Beiträge von adriano

    Joseph II. :

    Frühere Aufnahmen Gerghievs: Da war er auch schon was er heute ist.


    hasiewicz:

    Glaubst Du wirklich, dass Gerghiev dies im Ernst meint? Und gleichzeitig lässt er sich in einem Land zelebrieren, das am Laufmeter gegen Menschenrechte verstösst? Auch Putin verkündet seinen Wahnsinn "frei" aus der Leber und behauptet, Russland sei eine demokratische Republik und dass seine Invasion kein Krieg sei - dass nämlich die Ukraine "befreit" werden soll. "Freies Denken" von mir aus, doch bitte nur im Stillen: In dieser momentan ziemlich extremen (Welt-)Lage finde ich "freie Rede" zu Gunsten der Aggressoren und deren Verbündeten opportunistisch, naiv, egoistisch oder unfair.

    Bei uns in der (ebenfalls opportunistischen) Schweiz hat heute die Regierung entschlossen, den Propaganda-Sender "Russia Today" nicht ab dem Netz zu nehmen; man sei schliesslich ein neutrales Land. Dass ich nicht lache! Und, was die Massnahmen gegen Oligarchen-Geldern betrifft, reagieren unsere Banken sehr zögerlich: Die Regierung hat es noch nicht einmal fertig gebracht, Answeisungen und Strategien an die kantonalen Behörden weiterzuleiten um diese Gelder zu stoppen; dies gibt den "armen" Betroffenen die Gelegenheit, ihre Schweizer Millionen sofort auf diese oder jene Schurken-Insel weiter zu transferieren. Gehört auch so was zur "Freiheit"?

    So! Jetzt wisst Ihr meinen Standpunkt und ich werde Euch damit nicht mehr belästigen und auf derart scheinheilige Argumente nicht mehr antworten.

    Joseph II.

    Joseph, bitte etwas mehr Taktgefühl, wenn Du hier drin gerade eine CD, dirigiert von Putins grossem Freund Gerghiev, zitierst und lobpreist. Hast anscheinend keine Ahnung was zurzeit abgeht und dass Gerghiev von München rausgeworfen wurde und seine Konzerte und Gastspiele überall abgesagt wurden? Er ist nicht nur ein intimer Freund Putins, sondern auch der Musik-Mafia-Boss Russlands - mit Verknüpfungen überall in Europa.

    Dies war bereits in 2014:

    https://www.pizzicato.lu/prote…-munchner-philharmoniker/

    https://taz.de/Kuenftiger-Phil…f-stuetzt-Putin/!5045568/

    https://ansage.org/mobbing-geg…r-stardirigenten-gergiev/

    https://www.ndr.de/kultur/musi…pielt,brueggemann134.html


    https://www.faz.net/aktuell/fe…mter-nieder-17858679.html

    https://nachtkritik.de/index.p…19&layout=*&Itemid=100190


    Kunst-Thema einmal politisiert: Auch in einem Hochniveau-Forum wie dieses sollte man ausnahmsweise zensieren oder protestieren dürfen. Ist mir wurscht ob ich deswegen von Tamino rausgeworfen werde! Ich bin zwischen 1994 und 2014 zahlreiche Male (und nicht nur 1mal jährlich) in Moskau gewesen und habe seit Putins Machtergreifung einiges mitbekommen, dass ich mich dann entschloss, Russland nicht mehr zu besuchen. In einem damaligen ausführlichen Artikel habe ich dies alles erklärt und durfte von zahlreichen Seiten Zustimmung bekommen.

    hasiewicz


    Zum Komponisten Lyathoshynsky und der (Kriegs-) Aktualität seiner 3. Symphonie habe ich hier übrigens bereits am 3. März gespostet. Freue mich, dass man diesen Komponisten immer wieder schätzt. Aber eben: Seine Dritte ist das ukrainische Pendant von Schostakowitschs "Leningrad-Symphonie"; diese Dritte sollte zurzeit im Konzertsaal und an Rundfunkstationen erklingen!

    Die Kritiker, lieber Rodolfo werden auch nicht sanft darüber beurteilen. Und ich bin ja auch nicht der erste, der dies tut. Nach ihrer clichéhaftigen Fidelio-Inszenierung hier in Zürich, schrieb man in der Presse:

    "Die Personenführung, die als ihre eigentliche Stärke gilt, wurde sträflich vernachlässigt, es ist ihr zu diesem Stoff einfach nichts wirklich Neues eingefallen - außer vielleicht die entblößte Brust, mit der sich Leonore auf dem Höhepunkt der dramatischen Entwicklung selber als Opfer anbietet".

    oder

    Thalbach beschränkt sich in Ezio Toffoluttis naturalistischem Bühnenbild darauf, die Geschichte nachzuerzählen, und überlässt die Reflexion der Musik. Das klappt im singspielhaften Anfang noch ziemlich gut, die Figuren sind detailliert und stimmig gezeichnet. Im statischeren zweiten Teil läuft fast gar nichts mehr, die Chöre werden unbeholfen über die Bühne geschoben. Pizarro wird am Schluss erschossen – wie in der alten Flimm-Inszenierung, die noch Ende Juni im Repertoire war. Nur von deren kritischem Impetus ist jetzt nichts mehr zu erkennen.

    Zur aus Dresden heute am TV ausgestrahlte "Aida", inszeniert von Katharina Thalbach und dirigiert von Christian Thielemann:

    Die Inszenierung wurde als "bahnbrechend", "Neufeld betretend" und weiss Gott noch wie vorangekündigt;

    selten habe ich mich so gelangweilt. Frau Thalbach hat keine Ahnung von Personenregie; so wie sich die Sänger bewegten entspricht einen ausrangierten, altmodischen Verona-Produktion. Kostüme altmodisch, das Bühnenbild ohne sichtbares Konzept, Ballett peinlich und - last but not least, Thielemanns Dirigat langweilig.

    Auch die Sänger waren diskutabel...

    Frau Thalbach hat schon zweimal bei uns in der Zürcher Oper ziemlich versagt; es ist bedenklich, was sich da grosse Häuser alles leisten! Ihre "Aida" ist nicht einmal gut genug, um als "Deutsches Regietheater" definiert zu werden; aber auch Deutsches Regietheater sollte mal endlich ad acta gelegt werden!


    Statt Schostakowitschs "Leningrad", ist die grossartige 3. Symphonie des urkainischen Komponisten Lyatoshynsky, die nun gespielt werden sollte!

    Das ist seine Kriegssymphonie; sie wurde damals von Moskau sehr kritisiert wegen ihres Mottos "Der Frieden wird den Krieg besiegen". Alleine der dritte Satz (Allegro feroce) sollte in diesen Tagen im Konzertsaal als Sympathiebekundung für Ukraine gespielt werden: Er suggeriert Wahnsinn und Schrecken eines Krieges.

    https://en.wikipedia.org/wiki/Symphony_No.3_(Lyatoshinsky)

    Ormandy-Box:

    Jetzt verstehe ich es: Dies ist nur ein erster Band der "Legacy", also nur alle Mono-Aufnahmen (lese die Aufnahmedaten der JPC-Seite).

    So was steht aber auf der Box-Vorderseite nicht drauf.

    Mensch, hatte nicht realisiert, dass Ormandy bereits so viel auf Mono eingespielt hat! Da sind natürlich auch die 78er-Touren drin.

    In anderen Worten ist Volume 2 ("The Stereo Recordings") noch zu erwarten; das ist was Apollon also erwähnte, nehme ich an.

    Ähnlich wie bei der bevorstehenden "Ansermet-Edition", wird es eine Stereo- und eine Mono-Box geben; die erste kommt in diesem Fall zuerst heraus.

    @JosephII

    "Wesendonck-Lieder"

    Diese Aufnahme mit Helena Braun kenne ich nicht, muss sie mir besorgen.

    Aber auch die Aufnahme mit Martha Mödl (1955, dirigiert von Joseph Keilberth) ist fabelhaft! CD-Wiederveröffentlichungen sind praktisch unauffindbar geworden; ich besitze eine 2CD-Ausgabe "Dokumente einer Sängerkarriere" von Preiser Records. Es gab die gleiche Einspielung auch auf dem Label Archipel. Und es gab auch eine CD des Labels "Gebhardt" mit der Klavierfassung, wo die Mödl (1964) von Rainer von Zastrow begleitet wird. Der Transfer ist miserabel; hab lange daran getüftelt, bis ich mir dieses Dokument ohne mich zu ärgern anhören kann!

    Online ist natürlich alles leicht zugriffbar...

    @ JosephII


    Richard Wagner
    Brünnhildes Schlussgesang aus "Götterdämmerung"
    Wesendonck-Lieder (Eileen Farrell)


    Stimmt, Joseph :-)

    Die Farrell hat die "Wesendonck-Lieder" bereits 1947 auf 78er Touren eingespielt, unter dem Dirigat von Leopold Stokowski!

    Ebenfalls eine sehr schöne Interpretation!


    Komponistin Phyllis Tate ist eine weitere Entdeckung wert!

    Ihre Oper (komponiert 1958-60) basiert auf einem Jack-the-Ripper-Roman, der 1927 Hitchcock zu seinem berühmten Stummfilm "The Lodger" angeregt hatte. Eine BBC-Mono-Aufnahme von 1964. Dank Lyrita hat diese BBC-Produktion Einspielung überlebt!

    Apollon

    Meine eigenen Schoeck-Bearbeitungen für Bläserquintett wurden live aufgezeichnet. Leider war es eine Open-Air-Angelegenheit mit akustischen Tücken. Ein ganzes Programm anlässlich des 200. Geburtstags Gottfried Kellers; die Kompilation und alle Bearbeitungen (Delius, Brahms, Pfitzner, Huber, Schoeck und Wolf) waren von mir. Ein Orchester wäre mir lieber gewesen, aber man musste sparen. Diese Veranstaltung fand in einem schönen Park gleich neben der Villa Wesendonck in Zürich statt; es kamen über 1000 Zuhörer. Wir haben die GP in einem kleinen trockenen Saal aufgezeichnet. Wie gesagt, Ringger klingt besser mit Orchester. Besonders stolz war ich auf meine Bearbeitung (auch für Bläserquintett) von Delius' "The Walk to the Paradise Garden" und zweier Klavierstücke von Brahms - für zwischendurch. Na ja, ist auch schon lange her und die lokale Presse hat diesen Event ohnehin totgeschwiegen, wie ja vieles, was ich hier in der Schweiz verbreche :-)

    Und ja, Schoecks "Penthesilea" ist wirklich genial - auch im Vergleich zu seinen sonstigen Opern mit ihren ziemlich schlechten Libretti!

    Apollon

    Ich war mit Rolf Urs Ringger lange befreundet und habe einige seiner Werke uraufgeführt erlebt.

    Er starb im Juni 2019, drei Wochen vor der Uraufführung meiner Schoeck-Lieder-Bearbeitungen (leider nur für für Bläserquintett), wo er gerne mit dabei gewesen wäre. Seine eigenen Schoeck-Lieder-Bearbeitungen für Orchester sind hervorragend; sie wurden 1994 vom Label Novalis veröffentlicht.

    Was seine Ballette betrifft (ihre sehr schönen Orchestrierungen in aller Ehre), hast Du eigentlich völlig recht; und auch in Zusammenhang mit der Choreographie (von Heinz Spoerli) gab es keine Sensation...

    Apollon und Dr. Pingel

    1985 gab es an der Zürcher Oper eine sehr schöne, respektvolle "Mathis der Maler"-Inszenierung von Claus Helmut Drese, dirigiert von Ferdinand Leitner. Die Titelrolle sang Gerd Feldhoff. Mitwirkende waren noch Roland Herrmann, Wolfgang Fassler, Markus Schäfer - und Agnes Habereder in der Rolle der Ursula. Ich bekam zwei kurze stumme Rollen: Unter anderem hing ich, nachdem ich vom Chor gelyncht worden war, an einem Kreuz als Graf von Helfenstein und in der Visionsszene (mit Ballett) schwang ich pantomimisch eine grosse Sichel, eingeengt in einem Skelett-Trikot :-). Zwischendurch verschwand ich wieder im Souffleurkasten... Aber auch vom Kreuz herunter soufflierte ich, natürlich auswendig und zwischen den Zähnen. So durfte ich diese Oper besser kennenlernen und sie lieben :-)

    Die Kubelik-Aufnahme finde ich auch super. Eine tolle Rolle für Fischer-Dieskau! In dieser Aufnahme singt Gerd Feldhoff die Rolle des Lorenz.

    Es gibt (auch hier in diesem Forum) Musikliebhaber, die Stücke gerne nur nach ihrem Geschmack dargeboten haben wollen. Wenn sie einen Dirigenten persönlich nicht mögen (und ihn persönlich nicht einmal kennen), finden sie ihn meistens schlecht. Der Fall Karajan ist der berühmteste. Weil sein Lebensstil luxuriös war, fand man ihn schlecht und oberflächlich: aus purem Neid. All diese Leute hatten keine Ahnung, was da wirklich geleistet wurde! Die sollen sich mal die Karajan-Biographie von Richard Osborne lesen!

    Mein früherer musikliebender Physiotherapeut, der eine intellektuelle Person war, äusserte sich über Karajan negativ, sobald ich auf seinem Schragen lag, weil er wusste, dass ich auch dirigiere. Er musste seine Abneigung loswerden, wenigstens an jemanden, der ihm zuhören musste. Er zitierte die damaligen üblichen Themen aus der Boulevardpresse. Er weigerte sich Karajan-Konzerte zu besuchen und wollte keine Karajan-Platten hören, und hatte in der Tat nie eine gehört!

    Einige Musikliebhaber mögen also auch den Gesichtsausdruck des von ihnen nicht gemochten Dirigenten nicht.

    Ich gebe selber zu, dass ich mich manchmal bei Dirigieren "verzückt" fühle, also ist dies vermutlich auch gelegentlich sichtbar. Ist dies verboten? Ein Dirigent ist ein Vermittler; Musiker schauen ihn an (wenn sie ihn mögen), also sind Gesichtsausdrucke eine Art Kommunikationsfluidum sein. Und, last but not least, dürfen seine inneren Gefühle manchmal auch an die Oberfläche treten. Bei gewissen Stücken fühlte ich auch Tränen in den Augen, aber ich bin keine Heulsuse. Musik ist nun was sehr stark menschliches und wenn es einem Dirigenten gelingt, das zu erreichen was er möchte und dazu noch das Musikstück verdammt schön ist, fällt es einem schwer, sich zusammenzunehmen.

    Harnoncourt konnte seine Musiker (während Proben und Konzerten) manchmal boshaft oder teuflisch anschauen, aber man fand ihn gerade dadurch faszinierend, denn es wirkte ehrlich und positiv auf das Zusammenspiel. Es war oft wirksamer als seine nicht so perfekte Schlagtechnik.

    Aber es gibt auch grosse Dirigenten, die stehen meistens völlig cool da. Dies kann auch als süffisant wirken... Stört denn dies niemand? Sind nur verzückte Ausdrücke verboten? Ist der betreffende Zuhörer etwa neidisch auf den Dirigenten, weil der sich so spontan verzückt fühlen darf?

    In seinen späteren Jahren wirkte Karajan äusserlich jedenfalls viel mehr in sich gekehrt als verzückt, dies soll auch noch bemerkt werden!

    Und wie steht es mit Leonard Bernstein?

    Eine abschliessende Frage (ich werde mich über diese Thema und vor allem über den Sonderling Currentzis hier nicht mehr äussern): Haben diese kritischen oder angeblich sehr gebildeten Musikliebhaber schon die dargebotenen Stücke mit einer Partitur in der Hand verfolgt und sich mal Noten auf Note nur auf die Musik konzentriert, nicht auf das Ganze drum und Dran? Un den historischen Kontext des betreffenden Musikstücks in Betracht gezogen?

    Holgers erwähnter "musikalischer Populismus": Genau darum geht es heute, leider! Das Musikbusiness ist echt heruntergekommen...

    Bravo, Holger :-)

    Der Currentzis-Hype wird bestimmt viel kürzer dauern als Harnoncourts ganze Karriere!

    Das Musikbusness ist leider nur noch auf Effekte, Sensationen und Provokationen hinaus.

    Nicht umsonst hatte die etepetete Arte-Moderatorin nach dem ersten Teil des Salzburgers "Don Giovanni" das TV Publikum geschickt darauf hingewiesen, dass es im zweiten Teil zum ersten Mal in Salzburg einen nackten Mann auf der Bühne zu sehen geben wird. Alles nun auf den Dödel eines Sängers reduziert. Und seinen eigenen Dödel hatte Currentzis übrigens schon früher in einer anderen Show präsentiert...

    Klassikfan1

    Das ist die absolut tollste "Lucia" mit der Callas! Und dann noch die anderen Sänger - und Karajan!

    In einer alten Piraten-LP-Ausgabe konnte man, während einer stilleren Stelle der Wahnsinns-Arie, ein entferntes Flugzeug über Berlin fliegen hören; muss mal nachkontrollieren, ob dies bei diesen super Remastering rausgefiltert worden ist :-)

    Viele dieser egomanischen Regisseure haben es heutzutage einfach zu leicht: Statt zuerst ein Werk (auch in der Partitur!) im historischen Kontext durchzustudieren, zwingen sie es in ein je nach Geschmack und Laune erfundenes eigenes Konzept - ein möglichst reisserisches - und deren Handlung möglichst in einem anderen Jahrhundert stattfindend.

    Dies ist auch viel leichter als eine ernsthafte Auseinandersetzung mit dem "Original". Das Publikum und die Rezensenten sperren dann staunend die Mäuler auf, weil da auf der Bühne "starke Bilder" entstehen. Aber eben: starke Bilder und dahinter bloss garnichts, Nonsense oder an den Haaren Herbeigezogenes. Oder einfach plumpe Provokation.

    @ MSchenk

    "Im Gegenteil wird hier ziemlich knallhart am Libretto entlang inszeniert".

    Schön wär's! Sagen wir eher "nicht so sehr ziemlich" :-)

    Auch z. B, wenn Donna Elvira als alleinerziehende Mutter mit ihrem kleinen Sohn auftritt?

    Oder wenn, statt Leporellos Register (von Da Ponte als "catalogo" benannt) eine Fotokopiermaschine vom Himmel herunterfährt? Der Apparat hat nicht einmal eine Liste geprintet...

    Oder, wenn am Ende gegessen werden soll (gemäss Libretto genau was), und man sieht dabei nicht einmal einen gedeckten Tisch??

    Dies nur einige von vielen Beispielen, worüber man diskutieren soll, aber es ist es nicht einmal wert.

    Regisseure à la mode dürfen sich heutzutage alles erlauben, nur damit ein grosser optischer Effekt entsteht und das Publikum die Mäuler aufsperrt - und die Rezensenten wieder den abgedroschenen Begriff "starke Bilder" gebrauchen können.

    Bezeichnend für dieses Business war die Bemerkung der "arte"-Moderatorin in der Zwischenpause, als sie uns noch mitteilen musste, dass zum ersten Mal in Salzburg ein komplett nackter Mann auf der Bühne zu sehen sein wird. Da haben vielleicht Einige bis um 02:00 nachts ausgeharrt - und sogar vielleicht alleine darum.

    Die Hauptpartie war, meiner Meinung nach, eine stimmliche Fehlbesetzung. Da hätte der Sänger des Leporellos, ein viel besseres Material dafür gehabt! Die Kritiker finden den Tenir Spyres "süperb"; na ja, dann halt...

    Aber die Frauenstimmen haben mir persönlich sehr gefallen.

    Und so weiter...

    Arme Oper, was ist aus Dir geworden? Schon der Bayreuther "Holländer" letzte Woche war so was von läppisch und an den Haaren Herbeigezogenes.

    Über Currentzis Dirigat äussere ich mich lieber nicht, sonst werde ich hier drin wieder attackiert :-)


    Eigentlich eine sehr gelungene Oper mit faszinierender, Albtraum-artigen Musik. Und mit einem guten Libretto.

    Mein Respekt geht an alle Ausführende dieser sehr schwierigen Partitur.

    Nur schade, dass diese Inszenierung einmal mehr im Stil des Deutschen Regietheaters produziert werden musste.

    Den historischen Kontext zu betonen wäre, zur Abwechslung mal, wichtiger gewesen... Schliesslich ist das Publikum nicht so dumm, um zeitgenössische Bezüge darin nicht zu erkennen...