Beiträge von Calatrava

    Ist Onégin nicht an der Met nach wenigen Vorstellungen als Brangäne und Amneris von Fach-Kolleginnen (Matzenauer?) ausgeboten worden?


    Bezüglich ihrer Liederabende meine ich mich zu erinnern, dass Hubert Giessen in seiner Biographie schrieb, dass sie menschlich schwierig war und ihre Begleiter als ungleichwertige Partner ansah.


    Interessant sind auch die inhaltlichen Unterschiede in den beiden Ausgaben von Onégins Memoiren. In der ersten Auflage „Sigrid Onégin ─ Leben und Werk“ von 1939 schreibt sie (bzw. wohl eher ihr Gatte Petzoldt), dass sie ein berühmter italienischer Dirigent auf die Partie der Lady Macbeth aufmerksam gemacht habe und welche Schwierigkeiten sie dann in Berlin hatte, weil sie Kürzungen machen, einige hohe Töne punktieren und exponierte Ensemble-Passagen mit der Kammerfrau tauschen wollte. Natürlich hatte sie am Ende einen riesigen Erfolg. In der posthumen Version von 1953 („Alt-Rhapsodie“) ist der Dirigent plötzlich Toscanini. Und als Fritz Busch, der Berliner „Macbeth“-Dirigent, Jahre später für Glyndebourne eine Lady suchte, bestand er auf einer Sopranistin (es wurde dann Vera Schwarz), weil er sich an die scheußlichen Transpositionen der Onégin erinnerte.

    Vor längerer Zeit tauchten in diversen Antiquariaten Bücher mit dem Exlibris von Sigrid Onègin auf.


    Eine interessante Parallele zu ihrem Leben (und Sterben) gibt der Roman „Die heilige Lüge“ ihres zweiten Ehemannes, Dr. Fritz Penzoldt. Der fiktive Arzt des Romans verschweigt seiner Gattin, einer Schauspielerin, ihren schlechten Gesundheitszustand, der bei weiterer Berufsaufübung zum Tod führen würde.


    Weiß jemand, ob das Museum, das Petzoldt nach Onègins Tod in Magliaso (Schweiz) eingerichtet hat, noch existiert?

    Dann sollte ich mal die genauen Angaben heraussuchen. Meiner vagen Erinnerung nach ─ ich hatte die Dirigierbücher vor vielen Jahren das letzte Mal in der Hand ─, war die übertragende Station Radio Danzig.


    Die „Suor Angelica“ und der „Tito“ lagern im Archiv des Stuttgarter Rundfunks. Das wäre die gleiche Quelle wie bei der bekannten „Ariadne auf Naxos“ unter Krauss.

    Lieber Wolfgang,
    es gab noch zwei Rundfunkübertragungen aus Berlin von Mozarts „Così fan tutte“ (Franz Völker als Ferrando) und von Puccinis „Turandot“ (wieder Völker - als Kalaf - und Erna Berger als Liù), aber diese scheinen nicht erhalten zu sein und tauchen nur in den Dirigierbüchern von Clemens Krauss auf, der genauestens über seine Auftritte und Aufnahmen Buch geführt hat.


    Die beiden Aufnahmen von der „Suor Angelica“ und des „Tito“ sind immerhin auf Schellack-Platten erhalten. Leider weiß ich nicht, wie man an eine Überspielung rankommt. Vielleicht hat jemand gute Kontakte zum Deutschen Rundfunkarchiv…


    Gruß


    Calatrava

    Die "Cherubiniana" ist ein neues Periodikum, das von der Intenationalen Cherubini-Gesellschaft e.V. mit Sitz in Berlin herausgegeben wird und das sich ohne Mühe in zahlreichen Bibliotheken finden lässt.


    Der erste Band enthält folgende drei Artikel:


    Prof. Dr. Helen Geyer (Weimar-Jena)


    Luigi Cherubini – Erhabenheit, Maßstab, Herausforderung –
    der Unbekannte


    Prof. Dr. Christine Siegert (Berlin)


    Ali-Baba ou Les quarante voleurs
    Cherubinis Oper vor dem Hintergrund der Gattungskonsolidierung
    der Grand Opéra um 1830


    Prof. Dr. Svend Bach (Arhus)


    Giudizi su Cherubini – oggi, ieri e domani
    Leider gibt es keine deutsche Zusammenfassung des italienischen Artikels - wie es in ähnlichen Publikationen (z.B. von Richard Strauss Gesellschaft) durchaus üblich ist.



    Sehr informativ sind die Rezensionen von Büchen, Notenausgaben, CDs und die Berichte von vergangenen Opern- und Konzertaufführungen am Endes des Bandes. Die


    Hinweise auf Werke Cherubinis im Konzertsaal und auf der Bühne scheinen schon zum Zeitpunkt der Drucklegung nicht mehr ganz aktuell gewesen zu sein.