Beiträge von Bertarido

    Das war von mir NIE angedacht !!

    Ich dachte, ich habe das mehrfach genau beschrieben ( ?)

    Ist schon klar, ich hatte nur auf Apollon geantwortet:


    Gegen einen Mitgliedsbeitrag hätte ich überhaupt keinen Einwand. Wenn so Probleme, sprich Unkosten ausgeglichen werden können. Warum nicht? Ich nutze das Forum ausgiebig, meist Tag für Tag und als stiller Mitleser bestimmt schon seit ca.2006.


    Allerdings sollte es für die breite Öffentlichkeit weitherhin kostenlos zur Verfügung stehen. Ich war auch lange Nutznießer dieser Möglichkeit, dies sollte anderen nicht verwehrt bleiben, gerade jungen Menschen... aber nicht nur ihnen.

    Warum bloß mitlesende Nutzer kostenlos auf das Forum zugreifen können sollen, man aber dafür zahlen soll, dass man hier schreiben darf, ist für mich nur schwer nachvollziehbar. Da würde man ja dafür bestraft, dass man das generiert, was den Inhalt und eigentlichen Wert des Forums ausmacht. Ich glaube kaum, dass viele Taminos eine solche Regelung mitmachen würden.


    Den Zugang für externe Mitleser komplett hinter eine Bezahlschranke zu verlegen hielte ich auch für einen großen Fehler. Ich bin selten einer Meinung mit hasiewicz, aber hier stimme ich ihm voll und ganz zu:


    Der Versuch, das Forum per Paywall zu monetarisieren wäre sein sicherer Untergang. Dafür fehlt Tamino der Magazincharakter - für Geld darf ich regelmäßigen Content in strukturierter und lektorierter Form erwarten, das braucht eine echte Redaktion, nicht nur eine Forumsmoderation

    Man könnte allenfalls über eine Zwischenform nachdenken: Bestimmte Forenbereiche sind kostenlos, für andere muss man zahlen. Dort müssten dann aber auch Inhalte zu finden sein, die einen hinreichenden Wert für Mitleser darstellen. Als erstes fielen mir die Liedanalysen von Helmut Hofmann ein, auch wenn das seinen eigenen Intentionen völlig zuwiderliefe. Auch der Opernführer wäre ein Bereich, der vielleicht Einnahmen generieren könnte. Eine Rubrik mit Rezensionen von Neuerscheinungen wäre möglicherweise von entsprechendem Wert für Mitleser, aber die gibt es hier nicht in der nötigen Regelmäßigkeit. Eine andere Idee: Beiträge sind für einen bestimmten Zeitraum für alle lesbar, nach einer bestimmten Zeit verschwinden sie hinter der Bezahlschranke. So machen es manche Online-Auftritte von Zeitungen, z.B. die ZEIT. Das wird die Forensoftware aber wahrscheinlich nicht hergeben.

    Ich verstehe allerdings die Haltung nicht, denn die Mitleser tragen ja nichts zum Forum bei, es sei denn sie bestellen ihre CD über die Verlinkungen unseres Forums.

    Wenn ich Helmut Hofmann richtig verstehe, dann macht es für ihn einen großen Unterschied, ob nur die begrenzte Zahl der Forenmitglieder seine Beiträge lesen kann oder die weitaus größere Zahl von externen Interessierten. Ich kann das sehr gut nachvollziehen - Du nicht?

    "Carlo" in Orange? Ob das geht? Alle Produktionen, die ich von dort kennen, klingen sehr problematisch und kämpfen mit der Beleuchtung. Ich war nie dort. Wäre es aber gern gewesen.

    In Orange war ich leider auch noch nicht für eine Opernaufführung. Ich kenne nur die die auf DVD verfügbare Video-Aufzeichnung der legendären "Norma" mit Monserat Caballé aus Orange, die von schlechtem Wetter mit zeitweise heftigem Wind begleitet war. Die Aufnahme ist bild- und tontechnisch in der Tat miserabel. Sie entstand aber auch schon 1974, und ich kenne überhaupt keine Video-Aufzeichnung aus dieser Zeit, die technisch befriedigend ist.


    Den "Don Carlo" aus Orange habe ich mir inzwischen besorgt. Ich werde an geeigneter Stelle berichten, wenn ich mir die DVD angeschaut habe.

    Lieber Rheingold, danke, das dachte ich mir schon. Ganz großes Kino darf Oper für meinen Geschmack übrigens durchaus sein, aber eher Arthaus als Hollywood-Schinken ;)


    Gefunden habe ich jetzt noch zwei "Don Carlo"-Aufnahmen aus Orange und New York, das scheinen beides Live-Aufnahmen zu sein:




    Die "Eboli" war ja auch eine der Parade-Rollen von Grace Bumbry. Sicher auch keine Inszenierungen, die mich begeistern werden, und die Tonqualität ist bei Video-Aufzeichnungen aus den frühen 80ern meistens schlecht, aber immerhin eine Möglichkeit, sie einmal kennenzulernen.

    Durch die Erinnerung an den Geburtstag von Grace Bumbry bin ich auf die DVD mit ihrer "Carmen" aus Salzburg aufmerksam geworden:



    Bei jpc steht zwar "Bühnenproduktion der Salzburger Festspiele". Mein Verdacht ist aber, dass da nicht eine Bühnenaufführung aufgezeichnet wurde, sondern es sich um einen Opernfilm handelt, bei dem die Musik separat im Studio aufgenommen wurde. Das war damals ja durchaus üblich. Kann das jemand bestätigen? In dem Fall ist die DVD für mich nämlich uninteressant.

    Ich habe hier vor einiger Zeit eine Diskussion mit Reich-Ranicki und Kaiser zu Operntexten gepostet und kann mich nicht erinnern, dass das auch nur annähernd so viel Diskussion ausgelöst hat, wie die Hurwitzschen Thesen ... :) (eigentlich gab es keine Resonanz :( )

    Das mag daran gelegen haben, dass Operntexte nicht die allerspannendste literarische Gattung sind :untertauch:.


    Ich kann mich an dieses Thema gar nicht erinnern. Hast Du einen Link?

    Ich bin bei der Beurteilung von MRR voll und ganz bei "moderato"!

    Ich auch. MRR war zweifellos ein seriöser und ernst zu nehmender Literaturkritiker, dessen Urteile in der Regel fundiert und gut nachvollziehbar waren. Ob man seine Bewertungskriterien geteilt hat, ist dann wieder eine andere Frage. Ich habe mir vor kurzem, als ich nach einer OP ein paar Tage nicht viel machen konnte, alle Ausgaben des Literarischen Quartetts wieder einmal am Stück hintereinander angeschaut, und natürlich weiß man nach ein paar Folgen, was MRR nun wieder sagen wird und welche Bücher er positiv bewerten wird und welche nicht. Und natürlich hatte er einen Hang zur Selbstdarstellung und Selbstüberschätzung. Und manche Autoren mochte er (wie sein Heros Thomas Mann) und andere nicht wie Martin Walser und Günther Grass, wobei er von letzterem den literarischen Rang der "Blechtrommel" zu Recht nie bestritten hat, das "Treffen in Telgte" immer in höchsten Tönen lobte und auch Grass als Lyriker sehr schätzte. Für die Rezensionen der späteren Romane von Grass ("Die Rättin", "Ein weites Feld") ist dann die Bezeichnung "Verrisse" noch ein Euphemismus (wobei er mit seinem Urteil m.E. auch hier Recht hatte). Und auch Martin Walser hat unter Reich-Ranickis Verrissen gelitten, auch wenn die eine oder andere Novelle und Erzählung durchaus gelobt wurde. Seine Rache in Form des Romans "Der Tod eines Kritikers" wurde zum Skandal. Mir fehlt jemand wie MRR in der heutigen Literaturkritik jedenfalls sehr.


    Und Hurwitz? Er ist zweifellos unterhaltsam, und seine Urteile sind nicht völlig aus der Luft gegriffen, aber es fehlt mir dann doch oft an tiefer gehenden Begründungen, die über die Nennung seiner persönlichen Vorlieben hinausgehen. Da sind bzw. waren mir deutsche Musikkritiker wie Joachim Kaiser oder Ulrich Schreiber dann doch lieber. Trotzdem schaue ich mir die Videos von Hurwitz gerne mal an.

    Wie meinte Hurwitz mal anekdotisch und zynisch: Jedes Orchester, das je mit Jascha Horenstein zusammengearbeitet hat, ist sich darüber einig, dass es seine schlechteste Einspielung mit diesem Dirigenten gemacht hat.

    Ja, Horenstein mag Hurwitz überhaupt nicht. Seine Wahl für die am allermeisten überschätzte Aufnahme des Universums ist: Alle Aufnahmen von Jasha Horenstein ^^. Ganz konsequent ist er dabei aber auch nicht, denn er wählt ausgerechnet die Wild/Horenstein-Aufnahme von Rachmaninows Paganini-Variationen für seinen idealen Rachmaninow Klavierkonzerte-Zyklus aus.

    Ich bedanke mich für die bisherigen Beiträge und freue mich, dass das Thema in Gang kommt. :) Natürlich sind solche Bewertungen auch stark vom eigenen Geschmack abhängig, einen Konsens werden wir hier kaum herstellen. Aber das war ja auch nicht das Ziel.


    Meine erste Nennung ist die Gesamteinspielung der Klavierkonzerte von Rachmaninow von Earl Wild und Jascha Horenstein mit dem RPO aus dem Jahr 1965, ursprünglich für den Reader's Digest aufgenommen, später bei Chesky und dann bei Chandos mit diesem grauenhaften Cover erschienen:



    Die Aufnahme genießt so etwas wie einen Kultstatus, der aber meiner Meinung nach nicht gerechtfertigt ist. Ich habe dazu in diesem Forum einmal geschrieben: Ich finde, dass die Einspielungen zu oberflächlich auf Virtuosität setzen und den spezifisch russischen Tonfall dieser Musik verfehlen. Nachdem ich gestern die Aufnahme des 3. KK noch einmal gehört habe, bin ich dieser Meinung immer noch. (Die Einspielung von Nr. 3 leidet außerdem darunter, dass die gekürzte Fassung gespielt wird.) Es gibt für jedes der Klavierkonzerte bessere Einzelaufnahmen, und es gibt auch bessere Gesamtaufnahmen, auch aufnahmetechnisch bessere. Für mich gehört diese Einspielung in die Rubrik "gut, aber nicht herausragend" und somit oft überschätzt.

    In Wien gibt es auch die "Wiener Symphoniker", die den Philharmonikern in nichts nachstehen, aber es nicht zu deren wltweiter Berühmtheit gebracht haben, eventuiel lediglich darum, weil sie international mit den Philharmonikern verwechselt werden. Die sind etwas "weltoffener", ebenso wie das "Konzerthaus" im Gegensatz zum Musikverein.

    Aber die Wiener Philharmoniker spielen doch auch gelegentlich im Konzerthaus. Jedenfalls habe ich einige Video-Aufnahmen von Konzerten, die dort stattfanden. Vielleicht kann einer der Wiener Taminos die Frage beantworten, warum das so ist.

    1.) Genügt nicht der Thread „Prominent entsorgt“, um seine Abneigungen einer Aufnahme gegenüber kundzutun?

    Wie ich versucht habe deutlich zu machen, soll es hier nicht einfach darum gehen, seine Abneigung gegenüber bestimmten Aufnahmen kundzutun. Vielmehr geht es um Aufnahmen, die den Ruf haben, exzeptionell zu sein, dies aber - nach Meinung des Beitragenden - zu Unrecht.

    2.) Profitiert das Forum und seine Leser nicht mehr davon, über Dinge zu schreiben, die man liebt, und dazu neue Einsichten eröffnet?

    Wenn scheinbar allgemein geteilte positive Bewertungen in Frage gestellt werden, idealerweise mit nachvollziehbaren Begründungen, finde ich das sehr profitabel für Mitleser. Ich habe jedenfalls das Hurwitz-Video mit großem Gewinn gesehen und dabei zweimal meine eigenen Vorbehalte gegenüber angeblich herausragenden Aufnahmen bestätigt gefunden.


    Zwei Beispiele für das, was ich meine: Carlos Kleibers Aufnahme von Beethovens Fünfter genießt einen Kultststatus. Ich erinnere mich aber, dass mindestens ein geschätzter Tamino diese Aufnahme hier schon einmal als deutlich überschätzt bewertet hat (diese Aufnahme war auch eine der von Hurwitz genannten). Und vor kurzem wurde hier auch Soltis berühmte "Ring"-Aufnahme , die vielen ja als die beste aller Zeiten gilt, mit durchaus nachvollziehbaren Argumenten als keineswegs so exzeptionell bewertet.

    Dass aber speziell um diese Karajan-Bach-Aufnahmen jemals ein großes Gewese gemacht worden wäre und dass Karajan ihretwegen als bedeutender Bach-Exeget gefeiert worden wäre, wäre mir neu.

    Das sehe ich auch so.

    Schon in den Augen seiner Zeit wurde Karajan als Meister des Repertoires des 19. Jahrhunderts - von Beethoven bis Bruckner - wahrgenommen

    Genau, und in diesem Repertoire finden sich meiner Meinung nach durchaus Karajan-Einspielungen, die überschätzt wurden.

    Ich gebe es zu: Die Idee zu diesem Thread habe ich geklaut, nämlich von David Hurwitz, der vor kurzem ein Video zu den zehn "Most Overrated Recordings in the Universe" veröffentlich hat. Mich würde interessieren, welche Einspielungen hier von den Mitgliedern dieses Forums genannt werden. Es soll also um Aufnahmen gehen, die oft als herausragend beschrieben werden, die so etwas wie einen Kultstatus haben, der aber nach der Meinung des Verfassers nicht gerechtfertigt ist. Dazu muss die fragliche Aufnahme nicht unbedingt schlecht sein, sie kann durchaus von solider Qualität sein, aber eben nicht so sensationell, singulär oder epochal, wie von vielen oder zumindest manchen Kritikern oder Musikliebhabern behauptet. Natürlich kann es auch Fälle geben, in denen wirklich schlechte Aufnahmen als herausragend angepriesen werden.


    Meine Regeln für diesen Thread wären: Jeder und jede kann (zunächst) bis zu drei Aufnahmen nennen, idealerweise mit Cover eines noch beim Werbepartner verfügbaren Tonträgers und mit kurzer oder auch längerer Begründung, warum die Aufnahme für überschätzt gehalten wird. Entgegnungen sind erlaubt, solange die Diskussion sachlich bleibt und andere Meinungen respektiert werden. Genannt werden dürfen Aufnahmen jeder Musikgattung und aus jeder Entstehungszeit. Sollte das Thema auf Interesse stoßen, kann die Beschränkung auf drei Aufnahmen später aufgehoben werden.

    Ich habe Charles Castronovo gerade als Rodolfo an der Berliner Staatsoper gehört und war sehr angetan von seiner Stimme und seiner Rolleninterpretation. Ein Anlass, um mir die Bluray mit der Aufzeichnung aus Covent Garden zu besorgen (wenngleich mich Sonya Yoncheva, die die Mimi auch in London sang, in Berlin weniger begeistert hat).

    Heute war das Programm der Münchner Opernfestspiele 2022 in der Post, und zu meiner großen Freude konnte ich darin lesen, dass eine Neuproduktion von Krzysztof Pendereckis beeindruckender Oper "Die Teufel von Loudun" im Juni an der Bayerischen Staatsoper Premiere haben wird und Ausrine Stundyte dort die "Jeanne" singen soll! Ich kenne diese Oper bisher nur von der auf DVD vorliegenden Verfilmung aus Hamburg, in Mono und S/W. Wie schön, dass nun einmal Gelegenheit besteht, dieses Werk auf der Bühne zu erleben, live und in Farbe.

    Im Gegensatz zu anderen Beitragenden hatte ich überhaupt keine Probleme damit, einen Zugang zur "Káťa Kabanová" zu finden. Im Gegenteil ist dies meine Lieblingsoper von Janáček, noch vor "Jenůfa", "Věc Makropulos" und "Z mrtvého domu" ("Aus einem Totenhaus"). Dafür kann ich mit dem "Füchslein" überhaupt nichts anfangen. Die Produktion der Komischen Oper zu sehen und Annette Dasch zu hören reizt mich sehr, auch von meiner Seite daher vielen Dank an Hans für den Bericht. Für mich braucht es übrigens keine naturalistisch dargestellte Wolga, um den Gehalt dieser Oper zu transportieren. Großartig finde ich die auf DVD vorliegende Salzburger Inszenierung von Christoph Marthaler, bei der die Handlung in einer tristen 50er-Jahre Mietskaserne spielt und auch "handwerklich" alles stimmt.

    Das Orchester nahm seinen Part in der Walthamstow Town Hall in London auf. Der Organist spielte die Casavant-Frères-Orgel des Philharmonic Centers of Arts in Naples, Florida.

    Ich mag es ja gar nicht, wenn Orgel- und Orchesterpart separat aufgenommen und dann später zusammengemischt werden. :(


    P.S. Ich sehe gerade, dass ich das vor fast genau einem Jahr schon mal gesagt habe :untertauch:

    Eigentlich hatte ich mich auf die Wiederaufnahme von Saint-Saëns' "Samson et Dalila" an der Berliner Staatsoper gefreut. Wahrscheinlich keine Inszenierung, die mich besonders begeistert hätte, aber die Besetzungen der wesentlichen Partien schien verlockend. Jetzt habe ich aber gesehen, dass nicht wie ursprünglich angekündigt Elīna Garanča die Dalila singt, sondern Anna Lapkovskaja, die ich bisher nicht auf dem Schirm hatte. Hat jemand eine der bisherigen Aufführungen besucht und kann etwas zu ihr sagen? Ich überlege, ob ich überhaupt noch nach Berlin fahren soll.


    Und weiß jemand, warum Elīna Garanča die Aufführungen abgesagt hat?