Beiträge von Carlo

    Hallo,


    zum 'Fall' Obraztsova vs. Vishnevskaia möchte ich aus der Autobiographie Galina Vishnevskaias (erschienen 1984) zitieren, wo sie auch das Beispiel von Evgeni Nesterenko anführt, der sich über den Chef-Regisseur des 'Bolshoi', Boris Pokrovskii, der jahrelang mit Nesterenko gearbeitet hat, beim Zentralkomitee der KP beschwerte, weil dieser die Prokof'ev-Oper „Der Spieler“ inszenierte, die 'nicht nur völlig bedeutungslos, sondern auch schädlich für die Gesellschaft sei'.


    Zitat aus dem Buch „Galina“: „Was gab den Ausschlag, dass Elena Obraztsova sich gegen mich wandte? Nun, alle beide hatten von Kindheit an erfahren, dass Denunzianten mit Orden, mit Titeln und Wohnungen belohnt wurden und überhaupt ein schönes Leben führten. Jetzt hielten sie die Zeit für gekommen, ihrerseits politische Pluspunkte zu sammeln und sich damit das Vertrauen der Partei und Wohlstand auf Lebenszeit zu sichern. Viel gehörte ja auch nicht dazu, denn die Traditionen des Verrats waren noch höchst lebendig. (Gemeint ist die Stalin-Ära).“


    Nach einer konzertanten Aufführung von Chaikovskiis „Evgenii Onegin“ mit dem Boston Symphony Orchestra (unter Seiji Ozawas Leitung mit Benjamin Luxon, Nicolai Gedda und Paul Plishka) in der New Yorker Carnegie Hall im Oktober 1976 versuchte Elena Obraztsova – die gerade an der 'Met' mit sensationellem Erfolg als 'Amneris' in der „Aida“ debütiert hatte - mit Galina Vishnevskaia zu reden, wurde aber von ihr beschimpft und aus der Garderobe geworfen; das hat die Vishnevskaia selbst in ihrem Buch geschrieben, was wohl auch für ihre Ehrlichkeit in ihren Memoiren spricht.


    Ich vertrete auch die Meinung, dass man das Verhalten der Sänger-Kollegen nicht als Denunziation bezeichnen kann, wenn man berücksichtigt, dass das Ehepaar Vishnevskaia/Rostropovich nicht nur durch das Eintreten für Aleksandr Solzhenitsyn, sondern schon vorher durch die lange Freundschaft mit Dmitri Shostakovich 'in Verruf' gekommen war. (Verdächtig war auch, so paradox es klingt, dass sie durch große Erfolge im westlichen Ausland dem 'Vaterland' nicht nur Ehre, sondern auch Devisen einbrachten.) Kollegial ist das Benehmen der 'Bolshoi'-Sänger aber keinesfalls.


    Trotzdem sollte man bedenken, dass es für Künstler des Ostblocks fast lebenswichtig war, sich gut mit den Machthabern zu stellen, da ihnen ohne Angaben von Gründen Engagements (nicht nur im Ausland) verwehrt werden konnten. Daher gilt: 'Obraztsovas' und 'Nesterenkos' gab und gibt es überall – und nicht nur in Diktaturen!


    LG


    Carlo


    P. S.


    Ich habe kürzlich das Buch von Theo Adam „Ein Sängerleben in Begegnungen und Verwandlungen“ (erschienen 1996) gelesen, in dem er gerade rückt, was in seinem Buch „Seht, hier ist Tinte, Feder, Papier...“ von 1980 noch wie eine einzige heile Opernwelt scheint. Wenn man auch weiß, wie sich die 'Kulturbonzen' der DDR gegenüber Hanne-Lore Kuhse benommen haben, fehlen einem fast die Worte. Und das sind nicht die einzigen Beispiele!

    Lieber 'Stimmenliebhaber',


    angeregt durch Deinen Beitrag Nr. 6 habe ich mir noch einmal die wirklich lesenswerten Memoiren von Galina Vishnevskaia (Buchtitel: „Galina“) vorgenommen und dort speziell das Kapitel über Elena Obraztsova durchgelesen. So wie die Sopranistin – und sie stellt sich selbst in diesem Buch bemerkenswerterweise nicht nur sympathisch dar – es schildert, hat sich die Sache mit der Denunziation wie folgt zugetragen:


    Auslöser war eine von der damaligen Kultusministerin der UdSSR, Ekaterina Furtseva, sehr kurzfristig angeordnete Schallplattenaufnahme der „Tosca“ - allerdings in doppelter Ausführung – womit die auch im Westen gefürchtete Dame einen bestimmten Plan verfolgte. Mstislav Rostropovich - der durch sein Eintreten 1970 für Aleksandr Solzhenitsyn von den 'Kulturbonzen' mittels befohlener Tourneen in die Provinz, einem „Fledermaus“-Dirigat am Moskauer Operettentheater sowie verweigerter Auftritte am Bolshoi-Theater Moskau aus dem sowjetischen Musikleben verbannt werden sollte - wurde als Dirigent der ersten „Tosca“-Produktion bestimmt, mit seiner Frau als 'Tosca', Zurab Sotkilava als 'Cavaradossi' und Oleg Klenov als 'Scarpia'. Die zweite, gleichzeitig stattfindende, Aufnahme sah als Solisten Tamara Milashkina, von der es bereits eine „Tosca“-Einspielung von 1964 gab (mit Zurab Andshaparidse und Oleg Klenov unter Evgenii Svetlanov), Vladimir Atlantov - mit der Milashkina verheiratet - und Iurii Mazurok sowie dem Dirigenten Mark Ermler vor.


    Am 27. 3. 1973 begannen vormittags die Aufnahmen unter Rostropovich (fast der komplette 1. Akt der „Tosca“), abends sollte Mark Ermler mit seiner Einspielung folgen. Durch eine Indiskretion (vielleicht durch die Furtseva selbst?) erfuhren die Sänger der zweiten Produktion von der Aufnahme am Vormittag. Ihnen war klar, dass das Kultusministerium nur eine „Tosca“-Schallplatten-Produktion gestatten würde und sie wurden am anderen Vormittag beim Vorsitzenden der 'Ideologie-Kommission des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei', Piotr Demitshev, vorstellig. Den Dreien hatten sich auch Evgenii Nesterenko und Elena Obraztsova angeschlossen; sie argumentierten, dass Rostropovich sich durch sein Einsetzen für Solzhenitsyn gegen die Partei gestellt habe und forderten, dass er im Namen des Kollektivs und der Kommunisten des 'Bolshoi' das Orchester dieses Theaters nicht dirigieren darf. Daraufhin wurde die „Tosca“-Einspielung unter Rostropovich abgebrochen, die Aufnahmesitzungen unter Ermler wurden aber kurz danach fortgesetzt; die Gesamtaufnahme ist 1974 bei 'Melodiia' erschienen und ein Querschnitt daraus 1977 bei der amerikanischen 'Columbia'. (1981 folgte dann noch eine dritte „Tosca“ vom Bolshoi-Theater bei 'Melodiia' mit Maria Bieshu, Mikhail Munteanu und Iurii Mazurok unter Aleksandr Lazarev.) Von einem Brief, den die Obraztsova 1974 an das Zentralkomitee der KP - lt. 'Munzinger-Archiv' bzw. 'Wikipedia' - geschrieben haben soll, steht in den Vishnevskaia-Memoiren nichts.


    Besonders getroffen hat es die Sopranistin, dass sich Elena Obraztsova an dieser Sache beteiligt hat, da sie mit der „Tosca“-Aufnahme nichts zu tun hatte. (Schallplatten-Aufnahmen waren damals nicht nur in der UdSSR eine Prestige-Sache und Galina Vishnevskaia äußert sogar Verständnis für Tamara Milashkina, die am Bolshoi-Theater immer in ihrem Schatten stand.) 1961 hatte die Vishnevskaia, die Mitglied der Jury war, die junge Obraztsova beim Jugend-Gesangswettbewerb in Helsinki getroffen und konnte sie so weit coachen, dass sie ein Jahr später den Glinka-Wettbewerb in Moskau gewann. Die Vishnevskaia setzte sich bei der Ministerin Furtseva auch dafür ein, dass Elena Obraztsova – obwohl noch Studentin des Leningrader Rimskii-Korsakov-Konservatoriums – am 17. 12. 1963 als 'Marina' im „Boris Godunov“ am Moskauer Bolshoi-Theater ihr Bühnendebüt geben konnte, ohne die vorgeschriebene Eleven-Mitgliedschaft zu haben.


    1973 haben beide Sängerinnen noch an Gastspielen des Bolshoi-Theaters in Prag und Mailand teilgenommen, wobei es Galina Vishnevskaia vermied, mit Elena Obraztsova gemeinsam auf der Bühne zu stehen. 1974 durfte das Ehepaar Vishnevskaia/Rostropovich mit den beiden Töchtern nach etlichen Demütigungen und Querelen die UdSSR „für eine Reise zu künstlerischen Zwecken“ verlassen, ihre Namen wurden in der Sowjetunion nicht mehr genannt. (Im Januar 1976 wurde dann in Paris für die DGG die „Tosca“-Aufnahme nachgeholt: mit Franco Bonisolli und Matteo Manuguerra statt der ursprünglich vorgesehenen Carlo Cossutta und Giangiacomo Guelfi).


    Elena Obraztsova nahm 1970 am renommierten 'Francesco Vignas Gesangswettbewerb' in Barcelona teil und gewann den 1. Preis sowie die Verpflichtung an das Teatro Liceu in Barcelona, wo sie dann die 'Carmen' und die 'Dalila' sang. Der internationale Durchbruch gelang ihr mit ihrer 'Charlotte' im „Werther“ 1976 an der Mailänder Scala (mit Alfredo Kraus unter Georges Prêtre). Ihren ersten Auftritt in der BRD hatte sie bereits 1972 bei den Maifestspielen in Wiesbaden: als 'Amneris' in der „Aida“ (neben Ella Lee, Carlo Bergonzi und Rolf Kühne mit dem Dirigenten Heinz Wallberg).


    Ich habe auch das Buch „Elena Obraztsova – Zapiski i puti. Dialogi (Aufzeichnungen und Wege. Dialoge)“ von Rena Sheiko aus dem Jahre 1987 (360 Seiten mit zahlreichen Fotos), leider aber in kyrillscher Sprache und von mir nur mit Wörterbuch lesbar. Soweit ich das aber gelesen habe, kommt der Name 'Galina Vishnevskaia' nicht ein einziges Mal vor...


    Viele Grüße!


    Carlo

    Hallo,


    das "Beethoven-Denkmal" von Max Klinger, das 1902 in Wien der Öffentlichkeit präsentiert wurde, befindet sich im 'Museum der bildenden Künste' in Leipzig und wurde damals sehr kontrovers beurteilt. Heute gilt es als ein Hauptwerk der heroischen Denkmalskunst.

    Ob das einst auch für das "Beethoven-Denkmal" von Markus Lüpertz gilt, das 2015 vor diesem Museum aufgestellt wurde? Das ist für mich 'eine Scheußlichkeit'!


    Carlo

    Es ist ungerecht, Wussow auf seine Arzt-Serien zu reduzieren, denn er hat jahrelang in Wien in vielen Klassikern auf der Bühne gestanden.

    Hallo,


    Klausjürgen Wussow hat den 'Egmont' nicht nur in der DECCA-Aufnahme von Beethovens Schauspielmusik zu Goethes „Egmont“ gesprochen, sondern ihn auch auf der Bühne gespielt: 1957 am Düsseldorfer Schauspielhaus in einer Inszenierung von Karl-Heinz Stroux (Bühnenbild: Jean-Pierre Ponnelle). Das 'Klärchen' der Düsseldorfer Aufführung hat er auch 1960 dort geheiratet - Ida Krottendorf; beide waren für einige Jahre Mitglieder des damals viel gerühmten Ensembles unter dem Intendanten Stroux. (1971 hat Wussow den „Egmont“ dann auch an der Wiener 'Burg' gespielt.)


    In Wien habe ich Klausjürgen Wussow drei Mal auf der Bühne des Burg- bzw. Akademietheaters gesehen: 1968 als Graf Almaviva in Beaumarchais' „Der tolle Tag“, 1975 als Tyrone jun. in O'Neills „Eines langen Tages Reise in die Nacht“ und 1976 als Algernon in Wildes „Bunbury“. Wussow spielte seit 1964 an Österreichs berühmtester Schauspielbühne und 'überlebte' zahlreiche Intendantenwechsel; in der Presse hat er sich einige Male darüber beschwert, zu wenig und dann auch noch oft in falschen Rollen eingesetzt worden zu sein.


    1985 spielte er nach zahlreichen Film- und Fernsehrollen den 'Professor Brinkmann' in der „Schwarzwaldklinik“-Serie, was ihm nicht nur viel Geld, sondern auch viel Häme - hauptsächlich seitens der österreichischen Presse („Hat er das nötig?“) - eintrug. Der Schauspieler, seit seiner Heirat mit Ida Krottendorf Österreicher, war darüber derart verärgert, dass er wieder Deutscher wurde und nach 22 Jahren aus dem Ensemble des Burgtheaters ausschied. Hätte er noch 3 Jahre gewartet und die österreichische Staatsbürgerschaft behalten, wäre er pensionsberechtigt gewesen, was ihm später in finanziell prekärer Lage (wegen zwei – auch medial ausgeschlachteten – kostspieligen Scheidungen) sehr geholfen hätte.


    Ich weiß, das Alles gehört zwar nicht in diesen Thread, aber ich wollte – genau wie Erich Ruthner – dem Theaterschauspieler Klausjürgen Wussow Gerechtigkeit widerfahren lassen.


    LG


    Carlo

    Hallo, Taminos!


    Außer den obengenannten Aufnahmen mit Janowitz/Schellow/Karajan (1969), Lorengar/Wussow/Szell (1969) und Ziesak/Tukur/Albrecht (1991) habe ich noch zwei Schallplatten mit der kompletten Schauspielmusik, wobei sich der Beitrag der Sprecher auf das Melodram „Süßer Schlaf, du kommst wie reines Glück.“ beschränkt:


    Magda László / Fred Liewehr / Orchester der Wiener Staatsoper / Dirigent: Hermann Scherchen ('Westminster' / 1953)

    Agnes Giebel / NN (Volker Wangenheim?) / Orchester der Beethovenhalle Bonn / Dirigent: Volker Wangenheim ('Stadt Bonn' / 1970)


    Ferner weisen meine Discographie-Unterlagen noch folgende Aufnahmen aus:


    Friederike Sailer / Peter Mosbacher / Sinfonie-Orchester des Südwestfunks Baden-Baden / Dirigent: Eduard van Remoortel ('VOX' / ca. 1959)

    Galina Vishnevskaia / Mikhail Tsarev / Orkestr Bolshogo Teatra SSSR (Orchester des Bolshoi-Theaters Moskau) / Dirigent: Boris Khaikin ('Melodiia' / ca. 1960) (in russischer Sprache)

    Netania Davrath / Walther Reyer / Utah Symphony Orchestra / Dirigent: Maurice Abravanel ('Vanguard' / ca, 1962)

    Éva Andor / Magyar Állami Hangversenyzenekar (Ungarisches Staatsorchester) / János Ferencsik ('Hungaroton' / 1973) (Nur 5 Nummern ohne das Melodram)

    Miriam Gauci / Dirk Schortemeier / Orchestre Philharmonique de la RTB (Brüssel) / Dirigent: Alexander Rahbari ('Discover' / 1992)

    Sylvia McNair / Will Quadflieg / New York Philharmonic / Dirigent: Kurt Masur ('Teldec' / 1993)

    Madeleine Pierard / Claus Obalski / New Zealand Symphony Orchestra / James Judd ('Naxos' / 2003)

    Maria Bengtsson / Tobias Moretti / ORF Radio-Symphonieorchester Wien / Dirigent: Bertrand de Billy ('Oehms' / 2011)

    Simone Kermes / Christian Quadflieg / Göttinger Symphonie-Orchester / Dirigent: Christoph Mathias Müller ('RCA' / 2013) (Gekoppelt mit der Konzertarie „Ah, Perfido!“)


    Diese Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit!


    Und erst dieses Jahr erschienen:


    Olga Bezsmertna / Matthias Brandt / Beethoven Orchester Bonn / Dirigent: Dirk Kaftan ('Dabringhaus + Grimm' / 2018)


    LG


    Carlo

    Liebe Melomanen,


    merkwürdig, dass hier noch niemand darauf hingewiesen hat, dass nicht nur Richard Wagner, sondern auch Richard Strauss eine Oper Glucks (textlich und musikalisch) bearbeitet hat: „Iphigenie auf Tauris“ (Weimar 1889); diese Version war – neben der Bearbeitung Hermann Aberts (1900) - bis in die 1950er Jahre im deutschen Sprachraum gebräuchlich.


    So hat Joseph Keilberth die Strauss-Fassung auch für eine konzertante Aufführung dieser Oper im Wiener Musikverein am 10. 6. 1956 benutzt. Die Sänger waren u. a. Hilde Zadek (Iphigenie), Hermann Prey (Orest), Anton Dermota (Pylades), Marcel Cordes (Thoas), Elsa Matheis (Diana) und Harald Pröglhöf (Ein Tempeldiener). Es sang der Musikverein der Gesellschaft der Musikfreunde Wien (Chorltg.: Reinhold Schmid) und es spielten die Wiener Symphoniker. (Ein Mitschnittt befindet sich im Archiv der Wiener Symphoniker).


    Für die „Iphigenie auf Tauris“-Aufnahme des WDR Ende Oktober 1956 mit dem Kölner Rundfunkchor (Chorltg.: Bernhard Zimmermann) und dem Kölner Rundfunk-Sinfonie-Orchester wählte Joseph Keilberth dann aber die Textfassung von Peter Cornelius und die musikalische Revision von Hermann Abert. Auch hier wirkten Hilde Zadek, Hermann Prey und Marcel Cordes mit; der 'Pylades' wurde nun von Nicolai Gedda gesungen, Ilse Wallenstein war die 'Diana' und Friedrich Himmelmann der 'Aufseher des Thoas'. (Diese Aufnahme erschien bei 'Capriccio' auf CD.)


    Die einzige, mir bekannte Aufnahme der taurischen „Iphigenie“ in der Bearbeitung von Richard Strauss ist der deutschsprachige Mitschnitt vom 3. 2. 1961 aus dem Teatro Sao Carlos in Lissabon mit Montserrat Caballé (Iphigenie), Raymond Wolansky (Orest), Jean Cox (Pylades), Paul Schöffler (Thoas), Susana Matos (Diana) und Walter Hagner (Ein Tempeldiener) – der Dirigent war Antonio de Almeida. (Erhältlich auf LP und CD bei verschiedenen Firmen.)


    Bei den fränkischen Gluck-Opern-Festspielen 2016 hat Christoph Spering in einem Konzert im Fürther Stadttheater die Strauss-Fassung noch einmal zu Gehör gebracht; wegen der umfangreicheren Instrumentation zog er aber nicht sein 'Hausorchester' ('Das Neue Orchester') heran, sondern die 'Prague Philharmonia'. Die Hauptrollen waren besetzt mit Anna Dennis (Iphigenie), Aris Argiris (Orest), Steven Ebel (Pylades) und Daniel Szeili (Thoas); es sang der Konzertchor Fürth-Nürnberg unter der Leitung von Christian Martin Gabriel.


    LG


    Carlo

    Lieber Alfred,


    da ich ja nun deutlich mehr als 25 Beiträge verfasst habe, bitte ich Dich, mir "Fritz Wunderlich" als Avatar zu geben.


    Viele Grüße nach Wien!


    Carlo

    Hallo, 'Cavaradossi'!


    Ich habe eine CD, herausgegeben von der Stadt Essen, die unter dem Titel "150 Jahre Theaterförderung in Essen" Hörbeispiele aus Opern- und Konzertaufführungen mit den Essener Philharmonikern unter den Dirigenten Heinz Wallberg, Wolf-Dieter Hauschild und Stefan Soltesz beinhaltet.


    Horst Hoffmann singt zusammen mit Linda Watson unter dem Dirigat von Wolf-Dieter Hauschild das Finale des 1. Aktes aus Wagners "Die Walküre" (ab "Winterstürme wichen dem Wonnemond"); der Ausschnitt stammt aus der Premiere dieser Oper im Essener Aalto-Theater am 20. 5. 1995 und dauert 14,20 Minuten. Der Tenor klingt zwar etwas anonym, aber angenehm und stimmpotent.


    Ferner sind noch Michaela Kaune und Wolfgang Brendel im "Arabella"-Duett ("Und du wirst mein Gebieter sein"), Elena Mosuc und Károly Szilágyi mit dem Duett Luisa-Miller aus "Luisa Miller" ("Sotto al mio piè il suol vacilla") und Heiko Trinsinger als 'Heerrufer' in der Chorszene "In Früh'n versammelt uns der Ruf" aus dem "Lohengrin" zu hören.


    Das Berliner Opernmagazin "Orpheus" brachte im Dezember 1985 ein 5 Seiten (DIN A 5) langes Interview nebst Fotos, das Thomas Voigt mit Horst Hoffmann führte (Titel: "Ein deutscher Tenor in Australien"). Der Sänger, der u. a. auch von Max Lorenz und Josef Metternich ausgebildet wurde und 1962 in Hannover debütierte, begann im lyrischen Tenorfach und sang mehrere Jahre in Stuttgart und München sowie an der Wiener Volksoper. Zum Zeitpunkt des Interviews war er am Opernhaus in Sydney engagiert und sang dort den 'Pollione' ("Norma"), den 'Hoffmann' ("Les contes d'Hoffmann") - beide mit Joan Sutherland - , den 'Radames' ("Aida" mit Rita Hunter) und den 'Grigori/Dmitri' in "Boris Godunov".


    Er erwähnt, dass es von ihm Mitschnitte aus München von "Salome" (als 'Narraboth' mit Leonie Rysanek) und "Arabella" (als 'Matteo' mit Lisa Della Casa und Dietrich Fischer-Dieskau) gibt. Ich werde mal die Hefte von "Orpheus" (Berlin), "Opera" (London) und "Opera News" (New York) durchsehen, aber das dauert...


    Viele Grüße!


    Carlo

    Lieber 'Cavaradossi',


    Horst Hoffmann dürfte den fleissigen Fernsehzuschauern unter uns hauptsächlich durch seine Mitwirkung in der TV-Produktion von Lortzings "Undine" in Erinnerung sein, wo er an der Seite von Lucia Popp den Ritter Huldbrand von Ringstetten verkörperte. Hier die Details:


    "Undine" (Lortzing): Prinzessin Bertalda - Ruth-Margret Pütz / Huldbrand von Ringstetten - Horst Hoffmann / Kühleborn, ein Wasserfürst - Hermann Prey / Undine - Lucia Popp / Tobias, ein Fischer - Albrecht Peter / Marthe, sein Weib - Hetty Plümacher / Pater Heilmann - Joe Ames / Veit, Huldbrands Knappe - Harald Axtner / Hans, Kellermeister - Fritz Ollendorff / Der Hofnarr - Helmut Werner / Der Chor und das Orchester der Württembergischen Staatsoper Stuttgart / Chorltg.: Heinz Mende / Dirigent: Hans Zanotelli / Ausstattung: Hein Heckroth / TV-Einrichtung und -Regie: Herbert Junkers (ZDF, Erstsendung am 23. 11. 1970) Das Besondere an dieser Fernseh-Inszenierung war, dass Hermann Prey in den diversen Verwandlungen des Kühleborn durch die Handlung führte. (Im leider nicht mehr existierenden 'Theaterkanal' des ZDF wurde diese Oper vor einigen Jahren wiederholt und ich habe sie mir auf Video aufgezeichnet.)


    Auf zwei Schallplatten der 'Philips' habe ich Anton Bruckners "Te Deum" (gekoppelt mit Bruckners Symphonie Nr. 5 B-dur): Elly Ameling, Anna Reynolds, Horst Hoffmann und Guus Hoekman / De Nederlandse Omroepkoor / Chorltg.: Anton Krelage / Het Concertgebouw Orkest / Dirigent: Bernard Haitink (1967).


    Außerdem singt Horst Hoffmann zusammen mit Linda Watson im Finale des 1. Aktes aus "Die Walküre". Es handelt sich um den Mitschnitt eines Benefiz-Konzerts aus Essen. Leider habe ich im Moment diese CD nicht zur Hand und muss suchen. Ich melde mich wieder!


    Carlo

    Liebe Melomanen,


    zunächst einige Anmerkungen zu den in diesem Thread bisher genannten Aufnahmen:


    Die Wiener Produktion unter Meinhard von Zallinger stammt meiner Meining nach nicht aus dem Jahre 1949. Walter Berry, der den König singt, war da gerade 20 Jahre alt und Fritz Uhl (der in der Rolle des Jägers Rudolf – ungenannt – mitwirkt) nur ein Jahr älter; beide hatten ihr Bühnendebüt noch vor sich. Die österreichische Sendergruppe 'Rot-Weiß-Rot' brachte diese Aufnahme am 2. 7. 1955 und vermutlich ist dies das Datum der Erstsendung. Außerdem sang hier nicht der Chor des Wiener Rundfunks – der wurde erst 1956 von Gottfried Preinfalk gegründet – sondern der Chor der Wiener Staatsoper unter der Leitung von Richard Rossmayer. Die Aufnahmeleitung hatte der legendäre Produzent Dr. Hans Sachs. (Ich habe diese Aufnahme als LP-Ausgabe von 'Melodram', die auf der sechsten Plattenseite Lieder von Robert Schumann, Carl Loewe, Franz Abt und Paul Graener in der Interpretation von Karl Kamann, begleitet von Paul Nelles, bringt.)


    Der Mitschnitt aus Stuttgart vom 8. 1. 1954 bringt die Oper in der textlichen und (leider auch) musikalischen Bearbeitung von Kurt Honolka, die er speziell für diese Neuinszenierung anfertigte. Zwar vereinfachte er die verwickelte und etwas unglaubwürdige Handlung, aber er fügte etlichen sprachlichen Merkwürdigkeiten der 'Dichterin' Helmine von Chezy noch einige hinzu: ob „In meines Liebchens Garten“ (Romanze des Adolar) besser klingt als „Unter blühenden Mandelbäumen“? Leider griff der WDR-Produzent Karl O. Koch in 'seiner' Aufnahme vom Dezember 1958 (unter Joseph Keilberth) auch auf diese Fassung zurück!


    Die „Euryanthe“ von der BBC 1955 mit 'La Stupenda' habe ich auch; allerdings klingen meine CDs von 'Andromeda' wohl nicht so gut wie die Neuerscheinung von 'Nimbus'. Lieber Rüdiger, dass Du den Sänger des Lysiart mit Lloyd Strauss-Smith benennst statt mit dem tschechisch-britischen Bariton Otakar Kraus, ist wohl nur ein Lapsus (Beitrag Nr. 19). Aber wer ist Lloyd Strauss-Smith? Lt. meinen Unterlagen singt Barbara Holt die Bertha. Stimmt das?


    Wenig bekannt dürfte sein, dass Marek Janowski bei der EMI-Aufnahme im Juni/Juli 1974 in Dresden kurzfristig eingesprungen ist; das hat er selbst in einem Interview verraten. Der ursprünglich vorgesehene Dirigent war: Otto Klemperer! (Ich kann mit dieser Aufnahme leben, allerdings halte ich aus musikhistorischer Sicht Jessye Norman als 'Euryanthe' für eine grandiose Fehlbesetzung, wenn auch auf hohem Niveau!)


    Nachstehend nun einige „Euryanthe“-Aufnahmen, die in diesem Thread nicht genannt wurden:


    Florenz, Teatro Comunale, 8. 5. 1954: Herta Wilfert (Euryanthe), Inge Borkh (Eglantine), Hanny Steffek (Bertha), Howard Vandenburg (Adolar), Karl Kamann (Lysiart), Alexander Welitsch (König) / Coro e Orchestra del Maggio Musicale Fiorentino / Chorltg.: Andrea Morosini / Dirigent: Carlo Maria Giulini / Regie: Frank de Quell (Meine 3 LPs stammen von der Firma 'Fonit Cetra'.) Die im großformatigen Beilageheft abgebildeten Fotos von der Aufführung sind garantiert 'Futter' für unsere „RT-Jünger“!


    Edinburgh, King`s Theatre, 3. 9. 1958: Lore Wissmann (Euryanthe), Inge Borkh (Claudia), Josef Traxel (Gérard), Gustav Neidlinger (Lysiart), Alexander Welitsch (König) / Der Chor und das Orchester der Württembergischen Staatsoper Stuttgart / Chorltg.: Heinz Mende / Dirigent: Lovro von Matacic (Gastspiel der Württembergischen Staatsoper Stuttgart beim 'Edinburgh Festival 1958') (Fassung von Kurt Honolka)


    Paris, Salle Pleyel, 23. 12. 1965: Andrée Esposito (Euryanthe), Jacqueline Brumaire (Eglantine), Alain Vanzo (Adolar), Michel Roux (Lysiart), Xavier Depraz (König) / Choeurs et Orchestre Lyrique de l' ORTF / Dirigent: Pierre-Michel Le Conte (Konzertante Aufführung für den Französischen Rundfunk in französischer Sprache).


    Perugia, Teatro Morlacchi, 2. 10. 1969: Ingrid Bjoner (Euryanthe), Maja Bazuky (Eglantine), József Réti (Adolar), András Faragó (Lysiart), Karl Ridderbusch (König) / Prazský filharmonický sbor / Chorltg.: Josef Veselka / Die Wiener Symphoniker / Dirigent: Wolfgang Sawallisch (Konzertante Aufführung bei der 'Sagra Musicale Umbra 1969')


    New York, Philharmonic Hall, 27. 10. 1970: Teresa Kubiak (Euryanthe), Frances Bible (Eglantine), William Lewis (Adolar), Mark Howard (Lysiart), J. B. Davis (König) / Chorus and Orchestra of the Little Orchestra Society / Chorltg.: Jonathan Dudley / Dirigent: Thomas Scherman / Regie: Vlado Hubanek (Halb-konzertante Aufführung in deutscher Sprache). Veröffentlicht auf 3 LPs bei 'MRF' und 'BJR' (in stereo).


    Wien, Musikvereinssaal, 22. 6. 1972: Rita Shane (Euryanthe), Teresa Stich-Randall (Claudia), Glade Peterson (Gérard), Peter Wimberger (Lysiart), Manfred Jungwirth (König), Peter Drahosch (Bote) / Der Singverein der Gesellschaft der Musikfreunde, Wien / Chorltg.: Helmuth Froschauer / Das ORF Radio-Symphonieorchester Wien / Dirigent: Walter Weller (Konzertante Aufführung der 'Honolka-Fassung') Bisher unveröffentlicht.


    Paris, Grand Auditorium de Radio France, 7. 6. 1977: Berit Lindholm (Euryanthe), Susan von Reichenbach (Eglantine), Christiane Issartel (Bertha), Heribert Steinbach (Adolar), Ladislaus Konya (Lysiart), Malcolm Smith (König), Bernard Plantey (Rudolf) / Choeurs de Radio France / Chorltg.: Jean-Paul Kréder / Orchestre National de France / Dirigent: Marek Janowski (Konzertante Aufführung in deutscher Sprache).


    München, Nationaltheater, 28. 7. 1986: Cheryl Studer (eingesprungen für Mechthild Gessendorf) (Euryanthe), Ingrid Bjoner (Eglantine), Alejandro Ramirez (Adolar), Theo Adam (Lysiart), Manfred Schenk (König) / Der Chor des Bayerischen Rundfunks / Chorltg.: Hans-Peter Rauscher / Die Bamberger Symphoniker / Dirigent: Wolfgang Sawallisch (Konzertante Aufführung) Veröffentlicht in Japan auf CDs der Firma 'Celestial Audio'. (Wolfgang Sawallisch dirigierte die Oper auch ein Jahr später in einem Konzert in der römischen Accademia Nazionale di Santa Cecilia mit Cheryl Studer, Nancy Johnson, Alejandro Ramirez, Theo Adam und Siegfried Vogel.)


    Danach gab es sicherlich noch mehrere Bühnen- und Konzert-Aufführungen, z. B. 1991 in Nürnberg unter Christian Thielemann und 1993 in Aix-en-Provence mit Jeffrey Tate am Dirigentenpult. Von der jüngsten mir bekannten Bühnenaufführung erscheint im August 2019 folgender Mitschnitt auf CD bei 'Capriccio':


    Wien, Theater an der Wien, 15. 12. 2018: Jacquelyn Wagner (Euryanthe), Theresa Kronthaler (Eglantine), Norman Reinhardt (Adolar), Andrew Foster-Williams (Lysiart), Stefan Cerny (König) / Der Arnold-Schönberg-Chor Wien / Chorltg.: Erwin Ortner / Das ORF Radio-Symphonieorchester Wien / Dirigent: Constantin Trinks / Regie: Christof Loy (Dieser Mitschnitt wurde bereits vom ORF, dem DeutschlandRadio und dem SWR gesendet. Ich habe ihn zweimal gehört und bin nicht sonderlich begeistert.)


    Abschließend muss ich sagen, dass ich nach wie vor auf eine wirklich rundum befriedigende Aufnahme der „Euryanthe“ warte, wahrscheinlich vergebens...


    Carlo

    Hallo!


    Heute folgt nun der dritte und letzte Teil der Auflistung von Christa Ludwigs Mitwirkung in deutschen und österreichischen Fernseh-Opern.


    "Der Rosenkavalier" (Strauss): (Octavian) mit Elisabeth Schwarzkopf (Marschallin), Wilma Lipp (Sophie), Nassja Berowska-Heger (Leitmetzerin), Kathrein Mietzner (Annina), Ursula Reichart (Modistin), Trude Kortegast, Gerdy Sieber und Margarete Knauff (Drei adlige Waisen), Otto Edelmann (Ochs), Richard Kogel (Faninal), Reinhold Bartel (Valzacchi), Georg Paskuda (Sänger), Gerd Nienstedt (Polizeikommissär), Bodo Müller-Grosse (Haushofmeister der Marschallin), Gerhard Schubert (Haushofmeister Faninal), Helmut Funken (Notar), Walter Meiser (Wirt), Jürgen Grützmann (Tierhändler) u. v. a. / Der Chor und das Orchester des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden / Chorltg.: Karl Howe / Dirigent: Heinz Wallberg / Bühnenbild: Theo H. Döring / Inszenierung: Friedrich Schramm (Wiesbaden, Hessisches Staatstheater, 1. 5. 1961) Eine Live-Übertragung der ARD (Hessischer Rundfunk), wiederholt am 20. 1. 1962 im 2. Programm der ARD. (Die MAZ-Bänder - in hervorragender Bildqualität - sind im Archiv des Hessischen Rundfunks gelagert und bisher nicht veröffentlicht worden.) Ein kurzer Ausschnitt daraus ist in Thomas Voigts TV-Portrait von Elisabeth-Schwarzkopf "Getriebene der Kunst" von 2015 zu sehen, das mehrfach von 'arte' ausgestrahlt wurde.


    "Ariadne auf Naxos" (Strauss): (Komponist) mit Hilde Zadek (Primadonna/Ariadne), Gianna D'Angelo (Zerbinetta), Liselotte Rebmann (Najade), Marie-Louise Gilles (Dryade), Elvira Scholz (Echo), Walter Geisler (Tenor/Bacchus), Gerhard Misske (Musiklehrer), Heinz Friedrich (Harlekin), Dolf Dolz (Scaramuccio), Karl Acher (Truffaldino), Reinhold Bartel (Brighella), Alexandre Mazota (Offizier), Walter Meiser (Tanzmeister), Bodo Müller-Grosse (Perückenmacher), Richard Kogel (Lakai) und Werner Jonas (Haushofmeister) / Das Orchester des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden / Dirigent: Heinz Wallberg / Bühnenbild: Theo H. Döring / Inszenierung: Friedrich Schramm (Wiesbaden, Hessisches Staatstheater, 5. 5. 1962) Eine Aufzeichnung des Hessischen Rundfunks, gesendet am 6. 5. 1962 in der ARD. (Es hätte das Bühnendebüt von Elisabeth Schwarzkopf als 'Ariadne' sein sollen, Hilde Zadek sprang kurzfristig für sie ein. Der 'Liebling' des Publikums war aber die amerikanische Sopranistin Gianna D'Angelo als 'Zerbinetta'!) Ich habe ein Video dieser Aufzeichnung.


    In der legendären ORF/ZDF-Serie “Mit Otto Schenk durch die Welt der Oper” Ende der 70er Jahre wirkte Christa Ludwig in der Folge 'Rache-Schwüre' mit: als auch optisch hoch erotische 'Dalila' in ihrer Arie des zweiten Aktes aus “Samson et Dalila” (“Samson, recherchant ma présence ... Amour, viens aider ma faiblesse!”) und als fulminante – blondperückte! - 'Ortrud' mit der Anrufung der Götter (“Entweihte Götter! Helft jetzt meiner Rache!”) aus dem “Lohengrin”; beide Ausschnitte wurden (mit den Tonaufnahmen unter Giuseppe Patané und Rudolf Kempe) von Otto Schenk kommentiert und in Szene gesetzt.


    'Live' habe ich Christa Ludwig nur vier Mal erlebt. Am 25. 6. 1977 in der Pariser Oper (Palais Garnier) war sie die 'Marschallin' im „Rosenkavalier“ mit Tatiana Troyanos (Octavian), Judith Blegen (Sophie), Jane Berbié (Annina), Hans Sotin (Baron Ochs), Robert Massard (Faninal), Michel Sénéchal (Valzacchi) und Alain Vanzo (Sänger) / Dirigent: Silvio Varviso / Ausstattung: Ezio Frigerio / Inszenierung: Rudolf Steinböck. (Diese Vorstellung wurde für das französische Fernsehen aufgezeichnet; links und rechts am Bühnenrand und in einer Loge standen Kameras.)


    In der Wiener Staatsoper sah ich sie am 30. 4. 1978 in der „Elektra“ als 'Klytämnestra'; neben ihr sangen Birgit Nilsson (Elektra), Leonie Rysanek (Chrysothemis), Walter Berry (Orest) und James King (Ägisth). Der Dirigent dieser Wieland-Wagner-Inszenierung von 1965 war Horst Stein mit Michael Fischer-Ledenice als Abendspielleiter. Nach der Vorstellung wurde Birgit Nilsson die 'Silberne Rose der Wiener Philharmoniker' überreicht. (Ursprünglich war für diesen Abend „Die Frau ohne Schatten“ vorgesehen. Da Karl Böhm erkrankt war, wurde kurzfristig umdisponiert, denn nur Böhm durfte 'Frosch' dirigieren. Auch das ist Wien!)


    Die Liedgestalterin Christa Ludwig hörte ich am 27. 5. 1987 im Kölner Opernhaus mit Schuberts „Winterreise“ (am Flügel: Erik Werba) und am 19. 11. 1989 im Aalto-Theater in Essen mit Liedern von Schubert, Brahms, Mahler und Strauss; begleitet wurde sie von Charles Spencer.


    Ich denke, dass ich mit meinen Beiträgen, in denen ich einige weniger bekannte Aufnahmen dieser Ausnahme-Sängerin vorgestellt habe, meine Wertschätzung für Christa Ludwig zum Ausdruck gebracht habe.


    Carlo

    Liebe Melomanen,


    hier ist der zweite Teil der TV-Opernsendungen mit Christa Ludwig:


    "Die Zauberflöte" (Mozart): (Zweite Dame) mit Anny Felbermayer (Pamina), Wilma Lipp (Königin der Nacht), Emmy Loose (Papagena), Hilde Zadek (Erste Dame), Hilde Rössel-Majdan (Dritte Dame), Liselotte Maikl, Ruthilde Boesch und Margareta Sjöstedt (Drei Knaben), Waldemar Kmentt (Tamino), Erich Kunz (Papageno), Kurt Böhme (Sarastro), Paul Schöffler (Sprecher), Peter Klein (Monostatos), Josef (Josip) Gostic und Ljubomir Pantscheff (Zwei Geharnischte) / Der Chor und das Orchester der Wiener Staatsoper / Chorltg.: Richard Rossmayer / Dirigent: Heinrich Hollreiser / Bühnenbild und Kostüme: Robert Kautsky / Inszenierung: Josef Witt / TV-Regie: Erich Neuberg (Wien, Staatsoper, 4. 12. 1956) Bisher unveröffentlicht. Eine Live-Übertragung des ORF aus der Wiener Staatsoper.


    “Madama Butterfly” (Puccini): (Suzuki) mit Mirella Freni (Cio-Cio-San), Elke Schary (Kate Pinkerton), Evamaria Hurdes (La Madre), Erna Maria Mühlberger (La Zia), Martha Heigl (La Cugina), Plácido Domingo (B. F. Pinkerton), Robert Kerns (Sharpless), Michel Sénéchal (Goro), Marius Rintzler (Bonzo), Giorgio Stendoro (Yamadori), Wolfgang Scheider (Yakusidé), Hans Helm (Il Commissario Imperiale) und Siegfried Rudolf Frese (L' Ufficiale del Registro) / Einige der kleinen Nebenrollen wurden von Komparsen dargestellt. / Der Chor der Wiener Staatsoper (gedoubelt durch Statisten) / Chorltg.: Norbert Balatsch / Die Wiener Philharmoniker / Dirigent: Herbert von Karajan / Dramaturgie: Jean-Pierre Ponnelle und Jean-Louis Martinoty / Künstlerische Beratung: Michi Tanaka (die japanische Schauspielerin und Sängerin, eine Schülerin von Maria Ivogün – in der “Raucheisen-Edition” ist sie mit dem Lied “Morgen” von Richard Strauss vertreten - war die Witwe des Schauspielers Viktor de Kowa; in einem italienischen “Butterfly”-Opernfilm spielte sie die 'Suzuki' mit der Stimme von Anna Maria Canali) / Szenenbild, Kostüme und Regie: Jean-Pierre Ponnelle (Berlin, Studio der Union-Film, November-Dezember 1974) Eine Farbfilm-Produktion der Unitel, gesendet am 14. 9. 1975 im ZDF und am 26. 12. 1975 im ORF – auf VHS, Laserdisc und DVD veröffentlicht von 'Decca'. Die Tonaufnahmen entstanden im Januar 1974 in den Wiener Sofiensälen, parallel zu einer Schallplatten-Produktion der 'Decca' mit Luciano Pavarotti als Pinkerton (Aufnahmeltg.: Christopher Raeburn).


    "Der Barbier von Sevilla" (Rossini): (Rosina) mit Hilde Konetzni (Marcellina), Murray Dickie (Graf Almaviva), Hermann Prey (Figaro), Karl Dönch (Doktor Bartolo), Oskar Czerwenka (Don Basilio), Harald Pröglhöf (Fiorello), Hans Schweiger (Ambrogio), Franz Bierbach (Offizier) und Hans Kres (Notar) / Der Chor und das Orchester der Wiener Staatsoper / Chorltg.: Richard Rossmayer / Dirigent: Berislav Klobucar / Bühnenbild und Kostüme: Fritz Butz / Inszenierung: Oscar Waelterlin / TV-Regie: Hermann Lanske (Wien, Redoutensaal in der Hofburg, 14. 6. 1957) Bisher unveröffentlicht. Die Aufführung in deutscher Sprache wurde vom ORF live übertragen.


    "Angelina" (La Cenerentola) (Rossini): (Angelina) mit Emmy Loose (Clorinde), Dagmar Hermann (Tisbe), Waldemar Kmentt (Don Ramiro), Karl Dönch (Don Magnifico), Walter Berry (Dandini) und Ludwig Welter (Alidoro) / Der Chor und das Orchester der Wiener Staatsoper / Chorltg.: Richard Rossmayer / Dirigent: Alberto Erede / Choreographie: Dimitrije Parlic / Bühnenbild und Kostüme: Ita Maximowna / Inszenierung: Günther Rennert / TV-Regie: Hermann Lanske (Wien, Staatsoper,3. 3. 1960, Live-Übertragung) Bisher unveröffentlicht. Diese Rennert-Inszenierung der "Cenerentola" - in deutscher Sprache - blieb in unveränderter Besetzung vom Oktober 1959 bis zum Januar 1965 im Repertoire der Wiener Staatsoper und wurde erst nach dem Tode von Ludwig Welter abgesetzt, da Günther Rennert keine Besetzungsänderung wünschte. (Diese TV-Übertragung ist übrigens die einzige, die in der Direktionszeit Herbert von Karajans - der keine Opernsendungen auf kleinen Fernsehschirmen in schwarz-weißen Bildern und mit nur monauralem Ton mochte - aus der Wiener Staatsoper gesendet wurde.) Es gab auch, unabhängig von der TV-Sendung, eine Rundfunkübertragung am 25. 12. 1962 im ORF (2. Programm) mit einer Wiederholung am 30. 1. 1963 im 1. Programm des ORF.


    Der letzte Teil meiner Auflistung folgt in einer Woche.


    Carlo

    Am 13. 6. 2019 schrieb ich im 'Elisabeth-Schwarzkopf-Thread' folgendes:



    Hallo!


    In meinem Beitrag Nr. 222 habe ich schon 'vorgewarnt', dass ich darüber berichten werde, wie auch einmal Elisabeth Schwarzkopf bei einer Schallplatten-Aufnahme geholfen wurde – sogar mit zwei 'untergelegten' Stimmen, u. z. im 'Libera me' in ihrer Einspielung des „Verdi-Requiems“ 1964 unter Carlo Maria Giulini. Und es gibt auch eine interessante Vorgeschichte:


    Walter Legges Vorhaben, dieses Werk für die Schallplatte festzuhalten, geht zurück auf seinen Besuch der „Requiem“-Aufführung Victor De Sabatas zum 50. Todestag des Komponisten in der Mailänder Scala am 27. 1. 1951, wovon es einen (leider klanglich sehr eingeschränkten) Mitschnitt gibt mit Renata Tebaldi, Nell Rankin, Giacinto Prandelli und Nicola Rossi-Lemeni. Dort erzielte Renata Tebaldi einen geradezu sensationellen Erfolg und Legge wollte sie unter Vertrag nehmen; sie hatte sich aber bereits exclusiv an die Konkurrenz DECCA gebunden, die es leider bekanntlich versäumte, damals mit ihr eine dementsprechende Aufnahme zu machen, obwohl Rankin und Prandelli auch bei DECCA unter Vertrag standen. (Nell Rankin sollte ursprünglich auch die 'Amneris' in der „Aida“ 1952 mit der Tebaldi sein. Die erste „Requiem“-Aufnahme der DECCA entstand in Co-Produktion mit RCA 1960 in Wien unter Fritz Reiner; Leonie Rysanek erkrankte während der Aufnahme und wurde durch Leontyne Price ersetzt.) Für Walter Legge waren Renata Tebaldis Stimme und Interpretation das ideale Vorbild für den Sopranpart in Verdis „Requiem“ – an Elisabeth Schwarzkopf dachte er in diesem Zusammenhang damals wohl noch nicht.


    An Maria Callas' Stimme schätzte der EMI-Produzent nach eigener Aussage vor allem die außergewöhnlich timbrierte Mittellage mit ihrem herben 'Leidensausdruck' sowie ihre profunden tiefen Töne, die besser in ihr Stimmregister integriert waren als die oft 'erzwungene' Höhe. Daher glaubte er auch, in ihr eine für den Mezzosopranpart (!) geeignete Sängerin in seiner 1954 geplanten Aufnahme dieses „Requiems“ gefunden zu haben. Die Callas zeigte sich auch interessiert, konnte sich jedoch lange nicht entscheiden und sagte schließlich ab. (Später hat Legge versucht, die Tebaldi und die Callas zu einem gemeinsamen Konzert mit eben diesem Werk zu überreden!) Victor De Sabata war über die Absage der Callas so verärgert, dass er die Ersatz-Sängerin, Oralia Dominguez, derart 'triezte', dass sie ihre Partie vor dem Mikrophon buchstäblich unter Tränen sang.


    Mittlerweile hatte Walter Legge 'Her Master's Voice' (Schwarzkopf) entsprechend trainiert, so dass ihre Mitwirkung in dieser Aufnahme vom Juni 1954 von der internationalen Kritik mit allgemeinem Lob bedacht wurde; neben der Dominguez wirkten noch Giuseppe Di Stefano und Cesare Siepi mit, die beide bereits das Werk 1951 unter Arturo Toscanini in einem Live-Mitschnitt bei RCA aufgenommen hatten. (Lediglich die extrem gedehnten Tempi De Sabatas – vor allem im Vergleich zu Toscanini – wurden damals als befremdlich empfunden.)


    1960 hörte Legge Joan Sutherland, die bereits seine 'Donna Anna' gewesen war, in London und Edinburgh mit dem „Requiem“ unter der Leitung Carlo Maria Giulinis und wollte sie für eine Neuaufnahme dieses Werks verpflichten – doch auch sie war inzwischen exclusiv bei DECCA unter Vertrag! Nach wie vor wollte er Maria Callas als Mezzosopran einsetzen und suchte lange nach einer geeigneten und zu ihr passenden Sopranistin. Es muss wohl einige Unstimmigkeiten im Hause Schwarzkopf/Legge gegeben haben, bis seine Frau ihn überzeugen konnte, sie noch einmal in diesem Werk bei einer Schallplatten-Einspielung zu besetzen.


    Schließlich kam es im September 1963 zur Aufnahme (mit Christa Ludwig, Nicolai Gedda und Nicolai Ghiaurov unter Giulini) – aber Elisabeth Schwarzkopfs Interpretation des 'Libera me' stand einer Schallplattenveröffentlichung im Wege. Den Beteiligten war nicht entgangen, dass sie große Schwierigkeiten mit den beiden exponierten Tönen in diesem Teil des Werks hatte: das 'pppp' zu singende hohe 'B' und vor allem das abschließende voll auszusingende hohe 'C' über dem gesamten Chor wollten ihr nicht (mehr) zufriedenstellend gelingen.


    Das Problem löste Walter Legge später schließlich, indem er bei der Aufnahme des 'Libera me' am 7. 4. 1964 der Sängerin zwei (im Timbre und Volumen zu ihr passende) Chorsoprane an die Seite stellte, die mit ihren Stimmen den Gesang der Schwarzkopf an der zweiten heiklen Stelle – das hohe 'C' - 'deckten'. (Die heute allgemein übliche Praxis des 'dubbing' – also auf ein bereits bespieltes Band zu singen – war damals noch nicht verbreitet.) Auf der viele Jahre später veröffentlichten CD-Ausgabe soll im 'Libera me' auch ein deutlicher 'tape joint' zu hören sein, als ob man durch das Zusammenschneiden zweier Bänder eine Phrase ihres Gesangs verlängert hätte. (Ich habe lediglich die LP-Ausgabe von 1964. Schon bei ihrer Erstveröffentlichung auf Schallplatten ist diese Einspielung wegen ihrer diffusen Klangqualität kritisiert worden.)


    Ich bitte, mich nicht falsch zu verstehen: eigentlich sind mir derartige Details nicht so wichtig, vorrangig ist immer noch das unmittelbare Hörerlebnis und der Eindruck, den eine Aufnahme bei mir hinterlässt. Ich möchte lediglich darüber schreiben, wie der Platten-Konsument auch schon damals 'getäuscht' worden ist. Letztendlich ist diese Aufnahme für mich eines der überzeugendsten Tondokumente des „Verdi-Requiems“ und sie wurde damals auch mit mehreren Preisen (Grand Prix du Disque, Edison-Preis, Preis der deutschen Schallplattenkritik etc.) ausgezeichnet.


    Diesen Beitrag werde ich auch unter „Verdi: Messa da Requiem“ bei 'Tamino' posten.


    Viele Grüße!


    Carlo



    P. S.


    Mittlerweile ist auch bekannt, dass die von der DECCA nie genannte 'Sacerdotessa' in der oben genannten 52er Aufnahme der „Aida“ von Suzanne Danco gesungen wird; sie hat es in einem Interview der „Opera News“ bestätigt.

    Am 4. 6. 2019 schrieb ich im 'Elisabeth-Schwarzkopf-Thread' folgendes:


    In der posthum erschienenen Biographie "Gehörtes - Ungehörtes" (Originaltitel: On and off the record) von 1982 wird ein (undatierter) Aufsatz von Walter Legge veröffentlicht, in dem es u.a. heißt: "Es gäbe keinen Furtwängler-Flagstad-Tristan - für meinen Geschmack noch immer die überragende Aufnahme dieser Oper - hätte die Schwarzkopf nicht versprochen, die hohen Bs, Hs und Cs für ihre Freundin zu singen, wie sie es bereits bei früheren Duetten der Flagstad mit Set Svanholm getan hatte".


    Ich glaube, Walter Legge ging es nicht um den Plattenverkauf des „Tristan“, sondern darum, der verhassten Konkurrenz ('Decca') zu zeigen, dass er auch 'tricksen' konnte. Jetzt werde ich mir die Platten mit den genannten Duetten von Flagstad/Svanholm genauer anhören: „Die Walküre“ (Todesverkündung / Karl Böhm / 4. 6. 1949), „Tristan und Isolde“ (Liebesduett 2. Akt mit Constance Shacklock als Brangäne / Karl Böhm / 5. 6. 1949) und „Siegfried“ (Duett 3.Akt / George Sebastian / 12. - 13. 6. 1951). Vielleicht sind auch bei der Szene Isolde-Brangäne und vor allem bei Isoldes Fluch im „Tristan“ Schwarzkopf-Töne zu hören (mit Elisabeth Höngen /Issay Dobrowen / 31. 3. 1948)?

    Liebe Melomanen,


    es ist nicht meine Absicht, die Diskussion über den 'Freundschaftsdienst' von Elisabeth Schwarzkopf für ihre Kollegin Kirsten Flagstad wieder anzukurbeln, aber ich komme nun endlich dem Wunsch von 'nemorino' nach, die in meinem Beitrag Nr. 198 genannten Aufnahmen zu kommentieren.


    Ich habe mir nun also nach langer Zeit die Kirsten-Flagstad-Platte von 'Electrola/Dacapo' von 1971 (1 C 047-01 149 M) und das 'Electrola/Dacapo'-LP-Doppelalbum „Kirsten Flagstad – Dem Genius Richard Wagner verpflichtet“ von 1974 (1 C 147-01 491/92 M) wieder angehört. (Details siehe Zitat!)


    Bei den auf dem Doppelalbum enthaltenen Wagner-Aufnahmen von 1948 und 1949 kann ich nicht feststellen, dass hier 'Schwarzkopf'-Töne zu hören sind. Die Einzelplatte allerdings, die das Schlussduett aus „Siegfried“ mit Set Svanholm – aufgenommen am 12. und 13. 6. 1951 - und den Schlussgesang der Brünnhilde aus „Götterdämmerung“ enthält (vermutlich die zweite Aufnahme unter Furtwängler vom 23. 6. 1952; Aufnahmedaten werden auf der Hülle nicht genannt), klingt mir in einigen, wenigen Momenten – z. B. in den letzten Tönen des „Siegfried“-Duettes - etwas 'manipuliert'.


    Vorausgesetzt, es handelt sich bei Brünnhildes Schlussgesang auf dieser Platte um die Aufnahme von 1952 und nicht um die Version vom 26. 3. 1948, so können einzelne isolierte Spitzentöne 'eingefügt' worden sein. Diese sind aber so perfekt in das Klangbild integriert und dem Timbre Kirsten Flagstads angepasst, dass es wohl einer technischen Analyse – oder sehr scharfen Ohren, die ich nicht habe - bedarf, sie zu identifizieren.


    Ich habe mir zusätzlich die Flagstad-CD (EMI 5 62957 2) mit dem Schlussgesang von 1948 und den 3. Akt der „Götterdämmerung“ unter Furtwängler von der RAI (Rom, 31. 5. 1952 mit Kirsten Flagstad, Hilde Konetzni, Ludwig Suthaus, Josef Herrmann und Josef Greindl) auf den 2 LPs der 'Fonit Cetra' (Furtwängler-Edition FE 20) angehört und kann kaum nennenswerte Unterschiede in der Stimmproduktion der Flagstad finden. (Lediglich das Klangbild der 52er Studio-Aufnahme ist etwas weniger kompakt als 1948.)


    Letztendlich bleiben diese Aufnahmen – nicht zuletzt seitens der grandiosen Norwegerin - vor allem wertvolle, maßstabsetzende Dokumente großen Wagnergesangs und wir sollten auch Walter Legge dankbar sein, dass wir sie haben und immer hören können, ganz egal, ob mit oder ohne einigen Tönen von 'Her Master's Voice'!


    Viele Grüße!


    Carlo


    P. S.

    Weil auch dieser Beitrag mal wieder zwei Sängerinnen betrifft, werde ich ihn auch unter dem 'Kirsten-Flagstad-Thread' posten.

    Hallo,


    in dieser Woche folgt der 1. Teil einer Aufstellung von Christa Ludwigs Mitwirkung in deutsch-österreichischen Opern-Fernsehsendungen.


    "Fidelio" (Beethoven): (Leonore) mit Lisa Otto (Marzelline), James King (Florestan), Walter Berry (Don Pizarro), Josef Greindl (Rocco), Donald Grobe (Jaquino), William Dooley (Don Fernando) sowie Barry McDaniel und Manfred Röhrl (Zwei Gefangene) / Der Chor und das Orchester der Deutschen Oper Berlin / Chorltg.: Walter Hagen-Groll / Dirigent: Artur Rother / Bühnenbild und Kostüme: Wilhelm Reinking / Inszenierung und TV-Regie: Gustav Rudolf Sellner (Berlin, Deutsche Oper, 6. 11. 1962) 'Arthaus' (DVD) Eine Aufzeichnung des SFB (Sender Freies Berlin), gesendet am 17. 6. 1963 in der ARD und am 15. 5. 1965 im ORF. (Es gibt noch eine weitere visuelle Dokumentation von Christa Ludwigs 'Fidelio', u. z. aus dem Nissei Theater in Tokyo vom 13. 11. 1963 - siehe hierzu meinen Beitrag Nr. 107)


    "Die Schule der Frauen" (Liebermann): (Georgette) mit Anneliese Rothenberger (Agnes), Arnold van Mill (Arnolphe), Murray Dickie (Horace), Walter Berry (Poquelin) und Alois Pernerstorfer (Oronte) / Das Sinfonieorchester des Norddeutschen Rundfunks / Dirigent: Hans Schmidt-Isserstedt / Choreographie: Yvette Chauviré / Bühnenbild und Kostüme: Caspar Neher / Inszenierung und TV-Regie: Oscar Fritz Schuh (Celle, Schlosstheater, 1958) Bisher unveröffentlicht. Diese Eurovisions-Sendung vom 30. 11. 1958 (NDR für die ARD) war eine nur für das Fernsehen erstellte Aufführung - vor geladenem Publikum - im historischen Theater des Schlosses in Celle. In diese Aufführung war auch ein Ballett-Divertissement mit Musik von Francois Couperin eingefügt.


    "Die Hochzeit des Figaro" (Mozart) (Cherubino) mit Anneliese Uhlig/Agnes Giebel (Gräfin), Gertrud Kückelmann/Rita Streich (Susanna), Annemarie Holtz/Hetty Plümacher (Marcellina), Gaby Fehling/Lotte Schädle (Barbarina), Jürgen Goslar/Walter Berry (Figaro), Wolfgang Büttner/Hans Braun (Graf Almaviva), Ernst Ginsberg/Richard Holm (Don Basilio), Harald Mannl/Otto von Rohr (Doktor Bartolo), Georg Wieter (Antonio) und Robert Fackler/Karl Ostertag (Don Curzio) / Der Chor und das Symphonie-Orchester des Bayerischen Rundfunks / Chorltg.: Josef Kugler / Dirigent: Meinhard von Zallinger / Szenenbild: Walter Dörfler / Regie: Kurt Wilhelm (Live-Eurovisionssendung der ARD vom 25. 12. 1956 mit einer Wiederholung am 31. 12. 1961) Bisher unveröffentlicht. Es handelt sich hier um die zweite, sogenannte "Synchron-Oper" von Kurt Wilhelm (nach der "Entführung aus dem Serail" vom Januar 1956) mit der Darstellung durch Schauspieler zum vorab aufgenommenen Gesang der als zweiter Name genannten Sänger. Die Rolle des Cherubino in der Verkörperung durch Hanna Rucker - mit der Stimme von Christa Ludwig - ist mir in besonders eindrücklicher Erinnerung geblieben. Die Rezitative wurden natürlich gesprochen und auch für die Arien hatte man größtenteils eine neue deutsche Textversion geschrieben. Man muss sich vergegenwärtigen, dass die Schauspieler live agierten und nicht nur den Text, sondern auch die Musik im Gedächtnis haben mussten! Anfangs wurde diese Art der Fernseh-Inszenierung von Opern noch als 'innovativ' empfunden und sogar mit dem Deutschen Fernsehpreis 1956/1957 als 'beste Fernsehsendung des Jahres' ausgezeichnet; der Protest von Kritikern und Zuschauern regte sich erst, als man ab 1959 begann, auch Operetten 'synchron' aufzuzeichnen - eine Praxis, die noch bis Mitte der 60er Jahre beibehalten wurde. (Agnes Giebel hat übrigens in ihrer 'Da Capo'-Sendung mit August Everding amüsant über die Tonaufnahmen zu diesem "Figaro" erzählt.)


    "Cosi fan tutte" (Mozart): (Dorabella) mit Elisabeth Schwarzkopf (Fiordiligi), Graziella Sciutti (Despina), Luigi Alva (Ferrando), Rolando Panerai (Guglielmo) und Franco Calabrese (Don Alfonso) / Der Chor der Wiener Staatsoper / Chorltg.: Richard Rossmayer / Die Wiener Philharmoniker / Dirigent: Karl Böhm / Bühnenbild und Kostüme: Caspar Neher / Inszenierung: Oscar Fritz Schuh (Salzburg, Residenzhof, 17. 8. 1958, Live-Sendung, Eurovision) Bisher unveröffentlicht.

    dto.: (Dorabella) mit Elisabeth Schwarzkopf (Fiordiligi), Graziella Sciutti (Despina), Waldemar Kmentt (Ferrando), Hermann Prey (Guglielmo) und Karl Dönch (Don Alfonso) / Der Chor der Wiener Staatsoper / Chorltg.: Richard Rossmayer / Die Wiener Philharmoniker / Dirigent: Karl Böhm / Bühnenbild und Kostüme: Leni Bauer-Ecsy / Inszenierung: Günther Rennert (Eine Live-Übertragung des ORF für die Eurovision am 27. 8. 1961 aus dem Kleinen Festspielhaus in Salzburg) Bisher unveröffentlicht.

    dto.: (Dorabella) mit Gundula Janowitz (Fiordiligi), Olivera Miljakovic (Despina), Luigi Alva (Ferrando), Hermann Prey (Guglielmo) und Walter Berry (Don Alfonso) / Der Wiener Philharmonia Chor / Die Wiener Philharmoniker / Dirigent: Karl Böhm / Szenenbild: Milos Ditrich und Ernst Wurzer / Kostüme: Jan Skalicky / Regie: Václav Kaslik (Wien, Studio am Rosenhügel, 1969) Eine Farbfilm-Produktion der Cosmotel/Unitel, gesendet am 28. 6. 1970 im ZDF und am 12. 7. 1970 im ORF. Der Ton wurde vorab durch die 'Decca' in den Wiener Sofiensälen unter der Aufnahmeleitung von Christopher Raeburn eingespielt. Merkwürdigerweise hat 'Decca' bzw. 'Universal' es bis heute nicht geschafft, diese Aufnahme auf Video, DVD oder CD zu veröffentlichen!. 'Opera Passion' in den USA bietet eine DVD in etwas mediokrer Bildqualität an; auf YouTube kann man ein Video (von Classica) ansehen, aber wie lange noch?


    Bis zur nächsten Woche!


    Carlo

    Liebe Taminos!


    Zum Andenken an Franco Zeffirelli möchte ich nachstehend eine Aufstellung seiner mittels TV-Übertragungen dokumentierten Inszenierungen geben.


    Leider sind viele der frühen Arbeiten Zeffirellis (Regisseur und Ausstatter in Personalunion) nicht optisch festgehalten worden, aber viele seiner Inszenierungen waren derart zeitlos und hielten sich über Jahrzehnte - teilweise sogar bis heute - im Repertoire der Opernhäuser, dass sie in den letzten Jahren auf Video oder DVD 'verewigt' werden konnten.


    Zu den 'verlorenen' Inszenierungen zählen z. B. aus dem Royal Opera House, Covent Garden, in London: „Lucia di Lammermoor“ mit Joan Sutherland (1959), „Cavalleria rusticana“ mit Amy Shuard und Charles Craig (1959), „I pagliacci“ mit Joan Carlyle und Jon Vickers (auch 1959), „Falstaff“ mit u. a. Mirella Freni, Regina Resnik, Geraint Evans und Luigi Alva unter Giulini (1961), „Alcina“ mit der Sutherland (1962), „Don Giovanni“ mit Leyla Gencer, Sena Jurinac, Mirella Freni und Cesare Siepi unter Solti (1962) und der „Rigoletto“ mit Anna Moffo, Carlo Cossutta und Peter Glossop, ebenfalls unter Solti (1964).


    An der Mailänder Scala begann er 1953 mit „L'Italiana in Algeri“ (Giulietta Simionato, Cesare Valletti, Sesto Bruscantini, Mario Petri / Dirigent: Carlo Maria Giulini), gefolgt 1954 von „La Cenerentola“ (ebenfalls Simionato, Bruscantini und Petri, dazu noch Nicola Monti, ebenfalls mit Giulini), weiter 1954 „L'elisir d'amore“ mit Rosanna Carteri, Giuseppe Di Stefano, Rolando Panerai, Italo Tajo unter Giulini). 1955 arbeitete er zum ersten Mal mit Maria Callas („Il turco in Italia“), auf Piccinnis „La Cecchina“ mit Graziella Sciutti folgte 1959 der „Don Pasquale“ (mit Sciutti, Bruscantini, Panerai und Luigi Alva). Das Gebiet der heiteren Oper verließ er in Mailand erstmals 1963 mit der legendären „La Bohème“ unter Karajan (1964 in München als Film konserviert), gefolgt von der monumentalen „Aida“ - ausgestattet von Lila De Nobili im Stil der Uraufführungszeit – mit Leontyne Price, Fiorenza Cossotto, Carlo Bergonzi, Aldo Protti und Nicolai Ghiaurov. Seine Inszenierung der mit Maria Callas in Dallas gezeigten „La Traviata“ wiederholte er 1964 mit Mirella Freni (die von den 'Callas-Witwen' ausgebuht wurde); außerdem sangen Renato Cioni und Mario Sereni, Herbert von Karajan dirigierte.


    Noch in der Intendanz von Rudolf Bing brachte Franco Zeffirelli an der New Yorker 'Met' die folgenden Opern heraus: 1964 „Falstaff“ unter Leonard Bernstein (mit Gabriella Tucci, Judith Raskin, Regina Resnik, Anselmo Colzani, Mario Sereni und Luigi Alva), Samuel Barbers „Anthony and Cleopatra“ zur Eröffnung des neuen Hauses im Lincoln Center 1966 (mit Leontyne Price, Justino Diaz und Jess Thomas, dirigiert von Thomas Schippers), 1970 „Cav/Pag“ mit Grace Bumbry und Franco Corelli unter Bernstein und mit Lucine Amara und Richard Tucker unter Fausto Cleva, 1972 folgte der „Otello“ mit Teresa Zylis-Gara, James McCracken und Sherrill Milnes, mit Karl Böhm am Dirigentenpult.


    In seinen späteren Inszenierungen verstärkte Zeffirelli allerdings manchmal die Opulenz der Ausstattung über Gebühr, um den Schauwert zu erhöhen; eine „Traviata“ 1989 an der 'Met' z. B. wurde trotz Edita Gruberova, Neil Shicoff, Wolfgang Brendel und Carlos Kleiber zum 'Flop'. Die 'feineren' Seiten seiner Arbeit zeigte er in seinen Opern- und historischen Spielfilmen, die mit ihrer Ästhetik und Genauigkeit im Detail beeindrucken. Auch wenn die Kritiker und die 'Jünger' des Regietheaters räsonierten, das Publikum liebte seine Art der Herangehensweise und die Intendanten die vollen Kassen, die der Name 'Zeffirelli' garantierte. Dass er aber auch große Opern in fast kammerspielartiger Art bringen konnte, beweisen die überzeugenden Aufführungen von „Aida“ und „La Traviata“ (2001 und 2002) im winzigen Teatro Giuseppe Verdi in Busseto!


    Hier nun die versprochene Liste der TV-Aufzeichnungen von Franco Zeffirellis Opern-Inszenierungen:


    „Carmen“ (Bizet)

    Wien 1978: Elena Obraztsova, Isobel Buchanan, Plácido Domingo, Juri Mazurok / Carlos Kleiber

    New York 1997: Waltraud Meier, Angela Gheorghiu, Plácido Domingo, Sergei Leiferkus / James Levine

    Verona 2003: Marina Domashenko, Maya Dashuk, Marco Berti, Raymond Aceto / Alain Lombard

    Wien 2010: Nadia Krasteva (eingesprungen für Elina Garanca), Anna Netrebko. Massimo Giordano, Ildebrando D' Arcangelo / Andris Nelsons


    „L'elisir d'amore“ (Donizetti)

    Glyndebourne 1962: Mirella Freni, Luigi Alva, Enzo Sordello, Sesto Bruscantini / Carlo Felice Cillario


    „La figlia dell' regimento“ (Donizetti)

    Neapel 1965: Anna Moffo, Jolanda Gardino, Alvinio Misciano, Antonio Boyer / Alberto Zedda (nur Ausstattung!)

    Mailand 1996: Mariella Devia, Ewa Podles, Paul Austin Kelly, Bruno Praticó / Donato Renzetti (nur Ausstattung!)


    „I pagliacci“ (Leoncavallo)

    New York 1978: Teresa Stratas, Plácido Domingo, Sherrill Milnes, Allan Monk / James Levine (die Inszenierung stammt von 1969)

    Film 1982: Teresa Stratas, Plácido Domingo, Juan Pons, Alberto Rinaldi / Georges Prêtre

    New York 1994: Teresa Stratas, Luciano Pavarotti, Juan Pons, Dwayne Croft / James Levine

    Washington 1998: Verónica Villareal, Plácido Domingo, Gregory Yurisich, Manuel Lanza / Leonard Slatkin


    „Cavalleria rusticana“ (Mascagni)

    New York 1978: Tatiana Troyanos, Plácido Domingo, Vern Shinall / James Levine (die Inszenierung stammt von 1969)

    Film 1982: Elena Obraztsova, Plácido Domingo, Renato Bruson / Georges Prêtre


    „Don Giovanni“ (Mozart)

    New York 1990: Carol Vaness, Karita Mattila, Dawn Upshaw, Samuel Ramey, Jerry Hadley, Ferruccio Furlanetto / James Levine

    New York 2000: Renée Fleming, Solveig Kringelborn, Hei Kyung-Hong, Bryn Terfel, Paul Groves, Ferruccio Furlanetto / James Levine


    „Boris Godunov“ (Musorgskii)

    Genua 1958: Raffaele Arié / Franco Capuana


    „La Bohème“ (Puccini)

    Film 1964: Mirella Freni, Adriana Martino, Gianni Raimondi, Rolando Panerai / Herbert von Karajan (gedreht während eines Gastspiels der Mailänder Scala im November 1964 in den Bavaria-Studios München mit Tonaufnahmen im Münchner Bürgerbräukeller)

    Mailand 1979: Ileana Cotrubas, Lucia Popp, Luciano Pavarotti, Lorenzo Saccomani / Carlos Kleiber

    New York 1982: Teresa Stratas, Renata Scotto, José Carreras, Richard Stilwell / James Levine

    Mailand 2003: Cristina Gallardo-Domas, Hei Kyung-Hong, Marcelo Alvarez, Roberto Servile / Bruno Bartoletti

    New York 2008: Angela Gheorghiu, Ainhoa Arteta, Ramón Vargas, Ludovic Tézier / Nicola Luisotti

    New York 2014: Kristine Opolais, Susanna Phillips, Vittorio Grigolo, Massimo Cavalletti / Stefano Ranzani

    New York 2018: Sonya Yoncheva, Susanna Phillips, Michael Fabiano, Lucas Meachem / Marco Armiliato


    „Tosca“ (Puccini)

    London 1964: Maria Callas, Renato Cioni, Tito Gobbi / Carlo Felice Cillario (nur 2. Akt)

    Tokyo 1979: Montserrat Caballé, José Carreras, Ingvar Wixell / Colin Davis

    New York 1985: Hildegard Behrens, Plácido Domingo, Cornell MacNeil / Giuseppe Sinopoli


    „Madama Butterfly“ (Puccini)

    Verona 2004: Fiorenza Cedolins, Francesca Franci, Marcello Giordani, Juan Pons / Daniel Oren


    „Turandot“ (Puccini)

    New York 1987: Eva Marton, Leona Mitchell, Plácido Domingo / James Levine

    New York 2009: Maria Guleghina, Marina Poplavskaya, Marcello Giordani / Andris Nelsons

    Verona 2010: Maria Guleghina, Tamar Iveri, Salvatore Licitra / Giuliano Carella

    New York 2016: Nina Stemme, Anita Hartig, Marco Berti / Paolo Carignani


    „La Traviata“

    Film 1982: Teresa Stratas, Plácido Domingo, Cornell MacNeil / James Levine

    Busseto 2002: Stefania Bonfadelli, Scott Piper, Renato Bruson / Plácido Domingo

    (Die „Traviata“-Inszenierungen in Florenz 1984 und New York 1989 sind nicht visuell dokumentiert.)


    „Don Carlos“ (Verdi)

    Mailand 1992: Daniela Dessí, Luciana D'Intino, Luciano Pavarotti, Paolo Coni, Samuel Ramey / Riccardo Muti


    „Aida“ (Verdi)

    Busseto 2001: Adina Aaron, Kate Aldrich, Scott Piper, Giuseppe Garra, Enrico Giuseppe Iori / Massimiliano Stefanelli

    Mailand 2006: Violeta Urmana, Ildikó Komlósi, Roberto Alagna, Carlo Guelfi, Giorgio Giuseppini / Riccardo Chailly


    „Otello“ (Verdi)

    Mailand 1976: Mirella Freni, Plácido Domingo, Piero Cappuccilli / Carlos Kleiber

    New York 1978: Renata Scotto, Jon Vickers, Cornell MacNeil / James Levine (die Inszenierung stammt von 1972)

    Film 1986: Katia Ricciarelli, Plácido Domingo. Justino Díaz / Lorin Maazel


    „Falstaff“ (Verdi)

    Catania 1964: Laura Londi, Lydia Marimpietri, Oralia Dominguez, Giuseppe Taddei, Enzo Sordello, Ugo Benelli / Peter Maag

    New York 1992: Mirella Freni, Barbara Bonney, Marilyn Horne, Paul Plishka, Bruno Pola, Frank Lopardo / James Levine (die Inszenierung stammt von 1964)


    Ich selbst habe nur zwei Produktionen von Franco Zeffirelli 'live' gesehen: eine Aufführung 1977 in der Pariser Comédie-Francaise von Alfred de Mussets Schauspiel „Lorenzaccio“ (mit Francis Huster in der Titelrolle, Anne Ducaux als seine Mutter Maria Soderini, Geneviève Casile als Marchesa Cibo, Jean-Luc Boutté als Alessandro de' Medici und Louis Seigner als Filippo Strozzi); Zeffirelli fungierte hier aber nur als Regisseur, das Bühnenbild entwarf Gianni Quaranta und Marcel Escoffier die Kostüme. Der zweite unvergessliche Theaterabend war am 2. 5. 1978 in der Wiener Staatsoper: Zeffirellis legendäre „La Bohème“ mit Mirella Freni, Renate Holm, José Carreras und Rolando Panerai; Herbert von Karajan stand am Dirigentenpult.


    Zum Schluss möchte ich noch auf drei Spielfilme Zeffirellis hinweisen, die hier noch nicht genannt wurden: a) William Shakespeares „Der Widerspenstigen Zähmung“ von 1967 mit Elizabeth Taylor, Richard Burton, Michael York, Michael Hordern und Cyril Cusack - b) „Jane Eyre“ nach dem Roman von Charlotte Bronte mit Charlotte Gainsbourg, Joan Plowright, Anna Paquin und William Hurt (1996) und c) „Der junge Toscanini“ von 1988 – ein Film, der nie in die deutschen Kinos kam. C. Thomas Howell spielt den Dirigenten und Elizabeth Taylor die (fiktive) russische Sängerin Nadina Butichoff, die in Brasilien als Geliebte des Königs Dom Pedro mit Hilfe Toscaninis ihre Opernkarriere wieder aufnehmen möchte. Die Stimme zu Liz Taylors Gesang 'lieferte' die Sopranistin Aprile Millo, die auch im Film kurz zu sehen ist. Und als Gesangslehrer wirkt sogar Carlo Bergonzi mit!


    Viele Grüße!


    Carlo

    Hallo, 'Stimmenliebhaber'!


    BINGO!


    Suzanne Danco hat es der amerikanischen 'Opera News' in einem schönen Interview in den 90er(?) Jahren selbst erzählt. (Sie lebte in Italien und war eine richtig schöne alte Dame geworden.) Um das genaue Datum zu nennen, müsste ich jedoch 'zig Hefte nachsehen, weil es bei 'Opera News' keine Jahresverzeichnisse gibt und ich es bis heute noch nicht geschafft habe, alle Jahrgänge (1969 bis 2016) in meinem Computer zu archivieren. Auch die Begebenheit, dass Nell Rankin bei dieser "Aida"-Aufnahme auf recht unschöne Art und Weise ausgebootet wurde, weiß ich aus einem Interview mit ihr in der 'Opera News'.


    Carlo

    Hallo!


    In meinem Beitrag Nr. 222 habe ich schon 'vorgewarnt', dass ich darüber berichten werde, wie auch einmal Elisabeth Schwarzkopf bei einer Schallplatten-Aufnahme geholfen wurde – sogar mit zwei 'untergelegten' Stimmen, u. z. im 'Libera me' in ihrer Einspielung des „Verdi-Requiems“ 1964 unter Carlo Maria Giulini. Und es gibt auch eine interessante Vorgeschichte:


    Walter Legges Vorhaben, dieses Werk für die Schallplatte festzuhalten, geht zurück auf seinen Besuch der „Requiem“-Aufführung Victor De Sabatas zum 50. Todestag des Komponisten in der Mailänder Scala am 27. 1. 1951, wovon es einen (leider klanglich sehr eingeschränkten) Mitschnitt gibt mit Renata Tebaldi, Nell Rankin, Giacinto Prandelli und Nicola Rossi-Lemeni. Dort erzielte Renata Tebaldi einen geradezu sensationellen Erfolg und Legge wollte sie unter Vertrag nehmen; sie hatte sich aber bereits exclusiv an die Konkurrenz DECCA gebunden, die es leider bekanntlich versäumte, damals mit ihr eine dementsprechende Aufnahme zu machen, obwohl auch Rankin und Prandelli bei der DECCA unter Vertrag standen. (Nell Rankin sollte ursprünglich auch die 'Amneris' in der "Aida" 1952 mit der Tebaldi sein. Erst 1960 entstand die erste „Requiem“-Aufnahme der DECCA - in Co-Produktion mit RCA - in Wien unter Fritz Reiner; Leonie Rysanek erkrankte während der Aufnahme und wurde durch Leontyne Price ersetzt.) Für Walter Legge waren Renata Tebaldis Stimme und Interpretation das ideale Vorbild für den Sopranpart in Verdis „Requiem“ – an Elisabeth Schwarzkopf dachte er in diesem Zusammenhang damals wohl noch nicht.


    An Maria Callas' Stimme schätzte der EMI-Produzent nach eigener Aussage vor allem die außergewöhnlich timbrierte Mittellage mit ihrem herben 'Leidensausdruck' sowie ihre profunden tiefen Töne, die besser in ihr Stimmregister integriert waren als die oft 'erzwungene' Höhe. Daher glaubte er auch, in ihr eine für den Mezzopart (!) geeignete Sängerin in seiner geplanten Aufnahme dieses „Requiems“ gefunden zu haben. Die Callas zeigte sich auch interessiert, konnte sich jedoch lange nicht entscheiden und sagte schließlich ab. (Später hat Legge versucht, die Tebaldi und die Callas zu einem gemeinsamen Konzert mit eben diesem Werk zu überreden!) Victor De Sabata war über die Absage der Callas so verärgert, dass er die Ersatz-Sängerin, Oralia Dominguez, derart 'triezte', dass sie ihre Partie vor dem Mikrophon buchstäblich unter Tränen sang.


    Mittlerweile hatte Walter Legge 'Her Master's Voice' (Schwarzkopf) entsprechend trainiert, so dass ihre Mitwirkung in dieser Aufnahme vom Juni 1954 von der internationalen Kritik mit allgemeinem Lob bedacht wurde; neben der Dominguez wirkten noch Giuseppe Di Stefano und Cesare Siepi mit, die beide bereits das Werk 1951 unter Arturo Toscanini in einem Live-Mitschnitt bei RCA aufgenommen hatten. (Lediglich die extrem gedehnten Tempi De Sabatas – vor allem im Vergleich zu Toscanini – wurden damals als befremdlich empfunden.)


    1960 hörte Legge Joan Sutherland, die bereits seine 'Donna Anna' gewesen war, in London und Edinburgh mit dem „Requiem“ unter der Leitung Carlo Maria Giulinis und wollte sie für eine Neuaufnahme dieses Werks verpflichten – doch auch sie war inzwischen exclusiv bei DECCA unter Vertrag! Nach wie vor wollte er Maria Callas als Mezzosopran einsetzen und suchte lange nach einer geeigneten und zu ihr passenden Sopranistin. Es muss wohl einige Unstimmigkeiten im Hause Schwarzkopf/Legge gegeben haben, bis seine Frau ihn überzeugen konnte, sie noch einmal in diesem Werk bei einer Schallplatten-Einspielung zu besetzen.


    Schließlich kam es im September 1963 zur Aufnahme (mit Christa Ludwig, Nicolai Gedda und Nicolai Ghiaurov unter Giulini) – aber Elisabeth Schwarzkopfs Interpretation des 'Libera me' stand einer Schallplattenveröffentlichung im Wege. Den Beteiligten war nicht entgangen, dass sie große Schwierigkeiten mit den beiden exponierten Tönen in diesem Teil des Werks hatte: das 'pppp' zu singende hohe 'B' und vor allem das abschließende voll auszusingende hohe 'C' über dem gesamten Chor wollten ihr nicht (mehr) zufriedenstellend gelingen.


    Das Problem löste Walter Legge später schließlich, indem er bei der Aufnahme des 'Libera me' am 7. 4. 1964 der Sängerin zwei (im Timbre und Volumen zu ihr passende) Chorsoprane an die Seite stellte, die mit ihren Stimmen den Gesang der Schwarzkopf an der zweiten heiklen Stelle – das hohe 'C' - 'deckten'. (Die heute allgemein übliche Praxis des 'dubbing' – also auf ein bereits bespieltes Band zu singen – war damals noch nicht verbreitet.) Auf der viele Jahre später veröffentlichten CD-Ausgabe soll im 'Libera me' auch ein deutlicher 'tape joint' zu hören sein, als ob man durch das Zusammenschneiden zweier Bänder eine Phrase ihres Gesangs verlängert hätte. (Ich habe lediglich die LP-Ausgabe von 1964. Schon bei ihrer Erstveröffentlichung auf Schallplatten ist diese Einspielung wegen ihrer diffusen Klangqualität kritisiert worden.)


    Ich bitte, mich nicht falsch zu verstehen: eigentlich sind mir derartige Details nicht so wichtig, vorrangig ist immer noch das unmittelbare Hörerlebnis und der Eindruck, den eine Aufnahme bei mir hinterlässt. Ich möchte lediglich darüber schreiben, wie der Platten-Konsument auch schon damals 'getäuscht' worden ist. Letztendlich ist diese Aufnahme für mich eines der überzeugendsten Tondokumente des „Verdi-Requiems“ und sie wurde damals auch mit mehreren Preisen (Grand Prix du Disque, Edison-Preis, Preis der deutschen Schallplattenkritik etc.) ausgezeichnet.


    Viele Grüße!


    Carlo


    Diesen Beitrag werde ich auch unter „Verdi: Messa da Requiem“ bei 'Tamino' posten.


    Was die oben genannte "Aida" von 1952 mit Tebaldi und Del Monaco bei der DECCA angeht: mittlerweile ist ja auch bekannt, wer die 'Sacerdotessa' in dieser Aufnahme singt. Es ist eine damals sehr bekannte Sängerin! Wer errät oder weiß es?

    Hallo,


    hier ist nun der 6. und letzte Teil der Übersicht zu den Publikationen in der Schriftenreihe „Stimmen, die um die Welt gingen...“, herausgegeben von Günter Walter.


    Nr. 72 / 2002 / Ernst Kozub (Biographie und Discographie von Heiko Bockstiegel - unterstützt von Siegfried Augustin, Harald Kral, Carl Meffert, Ulrich Mittelstaedt und Günter Walter / 98 Seiten; mit 2 Begleit-CDs)


    Nr. 73 / 2003 / Margarete Teschemacher (Biographie von Lothar Steinke und Günter Walter mit Discographie von Günter Walter - unterstützt von Guido Bathe, Ulrich Dahmen, Jürgen Schäfer, Klaus Steidele, Joachim Vierrath und Jakob Vieten / 80 Seiten; mit 2 Begleit-CDs) / Helena Braun (Kurzbiographie und Discographie von Jakob Vieten / 10 Seiten; mit 2 Begleit-CDs) / Franz Völker (Discographie-Nachtrag von Gerhard Kilian / 14 Seiten) /'Peter Anders in England' (Essay von Joachim Vierrath / 2 Seiten) / 'Georg Hann' (Essay von Joachim Vierrath / 4 Seiten) / 'Émile Blaimont' und 'Émile Marcelin' (CD-Präsentationen von Jakob Vieten / 2 Seiten)


    Nr. 74 / 2003 / Margarete Klose (Selbstbiographie von Margarete Klose mit Dokumentation von Jakob Vieten / Discographie von Jakob Vieten - unterstützt von Martin Blasius, Ulrich Dahmen, Cesar Arturo Dillon, Michael Foster, Roland Henkels, Manfred Krugmann, Joachim Vierrath, Rudolf Wahl u. v. a. / 175 Seiten; mit 2 Begleit-CDs) / 'Eberhard Katz' (Buchrezension von Jakob Vieten / 2 Seiten) / Die CD-Labels 'Malibran' und 'Truesound' (CD-Präsentation von Jakob Vieten und Christian Zwarg / 11 Seiten)


    Nr. 75 / 2004 / Robert Burg (Biographie und Discographie von Günter Walter - unterstützt von Günter Meyer, Volkhard Oberdalhoff und Axel Weggen / 76 Seiten) / Émile Marcelin (Biographie und Discographie von Jakob Vieten / 41 Seiten + 1 Seite) / Lea Piltti (Kurzbiographie und Discographie von Jürgen Schäfer / 4 Seiten) / Margarete Teschemacher (Discographie-Nachtrag von Armin Bürgy und Joachim Vierrath / 4 Seiten) / 'Truesound'-CDs (Präsentation von Christian Zwarg / 5 Seiten) / 'Preiser'-CDs "Sängerinnen und Sänger am Hamburger Stadttheater und der Hamburgischen Staatsoper bis 1945" (Präsentation von Michael Seil / 2 Seiten) / 'Die Frida-Leider-Gesellschaft' (Beitrag von Peter Sommeregger / 1 Seite)


    Nr. 76 / 2004 / Julius Patzak (Biographie und Discographie von Ulrich Dahmen - unterstützt von Vicki Kondelik, Carl Meffert, Jürgen E. Schmidt und Joachim Vierrath / 140 Seiten; mit 2 Begleit-CDs) / 'enno records' (CD-Präsentation von Enno Worm / 3 Seiten)


    Nr. 77 / 2006 / Helge Rosvaenge (Kurzbiographie - mit Selbstzeugnis des Sängers - von Günter Walter; Discographie von Günter Walter - unterstützt von Siegfried Augustin, Ulrich Dahmen, Carl Meffert, Klaus Oestmann und Joachim Vierrath / 186 Seiten; mit 2 Begleit-CDs)


    Nr. 78 / 2006 / Costa Milona (Biographie und Discographie von Peter Hulpusch - unterstützt von Rainer E. Lotz / 32 Seiten) / Marko Rothmüller (Biographie und Discographie von Alfred Fassbind und Günter Walter - unterstützt von Ulrich Dahmen und Carl Meffert / 50 Seiten) / Rudolf Christ (Biographie und Discographie von Beate Icker - unterstützt von Monika Kühhas und Carl Meffert / 92 Seiten; mit Begleit-CD)


    Nr. 79 / 2006 / Gottlob Frick (Kurzbiographie und Discographie von Günter Walter - unterstützt von Reinhold Bauerle, Gottfried Cervenka, Gerhard Kilian, Gerhard Püls und Michael Seil / 162 Seiten) / Helge Rosvaenge (Nachtrag von Oliver Wurl / 3 Seiten)


    Nr. 80 / 2007 / Rita Streich (Biographie und Discographie von Günter Walter - unterstützt von Carl Meffert, Josef Schundelmaier und Joachim Vierrath / 304 Seiten; mit Begleit-CD)


    Nr. 81 / 2009 / Franz Fehringer (Biographie und Discographie von Ulrich Mittelstaedt und Joachim Vierrath - unterstützt von Armin Bürgy, Gerd Cordes, Carl Meffert und Jörg Wyrschowy) (160 Seiten)


    Nr. 82 / 2011 / Elisabeth Grümmer (Biographie und Discographie von Carl Meffert - unterstützt von Karin Schulze-Zurmussen, Manfred Krugmann und Joachim Vierrath / 230 Seiten; mit Begleit-CD)


    Nr. 83 / 2014 / Liselotte Thomamüller und Caspar Bröcheler (Biographien und Discographie von Günter Walter - unterstützt von Gerhart Asche und Gerd Krämer / 134 Seiten)


    Nr. 84 / 2016 / Hans Hopf (von Ulrich Dahmen / 265 Seiten) Zu diesem letzten Band in dieser Reihe kann ich keine näheren Angaben machen, weil er mir nicht vorliegt.


    Sonderhefte (diese Ausgaben liegen mir nicht vor):


    2000 Anny Schlemm (zum 70. Geburtstag) (Discographie-Nachtrag von Günter Walter – unterstützt von Henk Blankenstein, Gerd Cordes und Gerhard Kilian / 38 Seiten)


    2001 Erna Berger (zum 100. Geburtstag) (Discographie von Günter Walter / 112 Seiten)


    2002 Walther Ludwig (zum 100. Geburtstag) (Discographie von Jakob Vieten) (Mit 2 Begleit-CDs)


    2003 Gehobene Unterhaltungsmusik – Eduard Künnecke und Willi Stech (Discographie von Fried Poestges)


    Schöne Pfingst-Feiertage!


    Carlo

    Liebe Taminos,


    hier sind weitere ausgewählte Konzert- und Liedaufnahmen mit Christa Ludwig:


    2. Teil


    Maurice Ravels “Shéhérazade” - Drei Orchesterlieder auf Gedichte von 'Tristan Klingsor' (Pseudonym für Léon Leclère) - sang Christa Ludwig, im französischen Original, in einem Orchesterkonzert mit Hans Schmidt-Isserstedt am Pult des Sinfonie-Orchesters des Norddeutschen Rundfunks in der Hamburger Musikhalle (8. 10. 1962). In diesem Konzert sang sie auch noch – als deutsche Erstaufführung – die Orchesterfassung Zoltán Kodálys der “Fünf Lieder, op. 15” von Béla Bartók; diese 'Lieder für eine mittlere Singstimme und Klavier' aus dem Jahre 1916 wurden erst am 12. 6. 1961 in einem Liederabend von Eberhard Wächter und Edith Farnadi im Wiener Musikverein uraufgeführt! (Die Liedtexte stammen von Bartóks damaliger Geliebter – der erst 15jährigen Klára Gombossy – und der Komponist verzichtete aus naheliegenden Gründen auf eine Veröffentlichung.)


    Bei den 'Tagen für zeitgenössische Musik' in Donaueschingen kam am 6. 10. 1951 “Der himmlische Vagant” von Hermann Reutter zur Uraufführung samt Rundfunkübertragung - ein lyrisches Portrait des Francois Villon nach 'Klabund' (Alfred Henschke) für eine Alt- und eine Baritonstimme mit Instrumenten. Christa Ludwig und Bruno Müller waren die Gesangssolisten, begleitet vom Komponisten Hermann Reutter am Klavier und Mitgliedern des Sinfonie-Orchesters des Südwestfunks Baden-Baden unter Hans Rosbaud. (Der Mitschnitt dieser 'Kantate in 9 Sätzen' dauert ca. 25 Minuten und wurde noch am 2. 2. 1964 im 3. Programm des NDR und am 19. 2. 1964 im damaligen SWF gesendet.)


    In einem Wiener Liederabend (Musikverein) vom 12. 11. 1978 stellte die Sängerin, begleitet von 'ihrem' Pianisten Erik Werba, zum ersten Mal ihre Interpretation von Schuberts “Die Winterreise” vor, die sie danach immer wieder in vielen Konzertsälen der Welt wiederholte, z. B. - als Mitschnitte erhalten - in Hohenems (21. 6. 1979), in Salzburg (21. 8. 1980), in München (30. 11. 1980) und auch am 6. 3. 1983 in der New Yorker 'Met' mit James Levine. (Ich habe die Studio-Aufnahme aus dem Wiener Brahmssaal, ebenfalls mit Levine, vom Dezember 1986 auf CD von der DGG).


    Mit Sebastian Peschko am Klavier nahm die Sängerin “Frauenliebe und -leben” von Robert Schumann am 9. 12. 1960 im Funkhaus Hannover für den NDR auf. Darüber hinaus gibt es mehrere Mitschnitte von Liederabenden Christa Ludwigs mit diesem Zyklus, der auf Grund der Texte Adelbert von Chamissos von den heutigen Sängerinnen eher gemieden wird. Interessant in diesem Zusammenhang ist auch das reine Schumann-Programm des Konzerts im Salzburger Mozarteum vom 11. 8. 1969, wo sie mit Erik Werba neben dem “Liederkreis, op. 39” (den Christa Ludwig diesmal komplett sang - siehe den Beitrag Nr. 105 von 'Rheingold1876', diese Platte von 1968 habe ich auch) mehrere wenig bekannte Lieder dieses Komponisten vortrug, den Chamisso-Zyklus aber ausließ.


    Richard Wagners “Wesendonck-Lieder” wurden von Christa Ludwig selten gesungen, zumal in der originalen Klavierfassung. Aus Paris (Théâtre des Champs-Elysées, 12. 5. 1980) existiert ein Mitschnitt, der auch Lieder von Franz Liszt (“Freudvoll und leidvoll” - “Du bist wie eine Blume” - “Es muss ein Wunderbares sein” - “Die drei Zigeuner”), Hans Pfitzner (“Hast du von den Fischerkindern, op. 7,1”, “Ist der Himmel darum im Lenze so blau, op. 2,2”, “Gretel, op. 11,5” und “Zum Abschied meiner Tochter, op. 10,3”) und Antonin Dvorák (“Zigeunermelodien”) enthält; der Begleiter am Klavier ist Jonathan Alder.


    Erwähnenswert ist auch eine Studio-Produktion des NDR vom 21. 5. 1966 aus dem Studio Hannover: Winfried Zilligs “Fünf Lieder nach Texten von Georg Trakl für eine tiefe Singstimme und Kammerorchester” aus dem Jahre 1954 - aufgenommen mit dem Rundfunkorchester Hannover des Norddeutschen Rundfunks unter Heribert Esser.


    Und schließlich noch ein Fund zum 'Berlioz-Jahr 2019': “Les nuits d'été” - sechs Gesänge nach Gedichten von Théophile Gautier; Christa Ludwig – damals Mme Deiber - wurde beim Konzert am 7. 5. 1981 im Wiener Konzerthaus begleitet von den Wiener Symphonikern unter Georges Prêtre und sang selbstverständlich in der Originalsprache. (Da hier z. Zt. an anderer Stelle über die Lieder von Peter Cornelius geschrieben wird: er hat die Gedichte Gautiers übersetzt und der Komposition von Hector Berlioz angepasst.) Wäre auch merkwürdig, wenn eine Sängerin ihres Formats und ihrer Fähigkeiten sich einen solchen 'Leckerbissen' entgehen lässt...


    Natürlich gibt es zahlreiche, größtenteils unveröffentlichte Mitschnitte von Konzerten und Liederabenden mit dieser Ausnahme-Sängerin; ich habe mich daher nur auf einige außergewöhnliche Aufnahmen beschränkt. Nachfolgend noch zwei weitere Beispiele:


    Das Standard-Programm für einen Doppel-Liederabend des Sänger-Ehepaares Ludwig/Berry setzte sich für einige Zeit aus folgenden Werken zusammen: “Lieder aus dem west-östlichen Divan” (Hugo Wolf), “Frauenliebe und -leben” (Robert Schumann), “Don Quichotte à Dulcinée” (Maurice Ravel) und Duette aus “Klänge aus Mähren” (Antonin Dvorák); ein solches Konzert aus Hannover wurde am 2. 2. 1962 mit Sebastian Peschko vom NDR aufgezeichnet. Besonders reizvoll dürfte auch der Mitschnitt vom 28. 8. 1961 aus dem Salzburger Mozarteum sein: Drei Duette (“Tornate, o cari baci”, “Ardo e scoprir” und “Dialogo di ninfa e pastore”) aus dem 7. und 9. Madrigalbuch von Claudio Monteverdi, die drei “Gesänge des Harfners” von Hugo Wolf, Wolfs vier “Mignon-Lieder” und zum Schluss dreizehn Duette aus Dvoráks “Klänge aus Mähren”, begleitet von Erik Werba.


    Eine meiner Lieblingsplatten mit Christa Ludwig ist der “Nicht alltägliche Liederabend” (1966) von der 'Columbia' aus der Serie 'Meisterwerke des musikalischen Humors', die erst 2018 von 'Warner' auf CD – und dankenswerterweise in voller Länge – in der Christa Ludwig zu ihrem 90. Geburtstag gewidmeten Box (11 CDs) veröffentlicht wurde. Zusammen mit Walter Berry und Gerald Moore enthält diese Schallplatte folgende Stücke: “Der Kuss” und “Der Floh” (beide von Ludwig van Beethoven - 2) / “Lob der Faulheit” (Joseph Haydn – 2) / “La regata veneziana” 1-3 (Gioachino Rossini – 1) / “Duetto di due gatti” (Rossini – 1 und 2) / “We kumm ich dann de Pooz erenn?”, “Och, Moder, ich will en Ding han” und “Vergebliches Ständchen” (alle von Johannes Brahms – 1) / “Der Brief” und “Waldeinsamkeit” (beide von Max Reger – 1) / “Schlechtes Wetter” (Richard Strauss – 1) / “Ach weh, mir unglückhaften Mann” (Strauss – 2) / “Zur Warnung” - “Auftrag” - “Bei einer Trauung” - “Selbstgeständnis” und “Abschied” (alle von Hugo Wolf – 2) (1 = Christa Ludwig / 2 = Walter Berry).


    Das “Katzenduett” Rossinis sangen Christa Ludwig und Walter Berry oft als Zugabe zu ihren gemeinsamen Konzerten, so auch am Schluss ihres Auftritts in der TV-Sendung “Was bin ich?” am 19. 8. 1969 bei Robert Lembke. Da war eine deutlich gereizte Stimmung zwischen dem Ehepaar spürbar, die wohl nicht allein der Nervosität bei einer Fernseh-Livesendung geschuldet war. Einige Zeit später wusste man, warum...


    Schöne Pfingst-Feiertage!


    Carlo

    In der posthum erschienenen Biographie "Gehörtes - Ungehörtes" (Originaltitel: On and off the record) von 1982 wird ein (undatierter) Aufsatz von Walter Legge veröffentlicht, in dem es u.a. heißt: "Es gäbe keinen Furtwängler-Flagstad-Tristan - für meinen Geschmack noch immer die überragende Aufnahme dieser Oper - hätte die Schwarzkopf nicht versprochen, die hohen Bs, Hs und Cs für ihre Freundin zu singen, wie sie es bereits bei früheren Duetten der Flagstad mit Set Svanholm getan hatte".



    Ich glaube, Walter Legge ging es nicht um den Plattenverkauf des „Tristan“, sondern darum, der verhassten Konkurrenz ('Decca') zu zeigen, dass er auch 'tricksen' konnte. Jetzt werde ich mir die Platten mit den genannten Duetten von Flagstad/Svanholm genauer anhören: „Die Walküre“ (Todesverkündung / Karl Böhm / 4. 6. 1949), „Tristan und Isolde“ (Liebesduett 2. Akt mit Constance Shacklock als Brangäne / Karl Böhm / 5. 6. 1949) und „Siegfried“ (Duett 3.Akt / George Sebastian / 12. - 13. 6. 1951). Vielleicht sind auch bei der Szene Isolde-Brangäne und vor allem bei Isoldes Fluch im„Tristan“ Schwarzkopf-Töne zu hören (mit Elisabeth Höngen / Issay Dobrowen / 31. 3. 1948)?


    Liebe Melomanen,


    es ist nicht meine Absicht, die Diskussion über den 'Freundschaftsdienst' von Elisabeth Schwarzkopf für ihre Kollegin Kirsten Flagstad wieder anzukurbeln, aber ich komme nun endlich dem Wunsch von 'nemorino' nach, die in meinem Beitrag Nr. 198 genannten Aufnahmen zu kommentieren.


    Ich habe mir nun also nach langer Zeit die Kirsten-Flagstad-Platte von 'Electrola/Dacapo' von 1971 (1 C 047-01 149 M) und das 'Electrola/Dacapo'-LP-Doppelalbum „Kirsten Flagstad – Dem Genius Richard Wagner verpflichtet“ von 1974 (1 C 147-01 491/92 M) wieder angehört. (Details siehe Zitat!)


    Bei den auf dem Doppelalbum enthaltenen Wagner-Aufnahmen von 1948 und 1949 kann ich nicht feststellen, dass hier 'Schwarzkopf'-Töne zu hören sind. Die Einzelplatte allerdings, die das Schlussduett aus „Siegfried“ mit Set Svanholm – aufgenommen am 12. und 13. 6. 1951 - und den Schlussgesang der Brünnhilde aus „Götterdämmerung“ enthält (vermutlich die zweite Aufnahme unter Furtwängler vom 23. 6. 1952; Aufnahmedaten werden auf der Hülle nicht genannt), klingt mir in einigen, wenigen Momenten – z. B. in den letzten Tönen des „Siegfried“-Duettes - etwas 'manipuliert'.


    Vorausgesetzt, es handelt sich bei Brünnhildes Schlussgesang auf dieser Platte um die Aufnahme von 1952 und nicht um die Version vom 26. 3. 1948, so können einzelne isolierte Spitzentöne 'eingefügt' worden sein. Diese sind aber so perfekt in das Klangbild integriert und dem Timbre Kirsten Flagstads angepasst, dass es wohl einer technischen Analyse – oder sehr scharfen Ohren, die ich nicht habe - bedarf, sie zu identifizieren. (Gibt es den Schlussgesang von 1952 überhaupt auf CD?)


    Ich habe mir zusätzlich die Flagstad-CD (EMI 5 62957 2) mit dem Schlussgesang von 1948 und den 3. Akt der konzertanten „Götterdämmerung“ unter Furtwängler von der RAI (Rom, 31. 5. 1952 mit Kirsten Flagstad, Hilde Konetzni, Ludwig Suthaus, Josef Herrmann und Josef Greindl) auf den 2 LPs der 'Fonit Cetra' (Furtwängler-Edition FE 20) angehört und kann kaum nennenswerte Unterschiede in der Stimmproduktion der Flagstad finden. (Lediglich das Klangbild der 52er Studio-Aufnahme ist etwas weniger kompakt als 1948.)


    Letztendlich bleiben diese Aufnahmen – nicht zuletzt seitens der grandiosen Norwegerin - vor allem wertvolle, maßstabsetzende Dokumente großen Wagnergesangs und wir sollten auch Walter Legge dankbar sein, dass wir sie haben und immer hören können, ganz egal, ob mit oder ohne einigen Tönen von 'Her Master's Voice'!


    Allerdings ist auch Elisabeth Schwarzkopf einmal bei einer (berühmten und auch mit dem 'Grand Prix du Disque' ausgezeichneten) Schallplattenaufnahme mit einem 'Trick' geholfen worden – dazu demnächst mehr!


    Viele Grüße!


    Carlo


    P. S.

    Weil auch dieser Beitrag mal wieder zwei Sängerinnen betrifft, werde ich ihn auch unter dem 'Kirsten-Flagstad-Thread' posten.

    Liebe Melomanen!


    Am 28. April schrieb ich den folgenden Beitrag im 'Elisabeth-Schwarzkopf-Thread' bezüglich des Salzburger "Rosenkavalier"-Films von 1960 und ich wiederhole ihn hier noch einmal, weil er auch Lisa Della Casa betrifft.


    Das neue 'Große' Festspielhaus (das bisherige wurde danach das 'Alte Festspielhaus' und später 'Kleines Festspielhaus' genannt – heute heißt es 'Haus für Mozart') wurde am 26. 7. 1960 unter starker internationaler Medienpräsenz mit einer Neuinszenierung des „Rosenkavaliers“ (Dirigent: Herbert von Karajan / Regie: Rudolf Hartmann / Bühnenbild: Teo Otto / Kostüme: Erni Kniepert) eröffnet und es ergab sich für alle am Zustandekommen Beteiligten der Wunsch, diesen Moment für die Nachwelt durch einen Film zu dokumentieren.


    Vor allem Herbert von Karajan, der damals auch im Festspiels-Direktorium saß, machte sich dafür stark, aber – da er ja immer ein paar Jahre voraus dachte – nur unter den besten technischen Voraussetzungen, d. h. in Farbe im Breitwandformat und natürlich mit Stereoton. (Dazu wurde der Ton vormittags im leeren Festspielhaus aufgenommen; die Dreharbeiten erfolgten nach Beendigung der Festspiele ohne Beisein der Wiener Philharmoniker, die bekanntlich Salzburg immer fast fluchtartig verlassen.) Karajan lehnte Opernsendungen im 'Pantoffelkino' ab wegen der damals relativ kleinen Bildschirme, der – vor Einsatz der MAZ-Technik ab 1960 - etwas verwaschenen Bildqualität in schwarz-weiß und dem wegen der TV-Röhrengeräte mit einem leichten Brummton behafteten Tonqualität. (Während seiner Direktionszeit an der Wiener Staatsoper gab es nur eine einzige TV-Übertragung einer Oper aus 'seinem' Haus: „Angelina“ - La Cenerentola – mit Christa Ludwig 1960.)


    Die Verträge der beteiligten Sänger mit den Salzburger Festspielen enthielten den Zusatz, dass sie sich mit der Verfilmung einverstanden erklärten. Den ersten Misston gab es, als Hilde Güden ('Sophie') einen solchen Vertrag nicht erhielt und Anneliese Rothenberger, die nur für vier der sechs Vorstellungen als 'Sophie' vorgesehen war, in dem Film mitwirken sollte. Frau Güden, die 1960 auch noch dreimal die 'Pamina' in der „Zauberflöte“ singen sollte, löste das Problem damit, dass sie nur die Premiere (mit europaweiter Rundfunkübertragung) sang und sich dann krank meldete - Frau Rothenberger übernahm dann noch eine fünfte „Rosenkavalier“-Vorstellung und als 'Pamina' sprang Liselotte Fölser ein.


    Bei den Proben waren auch das Ehepaar Schwarzkopf/Legge sowie die mit ihnen befreundete Schauspielerin Elisabeth Bergner und ihr Ehemann, der aus Österreich stammende englische Filmproduzent Paul Czinner anwesend. Beide waren zwar auch mit Lisa Della Casa und ihrem Gatten, Dragan Debeljevic, bekannt und sie unterstützten die Absicht der Verfilmung, waren sich aber mit Walter Legge einig, dass diese mit Elisabeth Schwarzkopf als 'Marschallin' realisiert werden sollte statt der von Karajan favorisierten Lisa Della Casa. Walter Legge und Paul Czinner gewannen die englische 'Rank-Film' für das Projekt und schlossen mit dieser vorab einen dementsprechenden Vertrag. Frau Della Casa erfuhr erst kurz vor der Generalprobe davon – durch Christa Ludwig, die sich über diese 'Mauschelei' ärgerte.


    Damals war es bei Fernseh- oder Filmproduktionen üblich, den Ton vorher aufzunehmen und die Sänger dazu vor der Kamera nur die Lippen möglichst synchron bewegen zu lassen. Bei 'Übertragungen' aus dem Theater wurden die Opern 'kalt' aufgezeichnet, d. h. die Aufführung erfolgte im leeren Theater oder mit wenigen Zuschauern (mit Freikarten), meistens handelte es sich um die Generalprobe. Die Fernseh- und Filmkameras waren große, schwere Geräte mit nur eingeschränkter Zoom-Funktion, die Kameraleute saßen in den ersten Jahren auf hohen Gestellen mit Rollen und wurden geschoben; einem 'zahlenden' Publikum war es nicht zuzumuten, während der Vorstellung diese 'Ungetüme' auf der Bühne herumfahren zu sehen. (Ich kann mich erinnern, dass es während einer Live-Fernsehübertragung eines Gastspiels des Wiener Burgtheaters in einem kleineren deutschen Theater mit Schillers „Maria Stuart“ - mit Käthe Dorsch und Paula Wessely – zu Unmutsäußerungen der Zuschauer deshalb kam.) Außerdem musste die Bühne hell ausgeleuchtet werden und die Darsteller sollten kein Bühnen-Makeup, das ja auf Fernwirkung abzielt, tragen.


    Um aber dem Fernseh-Zuschauer die Illusion einer echten Theaterübertragung zu geben, wurden der Anfang, die Aktschlüsse mit dem Fallen des Vorhangs und vor allem die Verneigungstour am Ende der Vorstellung manchmal live übertragen und die 'kalte' Aufzeichnung in die Sendung 'geschmuggelt'. Dass oft getrickst wurde, zeigt als folgendes Beispiel die TV-Sendung des Gastspiels von Renata Tebaldi mit „Otello“ an der Deutschen Oper Berlin 1962: in der 'echten' Aufführung 'führte' im 3. Akt Hans Beirer die Sängerin derart vehement aus dem Saal, dass sie stolperte und gegen den Türrahmen stieß – im Fernsehen (und auf der DVD bei 'Arthaus') war das nicht zu sehen, weil es eben eine Aufzeichnung der Generalprobe ist. Oder bei der „Meistersinger“-Vorstellung zur Wiedereröffnung des Münchner Nationaltheaters 1963 fiel während Stolzings 'Preislied' im 3. Akt (mit Jess Thomas) kurz das Licht aus; da einen Tag vorher Präsident Kennedy ermordet wurde, dachte man sogar an ein Attentat und das Publikum wurde unruhig. In der angeblichen Live-Übertragung (ZDF) merkte man davon nichts und auch in der Schallplattenaufnahme bei 'eurodisc' ist davon nichts zu hören, weil es eben ein Zusammenschnitt aus Proben und Vorstellungen ist, anders als es uns 'eurodisc' glauben machen will. Oft stimmten auch die Sendezeiten der TV-Sendung nicht mit den tatsächlichen Uhrzeiten der Aufführung überein; es gibt da noch zahlreiche weitere Beispiele...


    Für den „Rosenkavalier“-Film brauchte man also bestimmte Sequenzen einer öffentlichen Aufführung, um die Illusion eines 'echten' Theaterabends zu erzeugen. Dafür besetzte man in der dritten Vorstellung (6. 8. 1960) die 'Marschallin' mit Elisabeth Schwarzkopf, die während der Festspiele 1960 noch vier Aufführungen von „Cosi fan tutte“ und fünf Mal im „Don Giovanni“ sang; Lisa Della Casa, die 1960 auch noch drei Mal als „Figaro“-Gräfin auftrat, bot man für die ihr weggenommene „Rosenkavalier“-Vorstellung eine finanzielle Entschädigung an, was die Sängerin ablehnte. Am 6. 8. fiel aber auch Erich Kunz als 'Faninal' aus und wurde durch Alfred Poell ersetzt, was ein weiteres Indiz ist, dass der Film keine Live-Aufführung dokumentiert!


    Herbert von Karajan, der in diese 'Ränke' wahrscheinlich nicht eingeweiht war, entschuldigte sich bei Lisa Della Casa, konnte die Sängerin aber nicht überzeugen, weiter an den Salzburger Festspielen nach 1960 teilzunehmen. Frau Della Casa war vor allem deshalb gekränkt, weil man sie für unprofessionell gehalten hat und man dieses perfide Spiel vor ihr geheim hielt in der Furcht, sie würde die 'Primadonna' sein und sofort abreisen, denn dann hätte man in Salzburg eine neue 'Marschallin' und auch eine neue „Figaro“-Gräfin suchen müssen; alle diese Vorstellungen der Della Casa hätte 'die Schwarzkopf' zusätzlich zu ihrer 'Fiordiligi' und 'Donna Elvira' ja kaum übernehmen können.


    Das österreichische Fernsehen hat zwar die „Rosenkavalier“-Generalprobe komplett aufgezeichnet, durfte aber wegen der anderen Mitwirkenden (z. B. Sena Jurinac, Otto Edelmann und Erich Kunz), die auch von der 'Rank Film' unter Vertrag genommen wurden, nur Ausschnitte – ca. 90 Minuten lang – im Rahmen der 'Eurovision' senden. (Nie vergessen werde ich den atemberaubenden Moment, als beim Lever der Marschallin Lisa Della Casa – zuvor mit ihren schwarzen Haaren in einem leichten Morgenmantel - hinter einem Paravent umgekleidet wurde und dann in einer prachtvollen, tief dekolletierten Robe aus hellem Taft und mit weißer Perücke hervortrat!)


    Lisa Della Casa hat Elisabeth Schwarzkopf diese ganze traurige Angelegenheit offensichtlich nicht nachgetragen, sonst hätte sie wohl kaum später an ihrer Seite den 'Octavian' in Monte-Carlo und an der New Yorker 'Met' gesungen. Dem Ruf Elisabeth Schwarzkopfs hat das Ganze allerdings sehr geschadet und sie sah sich wiederholt mit dem Vorwurf konfrontiert, die Karriere von Konkurrentinnen (vor allem Lisa Della Casa und Elisabeth Grümmer) behindert zu haben.


    In einem erst nach ihrem Tode gesendeten Rundfunk-Interview des Südwestfunks verlor Elisabeth Schwarzkopf bei der Frage nach diesem 'dunklen Punkt' ihre Fassung und brach das Gespräch, hörbar den Tränen nahe, ab. Wenn man aber weiß, dass die Sängerin Wachs in den Händen ihres Mannes war und zu welchen 'Machenschaften' Walter Legge imstande war, um seine 'besten Pferde im Stall' (Callas und Schwarzkopf) zu schützen, kennt man den Schuldigen. Kein Wunder, dass er nach dem Abschied von der EMI – man kann es auch Rauswurf nennen – in der Schallplattenbranche kaltgestellt wurde und nur noch Aufnahmen mit 'Her Master's Voice' produzierte, u. a. bei der Konkurrenz („Das spanische Liederbuch“ bei der DGG und das Recital „Für meine Freunde“ bei 'Decca').


    Ich bitte um Nachsicht, dass der Beitrag mal wieder sehr lang geworden ist, aber ich denke, diese Dinge 'hinter den Kulissen' lassen den Film mit anderen Augen sehen – an seinem, vor allem dokumentarischen, Wert ist auch nicht zu zweifeln. Mir persönlich gefiel aber der „Rosenkavalier“ in der TV-Sendung von den Wiesbadener Maifestspielen 1961 (mit Christa Ludwig, Wilma Lipp und Otto Edelmann unter Heinz Wallberg) viel besser, weil auch – in meiner Erinnerung - hier Elisabeth Schwarzkopf viel natürlicher agierte, wohl weil es eine Aufzeichnung einer tatsächlichen Theateraufführung mit vielen Nahaufnahmen war und sie nicht im Playback sang. Einen Ausschnitt daraus kann man in dem (sehr kritischen) TV-Portrait „Elisabeth Schwarzkopf – Getriebene der Kunst“ von Thomas Voigt und Wolfgang Wunderlich sehen, das allerdings bisher nur auf 'arte' zu sehen war und noch nicht auf DVD veröffentlicht wurde. Vor allem der Schluss des Films, als Elisabeth Schwarzkopf ihr tiefes Bedauern über eine unerfüllte Jugendliebe ausdrückt, zeigt die Sängerin in einem völlig anderen Licht...


    LG


    Carlo

    Liebe Melomanen,


    heute folgt der 5. Teil!


    Nr. 57 / 1997 / Paul Kuen (Biographie und Discographie von Dietrich Großherr - unterstützt von Siegfried Augustin und Reiner Broschell / 97 Seiten) / "Salome" London 1947 (CD-Kritik von Guido Bathe / 1 Seite)


    Nr. 58 / 1997 / Tiana Lemnitz (Biographie und Discographie von Ulrich Dahmen und Jakob Vieten - unterstützt von Reiner Broschell, Roland Henkels, Manfred Krugmann, Carsten Niemann, Philip Rodden, Joachim Vierrath u. a. / 124 Seiten) / 'Schubert-Lieder in historischen Aufnahmen' (CD-Präsentation von Jakob Vieten / 2 Seiten)


    Nr. 59 / 1998 / Erna Sack (Biographie und Discographie von Jürgen Schäfer - unterstützt von Helmut Waschinski / 83 Seiten) / Helga Kosta (CD-Präsentation von Michael Schimmrich / 2 Seiten)


    Nr. 60 / 1998 / Ludwig Hofmann (Biographie und Discographie von Günter Walter - unterstützt von Guido Bathe, Cesar Arturo Dillon, Hans-Joachim Hofmann, Gerhard Püls und Jürgen E. Schmidt / 91 Seiten) / Peter Anders (Discographie-Nachtrag von Joachim Vierrath / 13 Seiten) / 'Die Deutsche National-Discographie' (Buchpräsentation von Günter Walter / 5 Seiten)


    Nr. 61 / 1998 / Elisabeth Rethberg (Biographie und Discographie von Willy Kyburz / 69 Seiten) / Hermann Horner (Biographie und Discographie von Axel Weggen / 4 Seiten) / Maria Reining (Discographie-Nachtrag von Ulrich Dahmen / 1 Seite)


    Nr. 62 – 63 / 1998 / Doppelnummer: Anny Schlemm (Biographie und Discographie von Gerhard Kilian / 144 Seiten) / Franz Völker (Discographie-Nachtrag von Gerhard Kilian / 15 Seiten)


    Nr. 64 / 1999 / Hermann Uhde (Biographie und Discographie von Trude Ludwig-Wagner - unterstützt von Günter Walter / 115 Seiten)


    Nr. 65 / 1999 / Alfons Fügel (Biographie und Discographie von Fridhardt Pascher / 51 Seiten)


    Nr. 66 / 1999 / Josef Herrmann (Biographie und Discographie von Günter Walter - unterstützt von Guido Bathe, Gerhard Kilian, Gerhard Püls und Jürgen E. Schmidt / 66 Seiten) / Hermann Uhde (Discographie-Nachtrag von Trude Ludwig-Wagner, Gerd Cordes und Joachim Vierrath / 8 Seiten) / "Hoffmanns Erzählungen" Berlin 1946 (CD-Essay von Joachim Vierrath / 4 Seiten) / 'Historische Aufnahmen russischer Opern' (CD-Kritik von Guido Bathe / 3 Seiten)


    Nr. 67 / 2000 / Ludwig Weber (Biographie und Discographie von Günter Walter - Beiträge von Cesar Arturo Dillon, Clemens Höslinger und Wilfried Weber / 89 Seiten) / Hans Grahl (Essay von Jürgen Schäfer / 7 Seiten) / 'Het puik van zoete kelen' - Niederländische Sänger (CD-Präsentation von Jakob Vieten / 31 Seiten)


    Nr. 68 / 2000 / Maria Cebotari (Biographie und Discographie von Günter Walter - unterstützt von Guido Bathe, Hansfried Sieben und Joachim Vierrath / 96 Seiten) / Ludwig Weber (Nachtrag von Wilfried Weber und Oliver Wurl / 5 Seiten) / "Die Fledermaus" Stuttgart 1938 (CD-Essay von Joachim Vierrath / 4 Seiten) / "Fidelio" Hamburg 1948 (CD-Essay von Joachim Vierrath / 4 Seiten) / "Mozart und Salieri" Leningrad 1963 - "Tristan und Isolde" Bayreuth 1952 - "Tristan und Isolde" Hamburg 1949 - "Turandot" Stuttgart 1938 (CD-Kritiken von Guido Bathe / 2 Seiten)


    Nr. 69 / 2001 / Georges Thill (Biographie und Discographie von Jakob Vieten - unterstützt von Tom Peel / 165 Seiten; mit Begleit-CD)


    Nr. 70 / 2001 / Maria Müller (Biographie und Discographie von Günter Walter - unterstützt von Guido Bathe, Jakob Vieten und Joachim Vierrath / 112 Seiten; mit Begleit-CD) / Ludwig Weber (Discographie-Nachtrag von Oliver Wurl / 2 Seiten ) / Paul Stampa (Biographie und Discographie von Dirk Gebhardt / 11 Seiten) / 'Liedaufnahmen mit Peter Anders' (CD-Essay von Joachim Vierrath / 4 Seiten) / "Der Ring des Nibelungen!", New York 1951 (CD-Rezension von Guido Bathe / 2 Seiten)


    Nr. 71 / 2002 / Joachim Sattler (Biographie und Discographie von Günter Walter - unterstützt von Gerd Cordes, Ulrich Dahmen, Ludwig Ruppel, Jürgen Schäfer und Herbert Unfried / 62 Seiten; mit Begleit-CD) / Georges Thill (Discographie-Nachtrag von Jakob Vieten / 61 Seiten) / Gertrud Bindernagel (Pressemeldungen von 1932 / 2 Seiten)


    Viele Grüße!


    Carlo

    Liebe Fritz-Wunderlich-Verehrer!


    Im Thread "Fritz Wunderlich - Ein seltener Glücksfall für die Schallplatte" wurde die folgende Aufnahme bereits im März 2019 vorgestellt:


    "Don Pasquale" (Donizetti): Don Pasquale - Kurt Böhme / Ernesto - Fritz Wunderlich / Dr. Malatesta - Raimund Grumbach / Norina - Erika Köth / Ein Notar - Hans Hermann Nissen / Der Chor und das Orchester der Bayerischen Staatsoper München / Chorltg.: Gregor Eichhorn / Dirigent: Meinhard von Zallinger (Mitschnitt aus dem Prinzregententheater München vom 18. 1. 1962).


    Dieser Mitschnitt ist nie zuvor veröffentlicht worden! Die Aufnahme wird auf 2 CDs der auf Audio-Technik spezialisierten Firma "Techne Audio)))" in Weilheim angeboten. Hat einer der 'Taminos' diese Aufnahme erworben und kann etwas über die Tonqualität berichten?


    Viele Grüße!


    Carlo

    Liebe Melomanen!


    Heute folgen einige interessante Konzert-Aufnahmen von Christa Ludwig mit zusätzlichen Einzelaufnahmen des Rundfunks.


    1. Teil


    Ludwig van Beethoven komponierte 1814 zur Eröffnung des Wiener Kongresses die Kantate “Der glorreiche Augenblick” für Soli, Chor und Orchester. Im Archiv des NDR befindet sich der Mitschnitt eines Konzerts vom 22. 8. 1954 in der Niedersachsenhalle in Hannover mit Philine Fischer, Christa Ludwig, Ernst Gruber und Hans Wocke und dem Chor des Niedersächsischen Landestheaters. Der Dirigent Hermann Scherchen, der den ursprünglichen Text Aloys Weißenbachs neugefasst hatte, stand am Pult des Niedersächsischen Symphonie-Orchesters.


    Eine frühe Aufnahme Christa Ludwigs mit Beethovens sechs Liedern op. 48 auf Gedichte von Christian Fürchtegott Gellert – die sogenannten Gellert-Lieder - stammte vom Hessischen Rundfunk mit Heinz Schröter am Klavier; leider ist diese Einspielung inzwischen gelöscht worden.


    Die Konzert-Arie "Ah, Perfido!" von Beethoven sang Christa Ludwig an ihrem 37. Geburtstag (16. 3. 1965) in Louisville (Texas), begleitet vom Louisville Orchestra unter Louis Whitney; ich habe die Veröffentlichung auf einer CD von 'Melodram' zusammen mit dem Mitschnitt von "Fidelio" aus der New Yorker 'Met' vom 2. 1. 1971 mit Leonie Rysanek und Jon Vickers unter Karl Böhm. (In diesem 'Geburtstagskonzert' interpretierte sie auch Mahlers "Lieder eines fahrenden Gesellen".)


    Für ein Konzert am 18. 6. 1959 im Rahmen des 'Neunten Internationalen Musikfestes' dirigierte Paul Hindemith im Wiener Konzerthaus vier Stücke aus dem 5. und 6. Madrigalbuch (1611) von Carlo Gesualdo, Principe da Venosa: “Dolcissima mia vita” - “Itene, o miei sospiri” - “Ardita Zanzaretta” - “Moro, lasso, al mio duolo”. Die Gesangssolisten waren Marilyn Horne (Sopran!), Margareta Sjöstedt (Mezzosopran), Christa Ludwig (Alt), Murray Dickie (Tenor) und Walter Berry (Bass). In diesem Konzert erklangen auch neun der “Zwölf a-cappella Madrigale für fünfstimmigen Chor nach Texten von Josef Weinheber”, die Hindemith für den Wiener Kammerchor (Leitung: Hans Gillesberger) komponiert und am 18. 10. 1958 uraufgeführt hatte sowie vier Jagd- und Kriegslieder der Renaissance, interpretiert ebenfalls vom Wiener Kammerchor. (Übrigens war Marilyn Horne auch die Sopran-Solistin neben Ivo Zidek unter Paul Hindemiths Dirigat in Igor Stravinskis “Cantata” von 1952 in dem genannten Konzert vom 18. 10. 1958.)


    Der Pianist und Komponist Friedrich Gulda vertonte “Sieben Galgenlieder” von Christian Morgenstern für Bariton und Kammerorchester (Uraufführung am 7. 4. 1951 mit Hans Braun im Wiener Konzerthaus). Für den Doppel-Liederabend am 13. 6. 1965, ebenfalls im Wiener Konzerthaus, bearbeitete Gulda diese Lieder nun neu für Christa Ludwig und Walter Berry, die sie zum Abschluss des Konzertes aufführten, begleitet von Friedrich Gulda (Klavier), Fatty George (Klarinette), Alfred Planyavsky (Kontrabass) und einer Jazz-Combo. Weitere Programmpunkte – mit Erik Werba am Klavier - waren die Mozart-Lieder “Per questa bella mano”, “Komm, liebe Zither” und “Männer suchen stets zu naschen” sowie Beethovens “Der Kuss” und das “Flohlied” (alles gesungen von Walter Berry); Christa Ludwig sang Rossinis “La regata veneziana” und Werner Egks “La tentation de Saint Antoine”. (Beide Sänger waren auch ausgesprochene Jazz-Liebhaber: Christa Ludwig trug unmittelbar nach dem Krieg durch Auftritte mit US-Songs in amerikanischen Offizierskasinos zum Lebensunterhalt ihrer Familie bei - “Stormy Weather” war ihre 'Glanznummer' – und Walter Berry war ein Fan der Sängerin Sarah Vaughan.)


    Paul Hindemiths “Die junge Magd” - eine Vertonung von sechs Gedichten Georg Trakls für eine Altstimme, Flöte, Klarinette und ein Streichquartett aus dem Jahre 1922 – wurde mit Christa Ludwig am 4. 12. 1960 im Funkhaus Hannover aufgenommen. Ferner wirkten Siegfried Raabe (Flöte), Jost Michaels (Klarinette) und das Heutling-Quartett mit.


    Gustav Mahlers 'Auferstehungs-Symphonie' hat Christa Ludwig häufig gesungen, so auch 1985 am 6. und 7. Mai in Bologna (Teatro Comunale) und am 11. 5. 1985 in Modena (Teatro Municipale). Ein Zusammenschnitt dieser Konzerte mit Cecilia Gasdia (Sopran), dem Chór Polskiego Radia w Krakowie (Polnischer Rundfunkchor Krakau / Chorltg.: Bronislawa Wietrzny) und dem Orchestra Sinfonica dell' Emilia-Romagna 'Arturo Toscanini' unter Günter Neuhold ist bei 'Warner/Fonit Cetra' erschienen. (Ich habe dieses Werk – noch als LP - in der Interpretation mit Ileana Cotrubas, Christa Ludwig, dem Chor der Wiener Staatsoper und den Wiener Philharmonikern unter Zubin Mehta, aufgenommen für 'Decca' im Februar 1975 in den legendären Sofiensälen im Anschluss an eine Aufführung im Wiener Musikverein.)


    Es gibt auch mehrere Mitschnitte von Mahlers 'Dritter' Symphonie mit 'der Ludwig'– meine Aufnahme ist die Schallplatten-Version von 'Supraphon' mit Pavel Kühns Kinderchor (Kühnuv Detský Sbor / Chorltg.: Jirí Chvála), den Damen des Tschechischen Rundfunkchors (Prazský Filharmonický Sbor / Chorltg.: Josef Veselka) und der Tschechischen Philharmonie Prag (Ceská Filharmonie) unter Václav Neumann, eingespielt im Dezember 1981 im Prager Rudolfinum. Nicht veröffentlicht wurde bisher der 'private' Mitschnitt von Gustav Mahlers (komplettem) „Das klagende Lied“ aus der Kölner Philharmonie vom 12. 5. 1991; neben Christa Ludwig sangen Nadine Secunde, Michael Sylvester und Robert Bork. James Conlon, der in seinen Konzerten mit dem Gürzenich-Orchester Köln bevorzugt amerikanische Sänger einsetzte, dirigierte außerdem den Gürzenich-Chor (Chorltg.: Volker Hempfling) und den Philharmonischen Chor Bonn.


    Frank Martin komponierte 1943 sechs Monologe aus Hugo von Hofmannsthals “Jedermann” für eine Alt- oder Baritonstimme und Klavier und instrumentierte diese Lieder 1949. Heute kennt man die Einspielungen von beispielsweise Heinz Rehfuss, Dietrich Fischer-Dieskau, Theo Adam, José van Dam oder Christian Gerhaher – aber die Aufnahme Christa Ludwigs vom 24. 6. 1955 für den Norddeutschen Rundfunk mit dem 'Orchester des Senders Hannover' und dem Dirigenten Willy Steiner ist m. W. die einzige Version für eine Altistin und Orchester. Übrigens war 'die Ludwig' auch die erste 'Miranda' in Martins Shakespeare-Oper “Der Sturm”, die am 17. 6. 1956 an der Wiener Staatsoper uraufgeführt wurde mit u. a. Anton Dermota ('Ferdinand'), László Szémere ('Antonio'), Frederick Guthrie ('Alonso') und Endré Koréh ('Caliban'). Die für Dietrich Fischer-Dieskau komponierte zentrale Rolle des 'Prospero' übernahm kurzfristig Eberhard Wächter, da sich der deutsche Bariton eine Fischvergiftung zugezogen hatte. Ernest Ansermet war der Dirigent der Uraufführung.


    Im Oktober 1962 sang Christa Ludwig die beiden Arien des 'Sesto' ("Parto! Parto! Ma tu ben mio" und "Deh, per questo istante solo") aus Mozarts "La clemenza di Tito" im Hamburger Funkhaus mit dem Sinfonie-Orchester des Norddeutschen Rundfunks unter Hans Schmidt-Isserstedt. (Die Rolle des Sesto hat die Sängerin nie auf der Bühne verkörpert und die beiden genannten Arien auch nie kommerziell eingespielt!) Die erste 'Sesto'-Arie sang Christa Ludwig auch in einem Orchesterkonzert mit dem Rundfunkorchester Hannover des NDR unter Heribert Esser – ferner kamen die Arie von Glucks 'Orfeo' (“Che farò senza Euridice?”), die 'Rückert-Lieder' Gustav Mahlers und auch die 'Kindertotenlieder' des gleichen Komponisten am 20. 5. 1966 zur Aufführung.


    In einer Matinée der Salzburger Festspiele (Mozarteum, 25. 8. 1963) war die Sängerin mit Mozarts Konzertarie “Ch'io mi scordi di te?... Non temer, amato bene, KV 505” zu hören, begleitet von Bernhard Paumgartner am Pult des Mozarteum-Orchesters; der Solo-Pianist war Géza Anda. (Teile dieser Mozart-Matinée – der Marsch KV 408, das Klavierkonzert Nr. 16 und die Symphonie Nr. 36 wie auch die genannte Arie – sind auf einer 'Orfeo'-CD zu hören.)


    Der zweite Teil dieser Übersicht folgt in einer Woche!


    Carlo

    Hier ist der vierte Teil:


    Stimmen, die um die Welt gingen...” (Nrn. 43 bis 56)


    Nr. 43 / 1994 / Emmy Bettendorf (Biographie von Günter Walter / Discographie von Jürgen E. Schmidt und Günter Walter / 61 Seiten) / Erna Schlüter (Essay von Jürgen Schäfer / 2 Seiten) / Hjördis Schymberg (Essay und Discographie von Jürgen Schäfer / 4 Seiten) / 'Singers of the Imperial Russia' (CD-Kritik von Reiner Broschell / 2 Seiten) / 'Neues bei Preiser' (CD-Kritiken von Reiner Broschell / 4 Seiten) / '300 Jahre Oper in Hannover 1689-1989' (Buchrezension von Reiner Broschell / 4 Seiten)


    Nr. 44 / 1994 / Koloman von Pataky (Biographie und Discographie von Günter Walter - unterstützt von Ulrich Dahmen, Cesar Arturo Dillon, Erwin Neßler, Jürgen E. Schmidt, Istvan Szomolányi, Werner E. Vornehm u. a. / 66 Seiten) / Erich Wolfgang Korngold (Discographie-Nachtrag von Peter Aistleitner / 5 Seiten) / 'Neues bei Preiser' (CD-Kritiken von Reiner Broschell / 2 Seiten) / 'Frieda Hempel' (CD-Kritik von Reiner Broschell / 2 Seiten)


    Nr. 45 / 1994 / Walther Ludwig (Biographie und Discographie von Siegfried Augustin - unterstützt von Reiner Broschell, Ulrich Dahmen, Gerhard Püls, Jakob Vieten, Joachim Vierrath, Jens-Uwe Völmecke, Günter Walter u. a. / 129 Seiten)


    Nr. 46 / 1994 / Germaine Féraldy (Biographie und Discographie von Raymond Charpentier und Jakob Vieten / 67 Seiten) / Walther Ludwig (Discographie-Nachtrag von Siegfried Augustin / 20 Seiten) / 'CD-Tips' (von Reiner Broschell / 2 Seiten) / 'Emmy Destinn' (CD-Kritik von Reiner Broschell / 1 Seite)


    Nr. 47 / 1995 / Leo Blech (Biographie von Wolfgang Poch - Discographie von Peter Aistleitner und Günter Walter / 89 Seiten) / Margot Guilleaume (Essay von Jürgen Schäfer / 4 Seiten) / 'CD-Tips' (von Reiner Broschell und Joachim Vierrath / 3 Seiten)


    Nr. 48 / 1995 / Frida Leider (Discographie von Jakob Vieten - unterstützt von Michael Foster, René Pattiwael und Johan Vlaanderen / 71 Seiten) / Heinrich Schlusnus (Discographie-Nachtrag von Jakob Vieten / 12 Seiten) / Franz Völker (Discographie-Nachtrag von Joachim Vierrath / 3 Seiten) / 'Wilhelm Strienz' (CD-Kritik von Günter Walter / 1 Seite) / "Der Ring des Nibelungen" HMV 1927-1932 (CD-Rezension von Reiner Broschell / 1 Seite) / "Weltbild"-CDs (CD-Kritik von Günter Walter / 2 Seiten) / 'Ljuba Welitsch' (Buchrezension von Margo Schulze / 2 Seiten) / 'Werner Schmidt-Boelcke' (Buchrezension von Joachim Vierrath / 2 Seiten)


    Nr. 49 / 1995 / Die Geschichte der Familie Reuss - u. a. die Sängerin Luise Reuss-Belce, die 1945 auf der Flucht aus Ostpreußen starb, und ihr Sohn, der Dirigent Wilhelm Franz Reuss, der im selben Jahr von den Russen ermordet wurde. (Biographien und Discographien von Reiner Broschell / 161 Seiten) Dieses Heft liegt mir nicht vor.


    Nr. 50 / 1995 / Franz Völker (Biographie von Ulrich Dahmen - unterstützt von Jakob Vieten / 136 Seiten)


    Nr. 51 – 52 / 1996 / Doppelnummer: Franz Völker (Discographie von Ulrich Dahmen und Jakob Vieten - unterstützt von Roland Henkels, Gerhard Kilian, Ewoud Krüsemann, René Pattiwael, Jan Vlaanderen, Jens-Uwe Völmecke, Günter Walter u. a. / 172 Seiten) / "La Bohème" München 1940 (CD-Kritik von Reiner Broschell / 1 Seite) / "Die Meistersinger von Nürnberg" Wien 1944 (CD-Kritik von Reiner Broschell / 2 Seiten)


    Nr. 53 / 1996 / Ferdinand Frantz (Biographie und Discographie von Heiko Bockstiegel - unterstützt von Ursula Fahnert, Gerhart Asche, Gottfried Cervenka, Josef Hubertz, Jürgen Schäfer und Günter Walter / 143 Seiten) / Lore Hoffmann (Kurzbiographie von Jürgen Schäfer / 3 Seiten) / Zinka Milanov (Essay von Jürgen Schäfer / 5 Seiten)


    Nr. 54 / 1996 / Maria Reining (Biographie und Discographie von Günter Walter - unterstützt von Siegfried Augustin, Reiner Broschell, Paul Kappel, René Pattiwael, Jürgen Schäfer, Jürgen E. Schmidt und Jakob Vieten / 59 Seiten) / Hedwig von Debicka (Biographie und Discographie von Günter Walter - unterstützt von Paul Kappel und Günter Meyer / 25 Seiten) / Zinka Milanov (Discographie von Jürgen Schäfer / 20 Seiten) / 'Leo Slezak' (Buchrezension von Reiner Broschell / 1 Seite) / 'Carl Loewe' (Beitrag von Reiner Broschell / 2 Seiten)


    Nr. 55 / 1997 / Fritz Feinhals (Biographie und Discographie von Günter Walter - unterstützt von Helga Schmidt, Reiner Broschell, Ulrich Dahmen, Günter Meyer, Jürgen E. Schmidt, Werner E. Vornehm und Axel Weggen / 37 Seiten) / Leo Slezak (Discographie von Günter Walter - unterstützt von Reiner Broschell, Michael E. Gunrem, Günter Meyer, Werner E. Vornehm, Arndt Enno Worm und Christian Zwarg / 34 Seiten) / Martina Wulf (Biographie und Discographie von Jürgen Schäfer / 7 Seiten) / Emmy Bettendorf (Discographie-Nachtrag von Günter Walter - unterstützt von Reiner Broschell, Ulrich Dahmen und Michael Forster / 3 Seiten) / 'Lied-Recital Marko Rothmüller' (CD-Kritik von Axel Weggen / 2 Seiten) / 'Das Joseph-Schmidt-Archiv' (Bericht von Alfred Fassbind / 2 Seiten) / 'Carl Loewe' (CD-Kritiken von Reiner Broschell / 1 Seite) / "Aida" Frankfurt 1952 (CD-Kritik von Reiner Broschell / 1 Seite)


    Nr. 56 / 1997 / Karl Schmitt-Walter (Kurze Würdigung und Discographie von Joachim Vierrath / 100 Seiten) / Edith Lang (Essay von Jürgen Schäfer / 5 Seiten) / Zinka Milanov (Discographie-Nachtrag von Jürgen Schäfer / 2 Seiten) / 'Meine Herren, kennen Sie das Stück? Erinnerungen an deutschsprachige Dirigenten' (Buchpräsentation von Heiko Bockstiegel / 1 Seite)


    Carlo

    Zum Schluss noch zwei Dokumente ihrer berühmtesten 'Sopran-Rolle' - die 'Fidelio'-Leonore:


    Am 29. 10. 1963 wurde während des Gastspiels der Deutschen Oper Berlin in Tokyo das Werk mit folgender Besetzung im Nissei Theatre aufgeführt und für das Fernsehen aufgezeichnet: Christa Ludwig (Leonore), Lisa Otto (Marzelline), James King (Florestan), Gustav Neidlinger (Don Pizarro), Josef Greindl (Rocco), Donald Grobe (Jaquino), William Dooley (Don Fernando) sowie Barry McDaniel und Manfred Röhrl (Zwei Gefangene) / Chor und Orchester der Deutschen Oper Berlin / Chorltg.: Walter Hagen-Groll / Dirigent: Karl Böhm (Die Tonspur der TV-Sendung wurde am 17. 7. 1993 vom ORF gesendet und erschien in Japan auf CD bei 'Canyon Classics'.)


    Vier Wochen später gab es eine Neuinszenierung im 'neuen' Münchner Nationaltheater unter Herbert von Karajan mit Christa Ludwig (Leonore), Hanny Steffek (Marzelline), Fritz Uhl (Florestan), Walter Berry (Don Pizarro), Gottlob Frick (Rocco), Gerhard Stolze (Jaquino), Hermann Prey (Don Fernando) sowie Heinrich Weber und Hans Bruno Ernst (Zwei Gefangene) / Chor und Orchester der Bayerischen Staatsoper München; die Chorleitung hatte Wolfgang Baumgart und die Neuinszenierung verantwortete Rudolf Hartmann. (Der Rundfunk-Mitschnitt der Premiere vom 1. 12. 1963 wurde bei der CD-Firma 'Hunt' veröffentlicht.) Es war sehr selten, dass Herbert von Karajan nicht eine eigene "Fidelio"-Inszenierung dirigierte und es waren auch - abgesehen von zwei Gastspielen der Mailänder Scala in München im August 1953 (“Don Giovanni” in Karajans Regie mit Carla Martinis, Elisabeth Schwarzkopf, Alda Noni, Mario Petri, Léopold Simoneau und Sesto Bruscantini) und im November 1964 (Franco Zeffirellis “La Bohème” mit Mirella Freni, Adriana Martino, Gianni Raimondi und Rolando Panerai) – einige seiner seltenen Dirigate an der Bayerischen Staatsoper! (Übrigens wurde die "Bohème" gleichzeitig für die Kinoleinwand verfilmt: im Studio der Münchner 'Bavaria' mit Playback-Tonaufnahmen im Bürgerbräukeller.)


    In der nächsten Woche nenne ich einige interessante Konzerte und Liederabende mit Christa Ludwig.


    LG


    Carlo

    Liebe 'Forianer',


    heute folgt der fünfte Teil mit interessanten Tondokumenten Christa Ludwigs:


    „Rienzi“ (Wagner): (Adriano Colonna) mit Anne Lund Christiansen (Irene), Teresa Stich-Randall (Friedensbote), Set Svanholm (Cola Rienzi), Paul Schöffler (Stefano Colonna), Walter Berry (Paolo Orsini), Heinz Holecek (Raimondo), Karl Terkal (Baroncelli), und Alois Pernerstorfer (Cecco del Vecchio) / Die Wiener Sängerknaben / Chorltg.: Ferdinand Grossmann / Der Singverein der Gesellschaft der Musikfreunde, Wien / Chorltg.: Reinhold Schmid / Der Männerchor der 'Musikalischen Jugend', Wien / Die Wiener Symphoniker / Dirigent: Josef Krips (Wien, Musikverein, 14. 6. 1960) 'Penzance Records' (4 LPs, mit Ergänzungen der im Wiener Konzert gestrichenen Teile – aus Aufführungen unter Robert Heger, Lovro von Matacic, Arturo Basile und Hermann Scherchen – und weiterer Musik von Richard und Siegfried Wagner) und 'Melodram' (2 CDs). Vom 13. 10. 1962 stammt eine Rundfunkaufnahme der großen Szene des Adriano „Gerechter Gott, so ist's entschieden schon... In seiner Blüte bleicht mein Leben“ mit dem Sinfonie-Orchester des Norddeutschen Rundfunks Hamburg unter der Leitung von Hans Schmidt-Isserstedt; diese Arie hat Christa Ludwig nie kommerziell aufgenommen.


    "Lohengrin" (Wagner): (Ortrud) mit Ingrid Bjoner (Elsa), Sándor Kónya (Lohengrin), Walter Berry (Telramund), John Macurdy (König Heinrich) und Sherrill Milnes (Heerrufer) / Die brabantischen Edlen: Dan Marek, Robert Schmorr, Gene Boucher und Ron Bottcher / Chorus and Orchestra of the Metropolitan Opera House, New York / Chorltg.: Kurt Adler / Dirigent: Karl Böhm (New York, Metropolitan Opera House, 21. 1. 1967) Diese Neuinszenierung war eine posthume Produktion von Wieland Wagner, realisiert von Peter Lehmann. Eine 'Saturday Afternoon Broadcast Performance' - als Gesamtaufnahme bisher unveröffentlicht. (Szenen aus dem 2. Akt sind enthalten in dem CD-Recital "Christa Ludwig: Rarities" der niederländischen Firma 'Gala'.)


    “Die Walküre” (Wagner): (Fricka) mit Leonie Rysanek (Sieglinde), Birgit Nilsson (Brünnhilde), Phyllis Brill (Gerhilde), Carlotta Ordassy (Ortlinde), Gwendolyn Killebrew (Waltraute), Louise Pearl (Schwertleite), Clarice Carson (Helmwige), Barbro Ericson (Siegrune), Joann Grillo (Grimgerde), Rosalind Hupp (Rossweisse), Jon Vickers (Siegmund), Thomas Stewart (Wotan) und Karl Ridderbusch (Hunding) / The Orchestra of the Metropolitan Opera House / Dirigent: Berislav Klobucar (New York, Metropolitan Opera House, 24. 2. 1968) 'Sony' (CD) Die Premiere dieser Karajan-Inszenierung von den Salzburger Osterfestspielen 1967 an der New Yorker 'Met' war am 21. 11. 1967 unter Herbert von Karajan mit vier von ihm dirigierten Folgevorstellungen (mit Gundula Janowitz und Régine Crespin als Sieglinde und Walter Berry als Wotan); die Rundfunkübertragung am 24. 2. 1968 und zwei weitere Aufführungen übernahm Berislav Klobucar. Im Herbst 1968 leitete Karajan dann noch einmal drei weitere “Walküre”-Vorstellungen an der 'Met' mit Christa Ludwig (ohne Rundfunkübertragung).


    “Parsifal” (Wagner): (Kundry) mit Jon Vickers (Parsifal), Bernd Weikl (Amfortas), Martti Talvela (Gurnemanz), Vern Shinall (Klingsor), Paul Plishka (Titurel), Dana Talley (Erster Gralsritter), Philip Booth (Zweiter Gralsritter) / Vier Knappen: Elizabeth Volkman, Ariel Bybee, Charles Anthony und John Carpenter / Blumenmädchen: Betsy Norden, Louise Wohlafka, Elizabeth Volkman, Alma Jean Smith, Loretta Di Franco und Isola Jones / Altsolo: Isola Jones / Chorus and Orchestra of the Metropolitan Opera House, New York / Chorltg.: David Stivender / Dirigent: James Levine (New York, Metropolitan Opera House, New York, 14. 4. 1979) Bisher unveröffentlicht.


    "Ein Wagner-Konzert": ('Tristan und Isolde': Liebestod - 'Götterdämmerung': Brünnhildes Schlussgesang) / Das Sinfonie-Orchester des Norddeutschen Rundfunks Hamburg / Dirigent: Hans Knappertsbusch (Hamburg, Musikhalle, 24. 3. 1963) 'Tahra' (CD) Ferner standen die Vorspiele zum 1. und 3. Akt der "Meistersinger von Nürnberg", das Vorspiel zum 1. Akt aus "Tristan und Isolde" und das "Siegfried-Idyll" auf dem Programm, alles dirigiert von Hans Knappertsbusch. ('Brünnhildes Schlussgesang' sang Christa Ludwig auch anlässlich des Gastspiels der Deutschen Oper Berlin in einem Konzert in Tokyo unter der Leitung von Karl Böhm am 22. 10. 1963.)


    "Genesis" (Wagner-Régeny): Der Chor der Wiener Staatsoper / Chorltg.: Richard Rossmayer / Die Wiener Symphoniker / Dirigent: Hans Swarowsky (Wien, Konzerthaus, 18. 6. 1957 - Sendung des ORF am 20. 6. 1957) Bisher unveröffentlicht. Ursprünglich sollte Lovro von Matacic dirigieren; Hans Swarowsky sprang für ihn ein. Dieses Konzert brachte die österreichische Erstaufführung - am 27. 11. 1956 sang Hertha Töpper in Leipzig unter Herbert Kegel die Uraufführung dieser Kantate. (Siehe auch die Einträge zu Rolf Liebermanns "Streitlied zwischen Leben und Tod" und Kurt Weills "Die Bürgschaft".)


    "Die Bürgschaft" (Weill): (Anna Mattes) mit Frans Andersson (Johann Mattes), Frederick Guthrie (David Orth), Kurt Equiluz (Jakob Orth / Der Ackerverkäufer) sowie Herbert Handt, Karl Weber und Ottokar Schöfer (Die Dreierbande) / Der Chor der Wiener Staatsoper / Chorltg.: Richard Rossmayer / Die Wiener Symphoniker / Dirigent: Hans Swarowsky (Wien, Konzerthaus, 18. 6. 1957; gesendet am 20. 6. 1957 im ORF) Bisher unveröffentlicht. Aus dieser 1932 in Berlin am Deutschen Opernhaus uraufgeführten Oper Kurt Weills wurden in diesem Konzert das Vorspiel (ca. 15 Min.) und das Finale des 1. Aktes (ca. 25 Min.) aufgeführt.


    Es folgt noch ein weiterer Abschnitt!

    Hallo,


    heute folgen die Nummern 29 bis 42 von “Stimmen, die um die Welt gingen...”!


    Nr. 29 / 1990 / Erna Berger (Biographie und Discographie von Günter Walter - unterstützt von Ulrich Dahmen, Franz Werner Halft, Günter Meyer, Joachim Vierrath, Jens-Uwe Völmecke u. a. / 89 Seiten)


    Nr. 30 / 1990 / Marcel Wittrisch (Discographie-Nachtrag von Joachim Vierrath - unterstützt von Siegfried Augustin, Werner E. Vornehm und Günter Walter / 39 Seiten) / Rudolf Schock (Schellackplatten-Discographie von Günter Walter - unterstützt von Günter Meyer und Helmut Waschinski / 19 Seiten) / Heinrich Knote (Discographie-Nachtrag von Günter Walter / 3 Seiten) / Richard Schubert (Discographie-Nachtrag von Günter Walter / 2 Seiten)


    Nr. 31 / 1991 / Cornelis Bronsgeest (Essay von Dietrich-Cornelis Bronsgeest und Biographie von Günter Walter / 45 Seiten) / Discographie von Günter Walter - unterstützt von Franz Werner Halft, Günter Meyer und Jürgen E. Schmidt / 26 Seiten) / 'Enrico Caruso – Le dernier fois' (Essay von Cornelis Bronsgeest / 4 Seiten)


    Nr. 32 / 1991 / Ivar Andresen (Kurzbiographie von Stefan Zadejan mit Essay und Discographie von Günter Walter - unterstützt von Björn Englund und Jürgen E. Schmidt / 31 Seiten) / Riccardo Stracciari (Discographie von Jürgen E. Schmidt / 9 Seiten) / Karl Schmitt-Walter (Discographie-Nachtrag von Manfred Jakobs / 12 Seiten) / Viorica Ursuleac (Discographie-Nachtrag von Michael Müller / 2 Seiten) / Marcel Wittrisch (Discographie-Nachtrag von Hans Klaßen / 1 Seite) / Wilhelm Strienz (Diskographie-Nachtrag von Donald McClure / 1 Seite) / Cornelis Bronsgeest (Beitrag von Eva Maria Siefert / 2 Seiten)


    Nr. 33 / 1991 / Irmgard Seefried (1. Teil) (Biographie - mit Selbstzeugnissen der Sängerin - von Jakob Vieten; Discographie von Jakob Vieten - unterstützt von Gottfried Kraus, Manfred Krugmann, René Pattivael, Johan Vlaanderen und Ken Wyman / 111 Seiten)


    Nr. 34 / 1991 / Peter Klein (Biographie und Discographie von Siegfried Augustin / 44 Seiten) / Eva Maria Siefert (Selbstbiographie von Eva Maria Siefert sowie Essay und Discographie von Günter Walter / 13 Seiten) Ivar Andresen (Biographie-Nachtrag von Franz Werner Halft / 10 Seiten) / 'Fritz Wunderlich' (Buchrezension von Siegfried Augustin / 2 Seiten) / 'Mozart-Sänger' (Essay, vermutlich von Siegfried Augustin / 7 Seiten) / "Aida" Mailand 1928 (CD-Rezension von Johan Vlaanderen / 1 Seite)


    Nr. 35 / 1992 / Willi Domgraf-Fassbaender (Biographie und Discographie von Joachim Vierrath - unterstützt von Ulrich Dahmen, Dietrich Großherr und Günter Walter / 76 Seiten) / Elisabeth Grümmer (Discographie von Jakob Vieten / 2 Seiten) / "Die verkaufte Braut" London 1939 (CD-Kritik von Ulrich Dahmen / 2 Seiten)


    Nr. 36 / 1992 / Fritz Vogelstrom (Biographie von Günter Walter - unterstützt von Günter Meyer / 43 Seiten) / Gitta Alpar (Discographie von Jens-Uwe Völmecke / 10 Seiten) / Willi Domgraf-Fassbaender (Discographie-Nachtrag von Jens-Uwe Völmecke / 1 Seite) / Sigrid Onegin (Discographie-Nachtrag von Arnt-Enno Worm / 3 Seiten) / 'Discographie Erich Kleiber' (Buchbesprechung von Jakob Vieten / 2 Seiten)


    Nr. 37 / 1992 / Trude Eipperle (Biographie und Discographie von Joachim Vierrath / 75 Seiten) / Germaine Féraldy (Kurzbiographie und Discographie von Jakob Vieten / 3 Seiten) / "Manon" Paris 1928/1929 (CD-Kritik von Jakob Vieten / 9 Seiten)


    Nr. 38 / 1992 / Irmgard Seefried (2. Teil) (Discographie - als Nummernkatalog mit Rezensionen - von Jakob Vieten / 130 Seiten)


    Nr. 39 / 1993 / Georg Hann (Biographie und Discographie von Günter Walter - unterstützt von Helga Schmidt, Manfred Jakobs, Gerhard Püls, Jens-Uwe Völmecke u. a. / 76 Seiten) / Erna Sack (Foto-Beitrag von Jürgen Schäfer / 4 Seiten) / Clara Ebers (Biographie von Jürgen Schäfer / 4 Seiten)


    Nr. 40 - 41 / 1993 / Doppelnummer: Peter Anders (Erweiterte Fassung des Heftes Nr. 16 von 1987 / Biographie und Discographie von Joachim Vierrath - unterstützt von Siegfried Augustin, Armin Bürgy, Ulrich Dahmen und Jens-Uwe Völmecke / 172 Seiten)


    Nr. 42 / 1993 / Josef Mann (Biographie und Discographie von Günter Walter / 35 Seiten) / Theodor Bertram (Discographie von Axel Weggen - unterstützt von Ulrich Dahmen, Franz Lechleitner, Günter Meyer, Christopher Norton-Welsh und Alfred Seiser / 11 Seiten) / Erna Berger (Discographie-Nachtrag von Günter Walter - unterstützt von Ulrich Dahmen, Alfred Fassbind, Floris Juynboll, Peter Kotz und Joachim Vierrath / 16 Seiten) / Tino Pattiera – Zwei Homocord-Aufnahmen (Beitrag von Ulrich Dahmen / 1 Seite) / 'Die Kölner Oper' (CD-Kritik von Günter Walter / 1 Seite) / 'W. R. Moran: The Recorded Legacy of Enrico Caruso' (Buchrezension von Jakob Vieten / 5 Seiten) / 'Verviers – Cent ans d'art lyrique' (Buchrezension von Jakob Vieten / 3 Seiten) / 'Opern-Nachschlagewerke' (Buchrezensionen von Jakob Vieten / 2 Seiten)


    LG


    Carlo