Beiträge von JLang

    Meine zweite unverzichtbare Einspielung stammt aus dem Bereich Oper.
    Es ist die andernorts bereits viel (und zu recht) gelobte Aufnahme von Verdis Simon Boccanegra, meiner ersten Verdi-Oper



    Dirigat: Claudio Abbado
    Solisten: Cappuccilli, Ghiaurov, van Dam, Freni, Carreras
    Orchester: La Scala Orchestra
    Aufnahmejahr 1976


    Vielleicht gehört die Aufnahme gar zu den wenigen "perfekten" Einspielungen einer Oper, zumindest finde ich die stimmlichen Einzelleistungen und die Besetzung herausragend. v. a. mein liebster Verdi Bariton Piero Cappuccilli mit wunderbaren Gesangslinien und auch Carreras imO mit viel Gesangskultur, Ghiaurov mit der notwendigen Schwärze und Emphase. Das Dirigat Abbados überzeugt mich durch die Spannung und Dramatik, die das gesamte Stück aufrechterhalten wird, auch in den vergleichsweise getragenen Teilen. Auch wenn ich mit meiner Begeisterung für diese Einspielung einen Allgemeinplatz besetze :pfeif: , möchte ich sie auf keinen Fall missen.

    Lieber Johannes Roehl,


    schon einmal vielen Dank für die vielen Empfehlungen


    Zitat

    Emil Gilels


    Na, das ist aber eine Lücke
    Wenn Du mit nicht ganz idealem, aber gut anhörbarem Klang leben kannst, wären die Beethoven-Mitschnitte (alle Konzerte und 10 Sonaten) bei Brilliant ein guter Einstieg. Oder gleich den DG-Beethoven...


    Tja, wie das passieren konnte, weiß ich auch nicht recht ... aber ich habe extra zweimal nachgeschaut, nix zu finden :(
    Werde mal nach Brilliant schauen


    zu György Cziffra ist die EMI Box ja wirklich supergünstig und wird baldmöglichst gekauft.


    Besten Dank
    JLang

    Liebe Alle,


    nach einigen kleinen Postings beginne ich, einmal mit einer meiner neuesten Lieblingseinspielungen, die ich eigentlich nie genug hören kann.
    Da ich heute irgendwie beim Klavier hängengeblieben bin, betrifft meine erste Aufnahme zwei Mozart-Klavierkonzerte mit meinem liebsten Mozartinterpreten Rudolf Buchbinder.



    Mozart Klavierkonzert A-Dur, Nr. 23 und C-Dur, Nr. 25 (beide entstanden 1786)
    Pianoforte: Rudolf Buchbinder
    Orchester: Concentus musicus Wien
    Dirigat: Nikolaus Harnoncourt


    Die Aufnahmequalität ist m. E. nach sehr gut, wenngleich die Balance des Klangs nicht ganz optimal scheint, der Pianoforte-Klang ist aber in meinen Ohren ganz hervorragend. Und wenn man Buchbinder einmal Mozart hat spielen sehen (er hat sichtbar Spaß), kann man die nicht nur die Präzision, sondern auch die Leichtigkeit aus dem Spiel noch besser heraushören. Dafür nehme ich das an einigen Stellen hinsichtlich der Dynamik etwas eigenwillige Dirigat sehr gern in Kauf und habe viel Spaß an der Aufnahme.

    Dann nehme ich diesen schönen Vorschlag gleich einmal auf und veröffentlich meine Liste, die sehr lang ist, aber irgendwie bin ich immer so auf meine "Lieblinge festgelegt", daß ich dann überlege noch etwas Neues zu kaufen. Ich bin aber fest entschlossen, das zu ändern. Also meine Fehlliste sieht wie folgt aus:


    Pierre Laurent Aimard (seltsam, daß ich keine Aufnahme besitze ... höre ich aber im Oktober mit Brahms und bin schon ganz gespannt)
    Tzimon Barto
    György Cziffra
    Annie Fischer
    Rudolf Firkusny
    Malcolm Frager
    Bruno Leonardo Gelber
    Emil Gilels
    Helene Grimaud
    Byron Janis
    Julius Katchen (den die Brahms Freunde sicher sehr schätzen werden)
    Amir Katz (habe ich in Leipzig gehört und hat mir gut gefallen, eine CD besitze ich aber nicht)
    Lang Lang (habe ich in der Kölner Philharmonie mit Mendelssohn gehört, den Kauf einer Aufnahme hat es nicht nach sich gezogen)
    Alexander Lonquich
    Oleg Maisenberg
    Arturo Benedetti Michelangeli
    Ivan Moravec
    Alfred Perl
    Francis Planté (von dem es aber nur wenige Aufnahmen gibt)
    Dezsö Ranki
    Peter Rösel
    Grigory Sokolow (ebenfalls live schon gehört, aber keine Einspielung unter meinen CD’s gefunden)
    Alexandre Tharaud
    Jean Ive Thibaudet
    Anatol Ugorski
    Arcadi Volodos
    Lilya Zilberstein


    Auf viele Anregungen hofft
    JLang

    Da ich bisher noch keinen eigenen thread zu einem prägenden Pianisten meiner Jugendzeit gefunden habe (sollte es einen geben, könnte mein Beitrag vielleicht dorthin verschobene werden),
    versuche ich mich nun einmal darin, einen neuen thread aufzumachen (Fehler mag man mir als Neumitglied bitte nachsehen).
    Nelson Freire (geb. 1944), ein brasilianischer Pianist, oft zusammen Mit Martha Argerich zu hören, aber m. E. auch alleine sehr hören- und erlebenswert. Daß heißt nicht, daß ich ihn nicht gern eimal mit Americh zusammen gehört hätte :)
    Er begann das Klavierspiel im Alter von drei Jahren, gab schon als Kind öffentliche Konzerte. Nach seinem Unterricht in Brasilien setzte er seine Studien in Wien bei Bruno Seidlhofer fort.
    1964 gewann er in Lissabon den ersten Preis in der Vianna da Motta International Music Competition und ist seit 1959 mit zahlreichen Orchestern unter den verschiedensten Dirigenten (Boulez, Jochum, Masur, Chailly fallen mir auf Anhieb ein) regelmäßig auf der ganzen Welt zu hören. 2002/2003 gab er unter Riccardo Chailly, damals noch mit dem Royal Concertgebouw Orchestra Amsterdam und dem Orchestra Sinfonica di Milano Giuseppe Verdi Konzerte, unter Chailly kehrt er im März und April 2014 auch ins Gewandhaus zurück.


    Der Grund, warum ich Freire einen eigenen thread widmen möchte, liegt darin, daß ich ihn mehrfach während meiner aktiven Zeit des Klavierspielens (damals noch am Niederrhein) live hören durfe und mich solche Ereignisse immer mehr prägen als Einspielungen, seien sie auch noch so schön. Er gab wiederholt Klavierabende mit Chopin, Liszt und Schubert (live nicht gehört habe ich die Klavierkonzerte von Brahms, in die Einspielungen unter Chailly habe ich lediglich ausführlich hineingehört, bin aber nicht sicher, ob sie mich ganz überzeugen können). Zuletzt habe ich noch einmal einer meiner – wenigen – Freire CD’s gehört (Schubert, Wandererphantasie) und muß gestehen, daß meine Begeisterung immer noch da war. Sie entsprang weniger der technischen Seite seines Klavierspiels, ich habe ihn als sehr ruhigen, fast schüchternen Pianisten in Erinnerung, der mich durch sein phasenweise fast kontemplatives Musizieren aber auch seine präzise Dynamik immer sehr beeindruckt hat.
    Meine bevorzugten beiden Aufnahmen sind folgende:


    Chopin, Nocturnes (zu versuchen, Chopin-Interpretationen an Maurizio Pollini zu messen, ist schwierig bis unmöglich, aber mir gefällt Freire mit einigen Stücken ebenso gut wie Pollini)


    Schubert, Wandererphantasie


    Schließlich besitze ich noch ein Recital:


    Meine Frage an die fachkundigen Forumsmitglieder ist, ob meine große Sympathie für das Klavierspiel Freires vielleicht nur meiner nostalgischen Verklärung entsprungen ist, oder ob es hier vielleicht noch weitere Liebhaber gibt (immerhin schaffte es er ja in die Mammut-Philipps Edition "Great Pianists of the 20th Century," die 1999 erschien.
    Wenn ja, welches Sind Eure bevorzugten Aufnahmen?
    Insbesondere würe mich interessieren, war Ihr von seiner Liszt-Interpretation haltet, die bei mir auf der Wunschliste steht (aber immer anderen Wünschen weichen mußte)



    PS Nachträge und Ergänzungen zu Person und Werk würden mich sehr freuen


    APUT

    Nicht mehr ganz aktuell und eher etwas für die Nachtschwärmer (oder zum Aufnehmen)
    HOMMAGE AN SCHUMANN
    Paavo Järvi und die Deutsche Kammerphilharmonie Bremen
    Ausschnitte aus dem Konzert aus der Bremer Glocke 2010


    Wann? Montag, 05. August um 0:10 Uhr (43 Min.)
    Wiederholung am Montag, 12.08. um 5:15 Uhr

    Dann nutz ich diesen schönen Thread einfach für meinen ersten Post, um auf die Grabstätte des Gewandhauskapellmeisters Franz Konwitschny aufmerksam zu machen, die sich auf dem schönen Leipziger Südfriedhof befindet (XXX. Abteilung).



    Über seine Person zu viele Worte zu verlieren ist bei bei den Kennern in diesem Forum eigentlich unnötig, daher nur kurz einige Hinweise: Aus einer mährischen Musikerfamilie stammend studierte er in Brünn und am Konservatorium in Leipzig. Zunächst als Geiger und Bratscher am Gewandhausorchester angestellt, wurde er nach Zwischenstation in Stuttgart Generalmusikdirektor in Freiburg i. Br. Konwitschny setzte seine Karriere im NS-Staat Staat fort, was ihm aber nach dem Krieg nicht hindern sollte, Oper und Konzert in Hannover zu leiten. Ab 1949 wurde er dann Kapellmeister des Gewandhauses und führte dieses Amt bis zu seinem Tod 1962. Eine Aufnahme, die ich mir als Neu-Leipziger sofort angehört habe (und seither auch sehr schätze), ist sein Holländer von 1960 mit DiFiDi, Rudolf Schock, Gottlob Frick, Marianne Schech und Fritz Wunderlich.