Beiträge von Oranje

    Willkommen!!!


    Man ist versucht, hier einfach seine Lieblingsopern aufzuzählen... Aber es geht ja um den Einstieg. Mein Einstieg seinerzeit war nicht bewusst ausgewählt, eher dem Zufall überlassen, aber offenbar
    glücklich verlaufen.


    DVD: Carmen (halte ich für DIE Einstiegsoper)
    Opernhaus: Freischütz (Braunschweig) und Zar und Zimmermann (Hildesheim)
    CD: nun hat mich Puccini überrollt (La Boheme, Md. Butterfly, Turandot).


    Ich glaube, mit dieser Auswahl war ich optimal bedient für eine folgende Hörerkarriere.

    Früher, so vor 25 Jahren, gab es bei uns einen Opernkreis. Das heißt, es wurden Fahrten in die umliegenden Opernhäuser organisiert. Unser Stadtdirektor, ein passionierter Opernkenner, hat dazu eine Einführung gegeben und die Aufführung dann in der lokalen Tageszeitung rezensiert.


    Für so manches Familienfest wurde aus diesen Reihen der eine oder andere Sänger gebucht, um bekannte Arien zum Besten zu geben. heute sehe ich da immer Alleinunterhalter mit Musik aus dem PC, in der Regel Malle-Songs und Pop.


    Heute kenne ich nichts dergleichen mehr. Es waren damals viele ältere Leute dabei, die dann irgendwann verstorben sind oder aus den bekannten Gründen ihr Abo (und damit die Nähe zum Haus) nach Jahrzehnten aufgekündigt haben.


    Gibt es in anderen Städten noch etwas vergleichbares dieser Art???


    Ich persönlich würde einen kleinen privaten Kreis vorziehen, so dass man zumindest einen PKW voll bekommt und hinterher fröhlich an einen Tisch passt, um eine "Einsatznachbereitung" durchzuführen. Und das sollten nicht immer engste Freunde und Familienmitglieder sein, mit denen man eh schon immer beisammen hockt.


    Habt Ihr sowas noch???

    Barbaren!!!


    Mit gewissen Einschränkungen würde ich mir das auch hier wünschen. Allerdings meide ich Übersetzungen vom Originallibretto in die Heimatsprache der Zuschauer, da kommt für mich irgendwas nicht so rüber. Aber es muss ja nicht das Eine ODER das Andere sein. Wenn hier und da mal eine im eigenen Hause "erfolgreiche" Inszenierung auf Wanderschaft in andere Häuser geht. Ich ärgere mich immer, wenn in Süddeutschland eine mich ansprechende Auführung für mich annähernd unerreichbar bleibt.


    Daher meine, breits letzte Woche in einem anderen Beitrag geäußerte, Hoffnung auf mehr Live-Streams im Netz von höchster Qualität. Die Anfänge sind gemacht. MET leider noch nicht Live. Aber wenn die Scala und diverse Festivals endlich aufrüsten, würde ich mein Geld eher hierfür ausgeben als für hiesige derbe Entäuschungen und DVDs.


    Da aber Live in der Oper immer "Liver" ist, fänd ich ein System von Wander-Inszenierungen prima.

    Da ich von Bellini lediglich zwei Normas auf DVD habe, möchte ich meinen Bestand an Bellinis etwas ausbauen.


    Hierzu habe ich zwei recht aktuelle DVD-Veröffentlichungen gefunden. Kann hier wer was zu sagen?? Nicht unbedingt gesanglich, eher von der Inszenierung her.




    Wie an anderer Stelle hier schon angesprochen, bauen große Opernhäuser ihre Liveübertragungen weiter aus (MET im Kino, Wiener und Bayrische Staatsopern im Netz).
    Das Staatsfernsehen geht seit längerem offenbar den entgegengesetzten Weg, mit ZDF Kultur, den Dritten und ähnlichem. Daher frage ich mich, wie sich der Bedarf der Zuschauer in den letzten Jahren wirklich entwickelt hat. Mehr oder weniger Interesse?


    Alleine wenn ich mir die Spielpläne der Saison 2013/14 aus Italien anschaue, sind über den gesamten Stiefel wirklich interessante Aufführungen geplant, darunter selten gespielte und auch recht neue (nicht unbedingt immer moderne) Werke. Die kleinen Bühnen werden sich allerdings nie eine Liveübertragung von Hause aus leisten können und wollen.
    Als Zuschauer kann ich aber auch nicht ständig das ganze Jahr um die Welt düsen, um mir das alles anzuschauen.


    Von einem ernstzunehmenden Klassikkanal (TV oder Netz) würde ich erwarten, dass er statt meiner dort überall hinreist, sein Equipment mit Lizenz aufbaut und live überträgt.
    Nachts dann gerne auch wiederholt. Finanziert über Gebühren zur Entschlüsselung, Rechteverkauf an Sky u./o. Kabel Deutschland. Alleine der Wegfall eines der vielen Redaktionen oder Landesrundfunkanstalten alle 50km, der Verzicht auf vielleicht eine dieser RTL2-Pseudokopien schlechter Nachmittagsserien oder eines Intendantengehalts jenseits des Kanzlermonatseinkommens, würde vieles schon möglich machen (Achtung wieder Polemik).


    Ein für den Anfang schlichtes aber effektives Opern-Übertragungskommando. Auswahl und Qualität ständig ausbauend und steigernd. Aber wieder nur ein naiver Traum wie immer. Denn es gibt immer 1000 Gründe irgendetwas nicht zu tun.

    Im Rahmen erster Vorbereitung auf das hamburgische Verdi-Trippel war ich auf der Suche nach einem ansprechenden Live- oder Studiomitschnitt auf CD.
    Da ich hier im Forum keine Hinweise, geschweige denn Bewertungen, gefunden habe, soll das hier diesem Zwecke dienlich sein.


    Die Werke befinden sich auf verschiedenen Speichermedien (2 PC, 1 Laptop, 5 externe Festplatten, 1 Media Player und unzählige USB-Sticks/SD-Karten). Da will ich nun Ordnung und alle Opern auf einem PC haben. Hierzu möchte ich die dazugehörigen CD-Cover auf der Oberfläche sehen können, da ich diese beliebig nach Komponist und dann Name des Werkes und anschließend vorhandene Aufnahmen des Werkes sortieren möchte.
    Und ich will selbst einsortieren bzw. bestimmen, welche CDs in diese Sammlung kommen und welche nicht!


    Bisherige Probleme:
    1. Das Programm sucht ungefragt irgendwelche Musikdateien auf dem Rechner und packt sie ungefragt in die Sammlung.
    2. Die CD-Cover lassen sich nicht in der Frontalen abbilden, sondern nur als "Mappe" (Sicht seitlich mit Bruchteil des Coverbildes).

    Wenn das Werk allgemein verständlich und nicht von spezifischen Merkmalen abhängig ist, arum dann neu interpretieren und hierzu die Handlungsepoche ändern?


    Warum Schillers Räuber in der Droenmafia von Detroit spielen lassen? Wird dadurch Verständliches verständlicher? Nur weil es möglich wäre? Wäre es dann noch Die Räuber von Schiller?


    Eine Zeitlosigkeit durch Abstrahierung ist für mich zu was anderes als das Versetzen in eine andere Epoche. Nichtzuordbarkeit würde ich immer einer konkreten Zeitversetzung vorziehen.


    Wenn ich nicht mehr in die Oper gehe und nur noch CDs höre, bin ich gezwungen, mich auf das zu konzentrieren, was ich höre, Musik und Stimme.


    Ein Kostüm ist für mich kein körperliches Merkmal, eher der singende Bauch. Die Erstbeurteilung anhand äußerlicher Merkmale eines Menschen durch den Menschen ist eine durchaus weitreichend bekannte Tatsache, dafür muss man kein Werk abstrahieren und als Zuschauer auch nicht in die Oper gehen.


    Zur zeitgeistgemäßen Gleichermacherei der natürlichen Unterschiede bedarf es nicht der Nacktheit, da reichen Schuluniformen für alle. Das wäre mir auf Dauer zu monoton, da dann lieber nur noch DVD mit ausschließlicher Abfilmung der Gesichter/Mimik, rest weglassen.

    Ich habs grad gesehen, und ohne eigentlich gefühlsduselig zu sein, habe ich eine Träne im Knopfloch...


    Ist es bei Arte eigentlich Standard, dass Unter- bzw. Übertitel eingeblendet werden? Auf jeden Fall wäre das eine DVD, die einen Kauf wert wäre.

    Wir sollten hier nicht jeder über den anderen reden, sondern vielmehr über das Stück. Ursprünglich wollte ich mir im November auch den Threesome an drei Abenden hintereinander geben, jetzt nehme ich langsam immer mehr Abstand davon.


    Aber vielleicht berichtet Sven noch, wie sich die Ausstattung insgesamt gestaltet und sich die Handlung in sie einbettet. Ist es in sich schlüssig? Ist es schlicht optisch "modern" oder eine komplette Neudeutung?


    Für mich ist Hamburg nicht sooo weit und ich mag die Bongiovanni-DVD des Stückes recht gerne (stehe grad zusätzlich vor der Anschaffung der Tutto Verdi DVD aus Parma). Aber um mich zu ärgern, weil ich das Stück nicht mehr erkennen kann, dafür ist mir Hamburg doch zu weit.


    Kennt hier jemand diese CD? Soll eine Aufnahme von Franchettis La Figlia Di Iorio sein. Näheres weiß ich nicht, ist auch auf der Seite der Freunde Franchettis nicht zu erfahren.

    Ich denke, dass hier die Zukunft der Opernhäuser liegt. das sind nur die Vorreiter. Bei wachsender Konkurrenz werden auch die Einzelpreise moderater. Wobei ich sagen muss, dass ich 14 Euro für einen (von mir) ausgewählten Opernabend in Live und HD nicht übertrieben teuer finde.


    Selbstkritisch habe ich mir die Frage gestellt, was denn der Unterschied ist zwischen dem Abspielen einer DVD (bestmöglichster Schnitt) und einer Liveübertragung (Live-Schnitt) ist, wobei es bei letzterer sogar noch zu Übertragungsstörungen kommen und ich auch nicht zum Malzbierholen oder Toilettenbesuch auf "Pause" stellen kann.


    Es ist das subjektive Empfinden des Live-Erlebnisses. Das passiert genau in diesem Moment und ich bin irgendwie dabei. Es ist wie beim Super Bowl, der nach MEZ nach Mitternacht mit unerträglich vielen Werbeunterbrechungen bis in die frühen Morgenstunden (So auf Mo) Live übertragen wird. Ich könnte mir das einfach aufnehmen und am nächsten Tag ausgeschlafen anschauen, Werbung überspule ich, zum Kaffeeholen gibts besagte Pausenfunktion. In Deutschland ist das dermaßen unbedeutend, dass ich nichtmal Gefahr liefe, das Ergebnis vorher zu erfahren. Aber NEIN, ich freue mich schon Tage vorher und halte mich mühsam bis zum Ende wach, nehme mir jedes Jahr den Montag als Waschtag frei, um es eben LIVE zu erleben. Es ist als Event etwas besonderes, genau wie ein Gang in die Oper. Der Unterschied ist also nur gefühlt, für mich aber unerklärlich entscheidend. Kein Mensch hat diese Übertragung vorher je sehen können, weil sie eben JETZT grad erst passiert. Das konnte ich mir auch bei den Übertragungen der MET ins Kino erst nicht erklären.


    In diesem Beitrag habe ich nun erfahren, dass Wien das ab diesem Monat anbietet. Auf der Seite der MET ist nun auch von Übertragungen außerhalb der Kinos ins Wohnzimmer die Rede. Die Preise kann ich allerdings nirgends erkennen. Weiß wer mehr?
    Die Bayerische Staatsoper also auch (s.o.)?
    Gibt es aus Italien erste Live-Streams?


    Wäre schön, wenn wir hier die weiter hinzu kommenden Live-Streammöglichkeiten sammeln und vielleicht sogar erste Erfahrungen austauschen könnten.

    Ein Label (mit Wiedererkennungswert, als Marke) macht nach meiner Ansicht nur Sinn, wenn die Labelpolitik (Veröffentlichungsphilosophie) konsequent durchgehalten wird. Mit bestimmten Label verbinde ich gleichbleibende Klang-/Aufnahmequalität, eine Rote Linie in Auswahl der Interpreten UND Werke. Sogar in der äußerlichen Aufmachung würde ich als Markenzeichen eine solche Linie erwarten, was ja für den Ladenverkauf durchaus auch sinnvoll ist.
    Für ein Kleinstlabel macht es weniger Sinn, bereits woanders mit international erfolgreichen Millionärsinterpreten dutzendmal veröffentlichte Werke nochmals mit Provinzorchestern aufzulegen. Zumal wegen der geringeren Verkaufszahlen oft der Endabgabepreis höher ausfallen muss. Die Chance der Kleinen, sich zu behaupten, liegt im Nischenprogramm. Wenn der Hörer erwarten kann, dass ein solches Nischenlabel für ihn immer wieder neue Werke genau seines Geschmackes ausgräbt, wird er immer wieder hier nachschauen und kaufen. Trotz noch unbekannter Interpreten. Allerdings entsteht hier auch eine Erwartungshaltung, die auch einschränkt. Gut gemeinte Experimente, eine breitere Aufstellung oder unverbindlichere Repertoireöffnung können dann schnell nach hinten losgehen und das Ende besiegeln.


    Zur Jeans: "Eine schlechte Passform von mehreren getragen kann dazu führen, dass die Marke künftig gemieden wird".
    Das ist sicher die Regel. Aber nicht zu vergessen sind die vielen Fälle, wo gerade hieraus ein Trend entsteht und um die ganze Welt geht und Erfolg hat.


    Wenn man erstmal seinen eigenen Geschmack "definiert" hat, weiß man nach kürzester Zeit, wo man nach seinem "Stoff" suchen muss. Und Neues, finde ich eher in den Nischen.

    Sollte es um mein "polemisches Drumherum" gehen, bitte ich das lediglich als Stilmittel zu verstehen, durch Überspitzung meine Position deutlicher und verständlicher zu machen.


    Manchmal glaube ich fast, dass es zuträglicher ist, auf seiner Position ganz grob und kompromisslos zu verharren. Die kleinste Einschränkung, das kleinste Zugeständnis wird zerpflückt, um nunmehr als widersprüchlich zu gelten. Beispiel:


    A sagt: Ich mag Verdi nicht!
    B antwortet: Aber er hat doch richtig gute Opern geschrieben!
    A: Naja, die späteren Opern finde ich durchaus gelungener als die frühen Galleerenstücke.
    B: Widerspruch!!! Du hast doch gesagt, du magst Verdi nicht!


    Ich bin durchaus in der Lage zu differenzieren und lehne nichts einfach so kategorisch ab. Daher meine Ausflüge ins Moderne bei Zar und Zimmermann und Rossini oben (das war nicht ein bißchen Bühnenausstattung und das wars). Daher behaupte ich auch nicht, dass es überhaupt keiner Regie bedarf, denn hier gab es welche! Mit Augenmaß, ohne Zeigefinger!
    Hier Zuhause hatte ich 2 Dekaden den Streit in der Familie, ob das Zusammenstecken von Adventskalendern "Kunst" ist oder eher "Handwerk". Heute gibt es den Begriff "Kunsthandwerk", hier verorte ich einen Opernregisseur. In der Gestaltung ist der "Verantwortliche" durchaus frei, aber mit nur 3 Kerzen oder aufgeblasenen Kondomen statt der Kerzen wird es nicht plötzlich doch wieder Kunst.

    ... und ich wäre dankbar, wenn dieser Meinungsaustausch NICHT in persönliche Angriffe und groben Beleidigungen endet. Denn ICH will (analog zu meinem Anspruch an die Regie) auch nicht missionieren oder wen von meiner Denke überzeugen, ich will nur meine Gedanken mit denen der anderen Mitgliedern austauschen. Danke also hierfür!

    Zitat

    Wenn Alfred Brendel einstmals den Beruf des Pianisten gewählt hat, Thomas Quasthoff den des Sängers, Pina Bausch den der Tänzerin und Choreographin, Patrice Chereau den des Regisseurs, dann kann man ganz allgemein sagen, daß sie mit dem Ergreifen des Künstlerberufs sich selbst verwirklichen wollten. Das heißt aber doch nicht, daß sie in ihrer konkreten Arbeit, wenn sie ein Werk interpretieren, automatisch ihre persönliche Selbstverwirklichung in den Vordergrund stellten.

    Ich unterscheide alleine schon bei der Begrifflichkeit Beruf des Regisseurs. Da werden Aktionskünstler und Punksänger plötzlich zur Regie berufen. Menschen, die von sich selbst behaupten, nichts mit der Kunstform Oper am Hut zu haben. Wenn es dann nur noch um immer schriller und immer provozierender (provokanter) der Provokation wegen wird, nenne ich das durchaus Selbstverwirklichung.



    Zitat

    Und die Ausstattung einer Bühneninszenierung nimmt natürlich auf das zeitgenössische Publikum und seine Bedürfnisse Rücksicht.

    Aber genau DAS wird doch eben abgelehnt, da man doch Künstler um der Kunst Willen ist und auf keinen Fall die Publikumserwartungen bedienen will.



    Zitat

    Also muß der Regisseur das durch seine Inszenierung leisten, zu ermöglichen, das das zeitgenössische Publikum einen solchen Zeitsprung machen kann und eine Beziehung zu diesem Stück in der Lage ist aufzubauen aus seiner heutigen Welterfahrung heraus.

    Ich bin schon davon überzeugt, dass das Publikum durchaus in der Lage ist, die Thematik (die Message, die Moral, das Fazit) des Werkes auf heutige Umstände zu transferieren, ohne UFOs, Sex mit Kindern oder
    Fäkalienschleudern. Da bin ICH dann nämlich Ästhetiker.


    ABER: Ich habe den Zar und Zimmermann gesehen in einer modernen Inszenierung. Das Bühnenbild war als Monopoly-Spielbrett angelegt, die roten Hotelklötzchen waren immer wieder Utensil der Protagonisten, ohne in die Handlung an sich einbezogen zu werden. Auch die Rossini-Aufführung, die in ein Kino der 20er/30er Jahre eingebettet war, ist durchaus als modern und kreativ anzusehen. Ich behaupte, hier können sich selbst die echten "Staubis" drauf einlassen. Da soll keiner mit Gewalt missioniert werden oder selbstgerecht der Spiegel vors Gesicht gehalten werden. Hier sehe ich die Kunst, Kompromisse zuzulassen.

    Ich habe ja nicht gefordert, dass das grundsätzlich so sein sollte! Es sollte ein Einzelfall sein, um beide Aufführungsarten mal gegeneinander zu stellen. Ein direkter Vergleich, gleiche Anfahrt, selbes Werk mit denselben Musikern, aber nicht der selben Ausstattung.


    Den Begriff "konventionell" bitte ich, in diesem Zusammenhang nicht als absolut zu sehen. Gemeint ist "werkgetreu", keine SS-Uniformen, nicht aus Sicht einer Ratte, keine Nacktherumwälzer und was es alles so gab und bei mir sodann nicht unter diesem Begriff zu verstehen ist. Holger, nach Deinem Einwand, müsste ja dann das leider üblich gewordene "Regietheater" aktuell als "konventionell" gelten?
    Die Aufgabe eines Regisseurs der 60er-80er, und aller davor und danach, sehe ich auch dort nicht in der Selbstverwirklichung, sondern in der Umsetzung. Aber das führt jetzt zu der auch hier 1000fach geführten Diskussion über das Für und Wieder. Darum ging es mir nicht! Es soll ja bei meinem Beispiel gerade auch den jeweils Anderen/das jeweils Andere geben!


    Eine Konkurenzsituation halte ich in jeder Form von "Gewerbe" für mehr als nur gut. Erfolg sollte messbar sein. Oder zumindest vergleichbar.


    Und ja: Ich würde Stehtheater mit Rampensängern vorziehen!! Weniger als "nicht mehr in die Oper" gehen, geht eh nicht. Das ist mir lieber, als die ganze Aufführung über starr wegzugucken, um wenigstens ein ungetrübtes Hörvergnügen zu haben.

    Ich möchte meine digitale Opernsammlung gerne sinnvoll und schlicht verwalten.


    Die mir bisher vorgestellten Programme waren nicht nach meinen Bedürfnissen einsetzbar. Ich möchte gerne selbst entscheiden dürfen, welche CD/Aufnahme von meinem PC in diese Sammlung soll. Das Programm soll also nicht selbständig im Datenbestand rümwühlen und einfach einsortieren.
    Ferner möchte ich eine Oberfläche mit vollständigen Cover-Abbildungen. Bisher wird mir immer alles als Mappe angezeigt, die das Cover nur erahnen lässt.
    Ich brauche keine Wiedergabelisten und Internetfunktionen, einfach nur CDs verwalten für Dummies.


    Kann mir hier wer einen tollen Tipp geben?

    ...dann ist mein Ansatz also gar nicht so neu.


    Ich würde in der einen Version zumindest ALLE Stücke anschauen, in Braunschweig, Hildesheim und Hannover. So jedoch bleibt es eher wie im letzten Jahr: 10x in Italien, 1x in Hildesheim.


    In einer konventionellen Inszenierung braucht sich kein Regiekünstler selbst verwirklichen, hier reicht für den Anfang eine schlichte Ausstattung. Und wenn durch diese Version die Einnahmen stimmen, wird man sich eher überlegen, den Platz hierfür zu räumen.

    Das sind interessante Fragen! Haben wir hier Zeitzeugen?
    Wahrscheinlich würde ich mir anfangs immer beide Inszenierungen anschauen, obwohl ich natürlich das Gesamtbild, das ja auch meine eigene Vorliebe widerspiegeln soll, nicht dadurch verzerren möchte. Aber vielleicht ist es wie ein Unfall, man kann nicht weggucken...
    Aber so hätten alle ihre Chance und niemand muss missionieren. Aber wahrscheinlich wird´s dann für Neuinterpretationen uninteressant, da ja keiner mehr zum provozieren da ist. Die sind alle in der anderen Vorstellung. Und umgekehrt genauso...

    Habe mir die oben erwähnte CD nun mehrfach zu Ohren geführt. Die Overtüre ist wirklich sehr hörenswert.
    Hier die angesprochene DVD mit dem Werk:


    Kennt oder hat ein Tamino dieses oder gar ein anderes Werk von Pedrotti in seiner Sammlung????

    Eigentlich wollte ich ja mal in den Raum hinein vorschlagen, eine der vielen Operninszenierungen, die hier am meisten Kopfschütteln hervorgerufen hat, einfach mal parallel klassisch "konservativ" auf der selben Bühne mit den selben Darstellern/Sängern anzubieten. Musik und Libretto sind identisch, Kostüme, Bühnenbild und Epoche sind verschieden. Einmal original, einmal transferiert und neuinterpretiert. Nun hat der Zuschauer beim Kartenkauf die Wahl zwischen beiden Varianten.
    Requisiten für die klassische Inszenierung dürften bei altehrwürdigen Häusern nicht gleich ins finanzielle Fiasko führen.
    Stellt man nun die Kartenverkäufe nebeneinander, hätte man die Inszenierung mit dem größten Publikumszuspruch ermittelt.
    Klar, der Gedanke ist naiv. Und spätestens, wenn die Zahlen vorlägen, zu Gunsten der klassischen Version, würde man zu hören bekommen, dass es schließlich nicht um Befriedigung der Publikumserwartungen ginge, sondern die Freiheit der Kunst o.ä. Und schon gar nicht um die Bezahlbarkeit dessen oder gar den verächtlichen Massengeschmack.
    Also lasse ich es lieber...

    Und nochmal vom Rossini-Festival:



    Matilda von Shabran fand in der Adreatic Arena am Stadtrand statt. Alles wirklich stimmungsvoll und traditionell. Ein paar Statisten jagten zwar mal durch die Reihen des Publikums, nutzen also den gesamten Raum für´s Spiel, aber mehr auch nicht.

    Offensichtlich hat man nun das Rossini Festival in Pesaro für DVD-Produktionen entdeckt.
    Ich hatte mir im letzten Jahr in Pesaro alle Aufführungen angeschaut. Im 2012er-Thread schrieb ich über diese Oper:


    "Ciro in Babilonia war als "Stummfilmvorführung in einem Kino der 20er/30er-Jahre" angelegt. Die Kulisse wurde wie ein Film an eine Leinwand geworfen. Auch hier ständig Statisten, diesmal als Kinozuschauer oder Platzanweiser u.ä., die in die Handlung reinlaufen. Wenn man die Kraft hat, das zu ignorieren, konnte man im Zentrum der Bühne durchaus eine werktreue Aufführung in authentischen Kostümen in der richtigen Zeit herausschälen und doch noch etwas genießen."