Beiträge von La Roche

    Werde ich mir auch anschauen, obwohl ich damals lange gebraucht hab, um mich mit Picard und der Crew anzufreunden.

    Geht mir auch so. Wer mit Captn. Kirk, Mister Spok und Pille großgeworden ist, wurde der Umstieg schwer gemacht. Ich verstehe aber jeden, der das andersrum sieht.


    Herzlichst La Roche

    Da möchte ich mich anschließen und eines der eindrücklichsten Chansons vorstellen, ein Chanson für den Frieden, hier gesungen von Gerry Wolff, einem der führenden DDR-Schauspieler und Chansonisten.



    Herzlichst La Roche

    Lieber moderato,


    natürlich wußte ich, daß der von mir beschriebene "Traum" nicht so recht in die Thematik paßt. Hier wird ja nichts reelles und nicht nachts geträumt, sondern mit offenen Augen. Trotzdem ist diese Szene berührend, auch ohne Musik, und ich freue mich, daß sie auch Dich umgarnt und gefangen hält. Der ganze Text dieser Oper ist stellenweise als Mittelding zwischen Lyrik und Prosa lesbar, ganz einfach in der Suche zu finden unter Libretto die schweigsame Frau.

    Der alte Morosus meckert und gnazt rum wie ein Bereserker, ihm ist nichts recht, er wird sogar fast zotig. Liest sich gut.

    Überhaupt sind die Texte der Strauss-Opern lesbar. Das ist im Intermezzo so, im Auftritt meines Namensgebers in Capriccio könnte mancher Theaterdirektor und (fast) jeder Kritiker und auch in der Verständlichkeit der Aussage mancher der heutigen Philosophen etwas lernen, den Rosenkavalier erwähnte ich schon, die Ariadne ist voll von Weisheiten und selbst die Arabella verbreitet Wohlbehaben und Wunschgedanken (jetzt mit satirischem Inhalt) wenn Arabella ihrem Angebeteten ansingt "und Du sollst mein Gebieter sein und ich Dir untertan, Dein Haus wird mein Haus....." Das Machobild glänzt auf der Treppe, wie aus längst vergangenen Tagen. Selbst in der Salome und in der Elektra gibt es wunderbare Textpassagen, die in der Opernwelt ihresgleichen suchen und die Richard Strauss zu mehr machen als dem Vertoner von Librettos, denn er hat jedesmal aktiv mitgewirkt.


    Nun genug der Abweichungen. Auf eine einsame Insel gehört bei mir eigentlcih jede Straussoper ins Gepäck, aber mit Libretto. Ich habe lange gebraucht, um das zu begreifen. Verstehen ist dann das nächste Kapitel. Und die Musik muß man erst lieben lernen, was mancher nie schaffen wird, wenn er es nicht will.


    Herzlichst La Roche

    Es muß nicht immer die Musik sein, die in der Oper träumen läßt. Manchmal ist es auch der Text. Eine der tiefsinnigsten Opern die ich kenne ist "Die schweigsame Frau" von Richard Strauss.


    Der Barbier, der dem pensionierten, ruhesuchenden ehemaligen Admiral Sir Morosus täglich das Haar richtet, bedauert dessen selbstgewählte Einsamkeit:


    Es wird Abend, der Ofen friert kalt, Man fühlt sich verlassen, man fühlt sich uralt. -

    Es wird traurig und schaurig, wird so furchtbar stumm, als sässe der Tod in der Stube herum.

    Da tritt sie herein, ein Stück lebendiger Sonnenschein,

    Bringt Wärme und Blüte, bringt Güte und Licht mit hilfreichen Händen, mit frohem Gesicht, und alles Grauen ist fortgetan.

    Man hält sich die Hände, man blickt sich an, man plaudert, man schweigt, man lächelt sich zu,

    Man spricht sich, man scherzt sich und träumt sich zur Ruh. -
    Wär das nicht schön?


    Sir Morosus, sonst immer mißgelaunt, meckert über alles, was laut ist, wird da plötzlich nachdenklich und sehr, sehr menschlich:


    MOROSUS plötzlich nachdenklich werdend. Ganz träumerisch vor sich hin


    Ja, das wär schön! Nicht so bang, - nicht so leer, -- nicht so sterbensallein jeden Tag, jede Nacht mit sich selber zu sein.

    Kein Sohn, kein Erbe, kein Neffe, kein Freund, kein Mensch auf der Welt, der es herzlich meint.
    ja, das wär schön! -

    Irgendwen zu wissen, für den man da ist, der einem gut, - der einem nah' ist,

    Mit dem man atmet, mit dem man denkt. Wenn einem die Angst in die Kehle drängt.

    Irgendwen, für den man lebt und dem man stirbt, und dass einer da ist, wenn man erkaltet,

    Der einem die Augen zudrückt und die Hände faltet, ja, das wär schön. -


    Nach dem Tod seines Lieblingslibrettisten Hugo von Hofmannthal glaubte Strauss an das Ende seiner Karriere als Opernkomponist. Er fand aber in Stefan Zweig einen mehr als gleichwertigen Ersatz. Beim Lesen dieses Textes kann man die gleiche Gedankentiefe sehen,

    die die Marschallin im Rosenkavalier 1. Akt vor dem Altern schaudern läßt. Menschliche Gefühle wie in wenigen Opern!!



    Und dann noch Kurt Böhme in einer seiner besten Rollen!! Ich hatte den Glücksfall, diese Oper in Chemnitz in einer zauberhaften klassischen Inszenierung zu sehen, die mir so gefallen hat, daß ich sie innerhalb weniger Wochen zweimal gesehen habe, damals (2012) mit Franz Hawlata, Julia Bauer, Bernhard Berchthold und Andreas Kindschuh als Barbier. Das alles unter dem vorzüglichen Dirigat von Frank Beermann. So etwas noch einmal zu sehen ..... ja das wär schön!


    Herzlichst La Roche

    In Oberon von Carl Maria von Weber träumt man oft. Gleich im 1. Akt läßt Oberon den Ritter Hüon träumen von der Kalifentochter Rezia. Und im 3. Akt singt die Sklavin Fatima das Lied "Arabien, mein Heimatland", wo sie die Sehnsucht nach der Heimat in Worte faßt. Hier singt Gisela Litz:

    Und zur Ergänzung der Text:


    FATIME


    Arabien, mein Heimatland, Du Land, so teuer mir!
    Ist's doch, als flög ich übers Meer, wär' wiederum in dir.

    Und säh' dort meines Vaters Zelt dicht unterm Dattelbaum;
    Und der Klang der Töne der Fröhlichkeit erschallt mir wie ein Traum.


    Da hört' ich bei leisem Zitherschlag ein Mädchen singen einmal,

    Von Zenab, die dem Serdar entfloh mit dem Jüngling ihrer Wahl.


    Leider viel zu selten zu sehen, diese herrliche Märcheoper wie aus 1001 Nacht!


    Herzlichst La Roche

    Beim Blättern im Internet bin ich auf die eingestellte Arie des Raoul aus der Oper "Die Hugenotten" von Giacomo Meyerbeer gestoßen. Helge Rosvaenge singt in einer Aufnahme aus dem Jahr 1932 die Arie "Ich ging spazieren.... schön wie ein Traum". Ungeachtet aller Verächter von Übetragungen ins Deutsche und aller Vorbehalte gegenüber Rosvaenges Manierlichkeiten in der Stimme finde ich diese Interprtation meisterhaft, so viel Gefühl, so viel Zartheit und trotzdem Höhenglanz ohne Kopfstimme hätte ich meinem deutschsprachigen Lieblingsmanrico und -Andre Chenier nicht zugetraut. Man bedenke trotz der technischen Aufarbeitung, daß diese Aufnahme fast 90 Jahre alt ist!! (Die Traumstelle begint nach 1:30 min).



    Herzlichst La Roche

    Ob es einen Film mit ihm im Rigoletto gibt, weiß ich nicht.

    Lieber Chrissy,


    das war keine Opernverfilmung im herkömmlichen Sinne, es war von Schauspielern gespielt, Dialoge wurden viel gesprochen. Als Schauspieler wirkten z.B. Aldo Silvani, Garard Landry und Janet Vidor mit. Einige Nummern wurden gesungen, und man hörte die Stimmen von del Monaco und dem für mich besten Rigoletto, nämlich Tito Gobbi. Es muß um 1956/57 gewesen sein. Es ist dieser Film:

    Rigoletto e la sua tragedia [UK Import]


    Später sah ich dann auch im Kino den Film mit Pavarotti, Wixell und der blutjungen Editha Gruberova. Jetzt habe ich ca. 6 verschiedene Rigolettos auf DVD im Schrank und Dutzende in den Medien gesehen.

    Um auf die Thread zurückzukommen: in den Verfilmungen bevorzuge ich trotz seiner Unbeweglichkeit Pavarotti und auch Domingo besonders, sie haben das weiche, einschmeichelnde in der Stimme, die den Herzog zum Verführer machen. Das hat z.B. Monaco nicht, er war mehr der siegreiche Machtmensch.

    Nochmals, obwohl schon mehrfach erwähnt: im Winter 1958/59 erlebt ich Helge Rosvaenge als Herzog, und das war lange Zeit mein Maßstab. Obwohl er damals schon 60 Jahre alt, war er beweglich, elastisch, spielerisch und in einer traumhaften Kulisse im Geraer Theater. Die anderen Hauptrollen waren besetzt mit Alexander (Sandor) Toth als vorzüglicher Rigoletto und Anneliese Schuberth-Neuhaus als Gilda. Kennt wohl niemand mehr, 1961 waren sie verschwunden.


    Herzlichst La Roche

    (mit del Monaco???)

    Lieber Chrissy, wenn Du den Film mit Sophia Loren meinst, dann war das nicht del Monaco. Gesungen hat den Radames darin der Italiener Giuseppe Campora.

    Mario del Monaco sang in den Verfilmungen des Rigoletto und dem biographischen Film Giuseppe Verdi, wohl auch im Film "das Haus Ricordi". Es gab auch eine Tosca-Verfilmung mit Franco Corelli in unseren Kinos, Hannelore hat sogar das Programm noch. Auch an im Kino gelaufene Filme "Fidelio" und "Othello" (letzterer auch als Schauspiel mit Sergej Bondartschuk) erinnere ich mich. Die Bonisolli-Filme habe ich entweder auf DVD oder über youtube gesehen. Das waren noch kulturvolle Zeiten!! Auch die BRD hat in den 50-ern viele Opern verfilmt, ich denke an Tiefland, die Zaubergeige, Wenn ich König wär, der Evangelimann, Freischütz uva. Leider verstaubt das alles in irgendwelchen Archiven! Die DDR hatte den Bajazzo mit Metternich, Schock, Muszely, Cordes als Grundlage einer Verfilmung (playback) in der Felsenbühne Rathen (?) genommen, war toll.

    Zu den Radioübertragungen erinnere ich mich, in der Programmzeitschrift (die gab es für das Radio in der TV-losen Zeit) Opernkonzerte auszusuchen und bin sogar vom Fußball zeitiger gegangen, wenn das eiskalte Händchen mit Björling angekündigt wurde, was meine Freunde nicht verstanden!


    Herzlichst La Roche

    Die 3. von Magnard steht am 22. bis 24.1. insgesamt 3x auf dem Programm des Geraer Orchesters, dazu Schumanns Cellokonzert mit Sebastian Fritsch, das alles unter der Leitung von Ektoras Tartanis, der sich um die GMD-Stelle in Gera beworben hat und ein Bewerbungsdirigat abliefert. Leider kann ich das Konzert nicht besuchen, Krankheitsgründe.


    Herzlichst La Roche

    Aber vor 60 Jahren wurde eben noch nicht alles auf Video gebannt,

    Ja, leider, lieber Orfeo. Ich kenne aber auch Filmausschnitte mi Rosvaenge aus den 40- er Jahren oder die Opernfilme mit Gigli aus den 30-ern, die Carlo im Moment so schön bespricht. Technisch war vieles schon möglich, erst auf Film, dann digitalisiert. Gerade dieser Othello wäre nicht nur musikalisch, sondern auch optisch ein Genuß gewesen.


    Herzlichst La Roche

    Als bekennender Opernfan bekenne ich, meine Leidenschaft zur Oper mit Verdi begonnen zu haben. In den 50-ern war das Radio der einzige Zugang außer Livebesuchen, und da besonders in meiner Geburts- und Heimatstadt Gera. Operntourismus war damals wenig ausgeprägt.

    Im Radio waren bei den Verditenören Leute wie Tucker oder Tagliavini im Osten wenig präsent, und auch die später für 12,10 Festpreis angebotenen Eterna-Platten machten um diese uva. Sänger einen Umweg. Deshalb waren für mich die damals im Radio präsenten Sänger geschmacksbildend. Unter den Tenören waren das besonders Benjamino Gigli, Franco Corelli, Jussi Björling, später Mario del Monaco, Placido Domingo, Luciano Pavarotti. Alfredo Kraus, Carlo Bergonzi, Gianni Raimondi u.a. spielten damals keine Rolle für mich als Ossi. Das änderte sich erst nach 1990. Unter den deutschsprachigen Verdisängern ist infolge persönlicher Liveerlebnisse Helge Rosvaenge mein Favorit geblieben, auch Peter Anders (nicht live erlebt, leider).

    Allerdings muß ich jetzt Abstriche an Verdi machen. In meinen Rückerinnerungen blieb mir zwar Rosvaenge immer stehen, aber bei Verdi haben es mir die Baritonrollen mehr angetan. Rigoletto, Graf Luna, George Germont, der alte Miller, Rene, Posa, die sind mir dramatischer erschienen als der Herzog, der Alfred u.a. Das ändert nichts am Gesamtkunstwerk Verdi als einer meiner Lieblingskomponisten mit der Stretta als eine meiner Lieblingsarien.

    Jetzt finde ich allerdings, daß gerade für Tenöre die höchst aufwühlenden Rollen der Andre Chenier, der Bajazzo oder Turiddu, Kalaf oder Cavaradossi oder Henri (Mantel) u.a. sind. Der Geschmack hat sich verschoben, aber die Sänger sind in der persönlichen Geschmacksrichtung so geblieben wie oben genannt.

    Daß ich jetzt auch Wagnertenöre oder die beiden Tenorrollen aus Daphne (Apoll und Leukippos) oder den Bacchus oder den Kaiser besonders liebe, ist eine Frage der persönlichen Entwicklung und des Geschmacks.

    Verdi werde ich trotzdem immer lieben, wenn auch das häufige Hören des Traviata-Trinkliedes, des "La donna e mobile" u.a. "Schlager" bei mir eine Sättigungsgrenze erreicht hat. Sauer bin ich, daß es von der "Traumbesetzung" Monaco/Tebaldi im Othello keine DVD zu geben scheint. Ich glaube, daß diese Besetzung schwer zu toppen ist, kenne aber nur Ausschnitte ohne Bild.


    Herzlichst La Roche

    Wenn man LIVE den Final-Schluss mit dem grossen Schlagwerkaufgebot hört, dann ist das ein Erlebnis, das man nie vergisst.

    Lieber telefon,


    und gerade das bombastische Finale ist das, was mir die Hindemith-Sinfonie zum Genuß macht. Ich mag es bombastisch, wie auch bei Schostakowitsch 7 oder Mahler 2 und 3 und 8, und deshalb höre ich die Sinfonie ab und zu mit Genuß. Da ich kein Sammler bin, ist youtube lebenswichtig. Mit der Oper Mathis der Maler kann ich nicht viel anfangen.


    David Oistrach spielt phänomenal, das ist ohne Wenn und Aber anzuerkennen und zu bewundern, aber mit dem Stück selber kann ich zunächst einmal nichts anfangen.

    Lieber nemorino, da kannst Du Dich ja wenigstens mit den harmonischen Klängen der schottischen Fantasie trösten. Oistrach spielt extrem einschmeichelnd!!


    Herzlichst La Roche

    Nikolai Rimski-Korsakow läßt in seiner Oper Schneeflöckchen (auch bekannt als Snegurotschka) die Vögel tanzen. Er nannte diese Oper seine beste (laut "das neue Opernbuch" von Günter Hausswald, Henschelverlag 1957):


    Hier der Tanz der Vögel:



    Herzlichst La Roche

    Richard Strauss und sein Monumentalwerk "Eine Alpensinfonie". Ich verhehle nicht meine Liebe und meine Begeisterung für dieses Werk. Beim "Eintritt in den Wald" läßt Strauss die Vögel kurz von der Leine, es piept fröhlich in Minute 2:00 und danach ab und an wieder. Ich liebe den Wald!


    Die Aufnahme habe ich auch, es sind die Wiener Philharmoniker unter Thielemann (die Alpensinfonie gibt es auch als CD mit dem verstärkten Philharmonischen Orchester Altenburg/Gera unter Gabriel Feltz):



    Herzlichst La Roche

    Bruckner und Vogelstimmen? Paßt das? Eigentlich von der Thematik her in seine 4. Sinfonie, nicht umsonst auch genannt "Die Romantische". Im 1. Satz ist an mehrerern Stellen in den Violinen, aber auch in den Flöten ein Klang zu hören, der an Vogelstimmen erinnert. Bruckner selbst nennt in einem Brief das Thema "den Gesang der Kohlmeise Zizibee". Es ist mehrfach zu hören.

    Ich nehme eine Aufnahme mit der Sächsischen Staatskapelle Dresden:



    Also Bruckner und Vögel, das paßt.


    Herzlichst La Roche

    Heute um 20.15 auf arte einer der großartigesten und berührendsten Filme aller Zeiten: "La Strada" mit der wunderbaren Giulietta Masini und dem nicht minder begeisternden Anthony Quinn.


    Herzlichst La Roche


    Ps Handball hat bei mir Vorrang, aber die Aufnahme ist schon programmiert. Ich habe zwar die DVD des Films, aber die Qualität ist nicht so toll.

    Franz Schrekers Oper "Der ferne Klang" ist mir in zwiespältiger Erinnerung. Ende der 80-er habe ich das Stück in Gera gesehen, mit einer glänzenden Jeanette Lewandowski in der Hauptrolle. Damals war ich im Musikverständnis noch auf der Verdistufe stehengeblieben, selbst Wagner oder gar Strauss waren ein Greuel für mich. Trotzdem war ich nach der Oper hin und hergerissen. Zum einen war es die wunderbare Bühnenausstattung, dazu die erwähnte Frau Lewandowski, die unter der Stabführung ihres damaligen Lebenskameraden Wolfgang Wappler (irgendwann haben die beiden auch geheiratet) das von weither angreiste Publikum zu Begeisterungsstürmen hinriß. Und es war Musik zu hören, die atonal grenzwertig meinen Ohren schmerzte, aber auch zarte, einfühlsame Töne bereit hielt und mich animierte, in Gera auch "Der Schatzgräber" anzusehen. Die DDR unternahm große Anstrengungen, den im 3. Reich verfemten Franz Schreker wieder ins Bewußtsein der (ost)deutschen Musikfreunde zurückzuführen, was wohl auch gelang. Im Prinzip hat mich seine Musik auch für Richard Strauss geöffnet, ich bin dafür dankbar.


    Als Zwischenaktmusik eröffnet das "Nachtstück" den letzten Akt, und unser Opernführer beschreibt darin das Konzert der an einem Frühjahresmorgen erwachenden Vögel. Die Musik ist angenehm für die Ohren.



    Herzlichst La Roche

    Manuel de Falla hat mit seinen "Nächte in spanischen Gärten" ein höchst vielseitiges, an Debussy erinnerndes Werk geschaffen, halb Klavierkonzert, halb Stimmungsbild. Er bezeichnet das Stück selbst als "sinfonische Impressionen für Klavier und Orchester". Wikipedia schriebt z.B.

    "Und wieder lädt de Fallas Komposition zum Träumen ein ..."


    Wer sich dem Zauber dieses Stückes einmal hingegeben hat, dem wird es leicht fallen, nicht von einem nächtlichen Traum zu sprechen, sondern er wird (in der nötigen Stimmung) schon von den Gärten der Alhambra oder den Gärten bei Cordoba zu träumen beginnen. Wer dies einmal live in einer Sommernacht erlebt hat, für den sind es mehr als nur Erinnerungen. Hier eine Aufnahme mit Alicia de Larroche, dem London Philharmonic Orchestra unter Rafael Frübeck de Burgos.

    Besonders träumerisch finde ich die Musik ab Minute 20:00, zumal auch die Bilder von Generalife und der Sierra Nevada den passenden Rahmen setzen.



    Herzlichst La Roche

    Lieber nemorino,


    ein wenig kann ich tapio doch verstehen. Seine Ausdrucksweise war etwas drastisch, aber nachvollziehbar. Bei mir steht Mozart auch nicht so hoch im Kurs, allenthalben sein Klarinettenkonzert oder der Giovanni und Idomeneo spielen bei mir im Wunschkonzert mit.


    Und vor Mozart sind es ganz wenige Komponisten (evtl. Vivaldi und die 4 Jahreszeiten), die ich mir anhören kann, trotz vieler Versuche. Mit Bach, Händel, Haydn uva. kann ich gar nichts anfangen. Nach vorn hört alles mit den atonalen Tonschaffern auf, wobei Schönberg bis zu den Gurre-Liedern und zur verklärten Nacht durchaus für mich hörbar sind. Schnittke oder B.A. Zimmermann u.a. wurden oft im Konzert voran gesetzt, da konnte man schlecht aufstehen und gehen. Man mußte es also anhören, ich habe aber selten Gefallen gefunden.


    Bei Respighi treffen zwei Welten aufeinander. Seine römische Trilogie könnte ich täglich hören, aber seine Barockversuche gehen völlig an mir vorüber. Der Geschmack

    ist glücklicherweise nicht einheitlich. Wäre ja auch schlimm. So akzeptiere ich auch, daß nicht jeder Strauss, Bruckner oder Mahler verträgt.


    Herzlichst La Roche

    Sigrid Kehl ist mir nur dem Namen nach bekannt. Live habe ich sie nie erlebt. In meinem Besitz ist eine Schallplatte von Eterna mit einem Opernquerschnitt aus Don Carlos, da singt sie die große Eboli-Arie "Verhängnisvoll war das Geschenk":



    Beim Hören dieser Aufnahme muß ich Rüdiger zustimmen, daß man ihre Wirkung auf der Bühne besser beurteilen sollte als bei reinen Plattenaufnahmen. Auf Platte und bei deutschen Interpretationen dieser Arie würde ich Margarete Klose bevorzugen.


    Herzlichst La Roche

    Und Du hast völlig recht und ich stimme Dir zu, solche Perlen, wie ich Dich oben zitiere, gibt es auch an kleineren Häusern.

    Außerdem, ob generell eine solch unterschiedliche künstlerische Qualität zu größeren Häusern besteht, wage ich erfahrungsgemäß zu bezweifeln.

    Hallo, Chrissy, da gebe ich Dir völlig recht. Auch die "kleineren" Häuser wie Chemnitz, Erfurt, selbst Gera können ganz tolle Inszenierungen machen, Du weißt das ja von Liberec am besten. Häufig sind da Sänger am Werk, die prächtige Stimmen haben, aber damit größere Häuser wie Baden-Baden, Berlin, München, Hamburg oder selbst Dresden nicht bis in die hinteren Reihen bedienen können, weil sie da mitunter nicht zu hören sind. Gerade in Chemnitz mit rund 800 Plätzen habe ich Sänger erlebt, die für dieses Theater wie geschaffen waren, den ganz großen Sprung aber nicht gepackt haben. In Chemnitz aber waren sie allererste Klasse!!


    Herzlichst La Roche

    Auf dem deutsch-französischen Kultursender arte kam eine Doku zum Bolero. Wer die Sendung verpasst hat:


    In der Mediathek des arte Senders ist der 53minütige Film bis 04. März 2020 abrufbar.

    Lieber moderato,


    danke für den Tip, hatte das im TV verpaßt. Ich fand die in der Mediathek gespeicherte Doku auf alle Fälle interessant. In derartig vielen Varianten bis hin zu harter Rockmusik sind immer Interpretationen dabei, die dem persönlichen Geschmack nicht so zusagen. Dabei muß ich zugeben, daß mir einige rockige Auslegungen durchaus gefallen haben, wobei mir die Namen ihrer Interpreten teilweise gar nichts sagten, ich kenne schlicht kein Viertel der zahllosen Beispiele. Der Charakter des Bolero wurde aber treffend beschrieben. Zeitlos, rhythmusbetont, publikumsaffin, eben ein Welthit. Mir ging in der Doku aber vieles sehr durcheinander, es hätte meiner Meinung nach auch erwähnt werden dürfen, daß gerade der Bolero mißbraucht wurde und auch als akustisches Folterinstrument eingesetzt worden sei.


    Trotzdem ist und bleibt der Bolero ein mitreißendes, geniales Stück.


    Herzlichst La Roche

    Lieber William B.A.


    zum Geburtstag am 02.01.1901 von Torsten Ralf möchte ich ergänzen:


    Er wurde am 2.01.1901 in Malmö geboren, starb am 27.04.1954 in Stockholm, Er wurde von Karl Böhm an die Dresdener Semperoper verpflichtet, wo er von 1935 bis 1944 als nordischer Vertreter des Belcanto in der ersten Reihe des Dresdener Ensembles. Höhepunkt seiner Dresdener Zeit war (die er als schönste seines Lebens bezeichnete) war 1938 die Uraufführung der Oper Daphne von Richard Strauss, wo er den Apoll singen durfte. Der für lyrische wie dramatisch-heldische Aufgaben prädestinierte Sänger war sehr wandlungsfähig, er sang z.B. een Tamino, Alfred, Othello, Cavaradossi, Don Jose oder Florestan ebenso wie der Erik, Tannhäauser, Lohengrin, Stolzing oder Parsifal.


    Ich habe eine Schallplatte mit ihm, da bringt er die Falknerszene des Kaisers "Falke, Falke, Du wiedergefundener" aus der Frau ohne Schatten von Richard Strauss, im Diirigat der Staatskapelle Karl Böhm.


    Herzlichst La Roche

    Arnold Schönbergs Riesenwerk "Gurrelieder" nimmt Bezug auf die Waldtaube. Im Orchestervorspiel als Nummer 10 beschreibt das Werk die "Tauben von Gurre", womit die Burg Gurre und die hier heimischen Vögel gemeint sind. Auch dieses Werk habe ich noch nie live hören können, der extreme Aufwand erlaubt nicht jedem Orchester die Aufführung. Allerdings habe ich mehrfach die Aufführung mit dem Sinfonieorchester das Bayrischen Rundfunks unter Mariss Janssons im TV gehört (oder besser gesagt erlebt).


    Hier singt Waltraud Meier unter der Leitung von James Levine das Lied der Waldtaube



    Herzlichst La Roche