Beiträge von Christian B.

    Auch beim Wiederhören fällt diese Aufnahme bei mir durch, das ist mir einfach zu holperig und zu stockend. Dabei mag ich ja Arraus eigenwillige, späte Schubert Aufnahmen aus den 80ern wie D.894, D.935 und D.946 sehr (und damit stehe ich ziemlich alleine da), aber bei der früher aufgenommen Sonate D.960 hat er keinen guten Tag gehabt: Zu viel Stückwerk, zu gewollt und vor allem temporal - wie Willi sagen würde - zu wackelig.


    Die oben abgebildete Box mit Liveaufnahmen ist großartig! Nur leider spielt er da keinen Schubert,


    Viele Grüße

    Christian

    Vielen Dank für die ausführliche Besprechung dieser Arrau-Aufnahme, lieber Holger! Da geht es mir ganz ähnlich!!! Obwohl ich Arrau sehr schätze, konnte ich mit dieser Einspielung wenig bis nichts anfangen. Diese Temposchwankungen sind bei Schubert für mich problematisch. Ich habe auch seine Ansichten über die Sonate in dem Interview-Buch gelesen, aber auch diese haben mir die Aufnahme nicht nähergebracht. Teilweise fand ich sie schrecklich hölzern. Und wie gesagt, ich bewundere Arrau sehr, er ist für mich einer der wenigen ganz großen Pianisten. Ich hatte das Glück, ihn noch live zu erleben, die Klangfülle war unvergleichlich. Jetzt werde ich mir diese Aufnahme also noch einmal anhören und dabei Deine spannenden Ausführungen bedenken!


    Viele Grüße

    Christian

    Eine fantastische Aufnahme des G-Dur Konzertes schenkt uns die Komponistin und Pianistin Gabriela Montero!

    Noch nie habe ich den zweiten Satz so eindringlich und lebending ausgesungen gehört, das ist eine Entdeckung! Wie sie hier den harmonischen Rückungen nachspürt, da stockt mir der Atem! Und im Finale dann das Tempo anzieht! Einfach toll!


    Viele Grüße

    Christian


    Neu eröffnet meine Kolumne (mit einer Einleitung und Beiträgen zu Artur Schnabel und Wilhelm Kempff):


    Franz Schubert: Romantiker, klassischer Romantiker? Interpretationswege am Beispiel der Klaviersonate B-Dur D 960

    Wieso gibt es denn jetzt zu dieser Sonata zwei threads? Das finde ich nicht gut, könnte Ihr das nicht bitte zusammenlegen, bzw. warum stellst Du, lieber Holger, Deine Besprechungen denn nicht bereits in dem vorhandenen thread ein??? Das wäre für Mitleser und gelegentliche Mitschreiber viel einfacher.


    Viele Grüße

    Christian

    Das abschließende Prestissimo spielt Rubinstein noch einmal mit all seiner pianistischen Fähigkeit, dynamisch, rhythmisch perfekt und mit großer Ausdruckskraft. Großartig auch, wie er ab Takt 441 in den an- und absteigenden Vierteln mit den raschen Dynamikwechseln das Tempo herausnimmt und sich ganz auf den Ausdruck konzentriert. Ebenso verfährt er mit den Glissandi ab Takt 465, wo er auch die Virtuosität zu Gunsten der Expressivität hintanstellt.

    Lieber Willi,


    ich zitiere oben Deine schöne Besprechung von Arthur Rubinsteins Aufnahme, die mir gerade im Vergleich zur Neuaufnahme von Igor Levit angehört habe. Rubinstein ist großartig! WAs für eine Energie, was für ein Farbenreichtum, was für eine Vitalität! Nur die Glissandi spielt er meines Erachtens nicht, deswegen habe ich hier Deinen Texts zitiert. Er spielt die Akkorde etwas langsamer und setzt sie ab - warum auch immer. Aber das schmälert seine Aufnahme nicht im Geringsten! Mit Gilels für mich die beste Aufnahme, wobei Gilels noch explosiver ist.


    Viele Grüße

    Christian

    Angeregt von diesem thread höre ich mir gerade einige Rubinstein-Aufnahmen an. Zuletzt seine späte Aufnahme von Beethovens Sonate op. 31,3. Eine hinreißende, beglückende Aufnahme mit ganz viel Verstädnis für die Form - und was für ein Klangsinn!!! Ich muss sagen, so zu spielen traut sich heute dann doch fast niemand mehr. Ich habe zum Vergleich kurz in die neue Aufnahme von Igor Levit reingehört - und war leider gelangweilt (was aber noch kein Urteil über diese Aufnahme sein soll, ich habe nur kurz in drei Sätze reingehört! Die späten Sonaten von ihm sind stark).


    Ich habe die Einspielung in dieser Ausgabe (Rubinstein Collection Vol. 79, 1999):

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    Viele Grüße

    Christian

    Vielen Dank für Deine Bemühungen! Ich denke diese Aufnahmen sind vor allem aus Platzgründen bei den „unreleased recordings“ gelandet. Die darauf ebenfalls enthaltene erste Aufnahme der Schubert B-Dur Sonate ist ja auch schon 1999 in der Box veröffentlicht worden (mit interessanten editorischen Angaben zur Entstehung!).

    Inzwischen habe ich aber bei einer US-Amazon-Review gefunden, was ich gesucht habe: 'Rubinstein told a Gramophone interviewer in 1968: "Sometimes I don't succeed in achieving what I want. There are tapes of Schubert's late sonatas and of the Schumann Fantasie. They're in the can, as they say, but I find them artificial and laboured; the right spirit is not there".


    Viele Grüße

    Christian

    Hallo Barere,


    die Aufnahme der Fantasie op. 17 kam wohl erstmals 1980 auf Vinyl heraus, aufgenommen wurde sie bereits 1965 in Rom. Sind denn dem Booklet der Rubinstein Collection von 1999 - ich habe diese Aufname in der älteren Version mit weißem Cover von 1987 - darüber weitere Informationen zu entnehmen?

    Rubinstein starb 1982, also muss er dem Release doch noch zugestimmt haben?


    Herzliche Grüße

    Christian

    Lieber Christian,


    gibt es vielleicht noch einen Konzertmitschnitt der Fantasie von Rubinstein?

    Leider nicht!


    Schumann live gibt es von ihm den Carnaval (aus Holland), die Fantasiestücke und ich meine mich zu erinnern, dass die Symphonischen Etüden auch live aufgenommen worden sind. Und einige kleinere Stücke natürlich.


    Gilels war ja übrigens auch der Meinung, dass Schumann oft viel zu schnell gespielt wird.


    Viele Grüße, Christian

    Seine Aufnahme der Fantasie op. 17 bewegt sich allerdings am Rande einer Fehlinterpretation.

    Also so weit würde ich nicht gehen, vor allem im ersten Satz gelingt es ihm, der Musik ihr Geheimnis zu belassen. Und das können die wenigsten. Der zweite Satz ist allerdings merkwürdig blass. Ganz anders die Fantasiestücke, die er auch mehrmals aufgenommen hat. Ganz wunderbar!


    Liebe Grüße, Christian

    Um den Pianisten Barenboim ist es dagegen merkwürdig still geworden.

    Durchaus nicht! Anbei einige besondere und wie ich meine gelungene Aufnahmen - bei der Schubert-Box möchte ich insbesondere auf die Sonate D.959 hinweisen, deren Durchführung im ersten Satz niemand so sinnstiftend gestaltet wie Barenboim!


       


    Das Cover von THE WARSAW RECITAL wird leider nicht angezeigt.


    Viele Grüße

    Christian

    Hallo nomorino,


    aber die Fantasie ist nun alles andere als ein gelassenes Werk, insofern war das vielleicht von mir ein falsches Wort. Bei vielen Interpreten fällt der erste Satz ja oft auseinander zwischen den ruhigen und den leidenschaftlichen Passagen, das ist bei Rubinstein anders, er wahrt den Überblick und wählt insgeamt eher ein gemäßigtes Tempo. Ich sehe schon, heute Abend werde ich wieder mal in diese Aufnahme reinhöhren, die mir einige Rätsel aufgibt.


    Horowitz' Live-Aufnahme der Fantasie ist berühmt wegen der Patzer, die ihm u.a. am schwierigen Ende des zweiten Satzes unterliefen (veröffentlich nur auf der LIVE AND UNEDITED-Ausgabe). Das ist schon sehr, sehr aufregend anzuhören, aber er trifft das Werk insgesamt nicht so gut wie die Humoreske - da bin ich voll bei Dir, dass ihm hier was Besonderes gelungen ist.



    Viele Grüße

    Christian

    Kreisleriana


    Von Rubinsteins Aufnahme der Fantasie und der Kreisleriana war ich immer ein bisschen enttäuscht oder zumindest zwiegespalten. Bei der Kreisleriena ist die CBS-Aufnahme von Horowitz aus ungefährt der gleichen Zeit viel aufregender. Und die Fantasie spielt Rubinstein sehr, sehr langsam und braucht für den ersten Satz über 14 Minuten. Die geforderte Leidenschaft will sich da mir nicht einstellen. Irgendwo hat auch gesagt - ich glaube in Bezug auf eine Aufführung von Sviatoslav Richter -, dass man den ersten Satz keinesfalls zu schnell spielen dürfe.

    Seltsamerweise hole ich diese Aufnahmen aber dennoch immer wieder hervor, wenn ich mich mit diesen beiden Werke auseinandersetze. Sie sind in ihrer Ausgeglichenheit nämlich aus einer anderen Sicht heraus bewunderungswert. Es ist allerdings gar nicht so leicht zu bescheiben, wie es Rubinstein gelingt, bei aller Gelassenheit dennoch ins Zentrum dieser leidenschaftliche Werken vorzudringen.


    Viele Grüße

    Christian

    Lieber Hans,


    Ich muss gestehen, dass es mich viel Energie kostet, bei diesem Thema sachlich zu bleiben. Ich würde eigentlich gerne anders schreiben. Es gibt natürlich Fälle, in denen jemanden etwas untergeschoben wird. Aber wenn das auf 5% der Fälle zutrifft, ist es viel - so zumindest meine Einschätzung. Und über diese 5% empören sich hier alle und die anderen 95% werden ignoriert.

    Meine Erfahrung und Beobachtung ist, dass Macht auf die unvorstellbarste Art und Weise missbraucht wird. Und gerade von Menschen, von denen man es nicht für möglich gehalten hätte. Vor diesem Hintergrund finde ich den hier viel beschworenen Grundsatz der Unschuldsvermutung allenfalls dazu geeignet, das offenbar in Frage gestellte heile Weltbild zu besänftigen. Damit auch 20 weitere Zeugenaussagen nur nicht daran rütteln können...

    Ich hätte es ja interessant gefunden darüber nachzudenken, ob außergewöhnliche künstlerische Leistungen eben manchmal einen Preis haben. Wenn ein Sänger tatsächlich besser singt, wenn er vor der Aufführung Sex hat - ja dann muss man da halt was organisieren. Ist doch nicht so schwer? Es gibt wirklich schlimmere Neigungen. Für mich hat der Mann ein schlechtes Management. So, das wars jetzt von meiner Seite zu diesem Thema.


    Viele Grüße, Christian


    Von dieser neuen Aufnahme Yvegeny Sudbins habe ich mir zuerst den 3. Satz der Sonate op. 110 angehört, bei deren finaler Fuge viele Pianisten entweder an Ausdruck oder an Steigerung oder an schierer Kraft schuldig bleiben. Sudbin spielt den dritten Satz und insbesondere diese Fuge so schnell, dass ich zunächst enttäuscht war über die Kürze. Aber es war ein Irrtum meienrseits und man wird einem Pianisten dieses Kalibers nicht gerecht, wenn man so punktuell in einen Aufnahme reinhört. Bei Sudbin hat op. 110 eine ganz eigene Dramaturgie und es dürfte wenige Aufnahme dieser Sonate geben (Willi hat sie leider noch nicht in seinem thread besprochen), die ähnlich leidenschaftlich sind.

    Es ist kein verklärter Beethoven, aber auch kein diesseitiger - die Sonate hat hier durchaus eine transzendente Dimension, gleichzeit aber sehr viel Energie und Ausdruckswucht!


    Viele Grüße

    Christian

    Bevor die Sache nicht geklärt ist, sollte die Presse ihren Ehrenkodex in Ehren halten und schweigen.

    Warum sollte das die Presse tun? Es ist ihre Aufgabe und natürlich auch ihr Geschäftsmodell, darüber zu berichten und verborgene Dinge ans Licht zu bringen. Ich finde das wichtig, ich bin froh, dass darüber berichtet wird und ich halte es für ganz wesentlich, dass zwischen Stars und anderen Verdächtigen überhaupt kein Unterschied gemacht wird. (off topic: das gilt auch für den Fall Metzelder, bei dem die Presse wie die FAZ bspw. - anders als hier dargestellt - lediglich eine Meldung der Staatsanwaltschaft aufgegriffen hat!). Natürlich ist der Nachrichtenwert bei einem Star höher, natürlich wird da gerne etwas spekulativer berichtet - aber wie wir hier im Forum sehen und wie es die Salzburger Festspiele bei Domingo gehandhabt haben, hat ein Star ja auch viele Freunde, die ihn unterstützten. Da muss sich niemand Sorgen machen. Wer sich dazu entscheiden hat, mit seiner Persönlichkeit Karriere zu machen, der muss mit allen Konsequenzen leben. Und ein Profi weiß, dass er unter besonderer Beobachtung steht.

    Das kann ich nicht exakt beantworten. Ich arbeite zwar seit ca. 20 Jahre in der Branche, aber die ersten 10-12 Jahre musste ich mich nicht detailliert mit Verträgen auseinandersetzen (dafür gab es Juristen, mit denen man sich abgestimmt hat), wenn überhaupt. Aber es gab in den größeren Firmen immer Compliance Regeln. Vor allem der Fall Dieter Wedel hat sehr viel in Gang gesetzt - das ist ja noch nicht so lange her. Aber findest Du es denn falsch, dass Diskriminiering welcher Art auch immer nun ein Vertragsbestandteil ist? Ich finde es wirklich sehr wichtig und ich war erstaunt, dass die Vertrauensstelle, wie an anderem Ort schon gesagt, mehr zu tun hat als gedacht. Es ist wichtig, weil es gerade bei kreativen Prozessen oft keine Grenzen gibt - das meinte die weiter oben angegriffene Spiegel-Autorin Hoffmann -, bzw. würde ich sogar sagen, dass die Grenzüberschreitung dazu gehört.

    Gerne! Auch davor gab es natürlich einen Passus, dass eine Produktion im gesetzlich erlaubten Rahmen zu erfolgen hat, dies betrifft bspw. die Arbeitszeiten, aber auch alles andere muss natürlich auf legale Weise erfolgen (wobei das beim Film gerade mit den Arbeitszeiten mitunter eine Gradwanderung ist).

    Nur weil nicht explitzit im Vertrag steht, dass sexuelle Übergriffe nicht erlaubt sind, heißt das ja noch lange nicht, dass sie erlaubt sind. (Die Anwälte von Levine haben hier jedoch offenbar bzgl. seiner Kündigung an der MET ein Schlupfloch gefunden, das immerhin zu einem Vergleich geführt zu haben scheint.)


    Viele Grüße

    Christian

    Darf ich nachfragen, seit wann es diesen Passus so unverändert in den Spielfilm-Verträgen gibt?

    In dieser Form mit Hinweis auf fristlose Kündigung (#6) erst seit diesem Jahr, vorher war das allgemeiner gehalten. Es handelt sich hierbei um einen leicht modifizierten Vertragsauszug mit einem öffentlich-rechtlichen Sender. Entsprechend gibt es nun einen neuen Passus mit den Mitarbeitern und Teammitgliedern, die ich für eine Produktion befristet beschäftige.

    Auf Seiten der Mee Too-Gegner gibt es hier zwei Gruppen. Die eine Gruppe - ich möchte stellvertretend die immer bereichernden Beiträge von Johannes Roehl erwähnen - betonen die Bedeutung der Unschuldsvermutung und die beträchtlichen Konsequenzen, wenn man diese über Bord wirft.

    Doch es gibt auch eine Gruppe - unser Foreninhaber gehört dazu -, der es um etwas anders geht. Hier wird grundsätzlich hinter jeder Mee Too-Veröffentlichung ein Rachefeldzug gewittert oder eine persönliche Bereicherung unterstellt. Das finde ich wirklich schwer erträglich, wobei ich gar nicht ausschließe, dass so etwas vorkommt.

    Meine Erfahrung als Produzent von Spiel- und Fernsehfilmen ist, dass dort, wo es Macht gibt, sie in jeder Hinsicht auch ausgenutzt wird. Und zwar wirklich schamlos und unverblümt ausgenutzt - wenn es keine Compliance-Regeln gibt.

    Ich stelle hier mal einen Vertragspassus ein, den ich bei der Produktion von Spielfilmen strikt in meinen Verträgen umzusetzen habe. Solche Vertragszusätze gäbe es nicht, wenn sie nicht dringend notwendig wären. Offenbar sind sie im Klassikbetrieb jedoch nicht üblich. So hat James Levine gegen seine Kündigung an der MET geklagt, weil in seinem Vertrag "sexuelle Belästigung" gar nicht als Kündigungsgrund aufgeführt wird. Das spricht nun wirklich für sich - bekanntlich hat man sich dann außergerichtlich geeinigt.


    Hier nun also ein Passus, wie ich ihn als Produzent unterschreiben und umsetzen muss:


    1.       Beide Parteien lehnen jede Form von Diskriminierung im Sinne des AGG, insbesondere jede Form von sexueller Gewalt, Missbrauch und sexueller Belästigung ab.

    2.       Der Vertragspartner stellt die Einhaltung diesbezüglich bestehender branchenüblicher Maßnahmen (z. B. durch den „Verhaltenskodex zu sexueller Belästigung und Gewalt“) sicher und wird auf die Möglichkeit der Inanspruchnahme der überbetrieblichen Vertrauensstelle hinweisen.

    3.       Der Vertragspartner versichert, alles Zumutbare unternommen zu haben, um jede Form von sexueller Gewalt, Missbrauch und sexueller Belästigung im Zusammenhang mit dieser Produktion durch ihn als Auftragnehmer und seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu vermeiden, Verdachtsmomenten nachzugehen und Verstößen durch geeignete Maßnahmen (z. B. arbeits- und vertragsrechtliche Mittel, bis hin zu strafrechtlichen Anzeigen) entgegenzuwirken.

    4.       Der Vertragspartner erkennt dies durch seine Unterschrift unter den Vertrag an und versichert ausdrücklich, dass er keine Kenntnis von Verstößen oder konkreten Verdachtsmomenten im Zusammenhang mit dieser Produktion gegen ihn als Auftragnehmer und seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wegen sexueller Gewalt, Missbrauch und sexueller Belästigung hat.

    5.       Der Vertragspartner wird dem Auftraggeber unter Wahrung berechtigter Datenschutz - und Persönlich-keitsrechte der betroffenen Personen und der Geschäftsgeheimnisse seines Unternehmens über konkrete Verdachtsmomente und Verstöße gegen Ziffer 3 oder 4 unverzüglich informieren und einvernehmlich einer gemeinsam bestimmten geeigneten Stelle (z. B. Vertrauensstelle oder einer/einem Rechtsanwältin/Rechtsanwalt oder einer/einem Psychologin/Psychologen) Einsicht in seine produktionsbezogenen Unterlagen gewähren, um diese Verdachtsmomente zu überprüfen.

    6.       Unbeschadet sonstiger Rechte ist der Sender im Falle des Verstoßes gegen die in den Ziffern 3, 4 und 5 genannten Verpflichtungen zu weiteren verhältnismäßigen Maßnahmen berechtigt. Dies kann im Einzelfall bis zur außerordentlich fristlosen Kündigung führen.


    Viele Grüße

    Christian

    Ich habe auf diese Frage in Beitrag 416 auch schon eine Antwort gegeben.

    Nein, hast Du nicht. Du hast darüber geschrieben, warum Du jemanden Hochachtung versagst und Du hast darüber befunden, was du unsäglich findest. Das ist jedoch irrelevant.


    Zur Erinnerung: die Frage war, warum Menschen, die sexuellen Übergriffen ausgesetzt gewesen sind, sich erst viele Jahre später dazu äußern. Es gibt hier nun die eine Fraktion, die sagt, dass sie das machen, um nach gescheiterter Karriere wenigsten ordentlich abzuzocken. Ich kann nicht ausschließen, dass es solche Fälle gibt. Es gibt aber auch die Position, dass Opfer sexueller Übergriffe (welcher Art auch immer) eben erst nach vielen Jahren - in diesem Fall unterstützt von einer Bewegung - die Kraft aufbringen, darüber zu reden. Denn darüber zu reden heißt immer auch gleichzeitig, sich zu outen als jemand, der missbraucht wurde, sich zu outen als jemand, der zu schwach war, nein zu sagen, sich zu outen als jemand, der lange geschwiegen hat und der alle angelogen hat. Darüber gibt es viele Berichte, gerade im Falle Levines gab es dazu einiges zu lesen, was ich erschütternd fand.

    Ich dachte, dass ein Forum für klassiche Musik in der Lage sein sollte, diesen Menschen einen gewissen Respekt entgegenzubringen. Statt dessen wird ihnen pauschal unterstellt, dass sie nur abzocken und die Sau durchs Dorf treiben wollen. Solch niveaulosen Ausfälle sind hier weiter oben tatsächlich - unmoderiert - nachzulesen.

    4) hast Du die berechtigte Frage gestellt, warum sich die Betroffenen erst nach so langer Zeit gemeldet haben.

    Auf diese Frage gab es nun schon mehrmals eine Antwort oder zumindest den Versuch, eine zu geben. Siehe hier weiter oben und auch den thread zu James Levine. Man könnte freilich mehr dazu schreiben, aber ich denke, das ist hier sinnlos.