (!) und in La Traviata ein wunderbarer Père Germont!

    aber hat Scarpia nicht nur behauptet, ihn ermordet zu haben?


    Da habe ich vielleicht etwas nicht richtig in Erinnerung - Scarpia wird ja wohl nicht alle nur zum Schein umbringen.......


    Auf jeden Fall spielt der Conte nicht mit - darum gehts hier!

    ...oder: Nicht alle singen mit!


    Es gibt in vielen Opern Personen, die maßgeblichen Anteil an der Handlung haben, jedoch keinen Ton von sich geben:


    da wäre einmal Morold, der Verlobte Isoldens. Von Tristan erschlagen, heuchelt das Weib Isolde 'stundenlang,' wie tief sie das gewaltsame Ende dieses präpotenten Steuereintreibers getroffen habe........Es ist sehr typisch für Wagner, dass wir über diesen wackeren Irenhelden, der bei aufgehendem Vorhang schon einige Zeit im Grabe schlummert, genau Bescheid bekommen.


    Im „Ring der Nibelungen“ hat Wagner keine Zeit gefunden, uns die verschiedenen Väter und Mütter vorzustellen. Bei Wotan kann man noch verstehen, dass der Wanderer ob der zahllosen Verhältnisse gar nicht mehr weiß, welche Maid ihm Sieglinde und Siegmund gebar. Deshalb wissen wir außer dem Namen Grimhild wenig über die Dame, die zunächst Gunther und Gutrune in die Welt setzte – und dann Hagen. Eine kleine Perversion muß ihre germanische Treue überlagert haben, denn ihr uneheliches Kind hat sie mit dem Zwergen Alberich gezeugt. Gibichung nahm sich aus Gram das Leben, nachdem Wotan tratschte: von ihm weiß man gar nichts! ... und auch nichts von Lohengrins Mutter – da ist man auf Spekulationen angewiesen. Obwohl er sich sehnlich wünscht, irdischen Glücks teilhaftig zu werden und wenigstens ein Jahr an Elsa’s Seite zu verleben, singt er nur von seinem Vater.
    Wahrscheinlich war er Halbwaise und da wiederum ist er in guter Gesellschaft: Agathe, die allein im Försterhaus bei der Mutter aufgewachsen ist, oder Sophie wird es im Faninalschen Palais auch nicht leicht gehabt haben.


    Aida hat auch keine Mutter! welches Fach sollte auch eine Königin von Äthiopien singen? Aida ist Sopran, Radames Tenor, Amneris Mezzo, Amonasro Bariton und Ramphis Bass.


    Bei „La Traviata“ ist es Mlle. Germont, die Schwester Alfredos, die maßgeblich die Handlung beeinflusst – ohne Auftritt. Ihretwegen stimmt Violetta in den Vorschlag von Vater Germont ein, den Geliebten zu verlassen. Ich kann mir sehr gut vorstellen, wie die sittenstrenge, bigotte Tochter, wahrscheinlich eine alte Jungfer, ihrem Vater in den Ohren lag, wahrscheinlich noch unterstützt von einer keifenden Mutter. Der Vater, erst wahrscheinlich neidisch auf das Glück seines Sohnes, musste sich moralisch entsetzen und dem Tun Einhalt gebieten.


    Der Vater Belmontes, ein gewissen Senor Lostados, hat sich gegenüber Bassa Selim äusserst schlecht benommen, aber er zeigt sich uns nicht.....


    Die nie erscheinende Mutter von Don José, eine baskische Bäuerin, treibt sich ‚virtuell’ in mancher Arie oder Duett umher.


    Wo ist die Gattin des Herzogs von Mantua? Sie kommt vor: während Rigoletto sein Leid klagt, schickt die vom erotischen Vielfraß vernachlässigte Gattin einen Pagen, sie wünsche ihren Mann zu sprechen. Von ihrer Not geben uns wenige Sätzchen kund.


    Ob die Marchesi Attavani schön war? Madonnengleich? Tosca jedenfalls ist ordentlich eifersüchtig auf die Aristokratin. Diese betritt jedoch nicht einmal die Bretter der Bühne, obwohl sie, unabsichtlich zwar, zum letalen Ende der drei Hauptgestalten maßgeblich beiträgt. Ebenso den Conte Palmieri, den Scarpia nur zum Schein füsilieren ließ, bekommen wir nicht zu Gesicht.


    Fällt euch noch was ein?

    Der Vorgänger von Sarastro hinterließ ein Testament - alle Schätze die er besaß, hinterließ er Frau und Tochter - Bargeld, Wertpapiere, Schmuck und anderen irdischen Tand überließ er noch zu Lebzeiten Sarastro. In der Kommentierung seines letzten Willens entpuppt er sich als Chauvinist, die Frustration der Witwe ist allzu begreiflich.


    Ist der Vater jetzt als Prinzgemahl zu sehen oder war er der Herrscher der Nacht?


    ...und wenn er nicht gestorben wäre, könnte die "Zauberflöte" gar nicht stattfinden.....


    Wie schaut es mit anderen 'Ältern' in der Operngeschichte aus?


    Papageno macht es uns leicht, er bekennt auf die Frage nach seinen Eltern, daß er sie gar nicht kenne.


    Mir fällt spontan Germont ein. Dieser Vater setzt das Glück seiner Tochter über das seines Sohnes - diese Mmlle. Germont bestimmt die Geschichte dieser Oper ohne selbst auf der Bühne zu erscheinen. Ihretwegen verläßt Violetta Alfred. Ich kann mir gut vorstellen, wie dieser Vater litt unter den Vorwürfen der bigotten und sittlichen Tochter.


    ...und erst Salomes Eltern!

    Zitat

    Original von Ulli



    Seit wann spielt die Zauberflöte in Österreich?



    Es kann auch sein, daß es gar nicht in Österreich spielt, sondern in Frankreich:


    Vielleicht war es als eine Allegorie auf die Französische Revolution zu verstehen. Eine projakobinische Deutung wurde zum ersten Mal 1794 schriftlich verbreitet und die Personen des Stückes folgendermaßen zugeordnet:


    Die Königin der Nacht: Die vorherige Regierung
    Pamina, ihre Tochter: Die Freyheit, welche immer eine Tochter des Despotismus ist
    Tamino: Das Volk
    Die drey Nymphen der Königin der Nacht: Die Deputirten der drey Stände
    Sarastro: Die Weisheit einer besseren Gesetzgebung
    Die Priester des Sarastro: Die Nationalversammlung
    Papageno: Die Reichen
    Eine Alte: Die Gleichheit
    Monostatos, der Mohr: Die Emigranten
    Sclaven: Die Diener und Söldner der Emigranten
    Drey gute Genien: Klugheit, Gerechtigkeit und Vaterlandsliebe, welche Tamino leiten


    Persönlich bin ich der Meinung, daß weder Mozart noch Schikaneder in eine pro- oder antijakobinische Richtung dachten, obwohl die 'Befreyung des französischen Volkes' damals ein großes Thema in ganz Europa war.

    Meine Lieblings-Taminos sind Anton Dermota und Nicolai Gedda. (Fritz Wunderlich steht auf der Himmelsleiter ganz oben.)


    Aktuell Herbert Lippert und Michael Schade, den ich 1997 in Salzburg in einer Inszenierung der Zauberflöte von Achim Freyer gesehen habe.


    Tamino interessiert mich als "Mann" überhaupt nicht. So ein feiger Prinz - der gleich auf die Bühne stürzt und 'Zu Hilfe' ruft - in weiterer Folge nie einen geraden Weg geht - ein richtiger Wendehals. Wie groß ist denn seine Liebe, wenn er sich von Männern, die ihm keine Gründe nennen, das Reden mit seiner Geliebten verbieten lässt?
    Er verkörpert für mich einen 'Beamten' der damaligen Zeit, der obrigkeitshörig und buckelnd seinen Dienst versieht.

    'Tamino: Dem Sprecher ist Schweigen auferlegt worden.
    Sarastro: Aber d e n k e n darf er doch, was er will?'


    Und wo Papageno sich natürlich triebhaft verhält, bewahrt er (leider) immer die Contenance.

    ich habe gerade gelesen, daß in Straubing alle 4 Jahre ein Bernauer-Festival stattfindet.


    Auch habe ich gelesen, daß der noble Herzog bald nach Agnes' Tod wieder heiratete (1436 Anna von Braunschweig) und Agnes am Friedhof von St. Peter in Straubing begraben wurde.


    Interessant, daß noch immer ein Grabstein exisitert. Den schau ich mir auch einmal an!

    Danke Edwin - für diesen wunderbaren Beitrag über Orff. Schon seit meiner Jugend liebe ich die Carmina Burana. Erst gestern mittags waren in Ö1 einige Ausschnitte daraus, der Sprecher hat gesagt, im Dritten Reich wurden Orffs Kompositionen als "Bayrische Negermusik" bezeichnet.


    Die tollste Aufführung erlebte ich im Stift Seckau von Freunden dargeboten (Professoren und Schülern des Stiftsgymnasiums) mit 2 Klavieren und Schlagwerk. Geil!


    Es wird angenommen, daß die Handschriften der Carmina am Hof des Bischofs Karl von Seckau (1218 bis 1231) oder seines Nachfolgers Heinrich (1232 bis 1243) geschaffen wurden. Zur Auswahl steht auch noch das Kloster Neustift bei Brixen in Südtirol.


    1998 wurde an der Wiener Volksoper "Die Bernauerin" gegeben und ich nahm die Gelegenheit wahr, einmal ein anderes Werk Orffs zu sehen. Ich war auch davon überwältigt - in erster Linie von der Musik und dann aber auch von der aufregenden und rührenden Geschichte.


    In Erinnerung ist mir noch ein sehr gut agierender Chor, im ersten Teil am Biertisch sitzend. Überhaupt vermittelten die Chorpassagen den Orff'schen Rhytmus sehr gut. Der bayrische Dialekt war gewöhnungsbedürfig, Sunnyi Melles sprach zu 'hochdeutsch'. Sie war ja kurz davor die Buhlschaft, vielleicht deshalb....


    Die Aufhetzung des Pöbels durch den Mönch "Garrit gallus...." war eine sehr packende Szene.


    Das war so richtig nach meinem Geschmack! - Sunnyi Melles war die Agnes Bernauer und der Herzog wurde von Tobias Moretti hervorragend dargestellt. Dir Edwin brauche ich es sicherlich nicht erläutern, aber vielleicht kennt jemand die (wahre) Geschichte nicht, deshalb kurze Inhaltsangabe:


    Agnes lebte von ca. 1410 - 1435 und war die Tochter eines Badestubenbetreibers und wahrscheinlich die heimliche Gattin Herzog Albrecht III. In den Augen der Bevölkerung war sie seine Geliebte. Als der Herzog nicht da war, wurde Agnes von Albrechts Vater der Zauberei bezichtigt, als Hexe verurteilt und in der Donau bei Straubing ersäuft.


    Die große Liebe zwischen den beiden wurde literarisch und musikalisch über die Jahrhunderte zahlreich abgehandelt. 1944 begann Orff sich mit dem Stoff zu beschäftigen, 1947 fand in Stuttgart die UA statt.

    Für meine Geschwister und mich war die Kindheit sehr schön - ich bin in einem sehr harmonischen Elternhaus aufgewachsen.


    Sonntags hatte mein Vater immer Zeit für uns, nach dem Mittagessen wollte er sich jedoch das Wunschkonzert von Radio Tirol anhorchen.


    Dieses 'Wunsch'-konzert war in drei Teile gegliedert - der erste Teil klassische Musik, der zweite Volksmusik und der dritte und letzte Teil Schlager.


    Ich war die einzige in der Familie die klassische Musik hören konnte. Ich erinnere mich an: Selig sind, die Verfolgung leiden, dies war mein Lieblingslied, dann der Gefangenenchor wurde oft gespielt, das Wolgalied mit Fritz Wunderlich :lips:, hie und da ein Walzer vom Strauß, und natürlich Nessun dorma und Rigolettos Gassenhauer.
    Ich war ein 10 jähriges Kuriosum und wurde in der Verwandtschaft bestaunt: "Wo hat sie das her, daß ihr DAS gefällt??" Als ich anfing, mir 'Erkennen Sie die Melodie' anzusehen, griff sich mein Vater an den Kopf!


    Noch heute, wenn ich zuhause erzähle, was ich mir in den letzten Zeit 'angetan' habe, stoße ich auf Verwunderung .......

    am Sonntag war ein toller Bericht über den Beginn des Schellak-Zeitalters im TV:


    es drehte sich alles um Caruso: er war DER Tenor der Schellak-Aera. Just zu dem Zeitpunkt als das Grammaphon populär wurde, stieg er in den Sängerolymp auf.


    Der Hauptgrund seiner Beliebtheit war wohl, daß er das Intergrations-Paradebeispiel der italienischen Einwanderer in den USA war. In Neapel war er nämlich nicht sehr beliebt, er galt als vulgärer Sänger ohne Manieren.


    In Amerika änderte er seine Gepflogenheiten und verkehrte nur mehr mit den Reichsten und Schönsten der Gesellschaft. Sein "Singen auf dem Atem" und das Halten der Stimme ohne das damals gängige und übertriebene Vibrato machte ihn zum Star. Und sein Talent zur Klangsteigerung, des Mezzo di Voce war unerreicht. Es war einfach etwas ganz neues und er bediente sich als einer der ersten des neuen Mediums. Sein größter 'Konkurrent' Ferdinando de Lucia starb auch noch weg.


    1902 begann er mit den Grammophonaufnahmen - insgesamt sang er 260 Titel und verkaufte 60 Millionen Tonträger. 21 Angestellte standen in seinem Dienst. Er war auch ein begnadeter Karikaturist - er zeichnete ein Selbstporträt, das - auf den Kopf gestellt - den deutschen Kaiser zeigte.


    Seine letzte Rolle war Eleazar. Während der Aufführung spuckte er bereits Blut. Die Ärzte sagten ihm, man müsse operieren, dann würde er wieder ganz gesund - jedoch würde er seine Stimme verlieren.


    Er starb am 2. 8. 1921 mit nur 48 Jahren und hinter einem gläsernen Sarg in seiner Heimatstadt Neapel weinten tausende Menschen.


    Meine fünf Favoriten:


    1. Caruso (siehe oben)
    2. Jussi Björling
    3. Tito Schipa
    4. Benjamino Gigli
    5. und Richard Tauber (last but not least)


    untereinander im Ranking austauschbar :)


    dann hab ich noch einen, den ich mir oft anhöre: Lauritz Melchior mit Winterstürme wichen dem Wonnemond....Du bist der Lenz..... gemeinsam mit Lotte Lehmann unter Wiener Phil und Bruno Walter.....

    das ist ein Teufelskreis!


    du wirst krank, kannst nicht mehr arbeiten. Somit hast du kein Geld und musst in eine billige Absteige, feucht noch dazu. Da hat die Krankheit keine Chance!


    Dazu passt eine traurige Geschichte, die nicht unbedingt wahr sein muss, jedenfalls ist sie aber so überliefert:


    Nach Beethovens Begräbnis waren Schubert und einige Freunde in einem Wirtshaus. Sie waren alle tief bewegt.


    Schubert hob sein Glas: "Auf den, den wir jetzt begraben haben."
    ..und beim zweiten Glas sagte er: "Auf den, der ihm als erster folgen wird"

    Wer steckt hinter diesem Tyrannen? Oder war er ein Gott?
    Ein unbarmherziger Entführer? Ein selbstherrlicher Despot oder ein Guru?


    Es gibt fast keine Figur in der Operngeschichte, an der sich sowohl die Experten, als auch alle anderen, die sich mit ihm näher beschäftigen, die Zähne ausbeissen.


    Angeblich gibt es eine Person, die Mozart bzw. Schikaneder auf die Rolle des Sarastro brachte:


    Der Wiener Gelehrte und Freimaurer Nr. 1 Ignaz von Born.


    Die Zauberflöte wurde eine Propagandaoper der Freimaurer. Mit dem märchenhafte „Ägypten“ der Handlung ist nichts anderes gemeint als „Österreich“.


    Mozart war nachweislich Mitglied einer Wiener Illuminatenloge. 1785 wurde in Bayern der Illuminatenorden verboten und in der Folge von Joseph II. auch in Wien mit Gewalt zerschlagen! Von diesem Tag an gingen sie in den Untergrund.


    Persönlich glaube ich, daß Mozart politisch nicht untätig war und sich vor allem gegen den Klerus und den Adel aufgelehnt hat! Was wäre naheliegender gewesen, als einen so erfolgreichen Mitbruder für diese Sache einzuspannen - an Euphorie fehlte es Mozart sicherlich nicht und er war der Ideologie der Freimauer sehr zugetan. Es gibt eine These, nachdem Mozart deshalb so schnell verscharrt wurde, da er exkommuniziert wurde - gar nicht so abwegig - finde ich. Deswegen begleitete ihn auch niemand auf seinem letzten Weg - nicht einmal seine Frau (was mir immer ein Rätsel war und ist).


    Born wurde unter dem Decknamen „Furius Camillus“ Mitglied der Wiener Freimaurerloge Zur wahren Eintracht. Auch Mozart war Mitglied dieser Loge und ihrer Nachfolgerin Zur neugekrönten Hoffnung. Mozarts Librettist Emanuel Schikaneder war 1788 Mitglied der Regensburger Loge Die Wachsende zu den drei Schlüsseln.


    'in diesen Heil'gen Hallen kennt man die Rache nicht' und 'zur Liebe will ich dich nicht zwingen, doch geb ich dir die Freiheit nicht' .....da ist es schon müssig zu überlegen, was damit gemeint sein könnte. Mozart verehrte den Logenbruder als persönlichen Freund und Vorgesetzten und dessen erzwungener Rücktritt führte zu der hymnischen Huldigung in seiner neuen Oper. Gemeinsam mit Schikaneder setzten sie dem "Meister" ein Denkmal. Die Uraufführung der "Zauberflöte" konnte Born nicht mehr erleben, er starb 68 Tage vorher (Mozart hatte auch nur noch 65 zu leben).


    George Bernhard Shaw sagte: "Wenn Gott Musik wäre, würde er wie Sarastro klingen."


    Auf jeden Fall ist Sarastro eine frauenfeindliche Person. Der Sachwalter des Guten hat eine unheimliche Autorität und strahlt große Güte aus.


    ...und wie seht Ihr nun die Figur des Todfeindes der Königin der Nacht?


    „Das Weib dünkt sich groß zu sein, hofft durch Blendwerk und Aberglauben das Volk zu berücken und unsern festen Tempelbau zu zerstören. Allein, das soll sie nicht.“__________________