Beiträge von Christian B.

    mein persönlicher Eindruck, dass ihre Interpretationen, die ich in den letzten Monaten zu Gehör bekommen habe, stark auf die Sentimentalisierung des Augenblicks setzen - auf Kosten des großen Zusammenhangs und -halts, der auch der Reflexion bedarf.

    Das bringt es für mich sehr, sehr gut auf den Punkt! Ich war von ihrer Schubert-Aufnahme ebenfalls enttäuscht.


    Viele Grüße

    Christian

    Vielen Dank für diese interessanten Hintergrundinformationen zu Mravinsky! Ein unglaublicher Musiker, und ich muss sagen, dass der Ausbruch kurz nach der Mitte des ersten Satzes der 6. Symphonie unter ihm atemberaubend ist. Aber man muss auch nicht immer alles miteinander vergleichen und ich kann gute Aufnahmen in ihrer jeweiligen Unterschiedlichkeit auch nebeneinander stehen lassen. Mravinskys rauhe, extrem energetische Lesart finde ich jedoch sehr, sehr überzeugend.


    Beste Grüße

    Christian

    Lieber Christian,


    den Zyklus habe ich von Brendel - "Pensée des Morts" als Einzelaufnahme von Svjatoslav Richter, das ist natürlich unglaublich! Den Zyklus gilt es auch wiederzuentdecken. "Invocation" höre ich mir gleich mal an! :)

    Lieber Holger,


    Brendel hat nur die vier bekanntesten Stücke aus dem zehnteiligen Zyklus aufgenommen. Da gibt es noch einiges zu entdecken.


    Viele Grüße

    Christian

    Außer JLang, der schon seit langem nicht mehr schreibt in Tamino (wo ist er nur abgeblieben?), scheint sich ja Niemand für Liszt zu interessieren.

    Oh doch, nur interessiere ich mich mehr für die "Harmonies poétiques et religeuses". Den virtuosen, aber auch ein wenig leerlaufenden "Ungarischen Rhapsodien" kann ich nichts nichts abgewinnen... Aber ich werde es gerne noch einmal versuchen.


    Viele Grüße

    Christian

    Die temporalen Schwankungen bei dieser Sonate sind enorm:


    Arrau (Philips Aufnahme 70er Jahre): ca. 22:54

    HieYon Choi (2019): ca. 16:23


    Die größte Unterschiede gibt es im dritten Satz, den man sehr unterschiedlich anlegen kann.


    Die junge Pianisten HieYon Choi begeistert mit mitreißendem, stürmisch-perfektem Spiel, Arrau ist mir hier zunächst etwas zu schwerfällig, das Liedhafte der Melodie verschwindet, doch in der vierten Variation geht sein Konzept dann wundebar auf und keiner erreicht so eine Ausdruckswucht wie der Chilene, so dass ich nicht zu entscheiden vermag, wer hier vom Tempo richtig liegt.


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    Es ist so eine wunderbare Sonate, vielen Dank für das Wiederbeleben dieses Threads! Ich hoffe, dass Willi sie bei seiner Sonaten-Besprechung bald nach vorne zieht. In meiner persönlichen Wahrnehmung stand diese Sonate immer ein bisschen in Schatten von op. 110, aber das hat sich in der letzten Zeit geändert. Im dritten Satz hat Beethoven eine Melodie von so unvergleichlicher Schönheit komponiert (vor allem in der Wiederholung in der höheren Lage in der ersten Variation!), dass es mir immer wieder die Sprache verschlägt.

    Wie bei allen großen Klavier-Meisterwerken bin ich auch bei dieser Sonate ein krankhafter Sammler guter Aufnahmen, besonders überzeugt hat mich zuletzt die Einspielung eines Pianisten, der meines Wissens mit Beethoven-Sonaten bisher noch gar nicht in Erscheinung getreten ist, nun aber gleich ein ganzes Album vorlegt - und seine sonore, leidenschaftliche Aufnahme von op. 109 sucht Ihresgleichen! Ich spreche von Philippe Entremont!



    Viele Grüße

    Christian

    Ich habe die Aufnahme in einer etwas älteren Variante der tollen 7-CD Box "Yuri Egorov: The Master Pianist", die es - wie ich soeben erst feststelle - für 15.99 immer noch bei amazon gibt! Unbedingt empfehlenswert:



    Warum klappt das Verlinken nicht?

    Erscheint am 15.3.:


    Mit ca. 15 Minuten dürfte die Dauer des Andante sostenute aus der B-Dur Sonate D.960 rekordverdächtig sein!


    Das Label scheint an die Künstlerin zu glauben und hat in ein aufwändiges Cover-Shooting investiert.

    Ich finde es ansprechend, auch wenn es 'nur' ein bekanntes Motiv variiert.


    Viele Grüße

    Christian

    Hallo Damiro,


    ich habe mir jetzt noch einmal Uchidas Carnaval angehört, wissend, dass es sich um eine hochgelobte Aufnahme handelt. Ich konnte allerdings diese Begeisterung nie ganz nachvollziehen, gewiss spielt Uchida feinnervig und trifft die jeweiligen Charaktere gut, aber mir fehlt bei ihrem Spiel - und das geht mit auch bei anderen Aufnahmen so - schlichtweg der Bass, da finde ich sie etwas kraftlos. Schumann ist nun gewiss nicht mit Kraftmeierei beizukommen, aber Uchida wird für mich weder im Carnaval noch in der Kreiseleriana noch in ihrer richtig guten Aufnahme der Fantasie dieser Dimension der Musik gerecht. Man denke nur an Horowitz' Bässe in der Kreisleriana! Womöglich hat er da noch nachgeholfen und Oktaven verdoppelt (Finale 4. Stück!). Akopovas Aufnahme finde ich in dieser Hinsicht hingegen sehr überzeugend: Ihr Flügel hat einen wunderbar vollen Klang, ihr Spiel ist sensibel und beweglich. Jedenfalls war das für mich eine Enteckung und ich freue mich, dass Du der Empfehlung gefolgt bist.


    Viele Grüße

    Christian

    Das ist ja interessant, lieber Holger. Denn gerade wegen des metallischen Tons vieler Ashkenazy-Aufnahmen tue ich mich nach wie vor schwer mit diesem Pianisten. Trifft die verbesserte Klangqualität denn auch auf die anderen Aufnahmen zu?


    Viele Grüße

    Christian

    Lieber Willi,


    vielen Dank für Deine ausführliche Besprechung dieser Aufnahmen von Murray Perahia. Ich war bei der Ankündigung etwas skeptisch, aber Perahia bleibt dem radikalen Werk nichts schuldig und spielt in den Ecksätzen mit dem meines Erachtens notwendigen Zug nach vorne. Aufnahmetechnisch ist diese Einspielung ein Genuss, der Ton leuchtet, der Hall wirkt natürlich, der Flügel ist präsent und keinesfalls zu weit weg.


    Für mich ist das eine der kapitalsten Beethoven-Aufnahmen der letzten Jahre, ein richtig starker Wurf!


    Herzliche Grüße

    Christian

    Gavrilov habe ich in den späten 80ern mit dem Caranval live erlebt, das war noch extremer und leider auch noch härter gespielt als auf der Aufnahme. Ich habe mit dieser Einspielung einerseits auch Probleme wegen ihres metallischen Klangs und der von Damiro treffend beschriebenen Verschiebung "in Richtung Beschleunigung, Betonung, Unruhe und dann auch Hast und Hektik", aber andererseits ist der Carnaval für mich ein extremes Werk, und das will eben auch dargestellt sein. So kommt die ihm eingeschriebene "Unruhe" doch häufig viel zu kurz. Und deswegen möchte ich diese Aufnahme nicht missen.


    Viele Grüße

    Christian

    Aber man hätte doch Nägeln mit Köpfen machen können und die fehlenden Beethovensonaten (sowie ggf. die 1930er op.13 u. op.57) und die Handvoll weiterer Solo-EMI-Studioaufnahmen (Brahms 3. Sonate + Füller, Wandererfantasie, Schumanns C-Dur-Fantasie) mit reinnehmen können.


    Ja, das hat mich damals auch SEHR geärgert, zumal bei Brahms op. 5 und Schumann op. 17.
    Glücklicherweise gibt es diese Aufnahmen jedoch recht günstig als Download:


    Link >>> <<< Punkt

    Lieber Christian,


    besten Dank für den Link! Ich hätte zu gerne dieses Programm von ihr - leider ist die CD total vergriffen:



    Lieber Holger,
    es ist ja kürzlich eine Box erschienen mit allen Decca-Aufnahme von larrocha - und da finden sich zwei Bonus-CDs mit genau diesem Programm!
    Mit ein bisschen Geduld werde ich Dir das bis zum Jahresende zukommen lassen können. Vorher schaffe ich es nicht.
    Viele Grüße
    Christian

    Ich fand Barto nach seinem Weggang von EMI immer sehr spannend. Aber auch bei EMI gab es schon hervorragende Aufnahmen, die erwähnten Preludes, aber auch ein sehr gewichtiges Album mit den Symphinisches Etüden und der Kreislerina von Schumann. Danach fand ich seine zunehmend nach Innen gerichteten Aufnahmen (Schumann, Rameau, Haydn, Ravel) überaus faszinierend.


    Die letzten Aufnahme unter dem Label Capriccio hingegen fallen durch unnatürliche Tempi auf (Schubert und Brahms Klavierkonzerte) und deuten eine Entwicklung an, die wegführt von der Musik.
    Um so interessanter Dein Bericht, lieber Willi!


    Viele Grüße
    Christian

    Hallo Damiro,
    vielen Dank für Deinen Hinweis auf Kempff! Du erwähnst eine Carnaval-Einspielung von 1950, die du dir später näherbringen möchtest.


    Wo ist diese denn veröffentlicht?
    Viele Grüße
    Christian