Beiträge von Carlo

    Hallo,


    nun geht es mit dem zweiten Teil meiner Auflistung der Fernseh-Produktionen mit Kurt Wehofschitz weiter!


    „Johanna auf dem Scheiterhaufen“ (Jeanne d'Arc au bûcher) (Honegger): Johanna – Margot Trooger / Bruder Dominik – Hans Baur / Die Stimme der Hl. Jungfrau – Ingeborg Exner / Die Stimme der Hl. Margarete – Käthe Möller-Siepermann / Die Stimme der Hl. Katharina – Gisela Litz / Ein Eiferer* - Victor Remsey / Ein Mönch* - Helmut Fehn / Porcus, ein Schwein, der Praeses des Tiergerichts – Kurt Wehofschitz / Asinus, ein Esel, der Recordatoris des Tiergerichts – Kurt Zips / Der Zeremonienmeister – Helmut Hinzelmann / Drei Herolde* - Paul Kuen, Rudolf Wünzer und Wolf Petersen / Die 'Buben' im Kartenspiel der Könige: Der Herzog von Bedford – Andreas Blum; Jean de Luxembourg – Hartmut Hinrichs; Regnault de Chartres – Fritz Fuhlert; Guillaume de Flavy – Karl Schurr / Ein Schreiber – Martin Häusler / Zwei allegorische Personen: Der Riese Mühlenwind – Karl Hanft; Mutter Weinfass – Sonja Karzau / Zwei Bauern – Erik Jelde und Adolf Ziegler / Perrot – Beppo Schwaiger / Ein Priester – Konrad Georg / Die Regensburger Domspatzen / Chorltg.: Hans Schrems / Der Kölner Rundfunkchor / Chorltg. Bernhard Zimmermann / Das Kölner Rundfunk-Sinfonie-Orchester / Dirigent: Paul Sacher / Choreographie: Bernhard Wosien / Ausstattung: Gerd Richter / Regie: Gustav Rudolf Sellner (Köln, Funkhaus / München, Bavaria-Studios, 18. 12. 1959 – 23. 1. 1960) TV-Sendung am 2. 3. 1960 in der ARD mit einer Wiederholung am 7. 3. 1962. (* Den 'Eiferer' und den 'Mönch' stellten Komparsen dar. Die Rollen des ersten und zweiten 'Herolds' – der dritte 'Herold' ist eine Sprechrolle - wurden von Herold Kraus und Gerhard Gröschel gesungen und von Paul Kuen und Rudolf Wünzer verkörpert.) Der in der Fernseh-Inszenierung gekürzte Prolog (den Honegger und Claudel erst 1944 dem Werk hinzufügten) wurde für die Rundfunk-Fassung mit Siegfried Wischnewski als 'Erzähler' aufgenommen.


    Der Name Paul Sacher wird wohl für immer mit Arthur Honeggers und Paul Claudels „Jeanne d' Arc au bûcher“ verbunden sein. Der Schweizer Dirigent leitete nicht nur die konzertante Uraufführung (in französischer Sprache) am 12. 5. 1938 in Basel mit Ida Rubinstein und die szenische Erstaufführung (in der deutschen Übersetzung von Hans Reinhart) am 13. 6. 1942 in Zürich mit Maria Becker, sondern auch außer der obengenannten Rundfunk- und Fernseh-Inszenierung des WDR noch zwei weitere Produktionen für das Radio: a) mit Gisela Mattishent, Bernhard Minetti, Annelies Kupper, Käthe Möller-Siepermann, Erika Wien, Helmut Melchert und Gerhard Gröschel (WDR Köln, Sendung am 30. 11. 1956) und b) mit Heidemarie Hatheyer, Bernhard Minetti, Edith Lang, Ria Urban, Cvetka Ahlin, Kurt Ruesche und Heinz Hagenau (NDR Hamburg, Sendung am 22. 11. 1959). Am 11. 1. 1980 habe ich in der Deutschen Oper am Rhein eine unvergessliche Aufführung unter dem im November 2019 verstorbenen Friedemann Layer gesehen mit den Burgschauspielern Sonja Sutter und Bruno Dallansky; die Inszenierung stammte von Gert Westphal mit der Choreographie von Erich Walter in der wunderschönen Ausstattung von Heinrich Wendel (Bühnenbild) und Liselotte Erler (Kostüme). Das waren noch Zeiten...



    „Schwarz auf Weiß oder Die allmächtige Feder“ (Hueber): Die Königin von England – Hilde Wagener / Der Lordkämmerer – Hans Unterkircher / Jack Partridge, Astrologe – Kurt Wehofschitz / Mabel, seine Frau- Hilde Konetzni / Abraham Partridge, Jacks Bruder – Willy Ferenz / Esther, seine Frau – Ruthilde Boesch / Betty Hausmädchen der Familie Partridge – Else Kalista / Mary Lovel – Adele Leigh / Der Leichenbestatter – Paul Schöffler / Harry, Totengräber – Alois Pernerstorfer / Nitton, Barbier – Herbert Prikopa / Jim Sniff – Hans Christian / John Bickerstaff – Kurt Strauß / Der Bürgermeister von London – Friedrich Nidetzky / Das Große Wiener Rundfunkorchester / Dirigent: Kurt Wöss / Co-Dirigenten: Kurt Rapf und Hans Dokoupil / Szenenbild: Felix Smetana / Kostüme: Elisabeth Gaisser / Regie: Jörg Arnulf Eggers (Wien, Fernsehstudio, Uraufführung bzw. Erstsendung am 19. 11. 1968 im ORF, Dauer 90 Minuten).


    Diese von Kurt Anton Hueber (1928 – 2008) für den Wettbewerb 'Salzburger Opernpreis' komponierte 'Satirische Oper in zwei Akten' mit einem Libretto von Reiner Martin behandelt eine Episode aus dem Leben des irischen Schriftstellers Jonathan Swift („Gullivers Reisen“). Im Mittelpunkt steht der Astrologe Jack Partridge, der im frühen 18. Jahrhundert in London jährlich einen Almanach veröffentlichte, in dem er auf den Tag genau das Todesdatum berühmter Zeitgenossen vorhersagte. Jonathan Swift schrieb im Januar 1708 unter dem Pseudonym 'Isaac Bickerstaff' einen Zeitungsartikel, in dem er Jack Partridge und seine 'Astrologie' mit spöttischen Worten bloß stellte und ihm vorhersagte, dass er am 29. März 1708 sterben werde. Und genau an diesem Tag teilte Swift den Zeitungslesern mit, dass Partridge verschieden sei, was aber nicht stimmte. Mit der 'englischen Königin' ist Queen Anne (1665 – 1714), die letzte Stuart-Regentin gemeint, nach deren Tod ihr nächster protestantischer Verwandter, der Kurfürst von Hannover, als King George I. den Thron bestieg. (Queen Anne ist verewigt worden durch Eugène Scribes Komödie „Das Glas Wasser“ und den oscar-gekrönten Spielfilm „The Queen“ aus dem Jahre 2018.) Bei den von den beiden bekannten Theaterschauspielern Hilde Wagener und Hans Unterkircher verkörperten Partien handelt es sich um reine Sprechrollen, während die anderen Mitwirkenden Sänger sind.



    Carlo

    Lieber Peter,


    die in der 'New York Times' angekündigten Bostoner Aufführungen von Chaikovskiis „Mazeppa“ mit Tom Krause hat es wohl nicht gegeben. Sarah Caldwell und ihre Crew bezogen im Herbst 1978 in Boston ein neues Theater ('Savoy Theatre', ein ehemaliges Kino), das am 1. 11. 1978 mit „Tosca“ - in der Hauptrolle: Magda Olivero – eingeweiht wurde. Nach weiteren Umbauarbeiten begann die wie stets in Boston sehr kurze Spielzeit dann am 21. 3. 1979 statt mit „Mazeppa“ mit dem „Falstaff“ (mit Donald Gramm), gefolgt von de Fallas „La vida breve“ (mit Victoria de los Angeles) und aus der projektierten „La fille du régiment“ wurde „Il barbiere di Siviglia“ (mit Beverly Sills). Die amerikanische Erstaufführung von Michael Tippetts "The Ice Break" fand am 18. 5. 1979 in Boston unter der musikalischen Leitung und in der Regie von Sarah Caldwell statt.


    Die kompletten Besetzungen zu den Opern „The Visitation“ (Gunther Schuller) und "Hamlet" (Humphrey Searle) können im Thread „Kerstin Meyer – Die schwedische Carmen“ in den Beiträgen Nrn. 20 und 21 nachgelesen werden. Und im Thread „Kurt Wehofschitz“ findet sich im Beitrag Nr. 38 die Besetzung zu Gottfried von Einems „Der Zerrissene“. (Alle drei Opern wurden mit Tom Krause in Hamburg uraufgeführt.) Von Ernst Kreneks "Der goldene Bock" - mit Tom Krause als Jason uraufgeführt am 16. 6. 1964 - gibt es beim NDR einen Rundfunk-Mitschnitt vom 6. 9. 1964 aus der Hamburgischen Staatsoper.


    Tom Krause wirkte in den TV-Übertragungen von zwei Rossini-Opern aus der Hamburgischen Staatsoper mit: am 25. 8. 1963 im ZDF in „Die Liebesprobe“ ('La pietra del paragone') und am 30. 8. 1964 in „Der Türke in Italien“ (ARD). Und natürlich ist er auch in den sogenannten Hamburger 'Liebermann-Opernfilmen' – die bei 'Arthaus' auf DVD erschienen – zu sehen: als Graf Almaviva in „Die Hochzeit des Figaro“ und als Fürst Ottokar im „Freischütz“. Im Archiv des ORF schlummert noch die kleine Fernseh-Oper „Peter und Susanne“ ('Malinconia Austriaca') von Paul Kont aus dem Jahre 1959.


    Auf dem Gruppenbild aus Tanglewood (Beethovens „Leonore“) steht Tom Krause links aussen.


    Viele Grüße!


    Carlo


    Lieber Gregor,


    auch zwischen den beiden Aufnahmen von „One Alone“ liegen sieben Jahre, in denen Mario Lanzas Stimme merklich dunkler und schwerer wurde. Aber mir gefällt die spätere Interpretation besser (gesungen - vermutlich am 10. 9. 1959 - auf ein vom Orchester bereits bespieltes Tonband), weil der Tenor hier - gesundheitlich bedingt nach dem Klinikaufenthalt im August/September 1959? - seine bekannte 'Überemphase' drosselt und im Gegensatz zur Radioaufnahme von 1952 den Übergang aus der melodischen Linie zum finalen Spitzenton (den er 1959 länger hält) besser hinbekommt. Ob das nun ein normales hohes 'C' ist – wie ich finde - oder ein anderer hoher Ton, ist für mich dabei nicht so wichtig.


    Inzwischen habe ich noch die folgende CD im Internet gefunden – ein echtes Sammlerobjekt:


    Be My Love – Mario Lanza's Greatest Performances at MGM“ 1. „That Midnight Kiss“ (1949): They didn't believe me – Love is music (beide mit Kathryn Grayson) / 2. „The Toast of New Orleans“ (1950) : Tina-Lina (mit Rita Moreno) – Be my love (mit Kathryn Grayson) – I'll never love you* – Finale 1. Akt aus „Madama Butterfly“* (mit Kathryn Grayson) / 3. „The Great Caruso“ (1951): 'Celeste Aida' aus „Aida“* - 'Ave Maria'* (von Bach-Gounod; mit Jacqueline Allen, den St. Luke's Episcopal Church Choristers und Wesley Tourtelotte an der Orgel) – Der 1. Teil des Sextetts aus „Lucia di Lammermoor“ mit Dorothy Kirsten, Blanche Thebom, Gilbert Russell, Giuseppe Valdengo und Nicola Moscona) - 'La donna è mobile' aus „Rigoletto“* - 'Vesti la giubba' aus „I pagliacci“* / 4. „Because You're Mine“ (1952) : Because you're mine (mit Doretta Morrow) – All the things you are* (nicht verwendeter Take) – Granada* – Finale aus „Cavalleria rusticana“* (mit Peggy Bonini und Kathryn Chapman) – The Lord's prayer* (mit Orgelbegleitung von Wesley Tourtelotte) - Because you're mine (Reprise mit Doretta Morrow) / 5. „The Student Prince“ (1954): Overhead the moon is beaming* – Deep in my heart, dear* (mit Ann Blyth) – Beloved* (nicht verwendeter Take) / The MGM Studio Chorus and Orchestra / Dirigenten: Charles Previn (1), Johnny Green und George Stoll (2), Peter Herman Adler (3), Johnny Green und Wolfgang Martin (4) sowie Constantine Callinicos und George Stoll (5) / 'TCM' (Turner Classic Movies) R2 72958 (1 CD, USA 1998). Die Stereo-Aufnahmen sind mit * gekennzeichnet. Sowohl Mario Lanzas exclusive Schallplattenfirma 'RCA' als auch die 'MGM' (Metro Goldwyn Mayer) drohten der Firma 'TCM' mit empfindlichen Klagen, so dass die Scheibe vom Markt genommen wurde. (Der Name des 'MGM'-Stars Ann Blyth durfte im Booklet der CD als Interpretin nicht genannt werden.) Ob die 'Sony' als Rechtsnachfolger der 'RCA' es schafft, sich mit 'MGM' zu einigen und sämtliche Aufnahmen, die Mario Lanza für die genannten Filme machte, einmal zu veröffentlichen, ist eine spannende Frage.


    Die Produzenten dieser CD haben aus der Tonspur der 'MGM'-Filme mit Mario Lanza die genannten Titel (abgesehen von zwei Ausnahmen) extrahiert u. z. in der Form, wie sie auch in den fertigen Filmen zu hören sind; wie schon mehrfach geschildert, wurden die Opernszenen aber in voller Länge eingespielt. Zudem enthält die CD zwei sogenannte 'Outtakes', das sind Aufnahmen, die in dem endgültigen Film keine Verwendung fanden. Im Falle des Liedes 'All the things you are' von Jerome Kern, ist das die einzige Aufnahme Lanzas, weil die Rundfunksendung der 'Coca-Cola Show' vom 19. 10. 1951 – in der der Tenor diesen Song brachte – verschollen ist. Nicht verschollen ist dagegen das Duett Gilda-Duca 'È il sol dell'anima' aus dem „Rigoletto“ mit Jarmila Novotna und Mario Lanza, das aus dem Film „The Great Caruso“ aus mir unbekannten Gründen herausgeschnitten wurde; eine Veröffentlichung habe ich bisher nicht feststellen können.


    Ich habe in dem Beitrag Nr. 113 einen kleinen, irreführenden Grammatikfehler berichtigt. Und das waren alle meine Beiträge zum Thema „Mario Lanza“ - falls es nicht doch noch etwas grundlegend Neues zu berichten gibt...


    Carlo

    Liebe Taminos,


    1986 wurde die ur-amerikanische 'RCA Records' vom deutschen 'Bertelsmann-Konzern' (Bertelsmann Music Group Company / BMG) übernommen und eine der ersten Veröffentlichungen auf dem neuen Tonträger-Medium war die folgende Compact Disc:


    Mario Lanza – The Legendary Tenor“: 'Be my love' (Hollywood, 27. 6. 1950) – 'Because' (New York, 19. 2. 1951) – 'And this is my beloved' („Kismet“ / Hollywood, Mai 1956) – 'Funiculí, Funiculà' (Rom, November 1958) – 'The loveliest night of the year' (New York, 23. 2. 1951) – 'Celeste Aida' („Aida“ / New York, 5. 5. 1949) – 'A Kiss' (Hollywood, 7. 9. 1954) – 'Serenade' (Film „Serenade“ / Hollywood, Juli 1955) – 'Torna a Surriento' (Film „Serenade“ / Hollywood, Juli 1955) – 'One alone' („The Desert Song“ / Rom, September 1959) – 'Arrivederci, Roma' (englischsprachige Version / Rom, 7. 11. 1957) – 'Only a rose' (mit Judith Raskin / „The Vagabond King“ / Rom, Juli 1959) – 'Vesti la giubba' („I pagliacci“ / Hollywood, 15. 5. 1950) – 'Granada' (Hollywood, 28. 10. 1949) – 'Because you're mine' (am Klavier: Constantine Callinicos / London, 16. 1. 1958, Live) – Marechiare' (New York, 23. 2. 1951) – 'Santa Lucia' (Rom, Juni 1959) – 'Mattinata' (Hollywood, 23. 8. 1949) – 'O sole mio' (Hollywood, 28. 10. 1949) / A Chorus and Orchestra / Dirigenten: Irving Aaronson, Paul Baron, Constantine Callinicos, Ray Heindorf und Ray Sinatra. 'RCA Victor' RD 86218 (1 CD, 1987). Als Unterlage dienten dem Produzenten John Pfeiffer die 'digitally remastered' Originalbänder der 'RCA'. Es war das erste Mal, dass die Aufnahmedaten explizit genannt wurden; auch wurde das Booklet mit Fotos und einem viersprachigen informativen Aufsatz versehen.


    Mario Lanza – The Great Caruso and Other Caruso Favorites“: a) 'Questa o quella' und 'La donna è mobile' („Rigoletto“ / beide: 15. 5. 1950) – 'Parmi veder le lagrime' („Rigoletto“ / 29. 5. 1950) – 'Recondita armonia' und 'E lucevan le stelle' („Tosca“ / beide: 18. 5. 1950) – 'Una furtiva lagrima' („L'elisir d'amore“ / 15. 5. 1950) – 'Cielo e mar' („La Gioconda“ / 18. 5. 1950) – 'Recitar!... Vesti la giubba' („I pagliacci“ / 15. 5. 1950) – b) Alle zwölf Titel aus der Schallplatte „Mario Lanza Sings Caruso Favorites“ (LM-/LSC-2393 – siehe Beitrag Nr. 104). Bei den Opernarien vom Mai 1950 steht Constantine Callinicos am Dirigentenpult, während die im Juni 1959 in Rom (in stereo) aufgenommenen Lieder und Canzonen aus dem Repertoire Enrico Carusos von Paul Baron geleitet werden. 'RCA Victor' GD 60049 (1 CD, 1989).


    Auf die CD „A Mario Lanza Program“ ('RCA Victor' 09026 61884 2 / 1994) mit dem kompletten Live-Mitschnitt aus der Royal Albert Hall in London vom 16. 1. 1958 habe ich bereits im Beitrag Nr. 84 hingewiesen.


    Mario Lanza – You'll never walk alone“: 'I'll walk with God'* (Film „The Student Prince“ / Nicholas Brodszky / Juli 1952) – 'The trembling of a leaf' (Johnny Green / 14. 3. 1952) – 'The Lord's prayer' (Albert Hay Malotte / 29. 9. 1951) – 'Love in a home'° („Li'l Abner“ / Gene De Paul / 15. 8. 1956) – 'Somebody bigger than you and I' (Johnny Lange, Hy Heath und Sonny Burke / 2. 5. 1952) – 'Through the years' (Vincent Youmans / 3. 12. 1951) – 'Ave Maria'* (Johann Sebastian Bach – Charles Gounod / 11. 5. 1950) – 'Without a song ' (Vincent Youmans / 2. 9. 1951) – 'The hills of home' (Oscar J. Fox / 5. 12. 1951) – 'I love thee' ('Jeg elsker dig' / Edvard Grieg / 17. 6. 1951) – 'The rosary' (Ethelbert Nevin / 23. 8. 1951) – 'Look for the silver lining' (Jerome Kern / 10. 12. 1951) – 'None but the lonely heart' ('Net tolko tot kto znal' / Piotr Ilich Chaikovskii / 3. 12. 1951) – 'My Buddy' (Walter Donaldson / 15. 2. 1952) – 'Guardian angels' (Harpo Marx / 10. 12. 1951) – 'Somewhere a voice is calling' (Arthur F. Tate / 16. 1. 1952) – 'Trees' (Oscar Rasbach / 20. 11. 1952) – 'Ave Maria'^ (Franz Schubert / Juni 1958) – 'Because' (Guy d'Hardelot / 8. 6. 1951) – 'Roses of Picardy' (Haydn Wood / 29. 11. 1951) – 'For you alone' (Henry E. Geehl / 8. 7. 1951) – 'You'll never walk alone' („Carousel“ / Richard Rodgers / 16. 6. 1952) / A Chorus and Orchestra / Dirigenten: Constantine Callinicos*, Henri René° und George Stoll^ – alle übrigen Aufnahmen werden von Ray Sinatra dirigiert. / 'RCA Victor' 09026 68073 2 (1 CD, 1995). Als 'Erstveröffentlichungen' werden die folgenden Aufnahmen bezeichnet: „The Lord's prayer“, „The rosary“, „Look for the silver liniing“, Guardian Angels“, „Because“, „For you alone“ und „You'll never walk alone“. Alle Titel wurden in Hollywood eingespielt; entweder im 'RCA Studio' (Republic Studio) oder im Radio Recorder Studio der 'NBC', das heißt, dass die CD auch Aufnahmen aus den 'Coca-Cola Shows' beinhaltet. (Der CD ist lediglich ein Faltblatt beigegeben.)


    Mario Lanza – Opera Arias & Duets“: 'Celeste Aida' („Aida“ / 2. 5. 1952) - „Amor ti vieta di non mi amar' („Fedora“ / 6. 6. 1952) – 'Un dí all'azzurro spazio guardai profondo' („Andrea Chenier“ / 18. 5. 1950) – 'O soave fanciulla' („La Bohéme“ / mit der Sopranistin Jean Fenn und Jakob Gimpel am Klavier / 5. 7. 1955) – 'La fleur que tu m'avais jetée'° („Carmen“ / 7. 3. 1952) – 'Mi batte il cor... O paradiso' („L'Africaine“ / 4. 8. 1950) – 'Un tal gioco, credetemi' („I pagliacci“ / 20. 6. 1952) – 'Stolta paura, l'amor' („Madama Butterfly“ / mit der Sopranistin Elaine Malbin / 11. 4. 1950) – 'La donna é mobile' („Rigoletto“ / 28. 3. 1952) – 'Recitar!... Vesti la giubba'° („I pagliacci“ / 24. 6. 1951) – 'M'appari, tutto amor' („Martha“ / 4. 8. 1950) – 'Nessun dorma'* („Turandot“ / 21. 7. 1955) - 'Musette! O gioia della mia dimora... Testa adorata' („La Bohème“ von Ruggero Leoncavallo / 27. 6. 1952) – 'Come un bel dí di maggio' („Andrea Chenier“ / 18. 5. 1950) – 'É la solita storia del pastore' („L'arlesiana“ / 16. 5. 1952) – 'Dio ti giocondi, mio sposo' („Otello“* / mit der Sopranistin Licia Albanese / 22. 11. 1955) / An Orchestra / Dirigenten: Ray Heindorf* und Ray Sinatra°; die übrigen Aufnahmen dirigierte Constantine Callinicos. / 'RCA Victor' 09026 63491 2 (1 CD, 1999). (Hier ist das komplette Duett Desdemona-Otello aus dem Film „Serenade“ enthalten mit einer Dauer von 14,20 Minuten.) Die CD mixt Studio-Aufnahmen der 'RCA', Ausschnitte aus den 'Coke-Shows' und Aufnahmen der 'Warner Bros.' für den Film „Serenade“.


    Zwei nicht von 'RCA' veröffentlichte CDs aus meiner Sammlung möchte ich noch hinzufügen:


    Mario Lanza – Be My Love“: 'O sole mio'° (Ernesto Di Capua / 28. 10. 1949) – 'Granada'° (Agustin Lara / 28. 10. 1949) – 'Serenata'* (Riccardo Drigo / 1950) – 'La donna è mobile'* („Rigoletto“ / Giuseppe Verdi / 15. 5. 1950) – 'The Lord's prayer'* (Albert Hay Malotte / 29. 9. 1951) – 'Be my love'° (Nicholas Brodszky / 27. 6. 1950) - 'I'll never love you'° (Nicholas Brodszky / 27. 6. 1950) - 'Ave Maria'* (Johann Sebastian Bach – Charles Gounod / 11. 5. 1950) – 'E lucevan le stelle'* („Tosca“ / Giacomo Puccini / 18. 5. 1950) – 'Lolita'° ('Canzone spagnola' / Arturo Buzzi-Peccia / 28. 10. 1949) - 'Recitar!... Vesti la giubba'* („I pagliacci“ / Ruggero Leoncavallo / 15. 5. 1950) – 'Questa o quella'* („Rigoletto“ / Giuseppe Verdi / 15. 5. 1950) – 'Mamma, quel vino è generoso'* („Cavalleria rusticana“ / Pietro Mascagni / 15. 5. 1950) - 'The loveliest night of the year'* (Juventino Rosas – Irving Aaronson / 23. 2. 1951) – 'Valencia'° („La bien amada“ / José Padilla / 3. 12. 1951) – 'Because'* (Guy d'Hardelot / 19. 2. 1951) – 'Danny Boy'° (Traditionell / 14. 3. 1952) – 'You'll never walk alone'° („Carousel“ / Richard Rodgers / 16. 5. 1952) – 'Santa Lucia'° (Anonym / 21. 3. 1952) – 'Because you're mine'* (Nicholas Brodszky / 1. 8. 1952) – 'Ne shest almazov v kemennikh peshcherakh'* ('Song of India' / „Sadko“ / Nikolai Rimski-Korsakov / 17. 6. 1953) / A Chorus and Orchestra / Dirigenten: Constantine Callinicos* und Ray Sinatra° / 'Proper Records' INTRO CD 2012 (1 CD, GB 2004). Dies ist eine Kompilation von 'RCA'-Aufnahmen und Titeln aus der 'Coca-Cola Show'.


    Mario Lanza – Live With The Ray Sinatra Orchestra“: 'Funiculí, Funiculà' (Luigi Denza) – 'My song, my love' (Malcolm Beelby) - 'Granada' (Agostin Lara) – 'Diane' (Ernö Rapée) - 'Thine alone' („Eileen“ / Victor Herbert) – ''Recitar!... Vesti la giubba' („I pagliacci“ / Ruggero Leoncavallo) – 'A vucchella' (Paolo Tosti) – 'Serenata' (Enrico Toselli) – 'Because you're mine' (Nicholas Brodszky) – 'The loveliest night of the year' (Juventino Rosas – Irving Aaronson) – 'Mi batte il cor... O paradiso' („L'Africaine / Giacomo Meyerbeer) – 'A Marechiare' (Paolo Tosti) – 'The rosary' (Ethelbert Nevin) – 'Lolita' ('Canzone spagnola' / Arturo Buzzi-Peccia) – 'If' (Tolchard Evans) - 'Mattinata' (Ruggero Leoncavallo) – 'They didn't believe me' („The Girl from Utah“ / Jerome Kern) – 'The Lord's prayer' (Albert Hay Malotte) – 'Be my love' (Nicholas Brodsky) – Schlusswort von Mario Lanza / An Orchestra / Dirigent: Ray Sinatra / 'Submarine' DATOM2 (1 CD, GB 1987). Diese Titel stammen komplett aus der von 'Coca-Cola' gesponserten „Mario Lanza Show'“, aufgenommen vom Juni bis September 1951. Teilweise sind knappe Ankündigungen zu den Liedern zu hören, gesprochen von Mario Lanza und dem 'NBC'-Moderator Bill Baldwin; das letzte Wort hat allerdings Mario Lanza mit einem 'Farewell' von 30 Sekunden Dauer.


    Nach dem Ausstieg der 'Bertelsmann Music Group' (BMG) aus der Musikbranche im Jahre 2010 und dem Verkauf an die 'Sony Music Entertainment' ist m. W. keine neue CD mit Original-Aufnahmen von Mario Lanza aus dem 'RCA'-Archiv mehr erschienen. Die englische Firma 'Sepia Records Ltd.', die sich auf die Wiederveröffentlichung älterer Schallplatten auf CDs spezialisiert hat, brachte mit Hilfe der Experten des Internet-Portals „Mario Lanza, Tenor“ eine Reihe von CDs heraus, die nach deren Meinung die besten - und teilweise auch seltenen - Aufnahmen des Sängers beinhalten. Die Überspielungen (nicht von den Original-Tonbändern, sondern von Acetat- und Vinyl-Platten unterschiedlichen Formats, von Privat- und Rundfunkmitschnitten per Tonband und von den Tonspuren der Spielfilme) erfolgten im 'CEDAR 24-bit'-Verfahren und scheinen nach Meinung der internationalen Kritik zu den bisher besten klanglichen Resultaten geführt zu haben. Auch sind diese CDs durch Text- und Bildbeiträge den bisher von vielen - auch manchmal dubiosen - Labels veröffentlichten CDs überlegen; ich muss aber gestehen, dass ich bisher keine der nachstehenden 'Sepia'-CDs in meinem Besitz habe:


    „The Student Prince“ (1959) und neun Songs (SEPIA 1200 / 2012)


    „Greatest Operatic Recordings, Vol. 1“ (SEPIA 1274 / 2015)


    „My Italian Soul“ (SEPIA 1286 / 2015)


    „Greatest Operatic Recordings, Vol. 2“ (SEPIA 1289 / 2015)


    „Never Till Now“ (SEPIA 1294 / 2016)


    „One Alone“ (SEPIA 1305 / 2017)


    „Poetry And Passion“ (SEPIA 1319 / 2018)


    "All The Things You Are" (SEPIA 1341 / 2019)


    „Classics“ (SEPIA 1348 / 2020)


    Über die Inhalte der voll gefüllten CDs geben der Katalog der Firma 'Sepia Records Ltd.' in London


    www.sepiarecords.com


    und das Internet-Portal „Mario Lanza, Tenor“ der 'Lanza-Experten' Derek McGovern aus Süd-Korea, Armando Cesari aus Australien und Vincent Di Placido aus Irland Auskunft:


    www.mariolanzatenor.com


    Da Anfang nächsten Jahres (31. 1. 2021) der Geburtstag Mario Lanzas sich zum 100. Mal jährt, besteht Hoffnung, dass vielleicht noch einige 'Schätze' gehoben werden...


    Viele Grüße!


    Carlo:

    Lieber Caruso41,


    den Titel des Threads zu ändern, ist nicht nötig. Aber er und die genannten Aufnahmen von József Réti zeigen, wie verzerrt die Wahrnehmung einer Sängerin oder eines Sängers sein kann, wenn es von ihr/ihm nur wenige offizielle Tondokumente gibt und sich ihre/seine Karriere auch noch hauptsächlich im 'Verborgenen' – sprich: hinter dem Eisernen Vorhang – abspielte.


    Ich danke Dir für das Einstellen des kurzen Interviews mit József Réti. Aber am Ende des Videos werden noch einige weitere 'YouTube'-Beiträge angezeigt; hier sollte man unbedingt auf das Bild mit dem Sänger als Ferrando („Cosi fan tutte“) klicken, denn dahinter versteckt sich eine 55 Minuten dauernde Gedächtnissendung (Drehbuch: Judit Várbiró / Regie: László Sólyom / MRT 1993?) des ungarischen Fernsehens mit zahlreichen Ausschnitten aus Opern und Konzerten. (Diese Sequenzen zeigen, dass dem Sänger für manche seiner Bühnenrollen die entsprechende Physis fehlte, aber das machte er durch ausdrucksvolle Mimik und eine gewinnende Ausstrahlung wieder wett.) Viele, z. T. inzwischen nicht mehr lebende, Kollegen Rétis kommen zu Wort, z. B. György Melis, Margit László, Zsuzsa Barlay, József Gregor oder Zsolt Bende. Besonders gefreut habe ich mich über ein Wiedersehen mit Krisztina Laki, die ich in Düsseldorf und Köln oft auf der Bühne und im Konzertsaal erlebt habe. Frau Laki, die in Bremen und Düsseldorf lebt und unterrichtet, stellt gelegentlich ihre Gesangsschüler in selbst organisierten Konzerten vor.


    An diese sehr berührende Hommage für József Réti (der, wie der Film am Ende zeigt, neben seiner oftmaligen Bühnenpartnerin Mária Gyurkovics beerdigt wurde) schließt sich ein halbstündiges TV-Portrait der Sopranistin Karola Ágay an, mit der Wahnsinnsszene aus „Lucia di Lammermoor“, dem Schluss der Zerbinetta-Arie aus „Ariadne auf Naxos“ und einem wunderbar interpretierten „Gloria Patri et Filio“ - dessen Komponisten ich nicht identifizieren kann – sowie zwei ungarischen Volksliedern, wobei sie von ihrem Gatten, dem bekannten Gitarristen László Szendrey-Karper, begleitet wurde. Dass Karola Ágay, die einen zwar etwas kühlen, aber technisch sicheren und sehr höhenstarken Koloratursopran besaß und obendrein phantastisch gut aussah, keine internationale Karriere machte (trotz eines umjubelten Debüts an der 'Met' im Februar 1969 in drei Vorstellungen als Lucia für die indisponierte Anna Moffo), ist wie bei József Réti wohl nur mit politischen Gründen - z. B. eingeschränkte Reisemöglichkeit - erklärbar. Heute würden sich die Opern-Intendanten und Konzert-Agenturen um solche Sänger reissen...


    Viele Grüße!


    Carlo

    „Wer suchet, der findet!“



    Liebe 'Taminos', das ist für's Erste mein letzter Beitrag zu der Discographie von József Réti. Diese beiden Opernaufnahmen habe ich noch gefunden:


    „Háry János“ ('János Háry') (Kodály): János Háry, Grenzsoldat – György Melis (Ádám Szirtes) / Örzse, seine Braut – Mária Mátyás (Mária Medgyesi) / Kaiser Franz I. von Österreich – (Samu Balázs) / Maria Ludovika, seine Gemahlin – Éva Gombos (Manyi Kiss) / Marie-Louise, beider Tochter, Gemahlin Kaiser Napoleons I. - Judit Sándor (Teri Torday) / Napoleon I., Kaiser der Franzosen – (Gyula Bodrogi) / Ritter von Ebelasztin, Kammerherr Marie-Louises – József Réti (László Márkus) / Der alte Marci, Kutscher von Kaiser Franz I. - György Radnai (László Bánhidi) / Donnerwetter und Hinterlader, österreichische Generäle – (László Keleti und Endre Harkányi) / Gräfin Melusine und Baronin Estrella, Hofdamen Marie-Louises – (Gabriella Tóth und Éva Thury) / Ein Wirt – (László Misoga) / Zwei Zecher – (Sándor Tompa und Sándor Peti) / Ein Wahrsager – (Lajos Csaba Németh) u. v. a. / A Magyar Rádió és Televízió Gyermekkórusa (Der Kinderchor des Ungarischen Rundfunks und Fernsehens) / Chorltg.: László Csányi / A Magyar Állami Operaház Ének- és Zenekara (Der Chor und das Orchester der Ungarischen Staatsoper) / Chorltg.: László Pless / Dirigent: János Ferencsik. Diese Aufnahme ist der Soundtrack eines Spielfilms von Miklós Szinetár aus dem Jahre 1965; in Klammern stehen die Namen der Schauspieler.


    „A holdbéli csónakos“ ('Der Mondschiffer') (Szokolay): Der Mondschiffer – József Réti (Rudolf Somogyvári) / Der Eisbrecher, Prinz von Donnerland - László Domahidy / Das Frühlingsauge, ein Mädchen – Éva Andor (Hédi Váradi) / Der große Bär, Prinz von Lappland – (Jenö Horváth) / Der kleine Bär, König von Lappland – (József Láng) / Dumuzi, Hohepriester – Endre Varhélyi / Memnon, Fürst von Muskat; Idomeneus, König von Kreta; Temora, keltischer König – Margit Lukács / László, ein Ritter – (Sándor Angyal) / Istak, ein Narr – Sándor Palcsó / Jancsi Paprika, der Kasper – Róbert Ratonyi / Das Falkenmädchen – (Margit Németh) / Guinevère, die Hofsängerin – Itala Békés (Marta Blaha) / Der Hindu – Árpád Kishegyi / A Magyar Rádió és Televízió Énekkara és Szimfonikus Zenekara (Der Chor und das Symphonie.Orchester des Ungarischen Rundfunks und Fernsehens) / Chorltg.: Irma Bódy / Dirigent: Frigyes Hidas (MRT, 2. 5. 1965). So seltsam wie der Titel ist auch die Handlung dieser neunzig Minuten dauernden Märchenoper von Sándor Szokolay (1931 – 2013).



    Dass József Réti für den Rundfunk mehrere Operetten-Gesamtaufnahmen und -Szenenfolgen einspielte, nimmt im 'Operetten-verrückten' Ungarn nicht wunder, auch sang er für den Rundfunk etliche einzelne Gesangsstücke dieses Genres; auf 'YouTube' kann man ihn u. a. sehr schön mit dem Lied des Paris ('Au mont Ida, trois déesses se querellaient dans un bois') aus „Die schöne Helena“ und Achmeds Titellied aus Leo Falls „Die Rose von Stambul“ hören. Folgende Operetten-Gesamtaufnahmen - natürlich alle in ungarischer Sprache - konnte ich feststellen; die Namen der Dialogsprecher/-innen stehen in Klammern:


    „Das Dreimäderlhaus“ (Berté – Schubert): Franz Schubert – Robert Ilosfalvy / Franz von Schober, Dichter – György Melis / Johann Michael Vogl, Hofopernsänger – József Réti / Moritz von Schwind, Maler – Zsolt Bende / Leopold Kupelwieser, Zeichner – Endre Várhelyi / Christian Tschöll, Hofglasermeister – Oszkár Maleczky / Maria, seine Frau – Klára Palánkay / Ihre Töchter: Hannerl (Medi) – Margit László, Haiderl (Edi) – Ilona Hankiss, Hederl (Hedi) – Éva Andor / Lucia Grisi, Hofopernsängerin - Lili Neményi / Ferdinand Binder, Posthalter – László Külkey / Andreas Bruneder, Sattlermeister – Tibor Nádas / Graf Scharntorff, dänischer Gesandter – Andor Ajtay / Frau Brametzberger, Haushälterin – Nusi Somogyi / Novotny, Faktotum – Kamill Feleki / Ein Wirt – László Keleti / Seiber – Nándor Tomanek / Eine Konditorin – Eta Máté / Die 'Weberin', Nachbarin – Ila Verböczy / Schani, Piccolo – András Kern / Ein Kutscher – György Gonda / A Magyar Rádió és Televízió Kamarakórusa (Kammerchor des Ungarischen Rundfunks und Fernsehens) / A Magyar Állami Hangversenyzenekar (Das Ungarische Staatsorchester) / Dirigent: Sándor Fischer (MRT, 5. 1. 1963)


    „Orphée aux enfers“ ('Orpheus in der Unterwelt') (Offenbach): Orpheus – Alfonz Bartha (László Márkus) / Eurydike – Margit László (Hédi Varadi) / Pluto = Aristeus – József Réti (Flórian Kaló) / Die öffentliche Meinung – Zsuzsa Barlay (Magda Kohut) / Jupiter – György Melis (Imre Ráday) / Juno – Klári Tolnay / Cupido – Anita Szabó (Karola Csürös) / Venus – Olga Szönyi (Zsuzsa Gordon) / Diana – Karola Ágay (Katalin Gombos) / Minerva – Mária Dunszt / Merkur – László Külkey (István Velenczei) / Morpheus – Endre Pálffy / Mars – Endre Váhelyi (Zoltán Basilides) / Hans Styx – Oszkár Maleczky / A Magyar Rádió és Énekkara és Szimfonikus Zenekara (Der Chor und das Symphonie-Orchester des Ungarischen Rundfunks und Fernsehens) / Chorltg.: Cecilia Vajda / Dirigent: Tamás Blum (MRT, 20. 7. 1963).


    „Le chanson de Fortunio“ ('Fortunios Lied') (Offenbach): Maître Fortunio, Advokat und Notar – Oszkár Maleczky / Laurette, seine Frau – Erzsébet Házy / Babette, Köchin – Klára Palánkay / Valentin, Fortunios Sekretär – Robert Ilosfalvy / Friquet, Fortunios Patvarist - Árpád Kishegyi / Schreiber in der Kanzlei: Guillaume – József Réti, Landry – Béla Kövecses, Sylvain – László Külkey, Saturnin – Zsolt Bende / A Magyar Állami Hangversenyzenekar (Das Ungarische Staatsorchester) / Dirigent: Sándor Fischer (MRT, 22. 6. 1958). Die Dialogsprecher sind mir nicht bekannt. Jacques Offenbach schrieb 1861 diesen kleinen Einakter nach der Erzählung „Le chandelier“ ('Der Kerzenleuchter') von Alfred de Musset; André Messager verwendete die gleiche Vorlage für seine Opéra comique in vier Akten 1907. In der Produktion des Ungarischen Rundfunks von Offenbachs Operette ist – anders als im Original – Laurette die Tochter Fortunios. In der Uraufführung 1861 wurden die Kanzlei-Schreiber von Damen 'en travestie' gesungen!. ('Patvaristen' nannte man früher die Auszubildenen der Anwaltskanzleien.) Es gibt übrigens eine schöne Aufnahme des NDR vom Oktober 1959 mit – ich benutze die originalen Rollennamen - Sonja Schöner (Laurette), Ilse Hübener (Babette), Joseph Offenbach (Fortunio), Ferry Gruber (Friquet), Jürgen Förster (Guillaume), Willy Hofmann (Landry), Fritz Göllnitz (Sylvain) und Carl Bay (Saturnin); die Besonderheit ist hier, dass der Valentin von einer Sopranistin (Erna Maria Duske) verkörpert wird. Der Dirigent war Paul Burkhard. die Regie hatte Ulrich Erfurth und der Schauspieler Leonard Steckel bearbeitete das Werk für den Rundfunk und fungierte als Erzähler.


    „La belle Hélène“ ('Die schöne Helena') (Offenbach): Helena – Erzsébet Házy / Menelaus – György Melis / Paris – József Réti / Agamemnpn – László Palócz / Orestes – Zsolt Bende / Kalchas – Oszkár Maleczky / Achilles – Sándor Palcsó / Ajax I. - Árpád Kishegyi / Ajax II. - László Külkey / Bacchis – Valéria Koltay / Zwei Hetären: Parthenis – Éva Gombos und Leonea – Zsuzsa Erdész / A Magyar Rádió és Televízió Énekkara és Szimfonikus Zenekara (Der Chor und das Symphonie-Orchester des Ungarischen Rundfunks und Fernsehens) / Chorltg.: Cecilia Vajda / Dirigent: Tamás Bródy (Budapest, MRT, 20. 11. 1965). Für die gesprochenen Dialoge wurden Schauspieler eingesetzt.


    „La Grande-Duchesse de Gérolstein“ ('Die Großherzogin von Gerolstein') (Offenbach): Die Großherzogin – Erzsébet Házy / Fritz – József Réti (Zsigmond Fülöp) / Prinz Paul – Alfonz Bartha (János Körmendi) / Baron Puck – Árpád Kishegyi (László Csákányi) / Baron Grog – János Michels (László Ferencz) / General Bumm – György Melis / Nepomuk – János Pere (Iván Verebély) / Wanda – Marika Németh / Die Hofdamen: Olga – Valéria Koltay, Amélie – Zsuzsa Divéky (Gitta Hódy), Charlotte – Zsuzsa Erdész (Katalin Balogh), Iza – Nóra Svéd / Ein Kind - György Olasz / Ein Mädchen - Teréz Orczy / A Magyar Rádió és Televízió Énekkara / Chorltg.: Ferenc Sapszon / A Magyar Rádió és Televízió Szimfonikus Zenekara (Das Symphonie-Orchester des Ungarischen Rundfunks und Fernsehens) / Dirigent: Tamás Bródy (Budapest, MRT, 20. 11. 1968 und 19. 8. 1970). Die Aufnahme entstand in zwei Teilen: 1968 nahm man zuerst eine große Szenenfolge auf, 1970 komplettierte man die Einspielung mit den fehlenden Musiknummern und nahm den gesprochenen Dialog auf. Die Gesamtaufnahme dauert fast drei Stunden.


    „Trial by Jury“ ('Ein Schwurgerichtsverfahren') (Sullivan): Der Richter – György Melis / Die Klägerin – Margit László / Der Angeklagte – József Réti / Der Anwalt der Klägerin – Sándor Palcsó / Der Vorsitzende der Jury – Endre Várhelyi / Mitglieder der Jury: László Domahidy, Árpás Kishegyi, Tibor Nádas und László Külkey / A Magyar Rádió és Televízió Énekkara és Szimfonikus Zenekara (Der Chor und das Symphonie-Orchester des Ungarischen Rundfunks) / Chorltg.: Irma Bódy / Dirigent: Tamás Blúm (MRT, 14. 8. 1965). Diese 'überdrehte' – die Briten nennen das 'topsy-turvy' – musikalische Komödie in einem Akt steht am Anfang der Zusammenarbeit von W. S. Gilbert und Arthur Sullivan. Sie ist durchkomponiert und trägt den Untertitel 'A Novel and Entirely Original Dramatic Cantata'. Verhandelt wird ein Fall von gebrochenem Heiratsversprechen: am Ende bereinigt der Richter die Angelegenheit, indem er verkündet, die attraktive Klägerin selbst heiraten zu wollen. 1970 diente diese Aufnahme als Tonunterlage für einen ungarischen Fernsehfilm (Regie: András Szitányi) mit Schauspielern in den obengenannten Rollen. (Am 14. 6. 2003 wurde die Operette in einem Konzert des WDR mit Marina Edelhagen, Karl Fäth, Boris Leisenheimer, Henner Leyhe, Axel Mendrok und Kay Stiefermann, mit dem Bonner Kammerchor unter Leitung von Peter Henn und mit dem WDR Rundfunkorchester Köln dem Publikum präsentiert; der Dirigent war Helmuth Froschauer.)


    „The Mikado“ ('Der Mikado') (Sullivan): Der Mikado von Japan - Péter Kovács (László Mensáros) / Nanki-Puh, sein Sohn – József Réti ( Flórián Kaló) / Ko-Ko, Oberhofhenker von Titipu – Endre Várhelyi (György Bárdy) / Puh-Bah, Kollektivminister – Sándor Palcsó (László Csákányi) / Pish-Tush, ein mächtiger Höfling – László Palócs (József Szendrö) / Die Schwestern und Mündel Ko-Kos: Yum-Yum – Margit László (Hédi Várady), Pitti-Sing – Zsuzsa Barlay (Ilona Béres) und Piep-Bo – Gabriella Déry (Edit Domján) / Katisha, eine Hofdame – Erzsébet Komlossy (Márta Bakó) / A Magyar Rádió és Televízió Énekkara és Szimfonikus Zenekara (Der Chor und das Symphonie-Orchester des Ungarischen Rundfunks und Fernsehens) / Chorltg.: Irma Bódy / Dirigent: Tamas Breitner (Budapest, MRT, 27. 1. 1968).


    „Die schöne Galathée“ (von Suppé): Galathée – Margit László (Ági Mészáros) / Pygmalion – József Réti (Lajos Csaba Németh) / Ganymed – György Melis (Gábor Agárdy) / Mydas – Sándor Palczó (Deszö Garas) / A Magyar Rádió és Televízió Énekkara és Szimfonikus Zenekara (Der Chor und das Symphonie-Orchester des Ungarischen Rundfunks und Fernsehens) / Chorltg.: Ferenc Sapszon / Dirigent: György Lehel (Budapest, MRT, 7. 11. 1964). Die Aufnahme hat eine Dauer von 85 Minuten.


    „Boccaccio“ (von Suppé): Giovanni Boccaccio – Robert Ilosfalvy (Pál Somogyvári) / Pietro Prinz von Palermo – Zsolt Bende (Sándor Suka) / Scalza, Barbier – Oszkár Maleczky (Jenö Horváth) / Beatrice, seine Frau – Karola Ágay (Mariann Csernus) / Lotteringhi, Fassbinder – László Külkey (Sándor Pécsi) / Isabella, seine Frau – Judit Sándor (Ilona Kállai) / Lambertuccio, Gewürzkrämer – Árpád Kishegyi (János Rajz) / Peronella, seine Frau – Klára Palánkay (Mari Szemes) / Fiametta, beider Ziehtochter – Margit László (Éva Örkényi) / Leonetto, Student – József Réti (István Szatmári) / Der Majordomus – Sándor Palcsó (Zsolt Varga) / Cecco, Bettler – Tibor Nádas (Zoltán Basilides) / Ein Ausrufer – Endre Várhelyi / Der Herzog der Toscana – László Kemény / Tofano, Student – János Horkai / A Magyar Rádió és Televízió Énekkara és Szimfonikus Zenekara (Der Chor und das Symphonie-Orchester des Ungarischen Rundfunks und Fernsehens) / Chorltg.: Cecilia Vajda / Dirigent: Miklós Erdélyi (MRT, 24. 6. 1961). Die Gesamtdauer der Aufnahme beträgt drei Stunden, wovon zwei Stunden die reinen Musikpassagen betreffen.


    Ferner gibt es Szenenfolgen aus „Der Vogelhändler“ (Carl Zeller) mit József Réti als Stanislaus sowie Erzsébet Hazy, Magda Kálmár, Sándor Konya, Árpád Kishegyi und Endre Várhelyi - Dirigent: Tamás Bródy (MRT 1973) und „Das Dreimäderlhaus“ (Heinrich Berté): József Réti singt den Kammersänger Vogl neben Erzsébet Házy, Margit László, Valéria Koltay, Edina Pavlánszky, Robert Ilosfalvy, György Melis, Endre Pálffy und Pál Rissay unter der Leitung von Sándor Fischer (MRT 1959).



    Nun zur 'Geistlichen Musik':


    „Matthäus-Passion“ (Bach): Evangelist und Tenor-Arien – József Réti (Tenor), Jesus - György Melis (Bariton), Magd und Sopran-Arien – Margit László (Sopran), Alt-Arien – Zsuzsa Barlay (Alt), Diener - Boldizsár Keönch (Tenor), Pilatus und Bass-Arien - Endre Ütö (Bass) / A Fazekas Mihály Gyakorló Általámos Iskola Fiúkórusa (Der Knabenchor der 'Mihály Fazekas' Allgemeinen Schule Budapest) / Chorltg.: László Lukin / A Magyar Rádió és Televízízió Énekkara (Der Chor des Ungarischen Rundfunks und Fernsehens) / Chorltg.: Ferenc Sapszon / A Magyar Állami Hangversenyzenekar (Das Ungarische Staatsorchester) / Dirigent: János Ferencsik (Budapest, Erkel Szinház, 12. 6. 1972).


    „Budavári Te Deum“ (Kodály): Gabriella Déry (Sopran), Erzsébet Komlossy (Alt), József Réti (Tenor) und Kolos Supala (Bass) / Budapesti Kórus / A Magyar Állami Hangversenyzenekar (Das Ungarische Staatsorchester) / Dirigent: János Ferencsik (Budapest, Erkel Szinház, 19. 9. 1968).



    Der Auftritt József Rétis in Düsseldorf – siehe Beitrag Nr. 1 – war am 1. und 2. 2. 1973 in der Rheinhalle (heute Tonhalle) mit Carl Orffs „Catulli Carmina“. Ferner wirkten die amerikanische Sopranistin Meredith Zara (von der Deutschen Oper am Rhein) und der Chor des Städtischen Musikvereins Düsseldorf mit (Chorltg.: Hartmut Schmidt – übrigens der Vater des Baritons Andreas Schmidt); der damalige GMD Henryk Czyz dirigierte die Düsseldorfer Symphoniker. Leider habe ich keines der beiden Konzerte besucht und es gibt m. W. auch keinen Mitschnitt davon.


    Auf 'YouTube' kann man ein kurzes Interview des ungarischen Fernsehens MRT/M3 von 1968 mit József Réti sehen, in dem er Auskunft über seinen Werdegang gibt (u. a. erzählt er auch von dem Moskauer Gesangswettbewerb 1957, bei dem Tito Schipa und Elena Nicolai in der Jury saßen und Bela Rudenko und Dusan Popovic seine Mitbewerber waren) und mit Klavierbegleitung dann Rodolfos Arie aus Puccinis „La Bohème“ singt. Mit dieser Arie und dem Lamento des Federico aus Cileas „L'Arlesiana“ sowie Liedern aus der „Dichterliebe“ von Schumann hatte er in Moskau das Publikum und die Jury überzeugt. Es wäre schön, wenn einer der 'Taminos' dieses kurze Video (knapp 7 Minuten) hier posten könnte.


    Die Discographie zeigt, dass dieser Sänger in nahezu allen Musikstilen versiert war und auch keine Berührungsängste mit zeitgenössischen Kompositionen hatte; er war also ein Tenor, der u. a. auch Mozart sang...


    Zum Schluss eine Frage: Wenn ich früher jemandem das eigenartige Timbre der Stimme von József Réti beschreiben wollte, sagte ich, er klingt entfernt nach Jussi Björling. Heute höre ich da aber eine große Ähnlichkeit mit Joseph Calleja, vor allem in dessen letzten Aufnahmen, nachdem er sein früher doch sehr ausgeprägtes Vibrato etwas einebnen konnte. Täusche ich mich?


    Viele Grüße!


    Carlo

    Lieber Erich,


    ich bitte um etwas Geduld. Ich schreibe meine Discographien immer in der alphabetischen Reihenfolge der Komponistennamen; bei Kurt Wehofschitz folgen demnächst die Fernsehaufzeichnungen von Opern von Arthur Honegger, Kurt Anton Hueber, Jacques Ibert, Leos Janácek, Wolfgang Amadé Mozart, Maurice Ravel, Gerhard Wimberger und zum Schluss Ermanno Wolf-Ferrari mit seinem "Plätzchen".


    Carlo

    Der Tod von Christiane Eda-Pierre macht mich betroffen, zumal ich noch vor drei Wochen im 'Nightly Opera Stream' der Metropolitan Opera in New York ihre eindrucksvolle 'Gilda' in der "Rigoletto"-Aufführung vom 15. 12. 1981 - siehe Beitrag Nr. 15 - gesehen habe.


    Reposez en paix, chère Madame!


    P. S. Bei 'operalounge.de' gibt es ein aufschlussreiches, langes Interview mit Christiane Eda-Pierre von 2014.

    Da bin ich wieder!


    Nun beginne ich etwas verspätet mit der Auflistung von Fernseh-Produktionen, an denen Kurt Wehofschitz beteiligt war.



    „Versiegelt“ (Blech): Herr Braun, Bürgermeister – Horst Günter / Else, seine Tochter – Elisabeth Söderström / Frau Gertrud, eine junge Witwe – Irmgard Huber / Frau Willmers, ihre Nachbarin – Ursula Zollenkopf / Bertel, Sohn von Frau Willmers, Ratsschreiber – Kurt Wehofschitz / Herr Lampe, Ratsdiener – Sigmund Roth / Herr Knote, Nachbar – Karl Otto / Knotes Sohn – Hartwig Stuckmann / Ein Nachtwächter – Hans Ludwig Schmidt / Der Schützenkönig – Ernst Max Lühr / Der Chor des Norddeutschen Rundfunks / Chorltg.: Max Thurn / Das Hamburger Rundfunkorchester / Dirigent: Herbert Sandberg / Szenenbild: Karl Hermann Joksch / Regie: Herbert Junkers (Hamburg, Studio, Juni 1954, Dauer: 65 Minuten).


    Die Erstsendung dieser heiteren Oper (1908) nach Ernst Raupach war am 4. 7. 1954 in der ARD mit einer Wiederholung am 17. 9. 1954. Die Rolle des 'Bertel' wurde von Hans Joachim Rathmann dargestellt. Die Tonspur der Playback-Aufnahme ist bei 'Cantus Classics' auf CD erschienen. (Der Schwede Herbert Sandberg war der Schwiegersohn des Dirigenten und Komponisten Leo Blech.) An der Städtischen Oper Berlin gab es 1951 zu Blechs 80. Geburtstag eine Doppel-Inszenierung seiner Opern „Versiegelt“ (mit Lisa Otto, Traute Richter, Emmi Hagemann, Herbert Brauer, Helmut Krebs und Fritz Hoppe) und „Das war ich!“ (mit Elisabeth Grümmer, Alice Zimmermann, Emmi Hagemann, Sebastian Hauser und Herbert Brauer); der Jubilar stand selbst am Dirigentenpult.



    „Der Kardinal“ (Eder): Der Kardinal – Willi Wolff / Das Mädchen Teresa – Dorit Hanak / Der Junge – Richard van Vrooman / Der Botschafter – Max Lorenz / Der Chef – Kurt Wehofschitz / Der Butler – Kurt Dieman / Zwei Wächter – Ernst Princz und Rudy Brecht / Das Orchester der Wiener Volksoper / Dirigent: Kurt Wöss / Szenenbild: Robert Posik / Kostüme – Inge Brauner / Regie: Theodor Grädler (Wien, Fernsehstudio, 1962, Dauer: 60 Minuten).


    Hier handelt es sich um ein Auftragswerk des Österreichischen Fernsehens, das am 15. 6. 1962 im ORF erstgesendet wurde und auch in der ARD (SDR) am 1. 7. 1963 zu sehen war. (Die Sänger brachten ihre Partien ohne Playback.) Die Rolle des - in der Oper namenlosen - Kardinals ist an die Person des Wiener Bischofs Theodor Kardinal Innitzer (1875 – 1955) angelehnt, der anfangs den 'Anschluss' Österreichs an Hitler-Deutschland laut begrüßt hatte und damit in Konflikt mit dem Vatikan geriet, bald jedoch seinen Irrtum einsah und sich vor allem durch die Gründung einer 'Erzbischöflichen Hilfsstelle für nichtarische Katholiken' (also getaufte Juden) vielen Verfolgten des Regimes das Leben rettete. (Otto Premingers Film von 1963 trägt zwar den gleichen Titel wie die Oper und auch Kardinal Innitzer, gespielt von Josef Meinrad, hat darin eine Rolle, aber es ist eine vollkommen andere Handlung; die Oper konzentriert sich auf die Frage, wie ein Individuum in herausragender Position sich gegenüber einer menschenverachtenden politischen Macht verhalten soll.) Der sehr produktive Österreicher Helmut Eder (1916 – 2005), der u. a. sechs weitere Bühnenwerke schrieb, komponierte auf das Libretto von Ernst Brauner eine gut singbare einaktige Oper, die am 29. 6. 1965 am Linzer Landestheater auch auf der Bühne Wirkung machte.



    „Der Zerrissene“ (von Einem): Herr von Lips – Harald Serafin / Seine Freunde: Stifler – Peter Baillie, Sporner – Wolfgang Schellenberg, Wixer – Kurt Ruzicka / Gluthammer, ein Schlosser - Kurt Wehofschitz / Kathi, Putzmacherin, Herrn von Lips' Patenkind – Dorit Hanak / Madame Schleyer – Mirjana Irosch / Krautkopf, ein Pächter, Kathis Vetter – Ernst Gutstein / Der Justitiarius - Friedrich Nidetzky / Bedienstete des Herrn von Lips: Anton – Peter Drahosch, Josef – Hans Strohbauer, Christian – Jaroslav Stajnc / Zwei Knechte Krautkopfs: Karl Steffl und Hans Laurer / Der Chor und das Orchester der Wiener Volksoper / Chorltg.: Franz Gerstacker / Dirigent: Werner Mayer / Ausstattung: Ekkehard Grübler / Inszenierung: Hermann Kutscher / TV-Regie: Hermann Lanske (Wien, Volksoper, 1968). Eine Sendung des ORF vom 11. 6. 1968. Die österreichische Erstaufführung war am 22. 3. 1968 an der Wiener Volksoper in der obengenannten Besetzung; die TV-Aufzeichnung des ORF stammt vom April 1968. (Kurt Wehofschitz sang den Schlosser Gluthammer auch in einer Produktion des Bayerischen Rundfunks vom Januar 1967 – siehe Beitrag Nr. 38.)



    Demnächst folgen Opern von Arthur Honegger und Kurt Anton Hueber.


    Carlo

    Liebe 'József-Réti-Verehrer',


    hier ist der sechste Teil der Discographie:



    „Rip“ ('Rip van Winkle') (Planquette): Rip van Winkle, ein Siedler – György Melis (Imre Sinkovits) / Nelly, seine Frau – Zsuzsa Petress / Lowna, beider Tochter (als Kind) – Rita Nagy (Márti Lázár) / Lowna (20 Jahre später) – Zsuzsa Erdész (Katalin Gombos) / Derrick, der Bürgermeister - László Palócs (Ferenc Bessenyei) / Jack, sein Sohn (als Kind) – Józsi Szabó (Erzsébet Béres) / Jack (20 Jahre später) – József Réti (Tamás Fodor) / Jacinthe, Köchin – Éva Andor (Teri Földi) / Nick, Wirt – Sándor Palcsó (Gábor Agárdy) / Kate, eine junge Frau – Zsuzsa Barlay (Mari Szemes) / Ichabod, Arzt – Árpád Kishegyi (Ferenc B. Deák) / Die Erscheinung des Kapitäns Hudson – József Gregor / Ein Kapitän – József Képessy / Ein Ausrufer – András Rónaszéki / A Magyar Rádió és Televízió Énekkara és Szimfonikus Zenekara (Der Chor und das Symphonie-Orchester des Ungarischen Rundfunks und Fernsehens) / Chorltg.: Ferenc Sapszon / Dirigent: Tamás Breitner (MRT, 28. 12. 1968). (Die Namen der Schauspieler für die gesprochenen Dialoge – natürlich in ungarischer Sprache - stehen in Klammern.)


    Robert Planquette (1848 - 1903) schrieb seine Opéra-comique 1882 für das Londoner Comedy Theatre; 1884 wurde es in Paris vorgestellt (als „Rip-Rip“) und zehn Jahre später - ebenfalls in Paris - neu bearbeitet („Rip“). Die Geschichte von dem holländischstämmigen Bauern Rip van Winkle, der sich 1763 in den Bergen von Kaatskill (Staat New York) verirrt, zwanzig Jahre lang schläft und den amerikanischen Unabhängigkeitskrieg (1775 - 1783) verpasst hat, kennt in America jedes Kind; Washington Irving – von dem auch die Erzählung „Sleepy Hollow“ ('Die schläfrige Schlucht') stammt – schrieb sie 1818 in England. Die Librettisten Henri Meilhac und Philippe Gill erweiterten die Handlung mit einem verborgenen Schatz des sagenhaften Kapitäns Hudson, den Rip in einer Höhle findet; allerdings handelt es sich in der Neufassung von 1894 nur um einen Traum van Winkles, während er in der Originalversion tatsächlich zwanzig Jahre lang schläft. (Auf dem 'Père Lachaise' in Paris habe ich Robert Planquettes Grab gesehen, das mit Glöckchen zur Erinnerung an sein bekanntestes Werk „Les cloches de Corneville“ verziert ist.)



    „Le comte Ory“ ('Der Graf Ory') (Rossini): Graf Ory – József Réti / Isolier – Erzsébet Házy / Raimbaud – György Melis / Der Gouverneur – András Faragó / Gräfin Adèle – Mária Gyurkovics / Ragonde – Anna Németh / Alice – Magda Raskó / Ein Ritter – Lajos Somogyvári / A Magyar Állami Operaház Énekkara és Zenekara (Der Chor und das Orchester der Ungarischen Staatsoper) / Chorltg.: László Pless / Dirigent: Lamberto Gardelli (Budapest, Magyar Állami Operaház, 20. 3. 1960).



    „Guillaume Tell“ ('Wilhelm Tell') (Rossini): Wilhelm Tell – László Jambor / Hedwig – Anna Németh / Jemmy – Valéria Koltay / Melchthal – Sándor Reményi / Arnold – Robert Ilosfalvy / Walter Fürst – Sándor Mészáros / Gessler – György Losonczy / Mathilde – Gabriella Déry / Rudolf – József Göndöcs / Leuthold – Sándor Sébestyén / Ein Fischer – József Réti / Ein Jäger - Ottó Máhr / A Magyar Állami Operaház Énekkara és Zenekara (Der Chor und das Orchester der Ungarischen Staatsoper) / Chorltg.: László Pless / Dirigent: Lamberto Gardelli (Budapest, Magyar Állami Operaház, 28. 2. 1963)



    „Vérnász“ ('Bluthochzeit') (Szokolay): Die Mutter – Erzsébet Komlóssy / Der Bräutigam – Ferenc Szönyi / Die Nachbarin – Margit Szilvássy / Leonardo – András Faragó / Leonardos Frau – Judit Sándor / Leonardos Schwiegermutter – Anita Szabó / Die Braut – Erzsébet Házy / Eine Magd – Lilian Birkás / Der Vater der Braut – László Domahidy / Zwei Brautjungfern - Sári Gencsi und Éva Elek / Der Brautführer …. / Drei Holzhacker – Sándor Reményi, László Nagypál und Ervin Galsay / Der Mond – József Réti / Der Tod als Bettlerin – Klara Palánkay / A Magyar Rádió és Televízió Gyermekkara (Der Kinderchor des Ungarischen Rundfunks und Fernsehens) / Chorltg.: László Csányi / A Magyar Állami Operaház Énekkara és Zenekara (Der Chor und das Orchester der ungarischen Staatsoper) / Chorltg.: László Pless / Dirigent: András Kórodi (Budapest, Magyar Állami Operaház, 13. 1. 1967).


    Dieser Live-Mitschnitt des Ungarischen Rundfunks ist nicht identisch mit der international mehrfach ausgezeichneten Schallplattenaufnahme der 'Hungaroton' (LPX 1262/63 bzw. SLPX 1262/63) aus dem Jahre 1964; dort wird der 'Mond' beispielsweise von dem Tenor Sándor Palcsó gesungen und auch mehrere kleine Partien sind hier anders besetzt. „Vérnász“ - eine Oper in sieben Szenen von Sándor Szokolay (1931 - 2013) nach der bekannten Tragödie von Federico Garcia Lorca – gehört seit ihrer Budapester Uraufführung am 31. 10. 1964 zu den erfolgreichsten Werken neuerer Opernliteratur.



    „Solovei“ ('Die Nachtigall') (Stravinsky): Die Nachtigall – Jeanette Scovotti / Der Fischer – József Réti / Die Köchin – Hanna Schwarz / Der Kaiser von China – Antonio Boyer / Der Kanzler – Enrico Fissore / Der Bonze – Ivo Ingram / Der Tod – Silvana Mazzieri / Die japanischen Gesandten – Ezio Di Cesare, Marcello Munzi und Carlo Schreiber / Coro e Orchestra di Roma della Radiotelevisione Italiana / Chorltg.: Gianni Lazzari / Dirigent: Gabriele Ferro (Rom, L'auditorio della RAI, Sendung am 19. 5. 1973).



    „Euryanthe“ (Weber): König Ludwig VI. - Karl Ridderbusch / Adolar von Nevers – József Réti / Euryanthe von Savoyen – Ingrid Bjoner / Lysiart, Graf von Forest – András Faragó / Eglantine von Puiset – Maja Bazuky / Prazský filharmonický sbor (Tschechischer Sängerchor Prag) / Chorltg.: Josef Veselka / Die Wiener Symphoniker / Dirigent: Wolfgang Sawallisch / (Perugia, Teatro Morlacchi, 2. 10. 1969). Eine konzertante Aufführung im Rahmen der 'Sagra Musicale Umbra 1969'.



    Es muss aber noch wesentlich mehr Aufnahmen geben, denn die meistern Premieren der Ungarischen Staatsoper wurden im Rundfunk übertragen, z. B. mit József Réti (in Klammern das Datum der Radiosendung): „L'infedeltá delusa“ (Haydn / 5. 11. 1959), „L'elisir d'amore“ (Donizetti / 15. 5. 1964), „Martha“ (Flotow / 31. 1. 1965), „La Cenerentola“ (Rossini / 8. 12. 1965), „Rodelinda“ (Händel / 23. 4. 1970) und „Lucia di Lammermoor“ (Donizetti / 7. 6. 1970). Zu den von 'Caruso41' im Beitrag Nr. 1 genannten Partien - nach zahlreichen 'Comprimario'-Rollen in den ersten Jahren seiner Zugehörigkeit zum Ensemble der Ungarischen Staatsoper ab 1953 - kommen noch: Händels "Samson"; der Pylades und der Achill in den Gluck-Opern „Iphigénie en Tauride“ und „Iphigénie en Aulide“; der König László in "László Hunyadi" von Erkel; der Astrologe im „Goldenen Hahn“ von Rimski-Korsakov und in Orffs „Der Mond“ der Erzähler; ferner sang er den Eisenstein in der „Fledermaus“ und den Franz Schubert im „Dreimäderlhaus“ neben vielen weiteren Partien der zeitgenössischen Oper.


    Übrigens ist József Réti nicht mit dem lyrischen Tenor Csaba Réti (1936 – 2009) zu verwechseln, der hauptsächlich am Nationaltheater (Szegedi Nemzeti Szinház) der südungarischen Stadt Szeged engagiert war.


    Als letzter Beitrag folgt noch eine Aufstellung der Rundfunk-Aufnahmen von József Réti mit Operetten und geistlicher Musik.


    Carlo

    Hallo,


    nachstehend noch einige Schallplatten aus den Jahren 1969 bis 1972:

    Memories“: 'The world is mine tonight'* (George Posford; 1951) – 'There 's gonna be a party tonight'° (Film „Arrivederci, Roma“ / George Stoll; 1957) – 'M'appari tutto amor'+ („Martha“ / Friedrich von Flotow; 1950) – Parodien aus dem Film „Arrivederci, Roma“° (1957): 'Temptation' (Nacio Herb Brown), 'Jezebel' (Wayne Shanklin). 'Memories are made of this' (Richard Dehr, Terry Gilkyson und Frank Miller), 'When the saints go marching in' (Traditionell) – 'Come, dance with me'^ (Dick Leibert; 1956) – 'Make believe'* („Show Boat“ / Jerome Kern; 1951) – 'Torna a Surriento' (Film „Serenade“ mit Jakob Gimpel, Klavier / Ernesto De Curtis; 1955) – 'Core 'ngrato'+ (Salvatore Cardillo; 1949) – 'Fools rush in'* (Rube Bloom; 1952) – 'Do you wonder?'^ (Henry Hill; 1956) - 'Never till now' (Film „Raintree County' (Johnny Green; 1957) / A Chorus and Orchestra / Dirigenten: Ray Sinatra*, George Stoll°, Constantine Callinicos+ und Henri René^ (Hollywood 1949-1957 und Rom 1957) / 'RCA Victor' LM-3102(e) (1 LP, 1969). Das Lied aus dem Film „Raintree County“ ('Das Land des Regenbaums') wurde 1957 in Hollywood eingespielt; der Dirigent ist unbekannt. (Es handelt sich um Studio-Aufnahmen der 'RCA' und Rundfunk-Produktionen der 'NBC' bzw. 'CBS' sowie um den Soundtrack aus den Filmen „Serenade“ von 1955 und „Arrivederci, Roma“ von 1957,)


    Speak To Me Of Love“: 'Parlami d'amore, Mariù'* (Cesare Bixio) – 'Wanting you'* („The New Moon“ / Sigmund Romberg) – 'My destiny'° (Nicholas Brodszky) – 'When you're in love'* (Carl Fischer) – 'Ay-Ay-Ay'* (Osmán Perez Freire) – 'Serenade'° (Nicholas Brodszky) – 'Roses of Picardy'* (Hayden Wood) – 'Love in a home'+ („Li'l Abner“ / Gene De Paul) – 'Softly as in a morning sunrise'* („The New Moon“ / Sigmund Romberg) – 'I know, I know, I know'*# (Bronislaw Kaper) – 'Earthbound'+ (Jack Taylor und Clive Richardson) / An Orchestra / Dirigenten: Ray Sinatra*, Ray Heindorf° und Henri René+ (Hollywood, 1949, 1951, 1952 und 1956) 'RCA Victor' LM-3103(e) (1 LP, 1969). Alle Titel wurden schon zuvor auf anderen 'RCA'-Platten veröffentlicht. Die Aufnahmen mit Ray Sinatra stammen von 1949 (Film „That Midnight Kiss“#) und aus den 'Coca-Cola'-Sendungen von 1951/1952; die mit ° gekennzeichneten Titel dirigierte Ray Heindorf 1955 für den Film „Serenade“ von 'Warner Bros.' und die Aufnahmen mit Henri René und seinem Orchester entstanden 1956.


    Mario Lanza in His Greatest Hits from Operettas and Musicals“: „The Student Prince“ (Sigmund Romberg): Overhead the moon is beaming – Golden days – Drink, Drink, Drink – Just we two* – Gaudeamus igitur – Deep in my heart, dear* / „The Vagabond King“ (Rudolf Friml): Drinking song° – Love me tonight° – Only a rose – Song of the Vagabonds° / „The Desert Song“ (Sigmund Romberg): The desert song – One alone / „Naughty Marietta“ (Victor Herbert): I'm falling in love with someone – Tramp! Tramp! Tramp! - Ah! Sweet mystery of life / „The Firefly“ (Rudolf Friml): The donkey serenade – Giannina mia / „Rose Marie“ (Rudolf Friml): Rose Marie / „Show Boat“ (Jerome Kern): You are love – Make believe / „The New Moon“ (Sigmund Romberg): Softly as in a morning sunrise – Wanting you – Lover, come back to me / „Gräfin Mariza“ (Imre Kálmán): Play, Gypsies, dance, Gypsies / „Das Land des Lächelns“ (Franz Lehár): Yours is my heart alone / „The Fortune Teller“ (Victor Herbert): Slumber on, my little gypsy sweetheart / „Roberta“ (Jerome Kern): The touch of your hand – Yesterdays / „Orange Blossoms“ (Victor Herbert): A kiss in the dark / „Great Day“ (Vincent Youmans): Without a song / „Song of Norway“ (Robert Wright und George Forrest): Strange music / „The Boys from Syracuse“ (Richard Rodgers): Falling in love with love / „Kismet“ (Robert Wright und George Forrest): And this is my beloved / „Kiss me, Kate“ (Cole Porter): So in love / „South Pacific“ (Richard Rodgers): This nearly was mine / „Carousel“ (Richard Rodgers): You'll never walk alone / Norma Giusti* und Judith Raskin° (Sopran) / A Chorus and Orchestra / Dirigenten: Irving Aaronson, Paul Baron, Constantine Callinicos, Henri René und Ray Sinatra / 'RCA Victor' VCS-6192(e) (3 LPs, 1970). Die drei Schallplatten wurden 1971 in Großbritannien auch einzeln mit den Katalognummern LSB 4000, LSB 4001 und LSB 4002 veröffentlicht.


    Mario Lanza sings Opera's Greatest Hits“: „I pagliacci“ (Ruggero Leoncavallo): Un tal gioco, credetemi - Vesti la giubba / „Rigoletto“ (Giuseppe Verdi): Questa o quella – Parmi veder le lagrime – La donna è mobile / „Tosca“ (Giacomo Puccini): Recondita armonia – E lucevan le stelle / „L'elisir d'amore“ (Gaetano Donizetti): Una furtiva lagrima / „Aida“ (Giuseppe Verdi): Se quel guerrier io fossi... Celeste Aida / „La Bohème“ (Ruggero Leonvcavallo): Musette! O gioia della mia dimora... Testa adorata / „Andrea Chenier“ (Umberto Giordano): Un dì all'azzurro spazio guardai profondo – Come un bel dì di maggio / „La Bohème“: (Giacomo Puccini): Che gelida manina – O soave fanciulla° / „La Gioconda“ (Amilcare Ponchielli): Cielo e mar / „Il trovatore“ (Giuseppe Verdi): Di quella pira / „Carmen“ (Georges Bizet): La fleur que tu m'avais jetée / „L' Africaine“ (Giacomo Meyerbeer): Mi batte il cor... O paradiso / „Martha“ (Friedrich von Flotow): M'appari tutto amor / „La Traviata“ (Giuseppe Verdi): Libiamo ne' lieti calici^ / „Madama Butterfly“ (Giacomo Puccini): Stolta paura, l'amor^ / „Der Rosenkavalier“ (Richard Strauss): Di rigori armato il seno / „Turandot“ (Giacomo Puccini): Nessun dorma! / „Fedora“ (Umberto Giordano): Amor ti vieta di non mi amar / „Otello“ (Giuseppe Verdi): Dio ti giocondi, mio sposo* / Licia Albanese*, Jean Fenn° und Elaine Malbin^ (Sopran) / Jakob Gimpel (Klavier) / An Orchestra / Dirigenten: Constantine Callinicos, Ray Heindorf und Ray Sinatra / 'RCA Victor' VCS-7073(e) (2 LPs, 1971). Die beiden Platten erschienen 1972 auch in der BRD unter dem Titel „Mario Lanza – 25 Arien aus 19 Opern“ mit der Katalognummer RK 11529.


    Be My Love“: 'Be my love'° (Nicholas Brodszky; 1950) – 'The loveliest night of the year'* ('Sobre las olas' / Juventino Rosas - Irving Aaronson; 1951) – 'Because'* (Guy d'Hardelot; 1951) – If you were mine'* (Bob Merrill) – 'O sole mio'° (Ernesto Di Capua; 1949) – 'You are my love'* (Constantine Callinicos) – 'Marechiare'* (Paolo Tosti; 1951) – 'Overhead the moon is beaming'* („The Student Prince / Sigmund Romberg; 1953) - 'My song, my love'° (Malcolm Beelby; 1950) – 'Because you're mine'* (Nicholas Brodszky; 1952) – 'Serenade'+ (Nicholas Brodszky; 1955) – 'A kiss'° (Ray Sinatra; 1952) – 'Mattinata'° (Ruggero Leoncavallo; 1949) . 'One night of love'° (Victor Schertzinger; 1951) / A Chorus and Orchestra / Dirigenten: Constantine Callinicos*, Ray Sinatra° und Ray Heindorf+ (Hollywood, 1949-1955) / 'RCA Victor' LSC-3289(e) (1 LP, 1972). Diese Kompilation vereint sowohl Original-Aufnahmen der 'RCA' wie auch Rundfunksendungen der NBC ('Coke-Shows').


    Die bis zur Einführung der Compact Disc von 'RCA Victor' gehandhabte Praxis, die Aufnahmen des Sängers in immer wieder neuen Kombinationen (ohne Angaben der Aufnahmedaten!) zu veröffentlichen, macht es schwer, die Titel vor allem im Hinblick auf die stimmliche Disposition Mario Lanzas einzuordnen und zu bewerten. Bekanntlich gibt es von vielen einzelnen Gesangsnummern oft mehrere Aufnahmen (z. B. „Be my love“ als 'RCA'-Studioproduktion, als NBC-Rundfunksendung und als Aufnahme der 'MGM' für den Film „The Toast of New Orleans“), die sich nicht nur in der Interpretation des Sängers, im Orchester-Arrangement und der Begleitung durch verschiedene Dirigenten, sondern auch durch die verwendete Aufnahme-Apparatur und die Akustik des Tonstudios unterscheiden. Um den Sammler nicht noch mehr zu verwirren, werde ich keine weiteren Zusammenstellungen von Mario Lanzas Aufnahmen auf 'Vinyl' nennen. Auch die diversen CDs, die nach Ablauf der Schutzfristen bei anderen Firmen erschienen, lasse ich außen vor, da oft wichtige Angaben – vor allem über die Herkunft der Tonquellen - fehlen. Lediglich einige Original-CDs von 'RCA' aus meinem Besitz werde ich demnächst noch auflisten.


    Carlo

    Lieber Rüdiger,


    Danke für die Korrektur! Da spukte mir wohl der 'gefesselte' Prometheus von Aischylos zu sehr im Kopf herum oder ich war durch die Lithographie von Honoré Daumier auf dem Schallplattencover abgelenkt. Um das Hören der von Dir eingestellten 'YouTube'-Aufnahme zu erleichtern, gebe ich nachstehend eine Übersicht der Musiknummern der "Prometheus"-Kantate von Franz Liszt auf der Grundlage der 'Hungaroton'-Schallplatte SLPX 11604 von 1972; leider wurden die Gesangstexte der Platte nicht beigegeben.


    Der Ort der 'Handlung' ist eine öde und wilde Gegend, wo ein Adler dem an einen Fels geketteten Titan Prometheus die (stets nachwachsende) Leber zerfleischt als Strafe, weil er den Göttern das Feuer stahl und es den Menschen brachte. (Herkules befreit ihn schließlich und Zeus nimmt ihn wieder in den Olymp auf.) In Herders Dichtung reagieren verschiedene mythologische und menschliche Wesen auf die Tat und die Qualen des Helden; den einzelnen Chorsätzen ist jeweils ein gesprochener 'Prolog' vorangesetzt.


    1. Orchester-Introduktion – Chor der Okeaniden (Frauenchor): Die Okeaniden, die Töchter des Gottes Okeanus, verfluchen Prometheus, weil die Menschen durch seine Schuld die ewige Ruhe des Meeres zerstörten;
    2. Chor der Tritonen (Gemischter Chor mit Sopransolo): Die Tritonen (Meeresgötter) verherrlichen den Helden;
    3. Chor der Dryaden (Frauenchor mit Altsolo): ein Klagelied der Dryaden (Baumgötter);
    4. Chor der Schnitter (Gemischter Chor);
    5. Chor der Winzer (Männerchor mit vier Solo-Männerstimmen);
    6. Chor der Unterirdischen (Männerchor): Die Seelen der Unterwelt kommen aus der Finsternis empor ans Licht - siehe unten;
    7. Melodram – Chor der Unsichtbaren (Männerchor mit vier Solo-Männerstimmen): Die Göttin Themis wird angefleht, die die Armen erhöht und die Hoffärtigen stürzt;.
    8. Chor der Musen (Gemischter Chor und alle Solisten): Die Musen besingen das Heil des Helden und der ganzen Menschheit.


    Was mich stutzig machte, ist die Länge des 'YouTube'-Postings, denn 'meine' Schallplatte hat eine Spieldauer von 46,07 Minuten. Des Rätsels Lösung: sämtliche von Adolf Peter Hoffmann – damals Mitglied des 'Deutschen Theaters' in der Berliner Friedrich-Wilhelm-Stadt - gesprochenen 'Prologe' und der kurze Chor Nr. 6 (mit einer eindrucksvollen Orchester-Einleitung) wurden herausgeschnitten! (Die CD von 'Hungaroton' - HCD 32318 - mit einer Gesamtdauer von 78,02 Minuten, die das Werk mit Liszts „Szekszárd mise“ koppelt, bringt den „Prometheus“ komplett.)


    Viele Grüße!


    Carlo

    Hallo,



    in einem alten amerikanischen Schallplatten-Katalog fand ich noch die folgenden Aufnahmen:



    „La Circe ossia L'isola incantata“ ('Circe oder Die verwunschene Insel') (Haydn): 'Son due ore che giro' / József Réti (Tenor) / A Magyar Állami Hangversenyzenekara (Das Ungarische Staatsorchester) / Dirigent: Ervin Lukácz / 'Qualiton' LPM 1561 (1 EP, Ungarn 1960). Diese 'Einlagearie des Pedrillo' schrieb Joseph Haydn für eine Aufführung des Opern-Pasticcios von Pasquale Anfossi und Johann Gottlieb Naumann in Esterháza 1789. Die kleine Platte (17 cm) enthält auch noch Haydns 'Einlagearie der Nannina' ('Quando la rosa') zu Anfossis „La Metilde ritrovata“ ('Die wiedergefundene Metilde') aus dem Jahre 1779; sie wird von Margit László gesungen, begleitet vom Ungarischen Staatsorchester unter Ervin Lukácz.



    „Otello“ (Verdi): Otello – József Simándy / Desdemona – Stefánia Moldován / Jago – György Radnai / Cassio – József Réti / Rodrigo – Béla Kövecses / Montano – Tibor Nádas / A Magyar Rádió és Televízió Énekkara és Szimfonikus Zenekara (Der Chor und das Symphonie-Orchester des Ungarischen Rundfunks und Fernsehens) / Dirigent: György Lehel / 'Qualiton' LPX 1060 (mono) (1 LP, Ungarn 1960). Ein Opern-Querschnitt in ungarischer Sprache, vermutlich auch in stereo veröffentlicht.



    Nun zu den Rundfunk-Aufnahmen mit József Réti (alle in ungarischer Sprache): die Daten beziehen sich auf die entsprechenden Sendungen, nicht auf das Datum der Aufführung bzw. Aufnahme. Merkwürdigerweise habe ich außer einer Aufnahme des Ungarischen Rundfunks (MR bzw. MRT) von 1963 mit dem Terzett 'Ich bin die erste Sängerin' aus Mozarts „Der Schauspieldirektor“ - mit Karola Ágay als Madame Herz, Margit László als Mademoiselle Silberklang und József Réti als Monsieur Vogelsang; Dirigent: Miklós Erdelyi – kein weiteres Tondokument des 'Mozart-Tenors' József Réti finden können.



    „Il matrimonio segreto“ (Cimarosa): Don Geronimo – Oszkár Maleczky / Carolina – Margit László / Elisetta – Karola Ágay / Fidalma – Judit Sándor / Paolino – József Réti / Conte Robinson – György Melis / A Magyar Állami Operaház Zenekara (Das Orchester der Ungarischen Staatsoper) / Dirigent: Gyula Borbély (Budapest, MRT, 20. 1. 1963).



    „La Fille du régiment“ ('Die Regimentstochter) (Donizetti): Marie – Margit László / Tonio – József Réti / Sulpice – Endre Várhelyi / Die Marquise von Berkenfield – Márta Szirmay / Hortensius – Sándor Sólyom-Nagy / Die Herzogin von Crakentorp – Teri Náray / Ein Notar – János Horkai / Ein Korporal – Péter Janosi / Ein Bauer - Kálmán Szabó / A Magyar Állami Rádió és Televízió Énekkara és Szimfonikus Zenekara (Der Chor und das Symphonie-Orchester des Ungarischen Rundfunks und Fernsehens) / Chorltg.: Ferenc Sapszon / Dirigent: Ervin Lukács (Budapest, MRT, 25. 12. 1969).



    „Rita ou Le mari battu“ ('Rita oder Der geprügelte Ehemann') (Donizetti): Rita – Karola Ágay / Beppe – József Réti / Gasparo – József Dene / A Magyar Rádió és Televízió Szimfonikus Zenekara (Das Symphonie-Orchester des Ungarischen Rundfunks und Fernsehens) / Dirigent: Tamás Blum (Budapest, MRT, 24. 8. 1965).



    „Bánk bán“ ('Bánus Bánk') (Erkel): Endre II., König von Ungarn – Sándor Sebestyén / Gertrud, seine Gemahlin – Erzsébet Komlóssy / Otto, Herzog von Meran – József Réti / Bánk bán, Palatin von Ungarn – József Simándy / Melinda, seine Gemahlin – Karola Ágay / Petur bán, Obergespan von Bihar – András Faragó / Biberach, ein fahrender deutscher Ritter – László Palócz / Tiborc, ein Bauer – György Melis / Der Haushofmeister - Imre Jóky / Ein Offizier – Ervin Galsay / A Magyar Állami Operaház Énekkara és Zenekara (Der Chor und das Orchester der Ungarischen Staatsoper) / Chorltg.: Amadé Németh / Dirigent: János Ferencsik (Budapest, MRT, 10. 5. 1969). Im Anschluss an diese Aufführungsserie der Ungarischen Staatsoper im Erkel-Theater in Budapest – in der Fassung Nándor Rékais von 1940 - wurde das Werk in nahezu gleicher Besetzung für die Schallplatte aufgenommen; dort wird der König von Sándor Nagy gesungen, der sich später Sándor Sólyom-Nagy nannte, unter diesem Namen international bekannt wurde und auch mehrere Jahre bei den Bayreuther Festspielen mitwirkte. (Zur 'Hungaroton'-Aufnahme – siehe Beitrag Nr. 8).



    „Lüzisztraté“ (Lysistrata) (Petrovics): Lüzisztraté – Erzsébet Házy / Nöi karvezetö (Chorführerin) – Karola Ágay / Férfi karvezetö (Chorführer) – József Réti / A Magyar Állami Operaház Enek- és Zenekara (Der Chor und das Orchester der Ungarischen Staatsoper) / Chorltg.: Ferenc Nagy / Dirigent: Miklos Erdelyi (Budapest, MRT, 3. 11. 1971). Diese 'Koncert-vigopera' ('Heitere Konzertoper') von Emil Petrovics – nach der berühmten Komödie des Aristophanes - wurde am 1. 7. 1962 im Ungarischen Rundfunk uraufgeführt mit Margit László, Judit Sándor und József Réti. Die Ungarische Staatsoper inszenierte das nur 45 Minuten dauernde Werk als 'Ballett-Oper'. (Es gibt auch eine Schallplattenaufnahme von 1977 bei 'Hungaroton' – SLPX 11810 - mit Veronika Kincses als Lysistrata und mit Magda Kalmár und Sándor Palcsó als Chorführern; der Dirigent ist György Lehel.)



    „A kerök“ ('Der Antrag') (Polgar): Kálmán Baltafy, Vermieter – Mihály Székely / Mali, die Tochter – Mária Gyurkovics / Lidi und Károly, die Adoptiveltern – Lilian Birkás und György Melis / Gyuri, ein Student – Miklós Szabó / Baron Agenor Szilházy, ein Freier – Endre Rösler / Tóbiás Jakob Perföldy, ein anderer Freier – Oszkár Maleczky / Margit, eine alte Jungfer – Anna Németh / Ferenc, ein alter Bediensteter – Lajos Katona / Wilhelm, Bediensteter auf dem Gut Szélháza – József Réti / Tódor, Bediensteter im Hause Perföldy – Endre Várhelyi / Zsigmond Facsary, ein Wucherer – Gyula Angyal Nagy / Ein Koch – László Eszláry / Eine Köchin – Teréz Ádám / A Magyar Állami Rádió Énekkara és Szimfonikus Zenekara (Der Chor und das Symphonie-Orchester des Ungarischen Rundfunks) / Chorltg.: Árpád Darázs / Dirigent: János Ferencsik / Die Handlung wird von einer Sprecherin (Zsuzsa Gyurkovics) erzählt. (Budapest, MR, 14. 3. 1954). Die heitere Oper in drei Akten von Károly Kisfaludy nach einer Erzählung von Katalin Kótzián wurde am 11. 5. 1955 im Budapester Erkel-Theater erstmalig auf einer Bühne gezeigt. (Es geht darin um eine junge Frau, die gleich von drei Männern umworben wird und sich dann für den ärmsten von Ihnen, einen Studenten, entscheidet.)


    Tibor Polgár (geboren 1907 in Budapest) ist in seinem Geburtsland vor allem durch seine Filmmusik zu fast fünfzig ungarischen Spiel- und Dokumentarfilmen bekannt geworden. Dabei war er – ein Schüler von Zoltán Kodály – in erster Linie 'klassischer' Komponist, Pianist und Dirigent, z. B. als musikalischer Leiter der Philharmonia Hungarica in Marl (NRW) von 1962 bis 1964, und seit seiner Übersiedlung 1965 nach Toronto (Canada) für mehrere Jahre Leiter der Opernklasse der dortigen Universität und Kompositionslehrer am 'Royal Conservatory of Music' in Toronto, wo er 1993 starb.



    In ein paar Tagen geht es mit József Rétis Opern-Aufnahmen weiter.



    Carlo

    Liebe Melomanen,


    im fünften Teil der 'József Réti-Discographie' nenne ich einige Recitals und Kompilationen in der Reihenfolge ihrer Veröffentlichung.


    „Guten Abend, gut' Nacht“ ('Wiegenlied' / Johannes Brahms) / „Leise flehen meine Lieder“ ('Ständchen' / Franz Schubert) / Pál Arató (Klavier) / 'Qualiton' LM 109 (mono) (1 EP, Ungarn 1960). Vermutlich die früheste Solo-Aufnahme József Rétis, der die Lieder in ungarischer Sprache singt.


    „L'Arlesiana“ (Francesco Cilea): È la solita storia del pastore / „La Bohème“ (Giacomo Puccini): Che gelida manina (beide mit Erzsébet Dènes, Klavier) / „Die Faschingshochzeit“ (Ede Poldini): 'Brautlied' des Schülers Kálmán / „Primavera“ (Ernesto Tagliaferri) / „Funiculí – Funiculà“ (Luigi Denza) (alle drei mit dem Franz Lehár Orchester Budapest – Dirigent: György Mészaros) / 'Melodiia' D 003372/73 (UdSSR, 1961, 25 cm, mono). Interessant ist die - ungarisch gesungene - Arie aus der heiteren Oper „Die Faschingshochzeit“ (1924) von Ede Poldini (1869 - 1957), einem ungarischen Komponisten, der die längste Zeit seines Lebens in der Schweiz lebte und dort auch starb. (Bei der deutschen Erstaufführung seiner Oper „Der Vagabund und die Prinzessin“ sangen 1916 in Dresden u. a. Minnie Nast und Richard Tauber unter der Leitung von Fritz Reiner.)


    Kompilation „Zene Mindenkinék: Bach és Händel“ ('Musik für alle: Bach und Händel“) / „Serse“ (Händel): 'Szép hársfalomb' / A Magyar Állami Hangversenyzenekara (Das Ungarische Staatsorchester) / Dirigent: Frigyes Sándor / 'Hungaroton' HLX 90013 (stereo) (1 LP, Ungarn 1970). Die 'Sammelplatte' enthält außerdem die 'Kreuzstabkantate' von Johann Sebastian Bach (von einer Altistin – Magda Tiszay – gesungen, ebenfalls begleitet vom Ungarischen Staatsorchester unter Frigyes Sándor) sowie Werke von Georg Friedrich Händel: die Ouvertüre zur Oper „Atalanta“, Chöre aus „Samson“, „Judas Makkabäus“ und „Der Messias“ sowie das Larghetto aus dem „Concerto grosso, op. 6, Nr. 6“. (József Réti singt das 'Largo' auf ungarisch.)


    Kompilation „Népszerü Dalok“ ('Berühmte Lieder'): „Adelaide“, op. 46 (Ludwig van Beethoven) / „Leise flehen meine Lieder“ (Zyklus 'Schwanengesang' D 967) (Franz Schubert) / „Szerelmi álmok“ ('Liebestraum Nr. 3') (Franz Liszt) / György Miklós (Klavier) / 'Hungaroton' SLPX 11560 (stereo) (1 LP, Ungarn 1971). Außer diesen drei Liedern mit József Réti sind noch Aufnahmen mit der Sopranistin Margit László (Mozart, Schubert und Mendelssohn-Bartholdy), der Altistin Márta Szirmay (Bach, Schumann, Brahms und Kodály), dem Bariton György Melis (Schubert, Schumann und Liszt) und dem Bassisten Kolos Kovats (Mussorgski) zu hören. Die Pianisten sind Zsuzsa Eöry und György Miklós; alle Lieder werden in ungarischer Sprache gesungen.


    „Magyar elöadómüvészek - Réti József“ ('Ungarische Künstler' – József Réti):

    „Sadko“° (Nikolai Rimski-Korsakov): Ne shest almazov v kammenikh peshcherakh ('Lied des indischen Kaufmanns') /

    „Don Giovanni“^ (Wolfgang Amadé Mozart): 'Dalla sua pace la mia dipende' /

    „Mignon“+ (Ambroise Thomas): 'Adieu, Mignon, courage! Ne pleure pas' /

    „La secchia rapita“° (Antonio Salieri) ('Der geraubte Eimer'): Arie des Manfredi /

    „Falstaff“* (Giuseppe Verdi): 'Dal labbro il canto estasiato vola' (mit Karola Ágay) / „Orlando Paladino“* (Joseph Haydn): 'Ecco spiano, ecco il mio trillo' /

    „Werther“* (Jules Massenet): 'Pourquoi me réveiller? /

    „La Favorite“* (Gaetano Donizetti): 'Ange si pur, que dans un songe j'ai cru trouver' / „Martha“* (Friedrich von Flotow): 'Ach, so fromm, ach, so traut' /

    „Der Rosenkavalier“* (Richard Strauss): 'Di rigori armato il seno' /

    „Il Signor Bruschino“* (Gioachino Rossini): 'Ah, diletta Sofia! Florvil, mio bene!... Quant'é dolce a un'alma amante' (mit Margit László) /

    „Manon Lescaut“* (Giacomo Puccini): 'Ah, non v'avvicinate!... Guardate! Come io piango ed imploro' (mit Péter Kovács) /

    „Iphigénie en Aulide“* (Christoph Willibald Gluck): 'Cruelle, non jamais votre insensible coeur' – 'Calchas, d'un trait mortel percé' /

    „La fille du régiment“* (Gaetano Donizetti): 'Quoi! Vous m'aimez?' (mit Margit László) – 'Ah! Mes amis, quel jour de fête!' (mit Péter Jánosi) – 'Pour me rapprocher de Marie' /

    A Magyar Rádíó és Televízió Szimfónikus Zenekara* (Das Symphonie-Orchester des Ungarischen Rundfunks und Fernsehens) /

    A Magyar Állami Hangversenyzenekara° (Das Ungarische Staatsorchester) /

    A Magyar Állami Operaház Zenekara^ (Das Orchester der Ungarischen Staatsoper) /

    Budapesti MÁV Szimfonikus Zenekar+ (Das Symphonie-Orchester der Ungarischen Staatseisenbahnen) /

    Dirigenten: Tibor Polgár („Sadko“), Miklós Erdelyi („Don Giovanni“, „Il Signor Bruschino“), Pál Varga („Mignon“), Lamberto Gardelli („Falstaff“), Tamás Pál („Manon Lescaut“), András Kórodi („Iphigenoie en Aulide“) und Ervin Lukács („La secchia rapita“, „Orlando Paladino“, „Werther“, „La Favorite“, „Martha“, „Der Rosenkavalier“).

    'Hungaroton' LPX 12598 (mono) (1 LP, Ungarn 1983). Diese Portrait-Platte (mit z. T. vorher nicht veröffentlichten Rundfunk-Aufnahmen) erschien zum 10. Todestag von József Réti; alle Titel außer der Arie des Sängers aus dem „Rosenkavalier“ werden in ungarischer Sprache interpretiert.


    Kompilation „Tíz Tenor – Tizenöt Ária“ ('Zehn Tenöre – Fünfzehn Arien') / „Don Giovanni“ Wolfgang Amadé Mozart): 'Dalla sua pace la mia dipende' - „Die Zauberflöte“ (Mozart): 'Dies Bildnis ist bezaubernd schön' / A Magyar Állami Operaház Zenekara / Dirigent: Miklós Erdélyi / 'Hungaroton' LPX 12904 (mono) (1 LP, Ungarn 1988). Die Arie des Don Ottavio wurde 1960 aufgenommen - die Arie des Tamino stammt aus dem Querschnitt von 1971 (siehe Beitrag Nr. 8); beide Arien werden von József Réti ungarisch gesungen. (Ferner sind auf dieser Platte Aufnahmen folgender Tenöre zu hören: Alfonz Bartha, Dénes Gulyás, Robert Ilosfalvy, József Joviczky, János B. Nagy, Kálmán Pataky, József Simándy, Tibor Udvardy und Zoltán Závodszky. Robert Ilosfalvy und János B. Nagy habe ich während ihrer Zeit am Kölner Openhaus bzw. an der Deutschen Oper am Rhein mehrfach live gehört.)


    Kompilation „Wie stark ist nicht dein Zauberton“ / „Johannes Passion“ BWV 245 (Johann Sebastian Bach): Arie Nr. 19 'Ach, mein Sinn, wo willst du endlich hin' – Arie Nr. 32 'Erwäge, wie sein blutgefärbter Rücken' / Kantate „Komm, du süße Todesstunde“ BWV 161 (Johann Sebastian Bach): Rezitativ und Arie 'Welt, deine Lust ist Last... Mein Verlangen ist, den Heiland zu umfangen' / Oratorium „Juditha triumphans devicta Holofernis barbarie“ (Antonio Vivaldi): Drei Arien des Vagaus - 'Domine mi... Matrona inimica te quaerit ad arma' (mit Zsolt Bende, Bariton) – 'O servi volate, et Domino meo vos mensas parate' – 'In tentorio pallet incerta lux... Armatae face et anguibus a caeco regno squallido' / „Die Entführung aus dem Serail“ (Wolfgang Amadé Mozart): Arie des Belmonte 'Hier soll ich dich denn sehen' / „Le nozze di Figaro“ (Mozart): Arie des Don Basilio 'In quegl'anni, in cui val poco' / „Cosi fan tutte“ (Mozart): Rezitativ und Arie des Ferrando 'In qual fiero contrasto... Tradito, schernito!' / „Die Zauberflöte“ (Mozart): Arie des Tamino 'Wie stark ist nicht dein Zauberton' / Weihnachtslied 'O heilige Nacht, o herrliche Pracht' (Franz Liszt) / Der 23. Psalm 'Mein Gott, der ist mein Herr' (Franz Liszt) / Diverse Orchester und Dirigenten (siehe die einzelnen Einträge zu den Komponisten bzw. Werken in den Beiträgen Nrn. 8, 11, 12 und 16) 'Hungaroton' HCD 12891 (1 CD, Ungarn 1989).


    In einem weiteren Beitrag folgen noch Live-Aufnahmen mit József Réti.


    Carlo

    Der vierte Teil der Discographie mit dem Konzertrepertoire József Rétis beinhaltet folgende Werke:



    „Konzertarien“ (Mozart): „Misero! O sogno, o son desto?... Aura, che intorno spiri“ (KV 431) - „Per pietà, non ricercate“ (Einlagearie zu Pasquale Anfossis 'Il curio indiscreto', KV 420) - „Si mostra la sorte propizia all' amante“ (Einlagearie zu einer unbekannten Oper, KV 209) - „Se al labbro mio non credi“ (Einlagearie zu Johann Adolf Hasses 'Artaserse', KV 295) - „Con ossequio, con rispetto“ (Einlagearie zu Nicola Piccinnis 'L'Astratto ovvero Il giocattore fortunato, KV 210) / A Budapesti Filharmóniai Társaság Zenekara (Die Budapester Philharmoniker) / Dirigent: Antal Jancsovics / 'Hungaroton' SLPX 11485 (stereo) (1 LP, Ungarn 1970). Diese fünf Arien wurden zusammen mit sechs Opernarien aus dem Recital SLPX 11486 auf einer CD von 'Hungaroton' veröffentlicht – siehe die Beiträge Nrn. 13 und 14. (Auch diese Platte habe ich in der Version des französischen Labels 'Danube' (UD 11485), das zu 'harmonia mundi' gehört.)



    „Jónás könyve“ ('Das Buch Jona') (Petrovics): Der Prophet Jona – József Réti (Tenor) / Der Steuermann – László Palócz (Bariton) / Die Stimme des Herrn – Sándor Palcsó (Tenor) und Endre Ütö (Bass) / Budapesti Kórus / Chorltg.: Miklós Forrai / A Magyar Állami Hangversenyzenekara (Das Ungarische Staatsorchester) / Dirigent: Miklós Erdelyi / 'Hungaroton' SLPX 11420 (1 LP, Ungarn 1969). Dieses Oratorium in vier Teilen und einem Epilog von Emil Petrovics (nach einer Verserzählung von Mihály Babits aus dem Jahre 1940) wurde 1966 in Budapest uraufgeführt, die genannte Aufnahme entstand im Februar 1969 im Studio des Ungarischen Rundfunks.



    „Júlia énekek“ ('Julia-Lieder') (Sárközi): József Réti (Tenor) / A Magyar Rádió és Televízió Énekkara (Der Chor des Ungarischen Rundfunks) / Attila Lajos und Janos Kovalcsik (Flöte) / Hédi Lubik (Harfe) / János Sebestyén (Cembalo) / Dirigent: Zoltán Vásárhelyi / 'Hungaroton' LPX 1089 (mono) (1 LP, Ungarn 1960, gekoppelt mit „Drei Chorwerken, op. 112“ von Franz Schubert und „Drei Romanzen für Frauenchor mit Klavierbegleitung“ - 'Jäger Wohlgemut'; 'Rosmarien'; 'Die Tamburinschlägerin' - von Robert Schumann). Eine zweite Ausgabe auf 'Hungaroton' LPX 11371 (1968) koppelt diese Aufnahme der „Julia-Lieder“ mit Sárközis 'Rappresentazione profana' „Aki szegény“ ('Der, der arm ist') von 1967 mit Erika Sziklay (Sopran), dem Budapester Chor und dem Ungarischen Staatsorchester unter András Koródi. (Bei den „Julia-Liedern“ handelt es sich um eine 'Lyrische Kammerkantate in sieben Sätzen' nach Gedichten von Bálint Balassa, komponiert von István Sárközy – er lebte von 1920 bis 2002 - im Jahre 1958.)



    „Spanisches Liederspiel, op. 74“ (Schumann): Margit László (Sopran), József Réti (Tenor), Zsolt Bende (Bariton) / A Magyar Rádió és Televízió Énekkara (Der Chor des Ungarischen Rundfunks und Fernsehens) / Chorltg.: Imre Csenki / István Antal (Klavier) / Dirigent: Zoltán Vásárhelyi / 'Hungaroton' LPX 1236 (mono) und SLPX 1236 (stereo) (1 LP, Ungarn 1965). Robert Schumanns „Liederspiel“ wird gekoppelt mit Werken von Franz Schubert: „Mirjams Siegesgesang, op. 136“ mit Gabriella Déry (Sopran), dem Chor des Ungarischen Rundfunks und Fernsehens und mit István Antal am Klavier sowie „Drei Chorwerke, op. 112“ - 'Gott im Ungewitter'; 'Gott der Weltschöpfer'; 'Hymne an den Unendlichen' – ebenfalls mit dem Chor des Ungarischen Rundfunks und Fernsehens und mit dem Pianisten István Antal. Die Gesamtleitung hat Zoltan Vásáhelyi; alle Werke werden in deutscher Sprache gesungen.



    „Musikalisch-Türkischer Eulenspiegel“ (Speer): Testo – József Réti (Tenor), Lompin – Zsolt Bende (Bariton), Sultan und Wesir – Attila Fülöp (Tenor) / A Zenemüvészeti Föiskola Kamarakórusa (Der Kammerchor der 'Ferenc Liszt Musikakademie', Budapest) / Chorltg.: István Párkay / Das Orchester 'Musica Antiqua', Wien / Dirigent: Bernhard Klebel / 'Hungaroton' SLPX 11521 (stereo) (1 LP, Ungarn 1971). Eigentlich müsste man einen seitenlangen Aufsatz über den deutschen Dichter und Komponisten Daniel Speer (1636 – 1707) schreiben, den man mit Fug und Recht Hans Jakob Christoffel von Grimmelshausen an die Seite stellen kann, der mit den beiden Schelmenromanen „Der abentheuerliche Simplicissimus teutsch“ und „Die Lebensbeschreibung der Ertzbetrügerin und Landstörtzerin Courasche“ zwei unsterbliche frühe Meisterwerke der deutschen Literatur schuf. (Speer schilderte seinen abenteuerlicher Lebensweg ebenfalls in Romanform als „Ungarischer oder Dacianischer Simplicissimus“.)


    Von den zwölf 'Kapiteln' des „Eulenspiegels“ aus dem Jahre 1688 - in denen sich Quodlibets mit Tänzen und Balletten abwechseln - wurden für diese Schallplatte nur vier eingespielt, die mit einer Dauer von 45 Minuten lediglich ein Drittel des kompletten Werks ausmachen. Ein Erzähler (Testo) stellt den Helden Lompin vor und schildert, wie der es anstellt, in das Lager des türkischen Sultans zu gelangen und seinen adeligen Herrn namens Cergely zu befreien. (Dankenswerterweise hat 'Hungaroton' auch die heiter-besinnlichen, leicht überdrehten Gesangsverse der Platte beigelegt; eine CD-Ausgabe gibt es m. W. bisher nicht.) Ursprünglich schrieb Speer seinen 'Musikroman' für nur eine Tenorstimme mit Continuobegleitung und je zwei Violinen und zwei Bratschen; Bernhard Klebel erweiterte die Partitur um zeitgenössische Streich- und Blasinstrumente und führte drei Rollen (Lompin, der Sultan und sein Großwesir) ein. Diese musikalischen 'Eulenspiegeleien' sind ein Stück prallen musikalischen Barocks: „Wer etwas Neues hören will / der sei jetzt und ein wenig still / es werden Schnaken kommen / von einem Kerl, Lompin genannt / im Kriegsroman sehr wohl bekannt / den hab' ich vorgenommen / was er geliebt, was er verübt / in seinem Leben, zu beschreiben / die Langeweile zu vertreiben.“



    „Juditha triumphans devicta Holofernes barbarie“ (Vivaldi): Judith, eine Witwe aus Bethulien – Zsuzsa Barlay (Alt) / Abra, ihre Dienerin – Margit László (Sopran) / Holofernes, assyrischer General – Zsolt Bende (Bariton) / Vagaus, sein Diener – József Réti (Tenor) / Ozias, Hohepriester – József Dene (Bariton) / A Budapesti Madrigál Kórusa (Der Budapester Madrigalchor) / Chorltg.: Gyula Czigány / A Magyar Állami Hangversenyzenekara (Das Ungarische Staatsorchester) / Dirigent: Ferenc Szekeres / 'Hungaroton' LPX 11359/60 (stereo) bzw. SLPX 11359/60 (stereo) (2 LPs, Ungarn 1969). Antonio Vivaldi schrieb sein 'Sacrum militare oratorium' 1716 für die Sängerinnen und Musikerinnen des venezianischen 'Ospedale della Pietà', einem Waisenhaus. Die (leicht gekürzte) ungarische Aufnahme von 1969 – in der lateinischen Originalsprache - bringt das Werk wie eine Oper und setzte auch männliche Solisten ein, wobei vor allem die Rolle des Eunuchen Vagaus in der Interpretation von József Réti durch dramatische Intensität hervorsticht. Es gibt zwei CD-Veröffentlichungen dieser Produktion von 'Hungaroton': HCD 11359/60 (1986) und in der Serie 'Classical Diamonds' CLD 4022/23 (1996), jeweils auf 2 CDs.



    Zu den im Beitrag Nr. 8 genannten Querschnitten aus „Lucia di Lammermoor“ und „Turandot“ ist noch nachzutragen, dass diese Aufnahmen 1961 und 1962 gemacht wurden und erstmalig mit dem Etikett von 'Qualiton' – der Vorläufer-Firma von 'Hungaroton' – erschienen; 1972 und 1973 wurden sie erneut veröffentlicht.



    Weiter geht es demnächst mit Solo-Aufnahmen von József Réti.



    Carlo

    Lieber Gregor,


    vielen Dank für das schöne Video mit dem Gespräch des Paters James Keller (von der von ihm gegründeten Religionsgemeinschaft „The Christophers“) mit Betty und Mario Lanza. Beide wirken frisch und natürlich und machen einen glücklichen und sympathischen Eindruck; bemerkenwert ist, wie gut der Sänger hier aussieht. Und es wird auch deutlich, dass der Tenor ein echter 'Latino' war, der mit den Augen und den Händen sprach. Seine bekannte Art, den Gesangsvortrag mit emphatischer Gestik und ausdrucksvoller Mimik zu unterstreichen, als singe er nur für eine(n) einzige(n) Zuhörer(in) und nur für sie/ihn allein, wirkt für uns heute 'altmodisch', ist aber in meinen Augen wesentlich eindrücklicher als das oft 'steife' Gehabe heutiger Sänger in ihren Konzertauftritten. (Übrigens datiere ich das Gespräch in das Jahr 1958, weil Mario Lanza sagt, dass er seit dreizehn Jahren – Hochzeit im April 1945 – verheiratet ist.)


    Dieser Absatz ist ein Teil meines kurzen Beitrages vom 23. August 2020. Ich habe ihn löschen lassen, weil mir ein anderer Teil des Inhalts - die Beantwortung Deiner Frage vom selben Tag - nicht mehr dem Thema angemessen erschien. Wer ihn gelesen hat, wird verstehen, was ich meine.


    Hier folgen weitere 'posthume' Schallplattenveröffentlichungen mit Mario Lanza:


    If You Are But a Dream“: 'April in Paris' („Walk a Little Faster“ / Vernon Duke) – 'Time on my hands' („Smiles“ / Vincent Youmans) – 'What is this thing called love' („Wake Up And Dream“ / Cole Porter) – 'Charmaine' (Ernö Rapée) – 'A little love, a little kiss' (Lao Silésu) – 'If you are but a dream' (Klavierstück 'Romanze in Es-dur, op. 44, Nr. 1' / Anton Rubinstein) – 'Play, Gypsies - Dance, Gypsies' („Gräfin Mariza“ / Imre Kálmán) – 'Where or when' („Babes in Arms“ / Richard Rogers) – 'A kiss in the dark' („Orange Blossoms / Victor Herbert) – 'My Buddy' (Walter Donaldson) – 'You and the night and the music' („Revenge With Music“ / Arthur Schwartz) – 'Alone together' („Flying Colors“ / Arthur Schwartz) / An Orchestra / Dirigent: Ray Sinatra (Hollywood, 1951-1952) 'RCA Victor' LM-2790 (1 LP, 1965). Alle Aufnahmen stammen aus den 'Coke-Shows'.


    Mario Lanza Sings His Favorite Arias“: 'La donna è mobile' („Rigoletto“ / Giuseppe Verdi) - „Celeste Aida' („Aida“ / Giuseppe Verdi) – 'Recondita armonia' („Tosca“ / Giacomo Puccini) – 'Musette! O gioia della mia dimora... Testa adorata' („La Bohème / Ruggero Leoncavallo) – 'Come un bel dì di maggio' („Andrea Chenier“ / Umberto Giordano) – 'Una furtiva lagrima' („L'elisir d'amore“ / Gaetano Donizetti) – 'Questa o quella' („Rigoletto“ / Giuseppe Verdi) – 'Un tal gioco' („I pagliacci“ / Ruggero Leoncavallo) – 'E lucevan le stelle' („Tosca“ / Giacomo Puccini) – 'Un dì all'azzurro spazio' („Andrea Chenier“ /Umberto Giordano) – 'Che gelida manina' („La Bohème“ / Giacomo Puccini) – 'Cielo e mar' („La Gioconda“ / Amilcare Ponchielli) / An Orchestra / Dirigent: Ray Sinatra (Hollywood, 1951-1952) 'RCA Victor' LM-2932 (1 LP, 1967)


    The Best of Mario Lanza – Volume Two“: 'With a song in my heart' („Spring Is Here“ / Richard Rodgers) – 'You and the night and the music' ("Revenge With Music" / Arthur Schwartz) – 'Tell me tonight' ('Heute Nacht oder nie' / Mischa Spoliansky) – 'Thine alone' („Eileen“ / Victor Herbert) – 'One night of love' (Victor Schertzinger) – 'I'll see you again' („Bitter Sweet“ / Noel Coward) – 'Come prima' (Vincenzo Di Paola und Sandro Taccani) – 'In tal gioco, credetemi' („I pagliacci“ / Ruggero Leoncavallo) – 'La danza' (Gioachino Rossini) – 'They didn't believe me' („The Girl from Utah“ / Jerome Kern) – 'Someday I'll find you' („Private Lives“ / Noel Coward) – 'Through the years' (Vincent Youmans) / A Chorus and Orchestra / Dirigenten: Ray Sinatra, Henri René und Carlo Savina (Hollywood, 1951-1952 und 1956; Rom 1958) 'RCA Victor' LM-2998 (1 LP, 1968). Der Dirigent von „Thine alone“ ist Henri René (1956); Carlo Savina leitet ein römisches Orchester 1958 bei „Come prima“. Der Titel Nr. 9 - „La danza“ von Rossini - wird von einem Akkordeon begleitet (aus dem Film „Serenade“). Alle anderen Aufnahmen stammen aus den 'Coca-Cola'-Sendungen mit dem Dirigenten Ray Sinatra, der übrigens ein Vetter von 'Frankie Boy' war.


    Younger Than Springtime“: 'Younger than springtime'* („South Pacific“ / Richard Rogers) – 'Call me fool'° (Lee Kauderer) – 'This land'^ („The Lord Don't Play Favorites“ / Hal Stanley) – 'Behold!'^ (Hal Moore) – 'A night to remember'^ (Martin Kalmanoff) – 'If you were mine'° (Bob Merrill) – Aus dem Film „The Toast of New Orleans“: The toast of New Orleans+; The Bayou Lullaby+; Boom Biddy Boom+; Tina-Lina+ (alle von Nicholas Brodszky) – 'Arrivederci, Roma!' (Film „Arrivederci, Roma!“ / Renato Rascel) / A Chorus and Orchestra / Dirigenten: Irving Aaronson*, Constantine Callinicos°, Henri René^ und Ray Sinatra+ (Hollywood, 1950-1957, und Rom 1957) 'RCA Vicor' LM-3049 (1 LP, 1968). Es handelt sich um teilweise nur auf 'Singles' veröffentlichte Eigenaufnahmen der 'RCA'; der Dirigent des (1957 in Rom englisch gesungenen) Liedes „Arrivederci, Roma!“ ist nicht bekannt. .


    Mario Lanza in Opera“: 'Di quella pira'# („Il trovatore“ / Giuseppe Verdi) – 'La fleur que tu m'avais jetée' („Carmen“ / Georges Bizet) – 'Mi batte il cor... O paradiso!' („L'Africaine“ / Giacomo Meyerbeer) – 'M'appari tutto amor' („Martha“ / von Flotow) – 'Libiamo ne' lieti calici'* („La Traviata“ / Giuseppe Verdi) – 'Stolta paura, l'amor'* („Madama Butterfly“ / Giacomo Puccini) – 'O soave fanciulla'+^ („La Bohème“ / Giacomo Puccini) – 'Di rigori armato il seno'^ („Der Rosenkavalier“ / Richard Strauss) – 'Nessun dorma'# („Turandot“ / Giacomo Puccini) – 'Amor ti vieta di non mi amar'# („Fedora“ / Umberto Giordano) – 'Dio ti giocondi, o sposo'°# („Otello“ / Giuseppe Verdi) / Elaine Malbin*, Jean Fenn+ und Licia Albanese° (Sopran) / Jakob Gimpel^ (Klavier) / RCA Victor Orchestra / Dirigent: Constantine Callinicos / Warner Bros. Studio Orchestra / Dirigent: Ray Heindorf# (Hollywood, 1950-1955) 'RCA Victor' LM-3101 (1 LP, 1969). Die Aufnahmen unter Constantine Callinicos sind Eigenaufnahmen der 'RCA' von 1950. Die Titel mit Ray Heindorf stammen aus dem 'Warner Bros.'-Film „Serenade“ von 1955; im Film werden sie aber nur kurz angespielt, während die Schallplatte die kompletten Aufnahmen bringt.


    Zu beachten ist, dass alle diese 'posthumen' Schallplatten auch in (elektronisch bearbeiteten) Stereo-Versionen erschienen, was durch 'LSC' vor und (e) nach der Katalognummer kenntlich gemacht wurde. In einer Woche nenne ich weitere 'posthume' Schallplatten mit Mario Lanza.


    Carlo

    Lieber Rüdiger,


    als 'Nachzügler' zu meinem Beitrag Nr. 232 vom 11. 10. 2019 möchte ich Dir mitteilen, dass ich beim 'Durchwühlen' alter Rundfunkzeitungen (auf der Suche nach Aufnahmen mit József Réti) folgende Sendung der BBC gefunden habe:


    "La Damnation de Faust" (Berlioz): Marguerite - Elisabeth Schwarzkopf / Faust - David Lloyd / Méphistophélès - Michel Roux / Brander - Owen Brannigan / The Goldsmith's Choral Union / Chorltg.: Frederick Haggis / The Philharmonia Orchestra London / Dirigent: Massimo Freccia (London, Royal Festival Hall, 25. 6. 1957). Einen Mitschnitt der Sendung hat vor Jahren 'Mr. Tape' aus New York auf Tonband angeboten. (Das ist eine interessante Ergänzung zum Konzert vom 26. 8. 1950 aus dem Luzerner Kunsthaus unter Wilhelm Furtwängler.)


    Falls ich hier 'alte Semmeln aufbacke', bitte ich um Nachsicht; ich habe nicht die Zeit, den ganzen "Schwarzkopf-Thread" durchzuforsten.


    Viele Grüße!


    Carlo

    Lieber nemorino,


    danke für das Einstellen des Covers der "Mozart-Arias"-CD von József Réti ('Hungaroton' HCD 12927) von 1987.


    Sie enthält zwar alle fünf Konzertarien von der Schallplatte SLPX 11485 (1970), von der Arienplatte SLPX 11679 (1973) - siehe Beitrag Nr. 8 - fehlen aber fünf Arien. Vier davon sind auf der im Beitrag Nr. 5 gezeigten CD "Wie stark ist nicht dein Zauberton" (HCD 12891) enthalten. Die 'Baumeister-Arie' ('Ich baue ganz auf deine Stärke') aus der "Entführung aus dem Serail" ist somit auf CD bisher nicht erschienen.


    Die Schallplatte mit den Konzertarien werde ich in meinem nächsten Beitrag zu József Réti, der übrigens nicht nur "Mozart-Tenor" war, detailliert nennen.


    Carlo

    Hallo!


    Gerade ist mir noch eingefallen, dass Hannelore Bode am 24. 11. 1974 auch in einem Münchner 'Sonntagskonzert' (Werke von Mozart, Weber, Marschner und Wagner) unter der Leitung von Heinz Wallberg mitwirkte; ihre Partner waren René Kollo und Roland Hermann.


    Meinen Mitschnitt des Bayreuther „Lohengrin“ von 1971 – und er war definitiv stereophon – habe ich später gelöscht, da ich ein Fan von Ursula Schröder-Feinen (Karajans Schallplatten-'Ortrud' in Berlin im Dezember 1975/März 1976) war und sie mir einfach 1972 in Bayreuth die bessere 'Ortrud' im Vergleich zu Ludmila Dvoráková im Vorjahr schien. René Kollo war in beiden Aufführungen nicht schlecht; besser jedenfalls als in der 'zusammengeschusterten' Studio-Produktion unter Herbert von Karajan bei 'EMI', wo man besonders in den Stimmen von René Kollo und auch von Karl Ridderbusch die Zeitdifferenz zwischen den Aufnahmen (fünfeinhalb Jahre vom Dezember 1975 bis Mai 1981) hört. Auch ist hier - meiner Meinung nach - Dunja Vejzovic (1981) kein Ersatz für Ursula Schröder-Feinen, die 1976 in Salzburg (ich habe auch den Mitschnitt von den damaligen Osterfestspielen) hinter ihrer Bayreuther Leistung von 1972 etwas zurückblieb - zuviele 'Isolden' und 'Elektras' in der Zwischenzeit? - und auch die anderen Bayreuther Kollegen sind Karajans Sängern deutlich überlegen.


    Aber eigentlich geht es hier ja um Hannelore Bode...


    Carlo

    Lieber Hans,


    danke für den Bericht über Hannelore Bode!

    Es wäre schön, wenn endlich auch einmal der Mitschnitt des ORF von der konzertanten Aufführung des „Rienzi“ im Wiener Konzerthaus am 23. 5. 1980 allgemein zugänglich gemacht würde und man damit an zwei von der Schallplatten-Industrie sträflich vernachlässigte bzw. ignorierte Sänger erinnert: Hannelore Bode und Gerd Brenneis.


    „Rienzi“ (Wagner): Cola Rienzi – Gerd Brenneis / Irene – Hannelore Bode / Stefano Colonna – Hans Tschammer / Adriano – Janis Martin / Paolo Orsini – Manfred Schenk / Raimondo - Ivo Ingram / Baroncelli – Claes-Hakan Ahnsjö / Cecco del Vecchio – Hans Helm / Der Friedensbote – Rohangiz Yachmi / Ein Herold – Adolf Tomaschek / Der Chor der Wiener Staatsoper / Chorltg.: Norbert Balatsch / Das ORF-Symphonieorchester Wien / Dirigent: Kurt Wöss. (Norbert Balatsch – von 1968 bis 1983 Chorleiter der Wiener Staatsoper und von 1972 bis 1999 auch Leiter des Bayreuther Festspielchors - ist am 6. 5. 2020 in Wien mit 92 Jahren verstorben.)


    Auch die Studio-Produktion des WDR (mit anschließendem Konzert im Großen Sendesaal des Kölner Funkhauses am 10. 3. 1978) von Hermann Goetzes „Der Widerspenstigen Zähmung“ verdiente es, veröffentlicht zu werden:


    „Der Widerspenstigen Zähmung“ (Goetz): Baptista – Peter Meven / Katharina – Hannelore Bode / Bianka – Trudeliese Schmidt / Hortensio – Peter-Christoph Runge / Lucentio – Martin Finke / Petruchio – Franz Grundheber / Grumio – Franz Mazura / Ein Schneider – Erik Geisen / Der Haushofmeister – Anton Maxen / Die Haushälterin – Barbara Dommer / Hortensios Frau – Magda Bien-Comotio / Der Kölner Rundfunkchor / Chorltg.: Herbert Schernus / Das Kölner Rundfunk-Sinfonie-Orchester / Dirigent: Horst Stein.


    Hannelore Bodes einzige 'kommerzielle' Aufnahmen – neben Beethovens "Neunter" unter Bernard Haitink (mit Helen Watts, Horst Laubenthal und Benjamin Luxon) und den beiden Gesamtaufnahmen der „Meistersinger von Nürnberg“ unter Silvio Varviso und Georg Solti - sind m. W. zwei Aufnahmen von Agathes „Freischütz“-Arie 'Wie nahte mir der Schlummer' auf Dokumentationsplatten der Deutschen Oper am Rhein und des Nationaltheaters Mannheim: a) mit den Düsseldorfer Symphonikern unter Günther Wich 1969 und b) mit dem Orchester des Nationaltheaters Mannheim unter Hans Wallat (live, 15. 9. 1979). Den Bayreuther "Lohengrin" von 1972 habe ich damals vom Rundfunk auf Tonband mitgeschnitten (mittlerweile auf CD kopiert) und auch ich finde diese Aufführung grandios!

    Carlo


    Nun geht es weiter in der Discographie von József Réti mit Kompositionen von Franz Liszt:


    „Christus“ (Liszt): Christus – Sándor Sólyom-Nagy (Bariton), Éva Andor (Sopran), Zsuzsa Németh (Alt), József Réti (Tenor), József Gregor (Bass) / Lajos Básti (Sprecher) / Budapesti Kodály Zoltán Leánykar (Der Mädchenchor 'Zoltán Kodály') / Chorltg.: Ilona Andor / Budapesti Kórus / Chorltg.: László Kerecsényi / A Magyar Állami Hangversenyzenekar (Das Ungarische Staatsorchester) / Dirigent: Miklós Forrai / 'Hungaroton' SLPX 11506/08 (stereo) (3 LPs, Ungarn 1971). Eine Besonderheit dieser Produktion – aufgenommen 1971 in der Mátyás-Kirche auf dem Budaer Burgberg - ist, dass sie auch die von Franz Liszt nicht vertonten und von einem Schauspieler gesprochenen lateinischen Texte der Lithurgie enthält. (Vermutlich sind die Sängerin Zsuzsa Németh (= Deutsch) und die Altistin Zsuzsa Barlay identisch; als solche nahm sie am 26. 10. 1969 neben József Réti auch an einer europaweit im Rundfunk aus Budapest übertragenen Aufführung des „Christus“ teil: es sangen außerdem Sándor Sólyom-Nagy, Éva Andor und Tibor Nádas unter der Leitung von Miklós Forrai.)


    „Szekszárd mise“ (Liszt): József Réti (Tenor), Sándor Palcsó (Tenor), György Melis (Bariton) und József Gregor (Bass) / A Magyar Néphadsereg Férfikara (Der Männerchor der Ungarischen Volksarmee) / Chorltg.: Béla Pödör / Gábor Lehotka (Orgel) / Dirigent: István Kis / 'Hungaroton' SLPX 11447 (stereo) (1 LP, Ungarn 1969 - gekoppelt mit vier 'Geistlichen Chören für Männerchor und Orgel' von Franz Liszt). 1869 überarbeitete Franz Liszt seine erste Mess-Komposition ('Missa quattuor vocum ad aequales concinente organo' für vier Männerstimmen, einen Männerchor und Orgel) aus dem Jahre 1847 – uraufgeführt 1852 in Weimar – für eine Messe zur Einweihung der Kirche von Szekszárd in Südungarn; wegen der politisch unruhigen Zeiten wurde die 'neue' Messe (vom Komponisten in seinen Briefen stets 'Messe Sexardique' genannt) aber dort nie aufgeführt und Liszt dirigierte selbst die Uraufführung 1872 in Jena. 2006 wurde die Aufnahme dieser Messe zusammen mit der Kantate „Prometheus“ (siehe unten) von 'Hungaroton' auf CD - HCD 32318 - veröffentlicht. Eine zweite CD-Ausgabe von 2014 koppelt diese Aufnahme mit einer Einspielung von Liszts „Via Crucis“ ('Der Kreuzweg') aus dem Jahre 1971 – ohne die Mitwirkung József Rétis – auf dem preiswerten 'White Label' von 'Hungaroton' mit der Katalognummer HRC 145.


    „ Zwei Psalmen“ (Liszt): Nr. 13 'Herr, wie lange willst du meiner so gar vergessen?' - József Réti (Tenor), Budapesti Kórusa, A Magyar Állami Hangversenyzenekar (Das Ungarische Staatsorchester) / Nr. 23 „Mein Gott, der ist mein Hirt“ - József Réti (Tenor); Harfe: Anna Lelkes; Orgel: Sándor Margittay / 'Hungaroton' LPX 1261 (mono) und SLPX 1261 (stereo) (1 LP, Ungarn 1965). Die Schallplatte enthält noch folgende Psalmkompositionen Liszts: Nr. 18 'Die Himmel erzählen die Ehre Gottes' - A Magyar Honvédség Férfikara (Der Männerchor der Ungarischen Volksarmee); A Magyar Állami Hangversenyzenekar (Das Ungarische Staatsorchester) / Nr. 125 'Qui seminant in lacrimis' - Budapesti Kórusa; Orgel: Sándor Margittay / Nr. 129 'De profundis' - Bariton: László Jámbor; A Magyar Honvédség Férfikara; Orgel: Sándor Margittay. Alle fünf Psalmen werden von Miklós Forrai dirigiert. (Diese Aufnahmen wurden 1995 auch auf CD veröffentlicht: 'Hungaroton' HCD 11261.)


    „Prometheus“ (Liszt): Éva Andor (Sopran), Erzsébet Komlóssy (Alt), József Réti (Tenor), Béla Turpinszky (Tenor), Lajos Miller (Bariton), József Gregor (Bass) / Adolf Peter Hoffmann (Sprecher) / Budapesti Kórus / Chorltg.: László Kerecsényi / A Magyar Állami Hangversenyzenekar (Das Ungarische Staatsorchester) / Dirigent: Miklós Forrai / 'Hungaroton' SLPX 11604 (stereo) (1 LP, Ungarn 1972). Franz Liszt komponierte 1850 eine Ouvertüre und acht Chöre auf Texte aus Johann Gottfried Herders Schauspiel „Der gefesselte Prometheus“ anlässlich der Errichtung eines Herder-Denkmals in Weimar; Joachim Raff besorgte für Liszt die Instrumentation. Fünf Jahre später revidierte Liszt die Partitur zu einer 'Kantate' für Solostimmen, Chor und Orchester; er beauftragte den Weimarer Kritiker Richard Pohl, zu den einzelnen Chören erklärende 'Prologe' zu schreiben. Da sie sehr weitschweifig sind, hat der Schauspieler Adolf Peter Hoffmann sie für diese Aufnahme neu geschrieben und trägt sie auch vor. (Auf der Platte erklingen nur einige Takte der später als eigenständige 'Symphonische Dichtiung' bekannt gewordenen Ouvertüre. Die vier männlichen Solisten wirken in den Chören Nrn. 4 und 5 – Chöre der Schnitter und Winzer – und im Chor Nr. 7 – Chor der Unsichtbaren – mit.) Die deutsch gesungene Kantate wurde 1972 in der Calvinistischen Kirche am Torockó-Platz in Budapest für die Schallplatte aufgenommen. (Es gibt eine CD-Ausgabe bei 'Hungaroton' von 2006 – gekoppelt mit der „Szekszárd-Messe“ - unter der Katalognummer HCD 3238.)


    „Drei Petrarca-Sonette“ (Liszt): 'Pace non trovo' – 'Benedetto sia 'l giorno' – 'I' vidi in terra' / József Réti (Tenor) / Kornél Zempléni (Klavier) / 'Hungaroton' LPX 1224/25 (mono) und SLPX 1224/25 (stereo) (2 LPs, Ungarn 1964). Enthalten in der Schallplattenkassette „Liszt Ferenc dalkompoziciói“ ('Franz Liszts Liedkompositionen'), die außerdem noch 15 weitere Lieder enthält, gesungen von Margit László und Mária Werner (Sopran), Judit Sándor (Mezzosopran), Alfonz Bartha und József Simándy (Tenor) und von Zsolt Bende und György Melis (Bariton); die Pianisten sind Pál Arató, Magda Freymann und Kornél Zempléni.


    „O heilige Nacht“ ('Weihnachtslied'): József Réti (Tenor) / Gyóri Leánykar (Der Mädchenchor von Györ) / Hédi Lubik (Harfe) / Gábor Lehotka (Orgel) (in deutscher Sprache) / 'Hungaroton' LPX 11381 (mono) bzw. SLPX 11381 (stereo) (1 LP, Ungarn 1968). Diese Platte enthält außerdem folgende Chorwerke: 1. „Hymne de l'enfant à son reveil“ (Èva Andor, Sopran; Hédi Lubik, Harfe) / 2. „Tantum ergo“ / 3. „O salutaris hostia“ / 4. Psalm Nr. 137 „An den Wassern zu Babylon“ (Margit László, Sopran; Péter Komlós, Violine; György Miklós, Klavier; Hédi Lubik, Harfe) / 5. „Die Legende vom Hl. Christoph“ (György Melis, Bariton; György Miklós, Klavier; Hédi Lubik, Harfe) / 6. „Quasi cedrus“ / 7. „Pater noster“. Das 'Weihnachtslied' und die Titel Nrn. 1 bis 5 singt der Mädchenchor von Györ ('Gyóri Leánykar') mit der Orgelbegleitung von Gábor Lehotka; die Chöre Nrn. 6 und 7 singt der Chor des Ungarischen Staatlichen Volks-Ensembles ('Állami Népi Együttes Énekkara') unter der Leitung von Miklós Pászti. Die musikalische Gesamtleitung hatte Miklós Szabó. (Leider ist Franz Liszts Weihnachtslied "O heilige Nacht, o herrliche Pracht" in Deutschland nicht sehr bekannt geworden; die stimmungsvolle Aufnahme mit József Réti - enthalten in der von Rüdiger im Beitrag Nr. 5 gezeigten CD - sollte man aber einmal gehört haben, z. B. auf 'YouTube'.)


    Carlo

    Hallo!


    Weiter geht es mit dem Konzertrepertoire von József Réti; zunächst nenne ich einige Aufnahmen von Werken von Johann Sebastian Bach, Béla Bartók, Ludwig van Beethoven, Joseph Haydn, Zoltán Kodály und Kamilló Lendvay:


    „Komm, du süße Todesstunde, BWV 161“ (Bach): Julia Hamari (Alt), József Réti (Tenor) / A Zenemüvészeti Föiskola Kamarakórusa és -zenekar (Der Kammerchor und das Kammerorchester der 'Ferenc Liszt Musikhochschule', Budapest) / Dirigent: Frigyes Sándor / 'Hungaroton' LPX 1284 (mono) und SLPX 1284 (stereo) (1 LP, Ungarn 1967 - gekoppelt mit der Kantate BWV 169 „Gott soll allein mein Herze haben“ mit Julia Hamari als Solistin; Chor, Orchester und Dirigent wie in BWV 161). Die beiden Kantaten wurden vom 19. bis 22. 6. 1966 in Budapest aufgenommen.


    „Johannes-Passion“ (Bach): Evangelist und Tenor-Arien – József Réti (Tenor), Jesus – György Melis (Bariton), Magd und Sopran-Arie - Magda Kalmár (Sopran), Alt-Arien - Julia Hamari (Alt), Ein Diener - Attila Fülöp (Tenor), Pilatus und Bass-Arien – Bruce Abel (Bass), Petrus - Kolos Kováts (Bass) / A Zenemüvészeti Föiskola Kamarakórusa / Liszt Ferenc Kamarazenekar / (Der Kammerchor und das Kammerorchester der 'Ferenc Liszt Musikhochschule', Budapest) / Dirigent: György Lehel / 'Hungaroton' SLPX 11580/82 (stereo) (3 LPs, Ungarn 1972) bzw. 'Classical Diamonds' CLD 4024/25 (2 CDs, Ungarn 1997). Die Aufnahme – in deutscher Sprache - stammt aus dem Jahre 1971. (Der Tenor Attila Fülöp arbeite auch 'nebenberuflich' als Toningenieur für 'Hungaroton'!)


    „A kilenc csodaszarvas“ ('Die Zauberhirsche') (Bartók): József Réti (Zenor), András Faragó (Bariton) / Budapesti Kórus / Chorltg.: Miklós Forrai / A Magyar Rádió és Televízió Szimfónikus Zenekara (Das Symphonie-Orchester des Ungarischen Rundfunks und Fernsehens) / Dirigent: János Ferencsik / 'Hungaroton' SLPX 11510 (stereo) (1 LP, Ungarn 1970 – im Rahmen einer 'Béla Bartók Edition', gekoppelt mit „Fünf ungarischen Volksliedern“ mit Julia Hamari, drei „Dorfszenen“ für Frauenchor und Kammerorchester sowie „Sieben Chöre mit Orchesterbegleitung“, dirigiert von Antal Doráti.) Diese 1967 in der Mátyás-Kirche auf dem Budaer Burgberg entstandene Aufnahme wurde im Laufe der Jahre immer wieder in vielen wechselnden Kombinationen – die Kantate dauert nur 20 Minuten – veröffentlicht, z. B. von der 'Deutschen Grammophon Gesellschaft' ('DGG' 18 873 bzw. 138 873, gekoppelt mit Bartóks 'Skandal'-Ballett „Der wunderbare Mandarin“). Auf einer LP der 'Eterna' (8 25 831) ist zusätzlich auch eine Aufnahme enthalten, in der Béla Bartók die Ballade von den Zauberhirschen (auf ungarisch) vorträgt. (Die 'Cantata profana', von Béla Bartók 1930 komponiert, handelt von einem alten Jäger, dessen neun Söhne in Hirsche verzaubert werden; den einer rumänischen Ballade entnommenen Text schrieb Bartók selbst.)


    „Christus am Ölberge“ (Beethoven): Christus – József Réti, Seraph – Sylvia Geszty, Petrus – Hermann Christian Polster / Die Solistenvereinigung und der Große Chor des Berliner Rundfunks / Chorltg.: Gerhard Räker / Das Berliner Rundfunk-Sinfonie-Orchester / Dirigent: Helmut Koch / 'Eterna' 8 26 132 (stereo) (1 LP, DDR 1970). Eine Aufnahme vom Dezember 1969 für das Beethoven-Jahr 1970, 'übernommen vom Staatlichen Rundfunkkomitée' der DDR, die auch in der BRD bei 'eurodisc' (80 285 XK) auf einer LP erschien.


    „Missa in angustiis“ ('Nelson-Messe') (Haydn): Isabella Nawe (Sopran), Ellen Abrolat (Mezzosopran), Gertraud Prenzlow (Alt), József Réti (Tenor), Thomas Thomaschke (Bass) / Die Rundfunk-Solistenvereinigung Berlin und der Rundfunkchor Berlin / Chorltg.: Ehm Kurzweg / Das Rundfunk-Sinfonie-Orchester Berlin / Dirigent: Helmut Koch / 'Eterna' 8 26 340 (stereo) (1 LP, DDR 1974). Das Werk wurde 1971 in der Berliner Christuskirche für die Schallplatte aufgenommen.


    „Budavári Te Deum“ (Kodály): Éva Andor (Sopran), Márta Szirmay (Alt), József Réti (Tenor) und József Gregor (Bass) / „Missa brevis“ (Kodály): Alice Ekert, Klára Makkay, Éva Mohácsi (Sopran), Márta Szirmay (Alt), József Réti (Tenor), József Gregor (Bass) / Magyar Rádió és Televízió Ének- és Szimfonikus Zenekara / Chorltg.: Ferenc Sapszon / Dirigent: János Ferencsik / 'Hungaroton' SLPX 11397 (stereo) (1 LP, Ungarn 1970) bzw. HCD 11397 (1 CD, Ungarn 1994). Das „Te Deum“ komponierte Zoltán Kodály 1936 zu Ehren der Burg von Buda; die „Kleine Messe“ entstand 1944. (Eine Aufnahme vom Dezember 1969.) 'Hungaroton' verwendet für die CD-Veröffentlichung den neuen Orchesternamen 'A Budapesti Szimfonikus Zenekar' (Budapester Symphonie-Orchester). Auf 'YouTube' ist eine Aufführung des „Budavári Te Deums“ mit Gabriella Déry, Erzsébet Komlóssy, József Réti und Kolos Supala unter der Leitung von János Ferencsik von 1971 zu sehen.


    „Orogenesis“ ('Orogenese', d. i. die Gebirgsbildung) (Lendvay): Éva Andor (Sopran), Márta Szirmay (Alt), József Réti (Tenor), Sándor Palcsó (Tenor), József Dene (Bariton) / László Kozák (Sprecher) / A Magyar Rádió és Televízió Ének- és zenekara (Der Chor und das Orchester des Ungarischen Rundfunks und Fernsehens) / Chorltg.: Ferenc Sapszon / Dirigent: György Lehel / 'Hungaroton' SLPX 11524 (stereo) (1 LP, Ungarn 1971). Eine Aufnahme des ungarischen Rundfunks 'MHV' von 1970, die auch gleichzeitig die Uraufführung des Werks war. Dem Oratorium liegt das Gedicht „Új hegyek születtek“ ('Die Geburt neuer Berge') von Gyula Urbán zu Grunde. Kamilló Lendvay (1928 – 2016) war Dirigent und auch ein sehr produktiver Komponist (für alle Musikgattungen), der z. B. für das ungarische Fernsehen zwei einaktige Opern schrieb: 1972 „A büvös szék“ ('Der Zauberstuhl') nach einer Erzählung von Frigyes Karinthy – Deutsche Erstaufführung 1975 am Gerhart-Hauptmann-Theater in Görlitz-Zittau - und 1979 „A tisztességtudó utcalány“ nach Jean-Paul Sartres „La putain respectueuse“ ('Die ehrbare Dirne'), davon gibt es eine Schallplattenaufnahme bei 'Hungaroton', die in Paris mit einem 'Grand Prix du Disque' ausgezeichnet wurde.


    Carlo

    Liebe Taminos,

    zusammen mit den in den ersten Beiträgen dieses Threads nur pauschal genannten (mit längst nicht mehr existierenden Internet-Adressen oder lediglich mit CD-Covern abgebildeten) Aufnahmen ergibt sich doch ein ganz anderes, wesentlich umfangreicheres akustisches Bild dieses Tenors. Um den interessierten Lesern das Suchen zu ersparen, habe ich nun auch seine Rundfunk-Aufnahmen von Operetten-Querschnitten aus dem Valerie Bak gewidmeten Thread hierher kopiert:


    „Rosita“ (Genée): Rosita – Valerie Bak / Viola – Else Mühl / Der Kapitän – Kurt Wehofschitz / Der Leutnant – Kurt Marschner / Balandier – Horst Günter / Der Chor des Norddeutschen Rundfunks / Chorltg.: Max Thurn / Das Hamburger Rundfunkorchester / Dirigent: Wilhelm Stephan (Hamburg, Funkhaus, 1957) Eine Szenenfolge – sieben Musiknummern mit einer Gesamtdauer von 20 Minuten – auf einer Doppel-CD beim 'Hamburger Archiv für Gesangskunst', die auch Querschnitte aus Genées Operetten “Nanon”, “Der Seekadett” und “Der Musikfeind” enthält. (Ob im dazugehörigen Booklet Näheres zum Inhalt von “Rosita” steht, kann ich nicht sagen, weil ich diese CDs nicht habe.) Der in Danzig geborene und in Berlin Musik studierende Richard Genée – sein Vater war Opernsänger und Theater-Intendant - war nicht nur der 'Gesangstext-Lieferant' für Suppé, Millöcker, Strauß etc. und Übersetzer zahlreicher französischer (Offenbach, Lecocq, Hervé) und englischer (Sullivan) Operetten-Libretti, sondern auch der Komponist von über dreißig eigenen komischen Opern und Operetten. Während seiner Zeit (1857 bis 1862) als Musikdirektor in Mainz komponierte er die als 'romantisch-komische Oper in drei Akten' bezeichnete“Rosita” (natürlich auf ein eigenes Textbuch), die dort auch am Neujahrstag 1864 uraufgeführt wurde. (Von Richard Genée gibt es auch eine Operette namens "Rosina" aus dem Jahre 1881 nach Eugène Labiches bekannter Komödie "Un chapeau de paille d'Italie", in deutschen Landen besser bekannt als "Der Florentiner Hut"!)


    "Der Orlow" (Granichstaedten): Nadja Nadjakowska, Tänzerin - Valerie Bak / Dolly Marbanks, Sekretärin - Friedel Blasius / Großfürst Alexander Alexandrowitsch, als Flugzeugmechaniker unter dem Namen Alex Doroschinsky - Kurt Wehofschitz / Jolly Jefferson und John Walsh, Flugzeugkonstrukteure - Rupert Glawitsch und Hans Herbert Fiedler / Das Hamburger Rundfunkorchester / Dirigent: Wilhelm Stephan (Hamburg, Funkhaus, 1956) Ausschnitte von ca. 15 Minuten Dauer. Enthalten sind so bekannte Nummern wie das von Johannes Heesters populär gemachte 'Zigarettenlied' (“Da nehm ich meine kleine Zigarette und blas die Wölkchen vor mich hin”), das Lied der Nadja “In meinem kleinen Boudoir... Für dich, mein Schatz, für dich hab' ich mich schön gemacht” und das Tango-Duett Nadja-Alexander “Spiel, my jazzband, spiel”. Diese am 3. 4. 1925 im Theater an der Wien (392 Wiederholungen!) mit Betty Fischer und Hubert Marischka - Tenorstar und zeitweiliger Direktor dieser Wiener Traditionsbühne - uraufgeführte und damals sehr gefeierte 'Jazz-Operette' von Bruno Granichstaedten behandelt das Schicksal einiger Exil-Russen, die nach der Revolution von 1917 in die USA geflüchtet sind und dort versuchen, sich dem 'American Way of Life' anzupassen. Dabei spielt der von Alexander Alexandrowitsch nach Amerika geschmuggelte Diamant “Orlow” eine wichtige Rolle. Mit dem titelgebenden Edelstein ist der heute in der Schatzkammer des Kreml ausgestellte legendäre Solitär gemeint, den 1776 der russische Großfürst Grigori Orlow der – bekanntlich aus Deutschland stammenden - Zarin Katharina 'die Große' schenkte, um sie bei Laune zu halten. Doch die Dame hatte schon längst einen anderen Favoriten...


    "Mam'zelle Nitouche" (Hervé, d. i. Florimond Ronger): Denise de Flavigny, Klosterschülerin - Valerie Bak / Célestin, Organist im Kloster "Die kleinen Schwalben unserer lieben Frau" - Kurt Wehofschitz / Der Chor des Nordeutschen Rundfunks / Chorltg.: Max Thurn / Das Hamburger Rundfunkorchester / Dirigent: Wilhelm Stephan (Hamburg, Funkhaus, 1955) Aus dem “Fräulein Rührmichnichtan” - Hervés bekannteste Operette von 1883 - wurden sechs Musiknummern mit einem verbindenden Text (gesprochen von Inge Windschild und Hermann Lenschau) in zwei Versionen aufgenommen: eine für die Sendung tagsüber und eine Fassung für die abendliche Sendung! Dauer ca. 17 Minuten. Beim 'Hamburger Archiv' wurde eine der beiden Szenenfolgen auf CD veröffentlicht – gekoppelt mit Ausschnitten aus Audrans “Die Puppe” und Planquettes “Die Glocken von Corneville”. (Der bekannte französische Schauspieler 'Fernandel' hat die Rolle des Célestin nicht nur im Film - 1954 mit Pier Angeli - sondern auch 1968 für die Schallplatte dargestellt; diese Version – natürlich mit umfangreichem Dialog bei diesem Hauptdarsteller! - habe ich auf zwei LPs der französischen DECCA. Unter dem Label 'Accord' ist sie auch auf zwei CDs in Frankreich erschienen.)


    "Kaiserin Joséphine" (Kálmán): Joséphine Beauharnais - Valerie Bak / Juliette, ihre Zofe - Else Mühl / Napoléon Bonaparte - Kurt Wehofschitz / Bernard, Napoléons Kammerdiener - Rupert Glawitsch / Hippolyte Charles, Joséphines Verehrer - Hans Herbert Fiedler / Das Hamburger Rundfunkorchester / Dirigent: Wilhelm Stephan (Hamburg, Funkhaus, 1957) Das 'Hamburger Archiv für Gesangskunst' bringt diese Melodienfolge von 15 Minuten Dauer zusammen mit Querschnitten aus “Der Sänger von Mexico” und “Das goldene Vlies” (beide von Francis Lopéz), “Mädels vom Rhein” von Rudolf Kattnigg und Richard Genées 'Rosina”. Imre Kálmáns letzte europäische Operette in 8 Bildern – uraufgeführt am 18. 1. 1936 am Züricher Stadttheater – handelt vom Aufstieg des korsischen Generals Napoléon Bonaparte zum französischen Kaiser und der Liebe zu seiner Frau Joséphine Beauharnais, der Witwe eines in der französischen Revolution hingerichteten Generals.


    Nächste Woche geht es dann mit den Fernseh-Aufnahmen Kurt Wehofschitzs weiter.


    Carlo

    Guten Abend!


    Die herrlich timbrierte Stimme des ungarischen Tenors József Réti ist mir seit langem bekannt, weil einige seiner Aufnahmen in meinem Schallplattenregal stehen: die beiden wunderbaren LPs mit den Mozart-Arien, Querschnitte aus der „Zauberflöte“, dem „Barbier von Sevilla“, aus „Lucia di Lammermoor“ und „Turandot“, Gesamtaufnahmen von Erkels „Bánk bán“ und Liszts „Christus“ und "Prometheus" sowie Einspielungen von Haydns „Nelson-Messe“, Beethovens „Christus am Ölberge“ und Daniel Speers musikalischem Roman "Türkischer Eulenspiegel". Sogar eine kleine EP mit Schuberts „Leise flehen meine Lieder“ und von Brahms' „Guten Abend, gut' Nacht“ (beide ungarisch gesungen) findet sich dort.


    József Réti hat darüber hinaus noch einige Aufnahmen hinterlassen, die das akustische Bild dieses Sängers abrunden, z. B. Chorwerke von Bach („Johannes-Passion“) und Vivaldi („Juditha triumphans“), von Liszt, Bartók und Kodály und auch zeitgenössische Oratorien von Lendvay und Petrovics. In einem nachfolgenden Beitrag werde ich die Konzert-Aufnahmen von József Réti auflisten, zunächst nenne ich seine Opernaufnahmen (soweit sie mir bekannt sind).


    „Lucia di Lammermoor“ (Donizetti): Enrico Ashton – László Jámbor / Lucia – Karola Ágay / Edgardo di Ravenswood – József Simándy / Arturo Bucklaw – József Réti / Raimondo Bidibent – Gyula Veress / Alisa – Olga Szönyi / A Magyar Állami Operaház Énekkara (Der Chor der Ungarischen Staatsoper) / A Budapesti Filharmóniai Társaság Zenekara (Die Budapester Philharmoniker) / Dirigent: András Kórodi / 'Hungaroton' SLPX 11648 (stereo) (1 LP, Ungarn 1973). Die Querschnitt-Platte enthält – in ungarischer Sprache - das Duett Lucia-Edgardo aus dem 1. Akt, das Sextett aus dem 2. Akt, die 'Wahnsinnsszene' der Lucia (3. Akt) und das Finale der Oper mit der Szene und Arie des Edgardo. Leider wirkt József Réti nur im berühmten Sextett des zweiten Aktes mit (und ist nicht mit der kurzen Kavatine des Arturo zu hören); seine Stimme setzt sich aber gut von dem robusteren Tenor von József Simándy ab, den Ferenc Fricsay im Dezember 1956 für die Neuinszenierung der „Lucia di Lammermoor“ an der Bayerischen Staatsoper (neben Erika Köth und Josef Metternich) als Edgardo einsetzte. (Mit Karola Ágay gibt es auch einen deutsch gesungenen Querschnitt aus dieser Oper, der einst bei der ostdeutschen 'Eterna' auf LP erschien.)


    „Bánk bán“ ('Banus Bánk') (Erkel): Endre II. (Andreas), König von Ungarn – Sándor Nagy / Gertrud, seine Gemahlin – Erzsébet Komlóssy / Otto, Herzog von Meran – József Réti / Bánk bán, Palatin von Ungarn – József Simándy / Melinda, seine Gemahlin – Karola Ágay / Petur bán, Obergespan von Bihar – András Faragó / Biberach, ein fahrender deutscher Ritter – László Palócz / Tiborc, ein Bauer – György Melis / Der Haushofmeister – Imre Jóky / Ein Offizier – András Rajna / A Magyar Állami Operaház Énekkara (Der Chor der Ungarischen Staatsoper) / Chorltg.: Amadé Németh / A Budapesti Filharmóniai Társaság Zenekara (Die Budapester Philharmoniker) / Dirigent: János Ferencsik / 'Hungaroton' LPX 11376/78 (mono) und SLPX 11376/78 (stereo) (3 LPs, Ungarn 1969). Jószef Réti in der Rolle des jungen Bruders der unbeliebten deutschen Königin, der – obwohl auch Bischof – der Frau des königlichen Palatins nachstellt und damit eine Tragödie auslöst. (Die Handlung entspricht dem Drama „Ein treuer Diener seines Herrn“ von Franz Grillparzer von 1828.) 1994 wurde die genannte Aufnahme, die die Fassung von Nándor Rékai aus dem Jahre 1940 wiedergibt, von 'Hungaroton' auch auf 2 CDs (HD 11376/77) veröffentlicht.


    „I pagliacci“ (Leoncavallo): Canio – József Simándy / Nedda – Júlia Orosz / Tonio – György Radnai / Beppe – József Réti / Silvio – László Palócz / A Magyar Rádió és Televízió Gyermekkara (Der Kinderchor des Ungarischen Rundfunks und Fernsehens) / Chorltg.: Valéria Botka / A Magyar Állami Operaház Énekkara (Der Chor der Ungarischen Staatsoper) / Chorltg.: László Pless / A Budapesti Filharmóniai Társaság Zenekara (Die Budapester Philharmoniker) / Dirigent: Vilmos Komor / 'Hungaroton' LPX 1195/97 (mono) und SLPX 1195/97 (Stereo) (3 LPs, Ungarn 1965 - gekoppelt mit einer Gesamtaufnahme von Mascagnis „Cavalleria rusticana“ unter Miklós Lukács).


    „Die Zauberflöte“ (Mozart): Sarastro – József Gregor / Tamino – József Réti / Die Königin der Nacht – Karola Ágay / Pamina – Margit László / Papageno – György Melis / Papagena – Adrienne Csengery / Monostatos – Árpád Kishegyi / A Magyar Néphadsereg Müvészegyüttesének Férfikara (Der Männerchor der Ungarischen Volksarmee) / Chorltg.: István Kiss / A Magyar Állami Operaház Zenekara (Das Orchester der Ungarischen Staatsoper) / Dirigent: Miklós Erdélyi / 'Hungaroton' SLPX 11539 (stereo) (1 LP, Ungarn 1971) bzw. HCD 11539 (1 CD, Ungarn 1999) Es ist befremdlich, diese durch und durch vertraute Musik einmal in einer so eigenartigen (und eigentlich unsingbaren) Sprache wie Ungarisch zu hören - aber es funktioniert erstaunlich gut.


    „Opernarien“ (Mozart): Dies Bildnis ist bezaubernd schön – Wie stark ist nicht dein Zauberton (Die Zauberflöte) / Hier soll ich dich denn sehen – Konstanze! Konstanze! Dich wieder zu sehen – Wenn der Freude Tränen fließen – Ich baue ganz auf deine Stärke (Die Entführung aus dem Serail) / In quegl'anni in cui val poco (Le nozze di Figaro) / Un aura amorosa – In quel fiero contrasto... Tradito, schernito (Cosi fan tutte) / Dalla sua pace – Il mio tesoro in tanto (Don Giovanni) / József Réti (Tenor) / A Budapesti Filharmóniai Társaság Zenekara (Die Budapester Philharmoniker ) / Dirigent: Adám Medveczky / 'Hungaroton' SLPX 11679 (stereo) (1 LP, Ungarn 1973). Diese Schallplatte ist das Vermächtnis des Sängers; zur Zeit der Aufnahme war er bereits schwer erkrankt. (Ich habe diese Platte in der Ausgabe des Budget-Labels 'Danube' von 'harmonia mundi france' mit der Katalognummer UD 11679.)


    „C'est la guerre“ ('Das ist der Krieg') (Petrovics): Der Mann – György Radnai / Die Frau – Mária Dunszt / Der Deserteur – Robert Ilosfalvy / 'Vis-a-vis' – József Réti / Die Hausmeisterin – Éva Gombós / Der Leutnant – András Faragó / Der Oberleutnant - Sándor Palcsó / Der Major - József Dene / Der Gendarm – Tivadar Bódy / A Magyar Állami Operaház Énekkara és Zenekara (Der Chor und das Orchester der Ungarischen Staatsoper) / Chorltg.: László Pless) / Dirigent: Tamás Blum / 'Hungaroton' LPX 1208 (mono) und SLPX 1208 (Stereo) (1 LP, Ungarn 1964). Das Musikdrama von Emil Petrovics (1930 - 2011) mit dem Libretto von Miklós Hubay, uraufgeführt 1961 im Ungarischen Rundfunk und am 11. 3. 1962 auf der Bühne der Ungarischen Staatsoper, erzählt eine Begebenheit aus dem Zweiten Weltkrieg. (Am Beginn der Oper ist József Réti mit dem Monolog eines alten Hausbewohners, der 'Vis-à-vis' genannt wird, zu hören.) Auf CD wurde die Aufnahme von 1964 mit der Kantate „Megpihenünk!“ ('Wir werden ruhen!', für Sopran, Chor und Orchester nach einem Text von Anton Cheshov) gekoppelt, die von Petrovics selbst dirigiert wird. ('Hungaroton' HCD 31958, Ungarn 2000).


    „Turandot“ (Puccini): Turandot – Paula Takács / Kalaf – József Simándy / Timur – Albert Antalffy / Liù . Júlia Orosz / Ping – György Melis / Pong – József Réti / Pang – Árpád Kishegyi / A Magyar Rádió és Televízió Énekkara (Der Chor des Ungarischen Rundfunks und Fernsehens) / A Magyar Állami Operaház Zenekara (Das Orchester der Ungarischen Staatsoper) / Dirigent: Miklós Lukács / 'Hungaroton' SLPX 11579 (stereo) (1 LP, Ungarn 1972). Ungewöhnlich an diesem Querschnitt ist, dass er fast die komplette 'Ministerszene' und das darauf folgende Zwischenspiel zur 2. Szene des zweiten Aktes enthält; zusätzlich dazu das Finale des ersten Aktes (mit den Arien von Liù und Kalaf), die Arie der Turandot, die zweite Arie der Liù und natürlich Kalafs Arie aus dem dritten Akt. (Eine CD-Ausgabe dieser Schallplatte gibt es m. W. bisher nicht.)


    „Il barbiere di Siviglia“ (Rossini): Conte Almaviva – József Réti / Dottor Bartolo – Lajos Katona / Rosina – Margit László / Figaro – György Melis / Don Basilio – Mihály Székely / Berta – Zsuzsa Divéky / Fiorello – Zsolt Bende / Un ufficiale – Tibor Nádas / Földényi Kórus (Der Földényi-Chor ) / Chorleitung: János Földényi / A Magyar Rádió Szimfonikus Zenekara (Das Symphonie-Orchester des Ungarischen Rundfunks) / Dirigent: Lamberto Gardelli / 'Hungaroton' LPX 12625/27 (mono) (3 LPs, Ungarn 1984) bzw. HCD 12625/26 (mono) (2 CDs, Ungarn 1998). Ich habe von dieser ungarisch gesungenen Rundfunk-Aufnahme von 1961 nur einen Querschnitt (LPX 11547); leider fehlt darauf die Arie des Almaviva aus dem 1. Akt.


    „Aida“ (Verdi): Il re – Pál Rissay / Amneris – Klára Palánkay / Aida – Paula Takács / Radames – József Simándy / Amonasro – Sándor Svéd* / Ramfis – György Littasy / Il messaggiero – József Réti / Una sacerdotessa – Judit Sándor / A Magyar Rádió Énekkara és Szimfonikus Zenekara (Der Chor und das Symphonie-Orchester des Ungarischen Rundfunks) / Dirigent: Viktor Vaszy / 'Hungaroton' LPX 31006/08 (3 LPs, Ungarn 1987). (*Der Bariton ist im Ausland als 'Alexander Sved' bekannt geworden.) Die Oper wurde vom 9. bis 11. November 1953 im Konzertsaal des Ungarischen Rundfunks in Budapest in ungarischer Sprache aufgenommen; vermutlich das früheste Tondokument von József Réti.


    Carlo

    Liebe Taminos!



    Am Abend des 7. Oktober 1959 (ein Mittwoch) tickten die Fernschreiber der internationalen Presseagenturen die Nachricht, dass der 'Hollywood-Tenor' Mario Lanza im Alter von 38 Jahren in einem römischen Krankenhaus an den Folgen eines schweren Herzinfarktes gestorben ist.


    Im Frühjahr 1959 hatte Mario Lanza während der Schallplattenaufnahmen von „The Student Prince“ Herzbeschwerden gehabt und im August suchte er die römische Privatklinik 'Valle Giulia' auf; man diagnostizierte eine leichte Lungenentzündung, Herzrhythmusstörungen und Arteriosklerose und behandelte ihn stationär. Am 3. September wurde er entlassen und nahm – vermutlich am 10. September - im Studio der 'RCA Italiana' noch drei Lieder aus der Operette „The Desert Song“ ('One flower in your garden', 'Azuri's dance' und 'One alone') für die Schallplatte auf. Am 25. September ging Mario Lanza erneut in dieses Krankenhaus, um sich dort unter ärztlicher Aufsicht wieder einmal einer Diät-Kur zwecks Gewichtsreduktion (für die Dreharbeiten des geplanten „Bajazzo“-Films) zu unterziehen.


    Am Mittag des 7. Oktober teilte ihm der Arzt Dr. Franco Silvestri mit, dass er bald die Klinik verlassen könne; kurz darauf erlitt Mario Lanza im Beisein einer Krankenschwester einen tödlichen Herzanfall (so die Auskunft der Klinik, eine andere Schwester sprach anonym gegenüber der Presse allerdings von einer Embolie), die sofort eingeleiteten Wiederbelebungsversuche blieben wirkungslos. Der Münchner Arzt Dr. Friedrich Frühwein, der Mario Lanza 1958 in die 'Parkklinik' am Walchensee einwies und ihn für schwer krank hielt (Arteriosklerose, Hypertonie und Leberzirrhose im Anfangsstadium), mutmaßte im Interview mit der Münchner „Abendzeitung“, Lanza sei in Rom in einen 'Heilschlaf' – eine damals gängige, aber riskante Methode zur Beschleunigung der Gewichtsabnahme - versetzt worden, und musste sich wegen Verletzung der ärztlichen Schweigepflicht vor der Bayerischen Ärztekammer verantworten.


    Man benachrichtigte Betty Lanza, die einen schweren Nervenzusammenbruch bekam; zwei Tage vorher geriet das Ehepaar bei ihrem Besuch in der Klinik in eine Auseinandersetzung und sie hatte sich geweigert, die nachfolgenden Telefonanrufe ihres Mannes entgegen zu nehmen. (Der Sänger war auch bei seinen früheren Krankenhaus-Aufenthalten ein schwieriger, ungeduldiger Patient gewesen; diesmal wurde es lt. Auskunft seines Managers John Coast noch verstärkt durch Lanzas Absicht, sich vom Rauchen zu entwöhnen, ganz abgesehen davon, dass ihm jeglicher Alkohol-Genuss untersagt wurde.) Die Klinik 'Valle Giulia' und der – im Auftrag Mussolinis für den 'Eroberer Äthiopiens', Pietro Badoglio, erbaute - Palazzo Badoglio (heute die chinesische Botschaft in Rom), in dem die Familie Lanza eine Etage bewohnte, wurde von Reportern belagert und sie überboten sich gegenseitig mit Berichten über den Tod Mario Lanzas. Die italienische Presse spekulierte sogar, die Mafia habe den Sänger ermordet, weil er sich weigerte, bei einem Konzert aufzutreten, das der 'Mobster' Lucky Luciano organisierte, oder die 'Ndrangheta habe Mario Lanza getötet, weil er keine Erpressungsgelder zahlen wollte.


    Mario Lanzas Leiche wurde im Palazzo Badoglio offen aufgebahrt und in der Kirche 'Santa Maria Maggiore' gab es am 10. Oktober einen Trauergottesdienst unter der Anteilnahme einer riesigen Menschenmenge, bevor der Sarg im Flugzeug in die USA überführt und in einem Trauerzug durch seine Geburtsstadt Philadelphia gefahren wurde. Die Beisetzung erfolgte auf dem Calvary-Friedhof in Whittier bei Los Angeles, die Grabplatte trug die Inschrift, „Mario Lanza, 1921-1959, Beloved Husband and Father“. Einige Jahre nach dem Tod von Betty Lanza ließ die Familie in Culver City (Los Angeles), wo sich einst auch die Filmstudios von 'MGM' befanden, auf dem Holy Cross Cemetery ein interessant gestaltetes Mausoleum errichten, in dem Mario Lanza seine letzte Ruhe fand.


    Betty Lanza – sie war die Schwester eines Militär-Kameraden Lanzas, Bert Hicks, und das Ehepaar war seit 1945 verheiratet - starb in Beverly Hills (mit 37 Jahren) nur fünf Monate nach ihrem Mann, offiziell an einer falschen Medikation wegen einer Atemwegserkrankung. Die Ehe galt als glücklich; Betty war vollkommen auf ihren Mann fixiert (die Erziehung der vier Kinder wurde Nannies übertragen), aber sie war keine der Sänger-Gattinnen wie die Ehefrauen von Corelli, Del Monaco oder Domingo und hielt sich stets im Hintergrund. Zurück blieben vier Kinder im Alter von fünf bis elf Jahren, die von Mario Lanzas Eltern in Kalifornien aufgezogen wurden; heute lebt nur noch seine 1950 geborene Tochter Ellisa Lanza Bregman, die für Derek Mannerings Buch „Singing to the Gods“ das Vorwort schrieb. (Mir ist diese Biographie wie auch das von Derek McGovern sehr gelobte Buch von Armando Cesari mit dem Titel „Mario Lanza - An American Tragedy“ nicht bekannt; von beiden Publikationen gibt es keine deutschen Auflagen, was sich hoffentlich im nächsten Jahr zum 100. Geburtstag von Mario Lanza ändern wird.)



    Kurz nach Mario Lanzas Tod kamen 1959 die Schallplatten mit den im Beitrag Nr. 101 genannten Aufnahmen von Weihnachtsliedern (LM/LSC-2333) und dem Querschnitt aus „The Student Prince“ (LM/LSC-2339) heraus, gefolgt 1960 von dem Album „Mario Lanza Sings Caruso Favorites“ (LM/LSC-2393) sowie den Higlights aus „The Desert Song“ (LM/LSC-2440). Ende des Jahres 1960 veröffentlichte man schließlich den von Mario Lanza nicht frei gegebenen Mitschnitt des Liederabends vom 16. 1. 1958 aus der Royal Albert Hall in London, der für 'sein' Publikum ein ziemlich enttäuschendes Programm bot; altitalienische Arien, Lieder zeitgenössischer amerikanischer Komponisten, nur drei 'Canzoni napoletane' und auch nur drei Arien waren wohl nicht das, was die fast 7000 Zuhörer von ihrem Idol hören wollten:


    A Mario Lanza Program“ 'RCA Victor' LM-2454 (mono) und LSC-2454 (stereo) (siehe Beitrag Nr. 84).



    Natürlich verlangten die Lanza-Fans nach weiteren Schallplatten, aber nach dem Erscheinen von „The Vagabond King“ (LM/LSC-2509) im Sommer 1961 gab es keine weiteren neuen Aufnahmen von Mario Lanza mehr, so dass man sich darauf verlegte, das 'RCA'-Archiv nach alten Aufnahmen, die z. T. nur als 'Singles' veröffentlicht worden waren, zu durchsuchen und sie in Kompilationen auf LPs heraus zu bringen. Außerdem verfügte man über die angekauften Bänder der 'Coca-Cola'-Shows aus den Jahren 1951/1952. Bereits 1958 erschien eine Platte auf 'RCA's' Budget-Label 'Camden Records' mit dem Titel „You Do Something To Me“:


    You Do Something To Me“: 'You do something to me'* („Fifty Million Frenchmen“ / Cole Porter) – 'Sylvia'+ (Oley Speaks) – 'Some day'+ („The Vagabond King“ / Rudolf Friml) – 'Beloved'* (Film „The Student Prince“ / Nicholas Brodszky) – 'Ne shest almazov v kamennikh peshcherakh'* ('Song of India' / „Sadko“ / Nikolai Rimski-Korsakov) – 'Lolita'+ (Arturo Buzzi-Peccia) – 'You are my love'* (Constantine Callinicos) – 'Lygia'+ (Film „Quo Vadis?“ / Miklós Rózsa) – 'La fleur que tu m'avais jetée'* („Carmen“ / Georges Bizet) – 'Che gelida manina'* („La Bohème / Giacomo Puccini) – 'O tu che in seno agli angeli'* („La forza del destino“ / Giuseppe Verdi) / A Chorus and Orchestra / Dirigenten: Constantine Callinicos* und Ray Sinatra+ (New York 1949 und Hollywood 1950–1953) 'Camden Records' CAL 450 (1 LP. 1958). Eine Kombination aus Studio-Aufnahmen der 'RCA' und den Rundfunk-Sendungen der 'Coca-Cola'-Show. Die Schallplatte erschien zuerst in den USA und wurde Jahre später - elektronisch stereophonisiert - mit der Katalognummer CDS 6002(e) auch in der BRD veröffentlicht; diese Ausgabe habe ich in meiner Sammlung.


    (Schon 1953 etablierte die Firma 'RCA' ein neues Label auf dem amerikanischen Schallplattenmarkt: 'Camden', benannt nach der Stadt Camden bei Philadelphia, wo sich der Firmensitz und das Presswerk von 'RCA' befand. Unter diesem Etikett sollten ursprünglich ältere Aufnahmen des Klassik-Katalogs von 'RCA Victor', die überwiegend auf Schelllackplatten veröffentlicht worden waren, zu einem herabgesetzten Preis angeboten werden. Da aber hier zunehmend Wiederveröffentlichungen der Unterhaltungsmusik erschienen, wurde 1960 für die klassische Musik das neue Label 'Victrola' kreiert.)


    Drei weitere Zusammenstellungen folgten 1962 und 1964, wobei zu berücksichtigen ist, dass 'RCA' ihre monauralen Mario-Lanza-Schallplatten (mit der Prefix 'LM' bzw. 'LPM') ab 1965 auch in elektronisch stereophonisierten Pressungen (Prefix 'LSC' bzw. 'LSP') mit einem (e) hinter der Katalognummer anbot:


    I'll Walk With God“: 'I'll walk with God'* (Film „The Student Prince“ / Nicholas Brodszky) – 'The Virgin's slumber song'* ('Mariä Wiegenlied' / Max Reger) – 'The Lord's prayer'+ (Albert Hay Malotte) – 'O holy night'* (Adolphe Adam) – 'Guardian angels'+ (Harpo Marx) – 'Ave Maria'* (Johann Sebastian Bach – Charles Gounod) – 'Somebody bigger than you and I'+ (Johnny Lange, Hy Heath und Sonny Burke) - 'Because'+ (Guy d'Hardelot) – 'The trembling of a leaf'+ (Johnny Green) – 'None but the lonely heart'+ ('Net, tolko tot, kto znal svidania' / Piotr Ilich Chaikovskii) – 'Through the years'+ (Vincent Youmans) – 'I love thee'+ ('Jeg elsker dig' / Edvard Grieg) – 'Trees'+ (Oscar Rasbach) – 'Mamma, quel vino è generoso'* („Cavalleria rusticana“ / Pietro Mascagni) / A Chorus and Orchestra / Dirigenten: Constantine Callinicos* und Ray Sinatra+ (Hollywood, 1950-1952) 'RCA Victor' LM-2607 (1 LP, 1962) Die Schallplatte trägt den Untertitel „Songs of Devotion and Love“ und enthält sowohl Eigen-Produktionen der 'RCA' wie auch Aufnahmen aus den 'Coke-Shows'.


    I'll See You in My Dreams“: 'With a song in my heart'* („Spring is here“ / Richard Rodgers) – 'Among my souvenirs'+ (Lawrence Wright) – 'Marchéta'+ (Victor Schertzinger) – 'Memories'+ (Egbert von Alstyne) – 'Ah! Sweet mystery of life'* („Naughty Marietta“ / Victor Herbert) – 'I'll be seeing you'+ („Right this way“ / Sammy Fain) – 'Così, cosà'* (Bronislaw Kaper und Walter Jurmann) – 'Lady of Spain'+ (Tolchard Evans) – 'La spagnola'+ (Vincenzo Di Chiara) – 'When day is done'+ (Robert Katscher) – 'The best things in life are free'+ („Good News“ / Ray Henderson) – 'I'll see you in my dreams'+ (Isham Jones) / An Orchestra / Dirigent: Ray Sinatra (Hollywood, 1951-1952) 'RCA Victor' LM-2720 (1 LP, 1964). Alle Aufnahmen entstammen den von 'Coca-Cola' gesponserten Radiosendungen der NBC bzw. CBS aus den Jahren 1951* und 1952+. (Ich habe diese Schallplatte in einer deutschen 'electronically reprocessed' Ausgabe mit der Nummer LSP-9998(e) aus dem Jahre 1965.)


    The Best of Mario Lanza“: 'Be my love' (Nicholas Brodszky) – 'And this is my beloved' („Kismet“ / Robert Wright und George Forrest) - 'Funiculì, funiculà' (Luigi Denza) - 'A kiss' (Ray Sinatra) - 'One alone' („The Desert Song“ / Sigmund Romberg) – 'Overhead the moon is beaming' („The Student Prince“ / Sigmund Romberg) - 'Only a rose'* („The Vagabond King“ / Rudolf Friml) – 'The loveliest night of the year' ('Sobre las olas' / Juventino Rosas - Irving Aaronson) – 'Santa Lucia' (Anonym) - 'Arrivederci, Roma!' (Renato Rascel) - 'Because you're mine'+ (Nicholas Brodszky) - 'Recitar!... Vesti la giubba' („I pagliacci“ / Ruggero Leoncavallo) / Judith Raskin (Sopran)* / Constantine Callinicos (Klavier)+ / A Chorus and Orchestra / Dirigenten: Irving Aaronson, Paul Baron, Constantine Callinicos und Ray Sinatra (Hollywood 1950-1956, London 1958 sowie Rom 1957 und 1959) 'RCA Victor' LM-2748 (1 LP, USA 1964) bzw. LPM-9997 (1 LP, BRD 1964). Interessant an dieser Zusammenstellung sind einige Alternativ-Aufnahmen: „Funiculì, funiculà“ ist angeblich eine frühe Aufnahme unter Constantine Callinicos; „The loveliest night of the year“ stammt aus einer 'Coke-Show' von 1951 (Dirigent: Ray Sinatra) und das Lied „Arrivederci, Roma!“ wird nicht in dem Film-Soundtrack (mit der Kinderstimme von Luisa Di Meo) geboten, sondern in einer englischsprachigen Version, die Mario Lanza im November 1957 einspielte.



    In der nächsten Woche folgen noch weitere Kompilations-Schallplatten mit Mario Lanza.


    Viele Grüße!


    Carlo

    Hallo, Gregor!


    Nein, ich werde noch etwas schreiben, aber im Moment bin ich unschlüssig, was und wieviel ich über das tragische Ende von Mario Lanza berichten soll. (Obwohl man es damals in jeder Illustrierten lesen konnte.) Außerdem möchte ich noch einige posthum veröffentlichte Alben mit Kompilationen von auf LP vorher nicht erschienenen Aufnahmen - hauptsächlich aus den "Coca-Cola"-Sendungen - auflisten.


    Carlo

    Hallo,


    heute folgen die Rundfunkaufnahmen von Milhauds "David", von Bertés "Dreimäderlhaus" und vom "Wiener Café" von Robert Stolz.



    „David, König von Israel“ ('David') (Milhaud): Samuel, der Prophet – Walter Kreppel / Isai – Erich Wenk / Isais Frau – Ursula Zollenkopf / David, der Sohn Isais – Hermann Prey und Hans Herbert Fiedler / Abner, Heerführer König Sauls – Hermann Rieth / Saul, König von Israel – James Pease / Goliath, Vorkämpfer der Philister – Caspar Bröcheler / Jonathan, Sauls Sohn – Kurt Wehofschitz / Michal, Sauls Tochter – Clara Ebers / Abiathar, ein Priester – Caspar Bröcheler / Die Seherin von Endor – Ursula Zollenkopf / Ein Amalekiter – Kurt Marschner / Abissai, Davids Neffe – Kurt Wehofschitz / Benajah, Anführer von Davids Leibwache – Kurt Marschner / Joab, Davids Feldhauptmann – Hermann Rieth / Ein Wächter – Hermann Firchow / Bathseba, Davids achte Frau – Siw Ericsdotter / Nathan, ein Prophet - James Pease / Zadok, der Hohepriester – Walter Kreppel / Ahimaaz, Zadoks Sohn - Kurt Wehofschitz / Ein Äthiopier – Erich Wenk / Abisag, eine junge Dienerin – Dorothea Förster-Georgi / Salomon, Davids Sohn – Maria Plümacher / In weiteren Rollen: Rolf Kunz, André Peysang, Werner Engelhardt, Arno Reinhardt, Horst Sellentin und Hartwig Stuckmann / Der Knabenchor von St. Michaelis, Hamburg / Chorltg.: Friedrich Brinkmann / Der Kölner Rundfunk-Chor / Chorltg.: Bernhard Zimmermann und Otto Maier / Der Chor des Norddeutschen Rundfunks Hamburg / Chorltg.: Max Thurn und Otto Franze / Das Sinfonie-Orchester des Norddeutschen Rundfunks Hamburg / Dirigent: Hans Schmidt-Isserstedt (Hamburg, Musikhalle, 31. 3. 1955, Live-Mitschnitt). (Rollenangaben in der Reihenfolge des Auftritts.) In dieser konzertanten deutschen Erstaufführung des NDR mit dem deutschen Libretto von R. G. Wolfsohn ist die Rolle des David auf zwei Sänger - Hermann Prey in den ersten vier Akten und Hans Herbert Fiedler als gealterter Mann im 5. Akt - verteilt. Vermutlich gab es Kürzungen und es wurden einige Rollen – z. B. drei der sieben Brüder Davids (Eliab, Abinadab und Chama), Davids zweite und dritte Frau (Abigail und Abinoam), drei Hauptleute Davids (Isoboam, Eliasar und Sammah) und die sieben Schwestern Davids – auf mehrere Solisten und Chorsänger verteilt. (Eine CD-Veröffentlichung liegt bei 'Cantus Classics' vor.)


    1953 beauftragte die israelische Regierung den französischen Komponisten Darius Milhaud mit der Komposition einer Oper zur 3000-Jahr-Feier Jerusalems. Der mit Milhaud befreundete Dirigent Sergei Koussevitzky schlug als Vorlage die biblische Geschichte über David vor, den Stadtgründer Jerusalems; Armand Lunel schrieb den Text (in französischer Sprache) nach dem Ersten und Zweiten Buch des Propheten Samuel. Die halb-szenische Uraufführung war am 1. 6. 1954 im Edison-Kino in Jerusalem (Dirigent: George Singer); am 2. 1. 1955 folgte die erste Bühnenaufführung an der Mailänder Scala – in italienischer Sprache - mit u. a. Italo Tajo (Samuele), Carlo Badioli (Iesse), Maria Amadini (La moglie di Iesse), Anselmo Colzani (David), Nicola Rossi-Lemeni (Saul), Mario Ortica (Gionathan), Disma De Ceccho (Michol), Giuseppe Modesti (Abner), Marco Stefanoni (Golia), Costantino Ego (Abiathar), Jolanda Gardino (La strega di Endor), Mario Carlin (L'amalecita), Enzo Sordello (Gioab), Luciano Della Pergola (Benayah), Marcella Pobbe (Betsabea), Afro Poli (Nathan). Nicola Zaccaria (Zadok), Eugenia Ratti (Abisag); der Dirigent war Nino Sanzogno und die Regie verantwortete Margherita Wallmann in der Ausstattung von Nicola Benois. Auf der Freiluftbühne der 'Hollywood Bowl' bei Los Angeles kam es am 22. 9. 1956 zur (konzertanten) amerikanischen Erstaufführung; unter den Solisten befanden sich Harve Presnell (David), Giorgio Tozzi (Samuel), Mack Harrell (Saul), Adele Addison (Michal), Herva Nelli (Bathseba), Marni Nixon (Abisag) und Norman Mittelmann (Eliasar). Roger Wagner leitete seinen berühmten Chor und Izler Solomon dirigierte das Hollywood Bowl Symphony Orchestra.



    „Das Dreimäderlhaus“ (Franz Schubert / Heinrich Berté): Franz Schubert – Rudolf Christ / Baron Franz Schober – Erich Kienbacher / Moritz von Schwind, Maler – Heinz Friedrich / Leoold Kupelwieser, Maler – Max Proebstl / Johann Michael Vogl, Hofopernsänger – Kurt Wehofschitz / Giuditta Grisi, Hofopernsängerin – Liselotte Ebnet / Graf Schorndorf, dänischer Gesandter – Karl Schönböck / Christian Tschöll, Hofglasermeister – Fritz Muliar / Seine Frau – Eleonore von Wallerstein / Hannerl, Haiderl und Hederl, beider Töchter – Rosl Schwaiger, Antonia Fahberg und Brigitte Fassbaender / Der Posthalter – Ferry Gruber / Andreas Bruneder, Sattlermeister – Fritz Graas / Nowotny – Hanns Ernst Jäger / Frau Brametzberger, Hausbesorgerin – Elisabeth Neumann-Viertel / Der Erzähler – Erik Schumann / Der Chor des Bayerischen Rundfunks / Chorltg.: Wolfgang Schubert / Das Münchner Rundfunkorchester / Dirigent: Franz Allers / Funkbearbeitung: Hartmann Goertz / Regie: Heinz-Günther Stamm (München, Bayerischer Rundfunk, Studio 1, 9. - 14. 9. 1963)



    „Wiener Café“ (Stolz) Erstes Bild: Bäckermeister Wendler – Otto Storr / Seine Frau Ursula – Martha Kunig-Rinach / Beider Tochter Josephine – Sonja Knittel / Georg Kolschitzky – Ferry Gruber / Sonja Kolschitzky, seine Mutter – Rosl Günther / Pepperl, Bäckerlehrbub – Erni Singerl / Kräherl, Gemeindepolizist – Kurt Walldorf // Zweites Bild: Kaiserin Maria Theresia – Hertha Talmar / Baron von Brühl – Kurt Wehofschitz / Josephine, Wirtin – Sonja Knittel / Pepperl, Piccolo – Erni Singerl / Graf von Stransky – Willy Berling // Drittes Bild: Josephine von Brühl, Wirtin zum „Goldenen Kipferl“ - Sonja Knittel / Therese Krones, Schauspielerin – Antonia Fahberg / Ferdinand Raimund – Josef Knapp / Johann Nestroy – Anton Reimer / Vincenz Traugott, Paukist am Theater an der Wien - Rudolf Christ / Pepperl, Piccolo – Erni Singerl / Ein Zeitungsleser – Paul Mahr // Viertes Bild: Josephine Reinwald, Wirtin zum „Goldenen Kipferl“ - Sonja Knittel / Ihr Mann Richard Reinwald – Willy Berling / Madeleine, Tänzerin – Ursula Köster / Xaver Birnbacher, Holzhändler – Walter Hoffmann / Pepperl, Piccolo – Erni Singerl // Fünftes Bild: Josephine Reinwald, Wirtin zum „Goldenen Kipferl“ - Sonja Knittel / Rudi, ihr Zahlkellner – Ferry Gruber / Franzi, Leiterin der Damenkapelle – Ruth Reiner-Ferstl / Jimmy Royton, Jazzbandleader – Mel Sondock / Mabel, Schlagersängerin – Topsy Küppers / Pepperl, Piccolo – Erni Singerl / Zwei Stammgäste im Café – Gustl Weishappel und Eduard Loibner / Die Singgemeinschaft Rudolf Lamy / Das Münchner Rundfunkorchester / Dirigent: Robert Stolz (München, Bayerischer Rundfunk, Studio 1, 7. 2. 1961). Diese Robert-Stolz-Operette (Untertitel: 'Fünf Blätter aus dem Historienbüchlein des Wiener Kaffeehauses') mit dem Libretto von Fritz Koselka, Robert Gilbert und Willy-Werner Göttig ist eine Neufassung von 1958 der Operette „Zum Goldenen Halbmond“, die 1935 im Deutschen Nationaltheater Osnabrück uraufgeführt wurde; erst 1965 kam "Wiener Café" am Opernhaus Graz auch zu einer Bühnenaufführung.



    Die angekündigten Operetten-Querschnitte folgen nächste Woche!


    Carlo

    Liebe Mario-Lanza-Verehrer (und solche, die es vielleicht noch nicht sind)!

    Im Juni 1959 nahm Mario Lanza in Rom mit dem Dirigenten Paul Baron einige Lieder aus dem Repertoire Enrico Carusos auf und das dürfte für ihn eine 'Herzenssache' gewesen sein, war er doch mit dessen Stimme und seinen Liedern aufgewachsen. Auf der Platte befinden sich auch fünf Lieder von Francesco Paolo Tosti, drei neapolitanische 'Canzoni' und eine besondere 'Serenade':


    Mario Lanza sings Caruso Favorites“: „Vieni sul mar“ / „Komm' auf's Meer“ ( ('Deh, ti desta, fanciulla, la luna spande un raggio... Vieni sul mar, vieni a vogar, sentirai l'ebbrezza del tuo marinar!' / Wach' auf, Mädchen, der Mond wirft einen Strahl…. Komm' auf's Meer, komm' rudern, fühle die Leidenschaft deines Matrosen / Aniello Califano).

    „Senza nisciuno“ / „Ohne irgendjemand“ ('Tramonta 'o sole... Che malasciurte, ahimé, sulo, senza nisciuno!' / Die Sonne sinkt... Welches Unglück, ach, allein, ohne irgendjemand! / Ernesto De Curtis). Gesungen im neapolitanischen Dialekt.

    „Musica proibita“ / „Verbotene Musik“ ('Ogni sera di sotto al mio balcone... Vorrei baciare i tuoi capelli neri' / Jeden Abend unter meinem Balkon... Dein schwarzes Haar möchte ich küssen / Stanislao Gastaldon).

    „Vaghissima sembianza“ / „Liebliches Bild“ ('Vaghissima sembianza d'antica donna amata' / Liebliches Bild einer einst geliebten Frau / Stefano Donaudy). Bei der Komposition dieses Liedes war Donaudy erst 13 Jahre alt!

    „Serenata“ ('La luna scende e tu, o cara, al suon della mia voce non vieni al tuo verone' / Der Mond geht unter und du, Teure, kommst beim Klang meiner Stimme nicht auf deinen Balkon / Calogero Adolfo Bracco) Zu dieser 'Serenade' schrieb niemand anderer als ein gewisser Enrico Caruso die Verse!

    „Lolita“ ('Amor, amor, che langue il cor... Amor s'en vien, è l'ora gradita / Liebe, Liebe, wie sehnt sich das Herz... Es naht die Liebe, es ist die erwünschte Stunde (Arturo Buzzi-Peccia).

    „Luna d'estate“ / „Sommermond“ ('Luna d'estate, ho un sogno nel mio cuore' / Sommermond, ich hab' einen Traum in meinem Herzen / Francesco Paolo Tosti).

    „L'alba separa dalla luce l'ombra“ / „Die Morgendämmerung trennt das Dunkel vom Licht“ (Francesco Paolo Tosti).

    „Pour un baiser“ ('Pour un baiser sur la peau parfumée' / Für einen Kuss auf die duftende Haut / Francesco Paolo Tosti). Französisch gesungen.

    „La mia canzone“ / „Mein Lied“ ('La mia canzone è un dolce mormorio' / Mein Lied ist ein süßes Murmeln / Francesco Paolo Tosti).

    „Ideale“ / „Wunschbild“ ('Io ti seguii come iride di pace' / Ich folgte dir wie der Regenbogen des Friedens / Francesco Paolo Tosti).

    „Santa Lucia“ ('Sul mare luccica l'astro d'argento' / Auf dem Meer glitzert der silberne Stern / Anonym). Diese Barcarole wurde 1849 von Teodoro Cottrau ins Italienische übersetzt und ist die erste 'Canzone napoletana', die gedruckt wurde. (Mit 'Santa Lucia' ist nicht die Heilige gemeint, sondern ein kleiner Ort im Golf von Neapel.)

    An Orchestra / Dirigent: Paul Baron (Rom, RCA Italiana Studios, Juni 1959) 'RCA Victor' LM-2392 (mono) und LSC-2392 (stereo). Die Orchester-Arrangements stammen von Paul Baron* und Ennio Morricone+. Die im Frühjahr 1960 – ein halbes Jahr nach Mario Lanzas Tod – veröffentlichte Schallplatte wurde von der internationalen Kritik durchweg positiv beurteilt und die früher immer wieder angestellten (und unsinnigen) Vergleiche mit Enrico Caruso unterblieben diesmal weitgehend. Man war sich bewusst, dass hier der 'Schwanengesang' eines weiteren großen, eigenständigen und einmaligen Tenors zu hören ist.


    The Vagabond King“: Overture – 'Life is like a bubble in our glasses' ('Opening Chorus')+° – 'Lay me to snooze in the mud and the ooze'*^ ('Drinking Song') – 'Someday you will seek me and find me'+ ('Someday') – 'Love me tonight'*^ – 'Red rose out of the east^ ('Only a rose') – 'When you say: not today'+ ('Tomorrow') – 'Here's your dream of happiness'+ ('Love for sale') – 'We hunt today for a wilder sort of game'^ ('Hunting') – 'Nocturne'° – 'Hearts may flower for an hour'° ('Huguette Waltz') – 'Come all you beggars of Paris town'*+ ('Song of the Vagabonds') – Finale+ / Judith Raskin* (Sopran) / Chorus and Orchestra / Dirigent: Constantine Callinicos (Rom, RCA Italiana Studios, Juli 1959) 'RCA Victor' LM-2509 (mono) und LSC-2509 (stereo). Die Partitur wurde von Ennio Morricone+, Carlo Savina° und A. Nadin^ bearbeitet. Die bekannte Sopranistin Judith Raskin und ein anonymer Chor sangen 1960 in New York zu der in Rom eingespielten Orchester-Begleitung und Mario Lanzas Gesang. Obwohl vor den 'Highlights' aus „The Desert Song“ aufgenommen, erschien diese Schallplatte erst im Sommer 1961, fast zwei Jahre nach Mario Lanzas Tod.


    Rudolf Friml, 1879 in Prag als Sohn eines Bäckers geboren, studierte Komposition am Prager Konservatorium in Antonín Dvoráks Direktionszeit und kam 1901 als Klavierbegleiter des Geigers Jan Kubelik in die USA. Nach erfolgreichen Auftritten als Pianist (u. a. mit einem eigenen Klavierkonzert) wandte er sich der amerikanischen Operette zu und schrieb über zwanzig Werke für dieses Genre, u. a. „The Firefly“ ('Glühwürmchen' – sein erstes Bühnenwerk, 1912) und die berühmte „Rose-Marie“ von 1924. Er starb 1972 in Los Angeles. Francois Villon (1431 – nach 1463), der durch seine überwiegend satirischen Balladen und Gedichte unsterbliche Pariser „Bettler-Poet“ - in der Operette bezeichnet er sich selbst als 'mad, glad, sad, bad' – ist der Titelheld von Rudolf Frimls Operette „The Vagabond King“ ('Der König der Vagabunden'), die am 21. 9. 1925 - nach dem üblichen 'Try-out' in der Provinz - am New Yorker Broadway (Casino Theatre) zum ersten Mal gespielt wurde und auf über 500 Vorstellungen kam. Vorlage war das Theaterstück „If I Were King“ von Justin Huntly McCarthy aus dem Jahre 1901.


    Die Handlung spielt im 15. Jahrhundert im von den Burgundern belagerten Paris. Der im Volk unbeliebte König Louis XI. mischt sich verkleidet unter's Volk, um sich persönlich die 'Schmähverse' des von zahlreichen Anhängern umgebenen 'Bettler-Poeten' Francois Villon ('mad, glad, sad, bad'), der lauthals erklärt, was er täte, wenn er König wäre, anzuhören. Louis lässt Villon einkerkern, macht ihm jedoch das Angebot, für einen Tag seinen Platz einzunehmen; sein Gedanke ist, dass es Villon gelingt, die Pariser Bevölkerung zum Kampf gegen die Burgunder anzustacheln - sein Hintergedanke ist aber, Villon nach Ablauf dieses einen Tages hängen zu lassen. Um dem Dichter die Sache schmackhafter zu machen - und um sich an der schönen Katherine de Vaucelles zu rächen, die sich weigerte, seine Mätresse zu werden - ernennt der König ihn zum Grafen von Montcorbier (das war wahrscheinlich Francois Villons Geburtsname) und macht sie miteinander bekannt. Villon erreicht es tatsächlich, mit Unterstützung des Pariser 'Mobs' die kampfesunwilligen Soldaten des Königs zum Kampf gegen die Belagerer zu überreden; allerdings findet Villons mutige Geliebte, die Straßendirne Huguette, im Kampfgetümmel den Tod, doch der Dichter hat längst bei Katherine – die sich in den falschen Grafen verliebt hat - Feuer gefangen. Louis kann nach der Befreiung der Stadt mit massiven Drohungen von Villons Anhängern davon abgehalten werden, den 'König für einen Tag' hinrichten zu lassen, und er muss auch zähneknirschend der Ehe zwischen der Adligen und dem 'König der Vagabunden' zustimmen.


    Schon 1930 verfilmte „Paramount Pictures“ die Operette mit Dennis King – 1925 der erste Villon am Broadway – und Jeanette MacDonald in der Regie von Ludwig Berger. 1956 gab es ein 'Remake' bei der gleichen Filmfirma durch Michael Curtiz mit Kathryn Grayson, Rita Moreno und dem maltesischen Tenor Oreste Kirkop – auch er ein 'Swashbuckler'-Typ wie Mario Lanza, aber im Gegensatz zu diesem konnte er erfolgreiche Auftritte auf der Opernbühne (vor allem in Italien und Großbritannien) vorweisen und hat in einigen TV-Opern der 'NBC' („Madama Butterfly“, „La Traviata“ und „Rigoletto“) mitgewirkt. 'RCA Victor' nahm 1956 korrespondierend zu dem sehr erfolgreichen – aber m. W. in Deutschland nie gezeigten - Film Szenen aus „The Vagabond King“ mit Oreste Kirkop und Jean Fenn (Lanzas Partnerin in „Serenade“) unter dem Dirigat von Henri René auf.


    The Desert Song“: Overture – 'I open my arms... My desert is waiting, dear, come there with me'* ('The Desert Song') – 'Oh, girls, here are cavaliers'* ('French Military Marching Song') – 'Over the ground there comes a sound' ('The Riff Song') – 'What's the noise, what's the row... I want a kiss! Give it to me'*° – 'Let love come as some rare treasure... Let love go!'^ - 'One flower grows alone in your garden'^ – 'Over the desert like a tomb of sand' ('Azuri's Dance') – 'My passion is not to crash on and woo... Then you will know'* – 'Romance, a play boy who is born each spring'* – 'Bold women, please unhand me... One good boy gone wrong'* – 'Lonely as a desert breeze... One alone, to be my own' / Judith Raskin* (Sopran – 'Margot' und 'Clementina') / Raymond Murcell° (Bariton – 'Sid El Kar') / Donald Arthur^ (Bass – 'Ali Ben Ali') / Chorus and Orchestra / Dirigent: Constantine Callinicos (Rom, RCA Italiana Studios, August und September 1959) 'RCA Victor' LM-2440 (mono) bzw. LSC-2440 (stereo). Mario Lanza singt nicht nur die Doppelrolle 'Red Shadow' bzw. 'Pierre', sondern auch den Part des 'Paul' und des 'Benny'. (Leider fehlt das bekannte Sopran-Solo 'The Sabre Song'.) Wie schon bei „The Student Prince“ und „The Vagabond King“ wurden in Rom nur Mario Lanzas Gesang und die Orchester-Begleitung aufgenommen; die anderen Gesangssolisten und der Chor sangen 1960 in einem Studio in New York auf das Tonband aus Rom.


    „The Desert Song“ ('Das Lied der Wüste') ist das seltene Beispiel einer Operette, die aktuelle geschichtliche Ereignisse zum Inhalt hat: 1921 erhoben sich in Marokko mehrere Berber-Stämme – Rifkabylen genannt - gegen die spanische, von Frankeich unterstützte, Protektorialmacht und es kam zu dem mit voller Grausamkeit (Einsatz von Senfgas gegen die Zivilbevölkerung!) geführten, verlustreichen fünf Jahre dauernden „Rif-Krieg“. Plötzlich war alles 'Arabische' in Mode, es gab Bücher (z. B. die Memoiren von Lawrence von Arabien), Theaterstücke und Hollywood drehte zwei Filme mit Rudolph Valentino („The Sheik“ von 1921 und 1926 „The Son of the Sheik“). Da durfte eine 'romantische' Operette nicht fehlen und der aus Ungarn stammende Sigmund Romberg (1887 - 1951) - Schöpfer von „The Student Prince“, „Maytime“ und „The New Moon“ - war der richtige Mann dafür. Das Buch schrieben Otto Harbach, Oscar Hammerstein II und Frank Mandel; Romberg hatte übrigens die Angewohnheit, zuerst die Melodien zu komponieren, auf die dann die Librettisten den Text schreiben mussten. Die Broadway-Premiere - am 30. 11. 1926 im Casino Theatre (mit seiner arabisch anmutenden Innenausstattung) war der Beginn eines bis heute anhaltenden Theater-Erfolges auch in Großbritannien und Frankreich, aber nicht in Deutschland, wo man diese melodienträchtige Operette kaum kennt. Dabei dürfte die Handlung dem heutigen Publikum sehr vertraut sein - „Superman“ lässt grüßen:


    Der französische General Birabeau wurde nach Marokko abkommandiert, um die aufständischen Rif-Kabylen zu besiegen, die unter der Leitung des mysteriösen 'Red Shadow' den spanisch-französischen Truppen einen Guerilla-Krieg liefern. Der Sohn des Generals, Pierre, ist in Margot Bonvalet verliebt, die mit einem Kapitän der französischen Fremdenlegion, Paul Fontaine, verlobt ist. Doch Margot hat kein Auge für Pierre, der ihr zu langweilig und 'unromantisch' ist; sie träumt davon, in den Armen eines heißblütigen Arabers zu liegen. Ihr Traum wird wahr, als sie von dem maskierten 'Red Shadow' entführt wird. Doch nun erklärt ihm die kapriziöse Dame, dass sie Pierre Birabeau liebt, der sie sicher befreien wird. Da gelingt es dem General, das Versteck Margots im Harem des Scheichs Ali Ben Ali ausfindig zu machen und er fordert 'Red Shadow' zum Duell, doch dieser ergreift die Flucht. Als die französischen Soldaten hinzukommen, taucht auch Pierre unter ihnen auf und Margot glaubt, dass er 'Red Shadow' getötet hat. Nun erst gibt sich dieser zu erkennen und dem Happy End steht nichts mehr im Wege. Um die Handlung aufzulockern gibt es auch ein 'komisches' Paar (Benny - ein Reporter des „Paris Herald“ - und die spanische Halbweltdame Clementina), einen 'Nebenbuhler' (Margots Verlobter Paul, der aber Azuli liebt, eine junge arabische Tänzerin) sowie zwei Araber: Sid El Kar (Gefolgsmann des 'Roten Schatten') und der Scheich Ali Ben Ali (Anführer eines Berber-Stamms).


    „The Desert Song“ wurde von 'Warner Bros.' drei Mal verfilmt: 1929 als echte Leinwand-Operette im 'Vitaphone'-Verfahren – bei diesem von 'Warner Bros.' entwickelten Verfahren wurde der Ton zeitgleich mit den Filmaufnahmen direkt in Matrizen geritzt; die davon gepressten Schallplatten mussten im Kino synchron mit dem Bild abgespielt werden, der pure Stress für die Filmvorführer! - mit John Boles, Carlotta King und der jungen Myrna Loy (als Azuri); 1943 mit Dennis Morgan, Irene Manning und in einer Nebenrolle (als Franzose) der deutsche Emigrant Curt Bois - hier kämpft der 'El Khobar' genannte Held gegen Nazis, die eine Eisenbahn durch die Wüste bauen wollen - und 1953 mit Gordon MacRae, Kathryn Grayson, Steve Cochran und Raymond Massey (von den drei Filmversionen die am wenigsten dem Werk entsprechende mit völliger Umdeutung der Handlung). 'VAI Video Artists International' veröffentlichte eine TV-Inszenierung von 1955 mit Nelson Eddy, Gale Sherwood und dem 'Met'-Bassisten Salvatore Baccaloni als Ali Ben Ali.


    Die Aufnahme von 'One alone' aus „The Desert Song“ vom September 1959 gilt als das letzte Tondokument von Mario Lanzas Stimme.


    Viele Grüße!


    Carlo