Beiträge von La Roche

    Ganz richtig heisst er Virgilijus Noreika

    Das ist zwar ziemlich egal, aber meine Schallplatte von Melodia (gekauft 1976 in Leipzig) gibt als Transkription

    die Schreibweise "Virgilius Noreika" an.

    In der Zwischenzeit haben sich nicht nur gesellschaftliche Verhältnisse geändert, sondern auch Transkriptionen. Leider kann ich das Cover nirgends finden.


    Herzlichst La Roche

    Damit ist wohl erwiesen, daß Franz Konwitschny, zumindest für einige Musikfreunde, alles andere als ein fast vergessener Künstler ist.

    Lieber nemorino,


    über 500 Einstellungen mit Konwitschny bei youtube zeigen doch seinen Bekanntheitsgrad deutlich an.


    Die o.g. hochvirtuose Sarasate- Einspielung ist auch dabei. Mächtig gewaltig.


    Herzlichst La Roche

    Nach Aussagen vieler Leipziger bin ich schon vor einiger Zeit zu der Überzeugung gekommen, daß ein paar Tropfen Alkohol seine Leistungen stark beflügelt haben müssen. Was ich aus eigener Musikerkarriere (Saxophonist) bestätigen kann.

    Dass er zweimal der Nazipartei beigetreten sein soll, ist mir dagegen nicht bekannt. In der DDR wurde so etwas ja bewusst verschwiegen.

    Zum Ministerpräsidenten oder Staatssekretär hats dann wohl doch nicht gereicht.


    La Roche

    Irgendwie ist das alles sehr komplex und geheimnisvoll.

    Seit ich klassische Musik mag, habe ich immer wieder versucht, verschiedene Genres auf mich einwirken zu lassen. In der Jugendzeit waren das nur Opern und Operetten, wobei ich den "Schlagercharakter" mancher Operettenhits durchaus genießen konnte, besonders im Radio. Auch in der Oper waren es die sogenannten "Wunschkonzertstücke", die mich fesselten und den Wunsch nach Begegnung auf der Theaterbühne weckten.


    Irgendwann hörte ich auch Richard Strauss und war furchtbar enttäuscht, daß seine Melodien nicht so harmonisch klangen wie die vom Walzerkönig. Die "Walzerfolge" aus dem Rosenkavalier war für mich Musik zum Fürchten, die "silberne Rose", oft angeprießen im Radio als eine der schönsten Musiken überhaupt ließ mich kalt. Aber gleichzeitig, nach ca. 30 Jahren aktiver Theatergängerei, wurde mir der Nabucco-Chor oder "Oh wie so trügerisch" u.a. über, ich hatte mich daran sattgehört.


    Ich versuchte, Kammermusik aufzusaugen, Orchestermusik aus der Barockzeit, wieder und immer wieder. Und immer wieder bemerkte ich, daß mir das nicht zusagt. Grund? Weiß ich nicht. Offensichtlich wollte meine Seele angesprochen werden oder mein immer mächtiger werdender Bauch. Und das war nicht das, wonach ich Sehnsucht verspürte. Ich hatte um 1980 - 1985 einen richtigen Hänger, konnte aber mit der Neuen deutschen Welle oder der damals aktuellen Rockmusik auch nichts anfangen. Das war Krach für mich, oder die NDW einfach idiotisch mit ihrem monotonen "da, da da."


    Irgendwann, an einem Sonntagvormittag, hörte ich aus dem TV eine disharmonische, laute, aber aufregende Musik. Es war die Salome, die mich überfuhr, wie eine Herde Hähne eine einsame Henne. Ich war plötzlich hin und weg und wußte auf einmal, das ist es!! Das brauchst Du. Ich begann mich mit Strauss zu befassen. Kaufte mir Biographien und CD´s mit den sinfonischen Dichtungen und war begeistert von der Alpensinfonie, aber auch von der Rosenkavalier-Suite, vom sehnsüchtig schmelzenden Klang beim Liebeswerben von Don Quichotte, ich lachte mit Till Eulenspiegel. Im Theater besuchte ich auf einmal Strauss-Opern, aber zunehmend Orchesterkonzerte. Was mir Bach oder Mozart nicht bescherten, nämlich den höchsten Genuß beim Anhören - ich nenne es das Abheben vom Sitzplatz, eine Art des "Über den Dingen Schwebens" - das brachte mir dann auch Mahler, Wagner, später Bruckner uva.. Mein Bauchgefühl springt oft dabei an, während ich leider leider bei Barockmusik das Gefühl lauwarmer Suppe nicht losbekomme. Ich kann es nicht ändern. Besonders bei Respighi merke ich den Unterschied. Seine römische Trilogie ist für mich besonders in den Pinien (mit seine Widersprüchen zwischen Vogelgezwitscher und Pomp beim Aufmarsch der Soldaten) einerseits und den 3 Suiten aus dem 16./17. Jahrhundert andererseits ein deutliches Beispiel. Ein und derselbe Komponist

    vermag mich in Extase zu versetzen oder zu langweilen.


    Verstehen kann ich es selbst nicht. Vielleicht will ich es auch nicht.


    Herzlichst La Roche

    Nur diese Zahlen durch Corona Stand 30.10.2020:


    Weltweit nachgewiesene Erkrankungen - 44.000.000

    Weltweit durch Corona Verstorbene - 1.171.255

    Zahlen von der WHO


    Deutschland nachgewiesene Erkrankungen - 500.000

    Deutschland durch Corona Verstorbene - 10.500

    Zahlen durch RKI, Tendenz nicht linear, sondern fast potentiell steigend. Frau Merkel hat sich vorige Woche ganz schön verrechnet mit ihrer Weihnachtsprognose.


    Angesichts dieser Tatsachen über Sinn oder Unsinn der beschlossenen Maßnahmen zu diskutieren oder Corona immer noch für eine Verschwörung zu halten, das ist einfach Dummheit und Negierung von Tatsachen. Ich hätte sogar weitergehende Maßnahmen befürwortet nach dem Spruch "Lieber ein Ende ohne Schrecken als ein Schrecken ohne Ende".

    Die Mehrzahl vernünftiger Bürger weltweit muß jetzt die Folgen einer Feier,- Sauf- und Spaßgesellschaft mittragen.

    Auch ich glaube nicht, daß die Vernunft siegen wird, zumal die Mehrheit der Kontaktbeschränkungen gar nicht kontrollierbar ist.

    Was angesichts der o.g. Zahlen irgendein für seine Meinung hoch bezahlter Angehöriger des WWF von sich geben zu müssen glaubt, das geht mir sowas vom am Hintern vorbei wie das Umfallen des berühmten Sackes mit Reis in China.


    La Roche

    Lieber greghauser 2002,


    zu den regelmäßigen Besuchern der Oper Chemnitz scheine nur ich gehört zu haben. Jedenfalls kann ich mich nicht entsinnen, daß irgendein Tamino über einen Besuch in Chemnitz berichtet hätte. In den Jahren nach der Wende bis ca. 2010 waren wir in fast jeder Opernpremiere, manche Vorstellung haben wir mehrmals gesehen, z.B. den damaligen wunderbaren Ring. Auch Loriot mit "Der Ring an einem Abend" haben wir erleben dürfen. Den neuen Ring würde ich auch mit Freikarten nicht besuchen.

    Seit etwa 15 Jahren hat uns das sog. Regietheater dermaßen enttäuscht, daß wir zuerst nur noch 3-4 mal im Jahr in das ca. 65 km entfernte Chemnitz gefahren sind, in den letzten Jahren max. 1-3 mal im Jahr.

    In all den Jahren ist uns der Name "Cosmin Ifrim" nicht untergekommen, ich finde ihn auch in keinem Programm. Regimentstochter in Chemnitz kenne ich nicht, Don Pasquale habe ich nicht gesehen. Er ist auch jetzt nicht unter den engagierten Künstlern vermerkt, auch nicht als Gast. Mefistofele stand auf unserer Liste, nachdem der Wunsch, diese dramatische und wunderbare Musik zu hören gegen das uns teilweise abstoßende Bühnenbild im Trailer gesiegt hatte. Leider kam Corona dazwischen.


    Herzlichst La Roche

    Als Teenager berauschte ich mich an der erotisierenden Stimme dieser schönen Frau.

    Lieber Siegfried,

    Du hattest den unschätzbaren Vorteil, bereits vor 1990 Platten oder Kassetten von Connie Francis kaufen zu können. Wir mußten uns mit dem schwankenden Empfangsbedingungen im Radio begnügen. Furchtbar.

    Gut, daß wir uns damals nicht kannten. Ich wäre schrecklich eifersüchtig geworden!!:no::hahahaha:



    Du magst ja Connie Francis und Du magst auch das Lied von Mina "Heißer Sand".

    Jetzt habe ich vielleicht eine Überraschung für Dich. Wußtest Du, daß auch die Connie dieses Lied gesungen hat?

    Natürlich, lieber Chrissy, kenne ich beide Interpretationen. So sehr ich Connie Francis auch mag, Mina ist in meinen Augen bei diesem Lied erotischer. Hoffentlich bekomme ich jetzt keinen Ärger wegen meetoo oder wie das heißt.


    Herzlichst La Roche

    Mein lieber Chrissy,


    diesen Beitrag habe ich leider jetzt erst entdeckt. Genau das ist unsere Frühstücksmusik. Im Hintergrund dudelt bei uns immer etwas, leise dezent, meistens deutsche Schlager. Connie Francis war auch bei mir die Nummer 1, auch Mina (Heißer Sand), Heidi Brühl, auch Peter Kraus, Freddy Quinn, Ted Herold uva. Ich hab ja selbst Saxophon und Schlagzeug gespielt, in unserer Studentenband. Da bleiben die Erinnerungen auch nach über 50 Jahren eingebrannt, und ich gebe gern zu, daß mir diese Musik immer noch etwas bedeutet. Wir haben diese Musik selbst gespielt (und bekamen Sorgen mit der 40% Regelung, wir mußten ja mind. 60 % DDR-Schlager spielen). Noten dazu hatten wir nicht, die Musik selbst hörten wir bei Radio Luxemburg auf der Mittelwelle 1400 oder im 79 m - Band auf KW. Camillo Felgen und dann Frank Elstner waren die Ansager. Mancher wird das noch wissen.

    Auch die Flippers waren schon in den 60-er und 70-er Jahren (noch mit 7 Mann Besetzung) eine tolle Band und liegt oft auf meinem Plattenteller. Schön, wenn man solche Erinnerungen teilen kann, besonders bei unseren alljährlichen Studententreffen, alldieweil einer meiner Studienfreunde in unserer Band Klavier spielte. Er sah damals (1962 bis 1967) noch sehr "kindisch" aus und hieß deshalb Sohni. Mit ihm habe ich immer ein besonders herzliches Wiedersehen, leider nicht in diesem Jahr. Es waren feuchtfröhliche Zeiten, unbeschwert. Man denkt daran "So schön, schön war die Zeit", das sang Freddy Quinn.


    Herzlichst La Roche

    Bei mir gibt es die Erfahrung auch im Freundeskreis, daß Musik sehr, sehr unterschiedlich bewertet wird.


    Ich habe Menschen, die ich Freunde nennen kann, denen Musik jeder Art ein Greuel ist. Sie können mir das nicht erklären. Ich habe auch Freunde, deren bevorzugte Musikstil sehr einseitig ist, darunter einen Juristen mit eigener Kanzlei, der Musik rechts und links von Elvis nicht hören kann oder will, höchstens noch Fats Domino. Klassik mag er überhaupt nicht, wie leider in meinem Freundeskreis (der größtenteils seit der Grund- oder Oberschulzeit besteht) kaum gemeinsames Interesse für Klassik jeder Art besteht. Manche (besonders Frauen) mögen Operetten, aber schon bei Zar und Zimmermann heben sie desinteressiert die Hände. Klassikanhänger sind eindeutig eine Randgruppe. Die Mehrzahl steht auf leichter Musik zwischen Rock mit all seinen Schattierungen, Schlager und volkstümlicher Musik.

    Unter meinen Studienfreunden, die ich leider aus territorialen Gründen nur einmal im Jahr treffe, gibt es Experten, die im Richard-Wagner-Verein Dresden aktiv sind, aber außer Wagner nicht aktiv sind. Einer meiner Freunde hat ein Abo im Dresdener Kulturhaus, aber der Grund besteht darin, seiner Frau einen Gefallen zu tun.

    Wir im Forum sollten uns darüber einig sein, daß nur wenige Mitbürger bereit sind, sich mit unseren Interessen zu befassen. Auch ich höre nicht nur Klassik, das ist stimmungsbedingt und erfordert Bereitschaft zum konzentrierten Hören. Als Hintergrundmusik ist Klassik mir ungeeignet, da brauche ich Musik ab Operette abwärts in der U-Skala.


    Warum das alles so ist, darüber mag es Untersuchungen geben. Die interessieren mich allerdings nicht.


    Herzlichst La Roche

    Meckern ist einfacher als jubeln. Also meckere ich erst einmal.


    Das Konzert hat mich nicht begeistert, überhaupt kein Funke übergesprungen. Gottschalk als Ansager im Goldanzug verkörperte bestenfalls Zirkusniveau. Die auswendig angesagten Texte beherrschte er, aber er als Klassikfan? Fehlbesetzung. Wenn er sagt, daß auch in Corona-Zeiten Beethoven wie Beethoven klingt, finde ich das deplaciert. Die Laudatoren fanden dagegen sehr oft die passenden Worte.


    Wie schon weiter oben bemerkt - Damrau und Kaufmann mögen gute Sänger sein, aber dem Publikum haben sie mit der Leharmelodie nur bedingt einen Gefallen getan. Sicher kann man Kaufmann mögen, aber mir sagt er in leichter Muse nicht zu, er ist eher ein "schwerer" Tenor. Und Damrau hat mir vor 10 Jahren im Dresdener Rigoletto besser gefallen.

    Marlis Petersen war exquisit, auch Elina Garanca. Anne-Sophie Mutter ist und bleibt nicht nur eine hervorragende Geigerin, ihre Optik ist zeitlos. Ich muß gestehen, daß mir auch die Klarinettistin gefallen hat. Und die Dirigentin.


    Als Anhänger von Wagner oder R. Strauss, von Bruckner oder Mahler war meine Musik natürlich unterrepräsentiert. Das hat wohl auch etwas zu tun mit dem situationsbedingt verkleinertem Orchester.


    Ich kann es kaum erwarten, daß diese Situation bald zu Ende geht. Meine Lieblingskomponisten nur über Konserven zu beziehen, das ist wie Essen aus der Dose.


    Die Einschätzung der Wertigkeit des Preises kann man unter der Überschrift "Das Elend mit dem Echo" in der FAZ finden. Ich versuche gar nicht, es hier einzustellen.


    Herzlichst La Roche

    Was an die siebzig Jahre alt ist, darf doch ruhig etwas "altbacken" sein. ;) In seiner Zeit war es das gewiss nicht. Ich finde den klaren, schnörkellosen und etwas antikisierenden Stil diesem Werk, das nun einmal kein szenischer Knaller ist, sehr angemessen.

    Lieber Rüdiger, da kann ich Dir völlig zustimmen.

    Die Meinungen dazu sind unterschiedlich, auch im Familienkreis. Meine Frau ist nicht von allem begeistert, was aus der Feder von Richard Strauss kommt. Ich konnte sie dennoch überreden, diese Verfilmung mit anzusehen. Sie fand es stinklangweilig, aber die Sänger toll. Ich war froh, dieses Video gefunden zu haben und habe es zwischenzeitlich mit wachsender Begeisterung schon zum dritten Mal gesehen. Nicht nur beide Tenöre sind extrem gut, auch der erste Auftritt von Gottlob Frick ist herrlich. Mir gefällt die Inszenierung auch, ich würde das heute noch ansehen, auf der Bühne. Dagegen gefällt mir die Wiener Inszenierung mit Johan Botha nicht so gut. Ich kann nicht sagen warum. Es muß irgendetwas im menschlichen Inneren existieren, was Äußerlichkeiten bewertet, außerhalb des rationalen Verstandes. Für diesbezügliche Forschungen würde ich mich zur Verfügung stellen:jubel:


    Herzlichst La Roche

    Der Dirigent Takashi Asahina spielte die Originalfassung (Hass ) und lässt wie Günter Wand den dämlichen Beckenschlag, Triangel und sowie die Pauke weg.

    Warum dämlich? Im Programmheft des Gewandhauskonzertes vom 16./17.10. 2014 in Leipzig unter Chailly steht, daß sich Artur Nikisch bei der Leipziger Uraufführung von Bruckners 7. (womit Bruckners künstlerischer Durchbruch erfolgte, was auch Bruckner selbst so sah) dem Notentext vollständig verpflichtet sah. Mit einer Ausnahme - dem einzigen (aber wirkungsvollen) Einsatz von Pauke, Triangel und Becken am dynamischen Höhepunkt des Adagio. Dieser Einsatz wurde höchstwahrscheinlich von Nikisch aufgeschrieben und an die Partitur geheftet. Bruckner habe diesen Vermerk mit sechs Fragezeichen versehen, diese Fragezeichen dann selbst wieder durchgestrichen und vermerkt "Gilt nicht". Es wird so interpretiert, als habe Bruckner diese Ergänzung nachträglich sanktioniert. Ich finde, der Effekt wertet dieses Adagio aller Adagios noch auf und ist keinesfalls "dämlich".


    Herzlichst La Roche


    PS - ich habe die 7. sicher 10x live gehört und noch öfter über TV oder Tonträger. Dabei finde ich, daß die Großartigkeit dieser Sinfonie und besonders des 2. Satzes ohne und mit Beckenschlag bestehen bleibt, der glänzende Klang des Beckens am Kulminationspunkt aber einen Höhepunkt darstellt.

    Wunderlich war ein ganz vorzüglicher Schlagersänger. Man hört heute noch, welchen Spaß er daran hatte.

    Er konnte eben alles singen. Bei ihm, aber auch bei vielen anderen Sängern der 60-er und 70-er Jahre fällt mir die ungemeine Textverständlichkeit auf. In den letzten Tagen habe ich mehrfach Volks,- Jagd- und Wiener Lieder gehört, besonders mit Gottlob Frick, Hermann Prey, Willi Schneider u.a. Jedes Wort ist verständlich. Einfach ein Vergnügen.

    Bei heutigen Sängern und noch mehr bei den Schauspielern kommt oft nur ein Einheitsbrei aus dem Mund.


    Herzlichst La Roche

    Von Enescu kenne ich bisher nur 3 Sinfonien, 3 Suiten und die beiden Rumänischen Rhapsodien. Man hat garnicht die Zeit und Muße, alles das kennenzulernen, was man gerne noch kennenlernen möchte.

    Lieber Gerhard,


    geht mir genauso. Nur habe ich nicht die Möglichkeit und den Willen wie etliche Taminos, dazu weite Anreisen und sogar noch Übernachtungen in Kauf zu nehmen. Wenn "Oedipe" nicht in Gera gespielt worden wäre, dann hätte ich diese Oper auch nicht gesehen. Die Inszenierung in Gera mit herrlichen Bühnenbildern und tollen Effekten hatte mich sogar veranlaßt, zweimal hinzugehen. Ich fand auch die Musik ausgesprochen dramatisch, und ich habe einen kleinen Hang zu melodisch grenzwertigen Tönen, wenn sie meine Schmerzgrenze nicht überschreiten.


    Herzlichst La Roche

    Gerade in Deutschland sehe ich eine hartnäckige Arroganz und Überheblichkeit dem Opernschaffen unserer östlichen Nachbarn gegenüber.

    Lieber Rüdiger,


    das trifft nicht nur auf Moniuszko zu, wobei ich zugeben muß, mangels Gelegenheiten noch nicht einmal die Halka gesehen zu haben.

    Sehr gerne würde ich auch mal Smetanas "Dalibor", "Libusa" oder "die Teufelswand" sehen, oder von Dvorak "Die Teufelskäthe" oder "der Jakobiner". Ich mag eigentlich dramatische Opern.

    Immerhin habe ich aber schon "Ero der Schelm" von Gotovac gesehen und vor allem "Oedipe" von Enescu. Besonders von letzterem war ich begeistert, was sicher auch an der phantastischen Inszenierung in Gera lag.


    Herzlichst La Roche

    Einen wunderschönen frühen Nachmittag gemacht. Gab Staub gewischt auf alten Platten und diese entdeckt:


    Hermann Prey Im Prater blüh`n wieder die Bäume


    eine alte Amiga LP. Gute Laune-Musik vom ersten bis zum letzten Lied, und ein bißchen auch Klassik. Dazu der Zauber einer wunderbaren Stimme und der herrliche Klang des Plattenspielers über meinen Bose.


    Herzlichst La Roche

    Als ich Diana Damrau in Dresden live als Gilda hörte, war ich restlos begeistert.. Sie hatte an diesem Abend Juan Diego Florez glatt in den Schatten gestellt.

    Seitdem habe ich sie nicht mehr gehört. Aber in meiner Erinnerung war sie in einer szenisch sehr gewöhnungsbedürftigen Aufführung ein Lichtstrahl. Mein Urteilsvermögen resultiert allerdings aus dem Bauchgefühl und orientiert sich nicht an empirischen Postulaten.


    La Roche

    Ich habe 10 Jahre russisch, 4 Jahre Latein und 2 Jahre englisch lernen müssen, in Schule und Uni. Ich habs gehaßt, es sind meine einzigen "Mangelhaft" in allen möglichen Zeugnissen.

    Deshalb mag ich auch jetzt noch deutsch gesungene Opern, auch wenn ich anerkenne, daß "La donna e moblie" schöner klingt als die deutsche Übersetzung. Aber auch italienisch ist und bleibt für mich eine Fremdsprache. Deutsch ist und bleibt meine Muttersprache.

    Warum erregt sich niemand, wenn Goldoni oder Shakespeare oder Tennessee Williams bei uns ausschließlich übersetzt auf die Bühne kommt?


    Herzlichst La Roche

    Aida auf Deutsch mit Rosvaenge, Hotter und Klose oder Traviata mit Cebotari und Schlusnus.

    Zu meinen Einsteigern in die Opernwelt in den 50-er Jahren gehörten ausschließlich Platten mit deutsch gesungenen Opern. Zum einen gab es in der DDR kaum Platten in Originalsprache, zumal die deutschsprachigen Sänger der damaligen Zeit keinen Vergleich zu scheuen brauchten, und zum anderen haben deutsch gesungene Texte das Handlungsverständnis für einen damals erst ca. 14-jährigen Opernneuling doch gewaltig gefördert. Auch jetzt mag ich selbst italienische Opern im deutschen Text, schätze es aber auch, die großen italienischen oder amerikanischen Sänger in Originalsprache zu hören. Es fordert aber Vorbereitung, wenn man eine italienische Oper zum ersten Male auf italienisch hört und die Handlung nicht kennt, z.B. "Freund Fritz" oder "Die Wally".


    Allerdings müßte ich Karajan dankbar dafür sein, in Wien italienische Opern vorwiegend auf italienisch singen zu lassen. Ich hätte sonst nie die Gelegenheit gehabt, Rosvaenge noch live erleben zu dürfen. Er hat sich ja geweigert, seine Paraderollen neu in einer fremden Sprache zu lernen und sang diese Rollen dann lieber auf deutsch auch in kleineren Häusern. Er war mit 60 noch stimmlich und körperlich voll auf der Höhe.


    Herzlichst La Roche

    Lieber Dreamhunter


    Habe mir gerade Herrn Camarena aus der Met als Tonio angesehen. Ich glaube, seine Mühelosigkeit und sein Timbre erinnern an den jungen Pavarotti, wenn er ihn nicht gar übertrifft. Camarena kann sich jederzeit mit Florez messen, dessen Qualität gerade in der Regimentstochter ich im TV erleben konnte und die mich auch besgeisterte!

    Die Wiener sind zu beneiden!!


    Herzlichst La Roche

    Der deutsche Schauspieler und Regisseur Michael Gwisdek ist tot.

    Ich bin sehr, sehr traurig. Er war auch im Film/TV einer meiner Lieblingsschauspieler. Seine schnoddrige, selbstbewußte Art machte ihn einzigartig. Unvergessen für mich ein Auftritt von ihm in einer Talkshow (Riverboot?) mit einem wackligen Zahn. Sein Humor war nicht nur bei diesem Auftritt tiefgründig. Er wird mir fehlen.


    La Roche