Beiträge von lutgra

    Das Henschel Quartett hat immer mal wieder einen Austausch an der 2. Violine. Seit kurzem hat Teresa la Cour diese Position inne.

    Am 6. November gastiert die erneuerte Formation in Stuttgart mit folgendem Programm:


    Schumann Streichquartett A-Dur op. 41/ 3

    Janáček Streichquartett Nr. 1 "Die Kreutzersonate"

    Mendelssohn Streichquartett Nr. 2 a-Moll op. 13

    Der schweizerische Geiger Hansheinz Schneeberger ist am 23. Oktober eine Woche nach seinem 93. Geburtstag verstorben. Schneeberger war Schüler u.a. von Carl Flesch und hat das Violinkonzert von Frank Martin sowie das 1. Violinkonzert von Bela Bartok uraufgeführt.



    Er möge in Frieden ruhen.


    Ein Nachruf findet sich hier

    Boris Parsadanians farbige 7. Symphonie entstand 1980 und ist dem Landsmann Aram Khatchaturian gewidmet, der kurz zuvor verstorben war. An dessen Musik erinnert das 22-minütige einsätzige Werk aber weniger, ich höre eher Einflüsse von Schostakowitsch, Schnittke und vor allem Andrei Eshpai, an dessen fabelhafte 4. Symphonie mich hier vieles erinnert. Da geht die Post z.T. richtig ab, verstärkt durch Schlagzeugexzesse und vermutlich vom Band eingespielten archaisch anmutenden Männerchorgesängen. Vielleicht nicht die subtilste aller Kompositionen, aber sehr effektvoll. Ein Exemplar gibt es am Fluss für wenig Geld.


    Die 3. Symphonie für Alt, Sprecher und Orchester von Heinz Winbeck entstand 1987/88. Sie trägt den Beinamen "Grodek", was sich auf einen Ort in der heutigen Ukraine bezieht, wo Anfang des 1. Weltkrieges eine grauenhafte Schlacht zwischen österreichischen und russischen Truppen stattfand, die der Dichter Georg Trakl als Sanitätsoffizier miterlebte und in Verse goss. Das Gedicht trägt den gleichen Namen. Die Erlebnisse dieser Tage führte zu einem Nervenzusammenbruch des Dichters, der kurz darauf mit einem Selbstmord durch Kokain endete.


    Die Symphonie umfasst vier Sätze, die aber ineinander übergehen. Die Musik Winbecks und speziell dieser 3. Symphonie steht in einer Traditionslinie, die von Bruckner und Mahler, über Berg und Hartmann bis zu Winbeck reicht. Eher geräuschartige Teile wechseln sich mit spätromantischen und expressionistischen ab und das Altsolo, das weite Teile des Werkes mit bestimmt, bewegt sich irgendwo zwischen Mahlerliedern und Berg/Schönberg-Expressionismus. Das ist Ausdrucksmusik pur und zwar eine düstere und packende, die einen soghaft mit sich nimmt, wenn man sich denn darauf einlässt.

    Die Einspielung unter der Leitung von Mathias Husmann ist wohl mustergültig und der Beitrag von Christel Borchers zutiefst bewegend. Die an einer Stelle von Udo Samel gesprochenen Verse sind geschickt über die Klänge gelegt. Einziger Wermutstropfen: Im umfangreichen Booklet sind die verwendeten Gedichttexte nicht abgedruckt.


    Die Symphonik des kürzlich verstorbenen Komponisten gilt es noch zu entdecken und die 3. Symphonie ist sicher ein guter Ausgangspunkt.


    Anlässlich der Neuaufnahme der Streichquartette von Felix Draeseke auf cpo habe ich die schon 12 Jahre alte Ersteinspielung der ersten beiden Quartette durch das Hölderlin Quartett hervorgekramt. Bei der cpo Aufnahme handelt es sich also nicht - wie angekündigt - um eine erste GA, es sei denn man hat irgendwo das verschollene Quartett aus Studienzeiten wieder gefunden und mit eingespielt.

    Alle drei nummerierten Quartette stehen in Molltonarten und die ersten beiden würde ich als melancholisch angehauchte, überwiegend lyrische Werke ansehen. Im Booklet werden sie als "klassizistisch" charakterisiert und ihre Nähe zu den Werken von Beethoven betont. Das erschliesst sich mir nicht unbedingt. Natürlich sind es Werke in der Nachfolge von Beethoven, Schubert und Mendelssohn, aber doch sehr eigenständige Beiträge. An den Zeitgenossen Brahms erinnern sie übrigens gar nicht.

    Das Hölderlin Quartett - das sind Rebecca Martin, Christian Friedrich, Andres Mehne und Teemu Myöhänen - hatte offensichtlich nur eine kurze Lebensdauer Mitte der 2000er Jahre, ob es neben den beiden Draeseke CDs weitere gibt, weiss ich nicht. Die seinerzeit jungen Musiker sind nach wie vor aktiv in verschiedenen Orchestern und Kammermusikensembles, am prominentesten wohl der finnische Cellist, der inzwischen beim renommierten Asasello Quartett das Fundament legt.

    Die Spiel der jungen Musiker ist ansprechend, wenn auch sicher noch ein wenig Luft nach oben wäre. Ob die Neuaufnahme durch das Constanze Quartett (ihre Debut CD) die Latte etwas höher legt, bleibt abzuwarten. Mal sehen, was die ersten Kritiken sagen. Fürs erste bin ich mit der vorliegenden CD zufrieden.


    Von Kanada in die USA ist es nur ein Katzensprung. Hier nach wie vor aktiv - wenn auch schon ein bisschen in die Jahre gekommen - das Emerson String Quartet. Sie waren jahrelang DAS führende amerikanische Quartett, eine umfangreiche Diskografie in Würfelform zeugt davon. Ebenfalls sehr etabliert, das ursprünglich aus Ungarn stammende jetzt aber fast ungarfreie dafür halb-weibliche Takacs Quartet. Von der Westküste kommen das Pacifica Quartet und natürlich das auch schon über 40 Jahre aktive Kronos Quartet, das vor allem die Grenzbereiche zur Welt- und U-Musik beackert. Dies tun partiell auch die Brooklyn Riders aus New York. In dem Avantgardebereich tummelt sich auch das Jack Quartet, dass wie Arditti und Molinari vor allem zeitgenössische Musik spielt. Einen ziemlich steilen Weg nach oben legt auch das junge Dover Quartet hin, dass u.a. von Mitgliedern des Guarneri Quartetts ausgebildet. Man gibt bereits 140 Konzerte im Jahr! Auch bei uns.

    Und nicht vergessen sollte man natürlich die "Mutter" aller amerikanischen Quartette, das Juilliard Quartet, das schon seit 70 Jahren existiert und natürlich kein Originalmitglied mehr besitzt. Dafür aber auch inzwischen zu 50% weiblich ist.

    Seit längerem ist hier nichts passiert und ich habe versprochen, ein update zu liefern.


    Am geeignetsten erscheint es mir dabei, länderweise vorzugehen, da ist die Gefahr kleiner Formationen zu übersehen. Ein Problem ist natürlich, dass viele Quartette heute international besetzt sind. Aber meistens sind sie doch in einer Stadt/Land lokalisiert.


    Fangen wir im Land unseres Betreibers an.


    Österreich:

    Hier ist nach wie vor das Hagen Quartett dominant, das weltweit in den renommiertesten Hallen auftritt und eine große Fangemeinde hat. Diskographisch haben sie sich in letzter Zeit etwas zurückgehalten, aber gerade ist eine neue CD angekündigt. Es steht auch Nachwuchs bereit, z.B. das Minetti Quartett, das hat vielgepriesene CDs veröffentlicht und dürfte noch eine längere Karriere vor sich haben. Auch immer noch aktiv ist das in Wien ansässige Artis Quartett.


    Gehen wir weiter nach Osten kommen wir nach


    Tschechien/Slowakien:

    Hier gibt es eine sehr lange und berühmte Quartettkultur (Janacek Q, Smetana Q, Vlach Q). Die derzeit weltweit aktiven Exponenten sind das Prazak Quartett, das Pavel Haas Quartett und das Bennewitz Quartett. Auch das Skampa Quartett ist international unterwegs.


    Weiter südlich finden sich Ungarn, ebenfalls mit einer langen, berühmten Tradition (Budapest Q, Vegh Q, Ungarisches Q, Tatrai Q). Gegenwärtig repräsentiert das Keller Quartett diese Tradition.


    In Polen gibt es ebenfalls mehrere exzellente Formationen:

    Das Royal String Quartett habe ich mal in Warschau live erlebt, daneben wäre das Silesian Quartett zu nennen, das gerade an der 2. GA der Weinberg-Quartette sitzt und das Szymanowski Quartett.


    Die skandinawische Tradition wird derzeit vermutlich am offensichtlichsten durch das Danish Quartet repräsentiert, die inzwischen für ECM Label aufnimmt. Auch die Damen des Nightingale String Quartet haben mit ihrer GA der Langgaard Quartette international auf sich aufmerksam gemacht. In Norwegen ist m.W. immer noch das ebenfalls pur feminine Vertavo Quartett aktiv, ebenso wie das Tempera Quartett in Finnland. Und aus Finnland kommen auch die Musiker die sich Meta4 nennen.


    Die britischen Inseln haben sich im letzten Jahrzehnt Quartettmäßig enorm entwickelt. Ganz oben sicher das weltweit agierende Belcea Quartett. Aber auch das Doric Quartett dürfte inzwischen eine große Fangemeinde haben. Jüngere Formationen mit guten Zukunftsaussichten sind sicher das Heath und das Elias Quartett. Altmeister Irvine Arditti und sein Quartett darf natürlich nicht vergessen werden, hunderte, wenn nicht tausende neue Werke verdanken ihre UA dieser Formation


    Ebenfalls enorm entwickelt hat sich die Quartettkultur in Frankreich. Am bekanntesten ist sicher das Quatuor Ebene, derzeit weltweit mit einer Beethoven-Totale unterwegs. Die französische Antwort auf das Arditti Q darf auch nicht vergessen werden, das Quatuor Diotima. Auf dem "aufsteigenden Ast" das Quatuor Zaide und das Quatuor Hermes. Schon etwas länger etabliert Quatuor Debussy und Quatuor Ardeo.


    So, für heute genug. Morgen gehts weiter

    Auch wenn ich mich im Augenblick wieder näher mit dem symphonischen Schaffen von Rued Langgaard beschäftige, so bin ich doch überzeugt, dass seine Streichquartette das lohnenswertere Oeuvre zur Erkundung sind. Die vielfach gelobte und preisgekrönte GA-Aufnahme mit dem Nightingale String Quartet gibt es in Kürze als 3er CD-Box zum halben Preis.



    »Es ist atemberaubend zu hören, wie intensiv und glühend der sehnsuchtsvollromantische Tonfall, den Langgaard in seinen sommerlichen Quartetten anschlägt, von den vier Damen zum Leben erweckt wird.« (Ensemble)

    GA der Beethoven Streichquartette gibt es in Hülle und Fülle. Und immer weitere kommen hinzu. Gerade erst ist die erste Folge der GA mit dem französischen Quatuor Ebene erschienen, die an sieben Orten auf allen Kontinenten live aufgenommen wird. Und nun kommt aus USA gleich eine komplette GA mit dem hier in Europa wenig bekannten Miro Quartet. Das Quartett feiert sein 25-jähriges Bestehen und hat die Quartette in den letzten 15 Jahren eingespielt.



    Aus der Quatuor Ebene CD habe ich op. 59.1 gehört. Eine technisch und musikalisch perfekte Aufnahme ohne den zwanghaften Drang etwas anders machen zu müssen.

    Über die 2. Symphonie schrieb ich mal:


    Der Kopfsatz der 2. Symphonie „Frühlingsaufbruch“ von Rued Langgaard erinnert stark an frühen Richard Strauss, der schöne Adagiosatz deutlich an einigen Stellen an Bruckner. Der letzte Satz mit Sopransolo - auf den ich verzichten könnte - wieder an Strauss. Insofern passt das alles ganz prima auf die Wiener Notenpulte, so als hätte Langgaard nie ein anderes Orchester im Sinn gehabt. Und die Wiener spielen es auch so.


    Auf der CD mit der 16. Symphonie befinden sich auch einige kurze Stücke, die zeigen dass Langgaard nie um ein eingängiges Thema verlegen war. Sie zeigen aber teilweise auch wie weltfremd er komponiert hat. Ein 3-Minuten-Stück für großes Orchester, Orgel und Chor. Wann soll das aufgeführt werden? Im Vorprogramm für Mahlers Zweite oder Achte? Da würde es doch förmlich zerdrückt. Auch die 15. Symphonie dürfte nicht leicht zu programmieren sein, 17 Minuten kurz mit einem 5-minütigen Finalsatz mit Bariton und Chor. Aber zu dem diesem Zeitpunkt (um 1948) hat sich Langgaard offensichtlich um solch pragmatische Fragen nicht mehr geschert. Die besagten Werke sind alle gut anhörbar, mal standen Mahler, mal Tschaikowsky/Scriabin Pate, der besagte Finalsatz erinnert an Prokofieffs Nevsky.

    Lediglich das Chorstück "Res absurda" fällt deutlich ab.


    Ich höre gerade wieder die eingangs gezeigte CD und bin ein weiteres Mal beeindruckt, was für tolle Werke sie birgt. Auch die eröffnende 15-minütige sinfonische Fantasie "Evolution" ist ein echter Knüller. Man hört ein wenig den Einfluss von Carl Nielsen und an einigen Stellen auch von Leos Janacek, aber nur so am Rande.

    Die 3. Symphonie ist wie oben bereits erwähnt ebenfalls ein sehr eindrucksvolles Werk. Der Wunsch, die anderen drei zu hören ist groß, kann aber leider derzeit nicht gestillt werden. Hier muss dacapo noch eine Lücke schliessen.

    Vagn Holmboe und Per Nørgard waren übrigens Hoffdings Schüler.


    Diese Aufnahme steht als LP-Box seit Jahren in meinem Regal. Aber ich glaube, ich habe sie noch nie angehört. Das wird sich zeitnah ändern.


    Meine letzte Begegnung mit dem Werk war in dieser Einspielung:


    Die Box mit Langgaards Symphonien steht auch bei mir noch weitgehend ungehört im Regal. Heute habe ich wieder eine Annäherung versucht und dachte, ich fang mal hinten an, mit der 16. Symphonie von 1951. Hab' ich gleich zweimal gehört, das knapp 30-minütige Werk. Gefällt mir. Schönes spätromantisches Werk. Wenn man Mahler und Strauss mag und sich nicht daran stört, dass ein Werk von 1951 so klingt wie eins von 1901, sollte es einem eigentlich zusagen.


    Mit den Brahms Quartetten hatte ich auch lange Probleme. Mir ging es wie Uwe Schoof, der z.B. die Sätze 3 und 4 des 1. Quartetts überhaupt nicht leiden konnte. Inzwischen habe ich mit allen Werken "Frieden" geschlossen. Sie gehören nicht zu meinen Lieblingswerken, aber ich respektiere sie und höre sie gelegentlich, schon alleine dadurch, dass ich Abonennt einer Kammermusikreihe bin. Unter den Neuaufnahmen fand ich die mit dem Belcea Quartett sehr ansprechend (wie eigentlich alles von dieser Formation). Sie wurde auch von der Kritik einhellig gelobt. Einige der weiter oben genannten - Budapest, Italiano, Alban Berg - stehen ebenfalls im Regal.


    Capriccio plant offensichtlich eine GA der 6 Weigl-Symphonien, was auf jeden Fall zu begrüssen ist. Die unlängst erschienene erste Folge mit der Symphonie Nr. 1 von 1908 hat mich allerdings - ehrlich gesagt - nicht überzeugen können. Ein - zumindest beim ersten Hördurchgang - eher langatmiges, melodisch wenig ansprechendes Werk. Eine zweite Chance wird das Werk aber auf alle Fälle noch bekommen.


    Die m.W. erste Aufnahme von Karl Weigls 4. Symphonie ist im Anmarsch. Gekoppelt ist das Werk mit der 6. Symphonie, von der es aber schon eine Aufnahme auf BIS gibt.



    P.S. Vielleicht wäre es jetzt ander Zeit den thread-Titel leicht zu modifizieren in "Karl Ignaz who? Die Symphonien von Karl Ignaz Weigl."

    Seit Längerem auch mal wieder ein diskografisches Lebenszeichen vom Hagen Quartett (die konzertmäßig allerdings immer präsent waren): Brahms Klavierquintett mit Kirill Gerstein und sein letztes Streichquartett.


    cpo kündigt eine Neueinspielung der 3 Streichquartette von Felix Draeseke an, fälschlicherweise mit folgendem Satz: "...kommt es auch erstmalig zur Gesamtaufnahme sämtlicher Streichquartette von Felix Draeseke". Von erstmalig kann keine Rede sein, das sollten die GMHler auch wissen, da sie eine der beiden CDs der schon schon vorhandenen GA mit dem Hölderlin Quartett im Programm führen. Nichtsdestotrotz ist es natürlich erfreulich, dass jetzt eine zweite Aufnahme der Quartette auf den Markt kommt. Nach wie vor dümpeln die Werke von Draeseke nur am äußersten Rande des Repertoires entlang. Vielleicht bessert sich die Situation mit dieser CD etwas.



    Für die Aufnahme verpflichtet wurde erstmalig das in Salzburg beheimatete aber international besetzte Constanze Quartett, das sich vermutlich nach der Gattin des lokalen Wunderkindes benannt hat. Es ist m.W. die erste CD dieser reinen Damen-Formation.


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    Heute wieder einmal das 12. Streichquartett von Hilding Rosenberg gehört, von einer LP mit dem Kopenhagener Streichquartett (die gleiche Aufnahme findet sich auch in der GA des Caprice-Labels auf 6 CDs). Heute kam mir das Werk nicht so sperrig vor, ich höre eher einen schwedischen Bartok als einen schwedischen Schönberg. Muss mich noch mehr mit diesem Komponisten beschäftigen. Die CD gibt es gerade günstig beim Werbepartner. Enthält mit den SQ 1, 6 und 12 einen guten Querschnitt durchs Oeuvre.


    Der US-amerikanische Komponist Christopher Rouse ist am 21.09.2019 im Alter von 70 Jahren verstorben, Über seine bisher auf CD verfügbaren Symphonien 1-4 habe ich hier im Forum verschiedentlich einiges geschrieben.

    Die 5. Symphonie wurde letztes Jahr in Dallas unter Jaap van Zweden uraufgeführt und harrt noch der Veröffentlichung. Rouse konnte auch noch eine 6, Symphonie vollenden, die in vier Wochen in Cincinnati uraufgeführt werden wird. Es bleibt zu hoffen, dass diese dann auch auf Tonträger erscheint.

    Rouse schrieb auch zwei Streichquartette, die wohl zum Schwierigsten und Komplexesten gehören, was für das Genre geschrieben wurde. Das Calder Quartet hat sich damit 5 Jahre auseinandergesetzt, bevor es es aufgezeichnet hat.


    Über die 1. Symphonie von Franz Lachner habe ich vor längerer Zeit ziemlich Kritisches geschrieben:


    Dass nicht jede vergessene romantische Symphonie wiederbelenswert ist, zeigt für mich recht exemplarisch die 1. Symphonie von Franz Lachner. Da ist für mich zumindest Hopfen und Malz verloren. Das liegt vor allem am Kopfsatz, der für mich gar kein richtiger sinfonischer Satz ist, sondern eher wie die Ouvertüre zu einem (zu Recht) vergessenen Singspiel klingt. Im zweiten Satz wird es etwas besser, dieser hängt sich ein wenig an Beethovens Adagio aus der 9. an. Das Scherzo bringt eine rhythmische Figur, die vielleicht schon ein wenig auf Bruckner vorausweist, wiederholt diese aber recht penetrant, das Trio ist o.k. Am gelungensten noch der Allegro-Finalsatz der zeigt, dass Lachner es eigentlich schon kann. Aber ohne vernünftigen Kopfsatz ist diese Symphonie ist wohl kaum zu retten.


    Wer sich selbst ein Bild machen will: über den Werbepartner gibt es derzeit ein sehr günstiges Exemplar.