Beiträge von Oranje



    Domenico Barbaja

    Sehr interessantes Buch über den heute weniger bekannten Impressario der Oper Neapel (später auch Mailand, Wien und anderswo).

    Es ist eigentlich keine wörtwörtliche Biographie, da das Wesen Barbajas eher knapp (mit wenigen Adjektiven) beschrieben wird. Seine privaten, zwischenmenschlichen Beziehungen finden weniger Erwähnung, sodenn es sie außerhalb des Themenkomplexes Oper überhaupt gab...

    Das Buch steigt ins Thema über die damaligen politischen Verhältnisse Neapels und Italiens ein und beschreibt das Verhältnis der jeweiligen Machthaber zu den Künsten und das so in diesem Milieu entstehenden Opernhauses San Carlo.

    Barbaja wird eher gespiegelt in den Beschreibungen/Verhältnissen zu anderen Personen wie Sänger, Komponisten und Monarchen. Aber auch das ergibt ein (Spiegel)Bild.

    Wie kann denn eine vom ehemaligen Arbeitgeber bezahlte Anwaltskanzlei "unabhängig" sein, die den Aufhebungsgrund eines Arbeitsvertrages prüfen bzw. untermauern soll?

    Was ist "unangemessenes Verhalten" und was "sexuelles Fehlverhalten"? Ist die Definitionsgrenze nicht das Strafrecht? Dafür scheint es ja nicht zu reichen? Für manch einen ist das Tragen von Kopfbedeckungen in geschlossenen Räumen unangemessenes Verhalten und Homosexualität sexuelles Fehlverhalten.


    Eine Meinung erlaube ich mir, wenn denn endlich mal Inhalte und Fakten folgen. Solange gilt bei mir die Unschuldsvermutung, heutzutage mehr denn je.

    Die beiden offiziellen DVD-Veröffentlichungen zur Alzira sind mir bekannt. Beide sind in meinen Augen keine endgültigen Referenzmitschnitte, wenn es denn sowas überhaupt gibt. Im Detail:

    Die von Rodolfo39 angesprochene Tutto Verdi DVD ist in der gesamten Reihe (ALLE Verdi Opern + Requiem der Oper Parma) die einzige lediglich konzertant aufgeführte. Sic!!


    Desweiteren habe ich den Hardy Claasic Mitschnitt 1991 der Oper Parma (Sic!!). Das Sujet finde ich passend und toll. Leider ist der Mitschnitt eher semiprofessionell (Bühnenrand durchschneidet das Bild, Bild zeitweise wesentlich zu dunkel u.ä.).



    Nun glaube ich natürlich nicht, dass ich eine bessere Aufnahme aus Passau, St. Gallen oder sonstwoher finde. Aber mein Interesse daran ist aus den genannten Gründen und zu Vergleichszwecken sehr groß.

    Und zur Vollständigkeit: Über Youtube ist der 2018er Mitschnitt der Oper Peru (in Peru spielt das Werk ja) weiterhin zu sehen. Es wurde dort zum 200. Jubiläum der Unabhängigkeit aufgeführt und erst diesen Monat als beste lateinamerikanische Inszenierung in Spanien ausgezeichnet.

    Ich suche hier die durchaus existenten Mitschnitte (audio, aber noch lieber visuell) der Aufführungen von


    Verdis Alzira


    aus Passau 1998 und St. Gallen (2010).


    Wäre sehr erfreut und dankbar für Hinweise und Tips!

    Nicht neu, eher 25 Jahre alt ist diese Ausgabe über Boito.

    Boito ist bekannt für seinen Mefistofele (aktuell in Chemnitz aufgeführt) und seinen Nerone (dieses Jahr in Bregenz aufgeführt!!). Ferner als Librettist von Verdis Otello und Falstaff.

    Das Buch ist keine Offenbarung, aber interessant allemal.


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    Dann ist der Thread Titel und deine Einführung aber irreführend!

    Vielleicht etwas enggefasst. Tatsächlich geht es mir auch um "jetzterstbemerkte" Veröffentlichungen, die im Mainstream untergegangen sind. Ich werde das im nächsten Jahr in der Beschreibung versuchen auszuschärfen.


    Aktuell von mir ausgewertet und durchaus zu empfehlen:



    Lauro Rossi - Cleopatra

    Leider ohne Deutsche Untertitel, aber der Wiki-Eintrag führt in seiner Szenenbeschreibung sehr gut durch das Stück!

    Als Liebhaber epischer Flügelhelmwerke liegt mir auch Sigurd von E. Reyer sehr am Herzen.


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    Leider sind alle verfügbaren Mitschnitte/Frakmente in die Jahre gekommen. Es gibt vom Deutschlandfunk Kultur einen Mitschnitt von der Aufführung 2015 in Erfurt. Dieser ist aber, wie mir das Theater Erfurt mitteilte, aus rechtlichen Gründen nicht (mehr) verfügbar.

    Hat ein Tamino vielleicht seinerzeit mitgeschnitten?

    Um den Thread mal wieder aufzunehmen und weiter Neuausgrabungen zu sammeln...





    Franco Faccio wurde ja schon an anderer Stelle bedacht. Nach der DVD (Bregenzer Festspiele) und einer Deutschen Erstaufführung (Oper Chemnitz) gibt es nun auch eine CD.

    Oranjes Freude an der Italienischen Oper 2020


    Auch dieses Jahr möchte ich die Sammlung von Hinweisen auf CD/DVD-Neuerscheinungen, Bücher und/oder Festivals, die sich ganz der Italienischen Oper verschrieben haben, fortführen. Über jede Beteiligung würde ich mich weiterhin sehr freuen!


    Und wie auch die Jahre zuvor: Mein subjektiver Musikgeschmack gibt den Vorzug stets rein italienischen Produktionen (z.B. Dynamic und Bongiovanni), weil ich diese für am authentischsten halte.


    Auch die Aufführungspraxis in Italien ziehe ich weiterhin jedem Experiment oder jeder öffentlich-rechtlichen TV-Studio-Produktion vor. Ich liebe das Arenafeeling mit italienischen Gesang.


    Im Zentrum meines Interesses stehen besonders vernachlässigte und/oder wiederentdeckte Opern, möglichst als Gesamtaufnahme. Aber auch Neuerscheinungen/-einspielungen bestbekannter Werke sind willkommen.


    Es hat sich also immer noch nichts geändert.

    Klar gibt es diverse Urheber- und Verwertungsrechte. Da wird sicher auch jeder Sänger, Musiker und Bühnenbildner in seinem Arbeitsvertrag irgendwelche Verzichts- und Abtretungsklauseln unterschrieben haben...


    Dazu:

    Das eigentliche Werk, Komponist länger als 70 Jahre tot = urheberrechtsfrei

    Bühnenbild, Orchester, Sänger usw. allesamt staatlich finanziert und überwiegend subventioniert.

    Aufnahme durch öffentlich rechtliche Sender, staatlich finanziert.


    Warum ist es nicht möglich, dem kulturinteressierten Steuerzahler die Möglichkeit zu schaffen, es nachhaltig zu sehen und zu hören (CD/DVD) ?

    Und damit meine ich ja nicht eine kommerzielle Nutzung?

    Vielleicht etwas provokant gefragt, aber im Ernst, wer hat da die Hand drauf?


    Zum Beispiel hat das Münchener Rundfunkorchester Saint-Saëns L'Ancêtre aus der Vergessenheit geholt und im März mehrfach aufgeführt. Auf Nachfrage wird mitgeteilt, dass es keine weiteren Aufführungen geben wird. Eine Veröffentlichung auf CD / DVD ist aus "urheberrechtlichen Gründen" nicht angedacht.

    Das Selbe mit Sigurd von Ernest Reyer an der Oper Erfurt, aufgezeichnet vom MDR.


    Warum werden solche Kulturgüter durch Steuergelder (Staatstheater) finanziert aufgeführt und mitgeschnitten (zwangsfinanziert öffentlich rechtlich) und dann für die Bezahler unter Verschluss gehalten?

    Ich kann Ralf Reck wieder einmal in vielen Punkten nur recht geben, Anja Kampe überstrahlte alle(s). Das Highlight war dann aber doch zum Abschluss Ch'ella Mi Creda in das Marco Berti und das Orchester alles hineinlegten was ihnen zur Verfügung stand. Insgesamt ein schöner Abend in der erschreckend leeren Staatsoper.

    ...auch das muss ich leider bestätigen, ich hatte meine eigene Loge, ganz alleine.

    Eine Aufführung, die ich hier empfehlen würde, wenn sie denn noch liefe. Ich habe den Mitschnitt aus Albuquerque und hatte in Chemnitz nicht allzu viel erwartet. Hans Kühner hatte das Werk in seiner Verdi Biographie (RoRoRo) kurz erwähnt und als "zu recht in der Versenkung verschwunden" bewertet. Zum Glück war die Neugier größer und der Weg gen Osten nicht zun lang.


    Das Opernhaus Chemnitz hat die durchaus vorhandenen Melodien richtig betont und voll zur Stärke gebracht. Ameleto ist bisher mein Opernhöhepunkt 2019.

    Ich fand die Aufführung eher schleppend. Das mag natürlich auch an der Arienarmut des Werkes liegen. Es war wie ein abgespielter, gesungener Film, und dafür passiert mir zu wenig im Bühnenbild. Auf der anderen Seite bin ich dankbar für das Fehlen bemühten Spektakels. Es war unterhaltsam, aber nichts, woran ich mich zukünftig wohlig erinnern werde.

    Uiih, jetzt driftet das Thema aber ganz schön ab. Irgendwie endet alles immer wieder beim RT...


    Ich bin mit meinen Ansprüchen an Opernaufführungen sicherlich sehr eigen und konservativ. Lieber fahre ich nach Italien oder Tschechien als mir in Hannover vor der Haustür eine tolle Oper in gruseliger Aufführung anzusehen.

    ABER: Die Aufführung, um die es hier geht, habe ich selber besucht und kann sagen, dass es etwas arm an Ausstattung war, aber eben nicht aufdringlich "modern" oder bemüht provokant. Die oben erwähnten Umschnallgenitalien waren EIN kleines Accessoire und völlig übersehbar (verzeihbar). Die Aufführung kann mir sowas nicht vermiesen. Manon Lescout habe ich schon bessere gesehen, aber diese war immer noch sehenswert.

    Habe selten, insbesondere im letzten Akt, eine so leere Bühne gesehen. Klar, eine Wüste ist in der Regel gegenstandslos, aber dann war da ein Stuhl zu viel. Und sonst war das nichts, was man Bühnenausstattung nennen könnte.

    Der Geronte hatte sich zu diesem Zeitpunkt offensichtlich längst nach Hause aufgemacht und verzichtete offenbar auf seinen Applaus. (Nein, keine "ist vorzeitig zurück in die Gerontologie"-Witze bitte!).