Ich hatte mich in der Vergangenheit hauptsächlich von FonoForum zu Klassikkäufen anregen lassen, aber inzwischen ist Tamino da ebenfalls sehr wichtig für mich geworden. Das letzte Beispiel: Ein Link von Bertarido hat dafür gesorgt, dass heute Purcells Fairy Queen in meinem Einkaufskorb bei Qobuz gelandet ist.
Beiträge von Dieter Stockert
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Vielleicht kommen wir doch mal zum Thema zurück?
Alfred hat (in Beitrag Nr.
den Sinn dieser Diskussion so erklärt, dass »die vertriebenen RT.Gegner sich ein Exil gesucht und gefundenhaben«, dass sie dazu »die gleichen Plätze aufsuchen, ohne sich miteinander abgesprochen zu haben« und ferner, dass der »Andrang zu diesen "Opernkinos" so groß ist, daß es oft sogar schwierig ist, dort Karten zu bekommen«. Gerhard als Eröffner des Themas hat ihm darin in Beitrag 15 Recht gegeben (»Alfreds eindeutige Erläuterung« und »Es ging mir hier darum, aufzuzeigen, wo für Regisseurstheater-Flüchtlinge ein hervorragendes Ausweichquartier entstanden ist.«). Allerdings ging Gerhard im selben Beitrag sowie in vier weiteren in gewohnt qualifizierter Weise auch selbst auf die Regietheater-Thematik ein und hat das dadurch ja gewissermaßen legitimiert. -
Natürlich wäre es findigen Regisseuren möglich, das Geschehen auch in die heutige Zeit zu transponieren. […] Nur der Wahrheitsgehalt und die Glaubwürdigkeit dieses Romans gingen durch die Zeitversetzung verloren.
Ganz so einfach ist es eben nicht:
a) Die Verfilmung eines Romans ist für sich schon eine massive Veränderung, bei der vieles verloren geht (und manches dazukommt).
b) Über das, was »Wahrheitsgehalt« und »Glaubwürdigkeit« eines Romans ausmacht, können die Meinungen sehr auseinandergehen. Ich würde es weder Dir noch mir zugestehen, darüber zu entscheiden.
c) Es gibt Remakes von Filmen, die zeigen, dass es sehr wohl möglich ist, Handlung und Sinngehalt in eine andere Zeit zu transportieren. -
Die Komponisten hatten in ihrer Zeit sehr genaue Vorstellungen davon, wie die Handlung und der Text von ihnen vertont werden - und sie hatten genaue Vorstellungen davon, wie das dann aussehen soll. Das eine haben sie in der Partitur mittels ihrer Noten exakt notiert, das andere in verbalen Regieanweisungen etwas vieleutiger beschrieben, aber eben auch nicht beliebig, sondern sehr konkret!
Und wie oft haben Komponisten – je nach Aufführungsbedingungen – ihre Werke umgeschrieben oder angepasst? Das ist doch ständig passiert. Was sollte also dafür sprechen, dass ein Komponist, wenn er denn dreihundert Jahre leben würde, nicht automatisch davon ausgehen würde, dass sein Werk nach dieser Zeit nicht nur aufgeführt, sondern eben auch an die aktuelle Zeit angepasst werden würde? Es lässt sich davon ausgehen, dass es dem Komponisten komisch vorkäme, wenn das nicht der Fall wäre.
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Die von euch immer wieder proklamierte sogenannte "Freiheit der Kunst"
Dazu ein Zitat der Komponistin, Pianistin und Autorin Lera Auerbach: »Jedes Kunstwerk – sei es ein Gedicht, ein Gemälde, eine Symphonie, in bester Form – ist viel größer als sein Schöpfer; oder zumindest Mitschöpfer, derjenige, der den Stift festhält; derjenige, der, was auch immer geschieht, Anspruch auf den Titel des Autors erhebt.«
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Denn das Material bestimmt […]
Ich nehme mal an, dass Frank mit seiner Aussage eigentlich sagen wollte, dass es bei einem Lautsprecher nicht nur auf das Material der Membran ankommt, sondern dass es weitaus mehr Sachen gibt, die letztlich in gleicher Weise entscheidend für die Klangqualität sind.
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Das Chassismaterial ist allerdings nicht per se besser oder schlechter als bei Canton.
Ich hatte mal Gelegenheit, einen Nubert-Lautsprecher von innen zu sehen. Die Verarbeitung war deutlich schlechter als beispielsweise bei einer Box von Acoustic Energy, die auch gerade geöffnet war
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Philosophie ist für Außenstehende kein Argument.
Wann das auf Holger bezogen ist: Nur weil er Philosoph ist, heißt das noch nicht, dass er nicht auch anders, zum Beispiel musik- und theaterwissenschaftlich argumentieren kann. (Mal ganz abgesehen davon: Ich habe gelernt, dass philosophisches Denken sehr scharfsinnig und genau sein kann – eine Eigenschaft, die nicht jedem Diskutanten hier gegeben ist.)
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Ein Problem bei der Sache ist, dass es ja nicht nur darauf ankommt, dass man vier Lautsprecher hat. Viel wichtiger ist die Qualität der Anlage. Wenn man nun weiß, dass auch bei nur zwei Lautsprechern der Effekt entstehen kann, die Töne kämen ausschließlich von hinten (es gibt solche Testplatten), und wenn man einmal gehört hat, was eine gute Anlage reproduzieren bzw. was bei einer mittelmäßigen Anlage an musikalischer Information unterschlagen werden kann, und wenn man gleichzeitig bedenkt, dass für die gleiche Wiedergabequalität bei Surround naturgemäß erheblich mehr Geld ausgegeben werden muss als für Stereo, dann würde ich das vermutlich zunächst in Stereo investieren, bevor ich mich auf Kompromisse wie »zumindest Vollbereichslautsprecher mit einer ähnlichen Klangcharakteristik« einlassen würde.
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(Nur, versuche ich bei solchen Aussagen immer zu unterscheiden: ist es etwas, das der Künstler wirklich selbst meint (und auch gesagt/kommuniziert hat), oder eben etwas, das (hinein-)interpretiert worden ist von anderen. Das sollte man m.E. immer deutlich kenntlich machen. Denn ich finde es gefährlich, beziehungsweise unangebracht, Künstlern implizit "ihre eigene Absicht" oder Intention in die Schuhe schieben zu wollen)
Das Kunstwerk geht doch meist über die (bewussten) Intentionen seines Schöpfers hinaus.
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Ich habe mal spontan bei AUDIO nachgeschaut.
Wenn Du das tust, hast Du schon verloren. (Die Canton hatte ich übrigens bestimmt ein Jahr oder mehr, die Ares danach deutlich länger, bis zu einem Wohnzimmerumbau.)
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Beim Test selber, kann ich nur schwer nachvollziehen, dass dort eine Nubert Box angeschlossen wird, warum nicht man nicht eine Elac Box?
Vielleicht weil die noch schlechter wäre? -
Schlecht ist Canton bestimmt nicht, aber es ist die Frage, ob es nicht Besseres gibt für vergleichbares Geld.
Ich hatte mal ein paar Regallautsprecher von Canton, die gab’s relativ günstig. Irgendwann wurden sie ausgetauscht gegen die viel kleineren Bookend von Ares (den Hersteller gibt’s wohl nicht mehr), die regulär weniger gekostet haben als ich für die Cantons bezahlt hatte. Der Canton-Bass war im Vergleich zu den Ares-Boxen dumpf, die Mitten und Höhen verwaschen, die Wiedergabe insgesamt matt. Soweit meine eigene gründlichere Erfahrung mit Canton. Und was ich anderswo gelegentlich an Canton-Lautsprechern gehört habe, war nicht geeignet, Canton als wirklich gute Marke wieder ernst zu nehmen.
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Kabelklang und ähnliche[r] Unsinn
In der Tat, das ist ein ganz großer Schmarrn. Das dachte ich auch mal. Aber ich erinnere mich noch, wie ich vor vielen Jahren, selbst noch HiFi-unerfahren, mit zwei diesbezüglich völlig unbeleckten und ambitionslosen Kollegen, die mich nur zufällig begleitet hatten, in der Mittagspause bei meinem Händler war. Der hat da mal zwischendurch die Kabel zwischen CD-Spieler und Verstärker ausgetauscht, ohne etwas zu sagen und ohne dass meine Kollegen, die sich über irgendwas unterhalten hatten, das richtig mitbekommen hätten. Und beide haben plötzlich aufgemerkt und sich gewundert, weil die Musik mit einem Mal anders klang …
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Ich kann mich noch erinnern, dass [Lautsprecher von Nubert] in meinen Hörtests gegenüber vergleichbaren Canton-Boxen deutlich besser abschnitten.
Wenn man »besser« durch »weniger schlecht« ersetzt, mögen das in der Tat keine fake news sein. -
meine auch schon recht hochwertigen Nubert Passiv-Boxen
Fake news. -
Merkwürdig: Fast alle Kritiker sind sich darüber einig, dass vom Hammerklavier aus dirigiert wurde, nur bei Karlheinz Roschitz ist’s ein Cembalo.
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In der Süddeutschen Zeitung stand gestern die Besprechung einer Aufführung von Mozarts Così fan tutte im österreichischen Laxenburg in einer Inszenierung von Bernd Roger Bienert (http://www.sueddeutsche.de/kul…el-1.3429338?reduced=true). Nachdem dieser Artikel im Netz zumindest bis dato nicht frei zugänglich ist, seien mir einige Zitate daraus gestattet:
ZitatAlles anzeigenDie Darsteller tun, was im Gegenwartstheater eigentlich streng verpönt ist: Sie illustrieren viele ihrer Worte mit weit nach außen greifenden Gesten. Ist von Tränen die Rede, dann zeichnen die Hände ein Rinnsal unter den Augen. Werden die Götter angerufen, dann recken sie sich zum Himmel. Und wenn „zur Seite“ gesprochen wird, dann halten die Sänger die Hand zu einer Seite an den Mund. Es ist ein radikal antipsychologischer Spielstil, den man allenfalls noch aus gelegentlichen Begegnungen mit der Commedia dell’arte kennt.
[…]
[Bienert] vergleicht seine Arbeit eher mit der schon seit geraumer Zeit etablierten historischen Aufführungspraxis in der Musik. Man arbeite mit den Mitteln der Vergangenheit, aber aus dem Bewusstsein der Gegenwart.
[…]
Hat man sich an den vergleichsweise großen Spielstil gewöhnt, dann verschiebt er den Blick auf das Stück radikal. Mozart und sein Librettist Lorenzo Da Ponte veranstalten hier ein Menschenexperiment: Zwei Männer prüfen die Treue ihrer Geliebten. Am Ende haben beide Paare die Partner getauscht. Nun erweist sich „Così fan tutte“ auf der Bühne als immer wieder überraschend schwer realisierbares Stück. Im psychologisch verinnerlichenden Spielstil der Gegenwart erscheinen manche Situationen schnell unglaubwürdig, und der Zuschauer fragt sich, warum die Frauen ihre Geliebten in der Verkleidung nicht erkennen.
In Laxenburg löst sich das rasch auf, weil die Parameter von „echt“ und „falsch“ von vornherein verschoben sind. Wenn die Männer hier in einem grotesken Fantasiekostüm aus fern- und nahöstlichen Versatzstücken auftauchen, schluckt man die Behauptung so naiv wie im Kasperletheater, wo man sich auch nie fragt, ob das Krokodil wirklich echt ist. Die Konsequenzen reichen bis in die Substanz des Stücks hinein. Denn in „Così fan tutte“ wird in doppeltem Sinne gespielt. Nicht nur spielen die Darsteller Figuren, diese Figuren spielen sich auch gegenseitig etwas vor.
Indem die barocken Spielformen von Beginn an „nur“ Theater sind, wird der Trug allumfassend. Niemand könnte hier noch sagen, ob die Trauer der Frauen über den Abschied der Geliebten echt ist – oder nur gespielt. Wenn Fiordiligi in der großen Arie des ersten Akts mit heroischen Gesten ihre Treue beschwört, dann bleibt offen, ob sie selbst sich diese Gesten glaubt. Damit aber löst sich auch der dem Stück gelegentlich gemachte Vorwurf der Frauenfeindlichkeit in Luft auf. Denn nicht nur die Männer spielen hier mit den Gefühlen der Frauen (und mit ihren eigenen), sondern auch die Frauen von Beginn an mit den Gefühlen der Männer (ebenso wie mit ihren eigenen).
[…] Damit wird klar, wie viel mehr dieses Stück mit dem mechanistischen Menschenbild des Barock zu tun hat als mit dem Authentizitätsideal der Gegenwart. Doch hier lässt sich in der Aufführung das Paradox erleben, von dem schon die historische Aufführungspraxis in der Musik lebt: Gerade weil die Macher den Zeitunterschied betonen, erscheint das Spiel quicklebendig.
Interessant ist im Vergleich auch die Besprechung von Peter Dusek im Merker, wo es fast nur um die musikalische Seite und die Sänger geht (http://der-neue-merker.eu/laxe…n-tutte-im-teatro-barocco), was mir, weil es bei der Oper immer um ein Gesamtkunstwerk geht, stets etwas eindimensional vorkommt – ich habe das Gefühl, dass dabei Entscheidendes außen vor bleibt. -
Und wer zu wenig Platz im Regal hat, kann die drei CDs jetzt auch als Download kaufen, wahlweise als MP3 oder in CD-Qualität (und Volume 3 sogar in noch besserer Klangqualität als High Resolution) und mit Booklet als PDF: http://www.prestoclassical.co.…emith+string+quartet+amar
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Das mag sein - aber damals galten die Künstler als unentbehrlich - heute werden sie mehrheitlich als entbehrlich empfunden.Und was, wenn dem so wäre?
Eine leicht zu beantwortendeFrage. In den USA ist es der Geldadel, der allerding weitgehend auf Neukompositionen verzichtetWenn der (Geld-)Adel in den USA praktisch keine Aufträge vergibt, ist er in meinen Augen wohl doch kein Auftraggeber. Oder verstehe ich da etwas falsch?
An zweiter Stelle kommen die Politiker als Ersatzfürsten -zumindst halten sich sich für solche.
Wird ihnen eingeredet, Leute, die die moderne Kompositionen (Inszenierungen) nicht schätzen , seien dumm oder rückständig, im schlimmesten Falle ewiggestrig - oder gar "rechtsradikal" - dann springen sie herum, wie die Marionetten an den FädenIch kann mich nur daran erinnern, dass hier schon mehrmals von Politikern die Rede war, die genau das Gegenteil verkörpert haben und dazu- oder vorangesprungen sind, wenn etwas »zu modern« war.
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Durch Jahrhunderte hinweg war der Publikumsgeschmack, bzw. jener des Auftraggebers das Maß aller Dinge.
Der "Künstler" wurde als besonders begabter Handwerker gesehen, der die Wünsche seines Auftraggebers zu dessen Zufriedenheit zu erfüllen hatteDas hast Du, glaube ich mich zu erinnern, hier bei Tamino schon einmal in einer anderen Diskussion geschrieben. Aber selbst wenn diese Aussage so stimmen sollte, wäre sie ja trotzdem seit Jahrhunderten nicht mehr richtig, sondern selbst nur noch »museal«, wie Holger mit Verweis auf Schiller gezeigt hat. Und wie sollte man das auch auf die Jetztzeit übertragen? Welcher Fürst ist denn heute der Auftraggeber eines Komponisten?
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Alfred schreibt, Oper sei in seinen Augen »eine museale Kunstform für eine spezielle Klientel«. Da fällt mir (wieder mal) Arno Schmidt ein, der sich keine Illusionen über die Anzahl seiner Leser gemacht hat: »Die Zahl der Kulturträger einer Nation erhalten Sie, wenn Sie die dritte Wurzel aus P ziehen, wobei P für Population oder Bevölkerung steht: macht bei 60 Millionen in Westdeutschland 390 Leser, mehr sind es nicht. Drum herum gibt’s noch eine etwas blassere Aura von 4000 - 5000.« Nun glaube ich zwar nicht, dass sich Alfred wegen so einer Aussage mit Arno Schmidt solidarisieren oder sich gar mit ihm identifizieren würde. Aber um jede diesbezügliche Restgefahr zu bannen, lasse ich Arno Schmidt noch einmal antworten, diesmal auf Alfreds Erklärung: »Wenn ich in die Oper, ins Konzert oder ins Theater ging, dann um ABSTAND von dieser unsympattischen Zeit und ihren Zeitgenossen zu gewinnen und nicht um die gleichen unsympathischen Typen auf der Bühne wiederzufinden, die eiem die gute Laune im Alltag vermiesen.« Dem hält Arno Schmidt nämlich entgegen: »Jeder Schriftsteller sollte die Nessel Wirklichkeit fest anfassen und uns Alles zeigen : die schwarze schmierige Wurzel; den giftgrünen Natternstengel; die prahlende Blume(nbüchse).«
Wenn man übrigens moniert, dass junge Leute »sich leicht für Ideale […] begeistern«, sich aber nicht fragen, »was deren Realisierung kostet«, sollte man dann nicht vielleicht auch im Blick haben, was die »museale Kunstform« Oper kostet, und jegliche Querfinanzierung dieser Oper durch die Gesellschaft ablehnen?
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CDs bestelle ich bei meinem Buchhändler am Ort, der sich wiederum von jpc beliefern lässt. Aber wenn es die gewünschte Einspielung bei Qobuz als Download mit PF-Booklet gibt, ziehe ich wie Bertarido diese Möglichkeit vor. Die Festplatte nimmt mehr auf auf als das Holzregal und der Klang ist besser.
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Ist die Live-Erfahrung der konzertanten Realisierung von klassischer Musik wirklich die einzige Möglichkeit, die kompositorische Aussage, die einem musikalischen Werk inhärent ist, rezeptiv zu erfassen?
Muss ich wirklich dabei gewesen sein, wie zum Beispiel ein Lied-Sänger live agiert, um zu erfahren, wie er das Lied gesanglich interpretiert? Kann ich das nicht auch gleichwertig und ohne wirklich relevante Abstriche in der aufmerksamen Rezeption einer Aufnahme in heutiger technischer Qualität erleben?
Wird in dieser Haltung, die sich in dem - zweifellos negativ konnotierten - Begriff "Heimkinoerlebnis" ausdrückt, der personal-emotionale Erlebnis-Faktor nicht überbewertet, was den Kern der Rezeption von Musik anbelangt?
Ich sehe den Widerspruch nicht. Für mich ist es etwas anderes, wenn ich im Konzert bin oder wenn ich zuhause über die Stereoanlage Musik höre. Ich kann ein wunderschönes Konzerterlebnis mit dem Ansbacher Kammerorchester haben, bei dem ich auch deutlich merke, wo dessen Grenzen sind und wo ich weiß, dass ich das zuhause über die Anlage nicht akzeptieren würde. Ich höre und erlebe im Konzert anders. Das hat Rheingold 1876 gut beschrieben. Nur macht das eine das andere weder schlechter noch besser. -
Meist neige ich im Konzert auch dazu, gütiger zu sein […]. Weil ich leibhaftige Menschen vor mir habe, die sich in ihre Aufgabe hinein werfen. Ich werde als Zuschauer bzw. Zuhörer Teil dieser Veranstalung und nehme nicht die distanziertere Position in den eigenen vier Wänden ein. Das ist ja auch Sinn der Sache, wie ich finde.
Das ist sehr schön gesagt. -
Manchmal habe ich den Eindruck, es geht da ums Prinzip. Anders kann ich mir jedenfalls den hier oft gezeigten Mangel (oder vermutlich besser gesagt den Unwillen) an Differenzierungsvermögen bei Menschen, die ich nicht für dumm halte, nicht erklären.
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Ich stehe ja auf seiner Ignorierliste, daher hat er mich wohl nicht mehr korrigiert.
Ich halte es nicht für anständig, sich an einer Diskussion zu beteiligen, wenn man gleichzeitig bestimmte Teilnehmer ausblendet. Deshalb führe ich auch keine Ignorierlisten.
Wenn dieser Schreiber sich in seiner Rolle wohlfühlt, sollten wir ihn lassen und uns im Interesse der Kinder glücklich schätzen, daß er kein Lehrer geworden ist.
Stimmenliebhaber wirfst Du vor, dass für ihn »ein Bindestrich wichtiger ist als ein Inhalt«. Das ist nicht fair, denn Du unterschlägst dabei, dass es nicht einfach um einen Bindestrich ging, sondern darum, dass Binde- und Gedankenstrich, obwohl sie ähnlich aussehen, eine völlig gegensätzliche Funktion haben und dass die Nichtbeachtung dieses Unterschieds das Lesen erschwert. Das hatte im betreffenden Fall übrigens mit Tippfehlern überhaupt nichts zu tun, sondern das war ein systematischer Fehler. Wenn mir so etwas passiert und ich werde darauf hingewiesen, dann kann ich mich bedanken und den Fehler in Zukunft vermeiden. Ich kann mir auch sagen, das ist mir nicht wichtig und ich werde auch in Zukunft nicht darauf achten. In letzterem Fall wäre ich aber mit weiteren Äußerungen dazu eher zurückhaltend, weil ich weiß, dass der andere vom Grundsatz her ja eigentlich Recht hat und ich mich darüber, aus guten oder schlechten Gründen, darüber hinwegsetze. Und nun erlebe ich, dass man in diesem Punkt nicht nur nicht tunlichst still hält, sondern dass man sogar noch etwas daraufsetzt mit Anwürfen, die ins Persönliche gehen und die hier doch eigentlich überhaupt nichts verloren haben.
Übrigens erkenne ich hier im Forum nur Alfred (in berechtigten Fällen auch den Moderatoren) das Recht zu, mich zu ermahnen oder zu belehren. Er ist der Chef.
Ich habe den Beitrag von Stimmenliebhaber nicht als Ermahnung oder Belehrung aufgefasst, sondern als nicht böse gemeinten Hinweis. Und so etwas erscheint mir auch in einem Forum wie Tamino völlig legitim. Sollte dies aber bei Dir anders angekommen sein, so kann ich mich, zumindest soweit ich dazu eventuell beigetragen habe, nur bei Dir entschuldigen. Das war nicht meine Absicht. Aber ich bitte Dich mir abzunehmen, was ich in Beitrag 1252 geschrieben habe – mir geht es beim Lesen wirklich so, da ist kein bisschen Übertreibung dabei. Und ich kann mir vorstellen, dass das bei Stimmenliebhaber ähnlich ist.
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Und weil ich auch inzwischen auch seine Beiträge überschlage […]
Nummer 6.
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Ich glaube, dieses oberlehrerhafte Gehabe geht hier jedem auf die Nerven.
Nicht jedem. Ich bin Stimmenliebhaber dankbar dafür, dass er das angesprochen hat, denn dieses Getrenntschreiben von Begriffen, die zusammengehören, irritiert mich beim Lesen ungemein. Binde- und Gedankenstrich haben nun mal völlig gegensätzliche Funktionen. Für mich ist das dann beim Lesen so, als ob jemand immer »kalt« schreiben würde und eigentlich »heiß« meint – wenn man es weiß, kann man es für sich übersetzen. Aber es ist mühsam und lästig. Ich hätte erwartet, dass man in einem Forum wie Tamino solche Hinweise nicht mit einer kindischen Entgegnung wie »Daranglaubeichnichteherdasgegenteil«, sondern eher mit Dankbarkeit aufnimmt.
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Ich sehe mir trotz zweier Hochschuldiplome (Chemie und Technische Kontrolle in der Chemie) sehr gerne Dürer oder Rembrandt an und mache um Guernica oder den Schrei einen Bogen. […] Faust von und mit Gründgens ist mir tausendmal näher und lieber als eine Inszenierung, die beim Obduzieren einer Leiche in der Gerichtsmedizin beginnt (2000 gesehen) oder ein Rigoletto unter Affen oder ein Ring in der Ölbranche usw........
Machst Du um Guernica einen Bogen, weil es für Dich keine Kunst ist? Oder geht es eher darum, Unangenehmes oder Hässliches auszublenden, weil man sich damit nicht belasten will? Im ersten Fall muss man sich natürlich fragen lassen, wie weit es mit dem Kunstverstand her ist. Und im anderen Fall geht es ja nicht um Kunst, sondern um die psychische Disposition.
