Beiträge von Bertarido

    Wir haben nun also nach einer seitenlangen Auseinandersetzung gelernt, dass Holger irgendwann einmal irgendeine Aufnahme von Mahlers 1. mit Abbado und den Wiener Philharmonikern gehört hat, in der das Orchester seiner Meinung nach nicht an die Leistung des CSO in Abbados erster Einspielung der Symphonie herankommt. Weiter begründen kann oder will er das nicht, ebensowenig wie er uns verraten kann oder will, um welche Aufnahme mit den Wiener Philharmonikern es sich da gehandelt hat. Wir wissen also weder, warum die Leistung angeblich schlechter war, noch können wir das Urteil überprüfen oder uns ein eigenes bilden. Stattdessen sollen wir uns auf seine Kompetenz für die Bewertung von Mahler-Aufnahmen verlassen, die allerdings auch nur dadurch belegt wird, dass diese bei ihm ein ganzes Regal füllen. (Das tun sie bei mir auch, so dass ich mich nun auch kompetent fühlen darf. :))


    Ich persönlich finde den Ertrag dieser Beiträge etwas dürftig, und da sie zudem auch nichts mit dem Thema des Threads zu tun haben, schließe ich mich teletons Biitte an:

    :!:Ich wäre dafür die Beiträge ab 50 auszulagern. Denn die haben mit dem Thema Leonard Bernstein - Meine liebsten Aufnahmen nichts mehr zu tun.


    8) Ich erwarte hier etwas von und über Bernstein zu lesen.

    Ich finde das Thema hochinteressant und würde auch gerne von Caruso hören, welche Dirigenten er welchen Mahler-Interpretationsstilen zuordnet. Aber das hat doch dann mit "Leonard Bernstein - Meine liebsten Aufnahmen" nichts mehr zu tun und sollte vielleicht an anderem Orte fortgesetzt werden.

    Aber wenn man diese Hürde mal genommen hat, bringt die Betrachtung der Art und Weise, wie er einen solchen Text in Liedmusik gesetzt hat, viele interessante Einsichten mit sich und bereitet große Freude.

    Brittens Serenade für Tenor, Horn & Streicher ist eines meiner Lieblingswerke dieses Komponisten, und ich entnehme Deinem Beitrag erfreut, dass Du auch an einer analytischen Betrachtung dieser Lieder arbeitest. Gerade die von Dir genannte Dirge greift mich emotional immer sehr an, und natürlich die im Zentrum dieses Zyklus stehende Elegie, in der Britten eines der schönsten Gedichte von William Blake kongenial vertont hat.

    Lieber Helmut, ich verfolge mit dem allergrößten Interesse Deine Ausführungen, die mein Verständnis dieser Lieder von Benjamin Britten erheblich vertiefen. Und ich freue mich auch, zumindest bisher eine Wertschätzung von Brittens Vertonungen der Hölderlin-Gedichte herauslesen zu können.

    Auch ich bin aufs höchste beeindruckt von dieser Abhandlung, die ich noch mehrmals werde lesen müssen, um sie in ihrer ganzen Tiefe und Detailiertheit erfassen zu können. Sie wäre es mehr als wert, in gedruckter Form als kleines Büchlein zu erscheinen.

    Ja natürlich. Es handerlt sich dabei um CDs aus den 80er Jahren - mit sogenannter Pre-Emphasis.

    Ja richtig, Pre-Emphasis war der Fachausdruck, der mir gestern nicht eingefallen war.

    Pre-Emphasis kenne ich natürlich, aber das Verfahren hat genau den gegenteiligen Effekt zu dem, den teleton beschrieben hat. Dabei werden die Höhen nämlich angehoben und vom CD-Player beim Abspielen dann wieder abgesenkt (de-emphasis). Spielt man eine solche CD ohne diese Absenkung ab, dann klingt die Aufnahme also schrill oder besonders höhenbetont und nicht etwa dumpf.


    Dass die DG das Verfahren auch mal angewandt hat, wusste ich nicht. Ich habe eine Reihe von frühen BIS-CDs, die damit aufgenommen wurden.

    Das Aufnahmeteam des Gothenburg SO mit DG verwendet ein Rauschunterdrückungssystem das von verschiedenen CD-Playern nicht erkannt wird.

    (Bei meinem 1. Technics-CD-Player wurde die Funktion beim Abspielen sogar angezeigt. SONY-Player (zumindest die aus der ES-Serie) erkennen es auch und wandeln das Signal optimal um.)

    ;) Das ist der Grund weshalb viele User in der Kritik von dumpfer Klangqualität schreiben, eben weil viele CD-Player haben, die das Signal nicht opimal umwandeln können !

    Rauschunterdrückung bei einer Digitalaufnahme? Kann man das irgendwo nachlesen?

    1981 wurde Wolfgang Wagners Bayreuther "Parsifal"-Inszenierung durch Unitel in der Bildregie von Brian Large aufgezeichnet und im Fernsehen gezeigt. Um eine Live-Übertragung handelte es sich allerdings nicht, weil die Aufzeichnung schon in der Probenzeit vorgenommen wurde.

    In den 80er Jahren wurden komplette Aufzeichnungen aus Bayreuth regelmäßig im Fernsehen übertragen, und zwar zur besten Sendezeit. Das weiß ich genau, weil das meine ersten Begegnungen mit Wagner waren, die meine Begeisterung für dessen Werke damals voll entflammt haben. Ob ARD oder ZDF weiß ich nicht mehr, weitere Kanäle gab es damals ja nicht, außer den dritten Programmen. Gesendet wurden neben der genannten Parsifal-Inszenierung auch der komplette Boulez/Chereau-Ring, der Friedrich-Lohengrin mit Peter Hofmann, der Tannhäuser ebenfalls von Götz Friedrich, der Kupfer-Holländer, die Meistersinger in der Wolfgang Wagner-Inszenierung und der Tristan in der Ponnelle-Inszenierung. Zumindest das West-Fernsehen hatte also keine Scheu vor bestimmten Wagner-Opern.

    Nun, es scheint im Forum gerade einen gewissen "Japan-Fimmel" zu geben, siehe hier: Japan-Fimmel?. Der Ausdruck ist also nicht von mir ;).


    Was Asahina betrifft, so kenne ich nur seine bei Exton erschienenen Beethoven-Aufnahmen, und die haben mich nicht sonderlich begeistert. (Ganz im Gegensatz übrigens zu Wakasugis Bruckner-Aufnahmen, die ich wirklich sehr gelungen finde - sein Zyklus ist sicher unter meiner Top 3.)

    Wir werden uns wohl darauf einstellen müssen, dass in Zukunft das Gastmitglied 'Orfeo' nicht mehr hier im Forum schreiben wird. Er hat mir mitgeteilt, dass er "keine grosse Lust und keine Zeit mehr habe", sich "weiter bei Tamino einzubringen". Er wird uns sehr fehlen! Durch sein Engagement, seine Sachkenntnis und sein außergewöhnliches Recherchetalent hat er insbesondere unsere Beschäftigung mit Stimmen immer wieder enorm befruchtet. Ich habe versucht, ihn zu überreden, dass er doch weitermachen sollte. Leider ohne Erfolg!

    Das ist wirklich äußerst bedauerlich. Ich hoffe, wir werden zumindest Kenntnis von dem Buch über seltene Opern erlangen, an dem er mitarbeitet. Das möchte ich mir unbedingt zulegen.

    Schreibe bei einem Kabel „HiFi“ dran, dann ist das Zehnfache drin.

    Das Lustige daran ist, dass im Studio-Bereich, also da, wo die Aufnahmen entstehen, niemand teure "HiFi"-Kabel verwendet. Da nimmt man sauber verarbeitete, symmetrische Digitalkabel, die einen Bruchteil dessen kosten, was den Leuten im Consumer-Bereich von den HiFi-Händlern aufgeschwatzt wird. Was man bei der Aufnahme und beim Mischen offenbar nicht braucht, soll dann bei der Wiedergabe eine wichtige, klangbeeinflussende Rolle spielen. ^^


    Man sieht, dass es eigentlich keinen Sinn macht, CD gegen Festplatte zu testen. Was eigentlich getestet wird, sind DAC und Vorverstärker, wenn es danach in dieselbe Kette geht.

    Genau meine Rede!

    weiter dazu kommen noch die Kabel, die den Klang entscheidend mitbestimmen. Wer dazu einen Blindtest braucht, dazu kann ich nur sagen: einen Ohrenarzt aufsuchen oder einen Therapeuten! ^^

    Wer an "Kabelklang" glaubt und sich einer wissenschaftlichen Methodik verweigert, mit dem macht eine Diskussion über HiFi-Technik keinen Sinn. :hello: Das war mir nun schon vorher klar, aber dass Du Dich zu so abstrusen Aussagen wie dieser versteigst, erschreckt mich dann doch:


    - weil ein normaler PC keine Verabreitung von Audio-Signalen hat, die wirklich Hifi tauglich ist.

    Was soll denn hier mit "Verarbeitung" gemeint sein? Auf dem PC läuft ein Software-Player, der Daten von der Festplatte ausliest und am Digitalausgang der Audio-Karte oder am USB-Port ausgibt. Den kritischen Punkt hast Du richtig benannt: Man muss die Windows-Mixer umgehen, aber wenn man eine vernünftige Audio-Karte oder einen DAC hat, die/der ASIO-Treiber zur Verfügung stellt, WASAPi geht auch, dann wird da nichts "verarbeitet", sondern die Ausgabe ist bitgenau, auch über USB. Wer da glaubt, einen Klangunterscheid zum CD-Player zu hören, der genau das gleiche macht, nur dass die Abtastung von einer CD fehleranfälliger ist als von einer Festplatte, der sollte in der Tat einen Therapeuten aufsuchen :D. Aber ich weiß, dass ich an Deiner Meinung nichts ändern werde, die ist mir auch ziemlich egal. Du darfst auch gerne weiter Geld für teure Digitalkabel ausgeben und daran glauben, dass Du damit einen "klanglichen Ansturz [sic!]" vermeidest. Nur erlaiube ich mir dann auch, solchen Aussagen zu widersprechen.

    Der Vergleich mit der CD was den Klang angeht ist aber eindeutig: CD ist eindeutig besser,

    Die Aussage finde ich zumindest missverständlich, lieber Holger. Die CD selbst klingt ja nicht, und auch der CD-Player klingt nicht, wenn man darunter einen Mechanismus zum Auslesen der auf der CD gespeicherten Daten versteht. Ebensowenig klingen Festplatten. Es kann allenfalls in beiden Fällen Datenfehler geben (auf dem Speichermedium selbst, beim Auslesen der Daten oder bei deren Transport zum DAC). Klangunterschiede treten dann sicherlich bei der Digital-Analog-Wandlung des DAC auf, auch wenn man darüber streiten kann, ob man ab einer bestimmten Qualitätsstufe noch einen Unterschied hört. (Und damit meine ich: In Blindtests). Wenn Du sagst, dass CDs bei Dir besser klingen, dann verwendest Du wahrscheinlich für die Wiedergabe der CDs den DAC des CD-Players und für die Wiedergabe von der Festplatte Deinen Cambridge DAC.

    Ich stelle meine Frage hier, weil ich keinen besseren Ort gefunden habe: In Glyndebourne wird in diesem Sommer (hoffentlich) eine Neuproduktion von "Kát’a Kabanová" zu sehen sein. Die Titelrolle soll die tschechische Sopranistin Kateřina Knĕžíková singen. Der Name sagt mir bisher gar nichts, und auch hier im Forum habe ich keine Informationen über sie gefunden. Laut Operabase ist sie bisher vor allem in Prag, Brünn und anderen Orten der Tschechischen Republik aufgetreten. Hat sie einer unserer fachkundigen Melomanen schon einmal auf einer Bühne erlebt? Ich überlege noch, ob ich dieses Jahr nach Glyndebourne fahren soll, und nähere Informationen über diese Sängerin würden mir die Entscheidung erleichtern. Bei Youtube ist einiges zu finden, aber ich wäre mehr an Live-Eindrücken interessiert.

    Als ich Deine Ankündigung las, lieber Helmut, nun auch das "Lied von der Erde" analytisch zu betrachten, freute ich mich sehr. Ich hatte schon ein paar Zeilen als Antwort verfasst, die meiner besonderen Beziehung zu diesem Werk Ausdruck gaben. Aber dann dachte ich mir, dass das nun doch zu persönlich sei, und löschte diesen Beitrag wieder. Auf jeden Fall kann ich Dir versichern, dass das Interesse an diesem Thread nicht gegen Null gehen wird - ganz im Gegenteil.

    Seit zwei Wochen sitze ich an diesen Hölderlin-Fragmenten und habe die analytische Betrachtung des ersten Liedes gestern abgeschlossen. Acht Tage habe ich dafür gebraucht, und das wird in diesem langsamen Tempo weitergehen, denn - wie zu erwarten war - tauche ich auch gleichzeitig in die Welt der Hölderlin-Lyrik ein und erstelle, bevor ich mich auf die Liedmusik Brittens einlasse, eine ausführliche Interpretation des ihr zugrunde liegenden Gedichts. Das hat sich unbedingt erforderlich erwiesen und macht mir überdies auch große Freude.

    Das aber bedeutet:

    Ich werde mich also zwar auf Benjamin Britten als Liedkomponisten einlassen und einen entsprechenden Thread starten

    :jubel::jubel::jubel:

    Das ging aber schnell, lieber Bertarido. Ich hatte zwar mit der raschen Lösung gerechnet, bin nun aber doch freudig überrascht. :) Für Godward habe ich eine Schwäche.

    Ich habe allgemein eine Schwäche für englische Maler und für Abbildungen schöner Frauen - die Wahrscheinlichkeit, dass ich dieses Bild kennen würde, war also recht hoch :).


    Bis ich das nächste Rätsel stelle, kann ein paar Tage dauern.

    Da bin ich ganz Deiner Meinung, lieber Holger. Chungs Version hört sich so an, also ob das Video zu schnell ablaufen würde - furchtbar.

    Meine Scheu vor fremdsprachlicher Lyrik. Die hat sich, obwohl ich englische und auch französische Lyrik durchaus lesen kann, im Lauf meiner Beschäftigung mit dem deutschen Lied immer stärker herausgebildet, weil ich dort erfahren habe, wie hochkomplex die Interdependenz zwischen dem lyrischen Wort und der Musik ist. Man muss die vertonte Sprache wirklich wie eine Muttersprache beherrschen, um die Musik darauf zu verstehen und adäquat beurteilen zu können.

    Das verstehe ich sehr gut, lieber Helmut. Britten hat neben englischen und französischen Gedichten ja auch noch italienische ("Seven Sonnets of Michelangelo"), aber immerhin auch deutsche ("Hölderlin-Fragmente") vertont.

    Aber ich werde mich in den nächsten Wochen in das liedkompositorische Werk Brittens, das ich nur flüchtig kenne, etwas tiefer einhören und mich dann prüfen, ob ich mich zum Start eines einschlägigen Threads in der Lage fühle.

    Da bin ich sehr gespannt und danke Dir schon einmal, dass Du Dich damit befasst!

    Ich bitte gleich zu Anfang um Pardon, dass ich dieses Thema für einen Beitrag missbrauche, für den ich keinen passenderen Ort gefunden habe. Zum einen ist es mir ein Anliegen, Helmut Hofmann für seine aktuelle Auseinandersetzung mit Schubert-Liedern unter dem Titel

    "Franz Schubert. Liedkomposition nach existenziell tiefgreifender Lebenskrise" zu danken. Ich lese dort mit großem Gewinn mit, ohne mich berufen zu fühlen, eigene Beiträge dazu zu leisten. Zum anderen - nun kommt es - möchte ich eine Anregung loswerden. In der Vergangenheit hast Du, lieber Helmut, ja gelegentlich Vorschläge für Deine weitere Befassung mit dem Thema Lied aufgenommen. Ein Komponist, dessen Liedschaffen mir besonders viel bedeutet, ist Benjamin Britten, der bislang im Liedforum kaum vorkommt. Er hat in diesem Genre ein umfassendes Œuvre vorgelegt, das meiner unmaßgeblichen Meinung nach zu dem Bedeutendsten gehört, was im 20. Jahrhundert an Liedern geschaffen wurde. Vielleicht hast Du ja Interesse und findest die Zeit, Dich mit seinem Liedschaffen zu befassen. Ich bin mir sicher, dass nicht nur ich es Dir danken würde.

    Gestern Abend nach langer Zeit wieder einmal gehört und gesehen:



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    Diese Produktion von Sir Peter Hall gehörte zu den ersten Aufführungen, die ich in Glyndebourne besucht habe - lang ist es her. Obwohl ich schon immer ein großer Freund von Brittens Musik war, konnte ich mit seiner zweiter Kammeroper damals wenig anfangen. Mir fehlten wohl die Antennen für dieses Stück. Heute finde ich es ganz wunderbar, nicht nur eine köstliche Komödie, sondern voller tieferer Untertöne. Und vor allem ist die musikalische Umsetzung großartig, Britten ist auch hier wieder ein Meisterwerk gelungen. Die Produktion ist traditionell, aber voller Spielwitz vorgetragen und unbedingt sehenswert. Gesungen und musiziert wird auf hohem Niveau. Bild- und Tonqualität sind passabel, aber nicht mehr, wie bei einer DVD aus dieser Zeit auch nicht anders zu erwarten. Tonspur leider nur Stereo im datenreduzierten Dolby Digital 2.0-Format.


    Eine Bitte an die Moderatoren: Der Titel dieses Threads ist schon lange nicht mehr zeitgemäß. Nicht nur gibt es auch Blurays, sondern viele Angebote sind ausschließlich als Streams verfügbar. Vorschlag für einen neuen Titel: "Was höre und sehe ich zur Zeit".

    Wer der mit diesem Thread aufgeworfenen Frage auf dem Weg über die Lektüre eines einschlägigen Sachbuchs nachgehen will, dem möchte ich dieses empfehlen, - ja ans Herz legen:

    Alex Ross, Die Welt nach Wagner, Rowohlt, 2. Auflage 2020

    Dem kann ich mich voll und ganz anschließen. Wer das Buch im englischen Original lesen möchte: Dort trägt es den etwas weniger nüchternen Titel "Wagnerism: Art and Politics in the Shadow of Music" (New York 2020).


    Ross dürfte vielen durch sein auch sehr lesenswertes Buch "The Rest Is Noise: Listening to the Twentieth Century" bekannt sein.