Beiträge von Lagenwechsel


    Und natürlich auch ein "gefundenes Fressen" für die Tonträgerkonzerne.
    Eine CD mit Streichquartetten ist ja in der Produktion viel billiger als jene eines Klavierkonzerts oder einer Sinfonien, von Opern ganz zu schweigen. Der Verkaufspreis ist dann aber der gleiche.
    Problematisch war in der Vergangenheit das eher moderate Interesse des Klassikpublikums an Kammermusik. Dieses Manko dürfte aber in unseren Tagen nicht mehr wirkich existieren - warum - das wissen die Götter.


    mfg aus Wien
    Alfred


    Der Verkaufspreis mag der gleiche sein, doch die Verkaufszahlen sind sicherlich ganz andere. Ich glaube, daß eine CD mit Streichquartetten von Beethoven in viel geringerem Maße (je höher die Opuszahl, desto weniger!) gekauft wird als eine mit Mozarts Zauberflöte oder Bachs Brandenburgischen Konzerten. Ob es da so viel verlockender ist, nur vier Leute engagieren zu müssen statt eines ganzen Orchesters, wenn hinterher der Absatz dann leider in ähnlichem Verhältnis sparsam ausfällt? Eine fühlbare Zunahme des Interesses an Kammermusik ist mir zumindest nicht aufgefallen. Möglicherweise gibt es da regionale Unterschiede.


    Mir geht es bei dem Thema dieses Fadens allerdings nicht um das Musikbetriebliche, sondern um das, was sich musikalisch auf der Bühne ereignet.

    Ich kann das nur bestätigen. Das Aris-Quartett in Deutschland und das Quatuor Arod in Frankreich sind dazu leuchtende Beispiele.


    Vor einer Woche habe ich das Aris-Quartett mit Bach (Contrapuncti Nr. 1-4 aus der "Kunst der Fuge" BWV 1080), Janácek (Streichquartett Nr. 1 "Kreutzersonate") und Dvorák (Streichquartett G-Dur op. 106), Zugabe: 4.Satz aus Dvoráks "Amerikanischem" Streichquartett, in nächster Nähe (2. Reihe Mitte) erlebt. Über absolute Souveränität des Zusammenspiels hinaus haben diese Vier genau das, was angesprochen wurde: eine musikalische Sprache, die mich als Hörer geradezu entführt, die scheinbar bestens bekannten Werken eine beunruhigende Intensität und Neuheit des Erlebens verleiht, die noch Tage weiter wirkt. Seit Jahren verfolge ich die Schritte, die dieses Quartett macht, mit größter Spannung.


    Auch Streichtrios (Vl., Va., Vc.) gibt es nur überschaubar viele.


    Da fallen mir jedenfalls ein:


    Mozart: Divertimento K. 563,
    Beethoven: Streich-Trii op. 9,
    Schönberg op. 45,
    Webern op. 20,
    Krenek op. 237,
    Lachenmann,
    Francaix


    ... wobei für mich persönlich diese Reihenfolge durchaus auch Rangfolge darstellt.


    Ja, und dann die Goldberg-Variationen in der Sitkovetsky-Fassung für Streich-Trio. :untertauch: Die würden natürlich mit nach ganz oben in die Liste gehören, wenn man sie hier mitzählen dürfte.

    Das junge Aris-Quartett macht Furore. Die Aufnahmen sind hervorragend, und diese Vier Musik machen zu sehen ist ein echtes Erlebnis.


    Edit: Sehe gerade, daß lutgra im "Newcomer-Thread" über Streichquartette bereits zweimal über das Aris-Quartett geschrieben hat. Manche fallen eben auf, und das ist hier kein Zufall! Die Liste der 1. Preise dieses Quartetts hat inzwischen übrigens eine imposante Länge erreicht - das nur der Ordnung halber, denn das eigene Ohr sagt das Entscheidende.

    Zitat

    Von Menuhin gibt es nicht viele filmische Dokumente seines musikalischen Könnens,


    ... sagt Liebestraum. Bei youtube gibt es eine ganze Reihe von filmischen Dokumenten mit ihm. Aber in der Tat, ob es Dokumente seines musikalischen Könnens sind? Häufig unsauber (wenn, dann meist zu hoch), immer wieder mit schwächelndem Bogenstrich, der die Spannung verliert und den Ton dünn werden läßt, dann gar auch zwischendurch mal unkontrollierte Holzerei mit dem Bogen - ist das Menuhin at his best? Ich kann's nicht glauben. Diese Aufnahmen spielen eine ganze Liga unterhalb Heifetz und Oistrach, aber auch Rabin und Neveu und weiteren.

    Solange tieferes theoretisches Eindringen nicht zur Verkopfung führt, die dem unmittelbaren Musik-Erlebnis entgegensteht, kann es den Genuß erhöhen. Wenn es jedoch das in den Bann ziehende Fascinans ersetzt, etwa indem man glaubt, die Komposition entzaubert zu haben, dem Komponisten auf die Schliche gekommen zu sein - dann hat man sich des Besten beraubt und kann sogar in die Gefahr der Arroganz des Überlegenheitsgefühls geraten. Ich kenne allerdings auch eine Minderheit professioneller Musikkenner, denen die Erkenntnis wichtig ist, daß gerade durch die schlüssigsten Werkanalysen das Faszinierende des Werkes eigentlich immer rätselhafter wird.


    Während mir das reine musikwissenschaftliche Tifteln, Wissen und, kaum vermeidbar, Besserwissen zwar legitim, wenngleich hinsichtlich des Musik-Erlebnisses eher dubios erscheint (auch aus eigener Anschauung...), sieht die Sache ganz anders aus, wenn man sich statt dessen oder doch darüber hinaus aktiv mit seinem Musikinstrument [sofern man das Glück hatte, eines studiert zu haben, zumindest bis zu dazu notwendigem Grad] um das Werk bemüht. Das intime Verhältnis zum Werk, das man durch eigenes Spiel gewinnt, führt dann auch zu einer anderen Sprache über Musik - häufig zu einer, die manche klugen Analytiker sichtbar oder unsichtbar belächeln.


    Jede dieser Sprachebenen mag seine Rechtfertigung haben, und auf jeder derselben gibt es Plattheiten und Tiefes. Persönlich habe ich es längst aufgegeben, "musikalische Wahrheit" im Diskurs entdecken zu wollen. Ich freue mich über unglaublich Vieles, was das Forum an Informationen und Aspekten hervorbringt. Am meisten freue ich mich aber, wenn ich - an Werkwahl und Sprachstil erkennbar - hier Geistesgeschwister musikalischen Erlebens finde. In meinem Fall sind das nicht die, die mich unwillkürlich an die Musikwissenschaftlichen Seminare erinnern. Und doch würde ohne diese Entscheidendes fehlen.

    Ein von mir sehr geschätzter Mensch besaß zu meiner Verwunderung keine Aufnahme des Weihnachtsoratoriums, sollte also von mir eine zu Weihnachten bekommen. Erwartungsfroh, vor allem wegen eventueller nicht allzu alter Aufnahmen, die mich selbst auch noch packen könnten, nahm ich im CD-Geschäft mit einem Stapel Aufnahmen neben dem Player Platz und setzte mir die Kopfhörer zum Probehören auf.


    Am Ende wurde als Geschenk eingepackt: Richter + Janowitz/Ludwig/Wunderlich/Crass...
    Krass.


    Eine anderer Freund erhielt - und war begeistert!


    Aber die Frage war ja eigentlich "Welche Musik ist euch wichtig?" und nicht "Welche Musik habt ihr verschenkt?" Da könnte ich nun diverse "große" Sachen nennen, und es wäre auch zutreffend. Wenn ich aber ganz ehrlich bin, ist mir das Allerwichtigste in der Weihnachtszeit das Lied "O come all ye faithful" in der Aufnahme mit Kathleen Ferrier gewesen.


    "Now I'll have eine kleine Pause." (K.F., Okt. 1953)
    Friedhof Golders Green, London Borough of Barnet, Greater London, England


    Die Grabstelle der großen Altistin könnte schlichter nicht sein:



    und so sah die Frau mit der unvergleichlichen Stimme einmal aus:



    Aber leider muss ich mit einer recht banal wirkenden Antwort aufwarten - die Anderen wären Bach, Beethoven und Schubert, also Nichts das jetzt sonderlich originell wäre. ;)


    lg
    Thomas


    Das nun wirkt auf mich überhaupt nicht banal!


    Ich glaube, daß man Antworten dazu, was jemandem am kostbarsten ist, stehenzulassen hat. Wer hier Originalität im Sinne der Nennung eines ganz ungewohnten Namens erwartet, möge sich gern über die freuen, die jetzt mit leuchtenden Augen "Glass", "Ligeti" oder "John Dowland" sagen. Nein, ich möchte nicht die Erwartung spüren, erläutern zu müssen, warum bei mir nur der Name Wolfgang Amadeus Mozart ganz oben steht. Und, erst recht, wie käme ich dazu, das etwa von jemand anders ebenfalls zu erwarten? Jedoch freut es zu sehen, daß es andere gibt, die sich ähnlich bekennen. Identisch wird das nie sein. So sind mir zwei der von Thomas zusätzlich Genannten, die beiden B's, fast von ebensolcher Höhe. Und hat man solches geschrieben, möchte man es ob seines banalen Gehalts gleich widerrufen. Wir sind doch hier nicht beim Medaillenspiegel! Mozart hat kein "Erbarme dich" aus der Matthäus-Passion geschrieben, Bach kein "Lacrimosa" aus dem Requiem, und beide kein Streichquartett op. 135 oder ein Violinkonzert von der Tiefe des op. 61 von Beethoven. Nur wenn man das mit diesen Beispielen Gemeinte recht mitliest, kann das erwähnte "Ganz-oben-Stehen" Mozarts dem Mißverständnis entkommen.

    ... wogegen es bei den Geigern nicht so rosig aussieht. Wolfgang Schneiderhan, Christian Ferras, Henry Szering wird man ja noch vereinzelt kennen, aber wie sieht das mit Carl Flesch und Georg Kulenkampff aus? ...

    Von Henryk Szeryng habe ich die für meinen Geschmack beste Einspielung der Bach'schen Sonaten und Partiten für Violine solo. Carl Flesch wird schon durch seine legendären Lehrwerke (Die Kunst des Violinspiels, Das Skalensystem) nicht mehr wegzudenken sein. Als Virtuose stand er nie in der ersten Reihe, aber als Lehrer! Ehrlich gesagt, sehen diese Geigernamen für mich aber alle durchaus rosig aus.


    Von Wolfgang Schneiderhan sind wunderbare Aufnahmen erhalten (Beethoven-, Brahms-Konzert etwa). Sein Mozartspiel gefiel mir immer ganz besonders, so daß meine Scheibe mit den letzten beiden Mozart-Konzerten deutliche Gebrauchsspuren hat. Irgendwann habe ich im Radio eine Aufnahme gehört, in der er (meiner Erinnerung nach) seine Gattin Irmgard Seefried bei einer Mozart-Arie begleitet. Nie wieder habe ich jedoch davon wieder eine Spur gefunden. Gibt es irgendwo eine solche Aufnahme?

    Laut einer holländischen Internetseite und auch laut einem Beitrag von musicophil im Thread "Kathleen Ferrier - Wenn der Stimme Flügel wachsen" hat Kathleen Ferrier auch drei Lieder von Beethoven gesungen, darunter das wunderbare "Ich liebe dich". Eine Aufnahme davon scheint aber nicht zu existieren. Die hätte ich um's Verrecken gern.

    Rondo C-dur KV 373: ein Kabinettstück, das glücklich macht -


    wenn man es von Julia Fischer, Renaud Capucon oder z.B. in einer guten Aufnahme mit Nathan Milstein (da gibt es leider auch grottenschlechte!) hört. Wie schwierig das ach so leichte Werklein ist, merkt man, wenn man hört, wie Heroen wie Perlman oder Stern in Holzschuhen daran scheitern.


    Mich hat es durchaus schon wiederholt mal tagelang im Hinterkopf begleitet. Und, wie gesagt, glücklich gemacht.


    ......


    Bei den Violinisten fallen mir spontan noch Bronislaw Huberman, Vasa Prihoda, Michael Rabin und Joseph Szigeti und Ginette Neveu ein, deren Leistungen und Ruhm zu Lebzeiten vergessen scheinen.


    ......

    Diese Äußerung bringt mich nun aber sehr ins Grübeln: Sollte ich tatsächlich so abnorm vergangenheitsorientiert sein? Zwar gebe ich zu, daß ich von Bronislaw Huberman über Michael Rabin bis hin zu Ginette Neveu eine durchaus aufsteigende Linie empfinde - also die Genannten für mich nicht alle auf derselben Höhe stehen, aber "Leistungen und Ruhm vergessen" ? Davon kann m.E. für keinen der Genannten die Rede sein. Auf meinem Wohnzimmertisch liegen gegenwärtig, und zwar schon seit längerem, zufällig (?) die folgenden CDs:




    Dabei habe ich Josef Hassid erst durch die "First Recordings" von Ginette Neveu kennengelernt: ein großartiges Zusatzgeschenk, denn Josef Hassid hat aufgrund tragischen Schicksals überhaupt keine anderen Aufnahmen hinterlassen und wäre m.E. ohne diese CD jedenfalls mir wahrscheinlich nie begegnet. In so einem Fall ist natürlich die Gefahr des Vergessens groß. Aber Ginette Neveu? Ihre Aufnahme des Brahms-Konzertes, Hamburg 1948, ist legendär - dafür lasse [nicht nur] ich bis heute jede andere Aufnahme stehen! Der Solo-Einstieg im ersten Satz ist bekanntlich die Prüfung für die Kragenweite eines Geigers. Und nun höre man, wie Ginette Neveu einsteigt! Kann man sich wirklich auf die Aufnahme einlassen, ohne zu spüren, wie später die Dezimenstelle Schauer über den Rücken jagt? Spielt irgendjemand den Ausstieg aus der Kadenz in den Schluß bewegender, entrückter als Ginette Neveu? Jene wenigen Takte, eine der schönsten und unerklärlichsten Stellen der ganzen Violinliteratur... Ich weiß, "De gustibus..." (usw). Aber solche Gestaltung führt nicht nur zu Privat-Ruhm in meinem Wohnzimmer. Es dürfte kaum Geiger geben, für die Ginette Neveu kein Begriff ist. Ich schätze die Aufnahme des Brahms-Konzerts über alles, noch höher als die ebenfalls großartige Aufnahme des Sibelius-Konzertes.


    Wenn gesagt wird, daß solche Leistungen und solcher Ruhm vergessen scheinen, so verdient in meinen Augen allenfalls das Wort "scheinen" Fettdruck.

    ..., wo er am 27. Januar 1945 unter ungeklärten Umständen
    zu Tode kam. Zu diesem Zeitpunkt war der Komponist 25 Jahre alt. Somit
    ist sein 70. Todestag einer der ersten Gedenktage im neuen Jahr.

    und zugleich Mozarts Geburtstag...


    (und heute ist sein Todestag).


    Trotzdem möchte ich eine ganz andere Streichtrio-Delikatesse erwähnen: Die Goldberg-Variationen in der Fassung (von Dmitry Sitkovetsky) für Streich-Trio



    Ich hoffe, damit kein Sakrileg zu begehen und keine Pianistenseele zu verletzen! Die Streicher-Version ist aber in meinen Augen ganz ungewöhnlich gut gelungen.

    Dito.... nur ein paar Monate später! Die technische Perfektion hat sie schon seit Unzeiten, aber zu Beginn ihrer Karriere mochte ich ihr Spiel überhaupt nicht, weil es mir fast spieluhrartig vorkam. Das hat sich sehr gewandelt. Eine großartige Geigerin ist das. Das Mendelssohn-Konzert hat sie allerdings mit einer solchen Übersouveränität "drauf", daß sie es wahrscheinlich auch kopfstehend unter Wasser ebenso perfekt abliefern könnte. Zum Unglück vermeine ich das aber teils herauszuhören, und das eben darf nicht sein. Wenn selbst das scheinbar Spontane in der Souveränität aufgeht, kann ich mich nicht mehr ergreifen lassen.


    Beunruhigt will ich ihr Bild dabei haben und wechsle von der CD zu youtube. Und da, wo der Unverstand die kalte unbewegte Technikerin sehen will, begegnet mir das Gegenteil: diese gelegentliche winzige Mimik, diese spärlichen Anflüge von bereits im Ansatz gebremstem Lächeln, dieses Aufbrechen konzentrierter Starre durch einen Blick für den Bruchteil einer Sekunde - es sagt genug. Mehr Bewegung läßt das Gesicht nicht nach außen. Würde das sonst nicht vielleicht sogar stören? Sie hat das mit Heifetz gemein, dem mit ähnlichem Unverstand gefühlloses Technikertum unterstellt wurde. (Oh, was bin ich da empfindlich!)


    Etwas Sphinxartiges bleibt. Aber wovon man nicht sprechen kann, darüber muß man schweigen. Ich höre Mendelssohns Violinkonzert mit Hilary Hahn.

    Bei mir ist es der Bolero von Ravel
    Eine viertelstunde nur die selbe Melodie finde ich recht langweilig!

    Meine verstorbene Schwiegermutter pflegte den Bolero nach ca. 12 Minuten abzustellen, oder sie ging in den Garten. Das dürfte ein vielsagendes Urteil über das Werk darstellen. Ebenso interessant wird es sein, was ihr Sohn so über den Ring der Nibelungen denkt.


    Edit: Das ist nicht als Angriff gegen Marco gemeint!! (Mir fiel eben auf, daß man das so lesen könnte; griffe aber viel zu kurz.)


    Inzwischen habe ich in dem Buch "The Country Formerly Known as Great Britain" des Journalisten Ian Jack den folgenden Kommentar zu dem ersten Teil des Gedichts von Tennessee Williams gefunden:


    "In 1978, Tennessee Williams heard a recording of Ferrier for the first time and was so moved by her voice that he immediately wrote a mournful and not very good poem about her ('the string of the violins / Are a thousand knives in her breast'). But there is no self-mourning in Ferrier, or none she wants to let on about."


    Demnach handelt es sich bei dem, was hier den Geigensaiten unterstellt wird, um einen (nach Jacks Beurteilung mißglückten) Akt dichterischer Freiheit - und nichts deutet auf eine Anknüpfung an eine Äußerung Kathleen Ferriers hin. Interessant, daß er genau die von mir "angestoßene" Stelle als offenbar "nicht sehr gut" zitiert! Ausgerechnet Geigensaiten werden zu dem todbringenden Leiden Kathleen Ferriers andeutend in Beziehung gesetzt; das ist schon schlimm, wenn es nicht KK selbst in irgendeiner Weise so empfunden haben sollte.


    Den zweiten Teil des kleinen Gedichtes finde ich aber (so weit ich ihn verstehe) eigentlich schön - wenn ich nur wüßte, wer "they" sein soll und ob es nicht doch (mit irgendeiner von mir nicht erkannten Bedeutung) "of" statt meines Korrekturversuchs "if" heißen soll. Kann hier wirklich niemand etwas Kompetentes dazu sagen?

    Zitat

    Rheingold1876: ... ich wünschte mir bei meinem eigenen Heimgang tatsächlich auch eines der "Vier letzten Lieder" - allerdings nicht das letzte "Im Abendrot" nach Eichendorff, das in diesem Zusammenhang gern genannt wird, sondern "Beim Schlafengehen" auf ein Gedicht von Hesse, das nach dem Entstehen dieser Lieder das erste gewesen ist.


    Wenn man das liest, geht einem auch als Geiger das Herz auf...

    Über Rheingolds Antwort hatte ich mich sehr gefreut und mich zu einem längeren Beitrag anregen lassen; dieser ist, wie schon gesagt, wegen irgendeines Timeouts mit Textverlust, verloren. Daher hier nur kurz die Schlußfrage daraus, die allerdings mit dem ganzen Teil, der Rheingold gewidmet war, nichts mehr zu tun hat:


    Die Frage ist rein sprachlich. Ich bin eigentlich fit im Englischen, jedoch möchte ich die folgenden Verse von Tennessee Williams genauer verstehen, die er Kathleen Ferrier gewidmet hat:


    She that comes late to the dance
    More wildy, must dance, than the rest
    Though the strings of the violins
    Are a thousand knives in her breast.


    A while there was the voice to cry,
    A while there was the hand to touch
    And if they did not understand
    It may be that we asked too much.


    Erste Frage: Worauf geht es zurück, daß ausgerechnet die (von mir geliebten) 4 Saiten der Geigen "thousand knives in her breast" waren? Hat sie sich selbst einmal so geäußert? Auch wenn es mir weh täte, würde ich dies gern wissen wollen.


    Zweitens: Wer ist "they" in der vorletzten Zeile? (In meinem Originaltext steht in der Zeile sogar "of" statt "if", was ich aber so wenig verstehe, daß ich es für einen Druckfehler halte.)


    Ist jemand im Englischen so zu Hause, daß er mir dieses Stück Lyrik an den unverstandenen Stellen erklären kann?