Beiträge von Carlo

    Hier ist der angekündigte 2. Teil der "Don Giovanni"-Aufnahmen mit Lisa Della Casa:


    "Don Giovanni" (Mozart): (Donna Elvira) mit Birgit Nilsson (Donna Anna), Emmy Loose (Zerlina), George London (Don Giovanni), Léopold Simoneau (Don Ottavio), Benno Kusche (Leporello), Ricardo Catena (Masetto) und Victor de Narke (Commendatore) / Coro y Orquesta del Teatro Colón / Chorltg.: Tullio Boni / Dirigent: Ferdinand Leitner (Buenos Aires, Teatro Colón, Oktober 1956) Gerüchteweise gibt es einen Mitschnitt einer der Aufführungen vom Oktober 1956.



    dto.: (Donna Elvira) mit Eleanor Steber (Donna Anna), Roberta Peters (Zerlina), Cesare Siepi (Don GiovannI), Jan Peerce (Don Ottavio), Fernando Corena (Leporello), Theodor Uppman (Masetto) und Giorgio Tozzi (Commendatore) / Chorus and Orchestra of the Metropolitan Opera House / Chorltg.: Kurt Adler / Dirigent: Karl Böhm (New York, Metropolitan Opera House, 14. 12. 1957) 'Melodram' (LP) und 'Music & Arts' (CD).



    dto.: (Donna Elvira) mit Eleanor Steber (Donna Anna), Laurel Hurley (Zerlina), George London (Don GiovannI), Cesare Valletti (Don Ottavio), Ezio Flagello (Leporello), Theodor Uppman (Masetto) und William Wildermann (Commendatore) / Chorus and Orchestra of the Metropolitan Opera House / Chorltg.: Kurt Adler / Dirigent: Karl Böhm (New York, Metropolitan Opera House, 14. 2. 1959) 'Metropolitan Opera Guild' 2004 (CD)



    dto.: (Donna Elvira) mit Eleanor Steber (Donna Anna), Laurel Hurley (Zerlina), Cesare Siepi (Don Giovanni), Nicolai Gedda (Don Ottavio), Fernando Corena (Leporello), Theodor Uppman (Masetto) und William Wildermann (Commendatore) / Chorus and Orchestra of the Metropolitan Opera House / Chorltg.: Kurt Adler / Dirigent: Erich Leinsdorf (New York, Metropolitan Opera House, 14. 1. 1961) 'Omega Opera Archive' (CD)


    Carlo

    Danke, Gregor, für Deine anerkennenden Worte!



    Nun folgen Aufnahmen mit Werken von Wolfgang Amadé Mozart (1. Teil):


    "Apoll und Hyacinthus" (Apollo et Hyacinthus) (Mozart): Oebalus, König von Lakedämonien - NN / Melia, seine Tochter - Valerie Bak / Hyacinthus, sein Sohn - Cäcilie Reich / Zephyrus, Vertrauter des Hyacinthus - Mechthild Brehm / Apoll, Gastfreund des Oebalus – Hanne Münch / Das Symphonie-Orchester des Bayerischen Rundfunks / Dirigent: Karl Schleifer (München, 1949) Bisher unveröffentlicht. Vom Bayerischen Rundfunk gesendet am 28. 3. 1949; leider ist nicht mehr feststellbar, wer die Tenorpartie des Oebalus sang, da der Bayerische Rundfunk die Aufnahme gelöscht hat. (Viele frühe Radioproduktionen entstanden oft ziemlich kurzfristig oder wurden sogar live gesendet, so dass die Rundfunkzeitungen – die ja mindestens 10 Tage vorher gedruckt wurden - manchmal keine kompletten Besetzungen nennen konnten.) Mozarts lateinisches Intermedium zu Rufinus Widls Tragödie “Clementia Croesi” (Die Milde des Croesus) aus dem Jahre 1767 wurde in einer gekürzten Version und in deutscher Sprache gesendet.


    “La Betulia liberata” (Das befreite Bethulien) (Mozart): Ozia (Josias), Herrscher von Bethulien – Helmut Krebs / Giuditta (Judith), Witwe des Manasses – Lore Fischer / Amital, eine adlige Israelitin – Valerie Bak / Achior, Fürst der Ammoniter – Bruno Müller / Cabri und Carmi, zwei Hauptleute der Bethulier – Agnes Giebel / Der Bach-Chor Stuttgart / Der Chor und das Sinfonie-Orchester des Süddeutschen Rundfunks / Chorltg.: Hermann Josef Dahmen / Dirigent: Hans Müller-Kray (Stuttgart, Liederhalle, 7. 10. 1956) Bisher unveröffentlicht. Dieses Konzert - in italienischer Sprache - gilt als die Uraufführung der 'Azione sacra' (komponiert 1771 vom fünfzehnjährigen Mozart auf ein Libretto von Pietro Metastasio), weil die Musikwissenschaft bis heute keine frühere Aufführung nachweisen kann. Erich Ade war im Auftrag des Stuttgarter Mozartfestes 1956 für die Edition zuständig; seine Version enthält 12 Solo-Arien, 2 Chöre und gekürzte Rezitative - die Rundfunkübertragung dauerte ohne Pause 120 Minuten. (In neuerer Zeit wurde das oratoriumartige Werk auch für die Bühne entdeckt.)


    “Die gefangenen Schönen” (L' oca del Cairo) (Mozart): Don Pippo, Marchese von Ripasecca – Karl Kronenberg / Celidora, seine Tochter – Valerie Bak / Biondello, ihr Geliebter – Theo Herrmann / Flora, eine Hofdame – Hanna Scholl / Calandrino, ein Edelmann – Karl Liebl / Auretta, ein Kammermädchen – Käthe Nentwig / Chichibio, der Diener des Marchese – Carl Hoppe / Der Chor und das Symphonie-Orchester des Bayerischen Rundfunks / Chorltg.: Josef Kugler / Dirigent: Hans Georg Ratjen (München, Seidlhaus, 23. 6. 1950) Bisher unveröffentlicht. Mozarts Opernfragment von 1783, “Die Gans von Kairo” (eine parodistische Variante vom Mythos des 'Trojanischen Pferdes'), wurde in der musikalischen Bearbeitung von August Schmid-Lindner mit dem deutschen Text von Willy Meckbach aufgenommen. (Die Ouvertüre zu “Il sposo deluso” wurde an Stelle der verschollenen Einleitung gespielt und die sieben erhaltenen Musiknummern mit gesprochenen Versen verbunden. Die Sendedauer betrug 45 Minuten.) Dies ist eine der seltenen Aufnahmen des deutschen Tenors Theo Herrmann (Düsseldorf, Frankfurt und Augsburg), nicht zu verwechseln mit dem österreichischen Bassisten gleichen Namens, der überwiegend in Hamburg sang. Witzigerweise haben die beiden Namensvettern 1937 beim Reichsrundfunk Tenor/Bass-Duette aufgenommen (“Der Waffenschmied”, “Martha” und “Die verkaufte Braut”), die von 'Walhall' im Anhang zu deren Ausgabe der Frankfurter “Zar und Zimmermann”-Aufnahme von 1951 auf CD veröffentlicht wurden. (Eine 'Spezialität' des Bassisten Theo Herrmann war übrigens die Interpretation von Spirituals; im Archiv des NDR befinden sich davon mehrere Aufnahmen.)


    Carlo

    Liebe Opernfreunde,


    jetzt geht es um Mozarts "Dissoluto punito"!

    Neben der 'Gräfin Almaviva' in „Die Hochzeit des Figaro“ (insgesamt über 200 Aufführungen, z. B. 64 in Wien und 47 in New York) war die 'Donna Elvira' im „Don Giovanni“ die von Lisa Della Casa am häufigsten gesungene Mozart-Partie (mit 33 Vorstellungen in Wien und 34 in New York). Diese schwer darzustellende Rolle, die so schnell 'outriert' wirken kann, wurde von der Sängerin als stolze, tief verletzte Frau verstanden, die den Frauenhelden wider aller Vernunft noch immer leidenschaftlich liebt.


    „Don Giovanni“ (Mozart): (Donna Elvira) mit Elisabeth Grümmer (Donna Anna), Erna Berger (Zerlina), Cesare Siepi (Don Giovanni), Anton Dermota (Don Ottavio), Otto Edelmann (Leporello), Walter Berry (Masetto) und Deszoe Ernster (Commendatore) / Der Chor der Wiener Staatsoper / Chorltg.: Richard Rossmayer / Die Wiener Philharmoniker / Dirigenten: Wilhelm Furtwängler und Rudolf Moralt / Choreographie: Grete Wiesenthal / Bühnenbild: Clemens Holzmeister / Kostüme: Caspar Neher / Inszenierung: Herbert Graf (Salzburg, Felsenreitschule, August 1954) Erhältlich auf VHS-Kassette und DVD der 'DGG'. Die Tonaufnahmen zu diesem im damals üblichen Playback-Verfahren gedrehten Farbfilm der englischen 'Rank Film' entstanden als Mitschnitt von zwei Vorstellungen in der Felsenreitschule. Die Dreharbeiten waren nachts nach den Aufführungen, wobei die Rezitative aber live gefilmt wurden. Weil sich die als Donna Elvira in allen fünf Vorstellungen eingesetzte Elisabeth Schwarzkopf nicht mit der Filmgesellschaft einigen konnte, wurde Lisa Della Casa, die in Salzburg die 'Ariadne' sang, an ihrer Stelle engagiert. Da Wilhelm Furtwängler aber während der Dreharbeiten erkrankte (er leitete nur die fünf Abendvorstellungen mit Frau Schwarzkopf) und wegen Verpflichtungen bei den Luzerner Festwochen danach nicht mehr zur Verfügung stand, mussten für die Filmszenen mit Frau Della Casa neue Tonaufnahmen gemacht werden, die – mit Furtwänglers Einverständnis - von Rudolf Moralt dirigiert wurden. Nachdem Wilhelm Furtwängler drei Monate später starb, sollte der Film als 'Furtwängler-Dokument' in den Kinos gezeigt werden. Deshalb haben alle Beteiligten – wohl auch aus Verehrung für den großen Dirigenten – Stillschweigen bewahrt, mit Ausnahme von Anton Dermota, der in seinen Memoiren 25 Jahre später 'geplaudert' hat. (Elisabeth Schwarzkopf hat später ihre Absage der Dreharbeiten damit begründet, dass sie und ihr Mann nicht vom künstlerischen Wert des Films überzeugt gewesen sind. Wer's glaubt...)


    dto.: (Donna Elvira) mit Leonie Rysanek (Donna Anna), Erika Köth (Zerlina), Jerome Hines (Don Giovanni), Léopold Simoneau (Don Ottavio), Benno Kusche (Leporello), Albrecht Peter (Masetto) und Gottlob Frick (Commendatore) / Der Chor und das Orchester der Bayerischen Staatsoper / Chorltg.: Herbert Erlenwein / Dirigent: Rudolf Kempe (München, Prinzregententheater, 4. 9. 1954) Vermutlich wurde diese Vorstellung (in italienischer Sprache) intern mitgeschnitten.


    dto.: (Donna Anna) mit Sena Jurinac (Donna Elvira), Irmgard Seefried (Zerlina), George London (Don GiovannI), Anton Dermota (Don Ottavio), Erich Kunz (Leporello), Walter Berry (Masetto) und Ludwig Weber (Commendatore) / Der Chor und das Orchester der Wiener Staatsoper / Chorltg.: Richard Rossmayer / Dirigent: Karl Böhm (Wien, Staatsoper, 6. 11. 1955, in deutscher Sprache) Veröffentlicht bei 'RCA' (CD). Bemerkenswert ist, dass Karl Böhm selbst die Rezitative begleitete und die Vorstellung oft hin und her springend zwischen Klavier und Dirigentenpult leitete.


    Nächste Woche folgt der 2. Teil von Lisa Della Casas Aufnahmen des "Don Giovanni".


    Carlo

    Hallo,


    hier folgen weitere Opern-Gesamtaufnahmen des Rundfunks mit Valerie Bak:


    "Karl V." (Krenek): Kaiser Karl V. - Otto Wiener / Juana, seine Mutter - Sonja Draksler / Eleonore, seine Schwester - Valerie Bak / Ferdinand, sein Bruder - Erich Kienbacher / Isabella, Karls Gemahlin - Marie Thérèse Escribano / Francisco Borgia, ein Jesuit - Kurt Equiluz / Franz I., König von Frankreich - Anton Dermota / Frangipani - Fritz Sperlbauer / Martin Luther - Edmond Hurshell / Ein Anhänger Luthers - Adolf Tomaschek / Sultan Soliman - Franz Fuchs / Sein Hofastrologe - Herbert Prikopa / Vier Geister - Helene Vopenka, Anna Vajda, Christine Zottel und Johanna Herndl / Vier Uhren - Martha Dietrich, Eva Held, Elfriede Tomek und Emmy Becker / Stimmen - Anton Mitterwurzer, Paul Stolm, Max Maxen und Paul Burian / Die Stimme Gottes - Adolf Tomaschek / Die Sprechrollen: Juan de Regla, Karls Beichtvater - Peter Weihs / Henri Mathys, Karls Leibarzt - Erich Padalewsky / Alarcon, Alba und Frundsberg (Hauptleute des Kaisers) - Herbert Kersten, Alfred Schnayder und Herbert Lenobel / Ein Kanzler des Kaisers - Felix Pflichter / Papst Clemens VII. - Felix Steinböck / Ein Kardinal - Peter Gerhard / Kurfürst Friedrich von Sachsen - Kurt Müller / Kurfürst Moritz von Sachsen - Erich Schenk / Ein protestantischer Hauptmann - Ernst Wappel / Der Chor und das Große Orchester des Österreichischen Rundfunks / Chorltg.: Gottfried Preinfalk / Dirigent: Ernst Krenek / Dialogregie: Otto Ambros (Wien, Funkhaus, 10. 11. 1960) Bisher unveröffentlicht. (Dem Konzert sind einführende Worte - verfasst und gesprochen vom Komponisten - vorangestellt.) Dieses 'Bühnenwerk mit Musik' - uraufgeführt 1938 in Prag - ist das erste konsequente Zwölftonwerk Kreneks und zeigt Stationen und Begebenheiten aus dem Leben des aus Spanien stammenden 'Deutschen Kaisers' Karl V. Die konzertante Aufführung des ORF bringt die Neufassung von 1957, szenisch uraufgeführt am 11. 5. 1958 in Düsseldorf mit Karl Wolfram in der Titelrolle und Valerie Bak als Eleonore unter Reinhard Peters.


    "Undine" (Lortzing): Berthalda - Marianne Schech / Hugo von Ringstetten - Josef Traxel / Veit, sein Knappe - Karl Krollmann / Kühleborn, ein Wasserfürst - Gottfried Fehr / Undine, eine Wassernixe - Valerie Bak / Tobias, ein Fischer - Heinrich Sailer / Marthe, sein Weib - Ina Gerhein / Hans, Gastwirt - Richard Kogel / Pater Heilmann - Rudolf Wünzer / Coro e orchestra sinfonica di Milano della RAI / Chorltg.: Roberto Benaglio / Dirigent: Robert Heger (Mailand, Auditorium di Milano della RAI, 20. 9. 1953) 'Hamburger Archiv für Gesangskunst' (CD) Die von einem Erzähler (Elio Jotta) gesprochenen Zwischentexte wurden für die CD-Veröffentlichung eliminiert. Der Chor singt in italienischer Sprache.


    "Die Hugenotten" (Les Huguenots) (Meyerbeer): Margarete von Valois, Gemahlin des Königs Heinrich von Navarra - Valerie Bak / Der Graf von Saint-Bris, katholischer Edelmann - Walter Berry / Valentine, seine Tochter - Maud Cunitz / Der Graf von Nevers, Katholik - Franz Fuchs / Raoul von Nangis, protestantischer Edelmann - Karl Terkal / Marcel, sein Diener - Gottlob Frick / Urban, Page der Königin - Eta Köhrer / Katholische Edelleute: Tavannes - Hugo Meyer-Welfing, Cossé - Kurt Equiluz, Méru - Harald Buchsbaum, Retz - Leo Heppe, Maurevert - Norbert Balatsch / Eine Hofdame - Elisabeth Hölzl / Der Chor der Wiener Staatsoper / Chorltg.: Richard Rossmayer / Das Große Wiener Rundfunkorchester / Dirigent: Robert Heger (Wien, Funkhaus, Dezember 1955) 'Walhall' (CD) Eine konzertante Aufführung der Oper in einer vieraktigen Version (mit großen Strichen!).


    Carlo

    Hallo,


    hier ist der 2. Teil:

    "Le nozze di Figaro" (Mozart): (Contessa) mit Elisabeth Söderström (Susanna), Mildred Miller (Cherubino), Regina Resnik (Marcellina), Mildred Allen (Barbarina), Cesare Siepi (Figaro), Kim Borg (Conte), Charles Kullman (Basilio), Ezio Flagello (Bartolo), Lawrence Davidson (Antonio) und Gabor Carelli (Curzio) / Due ragazze: Teresa Stratas und Joan Wall / Chorus and Orchestra of the Metropolitan Opera House / Chorltg.: Kurt Adler / Dirigent: Erich Leinsdorf (New York, Metropolitan Opera House, 23. 1. 1960) 'Omega Opera Archive' (CD)


    dto.: (Contessa) mit Irmgard Seefried (Susanna), Christa Ludwig (Cherubino), Hilde Rössel-Majdan (Marcellina), Liselotte Maikl (Barbarina), Erich Kunz (Figaro), Dietrich Fischer-Dieskau (Conte), Murray Dickie (Basilio), Alois Pernerstorfer (Bartolo), Ljubomir Pantscheff (Antonio) und Erich Majkut (Curzio) / Der Chor der Wiener Staatsoper / Chorltg.: Richard Rossmayer / Die Wiener Philharmoniker / Dirigent: Karl Böhm (Salzburg, Kleines Festspielhaus, 8. 8. 1960) Bisher unveröffentlicht.


    dto.: (Contessa) mit Judith Raskin (Susanna), Teresa Stratas (Cherubino), Gladys Kriese (Marcellina), Lynn Blair (Barbarina), Giorgio Tozzi (Figaro), Hermann Prey (Conte), Mariano Caruso (Basilio), Elfego Esparza (Bartolo), Lorenzo Alvary (Antonio) und Gabor Carelli (Curzio) / Due ragazze: Loretta Di Franco und Dorothy Shawn / Chorus and Orchestra of the Metropolitan Opera House / Chorltg.: Kurt Adler / Dirigent: Joseph Rosenstock (New York, Metropolitan Opera House, 2. 1. 1965) Bisher unveröffentlicht.


    dto.: (Contessa) mit Mirella Freni (Susanna), Teresa Stratas (Cherubino), Nancy Williams (Marcellina), Loretta Di Franco (Barbarina), Cesare Siepi (Figaro), Tom Krause (Conte), Paul Franke (Basilio), Fernando Corena (Bartolo), Lorenzo Alvary (Antonio) und Gabor Carelli (Curzio) / Due ragazze: Mary Fercana und Dorothy Shawn / Chorus and Orchestra of the Metropolitan Opera House / Chorltg.: Kurt Adler / Dirigent: Joseph Rosenstock (New York, Metropolitan Opera House, 9. 12. 1967) Auf einem CD-Portrait von Lisa Della Casa bei 'Melodram' wurden mehrere Ausschnitte aus diesem 'Radio Broadcast' veröffentlicht.


    Carlo

    Lieber 'Santoliquido',


    herzlichen Dank für Deine informative Übersicht der historischen Gesamtaufnahmen von Mascagnis 'Dauerbrenner'!


    Nach mehreren Meinungsäußerungen im Juli/August 2019 zum Verhalten der Sängerin Elena Obraztsova zu Zeiten der Sowjet-Diktatur gab es in dem ihr gewidmeten Thread auch eine lebhafte Diskussion über die Rolle der 'Santuzza' (nicht nur in der Interpretation dieser Mezzosopranistin). Dazu habe ich - neben anderen 'Taminos' - auch geschrieben und ich wiederhole hier meine Beiträge, da sie in diesen Thread noch besser passen.


    Beitrag vom 9. August 2019:

    Es gibt noch zwei weitere Aufnahmen von Elena Obraztsovas Interpretation der 'Santuzza' in Mascagnis „Cavalleria rusticana“:


    Am 27. 1. 1981 wurde nach zehn Jahren Franco Zeffirellis Inszenierung an der Mailänder Scala wieder aufgenommen mit folgender Besetzung: Santuzza – Elena Obraztsova, Turiddu – Plácido Domingo (eingesprungen für Carlo Cossutta), Lucia - Maria Grazia Allegri, Alfio – Matteo Manuguerra (als Ersatz für Kari Nurmela), Lola – Laura Bocca. Der Dirigent war Georges Prêtre und der Chorleiter Romano Gandolfi; Franco Zeffirelli führte in dieser Neueinstudierung auch selbst die Regie. Die Premiere wurde von der RAI im Rundfunk übertragen. (Den Kritiken nach zu urteilen, war es für die Russin ein großer Erfolg.)


    Der Film für die 'Unitel' (mit der Obraztsova und Domingo – ferner wirken Fedora Barbieri, Axelle Gall und Renato Bruson mit) wurde im Frühjahr 1981 in einem Mailänder Studio gedreht; die Außenaufnahmen entstanden in dem sizilianischen Ort Vizzini, der auch von Giovanni Verga als Schauplatz seines Dramas - die Vorlage für Mascagnis Oper - gewählt wurde. Apropos Fedora Barbieri: sie sollte eigentlich die 'Santuzza' in der EMI-Aufnahme von 1953 sein und wurde kurzfristig durch Maria Callas ersetzt!


    Am 1., 2. und 4. November 1981 sang Elena Obraztsova diese Rolle auch konzertant im Großen Saal des Moskauer Chaikovskii-Konservatoriums und eine dieser Aufführungen wurde von der staatlichen Schallplattenfirma 'Melodiia' mitgeschnitten: Santuzza - Elena Obraztsova, Turiddu – Zurab Sotkilava, Lucia – Nina Novoselova, Alfio – Vladislav Verestnikov, Lola – Raisa Kotova / Bolshoi khor tsentralnogo Televideniia i vsesoiuznogo Radio (Großer Chor des Rundfunks und Fernsehens der UdSSR) / Chorltg.: Klavdia Ptitsa und Ludmila Ermakova / Orkestr bolshogo Teatra SSSR (Orchester des Bolshoi-Theaters Moskau) / Dirigent: Algis Zhiuraitis. Die zwei LPs der 'Melodiia' S10 19215/18 erschienen 1990; gleichzeitig gab es eine Veröffentlichung der Ricordi-Tochter 'Orizzonte' (AOCL 216023) in Italien. Eine CD-Version ist bei 'House of Opera' erschienen.


    Im Februar 1980 sollte Elena Obraztsova die 'Santuzza' auch an der 'Met' in New York singen, wurde aber (wegen Krankheit oder weil sie keine Erlaubnis der sowjetischen Regierung für dieses Gastspiel erhielt?) durch Bianca Berini und Bruna Baglioni (in der Rundfunk-Übertragung am 23. 2. 1980) ersetzt.


    Abschließend muss ich sagen, dass ich die 'Santuzza' der Obraztsova – und ich beziehe mich da auf die Filmversion – durchaus überzeugend finde; allerdings mache ich bei derart gelungenen optischen Umsetzungen nicht die Augen zu, um nur zu hören (was bei etlichen - meiner Meinung nach - missratenen RT-Produktionen schon oft vorgekommen ist). Schließlich ist der „Ländliche Ehrenhandel“, wie die wörtliche Übersetzung des Operntitels lautet, ein Hauptwerk des Verismo; da kommt es nicht so sehr auf die musikalische 'Feinarbeit' an. In einigen anderen Opern aber („Don Carlos“, „Aida“, „Adriana Lecouvreur“, „Carmen“, „Samson et Dalila“, „Werther“, „Boris Godunov“, „Fürst Igor“ oder „Herzog Blaubarts Burg“) bemängele ich Elena Obraztsovas oft nicht gerade subtile Wahl der stimmlichen Mittel durchaus.


    Beitrag vom 10. August 2019 (1):


    Ich habe mir nun auch die „Cavalleria rusticana“-Verfilmung Zeffirellis (mit Obraztsova und Domingo) auf YouTube angesehen und finde die Darstellung der 'Santuzza' durch den russischen Mezzosopran sehr glaubwürdig. Sie ist natürlich nicht Emma Gramatica oder Anna Magnani, aber Elena Obraztsova gelingt es, der Rolle (mit vielen Großaufnahmen ihres ausdrucksvollen Gesichts) tragisches Profil zu geben; sie ist eine Ausgestoßene, eine Fremde im Ort, die verzweifelt um ihr Glück und ihre Ehre kämpft. Und wer sagt denn, dass Santuzza (offensichtlich) nicht etwas älter sein kann, was durchaus Sinn machen würde, weshalb sie diesen Hallodri anfleht, sie nicht zu verlassen.


    Natürlich kenne ich schönstimmigere Interpretinnen dieser Rolle (Milanov, Simionato, Tebaldi, De los Angeles und Cossotto) und auch 'charaktervollere' (Rasa, Callas, Varnay, Rysanek und Baltsa), allerdings überwiegend nur als akustische Konserve. Ihre Stimme ist natürlich nicht jedermanns Sache, aber als 'Gesamtpaket' ist die Obraztsova schon sehr eindrucksvoll und ihre oft etwas ordinär wirkenden Brusttöne fehlen fast ganz.


    Ein Detail des Films ist mir aufgefallen: vermutlich, weil Zeffirelli auch Innenräume zeigen wollte – die gängigen Bühnen-Inszenierungen spielen meistens im Freien mit Dorfplatz und Kirche – lässt er Santuzza die Taverne der Mamma Lucia betreten, obwohl sie singt: „Non posso entrare in casa vostra! Sono scomunicata!“. Sowohl Giovanni Vergas Erzählung (die Dramatisierung als Schauspiel, 1884 mit Eleonora Duse in Turin uraufgeführt, kenne ich nicht) wie auch das Opernlibretto verraten nicht, weshalb Santuzza, die Tochter eines reichen Weinbauern, exkommuniziert wurde. Sie singt: „Turiddu mi tolse l'onore.“ Vermutlich erwartet (oder hat) sie ein uneheliches Kind (von Turiddu?) - Giancarlo Del Monaco zeigte in seiner Münchner Inszenierung von 1978 Leonie Rysanek als Schwangere. Aber wurde man deshalb damals in Italien vom Abendmahl ausgeschlossen? Obwohl diese Überlegungen im 'Tamino'-Opernthread besser aufgehoben wären, frage ich nun, ob jemand darüber etwas Genaues weiß.


    Beitrag vom 10. August 2019 (2):


    Ich hatte mir bei einem Kurzurlaub vor Jahren in Prag eine weitere „Cavalleria rusticana“-Aufnahme mit Elena Obraztsova notiert (aber nicht gekauft): erschienen auf zwei LPs der Firma 'Opus' aus Bratislava. Hier die Einzelheiten: Santuzza – Elena Obraztsova, Turiddu – Peter Dvorský, Lucia – Anna Barová, Alfio – Alexandru Agache, Lola – Jitka Zerhauová / Slovenský filharmonický sbor (Philharmonischer Chor Bratislava) / Chorltg.: Pavol Procházka / Symfonický orchester Cs. Rozhlasu v Bratislave (Das Symphonie-Orchester des Tschechoslowakischen Rundfunks Bratislava) / Dirigent: Ondrej Lenárd (Bratislava, Rundfunk-Studio, Juni 1988 und Februar 1989) 'Opus' 9316 2091/92 (2 LPs) Damit dürfte Elena Obraztsova zusammen mit den von mir im Beitrag Nr. 28 genannten Einspielungen neben Giulietta Simionato und Fiorenza Cossotto eine der bestdokumentierten Santuzzas auf Tonträgern sein.


    Im Beitrag Nr. 40 hatte ich nur die Sängerinnen aufgeführt, deren Aufnahmen auf dem deutschen Markt leicht zu erwerben sind. Natürlich habe ich auch die „Cavalleria“-Mitschnitte mit Régine Crespin und Eileen Farrell (beide von mir heiß geliebt) und dazu noch einige andere, die ich aus Platzgründen nicht nennen möchte. Von Renata Tebaldi gibt es aber nur die eine einzige Aufnahme vom September 1957 aus Florenz, wobei ich mich dem Urteil von 'Caruso41' in seinem Beitrag Nr. 43 aber nicht anschließe. ('La Tebaldi' hat die Santuzza nie auf der Bühne gesungen. Erst gegen Ende ihrer Karriere hat sie die Partie für eine Aufführungsserie an der 'Met' neu studiert, kam aber wegen eines Streiks des Bühnenpersonals damit nicht mehr zum Einsatz,) Auch Renata Scotto, die man in New York 'Little Renata' im Unterschied zur Tebaldi ('Big Renata') nannte, sang die Santuzza m. W. nur für die Schallplatte.


    Ich kann mich an ein Interview mit Renata Scotto in der „Opera News“ erinnern, in dem sie ausführt, dass Santuzzas Schrei „Bada!“ und ihr Fluch „A te la mala Pasqua!“ nach den Vorgaben in der Original-Partitur mehr gesungen denn geschrien werden sollen, weil sie von Mascagni mit einer Gesangslinie versehen wurden; dementsprechend 'sprech-singt' sie in ihrer Aufnahme unter James Levine diese Worte. Auch Turiddus „Dell' ira tua non mi curo!“ soll gesungen werden. (Mir ist das nur von Riccardo Mutis Aufnahme mit José Carreras bekannt.) In Mascagnis eigener Aufnahme von 1940 – mit der vom Komponisten gesprochenen Rede zum 50. Jahrestag der Uraufführung – wie auch in dem Mitschnitt von 1938 aus Den Haag (ebenfalls unter Mascagnis Leitung) darf Lina Bruna Rasa aber eindrucksvoll fluchen!


    Vielleicht ist es doch besser, diese ganze Diskussion in einen separaten Opern-Thread zu verschieben, wie es 'Stimmenliebhaber' vorgeschlagen hat. Wer macht den Anfang?


    P. S.

    Diesen Anfang hat nun 'Santoliquido' gemacht!


    Carlo

    Lieber Hans Heukenkamp.


    die Kino-Übertragung am 12. Oktober 2019 - siehe Gerhard Wischniewskis Beitrag Nr. 17 - zeigt noch einmal die (zu Recht) berühmte "Turandot"-Inszenierung von Franco Zeffirelli aus dem Jahre 1987.


    Die angekündigten Sänger sind Christine Goerke ('Turandot'), Eleonora Buratto ('Liù') und als 'Kalaf' Roberto Aronica, der am 3. August 2019 auf "arte" als Turiddu in der "Cavalleria rusticana" aus Matera zu sehen war; es dirigiert Yannick Nézet-Séguin.


    Carlo

    Lieber Willi,


    ich muss es einmal los werden: dieser von Dir verantwortete Thread ist ein einmaliges Kompendium musikalischen Wissens und ein täglich neues, hochinteressantes 'Lesefutter'! Die Arbeit, die dahinter steckt, kann man gar nicht oft genug loben. Herzlichen Dank dafür!


    Carlo


    P. S.

    Da ich z. Zt. einiges über die Sopranistin Valerie Bak schreibe, teile ich Dir ihre Lebensdaten mit: Budapest, 19. 7. 1914 - Düsseldorf, 9. 12. 2005.

    Lieber 'hart',


    ich lese Deine Beiträge stets mit großer Freude und staune über die vielen Details, die uns die Verstorbenen posthum so nahe bringen.


    Herzlichen Dank dafür!


    Carlo

    Lieber 'Caruso41',


    ich danke Dir für Deine Beiträge Nrn. 4 und 5!



    Heute geht es um Valerie Baks Aufnahmen zweier Opern von Werner Egk.


    "Die Zaubergeige" (Egk): Kaspar , ein junger Knecht - Jaro Prohaska / Gretl, seine Freundin - Hilde Güden / Der Bauer, Kaspars Brotherr - Hans Hermann Nissen / Ninabella, eine reiche Dame - Valerie Bak / Amandus, ihr Verehrer - Lorenz Fehenberger / Guldensack, Ninabellas Hofmarschall - Georg Hann / Fangauf und Schnapper, zwei Spitzbuben - Paul Kuen und Rudolf Wünzer / Cuperus, ein guter Geist – Georg Wieter / Der Chor und das Symphonie-Orchester des Bayerischen Rundfunks / Chorltg.: Josef Kugler / Dirigent: Werner Egk (München, Seidlhaus, 1950) Bisher unveröffentlicht. (Die Radio-Erstsendung dieser Aufnahme der Oper von 1935 – neben dem „Revisor“ wohl Werner Egks bekanntestes Bühnenwerk - war am 3. 5. 1950; leider existieren die Originalbänder des Bayerischen Rundfunks nicht mehr.) Werner Egk hat die Oper als ironisiertes Märchenspiel im Sinne von Rimskii-Korsakovs „Der goldene Hahn“ und Prokofievs „Die Liebe zu den drei Orangen“ konzipiert und persifliert in seiner Musik sogar Wagners „Tristan und Isolde“!


    Apropos „Die Zaubergeige“ - Ich habe eine große Szenenfolge auf einer 30cm-LP der 'DGG' (LPEM 19062), aufgenommen in der Neufassung der Oper aus dem Jahr 1954: Kaspar - Marcel Cordes / Gretl - Erika Köth / Ninabella - Elisabeth Lindermeier / Amandus – Richard Holm / Guldensack – Max Proebstl / Fangauf – Karl Ostertag / Schnapper – Josef Knapp / Cuperus – Gottlob Frick / Ein Richter – Paul Kuen / Zwei Lakaien – Emil Graf und Walter Bracht / Der Chor und das Orchester der Bayerischen Staatsoper / Chorltg.: Herbert Erlenwein / Dirigent: Der Komponist (Mittlerweile auf CD erschienen bei 'Metronome', wobei dort als Aufnahmedatum 'September 1954' angegeben wird – die Premiere der „Zaubergeige“ im Münchner Prinzregententheater mit der genannten Besetzung war erst am 25. 11. 1954.)


    Weitere Schallplatten-Einspielungen hat es nicht gegeben, dafür hat sich aber neben dem BR (siehe oben) auch der ORF dieses Werks – das vollkommen von unseren Bühnen verschwunden ist – angenommen. Hier die Besetzung: Kaspar – Walter Berry / Gretl – Anneliese Rothenberger / Der Bauer – Leo Heppe / Ninabella – Gerda Scheyrer / Amandus – Kurt Wehofschitz / Guldensack – Norman Foster / Fangauf – Erich Majkut / Schnapper – Endre Koreh / Cuperus – Hans Hermann Nissen / Ein Richter – Kurt Equiluz / Der Chor des Österreichischen Rundfunks / Chorltg.: Gottfried Preinfalk / Das Große Wiener Rundfunkorchester / Dirigent: Werner Egk (Vom ORF gesendet am 15. 4. 1958 und wiederholt am 6. 12. 1958.)


    Es gab sogar zwei TV-Inszenierungen, beide im ZDF: am 20. 10. 1963 mit Raymond Wolansky, Edith Mathis, Caspar Bröcheler, Ingrid Bjoner, Andor Káposy, Benno Kusche, Fritz Göllnitz, Hans Herbert Fiedler und Gottlob Frick (Dirigent: Der Komponist / Regie: Wolfgang Liebeneiner) und am 16. 5. 1976 mit Bernd Weikl, Jutta-Renate Ihloff, Nikolaus Hillebrand, Norma Sharp, René Kollo, Alexander Malta, Kurt Marschner, Toni Blankenheim und Karl Ridderbusch (Dirigent: Heinz Wallberg / Regie: Hans Hartleb / Die Wiederholung des 'Theaterkanals' kann auf 'Youtube' gesehen werden.). (Reihenfolge der Rollen wie bei der ORF-Aufnahme; die Darsteller der Nebenrollen blieben in beiden TV-Aufzeichnungen ungenannt.) Der Komponist wurde in einigen früheren Beiträgen hier im Forum scharf diskutiert – hauptsächlich aus politischen Gründen. Das ändert aber für mich nichts daran, dass die „Zaubergeige“ ein Beispiel für bühnenwirksames, unterhaltsames Musiktheater ist, wobei 'unterhaltsam' heute ja schon verdächtig ist...



    Circe" (Egk): Circe, eine Zauberin - Valerie Bak / Lybia und Asträa, Gefährtinnen der Circe – Beatrice Lagua und Hanne Münch / Arsidas, der von Circe entthronte König der Insel - Franz Klarwein / Ulyss (Odysseus) – Hans Hopf / Antistes, Steuermann - Max Proebstl / Klarin und Leporell, Matrosen – Alfred Pfeifle und Carl Hoppe / Brutamante, ein Riese - Rudolf Wünzer / Ein Zwerg - Paul Kuen / Eine Alte - Ruth Michaelis / Die Erscheinung des Achill - Kurt Böhme / Der Chor und das Symphonie-Orchester des Bayerischen Rundfunks / Chorltg.: Josef Kugler / Dirigent: Werner Egk (München, Funkhaus, 19. 5. - 26. 5. 1952) Bisher unveröffentlicht. (Aufgenommen wurde das Werk in der Erstfassung von 1948; die verbindenden Worte sprach Gertrud Kückelmann.)


    Nach wenigen Bühnen-Aufführungen zog Werner Egk die Oper zurück und verfasste später eine musikalische und textliche Neufassung mit dem Titel “Siebzehn Tage und vier Minuten”, die im Juni 1966 - zum 65. Geburtstag des Komponisten - an der Württembergischen Staatsoper Stuttgart uraufgeführt und auch vom Süddeutschen Rundfunk für das Fernsehen aufgezeichnet wurde: Circe – Ruth-Margret Pütz / Lybia – Sieglinde Kahmann / Asträa – Franziska Wachmann / Baba – Hetty Plümacher / Arsidas – Stefan Kosso / Ulyss – Gerhard Stolze / Antistes – Karlheinz Peters / Klarin – Alfred Pfeifle / Leporell – Fritz Linke / Ein Zwerg – Salvatore Poddine / Ein Löwe – Franz Steinmüller / Das Orchester der Württembergischen Staatsoper Stuttgart / Dirigent: Ferdinand Leitner / Ausstattung: Ita Maximowna / Regie: Günther Rennert (TV-Sendung: ARD, 1. Programm, 22. 8. 1966)


    1968 produzierte der WDR eine Rundfunk-Aufnahme der Version von 1966 mit folgender Besetzung: Circe – Helen Donath / Lybia – Elisabeth Witzmann / Asträa – Jean Evans / Baba – Raili Kostia / Arsidas – Lorenz Fehenberger / Ulyss – Waldemar Kmentt / Antistes – Wolfgang Anheisser / Klarin – Alfred Pfeifle / Leporell – Hans Franzen / Moro – Arwed Sandner / Ein Zwerg – Walter Jenckel / Eine Alte – Barbara Dommer / Ein Löwe – Jaromir Borek / Das Kölner Rundfunk-Sinfonie Orchester / Dirigent: Der Komponist. Im Juli 1966 dirigierte Werner Egk in Ost-Berlin drei Ausschnitte aus dieser Oper für eine Schallplatte der 'Eterna': die Ballettmusik, das Duett Circe-Ulyss “Ulyss, mein liebster Feind!...Was ist die ganze Nacht” und das Finale “Eingesetzt in seine Rechte sei der Tag!” mit Rosemarie Rönisch und Peter Schreier; es spielte das Rundfunk-Sinfonie-Orchester Berlin. (Ferner enthält die LP noch die 'Spagnola' aus der “Zaubergeige” und den 'Tango' aus Egks “Peer Gynt” sowie drei Zwischenspiele aus Wolfgang Fortners “Bluthochzeit”, dirigiert vom Komponisten.)


    Carlo

    Liebe Melomanen,


    die folgenden Aufnahmen von Mozarts Meisterwerk wurden in diesem Thread bisher nicht genannt (1. Teil):


    „Le nozze di Figaro“ (Die Hochzeit des Figaro) (Mozart): (Contessa) mit Irmgard Seefried (Susanna), Mildred Miller (Cherubino), Hertha Glaz (Marcellina), Genevieve Warner (Barbarina), Erich Kunz (Figaro), Frank Guarrera (Conte), Alessio De Paolis (Basilio), Salvatore Baccaloni (Bartolo), Lawrence Davidson (Antonio) und Gabor Carelli (Curzio) / Due ragazze: Maria Leone und Sandra Warfield / Chorus and Orchestra of the Metropolitan Opera House / Chorltg.: Kurt Adler / Dirigent: Fritz Stiedry (New York, Metropolitan Opera House, 26. 12. 1953) 'Omega Opera Archive' (CD) (Die Ouvertüre fehlt; das Ende des 1. Aktes und der Beginn des 3. Aktes sind verstümmelt.)


    dto.: (Contessa) mit Irmgard Seefried (Susanna), Sena Jurinac (Cherubino), Rosette Anday (Marcellina), Anny Felbermayer (Barbarina), Erich Kunz (Figaro), Paul Schöffler (Conte), Murray Dickie (Basilio), Oskar Czerwenka (Bartolo), Walter Berry* (Antonio) und William Wernigk (Curzio) / Due ragazze: Alberta Kolm und Gerda Happ / Der Chor der Wiener Staatsoper / Chorltg.: Richard Rossmayer / Die Wiener Philharmoniker / Dirigent: Karl Böhm (London, Royal Festival Hall, 13. 9. 1954) 2018 veröffentlichte 'ICA Classics' diesen Rundfunk-Mitschnitt aus der legendären 'Richard Itter Collection'. („Le nozze di Figaro“ wurde beim Londoner Gastspiel der Wiener Staatsoper – in einer semi-konzertanten Version – dreimal aufgeführt: am 13., 20. und 24. 9. 1954.) *ICA gibt Walter Berry als Antonio an; lt. der Dokumentation „Karl Böhm an der Wiener Staatsoper“ sang an diesem Abend aber Harald Pröglhöf. Hat einer der 'Taminos' diese CDs und kann das bestätigen? Berrys Stimme ist ja leicht identifizierbar.


    dto.: (Contessa) mit Hilde Güden (Susanna), Mildred Miller (Cherubino), Regina Resnik (Marcellina), Mildred Allen (Barbarina), Giorgio Tozzi (Figaro), George London (Conte), Norman Kelley (Basilio), Fernando Corena (Bartolo), Lorenzo Alvary (Antonio) und Gabor Carelli (Curzio) / Due ragazze: Madelaine Chambers und Helen Vanni / Chorus and Orchestra of the Metropolitan Opera House / Chorltg.: Kurt Adler / Dirigent: Erich Leinsdorf (New York, Metropolitan Opera House, 11. 1. 1958) 'Omega Opera Archive' (CD)


    dto.: (Contessa) mit Roberta Peters (Susanna), Rosalind Elias (Cherubino), Sandra Warfield (Marcellina), Anny Felbermayer (Barbarina), Giorgio Tozzi (Figaro), George London (Conte), Gabor Carelli (Basilio und Curzio), Fernando Corena (Bartolo), Ljubomir Pantscheff (Antonio) / Due ragazze: 'Elysia Field' und 'Appassionata Schultz' – Pseudonyme für Anny Felbermayer und Rosalind Elias / Der Chor der Wiener Staatsoper / Chorltg.: Richard Rossmayer / Die Wiener Philharmoniker / Dirigent: Erich Leinsdorf (Wien, Sofiensäle, Juni 1958) In meiner Sammlung habe ich die amerikanische Erstveröffentlichung der 'RCA' in mono (in einer aufwändigen LP-Kassette) und die Wiederveröffentlichung auf englischen 'DECCA'-LPs in stereo. Später folgte eine CD-Ausgabe bei der 'DECCA', die diese Aufnahme für die 'RCA' produzierte.


    Carlo

    NACHTRAG


    Elena Obraztsova war auch eine gefeierte Liedersängerin; ihr riesiges, weitgespanntes Repertoire reichte von der Barockmusik bis zum klassischen Jazz, von Johann Sebastian Bach bis Duke Ellington, vom russischen Volkslied bis zum sowjetischen patriotischen Schlager. Ihre bevorzugten Liedbegleiter waren die Pianisten Aleksandr Erokhin und Vazha Chachava..


    Folgende Tondokumente der Liedinterpretin Obraztsova im russischen 'Fach' sind mir bekannt:


    „Neun Lieder von Matvei Blanter“ / Instrumentalnii ansambl (Ein Instrumental-Ensemble) – Dirigenten: Vladimir Terletski und Iosif Kobzon ('Melodiia' D 23381-82 / 1 LP) Matvei Blanter (1903-1990) war ein in der UdSSR sehr bekannter Komponist von 'linientreuer' gehobener Unterhaltungsmusik und patriotischen volksnahen Liedern. (Sein 'Schlager' „Katiusha“ ist auch im Westen bekannt geworden.) Einige seiner 'klassischeren' Kompositionen singt Elena Obraztsova auf dieser Platte von 1967.


    „Zwölf Romanzen von Piotr Ilich Chaikovskii“ / Pianist: Vazha Chachava ('Melodiia' S10-12265-66) Als 'Romanzen' werden in Russland im allgemeinen alle 'klassischen' Lieder bezeichnet, während man die etwas zeitgenössischen Lieder 'Pesnia' (Lied) nennt.


    „Sechs Romanzen von Piotr Ilich Chaikovskii - Sieben Romanzen von Sergei Rakhmaninov“ / Pianist: Vazha Chachava ('Melodiia' A10 00521 006 / 1 LP) Ein Live Mitschnitt vom 21. 2. 1986 aus dem Großen Saal des Moskauer Konservatoriums. (Fünf der Lieder Chaikovskiis sind auch auf der obengenannten LP enthalten.)


    „Zehn Romanzen von Piotr Ilich Chaikovskii - Zehn Romanzen von Sergei Rakhmaninov“ / Pianisten: Aleksandr Erokhin und Vazha Chachava ('Melodiia' / 1 CD) Diverse Live-Aufnahmen. Die Chaikovskii-Lieder auf dieser Platte sind nicht identisch mit der vorhergehenden LP, aber sieben der Lieder Rakhmaninovs sind auch auf der obengenannten Platte enthalten. Zusätzlich singt Elena Obraztsova noch das Geistliche Lied 'Meine Seele preist den Herrn' in zwei Variationen von Rakhmaninov, zusammen mit dem Moskauer Kammerchor unter Vladimir Minin.


    „Vierzehn Lieder von Georgi Sviridov“ / Der Komponist am Klavier ('Melodiia' S10-11345-46 / 1 LP) Georgi Sviridov (1915-1998) zählt zu den konservativeren Komponisten der UdSSR und schuf hauptsächlich Vokalwerke, die von russischen Sängern – und vom Publikum - sehr geschätzt werden. (Es handelt sich um den Zusammenschnitt zweier Liederabende am 18. und 20. 5. 1977 im Großen Saal der Leningrader Philharmonie.) Elf der Lieder Sviridovs aus dieser LP sind auch enthalten auf der Schallplatte 'Melodiia' S10-11347-48, die auch noch Arien aus „Boris Godunov“, „Khovanshchina“, Samson et Dalila“ und „Don Carlos“ sowie das Arioso des Kriegers aus Chaikovskiis „Moskau“-Kantate enthält; die Dirigenten sind Odisei Dimitriadi und Mark Ermler.


    „Zwei Lieder von Georgi Sviridov – 'In Nizhnii Novgorod' und 'Die Träne'“ / Der Komponist am Klavier ('Melodiia' S10-12313-14) Eine Sammelplatte mit Liedern Sviridovs; weitere Sänger sind Irina Arkhipova, Evgeni Nesterenko und Aleksandr Vedernikov.


    „Georgi Sviridov – Neun Lieder nach Gedichten von Aleksandr Blok - Zyklus 'Rus' (Elf Lieder) nach Gedichten von Sergei Esenin“ / Der Komponist am Klavier ('Melodiia' CD10 02420 / 1 CD) Ein Live-Mitschnitt vom 25. 4. 1983 und 29. 5. 1983 aus dem Großen Saal des Leningrader Konservatoriums. (Die CD enthält auch noch ein 'Wiegenlied', gesungen von Makvala Kasrashvili, und die Komposition „Ikon“ für einen a-cappella-Chor.)


    „Russische Volkslieder und Romanzen“ / Akademicheskii orkestr russkikh Narodnikh instrumentov Tsentralnogo Televideniia i vsesoiuznogo Radio (Das Akademische Volksinstrumenten-Orchester des Staatlichen Fernsehens und Rundfunks) – Dirigent: Nikolai Nekrasov ('Melodiia' S20-17243-008 / 2 LPs) Ein bunt gemischtes Programm populärer Volkslieder und klassischer Lieder, aufgenommen 1980 und 1982 in der Säulenhalle des Moskauer Gewerkschaftshauses.


    Carlo

    Liebe 'Taminos',


    dies ist der 8. und letzte Teil der Auflistung von Elena Obraztsovas Aufnahmen im russischen 'Fach':


    „Tsarskaia nevesta“ (Die Zarenbraut) (Rimskii-Korsakov): Intermezzo und Szene der Liubasha mit Bomeli (Gennadi Efimov) – Liubashas Szene und Arie aus dem 2. Akt (Dirigent: Mark Ermler). Diese zwei Szenen nahm Elena Obraztsova 1970 für eine Schallplatte der 'Melodiia' auf, gekoppelt mit Ausschnitten aus Chaikovskiis „Pikovaia dama“ (Pique Dame) (siehe dort) und Marfas Prophezeiung aus Mussorgskiis "Khovanshchina". Zusammen mit Liubashas Arie aus dem 2. Akt – von ihrem ersten Recital von 1965 – und dem Duett Liubasha-Griasnoi (mit Oleg Klionov) aus der zweiten Arienplatte von 1969 ergibt das einen guten Eindruck von Elena Obraztsovas Interpretation der Rolle der unglücklich liebenden und zur Giftmörderin werdenden Liubasha, eine Partie, die sie von 1967 bis 1998 in ihrem Repertoire hatte, aber nicht oft sang und dann auch nur am Bolshoi-Theater in Moskau. Einen Mitschnitt einer dieser Aufführungen gibt es m. W. aber nicht.


    Zwei andere 'russische' Werke, in denen Elena Obraztsova sang, waren:


    „Oedipus Rex“ - Opern-Oratorium von Igor Stravinski. Die Jokaste verkörperte Elena Obraztsova in einigen Vorstellungen im April 1980 an der Mailänder Scala unter Claudio Abbado (Oedipus – William Lewis, Kreon – Nicolai Ghiaurov, Teiresias – Evgeni Nesterenko, Bote – Luigi Roni, Hirte- Gennaro De Sica, Erzähler – Giorgio Strehler), der dieses Werk zusammen mit Arnold Schönbergs Mono-Drama „Erwartung“ (mit Janis Martin) und Béla Bartóks Ballett „Der wunderbare Mandarin“ zur Aufführung brachte. Angeblich wurde eine Vorstellung von der RAI im Rundfunk übertragen.


    „Aleksandr Nevskii“ - Kantate von Sergei Prokofiev (nach der Musik zu Sergei Eisensteins gleichnamigen Film von 1938 über die Invasion der deutschen Kreuzritter im russischen Reich und die folgende Schlacht auf dem zugefrorenen Peipussee 1242). Die Totenklage eines russischen Mädchens in der sechsten Episode 'Das Feld der Gefallenen' sang Elena Obraztsova in einer Aufnahme (London, Watford Town Hall, 8. 6. 1979) mit dem London Symphony Chorus and Orchesta unter Claudio Abbado bei der 'DGG' (LP und CD).


    Viele Grüße!


    Carlo

    Ich habe immerhin vier LPs, bei denen es sich meinem Eindruck nach um Studio-Aufnahmen handelt.


    1. Arien von Verdi, Catalani, Boito, Zandonai und Cilea, die Gencer 1956 mit den RAI Orchester Turin unter Arturo Basile gemacht hat.


    2.: Arien von Donizetti und Bellini, die Gencer 1974 ebenfalls mit dem RAI Orchester Turin, diesmal unter Gianandrea Gavazzeni, gemacht hat.



    ...auf beiden CDs sind beide von Carusos erwähnten LPs! Untere CD ist die Original CD vo Cetra, die obere von Warner nach Übernahme!

    Lieber 'Fiesco',


    auf den von Dir mit Covers eingestellten CDs sind die von 'Caruso41' genannten beiden LPs nicht enthalten, sondern nur die LP "Omaggio a Leyla Gencer" (Arien von Donizetti, Verdi und Catalani).


    Die erste LP "Arien von Verdi, Catalani, Boito, Zandonai und Cilea" ist von der 'Cetra' vermutlich nie wieder neu aufgelegt worden; ich habe sie jedenfalls in keinem meiner vielen Schallplatten-Kataloge gefunden und sie ist wohl eine echte Rarität. Bei der zweiten LP "Arien von Donizetti und Bellini" vermute ich aber, dass es sich um einen Lapsus von 'Caruso41' handelt und er die LP "Omaggio a Leyla Gencer" meint.


    Wie 'MDM' richtig schreibt, war es nur als Information gedacht, nichts weiter! Deine Reaktion ist also völlig überzogen.


    Carlo

    Ich habe eine Schallplatten-Aufnahme (Studio, nicht live) der "Lucia di Lammermoor" mit Adelaide Negri, die in der sehr umfangreichen Discographie auf der von 'Fiesco' im Beitrag Nr. 968 verlinkten Website der Sängerin nicht enthalten ist:


    "Lucia di Lammermoor" (Donizetti): Enrico - Juan Galindo, Lucia - Adelaide Negri, Edgardo - Bruno Sebastian, Arturo - Franz Donner, Raimondo - Clas Sköld, Alisa - Nadja Avramova, Normanno - Karl Ennsberger / Der Chor des Theaters Klagenfurt / Chorltg.: Herbert Kapfer / Das Kärntner Landessymphonie-Orchester / Dirigent: Robert Filzwieser (Die Aufnahme entstand im April 1978 im Konzerthaus Klagenfurt mit Unterstützung des ORF Landesstudio Kärnten. Erschienen ist sie auf zwei Schallplatten der Firma 'Help Austria Records').


    Carlo

    Liebe Melomanen,



    es gibt zwei 'Legenden' über Leyla Gencer, die von ihren Fans immer gern kolportiert werden. 1.) Sie habe kein Schallplattenstudio betreten und 2.) sie wurde von den großen Firmen der Musikindustrie boykottiert.



    Wie 'Caruso41' in seinem Beitrag Nr. 12 schreibt, hat er vier Platten-Recitals mit ihr, die keine Live-Aufnahmen sind. Zu den Rundfunk-Studioaufnahmen für die im Playback-Verfahren gedrehten TV-Opern „Werther“ (1955), „Il trovatore“ (1957) und „Don Giovanni“ (1960) kommen noch die Einspielungen von Lodovico Roccas „Monte Ivnor“ (1957) und Jaromir Weinbergers „Schwanda, der Dudelsackpfeifer“(1958) bei der RAI in Mailand. (Lediglich die „Anna Bolena“ von 1958 wurde als öffentliches Konzert aufgenommen.)



    Folgende Recitals als Studio-Produktionen sind mir bekannt:



    'Cetra' LPL 69001 bzw. LPO 2001 „Omaggio a Leyla Gencer“ (1 LP, 1975) / 'Cetra' LPO 2082 (1 LP, 1981) / 'Zafiro' ZOR 261 (1 LP, 1985) / 'Fonit Cetra Italia' 112 (1 CD 1990) / 'Warner Fonit' 3984 29092-2 (1 CD, 1999)


    Arien aus Opern von Gaetano Donizetti: „Caterina Cornaro“ (Rezitativ und Romanze der Caterina aus dem Prolog 'Torna all'ospite tetto... Vieni, o tu, che ognor io chiamo') - „Roberto Devereux“ (Szene und Final-Arie der Elisabetta aus dem 3. Akt ' E Sara... In questi orribili momenti… Vivi ingrato a lei d'accanto... Quel sangue versato') - „Maria Stuarda“ (Kavatine der Maria aus dem 2. Akt 'O nube che lieve per l'aria') und „Lucrezia Borgia“ (Romanze der Lucrezia aus dem Prolog 'Com'è bello') (Dirigent: Gianandrea Gavazzeni) / Arien aus Opern von Giuseppe Verdi: „Il trovatore“ ('Timor di me?... D'amor sull'ali rosee') - „La forza del destino“ ('Pace, pace, mio Dio') - „ Aida“ ('O cieli azzurri') und „La Traviata“ ('Addio del passato') (Dirigent: Arturo Basile) / Arie 'Ebben, ne andrò lontana' aus „La Wally“ von Alfredo Catalani (ebenfalls von Arturo Basile dirigiert). In allen Arien spielt das Orchestra Sinfonica di Torino della RAI; die Aufnahmen entstanden im Juni 1974 (Gavazzeni / 1. Plattenseite) und im Juni 1956 (Basile / 2. Seite). (Ich habe die Schallplatte 'Cetra' LPO 2082.) Für die Gencer gilt auch, wie für die meisten auf Tonträgern verewigten Sänger, dass die frühen Aufnahmen die besseren sind.



    'Cetra' LPL 69003 bzw. LPO 2003 „In memoriam Dino Ciani“ (1 LP, 1975)


    Frédéric Chopin: Zyczenie (Des Mädchens Wunsch) – Dumka (Der Traum) – Wiosna (Der Frühling) – Wojak (Der Reiter vor der Schlacht) / Vincenzo Bellini: Il fervido desiderio – Dolente immagine di figlia mia – Vaga luna che inargenti / Gaetano Donizetti: La mère et l'enfant – La corrispondenza amorosa (französisch gesungen) – A mezzanotte / Gioachino Rossini: La promessa – L'orgia – La danza (Marcello Guerrini, Klavier) M. W. bisher nicht auf CD erschienen. (Diese und die folgende Platte wurden dem 1974 mit 32 Jahren tödlich verunglückten Pianisten Dino Ciani gewidmet.)



    'Cetra' LPL 69008 „In memoriam Dino Ciani“ (1 LP, 1976)


    Robert Schumann: Frauenliebe und -leben (Zyklus, deutsch gesungen?) / Franz Liszt: Drei Petrarca-Sonette (Io vidi in terra angelici costumi – Benedetto sia 'l giorno, 'l mese, l'anno – Pace non trovo e non ho fa da guerra) (Marcello Guerrini, Klavier) Vermutlich ebenfalls bisher nicht auf CD veröffentlicht. Lieber 'Caruso41', da Du diese Platte ja hast - kannst Du bestätigen, dass Leyla Gencer den Schumann-Zyklus in deutscher Sprache singt?



    'Arkadia' NARK 101 (2 LPs, 1983) / 'Hunt' ('akademia') CDAK 101 (1 CD, 1989) / 'Agorá' (1 CD, 1998)


    Frédéric Chopin: Sechzehn Lieder, op. 74 und drei Lieder ohne Opuszahl: Zyczenie (Des Mädchens Wunsch) – Wiosna (Der Frühling) – Smutna rzeka (Trübe Wellen) – Hulanka (Trinklied) – Gdzie lubi (Was ein junges Mädchen liebt) – Precz z moich oczu (Mir aus den Augen) – Posel (Der Bote) – Sliczny Chlopiec (Mein Geliebter) – Melodia (Eine Melodie) – Wojak (Der Reiter vor der Schlacht) – Dwojaki koniec (Zwei Leichen) – Moja pieszczotka (Meine Freuden) – Nie ma czego trzeba (Melancholie) – Pierscien (Das Ringlein) – Narzeczony (Die Heimkehr) – Piosnka litewska (Lithauisches Lied) – Leci liscie z drzewa (Die Blätter fallen) – Czary (Der Zauber) – Dumka (Der Traum) (polnisch gesungen) / Franz Liszt: Sechs Klavier-Transcriptionen von Liedern Frédéric Chopins (Nikita Magaloff, Klavier) Leyla Gencers Mutter stammte aus Polen.



    Die von 'Fiesco' im Beitrag Nr. 18 abgebildeten Covers betreffen die CDs 'Fonit Cetra Italia 112' und 'Warner Fonit 3984 29092-2' und sind beide lediglich die Überspielungen der LP „Omaggio a Leyla Gencer“ von 1975 (siehe oben). Alter Wein in neuen Flaschen...



    Ich habe auch eine 17cm-Platte der 'Cetra' (SPO 1001) mit Arien aus „La Traviata“ ('Addio del passato') und „Madama Butterfly“ (Un bel dì vedremo'), dirigiert von Arturo Basile mit dem Orchestra Sinfonica di Torino della RAI, vermutlich aus den Aufnahmesitzungen vom Juni 1956 stammend. Die von 'Caruso41' im Beitrag Nr.12 genannten zwei Schallplatten „Arien von Verdi, Catalani, Boito, Zandonai und Cilea / Dirigent: Arturo Basile“ und „Arien von Donizetti und Bellini / Dirigent: Gianandrea Gavazzeni“ sind mir nicht bekannt. Da wüsste man gerne mehr Details!



    Die zweite 'Legende', dass Leyla Gencer von großen Schallplatten-Firmen ignoriert worden ist, stimmt auch nur teilweise. Walter Legge von der britischen 'Columbia' schloss mit ihr Ende der 50er Jahre einen bizarren exclusiven Fünf-Jahres-Vertrag: jährlich ein Scheck in ansehnlicher Höhe und dafür keine Aufnahme sowie Stillschweigen darüber. So wollte Mr. Legge sein anderes 'bestes Pferd im Stall' (Maria Callas) vor Konkurrenz schützen und verhindern, dass potentielle Callas-Rivalinnen bei anderen Firmen Aufnahmen machten! (Auch Floriana Cavalli und Renata Scotto bekamen solche Verträge; die Scotto war aber clever genug, auf wenigstens einem Arien-Recital zu bestehen. Antonietta Stella lehnte ein ähnliches Angebot ab, nachdem sie ein paar Aufnahmen bei der EMI machte – u. a. eine komplette „Traviata“, sehr zum Verdruss von M. C., die aber durch einen alten Vertrag mit der 'Cetra' fünf Jahre lang bis 1958 diese Oper nicht woanders aufnehmen durfte.)



    Vielleicht wollte Leyla Gencer sich auch nicht der jederzeit mittels Schallplatten überprüfbaren starken Konkurrenz zu anderen Sängerinnen jener Jahre aussetzen. (In einem Interview mit der „Opera News“ hat sie bestätigt, dass ihr damals an Schallplattenaufnahmen nichts lag und sie ihre ab den späten 70ern erschienenen Live-Mitschnitte auch nie hörte.) Da sie in erster Linie eine Sing-Schauspielerin war, teilt sich die Faszination, die sie auf ihre riesige Anhängerschaft ausstrahlte, rein akustisch nur schwer mit. Meiner Meinung nach fehlte der gut ausgebildeten (sie war u. a. auch eine Schülerin von Elvira de Hidalgo), im Grunde lyrischen Stimme eine sofort erkennbare Eigenfarbe, was für die Schallplatte enorm wichtig ist; individuell wurde sie durch die Manier ihres Singens mit den Ausdrucksmitteln eines betörenden Pianissimos, wirkungsvollen Schwelltönen und von - im Laufe der Jahre exzessiver eingesetzten - 'gutturali' zur Steigerung der Emotion.



    Überhaupt war die Türkin (die übrigens sehr gebildet war und fünf Sprachen beherrschte), nachdem sie sich etabliert hatte, eine echte Diva im herkömmlichen Sinn, selbstbewusst und skandalfrei, mit Temperament und Stil und kleinen Allüren. (Während ihrer 'aktiven' Zeit durften Journalisten nicht die Namen anderer Sopranistinnen erwähnen, dann wurden sie gefragt: „Möchten Sie das Interview beenden?“.) Im 'Un-Ruhestand' hat sie sich um die Förderung des italienischen Sängernachwuchses als Mitglied der 'As.li.co.' (Associazione Lirico Concertista) und der von Riccardo Muti gegründeten 'Accademia della Scala' verdient gemacht. Leyla Gencer machte ihrem Ruf, den ihr ihre Fans gaben, alle Ehre: „L'ultima Prima Donna“!



    Carlo

    Hallo,


    im 7. Teil geht es um die Oper "Igrok" (Der Spieler) von Sergei Prokofiev.


    „Igrok“ ist Sergei Prokofievs zweite Oper; das Libretto schrieb er selbst nach dem bekannten Roman von Fedor Dostoevski. Mit der Komposition begann er 1915; das Werk sollte am St. Petersburger Mariinskii-Theater in der Regie von Vsevolod Meyerhold uraufgeführt werden. Die Februar-Revolution von 1917 verhinderte das und Prokofiev verließ Russland. 1927 verhandelte er vergeblich während einer russischen Konzert-Tournee mit dem Mariinskii-Theater über die Erstaufführung seiner Neubearbeitung, so dass die Uraufführung schließlich (mit großem Erfolg) am 29. 4. 1929 in Brüssel stattfand. (Erst 1974 wurde „Der Spieler“ am Moskauer Bolshoi-Theater von Boris Pokrovski inszeniert, mit Galina Vishnevskaia als Polina und Aleksei Maslennikov als 'Antiheld' Aleksei.) Die grandiose Altersrolle der 'Babulenka' genannten Großmutter nahm Elena Obraztsova erst 1996 in ihr Repertoire auf – 1980 habe ich an der Deutschen Oper am Rhein Anny Schlemm in dieser Rolle erlebt. (Mileva Buljubasic war die Polina und Walter Raffeiner der Aleksei, den Zweiten Croupier sang Peter Seiffert!)


    „Igrok“ (Der Spieler) (Prokofiev): Der General a. D. - Sergei Aleksashkin; Polina, seine Stieftochter – Liuba Kazarnovskaia; Aleksei, Hauslehrer der Kinder des Generals – Vladimir Galuzin; 'Babulenka', Polinas Großmutter – Elena Obraztsova; Ein französischer Marquis – Nikolai Gassiev; Mr. Astley, ein reicher Engländer – Valeri Lebed; Blanche, eine Halbweltdame – Marianna Tarasova; Fürst Nilskii – Viktor Vikhrov; Baron Würmerhelm – Andrei Khramtsov; Potapich, Diener der 'Babulenka' – Iuri Laptev; Der Direktor des Spielcasinos – Grigori Karasev; Erster Croupier – Vladimir Zhivopistsev; Zweiter Croupier – Viktor Vikhrov; Ein dicker Engländer – Gennadi Bezzubenkov; Ein großer Engländer – Andrei Khramtsev u. v. a. / Khor i orkestr Mariinskii Teatra Sankt Peterburg / Chorltg.: Valeri Borisov / Dirigent: Valeri Gergiev (Hilversum, Muziekcentrum van de Omroep, März 1996) 'Philips' (CD)


    dto.: Der General a. D. - Sergei Aleksashkin; Polina, seine Stieftochter – Olga Guriakova; Aleksei, Hauslehrer der Kinder des Generals – Vladimir Galuzin; 'Babulenka', Polinas Großmutter – Elena Obraztsova; Ein französischer Marquis – Nikolai Gassiev; Mr. Astley, ein reicher Engländer – John Fanning; Blanche, eine Halbweltdame – Olga Savova; Fürst Nilskii – Richard Fracker; Baron Würmerhelm – Aleksandr Anisimov; Potapich, Diener der 'Babulenka' – Iuri Laptev; Der Direktor des Spielcasinos – Vaclovas Daunoras; Erster Croupier – Ronald Naldi; Zweiter Croupier – Eduardo Valdes; Ein dicker Engländer – Leroy Lehr; Ein großer Engländer – Richard Vernon u. v. a. / Chorus and Orchestra of the Metropolitan Opera House, New York / Chorltg.: Raymond Hughes / Dirigent: Valeri Gergiev (New York, Metropolitan Opera House, 31. 3. 2001) 'House of Opera' (CD) 'A Saturday Afternoon Broadcast Recording'


    Viele Grüße!


    Carlo

    Hallo, 'kurt2',


    ich weiß von über 25 Opern- und Operetten-Gesamtaufnahmen des Rundfunks mit Valerie Bak.


    Diese Aufnahmen werde ich in wöchentlichen 'Raten' von jeweils ca. 4 bis 5 Aufnahmen auflisten - alphabetisch getrennt nach Komponisten. Die von Dir genannten "Hugenotten" sind auch dabei.


    Viele Grüße!


    Carlo

    "Elena Obraztsova und die russische Oper (6. Teil)."



    Die Schwierigkeit ist, dass es keine definitive Fassung der Oper „Voina i mir“ (Krieg und Frieden) gibt. Sergei Prokofiev hat bis zu seinem Tod 1953 die Oper (komponiert 1941/1942) immer wieder bearbeitet, um eine vollständige Aufführung dieses epischen Werks zu erreichen. Am 16. 10. 1944 gab es in Moskau die konzertante Uraufführung (mit Klavier), der im Juni 1945 am Moskauer Konservatorium eine - ebenfalls konzertante – Aufführung mit Orchester folgte. Wegen umfangreicher Ergänzungen war die Oper nur in zwei Teilen auf die Bühne des Maly-Theaters in Leningrad zu bringen: am 12. 6. 1946 (1. Teil) und am 4. 12. 1948 (zweiter Teil). Die erste (leicht gekürzte) sowjetische Inszenierung der Oper an einem Abend war am 1. 4. 1955 ebenfalls am Leningrader Maly-Theater (Regie: Boris Pokrovski); Joachim Herz war 1961 für die Inszenierung der deutschen Erstaufführung am Opernhaus Leipzig verantwortlich.



    „Voina i mir“ (Krieg und Frieden) (Prokofiev): Natasha Rostova – Olga Guriakova, Sonia – Margarita Mamsirova, Graf Ilia Rostov – Mikhail Kit, Andrei Bolkonski – Nathan Gunn, Maria Bolkonska – Susanna Poretsky, Fürst Nikolai Bolkonski – Leonid Tsimnenko, Maria Akhrosimova – Elena Obraztsova, Pierre Besukhov – Robert Brubaker, Hélène Besukhova – Elena Tsaremba, Anatoli Kuragin – Stefan Margita, Leutnant Dolokhov – Aleksandr Morotsov, Kutscher Balaga – Vladimir Matorin, Vaska Denisov – Andrei Baturkin, Feldmarschall Kutusov – Anatoli Kocherga, Napoleon Bonaparte – Vassili Gerello, Platon Karatajev – Konstantin Pluzhnikov u. v. a. / Choeurs et Orchestre de l'Opéra Bastille / Chorltg.: David Levi / Dirigent: Gary Bertini / Choreographie: Denni Sayers / Bühnenbild: John Macfarlane / Kostüme: Nicky Gillibrand / Regie: Francesca Zambello (Paris, Opéra Bastille, Februar 2000) 'TDK' (VCR) und 'Arthaus' (DVD) Ein TV-Zusammenschnitt von zwei Vorstellungen. In Paris wurde die Oper ohne die Ouvertüre, aber wesentlich vollständiger als 2002 in New York aufgeführt.



    dto.: Natasha Rostova – Anna Netrebko, Sonia – Ekaterina Semenchuk, Graf Ilia Rostov – John Cheek, Andrei Bolkonski – Dmitri Hvorostovski, Maria Bolkonska – Delores Ziegler, Fürst Nikolai Bolkonski – Vladimir Ognovenko, Maria Akhrosimova – Elena Obraztsova, Pierre Besukhov – Gegam Grigorian, Hélène Besukhova – Victoria Livengood, Anatoli Kuragin – Oleg Balashov, Leutnant Dolokhov – Evgenii Nikitin, Kutscher Balaga – Sergei Kopchak, Vaska Denisov – Sergei Murtsaev, Feldmarschall Kutusov – Samuel Ramey, Napoleon Bonaparte – Vassili Gerello, Platon Karatajev – Nikolai Gassiev u. v. a. / Chorus and Orchestra of the Metropolitan Opera House, New York / Chorltg.: Raymond Hughes / Dirigent: Valeri Gergiev (New York, Metropolitan Opera House, 2. 3. 2002) 'House of Opera' (CD) 'A Saturday Afternoon Broadcast.Recording' Diese weit gereiste Produktion des St. Petersburger Mariinski-Theaters (auch Covent Garden in London und Teatro alla Scala in Mailand) – Regie: Andrei Konchalovskii – brachte das Debüt von Anna Netrebko an der 'Met'; zuvor hatte sie schon mit dem Ensemble des damaligen Kirov-Theaters 1998 als Luisa (Prokofievs „Die Verlobung im Kloster“) und als Liudmila (Mikhail Glinkas „Ruslan und Liudmila“) am New Yorker Metropolitan Opera House gastiert. (Ein kurzer Ausschnitt der Vorstellung vom 2. 3. 2002 ist auf der CD „Anna Netrebko live at the Met“ der 'DGG' zu hören: die erste Begegnung von Natasha und Andrei im 1. Akt „Ia ne budu, ia ne mogu spat … Kak zolnsa sa goroi plenitelen sakat – Ich will nicht, ich kann nicht schlafen … Wie schön die Sonne hinter dem Berge schläft.“)


    Carlo

    Lieber 'Stimmenliebhaber',


    vielen Dank für die anerkennenden Worte!



    Da fahre ich gleich mit dem 5. Teil (Elena Obraztsova im russischen Repertoire) fort, u. z. mit Sergei Prokofiev:

    „Semion Kotko“ ist die erste der zwei 'sowjetischen' Opern Sergei Prokofievs – das andere Bühnenwerk dieser Art ist „Povest o nastoiashchem cheloveke – Die Geschichte eines wahren Menschen“. Den „Semion Kotko“ komponierte Prokofiev 1939 nach der Erzählung „Ich, ein Sohn des werktätigen Volkes“ von Valentin Kataev, der zusammen mit Prokofiev auch das Libretto schrieb. (Ort der Handlung ist die Ukraine im Jahre 1918.) Als Regisseur für die Uraufführung war Vsevolod Meyerhold - der Prokofievs Verständnis von Musiktheater stark beinflusst hat - vorgesehen, der aber 1939 (wie Zigtausende anderer Sowjet-Bürger der Stalin-Zeit) 'verschwand', eine damals gebräuchliche Metapher für einen politischen Mord. Nach dem 'Nichtangriffspakt' zwischen Hitler und Stalin mussten die im Textbuch als Feinde gezeichneten Deutschen gegen ukrainische Nationalisten ('Haidamaken') ausgetauscht werden. Die Uraufführung 1940 am Stanislavskii-Theater in Moskau war nur ein lauer Erfolg; das Werk geriet in die Kritik und wurde erst 1970 (Bolshoi-Theater, Moskau) in der Sowjetunion wieder aufgeführt, dann aber wieder in der Originalfassung, d. h. mit den deutschen Okkupanten.


    „Semion Kotko“ (Prokofiev): Semjon Kotko, ein Soldat – Vladimir Atlantov; Seine Mutter – Nina Novosiolova; Frosja, Semjons Schwester – Elena Obraztsova; Remenjuk, Vorsitzender des Dorfsowjets – Mark Reshetin; Tkatchenko, ein ehemaliger Feldwebel – Artur Eizen; Chivrja, seine Frau – Veronika Borisenko; Sofja, ihre Tochter – Galina Vishnevskaia; Zarjev, ein Matrose – Iuri Mazurok; Ljubka, seine Braut – Nina Lebedeva; Mikolka, ein junger Bursche – Aleksandr Arkhipov; Ivassenko, ein alter Mann – Stanislav Frolov; Klembovski, Gutsbesitzer – Aleksei Maslennikov; von Virchow, deutscher Oberleutnant – Vladimir Valaitis; Ein alter Dolmetscher - Vitali Vlassov; Zwei alte Männer – Boris Morozov und Iuri Korolev; Vier alte Frauen – Nina Fomina, Galina Borisova, Nina Grigorieva und Klavdiia Popova; Zwei Dorfbewohner – Vladimir Filipov und Anatoli Mishutin; Zwei Altergenossen – Vitali Nartov und Konstantin Baskov; Ein Bursche – Mikhail Shapsov; Ein Bandura-Spieler – Valeri Iaroslavtsev; Ein deutscher Unteroffizier – Konstantin Samsonov; Ein Adjutant – Juri Streltsov / Chorltg.: Aleksandr Ribnov und Igor Agafonnikov / Dirigent: Gennadi Roshdestvenskii (Mailand, Teatro alla Scala, 6. 11. 1973) Live aufgenommen durch die RAI Milano beim Gastspiel des Moskauer Bolshoi-Theaters; auf Tonträgern bisher nicht veröffentlicht.


    LG


    Carlo

    Hallo,


    hier ist der 1. Teil der Liste mit den Aufnahmen der Sopranistin Valerie Bak!

    "Carmen" (Bizet): Carmen - Helga Pilarczyk / Don José - Herbert Ernst Groh / Micaela - Valerie Bak / Escamillo - Ernst Krukowski / Frasquita - Ruth-Margret Pütz / Mercedes - Elisabeth Hufnagel / Dancairo - Robert Koffmane / Remendado - Martin Vantin / Morales - Roland-Dietrich Kunz / Zuniga - Herbert Frenzel / Die Schöneberger Sängerknaben / Ltg.: Gerhard Hellwig / Der Chor und das Orchester der Städtischen Oper Berlin / Chorltg.: Hermann Lüddecke / Dirigent: Richard Kraus (Berlin, Hotel 'Esplanade', 1957) 'Opera' (1 LP / 30 cm) Diese Opern-Kurzfassung von Georg von Wysocki für den 'Europäischen Phonoclub Stuttgart' ist m. W. bisher nicht auf CD erschienen.


    "Der Kalif von Bagdad" (Le Calife de Bagdad) (Boieldieu): Harun al-Raschid, Kalif von Bagdad (Isauun) - Kurt Wehofschitz / Lemaide, eine arme Witwe (Lémaide) - Gisela Litz / Zobeide, ihre Tochter (Zétulbé) - Valerie Bak / Fatime, ihre Freundin (Késie) - Anneliese Rothenberger / Nesrur, Lemaides Neffe (Yémaldin) - Hermann Prey / Ein Aga (Le juge) - Hartwig Stuckmann / Ein Anführer aus dem Gefolge des Kalifen (Un chef de l'entourage) - Ernst Max Lühr / Ein Diener des Kalifen (Un domestique) - Franz Jonas / Der Chor des Norddeutschen Rundfunks / Chorltg.: Max Thurn / Das Hamburger Rundfunkorchester / Dirigent: Herbert Sandberg (Hamburg, Funkhaus, 8. 4. 1954) Bisher unveröffentlicht. Statt der Dialoge spricht Erwin Linder verbindende Worte. (Francois-Adrien Boieldieus kleine Opéra-comique aus dem Jahre 1800 wurde in der deutschen Bearbeitung von Fritz Schröder aus dem Jahre 1938 aufgenommen. Die originalen Rollen-Namen stehen in Klammern.)


    "Eugen Onegin" (Evgeni Onegin) (Chaikovskii): Larina, Gutsbesitzerin - Lilian Benningsen / Tatjana und Olga, ihre Töchter - Valerie Bak und Hertha Töpper / Filipjewna, Amme - Rut Siewert / Eugen Onegin - George London / Lenski, sein Freund - Anton Dermota / Fürst Gremin - Gottlob Frick / Monsieur Triquet - Franz Klarwein / Saretzki, Lenskis Sekundant - Max Proebstl / Ein Schnitter und Ein Hauptmann - Heinz Maria Lins / Der Chor und das Symphonie-Orchester des Bayerischen Rundfunks / Chorltg.: Josef Kugler / Dirigent: Richard Kraus (München, Herkulessaal, 30. 6. - 5. 7. 1954) 'Myto' und 'Walhall' (CD) (Die 'Myto'-CD enthält zusätzlich die "Kindertotenlieder" von Gustav Mahler, interpretiert von George London mit dem Kölner Rundfunk-Sinfonie-Orchester unter Otto Klemperer, aufgenommen 1955.) Bill Zakariasen schrieb im April 1997 in der amerikanischen “Opera News” zu der 'Myto'-Veröffentlichung: “Soprano Valerie Bak, known to collectors for her Mercury LPs in the early 50s, seems an ideal Tatyana – shimmering of tone, winsome and impressionable at the outset, resolute in her sad yet mature rejection of Onegin's too-late protestations.” (Die 'Tatjana' hat Valerie Bak nie auf der Bühne gesungen, wohl aber die 'Lisa' in der “Pique Dame” des gleichen Komponisten: im Mai 1953 in einer Neuinszenierung der Hamburgischen Staatsoper mit Peter Anders in der männlichen Hauptrolle.)


    "Der Wasserträger" (Le porteur d'eau ou Le deux journées) (Cherubini): Graf Armand, Parlamentspräsident - Walter Geisler / Constanze, seine Gemahlin - Valerie Bak / Mikeli, ein Savoyarde, Wasserträger - Hermann Prey / Daniel, dessen Vater - Karl Otto / Antonio, Mikelis Sohn - Kurt Marschner / Marcelina, dessen Schwester - Anneliese Rothenberger / Sémos, ein reicher Pächter in Gonesse - Ernst Max Lühr / Rosette, seine Tochter, Antonios Braut - Maria Hüger / Ein Leutnant - Caspar Bröcheler / Ein Sergeant - Horst Sellentin / Ein Mädchen - Dorothea Förster-Georgi / Chorsolistin - Vilja Puck / Der Chor des Norddeutschen Rundfunks / Chorltg.: Max Thurn / Das Hamburger Rundfunkorchester / Dirigent: Herbert Sandberg (Hamburg, Funkhaus, 20. 1. - 22. 1. 1954) Bisher unveröffentlicht. (Der Schauspieler Erwin Linder führt – an Stelle der gestrichenen Dialoge – als 'Chronist' durch Cherubinis Werk aus dem Jahre 1800, das ein prägnantes Beispiel für die damals populären 'Rettungsopern' als Nachhall der Französischen Revolution darstellt und das auf deutschen Bühnen wesentlich öfter gezeigt wurde als in Frankreich.)


    Viele Grüße!


    Carlo

    Hallo,


    heute folgt der zweite Teil mit Aufnahmen Lisa Della Casas.


    „Dantons Tod“ (von Einem): (Lucille) mit Gertrude Jahn (Julie), Laurence Dutoit (Dame), Elisabeth Höngen (Simons Weib), Eberhard Waechter (Danton), William Blankenship (Desmoulins), Kurt Equiluz (de Séchelles), Helmut Melchert (Robespierre), Tugomir Franc (Saint-Just), Gerd Nienstedt (Herrmann), Peter Klein (Simon), Heinz Zednik (Junger Mensch) / Zwei Henker: Karl Terkal und Ljubomir Pantscheff / Der Chor und das Orchester der Wiener Staatsoper / Chorltg.: Richard Rossmayer / Dirigent: Josef Krips (Wien, Staatsoper, 9. 11. 1967) Bisher wurde nur die Szene der Lucille „Das ist eine böse Zeit“ auf einem Lisa Della Casa gewidmeten CD-Portrait der Firma 'Orfeo' veröffentlicht.


    „Orpheus und Eurydike" (Orfeo ed Euridice) (Gluck): (Eurydike) mit Elsa Cavelti (Orpheus) und Wilma Lipp (Amor) / Der Kölner Rundfunkchor und das Kölner Rundfunk-Sinfonie-Orchester / Chorltg.: Bernhard Zimmermann / Dirigent: Georg Solti (Köln, WDR-Funkhaus, März 1952, in deutscher Sprache) Bisher unveröffentlicht. Im November 1962 sang Lisa Della Casa an der Lyric Opera in Chicago die Eurydike in einer italienisch gesungenen Aufführungsserie mit Gabriel Bacquier und Rita Streich unter Leitung von Pierre Dervaux, wovon es aber keinen Mitschnitt gibt.


    „Agrippina“ (Händel): (Titelrolle) mit Costanza Cuccaro (Poppea), Marga Schiml (Narziss), Frans van Daalen (Nero), Roland Hermann (Otho), Jozsef Dene (Claudius), Howard Nelson (Pallas) und René Rohr (Lesbus) / Das Opernhaus- und Tonhalle-Orchester Zürich / Dirigent: Alberto Erede (Zürich, Opernhaus, 12. 9. 1970, deutsch gesungen) Bisher unveröffentlicht. Es handelt sich um die Neueinstudierung einer Produktion der Bayerischen Staatsoper von 1966 in der Bearbeitung von Hellmuth Christian Wolff; damals sangen Hertha Töpper (Agrippina), Hanny Steffek (Poppea), Brigitte Fassbaender (Narziss), Friedrich Lenz (Nero), Karl Christian Kohn (Otho), Kieth Engen (Claudius), Max Proebstl (Pallas) und Günther Missenhardt (Lesbus) unter der Leitung von Heinrich Hollreiser. (Die Rolle der Juno als 'deus ex machina' war in München und Zürich gestrichen, den Schlusschor sangen die Solisten.) Lisa Della Casa zu der Züricher Aufführung 1972 im Düsseldorfer „Collegium Musicum“: „Es war eine zauberhafte Aufführung unter der Regie von Rudolf Hartmann, Jean-Pierre Ponnelle machte die Ausstattung, Alberto Erede hat dirigiert. Es war eine rundum schöne und saubere Sache. Der Erfolg war so groß, dass wir das dort dauernd spielen könnten, aber die Bühnenarbeiter weigern sich, das Stück zu bringen, weil es für sie zu anstrengend ist. Darum musste es abgesetzt werden.“


    „Julius Cäsar“ (Giulio Cesare in Egitto) (Händel): (Cleopatra) mit Ira Malaniuk (Cornelia), Josef Metternich (Julius Cäsar), Richard Holm (Sextus), Hans Hermann Nissen (Curio), Benno Kusche (Ptolemäus), Albrecht Peter (Achillas) und Rudolf Wünzer (Nirenus) / Der Chor und das Orchester der Bayerischen Staatsoper / Chorltg.: Herbert Erlenwein / Dirigent: Eugen Jochum (München, Prinzregententheater, 12. 8. 1955, in deutscher Sprache) 'Omega Opera Archive' (CD).


    „Missa Solemnis in d-moll“ (Nelson-Messe) (Haydn): mit Elisabeth Höngen, Horst Taubmann und George London / Der Wiener Akademie-Kammerchor / Chorltg. Hans Gillesberger / Die Wiener Symphoniker / Dirigent: Jonathan Sternberg (Wien, 9. und 10. 7. 1949) Eine Aufnahme der 'Haydn-Society, Boston' (LP). Auf CD erschienen beim 'Hamburger Archiv für Gesangskunst', gekoppelt mit Beethovens „Missa Solemnis“ in der Aufnahme unter Arturo Toscanini mit Zinka Milanov, Bruna Castagna, Jussi Björling und Alexander Kipnis vom Dezember 1940.


    Viele Grüße!


    Carlo

    Liebe Melomanen,


    hier folgt der 4. Teil:


    Modest Mussorgskiis vorletztes Bühnenwerk „Khovanshchina“ (Die Machenschaften der Khovanskis - man kann es auch drastischer übersetzen) wurde von ihm als 'Musikalisches Volksdrama' konzipiert. Obwohl der Strelitzenführer Ivan Khovanski, der Ratgeber (und Liebhaber) der Regentin Sofia, Vasili Golitsin, und der 'Raskolni' (Altgäubiger) Dosifei historische Personen sind, hielt sich der Komponist – der auch das Libretto schrieb – nicht an die tatsächlichen Ereignisse, sondern schuf vielmehr einen Spiegel der Mentalität seiner Landsleute, was Nicht-Russen den Zugang zu diesem sperrigen Werk erschwert. Denn im Gegensatz zu „Boris Godunov“ fehlt hier eine zentrale Hauptfigur, an der sich der Handlungsablauf orientiert, so dass es schwierig ist, dem Geschehen auf der Bühne – und erst recht beim Hören einer Aufnahme – zu folgen.


    Der hochgebildete, manisch-depressive Komponist arbeitete neun Jahre lang daran und hinterließ bei seinem Tod 1881 (er starb mit 42 Jahren) lediglich einen Klavierauszug mit wenigen Hinweisen zur Orchestrierung; die Finali des zweiten und fünften Aktes waren noch unvollendet. Nikolai Rimskii-Korsakov erstellte zwei Jahre später die Instrumentierung, ergänzte die fehlenden Teile, strich aber auch ca. 800 Takte der Komposition, darunter fast den kompletten dritten Akt. 1913 schuf Maurice Ravel – mit Unterstützung von Igor Stravinskii - für Serge Diagilev in Paris eine Bearbeitung, die heute ebenso vergessen ist wie die Fassung von Boris Assafev (1938). Erst 1959 gab es durch Dmitri Shostakovich auf der Grundlage des von Pavel Lamm 1931 veröffentlichten Materials Mussorgskiis eine neue Orchestrierung der kompletten Oper. Am Bolshoi-Theater Moskau wird aber bis heute die Fassung von Nikolai Rimskii-Korsakov gespielt, die auch den beiden Aufnahmen mit Elena Obraztsova zugrunde liegt.


    „Khovanshchina“ (Mussorgskii): Ivan Khovanski – Aleksandr Vedernikov, Andrei Khovanski – Georgi Andriushchenko, Golitsin – Evgeni Raikov, Shakloviti – Vladimir Valaitis, Dosifei – Aleksandr Ognivtsev, Marfa – Elena Obraztsova, Emma – Tamara Sorokina, Podiuni (Schreiber) – Andrei Fedoseev, Varsonofiev – Valeri Iaroslavtsev, Kuzka – Iuri Grigoriev, Streshnev – Vitali Vlassov / Chorltg.: Aleksandr Ribnov und Igor Agafonnikov / Dirigent: Boris Khaikin (Mailand, Teatro alls Scala, 9. 11. 1973) Ein Mitschnitt der RAI vom Gastspiel des Bolshoi-Theaters an der Mailänder Scala. (Bisher unveröffentlicht.) Elena Obraztsova sang in Mailand fünf Vorstellungen dieser Oper; erstmals hatte sie die Partie der Marfa 1968 in Moskau interpretiert. (Die Rolle der Susanna war in Mailand gestrichen worden.)


    dto.: Ivan Khovanski – Artur Eizen, Andrei Khovanski – Vladimir Shcherbakov, Golitsin – Evgeni Raikov, Shakloviti – Iuri Grigoriev, Dosifei – Evgeni Nesterenko, Marfa – Elena Obraztsova, Emma – Olga Teriushnova, Podiuni (Schreiber) – Aleksandr Arkhipov, Varsonofiev – Valeri Iaroslavtsev, Kuzka – Viktor Zhukov, Susanna – Irina Udalova, Streshnev – Dmitri Kharitonov, Erster Strelitze – Stanislav Suleimanov, Zweiter Strelitze – Nikolai Nizienko / Chorltg.: Aleksandr Ribnov und Stanislav Likov / Leitung der Bühnenmusik: Vladimir Andropov / Dirigent: Mark Ermler (aufgenommen 1988) Erschienen 1989 bei der Staatlichen Sowjetischen Schallplattenfirma 'Melodiia' auf vier LPs; eine CD-Ausgabe gibt es m. W. nur in Russland.


    Ich kenne keine der beiden Gesamtaufnahmen dieser Oper mit der Obraztsova, lediglich die Prophezeiung der Marfa aus dem 2. Akt „Zili potainiia, zili vielikie - Höret mich an, geheime Mächte“ auf ihrer ersten Soloplatte von 1965. Verglichen mit Aufnahmen anderer Altistinnen (z. B. Nadeshda Obukhova, Zara Dolukhanova, Sofia Preobrashenskaia, Irina Arkhipova und Valentina Levko) fällt sofort die individuelle Stimmfarbe mit dem charakteristischen 'Wobble' in dieser sehr tief notierten Rolle auf. Bemerkenswert ist, dass die Stimme der erst 28jährigen Sängerin sehr gereift klingt und sich im Laufe der Jahre nicht merklich verändert hat.


    Dieses eindrucksvolle, aber sperrige und blockartige Bühnenwerk habe ich am 22. 5. 1989 in der Wiener Staatsoper unter Claudio Abbado mit der szenischen Realisation durch Alfred Kirchner (Regie), Erich Wonder (Bühnenbild) und Joachim Herzog (Kostüme) in der Shostakovich-Fassung mit dem Finale von Stravinskii gesehen – und da gab es noch keine Übertitelung. (Es sangen u. a. Aage Haugland, Vladimir Atlantov, Iuri Maruzin, Paata Burchuladze und Liudmila Shemchuk; der Wiener Mitschnitt der 'DGG' stammt aus einer späteren Aufführungsserie mit teilweise anderen Solisten.) Allerdings war auch diese Aufführung nicht komplett, denn es fehlte die von Shostakovich neu komponierte – und in Mussorgskiis Textbuch enthaltene – rätselhafte Episode aus dem zweiten Akt, in der ein deutscher protestantischer Pfarrer, der seine Schutzbefohlene Emma an den Fürsten Golitsin verschachert hatte, um 'Gefälligkeiten' bittet (später wird der Pastor von Andrei Khovanski, der in Emma verliebt ist, ermordet). In der Einspielung von Valeri Gergiev bei 'Philips' (CD und DVD) ist diese Szene enthalten.


    Carlo

    Elena Obraztsova in russischen Opern-Aufnahmen (3. Teil).


    So wenig ich die „Pique Dame“-Gräfin von Elena Obraztsova (mangels einer Aufnahme) beurteilen kann – 'meine' Gräfinnen sind akustisch Margarete Klose, Valentina Levko (2 mal), Irina Arkhipova, Regina Resnik und optisch Sofia Preobrashenskaia (in der Darstellung von Elena Polevitskaia), Martha Mödl (2 mal), Felicity Palmer und Liudmila Filatova – genau so wenig kann ich zur Interpretation der Marina durch die Obraztsova im „Boris Godunov“ sagen. Als 'Tonkonserve' habe ich Aufnahmen von Maria Maksakova, Eugenia Zareska, Martha Mödl (2 mal), Irina Arkhipova (2 mal), Evelyn Lear, Sena Jurinac, Galina Vishnevskaia, Bozena Kinasz, Ryszarda Racewicz und Olga Borodina sowie auf Video bzw. DVD Larissa Avdeeva, Irina Arkhipova, Liudmila Iurchenko (von einer Schauspielerin gedoubelt), Tamara Siniavskaia, Galina Vishnevskaia (in Andrzej Zulawskis Film dargestellt von Delphine Forest), Marjana Lipovsek und Olga Borodina, Allerdings habe ich nicht bewusst einen Bogen um die Obraztsova als Marina gemacht – es hat sich so ergeben...


    „Boris Godunov“ (Mussorgski): Boris Godunov – Evgeni Nesterenko, Xenia – Tamara Sorokina, Shuiski – Andrei Sokolov, Shchelkalov – Iuri Mazurok, Pimen – Mark Reshetin, Grigori Otrepev – Vladimir Atlantov, Marina Mnischek – Elena Obraztsova, Varlaam – Artur Eizen, Schwachsinniger – Aleksei Maslennikov u. a. / Chorltg.: Aleksandr Ribnov / Dirigent: Iuri Simonov (New York, Metropolitan Opera House, 25. 6. 1975) Bisher unveröffentlicht. (Gastspiel des Bolshoi-Theaters Moskau an der Metropolitan Opera in New York.) Im Oktober 1971 gastierte das Bolshoi-Theater mit dieser Oper an der Wiener Staatsoper, wovon es aber keinen Mitschnitt gibt. Es sangen außer der Obraztsova: Makvala Kasrashvili (Xenia), Aleksandr Ognivtsev (Boris), Andrei Sokolov (Grigorii), Mark Reshetin (Pimen) und Ivan Petrov (Warlaam); der Dirigent war auch hier Iuri Simonov.


    dto.: Boris Godunov – Evgeni Nesterenko, Feodor – Olga Teriushnova, Xenia – Elena Shkolnikova, Amme – Nina Grigorieva, Shuiskii – Konstantin Lisovskii, Shchelkalov – Aleksandr Voroshilo, Pimen – Anatoli Babikin, Grigori Otrepev – Vladimir Atlantov, Marina Mnishek – Elena Obraztsova, Rangoni – Iuri Mazurok, Varlaam – Artur Eizen, Missail – Konstantin Baskov, Wirtin – Larissa Nikitina, Schwachsinniger – Aleksei Maslennikov u. a. / Chorltg.: Aleksandr Ribnov und Stanislav Likov / Dirigent: Mark Ermler (aufgenommen 1985) Erschienen auf vier LPs bei 'Melodiia' und auf drei LPs bei 'Eurodisc'; die CD-Versionen stammen von 'Alto' und 'Regis'. (Diese Einspielung der Rimskii-Korsakov-Fassung enthält auch die Szene vor der Kirche 'Vassili Blashennii' in der Fassung von Anton Ippolitov-Ivanov.) Die Aufnahme wurde insgesamt gut bewertet; 'L'Avant-Scène Opéra' schreibt sogar: „Mais la palme de l'enregistrement revient à la Marina de Elena Obraztsova, redoutable tigresse, frémissante d'orgueil et de sensualité.“!


    Die Marina war die Rolle ihres Debüts am Bolshoi-Theater (17. 12. 1963) und das, ohne die dort übliche 'Ochsentour' durchlaufen zu haben. In der Folge hat sie diese Partie sehr oft gesungen, z. B. auch in Ost-Berlin, Wiesbaden, Paris, London, Tokyo und Montreal. (2003 stellte sie die Marina auf der Bühne des Moskauer Bolshoi-Theaters letztmalig dar.) Wie 'Stimmenliebhaber' in seinem Beitrag Nr. 51 schreibt, ist die Marina eine etwas unsympathische Frau (verführerisch zwar, aber auch berechnend und manipulativ) und da passen Stimme und Gestaltung der Sängerin perfekt. (Der Wechsel im vokalen Ausdruck im Duett mit Grigori ist in den Noten vorgegeben und wird von der Obraztsova zwar etwas plakativ, aber glaubwürdig umgesetzt.)


    Sowohl die Woiwodentochter Marina Mnischek wie auch der 'falsche Dimitri' sind historische Personen. Als der entlaufene Mönch Grigori Otrepev - der behauptete, 'Dimitri', der nicht gestorbene Sohn des Zaren Ivan IV. „der Schreckliche“ zu sein - kurz nach der Hochzeit (als 'Dimitri' 2) mit Marina in Moskau im Auftrag des Fürsten Shuiskii 1606 ermordet wurde (seine Asche wurde mit einer Kanone in Richtung Polen geschossen), 'erkannte' Marina den nächsten Thronprätendenten, der sich als am Leben gebliebener 'Dimitri 2' ausgab, als ihren Gatten und gebar ihm sogar einen Sohn. Shuiskii, mittlerweile selbst Zar, ließ diesen 3. 'Dimitri' 1610 hinrichten wie auch 1612 einen 4. 'Dimitri', den Marina ebenfalls geheiratet hatte. Als die ehrgeizige Polin versuchte, ihren Sohn von 'Dimitri 3' mit Hilfe eines weiteren Ehemannes auf den Thron zu bringen, ließ Shuiskii den Dreijährigen 1614 öffentlich enthaupten und warf Marina in den Kerker, wo ihr Leben endete.


    Carlo

    Hier folgt der 2. Teil der 'russischen' Aufnahmen mit Elena Obraztsova: Chaikovskii's "Pique Dame".


    Bereits im Januar 1965 – mit 25 Jahren – sang Elena Obraztsova ihre erste Gräfin, wunderbar auf 'alt' geschminkt, wovon es Fotos gibt. Zuvor hatte sie in einigen Aufführungen dieser Oper die Polina, den Milovzor und die Gouvernante gesungen. 1970 nahm sie – nach dem Gewinn beim Internationalen Chaikovskii-Wettbewerb in Moskau – einige Szenen aus der „Pique Dame“ für eine 'Melodiia'-Schallplatte auf (gekoppelt mit Ausschnitten aus Rimskii-Korsakovs „Zarenbraut“): die Romanze der Polina aus dem 1. Akt, das Duett Lisa-Polina (ebenfalls 1. Akt), die 'Schäferszene' aus dem 2. Akt und die Szene der Gräfin mit dem berühmten Grétry-Chanson (2. Akt). Die Partner waren Makvala Kasrashvili als Lisa und Prilepa (Chloé) und Aleksei Bolshakov als Zlatogor (Pluto); Mark Ermler leitete das Orchester des Bolshoi-Theaters Moskau.


    „Pikovaia dama“ (Pique Dame) (Chaikovskii): Hermann – Vladimir Atlantov, Lisa – Tamara Milashkina, Die Gräfin – Elena Obraztsova, Tomski – Vladimir Valaitis, Jeletski – Iuri Mazurok, Polina – Galina Borisova, Die Gouvernante – Nina Grigorieva u. a. / Chorltg.: Aleksandr Ribnov / Dirigent: Iuri Simonov (New York, Metropolitan Opera House, 2. 7. 1975) Bisher unveröffentlicht. (Gastspiel des Bolshoi-Theaters Moskau an der Metropolitan Opera in New York.)


    dto.: Hermann – Vladimir Atlantov, Lisa – Tamara Milashkina, Die Gräfin – Elena Obraztsova, Tomski - Vladimir Valaitis, Jeletski – Iuri Mazurok, Polina – Liudmila Semenenko, Die Gouvernante – Nina Grigorieva, Tchekalinski – Konstantin Pustovoi, Surin – Valeri Iaroslavtsev, Tchaplitski – Aleksandr Arkhipov, Namurov – Vladimir Lashinski, Der Festordner – Konstantin Baskov / Chorltg. Aleksandr Ribnov und Stanislav Likov / Dirigent: Iuri Simonov / Ausstattung: Vladimir Dmitriev / Regie: Boris Pokrovskii (Moskau, Bolshoi-Theater, 1983, Fernseh-Aufzeichnung) Veröffentlicht 1987 auf VHS bei 'Kultur' in den USA.


    dto.: Hermann – Vladimir Atlantov, Lisa – Julia Varady, Die Gräfin – Elena Obraztsova, Tomski – Aleksandr Voroshilo. Jeletski – Bodo Brinkmann, Polina – Liudmila Shemchuk, Die Gouvernante – Gudrun Wewezow, Masha – Carmen Anhorn, Tchekalinski – Yoshihisa Yamaji, Surin – Karl Helm, Tchaplitski – Ulrich Reß, Namurov – Alfred Kuhn, Festordner – Friedrich Lenz / Chor und Orchester der Bayerischen Staatsoper München / Chorltg.: Wolfgang Baumgart / Dirigent: Algis Zhiuraitis (München, Nationaltheater, 1984) Mit verschiedenen Daten veröffentlicht auf CD bei 'Orfeo' (24. 11. 1984, Datum der Rundfunkübertragung) und bei 'Ponto' (2. 12. 1984).


    dto.: Hermann – Plácido Domingo, Lisa – Galina Gorchakova, Die Gräfin – Elena Obraztsova, Tomski – Sergei Leiferkus, Jeletski – Vladimir Chernov, Polina – Susanna Poretsky, Die Gouvernante – Suzana Guzmán, Masha – Irina Mataeva, Tchekalinski – Jonathan Mack, Surin – Alexander Vasiliev, Tchaplitski – Bruce Sledge, Namurov – James Creswell u. a. / Chorus and Orchestra of the Los Angeles Opera / Dirigent: Valeri Gergiev (Los Angeles, Dorothy Chandler Pavilion, 4. 9. 2001) 'House of Opera' (CD)


    dto.: Hermann – Sergei Larin, Lisa – Elena Prokina, Die Gräfin – Elena Obraztsova, Tomski – Vassili Gerello. Jeletski – Dmitri Hvorostovski, Polina – Marina Domashenko, Masha – Irina Vashenko, Tchekalinski – Aleksei Maslov / 'The Spiritual Revival Choir of Russia' / Chorltg. Lev Kontorovich / 'The Philharmonia of Russia' / Dirigent: Constantine Orbelian (Moskau, Großer Saal des Chaikovskii-Konservatoriums, 2001-2002) Es wurden nur Arien und Szenen aufgenommen für diese CD bei der Firma 'Delos' (78 Minuten).


    dto.: Hermann – Plácido Domingo, Lisa – Galina Gorchakova, Die Gräfin – Elena Obraztsova, Tomski – Sergei Leiferkus, Jeletski – Rodney Gilfry, Polina – Susanna Poretsky, Gouvernante – Elena Manistina, Masha – Irina Mataeva, Tchekalinski – Corey Evan Rotz, Surin – James Ingalls, Tchaplitski – John Weber, Namurov – John Marcus Bindel u. a. / Chorus and Orchestra of the Washington National Opera / Dirigent: Heinz Fricke (Washington, John F. Kennedy Center for the Performing Arts, 2. 6. 2002) 'House of Opera' (CD)


    dto.: Hermann – Gabriel Sadé, Lisa – Solveig Kringelborn, Die Gräfin – Elena Obrasztsova, Tomski – Nikolai Putilin, Jeletski – Markus Eiche, Polina – Marina Domashenko, Tchekalinski – Francisco Vas u. a. / Coro y Orquesta del Gran Teatre del Liceu, Barcelona / Dirigent: Kirill Petrenko / Ausstattung: William Orlandi / Regie: Gilbert Deflo (Barcelona, Teatre del Liceu, 1. 2. 2003) Veröffentlicht auf 'House of Opera' (DVD).


    Anmerkung: In dem 'Schäferspiel' auf dem Maskenball (2. Akt) werden die Rollen der 'Chloé' (Prilepa / Sopran), des 'Daphnis' (Milovzor / Mezzosopran) und des 'Pluto' (Zlatogor / Bariton) traditionell von den Interpreten der 'Lisa' (oder der 'Masha'), der 'Polina' und des 'Tomski' gesungen.


    Carlo

    Hallo!


    Zunächst muss gesagt werden, dass sich der Ruhm und die Bedeutung Elena Obraztsovas überwiegend mit der Dreieinigkeit 'Person–Darstellung–Stimme' erklären lässt, wie bei so vielen anderen Sängern auch, beispielsweise Maria Callas, Magda Olivero, Leonie Rysanek, Renata Scotto oder Agnes Baltsa. Nur rein akustisch beurteilt (via Schallplatte oder CD), hat man vieles zu kritisieren: die oft aus dem Fokus geratene Stimme, das lockere Vibrato (was man im Englischen so schön als 'wobble' bezeichnet), die zur Schärfe neigende Höhe und nicht zuletzt die – allerdings als Gestaltungsmittel eingesetzte – etwas 'ordinär' klingende Bruststimme. Der Vorteil für sie war aber, dass man ihr Timbre leicht unter zig anderen Stimmen erkennen konnte, was sie für die Schallplatten-Industrie interessant machte. Verbunden mit ihrer attraktiven Optik (vor allem die berühmten grünen 'Katzenaugen') und einem stark ausgeprägten darstellerischen Temperament hat sie ihr Publikum bis ins Alter fasziniert und in ihren Bann geschlagen.


    Die Opern-Gesamtaufnahmen von Elena Obraztsova im russischen Fach sind überraschenderweise nicht sehr zahlreich, was wohl auch mit dem eingeschränkten Repertoire des Moskauer Bolshoi-Theaters – ihrem 'Stammhaus' - zusammen hängt. In allen nachfolgenden Aufnahmen wirken – sofern nicht anders verzeichnet – der Chor und das Orchester des Bolshoi-Theaters in Moskau mit: Khor i orkestr Bolshogo Teatra SSSR.


    Russisch ist eine sehr lautmalerische Sprache, daher ist es schwierig, eine allgemein gültige Transliteration mittels einer phonetischen Lautschrift zu erstellen. Eine grobe Hilfe beim Lesen und Sprechen der transliterierten Namen der Mitwirkenden: e (am Wortanfang) = je (mit Ausname von z. B. 'Eizen', weil kein russischer Name) / ia = ja / ii = i (betont) / s = ss oder ß / sh = sch / z = s (wie sausen) / zh = schtsch / ch = tsch / kh = ein kehliges ch (wie machen) / Die Rollenverzeichnisse basieren weitgehend auf der deutschen Bühnenpraxis.


    „Kniaz Igor“ (Fürst Igor) (Borodin): Fürst Igor – Ivan Petrov, Jaroslavna – Tatiana Tugarinova, Vladimir – Vladimir Atlantov, Fürst Galitski – Artur Eizen, Khan Konchak – Aleksandr Vedernikov, Konchakovna – Elena Obraztsova, Ovlur – Aleksandr Laptiev, Skula – Valeri Iaroslavtsev, Eroshka – Konstantin Baskov, Jaroslavnas Amme – Irina Terpilovskaia, Polowetzer Mädchen – Margarita Miglau / Chorltg.: Aleksandr Ribnov und Aleksandr Khazanov / Dirigent: Mark Ermler (aufgenommen 1969) Erschienen auf vier LPs u. a. bei 'Melodiia', 'EMI' und 'Eurodisc' und auf drei CDs bei 'EMI', 'BMG' und 'Le Chant du Monde'. (Eingespielt wurde die komplette Oper, also auch mit dem meistens gestrichenen dritten Akt.)


    Ich habe die amerikanische Pressung von 'Angel Records' (LP); die Aufnahme ist international sehr schlecht bewertet worden, z. B. in 'Records and Recordings' (USA): „Bolshoi at its worst!“. Die Obraztsova dreht – wie alle ihre Bolshoi-Kollegen in dieser Aufnahme - mächtig auf und klingt mehr wie Eboli und Amneris denn wie ein junges, verliebtes Mädchen. In dieser Rolle ziehe ich Olga Borodina bei weitem vor. (Beim Gastspiel des Bolshoi-Theaters Moskau an der Mailänder Scala im Oktober/November 1973 – mit Mehrfachbesetzungen in diversen Opern des Bolshoi-Repertoires - sang Elena Obraztsova an zwei Abenden die Konchakovna, in der Rundfunkübertragung der RAI wirkte aber Tamara Siniavskaia in dieser Rolle mit.)


    Carlo

    Liebe Melomanen!


    Elena Obraztsova im russischen Fach kann ich natürlich auch nur nach ihren Schallplatten-Aufnahmen beurteilen, da ich sie nie live erlebt und nur einige Male im Fernsehen gesehen habe.


    1965 wurde die erste Schallplatte von Elena Obraztsova veröffentlicht: Arien aus „Samson et Dalila“ („Mon coeur s'ouvre à ta voix“ - „Samson recherchant ma présence … Amour, viens aider ma faiblesse“), „La Favorite“ (O mio Fernando! Della terra il trono“) und „Don Carlos“ (O don fatale“) und auf der zweiten Seite Arien aus russischen Opern. Aus „Orleanskaia deva“ (Die Jungfrau von Orléans) (Chaikovskii) der Monolog der Johanna aus dem 1. Akt; aus Mussorgskiis „Khovanshchina“ die Prophezeiung der Marfa (2. Akt); die Arie der Liubasha aus dem 2. Akt der „Tsarskaia nevesta“ (Die Zarenbraut) von Rimskii-Korsakov und aus der Oper „Kashchei besmertni“ (Der unsterbliche Kaschtschej) des gleichen Komponisten die Arie der Kashcheevna aus dem 2. Bild. Begleitet wurde die Sängerin vom Orchester des Bolshoi-Theaters in Moskau unter Boris Khaikin und Odisei Dimitriadi („Samson et Dalila“, „La Favorite“ und „Don Carlos“). Die 'Melodiia'-Platte erschien 1968 auch in der BRD bei 'Eurodisc', allerdings wurde dort Dimitriadi als alleiniger Dirigent des Recitals genannt.


    Eine zweite Soloplatte mit russischen Arien erschien 1969 mit folgenden Stücken: die Arie der Marina aus der 1. Szene des 3. Aktes von „Boris Godunov“ (Mussorgskii); das Lied der Marfa aus „Khovanshchina“ (3. Akt, 2. Szene); Rezitativ und Arie der Liubava aus Rimskii-Korsakovs „Sadko“ (3. Bild); das Lied des Hirten Lel aus dem 3. Akt von „Snegurochka“ (Schneeflöckchen) von Rimskii-Korsakov; das Duett Liubasha-Griasnoi (mit dem Bariton Oleg Klionov) aus „Tsarskaia nevesta“ (Die Zarenbraut, 1. Akt, 6. Szene) sowie das Duett Marina-Grigori (mit Aleksei Maslennikov) aus „Boris Godunov“. Eingeleitet wird dieses Recital mit dem Arioso Nr. 5 aus der Kantate „Moskva“ (Moskau) von Piotr Chaikovskii. Mark Ermler dirigiert das Orchester des Bolshoi-Theaters Moskau; diese LP ist bisher nicht in Westeuropa veröffentlicht worden und ich habe sie leider auch nicht.


    Einige Rollen außerhalb des russischen Stammrepertoires von Elena Obraztsova waren in Piotr Chaikovskiis „Pikovaia dama“ (Pique Dame) die Polina und der Milovzor (1963), in Sergei Prokofievs „Voina i mir“ (Krieg und Frieden) die Duniasha (1964) und die Hélène Besukhova (1971), die Frosia in „Semion Kotko“ von Prokofiev (1968), die Shenka Komelkova in Kiril Molchanovs „A zori zdes tikhie“ (Im Morgengrauen ist es noch still) (1975) und die Liubava in Nikolai Rimskii-Korsakovs „Sadko“ (1979). Die Liubasha in Rimskii-Korsakovs „Tsarskaia nevesta“ (Die Zarenbraut) hat Elena Obraztsova schon 1967 erstmals am Bolshoi-Theater gesungen, es gibt leider nur einige Ausschnitte mit ihr aus dieser Oper auf Schallplatten.


    Ich werde die Opern-Gesamtaufnahmen Elena Obraztsovas im russischen Fach ab morgen in diesem Thread vorstellen.


    Carlo

    Hallo,


    das hat zwar nur am Rande mit William Dooley zu tun, aber er kam an diese "Lohengrin"-Aufnahme (Beitrag Nr. 2), weil der ursprünglich vorgesehene 'Telramund', Hans-Günter Nöcker, zu viel Gage verlangte!

    Und auch die 'Elsa' wurde mit Lucine Amara umbesetzt; vorgesehen war Leontyne Price (!), die wohl rechtzeitig gemerkt hat, dass dies nicht 'ihre' Rolle sein würde.


    Carlo