Beiträge von Christian B.

    Lieber Holger,


    Deine aufwändigen und liebevollen Besprechungen aus der Perspektive berühmter Pianisten sind ehrlicherweise nicht so meine Sache, aber diese Beobachtung finde ich sehr spannend:


    "Es ist nur zu offensichtlich, dass Trotzkind Friedrich Gulda sein Schubert-Programm mit den Impromptus, das er unmittelbar vor der Waldsteinsonate spielt, durch und durch sentimentalisiert hat. Auf diese Weise war sein ansonsten immer wachen Geist an diesem Abend traumtrunken eingetrübt und für Beethoven unweigerlich „verdorben“."


    Diese Gulda-Aufnahme der Waldsteinsonate macht mich jetzt sehr neugierig!


    Viele Grüße

    Christian

    Über Fazil Says Aufnahme der Beethoven-Sonaten müssten wir einmal sprechen, er scheint mir hier doch etwas pauchal in Schubladen gesteckt zu werden. Seine Gesamtaufnahme - was für eine Spiellaune! - ist nicht zu vergleichen mit den früheren Einspielungen einiger weniger Sonaten (Waldstein, op. 111)!


    Viele Grüße

    Christian

    Lieber Holger, ich stimme Deinen Ausführungen zu Horowitz‘ Aufnahmen der B-Dur Sonate zu. Aber ein paar Fragen bleiben doch. Du meinst, dass die frühe Aufnahme vor allem aus strategischen Gründen entstanden sei, um die Abkehr vom reinen Virtuosen zu unterstreichen. Das mag sein. Aber warum hat er die Sonate dann noch einmal aufgenommen? Das kann doch nur heißen, dass sie ihm etwas bedeutet hat und dass er noch etwas dazu zu sagen hatte. Also muss ihm das Werk wichtig gewesen sein.
    Aber auch mit der zweiten Aufnahme war er dann nicht zufrieden. Denn Du hast nicht erwähnt, dass er sie zu Lebzeiten nicht freigegeben hat und dass die Freigabe erst posthum durch Wanda erfolgte.


    Und noch eine Ergänzung: Auch wenn die spätere Aufnahme seltsam disparat geworden ist, so gibt es doch keinen Pianisten, der die Wendung vom pp zum ppp in der Durchführung so magisch spielt wie Horowitz. Die meisten spielen hier nur p, um dann ein pp zu erreichen. Oder sie spielen pp und man kann ein ppp allenfalls ahnen. Bei Horowitz aber kann man p, pp und eben auch das Pianississimo gut voneinander unterschieden. Allein wegen dieser Stelle liebe ich die Aufnahme sehr.


    Viele Grüße, Christian

    Mich stört so ein hübsches Cover überhaupt nicht! Yuja Wang hat ja auch so eine extrovertierte Seite - und spielt fantastisch. Aber das Cover ist natürlich nie ein Garant für eine tolle Aufnahme - ein unansehnliches Cover allerdings auch nicht ;-)


    Viele Grüße, Christian

    Ciro Longobardi - mir völlig unbekannt.

    Er ist zum Glück auf Spotify vertreten und ich werde gleich mal reinhören.


    Viele Grüße

    Christian

    Die Lupu-Aufnahme finde ich ganz, ganz toll! Eben weil sie ganz viel Poesie hat, aber auch die Virtusität der Sonate bedient. Und auch die Live-Aufnahme von Barenboim (Orfeo), auf die hier schon hingewiesen wurde, ist unbedingt empfehlenswert. Barenboim wählt ein eher langsames Tempo, aber er ist auch in jungen Jahren ein wirklich überlegener Gestalter von Zusammenhängen - elektrisierend! Steven Osborne hingegen fand ich enttäuschend.

    In der Box Ist auch die Live-Aufnahme enthalten, Pollini scheint sie vorzuziehen.


    Ich bin ja ein großer Bewunderer der von ihm entfesselten Klänge, aber beide Waldsteinaufnahmen lassen mich kalt. Und dabei finde ich gerade bei dieser Sonate ein schnelles Tempo gut. Muss ich noch einmal reinhören.


    Viele Grüße, Christian

    Reine Tageszeitungen sind nicht von ungefähr am Aussterben, weil sie nur in eine Richtung kommunizieren, es werden nur die überleben, denen der Sprung ins Netz gelingt, in dem sie die Leser direkt ansprechen und miteinbeziehen. Und wir sind hier in einem Forum, um uns AUSZUTAUSCHEN und zu DISKUTIEREN. Was ja aber leider nicht immer funktioniert. Aber nun gut, es ist Deine Kolumne.


    Viele Grüße

    Christian

    Lieber Holger, ich habe es schon einmal gesagt: Es ist so ein vielschichtiger, bereichernder Artikel von Dir über die Waldstein-Sonate, aber ich weigere mich und finde es völlig unsinnig, dass ich in einem anderen Thread darauf reagieren soll. Das wird nicht funktionieren. Bitte überdenke das noch einmal. Es ist gegen jeden Sinn eines solchen Forums.


    Viele Grüße

    Christian

    Hallo Siamak,


    nein, das sind alles Neuaufnahmen, soweit ich es beurteilen kann (auf Spotify steht ja nichts über das Aufnahmedatum). Es ist nur von der 9. Sinfonie der dritte Satz in der Liszt-Transikription dabei. Ich habe Katsaris über diese Transkriptionen kennengelernt, aber man sollte ihn nicht darauf reduzieren. Wirklich kurios sind die Transkriptionen einiger Violinsonaten und Streichquartett-Sätze.


    Viele Grüße und bis bald

    Christian

    Ich finde es zum Beispiel in diesem Thread schade, dass auf meinen Beitrag mit dem Hinweis auf die Live-Aufnahme Barenboims aus den 70er Jahren keine Stellung bezogen wurde, z.B. durch Holger.

    Ich habe mir diese Barenboim-Aufnahme schon runtergeladen, konnte sie mir aber noch nicht anhören. Bin gespannt!


    Zur Beruhigung der Gemüter empfehle ich, bei Spotify in die neue Beethoven-Box von Cyprien Katsaris reinzuhören. Unter anderem mit der Sturm-Sonate, der Appassionata und op. 111! Und vielen zum Teil kuriosen Transkriptionen von Streichquartetten und Violinsonaten. Die gestalterisch schwierige Sturm-Sonate ist eine Wucht ! Der Klavierklang (Bechstein?) ist exzellent aufgefächert. Katsaris scheint mir gereift, noch immer gibt es bei ihm viel zu entdecken, aber er behält nun mehr das ganze Werk im Blick. Ich bedauere sehr, dass er nicht auch die Waldsteinsonate aufgenommen hat. Ich könnte mir vorstellen, dass sie ihm liegt. Nur mit Technik wird man ihren vielen lyrischen Pianissimo-Passagen (auf die Willi auch immer hingewiesen hat) jedenfalls nicht gerecht.


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    Viele Grüße

    Christian

    Gilels ist in Seattle eine ganz besonders starke Aufnahme der Waldstein-Sonate gelungen, das sehe ich auch so. Aber deswegen sollte man andere Aufnahmen nicht kleiner machen, als sie sind. Sehr gut finde ich ja auch die Aufnahme von Pletnev, dem im dritten Satz ein atemberaubender Übergang zur Durchführung gelingt, wie man ihn sonst nirgends hört.

    Igor Levit hat im Rahmen seiner täglich um 19 Uhr auf Twitter und ein wenig später auf Instagram übertragenen Hauskonzerte kürzlich übrigens auch die Waldsteinsonate gespielt - toll! (Es folgten unter anderem D960, D780, D959, Schumann op. 17, Beethoven op. 27/2, 35, 110... es ist einfach der Wahnsinn!)

    Viele Grüße und bleibt gesund
    Christian

    Lieber Alfred,


    ich weiß nicht, was diese nette Episode aus Deinem Leben hier beitragen soll? Oder anders gefragt: Wenn das schon unangenehm war, wie unangenehmen ist es dann erst, wenn es sich nicht um eine Kollegin handelt?


    Die junge Dame hätte mindestens Deine Vorgesetzte sein müssen und der Job hätte für Dich persönlich eine extrem wichtige berufliche Perspektive darstellen müssen - dann verstünde ich, was Du damit sagen willst. Aber die Arbeit war Dir lästig, Du hättest emotional den Job sofort an den Nagel hängen können. Was spricht dagegen, von einer Kollegin oder einem Kollegen Angebote zu bekommen? Nichts. Und natürlich kann es trotzdem unangenehm sein.


    Es ist aber doch etwas ganz anderes, wenn man verschiedenen Zwängen ausgesetzt ist, wenn man in der Position weiterkommen will und wenn die Person in welcher Form auch immer Macht über jemanden hat. Ich möchte hier nur auf die Dynamiken solcher Prozesse aufmerksam machen, da es hier im Forum mehr Verständnis für die angegriffenen Künstler als für die - vermeintlichen - Opfer gibt.


    Harvey Weinstein wurde ja gerade in NY verurteilt.

    Ich fand es sehr interessant, wie hier die Jury zu ihrem Urteil gekommen ist:

    https://www.spiegel.de/panoram…17-40ed-a238-a3eab703f8bd


    Viele Grüße

    Christian

    Ich wollte diese - um unseren Forenbetreiber zu zitieren - "unappetitliche" Nachricht hier eigentlich nicht posten, aber da sich nun alle in Genesungswünschen ergehen - denen ich mich gerne anschließe - möchte ich in Sachen Domingo der Vollständigkeit halber daran erinnern, zu was für einem Ergebnis eine von der Oper Los Angeles beauftragte Untersuchung gekommen ist (vom 11.3.20) - und ja, das ist kein Urteil und nach unserer Rechtssprechung ist er als unschuldig zu betrachten:

    Belästigungsvorwürfe gegen Opernsänger "glaubhaft" Die Anschuldigungen gegen Plácido Domingo wegen sexueller Übergriffe sind einer Untersuchung zufolge glaubwürdig. In Berlin und Hamburg wurden seine Auftritte abgesagt.

    https://www.zeit.de/kultur/mus…elle-uebergriffe-la-opera


    Viele Grüße

    Christian

    Igor Levits Podcast über die Pathétique ist besonders interessant, dort zieht er Vergleiche zur frz. Ouvertüre von Bach und zu Tchaikovskys Pathétique. Sehr beeindruckend auch sein schnelles Spiel im ersten Satz! Er geht auch auf die technischen Hürden ein, darüber hört man ja selten etwas. Da muss ich mir seine Aufnahme gleich noch einmal anhören.


    https://www.ardaudiothek.de/ig…l-die-path-tique/72171164


    Viele Grüße

    Christian

    Ich finde es ganz wunderbar, wie persönlich und unakademisch Levit über die Sonaten spricht - so ein großes Podcast-Projekt über Klaviermusik gab es meines Wissen überhaupt noch nie. Toll ist auch, dass er zwischendurch immer wieder Motive und Themen vorspielt und richtig eintaucht in diese Welt. Und Levit ist ohne Zweifel ein famoser Pianst. Wirklich eine Entdeckung.


    Viele Grüße

    Christian