Beiträge von lutgra

    Leider fehlen jetzt noch SQ1 und 5. SQ 1 gibt es in einer sehr schönen Aufnahme mit dem Quartetto di Milano bei Tudor, aber SQ5 gar nicht.

    Von der Facebook Seite des Mannheimer Streichquartetts, die für cpo bereits die Raff Quartette 2,3,4,6,7 und 8 eingespielt haben.


    'Raff Completed'
    Bald gibt's was Neues auf die Ohren von uns:

    Wir sind so glücklich wieder im schönen Baden-Baden zu sein und mit den letzten zwei Quartetten unsere Gesamteinspielung aller Streichquartette von Raff zu vollenden!


    Es ist nur zu hoffen, dass das jetzt nicht Jahre dauert, bis diese Folge auf CD erscheint.


    Und beim Leipziger Streichquartett heisst es auf der aktuellen Website:


    "Die Gesamteinspielung sämtlicher Streichquartette von Joseph Haydn setzen wir fort, widmen uns dem Werk Joachim Raffs, planen gerne mit Ihnen gemeinsam interessante Konzerte und werden in absehbarer „Nach-Corona-Zeit” wieder live für Sie da sein."

    James Dillon
    Streichquartett Nr. 9 (2018)
    Arditti Quartet (?)

    Die Streichquartette von James Dillon (Jg. 1950) gibt es bisher nicht auf CD. Lediglich sein 6. ist verfügbar, das den beeindruckenden Luxus genoss, an einem Wochenende von drei der führenden Streichquartette für zeitgenössische Musik (Arditti, Diotima, JACK) in Donaueschingen uraufgeführt zu werden.

    Allerdings sind alle auf youtube verfügbar, so auch das 9., sein letztes bisher. Da alle vom Arditti Quartet uraufgeführt wurden, denke ich, dass sie auch hier spielen. Sehr hörenswertes Werk.



    Soweit ich das durch reines Hören verifizieren kann, basieren die reinen Streichquartettsätze in Pulse Shadows auf demselben Notenmaterial wie die 9 Movements for String Quartet. Auch die Namensgebung ist gleich.

    So ist es, habe ich inzwischen auch recherchiert. Es handelt sich aber um zwei unterschiedliche Einspielungen des Arditti Quartetts, Pulse Shadows entstand in den 1990ern, die 9 Movements 2010. Wir haben es also auch mit zwei unterschiedlichen Quartettzusammensetzungen zu tun, außer Irvine Arditti natürlich.


    Eine deutsche Version gibt es anscheinend nicht, siehe Verlagswebsite:


    https://www.boosey.com/cr/musi…wistle-Pulse-Shadows/4132


    Mir hat - ehrlich gesagt - Pulse Shadows auch nie gefallen, zu lang und mit zeitgenössischem Gesang habe ich es auch nicht so. Deshalb werde ich auch die obige Quartett CD bestellen (gibt es gerade für einen relative günstigen Preis am Sekundärmarkt) und mich von Pulse Shadows trennen.

    Zunächst einmal vielen Dank an lutgra. Ich habe mir aufgrund seiner Empfehlungen beide CDs gekauft und bin sehr glücklich damit.

    Das freut mich.:)


    Es handelt sich um die Komposition Tree of Strings aus dem Jahre 2009 und den 9 Movements for string Quartet aus den Jahren 1991-96.

    Es gibt noch dieses Werk, oder ist der Streichquartett-Teil identisch mit einem der beiden genannten?


    https://www.amazon.de/Pulse-Shadows-Arditti-Quartet/dp/B000050KFO/ref=sr_1_69?__mk_de_DE=ÅMÅŽÕÑ&dchild=1&keywords=birtwistle&qid=1600800455&sr=8-69



    Der steile Aufstieg des Dover Quartetts mündete inzwischen in Faculty Positions an dem renommierten Curtis Institute of Music in Philadelphia.


    Zeitgleich kommt die erste Folge einer GA der Beethoven Quartette heraus mit den op. 18 Quartetten.



    Lieber Rheingold

    Das "Meerauge" habe ich jetzt auch gehört und finde, das ist auch eine sehr schöne Komposition. Dass es sich dabei um einen berühmten See in der Tatra handelt ,habe ich dazugelernt, davon hatte ich noch nicht gehört, die Photos im Internet sind eindrucksvoll, natürlich ohne Nebel.

    Mit der Steppe ist es wohl so, dass sie nicht an das heutige Polen grenzt oder an das von 1870, aber durchaus an das Königreich Polen-Litauen im frühen 17. Jahrhundert, das viel weiter östlich lag.


    OT: Du hattest ja berichtet, dass Herr Zube vom Cafe Horenstein gestorben ist, den Laden scheint es aber immer noch zu geben, oder? Ich war lange nicht mehr in Berlin, mein Sohn ist inzwischen auch nach Friedrichshain gezogen, da wohnt man wohl jetzt in seinem Alter.;)


    Liebe Grüße

    Lutz

    Streaming macht's möglich, den oben gesetzten Vorsatz gleich mal anzugehen. Im Gegensatz zum Forenbetreiber fange ich aber hinten an, bei der 3. Symphonie. Die entstand 1903 also über 25 Jahre nach den ersten beiden Genrebeiträgen. Sie trägt den Namen "Von Frühling zu Frühling", ist also eine Jahreszeitensymphonie. Da gab es natürlich schon verschiedene Beiträge, von Vivaldi, von Raff, der gleich vier Symphonien zu dem Thema komponierte. Und von der Musik Joachim Raffs ist Noskowski hier auch nicht sehr weit entfernt.


    Die einzelnen Sätze lauten:


    Frühling

    Sommer. Charme einer Mittsommernacht.

    Herbst. Das Okrcine-Fest. Erntelied und Tanz.

    Winter. Stille und Starre in der Natur. Ein Schneesturm. Rückkehr des Frühlings und Begrüßung eines sonnigen Morgens.


    Das ist also ein ziemlich explizites Programm, dass sehr farbig und eindrücklich in Töne gefasst wird. Dass die Musik da endet, wo sie begann, legt schon der Titel nahe. Also gleich nochmal hören.


    Die Symphonie wird dargeboten vom Symphonieorchester von Kattowitz unter Jose Maria Florencio, einen brasilianischen Dirigenten, der seit 1985 polnischer Staatsbürger ist.


    Heute bin ich über den Komponisten Zygmunt Noskowski gestolpert und zwar über seine sinfonische Dichtung "Die Steppe". Ob er da die gleichen Steppen besingt wie einige seiner russischen Kollegen oder ob es in Polen eine Steppe gibt, entzieht sich meiner Kenntnis. Das 20-minütige Werk - wohl im Heimatland sein populärstes - hat mir jedenfalls so gut gefallen, dass ich jetzt auch mal die 3 Symphonien erkunden werde.

    Die gehörte Aufnahme gibt es nur noch auf dem Gebrauchtmarkt,


    http://www.musicweb-internatio…03/Dec03/Polish_C19th.htm


    es gibt auch eine Aufnahme mit Philipp Herreweghe, die ist aber gekoppelt mit einem Klavierkonzert von Chopin, von dem ich keine Aufnahmen mehr brauche.


    Lieber Axel

    vielen Dank für den Hinweis auf die Dokumentation, die ich noch nicht kannte. Ich bin Rihm zweimal begegnet ohne jetzt mit ihm gesprochen zu haben, einmal in Donaueschingen saß er abends in der Weinstube am Nebentisch und dann war er auch bei dem Arditti-Wochenende in Edenkoben dabei. Er kam da genauso rüber wie in dem Portrait.

    Bei Rihm ist für mich das Problem, dass sein Werk uferlos ist und man gar nicht weiß, wo man anfangen soll. Deshalb habe ich mich bisher n erster Linie auf die Quartette fokussiert, habe aber auch ein paar CDs mit Orchestermusik.

    Wem die Streichquartette von Ferneyhough gefallen, der könnte mal in die neue CD des JACK Quartett mit 4 Werken der jungen in Berlin lebenden Carla Iannotta hineingehören. Geräuschhafte Musik oft am Rande der Hörbarkeitsschwelle. Die Dame hat kürzlich den Siemens-Kompositionspreis gewonnen.



    Eines der Werke kann man auf youtube hören: Dead Wasps in the jam-jar

    Die Kombination der Werke auf der CD harmoniert IMHO in der vorgeschlagenen Reihenfolge nicht wirklich, obwohl alles beeindruckend und auch so gespielt ist.

    Mir war - ehrlich gesagt - die CD immer zu kurz als dass ich dafür den Vollpreis bezahlen mochte. Die jugendlichen Gehversuche nehmen mehr als die Hälfte ein und dann bleiben noch 20 min "reife" Musik.

    Wem die Streichquartette von Brian Ferneyhough zu extrem sind, es gibt auch zeitgenössische Werke, die deutlich zugänglicher sind. Dafür stehen derzeit vor allem amerikanische Komponisten, die inzwischen mehr oder weniger alle Musik für einen "größeren Hörerkreis" komponieren.


    An exponierter Stelle tut das z.B. Jennifer Higdon, die vermutlich erfolgreichste amerikanische Komponistin gegenwärtig. Sie hat gerade ihren 3. Grammy gewonnen.


    Ihre Streichquartette sind erkennbar zeitgenössisch, aber trotzdem zugänglich.


    Gerade erschienen:


    Jennifer Higdon

    Voices

    Pacifica Quartet


    Außerdem:




    und

    Southern Harmony

    Ying Quartet




    Ich hatte vor ein paar Jahren schon einmal einen thread über die Streichquartette von Brian Ferneyhough gestartet, der ist aber über den Eingangsbeitrag nie hinausgekommen. Deshalb zitiere ich ihn hier mal.


    Zitat von lutgra

    Der englische Komponist Brian Ferneyhough (1943- ) gilt als einer der avanciertesten Komponisten der Gegenwart, seine Musik wird oft als Musterbeispiel der "Neuen Komplexität" genannt. Anlässlich des 40-jährigen Bestehens des Arditti Quartett hat selbiges eine Gesamtaufnahme aller Streichquartette von Ferneyhough plus Trios auf 3 CDs bei Aeon herausgebracht.


    Diese Edition habe ich noch nicht, aber in Erwartung selbiger habe ich heute zum ersten Mal eine ältere Einspielung des 1. Streichquartetts (1968) - ebenfalls vom Arditti Quartett gespielt - gehört. Ich gehe mal davon aus, dass die neue Version nicht viel anders klingt, bei Ferneyhough gibt es wenig zu "interpretieren" sondern es geht um die möglichst exakte Umsetzung des notierten und das ist wohl schon eine Herausforderung, der sich nur wenige stellen mögen. Das 1. SQ heisst Sonatas for String Quartet und ist mit über 40 min wohl das längste des Komponisten. In Kenntnis des wesentlich kürzeren 2. Quartetts hatte ich ein bisschen Bammel vor einer Dreiviertel Stunde dieser komplexen Musik, habe aber entspannt mit Kopfhörer auf dem Sofa gelegen und festgestellt, dass diese Zeit recht schnell und angenehm verging. 20 "Sonaten" umfasst das Werke, wobei der Begriff Sonate sicher nicht wörtlich zu nehmen ist. Eine Art Sonatenform habe ich in den 20 Stücken nicht finden können. Die Sonaten sind entsprechend recht kurz zwischen 1-3 min und das erinnert natürlich an die aphoristischen Werke von Webern. Die Klangwelt ist nicht unähnlich, die Ansprüche an die Virtuosität der Musiker sind allerdings sicher deutlich höher. Ferneyhough ist berüchtigt dafür, Unspielbares zu schreiben, aber dieses Wort gibt es ja im Arditti-Kosmos nicht. Die Stücke klingen alle recht ähnlich und so erinnert die Hörreise durch diese Klangwelt ein wenig an eine Wanderung durch eine Ausstellung abstrakter Bilder des gleichen Künstlers aus einer Epoche. Man bleibt vor jedem Bild eine kurze Weile stehen und geht dann weiter, findet immer wieder ähnliche Motive und Farbkombinationen. Die Musik von Ferneyhough ist zwar komplex und völlig atonal, aber auch ziemlich transparent, es gibt wenig verdichteten Klang, die Instrumente agieren meist unabhängig voneinander. Dies macht es mir einfacher, diese Musik zu hören, als z.B. dicht instrumentierte dodekaphone Kompositionen. Es ist eine seltsame Musik - aber keine, die mich abstösst.


    P.S. Die Aufnahme der Ardittis ist übrigens nicht die erste, es gibt von 1976 bereits eine Schallplatten Einspielung des Berner Streichquartetts, die steht bei meinem Plattenhändler ist mir aber mit €30 zu teuer. Außerdem brauche ich bei dieser Art Musik die Klangqualität der CD. Diese Aufnahme ist in vier Teilen bei youtube hochgeladen.

    Ich kann ergänzen, dass ich inzwischen sowohl die GA der Ardittis habe wie auch die LP mit dem Berner Streichquartett, die es dann irgendwann mal für 'nen Zehner gab. Ich bilde mir auch ein, dass es eine Aufnahme des 2. Streichquartetts durch das Berner SQ gab, kann aber diesbezüglich im Internet nichts finden.


    Bei dieser UA des 6. Streichquartett (Donaueschingen 2010) war ich im Publikum.




    Die Threads wurden vereint - MOD 001 Alfred

    Erstbegegnung mit Max Bruchs Konzert für 2 Klaviere und Orchester. Ein echtes Hammerkonzert, warum das nicht weiter bekannt ist, ist mir schleierhaft. Hat alles was ein spätromantisches Konzert so braucht, schwelgerische Themen, saftige Orchestrierung und brillanten Klaviersatz, eben ein Sahnestückchen. Zur Geschichte des Konzerts siehe Beitrag 13.
    Die Pianisten Oliver Schnyder und Julia Kociuban machen ihre Sache sehr gut und Howard Griffiths weiß, wie man so etwas begleitet.


    Von Nymphea gibt es auch eine sehr schöne Einspielung mit dem finnischen Quartett Meta4, die auf 2 CDs das ganze Streichquartettschaffen von Kaija Saariaho eingespielt haben. Ich schrieb seinerzeit:


    Kaija Saariaho ist neben Sofia Gubaidulina sicher die bekannteste und am häufigsten aufgeführte zeitgenössische Komponistin. 1952 geboren hat sie u.a. bei Brian Ferneyhough und am IRCAM in Paris studiert. Aus dieser Zeit stammt auch ihre Affinität zur Elektronik, die sie bis in die Gegenwart in einige ihrer Kompositionen integriert. Die Klangwelt der Kaija Saariaho ist eine ganz eigene, der sich zu nähern nicht ganz einfach ist. Von allen finnischen Komponisten der Gegenwart, die ich kenne, ist sie sicher die avantgardistischste. Ihre Musik kennt keine Themen, die entwickelt werden, sondern ihre Musik ist der Klang selbst, der Klang von Instrumenten umhüllt z.T. von elektronischen Geräusche oder auf Instrumenten selbst erzeugten Geräuschen. Dabei ist ihre Musik, gerade die hier vorliegende, oft leise und spärlich instrumentiert, deshalb ist sie trotz aller Avanciertheit gut anhörbar, sie ist selten laut oder aggressiv, sondern eher still und verträumt. Schwer zu beschreiben, am besten einfach mal hören.
    Nymphea wurde 1987 für das Kronos Quartet geschrieben und ist mit gut 21 Minuten die längste Komposition auf dieser CD. Daneben gibt es eine ganze Reihe von Solo- und Duostücke für verschiedene Streichinstrumente, Klavier und Elektronik, die von den Mitgliedern von Meta4 plus Gästen vorgetragen werden. Mit dieser, ihrer dritten CD, bestätigen die Meta4, das sie zu den interessanten neuen Streichquartettformationen gehören.


    Christopher Rouse ist letztes Jahr leider verstorben. Er schrieb zu seiner 2015 entstandenen 5. Symphonie, dass Beethovens 5. die erste Symphonie war, die er überhaupt gehört hat und dass er da beschloss, Komponist zu werden. Nun ja, seine 5. hat mit Beethovens nicht so viel gemeinsam, außer dass am Anfang ein vergleichbares aber ganz anderes 4-Noten Motiv ertönt. Die Symphonie ist einsätzig, aber beinhaltet die klassischen vier Sätze. Die "Ecksätze" sind ziemlich turbulent mit massivem Paukeneinsatz (kommt in der Aufnahme auch richtig gut), der langsame Teil hat einige schöne Passagen. Die Musik ist schwer zu beschreiben, sie ähnelt ein wenig dem, was Erik-Sven Tüür so komponiert.

    Supplica ist ein 12-minütiges Adagio im Mahler/Barber-Modus, ein sehr schönes Stück

    Konzert für Orchester, ist ein 30-minütiges Werk, welches seine Nähe zum Bartok-Werk gar nicht groß versteckt und an einer Stelle sogar durch ein Fastzitat bestärkt. Natürlich ist die Tonsprache etwas "moderner", aber nur unwesentlich.


    Die Nashville Symphony scheint inzwischen die Position innezuhaben, für die in den 1950/60er Jahren das Louisville Orchestra stand, nämlich in erster Linie zeitgenössische amerikanische Orchesterwerke zu spielen. Fast zeitgleich ist vom gleichen Orchester und Dirigenten auch die 4. Symphony von Aaron Jay Kernes
    herausgekommen. Die Orchesterleistung wie auch die Aufnahme sind ohne Tadel. Wieder ein Schmuckstück im Portfolio von Naxos.



    Enno Poppe's Musik kenne ich auch noch nicht, den Komponisten habe ich aber irgendwo mal kurz über Bekannte kennengelernt (Edenkoben?, Donaueschingen?), ist aber schon bestimmt 10 Jahre her.

    Als Einstieg wähle ich ja immer gerne ein Streichquartett und das hat Poppe dankenswerterweise auch geschrieben. Der Titel "Tier" verwundert jetzt nicht mehr, ob er damit Tierstimmen meint oder eher das Tier als Symbol für irgendetwas, weiss ich nicht. Tiere, vor allem Vögel, haben ja schon einige Komponisten inspiriert (Messiaen und Rautavaara).

    Das Quartett ist ca 15 min lang und verwendet an vielen Stellen Glissandi und mikrototale Strukturen, klingt also für westliche Ohren ziemlich schräg. Ist nicht ganz mein Ding dieses Werk, aber kann man sich mal anhören.


    Tier

    Was Du, lieber Lutz, allerdings zu der CD-Verpackung schreibst kommt mir so ganz und gar nicht entgegen. Solche CDs muss ich dann immer umverpacken in die "normalen" CD-Cases. Auch diese komischen Hüllen, wo die CD auf aufgeklebten Plastikhalterungen aufgebracht ist, macht immer viel Arbeit mit dem passenden Umschneiden für CD-Cases.

    So ein "Pappkram" kommt mir jedenfalls nicht in meine Sammlung !

    Von der Warte des Platzverbrauches hast Du natürlich Recht. Aber so viele CDs (mit solchen Hüllen) kaufe ich nicht, als dass das bei mir Probleme macht.

    Wie Du ja schon weisst, entsorge ich alle Jewel Boxes und tüte die CDs mit Booklet in Soft Cover um. Aber das ist natürlich alles Geschmacksache. :) Mit der Mischform (Pappe plus eingeklebte Plastikhalterung) bin ich auch nicht ganz glücklich. Die kommen bisher so ins Regal.

    Mit 10 Einspielungen dürfte das Gidon Kremer gewidmete Violinkonzert "Distant Light" von Peteris Vasks das meistgespielte Violinkonzert der letzten Dekade des 20. Jahrhunderts sein. Die neueste Einspielung stammt von Vadim Gluzman mit dem Finnischen RSO unter Hannu Lintu. Eine sehr schöne Aufnahme. Und BIS ist jetzt dazu übergegangen die CDs in Foldout-Covers und papierenen Innenhüllen zu verpacken, wie in guten alten LP-Zeiten. Das kommt mir sehr entgegen.



    Das Streichquartettschaffen von E.N. von Reznicek ist ziemlich chaotisch und unübersichtlich. Das geht schon mit der Anzahl der Quartette los, der Gruhle listet 4, die neue Doppel-CD von cpo zählt 6. Das hängt damit zusammen, dass Reznicek diverse Quartette in mehreren Anläufen komponiert hat, teils komplett überarbeitet, teils Sätze ausgetauscht oder aus älteren Entwürfen übernommen usw. usf. Bei wikipedia liest sich das dann so:


    • Streichquartett c-Moll (1882) [Altmann Nummer 1] cpo 1
    • Streichquartett cis-Moll (1905) cpo 2
    • Streichquartett-Fragment cis-Moll (?; nur Satz 1.-3 erhalten)
    • Streichquartett cis-Moll (1921) [Altmann Nr. 2] cpo 3
    • Streichquartett d-Moll (1922) [1.+2. Satz Bearbeitung von cis-Moll-Quartett 1905; 3. und 4. Satz neu] [Altmann Nr. 3] cpo 4
    • Allegro alla polacca für Streichquartett (1922; ursprünglicher neuer Schlusssatz für das d-Moll-Quartett)
    • Streichquartett e-Moll (1. Fassung vor 1928; 1928 alternativer Schlusssatz; 20. Mai 1930 Revision des neuen Schlusssatzes) cpo 5
    • Streichquartett B-Dur (1932) [2.+3. Satz aus Quartett e-Moll übernommen] [Altmann Nr. 4] Cpo 6
    • 2 Sätze für Streichquartett (?; Fragmente)

    Ein ähnliches Durcheinander findet sich auch im Streichquartettschaffen von Rued Langgaard. Dort hat man seinerzeit mit dem Nightingale SO alle Varianten eingespielt.

    Diesen Weg ist cpo leider nicht gegangen, sondern bietet nur die Quartette 1 und 3-6 und 2 und die Fragmente gar nicht. Das ist natürlich schade, ob noch eine CD nachgereicht wird, wage ich zu bezweifeln. Auch nicht ganz glücklich macht mich die Entscheidung, die Quartette 5 und 6, die sich den zweiten und dritten Satz teilen, so anzuordnen, dass man 5 nur komplett hören kann, wenn man seinen Spieler entsprechend programmiert, sodass er die Tracks in der Reihenfolge 4-7-8-5 abspielt. Ich höre meine CDs immer unprogrammiert und müsste mich erst einmal einarbeiten wie das geht (bei drei unterschiedlichen Geräten). Da die 2. CD nur eine Spielzeit von 51 min hat, wäre hier auch eine andere Lösung möglich gewesen nämlich beide Quartette komplett zu bieten.


    Soviel vorab zur ansonsten natürlich erfreulichen, da konkurrenzlosen Einspielung von zumindest vier Reznicek-Quartetten durch das renommierte Minguet Quartett. Das bei cpo als 3. geführte wurde bereits vor Jahren vom Franz Schubert Quartett als Nr. 1 eingespielt.