Beiträge von timmiju

    Offenbar ist die von timmiju eingestellte DVD nicht identisch mit dieser Einspielung:

    Ich kenne nur diese und höre sie eben, angeregt durch diesen Thread von moderato. Sie dürfte wie keine andere vermitteln, was Berlioz vorschwebte. In dieser Darbietung ist die Sinfoinie ein ganz neues Stück.

    Lieber Rheingold, ich habe auch die CD. Da steht Aufnahme Ancien Conservatoire Paris, 9/1991. Die DVD entstand im Conservatoire National Supérieur d'Art Dramatique Paris (das ist die Schauspielschule), auch 9/1991. Eigentlich unwahrscheinlich, dass das gleiche Werk im gleichen Monat an zwei Spielorten aufgenommen wurde, aber es ist wohl so. Die Zeitangaben der Sätze differieren nur minimal, sie sind auf der DVD generell immer ein paar Sekunden länger.

    :hello:

    Lieber timmiju,


    pflichtest Du dem einen Amazon-Rezensenten bei, was das "bestenfalls mittelmäßige Orchester" anbelangt? Kann ich mir, ehrlich gesagt, nicht vorstellen.

    Habe das auch gelesen, das ist völlig absurd. Ich kenne das Berliner Sinfonie-Orchester (heute Konzerthausorchester) auch aus der damaligen Zeit, Sanderling hat es zu einem sehr guten Orchester entwickelt.

    :hello:

    Legendäre Aufnahme:

    Carl Maria von Weber

    Der Freischütz

    Romantische Oper in drei Aufzügen

    Gundula Janowitz, Edith Mathis,

    Peter Schreier, Theo Adam u.a.

    Rundfunkchor Leipzig

    Staatskapelle Dresden

    Dirigent: Carlos Kleiber

    Erstklassiges Sängerensemble incl. Orchester und Dirigent.

    :hello:

    Breslik habe ich aber sehr viel in der Staatsoper Berlin live hören können. Meist allerdings nur in kleineren Partien, die er durch seine Präsenz und seine wunderbare Stimme stets aufwertete.

    Pavol Breslik singt in der neuen Inszenierung von "Die lustigen Weiber..." an der Staatsoper den Fenton. Er war einer der besten an dem Abend und erhielt auch reichlich Szenen- und Schlussbeifall. Peter Uehling schrieb in seiner Rezension in der Berliner Zeitung er sei in dieser Rolle unterfordert. Recht hat er. Ob es für einen Cavaradossi bei ihm reichen würde? Ich sehe ihn dann doch bei den Italienern eher angesiedelt an zb bei Wagner.

    :hello:

    Gute Neuerwerbung:

    Edvard Grieg

    Konzert für Klavier und Orchester a-Moll op. 16

    Frédéric Chopin

    Sonate Nr. 2 b-Moll op. 35

    Wilhelm Backhaus, Klavier

    New Symphony Orchestra of London (Grieg)

    Dirigent: Sir John Barbirolli (Grieg)

    Das Konzert wurde 1933 aufgenommen, erstaunlich rauscharm und transparent.

    Johannes Brahms

    Konzert für Klavier und Orchester Nr. 2 B-Dur op.83

    Jacob Zak, Klavier

    Leningrader Philharmonie

    Dirigent: Kurt Sanderling

    Zak spielt das Konzert kraftvoll, energetisch, das gefällt mir. Die Aufnahmen aus dieser Box sind durchaus hörenswert, wenn man die zeitlich bedingten technischen Gegebenheiten akzeptiert.

    :hello:

    Mit Beginn der neuen Konzertsaison 2019/2020 übernimmt Marek Janowski die Leitung der Dresdner Philharmonie in Nachfolge von Michael Sanderling. Janowski wurde bereits im Jahe 2001 erstmals Chefdirigent dieses Orchesters, doch bereits zwei Jahre später verließ er verärgert die Stadt. Der Grund: In seinem Vertrag wurde Janowski zugesagt, dass das Orchester einen neuen Konzertsaal bekommt, aber nichts geschah.Nun gibt esi ihn, seit 2017 den neuen Saal im alten Kulturpalast. Sein Vertrag ist zunächst auf 3 Jahre begrenzt. Vielleicht mit Rücksicht auf sein Alter. Man weiß ja nie... Aber in Berlin hat es ihm ja Christoph Eschenbach vorgemacht, der wird im nächsten Februar stolze 80. Das Verfallsdatum von Dirigenten ist bekanntlich hoch.

    :hello:

    Doch ich wiederhole: Ich habe keine Barenboim-Aufnahme kennengelernt, bei der man ein sog. "Aha-Erlebnis" gehabt hätte, wie z.B. bei zahlreichen Aufnahmen von Szell, Klemperer, Böhm, Karajan, Reiner oder Ansermet. I

    Das kann ich für viele Aufnahmen mit Barenboim unterstreichen. Nicht schlecht, aber viel Routine. Eine Ausnahme gibt es für mich, nämlich seine Brahms-Einspielung:

    Das ist ein sehr lebendiger Brahms, ausdrucksstark und transparent in der Wiedergabe. Ich habe nicht wenige Brahms-CD, aber das ist für mich eine ganz hervorragende Aufnahme. Aha!

    :hello:

    Die Dritte von Tschaikowsky steht leider etwas im Schatten der drei letzten Sinfonien des Meisters. Zu Unrecht, mit Bychkov habe ich sie 2016 in der Berliner Philharmonie erlebt, das war große Klasse, sie ist auch in der Digital Concert Hall abrufbar. Kann ja jeder mal ausprobieren.

    Bei mir gabs jetzt aus dem Second-Hand-Shop:

    Anton Bruckner

    Symphonie Nr. 4 Es-Dur "Romantische" (Fassung von 1886)

    Berliner Phiharmoniker

    Dirigent: Sir Simon Rattle

    Rattle macht seine Sache sehr gut, kein Fehlkauf.

    :hello:

    Ich bin gerade zurück aus der Oper. Kpm. Storch hat zur Inszenierung das Wesentliche geschrieben. So sehe ich das im Prinzip auch. Einräumen muss man den immensen Aufwand dieser Produktion, die Drehbühne war sehr voll geladen einschl. einem großen Militär-Lkw mit offener Seite, sehr opulente Kostümierung des großen Chores. Da habe ich oft viel sparsamere Ausstattungen erlebt. Gestört haben mich die permanten Videoeinblendungen auf der linken Bühnenseite mit sehr viel Blut und brutalen Bildern in Lazaretten und Kriegsschauplätzen, ich habe mich bemüht, da nicht hin zu sehen. Überflüssig die erwähnten Texteinlagen, die auch zu Unmutsäußerungen im Publikum führten. Ich habe zwar einen akademischen Hintergrund, dennoch erschloss sich mir der Sinn dieser Texte, die gar nichts mit der Oper zu tun haben, überhaupt nicht. So zog sich das eben sehr in die Länge. Mir erschließt sich nicht, warum Castorf nach Neuenfels wieder den 2. Weltkrieg als Schauplatz benutzte. Der Schluss passte zu zur Inszenierung: Carlos ist tot,raucht aber im Video noch genüsslich und lange seine Zigarette und die tote Leonora steht am Ende bei noch offenem Vorhang wieder auf. Sängerisch war das dagegen teiweise ein Hochgenuss. Mir gefiel Marie José Siri als Leonora großartig, ihre Stimme füllte den ganzen Saal ohne zu scheppern und das von Anfang an. Russell Thomas als Don Alvaro hat ein glanzvolles Timbre und Markus Brücks grimmiger Bariton passt zur Rolle des Don Carlo. Dazu gefie mir auch Misha Kiria als kecker Melotone. Ein Ausfall war dagegen Agunda Kilaeva als Preziosilla, die völlig tonlos im Rataplanchor agierte und auch sonst wenig zu hören war. Der Indio hat seine Sache eigentlich nicht schlecht gemacht, auch wenn er lange fast nackt im Stringtanga rumlief (das kann Castorf vielleicht erklären) und später goldlackig die Bettler fütterte. Ich habe mir Mühe gegeben, bis zum Ende zu bleiben. Vor mir lichteten sich im zweiten Teil allerdings die Reihen.

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    Neuerwerbung:

    Richard Strauss

    Also sprach Zarathustra, op. 30

    Tod und Verklärung, op. 24

    Till Eulenspiegels lustige Streiche, op. 28

    Tanz der sieben Schleier aus "Salome"

    Lucerne Festival Orchestra

    Dirigent: Riccardo Chailly

    Klangprächtig, spannungsreich. Ein Volltreffer!

    Lieber Kapellmeister, Dank für Deinen Bericht. Ich war zu feige, mich selbst schon hinzuwagen und wollte erst Stimmen der Mutigeren lesen, bevor ich mich auf den Weg mache. Es grüßt Hans

    Dem schließe ich mich an. Ich habe eine Karte auf meinem Stammplatz am nächsten Mittwoch und weiß nun wenigstens, auf was ich mich da einlasse. Neuenfels war ja damals wohl schon grenzwertig, aber schlimmer gehts immer. Da ich diese Oper noch niemals erlebt habe, wollte ich, Regisseur hin oder her, in diese Aufführung gehen. Und ich möchte eigentlich bis zum Ende bleiben. Mal sehn (und hören).

    :hello:

    Mit den gleichen Dirigenten, Sängern und Programm!? 8)


    LG Fiesco

    Aber ja, die Eröffnung des Schauspielhauses war 1984 mit dieser Programmmischung und den genannten Akteuren.

    Bei mir ging gerade zu Ende:

    Ferdinand Ries

    Konzert für Klavier und Orchester As-Dur op. 151

    Konzert für Klavier und Orchester C-Dur op. 123

    Christoph Hinterhuber, Klavier

    New Zealand Symphony Orchestra

    Dirigent: Uwe Grodd


    Nicht aufregend, aber auch nicht uninteressant.

    Ich habe mir die Übertragung des Open Air-Events bewusst nicht angetan. Sobald das Freitags-Konzert in der Digital Concert Hall verfügbar ist (zum Glück habe ich noch einen Gutschein für ein Probe-Abo), werde ich mir das anhören. Die unterschiedlichen Bewertungen machen mich neugierig. :)


    Ich begrüße Veranstaltungen wie das Konzert am Brandenburger Tor, die klassische Musik einer größeren Menge an Zuhörern nahebringen, ausdrücklich. Nur sollte man an solche Events dann nicht die gleichen Maßstäbe anlegen wie an herkömmliche Konzerte in der konzentrierten Atmosphäre eines Konzertsaals.

    Lieber Bertarido, in diesem Falle gebe ich dir zweimal Recht. Ich habe auch auf das Open-Air-Spektakel verzichtet und werde stattdessen ebenfalls auf die Übertragung des Konzertes in der Philharmonie warten (ich genieße es, seit längerer Zeit ein Abo für die DCH zu besitzen). Musikalisch wird sich sicher nichts Neues ergeben, ich bin aber gespannt, die Deutung dieses Werkes durch K. Petrenko zu erfahren. Am Brandenburger Tor waren sicher viele Leute, die nicht in die Philharmonie gehen und haben Beethovens Neunte gehört. Und das ist gut so.

    :hello:

    Ein Knabenchor heißt deshalb so, weil in ihm eben Knaben singen und keine Mädchen. Im übrigen würde auch niemals ein Klarinettist auf die Idee kommen, sich für ein Streichquartett zu bewerben, so in der Absagebegründung des Dekans zu lesen. Zu ergänzen wäre, dass sich das betreffende Mädchen auch für den Mädchenchor beworben haben soll, dort aber wegen nicht richtiger Einstellung abgelehnt wurde. Ich glaube nicht an einen Untergang der Knabenchöre, man sollte diese Angelegenheit nicht überbewerten. Warten wir das Ganze doch mal ab, die Mutter sollte sich wirklich überlegen, was sie derTochter antun würde, wenn man ihr, was ich nicht glaube, in einer eventuellen Berufung Recht gäbe. Aber so weltfremd schätze ich unsere Richter und Richterinnen wirklich nicht ein.

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    Frisch erstanden:

    Wolfgang Amadeus Mozart

    Konzert für Klavier und Orchester d-Moll KV 466

    Konzert für Klavier und Orchester C-Dur KV 467

    Rudolf Buchbinder, Klavier und Leitung

    Staatskapelle Dresden

    Hier wird nichts glatt gebügelt und es plätschert auch nichts vor sich hin. Eine konturenscharfe Wiedergabe, die keine Wünsche offen lässt. Den Dirigenten habe ich nicht vermisst.

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    Auch ein Klopper:

    Gustav Mahler

    Sinfonie Nr. 5 cis-Moll

    Berliner Philharmoniker

    Dirigent: Bernard Haitink

    Die Aufnahme ist von 1988 und mit über 78 Minuten meine längste Mahler5. Das Adagietto ist fast 14 Minuten lang. Ich mag es lieber etwas weniger gedehnt, aber das ist Geschmackssache.

    :hello: