Beiträge von Traubi

    Ich werde noch lange brauche, bis ich sage "Ich habe genug". Gerade als Student mit schmalem Börserl bin ich mit meinen Käufen vorsichtig, sobald die Studentenzeit aber vorbei ist werde ich wohl viel mehr Geld bei JPC lassen und meine Sammlung in kürzester Zeit kräftig erweitern. Vor allem die schönen großen CD Boxen mit Beiheften und Co haben es mir angetan ;)
    Was mich aber auch seit neuestem interessieren würde sind musikgeschichtliche Bücher :-)

    Also um den Grundgedanken des Threads auf zu greifen, nein es ist natürlich nicht verwerflich wenn ein Klassikfan fremdgeht, also musikalisch meine ich ;)
    Mich würde aber auch die Frage interessieren ob man als Klassikfan fast nur noch Klassik hören kann oder eingeschränkter wird in seinen Hörgewohnheiten?
    Ich habe seit bei mir die Klassikbegeisterung ausgebrochen ist, also vor fast drei Jahren, schon eine gewisse Einschränkung meines alten Hörverhaltens festgestellt und werde dahingehend auch etwas unleidlich wenn ich z.B. auf einer längeren Autofahrt mal die heutigen Charts hören muss. :cursing:
    Auf der anderen Seite kann ich mich noch nach wie vor für Bands wie Queen, Creedence Clearwater, STS oder Interpreten wie Elton John, Peter Cornelius, Billy Joel oder dergleichen begeistern, aber sonst endet da meine Toleranz schon recht schnell, ich denke mir dann immer: "Was ist das nur gegen Verdi, Jonas Kaufmann und Co?


    Gleichzeitig hat mich aber das Klassikfan-sein auch musikalisch etwas erweitert, französischer Chanson oder französische Musikerinnen wie Zaz oder Joyce Jonathan hätten früher nie den Weg in mein Ohr gefunden, auch so musikalische Leuchtturmprojekte wie Wardruna oder eben alte Musik (Renaissance/Mittelalter) gehören jetzt zu meinem Musikgeschmack dazu.

    Das ist eine einzigartige Sammlung die ich nach wie vor gerne höre und nur jedem ans Herz legen kann:



    Außerdem höre ich auch gerne diese Aufnahme mit ihm:



    Ich höre diese Werke nicht nur gerne weil sie für sich selbst wunderbar sind, sondern auch weil sie mir der liebe Operus geschenkt hat, alleine schon deshalb nehmen sie in meiner kleinen aber feinen CD-Sammlung einen ganz besonderen Platz ein :)

    Hallo liebe Taminos,


    Ich beschäftige mich eigentlich seit Beginn meiner Anwesenheit im Forum mit dem Ballett. Zu einem guten Teil hat ja auch das Ballett Schwanensee mein Interesse für klassische Musik, den Tanz und schlussendlich auch die Oper geweckt.
    Seit kurzem habe ich damit begonnen, mich damit zu beschäftigen, was hinter dieser schönen Kunstform steckt. Wer sind die Menschen, die auf der Bühne stehen und uns mit ihrer Perfektion erfreuen? Was müssen sie leisten, von dem wir Zuseher gar nichts mitbekommen? Wie sieht das Leben eines Tänzers, einer Tänzerin aus? Ein wenig habe ich bereits versucht, das mit dem Thread über Polina Semionova zu tun, möchte mich aber noch einmal im allgemeinen damit beschäftigen und mich nicht nur auf eine Person beschränken.


    Ich habe mir gedacht, dass würde die Taminos vielleicht auch interessieren und habe beschlossen einen Thread aufzumachen.


    Zuerst ein Interview mit Gregor Hatala, einem ehemaligen Mitglied des Ensembles der Wiener Staatsoper. Er beschreibt in diesem Interview sehr gut die Sorgen eines Berufstänzers und gibt einen ersten Einblick zu diesem Thema:
    https://kurier.at/stars/abschi…-ballett-stars/99.132.425


    Eine guten Einblick mit vielen Fotos bietet die Ballett-Fotografin Darian Volkova. Sie sagt über ihre Arbeit laut dem untenstehenden Kurierartikel: "Ich möchte den Menschen eine Möglichkeit geben, die Welt des Balletts durch die Augen einer Ballerina zu sehen."
    Der Kurierartikel gibt einen ersten Einblick in ihre Arbeit:
    https://kurier.at/leben/aus-de…ner-ballerina/189.015.113
    Wer noch mehr Bilder sehen möchte, kann hier ihre Website besuchen:
    https://darianvolkova.com/
    Wer noch mehr über die Person Volkovas wissen möchte, findet auf ihrer Website eine interessante Beschreibung Volkovas über sich selbst:
    https://darianvolkova.com/about/


    Besonders ans Herz legen möchte ich den Artikel "Bis der Körper schreit" von "Zeit Campus" der gut einfängt unter welchem Druck junge Tänzerinnen und Tänzer aber auch die bekannten Profis stehen und natürlich bietet er auch sonst allerhand spannende Einblicke.
    http://www.zeit.de/2016/49/bal…rrenz-isabelle-maia-beruf



    Alle diese Artikel und Fotografien lassen mich tief beeindruckt in meiner Wohnung zurück, tief beeindruckt von Menschen die sprichwörtlich mit Laib und Seele bei der Sache sind, oftmals ohne großen Lohn und Anerkennung wie sie berühmte Sportstars einfahren, viele sind sich ihrer tatsächlichen Leistung gar nicht bewusst.
    Ich möchte mit dem Thread ihre Opfer die sie bringen und bringen müssen den Taminos und anderen Lesern nahe bringen und natürlich meine Dankbarkeit zum Ausdruck bringen, für die Menschen, die auf der Bühne für die Schönheit und das Publikum alles geben, auch sich selbst!



    aus der Galerie von Darian Volkova


    Lg. euer Traubi (ich würde mich natürlich freuen wenn die Taminos noch mehr über dieses Thema wissen)



    Auch ich kann mich dem nur anschließen, habe die CD durch Zufall in der Bücherei entdeckt und muss sagen ich war begeistert :)

    Hallo,


    als ein Vertreter der jungen Generation um die es ja in diesem Thread geht möchte ich mich jetzt auch einmal zu Wort melden.
    Aus meinem persönlichen Umfeld interessieren sich nur zwei, drei weitere Personen für Opern und klassische Musik. Nicht wesentlich mehr für Musical oder Theater.
    Ich möchte nicht zu sehr in die Diskussion was den anziehender für junge Menschen sei, historische Inszenierungen oder neue die historische Elemente (zum Beispiel bei der Kostümierung) aussparen, abtauchen.
    Meine persönliche Meinung ist, die ich jetzt auf meine Erfahrungswerte zurück führe, dass gerade junge Menschen historische Darstellungen modernen durchaus schon mal vorziehen, braucht man doch um die Abstraktion des neuen zu begreifen zuerst das vermeintlich "Alte", auch mein Umfeld bestätigt mich darin.
    Ich hatte vor kurzem hier einen Thread eröffnet mit dem Thema, dass es in Taiwan bzw. in der asiatischen Ländern das Problem des Jugendmangels im Publikum überhaupt nicht gibt.
    Das das in Europa nicht so ist, liegt auf der Hand, aber übertreiben wir es nicht ein bisschen mit der "Schwarzseherei" ? Wenn ich in die Staatsoper gehe sehe ich in den Bereichen wo ich immer sitze, genug junges Publikum (meist die günstigeren Sitze).
    Interessant ist, das vor allem junge Leute aus Osteuropa und Asien klassische Musik und Opern mögen, wenn man in ein Musical geht sieht man dann noch viel mehr Junge.
    Nicht zu vergessen ist auch der Faktor Internet, heut zu Tage kann sich ein junger Mensch wesentlich schneller und einfacher eine Oper, ein Ballett oder ein Konzert ansehen als das vielleicht noch früher der Fall war, vor allem können sich junge Menschen die sich dafür interessieren viel leichter vernetzen.
    Ein paar Klicks reichen und schon ist man in der Scala oder in Met ;)


    Vielleicht sehen wir das ganze also nur zu schwarz?

    Hallo Taminos,


    Heute stieß ich auf einen interessanten Beitrag von BR-Klassik über das afghanische Frauenorchester das u.a. Beethoven und afghanische Lieder spielt:
    https://www.br-klassik.de/aktu…haftsforum-davos-100.html


    Ein spannender Bericht fand sich auf Thüringen24:
    http://www.thueringen24.de/wei…er-kommt-nach-Weimar.html
    Der Bericht selbst gibt auch einen Überblick über die Dirigentin, die auch schildert wie es ist eine afghanische Musikerin zu sein.


    Spannend könnte in dieser Hinsicht auch die Presskonferenz sein die anlässlich des Orchesterauftritts abgehalten wurde, bei dem die Mitglieder und Mitarbeiter des Orchesters Antworten geben:


    Und hier der Auftritt:


    Ich finde das Projekt, wie ihr vermutlich erahnen könnt, super. Die Damen senden nicht nur eine Botschaft an die Unterdrückten in Afghanistan sondern auch in anderen Ländern. Natürlich sollten auch die Organisatoren des Orchesters erwähnt werden, die den Mut hatten dieses Projekt voran zu treiben und das auch noch immer tun!


    Lg. euer Traubi

    Naja die Einschätzung, dass Michael Jacksons "Thriller" mit der Geige zu begleiten nicht so schwer ist wie Tschaikowskys Violinkonzert zu spielen dürfte doch stimmen.
    Sein gesamtes Können mit dem Instrument vermag ich nicht zu erfassen, jedoch würde ich eben behaupten, dass dennoch ein gewaltiger Unterschied besteht zwischen einer Fr. Steinbacher/Fr. Hahn und ihm. Die beiden Letztgenannten sind eben durchgehend mit den großen Kompositionen für Violine beschäftigt während er sich mit Minimalismus den Lebensunterhalt sichert (wenn auch sehr einbringlichen Minimalismus -> er füllt ja seine Konzerthallen ganz großartig)
    Das er eine der besten Ausbildungen erhalten hat (wenn nicht sogar die Beste) möchte ich gar nicht bestreiten. Ich finde es nur schade, dass sich jemand wie er so unter Wert verkauft! (und den Zuschauern wie oben beschrieben zu teuer)


    Ich bin da kein Experte, aber ich glaube bzgl. der zur Verfügung stehenden Technik ist der Unterschied zwischen einem Andrea Bocelli und z.B. einem Jonas Kaufman deutlich größer, als der zwischen David Garrett und z.B. Arabella Steinbacher (wenn da überhaupt ein merkbarer technischer Unterschied besteht). Das "Problem" bei Garrett scheint mir also weniger das Wie, sondern das Was ...


    Ich würde da weniger den Begriff Technik verwenden sondern eher den Begriff "Handwerk". Ich habe eine Studienkollegin, die macht u.a. Musik Lehramt und spezialisiert sich auf Klavier und Geige, sie meinte, dass das was Garrett macht, egal wie man zum Endprodukt steht, handwerklich wirklich nicht sehr schwer ist. Zu bekannten Popnummern der heutigen Zeit oder aus den 80ern und 90ern auf der Geige zu spielen ist nicht sonderlich schwer, wenn man das Instrument schon ein paar Jahre in der Hand hat. Ich glaube also schon, dass hier ein großer technischer/handwerklicher Unterschied besteht, eine Frau Steinbacher bewegt sich in ganz anderen Klassen als David Garrett, einfach weil sie ungemein schwierigere Stücke spielt....

    Hallo liebe Taminos,


    Vor etwa zwei Wochen, durfte ich in der Wiener Stadthalle David Garrett live erleben. Vor ein paar Jahren, ich stecke noch auf der Oberstufe, bekam ich eine CD von ihm geschenkt die ich ab und an anhörte. Ich war also recht neugierig auf das Konzert, ich stellte mir David Garrett ja irgendwie als eine Art Teufelsgeiger vor der seine Geige für den perfekten Klang auf der Bühne zerfetzt und der Tourname "Explosive" versprach mir eine in Flammen stehende Bühne......Naja "explosive" eben ;)
    Vorausgeschickt werden sollte, dass jemand aus meiner Verwandtschaft bei einer Agentur arbeitet, die zu diversen Events Karten verkauft, Karten die überbleiben nutzen dann oft zu einem Vorteilspreis oder manchmal sogar gratis, die Mitarbeiter da besagte Karten dann sowieso verfallen bzw. nicht genutzt würden.
    Das bewahrte mein studentisches Geldbörserl davor, einen wie ich finde recht geschmalzenen Preis von 79 Euro zu zahlen.
    Aber zurück zur Musik! Der Boden der Bühne war rot bemalt, was für die nächsten 2 Stunden das einzig "explosive" bleiben sollte.
    David Garrett begann also zu den Rock/Pop - Klassikern zu fideln, aber auch zu sehr aktuellen Nummern. Ich konnte mich des Eindrucks nicht erwehren, dass die armen Menschen die für ihre Karten bezahlt haben ganz fürchterlich verarscht worden sind. Ich meine, es war zwar nett aber es klang halt wie eine Karaoke - Version, im Prinzip spielt er ja nur Instrumentalmusik ohne Gesang der eben mit Garretts Instrument begleitet wurde.....
    So weit so gut. So richtig gegen sich eingenommen hat Hr. Garrett mich aber, als er begann Tschaikowskys 1. Klavierkonzert zu spielen bzw. zu verhunzen. :untertauch:
    Es war so nichtssagend und verwässert. Mann konnte nur erahnen wie schön dieses Werk von Tschaikowsky ist, bei Garrett verlor es sämtliche Magie, dass dieses Werk nach dem hundertsten Hören noch immer auf mich hat. Das war in der 2. Nummer. Nachdem sich mein Nervenkostüm halbwegs beruhigt hatte und ein paar Popnummern vorgetragen wurden, begann Mr. Garrett einen Anschlag auf das menschliche Gehör, indem er eine E-Violine heraus holte. Eine Gekreische begann, ich kann es gar nicht beschreiben....Eine E-Gitarre mag ja ein cooles und interessantes Instrument sein, aber eine E-Violine/Geige........Und das Publikum raste auch noch und klatschte mit?!!! Dieses unsägliche Instrument war einfach nur fürchterlich. Ebenso begeistert war das Publikum von den zwischen den Musiknummern eingebrachten Reden von David Garrett, in welchen seine Mutti erwähnt wurde, der Respekt für seine Mitmusiker, seine Liebe zur Musik, wie toll er Wien nicht findet und natürlich musste auch ein wenig Moral und Rührung her - "Bleibt so wie ihr seid" oder "man darf sich nicht unterkriegen lassen vom Leben" waren nur einige der "Brandreden". Mag sein, dass ich jetzt etwas zu kritisch berichte und Hr. Garrett hier verreiße, aber wer für seine Karten auf den hintersten Sitzreihen 79 Euro verlangt, muss eben auch etwas mehr bieten als lange Haare, Michael Jacksons "Thriller" mit der Geige zu begleiten und ein paar lauwarme Sprüche los zu lassen.
    Nach der Pause ging es relativ langweilig weiter, David Garrett begleitete Popklassiker mit seiner Geige. Mir fiel auf, dass bei hohen Tönen auch sein normales Instrument nicht mehr wirklich nach einer Violine klang, sondern immer mehr einem Gequietsche gleichkam, was vielleicht auch an der Akustik in der Halle lag.
    Kommen wir vielleicht noch einmal zum Namen der Tour bzw. dem Namen des Albums zurück, "Explosive". Bei drei oder vier Nummern flammten Feuersäulen um die Bühne auf, das war es aber auch schon. Wenn ich mich da an ein Rammsteinkonzert erinnere, da haben sogar die Instrumente gebrannt und sie haben weitergespielt (keine Ahnung wie sie das damals gemacht haben). Die paar Flämmchen die Garrett da als "Explosive" verkauft hat waren eher lauwarm.
    Während des restlichen Konzerts, vor allem nach der Pause, besserte es sich etwas, Werke von berühmten Komponisten wurden nicht mehr verhunzt (stattdessen die heutige Popmusik) und man konnte ihm zuhören, allerdings kam bei mir ein Gefühl der Langeweile auf. Wie Eingangs glaube ich schon erwähnt, ist das was er bringt eben "nur" die Instrumentalversion anderer Lieder und man wartet als Zuschauer auf etwas das nicht kommt......
    Gegen Ende beschloss Mr. Garrett aber noch einmal zu zeigen wie gut (haha) seine E-Geige klingt. Er setzte zu einem Duell mit einem E-Gitarristen an, ein infernalisches Geschrei begann, das Publikum rastete aus und die Show hatte ihr Ende erreicht.
    Erwähnt seien hier noch die Tanzeinlagen die symbolisch unterstrichen wie lauwarm diese "explosive" Tour ist: 3-4 halbnackte die in roten Kostümen auf einer für die wenigen Tänzer viel zu großen Bühne herumhopsen und das noch nicht einmal im Gleichklang oder besonders ansprechend (das vor allem immer nur in eine Richtung, die Leute die auf der anderen Seite der Bühne gesessen sind, dürften von den 3-4 Tänzern relativ wenig mitbekommen haben) .
    Für mich bleibt nur eine Frage: Wieso haben die Leute David Garrett nicht aus dem Saal gebuht? Selbst wenn einen die Instrumentalmusik nicht gelangweilt hat und man Abwechslung von normalen Hörgewohnheiten hatte muss einem doch aufgefallen sein, dass man für das viele Geld (und es gab noch viel teurere Karten für die man in der Oper einen Logenplatz bekommen hätte) eigentlich nicht viel bekommen hat? Weiters stellt sich mir die Frage ob er wirklich einen Nutzen für die klassische Musik hat. Die zwei, drei Nummern die er aus der Richtung gebracht hat, waren nicht gerade dazu gedacht Leute für die klassische Musik zu begeistern, es fehlt ihnen einfach an der Magie, der Würze....Vielleicht, ganz bestimmt, saßen aber auch Leute im Saal die sich jetzt für die Violine interessieren und auf Youtube nachsehen was es da sonst noch so gibt? Das wäre dann eines der wenig positiven Dinge die aus dem Abend mitnehmen konnte....


    Für mich bleibt nur noch zu sagen, dass dies mein letzter Besuch eines David Garrett Konzerts war!

    Eigentlich bin ich kein Freund weiblicher Komponisten. Was ich bislang hörte war durchwegs Mittelmaß, oder sanfter ausgedrückt: vermochte MIR nicht zu gefallen.

    Wie kann man den beurteilen ob etwas nur Mittelmaß ist? Selbst mit deinem Wissen/ihrem Wissen halte ich solche Aussagen für reichlich verwegen und sie klingend auch übermäßig pauschalisierend.
    Das sie dir nicht gefallen ist schon wesentlich nachvollziehbarer und natürlich voll in Ordnung, jedem wie es beliebt :)



    Wir sollten einmal kritisch überlegen, ob Frauen als Komponistinnen und Dirigentinnen nicht von der Männerwelt gezielt aus diesen Bereichen der Musik herausgehalten wurden. Seit Frauen mehr auf diesen Gebieten unterwegs sein können gibt es eine immer größere Zahl von hervorragenden Repräsentantinnen.

    Das halte ich für den wichtigsten Punkt des ganzen Themas. Ich begebe mich ja meistens nur ungern (zumeist aus männlicher Bequemlichkeit -> Schande über mich) in die Untiefen feministischer Diskussionen oder Rollendiskussionen, ich denke aber das sie hier wirklich geführt werden muss.
    Alleine wenn man sich die Spielpläne diverser Opernhäuser anschaut gibt es da nicht viel, das Selbe gilt für viele Konzertspielpläne div. Häuser. Dabei gibt es doch genug Komponistinnen die alleine von der Quantität her einen Platz im Spielplan haben müssten. Die Metropolitan Oper hat meines Wissens im letzten Jahr etwas von Ethel Smyth aufgeführt aber viel habe ich auf den Spielplänen nicht gefunden.
    Ich denke da spielt auch die Anziehungskraft auf das Publikum eine Rolle. Große Namen wie Tschaikowsky oder Wagner ziehen nun einmal auch das Publikum an, der Name Ethel Smyth ist da bestimmt nicht so bekannt und holt daher auch weniger Publikum ins Haus.
    Das spiegelt sich ja auch im Angebot an Tonträgern wieder, ehrlich gesagt war ich etwas enttäuscht von der ein oder anderen Seite auf der wir hier sonst immer Musik bestellen, da gab es nämlich nicht viel Material zu den Komponistinnen.


    Das sie damals benachteiligt worden sind, steht für mich außer Frage, war doch Smyth nicht umsonst eine Anhängerin der Suffragetten Bewegung. Wenn Frauen nicht einmal Zugang zum Wahlrecht hatten, wie sollten sie dann in einer von damals rein von Männern besetzten Branche ihre Musik an den Mann/an die Frau bringen können?
    Darauf beruht wohl auch die heute fehlende Popularität gewisser Künstlerinnen, hätte man Wagner mit Auftrittsverboten belegt oder im einfach das Orchester nicht zur Verfügung gestellt wüssten wir heute bestimmt auch nichts von ihm oder weniger als wir es jetzt tun.
    Ich frage mich allerdings warum noch heute die Hörgewohnheiten so verstaubt und konservativ anmuten, dass so wenig weibliche Werke es in den Saal schaffen? Immerhin gibt es ja auch bereits viele weibliche Interpreten in Gesang und Instrumentenspiel die mit ihren männlichen Kollegen mithalten oder diese sogar noch übertreffen.
    Man(n) denke da an Yuja Wang, Anna Fedorovna usw., warum dann nicht auch mehr rein weibliche Kompositionen?

    Hallo liebe Taminos,


    Da ich auf Facebook das BR-Symphonieorchester und BR-Klassik abonniert habe, stieß ich auf eine interessante Reportage, die beschreibt, dasses in Taiwan eine große Klassikbegeisterung, besonders unter jungen Leuten gibt.
    Klassik Boom
    Hier noch die Bildergalerie zur Asientour
    https://www.br-klassik.de/orch…urnee-rueckblick-100.html


    Dieser Bericht deckt sich auch mit meinen Erfahrungen, alleine schon bei den letzten Opernbesuchen im Theater an der Wien und an der Staatsoper sind hinten auf den Stehplätzen unter den jungen Hüpfern wie mir, zahlreiche Asiaten und Asiatinnen zu sehen. Vielleicht achte ich besonders darauf, aber ich denke auch im besser bezahlten Segment, dass wohltuende Sitze genießen kann, gibt es interessanterweise viele (junge) Asiaten die sich den Genuss einer Oper oder ähnlichem hingeben.
    Unter den Asiatinnen auf der Uni, scheint klassische Musik ebenfalls sehr beliebt zu sein!
    Jetzt stelle ich mir die Frage wieso das so ist? Ich meine reicht die Erklärung von Joyce Chiou aus: In Europa sei klassische Musik eine alte Tradition, die gelebt werde. In Taiwan sei sie dagegen etwas Neues, etwas Modernes und deshalb total angesagt bei der Jugend. Wer in Taiwan in Konzerte gehe, zeige außerdem, dass er privilegiert und gebildet sei.
    Oder haben die jungen Taiwanesen vielleicht einfach noch mehr Bezug zu ihrer eigenen Kultur und können deswegen eher etwas mit einer weiteren hochkulturellen Kunstrichtung anfangen als meine Generation in Europa?


    Liegt in Asien vielleicht sogar die Rettung der europäischen Hockkultur (Opern, klassische Musik)?
    Eure Meinung dazu würde mich wieder einmal interessieren,


    Lg. Stefan


    Ps. Wer sich noch ein paar Bilder von der Asientour anschauen möchte kann das hier tun:

    Hallo liebe Taminos,


    weihnachtlicher Unistress sowie der Weihnachtsstress treiben mir die Schweißperlen auf die Stirn, dennoch möchte ich mir endlich wieder die Zeit nehmen um einen (hoffentlich) für euch interessanten Beitrag zu verfassen. Im Oktober gab es in Wien wie üblich "Die lange Nacht der Museen", ein tolles Ereignis bei dem sämtliche Museen der Stadt bis 2 Uhr Nachts offen haben. An der Akademie für bildende Künste, an der auch eine liebe Freundin von mir studiert, gab es eine Ausstellung, u.a. über weibliche Komponisten. Da mein Wissensschatz beim Thema "weibliche Komponisten" klein ist, beschloss ich mir das ganze einmal an zu sehen. Es gab verschiedene Hörinseln mit Informationen und musikalischen Kostproben zu verschiedenen Komponistinnen:


    Ethel Smyth
    March of the Women und aus "The Wreckers" Prelude


    Alma Mahler-Werfel
    "Die stille Stadt", "Ansturm" und "Der Erkennende"


    Vally Weigl
    Toccatina für Klavier "Listen" und "All day I hear the noise of Waters"


    Henriette Bosmans
    "Sonate für Violoncello und Klavier/Allegro maestoso und "In den Regen"


    Vitezslava Kapralova
    Ritornel, Op. 25, "Love Carol" und Streichquartett-Leno, Pianoconcerto, Suita Rustica



    Ich war nach der Ausstellung sehr beeindruckt über die Größe des weiblichen Schaffens in der (klassischen) Musik, was mir bisher völlig verborgen war.
    Vielleicht können wir hier ein paar Stücke sammeln, ein paar Videos und gute Aufnahmen speziell von Frauen? Was habt ihr so im Regal, das von Frauen komponiert wurde?
    Wie immer wende ich mich was die Erweiterung des Wissens angeht, ehrfürchtig an die lieben Taminos!


    Lg. Stefan

    Also von der SACD habe ich noch nie etwas gehört, ich glaube das sagt schon recht viel über den Erfolg dieses Mediums aus :D
    Am Anfang meines Lebens hatte ich noch Kassetten zur Nutzung dann kam aber schon recht schnell die CD, somit könnte man fast sagen die CD ist das Medium meiner Generation.
    Ich habe auch viel auf dem Smartphone, Opern, Konzerte usw. Alfred Schmidt hat es schon angesprochen, es gibt da ja auch diese "Gratis-Downloads", die sind vor allem für mich als Student super.
    Es geht mir aber nicht nur um das hören, ich möchte die Musik schon auch "besitzen", sie angreifen, in die Hand nehmen und ansehen, so etwas kann mir ein Download nicht bieten, selbst wenn er gratis ist. Deswegen bestelle ich nach wie vor CDs und wenn ich mit dem Studium fertig bin werden die Bestellzahlen auch sprunghaft ansteigen :jubel::jubel::jubel:
    Ein Schuber mit einem tollen Motiv, einer schönen Verzierung, ein kleines Beiheft in dem man Informationen über die Sänger, den Dirigenten und den Komponisten bekommt, das ist schon was tolles!

    Claqueure, na sowas! Jetzt habe ich wieder ein neues Wort gelernt :thumbup: Habe ich gar nicht gewusst, dass es so etwas in der Oper gibt. Ich hielt/halte die Oper ja immer als Festung, besucht von Leuten edler Gesinnung, die Platzanweiser gleichen Rittern für Gerechtigkeit und Ordnung...Das habe ich wohl etwas zu rosarot gesehen ;)
    Um aber wieder zum Thema zurück zu kommen, Doc Kaletha spricht da einen interessanten Punkt an. Als erstes fiele mir dazu ein, dass Rubinstein schon fast selbst schuld ist wenn er so mitreißend komponiert und spielt, dass es niemanden auf den Sitzen hält :D Die Frage ist halt mit welcher Motivation die Menschen in ein Konzert oder eine Aufführung gehen. Besuchen sie sie zur Unterhaltung, zur Freude oder wollen sie auch begreifen, verstehen und tief eintauchen? Ich gehöre muss ich gestehen zu ersten Kategorie, ich versuche (und schaffe es selbstverständlich auch meistens, um ja den Taminos keine Schande zu machen) mich ja ordentlich zu benehmen um in das romantisierte Bild eines Opernbesuches zu passen, aber bei manch einer hinreißenden Arie oder einer wirklich tollen Stelle kann man sich halt manchmal nicht zurück halten (Ich könnte mich wenn Hvorostovsky "Largo al facotum" schmettert nur schwer im Zaum halten), ich will nur damit sagen, dass man durchaus Verständnis für so einen Fauxpas aufbringen sollte, solange er nicht zu ausufernd ist (hier stellt sich natürlich die Frage wo zieht man die Grenze?)

    ich bin morgen Abend in den "Meistersingern" in München. Gegen die Preise, die in München zur Wiesen-Zeit verlangt werden sind die Bayreuther Zimmerangebote direkt sozial. Wir wohnen in Gräfeling in einer bürgerlichen Pension € 200 für ein DZ pro Nacht. Und nun kommt der Hammer: In erster Linie um Jonas Kaufmann als Stolzing zu erleben fahren wir nach München und nun hat er den ganzen zweiten Zyklus der Meistersingeraufführungen abgesagt. Aus dem Preislied wird jetzt eine Trauerode, die ein Herr Künzli singt. Was soll es: Wir sind sehr gepannt, wei der berühmteste Beckmesser der letzten Jahrzehnte Eike Wilm Schulte nun den Kothner singt. Er soll auch in diese Rolle großartig sein. Wir treffen uns nach der Vorstellung mit ihm und werrden den Kummer im Augustiner oder Spatenhaus ertränken.


    Das ist ja eine richtige Enttäuschung für euch, tut mir sehr leid Operus :S Weiß man warum er abgesagt hat? Hoffentlich kann euch Schulte dafür gesanglich entschädigen ;)
    Ich hatte gestern auch ein wenig Pech, wollte eigentlich Aida in der Staatsoper ansehen, es gab aber nicht einmal mehr Stehplatzkarten :(
    Hm na gut, dann werde ich Bayreuth auf jeden Fall trotzdem einen Besuch abstatten, zuerst kommt allerdings die Scala 2017 dran.


    Mit diesen CDS und dieser DVD von Schwanensee begann vor mich vor zwei Jahren die Leidenschaft für klassische Musik und in weiterer Folge auch für Opern!
    Im Moment liegt gerade die 4. Symphonie von Tschaikovsky im CD-Player, nachher beim Mittagessen leg ich mir die DVD ein! :jubel:

    Also ich habe mir das Video jetzt ebenfalls angehört und muss fragen ob ein paar Personen hier, nicht mehr hinein interpretieren und alles schlimmer machen als tatsächlich war. Für den Künstler wird es erst einmal störend gewesen sein, man spielt hochkonzentriert und plötzlich entsteht ein tosender Lärm, auf der anderen Seite ebbte der Applaus doch sehr schnell ab...
    Ich würde nicht sagen, dass das zwangsweise auf die Kompetenz des Publikums schließen lässt. Vielleicht haben ein paar geklatscht, die nicht so bewandert sind und ein paar Leute die leicht beeinflussbar sind oder waren und andächtig der Musik gelauscht haben sind auf den Zug aufgesprungen? Das Publikum, egal wie gebildet es sein mag, ist eben doch "nur" eine Masse und die Masse ist ein Tier, das man leicht reizen kann. Solche Vorfälle gibt es eben immer wieder, Menschen sind halt auch fehlbar. Nicht jeder hat so viel Wissen wie die Taminos wenn er in den Konzertsaal hinein geht oder hat Zeit sich dieses zu erarbeiten. Vielleicht gingen die "ungehobelten" Klatscher auch einfach nur rein um sich zu amüsieren, leichtfertig und froh, da kann doch so ein kleiner Patzer vorkommen! Mag sein, dass das den Moment des Konzerts zerstört hat, ich habe aber den Eindruck, dass das doch vielleicht Jammern auf hohem Niveau ist, vor allem aus der Sicht des Zuschauers? Vielleicht gründet sich meine lockere Haltung in diesem Punkt auch auf Unwissenheit...... ;)


    Danke für den Link, Knusperhexe :) War interessant was darüber zu lesen, vor allem das Video in dem Link, gab einem einen guten, kleinen Einblick. Hatte sowas noch nie gesehen, meine Liste von zu besuchenden Theatern, Opern-und Konzerthäusern hat sich gerade erweitert ;)


    Ich finde es unglaublich, dass dieses Theater keine Subventionen erhält. Jede Schrottinszenierung wird bezuschusst und diese Salzburger Institution nicht.


    Tja so ist das eben im Staate Österreich. Nichtamtsführende Stadträte bekommen 8000 Euro im Monat, Bundesländer brauchen Ameisenbeauftragte, eine Bank versenkt 17.000.000.000, da bleibt eben kein Geld mehr übrig :cursing:

    Das ist mal ein spannendes Thema.
    Also gerade über Youtube habe ich mir die letzten zwei Jahre viele Opern anhören können und sie zum Teil auch runter gesaugt (ich hoffe es verpfeift mich keiner von euch :D /Jonas Kaufmann und Co mögen mir verzeihen, ebenso die zahlreichen Orchester -> seht es als Nachwuchsförderung), dass war schon überaus praktisch. Allerdings muss ich sagen, dass gerade im Bereich klassische Musik und Opern sind CDs und CD-Boxen ein Erlebnis, dass ich nur ungern missen möchte. Es ist ganz wunderbar wenn man einen schönen Schuber in der Hand hat, ein Beiheft in dem man sich über die Künstler und die Oper im Allgemeinen informieren kann und selbstverständlich die CDs in ihrer Plastikhülle. Die visuelle, greifbare Erfahrung kann dir ein Download oder ein Streamingdienst nicht bieten weswegen ich jetzt einmal gewagt behaupten möchte, dass sich die CD halten wird!
    Ich überlege gar, einen tragbaren CD-Player anschaffen zu können um mein CD-Vergnügen auch unterwegs haben zu können!