Beiträge von lutgra

    Inwieweit kann man nach auswechseln eines Mitspielers (oder zweier Mitspieler) überhaupt noch vom selben Quartett sprechen ?

    Inwieweit verändern sich Klangfarbe und interpretationsstil ?

    Ich glaube, dass jeder Wechsel eines Mitspielers die Balance in einem Quartett verändert, die Frage ist nur, höre ich als Laie das überhaupt. Mir ist es jedenfalls bisher noch nie aufgefallen.


    Ich finde es zudem eigenartig, daß Quartettformationen, nachdem ein, zwei, oder mehrmals gewechselt wurde noch immer denselben Namen tragen (dürfen)

    Nun die Namen sind ja oft nicht an die Mitglieder gebunden. Im Falle des Juilliard SQ sogar an eine Institution, die Juilliard Music School. Das Budapest SQ bestand während der meisten Zeit aus russischen Musikern.


    Was passierte mit dem "Einspringer" für Stefan Arzberger , Konrad Muck, der ´von 2015-18 an dessen Stelle spielte ?

    Dass wüsste ich auch gerne, er war ja früher mal Primarius beim Petersen Quartett, verschwand dann im Nirvana, dann tauchte er beim LSQ auf und jetzt...? Das Petersen Quartett benannte sich übrigens nach der ersten Primaria Ulrike Petersen, die aber nicht lange dabei war. Da ist der Namenverhalt schon lustig gewesen.


    Hat das Ausscheiden des Cellisten Matthias Moosdorf (Mitglied von 1988-2019) etwas mit seiner politischen Karriere (seit etwa 2016) zu tun ?

    Davon können wir ausgehen. Einige Veranstalter hatten sich dahingehend geäussert, dass sie das LSQ nicht mehr buchen würden, solange Moosdorf offen für die AfD arbeitet. Ob er selbst die Konsequenzen gezogen hat oder "entlassen" wurde, weiß ich nicht.

    Gewisse Kreise wollen ja nichts hören, was auch nur ansatzweise als "populär" oder "kitschig" gelten könnte. Avantgardistisch muss es sein, das Rad immer neu erfinden, die angeblich ewig gestrige gut situierte Hörerschaft verschrecken, dann ist es genial.

    Lieber Joseph II

    es soll aber auch Menschen geben, die sowohl das "Populäre" wie auch das Avantgardistische gerne hören. :hello:Insofern muss das nicht unbedingt ein Gegensatz sein. Von Sibelius 3. habe ich übrigens fast so viele Einspielungen wie es hier bisher Beiträge gibt.


    Vor einigen Tagen mit Gewinn gehört:



    Coverbild durch Mod ausgetausch, da ersteres Vinyl war

    Indes: beide gestrichen

    MOD 001 Alfred

    Das bisher letzte (zumindest eingespielte) 7. Streichquartett von Pascal Dusapin von 2009 ist ein sehr klangstarkes Werk. In einigen der 21 Variationen, bei denen die Ardittis auch ordentlich zulangen, klingt es fast wie Heavy Metal für Streichquartett.



    Deutlich ruhiger, aber auch klanglich interessant geht es bei den "Toten Wespen im Marmeladeglas" der in Berlin lebenden kürzlich mit dem Ernst-von-Siemens-Preis gekührten Italienerin Clara Iannotta zu. Ein Art Weiterentwicklung des Stils von Helmut Lachenmann, den die Komponistin wohl auch verehrt.


    Dieter Ammann

    Streichquartett Nr. 1 "Geborstener Satz" (2003)

    Casal Quartett


    Schöner Titel für ein 11-minütiges Streichquartett. Warum es so heißt, muss ich noch herausfinden (s.u.)



    FonoForum 01 / 11: "Intenso" nennt das Casal-Quartett seine aktuelle CD - und das ist nicht zu viel versprochen. Denn erstens vereint das Programm drei Werke aus drei Jahrhunderten von geradezu berstender Ausdruckskraft - und zweitens bürstet das schweizerisch-deutsche Ensemble die Stücke auch mit hitzigem Furor in die Saiten."

    Lieber astewes

    als ich Deinen letzten Beitrag las, dachte ich spontan: von dem Komponisten hast Du noch nie gehört. Musste mich aber nach kurzer Recherche eines Besseren belehren lassen.;)

    Auf meiner allerersten CD vom Arditti Quartet findet sich das Streichquartett "Coconino - a shattered landscape" * von Reynolds. Habe ich gerade mal wieder gehört (vermutlich erst zum 2. Mal ^^). Hörenswert. Daneben findet sich auch das erstaunliche Quartet 1931 von Ruth Crawford-Seeger, eines der frühsten modernistischen amerikanischen Werke für SQ. Sie ist übrigens die Stiefmutter des legendären Folksängers Pete Seeger.


    * Coconino ist übrigens der Name der arizonischen Provinz, in der Teile des Grand Canyon stehen. Das erklärt den Titel.


    https://www.discogs.com/Arditt…t-Arditti/release/2018405

    Meine CD-Sammlung dürfte inzwischen ähnliche Ausmaße angenommen haben wie die von Alfred. Da ich (leider) ein ausgesprochener Schnäppchenjäger bin, kann ich oft nicht widerstehen, wenn der Preis niedrig genug ist. Habe gerade wieder beim Werbepartner ein Paket mit 7 CDs für € 2,99-3,99 bestellt. Dazu kommen noch die Hochpreis-CDs mit neuem Repertoire. Allerdings trenne ich mich auch regelmäßig von CDs, die ich doppelt habe oder die ich doch nicht wichtig finde. Wenn sie nur Pfennigbeträge bringen würden, landen sie bei Oxfam. Gesuchtere Stücke biete ich über den Marktplatz am Fluss an, üblicherweise nicht unter € 7. Geht zwar langsam, aber kontinuierlich. Und der Briefkasten ist nicht weit. Ein echtes Problem sind die viel zu vielen LPs. Die aufwendig zu verpacken und damit ständig zur Post rennen, ist nicht mein Ding, schon gar nicht derzeit. Da suche ich noch nach einer gescheiten Lösung.

    Eine weitere Edition, VOL 2, mit den restlichen 8 Quartetten war angekündigt -und zwar mit dem Amaryllis Quartett - ist aber meines Wissen nach nie erschienen.*


    Nun ist es soweit: die zweite Folge der GA der Quartette von Friedrich Ernst Fesca mit dem Amaryllis Quartett ist bei cpo erschienen. Die vier CD umfassende Edition enthält die Streichquartette

    op. 2 Nr. 1-3; op. 4 Nr. 1; op. 7 Nr. 1 & 2; op. 14; op. 36. Die Aufnahmen entstanden zwischen 2007 und 2013. Ob der Booklet-Autor sieben Jahre für seinen Text benötigte?


    Ich bin ja bekanntermaßen auch ein bekennender Vinylfreund, höre aber ebenso viel CD, da ich sonst viele Sachen, die mich interessieren, gar nicht hören könnte. Da ich bei Einführung der CD schon eine recht umfangreiche Plattensammlung besaß, von der ich mich nie getrennt und die ich schon gar nicht digitalisiert habe, existieren bei mir beide Tonträger einträchtig nebeneinander. Im Prinzip: analog Aufgenommenes auf LP, Digitales auf CD. Ich kaufe nach wie vor gebraucht LPs, allerdings habe ich das meiste inzwischen auch schon (und eh viel zu viel). Neuaufnahmen kaufe ich meist nur dann als LP, wenn es sie anders nicht gibt, gerade habe ich z.B. die LP mit John Adams Klavierkonzert mit Yuya Wang bestellt. Downloads und streaming landet bei mir nur auf dem ipad für den mobilen Kopfhörer-Betrieb und zum Kennenlernen. Die Anlage bleibt für CD und LP reserviert.


    Und auch ich bin gespannt auf Vinylias online Magazin

    Christopher Rouse's Streichquartette 1 + 2 machen ungefähr da weiter wo Bartoks 3. und 4. aufhören. Also hochkomplexe, hochvirtuose Musik ist das, die ich ziemlich faszinierend finde. Das 2. Quartett mündet in den letzten 2, 3 Minuten in eine tonale Sequenz, die zum Niederknien ist. Das 3. Quartett soll noch besser sein, ein New Yorker Kritiker bezeichnete es als bestes amerikanisches Quartett seit Crumbs "Black Angel". Leider gibt es davon noch keine Aufnahme.


    Das Calder Quartet agiert auf höchstem spieltechnischen Niveau.


    https://www.amazon.de/Quartets…TF8&qid=1610647609&sr=8-1


    Gabriela Montero, die venezuelanische Pianistin, hat ein erstes Klavierkonzert geschrieben, das "Latin Concerto". Da sie es als Piano Concerto Nr. 1 tituliert, sollen wohl noch weitere folgen. Das knapp halbstündige, dreisätzige Werk wird seinem Namen voll gerecht und bewegt sich irgendwo zwischen Ravel, Villa-Lobos und Bernstein. Die Themen sind vielleicht nicht alle 100% originell, aber das ganze zündet doch ziemlich gut und der Klavierpart ist erwartungsgemäß hoch virtuos. Um es mit teleton zu sagen, das ist "Hörspaß pur".
    Als Beigabe gibt es Ravel G-major, Platz wäre auch noch locker gewesen für Ravels linke Hand, das müsste der Pianistin eigentlich doch besonders gut liegen.


    Lieber Astewes

    die CD gibt es hier zu kaufen:


    https://www.amazon.de/Zeitgen-Amerikan-Streichquart-Fine-Arts-Quartet/dp/B000024OZ6/ref=sr_1_1?__mk_de_DE=ÅMÅŽÕÑ&dchild=1&keywords=wuorinen+fine+arts&qid=1610616817&sr=8-1


    Ich besitze nur die LP, habe die aber aus irgendwelchen Gründen doppelt.


    Die Streichquartette 2-6 von Milton Babbitt gibt es zudem bei Bandcamp zum Downloaden oder auch streamen. Das ist schon recht harte Kost.;)


    https://erikcarlson.bandcamp.c…n-babbitt-string-quartets


    Übrigens, eine sehr inspirierende website zu Streichquartetten findest Du hier:


    https://sqblog.jhredguitar.com/about-us/

    Ob immer gleich so hoch gegriffen werden sollte? Diese leeren Werbesprüche! :no:

    So ist es. Da das 1. Klavierkonzert bei diversen Streamern bereits verfügbar ist, habe ich es schon gehört. Eine gute Einspielung, die aber IMO die Werbesprüche noch nicht rechtfertigt. Außerdem: so etwas zeigt sich sowieso nur über die Zeit, ob eine Aufnahme zu den Meilensteinen gezählt wird oder nicht.

    :hello:

    Allerdings gibt es vom Quatuor Terpsycordes seit dem Hiferuf von lutgra eine Einspielung des zweiten Streichquartettes von Bloch zu haben, allerdings versteckt hinter drei Streichquartetten des schweizer Komponisten René Gerber, die IMHO nicht ganz dasselbe Gewicht haben.

    Und deshalb habe ich diese auch übersehen. Danke für den Hinweis, schon bestellt. Und nachdem was ich sonst so über das "Musenquartett" gelesen habe, sollte das auf einem etwas höheren Niveau spielen als das Portland SQ. Drei unbekannte Quartette als "Zugabe" ist auch nicht schlecht.

    Das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks war immer schon ein erstklassiges Orchester ohne den Druck "das Beste" sein zu müssen. Ihre bis heute andauernde Reputation verdanken sie Eugen Jochum, der dafür sorgte, daß das Rundfunkorchester über den Rundfunk hinaus Konzerte gab und bekannt wurde. Seine Nachfolger haben diese Linie konsequent weiterverfolgt.

    Da sollte aber neben Eugen Jochum, der das Orchester 1949 gründete und bis 1960 leitete, unbedingt auch Rafael Kubelik genannt werden, der von 1961-1979 der Chefdirigent war und die bis heute eindrucksvollste Diskographie des Orchesters erarbeitete.

    Liebe Vinylia

    vielen Dank für die schnelle Antwort. Eine Okki Nokki nutze ich auch und wenn die Platten ganz schmutzig sind vorab den Knosti. Aber das kommt selten vor. Ich kaufe die Platten meist beim second hand Händler und da sind sie selten so verschmutzt. Badewanne und Kärcher habe ich jedenfalls noch nicht eingesetzt :). Mein Plattenhändler hat immer mehrere Boxen mit Platten für 2 € vor der Tür stehen, da werde ich oft fündig. Ein ASB Kaufhaus gab es auch mal um die Ecke, aber die sind leider weggezogen. War auch eine gute Möglichkeit, Doubletten loszuwerden. Seit auch Oxfam keine Platten mehr nimmt, habe ich da ein Problem.

    Da ich mit dem Okki Nokki bei einigen Platten nicht komplett zum Ziel komme, interessiert mich eine Ultraschallreinigung. Wenn Du da mal weiter kommst, würde mich interessieren wie Du das machst und ob sich das lohnt.

    Liebe Grüße - schön, dass es doch noch ab und zu mal Zugang an Vinylliebhabern gibt

    Lutgra

    :hello:

    Wenn ich diese Platten durchs Ultraschallbad gezogen habe, werde ich diese Aufnahme digitalisieren.

    @ Vinylia


    Benutzt Du zum Reinigen ein selbkonzipiertes Ultraschallbad oder eines der kommerziellen Plattenwaschgeräte?

    Und nicht jeder hat ein Loft lutgra ;) .

    OT: Ich habe tatsächlich mal ein dreiviertel Jahr in so etwas gewohnt, 1987 in New York in Soho. War schon irgendwie toll; ist aber auch ziemlich anstrengend, wenn man sich das Ganze mit zwei Leuten teilen muss, mit denen man jetzt nicht so eng ist. Aber bei $ 2000 Miete ging es nicht anders.:)

    Aber es stellte sich heraus, dass meine Frau wenig begeistert war von meinen Ambitionen, unser Wohnzimmer zuzustellen und ich nach ein paar Jahren alles wieder abgräumt habe.


    Manchmal kann ich Partner oder Ehe-Menschen nicht verstehen. Haben wir denn nicht alle unsere Leidenschaften, Freuden oder Macken. Weshalb muß Mensch einen anderen seinen Willen aufzwingen?


    Zeig' ihr doch dieses aktuelle Werbephoto einer Nobelmarke, vielleicht lässt sie sich umstimmen. :)


    https://bretz.com/product/ocean-7/

    Lieber lutgra, das Leben scheint an manchen Stellen ein Kompromiss zu sein.

    Ja, diese Diskussion kenne ich.:) Ich habe meiner Frau auch versprochen, den Plattenbestand vor dem nächsten Umzug (in ca. 2 Jahren) deutlich zu reduzieren. Was ein ziemlicher Kraftakt wird. Wir reden hier von ca. 6000 Stück.=O