Ach, Haydn.....
meine große Liebe unter den Komponisten.
Ich erinnere mich noch sehr gut, ich war ungefähr zehn, da strahlte der RIAS an jedem Tag eine Haydn-Sinfonie aus, damals gab es ausschließlich die Dorati-GA, und ich richtete meinen ganzen Tagesablauf danach aus, möglichst keine der Sendungen zu verpassen, habe sogar Schule geschwänzt dafür.....
War wohl eine andere Art der Bildung als die der Schulbildung.
Meine Lieblingssinfonie? Hm, immer die, die ich eben höre.
Nein, ernsthaft: die 97. Ihres zweiten Satzes wegen.
Darüber schreiben ist schwierig, weil ich mit Worten umzugehen nicht so gut verstehe wie Haydn mit Noten.
Wie soll man auch ausdrücken, dass eine Pause der Höhepunkt einer Sinfonie sein kann denn mit Schweigen?
Bis heute besitze ich keine der Gesamtaufnahmen, obwohl ich natürlich alle Sinfonien "kenne", will sagen: gehört habe.
Ob ich sie kenne? Ich glaube es nicht, denn immer wieder entdecke ich sie neu.
Auch in jeder neuen Aufnahme Neues, bin da auch offen für vieles - nur nicht für derart uninspiriertes Musizieren wie ich es bei Hogwood empfinde.
Vor einer Weile hörte ich einen Mitschnitt mit Brüggen, unterbrochen von ein paar dieser wunderbaren Kanons und Liedern.
Die Aufnahmen Brüggens sind, alles in allem, die für mich gelungendsten, wenn es auch schwächere Momente gibt.
Gar nicht die Frage um HIP, eher die Frage nach dem Ergründen der so tiefen Menschlichkeit in Haydns Musik.
Darum, das ich lache und weine gleichzeitig bei Haydn und für Momente weiß: das ist Glück.
Herzliche Grüße,
Mike