Beiträge von Melot1967

    Hier ein Ausschnitt aus der Burgtheater-Produktion von Ulrich Rasche:



    Mit Franz Pätzold, Felix Rech, Martin Schwab, Markus Meyer u. a.
    Musikalische Ausführung: Violine 1, Violine 2, Viola, Cello, Bass (abwechselnd Kontrabass und Bassgitarre), Percussion und hinter der Bühne ein Tenor und ein Bariton. Diese (letzte) Vorstellung wurde pandemiebedingt ohne Publikum aufgeführt. Bei allen anderen Vorstellungen saßen die Musiker direkt auf der Bühne links (Streicher) bzw. rechts (Percussion) vor dem Bühnentor.

    Alternativ dieser Link für die, die ...


    Ich habe lange gewartet auf eine Aufführung von Medea wie diese. Interessanterweise begegnet mir hier schon wieder David McVicar. Inszenierungen von ihm habe ich in den letzten Jahren schon mehrmals gerne gesehen (Wiener Staatsoper Les Troyens, Tristan und Isolde, Wiener Volksoper Der Tod in Venedig, auf BluRay die wunderhübsche Glyndebourne-Produktion von Die Meistersinger von Nürnberg und die spannende Londoner Produktion von Salome).

    (Ich habe das Gefühl, ich bin hier im falschen Forum. Gibt es keines zu Wagners Sprache?)

    Es ist mir jedenfalls ein Bedürfnis, denen, die zu Recht skeptisch sind, was die sprachliche Qualität in Wagners Musikdramen betrifft, dieses Buch ans Herz zu legen (das ich mir übrigens zulegte auf Empfehlung in einem anderen Thread), das einige Skeptiker ein wenig umstimmen könnte:



    Ich stieß mich ohnehin nie an der Sprache, vielleicht weil ich beim ersten Kennenlernen der Opern während des Hörens in Kurt Pahlens kommentierten Textbüchern mitlas, oder weil ich das meiste während des Hörens von Anfang an als stimmig empfand, wie hier auch schon manche meinten. Aber nach oben genanntem Buch weiß ich - der Laie - nun auch, dass die Operntexte Wagners - selbst als reine Texte - nicht einfach nur seltsam oder selbsterfunden sind.

    Für mich liegt London geografisch näher als Linz :)

    Auch wenn Linz geographisch ferner liegt, kann ein Besuch im Musiktheater lohnen, und das zu recht moderaten Preisen. Ich hatte da schon Sternstunden, z. B. "Die Frau ohne Schatten", "Tristan und Isolde", "Le nozze di Figaro", "Parsifal". Wie "Die tote Stadt" wird, weiß ich natürlich noch nicht. Zum Haus: Da es recht neu ist, hatte man Gelegenheit, sich was zu überlegen und das auch umzusetzen. Ich war bisher noch in keinem anderen Theater, in dem ich mich so wohl fühlte wie in Linz. Meine Lieblingsplätze sind im normalen Parterre letzte Reihe. Aber nicht nur dort sitzt man so bequem wie im Kino. Ist aber jetzt wohl der falsche Thread für diese Bemerkungen.

    Ich kenne an die zehn (oder etwas mehr) Aufnahmen, die schon genannt wurden. In letzter Zeit bin ich besonders angetan von der BluRay mit Thielemann und den Wiener Philharmonikern, obwohl ich die Nahaufnahmen vom Dirigenten und einzelner Musiker nicht so mag, aber ich glaube, dass meine Lieblingsaufnahme nach wie vor die mit Harnoncourt ist.

    Lieber Alfred, danke für deine plausible Zusammenfassung, und deinen letzten Satz kann ich unterstreichen. Ich verstehe die Anmerkungen oder die Kritik mancher Mitglieder, aber ich finde ebenfalls, dass das Forum recht gut dasteht. Dass nicht zu jeder Zeit alle Bereiche hier abgedeckt oder alle aktuellen Kulturereignisse besprochen werden, halte ich nicht für problematisch.

    P.S. zu den von mir angesprochenen tontechnischen Mängeln (die ich übrigens auch in dem auf Youtube vorhandenen Video mit der Radioübertragung vorfinde):


    Das Problem hat sich für mich erledigt, nachdem ich die Aufnahme von der WDR3-Mediathek heruntergeladen hatte. Das hört sich auf meiner HiFi-Anlage nun fabelhaft an. Nichts mehr von der krassen Aussteuerungs-Normalisierung, die entweder bei der unmittelbaren Übertragung stattfand oder vielleicht auch durch Phonostar, von dem ich den ersten Download hatte. Jetzt kann ich die Aufführung genießen.

    https://www1.wdr.de/mediathek/…istan-und-isolde-100.html

    Mal sehen, ob's auch die zeitverzögerten Übertragungen des Ring nach und nach (und im Nachhinein) auf diese Weise gibt.

    Eröffnungspremiere Tristan und Isolde am 25. Juli 2022


    Ich habe die aufgenommene Live-Übertragung am nächsten Tag angehört und kann mich - was das Gehörte betrifft - diesen beiden Besprechungen anschließen.


    https://www.derstandard.at/sto…net-bayreuther-festspiele

    https://www.tagesspiegel.de/ku…-vom-glueck/28549660.html


    Dass gelegentlich SängerInnen und Orchester nicht ganz exakt beisammen waren, hat mich wenig gestört, zumal der Dirigent (Markus Poschner, den ich schon öfter in Linz erlebt habe) die Ungereimtheit immer im Nu wieder wegzaubern konnte, alle Achtung! Auch die angeblich mangelnde Textverständlichkeit ist mir kaum aufgefallen oder hat mich jedenfalls nicht gestört, da ich den Text ja kenne. Für mich waren die Eindrücke, die ich von den Stimmen und vor allem vom Orchester bekam, sehr befriedigend und ab und an sogar überwältigend.


    Im Tagesspiegel erwähnt auch wieder endlich jemand das Premierenpublikum, und zwar wie es im Saal akustisch auffällt. So unangenehm habe ich es selten erlebt - live vor Ort ohnehin nicht, da ich genau aus diesem Grund nicht zu so einer Premiere gehe, sondern wenn, dann in eine der Folgevorstellungen. Da wurde - wie im Tagesspiegel geschildert - weit in die ersten Takte hinein weitergequasselt, laut gelacht, Handys fielen auf den Holzboden, Flaschen fielen um und rollten weiter (und es wurde gegen Ende jedes Mal schon applaudiert, als die letzten Akkorde noch nicht verklungen waren). Die Weise, wie die Übertragung vom Bayerischen Rundfunk ausgesteuert wurde, verstärkte die Unannehmlichkeiten noch, indem unmittelbar nach der Moderation der Lautstärkepegel der Übertragung hochfuhr und es klang, als sei man in einem vollen Bierzelt, während man die ersten zwei Noten des Vorspiels verpasste - oder sie bei mehrmals wiederholtem Abspielen der Aufnahme nur erahnen konnte. Diese Lautstärkeanpassung der Übertragung verhinderte mir auch den vollen Genuss des Vorspiels, das irgendwie immer leiser wurde anstatt lauter. Oder vielleicht ging es nur mir so und es lag an der Aufnahme, die ich von Phonostar heruntergeladen hatte. Ab dem zweiten Aufzug gewöhnte ich mich halbwegs an das Problem oder achtete nicht mehr so darauf.


    Vielleicht könnte sich jemand zu Wort melden, der/die sich den Tristan live im Radio angehört hat?

    Natürlich gehören hier die Übertragungen von den Bayreuther Festspielen angeführt.


    Wenn mir nicht im letzten Moment eingefallen wäre, für einen Monat ca. 7 Euro für Phonostar zu zahlen, hätte ich heuer von Wien aus davon überhaupt nichts mitbekommen, da ich heuer auch nicht hinreisen wollte. Jetzt habe ich für die nächsten Tage den heutigen Tristan und dann die Ring-Aufführungen programmiert und habe sie dann fertig als MP3 zum Download - und da ich WDR3 ausgewählt habe, sind die Dateien in 256 kb/s (immerhin). Dann noch schneiden, um die Aufzüge oder Interviews einzeln anhören zu können - vom Stick im BluRay-Player über die Stereoanlage/Lieblingskopfhörer.


    Jetzt gerade Tristan (Beginn der Aufführung 16 Uhr). Beiträge und Interviews in den einstündigen Pausen, kleine Kritikerrunde direkt im Anschluss an die Vorstellung.


    Bayreuth-Programm BR Klassik:

    https://www.br-klassik.de/aktu…-festspiele-2022-100.html

    Auf Rzewski wurde ich vor ca. zwanzig Jahren aufmerksam durch Hamelins Einspielung von "The People United ...". "Winnsboro Cotton Mill Blues" hat es mir ebenfalls angetan.

    Am 29.11.2019 habe ich Rzewski selbst am Klavier im Wiener Konzerthaus mit dem zuerst genannten Werk erlebt. Einerseits war es faszinierend, den alten Meister mit seiner eigenen Komposition zu erleben. Er kam in bequemer Kleidung und mit Sandalen auf die Bühne und sprach ein paar Worte zum Publikum, wirklich rührend. Das Spiel war dann für mich aber eine Herausforderung. Rzewski hatte die Noten auf dem Klavier liegen, spielte also nicht auswendig. Das Werk dauerte anderthalb Stunden (statt knapp einer Stunde) und klang an jenem Abend für mich weitaus nicht so interessant wie in den Aufnahmen von Hamelin oder Levit. Diese Langsamkeit war kaum auszuhalten. Dennoch: für mich ein unvergessliches Konzerterlebnis, das ich nicht missen möchte.

    In meinem Booklet steht unter einem Bild mit Jarrett am Cembalo: "Harpsichord (1988) by Tatsuo Takahashi (Double manual Italian/German style)"

    Danke, Alfred, das freut mich, dass der Thread unverwüstlich ist. Ich habe auch Ross und Belder komplett, und von einigen anderen nur einzelne CDs, von den Naxos-CDs auch nur wenige, und ich freue mich, wenn ich Kommentare zu einzelnen Aufnahmen lese. Maria Tipo ist eine, die mir gefallen hat von der Naxos-Serie.


    Zu den kritischen Bemerkungen:

    Die Belder-Aufnahmen sind natürlich fabelhaft, aber manche Instrumente (Hammerklavier oder irgendwelche Tisch-Spinetts) sagen mir bei Scarlatti nicht so zu. Mir wäre durchgehend ein imposantes Cembalo lieber gewesen.

    Scott Ross ist fantastisch. Bei den Aufnahmen gibt es aber teilweise ein grandioses Rumpeln, wenn man sich das über Lautsprecher und mit viel "Bass" gibt. Ich sag jetzt mal laienhaft: als ob die Mikrophone direkt am Instrument montiert gewesen wären. Kein Problem, wenn man mit dem Kopfhörer hört, aber über meine mittelmäßigen Boxen, da muss ich "die Bässe" erheblich zurückschrauben, sonst habe ich Angst, dass mir da die Membranen durchreißen von den Erschütterungen.


    Klavier oder Cembalo? Beides! Wenn ich da die Aufnahmen von Pogorelich auflege ...

    Die von Moderato genannte Schumann-CD habe ich schon seit einiger Zeit. Ebenso diese, die ebenfalls zu meinen Lieblingsaufnahmen gehört:

    Heuer habe ich mir ebendiese Aufnahmen von den Symphonischen Etüden und den Etüden op. 10 (diesmal beide auf einer CD) gekauft, allerdings nicht für mich, da ich beide ja schon habe, sondern als Geburtstagsgeschenk für eine Kollegin.

    Derzeit gibt es auf Youtube ein Video mit besagter Wiener Premierenvorstellung, das eine ausreichende Ton- und Bildqualität hat.


    Hier ein paar Ausschnitte, die ich hochgeladen habe. Besagtes Video mit der gesamten Vorstellung finde ich jetzt gerade schon wieder nicht mehr. Es ist das mit den italienischen Untertiteln, das die etwas bessere Qualität hat.


    Contessa di Folleville (Leila Cuberli), die ihr Gepäck verloren hat und nichts als Unterwäsche anhat und sich mit der französischen Flagge bedecken muss, ist sehr erleichtert, als doch noch ihr Lieblingshut ankommt.


    Lord Sidney (Ferrucio Furlanetto) mit dem Flötisten Wolfgang Schulz auf der Bühne


    Cavalier Belfiore (Frank Lopardo) ist nicht der einzige, der bei der Dichterin Corinna (Cecilia Gasdia) abblitzt. Von einem anderen hat sie schon massenhaft Blumen bekommen.


    Die Witwe Marchesa Melibea (Lucia Valentini-Terrani) ist sehr vorsichtig. Nur, wer es wirklich ernst mit ihr meint, hat eine Chance. Der Conte di Libenskof (Chris Merritt) versucht, sie zu überzeugen.


    Finale II, beginnend mit der Arie der Corinna (Cecilia Gasdia). Beim Applaus als Zugabe noch mal das Finale I.

    Peter Grimes an der Wiener Staatsoper

    Im Theater an der Wien erlebte ich das Werk zum ersten Mal. Morgen dann in der Wiener Staatsoper mit Jonas Kaufmann in der Titelpartie. Bei der Radio-Übertragung haben mich alle Sänger und Sängerinnen beeindruckt, allen voran Lise Davidsen. Der Klang des Orchesters: ein Traum! Eric Cutler damals im Theater an der Wien gefiel mir stimmlich weit besser als Jonas Kaufmann, aber ich bin schon neugierig auf Kaufmanns Gestaltung.

    https://onlinemerker.com/wien-…mes-von-benjamin-britten/

    Das ist jetzt nicht zur Kammermusik per se, sondern ein Kommentar zum Live-Erlebnis von Kammermusik im Vergleich zu populäreren Musikformen.

    Für mich ist ein Kammermusik-Konzert (abgesehen von der Musik und ihrer Ausführung) schon alleine vom Publikum her eine höchst angenehme und befriedigende Angelegenheit. Meist befindet man sich in einer Gruppe von Menschen, die alle das gleiche Interesse haben: ungestört eine (bekannte oder noch nicht gekannte) bestimmte gute Musik zu hören. In der Atmosphäre konzentrierter Aufmerksamkeit die Werke gemeinsam mit vielen anderen zu hören, ist für mich immer das höchste Glück.


    Das ist in einem großen Saal bzw. während einer mehr oder weniger populären Oper nicht immer der Fall - zumal in einer "Musikmetropole", in der viele Touristen die "Institution" z. B. Wiener Staatsoper oder manche Bürger der Stadt das "Event" besuchen und nicht wegen des Werkes oder gezielt wegen der Produktion des Werkes gekommen sind. Man spürt das während einer Aufführung.


    Die Aufnahme habe ich mir wegen der Kunst der Fuge zugelegt, die mir auch großteils zusagt, aber jetzt ist sie nur wegen der Auswahl an Stücken anderer Bachs für mich kein Fehlkauf. Mich stört das Geschnaufe bei der Kunst der Fuge so, als hätte die CD einen Produktionsfehler. Und in gewissem Sinne ist das ja dann ein Produktionsfehler, denn da hätte man an der Justierung der Mikrophone arbeiten können. Oder - falls ich da falsch liege - den Pianisten um mehr Beherrschung bitten können, da das Geschnaufe sonst ja verewigt würde (was es ja nun ist). Die meisten Stücke sind spieltechnisch und tontechnisch großartig, in der Interpretation aber für mich nicht immer, z. B. bei Contrapunctus 11 a 4.

    Mein Favorit wird weiterhin Koroliovs Aufnahme bleiben.

    Das Wiener Konzerthaus spielt schon am Sonntag wieder. Vorfreude also auf Schostakowitsch (Symphonie 1, Klavierkonzert 2 mit Denis Matsuev, Symphonie 4) mit russischem Orchester und russischem Dirigenten: Mariinsky Orchester, Gergiev. Meine Karten verfallen also doch nicht. Eintrittsvoraussetzung "nur" 2G (also kein 2G+ mit PCR-Test, was auch kein Problem wäre, aber halt lästig).

    Don Giovanni-Premiere jetzt live aus der Wiener Staatsoper (ohne Publikum) in ORF III.


    Wenn ich es nicht besser wüsste, würde ich nach den ersten 15 Minuten glauben, (höchstens) einer Generalprobe beizuwohnen. Selten habe ich so eine belanglose und unsaubere Darbietung des Vorspiels und des Beginns des 1. Aktes gehört, noch dazu mit einer Tontechnik, bei der ich mich frage, ob das Personal vielleicht vergessen hat, dass es jetzt anwesend sein soll. Das (eindrucksvolle) Bühnenbild der 1. Szene würde übrigens besser zu anderen Opern (z. B. Elektra) passen.



    Inszenierung: Barrie Kosky

    Musikalische Leitung: Philippe Jordan


    Kyle Ketelsen (Don Giovanni)

    Ain Anger (Komtur)

    Hanna-Elisabeth Müller (Donna Anna)

    Stanislas de Barbeyrac (Don Ottavio)

    Kate Lindsey (Donna Elvira)

    Philippe Sly (Leporello)

    Patricia Nolz (Zerlina)

    Peter Kellner (Masetto)

    Ich denke, dass es das trifft. Ich hatte mir die Aufnahme gestern Abend angehört und war sofort gefangen. Ohne jetzt penibel vergleichen zu wollen, ist es mit Sicherheit eine Aufnahme , die für mich zu den besten zählt und die ich auch weiterhin anhören werde. Anders als ich die Hyperion Aufnahme in Erinnerung habe, gestaltet sie hier jede Fuge sindividuell ohne den Zusammenhang zu verlieren. Besonders beeindruckend fand ich ihre Darstellung der fis-Moll Fuge, die obwohl technisch nicht die schwierigste, IMO interpretatorisch hohe Ansprüche stellt.



    Diese Alto Scheiben enthalten die Melodia Aufnahmen, die ich hiermit wärmstens empfehle. Verblüffend, dass sie das Werk fünf Jahre später so völlig anders spielt.... Da muss man sich wahrscheinlich noch einmal eingraben ...

    Seit ich vor kurzer Zeit diese Aufnahme mit Tatiana Nikolayeva bekommen habe, weiß ich, was die Leute immer damit meinen, es sei die Aufnahme der Wahl. Interessant zu wissen, dass Schostakowitsch das Werk ja für Nikolayeva geschrieben hatte und sie es zur Uraufführung brachte. Ich bin überzeugt von ihrem Spiel und habe mich beim Hören sehr gefreut, vor allem über diese Klarheit. Lediglich bei manchen längeren Stücken (z. B. d-Moll-Fuge) sagt mir Levits Aufnahme eher zu.