Beiträge von WoKa

    Hallo!


    Ein sehr schönes Frühlingsgedicht von Friedrich Hölderlin vertonte Viktor Ullmann. Hier interpretiert von Christine Schäfer:



    Der Frühling

    Die Sonne glänzt, es blühen die Gefilde,

    Die Tage kommen blütenreich und milde,

    Der Abend blüht hinzu, und helle Tage gehen

    Vom Himmel abwärts, wo die Tag entstehen.

    Das Jahr erscheint mit seinen Zeiten

    Wie eine Pracht, wo sich Feste verbreiten,

    Der Menschen Tätigkeit beginnt mit neuem Ziele,

    So sind die Zeichen in der Welt, der Wunder viele.


    Gruß WoKa

    Hallo!


    Ich schließe mit der weißen Jahreszeit an, die hier sehr düster daher kommt: Aus den 12 Liedern op. 5 "So Gott und Papa will" von Erich Wolfgang Korngold - Winternacht. Nach dem Gedicht von Joseph von Eichendorff.



    Winternacht


    Verschneit liegt rings die ganze Welt,

    Ich hab’ nichts, was mich freuet,

    Verlassen steht der Baum im Feld,

    Hat längst sein Laub verstreuet.


    Der Wind nur geht bei stiller Nacht

    Und rüttelt an dem Baume,

    Da rührt er seinen Wipfel sacht

    Und redet wie im Traume.


    Er träumt von künft'ger Frühlingszeit,

    von Grün und Quellenrauschen,

    Wo er im neuen Blütenkleid

    Zu Gottes Lob wird rauschen


    Gruß WoKa

    Hallo!


    Ich habe am vergangenen Sonntag Wolfram Rieger und Brigitte Fassbaender im Wilhelma Theater in Stuttgart mit Enoch Arden erlebt. Es ist schon ein ganz eigenes Werk, so ein Melodram. Die Geschichte ist im Grunde genommen recht einfach. Wäre sie nicht so schön geschrieben, könnte sie in ihrer Edelmütigkeit auch von Hedwig Courths-Mahler sein. Aber sie greift - vor allem in der Intimität der Erzählung und mit der emotionalen und dramatischen Unterstützung des Pianos. Und die Geschichte greift den Zuhörer auch an. Die sonore Frauenstimme der Brigitte Fassbaender, die dem Ernst der Geschichte hervorragenden Ausdruck verlieh, war sehr beeindruckend.


    Ich besitze die Aufnahme mit Dietrich Fischer-Dieskau, am Klavier Gerhard Oppitz. Ich gestehe, dass ich sie zuvor nur einmal gehört hatte. Demnächst werde ich sie erneut anhören, da ich mir eben die Gould -Einspielung mit Elisabeth Schwarzkopf bestellt habe. Dazu die Erzählung von Alfred Tennyson:



    Dann kann ich mich auch mit den möglichen Kürzungen beschäftigen.


    Es gab auch eine Zugabe: Ein weiteres Melodram von Richard Strauss. "Das Schloss am Meere" nach dem Gedicht von Ludwig Uhland wurde in eben solcher Weise von ihm bearbeitet.


    Das Schloß am Meere.


    Hast du das Schloß gesehen,

    Das hohe Schloß am Meer?

    Golden und rosig wehen

    Die Wolken drüber her.


    Es möchte sich niederneigen

    In die spiegelklare Flut;

    Es möchte streben und steigen

    In der Abendwolken Glut.


    „Wohl hab’ ich es gesehen,

    Das hohe Schloß am Meer,

    Und den Mond darüber stehen,

    Und Nebel weit umher.“


    Der Wind und des Meeres Wallen

    Gaben sie frischen Klang?

    Vernahmst du aus hohen Hallen

    Saiten und Festgesang?


    „Die Winde, die Wogen alle

    Lagen in tiefer Ruh,

    Einem Klagelied aus der Halle

    Hört’ ich mit Thränen zu.“


    Sahest du oben gehen

    Den König und sein Gemahl?

    Der rothen Mäntel Wehen?

    Der goldnen Kronen Stral?


    Führten sie nicht mit Wonne

    Eine schöne Jungfrau dar,

    Herrlich wie eine Sonne,

    Stralend im goldnen Haar?


    „Wohl sah ich die Eltern beide,

    Ohne der Kronen Licht,

    Im schwarzen Trauerkleide;

    Die Jungfrau sah ich nicht.“



    Wäre schön, wenn dieser Thread dazu beitragen würde, Enoch Arden aus der Versenkung des Klassikbetriebes zu holen. Brigitte Fassbaender und Wolfram Rieger haben ihren Teil dazu beigetragen.


    Gruß WoKa

    Hallo!


    Bei der Verleihung der Hugo Wolf Medaille an Gundula Janowitz in der Stuttgarter Staatsoper habe ich sie gemeinsam mit Benjamin Appl gehört. Juliane Banse - "In dem Schatten meiner Locken" aus dem Spanischen Liederbuch von Hugo Wolf. Denn Schatten heißt auf italienisch ombra:



    Gruß WoKa

    Hallo WoKa, was sagst du dazu?


    LG Fiesco


    Hallo Fiesco


    Tut mir leid - ich habe eben erst Deine Frage entdeckt.


    Die Aufnahme hat mir gut gefallen, wobei ich sie etwas "zu opernhaft" im Ausdruck finde. Auch meine ich Stellen entdeckt zu haben, wo ein Sänger der Deutsch als Muttersprache hat, noch angemessener die Gefühle des Protagonisten ausdrücken kann. Meine Lieblingsaufnahme wird sie nicht.


    Gruß WoKa

    Hallo!


    Fangen wir mit Autumn Leaves, einem meiner Lieblingsstandards, an.


    Es ist wenig bekannt, dass das Stück auf ein französisches Chanson zurück geht. Die Musik stammt von Joseph Kosma, einem ungarischen Komponisten, der u.a. bei Béla Bartók studiert hat. In seinem Exil in Paris wurde er während der Besatzung unter Hausarrest gestellt. Er vertonte auch Gedichte von Jacques Prévert, den er in Paris kennengelernt hatte. So arbeiteten sie gemeinsam an dem Lied "Les feuilles mortes" (Die toten Blätter) für den Film "Les Portes de la nuit" von Marcel Carné. Im Film wurde das Stück, das 1945 entstand, von Irène Joachim gesungen.


    1955 gab es eine Instrumentalversion des Pianisten Roger Williams, die ein Hit wurde. Johnny Mercer schrieb einen englischen Text mit dem Titel Autumn Leaves, unter dem wir das Stück heute kennen.


    Es gibt im wörtlichen Sinne unzählige Versionen, von denen ich einige prägnante heraus greifen möchte. Ihr könnt natürlich gerne ergänzen.


    Hier zunächst das Original, gesungen von Yves Montand:


    Die Version von Roger Williams:


    Frank Sinatra:


    Miles Davis:


    ERic Clapton:


    und zum vorläufigen Abschluss die traumhafte Eva Cassidy:


    Gruß WoKa

    Hallo


    Wir werden moderner - sortiert wird zum Schluss:


    Hans Eisler - Kalifornischer Herbst (hier interpretiert von Christiane Karg) aus seinem Hollywooder Liederbuch



    Die Leiter blieb noch unterm Feigenbaume stehen,‎
    Doch er ist gelb und schon längst leergegessen
    Von Schnäbeln und von Mündern, wem’s zuerst geglückt.‎
    Wird ihn der nächste Sommer grün und reich beladen sehn,‎
    Und kommt der Friede unterdessen,‎
    Mag es ein andrer sein, der hier die Feigen pflückt.‎
    Wir wären dann in kältere Breiten heimgegangen:‎
    Da wächst kein Feigenbaum,‎
    Aber der Wein.‎
    Fällt dort der Schnee,‎
    Werden wir umso frischer sein
    Und gern im wieder befreiten Winter wohnen.‎


    Berthold Viertel


    Gruß WoKa

    Hallo!


    Die Dame wurde am 25. Juli 1946 geboren. Ebenfalls an einem 25. Juli, allerdings drei Jahre später, wurde Thomas Mann mit dem Goethepreis der Stadt Frankfurt ausgezeichnet.

    Was bietet sich mehr an als das Adagietto aus der 5ten Sinfonie von Gustav Mahler, das Lucino Visconti für seine Verfilmung nutzte:



    Gruß WoKa

    Hallo


    Meine drei nächsten Konzerte


    Samstag 9.11.: Wolfram Rieger und Brigitte Fassbaender: Richard Strauss - Enoch Arden im Wilhelma-Theater Stuttgart



    Sonntag 10.11.: Ragna Schirmer und das Heilbronner Sinfonieorchester in der Harmonie Heilbronn:

    Carl Maria von Weber - Ouvertüre zu „Der Freischütz“ / Clara Schumann - Klavierkonzert a-Moll op. 7 / Hector Berlioz - Symphonie fantastique op. 14


    Mittwoch 13.11.: Philippe Herreweghe,/ Isabelle Faust / Christian Poltéra in der Liederhalle


    Brahms: Konzert für Violine, Violoncello und Orchester / Dvorák: Sinfonie Nr. 8


    Gruß WoKa

    Hallo!


    Vielen Dank für diesen schönen Vorschlag. Ist aufgenommen.


    Was haltet Ihr von Brahms und seinem Frühingstrost nach Gottlob von Schenkendorf.



    Es weht um mich Narzissenduft
    Es spricht zu mir die Frühlingsluft:
    Geliebter,
    Erwach im roten Morgenglanz,
    Dein harrt ein blütenreicher Kranz,
    Betrübter!
    Nur mußt du kämpfen drum und tun
    Und länger nicht in Träumen ruhn;
    Laß schwindn!
    Komm, Lieber, komm aufs Feld hinaus,
    Du wirst im grünen Blätterhaus Ihn finden.
    Wir sind dir alle wohlgesinnt,
    Du armes, liebebanges Kind,
    Wir Düfte;
    Warst immer treu uns Spielgesell,
    Drum dienen willig dir und schnell
    Die Lüfte.
    Zur Liebsten tragen wir dein Ach
    Und kränzen ihr das Schlafgemach
    Mit Blüten.
    Wir wollen, wenn du von ihr gehst
    Und einsam dann und traurig stehst,
    Sie hüten.
    Erwach im morgenroten Glanz,
    Schon harret dein der Myrtenkranz,
    Geliebter!
    Der Frühling kündet gute Mär',
    Und nun kein Ach, kein Weinen mehr,
    Betrübter!


    Gruß WoKa

    Hallo Willi


    Das ist schön, dann sehen wir uns am Sonntag.


    Ragna Schirmer ist in Hildesheim geboren. Hildesheim wiederum hat als italienische Partnerstadt Pavia in der Lombardei. Dort wurde am 23. April 1757 Alessandro Rolla geboren, ein Musiker und Komponist. Hier ein Fagottkonzert aus seiner Feder:



    Gruß WoKa

    ngefragt zu äußern, dass einem etwas nicht gefällt, ist genauso normal, wie ungefragt zu äußern, dass einem etwas gefällt.


    Hallo


    Ist das für Dich tatsächlich normal? Wenn drei Menschen beisammen stehen und sich anerkennend über ein gemeinsames Erlebnis unterhalten, stellst Du Dich dazu und erklärst Ihnen ungefragt, dass Du davon überhaupt nichts hältst? Und nachdem Du es ungefragt gesagt hast, ziehst Du Dich auch nicht wieder zurück sondern wiederholst und verstärkst Deinen Standpunkt? Natürlich kenne ich die Situation, dass ich nicht konform gehe mit Menschen, die sich in einer Sache unterhalten. Wenn ich Bedenken in der Sache habe, lege ich die auch dar. Alles andere wäre letztlich illoyal. Wenn ich allerdings einfach einen anderen Geschmack habe, höre ich entweder zu, um Argumente zu erfahren, die ich bisher nicht kannte oder ich ziehe mich zurück und suche mir Gesprächspartner, mit denen ich mich über gemeinsame Themen positiv unterhalten kann. Die Wertschätzung in der Diskussion geht gerade in Internetforen immer mehr zurück und Tamino ist - zumindest in dieser RT-Diskussion - ein probates Beispiel dafür.


    Gruß WoKa

    Hallo!


    Das Schöne ist, dass wir uns bei dem Thema nicht auf deutschsprachige Komponisten beschränken müssen:


    Der in London geborene George Butterworth vertonte das Gedicht "On the Idle Hill of Summer" des Dichters Alfred Edward Housman.



    On the idle hill of summer,
    Sleepy with the flow of streams,
    Far I hear the steady drummer
    Drumming like a noise in dreams.
    Far and near and low and louder
    On the roads of earth go by,
    Dear to friends and food for powder,
    Soldiers marching, all to die.
    East and west on fields forgotten
    Bleach the bones of comrades slain,
    Lovely lads and dead and rotten;
    None that go return again.
    Far the calling bugles hollo,
    High the screaming fife replies,
    Gay the files of scarlet follow:
    Woman bore me, I will rise.


    Gruß WoKa

    Hallo!


    Grundlage für diese Oper war bekanntlich das Schiller-Drama "Die Räuber". Dieses Werk wurde später in den 50ern von dem in Mannheim geborenen Komponisten Giselher Klebe ebenfalls in Opernform gegossen. Von ihm hören wir die Romanze Op. 43 Nr. 3:



    Gruß WoKa

    Dass wir eine Inszenierung, wie sie von VeraOpera geschildert wurde, ablehnen, ist doch noch lange kein persönlicher Angriff auf die Schreiberin, sondern lediglich unsere persönliche Meinung.

    Hallo!


    Ich habe darüber schon öfters nachgedacht - dieser Satz löst es jetzt aus, dass ich meinem Befremden über derartige ablehnende Äußerungen Ausdruck verleihe.


    Ich habe noch nie verstanden, wozu (nicht warum) jemand ohne gefragt worden zu sein, andere, die das nicht interessiert, darauf hinweist, dass ihm etwas nicht gefällt. Jemand der sich für etwas einsetzt, tut das in der Regel mit dem Ziel, andere an einer schönen Einspielung oder einem anderen erbaulichen Erlebnis teilhaben zu lassen. Aber jemand, der dagegen ist? Will er andere warnen? Hat er Angst, sie könnten Schaden nehmen und gibt deshalb seinen persönlichen Kommentar ab, ohne dass er danach gefragt wurde? Oder will er nur andere Meinungen in den Hintergrund drängen, indem er sich mitten in die Diskussion drückt?


    Ich kann mir ja noch vorstellen, dass eine Person nach einer konkreten Veranstaltung oder dem Hören einer CD seiner negativen Meinung Luft verschafft (wobei ich auch an dem Sinn dieser Übung häufig Zweifel hege). Damit kann man sich wenigstens darauf berufen, dass andere gewarnt werden sollten. Gleichzeitig trägt derjenige dazu bei, dass diese Anderen in Folge einer vollkommen subjektiven Äußerung davon absehen, sich ein eigenes (anderes?) Urteil zu ermöglichen, weil sie beispielsweise eine erwähnte Inszenierung Ihrerseits nun nicht besuchen. Welche Folgen das auf die für jeden intelligenten Diskurs unabdingbare Meinungsvielfalt hat, muss kaum erläutert werden.


    Stellt Euch vor, Ihr sitzt in einem voll besetzten Restaurant. Plötzlich steht jemand auf und geht von Tisch zu Tisch, um ungefragt darauf hinzuweisen, dass er dieses Gericht nicht mag, jenes eklig findet und überhaupt nur die originale Hausmacher Küche mag. Die Gäste an den Tischen bleiben irritiert zurück und fragen sich: "Wozu sagt er uns das"? Wenn der Fremde Erfolg hatte, hat er zumindest einigen den Appetit verdorben. Allerdings nicht dadurch, dass Ihnen das Gewählte nicht mehr schmeckt, sondern indem er sie in Ihrem ganz persönlichen Genuss gestört hat.


    Seinem Ziel, irgendwann nur noch Hausmacher Küche vorzufinden, ist er möglicherweise ein Stück näher gekommen. Der Vielfalt hat er geschadet.


    Das musste ich mal loswerden.


    Gruß WoKa