Beiträge von Christian B.




    Manchmal hat man ja das Glück, ein wunderbares Werk kennenzulernen, das man aus unerklärlichen Gründen bislang übersehen hat - so erging es mir mit Sibelius‘ "Pelléas et Mélisande", einfach zum Dahinschmelzen und absolut zauberhaft - Karajan macht das besser als Edward Gardner und Paavo Järvi, finde ich. Leider gibt es von Barbirolli keine Gesamtaufnahme von Pélleas, soweit ich sehe.


    Hallo Thomas,


    das ist ja interessant, erzähle gerne mehr darüber, ich glaube es gibt einen eigenen Fiorentino-thread.

    Ich bewundere seine Aufnahmen auch sehr, habe ich ihn leider aber nie live erlebt.


    Viele Grüße

    Christian

    Apollon hat mich darauf aufmkersam gemacht, dass WARNER die Aufnahmen von Sir John Barbirolli in einer Box wiederaufgelegt hat. In diesem Zusammenhang ist auch die historische Aufnahme der Klavierkonzerte von Chopin digital neu aufgelegt worden.


    Das Remastering ist fantastisch, kein Vergleich zu den bisherigen Ausgaben! Ein wunderbare Einspielung von Artur Rubinstein!


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    Lieber Christian, man kann immer alles anders sehen auf der Welt. Von mir aus sollen die Künstler auf dem Theaterboden die Welt neu erschaffen. Doch die Welt draußen vor der Theatertür, wozu auch die Wissenschaftswelt gehört, bleibt deshalb die, die sie ist, mit oder ohne die Spielereien auf dem Theater. Und sie sagt mit dem ganz unspielerischen Ernst, welche die wissenschaftliche Erkenntnis nunmal hat, dass es schlicht und einfach Unfug ist, die Werkverbindlichkeit abzustreiten. Und deswegen gehe ich jetzt angesichts dieses Regietheater-Unsinns zur Satire über... ^^


    Schöne Grüße

    Holger

    Lieber Holger,


    ich sehe es entspannter. Kritik und Feuilleton können die Inszenierungen besprechen und anaylsieren, Zuschauer können Aufführungen ablehnen, was sie ja auch tun - und Misserfolg hat auch in dieser Welt Konsequenzen. So musste der Intendant des Wieder Burgtheaters kürzlich seinen Hut nehmen, nachdem er zuvor schon in München die Zuschauer vertrieben hatte. (Ich habe nie verstanden, wie er es ans Brugtheater geschafft hat? Vielleicht kann dazu Alfred etwas beisteuern?) Ich bin kein Theaterwissenschaftler, aber ich denke nicht, dass es zu deren Aufgaben gehört, aktuelle Entwicklungen mit einem wissenschaftlichen Anspruch zu begutachten. Das funktioniert meiner Meinung nach allenfalls im Rückblick mit etwas zeitlicher Distanz.


    Irgendwo hier wurde ja auch schon gesagt, dass man mehr anhand einzelner Aufführungen argumentieren sollte.

    Deine Beschreibung der Mahagonny-Aufführung weiter oben war da ein gutes Beispiel.


    Viele Grüße

    Christian

    Wenn ein Stück aufgeführt wird und aufgeführt werden soll, dass Werkcharakter ausgewiesener Maßen besitzt, dann gibt es Verbindlichkeiten. Das ist zwingend und darüber gibt es einfach keine Diskussion.


    Lieber Holger,


    das ist eigentlich auch meine Erwartungshaltung, aber ich habe durch die Beiträge von Werner und Symbol begriffen, dass man das komplett anders sehen kann. Und vor allem: Dass es Theatermacher gibt, die es anders sehen. Als Münchner bin da ja eher leidgeprüft und gehe seltener ins Theater als früher. Dennoch kann man Künstlern nicht abstreiten, dass sie diesen Weg gehen. So finde ich es schon ein bisschen schwierig, wenn Du schreibst, dass "es darüber einfach keine Diskussion" geben kann. Natürlich gibt es sie, sehen wir hier ja. Oder habe ich Dich da missverstanden? Zudem finde ich, dass Symbol die gegensätzlichen und wohl kaum zu vereinbarenen Positionen in Beitrag #591 recht ausgewogen auf den Punkt gebracht hat. Zumindest für mich.


    Inzwischen habe ich auch begriffen, dass man mit dem Begriff "RT" gar nicht verallgemeinernd argumentieren kann, da viele Regisseure diesen Begriff für sich nicht beanspruchen, da sie einer eigenen Richtung/Ästhetik/Schule folgen usw. Das fand ich schlüssig dargestellt. RT ist also keine Ästhetik, es ist ein Begriff, der von außen auf mehrere Richtungen übergestülpt wurde. Das sollte man schon berücksichtigen bei der Argumentation.


    Eigentlich bin ich aus diesem thread ja wieder ausgestiegen, weil ich erst einmal Brecht lesen wollte, aber dazu bin ich noch nicht gekommen. Deswegen schaue ich auch nur kurz vorbei.


    Dieser Thread ist allerdings wie eine gute Serie: Der Konflikt ist nicht auflösbar und somit unendlich.

    Alfred hat hier ein gutes Gespür bewiesen.


    Viele Grüße

    Christian

    Mal eine Zwischenfrage: Welchen dramentheoretischen Text von Brecht sollte man denn lesen, wenn man sich über seine Konzeption des 'episches Theaters' nicht nur aus zweiter Hand (wie bei mir bislang der Fall) informieren will? Das "Kleine Organon" vielleicht? Brecht scheint mit seinem Konzept die Entwicklung des Theaters bis heute stark zu beeinflussen, das ist auch ein Punkt, der mich persönlich (literaturgeschichtlich) interessieren würde.


    Ansonsten möchte ich unserem Forenbetreiber für seinen Aufruf zum respektvollen Umgang danken.


    Viele Grüße

    Christian

    Vielen Dank für diesen Hintergrund, Holger! Den Gedanken kann ich schon nachvollziehen, ich finde ihn nicht irrsinnig, aber sehr theoretisch (das interessiert mich allerdings weniger) - auf wen geht das denn zurück?


    Meine Kenntnisse enden beim epischen Theater - und hier steht ja immer noch das Stück im Mittelpunkt, das verfremdet und unterbrochen werden kann usw. Aber das was Du skizzierst und worauf Werner und Symbol sich offenbar berufen, ist ja was anderes, keine praktische Dramentheorie, sondern eher eine Rezeptions- oder Wirkungsästhetik. Bezeichnenderweise gibt es von Brecht, der ein großartiger Pragmatiker war, meines Wissens gar keine Theorie.


    Man sollte doch bitte seine Quellen nennen in so einem Disput und sich nicht mit fremden Federn schmücken.

    Aber vielleicht habe ich da auch was verpasst?


    Viele Grüße

    Christian

    "THEATER IST NICHT DIE AUFFÜHRUNG EINES STÜCKS."


    Man mag an solchen Sophismus seine Freude haben, mich langweilt das inzwischen.


    Theater kann auch etwas anders sein als die Aufführung eines Stücks, wir haben es kapiert. Aber die Erwartungshaltung der meisten Menschen an das Theater ist eben genau das, und wenn der Regisseur sich halbwegs an der Vorlage orientiert, ist Theater der Versuch einer Aufführung eines oder auch mehrere Stücke oder meinetwegen auch gar keines Stücks.


    Viele Grüße

    Christian

    Das ist doch bekannt, lieber Christian. Es kommt aber letztlich auf die Gründe an, warum das geschehen ist.

    Offenbar nicht, Alfred meinte ja vorhin noch, dass ja allenfalls im Schülertheater bearbeitet und gekürzt werde. Immerhin scheint er sich inzwischen etwas informiert zu haben.


    Ich wundere mich ja, dass die Diskussion hier so auf die Theorie fixiert ist, dabei geht es doch ums Theater und das Leben auf der Bühne. Warum gibt es denn überhaupt an jedem Theater Dramaturgen und was machen die überhaupt? Das wissen hier, glaube ich, die wenigsten.


    Werner hatte vorhin angedeutet, dass "werksgerechte Aufführungen" (oder wie immer die genaue Bezeichnung war) erste Mitte des 20Jh. eingefordert wurden. Darüber würde ich gerne mehr erfahren. Wie konnte sich daraus das Regietheater entwickeln? Hat es sich daraus entwickelt? Man kann die Thematik "RT" nur verstehen, denke ich, wenn man sich die Entwicklung ansieht, wo diese 'Bewegung' herkommt. Das war hier noch überhaupt kein Thema, soweit ich sehe, dabei ist das doch die Grundlage einer jeden halbwegs schlüssigen Betrachtung. Aber das muss ich Dir ja nicht sagen.


    Ein wichtiger und hier kaum thematisierter Hintergrund der Thematik ist meines Erachtens eben der früher mindestens so radiakle Umgang mit Originaltexten bei Aufführungen. Von wegen, früher sei alles 'stimmiger' gewesen. Ich glaube ja fast schon, dass niemand die Texte liest oder gelesen hat. Dann fällt es auch nicht auf, was da schon immer alles und wie viel da geändert wurde. Nur sind halt jetzt die Änderungen radikaler und auch anderer Art. Und ich stimme absolut zu, dass weder das eine noch das andere Garant für eine gute Aufführung sind. Gerade hier in München habe ich vieles erlebt, was mich aus dem Theater getrieben hat. Leider.


    Aber ich wundere mich schon ein bisschen, dass wir hier mit Werner jemand im Forum haben, der über die Hintergründe und die Praxis an den Bühnen viel erzählen könnte. Was er aber nicht macht, warum auch immer.


    Viele Grüße

    Christian

    Der Gedanke, dass man Stücke so spielen sollte, wie sie der Autor angeblich gemeint hat, ist gegen Ende des 19. Jahrhunderts erstmal gefasst worden und erst nach der Mitte des 20. Jahrhunderts von einem der Väter des sog. »Regietheaters« in der praktischen Arbeit angewandt worden. (Was bei dem, der sich den Begriff »Werktreue« sehr groß auf die Fahnen geschrieben hat, übrigens oft mit heftigen Eingriffen in die Struktur der Stücke verbunden war, weil er sehr wohl wusste, dass ein Theater ein Theater und kein philologisches Institut ist.)

    Kannst Du hier bitte zur Einordnung noch einen Namen nenen? Wer hat sich Mitte des 20Jh. Werktreue groß auf die Fahnen geschrieben und dann gleichzeitig heftig in die Struktur eingegriffen?

    Wer hat denn dieses Dogma aufgestellt.

    In gweissen Fällen mag das notwendig sein - in einem Provinztheater, welches technisch und personell nicht in der Lage ist die Regieanweisungen des Librettisten realisieren.

    Das ist kein Dogma, Theaterstücke - ich rede hier nicht von Opernaufführungen! - wurden schon immer bearbeitet und angepasst, ich bitte da einfach mal nachzulesen. Als Gewährsmann hatte ich dafür einen Schriftsteller und Vollbluttheatermenschen aus Weimar genannt, der da überhaupt nicht zimperlich war. JWvG war eben auch ein hervorragender Pragmatiker und das nicht nur im Umgang mit seinen eigenen Texten (die ja teilweise schwierig und undankbar zu inszenieren sind). Das hat nichts mit Schüleraufführungen zu tun, mach bitte Deine Hausaufgaben, bevor Du so etwas sagst ;-)


    Hinter dieser Praxis verbrigt sich natürlich die Absicht, die Wirkung eines Stücks bestmöglich und erfolgreich auf der Bühne zur Entfaltung zu bringen. Ob dies immer im Sinne des Autors geschieht, war zumindest im 18Jh. meines Wissens noch kein Thema, heute ist es aber eins, wie wir hier sehen.


    Ich bin doch ein bissschen überrascht, dass bei diesem scheinbar ausdiskutierten Thema so grundlegende Dinge unbekannt sind. Man muss aber auch sagen, dass es von dieser Praxis, die ich vor allem aus dem Umfeld der Weimarer Klassik kenne, zu dem hier diskutierten thread-Thema ein sehr weiter Weg ist. Ich glaube auch, dass mein Gewährsmann aus Weimar niemals auf die Idee gekommen wäre, ein Stück rückwärts zu inszenieren, so wie es hier in München zum Leidwesen des Publikums eine Zeitlang sehr beliebt war.


    Viele Grüße

    Christian

    Aber man muss ein Werk doch zumeist bearbeiten, um es aufführbar zu machen, mit Kürzungen allein ist es selten getan. Man lese hierzu, wie ein JWvG in Weimar damit umgegangen ist. Werner Hintze sollte darüber berichten können, was da heute üblich ist. Das wäre doch interessant, finde ich. Ich fand ja auch seine Unterscheidung zwischen dem dramatischen Werk (gleich ob für Theater oder Oper) und der davon zu unterscheidenden Aufführung (ich glaube er hat es 'Theaterkunstwerk' oder so ähnlich genannt) sinnvoll und hilfreich - hilfreicher jedenfalls als den Begriff 'Werkgerechtigkeit', den ich aus der Literaturwissenschaft nun gar nicht kenne - , aber aufgrund der ausufernden persönlichen Diskussion habe ich dazu nicht alles weiterverfolgt und ich hatte diesen thread von der Leseliste auch schon deaktiviert.


    Viele Grüße, Christian

    Vielen Dank für den Hinweis! Die Pollini-Schubert-Aufnahmen ist meiner Erinnerung nach gut aufgenommen, wahrscheinlich gibt es hier nicht so viel Verbessesrungspotenzial? Dass der Klanggewinn bei Klavieraufnahmen eher gering ausfällt, kann ich nicht bestätigen, bspw. hat mich die weiter oben schon erwähnte Gilels-Aufnahme vor allem der Waldstein-Sonate sehr begeistert, und es gibt auch ein gutes Remastering von Michelangelis Aufnahme von Beethovens Sonate op. 7, die viel mehr Farbigkeit besitzt als die fürchterlich hart und steril klingende DG-Aufnahme. Mir scheint also, dass sich der Klanggewinn vor allem bei schwierigen Aufnahmen bemerkbar macht - das hieße dann aber auch, dass er bei dieser Bruckneraufnahme von Günter Wand eventuell nicht besonders groß ist, denn das ist ja auch so bereits eine sehr eindrucksvoll aufgenommene, starke Einspielung.


    Viele Grüße

    Christian

    Wirkungsgeschichtlich nachgewiesen wird in der europäischen Tradition Kunst von einem Werkverständnis und einem Werkbegriff geprägt (natürlich nicht überall und immer, aber mehr oder weniger durchgängig durch die Geschichte), wo das Werk definiert ist als etwas, wovon man keinen Teil wegnehmen und hinzufügen kann, ohne es zu zerstören. Natürlich entspricht nicht jede Art von Literatur, jedes Theaterstück, jede Oper einem solchen Werkbegriff. Aber wo durch Werkanalyse nachweisbar ist, dass das Stück diesem Werkbegriff entspricht, ist Werkgerechtigkeit dann auch verbindlich. Ein Stück wie Wagners "Tristan" ist ein solches Werk und man kann es deshalb auch nicht beliebig bearbeiten.

    Lieber Holger,


    vielen Dank für diese interessanten Ausführungen. Aber ganz folgen kann ich nicht, denn es gibt ja beispielsweise kaum ein Werk der klassischen deutschen Literatur, das nicht ohne größere Veränderungen auf die Bühne gebracht wird. Zwar gibt es auch komplette Aufführungen eines Faust, aber das ist doch eher die Ausnahme. Und auch Goethe hat ja selber bekanntlich für die Bühne recht umfangreich bei sich und anderen Texte gekürzt und bearbeitet. Vor diesem Hintergrund ist für mich Dein Werkbegriff nicht wirklich praktikabel - zumindest nicht für dramatische Literatur -, denn die von Dir geforderte "Werkgerechtigkeit" wird ja oft schon vom Autor selbst nicht eingehalten. Bei einer Oper mag das wieder etwas anders sein, denn da ist ja auch noch die Musik, die man nicht so ohne weiteres kürzen oder gar verändern kann. Aber da du diesen Begriff nun doch recht fundamental verwendest, möchte ich zumindest in Hinblick auf klassische dramatische Literatur ein Fragezeichen setzen.


    Viele Grüße

    Christain

    Besten Dank für den Link! Mit Wagner kann ich leider gar nichts anfagen, ich habe es schon mehrmals versucht (auch wegen Thomas Mann), aber das ist nicht meine Welt. Ich kann mir gut vorstellen, dass sich die Klangverbesserungen hier besonders deutlich auswirken. Aber auch bei Klavieraufnahmen war ich zuletzt sehr überrascht, was für gewaltige Unterschiede möglich sind!


    Viele Grüße

    Christian

    Lieber Joseph II, Du hast es glaube ich schon mal gepostet, aber über welchen Link beziehst Du denn Deine Infos bzgl. Neuerscheinungen von Tower Records? Die Klangqualität dieser Ausgaben (und auch die von Esoteric) ist im Vergleich zu den herkömmlichen CDs sehr eindrucksvoll. Viele Grüße, Christian

    Allerdings gäbe es noch Hunderte Serien bis hin zu Filmen und auch Opernfilmen aus den 60-er oder 70-er Jahren, die verstauben in den Archiven.

    La Roche

    Für eine lineare Auswertung kommen diese Programme nicht in Frage und würden wohl untergehen. Aber ich verstehe auch nicht, warum die Sender dafür nicht ihre Mediatheken nutzen. Sie haben sich statt dessen vorgenommen, in ihrer Mediathek das verloren gegangene junge Publikum zurück zu gewinnen. Ob das klappt, ist noch offen. Ich würde mir auch wünschen, Klassiker und besondere Arthouse-Filme, sofern die Rechte verfügbar sind, in den Mediatheken ansehen zu können. Dafür gibt es eine Markt.

    Würden die erstmal sich nicht die Taschen voll machen, käme man dicke hin!

    Mit war klar, dass dieser Einwand kommt, aber in der Realität kommt man mit diesem Argument nicht wirklich weiter.


    Die von Dir beanstandte qualitativen Einbußen sind zu diskutieren, insgesamt ist das Niveau aber - auch im Vergleich zum Ausland - ohne Zweifel hoch: Es gibt DOkus in der Prime, vielen Nachrichten und Reportagen, Filme und Serien usw. Und natürlich auch Sport. Auch das gehört zum Auftrag.

    Man darf halt nicht vergessen, dass der ÖRR gemäß Auftrag auch leichte Unterhaltung usw. anzubieten hat. Darüber zu diskutieren ist eher eine Geschmacksfrage.

    Das Thema Gebührenerhöhung sollte man differenziert betrachten. Wenn alles teurer wird, werden auch die von dem ÖRR in Auftrag gegebenen Produktionen teurer. Und ohne Gebührenanpassung gibt es nur wenig Spielraum: Möglich wäre, zu fairen Marktpreisen weniger in Auftrag zu geben. Das bedeutet aber eine Reduktion beim Programm. Da die Sender das nicht wollen, versuchen sie zumeist (es gibt wirklich sehr wenige Ausnahmen) mit niedrigeren Budgets das Volumen auf bisherigem Niveau zu erhalten. Was zwangsläufig zu qualitativen Einbußen führt. Um Niveau und Volumen zu halten, wäre meines Erachtens eine an der Inflationsrate sich orientierende Gebührenanpassung sinnvoll.


    Viele Grüße, Christian

    Von der Besetzung der Lady mit einem Schauspieler hatte ich auch mal gehört - wer war das noch einmal? Ich kann mir das auch vorstellen, aber heute würde das wohl kaum mehr jemand riskieren, es gibt da ja zuweilen absurd anmutende Diskussionen, man denke nur an die Besetzung von Helen Mirren als Golda Meir. Auch "Blackfacing" wird ja - nicht nur im Theater - nicht mehr akzeptiert. In meiner Branche gab es im letzten Jahr sogar einen Mega-Skandal wegen eines neuen Winnetou-Kinderfilms. Das Argument Kunstfreiheit zieht da den Kürzeren.


    Was sind da Deine Erfahrungen im Theater, Werner? Möglicherweise führt das aber auch zu weit weg vom Thema.


    Viele Grüße

    Christian