Beiträge von timmiju

    Das ist wohl wahr, lieber timmiju.


    Auch die anderen beiden Bruckner-Sinfonien, die unter seiner Stabführung erschienen sind, lassen sich sehr gut hören (und sind, wie ich finde, treffend rezensiert worden):

    Danke Norbert für die Replik. Ich kenne Herbig noch aus seiner Zeit beim damaligen Ost-Berliner BSO, wo er mir immer gut gefallen hat und auch bei späteren Konzerten. Die 7. und 8. Sinfonie habe ich auch, leider vermisse ich in der 7. den Beckenschlag im 2. Satz. Im Autograph steht an dieser Stelle zwar "gilt nicht", der Schriftzug soll aber ganz verschieden von der Bruckners sein. Also nicht von ihm.

    :hello:

    Ich habe seit einigen Jahren die Digital Concert Hall der Berliner Phiharmoniker für 12,90 EUR mtl. abonniert und möchte das nicht missen. Ich verfolge gerne Konzerte am Bildschirm, weil ich dann noch näher an der Musik bin, ich sehe die Einsätze, die Körpersprache der Musiker, die Gestik des Dirigenten, das ist wie bei einem Live-Konzert. Und ich habe ein großes Angebot an Werken der verschiedensten Komponisten und mit diversen Dirigenten, die ich jederzeit abrufen kann. Gestern z.B. habe ich mir die 2. Sinfonie von Sibelius mit Sakari Oramo als Dirigenten angeschaut, wohl das erste Konzert nach der langen Corona-Pause. Den Dirigenten kannte ich noch nicht, jetzt schon. Das Konzert war gut, der Finalsatz überwältigend. Ich habe auch eine DVD-Sammlung, auf die ich immer wieder gerne zurückgreife. Darunter eine Anzahl von Aufnahmen mit Bernstein, ihn zu sehen, dann habe ich den Eindruck, er ist die Musik. Ähnliches Charisma hat Carlos Kleiber, mit seinen leider nur sehr wenigen Einspielungen. Musik am Bildschirm, dass ist für mich keine Ablenkung, sondern eine Bereicherung.

    Dazu höre ich natürlich weiterhin CDs, gerne mit Partitur, sofern vorhanden.

    :hello:

    Ich habe mit Kegel u.a. die 4. Sinfonie von Mahler, die für mich sehr transparent ist mit guter Darstellung auch der Nebenstimmen und einer exzellenten Celestina Casapietra.

    Beethoven-Sinfonien habe ich genug, auch Gesamtaufnahmen. Aber großartig ist sicher unbestritten Kegels Einspielung von Arnold Schönbergs Gurreliedern.

    0782124901721.jpg


    Aufgenommen in der Dresdner Lukaskirche, die Dresdner Philharmonie durch das Rundfunk-Sinfonie-Orchester Leipzig verstärkt, dazu 3 Chöre, alles das ergibt schon mal eine überwältigende Klangfülle. Kegel hält alles gut zusammen, hat ein gutes Gespür für die Steigerungen, ist maßvoll im Tempo und hat einen fast wagnerischen Bezug zum Werk. Dazu kommt eine vorbildliche Balance der Stimmen, diese Aufnahme ist für mich referenznah.

    :hello:

    Musik aus der Nische:

    Sigismund Thalberg

    Konzert für Klavier und Orchester f-Moll op. 5

    Grande fantaisie pour le piano sur la 7*Symphonie de Beethoven op. 39

    Franceso Nicolesi, Klavier

    Razumovsky Symphony Orchestra (op. 5)

    Dirigent: Andrew Mogrelia

    Großartig sind die Variationen über das Allegretto der 7. Beethoven-Sinfonie, auch das Finale der 5. wird verarbeitet.

    :hello:

    Naxos hat die Reihe "Romantische Klavierkonzerte" mit Komponisten der 2. und 3. Reihe.

    Hier möchte ich das Klavierkonzert f-Moll op. 5 von Sigismund Thalberg (1812-1871) vorstellen.

    Thalbergs Wurzeln liegen in Wien wo er u.a. Schüler von Hummel war. In England erhielt er Unterricht von Moscheles, dann zog es ihn nach Paris, in den 1830er Jahren die Stadt der Pianisten. Überliefert ist die Rivalität mit Franz Liszt. Sein Klavierkonzert f-Moll ist ein relativ frühes Werk. Der 1. Satz hat zwei kontrastrierende, einprägsame Themen. Das kurze Adagio erinnert etwas an Chopin, worauf sich das lebhafte Rondo mit variierenden Episoden anschließt. Ist natürlich kein Brahms und auch kein Schumann, muss sich aber nicht verstecken.

    :hello:

    Guter Haydn-Mozart-Dirigent:

    Joseph Haydn

    Sinfonie Nr. 43 Es-Dur "Merkur"

    Sinfonie Nr. 44 e-Moll "Trauersinfonie"

    Österreichisch-Ungarische Haydnphilharmonie

    Dirigent: Adam Fischer

    Aufgenommen an Haydns Wirkungsstätte im Schloss Esterhazy in Eisenstadt.

    :hello:

    Weil es so schön war, noch einmal der gleiche Komponist:

    0888751780620.jpg

    Wolfgang Amadeus Mozart

    Konzert für Klavier und Orchester Nr. 20 d-Moll KV 466

    Konzert für Klavier und Orchester Nr. 21 C-Dur KV 467

    Rudolf Buchbinder, Klavier und Leitung

    Staatskapelle Dresden


    Buchbinder spielt zweifelsfrei brilliant und hat in der Dresdner Staatskapelle einen kongenialen Partner. Leider klingt das Klavier metallisch.

    :hello:

    Berauschend:

    Arnold Schönberg

    Gurre-Lieder für Soli, Chor und Orchester

    Stephen Gould, Tenor

    Camilla Nylund, Sopran

    Christa Mayer, Mezzosopran

    Markus Marquardt, Bass-Bariton

    Wolfgang Aiblinger-Sperrhacke, Tenor

    Franz Grundheber, Sprecher

    Sächsischer Staatsopernchor Dresden

    MDR-Rundfunkchor

    Gustav Mahler Jugendorchester

    Sächsische Staatskapelle Dresden

    Dirigent: Christian Thielemann

    Das ist der Mitschnitt des Konzerts vom 10.März 2020. Hier wird aus dem Vollen geschöpft, das ist schon eine Klangmagie, ausgeführt von einem Riesenensemble und auch solistisch vom Feinsten. Kleine Abstriche bei Stephen Gould, der aber auch eine mörderische Partie zu bewältigen hat. :jubel:

    :hello:

    Meisterhaft:

    Antonin Dvorak

    Konzert für Violine und Orchester a-Moll op. 53

    Rondo f-Moll op. 11

    Itzhak Perlman, Violine

    London Philharmonic Orchestra

    Dirigent: Daniel Barenboim

    Großartiges Zusammenspiel von Solist und Orchester (Aufnahme von 1974).

    :hello:

    Der, die das Triangel - das ist hier die Frage. In meinem Duden steht Triangel, der, österr. das. Falsch ist beides nicht, aber herkunftsbedingt sage ich dann der Triangel. Ich bedaure nicht selten den Spieler, da der feine Ton oft gar nicht durchkommt. Genannt wurde zu Recht der 3. Satz aus Brahms 4. Sinfonie. Hier kommt dem Triangel eine große Rolle zu, aber leider ist in vielen Aufnahmen davon nichts oder wenig zu hören. Am besten bei Toscanini, das ist sicher zeitbedingt (1951!) eine Aufnahme mit technischen Grenzen, aber der Triangel ist präsent. Oft wird das Instrument als Verstärkung in forte-Passagen verwendet, da kommt gar nichts rüber, man sieht den Spieler und hört nichts. Beispiel Bruckner 7 beim berühmten Beckenschlag in dreifachem forte, da hat der Triangel keine Chance. Oder Beethoven 9, im Alla marcia ist Triangel noch da (pp), im lautstarken Schlussprestissimo nicht mehr. Bei der Harfe ist es oft ähnlich. Mir sagte dazu mal eine Spielerin, dass es eben auf das Gesamtklangbild ankommt. Neben wir es so hin. Ich finde den Triangel jedenfalls schön.

    :hello:

    Bei mir gibt es auch den Felix, mit einer brillianten Pianistin:

    Felix Mendelssohn

    Konzert für Klavier und Orchester Nr. 2 g-Moll op. 25

    Capriccio brilliant h-Moll op. 22

    Konzert für Klavier und Orchester Nr. 2 d-Moll op. 40

    Serenade und Allegro giocoso h-Moll op. 43

    Rondo brilliant Es-Dur op. 29

    Ragna Schirmer, Klavier

    Rundfunk-Sinfonieorchester Saarbrücken

    Dirigent: Günther Herbig

    :hello:

    Das wars:

    Johannes Brahms

    Sinfonie Nr. 2 D-Dur op. 36

    Brandenburgisches Staatsorchester Frankfurt

    Dirigent: Howard Griffiths

    Es ist schon bemerkenswert, wenn ein sonst auf dem Klassikmarkt nicht vorhandenes Orchester hier mit Standardwerken für Furore sorgt.

    :hello:

    Nur nochmals die Orchester von Bernsteins Einspielungen der Mahler-Symphonien bei der Deutschen Grammophon:


    Wie man sieht, sind jeweils 3 der Symphonien mit den Wienern, den Amsterdamern und den New Yorkern.

    Ich habe die Mahler- Sinfonien mit Bernstein in der DG - Einspielung auf DVD und da sind nur die 2. Sinfonie mit dem London Symphony Orchestra und das Lied von der Erde mit dem Israel Philharmonic Orchestra. Alle anderen sind mit den Wiener Philharmonikern. Ich habe diese Box noch nicht lang und noch nicht alle gehört, die Aufnahmen, die ich kenne, gefallen mir aber außerordentlich, Bernstein lebt diese Musik. Was Celibidache bei Bruckner ist, das ist für mich Bernstein bei Mahler, einfach authentisch.

    :hello: