Beiträge von timmiju

    Ich schätze Carlos Kleiber als überaus charismatischen Dirigenten. Diese Aufnahme habe ich auch, da gehen mir aber zu sehr die Gäule mit ihm durch. Er nimmt bereits den Anfang viel zu hektisch, das ist überhaupt nicht pastoral. Da hoppeln die Rehe durchs Gebüsch und die Vögel piepen um ihr Leben. Das Ganze ist ein Stimmungsbild. Es gibt keine große Entwicklung, keine Konflikte, auch harmonisch tut sich wenig. Im zweiten Satz sollte man sich an den Details erfreuen können, am Zwitschern, Plätschern und Rascheln, das ist mir auch alles zu hastig. Beim Gewitter lässt Kleiber es dann, wie zu erwarten, ordentlich krachen, das liegt ihm. Der letzte Satz ist nicht so einfach, frohe Gefühle nach dem Sturm und dann ein abrupter Schluss, der bei Kleiber in der Luft hängen bleibt. Wiederholungen lässt Kleiber oft aus, dagegen habe ich im allgemeinen nichts.

    Insgesamt gibt es bessere Aufnahmen dieser schönen Sinfonie.

    :hello:

    IEs gibtn nicht nur richtige und falsche Entscheidungen, sondern es hängt oft davon ab WANN sie getroffen werden.So hatte ich in der Forensteinzeit Anges, Themen wie HIFI, Kunst, Literatur, Jazz könnten überwiegen und den Teil "Klassische Musik" ins Abaseits drängen.

    Mit etwa 700.000 Beiträgen ist diese Gefahr nicht mehr gegeben - und so sehe ich vorsichtige Erweiterungen als Bereicherunf.

    Ob nun ein Buch von Obama hierhrtgrhötz odfer nicvht - das ist aus meiner Sicht eine Entscheidung jedes Einzelnen Mitglieds, bzw, des Mitglieds, das dieses Buch hier einstellt.

    Wir sollten aufpassen, dass unser Klassikforum nicht zu einem Gemischtwarenladen verkommt, in dem jeder Beliebiges posten kann und die Musik damit ins Hintertreffen gerät.

    :hello:

    Das ist Tradition an Wehnachten:

    Johann Sebastian Bach

    Weihnachtsoratorium BWV 248

    Jutta Maria Böhnert, Sopran

    Rebecca Martin, Alt

    Markus Schäfer, Tenor

    Thomas Laske, Bass

    Windsbacher Knabenchor

    Deutsche Kammer-Virtuosen Berlin

    Dirigent: Karl-Friedrich Behringer (1-3)

    Martin Lehmann (4-6)

    Die Ausführenden sind alle tadellos!

    :hello:

    Das war sein letztes Konzert mit den Berliner Philharmonikern:

    Felix Mendelssohn

    Musik zum Schauspiel "Ein Sommernachtstraum" op. 61

    Hector Berlioz

    Symphonie Fantastique op. 14

    Deborah York, Sopran

    Stella Doufexis, Mezzosopran

    Damen des Chors des Bayerischen Rundfunks

    Berliner Phiharmoniker

    Dirigent: Claudio Abbado

    :hello:

    Mir geht es ganz gewiss nicht um irgendein Reinwaschen, aber man sollte doch die Kirche im Dorf lassen. Was ist Karajan denn vorzuwerfen? Er ist 2x in die NSDAP eingetreten, das ist sicher kein Ruhmesblatt. Er war eben ein Opportunist, bestimmt kein Nazi. Viele andere in anderen Berufen werden es ihm gleich gemacht haben. So war es eben. Ihm ging es um seine Karriere, ob diese ohne die Mitgliedschaft ebenso verlaufen wäre, weiß ich nicht. Furtwängler war nicht in der Partei, hatte dennoch wie Karajan nach dem Kriege ein Aufführungsverbot, obwohl er für mich ehrenwerter ist. Aber Karajan ist in die Musikgeschichte eingegangen wegen seiner Art, Musik zu machen ("Das Wunder Karajan"). Wir sprechen vom Karajan-Klang. Seine Musik ist millionenfach produziert worden. Er hatte eine Aura, die eben auch viel Geld erzeugte. Aber nicht unverdient, wie ich denke. Ich möchte nur, dass man HvK nicht reduziert auf diese bescheuerte Mitgliedschaft.

    :hello:

    Große Oper:

    Richard Wagner

    Lohengrin

    Günther Groissböck, Bass

    Klaus Florian Vogt, Tenor

    Annette Dasch, Sopran

    Gerd Grochowski, Bariton

    Susanne Resmark, Mezzosopran

    Markus Brück, Bariton

    Rundfunkchor Berlin

    Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin

    Dirigent: Marek Janowski

    Ein ausgezeichnetes Sängerensemble, vorzüglicher Chor und Orchester, dazu die Spontanität eines Livemitschnitts.

    Sehr gut:jubel:!

    Mein Favorit war nämlich nicht Karajan oder Klemperer sondern Gardiner......

    Wahrscheinlich meinst du die ältere Aufnahme mit dem famosen Monteverdi Choir von 1989. Gardniner hat das Werk mit dem gleichen Chor noch einmal 2012 eingespielt und sie gefällt mir viel besser:

    Das ist eine Live-Aufnahme mit der damit verbundenen Spontaneität. Gardiner ist dabei großzügig, bei ihm darf der Chor mal etwas uneinheitlich, ein Solist mal etwas rauh klingen, wenn es dem Ausdruck dient.So wackelt es etwas am

    Anfang des "Kyrie" und auch der furiose "Gloria"-Beginn klappert kurzzeitig - dafür prescht das "Gloria" mit haltloser Begeisterung und Leidenschaft los. Da geht wirklich die Post ab. Das ist alles sehr emotional und mitreißend. Dann das "Sanctus", hier hört man die Menschen warmherzig und gleichzeitig ehrfürchtig und scheu ihrem Gott gegenübertreten- und wie rückhaltlos brechen sie dann bei "Pleni sunt coeli" in Jubel aus. Solisten und Instrumentalisten geben in dieser Aufnahme wirklich alles. Das geht unter die Haut.

    Mir gefällt auch diese Aufnahme mit Marek Janowski:

    Sie ist gut 3 Minuten länger, bei der Gesamtdauer des Werkes fällt das wenig ins Gewicht. Gefühlsmäßig geht es etwas gesetzter zu, der MDR Rundfunkchor und auch das Solistenquartett machen einen großartigen Job. Und Janowski spannt den großen Bogen mit deutlichen Akzenten und transparenten Strukturen.

    :hello:

    Peter Tschaikowsky

    Konzert für Klavier und Orchester Nr. 1 b-Moll op. 23

    George Li, Klavier

    London Philharmonic Orchestra

    Dirigent: Vasily Petrenko

    Ganz neue Aufnahme, damit habe ich nun genug dieser Konzerte in meinem Regal. Aber es war ganz bestimmt kein Fehlkauf.

    :hello:

    Das Thema heißt ja eigentlich Kirill Petrenko und nicht die Art und Weise, wie sich die Berliner Philharmoniker diskographisch vermarkten. Aber da es nun mal so läuft - ich habe heute Post bekommen und da werden mir eine ganze Reihe solcher "Hardcover-Editionen" angeboten. Ich gebe denen Recht, die Schwierigkeiten mit der Unterbringung dieser "Editionen" haben. Bei mir betrifft es bisher nur die 6.Tschaikowsky, die nun im Bücherregal, das tief genug ist, platziert wird. Den Harnoncourt-Schubert (ohne die Chorwerke), Sibelius und Beethoven mit Rattle habe ich nur als reine CD-Box. Früher, mit Karajan, waren die Berliner Philharmoniker mal Kassenschlager, das wurde mit Abbado schon weniger und jetzt dürfte man sehr weit davon entfernt sein. Wahrscheinlich hat man es nicht mehr nötig und will eben einfach exklusiv sein. Vieles wird nur zusammen mit Blue-Ray angeboten, das habe ich nicht und will ich nicht. Der Normalverbraucher wird damit nicht angesprochen. So etwas ist abgehoben. Von den angebotenen Sammlungen bin ich wenig überzeugt. Reizen würde mich vielleicht eine 22-CD-Furtwängler-Box für gut 200 €. Aber das muss gut überlegt werden.

    :hello:

    Interessantes Tondokument:

    Robert Schumann

    Konzert für Violine und Orchester d-Moll

    Georg Kulenkampff, Violine

    Berliner Philharmonisches Orchester

    Dirigent: Karl Böhm (UA 26.11.1937)

    Violinkonzert a-Moll nach dem Violoncellokonzert a-Moll op. 129

    Saschko Gawriloff, Violine

    Westfälisches Sinfonieorchester

    Dirigent: Walter Gillessen (GP 29.11.1987)

    Die Uraufführung des Violinkonzertes ist ein Rundfunk-Mitschnitt, tontechnisch problematisch, immerhin ist der Solopart sehr präsent.

    :hello:

    Vom polnischen Nachbarn:

    Karol Szymanowski

    Sinfonie Nr. 3 op. 27 "Das Lied von der Nacht"

    Ryszard Minkiewicz, Tenor

    Warschauer Philharmonischer Chor

    Warschauer Philharmonisches Orchester

    Dirigent: Antoni Wit

    Hoch interessant, diese einsätzige klangfarbenreiche Chorsymphonie.

    :hello:

    Dass Franz Konwitschny ein Alkoholproblem hatte, dürfte mittlerweile Allgemeingut sein. Das haben zahlreiche Künstler bestätigt, die mit ihm zusammengearbeitet haben und nicht zuletzt sein Sohn Peter könnte da Geschichten erzähen (und tut das mitunter auch)...

    In einem früheren Beitrag hier wurde ja behauptet, dass Konwitschny seine beiden NSDAP-Mitgliedschaften nicht geschadet hätten. Vielleicht haben sie ihm ja doch geschadet, nur anders?

    Das ist mir auch bekannt, Konwitschny war tatsächlich ein ordentlicher Schluckspecht, auch in den Proben soll er damit aufgefallen sein. Ob er in Belgrad am Suff gestorben ist, kann ich aber nicht bestätigen.

    Dass er zweimal der Nazipartei beigetreten sein soll, ist mir dagegen nicht bekannt. In der DDR wurde so etwas ja bewusst verschwiegen. Aber damit befände er sich ja in guter Gesellschaft. Wieso sollte es ihm geschadet haben?

    Unabhängig davon war er ein bedeutender Könner seines Faches und ich bin froh, wenigstens die Beethoven- und Schumann-Gesamtausgaben in meinem Besitz zu haben.

    :hello: