Beiträge von timmiju

    Was der eigentliche Grund meines Beitrags ist: ich sorge mich um den Gesundheitszustand von René Pape. Er zitterte sich buchstäblich durch seine König Heinrich-Partie. Seine Hände machten ständig unkontrollierte Bewegungen, was Anzeichen einer Parkinson-Erkrankung befürchten lässt.

    Dass es sich hierbei um einen Regie-Gag handelte, glaube ich nicht. Und wenn, dann wäre es ein schlechter, ein sehr schlechter.

    Weiß jemand hierüber etwas mehr?

    Mir ist vor allem das Zucken im Gesicht aufgefallen, ich dachte, das ist vielleicht eine Regieidee. Auch wenn ich es nicht verstanden hätte, man weiß ja nie. Für eine Erklärung wäre ich auch sehr dankbar, aber die wird es, wenn es denn eine Erkrankung ist, wohl kaum geben. Wäre schon sehr schade für diesen großartigen Sänger.

    :hello:

    Was habe ich eigentlich falsch gemacht? Ich kenne drei Bieito-Inszenierungen von der Bühne her.

    Keine einziger Nackter war zu sehen, es gab ein eiziges mal nur minmale Blutspritzer.

    Ich nehme an, dass das blutrünstige und sexbetonte Image des Regisseurs der grauen Vergangenheit angehört, aber immer wieder gerne hervorgekramt wird.

    Dann kennst du die "Entführung aus dem Serail" nicht und auch nicht die "Armida", in der eine ganze Schar nackter Männer sich auf der Bühne der KOB tummelte. Mir hat das nicht gefehlt, der Regisseur hat sich natürlich durch ausgefallene Ideen einen Namen gemacht, die können mal mehr, mal weniger Zuspruch finden. Den "Lohengrin" fand ich gar nicht schlecht.

    :hello:

    Ich habe mir nun die Aufführung angesehen. Der "Lohengrin" ist mir aus der Deutschen Oper Berlin sehr gut bekannt, diese Inszenierung (Kaspar Halten) gefiel mir gut, die Schwanenflügel beim Lohengrin, nun das ist Geschmackssache. Sonst war diese ziemlich werkgerecht. Wenn man sich Calixto Bieito zu Gemüte führt, weiß man eigentlich, was einen erwartet. Da ich andere Aufführungen von ihm kenne, war diese noch ziemlich zahm (keine Nackten). Mir hat es eigentlich ganz gut gefallen. Die sängerischen Leistungen waren überragend und die Elsa dazu sehr sehenswert. Was mir gefiel, es war eine Spieloper, kein Rampentheater sondern emphatisch und zum Teil mit Witz dargeboten (Heerrufer, Ortrud- Torte). Gut und Böse kamen deutlich herüber. Es wurde nicht nur sehr gut gesungen, sondern auch sehr gut gespielt. Dass die erste Szene im 3. Akt hinter dem Vorhang stattfand und der Strich kurz vor dem Ende gefiel mir weniger. Ebenso wie das Duell Lohengrin-Telramund ganz ohne Schwert. Und dieser Bösewicht soll der neue Held von Brabant sein, das gab die ganze Handlung nicht her.

    Insgesamt ist die Inszenierung natürlich "Regietheater" aber nicht unsehenswert.

    :hello:

    Ich schätze Carlos Kleiber als überaus charismatischen Dirigenten. Diese Aufnahme habe ich auch, da gehen mir aber zu sehr die Gäule mit ihm durch. Er nimmt bereits den Anfang viel zu hektisch, das ist überhaupt nicht pastoral. Da hoppeln die Rehe durchs Gebüsch und die Vögel piepen um ihr Leben. Das Ganze ist ein Stimmungsbild. Es gibt keine große Entwicklung, keine Konflikte, auch harmonisch tut sich wenig. Im zweiten Satz sollte man sich an den Details erfreuen können, am Zwitschern, Plätschern und Rascheln, das ist mir auch alles zu hastig. Beim Gewitter lässt Kleiber es dann, wie zu erwarten, ordentlich krachen, das liegt ihm. Der letzte Satz ist nicht so einfach, frohe Gefühle nach dem Sturm und dann ein abrupter Schluss, der bei Kleiber in der Luft hängen bleibt. Wiederholungen lässt Kleiber oft aus, dagegen habe ich im allgemeinen nichts.

    Insgesamt gibt es bessere Aufnahmen dieser schönen Sinfonie.

    :hello:

    IEs gibtn nicht nur richtige und falsche Entscheidungen, sondern es hängt oft davon ab WANN sie getroffen werden.So hatte ich in der Forensteinzeit Anges, Themen wie HIFI, Kunst, Literatur, Jazz könnten überwiegen und den Teil "Klassische Musik" ins Abaseits drängen.

    Mit etwa 700.000 Beiträgen ist diese Gefahr nicht mehr gegeben - und so sehe ich vorsichtige Erweiterungen als Bereicherunf.

    Ob nun ein Buch von Obama hierhrtgrhötz odfer nicvht - das ist aus meiner Sicht eine Entscheidung jedes Einzelnen Mitglieds, bzw, des Mitglieds, das dieses Buch hier einstellt.

    Wir sollten aufpassen, dass unser Klassikforum nicht zu einem Gemischtwarenladen verkommt, in dem jeder Beliebiges posten kann und die Musik damit ins Hintertreffen gerät.

    :hello:

    Das ist Tradition an Wehnachten:

    Johann Sebastian Bach

    Weihnachtsoratorium BWV 248

    Jutta Maria Böhnert, Sopran

    Rebecca Martin, Alt

    Markus Schäfer, Tenor

    Thomas Laske, Bass

    Windsbacher Knabenchor

    Deutsche Kammer-Virtuosen Berlin

    Dirigent: Karl-Friedrich Behringer (1-3)

    Martin Lehmann (4-6)

    Die Ausführenden sind alle tadellos!

    :hello:

    Das war sein letztes Konzert mit den Berliner Philharmonikern:

    Felix Mendelssohn

    Musik zum Schauspiel "Ein Sommernachtstraum" op. 61

    Hector Berlioz

    Symphonie Fantastique op. 14

    Deborah York, Sopran

    Stella Doufexis, Mezzosopran

    Damen des Chors des Bayerischen Rundfunks

    Berliner Phiharmoniker

    Dirigent: Claudio Abbado

    :hello:

    Mir geht es ganz gewiss nicht um irgendein Reinwaschen, aber man sollte doch die Kirche im Dorf lassen. Was ist Karajan denn vorzuwerfen? Er ist 2x in die NSDAP eingetreten, das ist sicher kein Ruhmesblatt. Er war eben ein Opportunist, bestimmt kein Nazi. Viele andere in anderen Berufen werden es ihm gleich gemacht haben. So war es eben. Ihm ging es um seine Karriere, ob diese ohne die Mitgliedschaft ebenso verlaufen wäre, weiß ich nicht. Furtwängler war nicht in der Partei, hatte dennoch wie Karajan nach dem Kriege ein Aufführungsverbot, obwohl er für mich ehrenwerter ist. Aber Karajan ist in die Musikgeschichte eingegangen wegen seiner Art, Musik zu machen ("Das Wunder Karajan"). Wir sprechen vom Karajan-Klang. Seine Musik ist millionenfach produziert worden. Er hatte eine Aura, die eben auch viel Geld erzeugte. Aber nicht unverdient, wie ich denke. Ich möchte nur, dass man HvK nicht reduziert auf diese bescheuerte Mitgliedschaft.

    :hello:

    Große Oper:

    Richard Wagner

    Lohengrin

    Günther Groissböck, Bass

    Klaus Florian Vogt, Tenor

    Annette Dasch, Sopran

    Gerd Grochowski, Bariton

    Susanne Resmark, Mezzosopran

    Markus Brück, Bariton

    Rundfunkchor Berlin

    Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin

    Dirigent: Marek Janowski

    Ein ausgezeichnetes Sängerensemble, vorzüglicher Chor und Orchester, dazu die Spontanität eines Livemitschnitts.

    Sehr gut:jubel:!

    Mein Favorit war nämlich nicht Karajan oder Klemperer sondern Gardiner......

    Wahrscheinlich meinst du die ältere Aufnahme mit dem famosen Monteverdi Choir von 1989. Gardniner hat das Werk mit dem gleichen Chor noch einmal 2012 eingespielt und sie gefällt mir viel besser:

    Das ist eine Live-Aufnahme mit der damit verbundenen Spontaneität. Gardiner ist dabei großzügig, bei ihm darf der Chor mal etwas uneinheitlich, ein Solist mal etwas rauh klingen, wenn es dem Ausdruck dient.So wackelt es etwas am

    Anfang des "Kyrie" und auch der furiose "Gloria"-Beginn klappert kurzzeitig - dafür prescht das "Gloria" mit haltloser Begeisterung und Leidenschaft los. Da geht wirklich die Post ab. Das ist alles sehr emotional und mitreißend. Dann das "Sanctus", hier hört man die Menschen warmherzig und gleichzeitig ehrfürchtig und scheu ihrem Gott gegenübertreten- und wie rückhaltlos brechen sie dann bei "Pleni sunt coeli" in Jubel aus. Solisten und Instrumentalisten geben in dieser Aufnahme wirklich alles. Das geht unter die Haut.

    Mir gefällt auch diese Aufnahme mit Marek Janowski:

    Sie ist gut 3 Minuten länger, bei der Gesamtdauer des Werkes fällt das wenig ins Gewicht. Gefühlsmäßig geht es etwas gesetzter zu, der MDR Rundfunkchor und auch das Solistenquartett machen einen großartigen Job. Und Janowski spannt den großen Bogen mit deutlichen Akzenten und transparenten Strukturen.

    :hello: