
Beiträge von Lynkeus
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The other Wagner: Höre gerade die erste CD dieser Neuerwerbung, u.a. mit der Faust-Ouvertüre, der Trauersinfonie und dem Siegfried-Idyll.

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Lieber Holger,
mit dem geschickten Verweis auf eine Publikation machst du natürlich neugierig.
Bitte teile es uns zu gegebener Zeit aber auch mit, wenn sie das Licht der Welt erblickt. Handelt es sich um ein Buch oder einen Artikel?Deine Gedanken zum Scherzo, das du mit einem eingekapselten Krankheitsherd vergleichst, sowie zur Gebrochenheit des Finales gefallen mir. Wie bei keinem anderen Komponisten schneinen mir Mahlers Kompositionen solche Assoziationen zu beschwören. Die Siebte betrachte ich bisher als eine Wanderung, die in einer farbaussaugend-trostlosen Dämmerung beginnt und durch mondbeschienenes Naturidyll zur Mitternacht führt. Diese Mitternacht ist das Scherzo, eine auskomponierte Geisterstunde. Es erinnert mich immer etwas an den Hexensabbat bei Berlioz' Sinfonie fantastique; doch während das Dämonische dort auch gemein-gehässig ist, finde ich bei Mahler auch viel Tump-tölpehaftes und doch Gefährliches. Der wehmütige Rückweg führt zum anbrechenden Tag, der mit demonstrativer Euphorie begrüßt wird und doch nicht vergessen lässt, dass man über einen Sieg auf Zeit jubiliert. Die nächste Mitternacht kommt gewiss.
Trotz meiner bescheidenen Laieninterpretation bin ich sehr gespannt auf das, was dir, lieber Holger, als möglicher Verständnisschlüssel zur Siebten erscheint. Nicht zuletzt, da ich mich frage, inwieweit ein neues, verändertes Verständnis auf das Gefallen rückwirkt.
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Nachdem ich's anfangs etwas langweilig fand, wird's mit jedem Hören intensiver: Nick Cave and the Bad Seeds - Push the Sky away.

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Zur Abendstunde will ich mich nun noch ein wenig dem Don Giovanni widmen:

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Dem Kaufrausch erliege auch ich zuweilen und wenn, dann aus den verschiedensten Gründen. Das können günstige Angebote sein oder reine Neugier oder Aktionen wie das versandkostenfreie Wochenende bei jpc. Was letzteres anbelangt, ist es mir schon häufiger geschehen, dass ich darauf warte und dann durchs Stöbern doch über die 20 Euro komme.
Oder die Sorge vor dem Verschwinden bestimmter CDs kann kaufentscheidend sein. Als ich vor kurzem beim Posten eines Beitrags im "Was höre ich gerade..." - Thread feststellen musste, dass die siebte Sinfonie von Allan Petterson bei cpo vergriffen ist, führte das dazu, alle dort noch gelisteten (und mir fehlenden) CDs des Komponisten beim Label zu ordern.
Was jedoch die von Rolo beschriebenen Mengen betrifft... - wann soll man das denn alles hören? Und dann auch noch so, dass es einem möglich ist zu sagen, diese oder jene Interpretation ist besser, weil... Das hat tatsächlich rausch- und wahnhafte Züge an sich. Solange aber niemand dadurch geschädigt wird, sei's drum. Aus dem Stöbern, Kaufen und Warten auf die Lieferung, aus dem Auspacken und betrachten resultiert doch auch schon eine Freude, die es auszuschöpfen gilt.
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Vor einiger Zeit habe ich die Romanvorlage von Henry James gelesen. Ein wirklich faszinierendes Stück, auf dessen Umsetzung als Oper ich sehr gespannt war/bin. Nachdem ich gestern den 1. Akt hörte, folgt nun der zweite. -
Was heikos in den vorangegangenen Beiträgen schrieb, gefällt mir ausgesprochen gut. Ich frage mich, inwieweit diese Überzeugungen nicht aber vielleicht der Ergebnis einer ehemals als erdrückend empfundenen Menge von Musik sind.

Persönlich stehe ich der Vielzahl der Kompositionen schon etwas resignierend gegenüber. Mein Anspruch ist es nicht, alles gehört zu haben, aber in meiner noch nicht zehnjährigen Laufbahn als Klassikhörer habe ich schon so viele Werke kennengelernt, die mir Grund zu der Vermutung geben, dass auch die anderen des jeweiligen Komponisten hörenswert sind. Ja nun bedarf es aber nicht nur der Zeit, diese zu hören, sondern auch der Muße, um dies mit Genuss zu tun. Im Februar wollte ich mich dem Don Giovanni widmen, habe es aber bisher lediglich zweimal geschafft, diesen auch komplett zu hören. Mittlerweile stellt sich heraus, dass mindestens dreimaliges Hören für mich unabdingbar ist, um ein Werk in seinen Grundzügen zu erfassen und genießend hören zu können und danach soll es ja nicht im Regal verschwinden, sondern die Stücke wollen ausgekostet werden. Notwendigerweise bleiben somit andere Werke zunächst auf der Strecke. Dies ist es, was ich als einigermaßen "erdrückend" empfinde: Nicht, dass ich nicht alles hören kann, sondern dass ich den verhältnismäßig kleinen Anteil des Ganzen, der mir hörenswert erscheint, nicht bewältigen kann.
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Die Siebte von Mahler kann auch mich - wie scheinbar viele andere ihrer Hörer - nicht in dem Ausmaß für sich gewinnen, wie es andere Sinfonien Mahlers tun. Und wie auch andere Taminos frage ich mich beim Hören oft, warum das eigentlich so ist.
Möglicherweise liegt es daran, dass die Siebte, anders als ihre unmittelbaren Vorgänger, scheinbar nichts "Neues" zu bieten hat. Sie erscheint mir wie eine Synthese aus der fünften und sechsten Symphonie, führt aber nicht weiter, sondern endet in einer Sackgasse. Sieht man sich an, wie sich das sinfonische Schaffen Mahlers weiter entwickelte, liegt der Verdacht nicht fern, Mahler selbst habe so empfunden, schlagen doch die Nachfolger einen anderen Weg ein.
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Meine jpc-Bestellung mache ich telefonisch
Mal eine vielleicht blöde Frage, lieber Alfred, aber würdest du nicht von diesem Einkauf noch mehr profitieren, tätigtest du ihn über das jpc-Banner? -
Hallo Accuphan,
nun kenne ich mich zwar mit Mac nicht aus und weiß nicht, inwieweit Firefox darauf läuft, aber mit dem Firefox-Addon DownloadHelper ist es möglich, die Dateien auf Festplatte zu laden.
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Der Diskurs zwischen Garaguly und Felix Meritis ist sehr interessant, aber er geht nicht auf das Problem ein, wie man Jugendliche für klassische Musik begeistern kann
Zum einen wird es dafür keine Patentlösung geben; das ist allerdings eine Binsenweisheit.
Zum anderen stellt sich die Frage, ob es sich bei dem Problem, wie man Jugendliche für klassische Musik begeistert, überhaupt um ein solches handelt. Denn - machen wir uns mal nichts vor - ein jeder hat so sein Steckenpferd, aber die in letzter Zeit häufig zu beobachtende Einstellung, dass die Vermittlung des Selbigen bis hin zur Begeisterung in der Schule zu erfolgen habe, ist illusorisch. Hirschhausen hätte gern Glück als Unterrichtsfach, Gesunde Ernährung soll mehr vermittelt werden, die Kinder sollen für Literatur begeistert werden, für Sport, für Botanik, für handwerkliche Tätigkeit, sollen animiert werden, ein Instrument zu spielen, zu kochen, zu töpfern etc etc. Ein jeder hält die eigenen Interessen für diejenigen, die doch unbedingt schulisch vermittelt werden sollen.Umgekehrt ließe sich Fragen stellen, wie sich die unausgesprochene Annahme begründet, Begeisterung für klassische Musik zu wecken wäre ein erstrebenswerteres Ziel als die Begeisterung für andere Musik. Wie steht es denn mit der Begeisterung für die Volksmusik, für den Jazz, den HipHop und Heavy Metal? Sollte die Begeisterung dafür nicht ebenso geweckt werden? Zerbricht man sich in Foren dieser Musikgattungen über ähnliche Fragestellungen den Kopf?
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Die einige Beiträge zuvor erwähnte Ausgabe der ZEITGeschichte zum Thema Wagner ist inzwischen erschienen. Einen Blick auf das Inhaltsverzeichnis kann man hier werfen: "http://www.zeit.de/zeit-geschichte/2013/01/Inhaltsverzeichnis
Dem Heft liegt eine CD mit dem 1. Akt der Walküre sowie Auszügen aus dem 2. Akt bei, aufgenommen unter der Leitung Bruno Walters im Jahre 1935. Wenn ich mich nicht täusche, müsste der 1. Akt inhaltlich identisch sein mit dieser Veröffentlichung:

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Allan Pettersson
Symphony No. 7
Philharmonisches Staatsorchester Hamburg
Gerd AlbrechtLeider scheint die bei cpo erschienene Einspielung nicht mehr via jpc oder amazon erhältlich zu sein, daher kein Bild.
Ich wählte die 7 als Einstieg in Petterssons sinfonisches Schaffen, da diese allgemein zu diesem Zwecke empfohlen wird. Nach den ersten beiden Hördurchgängen tat ich mich schwer mit diesem Klangkoloss, doch so langsam aber sicher beginnt mir zu gefallen, was ich da höre. Mehr noch, einiges ergreift mich bereits.
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Wer wissen will, wie alles begonnen haben könnte oder auch nicht, der ist mit diesem Buch gut bedient.
Liebes Schneewittchen,herzlichen Dank für das Vorstellen dieses Buchs. Ich bin selbst als Laie an diesem Gebiet interessiert und möchte gern eine Empfehlung anfügen, für den Fall, dass dir diese unbekannt ist.

Dieses Buch ist spannend und rührend wie ein Roman und stellt den Weg zur Entstehung und Ausarbeitung der Urknalltheorie vom Beginn der menschlischen Mytholgieschreibung bis zur Gegenwart dar. Die Art und Weise, wie Simon Singh dabei komplexe Inhalte vereinfacht und verständlich macht, ist mir so in noch keinem Sachbuch begegnet. Für mich ist dieses Buch das beste populärwissenschaftliche Werk, das mir bekannt ist.
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Bin ich denn der einzige, der Wagners Opernlibretti hervorragend findet?
Ob sie hervorragend sind, weiß ich nicht, aber die Abfälligkeit, mit denen sie zuweilen verlästert werden, scheint mir teils ungerechtfertigt, teils zutreffend und teils als unreflektierte Wiederholung einst durch andere getroffener Urteile. Zweifellos ist es manchmal ein schmaler Grad zwischen Zwang und Kunstfertigkeit, wenn Wagner seine Inhalte ins selbstgewählte Korsett von Reim und Rhytmus zu pressen versucht. Mich aber unterhält und vergnügt es mehr, als dass es mich belustigt, Verse zu lesen wie diese, seien sie noch so geschraubt:Gekommen ist einer,
Not dir zu künden:
er lohnt dir's mit dem Leben,
lohnst du das Leben ihm
mit dem Horte, den du hütest?Nun ist ja gerade die Qualität der Libretti (von Opern allgemein) ein beliebtes und ergiebiges Gesprächsthema. Vermutlich fußen da zahlreiche Urteile einfach auf der Wiedergabe und Wiederholung oft genug wiederholter Meinungsäußerungen anderer. Und da schämt man sich vielleicht etwas, wenn einem ein Text sehr gut gefällt und bei der Beschäftigung mit Sekundärliteratur etc. stellt man fest, wie seitens vermeintlich klügerer Geister darüber hergezogen wird. Da liegt es eben dann doch näher zu sagen: Ach Gott, die klugen Gelehrten werden's schon wissen. Ich will mich dann lieber in Schweigen hüllen. Dass es nun diesbezüglich keine letztgültigen Wahrheiten gibt, hat mir vor kurzem erst wieder eine Sendung mit Joachim Kaiser vor Augen geführt, in der er beispielsweise den Text der Norma als ausgezeichnet beurteilte.
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Beim Freischütz ist es der Teufel selbst, der hier in Erscheinung tritt [...]. Was vielleicht auffällt ist, daß er sich nicht an seine Abmachung mit Kaspar hält - etwas, das in sonstiger Literatur eher nicht anzutreffen ist.
Dass das Libretto m.E. auch eine abweichende Auslegung zulässt, habe ich vor einiger Zeit hier beschrieben.
Das mit der "Freikugel" die von allein treffen soll, habe ich bis heute nicht verstanden und es konnte mir auch noch keiner erklären.
Nicht direkt bezüglich der Freikugeln, wohl aber hinsichtlich des Ursprungs bzw. Zwecks des Probeschusses irritiert mich der Text.
Angesprochen auf die Bedeutung des Probeschusses erklärt Kuno, dass einst eine fürstliche Jagdgesellschaft auf einen Hirsch traf, auf dem ein Wilderer als Strafe für sein Vergehen befestigt war. Aus Mitleid verspricht nun der Fürst demjenigen, dem es gelingt, den Hirsch zu erlegen, ohne dabei den Wilddieb zu verwunden, die Erbfösterei. Kunos Vorfahrem, der auch den Namen Kuno trägt, gelingt dieser Meisterschuss. Na fein, damit weiß man als Hörer, was es mit der Tradition des Probeschusses für eine Bewandtnis hat. So weit, so gut.
Nun kommt aber jener mich irritierende Teil: Weil man dem Menschen nun mal alles göhnt, außer Erfolg, entstand das Gerücht, der Schuss sei dank einer Freikugel geglückt. Kuno fährt fort: "Aus diesem Grunde machte der Fürst bei der Stiftung den Zusatz: "Dass jeder von Kunos Nachfolgern zuvor einen Probeschuss ablege, schwer oder leicht, wie es der regierende Fürst oder sein Abgeordneter anzubefehlen geruht.""
Es ist das von mir kursiv gestellte Aus diesem Grunde, das ich nicht verstehe. Es nimmt doch allem Anschein nach Bezug auf die Gerüchte um die Freikugel. Aber durch den Zusatz wird die etwaige Verwendung von Freikugeln nicht verhindert oder durchschaubar, im Gegenteil. Nimmt das Aus diesem Grunde aber Bezug auf die zuvor erzählte Entstehungsgeschichte, ist diese Szene doch etwas ungeschickt verfasst, oder? Wie sieht das aus, wenn man es unter die Lupe nimmt?
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Was genau nun Debussy über den Parsifal dachte, habe ich noch nicht herausfinden können...
Der Wikipedia-Artikel zum Parsifal versäumt es nicht, Debussys Worte zu zitieren: „Man hört da Orchesterklänge, die einmalig sind und ungeahnt, edel und voller Kraft. Das ist eines der schönsten Klangdenkmäler, die zum unvergänglichen Ruhm der Musik errichtet worden sind.“
Wer so zu seinen Hunden stand,[...] der kann kein schlechter Mensch gewesen sein.
Naja, lieber Yorick. Hier ist wohl deine eigene Tierliebe Vater des Gedanken, denn du weißt doch sicherlich, welches Gegenargument sich hier nahezu aufdrängt und dann den Thread wohl vollends sprengen würde.

Der Titel des von dir genannten Buches entbehrt aber nicht einer gewissen Komik. Laut der amazon-Beschreibung wendet sich die Autorin dem Thema jedoch mit Ironie zu, so dass dies vielleicht beabsichtigt ist. Berichte doch bitte nach der Lektüre kurz darüber.
EDIT: Da isses ja auch schon, das Gegenargument.

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[Wagners Musik ist] bloß das Ausbuchstabieren von schlechter Metaphorik. Es ist nicht nur, nach dem bekannten Bonmot, eine Musik für Unmusikalische, sondern weit mehr noch eine Musik für Gefühlsblinde, die zwischen artifiziell aufgebauschtem Pathos und echten Empfindungen nicht unterscheiden können.
Donnerwetter! Was in den vergangenen Tagen hier über Komponisten (nicht nur Wagner) und deren Bewunderer zu lesen ist, ist schon allerhand. Da muss man ja aufpassen, dass die eigene Minderwertigkeit, die beim Wagnerhören offenbar wird, nicht Überhand gewinnt. Und was ist mit jenen armen Seelen, die sowohl an der Musik Wagners wie auch der Puccinis Gefallen finden. Dissoziative Identitätsstörung?

Mal im Ernst, sonderlich geistreich ist dieses Bonmot nicht. Und bekannt - zumindest mir
- auch nicht. Ist bekannt, wer es prägte oder in welchem Zusammenhang man es wo noch findet? -
Ich kann mir nicht helfen, lieber Lynkeus - du mußt ein noch recht junger Mensch sein. Psychologische Meisterstücke des Beziehungsstreits haben u.a. Strindberg geschrieben, aber nicht Wagner.
Die Tücke des Phonems. Von einem Meisterstück zu sprechen, lag mir fern; Musterstück war es, das ich schrieb. Und genau das ist diese Szene in dem Sinne, dass das (stereotype?) Muster eines Beziehungsstreits zugrunde liegt. Ich pflichte also der Aussage MSchenks bei, der, mit Blick auf den Ring, Wagner als scharf analysierenden Menschenkenner und Psychologe beschrieb. Unerachtet des Umstandes nämlich, dass die alltägliche Zahl derartiger Auseinandersetzungen Legion sein dürfte, bedarf es doch eines nicht klein zu redenden Quantums an Menschenkenntnis sowie Psychologieverständnisses, um aus dieser Alltagserfahrung heraus eine solche Bühnenszene zu schreiben.
Dass Wagner an anderer Stelle - sei es in den erwähnten Stellen des Tristan bzw. der Meistersinger - dieses Geschick nicht besaß, will ich glauben; ich kenne diese Werke nicht gründlich genug, um das nun eingehender zu beurteilen. Möglicherweise gibt es Kenner, die dazu eher berufen sind.
Was die von mir als Vergleich angeführten Szenen der Zauberflöte und der Boheme betrifft, so wollte ich das keinesfalls als abwertend verstanden wissen. Ich mag beide Werke sehr und habe keine Probleme damit, das jeweilige Geschehen hinzunehmen und zu akzeptieren. Ich bleibe aber dabei, dass es mehr psychologischen Verständnisses bedarf, um eine Szene wie die zwischen Wotan und Fricka zu schreiben, als beim Verlieben anhand eines Bildes, für das man dann die orientalische Psychologie bemühen muss.
(Was hingegen die Bemerkung hinsichtlich meines Alters betrifft, lieber farinelli, weiß ich nicht, inwieweit die darin enthaltene Herablassung intendiert ist. Vielleicht soll ich schweigen, wenn sich Erwachsene unterhalten? Jedenfalls bin ich nicht mehr jung genug, um zu glauben, dass mit dem Alter zwangsläufig die Weisheit und Wahrhaftigkeit getroffener Aussagen zunimmt. Nix für ungut...
und Danke für den Hinweis auf Strindberg.)Die Lesart, dass Wagner Antikapitalismus und Antiosemitismus geradezu synonym verwendet, wird von ihm selbst bestätigt...
Ich glaube, wir missverstehen uns hier bzw. reden aneinander vorbei. Unabhängig von den antisemitischen Äußerungen Wagners in theoretischen Schriften oder Briefen, sollten diese m.E. nicht als Basis der Interpretation seines Opernschaffens dienen, etwa indem man Mime als Allegorie eines Juden versteht.
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Was Wagner [...] mit dem Ring des Nibelungen bewiesen hat, dass er ein scharf analysierender Menschenkenner und Psychologe war.
Zeugen Figuren wie Siegfried und Mime wirklich von großer Menschenkenntnis oder sind sie nicht eher fantastische Gestaltungen von Extremen, die mit gemeinen Menschen nicht viel gemein haben?
Erst vor ein paar Tagen habe ich angesichts der psychologischen Menschenkenntnis Wagners wieder überrascht, als ich den zweiten Aufzug der Walküre hörte. Das Gespräch zwischen Wotan und Fricka ist ein psychologisches Musterstück eines Beziehungsstreits. Das ist doch um einiges raffinierter als so manch andere Opernsituation. (Bspw. das Aufeinandertreffen Rudolfos und Mimis in La Boheme, das geht ja hopplahop oder Taminos Verlieben anhand eines Bildes.)
Das Problem scheint mir nur, dass bei Wagner Antikapitalismus und Antisemitismus Hand in Hand gehen, dass Kapital und Jude bei ihm quasi synonym stehen, was so in der Realität eben nicht so synonym war.
Diese Lesart muss doch von außen heran getragen werden. Nirgends steht doch, dass man die Nibelungen als Metapher auf Juden zu interpretieren hat. Ich glaube mich sogar zu erinnern, dass Wagner dieser Interpretation sogar ausdrücklich widersprochen haben soll.

Der Mensch hat noch nie aus der Geschichte gelernt, noch kein einziges Mal.
Mark Twain: "Geschichte wiederholt sich nicht, aber sie reimt sich "
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Ich habe es wirklich versucht und die Inszenierung war mir wurscht...
Der Inszenierung stand ich aufgeschlossen gegenüber und lehnte sie nicht von vornherein ab, jedoch habe auch ich nach kurzer Zeit umgeschaltet. Ursächlich dafür war das m.M.n. unpassende Bühnenbild, denn anhand ihrer musikalischen Äußerungen verstehe ich die Bohemians als arme (romantisch verklärte) Künstler. Die Inszenierung jedoch präsentierte sie als arrogante und obdachlose Selbstüberschätzer. Rundweg unsympathisch. Das Bühnenbild schien mir ein "unter der Brücke"-Szenario darzustellen. Dass dann librettogerecht der Vermieter auftritt, ist absurd. -
Sehr gelungen fand ich, was da heute dargeboten wurde. Eine schöne Mischung und ich gestehe, dass ich auch die seitens der Moderation eingestreuten Bemerkungen mit Interesse gehört habe. Einzig die Balletteinlage mit der Maskerade fand ich unpassend albern.
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Weiter geht's hiermit:

Bruckner ist für mich nach wie vor ein Mysterium. Mich im Innersten zu packen, gelang seiner Musik noch nicht, aber ich habe das Gefühl, dass die 5. mich dem etwas näher gebracht hat.
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Ich wünsche allen Taminos ein glückliches, erfolgreiches und vor allem gesundes neues Jahr.

Ich bleibe bei Howard Shores OST zum Hobbit. Satter Sound, packende Trommeln, schnarrendes Blech und zarte Chorpassagen. Klasse!
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Howard Shore

Der Hobbit: Eine unerwartete Reise - SoundtrackDass der Film leider, aber unvermeidlicherweise, nicht an den Herr der Ringe heranreicht, war ja eigentlich klar. (Nach reiflicher Überlegung muss ich aber feststellen, dass Peter Jackson herausholt, was herauszuholen ist.) Ich hoffe aber, dass zumindest musikalisch der Klassenerhalt gelingt.
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Vor kurzem wurden bei MDR Figaro relativ neue Publikationen zum Thema Wagner besprochen. Als besonders empfehlenswert wurde dabei folgendes Bändchen erwähnt:

Als anmaßend und peinlich wurde hingegen diese Publikation regelrecht verrissen:

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Zunächst einmal recht herzlichen Dank für die zahl- und aufschlussreichen Antworten.
Dass die Libretti wahrscheinlich nicht in gedruckter Form, wie ich sie gerne hätte, enthalten sind, war anzunehmen, stellt aber kein Kaufhindernis dar. Da als Entscheidungskriterium die etwaigen, bereits in meinem Besitz befindlichen Wagner-Opern genannt wurden, möchte ich kurz ergänzen, welche das sind:
- Der Ring sowie die Meistersinger unter Karajan
- Tristan und Isolde unter Böhm
Das war's. An Soltis Ring scheint ja gewißermaßen kein Weg vorbei zu führen und da sein Dirigat in der Regel lobend erwähnt wird und die Einzelausgaben doch meist mit einem Fünfziger zu Buche schlagen, hielt ich die angegebene Edition für eine sinnvolle Ausgabe. -
Kann jemand kurz und knackig eine Empfehlung aussprechen bzw. versagen? Ich würde mich freuen, wenn auch jemand die negative Rezession bei jpc relativieren könnte. Hier ist von Pausen zwischen den Tracks die Rede (die dürften doch aber allenfalls bei einem Download auftreten?) Die Libretti sind sicherlich nicht enthalten, oder?
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Ein kleiner Tipp: Die erste Ausgabe der Zeitschrift ZEIT Geschichte des kommenden Jahres beschäftigt sich (monothematisch) mit Richard Wagner. Erscheinungstermin: 26. Februar.
