Beiträge von Calatrava

    Hilde Güden hat dann auch nach dem Krieg – wie übrigens auch Rosette Anday – zugunsten von Clemens Krauss vor dem Entnazifizierungsausschuss ausgesagt. Die Stellungnahmen der beiden Sängerinnen sind erhalten.


    Über die beiden englischen Schwestern Ida und Louise Cook, die auf Bitten von Krauss und seiner späteren Gattin Viorica Ursuleac mehreren jüdischen Personen bei der Flucht aus Deutschland geholfen haben, soll übrigens ein Film gedreht werden. Als die beiden Schwestern in der BBC-Fernsehsendung „Das war ihr Leben“ geehrt wurden, trat Ursuleac als Gast auf und sprach erstmals öffentlich über die Rettungsaktionen. Erich Neubürger, ehemaliger Direktor der Kammerspiele Leipzig, schrieb daraufhin aus seinem Londoner Exil an Ursuleac nach Ehrwald:


    „Es drängt mich, Ihnen unseren Dank und unsere Bewunderung auszusprechen, als nicht nur wir, sondern auch Freunde aus der musikalischen Sphäre hier in der Emigration, der Meinung gewesen waren, dass Clemens Krauss zu den besonderen Stützen des untergegangenen Regimes gehört und ihm mit besonderer Hingabe und aus Überzeugung gedient habe. Wir haben Ihnen aus ganzem Herzen Abbitte zu leisten. Dass diese Zeilen Ihren Herrn Gemahl nicht mehr erreichen können, bedauern wir tief.“

    Da bereits von singenden Ehefrauen die Rede war: Vor Jahren habe ich auf dem Flohmarkt eine Single der Deutschen Grammophon mit deutschen Volksliedern gefunden, gesungen von Heinrich und Annemay Schlusnus.

    Und hier die Bestellnummer: 17 cm, DGA 37145 EPA

    Die Verdi-Arien wurden von der DGG in der großen CD-Box mit Fricsays Opernaufnahmen neu herausgebracht, eine der Arien der Dalila ("Sieh, mein Herz erschließet sich") befindet sich auf der Schock-CD "Funiculi, Funicula" (Profil / Hänsler).


    Und von der Arie der Magdalena gab es noch eine ältere Aufnahme bei der DGG unter Victor Reinshagen und den Bamberger Symphonikern. Auf der Rückseite ist ebenfalls "Selig sind, die Verfolgung leiden", diesmal mit Lorenz Fehenberger.

    Auf zwei Single-Schallplatten wurden die vier Auszüge einzeln veröffentlicht. Ich müsste die Bestellnummern heraussuchen. Es waren meiner Erinnerung nach Eterna und Deutsche Grammophon.

    Ende der 1990er Jahre zeigte mir der ehemalige Chefdramaturg des Theaters der Stadt Koblenz, Fritz Bockius, den ersten Vertrag von Anneliese Rothenberger. Sie selbst hat später gerne erzählt, dass sie in Koblenz nur eine Elevin gewesen sei, die in den Kulissen stand und nichts zu singen bekam. Zu diesem „nichts“ zählten ─ belegt durch Programmhefte und Szenenphotos ─ Gilda, Gretel und eine (oder mehrere, da bin ich mir nicht mehr sicher) der Frauen in „Hoffmanns Erzählungen“. Zu diesem Repertoire würde auch viel besser das Geburtsdatum passen, das in besagtem Vertrag eingetragen war: 1919.

    Ich hatte in Ende der 90er Jahre ein Gespräch mit Ursuleacs Nichte, die sich sicher war, dass ihre Tante bereits 1893 geboren wurde. Aus der 3 ließ sich auch viel bequemer eine 9 machen, eine kleine Korrektur, die Ursuleac - wie sie in einem Fernsehinterview sagte - auf Ratschlag von Heinz Tietjens während ihres Berliner Engagements unternommen hat.

    Der Ausschnitt stammt aus dem Film "Die Nachtigall von Cossebaude". Im "Spiegel" (Heft 45/1981) hieß es damals dazu:


    "Die einundachtzigjährige Sängerin Erna Berger erzählt aus ihrem Leben und gibt mitten aus ihrem Wohnzimmer ein Schubert-Lied zum besten. Eine Film-Biographie von Fritz Schindler."

    Gratulation, Rheingold, zu der beeindruckenden Kupper-Sammlung.


    Leider habe ich bisher nur wenige Aufnahmen von Kupper als Liedsängerin gefunden, z.B. eine DGG-Schallplatte mit vier Orchesterliedern von Edward Grieg (Solvejgs Lied, Solvejgs Wiegenlied, Ein Schwan, Letzter Frühling) mit den Münchner Philharmonikern unter Fritz Rieger.


    LG Calatrava

    Bei der DGG gab es noch von Kupper eine Schallplatte mit Auszügen aus „Aida“ in deutscher Sprache:


    Die komplette Szene zwischen Aida und Amneris („Wer steigt beim Klang der Hymnen“) mit Elisabeth Höngen und dem Würtembergischen Staatsorchester unter Ferdinand Leitner sowie die beiden Nilakt-Duette mit Lorenz Fehenberger (Radamès) und Hans Reinmar (Amonasro). Diesmal spielt das Bayerisches Staatsorchester unter Georg Solti.

    Als Ergänzung aus meiner Sammlung ein Photo von Alessandro Moreschi mit einer persönlichen Widmung an seinen Biographen, den Wiener Gesangslehrer Franz Haböck (1868-1922).



    Leider starb Haböck, bevor er seine in mehreren Bänden geplante Geschichte des Kastratengesangs veröffentlichen konnte. Posthum gab seine Frau, Dr. Martina Haböck, das Buch „Die Kastraten und ihre Gesangskunst: Eine gesangsphysiologische, kultur- und musikhistorische Studie“ (Stuttgart: Deutsche Verlags-Anstalt, 1927) heraus.

    Auf DVD gibt es noch die alte Defa-Verfilmung von „Figaros Hochzeit“, bei der Berger der von Angelika Hauff gespielten Susanna ihre Stimme leiht. Domgraf-Fassbaender (Figaro) und Ahlersmeyer (Graf Almaviva) spielen ihre Rollen selbst. Als Marcellina sieht man Elsa Wagner und hört Margarete Klose.

    Lieber Harald,


    danke für den Hinweis auf diese Box.


    Ich war ganz begeistert, endlich das „Marienleben“ von Hindemith auf CD zu haben. Bisher kannte ich nur die alte LP-Ausgabe von Acanta.


    Weiß jemand, woher das Duett aus dem dritten Akt der „Traviata“ mit Peter Anders stammt? Laut der Berger-Discographie in „Teachers and pupil“ von John Hunt (1996) war diese Aufnahme unvollständig geblieben. Und wo sind die restlichen Aufnahme von „Un dì, felice“ und „È strano“, die 1953 auch gemacht wurden?

    Ist Onégin nicht an der Met nach wenigen Vorstellungen als Brangäne und Amneris von Fach-Kolleginnen (Matzenauer?) ausgeboten worden?


    Bezüglich ihrer Liederabende meine ich mich zu erinnern, dass Hubert Giessen in seiner Biographie schrieb, dass sie menschlich schwierig war und ihre Begleiter als ungleichwertige Partner ansah.


    Interessant sind auch die inhaltlichen Unterschiede in den beiden Ausgaben von Onégins Memoiren. In der ersten Auflage „Sigrid Onégin ─ Leben und Werk“ von 1939 schreibt sie (bzw. wohl eher ihr Gatte Petzoldt), dass sie ein berühmter italienischer Dirigent auf die Partie der Lady Macbeth aufmerksam gemacht habe und welche Schwierigkeiten sie dann in Berlin hatte, weil sie Kürzungen machen, einige hohe Töne punktieren und exponierte Ensemble-Passagen mit der Kammerfrau tauschen wollte. Natürlich hatte sie am Ende einen riesigen Erfolg. In der posthumen Version von 1953 („Alt-Rhapsodie“) ist der Dirigent plötzlich Toscanini. Und als Fritz Busch, der Berliner „Macbeth“-Dirigent, Jahre später für Glyndebourne eine Lady suchte, bestand er auf einer Sopranistin (es wurde dann Vera Schwarz), weil er sich an die scheußlichen Transpositionen der Onégin erinnerte.

    Vor längerer Zeit tauchten in diversen Antiquariaten Bücher mit dem Exlibris von Sigrid Onègin auf.


    Eine interessante Parallele zu ihrem Leben (und Sterben) gibt der Roman „Die heilige Lüge“ ihres zweiten Ehemannes, Dr. Fritz Penzoldt. Der fiktive Arzt des Romans verschweigt seiner Gattin, einer Schauspielerin, ihren schlechten Gesundheitszustand, der bei weiterer Berufsaufübung zum Tod führen würde.


    Weiß jemand, ob das Museum, das Petzoldt nach Onègins Tod in Magliaso (Schweiz) eingerichtet hat, noch existiert?

    Dann sollte ich mal die genauen Angaben heraussuchen. Meiner vagen Erinnerung nach ─ ich hatte die Dirigierbücher vor vielen Jahren das letzte Mal in der Hand ─, war die übertragende Station Radio Danzig.


    Die „Suor Angelica“ und der „Tito“ lagern im Archiv des Stuttgarter Rundfunks. Das wäre die gleiche Quelle wie bei der bekannten „Ariadne auf Naxos“ unter Krauss.

    Lieber Wolfgang,
    es gab noch zwei Rundfunkübertragungen aus Berlin von Mozarts „Così fan tutte“ (Franz Völker als Ferrando) und von Puccinis „Turandot“ (wieder Völker - als Kalaf - und Erna Berger als Liù), aber diese scheinen nicht erhalten zu sein und tauchen nur in den Dirigierbüchern von Clemens Krauss auf, der genauestens über seine Auftritte und Aufnahmen Buch geführt hat.


    Die beiden Aufnahmen von der „Suor Angelica“ und des „Tito“ sind immerhin auf Schellack-Platten erhalten. Leider weiß ich nicht, wie man an eine Überspielung rankommt. Vielleicht hat jemand gute Kontakte zum Deutschen Rundfunkarchiv…


    Gruß


    Calatrava

    Die "Cherubiniana" ist ein neues Periodikum, das von der Intenationalen Cherubini-Gesellschaft e.V. mit Sitz in Berlin herausgegeben wird und das sich ohne Mühe in zahlreichen Bibliotheken finden lässt.


    Der erste Band enthält folgende drei Artikel:


    Prof. Dr. Helen Geyer (Weimar-Jena)


    Luigi Cherubini – Erhabenheit, Maßstab, Herausforderung –
    der Unbekannte


    Prof. Dr. Christine Siegert (Berlin)


    Ali-Baba ou Les quarante voleurs
    Cherubinis Oper vor dem Hintergrund der Gattungskonsolidierung
    der Grand Opéra um 1830


    Prof. Dr. Svend Bach (Arhus)


    Giudizi su Cherubini – oggi, ieri e domani
    Leider gibt es keine deutsche Zusammenfassung des italienischen Artikels - wie es in ähnlichen Publikationen (z.B. von Richard Strauss Gesellschaft) durchaus üblich ist.



    Sehr informativ sind die Rezensionen von Büchen, Notenausgaben, CDs und die Berichte von vergangenen Opern- und Konzertaufführungen am Endes des Bandes. Die


    Hinweise auf Werke Cherubinis im Konzertsaal und auf der Bühne scheinen schon zum Zeitpunkt der Drucklegung nicht mehr ganz aktuell gewesen zu sein.