Beiträge von La Roche

    Lieber Chrissy,


    ich freue mich mit Dir, daß Du in Liberec wieder einen tollen Opernabend erleben konntest. Ich habe die Rezension gelesen, der Link geht auf. Ich muß Dir erst einmal sagen, daß Du keinesfalls stur auf einer originalgetreuen Inszenierung bestehst. Die Bilder zeigen in meinen Augen ein gemäßigtes Regietheater, aber Du kannst das besser beurteilen als ich, immerhin konntest Du diese Inszenierung zum 5. Male erleben und bist begeistert gewesen. Besonders freut mich, daß Deine Einschätzung der gesanglichen Leistungen bestätigt wurden, von einem sicher berufsmäßigen Theaterkritiker. Daumen hoch!!!

    Für die nächsten Tage muß ich mich abmelden, denn wir haben ab morgen unser 52. Treffen der Seminargruppe 6 des Diplomjahrgangs 1967. Ich freue mich schon sehr darauf, auf die alten Studentenlieder, über gemeinsame Erinnerungen und auf das viele Bier, welches aus alter Tradition auch in unserem hohen Alter noch fließen wird (wenn auch etwas weniger als vor 52 Jahren). Aber diesen Beitrag mußte ich noch loswerden.


    Herzlichst La Roche

    Ich brauchte vor Jahren lange Zeit bis ich rausfand, was an der Rheinoper sich hinter dem Titel "Der Doge von Venedig" versteckte - I due Foscari

    Lieber Souffleur,


    da ist Dir ein tolles Beispiel eingefallen. Ich hätte es auch nicht gewußt.

    Leider kenne ich Dein Geburtsjahr nicht. In meiner Opern-Anfangszeit (ab 1954) wurden im Radio Opernarien fast nur deutsch gesungen, die Opern wurden an allen Theatern nur auf deutsch gesungen. Das führte zu einer Identifikation mit einzelnen Titeln, die man dann im Opernhaus mitsummen konnte, sogar mit Text. Mir ist jetzt klar, daß vieles im Original besser klingt, Linien lassen sich besser singen, der Ausdruck wird stärker. Aber gerade beim Inhalt wird das Verständnis schwieriger. Viele Opern kennt man, auch wenn italienisch gesungen wird weiß man bei den meisten Verdiopern, wovon gerade gesungen wird. Die Übertitel lenken sehr ab. Ich hätte den Facchio in Chemnitz lieber in deutsch erlebt, denn man hatte die Qual der Wahl: entweder man nimmt den Kopf hoch und liest den Text mit, oder man schaut auf die Bühne und weiß nicht, was die gerade singen. Ich hab das letztere getan und mich von der Musik gefangen nehmen lassen.

    Ich stelle mir vor, wie es einem Spanier gehen mag, der Elektra auf deutsch hören muß, oder den Ring. Oper ist manchmal ganz schön verzwickt. Da hat es Shakespeare leichter, die deutschen Übersetzungen sind vorzüglich, und durch die fehlende Musik kommt das Original nicht in Schwieigkeiten. Leicht gesagt - aber wie versteht ein Russe oder Chinese denn dann einen deutschen Faust?


    Herzlichst La Roche

    aber die von dir eingestellten beiden Lieder empfinde ich viel eher als sentimental und rührselig (was auch seine Berechtigung haben kann) als sozialkritisch oder gar aufrüttelnd.

    gut, ein wenig sentimental sind sie. Dennoch sind die Gedanken, die er im Lied "und manchmal weinst Du..." schon ein wenig selbstkritisch und auch sozialkritisch:


    Tag für Tag nehm ich morgens den Hut
    und ich sage nur: Liebling, mach's gut.
    Nur ein flüchtiger Kuss und dann muss ich dich schon verlassen.
    Und ich frag': Lohnt der Preis sich dafür?
    Denn du hast kaum noch was von mir.
    Ich geh' fort und du siehst mir am Fenster nur traurig nach.

    [Refrain]
    Und manchmal weinst Du sicher ein paar Tränen.
    Du zeigst nicht was du fühlst, denn du willst dich zusammennehmen,
    dabei tut's dir weh.
    Und manchmal denkst du, dass ich es nicht sehe,
    dass ich dich nicht mehr brauch', nicht mehr liebe und nicht verstehe.
    Aber glaube mir: Ich gehör' nur dir.

    Alle Tage verbringst du daheim
    und Du bist mit den Kindern allein.
    Du erzählst ihnen: Arbeit muss sein und dass ich bald komme.
    Ich ruf' an und es ist schon nach acht.
    Sag den Kindern von mir "Gut' Nacht".
    Dann bringst du sie ins Bett und bist wieder mal ganz allein.

    [Refrain]

    Ich komm' heim und du stehst an der Tür
    und du willst endlich reden mit mir.
    Doch ich fall' nur noch müde ins Bett ohne viele Worte.
    Und ich hör' kaum noch hin, was du sagst
    und was Du für Probleme hast.
    Ich schlaf ein, aber du drehst dich um und liegst lang noch wach.


    Ich schätze Frauen sehr. Und das tut Peter Alexander auch. Ist das nicht auch ein bißchen Sozialkritik, dieser Text?

    La Roche


    Übrigens ist die Verwendung deutscher Titel in vielen Opernhäusern nichts ungewöhnliches. Ich habe unter diesem Titel z.B. erlebt:

    "Die Räuber" in Dessau, "Die Macht des Schicksal" in mehreren Opernhäusern, "Dialoge der Karmeliterinnen" in Gera, "Hoffmanns Erzählunegn" an div. Häusern, "Der Mantel" in Dresden, ebenso "Schwester Angelica", in Chemnitz steht momentan "Der Maskenball" auf dem Spielplan. Ich könnte fortsetzen.


    Bei Aida oder Rigoletto uva. ist die Wahl wesentlich einfacher.


    Herzlichst La Roche

    Wurde die Oper eigentlich auf Deutsch gesungen, das legt zumindest der von dir angeführte Titel Hamlet nahe. Denn Faccio als Italiener nannte sein Werk Amleto und das Libretto stammt ja von einem ganz bekannten Italiener, nämlich von Arrigo Boito

    Oranje hat schon die richtige Antwort gegeben. Die Oper Chemnitz wirbt in ihrem Trailer selbst mit der deutschen Übersetzung, also Hamlet. Beitrag 1 dieses Threads gibt darüber Auskunft. Auch das Theater selbst bezeichnet in seinem Spielplan die Oper als "Hamlet", die Kritik spricht größtenteils von "Hamlet". Und ich finde das auch richtig, denn unter einer Werbeüberschrift mit der Bezeichnung "Amleto" kann sich keiner etwas vorstellen. Unter "Hamlet" wird zumindest ein Bezug gegeben.

    Gesungen wurde angeblich italienisch, was ich nicht verstehe. Daher waren deutsche Übertitel richtig, was aber stark ablenkt.


    La Roche

    Ich jedenfalls werde keine Oper mehr besuchen, wenn ich nicht hundertprozentig sicher bin, dass sie nicht verunstaltet wurde.

    Lieber Gerhard, das mache ich seit vielen Jahren so. Ich habe meine Anrechte alle vor etwa 10 Jahren gekündigt und besuche nur noch Vorstellungen, bei denen ich anhand von Kritiken oder Trailern davon ausgehen kann, mich nicht ärgern zu müssen. Trotzdem fällt man manchmal noch in den Brunnen. Bin ich früher noch manche Woche 2-3 mal ins Theater gegangen, kommen jetzt nur noch höchstens 5-6 Besuche im Jahr heraus. Ich bedaure das sehr, aber warum sollte ich für Ärger auch noch bezahlen müssen.

    Dabei gehe ich so weit, angemessene Abweichungen z.B. bei der Kostümierung zu tolerieren, nur um wieder Theaterluft zu schnuppern. Als Beispiel nehme ich die halbszenische Aufführung des Rigoletto beim Open Air vor ca. 2 Jahren in Hannover (im TV gesehen). Dafür würde ich noch Geld ausgeben. Geärgert habe ich mich über meinen Besuch in Hoffmanns Erzählungen Weihnachten 2018 in Gera (ich hatte ausführlich berichtet). Seitdem bin ich noch vorsichtiger, besonders bei Besuchen im schönen Geraer Theater (siehe Avatar), mit welchem mich sehr, sehr angenehme Erinnerungen verbinden. Leider seit ca. 20 Jahren immer weniger.


    Herzlichst La Roche

    Geht mir genauso, lieber Fieso. Ich finde zu "Fanciulla" überhaupt keine Bindung, wie übrigens auch nicht zur "Rondine" und zu "Gianni Schicchi". Dagegen kann ich den "Mantel", die "Tosca" und die "Butterfly", auch die "Schwester Angelica" immer wieder hören. "Edgar" und "Villi" kenne ich leider nicht. "Boheme", "Lescaut" und "Turandot" sind sehr schöne Opern, gehören aber nicht (mehr) zu meinen Favoriten. Über Geschmäcker sollte man nicht streiten.


    Herzlichst La Roche

    Immer wieder ist es ein Grundsatz, der hier die Kacke zum Dampfen bringt: der persönliche Geschmack.

    Der eine bezeichnet Flecke (Kuddeln) als sein Lieblingsgericht, dem anderen wird schon beim bloßen Gedanken daran schlecht. Ebenso ist es mit Fleisch/Fleischprodukten und veganer Ernährung (brrrrrhhhhh).

    Einer mag die Berge, der andere will nur an die See.

    Mancher mag Sonne und Sommer, andere wieder Kälte und Schnee.

    Einer mag die betenden Hände von Dürer, der andere mag lieber Guernica.

    Und der eine mag eben Opern so, wie Komponist und Librettist sie geschrieben und in ihren Regieanweisungen als Vorgabe gemacht haben. Für sie ist das ein Dogma. Mancher andere möchte den Originaltext in eine andere Zeit verlegt haben, um neue Erkenntnisse zu gewinnen. Für sie ist das Original verhandelbar.


    Gönnen wir doch jedem seine Auffassung. Wenn Leute den Züricher Idomeneo gut finden, sollen sie hingehen und können das sicher auch begründen, warum es ihnen gefällt. Wenn Leute das gesehen haben und es ihren Zuspruch nicht gefunden hat, dann können diese Leute ihren Unwillen auch ausdrücken dürfen, genau wie Figarooooo das getan hat. Er hat das Recht dazu, seine Meinung zu äußern. Genauso hat jeder das Recht, zu dieser Inszenierung anders zu stehen. Das trifft nicht nur auf diesen Idomeneo zu.

    Nur unter einen Hut bringen lassen sich solch gegenteilige Auffassungen nicht. Im Gegenteil, oft (wie in der Politik!!) führen sie zu Gegenreaktionen, auch aus Trotz. Damit muß man leben. Beide Seiten. Aber man sollte es zumindest akzeptieren, daß auch andere Auffassungen möglich sind. Auch auf beiden Seiten. Darüber kann man streiten, ja man soll und muß es sogar.


    Herzlichst La Roche

    Dürfte ich mal um die Nennung einiger Titel von Peter Alexander bitten, die "sozialkritisch und aufrüttelnd" sind? Vielleicht verstehe ich ja dann, wie der in diese Reihe passen soll...

    Wie wärs denn damit:

    Unter den Künstlern der "Unterhaltungsmusik" für mich nicht nur einer mit besonderem Charme, sondern auch einer der sein Fach versteht.

    La Roche

    Ja, das kann ich entscheiden.

    Nana, ist das nicht sehr hochtrabend? Du kannst entscheiden, welche Kritik Du gut findest. Du kannst entscheiden, ob eine Kritik Deine Erlebnisse widerspiegelt, wozu allerdings Dein Besuch der Vorstellung (möglichst der gleichen mit der gleichen Besetzung, die der Rezensent gesehen hat) Voraussetzung ist.


    Du kannst aber nicht entscheiden, ob eine Kritik von allen Lesern für gut empfunden wird.


    Allerdings kann jeder Leser einer Kritik eine Entscheidung treffen, ob ein Besuch der rezensierten Veranstaltung für ihn einen Gewinn oder nur einen finanziellen Verlust

    darstellt.


    Herzlichst La Roche

    "Was für eine verquirlte Ka**e!

    Das ist natürlich etwas völlig anderes und viel besser, überhaupt nicht zu vergleichen! ":rolleyes:


    Ja, Herr Stimmenliebhaber, das ist ein Unterschied! Wenn die Kacke am Dampfen ist, dann ist das im allgemeinen Sprachgebrauch nicht anrüchig. Aber alles was mit

    Sch...e beschrieben wird, ist Fäkalsprache.


    Aber ich will mit Dir jetzt nicht streiten, auch wenn Du mit der Bemerkung "Mailfreundschaftsgruppe" schon wieder den Fehdehandschuh geworfen hast.


    La Roche

    denn auch ich ärgere mich jedes Mal über die niveaulosen "Kritiken" des Herrn Figaroo

    Hallo, Bertarido,


    sehr gut, daß Du entscheiden kannst, welche Kritik niveaulos und welche niveauvoll ist. Glücklicherweise ist Dein Beitrag keine Zensur.

    Allerdings verstehe ich nicht, warum ein 15 Monate alter Beitrag auf einmal wieder ins Rampenlicht gerückt wird. Ich fands nicht notwendig, daß sich hier ein Neumitglied auf Stammtischniveau begibt und dann über das Niveau meckert.


    La Roche

    Sehe ich das richtig, dass nur ein einziger von einem ganzen Dutzend erregten Forum-Mitgliedern diese Inszenierung überhaupt gesehen hat

    Sehe ich das so, daß Du diese Inszenierung kennst? Dann steht es Dir zu, Deine Meinung dazu hier zu bringen. Kennst Du sie nicht, bewegst Du Dich auf dem gleichen Niveau wie alle anderen, die nicht drin waren. Ich gebe Dir aber recht, daß man eine Inszenierung nur dann kritisch zerlegen sollte, wenn man sie selbst gesehen hat.

    Figaroooo hat den Idomeneo gesehen, und seine Kritik zeugt davon, daß er das Stück gut kennt.

    Wer sich allerdings Karten für Idomeneo kauft, um "an der Züricher Oper einen netten Abend" (Originalton Figarrooo in #1) zu verbringen, sollte es beim nächsten mal vielleicht mit etwas Seichtem im Bernhard Theater versuchen.

    Das verstehe ich nicht. Entscheidest Du, was nett ist und was nicht und was Figarooo (dessen Beiträge viel zu selten sind!!!!) anzusehen hat, um zufrieden ein Theater zu verlassen?

    Auch wenn mir persönlich die letzte "Forza del Destino" weder optisch noch inhaltlich noch musikalisch gefallen hat (war echt Sch...e!)

    Auch Du hast also schon Inszenierungen gesehen, die Du Sch...e fandest. Nur ärgerst Du Dich nicht darüber. Nicht jedem ist es gegeben, sich Sch... anzusehen und das dann auch noch schön zu finden. Übrigens hat Figaroooo diesen angedeuteten Fäkalbegriff nicht verwendet.


    La Roche

    Mir unbegreiflich, wie er derart in Vergessenheit geraten konnte.


    Ist das wirklich so, lieber Otello50? Diesen oder ähnliche Ausrufe vernehme ich bei Tamino oft. Und ich frage mich, wie das wohl zu verstehen ist. Was also späche dafür, dass Seider vergessen ist? Seine Aufnahmen - nicht sehr viele, aber auch nicht sehr wenige - waren stets greifbar.

    Lieber Otello50,

    mir geht es wie Dir. Ich habe diesen Namen und diese prächtige Stimme bisher nicht gekannt. In keiner der vielen Radiosendungen ab den 50-er Jahren ist mir dieser Name jemals aufgefallen. Und wenn ich den Namen erst jatzt dank Tamino erstmalig hörte, kann man wohl davon sprechen, daß er nicht jedem bekannt war. Mit Dir sind wir schon zu zweit.

    Lieber Rüdiger,

    auch wenn Seider etliche Aufnahmen hinterlassen hat, ich habe auch beim Stöbern in Plattenläden den Namen nie finden können. Erst gestern habe ich mir auf youtube diese wirklich prachtvolle Stimme angehört und war sehr, sehr angetan. Hier einmal der Fenton, wobeim Anhören klar wird, daß Seider nicht nur im Wagnerfach vorzüglich war, sondern durchaus auch lyrisch sein konnte:



    Ich glaube, daß es noch viele Sänger gibt, die in der breiten Masse selbst bei Tamino einen nur geringen Bekanntheitsgrad haben und es verdient hätten, daß hier an sie erinnert würde. Natürlich meine ich auch Sängerinnen. Vielleicht kann sich jemand dessen annehmen, wobei es schwer ist, eine Grenze zu ziehen. Es mag ja viele Sänger geben, die für einige zu den größten gehören, aber andere überhaupt nicht kennen, da sie im Plattenladen nicht mehr präsent sind.


    Herzlichst La Roche

    Eigentlich ist darüber ein Streit gar nicht möglich.


    Die Pianohörer teile ich in drei Gruppen:


    - Hörer auschließlich von Sololiteratur. Das ist für mich eine besondere Spezies, die mit Partitur vergleichen, was der Pianist ihrer Meinung nach richtig spielt oder falsch. Ihr Anteil in der Masse der Konzertfreunde ist gering, man kann das deutlich an den Besucherzahlen sehen. Selbst im Gewandhaus finden Solokonzerte im kleinen Mendelsohn-Saal statt und nicht immer ist er voll. Ausnahme z.B. wenn Lang Lang auftritt, da ist der große Saal rappelvoll. Sehr zum Leidwesen der Experten.

    - Hörer, die bevorzugt Klavierkonzerte mögen. Das ist schon eine breiter aufgestellte Mannschaft. Auch hier mag es Experten geben, aber ihr prozentualer Anteil an der Masse der Konzertbesucher wird geringer werden. Der Masse ist es oft egal, wie der Pianist ein Werk auffaßt. Spezialisten sehen das sicher anders.

    - Hörer, denen Spezialkenntnisse völlig abgehen, die aber dennoch Klaviermusik hören und auf ihr Gefühl hören. Das dürfte der größte Anteil sein.


    Ich würde in jedes Konzert von Buniatishvili gehen, wenn sie in meinem Einzugsbereich auftritt. Und ich maße mir nicht an, sie mit anderen lebenden oder nicht mehr unter uns weilenden Pianisten zu vergleichen. Ich höre aber Tschaikowski 1 mit Swjatoslaww Richter und Karajan besonders gern. Ich bin kein Experte, höre aber besonders Klavierkonzerte sehr gerne.


    Herzlichst La Roche

    Ich ärgere mich. Diese Oper war vor ca. 20 Jahren in Gera auf dem Spielplan. Uns hat es gar nicht gefallen, was wohl auch an der Inszenierung gelegen haben mag. Aber auch die Musik war nicht nach unserem Geschmack, damals. Wir sind kulturbanausenhaft in der Pause gegangen und haben im benachbarten Lokal Birkenstube unseren Hunger gestillt. Als das Stück zu Ende war, kamen Theaterbesucher, die ausgehalten hatten und sie waren ganz begeistert vom Schluß. Das war unser erster Ärger, denn in der Pause zu gehen ist nicht unsere Art (in meinem ganzen Leben erst 4 mal passiert, davon einmal als Schüler im Schauspiel "Irkutsker Geschichten."). Wir sind nochmals rein, und fanden den Teil nach der Pause plötzlich auch rauschhaft, bedrückend, grausam, aufregend. Jetzt finden wir die Oper auch sehr sehens- und hörenswert.

    Jedes Mal, wenn im letzten Bild ein Fallbeil fällt, ertönt im Orchester ein starkes Geräusch, wie wenn man mit einem harten Gegenstand auf einen Holzblock schlägt. Bei allen Aufführungen war das Geräusch genau das gleiche, also muss es der Komponist vorgeschrieben haben. Aber was ist es?

    Hallo, Doktor,

    mir war das nicht aufgefallen, ist aber schon lange her. Aber den Schlag mit einem Riesenhammer auf einen Holzblock gibt es ja auch bei Mahler, im 4. Satz seiner 6. Sinfonie. Und da gleich 2 mal (ursprünglich hatte er den Hammerschlag als Andeutung von Schicksalsschlägen sogar 3 mal eingebracht). Vielleicht kommt ein solcher Schlag auch bei Poulenc vor?


    Herzlichst La Roche

    Ich habe wenige solcher "Riesenkisten", aber einige erfreuen sich bei mir doch hoher Beliebtheit. Als Mahler- und Brucknerfan sind es diese:

    Die Symphonien, Orchesterlieder (Eloquence)


    Diese nicht nur wegen einer für mich guten Qualität, sondern aus alter Anhänglichkeit an Sinopoli, dem ich unvergessene Stunden in Dresden verdanke. Und diese


    Bruckner: Sinfonien 1-9 (Karajan Sinfonien-Edition)


    wegen Karajan und den Berlinern. Ich bin zufrieden damit.

    Ansonsten habe ich noch rund 10 Sängerboxen. Aber keine einzige Operngesamtaufnahme auf CD, nur auf DVD. Allerdings Schallplattengesamtaufnahmen vom Rigoletto (Rosvaenge, Berger, Schlusnus), Bajazzo (Metternich, Cordes, Schock, Muszely) und Trovatore (Melodiaplatten, mit Björling, Milanowa).


    Herzlichst La Roche

    Ich werde das Forum nicht verlassen,

    Hurra, ich freue mich!!


    Welcher sogenannten "Mailfreundschaftsgruppe" sollte ich wohl angehören? Ich höre zum ersten Mal von der Existenz einer solchen!

    Lieber nemorino , liebe Taminos,


    Ich möchte ein paar Worte zu der vom User "Stimmenliebhaber" genannten Mailfreundschaftsgruppe sagen.


    in den Jahren meiner Zugehörigkeit zum Forum habe ich einige sehr nette Menschen aus diesem Kreis persönlich kennenlernen dürfen. Und da ist es für uns normal, daß man Mailadressen austauscht, sich ab und zu schreibt oder auch anruft. Nach und nach sind durch das Verteilerprinzip etwa 8-10 Menschen miteinander bekannt, die alle unterschiedliche Fragen und Probleme haben. Manchmal reden wir im Verteiler miteinander, gratuliert sich zu persönlichen Gedenktagen wie Geburtstag u.a., redet übers Wetter, über Sport, besonders Fußball, über Opern im TV oder auf youtube, über politische Probleme auf der ganzen Welt, und das hat sich so weit entwickelt, daß wir auch über persönliche Probleme reden, über beruflichen Werdegang, über das Wohnen, über die Familie, neuerdings sogar über Krankheiten und persönliche Probleme usw. Also Probleme, über die Freunde reden, wenn sie sich treffen. Nur hindert uns die Entfernung daran, uns beim Bier oder Wein zu unterhalten. Oft reden wir längere Zeit gar nicht miteinander, weil es keinen Anlaß gibt.

    Ihr könnt mir glauben, daß dabei der User "Stimmenliebhaber" eine unbedeutende Rolle spielt. Aber seine Unterstellung, uns als "Mafia" zu bezeichnen, also als eine kriminelle Vereinigung unterstellt, zeigt seine Meinung. Nicht er ist schuld an vielen Streitereien (wobei mancher, auch ich, bereitwillig anspringen), nein, es sind die anderen unter Führung der "Mafia". Er wird niemals anders werden, man braucht nur den unten zitierten Satz zu lesen.


    Inhaltlich ist meine Meinung zu deiner Meinung (falls tatsächlich Gerhart Hauptmann gemeint sein sollte): Nicht alles, was ein kluger Mann sagt, muss automatisch klug sein...

    Herzlichst La Roche

    Lieber Alfred,


    Deine Entscheidung ist schwer, sehr sehr schwer. Die Fachkompetenz des Stimmenliebhabers hat sicherlich das Forum bereichert, aber ich weiß auch, daß einige Taminos im Forum kaum noch schreiben, weil sie die unerträgliche Arroganz und Rechthaberei des Genannten nicht mehr ertragen können. Als einer der wenigen hier im Forum greift er zum Mittel der persönlichen Verunglimpfung und Verhöhnung, bis hin zu persönlichen Beleidigungen. Er kann dann das Echo der Angegriffenen nicht ertragen, er kämpft um das letzte Wort.


    Ein Wort noch an nemorino. Ich bedaure Deine Entscheidung zutiefst. Deine Beiträge haben das Forum ungemein bereichert, ich habe sie gerne gelesen, oft sogar erwartet und habe gerne mit Dir diskutiert. Ich hätte das sehr gerne weiter gemacht, aber ich kann auch verstehen, daß für Dich mancher Beitrag unerträglich war. Auch ich habe schon mit dem Gedanken gespielt, das Forum zu verlassen, weil man dann ruhiger leben könnte. Letztendlich glaubte ich aber, daß mir dann etwas fehlen würde. Ich denke, das wird Dir genauso gehen.


    Lieber Alfred, ich bin sicher, Du wirst eine salomonische Entscheidung im Interesse des Forumfriedens treffen, wobei gegensätzliche Meinungen nicht nur möglich, sondern sogar wünschenswert sind. Aber sachlich sollten sie bleiben, und das war mitunter schwer möglich.


    Und einen langen Bestand des Tamino-Klassikforums wünsche ich Dir und uns allen auch. Es ist für uns mehr als nur Freizeitgestaltung!


    Herzlichst La Roche

    Du hättest sie nur hören müssen und dann durchaus eigene Eindrücke zu einem Austausch über die junge Sopranistin beitragen können.

    Es geht aber nichts über den Liveeindruck! Die beste Aufnahme steckt oft voller technischer Finessen, wodurch auch ein weniger guter Sänger /in beeinrucken kann.

    Herzlichst La Roche

    Lieber Rüdiger,


    ich gebe Dir ja recht, der Text und die Musik passen zusammen. In der Oper gibt es eigentlich auf der Bühne kein Blut, nur der Text ist teilweise brutal. Deine Formulierung wunderbar gräßlich trifft es genau. Die ganze Oper ist nichts für zarte Gemüter, wer dahin geht, muß wissen, worauf er sich einläßt. Er könnte sonst schockiert werden. Mein erster Besuch dieser Oper war allerdings nicht schockierend, ich habe gefiebert, die orchestralen wuchtigen Zwischenspiele genossen genau wie die Erkennungsszene, die wirklich von Haß und Rachegedanken besessenen Auftritte der Elektra ebenso wie das besänftigende der Chrysothermis sowie das zerrissenene, aber leicht tragische und vielleicht auch verzweifelte im Wesen der Gattenmörderin.

    Allerdings war ich vorher schon salomeaffin, da fiel mir die Elektra leichter.

    Herzlichst La Roche


    PS Hier geht es aber um den Schlaf in der Musik, das sollten wir hier nicht ausdehnen. Schlafmusik ist die Elektra nicht.

    Ich danke dir für deinen Beitrag. Ich hab mir den zweistündigen Film der Oper Elektra op. 58 von Richard Strauss (1864-1949) und seinem bevorzugten Librettisten Hugo von Hofmannsthal (1874-1929) angeschaut.

    Habe ich auch, liegt oft auf meinem Teller. Eine wahnsinnige Oper. Entwerder man mag sie, dann kann man süchtig werden, oder man mag sie nicht, dann schaut man da nie wieder hin. Habe gestern mal im Textbuch gelesen, der Text ist so gut, daß er auch ohne Musik aufführungsreif wäre. Aber mit der Musik kommt der zweite Faktor hinzu, und die Sänger exponieren das Ganze. Live habe ich die Oper bisher 8x in verschiedenen Inszenierungen gesehen. Am besten gefallen hatte mir Dresden mit Gabriele Schnaut als Elektra, trotz eines etwas gewöhnugsbedürftigem Bühnenbild (eine Art 5m-Sprungturm) Aber die Musik........


    Herzlichst La Roche

    Der Bezug sei indirekt, schreibst du. Die "schweren Träume" haben im Gedicht eine wichtige Funktion.

    Und da paßt wie die Faust aufs Auge die Klage der Klytemnestra aus der Elektra:


    Code
    1. Was ist denn ein Hauch! und doch kriecht zwischen Tag und Nacht, wenn ich mit offnen Augen lieg', ein Etwas hin über mich, es ist kein Wort, es ist kein Schmerz, es drückt mich nicht, es würgt mich nicht, nichts ist es, nicht einmal ein Alp, und dennoch es ist so fürchterlich, dass meine Seele sich wünscht, erhängt zu sein, und jedes Glied in mir schreit nach dem Tod, und dabei leb' ich und bin nicht einmal krank; du siehst mich doch: seh' ich wie eine Kranke? Kann man denn vergehn, lebend, wie ein faules Aas? kann man zerfallen, wenn man garnicht krank ist? zerfallen wachen Sinnes, wie ein Kleid, zerfressen von den Motten? Und dann schlaf' ich und träume, träume! dass sich mir das Mark in den Knochen löst, und taumle wieder auf, und nicht der zehnte Teil der Wasseruhr ist abgelaufen, und was unter'm Vorhang hereingrinst, ist noch nicht der fahle Morgen, nein, immer noch die Fackel vor der Tür, die grässlich zuckt wie ein Lebendiges und meinen Schlaf belauert. Diese Träume müssen ein Ende haben. Wer sie immer schickt: ein jeder Dämon lässt von uns, sobald das rechte Blut geflossen ist.

    Dieser gräßliche Text von Hofmannsthal schildert die Träume einer Mörderin. Die furchtbare Musik dazu läßt auch dem Hörer das Blut fast gefrieren, das Gespräch Elektra mit ihrer Mutter ist mehr als ein indirekter Bezug, er läßt die Vergangenheit lebendig erscheinen.


    Herzlichst La Roche

    Wenn ich aber sehen muss, dass ich mit dieser Euphorie niemanden erreiche oder anstecken kann, dann bin ich wieder entmutigt, oft richtig deprimiert! Dass etwa auf die Vorstellung einer Sopranistin von der Qualität der Jodie Devos nur ein einziges Mitglied des Forums reagiert hat, kann ich nicht als Ermutigung werten, den ganzen Thread umzustrukturieren.

    Lieber Caruso,

    Du solltest da nicht entmutigt werden. Es ist nunmal leider so, daß diese neuen Talente erstmal nur von wenigen auf der Bühne zu erleben sind. Nicht jeder fährt um die halbe Welt, um neue Stimmen zu erleben. Viele von uns haben einen engen Umkreis um ihren Wohnort, und wenn da eines der Talente nicht zu erleben ist, dann kann er sich eben nicht melden und seine subjektiven Eindrücke schildern.

    Dazu kommt, daß viele der vorgestellten Talente dem größten Teil der Taminomitglieder wenig oder nichts sagen und ihr Schweigen oft darauf beruht, daß sie einen Sänger gehört haben an einem kleinen oder mittleren Theater, aber gar nicht wissen, daß er hier schon erwähnt wurde. Die Leute, die im Ruhrgebiet oder im Raum Frankfurt, in Berlin oder rund um München ins Theater gehen haben nicht nur bei der Auswahl der Inszenierungen, sondern auch der Sänger eindeutig Vorteile!

    Mit z.B. sagt der Name Jodie Devos u.a. "Talente" gar nichts, zumal ich auch keine Opernzeitschriften mehr lese.


    Herzlichst La Roche

    Deren Leidenschaft und Liebe, Tragik und Tod klingt aus dem Orchester.

    Wenn jemand das Europakonzert der Berliner Philharmoniker vom 01.05.2019 aus Paris gesehen hat, dann wurde er u.a. mit Musik aus der dramatischen Sinfonie (so kündigte es die Moderatorin an) Romeo und Julia von Berlioz erfreut. Es erklang das Liebesduett des berühmten Paares, rein instrumental, von betörender Zartheit mit wundervollen Streichern und Solopassagen besonders der Oboe , aber auch des Horns. Eine wundervolle Musik, die ich erstmals hörte. Es bestand einfach bisher keine Gelegenheit. Ich beneide den Souffleur darum, die komplette Musik hören zu können. Ich werde wohl im Internet suchen müssen.

    Übrigens hatte das Konzert auch die Faun-Musik sowie die Pelleas und Melisande-Suite von Debussy und das Vorspiel zu den Troyanern auf dem Programm. Dazu den Karfreitagszauber und Wotans Abschied und Feuerzauber (mit Terfel), wobei ich letzteres etwas deplaziert fand. Das Konzert müßte auf der ARD noch in der Mediathek sein. Dirigiert hatte Daniel Harding. Ich fand es ein sehr gelungenes Konzert, mit Tücken im Klang infolge des hohen Nachhalls im Musee d`Orsay sowie einigen akustischen Störungen.


    Herzlichst La Roche