Beiträge von Christian B.

    Vielen Dank für Deinen Bericht, lieber Holger! Da werde ich wohl nicht widerstehen können.

    Laut Universal wurde übrigens auch die Preludes Band 2 und auch die Images/Children Corner-Aufnahme remastered:


    "In der vorliegenden audiophilen Ausgabe wurden sämtliche Aufnahmen neu remastered und klanglich moderat angeglichen, sowohl die Blu-ray Audio Disc in 24-Bit/192-kHz als auch die beiden CDs profitieren von diesem neuen Remastering."


    Offenbar hat die DG die remasterten Versionen auch als Stream herausgegeben, das ist für mich praktischer und auch auf Spotify und Qobuz verfügbar:


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    https://www.qobuz.com/at-de/al…i-benedetti/kj0ffbvskfmja


    Viele Grüße

    Christian

    Über die remasterten Debussy-Preludes schreibt eine Kunde bei Amazon:


    "Aus dem Gespräch mit Cord Garben in dem Werk von Jochen Köhler, ABM - Auf der Suche nach dem Vollkommenen, habe ich erfahren, das ABM bei dieser Einspielung einen zweiten gleich gestimmten Steinway-Flügel im Aufnahmeraum geöffnet stehen ließ, dessen Pedaltaste blockiert war. Dies sorgte bei der Aufnahme dafür, dass dieses zweite Instrument einen dezenten Nachhall der von ABM angeschlagenen Töne erzeugte. Bislang war der Effekt nur auf Vinyl zu hören, die auf einer CD gespeicherten Informationen reichten dafür nicht aus. Diese Lücke schließt die Blu-Ray. Bereits in den Danseuses de Delphes (Nr 1, Blu-Ray) zeichnen sich die Bassakkorde (nicht die Stimme im Diskant) durch einen ungewöhnlich vollen, "sahnigen" Wohlklang aus. Dies gilt noch mehr für Stücke wie Nr. 10 (La cathédrale engloutie). Im Dagegen wirkt der Ton der Einspielung von Buch 2 der Préludes wie abgeschnitten (vergleiche Nr. 19: La terrasse)"


    Da bin ich jetzt doch sehr auf Holgers Bericht gespannt! Und ich frage mich auch, ob ich das nach einem Transfer auf itunes mit meinen Kopfhörern überhaupt nachvollziehen kann?


    Und noch eine Ergänzung: Es ist gar nicht die Aufnahme der Preludes (1978), die so rauscht, sondern die der Images und von Children's Corner. Die ist auch früher erschienen (1971) und das Rauschen finde ich hier wirklich sehr störend.


    Viele Grüße

    Christian



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    Die Erstausgabe von Preludes Heft 1 ist AAD - d.h. sie haben diese wirklich nur digital konvertiert ohne Remastering. (Die CD mit den Images dagegen ist ADD!) Damals wollten sie offenbar nicht eingreifen mit klangverändernden Maßnahmen. Bezeichnend gehört diese Überspielung zu den besten von den ganz alten. Aber ich werde das überprüfen! Bei der Chopin-Aufnahme sind in der Erst-Veröffentlichung die Bässe ein bisschen "matschig", da ist der Unterschied zu der Überspielung in der blauen DGG-ABM-Box sehr deutlich.

    Das ist interessant - dann höre ich da auch mal rein. Die Aufnahme der Preludes 1 enthielt immer sehr viel Rauschen. Ist das denn jetzt besser geworden?


    Viele Grüße

    Christian

    Ich habe mit Remasterings eher gute Erfahrungen gemacht. So gibt es bei der EMI Aufnahmen mit Schnabel (Beethoven-Sonaten) und Karajan (Konzerte mit Lipatti), die in den neuen remasterten Versionen deutlich offener und durchhörbarer klingen. Das ist gewiss nicht nur eine Zeitgeist-Mode! Bei den neuen DG-Ausgaben von Michelangeli und Kempff konnte ich allerdings keinen nennenswerten Unterschied feststellen. Ich höre aber auch nur noch über iTunes, in das man ja CDs importieren kann. Ganz toll sind auch die Sony/CBS-Remasterings der Aufnahmen von Serking und Szell! Seid Jahren wünsche ich mir ein Remastering der Arrau-Aufnahmen aus den 70ern, aber das wird wohl nicht kommen.

    Viele Grüße, Christian

    Vielen Dank für diesen tollen Link mit den Noten!


    Alfred Brendel hat in seiner Digital-Aufnahme die fünf nachgelassenen Stücke sehr ungewöhnlich angeordnet (im Booklet schreibt er launig, dass diese Anordnung keinem Prinzipp folge und eine Eigenmächtigkeit des Interpreten sei) und ich habe mich damit immer schwer getan, weil bei dieser Reihenfolge die dritte nachgelassene Variation direkt nach dem Thema kommt, bevor dieses in Etüde I und II sich entfalten kann und ausentwickelt wird:


    Thema

    Variation III (Appendix); 1:26

    Étude I; 1:19

    Variation I; 1:40

    Variation II; 1:56

    Étude II; 3:07

    Étude III; 1:14

    Étude IV; 0:59

    Étude V; 1:17

    Variation IV; 2:28

    Étude VI; 0:57

    Étude VII; 1:13

    Étude VIII; 1:50

    Étude IX; 0:42

    Variation V; 2:52

    Étude X; 1:16

    Étude XI; 1:54

    Étude XII: Finale; 6:59


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    Glücklicherweise kann man aber in Programmen wie itunes die Reihenfolge der Tracks selbst bestimmen. Dank der iTunes-Funktion ‚Unterbrechungsfreie Wiedergabe“ funktioniert das auch gut. Bei der von Richter und Pollini gewählten Anordnung (die nachgelassenen Stücke folgen Etüde V) ergibt sich nun eine sehr schlüssige, klanglich wunderbar leuchtende Interpretation. Nur bei der nachgelassenen vierten Variation funktioniert es nicht optimal, da hier zu Beginn noch die vorausgehende 5. Etüde nachklingt - Brendel scheint das Werk entweder durchgehend aufgenommen zu haben oder aber es wurde entsprechend abgemischt.


    Viele Grüße

    Christian

    Die Aufnahme von Schirmer finde ich auch sehr stark, Helmchen ist gut, aber etwas unpersönlich, Pletnev verliert sich leider in Manierismen und Lisitsa, Le Sage und vor allem Aimard müsste ich mir mal wieder anhören. Sind mir aber nicht besonders in Erinnerung.


    Aber was meinst Du damit, dass Peter Rösel wenige „Freunde“ hat?


    Mir ist es wirklich ein Rätsel, wie solch ein Meisterpianist so unbekannt sein kann. Werde mir auch seine anderen Aufnahmen anhören.


    https://www.discogs.com/releas…Cden-Op-13-Papillons-Op-2


    Viele Grüße, Christian

    Unglaublicherweise liegt dieser Thread über eines der zentralen Klavierwerke Schumanns nun seit fast 14 Jahren brach. Ich habe die Tage zwischen den Jahren unter anderem damit verbracht, mir verschiedene Aufnahmen dieses wunderbaren Werks anzuhören. Zu meinem Erstaunen gibt es wenige Neuaufnahmen (sehr hörenswert ist die von Claire Desert) und es führt kein Weg vorbei an den bekannten Aufnahmen von Pollini (hier kaum zu übertreffen, es ist einfach alles da, auch die Poesie, eine Schumann-Aufnahme für die Ewigkeit!), Schiff (mit überraschendem Zug!) und Richter (mir zu schnell). Brendel hat in seiner Digitalen Aufnahme die nachgelassenen Stücke sehr eigenwillig angeordnet, damit tue ich mich schwer. Kein Weg vorbei führt an dem letzten Konzert-Mitschnitt mit Gilels in Moskau, was für ein elektrisierendes Spiel! Dass er langsamere Tempi wählt, spielt dabei kein Rolle. Schade nur, dass er die fünf nachgelassenen Stücke nicht spielt.
    Aber eine Entdeckung habe ich dann doch gemacht: es gibt eine fantastische Aufnahme von Peter Rösel! Geheimnisvoll, lyrisch, virtuos - und er gebietet über eine symphonische Klangpalette! Was für ein unterschätzter Pianist! Wurde er hier überhaupt schon mal erwähnt? Ich habe nichts über Peter Rösel im Forum gefunden und möchte ihn Euch sehr ans Herz legen. Die Aufnahme gibt es bei Spotify.


    Viele Grüße, Christian

    Freire ist einer der wenigen Pianisten, der einen ganz klaren, wunderbar leuchtenden, sonoren Klang hervorzaubern kann. Sein Klang ist dabei niemals hart, was bei der Decca nicht selbstverständlich ist. Arrau, Pollini, Fleisher und Volodos haben eine ähnliche Klangkultur mit freilich völlig unterschiedlichen individuellen Ausprägungen.

    Besonders gut ist das nachzuhören auf der Playlist THE ART OF NELSON FREIRE, die es auf Spotify & Co. gibt.

    Viele Grüße, Christian

    Vielen Dank für diesen wunderbaren Link, lieber Holger! Das ist absolut hinreißend :love:

    Auf Deine Besprechung der Debussy-Aufnahme bin ich schon serh gespannt - ich werde sie mir auch gleich mal anhören.

    Vor allem aber würde mich interessieren, wie Du seinen CARNAVAL findest. Er hat ihn ja sogar zweimal aufgenommen.

    Zu der zweiten Aufnahme kehre ich immer wieder zurück, da führt kein Weg dran vorbei.


    Viele Grüße

    Christian

    Die Produzenten solcher Werke verfolgen rein finanzielle Absichten. Sie werden mit Blick auf den monetären Gewinn geschaffen und repräsentieren die Herrschaft des Konsums und Kommerzes.

    Hier muss ich widersprechen. Ein Produzent will Geld verdienen, keine Frage, aber in der Regel gelingt dies nur, wenn man das, was man produziert und für wen man es produziert, sehr gut versteht und wenn man davon überzeugt ist. Sonst klappt das nicht, vor allem wirtschaftlich nicht. Also der Produzent des genannten Songs ist von seiner Arbeit ganz sicher begeistert, auch wenn wir uns das vielleicht nicht vorstellen können.


    Viele Grüße

    Christian

    Die oben erwähnten Aufsätze von Broch zum Thema Kitsch finden sich in diesem Band - sehr günstig über den amazon marketplace zu bekommen.


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    Brochs Aufsatz über „Das Böse im Wertesystem der Kunst“ findet sich in seiner Werksausgabe (Suhrkamp) in Schriften zur Literatur 2 - Theorie. Allerdings habe ich gerade festgestellt, dass ich damals gar nicht diesen Text gelesen habe, sondern „Einige Bemerkungen zum Problem des Kitsches“ (ebd.), ein Vortrag von 1950. Kann ich bei Interesse gerne als Scan weiterleiten. Viele Grüße, Christian

    Ich finde den Moralismus von Broch auch völlig übertrieben. Diese Dämonisierung verleitet fast dazu, psychoanalytisch zu werden. Kämpft da einer vielleicht gegen den Kitsch-Teufel in ihm selbst? ^^ Nein - Kitsch ist allenfalls eine privatio boni - im ästhetischen Sinne. Vom Moralisieren in der Kunst sollte man sich doch besser enthalten! :hello:

    Ich habe Brochs Gedanken über "Kitsch" keineswegs 'moralisierend' in Erinnerung! Das ist ein radikaler, hellsichtiger Text. Aber nicht moralisierend. Dafür ist Broch viel zu intelligent und viel zu genau. Ich müsste seinen zentralen Text "Das Böse im Wertsystem der Kunst" aber auch erst einmal wiederlesen. Das ist jedenfalls ein ganz starker Text zu diesem Thema! Unbedingt lesenswert.

    Ich weiß nicht, ob sie hier schon erwähnt wurden, aber seine Schubert-Aufnahmen sind auch sehr, sehr gut! Ich habe schon länger nicht mehr reingehört, werden das aber nun wieder machen. Die große A-Dur Sonate D.959 habe ich in allerbester Erinnerung, das Werk ist ja nicht leicht ins Gleichgewicht zu bringen. Oppitz hat aber auch die frühen Sonaten, die Fragmente und die vielen kleine Stücke aufgenommen, da gibt es viel zu entdecken!



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    könnte die Ravel-CD sein. Würde ich ohne Bild aber auch nicht aufs Geratewohl bestellen. Ich besitze die CD, die Aufnahmen müssten evtl. auch noch mit anderem Cover zu finden sein. Allerdings haben die Musiker einige der Werke in anderen Kopplungen in den 1980ern noch einmal für Denon aufgenommen. Das sind andere Aufnahmen (und außerhalb Japans evtl. ähnlich schwer erhältlich...), aber das Ravel-Trio (das einzige, was ich davon kenne) ist auch in der neueren (Denon)-Aufnahme sehr gut

    Interessant, dann ist das die andere Aufnahme - ich kenne leider weder die eine noch die andere:


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    Meine Referenz-Aufnahme der Violinsonate ist die mit Jean-Jacques Kantorow und Jacques Rouvier. Die auf dieser CD enthalten Aufnahmen der Kammermusik-Werke von Ravel wurden als Filmmusik zum wunderbaren Film "Un cœur en hiver" von Claude Sautet verwendet.



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    Vielen Dank für den Hinweis, ein wunderbarer Film und ich kannte diese Aufnahme auch gar nicht! Aber leider ist die Aufnahme gar nicht verfügbar, auch nicht auf Spotify.

    Die Wiener Philharmoniker mussten von Leonard Bernstein überzeugt werden, die Musik Gustav Mahlers zu spielen. Die Ablehnung war bei den Musikern gross. Es gibt auf You Tube Beispiele davon. Ich kann mich daran erinnern gelesen zu haben, dass sie von Kitsch, Vulgarität, Gefühlsduselei, Gigantomanie sprachen. Mit dem ganzen Einsatz seines Charismas und Durchsetzungskraft gelang es dem Dirigenten, die Wiener Philharmoniker vom Verfemten zu überzeugen.

    Das ist interessant! Bernstein hat mit den Wienern eine der besten Aufnahmen der 5. Sinfonie vorgelegt und eine auch sehr starke (aber nicht ganz so zwingende) Sechste! Da mache ich mich gleich mal bei Youtube auf die Suche.


    Die Wiener haben aber auch schon vor Bernstein Mahler aufgenommen. So gibt es eine sehr gute Aufnahme der Neunten mit Abbado. Und bestimmt noch andere.


    Viele Grüße

    Christian

    Das ist sehr interessant - Die 8. Symphonie ist hier überhaupt noch nicht erschienen. Ein ausgezeichneter Zyklus. finde ich.

    Ich war ein paar Tage in den Bergen und habe die Beiträge im Thread erst Do. abend, also gestern , gelesen.


    Sofern nicht schon aufgeklärt, kann ich zumindest ein kleines bisschen helfen.

    Die im Titel des Threads genannte Box hat tatsächlich 50 CDs und hat interessanterweise aber das physikal. Format einer LP- Box Die Aufnahmen dort beginnen frühestens mit Aufnahmedaten ab 1966. Ab Post # 8 hat man aber auch von Aufnahmen von vor dem 9.5.1965 gesprochen, wofür Holger dann die Box mit den 15 CDs verlinkt hat, welche ich leider nicht besitze, und also keinen inhaltlichen Beitrag zu deren Inhalt zu leisten vermag. ;(;)

    ja genau, gut zusammengefasst! Liebe Grüße, Christian

    Ich stelle soeben fest, dass ich nur die einzelen veröffentlichten Proben für des berühmte Horowitz-Comeback-Konzert am 9.5.1965 besitze (es gibst diese Probenmitschnitte auch auf Spotify), nicht jedoch die in der 15-CD Box (Abbildung Beitrag #9) enthaltenen Proben für das Konzert am 17.4.1966. Einer Besprechung zufolge ( https://crescendo.de/das-comeback-1000035746/ ) sind die Proben für das Konzert am 17.4.1966 sehr interessant: "Das betrifft vor allem Mozarts A‑Dur-Sonate KV 331, die bei der Probe am 5. April 1966 schlicht vollendet klingt in jeder Hinsicht, oder feine Scarlatti-Mirakel. Mit Blick auf den großen Saal und die Entfernung zum Hörer werden sie später klanglich und in den dynamischen Kontrasten größer dimensioniert und verlieren so den Zauber des Unmittelbaren und Privaten." (aus der verlinkten Crescendo-Besprechung)


    Kann hier jemand weiterhelfe und Näheres berichten?


    Herzliche Grüße

    Christian

    Sehr ans Herz legen möchte ich Dir auch seine Brahms-Aufnahme, lieber Holger! Die ist auch stark - nicht nur bei der Sonate op. 5! Über die Schumann-Aufnahme können wir ja bald im Carnaval-Thread sprechen, da bin ich hin- und hergerissen. Er hat ohne Zweifel einen Zugang zu Schumann, aber mir geht es immer so, dass die unvergleichliche Poesie dieser Musik sehr schwer zu treffen ist und man ihr mit Viruosität so gar nicht beikommt. Da würde mich jedenfalls Deine Meinung sehr interessieren.


    Viele Grüße

    Christian

    Heute Morgen war die Aufnahme bei

    Amazon gebraucht noch recht günstig verfügbar - jetzt ist mir wohl jemand zuvorgekommen.


    So kann‘s gehen, wenn hier kenntnisreich rezensiert wird!

    Viele Grüße, Christian

    Ah, Danke! Ich sehe, dass Leslie Howard den Zyklus ALBUM D’UN VOYAGEUR im Rahmen seiner Gesamtaufnahme auch eingespielt hat. Bin sehr gespannt auf diese frühe Fassung, die ich bisher überhaupt nicht kannte 🤗


    Die erwähnte, sehr eindringliche Brendel-Live-Aufnahme findet man in der Great Pianists-Serie (Vol. III) und auf den beiden Liszt-Sammelalben ARTIST‘S CHOICE.


    Viele Grüße, Christian