Beiträge von Carlo

    Lieber Gregor,


    ich habe noch nie gehört oder gelesen, dass Mirella Freni die 'Charlotte' und Luciano Pavarotti den 'Werther' gesungen haben, weder einzeln (mit anderen Partnern) noch zusammen. Und ich kann es mir, ehrlich gesagt, bei der Freni auch nicht vorstellen.


    Danke für das Kompliment!


    Carlo


    P. S. Die Fernsehübertragung der "Manon" mit Mirella Freni kam am 30. 4. 1966 aus dem Teatro Comunale in Modena mit Ottavio Garaventa als 'Chevalier Des Grieux', Roberto Bruson als 'Lescaut', Federico Davia als 'Comte Des Grieux', Andrea Mineo als 'M. de Brétigny' und Mario Carlin als 'Guillot de Morfontaine'; der Dirigent war Peter Maag und die Inszenierung war von Fantasio Piccoli.

    Heute beginne ich mit folgenden Opern-Gesamtaufnahmen mit Marianne Schech:



    „Tiefland“ (Eugen d' Albert): Sebastiano – Alexander Welitsch / Tommaso – Max Proebstl / Moruccio – Carl Hoppe / Marta – Marianne Schech / Pepa – Hanna Scholl / Antonia – Lilian Benningsen / Rosalia - Ruth Michaelis / Nuri – Rosl Schwaiger / Pedro – Bernd Aldenhoff / Nando – Paul Kuen / Ein Bauer – Karl Schwert / Der Chor und das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks / Chorltg.: Josef Kugler / Dirigent: Rudolf Alberth (München, Funkhaus, 6. - 11. 4. 1953).


    In einigen Veröffentlichungen wurden die Rollen-Angaben der Sängerinnen Lilian Benningsen und Ruth Michaelis vertauscht. Der Privat-Mitschnitt dieser Rundfunk-Produktion wurde dreimal mit 'Anhängern' herausgegeben: Zuerst 1983 von 'Melodram' auf LP (mit der Szene Kundry-Parsifal aus dem 2. Akt des „Parsifal“ mit Marianne Schech und Howard Vandenburg - irrtümlich wird Bernd Aldenhoff genannt – unter Eugen Jochum 1957), dann auf CD 2002 bei 'Gala' mit Aufnahmen von Alexander Welitsch und 2004 bei 'Walhall' mit der 'Wolfserzählung' aus dem 2. Akt (Wolfgang Windgassen mit dem Radio-Sinfonieorchester Stuttgart unter Bertil Wetzelsberger 1950)..



    „Die toten Augen“ (Eugen d' Albert): Arcesius, römischer Gesandter und Senator – Engelbert Czubok / Myrtocle, seine Gattin – Marianne Schech / Arsinoe, ihre Sklavin – Lore Paul / Aurelius Galba, römischer Centurio – Wolfgang Windgassen / Ktesiphar, ein ägyptischer Arzt – Alfred Pfeifle / Maria von Magdala – Hetty Plümacher / Der Hirt – Franz Fehringer / Der Schnitter – Ernst Grathwol / Ein Hirtenknabe – Lore Paul / Vier jüdische Frauen: Sarah – Anny Kretschmar / Rebekka – Hanna Stolze-Fröhlich, Esther – Else Blank, Ruth – Lilo Mann / Vier Juden – Kurt von Reimersdahl, Helmut Zeckert, Bruno Samland, Clytus Gottwald / Eine sieche Frau – Annemarie Burchert / Ein alter Jude – Alfred Appenzeller / Die Stimme aus dem Brunnen – Marianne Sauer / Echo – Anneliese Weigl / Eine Stimme – Harald Baender (Sprecher) / Der Südfunk-Chor / Chorltg.: Hermann Josef Dahmen / Das Radio-Sinfonieorchester Stuttgart / Dirigent: Walter Born (Stuttgart-Degerloch, Waldheim , März 1951). 1998 veröffentlicht auf zwei CDs bei der Firma 'Myto'; angehängt sind Arien von d'Albert, Pfitzner und Wagner, gesungen von Wolfgang Windgassen.


    Die Arie der Myrtocle 'Psyche wandelt durch Säulenhallen' hat Marianne Schech auch separat beim Bayerischen Rundfunk gesungen, begleitet von den Münchner Philharmonikern unter Rudolf Alberth. (München, Kongress-Saal des Deutschen Museums, 6. 6. 1952)



    „Der Raub der Lucrezia“ ('The Rape of Lucretia') (Benjamin Britten): Der Erzähler – Franz Klarwein / Die Erzählerin – Marianne Schech / Collatinus – Max Proebstl / Junius – Albrecht Peter / Tarquinius – Hermann Uhde / Lukrezia – Irmgard Barth / Bianca und Lucia – Ina Gerhein und Valerie Bak / Das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks / Dirigent: Robert Heger / Inszenierung: Friedrich Schramm (München, Theater im Brunnenhof, 24. 11. 1951 und 3. 1. 1952). Eine nur zweimalige Bühnenaufführung, die an einem der beiden genannten Tage vom Bayerischen Rundfunk übertragen, aber nicht archiviert wurde.



    „Albert Herring“ (Benjamin Britten): Lady Billows – Marianne Schech / Florence Pike – Ingeborg Lasser / Miss Wordsworth – Friederike Sailer / Mr. Gedge – Condi Siegmund / Mr. Upfold – Karl Liebl / Mr. Budd – Benno Kusche / Sid – Horst Günter / Albert Herring – Helmut Krebs / Mrs. Herring – Hanne Münch / Nancy – Hetty Plümacher / Emmy – Anny Kretschmar / Siss – Emilie Klug-Eisenbraun / Harry – Irene Gehrlein / Das Radio-Sinfonieorchester Stuttgart / Dirigent: Hans Müller-Kray (Stuttgart, Villa Berg, 1953). Ich habe einen Mitschnitt dieser Aufnahme.



    „Irische Legende“ (Werner Egk): Cathleen – Marianne Schech / Aleel, ein Dichter – Hans Braun / Der Tiger – Benno Kusche / Der Geier - Kurt Marschner / Zwei Eulen – Oda Balsborg und Lilian Benningsen / Erster Kaufmann – Karl Ostertag / Zweiter Kaufmann – Marcel Cordes / Zwei Hirten – Richard Holm und Hans Hermann Nissen / Die Erscheinung des verdammten Faust – Kieth Engen / Eine Stimme hinter der Szene – Max Proebstl / Oona, die Amme – Maria von Ilosvay / Der Verwalter – Albrecht Peter / Die leeren Seelen – Irmgard Jacobeit und Chorstimmen / Die Sprecherin des verbindenden Textes – Gisela Uhlen / Der Chor und das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks / Chorltg.: Kurt Prestel / Dirigent: Werner Egk (München, Herkulessaal der Residenz, 19. - 24. 2. 1956) Die Erstsendung dieser Produktion war am 14. 6. 1956.


    Zu den Wiener Festwochen 1958 gab es am 22. 6. im Wiener Musikverein eine konzertante Aufführung dieser Oper, für die Marianne Schech als Cathleen angekündigt wurde; tatsächlich sang dann aber Mimi Coertse diese Rolle. Die Live-Übertragung des Österreichischen Rundfunks nannte ferner die folgenden Sänger: Otto Wiener (Aleel), Walter Berry (Der Tiger), Julius Patzak (Der Geier), Judith Hellwig und Margareta Sjöstedt (Zwei Eulen), Max Lorenz (Erster Kaufmann), Wilhelm Leitner (statt Oskar Czerwenka) (Zweiter Kaufmann), Kurt Equiluz und Harald Buchsbaum (Zwei Hirten), Norman Foster (Die Erscheinung des verdammten Faust / Eine Stimme hinter der Szene), Dagmar Hermann (Oona), Franz Bierbach (Der Verwalter), Laurence Dutoit und Chorstimmen (Die leeren Seelen) / Die Wiener Singakademie / Chorltg.: Hans Gillesberger / Die Philharmonia Hungarica / Dirigent: Werner Egk.



    Carlo

    Hallo, 'Orfeo' und 'greghauser2002'!


    "Ich sei, gewährt mir die Bitte, in eurem Bunde der Dritte."


    Die einzige Oper von Jean Sibelius ist mir seit 1984 ein Begriff, als ich die unten genannte Platte kaufte. Die eigenartige, aber irgendwie vertraute Klangsprache nahm mich auch beim ersten Hören gefangen; vor allem die Behandlung der Singstimmen erinnert m. E. stark an Richard Wagner. Sibelius liebäugelte noch öfters mit der Oper: 1894 begann er eine Oper „Båtens skapelse“ ('Die Schöpfung des Bootes'), ließ die Arbeit daran aber unvollendet liegen, nachdem er Wagners „Tristan und Isolde“ in Bayruth gesehen hatte. In den 1910er Jahren bekam er drei Opern-Libretti zur Vertonung, die er aber alle ablehnte. Er stellte sich eine Oper mit lauter Zeltplanen als Bühnenbild vor, bei der die Sänger statt eines Textes nur den Vokal 'A' singen sollten! So ist die „Jungfrau im Turm“ (mit zeitlebens drei ganzen Aufführungen in Helsinki 1896) seine einzige Oper geblieben


    „Jungfrun i tornet“ ('Die Jungfrau im Turm') (Jean Sibelius): Jungfrun (Die Jungfrau) – Mari Anne Häggander (Sopran) / Älskaren (Der Geliebte) – Erland Hagegård (Tenor) / Fogden (Der Schlossvogt) – Jorma Hynninen (Bariton) / Slottsfrun (Die Schlossherrin) – Tone Kruse (Alt) / Göteborgs Konserthus Kör (Der Chor des Göteborger Konzerthauses) / Chorltg.: Gunno Palmquist / Göteborgs Symfoniorkester (Das Göteborger Symphonieorchester) / Dirigent: Neeme Järvi (Göteborg, Konserthus, 2. 9. 1983) / 'BIS' LP-250 (1 LP, Schweden, 1984). (Die Platte enthält zusätzlich die Sätze 'Intermezzo' und 'Alla marcia' aus der „Karelia-Suite“ von Sibelius, aufgenommen am 7. 5. 1983 in Göteborg.) Der Schallplatte liegt ein Essay 'Symfoni eller opera?' von Erik Tawaststjerna in fünf Sprachen sowie das Libretto in schwedisch mit englischer Übersetzung bei. Der Nachteil der Platte ist, dass man mitten in der fünften Szene – im Liebesduett der Jungfrau mit dem Geliebten - die Seite wechseln muss.


    Von der ersten (konzertanten) Wiederaufführung nach 85 Jahren (Helsinki, 28. 1. 1981) gibt es einen Rundfunkmitschnitt bei der LP-Firma 'Voce' mit Mari Anne Häggander (Sopran), Pia-Gunn Anckar (Alt), Peter Lindroos (Tenor) und Jorma Hynninen (Bariton) / Akateeminen naiskuoro Lyran ja Ylioppilaskunnan laulajat (Der Akademische Frauenchor 'Lyra' und Sänger der Studentenvereinigung Helsinki) / Suomen Radion Sinfoniaorkesteri Helsinki (Sinfonieorchester des Finnischen Rundfunks Helsinki) / Dirigent: Jussi Jalas.


    Eine neuere Aufnahme hat Paavo Järvi 2001 für 'Virgin Records' eingespielt. Die Solisten sind Solveig Kringelborn (Sopran), Lilli Paasikivi (Alt), Lars-Erik Janssen (Tenor) und Garry Magee (Bariton) / Ellerhein Tütarlastekoor (Der Ellerhein Mädchenchor) / Eesti Rahvusmeeskoor (Der Estnische Nationale Männerchor) / Eesti Riiklik Sümfooniaorkester (Das Estnische Staatliche Symphonieorchester).


    Carlo

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    Lieber 'Rheingold1876',


    im Archiv des WDR befindet sich noch eine zweite Aufnahme des Schauspiels „Preciosa“ mit der Musik von Carl Maria von Weber:


    „Preciosa“ (Pius Alexander Wolff): Don Francisco de Carcamo, ein spanischer Edelmann – Friedrich W. Bauschulte / Don Alonzo, sein Sohn – Christian Brückner / Don Fernando de Azevedo, Don Franciscos Bruder – Jürgen Thormann / Donna Clara, Don Fernandos Gemahlin – Magda Hennings / Don Eugenio, beider Sohn – Siegfried Maschek / Der Zigeunerhauptmann – Bernd Kuschmann / Viarda, die Zigeunermutter – Ilse Anton / Preciosa, eine junge Zigeunerin – Sona McDonald / Lorenzo und Sebastian, Zigeuner – Berthold Schirm und Timmy Haberger / Pedro, ein Schlossvogt – Horst Bollmann / Fabio, ein Gastwirt – Norbert Alich / Ambrosio, ein valencianischer Bauer – Karl-Heinz Wüpper / Ein Bedienter des Don Carcamo – Josef Meinertzhagen / Ein Bedienter des Don Azevedo – Gerhardt Haag / Drei Bauern – Friedhelm Karges, Bruno Tendera und Gregor Höppner / Musik von Carl Maria von Weber / Ergänzende Komposition: Werner Haentjes / Der Philharmonische Chor Siegen / Chorltg.: Herbert Ermert / Das Kölner Rundfunk-Orchester / Dirigent: Urs Schneider / Funkbearbeitung und -regie: Friedhelm Ortmann (Köln, Funkhaus, Studio 3, 30. 10. 1987 / Erstsendung am 26. 12. 1987).


    Preciosas Lied 'Einsam bin ich, nicht allein' (2. Akt) wird von der Wienerin Sona McDonald gesungen, die nicht nur eine gefeierte Schauspielerin, sondern auch Musical-Darstellerin („My Fair Lady“ in Düsseldorf, „A Chorus Line“ in Berlin, „Die Dreigroschenoper“ in Wien) ist. Die Rollen des Don Contreras (lt. Textbuch 'ein alter lächerlicher Kavalier in groteskem Anzug und von possenhaftem Aussehen') und der alten Adligen Donna Petronella am Ende des 1. Aktes wurden gestrichen, wodurch auch Viardas Wahrsagung für die Beiden entfällt. Trotz einiger Kürzungen beträgt die Dauer der Sendung 105 Minuten, fünfzehn Minuten länger als die Aufnahme von 1957, die übrigens am 30. 7. 1957 entstand. (Der vollständige Name des Sprechers des Fabio in der 57er Version lautet 'Franz Schneider'; er ist den älteren Fernsehzuschauern als Mitglied des Kölner 'Millowitsch-Theaters' ein Begriff.)


    Carlo

    Lieber 'greghauser2002',


    ich kenne diese Dokumentation von 2020 nicht und würde gerne wissen, ob darin auch die 'Kulissenkämpfe' rund um die Entstehung dieses „Rosenkavalier“-Films zur Sprache kommen. Wahrscheinlich eher nicht...


    Wann bekommen wir endlich die Aufzeichnung der Generalprobe (mit Lisa Della Casa als 'Marschallin' und Hilde Güden als 'Sophie') zu sehen? In der BRD wurde am Tag der Eröffnung des Neuen Festspielhauses in Salzburg (Dienstag, 26. 7. 1960) nach einem 40minütigen Einführungsfilm über die Geschichte der Salzburger Festspiele – mit Probenszenen zu dieser „Rosenkavalier“-Inszenierung, die Damen Jurinac und Rothenberger im Dirndl – ab 21 Uhr nur der 2. Akt gezeigt, was darauf hindeutet, dass es keine Live-Übertragung war. Meines Wissens wurde die Oper an diesem Abend im österreichischen Fernsehen komplett gezeigt. (In dem Portrait-Film „Lisa Della Casa – Liebe einer Diva“ von Thomas Voigt und Wolfgang Wunderlich ist leider nur ein sehr kurzer 'Schnipsel' aus dem Terzett des 3. Aktes zu sehen.)


    Im holländischen Fernsehen sah ich vor vielen Jahren einmal in einer Richard-Strauss-Dokumentation die geradezu überrumpelnde Szene aus dieser Inszenierung, als beim Lever der 'Marschallin' - vorher mit dunklen Haaren und in einem Negligée zu sehen - der Paravent, hinter dem man sie umkleidete, zusammengeklappt wurde und Lisa Della Casa mit weißer Perücke in einer atemberaubenden Robe erschien. In dem bewussten Kinofilm trägt Elisabeth Schwarzkopf - die nach einer süffisanten Bemerkung von Sena Jurinac in einem Interview des Bayerischen Fernsehens 'die Regie führte' - bis zum Ende des Aktes ein Negligée, u. z. ein anderes als es Lisa Della Casa trug, und entspricht damit nicht den Intentionen von Hofmannsthal und Strauss (was man allerdings auch in vielen anderen Inszenierungen sehen kann). Warum ließ Frau Schwarzkopf sich den oben geschilderten 'Coup de théâtre' entgehen? Fragen über Fragen...


    Carlo

    Guten Morgen allerseits!


    Gerade zu Ende gegangen und m. W. zum ersten Mal im Deutschen Fernsehen (WDR):


    "Jonas Kaufmann - Ein Weltstar ganz privat"


    Ein Film von Alexander-Klaus Stecher (Regie: Michael Giehmann) mit Beteiligung von Helmut Deutsch, Thomas Voigt und Judith Williams. Der Sänger kommt - in seinem Haus am Ammersee - mit vielen klugen Aussagen zu seinem Werdegang und den Anforderungen seines Berufes zu Wort, wird aber auch (samt Ehefrau Christiane und Tochter Charlotte) von seiner ganz privaten Seite gezeigt: als Kaffee-Experte, Koch und Heimwerker. Alles in allem ein sehr persönliches und sympathisches Portrait von Jonas Kaufmann. (58 Min.)


    Carlo

    Kommentar zu den Beiträgen Nrn. 4 bis 7.


    Dass nicht nur die 'amadeo'-Aufnahme von Goethes „Egmont“ vergriffen ist, wirft ein bezeichnendes Licht auf die Tatsache, dass Werke der deutschsprachigen Theaterliteratur immer seltener akustisch (und auch optisch) dokumentiert werden. In den 60er und 70er Jahren hatte jede Schallplattenfirma in Deutschland und Österreich, die etwas auf sich hielt, eine eigene literarische Reihe in ihrem Katalog und setzte bekannte und gefeierte Bühnenkünstler für ihre Aufnahmen ein.


    Da es bis Mitte der 70er Jahre nicht möglich war, Fernsehsendungen - z. B. Theateraufführungen und TV-Inszenierungen von Schauspielen – privat auf Video aufzuzeichnen, waren Tonbandmitschnitte von Rundfunksendungen und auch Sprachschallplatten eine beliebte Art der 'Konservierung' für Zuhause. Heutzutage gibt es zwar 'Hörbücher' en masse auf Compact Discs, auf mp3 oder im Internet; aber hier handelt es sich überwiegend um Lesungen kompletter Bücher und inszenierte Hörspiele (meistens 'Krimis'), selten um Theaterstücke.



    Marktführer bei den Sprachschallplatten war die 'Deutsche Grammophon Gesellschaft' mit ihrem „Literarischen Archiv“ und beispielsweise Gesamtaufnahmen von Shakespeares „Hamlet“, Lessings „Nathan der Weise“, Goethes „Faust I und II“, Schillers „Die Räuber“, „Kabale und Liebe“ und „Wallenstein“, Hugo von Hofmannsthals „Jedermann“ und Max Frischs „Andorra“ - alle bereits im „Tamino“-Schauspielführer genannt – sowie Goethes „Iphigenie auf Tauris“ (Maria Becker, Will Quadflieg, Rolf Henniger, Ewald Balser) und „Stella“ (Aglaja Schmid, Paula Wessely, Will Quadflieg). Dazu Kurzfassungen von z. B. Hauptmanns „Der Biberpelz“ (Lucie Mannheim, Ernst Schröder), Zuckmayers „Der Hauptmann von Köpenick“ (Rudolf Platte), Arthur Millers „Der Tod des Handlungsreisenden“ (Mila Kopp, Erich Ponto) und Becketts „Glückliche Tage“ (Grete Mosheim, Rudolf Fernau).


    Ferner fanden sich im „Literarischen Archiv“ der 'DGG' noch folgende Aufnahmen:

    Szenen aus „Hamlet“ (Will Quadflieg), „Romeo und Julia“ (Käthe Gold, Will Quadflieg), „Troilus und Cressida“ (Elriede Kuzmany, Heinrich Schweiger), „Die Räuber“ (Rolf Henniger, Ernst Ginsberg), „Maria Stuart“ (Maria Becker, Joana Maria Gorvin), „Wallensteins Tod“ (Hermine Körner, Werner Krauss), „Penthesilea“ (Maria Becker, Sebastian Fischer), „Amphitryon“ (Elfriede Kuzmany, Will Quadflieg). „Prinz Friedrich von Homburg“ (Lieselotte Rau, Käthe Haack, Thomas Holtzmann, Mathias Wieman) und „Das Käthchen von Heilbronn“ (Ingrid Andree, Erich Schellow).

    Lyrik-Rezitationen mit Maria Becker, Anna Dammann, Käthe Gold, Joana Maria Gorvin, Marianne Hoppe, Gerrud Kückelmann, Hansjörg Felmy, Walter Franck, Ernst Ginsberg, O. E. Hasse, Rolf Henniger, Werner Hinz, Thomas Holtzmann, Klaus Kinski, Peter Lühr, Erich Ponto, Will Quadflieg, Heinz Reincke, Siegmar Schneider, Oskar Werner.

    Lesungen von Ingrid Andree („Das Tagebuch der Anne Frank“), Elisabeth Bergner („Fräulein Else“ von Schnitzler), Elisabeth Bergner und O. E. Hasse (G. B. Shaw/Jerome Kilty), Therese Giehse (Brecht und Dürrenmatt), Marianne Hoppe (Bachmann), Hildegard Knef (Cocteau), Ruth Leuwerik („Brief einer Unbekannten“ von Zweig), Grete Mosheim (Cocteau), Erich Ponto (Goethes „Reineke Fuchs“ und Stifters „Bergkristall“), Mathias Wieman (Homers „Odyssee“).

    Portraits der Schauspieler Maria Becker, Elisabeth Flickenschildt, Therese Giehse, Käthe Gold, Maria Wimmer, Ernst Deutsch, O. E. Hasse, Will Quadflieg, Oskar Werner.

    Überragend auch der Katalog an Aufnahmen der 'Literarischen Kleinkunst' (eine Theater-Spezies, die auszusterben scheint).



    Zwei österreichische Schallplattenfirmen - 'amadeo' (Label „Literatur“) und 'Preiser' – waren mit ebenfalls hochkarätigen Aufnahmen auf dem Markt vertreten:


    „Literatur“ (von 'amadeo') / Portraits beispielsweise von Vilma Degischer, Käthe Gold, Inge Konradi, Johanna Matz, Susi Nicoletti, Paula Wessely, Raoul Aslan, Ewald Balser, Heinz Conrads, Boy Gobert, Michael Heltau, Attila Hörbiger, KlausKinski, Werner Krauss, Josef Meinrad, Hans Moser, Albin Skoda, Hermann Thimig, Gert Voss und Oskar Werner (mit Irmgard Seefried); einige dieser LPs wurden später auf CD wieder aufgelegt.

    Komplett gab es zwei Nestroy-Stücke mit der Crème der österreichischen Schauspieler: „Lumpazivagabundus“ und „Zu ebener Erde und erster Stock“. Auch Raimund fehlte nicht: „Der Bauer als Millionär“ und „Der Verschwender“ (letzteres sogar mit Walter Berry). Der Mitschnitt der Wiedereröffnungs-Vorstellung des Wiener Burgtheaters mit Grillparzers „König Ottokars Glück und Ende“ (16. 10. 1955) erschien bei 'amadeo' und auch seine „Medea“ (Martha Wallner, Sonja Sutter, Fred Liewehr, Heinz Moog). In einer Schallplattenfassung gab es auch Schnitzlers „Liebelei“ (Inge Konradi, Hans Moser, Hans Jaray).


    'Preiser' / Auch hier waren die Stimmen bekannter Schauspieler in Lesungen und Theaterszenen zu hören: Elfriede Ott, Annie Rosar, Paula Wessely, Karl Farkas, O. W. Fischer, Boy Gobert, Michael Heltau, Attila Hörbiger, Paul Hoffmann, Walter Kohut, Fritz Kortner, Fritz Muliar, Helmut Qualtinger, Heinz Reincke, Leopold Rudolf, Otto Schenk, Albin Skoda, Kurt Sowinetz, Ernst Waldbrunn u. a.

    Legendär sind die 'Preiser'-Aufnahmen der Nestroy-Stücke „Der Talisman“ (Elfriede Ott, Alma Seidler, Hilde Sochor, Peter Weck, Franz Muxeneder, Guido Wieland) und „Frühere Verhältnisse“ (Hedi Marek, Bibiane Zeller, Helmut Qualtinger, Otto Tausig), von Schnitzlers „Reigen“ (Blanche Aubry, Christiane Hörbiger, Elfriede Ott, Hans Jaray, Helmuth Lohner, Helmut Qualtinger, Peter Weck) und von Hugo von Hofmannsthals „Der Rosenkavalier“ (Käthe Gold, Aglaja Schmid, Albert Rueprecht, Helmut Qualtinger und Hermann Thimig).



    In der BRD beteiligte sich die 'Teldec' mit eigenen Aufnahmen in ihrer Serie „Wort und Stimme“:


    „Wort und Stimme“ (von 'Telefunken' und 'Decca') / Akustische Schauspieler-Portraits von z. B. Gisela von Collande, Joana Maria Gorvin, Hermine Körner, Hilde Krahl, Paula Wessely, Albert Bassermann, Rudolf Forster, Walter Franck, Heinrich George, Attila Hörbiger, Klaus Kammer, Werner Krauss, Theo Lingen und Paul Wegener.

    Werke der Weltliteratur wurden gesprochen von Ehmi Bessel, Tilla Durieux, Joana Maria Gorvin, Marianne Hoppe, Hildegard Knef, Johanna von Koczian, Gertrud Kückelmann, Gisela Peltzer, Hannelore Schroth, Ernst Deutsch, Walter Franck, Helmut Griem, Paul Hartmann, O. E. Hasse, Martin Held, Werner Hinz, Klaus Kammer, Werner Krauss, Theo Lingen Günther Lüders, Fritz Muliar, Will Quadflieg, Heinz Reincke, Siegmar Schneider, Albin Skoda, Walter Slezak, Oskar Werner und Mathias Wieman.

    Es gab Gesamtaufnahmen von Schillers „Don Carlos“ (Schiller-Theater Berlin – siehe den „Tamino“-Schauspielführer) und Sternheims „Die Hose“ (Cornelia Froboess, Carla Hagen, Martin Held, Victor de Kowa, Hans Clarin und Friedrich Maurer).

    Die Serie „Schall & Rauch“ brachte zahlreiche Beispiele der Kleinkunst: Bestseller waren Platten wie „Seitensprünge nach Noten 1 und 2“ (Schauspieler singen Chansons) und „Ganz Paris steht unter Wasser“ (Theater-Parodien von Max Reinhardt).



    Das Angebot von 'Electrola' mit dem Label „Electrola Wort“ war klein, aber fein und brachte die Stimmen folgender Schauspieler zu Gehör:


    „Wort“ (von 'Electrola') / z. B. René Deltgen (Klabund, Villon), Gustaf Gründgens (Goethe), Günther Lüders (Ringelnatz), Hannes Messemer (Tucholsky), Bernhard Minetti (Lessing), Richard Münch (Die Offenbarung des Johannes, Ringelnatz), Erich Ponto (Wilhelm Busch), Hans Söhnker (Kästner), Mathias Wieman (Goethe), Valerie von Martens und Curt Goetz (Goetz) und - als Übernahme von 'Preiser' – Annie Rosar (Aischylos), Helmut Qualtinger (Karl Kraus) und Vilma Degischer mit Heinrich Schnitzler (Arthur Schnitzler) sowie Anthologien von Johann Wolfgang von Goethe (Ella Büchi. Ullrich Haupt, Hannes Messemer, Richard Münch und Mathias Wieman), Fritz Grasshoff (Mady Rahl, René Deltgen, Gustav Knuth, Hannes Messsemer, Wolfgang Preiss und Wolfgang Neuss), Heinrich Heine (Hannelore Schroth, Richard Münch) und Erich Kästner (Brigitte Grothum, Mady Rahl, Hannes Messsemer und Richard Münch).



    'Bertelsmann' war mit der Marke „Athena“ vertreten; ein Teil der Aufnahmen wurde später von der firmeneigenen 'eurodisc' wieder veröffentlicht.


    „Athena“ (von 'Bertelsmann'): Es gab hier zwei extra für die Schallplatte eingespielte Lustspiel-Aufnahmen: Lessings „Minna von Barnhelm“ (Liselotte Pulver, Karin Schlemmer, Gert Westphal, Günther Lüders, Charles Regnier) und Kleists „Der zerbrochene Krug“ (Lina Carstens, Eva-Ingeborg Scholz, Roma Bahn, Walter Richter, Günther Lüders, Adolf Dell, Kurt Ehrhardt - siehe den „Tamino“-Schauspielführer). Goethes „Faust I“ in der WDR-Produktion des Jahres 1953 (Antje Weisgerber, Fita Benkhoff, Horst Caspar und Erich Ponto) wurde ebenfalls von 'Bertelsmann' herausgegeben.

    Ferner im Katalog: Ausschnitte aus den „Buddenbrooks“ von Thomas Mann (Cornell Borchers, Werner Hinz, Günther Lüders, Jan Hendriks, Alfred Balthoff) und aus den Burgtheater-Verfilmungen von „Maria Stuart“, „Götz von Berlichingen“ und „Wilhelm Tell“ (siehe die entsprechenden Beiträge im „Tamino“-Schauspielführer) sowie Lesungen mit Marianne Hoppe, Gertrud Kückelmann, Ewald Balser, Ernst Deutsch, Günther Lüders, Erich Ponto, Gert Westphal und Mathias Wieman .



    Der Schallplattenclub 'Concert Hall' nahm „Faust I“ (Sonja Sutter, Susi Nicoletti, Will Quadflieg, Heinz Moog, Wolfgang Stendar, Theo Lingen) und „Nathan der Weise“ (Christiane Hörbiger, Susi Nicoletti, Will Quadflieg, Heinz Woester, Theo Lingen) auf, sowie Prosa mit Maria Becker und Will Quadflieg. Im 'Europäischen Phonoklub' erschien eine Kurzfassung von Nestroys „Einen Jux will er sich machen“ (Inge Konradi, Adrienne Gessner, Dagny Servaes, Josef Meinrad, Richard Eybner, Hans Thimig).



    Auch der 'VEB Deutsche Schallplatten' hat mit dem Label „Litera“ etliche Aufnahmen von Bühnenstücken – sowohl Klassiker als auch Werke des zeitgenössischen Theaters – herausgebracht. Ein vollständiger Katalog ist unter www.liedderzeit.de/Platten/LP im Internet abrufbar.



    Das Aufkommen der Videorecorder zum privaten Gebrauch in der Mitte der 70er Jahre ließ die Produktion von Sprachschallplatten nach und nach auslaufen, denn nun hatte man zum gesprochenen Wort auch das entsprechende Bild. Erst mit der Entwicklung der Compact Disc ab der Mitte der 80er Jahre kamen Sprachaufnahmen wegen der längeren Spieldauer und der einfachen Handhabung des neuen Speichermediums wieder in Mode. Doch die Möglichkeit, die künstlerisch wertvollen Aufnahmen der 50er bis 70er Jahre wieder einem breiten Publikum erfahrbar zu machen, wird leider kaum genutzt, da die oben genannten Schallplattenfirmen heute in internationalen Medienverbänden integriert sind und von dieser Seite auch wenig Interesse an deutschsprachigen Produktionen vorhanden ist (sofern es sich nicht um Gesangsaufnahmen handelt). Das ist alles sehr, sehr schade...



    Carlo,

    Hallo, 'greghauser2002'!


    Nach meinen Unterlagen war Franco Bonisolli als "Werther" ab dem 1. November 1974 in Marseille (mit Elena Obraztsova) verpflichtet und am 14. und 16. Februar 1975 in Nizza (mit Régine Crespin); Rezensionen zu diesen Vorstellungen habe ich aber nicht.


    Weitere Auftritte Bonisollis in Frankreich (im fraglichen Zeitraum) waren angekündigt für den 8., 10., 15. und 17. März 1974 in Toulouse in "Manon"; für den 22. und 24. März 1974 in Nizza im "Faust" und ab dem 17. Februar 1975 in Toulouse ebenfalls im "Faust", wohlgemerkt einen Tag nach dem "Werther" in Nizza. Zu den Vorstellungen in Toulouse ("Manon" und "Faust") habe ich Kritiken vorliegen.


    Carlo

    Ich habe am 31. August in den obigen Beitrag nachträglich noch einige Namen von Sängerkollegen Marianne Schechs eingefügt, die zwar überwiegend heute vergessen sind, aber in ihrer Zeit durchaus zu den Bekannten ihres Metiers zählten. Wie im Allgemeinen nimmt die 'Erinnerungskultur' auch bei „Tamino“ immer mehr ab, vor allem, was Sängerinnen und Sänger anbelangt. Nur die 'angesagten' Künstler scheinen interessant zu sein...


    In der Rückschau wird Marianne Schech stets auf das Wagner- und Strauss-Repertoire festgelegt. In München sang sie aber auch in den dortigen Erstaufführungen der Bayerischen Staatsoper von Janáceks „Katja Kabanova“, Hindemiths „Mathis der Maler“, Honeggers „Johanna auf dem Scheiterhaufen“ und in der szenischen Uraufführung von Tomasis „Don Juan de Manara“. Im Rundfunk ist sie u. a. mit Brittens „Albert Herring“, Egks „Irische Legende“, Hindemiths Zweitfassung von „Cardillac“ und Shostakovichs „Lady Macbeth von Mzensk“ dokumentiert.


    Nachfolgend gebe ich einige Beispiele von Marianne Schechs Auftritten in München, Rio de Janeiro, London und Wien.


    Bayerische Staatsoper München (Prinzregententheater):


    „Katja Kabanova“ (Leos Janácek): (Katja) mit Irmgard Barth (Marfa), Katja Sabo (Barbara), Franz Klarwein (Boris), Karl Schmidt (Dikoj), Walter Carnuth (Tichon), Paul Kuen (Wanja) u. a. / Dirigent: Hans-Georg Ratjen (Premiere am 11. 10. 1947).


    „Mathis der Maler“ (Paul Hindemith): (Ursula) mit Gerda Sommerschuh (Regina), Irmgard Barth (Gräfin Helfenstein), Hans Reinmar (Mathis), Franz Klarwein (Albrecht von Branenburg), Benno Kusche (Lorenz von Pommersfelden), Paul Kuen (Wolfgang Capito), Frederick Dalberg (Riedinger), Lorenz Fehenberger (Hans Schwab) u. a. / Dirigent: Georg Solti (Premiere am 13. 3. 1948).


    „Johanna auf dem Scheiterhaufen“ (Arthur Honegger): (Stimme der heiligen Jungfrau) mit Anna Dammann (Johanna), Elisabeth Lindermeier (Stimme der heiligen Margarete), Hertha Töpper (Stimme der heiligen Katharina), Hans Baur (Bruder Dominik), August Seider (Porcus), Paul Kuen (Schreiber), Franz Klarwein (Zeremonienmeister) u. a. / Dirigent: Rudolf Kempe (Premiere am 22. 1. 1953).


    „Die tote Stadt“ (Erich Wolfgang Korngold): (Marietta/Marie) mit Irmgard Barth (Brigitta), Gerda Sommerschuh (Juliette), Elisabeth Lindermeier (Lucienne), Hans Hopf (Paul), Marcel Cordes (Frank/Pierrot), Adolf Keil (Fritz), Walther Mattes (Gaston), Franz Klarwein (Victorin) und Walther Carnuth (Graf Albert) / Dirigent: Robert Heger (Premiere am 12. 5. 1955). Korngold war während der vierwöchigen Proben anwesend und lieferte sich mit dem Regisseur Otto Ehrhardt temperamentvolle Auseinandersetzungen.



    Rio de Janeiro (Teatro Municipal) – 'Deutsche Saison' im Herbst 1952 – alle Aufführungen wurden dirigiert von Karl Elmendorff:


    „Fidelio“ (Ludwig van Beethoven): (Leonore) mit Käthe Nentwig (Marzelline), Rudolf Lustig und August Seider (Florestan), Otakar Kraus und Alexander Welitsch (Don Pizarro), Walter Hagner und Arnold van Mill (Rocco), Karl Krollmann (Jaquino).


    „Der fliegende Holländer“ (Richard Wagner): (Senta) mit Rudolf Lustig (Erik), Alexander Welitsch (Holländer), Arnold van Mill und Walter Hagner (Daland), Karl Krollmann (Steuermann).


    „Tristan und Isolde“ (Richard Wagner): (Isolde) mit Carin Carlsson (Brangäne), August Seider (Tristan), Alexander Welitsch (Kurwenal), Arnold van Mill (Marke), Otakar Kraus (Melot).



    Royal Opera House, Covent Garden, London - alle Aufführungen wurden dirigiert von Rudolf Kempe:


    „Tannhäuser“ (Richard Wagner): (Venus, alternierend mit Maria von Ilosvay); ferner Sylvia Fisher und Una Hale (Elisabeth), Wilhelm Ernest (Tannhäuser), Jess Walters (Wolfram), Frederick Dalberg und Michael Langdon (Landgraf) (Saison 1955/1956) In englischer Sprache!


    „Die Walküre“ (Richard Wagner): (Sieglinde, alternierend mit Sylvia Fisher); ferner Birgit Nilsson und Sylvia Fisher (Brünnhilde), Georgine von Milinkovic (Fricka), Ramón Vinay (Siegmund), Hans Hotter (Wotan) und Frederick Dalberg (Hunding) (Saison 1957/1958).


    „Elektra“ (Richard Strauss): (Chrysothemis, alternierend mit Hedwig Müller-Bütow); ferner Gerda Lammers (Elektra), Georgine von Milinkovic (Klytämnestra), Otakar Kraus (Orest) und Edgar Evans (Ägisth) (Saison 1957/1958).



    Wiener Staatsoper


    „Tannhäuser“ (Richard Wagner): (Venus) mit Leonie Rysanek (Elisabeth), Karl Liebl (Tannhäuser), Josef Metternich (Wolfram von Eschenbach), Gottlob Frick (Landgraf Hermann), Julius Patzak (Walther von der Vogelweide) / Dirigent: Rudolf Moralt (30. 1. 1958).


    „Siegfried“ (Richard Wagner): (Brünnhilde) mit Jean Madeira (Erda), Wilma Lipp (Waldvogel), Wolfgang Windgassen (Siegfried), Peter Klein (Mime), Hans Hotter (Wanderer), Gustav Neidlinger (Alberich), Gottlob Frick (Fafner) / Dirigent: Herbert von Karajan (15. 10. 1958).


    „Der Rosenkavalier“ (Richard Strauss): (Feldmarschallin) mit Christa Ludwig (Octavian), Wilma Lipp (Sophie), Judith Hellwig (Leitmetzerin), Hilde Rössel-Majdan (Annina), Oskar Czerwenka (Baron Ochs), Erich Kunz (Faninal), László Szemere (Valzacchi), Murray Dickie (Sänger) / Dirigent: Karl Böhm (7. 1. 1962).


    „Die Walküre“ (Richard Wagner): (Brünnhilde) mit Régine Crespin (Sieglinde), Hilde Rössel-Majdan (Fricka), Hans Beirer (Siegmund), Otto Edelmann (Wotan), Mino Yahia (Hunding) / Dirigent: Heinrich Hollreiser (11. 2. 1962)

    dto.; (Brünnhilde) mit Gré Brouwenstijn (Sieglinde), Ira Malaniuk (Fricka), Jon Vickers (Siegmund), Otto Edelmann (Wotan), Ludwig Welter (Hunding) / Dirigent: Heinz Wallberg (16. 4. 1962).


    In einer Woche beginne ich mit der Auflistung von Marianne Schechs Tondokumenten.


    Carlo

    Nachtrag


    Auch das gab es im Fernsehen:


    Emilia Galotti – Sunnyi Melles / Odoardo und Claudia Galotti, Eltern der Emilia – Rolf Boysen und Doris Schade / Hettore Gonzaga, Prinz von Guastalla – Michael König / Marchese Marinelli, Kammerherr des Prinzen – Edgar Selge / Camillo Rota, einer von des Prinzen Räten – Otto Kurth / Conti, ein Maler – Jörg Hube / Graf Appiani – Rainer Goernemann / Gräfin Orsina – Margit Carstensen / Angelo, ein Bravo – Peter Herzog / Pirro, Diener im Hause Galotti – Karl Renar / Battista, Marinellis Bedienter – Fred Klaus / Ein Kammerdiener – Willy Berling / Eine Aufführung der Münchner Kammerspiele / Bühnenbild und Kostüme: Jürgen Rose / Inszenierung: Thomas Langhoff (ZDF Zweites Deutsches Fernsehen, 20. 11. 1984). Willy Berling war in jüngeren Jahren ein Opernsänger (Bariton), der beim Bayerischen Rundfunk zahlreiche Aufnahmen gemacht hat.

    „Egmont“ von Johann Wolfgang von Goethe



    Das gibt es auf Schallplatten bzw. CDs:


    Margarete von Parma, Regentin der Niederlande – Elisabeth Flickenschildt / Graf Egmont, Prinz von Gaure – Will Quadflieg / Wilhelm von Oranien – Ewald Balser / Der Herzog von Alba – Walter Franck / Ferdinand, sein natürlicher Sohn – Walther Reyer / Machiavell, im Dienste der Regentin – Alfred Neugebauer / Richard, Egmonts Geheimschreiber – Helmut Janatsch / Silva und Gomez, unter Alba dienend – Otto Schmöle und Guido Wieland / Klärchen, Egmonts Geliebte – Inge Konradi / Ihre Mutter – Adrienne Gessner / Brackenburg, ein Bürgerssohn – Kurt Meisel / Bürger von Brüssel: Soest – Hugo Lindinger, Jetter – Bruno Hübner, Zimmermann – Theodor Grieg, Seifensieder – Viktor Braun / Buyck, Soldat unter Egmont – Wolfgang Hebenstreith / Ruysum, ein Invalide – Peter Stanchina / Vansen, ein Schreiber – Ernst Ginsberg / Eine Aufführung der Salzburger Festspiele 1956 / Musik: Ludwig van Beethoven / Das Mozarteum-Orchester Salzburg / Dirigent: Ernst Märzendorfer / Inszenierung: Ernst Lothar (Salzburg, Landestheater). Der Premieren-Mitschnitt vom 8. 8. 1956 erschien 1992 auf zwei CDs bei 'amadeo' (437 482-2) in Österreich.


    Margarete von Parma, Regentin der Niederlande – Ingeborg Ottmann / Graf Egmont, Prinz von Gaure – Wilfried Ortmann / Wilhelm von Oranien – Horst Schulze / Der Herzog von Alba – Wolf Kaiser / Ferdinand, sein natürlicher Sohn – Klaus Piontek / Machiavell, im Dienste der Regentin – Norbert Christian / Richard, Egmonts Geheimschreiber – Dieter Bisetzki / Silva und Gomez, unter Alba dienend – Hans Joachim Hanisch und Horst Preusker / Klärchen, Egmonts Geliebte – Ursula Figelius / Ihre Mutter – Friedel Nowack / Brackenburg, ein Bürgerssohn – Wolf-Dieter Panse / Bürger von Brüssel: Soest – Heinz Werner Pätzold, Jetter – Walter Lendrich, Zimmermann – Albert Hetterle, Seifensieder – Willi Narloch / Buyck, Soldat unter Egmont – Rudolf Christoph / Ruysum, ein Invalide – Friedrich Hofbauer / Vansen, ein Schreiber – Gerry Wolff / Musik: Ludwig van Beethoven / Das Gewandhausorchester Leipzig / Dirigent: Rolf Reuter / Bearbeitung: Siegfried Seidel und Dietrich Liebscher / Regie: Renate Thormelen. Veröffentlicht 1963 auf vier LPs beim 'VEB Deutsche Schallplatten' ('Litera' 860 027/30) und auch enthalten in der CD-Box „Johann Wolfgang von Goethe: Werke“ von 'Random House Audio' (2011, 40 CDs).



    Das gab es im Rundfunk:


    Bereits 1926 wurde in der Berliner 'Funk-Stunde' eine gekürzte Hörspiel-Fassung des „Egmont“ gesendet, die sich leider nicht erhalten hat. Unter den Mitwirkenden waren mehrere Legenden der deutschen Theatergeschichte: Agnes Straub (Margarete von Parma), Lucie Mannheim (Klärchen), Ilka Grüning (die Schauspiellehrerin Inge Meysels als Klärchens Mutter), Carl Ebert (der spätere Opernregisseur und Intendant der Städtischen Oper Berlin als Egmont), Theodor Loos (als Wilhelm von Oranien), Werner Krauss (als Herzog von Alba), Paul Bildt (als Machiavell), Walter Franck (als Vansen) und Bruno Fritz (als Buyck). Die Regie hatte Alfred Braun und Beethovens Schauspielmusik wurde von Bruno Seidler-Winkler dirigiert. Schall und Rauch...


    Am 12. 9. 1949 sendete der Hessische Rundfunk in Frankfurt eine Hörspielfassung des Dramas in der Funkbearbeitung und -regie von Theodor Steiner. Die genaue Rollenverteilung ist nicht mehr feststellbar: es sprachen u. a.: Sophie Cossaeus, Fränze Roloff, Eva Katharina Schultz, Georg Aufenanger, Danielo Devaux, Lars Doddenhof, Herbert Ebelt, Kurt Glass, Hans Kettler, Max Noack, Fritz Saalfeld und Joost Siedhoff. Die Aufnahme kann bei der 'hr-media' im Internet herunter geladen werden.


    Margarete von Parma, Regentin der Niederlande – Rita Mösch / Graf Egmont, Prinz von Gaure – Hans-Peter Thielen / Wilhelm von Oranien – Manfred Leber / Der Herzog von Alba – Willy A. Kleinau / Ferdinand, sein natürlicher Sohn – Edwin Dorner / Machiavell, im Dienste der Regentin – Friedrich Richter / Richard, Egmonts Geheimschreiber – Thankmar Herzig / Silva und Gomez, unter Alba dienend – Robert Neugebauer und Werner Tronjeck / Klärchen, Egmonts Geliebte – Antje Ruge / Ihre Mutter – Annemarie Hentschel / Brackenburg, ein Bürgerssohn – Martin Flörchinger / Bürger von Brüssel: Soest – Hermann Wagemann, Jetter – Paul Joachim Schneider, Zimmermann – Fritz Werth, Seifensieder – Alfred Otto / Buyck, Soldat unter Egmont – Heinz-Werner Pätzold / Ruysum, ein Invalide – Carl de Giorgi / Vansen, ein Schreiber – Peter Dornseif / Musik: Curt Beilschmidt / Funkbearbeitung: Gerhard W. Menzel / Funkregie: Kurt Jung-Alsen (Mitteldeutscher Rundfunk Leipzig. Erstsendung am 17. 12. 1951).


    Margarete von Parma, Regentin der Niederlande – Lola Müthel / Graf Egmont, Prinz von Gaure – Max Eckard / Wilhelm von Oranien – Wolfgang Lukschy / Der Herzog von Alba – Walter Richter / Ferdinand, sein natürlicher Sohn – Claus Biederstaedt / Machiavell, im Dienste der Regentin – Kurt Horwitz / Richard, Egmonts Geheimschreiber – Robert Graf / Silva und Gomez, unter Alba dienend – Harald Mannl und Otto Arneth / Klärchen, Egmonts Geliebte – Christa Berndl / Ihre Mutter – Edith Schultze-Westrum / Brackenburg, ein Bürgerssohn – Gerd Eichen / Bürger von Brüssel: Soest – Joseph Offenbach, Jetter – Hans Hermann Schaufuß / Zimmermann – Rudolf Rhomberg, Seifensieder – Klaus W. Krause / Buyck, Soldat unter Egmont – Hans Baur / Vansen, ein Schreiber – Ernst Ginsberg u. a. / Funkbearbeitung: Leopold Ahlsen / Funkregie: Heinz-Günter Stamm (Bayerischer Rundfunk, Erstsendung am 1. 1. 1957, Wiederholung am 12. 3. 1957).


    Margarete von Parma, Regentin der Niederlande – Gisela May / Graf Egmont, Prinz von Gaure – Dietrich Körner / Wilhelm von Oranien – Horst Preusker / Der Herzog von Alba – Herwart Grosse / Ferdinand, sein natürlicher Sohn – Arno Wyzniewski / Machiavell, im Dienste der Regentin – Otto Dierichs / Richard, Egmonts Geheimschreiber – Gerd Biewer / Silva und Gomez, unter Alba dienend – Fritz Decho und Eugen Schaub / Klärchen, Egmonts Geliebte – Ruth Maria Kemper / Ihre Mutter – Mathilde Danegger / Brackenburg, ein Bürgerssohn – Claus Jurichs / Bürger von Brüssel: Soest – Walter Lendrich, Jetter – Werner Dissel, Zimmermann – Günther Haack, Seifensieder – Hans-Joachim Hanisch / Buyck, Soldat unter Egmont – Erik S. Klein / Ruysum, ein Invalide – Otte Erich Edenharter / Vansen, ein Schreiber – Hans-Peter Minetti / Funkbearbeitung: Wolfgang Beck / Funkregie: Erich Alexander Winds (Der Rundfunk der DDR, Erstsendung am 15. 4. 1963).



    Das gab es im Fernsehen:


    Margarete von Parma, Regentin der Niederlande – Liselotte Rollberg / Graf Egmont, Prinz von Gaure – Robert Trösch / Wilhelm von Oranien – Hermann Kiessner / Der Herzog von Alba – Kurt Steingraf / Ferdinand, sein natürlicher Sohn – Klaus Gendries / Machiavell, im Dienste der Regentin – Kunibert Gensichen / Richard, Egmonts Geheimschreiber – Benno Bentzin / Silva und Gomez, unter Alba dienend – Fred Ludwig und Horst Schäfer / Klärchen, Egmonts Geliebte – Felicitas Wenck / Ihre Mutter – Mathilde Danegger / Brackenburg, ein Bürgerssohn – Hans-Peter Minetti / Bürger von Brüssel: Soest – Josef van Santen, Jetter – Hans Ulrich, Zimmermann – Wolfgang E. Parge / Seifensieder – Kurt Arndt / Buyck, Soldat unter Egmont – Heinz Gies / Ruysum, ein Invalide – Horst Friedrich / Vansen, ein Schreiber – Walter Jupé u. a. / Musik: Ludwig van Beethoven / Szenenbild: Paul Pilowski / Kostüme: Ursula Witzleb / Fernsehbearbeitung: Günter Kaltofen / Fernsehregie: Erich Alexander Winds (Deutscher Fernsehfunk, Erstsendung am 8. 3. 1957).


    Margarete von Parma, Regentin der Niederlande – Ursula Burg / Graf Egmont, Prinz von Gaure – Otto Mellies / Wilhelm von Oranien – Wilhelm Koch-Hooge / Der Herzog von Alba – Herwart Grosse / Ferdinand, sein natürlicher Sohn – Arno Wyzniewski / Machiavell, im Dienste der Regentin – Heinz Schröder / Richard, Egmonts Geheimschreiber – Dieter Bisetzki / Silva und Gomez, unter Alba dienend – Fred Ludwig und Johannes Siegert / Klärchen, Egmonts Geliebte – Barbara Dittus / Ihre Mutter – Maria Rouvel / Brackenburg, ein Bürgerssohn – Gerhard Friedrich / Bürger von Brüssel: Soest – Walter Richter-Reinick, Jetter – Walter Lendrich, Zimmermann – Herbert Malsbaender, Seifensieder – Hans Fiebrandt / Buyck, Soldat unter Egmont – Jochen Sehrndt / Ruysum, ein Invalide – Otto Krone / Vansen, ein Schreiber – Helmut Müller-Lankow / Szenenbild: Heinz Zeise / Kostüme: Joachim Voeltzke / Fernsehregie: Wolfgang Luderer (Deutscher Fernsehfunk, Erstsendung am 5. 2. 1961).


    Margarete von Parma, Regentin der Niederlande – Lola Müthel / Graf Egmont, Prinz von Gaure – Max Eckard / Wilhelm von Oranien – Wolfgang Büttner / Der Herzog von Alba – Paul Verhoeven / Ferdinand, sein natürlicher Sohn – Rolf Becker / Machiavell, im Dienste der Regenin – Peter Capell / Richard, Egmonts Geheimschreiber – Jürgen Cziesla / Silva und Gomez, unter Alba dienend – Gerhard Geisler und Alf Reigl / Klärchen, Egmonts Geliebte – Irene Marhold / Ihre Mutter – Alma Seidler / Brackenburg, ein Bürgerssohn – Wolfgang Weiser / Bürger von Brüssel: Soest – Walter Pott, Jetter – Hans Ulrich, Zimmermann – Rudolf Krieg, Seifensieder – Karl-Heinz Peters / Buyck, Soldat unter Egmont – Richard Haller / Ruysum, ein Invalide – Georg Lehn / Vansen, ein Schreiber – Kurt Beck / Szenenbild: Rudolf Küfner / Fernsehregie: Reinhart Spörri (ARD/Hessischer Rundfunk, Erstsendung am 17. 6. 1962 mit gleichzeitiger Sendung im ORF und im SF DRS). In der BRD beging man am 17. Juni den 'Tag der deutschen Einheit' in Erinnerung an den Volksaufstand in der DDR 1953.


    Margarete von Parma, Regentin der Niederlande – Alice Treff / Graf Egmont, Prinz von Gaure – Walther Reyer / Wilhelm von Oranien – Hans Häckermann / Der Herzog von Alba – Bernhard Minetti / Ferdinand, sein natürlicher Sohnn – Reent Reins / Machiavell, im Dienste der Regentin – Jörg Liebenfels / Richard, Egmonts Geheimschreiber – Gerhard Friedrich / Silva und Gomez, unter Alba dienend – Anton Duschek und Hans Irle / Klärchen, Egmonts Geliebte – Ruth Niehaus / Ihre Mutter – Ellen Waldeck / Brackenburg, ein Bürgerssohn – Charles Brauer / Bürger von Brüssel: Soest – Fritz Holzer, Jetter – Walter Fein, Zimmermann – Karl Merkatz, Seifensieder – Hans Ulrich / Buyck, Soldat unter Egmont – Fritz Grieb / Ruysum, ein Invalide – Eduard Marks / Vansen, ein Schreiber – Adolph Hansen / Eine Aufführung des Deutschen Schauspielhauses Hamburg / Bühnenbild: Teo Otto / Inszenierung: Oscar Fritz Schuh (ZDF Zweites Deutsches Fernsehen, Erstsendung am 3. 12. 1967).


    Margarete von Parma, Regentin der Niederlande – Lissy Tempelhof / Graf Egmont, Prinz von Gaure – Horst Drinda / Wilhelm von Oranien – Friedo Solter / Der Herzog von Alba – Norbert Christian / Machiavell, im Dienste der Regentin – Winfried Wagner / Silva und Gomez, unter Alba dienend – Helmut Straßburger und Giso Weißbach / Klärchen, Egmonts Geliebte – Regina Beyer / Ihre Mutter – Helga Raumer / Brackenburg, ein Bürgerssohn – Thomas Langhoff / Bürger von Brüssel: Soest – Gerhard Lau, Jetter – Walter Jupé, Zimmermann – Hans Teuscher, Seifensieder – Helmut Schellhardt / Buyck, Soldat unter Egmont – Roland Knappe / Ruysum, ein Invalide – Fritz Links / Vansen, ein Schreiber – Dietrich Körner u. a. / Musik: Ruth Zechlin / Szenenbild: Helmut Korn / Kostüme: Eva Sickert / Fernsehbearbeitung: Klaus Helbig / Fernsehregie: Helmut Schiemann (Fernsehen der DDR, Erstsendung am 28. 8. 1974). Die Rollen des 'Ferdinand' und des 'Richard' wurden gestrichen.


    Margarete von Parma, Regentin der Niederlande – Anouk Ferjac / Graf Egmont, Prinz von Gaure – Manfred Zapatka / Wilhelm von Oranien – Rolf Becker / Der Herzog von Alba – Rolf Boysen / Ferdinand, sein natürlicher Sohn – Christoph Moosbrugger / Machiavell, im Dienste der Regentin – Jacques Francois / Richard, Egmonts Geheimschreiber – Serge-Robert Bedrines / Silva und Gomez, unter Alba dienend – Peter Bongartz und Marc Bober / Klärchen – Catherine Frot / Ihre Mutter – Xenia Pörtner / Brackenburg, ein Bürgerssohn – Jacques Breuer / Bürger von Brüssel: Soest – Peter von Wiese, Jetter – Horst Sachtleben, Zimmermann – Udo Thomer, Seifensieder – Werther van der Sarren / Buyck, Soldat unter Egmont – Luk Perceval / Ruysum,ein Invalide – Bert Champagne / Vansen, ein Schreiber – Lambert Hamel / Musik: Eugen Thomass / Szenenbild: Wolfgang Hundhammer / Kostüme: Monika Bauert / Fernsehbearbeitung: Hans Gottschalk und Franz Peter Wirth / Fernsehregie: Franz Peter Wirth (ARD, Erstsendung am 31. 10. 1982). Die französischen und belgischen Schauspieler wurden deutsch synchronisiert. Es handelt sich um eine Co-Produktion des Bayerischen Rundfunks mit dem NDR, WDR, ORF, SF DRS und dem französischen Fernsehen TF1 (Télévision Francaise 1). Der Fernsehfilm enthält zahlreiche Aussenaufnahmen, die im flandrischen Belgien (Antwerpen, Brügge und Leuven) und in Brüssel gedreht wurden.


    Margarete von Parma, Regentin der Niederlande – Gabriele Heinz / Graf Egmont, Prinz von Gaure – Ulrich Mühe / Wilhelm von Oranien – Dieter Mann / Der Herzog von Alba – Otto Mellies / Ferdinand, sein natürlicher Sohn – Jörg-Theo Zachert / Machiavell, im Dienste der Regentin – Wolf-Dietrich Köllner / Richard, Egmonts Geheimschreiber – Jan Josef Liefers / Silva und Gomez, unter Alba dienend – Christian Stövesand und Erhard Marggraf / Klärchen, Egmonts Geliebte – Ulrike Krumbiegel / Ihre Mutter – Christine Schorn / Brackenburg, ein Bürgerssohn – Michael Schweighöfer / Bürger von Brüssel: Soest – Günter Sonnenberg, Jetter – Fred Düren, Zimmermann – Gerhard Lau, Seifensieder – Horst Ziethen / Buyck, Soldat unter Egmond – Tobias Langhoff / Ruysum, Invalide – Martin Trettau / Vansen, ein Schreiber – Thomas Neumann / Bürger: Hans Bergermann, Lothar Dimke, Peter Dommisch, Sven-Erik Just, Günter Margo und Jörg Theo Vadersen / Eine Aufführung des Deutschen Theaters Berlin / Musik: Uwe Hilprecht / Bühnenbild: Hans-Jürgen Nikulka / Kostüme – Christine Stromberg / Inszenierung: Friedo Solter / Fernsehregie: Margot Thyret (Fernsehen der DDR, Erstsendung am 27. 8. 1989). Im Abspann der Sendung wurde der Schauspieler Jan Josef Liefers bewusst 'ausgespart'!


    Es hat auch Fernseh-Produktionen in französcher Sprache (mit Michel Piccoli / Regie: Jean-Paul Carrère / 1961) und in russisch (mit Gennadi Karnovich-Valua / Regie: Nadezhda Ardi / 1969 – die 'Klärchen-Lieder' sang Galina Vishnevskaya) gegeben.



    Abschließend sei noch auf Ludwig van Beethovens Schauspielmusik zum „Egmont“ hingewiesen. Johann Wolfgang von Goethe sah für einige seiner Dramen (z. B. auch „Faust“) ausdrücklich den Einsatz einer die Handlung begleitenden und illustrierenden Musik vor. Die Direktion des Wiener Burgtheaters beauftragte 1809 Beethoven mit einer entsprechenden Komposition für die Neuinszenierung am 15. 6. 1810. Um diese Musik auch losgelöst von der Bühnenhandlung im Konzertsaal erklingen zu lassen, wurde Egmonts Monolog in der Kerkerszene (mit der Traumerscheinung Klärchens) mit Goethes Einverständnis von Franz Grillparzer zum Melodram 'Süßer Schlaf! Du kommst wie ein reines Glück' bearbeitet.


    Namhafte Schauspieler haben diesen Text auch in Tondokumenten von Beethovens „Egmont“-Musik gesprochen, wie z. B.:


    Matthias Brandt (Olga Bezsmertna, Beethoven-Orchester Bonn, Dirk Kaftan) 'Dabringhaus + Grimm'

    Ernst Busch (Berliner Rundfunk-Sinfonie-Orchester, Artur Rother) 'Eterna'

    Herbert Föttinger (Bernarda Bobro, Orchester Wiener Akademie, Martin Haselböck) 'Alpha'

    Bruno Ganz (Cheryl Studer, Berliner Philharmoniker, Claudio Abbado) 'Deutsche Grammophon Gesellschaft'

    Fred Liewehr (Magda László, Orchester der Wiener Staatsoper, Hermann Scherchen) 'Westminster'

    John Malkovich (engl.) (Bernarda Bobro, Orchester Wiener Akademie, Martin Haselböck) 'Alpha'

    Tobias Moretti (Maria Bengtsson, ORF Radio-Symphonieorchester Wien, Bertrand de Billy) 'Oehms'

    Peter Mosbacher (Friederike Sailer, Symphonie-Orchester des Südwestfunks Baden-Baden, Edouard van Remoortel) 'Vox'

    Wilfried Ortmann (Christa Maria Ziese, Gewandhausorchester Leipzig, Rolf Reuter) 'Eterna'

    Christian Quadflieg (Simone Kermes, Göttinger Symphonie-Orchester, Christoph-Matthias Mueller) 'RCA Victor'

    Will Quadflieg (Silvia McNair, New York Philharmonic, Kurt Masur) 'Teldec'

    Walther Reyer (Netania Davrath, Utah Symphony Orchestra, Maurice Abravanel) 'Vanguard'

    Erich Schellow (Gundula Janowitz, Berliner Philharmoniker, Herbert von Karajan) 'Deutsche Grammophon Gesellschaft'

    Horst Schulze (Elisabeth Breul, Staatskapelle Berlin, Heinz Bongartz) 'Eterna'

    Mikhail Tsariov (russ.) (Galina Vishnevskaya, Orchester des Bolshoi-Theaters Moskau, Boris Khaikin) 'Melodiia'

    Ulrich Tukur (Ruth Ziesak, Philharmonisches Staatsorchester Hamburg, Gerd Albrecht) 'Orfeo'

    Klausjürgen Wussow (Pilar Lorengar, Wiener Philharmoniker, George Szell) 'Decca'


    und auch zwei Sänger und ein Dirigent:


    Matti Salminen (Kaisa Ranta, Turku Philharmonic Orchestra, Leif Segerstam) 'Naxos'

    Dirk Schortemeier (Miriam Gauci, Orchestre Philharmonique de la BRT Brüssel, Alexander Rahbari) 'Discover'

    Volker Wangenheim (Agnes Giebel, Orchester der Beethoven-Halle Bonn, Volker Wangenheim) 'Beethoven-Fest Bonn'


    Carlo

    Hallo!


    Diese "Turandot"-Aufführung hat den RT-Anhängern hier im Forum bestimmt nicht 'geschmeckt', so sie die Sendung denn überhaupt gesehen haben.


    Man sollte nicht vergessen, dass derartige 'Open-Air-Inszenierungen' wie auch in Verona oder Bregenz auf die optische Fernwirkung hin konzipiert sind und es in erster Linie um 'Schauwerte' geht. Im Fernsehen verlieren diese vor Ort sicher sehr beeindruckenden Bilder leider viel von ihrer Wirkung und manche - auch mediokre - Details werden am Bildschirm durch die Nahaufnahmen stärker wahrgenommen.


    Neu waren für mich zwei fragwürdige Regie-Einfälle: die 'Wiederauferstehung' Lius und die Ermordung Altoums am Ende der Oper.


    Carlo

    Hallo,


    zum heutigen Geburtstag von Rudolf Schock hat unser Mitglied 'hart' in seinem immer sehr lesenswerten Thread „Der Musiker Gräber“ (Beitrag Nr. 778) ein sehr ausführliches Lebensbild des Sängers verfasst: 'Wie er wurde, was er war'.


    Carlo

    Lieber Gregor,


    etliche Forenmitglieder, die etwas zu Teresa Żylis-Gara (womöglich aus eigenem Erleben) sagen könnten, haben sich aktiv vom Forum verabschiedet und den übrigen ist die Sängerin wahrscheinlich schon zu 'historisch'. Der Opern- und Gesangssektor bei „Tamino“ leidet schon seit geraumer Zeit an Auszehrung!


    Hier ist der zweite Teil mit Aufnahmen von Teresa Żylis-Gara im Genre der geistlichen und konzertanten Musik, die ich aber (leider) nicht habe:


    „Matthäus-Passion, BWV 244“ (Johann Sebastian Bach): Peter Schreier (Evangelist und Tenor-Arien), Hermann Prey (Jesus), Teresa Żylis-Gara (Sopran-Arien), Margarita Lilowa (Alt-Arien), Max van Egmond (Bass-Arien), Robert Amis El Hage(Petrus und Pilatus), Giannicola Pigliucci (Judas und Hohepriester), Wilma Vernocchi (Pilati Weib und Erste Magd), Fiorella Pediconi (Zweite Magd) / Coro e Orchestra Sinfonico di Milano della RAI / Chorltg.: Giulio Bertola / Dirigent: Claudio Abbado / Mailand, 12. 12. 1969 / 'Nota Blu' (3 CDs, Italien 1993).


    „Solo-Kantaten“ (Johann Sebastian Bach): Teresa Żylis-Gara (Sopran) / L'Ensemble Instrumental de Basse-Normandie / Dirigent: Dominique Debort / 'Rodolphe' (1 LP, Frankreich 1987) (Enthalten sind die Kantaten „Ich habe genug, BWV 82a“, „Mein Herze schwimmt im Blut, BWV 199“ und „Weichet nur, betrübte Schatten, BWV 202“.) Aufgenommen vom 3. bis 5. 10. 1986 im Théâtre Colonne in Miramas (Provence).


    „Missa Solemnis“ (Ludwig van Beethoven): Teresa Żylis-Gara (Sopran), Marga Höffgen (Alt), Robert Tear (Tenor), Raffaele Arié (Bass) / The New Philharmonia Chorus and Orchestra / Chorltg.: Wilhelm Pitz / Dirigent: Carlo Maria Giulini / 'BBC Legends' (2 CDs, England 2002, gekoppelt mit der Symphonie Nr. 4 von Franz Schubert, ebenfalls dirigiert von Giulini). Die Aufführung der „Missa Solemnis“ wurde am 16. 7. 1968 in der Londoner St. Paul's Cathedral von der BBC mitgeschnitten.


    „Shest pesen“ ('Sechs Lieder') (Piotr Ilich Chaikovskii): Teresa Żylis-Gara (Sopran) / Jerzy Marchwinski (Klavier) / 'Rodolphe' (1 LP, Frankreich 1983) (gekoppelt mit den „Vier letzten Liedern“ von Richard Strauss – siehe dort).


    „14 Mélodies, op. 74“ (Frédéric Chopin): Teresa Żylis-Gara (Sopran) / Halina Czerny-Stefanska (Klavier) / 'Erato' (1 LP, Frankreich 1981). Die Lieder wurden beim französischen Rundfunk (Stufio 106) in Paris im Januar 1981 eingespielt.


    „Requiem“ (Antonín Dvořák): Teresa Żylis-Gara (Sopran), Stefania Toczyska (Alt), Peter Dvorský (Tenor), Leonard Mroz (Bass) / Les Choeurs de Radio-France / Chorltg.: Jacques Jouineau / Le Nouvel Orchestre Philharmonique de Radio-France / Dirigent: Armin Jordan / 'Erato' (2 LPs, Frankreich 1981). Aufnahme aus dem Studio 103 von Radio-France, Paris (28. - 31. 1. 1981).


    „25 Mélodies“ (Édouard Lalo): Teresa Żylis-Gara (Sopran) / Christian Ivaldi (Klavier) / 'Rodolphe' (1 LP, Frankreich 1987). Die Aufnahmen entstanden am 18. und 19. 3. 1987 bei Radio-France in Paris.


    „Zweite Symphonie“ (Gustav Mahler): Teresa Żylis-Gara (Sopran), Ewa Podles (Alt) / Die Stuttgarter Oratorienchöre / Chorltg.: Ernst Leuze / L'Orchestre National de Lille / Dirigent: Jean.Claude Casadesus / 'Forlane' (2 CDs, Frankreich 1987) (gekoppelt mit zwei Liedern aus „Des Knaben Wunderhorn“: 'Revelge' und 'Der Tambourgesell', gesungen von José van Dam). Die 'Auferstehungs-Symphonie' wurde im Palais de la Congrès et de la Musique in Lille im November 1986 aufgenommen.


    „25 Piosenek“ ('25 Lieder') (Stanislaw Moniuszko): Teresa Żylis-Gara (Sopran) / Christian Ivaldi (Klavier) / 'Rodolphe' (1 LP, Frankreich 1985). Eingespielt am 12. und 13. 12. 1984 im Studio 107 von Radio-France, Paris.


    „Trzy fragmenty z poematow Jana Kasprowicza“ ('Drei Fragmente nach Gedichten von Jan Kasprowicz') (Karol Szymanowski): Teresa Żylis-Gara (Sopran) / Jerzy Marchwinski (Klavier) / Die Lieder sind betitelt mit: 'Swiety Boże' (Heiliger Gott!) - 'Jestem i placze' (An diesem Platz weine ich) – 'Moja pieśn wieczorna' (Mein abendliches Lied) / 'Muza' (1 LP, Polen; gekoppelt mit „Sieben Lieder nach James Joyce“ und „Zwei Kurpianische Lieder“ von Karol Szymanowski, gesungen von dem Bariton Andrzej Bachleda).


    „Vier letzte Lieder“ (Richard Strauss): Teresa Żylis-Gara (Sopran) / Das Rundfunkorchester Hannover des NDR / Dirigent: Franz-Paul Decker / 'Rodolphe' (1 LP, Frankreich 1983) (gekoppelt mit sechs Liedern von Piotr Ilich Chaikovskii – siehe dort).


    „Messa da Requiem“ (Giuseppe Verdi): Teresa Żylis-Gara (Sopran), Krystyna Szostek-Radkowa (Mezzosopran), Wieslaw Ochman (Tenor), Leonard Mroz (Bass) / Chor i Orkiestra Symfoniczna Filharmonii Narodowej (Chor und Orchester der Staatlichen Philharmonie Warschau) / Chorltg.: Henryk Wojnarowski / Dirigent: Kazimierz Kord / 'Muza' (2 LPs, Polen).


    Übrigens behielt Teresa Żylis-Gara bis 1980 ihren Wohnsitz in Düsseldorf; erst dann zog sie ins Fürstentum Monaco. Vor allem in Frankreich hatte Teresa Żylis-Gara eine große Anhängerschaft und sie wirkte dort in zahlreichen Konzerten und Opernvorstellungen mit, was nicht zuletzt mit ihrer Ernennung zum 'Officier de la Légion d'Honneur' gewürdigt wurde.


    Carlo


    P. S. Eine Todesursache wurde von der Opera Narodowa in Warschau nicht genannt. Aber mit (vermutlich) 91 Jahren stirbt man meistens an einer Herzschwäche.

    Liebe "Taminos",


    als ich am Sonntag im „Neuen Merker“ vom Tod (am 28. 8. 2021 in Lódz) der Sopranistin Teresa Żylis-Gara las, suchte ich ihr Recital mit den italienischen Opernarien (unter Maurizio Arena) heraus, um mir ihre Stimme wieder einmal anzuhören. 'Live' habe ich sie in vier Opern erlebt, als sie noch Mitglied der Deutschen Oper am Rhein war: als Pamina in „Die Zauberflöte“ (1. 3. 1970), als Violetta in „La Traviata“ (19. 10. 1968 und 7. 3. 1970), als Mimi in „La Bohème“ (6. 2. 1968 und 20. 6. 1970) und als Marie in „Die verkaufte Braut“ (11. 6. 1968); Verdi und Puccini wurden bereits in italienisch gesungen.


    Verpasst habe ich leider ihre Madame Butterfly, die „Trovatore“-Leonora und die „Anna Bolena“, aber es gibt von der Donizetti-Oper die schöne Aufnahme einer Produktion des WDR vom Dezember 1967 mit ihr und - wie auf der Bühne - Karl Ridderbusch als Heinrich VIII, leider in deutscher Sprache. Ich möchte 'Dr. Pingel' nicht vorgreifen, der sie sicher öfter erlebt hat, und einen Beitrag über diese wunderbare Sopranistin mit einer zwar etwas unpersönlichen, aber dafür schlackenlosen und besonders schön timbrierten Stimme sowie hervorragender Gesangskultur in Aussicht gestellt hat.


    Auch im Falle dieser Sängerin muss man feststellen, dass die Schallplattenindustrie jener Jahre 'schlechte Ohren' hatte und viele mediokre Produktionen mit (oft von Agenturen, rabiaten Fanclubs und 'hörigen' Kritikern) hochgejubelten 'Gesangsstars' auf den Markt brachte. Nicht zuletzt diese Fehleinschätzung von Angebot und (allgemeiner) Nachfrage hätte die Klassik-Tonträgerindustrie schon in den 70er Jahren in die roten Zahlen gebracht, wäre nicht rechtzeitig die Compact-Disc erfunden wurden.


    So ist auch der 'Katalog' von Teresa Żylis-Gara – die eher eine Sängerin für die 'Gourmets' war – relativ klein. An Opern-Gesamtaufnahmen habe ich mit ihrer Mitwirkung nur Cavalieris „Rappresentazione di anima e di corpo“, Mozarts „Apoll et Hyacinthus“, Rossinis „Mosé in Egitto“, Verdis „Don Carlos“, Chaussons „Le roi Artus“ und „Ariadne auf Naxos“ von Richard Strauss (und dazu noch zwei Opernrecitals aus Polen und ein paar Rundfunkmitschnitte auf Tonband). Ich habe von ihr aber mehr Aufnahmen mit geistlicher und konzertanter Musik und ich möchte diese hier nennen:


    „Wer nur den lieben Gott lässt walten, BWV 93“ (Johann Sebastian Bach): Teresa Żylis-Gara (Sopran), Ingeborg Ruß (Alt), Peter Schreier (Tenor), Franz Crass (Bass) / Der Windsbacher Knabenchor / Das Consortium musicum / Chorleiter und Dirigent: Hans Thamm / 'Electrola' SME 91 606 (1 LP, 1967, gekoppelt mit der Kantate „Aus der Tiefe rufe ich, Herr, zu dir, BWV 131“). Aufgenommen vom 16. bis 20. 8. 1966 im Münster zu Heilsbronn bei Ansbach.


    „Lobe den Herren, den mächtigen König der Ehren, BWV 137“ (Johann Sebastian Bach): Teresa Żylis-Gara (Sopran), Ingeborg Ruß (Alt), Peter Schreier (Tenor), Franz Crass (Bass) / Der Windsbacher Knabenchor / Das Consortium musicum / Chorleiter und Dirigent: Hans Thamm / 'Electrola' SME 91 605 (1 LP, 1967, gekoppelt mit der Kantate „Singet dem Herrn ein neues Lied, BWV 190“). Aufnahmedatum und -ort wie bei BWV 93.


    „Matthäus-Passion, BWV 244“ (Johann Sebastian Bach): Theo Altmeyer (Evangelist), Franz Crass (Jesus), Teresa Żylis-Gara (Sopran-Arien), Julia Hamari (Alt-Arien), Nicolai Gedda (Tenor-Arien), Hermann Prey (Bass-Arien), Hans Sotin (Petrus, Hohepriester, Pontius Pilatus), Siegfried Haertel (Judas), Noor Leertouwer (Pilati Weib), Liselotte Renner und Susanne Dürr (Zwei Mägde), Vera Scherr und Theo Altmeyer (Zwei Zeugen) / Ein Knabenchor / Der Süddeutsche Madrigalchor / Das Consortium musicum / Dirigent: Wolfgang Gönnenwein / 'Electrola' SMA 91 744/47 ('Angel Series') (4 LPs, 1969). Aufgenommen vom 25. 5. bis 2. 6. 1968 und am 16. 6. 1968 in der Evangelischen Stadtkirche in Schwaigern bei Heilbronn.


    „Weihnachts-Oratorium, BWV 248„ (Johann Sebastian Bach): Teresa Żylis-Gara (Sopran), Eva Bornemann (Alt), Helmut Kretschmar (Tenor), Horst Günter (Bariton) / Der Knabenchor und der Jugendchor St. Michaelis / Die Hamburger Symphoniker / Chorleiter und Dirigent: Friedrich Bihn / 'Somerset' 606 (2 LPs, 1965).


    „Oster-Oratorium, BWV 249“ (Johann Sebastian Bach): Teresa Żylis-Gara (Sopran), Patricia Johnson (Alt), Theo Altmeyer (Tenor), Dietrich Fischer-Dieskau (Bariton) / Der Süddeutsche Madrigalchor / Das Südwestdeutsche Kammerorchester / Dirigent: Wolfgang Gönnenwein / 'Electrola' SME 91 386 (1 LP, 1965). Aufgenommen im März 1964 in der Johanneskirche in Kornwestheim bei Ludwigsburg.


    „Neunte Symphonie“ (Ludwig van Beethoven); Teresa Żylis-Gara (Sopran), Janet Baker (Alt), George Shirley (Tenor), Theo Adam (Bass) / The New Philharmonia Chorus and Orchestra / Chorltg.: Wilhelm Pitz / Dirigent: Otto Klemperer (Eine TV-Aufzeichnung der BBC aus der Royal Festival Hall in London vom 30. 6. 1970; ich habe das vom Sender 'Classica' bei 'Premiere' auf Video aufgenommen.)


    „Dixit Dominus“ ('Psalm 109') (Georg Friedrich Händel): Teresa Żylis-Gara (Sopran), Janet Baker (Alt), Martin Lane (Countertenor), Robert Tear (Tenor), John Shirley-Quirk (Bass) / The Choir of King's College, Cambridge / The English Chamber Orchestra / Chorleiter und Dirigent: David Willcocks / 'Electrola' SME 91 473 (1 LP, 1966).


    „Das klagende Lied“ (Gustav Mahler): Teresa Żylis Gara (Sopran), Anna Reynolds (Mezzosopran), Andor Kapósy (Tenor) / The Ambrosian Singers / Chorltg.: John McCarthy / The New Philharmonia Orchestra / Dirigent: Wyn Morris / 'Electrola' SME 91 669 (1 LP, 1967). Aufgenommen wurden nur die Teile 2 und 3: 'Der Spielmann' und 'Hochzeitsmahl'.


    „Requiem, KV 626“ (Wolfgang Amadé Mozart): Teresa Żylis-Gara (Sopran), Oralia Dominguez (Alt), Peter Schreier (Tenor), Franz Crass (Bass) / Der Süddeutsche Madrigalchor / Das Consortium musicum / Dirigent: Wolfgang Gönnenwein / 'Columbia' SMC 91 283 (1 LP, 1966). Aufgenommen am 10. und 11. 1. 1966 im Straßenbahner-Waldheim in Stuttgart-Degerloch.


    „Stabat Mater“ (Gioachino Rossini): Teresa Żylis-Gara (Sopran), Shirley Verrett (Mezzosopran), Luciano Pavarotti (Tenor), Nicola Zaccaria (Bass) / Coro e orchestra di Roma della RAI / Chorltg.: Gianni Lazzari / Dirigent. Carlo Maria Giulini (Rom, Radiotelevisione Italiana, 22. 12. 1967) / 'Fonit Cetra' CDE 1036 (CD, 1988).


    „Cantata per il Santissimo Natale“ ('Weihnachtskantate') (Alessandro Stradella): Edith Mathis (Sopran / Maria Vergine), Paul Esswood (Countertenor / San Giuseppe), Teresa Żylis-Gara (Sopran / Angelo), Alfredo Mariotti (Bass / Lucifero), Eric Tappy (Tenor / Primo pastore). Catarina Alda (Sopran / Secondo pastore) / Choeur du Festival de Montreux / Chorltg.: André Charlet / Schola Cantorum Basiliensis / Dirigent: August Wenzinger / 'Archiv Produktion' (Deutsche Grammophon Gesellschaft) SAPM 198 443 (1 LP, 1968). Aufgenommen vom 15. bis 23. 6. 1968 im Tonstudio Max Lussi, Riehen bei Basel.


    „Koledy Polskie“ ('Polnische Weihnachtslieder'): Teresa Żylis-Gara (Sopran) / Chór Chlopieco-Meski Panstwowej Filharmonii w Poznaniu (Der Knaben- und Männerchor der Staatlichen Philharmonie Posen) / Orkiestra Kameralna PR i TV w Poznaniu (Das Kammerorchester des Polnischen Rundfunks und Fernsehens Posen) / Dirigent: Stefan Stuligrosz / 'Veriton' SXV-829 (1 LP, 1981). Enthalten sind folgende Lieder: Wśród nocnej ciszy (In der Stille der Nacht) – W żlobie leży (Er liegt in einer Krippe) – Aniol pasterzom mówil (Der Engel sagte den Hirten) – Gdy sie Chrystus rodzi (Als Christus geboren wurde) – Wesola nowine (Die frohe Botschaft) – Bóg sie rodzi (Gott ist geboren) – Hej w Dzien Narodzenia (Hei, am Weihnachtstag) - Pójdżmy wszyscy (Lasst uns alle gehen) – Lulajże Jezuniu (Schlafe, Jesulein) – Przybieżeli do Betlejem (Sie eilten nach Bethlehem) – Gdy śliczna Panna (Als die liebliche Jungfrau) – Medrcy świata (Ihr Weisen der Welt) – Mizerna, cicha, stajenka licha (Armselig, still, erbärmlicher Stall).


    Morgen gibt es eine Auflistung von weiteren Aufnahmen im Bereich der geistlichen und konzertanten Musik.


    Carlo

    Liebe Taminos,


    auch Marianne Schech zählt zu den Sängern, deren Stimmen von den Mikrofonen nur schwer 'eingefangen' werden konnten und die deshalb nur auf wenigen Schallplattenaufnahmen überliefert sind, obwohl sie in ihrer Zeit zu den gefeierten Gesangsgrößen gehörten. Harald Krals harsches Urteil (Beitrag Nr. 5) bezog sich wohl auf ihre - späte - Mitwirkung in den Schallplatten-Aufnahmen unter Karl Böhm („Der Rosenkavalier“ 1958 und „Elektra“ 1960) und Franz Konwitschny („Der fliegende Holländer“ und „Tannhäuser“ beide 1960). Die Opern der beiden 'Richards' gehörten zum Kernrepertoire der Sängerin, da aber Harald Kral diese Komponisten bekanntermaßen ablehnte, dürfte er vermutlich diese Aufnahmen kaum intensiv gehört haben.


    Die 'Ehrenrettung' Marianne Schechs sind denn auch ihre früher entstandenen Rundfunkaufnahmen, die trotz der klanglichen Einschränkungen eine individuelle, jugendliche und ausgeprägt obertonreiche (von manchen deshalb wohl als 'schrill' empfundene) Sopranstimme zeigen und auch eine beeindruckende Rollenvielfalt belegen. Zugegebenermaßen wirken Marianne Schechs akustische Rollenportraits in den oben genannten Schallplattenaufnahmen etwas 'eindimensional', gemessen an den ausgefeilten Studio-Produktionen von z. B. Elisabeth Schwarzkopf ('Marschallin'), Leonie Rysanek ('Senta') oder Christa Ludwig ('Venus'); sie brauchte wohl die Bühne und die Aktion, um zu der von Zeitzeugen berichteten durchaus eindrucksvollen Wirkung von Gesang und Darstellung zu gelangen.


    Für das Publikum der Bayerischen Staatsoper galt Marianne Schech für über 20 Jahre als eine leistungsstarke und stets zuverlässige Vertreterin des jugendlich-dramatischen Sopranfachs, was sich durch die demnächst hier aufgelisteten Tondokumente beweisen lässt. Dass die groß gewachsene Frau als Bühnendarstellerin in späteren Jahren vielleicht etwas statuarisch gewirkt haben mag, hat zu ihrer Zeit – als noch die gesangliche Interpretation vor der schauspielerischen rangierte – keine besondere Rolle gespielt. ('Bühnentiere' wie beispielsweise Borkh, Mödl, Rysanek oder Varnay waren damals die große Ausnahme.) Überhaupt werden nach meiner Meinung heutzutage die Sänger 'von einst' viel zu sehr aus dem Blickwinkel moderner Interpretationsansätze beurteilt und ihr damaliges zeitliches Umfeld kaum berücksichtigt; bekanntlich hat 'jedes Ding seine Zeit'...


    Zur Vita von Marianne Schech hat Peter Sattler im Beitrag Nr. 1 grundlegende Angaben gemacht, die ich ergänzen möchte.


    Geboren wurde Marianne Schech im oberbayerischen Geitau am Fuß des Wendelsteins als Tochter eines Försters, aber aufgewachsen ist sie in der Oberpfalz, wohin die Mutter nach dem frühen Tod des Vaters verzog. Später wohnten Mutter und Tochter in München, wo Marianne die Oberrealschule St. Anna besuchte; dort sang sie im Schulchor und spielte Cello im Schulorchester. Eigentlich wollte sie Ärztin werden, doch die Mutter überredete sie zu einem Klavierstudium bei Franz von Hoesslin am 'Trappschen Konservatorium'. (Dieses 1927 gegründete private Musikinstitut wurde 1964 zusammen mit der Münchner 'Städtischen Berufsschule für Musiker' zum 'Richard-Strauss-Konservatorium der Stadt München' – an dem Marianne Schech ab 1970 selbst Gesangsunterricht erteilte – vereint.) Da die junge Frau aber viel lieber sang als auf dem Klavier zu üben, besuchte sie ausserdem die Gesangsklasse der einst sehr bekannten Wagner-Sängerin Emmy Krüger und bekam dramatischen Unterricht von keiner Geringeren als Anna Bahr-Mildenburg. Die Grundlage für den Sängerberuf legte aber Marianne Schechs dritte Lehrerin am Konservatorium, Else Mauermeier, die ihrerseits eine Schülerin von Aglaja Orgeni war.


    Noch vor dem Abschluss (1937) des dreijährigen Studiums hatte sie in Koblenz einen Gastspielvertrag 'auf Anstellung' erhalten und stand bereits eine Woche nach Ablegung des Staatsexamens und einer Sonderprüfung (mit der damit verbundenen Auszeichnung mit dem 'Felix-Mottl-Preis') auf der Bühne des Koblenzer Stadttheaters als Marta in der Oper „Tiefland“. In Koblenz blieb sie zwei Jahre – dort sang sie bereits Partien wie die „Figaro“-Gräfin, die Amelia im „Maskenball“, die Madeleine de Coigny in „André Chenier“ und sogar die Küsterin in der „Jenufa“ - und wechselte 1939 für zwei Jahre nach Münster, wo sie u. a. die Senta, die Sieglinde und auch ihre erste Marschallin (die sie allein in München rund 60 Mal darstellte) sang.


    Es folgte für drei Jahre das Düsseldorfer Opernhaus (zum Ensemble gehörten u. a. Irmgard Barth, Tilly Lüssen, Elfriede Wasserthal, Walburga Wegner, Lotte Wollbrandt, Otto Albrecht, Bernd Aldenhoff, Josef Greindl, Alfred Pfeifle, Heinz Prybit und Asger Stig); von dort aus gastierte sie in Dresden und in Berlin. Ein bereits abgeschlossener Festvertrag für sieben Jahre an die Semper-Oper ab Herbst 1944 konnte aber wegen der Schließung sämtlicher Theater im 'Deutschen Reich' nicht mehr erfüllt werden. Wie die meisten Bühnenschaffenden wurde auch sie 'dienstverpflichtet' und arbeitete in einer Autokolben-Fabrik in Rottweil am Rande des Schwarzwaldes. Direkt nach Kriegsende trat sie nach einem erfolgreichen Vorsingen bei Hans Knappertsbusch dem Ensemble der Bayerischen Staatsoper bei, dem sie bis 1970 angehörte. 1955 wurde sie bayerische Kammersängerin; die von ihr favorisierten Dirigenten waren die drei Münchner 'K' - Knappertsbusch, Kempe und Keilberth - und Georg Solti. (Und natürlich wohnte Frau Schech in München in der 'Richard-Strauss-Straße'.)


    Marianne Schechs Debüt in München war am 2. 12. 1945 im Prinzregententheater als Marta - in einer Neueinstudierung der „Tiefland“-Inszenierung aus dem Jahre 1938 - mit Käthe Nentwig (Nuri), Franz Völker (Pedro), Carl Kronenberg (Sebastiano), Ferdinand Frantz (Tommaso), Karl Schmidt (Moruccio) und Walther Carnuth (Nando) unter dem Dirigat von Hans-Georg Ratjen. D'Alberts „Tiefland“ war für München eine 'Schicksalsoper', denn sie war das letzte Bühnenwerk, das am Abend (2. 10. 1943) vor der Bombardierung des Nationaltheaters dort aufgeführt wurde und auch die letzte Oper, die (am 30. 7. 1944 im Prinzregententheater, als Ersatz des vollständig ausgebrannten Hauses am Max-Joseph-Platz) vor der Theaterschließung in München zur Aufführung kam. (Die erste Vorstellung der Bayerischen Staatsoper nach dem Krieg war eine Neuinszenierung des „Fidelio“ am 15. 11. 1945 mit Helena Braun, Gerda Sommerschuh, Franz Klarwein, Walther Carnuth, Hans Hotter als Don Pizarro, Ferdinand Frantz als Rocco und Georg Hann als Don Fernando; es dirigierte Bertil Wetzelsberger und der Regisseur war Günther Rennert.)


    1970 verabschiedete sich Marianne Schech nach 25 Jahren von ihrem Münchner Publikum – ohne große Ankündigung als Mutter in einer Repertoire-Vorstellung von „Hänsel und Gretel“ - und übernahm für fünfzehn Jahre eine Professur am Münchner 'Richard-Strauss-Konservatorium'. (Zu ihren Schülern zählten u. a. Claudia Eder, Hannah Esther Minutillo, Felicity Palmer, Doris Soffel und Wolfgang Probst.) Als Pensionärin gab sie von 1987 bis 1990 während der Münchner Opern-Festspiele in August Everdings 'Münchner Singschul' an den Sängernachwuchs ihr Wissen weiter. Im sehr lesenswerten „Tamino“-Thread 'Der Musiker Gräber' hat unser Kollege 'hart' (Beitrag Nr. 361 vom 22. 7. 2016) einen Besuch am Grab der Sängerin in Bayrischzell in der Nähe ihres Geburtsortes Geitau dokumentiert; Marianne Schech, die unverheiratet blieb, wurde dort im Grab ihrer Eltern bestattet.


    In der kommenden Woche werde ich einige interessante Auftritte von Marianne Schech nennen, bevor ich dann ihre Tondokumente aufliste.


    Carlo

    Heute folgt mein vorerst letzter Beitrag zur Erinnerung an Lore Hoffmann.



    Nachtrag zu den Operetten-Aufnahmen Lore Hoffmanns:


    "Die große Sünderin" (Eduard Künneke): Sybilla! Sybilla!... Ich danke euch! (Chorständchen aus dem 3. Akt) / Der Chor des Norddeutschen Rundfunks / Chorltg.: Max Thurn / Das Hamburger Rundfunkorchester / Dirigemt: Wilhelm Stephan (Hamburg, Funkhaus, ca. 1951). Ob dieses kurze Chorstück am Beginn des dritten Aktes - mit den Einwürfen der Herzogin – der einzig erhaltene Ausschnitt aus einem (eventuellen) Rundfunk-Querschnitt des NDR von Künnekes am 31. 12. 1935 an der Berliner Staatsoper uraufgeführter 'Oper' ist, entzieht sich meiner Kenntnis. Interessant wäre es, Lore Hoffmann mit der Soloszene der Herzogin 'In meinem Lustschloss Bonbonnière... Ich bin eine große Sünderin' hören zu können; die "Sünderin" wurde schließlich von Tiana Lemnitz kreiert, einer Sopranistin, mit der sich Lore Hoffmann (mit ihren Gesangsdarbietungen nach dem Krieg) durchaus messen konnte.


    "Die kleine Freundin" (Oscar Straus): Folg' mir, mein Liebchen, durch's Leben (Duett Louison-Fernand, mit Kurt Wehofschitz) / Das Hamburger Rundfunkorchester / Dirigent: Wilhelm Stephan (Hamburg, Funkhaus, ca. 1954). Die Uraufführung dieser frühen Operette des "Walzertraum"-Komponisten war am 20. 10. 1910 am Wiener Carl-Theater.



    Zu den Versäumnissen des Rundfunks gehört es, Lore Hoffmann beispielsweise als "Figaro"-Gräfin, als Pamina, als Agathe ("Der Freischütz") oder als Eva in den "Meistersingern" nicht dokumentiert zu haben. (Ihre Pamina beim Gastspiel der Hamburgischen Staatsoper bei den 'Ruhrfestspielen 1951' in Recklinghausen – neben Wilma Lipp, Anneliese Rothenberger, Rudolf Schock, Horst Günter und Gottlob Frick – wurde enthusiastisch gelobt.) Auch als Liedsängerin ist Lore Hoffmann oft aufgetreten, daher sind ihre (wenigen) Rundfunkaufnahmen in diesem Genre besonders kostbar.


    „Wiegenlied“ (Karl Aurel): Lore Hoffmann (Sopran) / Das Hamburger Rundfunkorchester / Dirigent: Walter Martin (Hamburg, Funkhaus, ca. 1951). Zu Karl Aurel konnte ich bisher keine Angaben zu Person und Werk finden.


    „Lieder“ (Piotr Ilich Chaikovskii): Lore Hoffmann (Sopran), Hans Altmann (Klavier) (München, Funkhaus, ca. 1955). Leider ist nicht mehr feststellbar, welche Lieder Lore Hoffmann hier beim Bayerischen Rundfunk sang, da die Aufnahmen gelöscht wurden.


    „Drei Lieder“ (Robert Franz): Lore Hoffmann (Sopran), Wilhelm Brückner-Rüggeberg (Klavier) (München, Seidl-Haus, 1957). Die Aufnahmen des Bayerischen Rundfunks betreffen die folgenden Lieder: 'Die Lotosblume', op. 1, Nr. 3 – 'Gute Nacht!', op. 5, Nr. 7 – 'Es hat die Rose sich beklagt', op. 42, Nr. 5. Der zeitlebens in Halle (Saale) wirkende Komponist, Dirigent und Chorleiter Robert Franz (1815-1892) ist trotz seiner über 350 Klavierlieder und zahlreichen Werken der Chorliteratur – und auch trotz der Wertschätzung durch Felix Mendelssohn-Bartholdy und Robert Schumann – bis heute einer der großen Unbekannten der deutschen Musik.


    „Volkslieder-Potpourri“ (Walter Girnatis): Lore Hoffmann (Sopran) / Rupert Glawitsch (Tenor) / Das Hamburger Rundfunkorchester / Dirigent: Walter Martin (Hamburg, Funkhaus, ca. 1954). Lore Hoffmann singt u. a. die Lieder 'Kein Feuer, keine Kohle' - 'Wenn ich ein Vöglein wär' - 'Liebesglut' - 'Das Ringlein'. Walter Girnatis (1894-1981) war bis 1959 'hauptberuflich' Programmdirektor beim Norddeutschen Rundfunk in Hamburg, wo er auch manche seiner Kompositionen – neben viel Kammermusik z. B. auch die Funkoper „Phantasien in Bremer Ratskellern“, Seemannslieder ('Weit hinter Rio', 'Irgendwo im Hafen', 'Das Piratenlied') oder das oben genannte Volkslieder-Potpourri, aber auch einiges an Propagandamusik während der Nazi-Zeit - zur Sendung bringen konnte.


    "Peer Gynt" (Edvard Grieg): 'Schlaf, mein teuerster Knabe' (Solveigs Wiegenlied): Lore Hoffmann (Sopran) / Das Hamburger Rundfunkorchester / Dirigent: Walter Martin (Hamburg, Funkhaus, ca. 1951)


    „Drei Lieder“ (Heinrich von Manikowksy): 'Der Silberreiher' – 'Wie rein der Herbstwind weht' – 'Herbstgedanken' / Lore Hoffmann (Sopran) / Walter Martin (Klavier) (Hamburg, Funkhaus, ca. 1955). Von dem Komponisten Heinrich von Manikowsky (1892-1947) ist lediglich ein Gesangszyklus 'für eine hohe Stimme und Orchester auf Texte chinesischer Dichter' bekannt, aus dem vermutlich die genannten Lieder (in einer Klavierbearbeitung) stammen.


    „Duette und Terzette“ (Heinrich Marschner): Das Duett „Unter der Loreley“ (siehe unten); das Terzett „Kunde aus dem Feenland, op. 125 Nr. 5“ (Text aus der englischen Liedersammlung von Caldon N. Motherwell, übersetzt von J. J. Heinze) und das Terzett „Die Nymphen im Rhein, op. 188 Nr. 2“ aus Marschners „Fünf Gesänge für drei weibliche Stimmen“ (mit dem Text von Emanuel Geibel) / Lore Hoffmann (Sopran) und vermutlich Tresi Rudolph (Sopran) sowie Marie-Luise Schilp (Mezzosopran) / Michael Raucheisen (Klavier). Aufgenommen ca. 1944 durch den Reichsrundfunk Berlin und enthalten in der „Lied-Edition: Heinrich Marschner“ von 'Acanta'; seit 1985 steht das LP-Doppelalbum in meinem Regal.

    „Unter der Loreley, Duett op. 146 Nr. 4“ (Heinrich Marschner): Lore Hoffmann (Sopran) / Marie-Luise Schilp (Mezzosopran) / Michael Raucheisen (Klavier), aufgenommen ca. 1944. Diese Aufnahme des Liedes mit dem Text von Emanuel Geibel (aus dessen 'Junius-Liedern') wurde auch auf der CD 'Vol. 19' der Edition „Das deutsche Lied“ veröffentlicht.


    Das sind (ab meinem Beitrag Nr. 6) alle Aufnahmen, die ich von Lore Hoffmann finden konnte.


    Carlo

    Konzert-Aufnahmen mit Lore Hoffmann:


    "Matthäus-Passion" (Johann Sebastian Bach): Heinz Marten (Evangelist) / Karl Wolfram (Christus) / Lore Hoffmann (Sopran) / Lotte Wolf-Mathäus (Alt) / Hans Heinrich Bresler (Tenor) / Claus Ocker (Bass) / Der Knabenchor des Alten Gymnasiums Bremen / Der Bremer Domchor / Das Kammerorchester Wilhelm Stroß / Dirigent: Richard Liesche (Bremen, Dom St. Petri, 1953). Ein Konzertmitschnitt von Radio Bremen.



    "Aber dies, aber das" ('Ein Löns-Liederspiel') (Hermann Erdlen): Lore Hoffmann (Sopran) / Rupert Glawitsch (Tenor) / Horst Günter (Bariton) / Der Chor des Norddeutschen Rundfunks / Chorltg.: Max Thurn / Das Hamburger Rundfunkorchester / Dirigent: Wilhelm Stephan (Hamburg, Funkhaus, ca. 1953). Eine Zusammenstellung von Liedern auf Texte von Hermann Löns, komponiert von Hermann Erdlen (1893-1972). Lore Hoffmann ist in dieser Aufnahme mit folgenden Liedern vertreten: "Erwartung" – "Der Tauber" – "Die schönste Jagd" – "Männertreu" – "Wegewarte" – "Der eine allein" und "Heckenkind".



    "Apollo und Daphne" ('Apollo e Dafne') (Georg Friedrich Händel): Lore Hoffmann (Sopran) / Horst Günter (Bariton) / Das Radelow-Kammerorchester / Dirigent: Helmut Radelow (Hamburg, Funkhaus, 30. 9. 1954). Eine Aufnahme des Norddeutschen Rundfunks Hamburg in einer anonymen deutschen Übersetzung. Die Komposition von Händels italienischer Kantate mit dem Textanfang 'La terra è liberata' – als Autor wird Nicola Giuvo vermutet – wurde in Rom 1709 begonnen, 1710 in Hannover fertiggestellt und 1711 in London uraufgeführt.



    "Cäcilien-Ode" ('Ode for St. Cecilia's Day') (Georg Friedrich Händel): Lore Hoffmann (Sopran) / Walther Ludwig (Tenor) / Die Singgemeinschaft Rudolf Lamy / Chorltg.: Rudolf Lamy / Walter Drwenski (Cembalo), Hermann Werdermann (Orgel) / Das Symphonie-Orchester des Berliner Rundfunks / Dirigent: Artur Rother. Ich habe davon eine Schallplatte (30 cm), die 1951 von der amerikanischen 'Urania' herausgegeben wurde; ein Datum der Aufnahme habe ich nicht feststellen können, vermutlich stammt sie noch vom Reichsrundfunk Berlin aus Kriegszeiten. Gesungen wird natürlich nicht John Drydens Originaltext von 1687, sondern die (anonyme) deutsche Übersetzung aus der Chrysander-Fassung von 1866. Allerdings fehlen die kurze Sopran-Arie "Orpheus bezwang die wilde Brut" ('Orpheus could lead the savage race') und das Sopran-Rezitativ "Doch sieh! Cäcilia wirkte größ´re Tat!" ('But bright Cecilia raised the wonder high´r') gegen Ende des Werks.



    "Till Eulenspiegel" (Hans Poser): Lore Hoffmann (Sopran) / Helmut Krebs (Tenor) / Walter Hauck (Bariton) / Der Chor des Norddeuschen Rundfunks Hamburg / Chorltg.: Max Thurn / Das Hamburger Rundfunkorchester / Dirigent: Walter Martin (Hamburg, Funkhaus, 1956). Dieses 'Capriccio für drei Solostimmen, gemischten Chor und Orchester nach Texten des alten Volksbuches und Dichtungen des 16. und 17. Jahrhunderts' komponierte Hans Poser (1917-1970) für das 'Deutsche Sängerbundfest 1956' in Stuttgart.



    "Szenen aus Goethes >Faust<" (Robert Schumann): Gretchen – Lore Hoffmann / Faust – Karl Schmitt-Walter / Böser Geist – Hanns Heinz Nissen / Ariel – Walther Ludwig / Dr. Marianus – Karl Wolfram / Der Chor und das Orchester des Deutschen Opernhauses Berlin / Chorltg.: Hermann Lüddecke / Dirigent: Hans Schmidt-Isserstedt (Berlin, 20. 12. 1944). Eine Aufnahme des Reichsrundfunks Berlin. Die unten genannten Teile – Gesamtdauer: 40 Minuten – sind enthalten auf einer CD der italienischen 'Urania' (2003), die auch noch die "Symphonie in cis-moll" von Hans Pfitzner in der Interpretation von Hans Schmidt-Isserstedt mit dem Orchester der Städtischen Oper Berlin (1952) enthält.

    Folgende Teile sind auf der CD zu hören: 1. "Szene im Garten" ('Du kanntest mich, o kleiner Engel') – 2. "Gretchen vor dem Bild der Mater Dolorosa" ('Ach, neige, du Schmerzensreiche') – 3- "Szene im Dom" ('Wie anders, Gretchen, war dir's?') - 4. "Ariel. Sonnenaufgang" ('Die ihr dies Haupt umschwebt') – 5. "Fausts Verklärung I" ('Dir, der Unberührbaren') – 6. "Fausts Verklärung II" ('Alles Vergängliche ist nur ein Gleichnis').



    "Der Flug zum Niederwald" (Herbert Windt): Lore Hoffmann (Sopran) / Margarete Klose (Alt) / Walther Ludwig (Tenor) / Hans Reinmar (Bariton) / Ivar Andrésen (Bass) / Günther Hadank (Sprecher) / Der verstärkte Kammerchor und das Stammorchester des Deutschlandsenders Berlin / Dirigent: Herbert Windt (Berlin, Funkhaus des Deutschlandsenders, 20. 4. 1936). Herbert Windt (1894-1965), ein Schüler Franz Schrekers, war einer der meistbeschäftigten Filmkomponisten des 'Dritten Reichs' (mit zahlreichen Propagandafilmen, u. a. von Leni Riefenstahl); nach dem Krieg war er wieder voll 'im Geschäft'. Er komponierte diese 'Funk-Kantate' 1935/36 auf einen Text von Ottoheinz Jahn, uraufgeführt im Deutschlandsender Berlin zu Adolf Hitlers 47. Geburtstag. Thematisiert wird der Flug Hitlers am 27. 8. 1933 vom Tannenberg-Denkmal in Ostpreussen zum Niederwald-Denkmal bei Rüdesheim, wo eine Kundgebung zur Rückkehr des Saarlandes in's 'Deutsche Reich' statt fand.



    Carlo

    Heute: Lore Hoffmann und die 'Leichte Muse'.



    OPERETTEN-GESAMTAUFNAHMEN UND -QUERSCHNITTE



    “Der Opernball" (Richard Heuberger): Monsieur Beaubuisson, Rentier - Adolf Meyer-Bremen / Madame Beaubuisson - Hedy Gura / Henri, ein Kadett, Beaubuissons Neffe - Anneliese Rothenberger / Paul Aubier - Johannes Draht / Angèle, seine Frau - Lore Hoffmann / Georges Duménil - Julius Katona / Marguerite, seine Frau - Gisela Litz / Germain, Diener bei Duménil - Martin Schramm / Hortense, Zofe bei Duménil - Christine Görner / Féodora, Tänzerin - Silvia Filzen / Philippe, Oberkellner - Karl Otto / Drei Kellner: Baptiste, Jean und Alphonse - Alfred Fischer, Karl Plock und Herbert Landwehr / Chor und Orchester der Hamburgischen Staatsoper / Chorltg.: Günter Hertel / Dirigent: Horst Stein / Choreographie: Helga Swedlund / Bühnenbild und Inszenierung: Alfred Siercke / Fernseh-Regie: Herbert Junkers (Hamburg, Theater am Besenbinderhof, 31. 12. 1954). Live-Übertragung des 2. und 3. Aktes in der ARD (NWDF). (In der Saison 1954/1955 wurde das Gebäude der Hamburger Oper an der Dammtorstraße umgebaut - die Aufführungen fanden im 'Theater am Besenbinderhof' statt.) Obwohl Anneliese Rothenberger in der öffentlichen Wahrnehmung - wegen ihrer Mitwirkung in zahlreichen Rundfunk- und Schallplattenaufnahmen dieses Genres - als 'die' Operetten-Diva gilt, hat sie tatsächlich nur zwei Operettenrollen auf der Bühne gesungen: die 'Adele' in der "Fledermaus" (u. a. auch in englischer Sprache an der New Yorker 'Met' - 'Look me over once, look me over twice' statt 'Mein Herr Marquis') und den 'Henri' in diesem "Opernball"!



    “Gräfin Mariza” (Imre Kálmán): Großer Querschnitt / Gräfin Mariza – Lore Hoffmann / Graf Tassilo Endrödy-Wittemburg - Rupert Glawitsch / Komtesse Lisa, seine Schwester – Emmy Loose / Baron Koloman Zsupán – John Hendrik / Manja, eine junge Zigeunerin – Leni Funk / Die Züricher Sängerknaben / Der Chor des Stadttheaters Zürich / Das Tonhalle-Orchester Zürich / Dirigent: Victor Reinshagen (Zürich, Tonhalle, ca. 1951). Erschienen auf einer LP (30 cm) in West-Deutschland und in Großbritannien bei 'Decca' sowie in den USA bei 'London'.



    “Der Graf von Luxemburg” (Franz Lehár): Angèle Didier, Sängerin an der Großen Oper in Paris – Lore Hoffmann (Renate Densow) / René, Graf von Luxemburg – Rudolf Schock (Erwin Linder) / Fürst Basil Basilowitsch – Fritz Göllnitz (Joseph Offenbach) / Gräfin Stasa Kokozew – (Maria Martiensen) / Armand Brissard, Maler – Rupert Glawitsch / Juliette Vermont, Armands frühere Braut – Anneliese Rothenberger (Gisela Peltzer) / Sergei Mentschikow, Notar – Joshard Daus (Walter Petersen) / Pawel Pawlowitsch, Botschaftsrat – Josef Dienstbier (Reinhold Nietschmann) / Pélégrin, Standesbeamter – Fritz Pätzold (Max Walter Sieg) / Lisette und Sophie, Modelle – (Marion Molitor und Aranka Jaenke) / Larigne, Saville und Boulanger, drei Maler – (Friedrich Schütter, Willi Witte und Heinz Fröhlich) / Ein Diener – (Willi Lamster) / Der Hotelportier – (Kurt Klopsch) / Der Chor des Norddeutschen Rundfunks / Chorltg.: Max Thurn / Das Hamburger Rundfunkorchester / Dirigent: Wilhelm Stephan / Funkfassung: Hannes Reinhardt / Funkregie: Gustav Burmester / Namen der Dialogsprecher in Klammern (Hamburg, Funkhaus, 14. - 17. 2. 1951). Veröffentlicht auf CDs von 'Documents' und 'Hamburger Archiv'.



    “Frau Luna” (Paul Lincke): Fritz Steppke, Mechaniker – Otto Albrecht (Charles Brauer) / Frau Pusebach – Loni Heuser / Marie, ihre Nichte – Lore Hoffmann (Julia Fjorsen) / Lämmermeier, Schneider – Walter Gross / Pannecke, Rentner – Willy Langel (Helmut Peine) / Frau Luna – Anneliese Rothenberger / Prinz Sternschnuppe – Kurt Wehofschitz (Peter Schütte) / Stella, Frau Lunas Zofe – Gisela Grossmann (Gisela Peltzer) / Theophil, Hausmeister bei Frau Luna – Rupert Glawitsch (Hermann Lenschau) / Venus – Ursula Schirrmacher (Hanne Wieder) / Mars – Joseph Olah (Rudolf Fenner) / Mondgroom – Dorothea Förster-Dürlich (Ann Höling) / Zwei Elfen – Rosemarie Roggenkamp und Hildegard Gerke / Der Chor des Norddeutschen Rundfunks / Chorltg.: Max Thurn / Das Hamburger Rundfunkorchester / Dirigent: Wilhelm Stephan / Funkfassung: Christian Bock / Namen der Dialogsprecher in Klammern (Hamburg, Funkhaus, Juni 1954). Bei 'Documents' und im 'Hamburger Archiv' auf CD erhältlich.



    "Die Frau im Spiegel" (Will Meisel): Potpourri / Karla Hellmer, Sängerin - Lore Hoffmann / Hans Hellmer, Operettenkomponist, ihr Ehemann – Horst Wilhelm / Willibald Wolters, ein Maler, sein Freund – Rupert Glawitsch / Erika, Karlas Freundin - Gitta Lind / Der Chor des Norddeutschen Rundfunks / Chorltg.: Max Thurn / Das Hamburger Rundfunkorchester / Dirigent: Wilhelm Stephan (Hamburg, Funkhaus, 1953). Will Meisels 'musikalisches Lustspiel' mit dem Buch von Theo Halton und Günther Schwenn wurde 1935 an der Komischen Oper in Berlin uraufgeführt. Das Tenorlied daraus ("Ein Walzer für dich") stammt ursprünglich aus dem gleichnamigen Spielfilm (mit dem Sänger Louis Graveure und mit Camilla Horn, Adele Sandrock, Heinz Rühmann, Theo Lingen und Fritz Odemar), für den Will Meisel die Filmmusik komponierte; inhaltlich hat der Film "Ein Walzer für dich" (1934) aber nichts mit der späteren Operette – von der es 1967 eine Neufassung gab – gemeinsam.



    “Der arme Jonathan” (Carl Millöcker): Wilhelm Lindt, Generalkonsul – Adolf Meyer-Bremen / Helma, seine Tochter – Lore Hoffmann (Hannelore Schroth) / Maximilian F. Sanden, Präsident des Orchideenklubs – Hans Herbert Fiedler / Frank Holsten, Orchideenjäger – Karl Friedrich (Erwin Linder) / Jonathan, Diener bei Holsten – Rupert Glawitsch / Franzi, 'Mädchen für alles' im Hause Holsten – Anneliese Rothenberger / Emil Wendig, Romanschriftsteller – Otto Albrecht (Joseph Offenbach) / Liesl, Helmas Zofe – (Inge Windschild) / Kunibert, Hausmeister auf Schloss Hohenstein zu Hohenfels – (Helmut Peine) / Ein Kammerdiener – (Max Walter Sieg) / Zwei Diener – (Klaus Höhne und Willy Lamster) ferner Sigrid Michalski, Rudolf Fenner, Hermann Kner, Hans-Joachim Richter, Heinz Roggenkamp, Max Zawislak u. a. / Der Chor des Norddeutschen Rundfunks / Chorltg.: Max Thurn / Das Hamburger Rundfunkorchester / Dirigent: Wilhelm Stephan / Funkregie: Kurt Reiss / Namen der Dialogsprecher in Klammern (Hamburg, Funkhaus, September 1952). Als Gesamtaufnahme veröffentlicht vom 'Hamburger Archiv' und als Szenenfolge von 'Documents' (CD).

    Carl Millöckers Operette von 1890 wurde vom NWDR Hamburg in der Fassung des Berliner Metropoltheaters von 1939 eingespielt. Josef Rixner bearbeitete die Musik zu den Liedertexten von Günther Schwenn und Josef Weinberger; die Dialoge wurden von Heinz Hentschke – im Handlungsgerüst auf der Wiener Originalfassung basierend - neu geschrieben. (Am 7. 11. 1980 gab es in der Düsseldorfer Tonhalle eine konzertante Aufführung der Original-Fassung vom "Armen Jonathan" mit Rüdiger Wohlers als 'Jonathan' und Werner Hollweg als Millionär 'Mr. Vandergold', die vom WDR mitgeschnitten wurde – siehe die entsprechenden Einträge in den 'Berühmte Stimmen'-Threads dieser beiden Tenöre.)



    OPERETTEN-EINZELTITEL


    (Alle Aufnahmen mit dem Hamburger Rundfunkorchester unter Wilhelm Stephan, eingespielt in den Jahren 1951 bis 1953):


    "Der fidele Bauer" (Leo Fall): Heinerle, Heinerle, hab' kein Geld (Duett Lisi-Heinerle, mit Simon Schiller) /


    “Das Dorf ohne Glocke” (Eduard Künneke): Ein Rosenstrauch trägt Blüten.... Wenn die Knospen sprießen (Duett Eva-Peter, mit Anton Dermota) /


    "Zauberin Lola" (Eduard Künneke): Tiefe Nacht, wo sonst strahlender Sonnenschein... Ich stell' den kleinen roten Saffianschuh (Lied der Lola Montez) /


    "Ein Walzertraum" (Oscar Straus): Vorüber ist die Feier... Ich hab' einen Mann, einen eigenen Mann (Duett Helene-Friederike, mit Ursula Zollenkopf) /


    "Die kleine Freundin" (Oscar Straus): Folg' mir, mein Liebchen (Duett, mit Kurt Wehofschitz) /


    "Die Teresina" (Oscar Straus): Eine weiche Frauenhand (Duett Teresina-Lavalotte, mit Rupert Glawitsch) /


    "Der Vogelhändler" (Carl Zeller): Schenkt man sich Rosen in Tirol (Duett Kurfürstin-Adam, mit Rupert Glawitsch und dem Chor des Norddeutschen Rundfunks - Chorltg.: Max Thurn) /



    Carlo

    Pünktlich zu den Salzburger Festspielen:



    „Jedermann – Das Spiel vom Sterben des reichen Mannes“ von Hugo von Hofmannsthal



    Was wäre Salzburg ohne die jährliche Aufführung des „Jedermann“ - und was wäre der „Jedermann“ ohne die jährliche Aufführung auf dem Salzburger Domplatz? Dabei entstammt die Idee, dieses einem mittelalterlichen Mysterienspiel nachempfundene Stück vor dem eindrucksvollen Portal des Domes 'St. Peter und Paul' zu Salzburg aufzuführen, einer Notlage. Im Juli 1920 – knapp zwei Jahre nach dem Ersten Weltkrieg - bat die von Hugo von Hofmannsthal, Max Reinhardt und Richard Strauss 1917 gegründete 'Salzburger Festspielhaus-Gemeinde' die Landesregierung um die kostenlose Bereitstellung von Bauholz, um in der als Spielort für den „Jedermann“ gewählten 'Felsenreitschule' einen Bühnenboden bauen zu können. Dafür verzichteten der Regisseur Max Reinhardt, der Kostümbildner Alfred Roller und die Schauspieler - u. a. Hedwig Bleibtreu, Helene Thimig, Alexander Moissi, Werner Krauss, Heinrich George und Wilhelm Dieterle - auf ihre Gagen (und Hugo von Hofmannsthal und die Komponisten Einar Nilson und Bernhard Paumgartner auf ihre Tantiemen) und stellten den erwarteten Reingewinn Kriegsinvaliden und -waisen zur Verfügung. Doch Bauholz war knapp und so entschied man sich, zunächst auf dem Domplatz vor der Domfassade auf einem kleinen Bretter-Podest ohne Kulissen zu spielen. (Wegen Regens musste allerdings eine der fünf Vorstellungen in der Aula der Salzburger Universität statt finden. Da auch die Verpflegung der Gäste wegen der schlechten Ernährungslage schwierig war, erteilten die Passbehörden keine längeren Aufenthaltsgenehmigungen und man setzte Sonderzüge für die rechtzeitige Abreise der Festspielbesucher ein.) Damit ist der „Jedermann“ vor dem Salzburger Dom das erfolgreichste und dauerhafteste Provisorium der Theatergeschichte!



    Das gab es auf der Schallplatte:



    Der Spielansager – Helmut Janatsch / Gott der Herr – Karl Blühm / Der Tod – Ernst Deutsch / Jedermann – Will Quadflieg / Jedermanns Mutter – Adrienne Gessner / Jedermanns guter Gesell – Erich Auer / Ein armer Nachbar – Günther Haenel / Ein Schuldknecht – Wolfgang Hebenstreith / Des Schuldknechts Weib – Roswitha Posselt / Jedermanns Buhlschaft – Martha Wallner / Dicker Vetter – Fritz Imhoff / Dünner Vetter – Kurt Sowinetz / Der Mammon – Hanns Ernst Jäger / Jedermanns gute Werke – Hilde Mikulicz / Der Glaube – Maria Becker / Der Teufel – Ernst Ginsberg // Musik: Einar Nilson und Joseph Messner / Der Salzburger Rundfunk- und Mozarteum-Kammerchor / Ltg.: Ernst Hinreiner / Das Mozarteum-Orchester Salzburg / Dirigent: Karl Hudez / Dom-Orgel: Franz Sauer / Spielleitung: Ernst Lothar (Salzburg, August 1958, mono). Veröffentlicht – mit einigen geschickt vorgenommenen Kürzungen - auf einer Schallplatte der 'Deutschen Grammophon Gesellschaft' in deren 'Literarischem Archiv'. Lt. einer damaligen Rezension ist die Schallplattenaufnahme nicht identisch mit dem Ton der Fernseh-Übertragung (siehe dort). (Ich habe diese LP, die zu Weihnachten 1958 in den Handel kam, mit einer sehr schön – mit großen Rollenfotos der Mitwirkenden - gestalteten Beilage; 1993 wurde sie auf CD mit einer Spieldauer von 63,10 Minuten herausgegeben.)



    Das gab es im Rundfunk:



    Der Spielansager – Rüdiger Lichti / Gott der Herr – Günther Hadank / Der Tod – Martin Held / Jedermann – Wilhelm Borchert / Jedermanns Mutter – Renée Stobrawa / Jedermanns guter Gesell – Joseph Noerden / Der Hausvogt – Helmut Heyne / Der Koch – Kurt Laschinsky / Ein Knecht – Hans Mahlau / Ein armer Nachbar – Walter Bluhm / Ein Schuldknecht – Max Grothusen / Des Schuldknechts Weib – Charlotte Kolle / Jedermanns Buhlschaft – Joana Maria Gorvin / Dicker Vetter – Hans Stiebner / Dünner Vetter – Herbert Weissbach / Der Mammon – Eduard Wandrey / Jedermanns gute Werke - Roma Bahn / Der Glaube – Tilly Lauenstein / Der Teufel – Hans Hessling // Musik: Wolfgang Wölfer / Funk-Regie: Hans Bernd Müller (SFB Sender Freies Berlin, Sendung am 3. 4. 1955, 86 Minuten).


    Natürlich hat Salzburg keinen Alleinvertretungsanspruch für den „Jedermann“ und es gibt nicht nur Mundart-Fassungen des Textes, sondern auch ebenso imposante Aufführungsorte wie in Salzburg, beispielsweise (schon seit 1925) in Schwäbisch Hall, in Erfurt und vor dem Bamberger Dom. Von 1987 bis 2014 gab es auch in Berlin von der Schauspielerin Brigitte Grothum verantwortete „Jedermann“-Festspiele, seit 1993 im Berliner Dom (2006 mit René Kollo als „Jedermann“).



    Am 15. 8. 1959 sendete der Österreichische Rundfunk (ORF) einen Mitschnitt der Salzburger „Jedermann“-Aufführung vom 9. 8. 1959 (84 Minuten). Bis auf zwei Änderungen (Viktor Braun als 'Hausvogt' und Ludwig Linkmann als 'Armer Nachbar') ist die übrige Besetzung identisch mit der Schallplattenaufnahme und der Fernsehsendung von 1958 (siehe dort).



    Das gab es auf der Kinoleinwand:



    Der Spielansager – Max Lorenz / Die Stimme des Herrn – Ewald Balser / Der Tod – Kurt Heintel / Jedermann – Walther Reyer / Jedermanns Mutter – Alma Seidler / Jedermanns guter Gesell – Wolfgang Gasser / Der Hausvogt – Eduard Cossovel / Der Koch – Viktor Braun / Ein Knecht – Herbert Fux / Ein armer Nachbar – Helmut Janatsch / Ein Schuldknecht – Karl Blühm / Des Schuldknechts Weib – Roswitha Posselt / Jedermanns Buhlschaft – Ellen Schwiers / Dicker Vetter – Rudolf Rhomberg / Dünner Vetter – Peter P. Jost / Der Mammon – Paul Dahlke / Jedermanns gute Werke – Sonja Sutter / Der Glaube – Paula Wessely / Der Teufel – Heinrich Schweiger // Musik: Ernst Krenek / Das Mozarteum-Orchester Salzburg / Dirigent: Ernst Hinreiner / Dom-Orgel: Franz Sauer / Choreographie: Heinz Rosen / Einstudierung der Tänze: Franz Bauer-Pantoulier / Ausstattung: Tony Duquette / Inszenierung und Film-Regie: Gottfried Reinhardt (Salzburger Festspiele 1961, 'Dürer-Filmproduktion im Bavaria-Filmverleih', 105 Minuten).


    Walther Reyer hat die Titelrolle in 9 Salzburger Spielzeiten (mit 55 Vorstellungen) gespielt. Gottfried Reinhardt, der Sohn Max Reinhardts, beauftragte Ernst Krenek mit der Komposition einer neuen Bühnenmusik; bis dahin wurde stets die Musik von Einar Nilson aus dem Jahre 1920 (teilweise auch in späteren Bearbeitungen von Bernhard Paumgartner und Joseph Messner) gespielt. Da die Inszenierung Gottfried Reinhardts in den Jahren 1961-1962 beim Publikum nicht sonderlich 'ankam', wurde wieder Max Reinhardts Witwe Helene Thimig – deren Inszenierung schon von 1947 bis 1951 gezeigt wurde – für die folgenden sechs Jahre mit der Regie beauftragt. Die Besonderheit des während der Salzburger Festspiele 1961 gedrehten Kinofilms ist, dass er die Spielhandlung nicht nur vor dem Portal des Salzburger Doms, sondern auch an anderen Orten der Stadt zeigt. Bemerkenswert ist auch, dass der 'Spielansager' seinen Part nicht spricht, sondern singt: in den Salzburger Aufführungen 1961 und 1962 (als man die Musik von Ernst Krenek einsetzte - von 1963 bis 1968 verwendete man wieder die Musik von Einar Nilson und Joseph Messner) war es Julius Patzak, im Film ist es der 'Wagner-Tenor' Max Lorenz, der in Salzburg wohnte.



    Das gab es im Fernsehen:



    Der Spielansager – Helmut Janatsch / Gott der Herr – Karl Blühm / Der Tod – Ernst Deutsch / Jedermann – Will Quadflieg / Jedermanns Mutter – Adrienne Gessner / Jedermanns guter Gesell – Erich Auer / Der Hausvogt – Karl Navratil / Der Koch – Mario Haindorff / Ein Knecht – August Herbst / Ein armer Nachbar – Günther Haenel / Ein Schuldknecht – Wolfgang Hebenstreith / Des Schuldknechts Weib – Roswitha Posselt / Jedermanns Buhlschaft – Martha Wallner / Dicker Vetter – Fritz Imhoff / Dünner Vetter – Kurt Sowinetz / Der Mammon – Hanns Ernst Jäger / Jedermanns gute Werke – Hilde Mikulicz / Der Glaube – Maria Becker / Der Teufel – Ernst Ginsberg // Musik: Einar Nilson und Joseph Messner / Der Salzburger Rundfunk- und Mozarteum-Kammerchor / Ltg.: Ernst Hinreiner / Das Mozarteum-Orchester Salzburg / Dirigent: Karl Hudez / Dom-Orgel: Franz Sauer / Rhytmische Gestaltung: Grete Wiesenthal / Ausstattung: Caspar Neher / Inszenierung: Ernst Lothar (Salzburger Festspiele 1958, 90 Minuten). In der Premiere am 27. 7. 1958 hatte Albin Skoda den 'Teufel' gespielt. Die Fernseh-Übertragung wurde damals nur in Österreich ausgestrahlt.



    Der Spielansager – Peter Wolfsberger / Gott der Herr – Will Quadflieg / Der Tod – Romuald Pekny / Jedermann – Klaus Maria Brandauer / Jedermanns Mutter – Susi Nicoletti / Jedermanns guter Gesell – Karlheinz Hackl / Der Hausvogt – Edd Stavjanik / Der Koch – Robert Werner / Zwei Knechte – Otto Bolesch und Helmut Schneider / Ein armer Nachbar – Rudolf Wessely / Ein Schuldknecht – Fritz Holzer / Des Schuldknechts Weib – Ida Krottendorf / Jedermanns Buhlschaft – Marthe Keller / Dicker Vetter – Alfred Böhm / Dünner Vetter – Hans Clarin / Der Mammon – Rolf Hoppe / Jedermanns gute Werke – Marianne Nentwich / Der Glaube – Sonja Sutter / Der Teufel – Helmuth Lohner // Musik: Gerhard Wimberger / Drei Solisten des Tölzer Knabenchors / Das Ensemble 'Spinario' / Das Mozarteum-Orchester Salzburg / Dirigent: Rupert Huber / Dom-Orgel: Oskar Peter / Choreographie: William Milié / Choreographie-Assistenz: Felicitas Smolik / Ausstattung: Veniero Colasanti und John Moore / Inszenierung: Ernst Haeussermann / Fernseh-Regie: C. Rainer Ecke (Salzburger Festspiele 1983, Sendung im ORF und ZDF am 31. 7. 1983, 105 Minuten). Meines Wissens gibt es von dieser TV-Aufzeichnung bisher keine VHS- oder DVD-Veröffentlichung. (Nach dem Ende der Festspiele 1983 gastierte das gesamte Ensemble mit dieser Produktion in Freiluftaufführungen vor dem Kapitol in Rom.)



    Das gibt es auf DVD:



    Ein Mönch – Hans Gratzer / Gott der Herr - Ewald Balser / Der Tod – Peter Arens / Jedermann – Ernst Schröder / Jedermanns Mutter – Liselotte Schreiner / Jedermanns guter Gesell – Kurt Heintel / Der Hausvogt – Karl Blühm / Der Koch – Friedemann Held / Ein Knecht – Tom Krinzinger / Ein armer Nachbar – Hanns Obonya / Ein Schuldknecht – Edd Stavjanik / Des Schuldknechts Weib – Evi Servaes / Jedermanns Buhlschaft – Christiane Hörbiger / Dicker Vetter – Max Mairich / Dünner Vetter - Heinz Petters / Der Mammon – Heinrich Schweiger / Jedermanns gute Werke – Gisela Mattishent / Der Glaube – Sonja Sutter / Der Teufel – Heinz Reincke // Musik: Paul Angerer / Der Salzburger Rundfunk- und Mozarteum-Chor / Das Mozarteum-Orchester Salzburg / Dirigent: Ernst Hinreiner / Dom-Orgel: Oskar Peter / Choreographie: Dick Price / Ausstattung: Rudolf Heinrich / Inszenierung: Leopold Lindtberg / Fernseh-Regie: Hermann Lanske (Salzburger Festspiele 1970, Sendung am 6. 9. 1970 im ORF und im ZDF, 95 Minuten). Die TV-Aufzeichnung (noch in s/w) ist 2008 bei 'Arthaus' auf DVD erschienen.


    Leopold Lindtberg brachte als Erster in Salzburg 'Gott den Herrn' in persona auf die Bühne; in den Jahren davor war nur seine Stimme aus einem Fenster über dem mittleren Portal der Domfassade zu hören. Während meines Sommer-Urlaubs 1970 in der Umgebung von Salzburg habe ich bei einem der vielen Besuche in der Mozart-Stadt kurz vor Beginn der Festspiele auch eine längere Probe des „Jedermann“ auf dem Domplatz miterlebt; eine Karte für eine der sieben nachmittäglichen Vorstellungen in diesem Jahr war nicht zu bekommen...



    Der Spielansager – Wolf Bachofner / Gott der Herr – Hans Michael Rehberg / Der Tod – Otto Sander / Jedermann – Ulrich Tukur / Jedermanns Mutter – Christine Ostermayer / Jedermanns guter Gesell – Johannes Krisch / Der Hausvogt – Severin von Hoensbroech / Der Koch – Hans Wolfgang Pemmer / Ein Knecht – Mathias Schlung / Ein armer Nachbar – Fritz Muliar / Ein Schuldknecht – Michael Rastl / Des Schuldknechts Weib – Petra Torky / Jedermanns Buhlschaft – Dörte Lyssewski / Dicker Vetter – Hans Dieter Knebel / Dünner Vetter – Robert Meyer / Der Mammon – Thomas Thieme / Jedermanns gute Werke – Maria Bill / Der Glaube – Kitty Speiser / Der Teufel – Branko Samarovski / Zwei Engel – Johannes Lenzenhofer und Alexander Thaler // Musik: Werner Preisegott Pirchner / Das Vokalensemble 'Nova' / Das Bläserensemble 'Juvavum Brass' / Dirigent: Bernhard Sieberer / Choreographie: Elizabeth Clarke / Ausstattung: Anna Maria Heinreich und Imre Vincze / Inszenierung: Gernot Friedel / Fernseh-Regie: Karina Fibich (Salzburger Festspiele 2000, 112 Minuten). Die entsprechende DVD ist 2009 bei 'Arthaus' erschienen.


    Neben dem überzeugenden Spiel Ulrich Tukurs als beinahe sympathischer Titelheld – eben wie jedermann – sind noch der Darsteller des 'Mammon', der sich meterhoch aufbläht (eine geradezu zirzensische Leistung von Thomas Thieme), und der agile und fast jovial wirkende 'Teufel' (Branko Samarovski) hervorzuheben. Kleine 'Seitenblicke' zeigen die Schauspieler z. B. im Dom beim Memorieren ihrer Rollen oder den 'Teufel' im Auto bei der Fahrt zum Domplatz. Diese Produktion ist mit über 100 Vorstellungen in 18 Spielzeiten die meistgezeigte „Jedermann“-Inszenierung der Salzburger Festspiele; die Titelrolle spielten in jener Zeit Klaus Maria Brandauer, Helmuth Lohner, Gert Voss und Ulrich Tukur.



    Die Spielansager – Riederinger Kinder / Gott der Herr – Rudolf Wessely / Der Tod – Jens Harzer / Jedermann – Peter Simonischek / Jedermann Mutter – Jennifer Minetti / Jedermanns guter Gesell – Tobias Moretti / Der Hausvogt – Johann Christof Wehrs / Der Koch – Max Simonischek / Ein Knecht – Gerald Kolbinger / Ein armer Nachbar – Rudolf Wessely / Ein Schuldknecht – Anton Burkhart / Des Schuldknechts Weib – Susanne Schäfer / Jedermanns Buhlschaft – Veronica Ferres / Dicker Vetter – Oswald Fuchs / Dünner Vetter – Achim Buch / Der Mammon – Maximilian Brückner / Jedermanns gute Werke – Elisabeth Rath / Der Glaube – Elisabeth Schwarz / Der Teufel – Tobias Moretti // Musik: Markus Zwink / Das Ensemble 'Ars Antiqua Austria' / Dirigent: Gunnar Letzbor / Ausstattung: Marlene Poley / Inszenierung: Christian Stückl / Fernseh-Regie: Gernot Arendt (Salzburger Festspiele 2004, 124 Minuten). Veröffentlicht 2005 bei der DVD-Firma 'TDK' und später bei 'Arthaus'.


    Gegenüber den weitgehend 'traditionellen' Inszenierungen der Jahre 1946 bis 2001 wirkte Christian Stückls Stück-Auslegung 2002 sehr kontrovers: (unlogische) Textumstellungen, (logische) Doppelrollen - 'Gott-Armer Nachbar' und 'Guter Gesell-Teufel' - und (im Vergleich zu früheren „Jedermann“-Aufführungen) gesteigerter Aktionismus sowie grotesk ausstaffiertes Bühnenpersonal forderten die Zuschauer heraus. Peter Simonischek führt bis heute die Rangliste der Salzburger „Jedermann“-Darsteller mit 91 Vorstellungen (in 8 Spielzeiten) an, was daran liegt, dass der Regisseur Christian Stückl die Anzahl der Aufführungen gegenüber den Vorjahren stark erhöhte und auch abendliche Vorstellungen einführte. Simonischek liegt damit weit vor Alexander Moissi (69 Vorstellungen in 8 Jahren), Will Quadflieg (56 Vorstellungen in 8 Jahren) und Walther Reyer (55 Vorstellungen in 9 Jahren). Die am meisten eingesetzte 'Buhlschaft' war übrigens Dagny Servais (von 1926 bis 1937), gefolgt von Senta Berger (7 Jahre) und Christiane Hörbiger (5 Jahre).



    Die Spielansager – Riederinger Kinder / Gott der Herr – Martin Reinke / Der Tod – Ben Becker / Jedermann – Nicholas Ofczarek / Jedermanns Mutter – Elisabeth Rath / Jedermanns guter Gesell – Peter Jordan / Der Koch – Robert Reinagl / Ein Knecht – David Supper / Ein armer Nachbar – Martin Reinke / Ein Schuldknecht – Robin Sondermann / Des Schuldknechts Weib – Britta Bayer / Jedermanns Buhlschaft – Birgit Minichmayr / Dicker Vetter – Felix Vörtler / Dünner Vetter – Thomas Limpinsel / Der Mammon – Sascha Oskar Weis / Jedermanns gute Werke – Angelika Richter / Der Teufel – Peter Jordan // Musik: Markus Zwink / Das Ensemble 'Ars Antiqua Austria' / Dirigent: Gunnar Letzbor / Ausstattung: Marlene Poley / Inszenierung: Christian Stückl / Fernseh-Regie: Hannes Rossacher (Salzburger Festspiele 2010, Sendung im ORF am 25. 7. 2010, 128 Minuten). Veröffentlicht 2010 bei 'Arthaus'.


    Christian Stückls Regie unterschied sich 2010 von der aus dem Jahr 2004 erheblich. Zwar gab es wieder Textumstellungen und die Doppelbesetzungen 'Gott-Armer Nachbar' und 'Guter Gesell-Teufel', aber 'Der Glaube' war nun gestrichen und dessen Text zynischerweise dem 'Teufel' in den Mund gelegt worden. Vor allem die Interpretation der Titelrolle als 'Brutalo' verstört und lässt die finale Läuterung unwahrscheinlich wirken. Schauspielerische Glanzlichter sind Ben Becker als sehr fleischlischer 'Tod' und Angelika Richter als 'schlichtes Kind vom Lande' ('Jedermanns gute Werke').



    Die Spielansager – Hannes Flaschberger und Stephan Kreiss / Gott der Herr – Florentina Rucker / Der Tod – Peter Lohmeyer / Jedermann – Cornelius Obonya / Jedermanns Mutter – Julia Gschnitzer / Jedermanns guter Gesell – Patrick Güldenberg / Die Köchin – Sigrid Maria Schnückel / Ein armer Nachbar – Johannes Silberschneider / Ein Schuldknecht – Fritz Egger / Des Schuldknechts Weib – Katharina Stemberger / Jedermanns Buhlschaft – Brigitte Hobmeier / Dicker Vetter – Hannes Flaschberger / Dünner Vetter – Stephan Kreiss / Der Mammon – Jürgen Tarrach / Jedermanns gute Werke – Sarah Viktoria Frick / Der Glaube – Hans Peter Hallwachs / Der Teufel – Simon Schwarz / Ein Knabe – Simon Nagl // Musik: Martin Lowe, Julian Crouch, Einar Nilson, Bernhard Paumgartner und traditionelle Volksmusik aus dem Balkan / Das 'Ensemble 013' / Dirigent: Martin Lowe / Choreographie: Jesse J. Perez / Ausstattung: Julian Crouch und Olivera Gajic / Dramaturgie: David Tushingham / Inszenierung: Julian Crouch und Brian Mertes / Fernseh-Regie: André Turnheim (Salzburger Festspiele 2013, 120 Minuten). Veröffentlicht 2014 bei 'C major' mit einer Dokumentation „Salzburgs neuer Jedermann“ (25 Minuten).


    Als Kontrast zu der 'intellektuellen' Auslegung durch den aus Oberammergau stammenden Regisseur Christian Stückl, der im Jahr 2000 die nur alle zehn Jahre statt findenden Passionsspiele seines Heimatortes 'erneuerte', orientierte sich das Regieteam aus den USA (Mertes) und aus Großbritannien (Crouch) an den Mysterienspielen früherer Jahrhunderte, die oft auch auf Jahrmärkten und Volksfesten gezeigt wurden. (Das Vorbild für Hofmannsthal war bekanntlich das „Everyman“-Spiel des englischen Mittelalters.) Es gab lebensgroße Puppen und Masken, 'schräge' Musik mit ausgelassenem Tanz und 'starke' Bilder: die auf einem Fahrrad über die Bühne 'fegende' Brigitte Hobmeier als 'Buhlschaft' (ein Jahr später musste sie wegen einem eingegipsten Fuß darauf verzichten), der virtuos fast acht Meter ins mittlere Portal hoch kletternde Simon Schwarz ('Teufel'), der in ebenso schwindelnder Höhe dort sitzende Hans Peter Hallwachs als männlicher 'Glaube', die zunächst als Stockpuppe in einer Kiste sitzende bezaubernde Sarah Viktoria Frick als 'Gute Werke' und die Beerdigung – im eigentlichen Wortsinn - von Cornelius Obonya als 'Jedermann'. Dazu gehörte auch ein Umzug der Schauspieler und Musiker durch die Salzburger Straßen zum Domplatz, ein Brauch der bis heute beibehalten wird. Neu war auch, dass für jene Vorstellungen, die man wegen Regens in das Große Festspielhaus verlegen musste, ein Bühnenbild - mit einer verkleinerten Domfassade im Hintergrund - gebaut wurde, während früher bei derartigen Aufführungen mit ein paar Versatzstücken eher Probenatmosphäre herrschte. (Nicht wenige der „Jedermann“-Schauspieler bevorzugen diese Vorstellungen im Festspielhaus wegen der besseren Akustik.) Doch Teile der Kritik kamen mit dieser phantasievollen Interpretation – u. a. wurde 'Gott der Herr' durch ein Kind dargestellt - nicht zurecht, so dass sie vier Jahre später durch die noch aktuelle Inszenierung von Michael Sturminger abgelöst wurde.



    Der Spielansager; Gott der Herr; Der Tod – Peter Lohmeyer / Jedermann – Tobias Moretti / Jedermanns Mutter – Edith Clever / Jedermanns guter Gesell – Gregor Bloéb / Der Koch – Markus Kofler / Ein armer Nachbar – Helmut Mooshammer / Ein Schuldknecht – Michael Masula / Des Schuldknechts Weib – Pauline Knof / Jedermanns Buhlschaft – Caroline Peters / Dicker Vetter – Gustav Peter Wöhler / Dünner Vetter – Tino Hillebrand / Der Mammon – Christoph Franken / Jedermanns gute Werke – Mavie Hörbiger / Der Glaube – Falk Rockstroh / Der Teufel – Gregor Bloéb // Musik: Wolfgang Mitterer / Das 'Ensemble 013' / Dirigent: Jaime Wolfson / Choreographie: Andreas Heise und Joe Monaghan / Ausstattung: Renate Martin und Andreas Donhauser / Videodesign: Jakob Barth / Dramaturgie: Angela Obst / Inszenierung: Michael Sturminger / Fernseh-Regie: André Turnheim (Salzburger Festspiele 2020, 102 Minuten). Veröffentlicht 2021 auf zwei DVDs in der 'Unitel Edition' mit einer 54minütigen Dokumentation zum 100. Jubiläum der Salzburger Festspiele „Das große Welttheater – Salzburg und seine Festspiele“.


    Michael Sturmingers Inszenierung stammt aus dem Jahre 2017: eine dem Zeitgeist huldigende Regiearbeit von x-beliebiger Aussage. Am 28. 7. 2019 gab es die 700. Aufführung des „Jedermann“ bei den Salzburger Festspielen; wegen des berühmten Salzburger 'Schnürlregens' musste diese Vorstellung aber vom Domplatz in das Große Festspielhaus verlegt werden. Trotz der 'Corona'-Beschränkungen gab es 2020 vierzehn Aufführungen des „Jedermann“, wovon zehn abends statt fanden.



    Schließlich sei noch auf eine interessante DVD mit dem Titel „Jedermann remixed“ hingewiesen, die eine komplette Fassung des Schauspiels in Form einer Collage bringt, zusammengesetzt von Hannes Rossacher mit Film- und Fernsehmaterial aus neun Jahrzehnten „Jedermann“-Aufführungen bei den Salzburger Festspielen von 1920 bis 2010. Zu sehen sind hier u. a. 14 Darsteller der Titelrolle: Alexander Moissi, Paul Hartmann, Attila Hörbiger, Will Quadflieg, Walther Reyer, Curd Jürgens, Maximilian Schell, Ernst Schröder, Klaus Maria Brandauer, Helmuth Lohner, Gert Voss, Ulrich Tukur, Peter Simonischek und Nicholas Ofczarek. Diese Dokumentation (90 Minuten) des ORF ist 2011 auf einer DVD bei 'Arthaus' erschienen. Eine aktualisierte Fassung aus dem Jahre 2020 „Jedermann remixed – Eine Zeitreise durch 100 Jahre Salzburger Festspiele“ (90 Minuten) kann man im Internet unter https://tvthek.orf.at/history/Die-Salzburger-Festspiele sehen.



    Carlo

    Opernszenen und -ausschnitte mit Lore Hoffmann (3. Teil)



    “Schwarzer Peter” (Norbert Schultze): Schallplatten-Kurzfassung / Erika – Lore Hoffmann / König Klaus und Roderich – Hans Mathéi / König Hans und Der Spielmann - Hanns Heinz Nissen / Das Orchester des Deutschen Opernhauses Berlin / Dirigent: Norbert Schultze (Berlin, Telefunken-Studio, 1937) 'Telefunken' (Schelllackplatte, 25 cm, 1937).



    “Der Rosenkavalier” (Richard Strauss): Große Szenenfolge / Die Feldmarschallin – Erna Schlüter / Baron Ochs – Josef Greindl / Octavian – Nathalie Hinsch-Gröndahl / Herr von Faninal – Gustav Neidlinger / Sophie – Lore Hoffmann / Jungfer Leitmetzerin – Ina Gerhein / Annina – Ursula Zollenkopf / Der Wirt – Joshard Daus / Ein Hausknecht – Theo Henning / Der Chor des Norddeutschen Rundfunks / Chorltg.: Max Thurn / Das Sinfonie-Orchester des Norddeutschen Rundfunks / Dirigent: Eugen Szenkar (Hamburg, Funkhaus, 6. - 10. 12. 1951, Dauer: ca. 102 Minuten ohne die Alternativ-Version des Finales des zweiten Aktes, die ebenfalls auf der CD-Ausgabe zu hören ist.) Zusammen mit einer Aufnahme der "Rosenkavalier"-Suite - mit dem Toronto Symphony Orchestra unter Eugen Szenkar – 2006 veröffentlicht durch das 'Schallarchiv Gert Fischer' als Vol. 3 der "Edition Eugen Szenkar" (2 CDs).



    “Pimpinone” (Georg Philipp Telemann): Duett Pimpinone-Vespetta “Wilde Hummel, böser Engel! Alter Hudler, Galgenschwengel!” / Vespetta – Lore Hoffmann / Pimpinone – Horst Günter / Das Sinfonie-Orchester des Norddeutschen Rundfunks / Dirigent: Wilhelm Schüchter (Hamburg, Funkhaus, 1952). Dieses kleine Duett stammt aus der NWDR-Dokumentation über das Hamburger 'Theater am Gänsemarkt' (siehe Händels “Almira”); ob es aus diesem Anlass auch eine Gesamtaufnahme dieser Telemann-Oper gegeben hat, ist mir nicht bekannt.



    “Rienzi” (Richard Wagner): 1. bis 3. Akt (gekürzt) / Rienzi – August Seider / Irene – Franziska von Dobay / Adriano – Margarete Klose / Stefano Colonna – Rudolf Gonszar / Paolo Orsini – Theodor Horand / Raimondo – Ferdinand Frantz / Baroncelli – Hanns Fleischer / Cecco del Vecchio – Rudolf Schmalnauer / Der Friedensbote – Lore Hoffmann / Der Chor des Reichssenders Leipzig / Das Leipziger Sinfonie-Orchester / Dirigent: Hans Weisbach (Leipzig, Funkhaus, 13. 11. 1937; ca. 90 Min.) Veröffentlicht von 'Walhall' auf 2 CDs (2005).


    Diese Ausgabe von 'Walhall' enthält noch das Gebet des 'Rienzi' aus dem 5. Akt mit August Seider, begleitet vom Leipziger Sinfonie-Orchester unter Hilmar Weber (aufgenommen am 23. 11. 1937; ca. 9 Min.); das Finale des 2. Aktes aus “Tristan und Isolde” (ab “Soll ich lauschen?”) mit Margarethe Bäumer (Isolde), August Seider (Tristan), Willi Schwenkreis (Kurwenal), Frederick Dalberg (König Marke) und Walter Streckfuß (Melot), das Gewandhausorchester Leipzig spielt unter der Leitung von Paul Schmitz (20. 8. 1943; ca. 26 Min.) sowie das Duett Marquis Posa-König Philipp aus “Don Carlos” mit Theodor Horand (Marquis Posa) und Frederick Dalberg (König Philipp) mit dem Gewandhausorchester Leipzig, der Dirigent ist Paul Schmitz (aufgenommen am 18. 8. 1943; ca. 15 Min.).



    In einer Woche folgen Operetten-Gesamtaufnahmen und -Querschnitte mit Lore Hoffmann.



    Carlo


    Liebe Moderatoren,


    beim 'Durchforsten' älterer Beiträge habe ich festgestellt, dass Rüdiger Wohlers bisher im Themenverzeichnis "Berühmte Stimmen" nicht gelistet ist.


    Dieser Beitrag kann nach Erledigung gelöscht werden. Danke!


    Carlo

    Opernszenen und -ausschnitte mit Lore Hoffmann (2. Teil):



    “Hänsel und Gretel” (Engelbert Humperdinck): Suse, liebe Suse, was raschelt im Stroh... Brüderchen, komm', tanz' mit mir* – Der kleine Sandmann bin ich – Abends will ich schlafen geh'n – Traumpantomime – Mir träumte, ich hört' ein Rauschen und Klingen ... Von Kuchen und Torten ein Häuslein gemacht / Gretel – Lore Hoffmann / Hänsel – Martha Mödl / Sandmännchen – Elisabeth de Freitas / Das Sinfonie-Orchester des Norddeutschen Rundfunks / Dirigent: Wilhelm Schüchter (Hamburg, Funkhaus, 1949, Dauer: 25 Minuten). *Dieses Duett ist enthalten auf dem Martha Mödl gewidmeten Portrait von 'Melodram' (2LP) in der ersten Serie 'Live: 25 voci celebri della lirica' (1980) .


    dto.: Suse, liebe Suse, was raschelt im Stroh... Brüderchen, komm', tanz' mit mir – Ein Männlein steht im Walde – Der kleine Sandmann bin ich – Abends will ich schlafen geh'n / Gretel – Erika Köth / Hänsel - Lore Hoffmann / Sandmännchen – Helga Hildebrand / Die Berliner Symphoniker / Dirigent: Arthur Grüber (Berlin, Gemeindehaus Zehlendorf, April 1954) 'Electrola' (1 EP, 1954).



    “Der Wildschütz” (Albert Lortzing): Arie der Baronin Freimann “Auf des Lebens raschen Wogen” und das 'Billard-Quintett' “Ich habe Numero Eins” / Baronin Freimann – Lore Hoffmann / Gräfin von Eberbach – Hedy Gura / Baron Kronthal – Rudolf Schock / Graf von Eberbach – Horst Günter / Schulmeister Baculus – Benno Kusche / Das Hamburger Rundfunkorchester / Walter Martin (Hamburg, Funkhaus, Januar 1951).



    “Undine” (Albert Lortzing): Arie der Undine aus dem 2. Akt “So wisse, dass in allen Elementen es Wesen gibt” und Finale 3. Akt “Nun ist's vollbracht! Du kehrst zur Heimat wieder ... O kehr' zurück! Mein eitel Sehnen ist nun gestillt” / Undine – Lore Hoffmann / Kühleborn – Horst Günter / Der Chor und das Sinfonie-Orchester des Norddeutschen Rundfunks / Chorltg.: Max Thurn / Dirigent: Wilhelm Schüchter (Hamburg, Funkhaus, 1951).



    “Die Hochzeit des Figaro” ('Le nozze di Figaro') (Wolfgang Amadé Mozart): Ausschnitte / Graf Almaviva – Hans Wocke / Gräfin – Constanze Nettesheim / Susanna – Irma Beilke / Figaro – Ludwig Windisch / Cherubino – Lore Hoffmann / Bartolo – Wilhelm Lang / Basilio – Georg Gerhard / Das Orchester des Deutschen Opernhauses Berlin / Dirigent: Hans Schmidt-Isserstedt (Berlin, Funkhaus, 1942).


    dto.: Vierter Akt (Finale) / Graf Almaviva – Hans Wocke / Gräfin – Tiana Lemnitz / Susanna – Maria Cebotari / Figaro – Willi Domgraf-Fassbaender / Cherubino – Lore Hoffmann / Marcellina – Beate Asserson / Bartolo – Eduard Kandl / Das Sinfonie-Orchester des Reichssenders Berlin / Dirigent: Artur Rother (Berlin, Funkhaus, 5. 2. 1942). In der UdSSR auf einer 'Melodiia'-Sammelplatte erschienen.



    “Madame Butterfly” (Giacomo Puccini): Ausschnitte / Cho-Cho-San – Lore Hoffmann / Suzuki – Maria von Ilosvay / F. B. Linkerton – Rudolf Schock / Sharpless - Georg Mund / Goro – Fritz Göllnitz u. a. / Das Hamburger Rundfunkorchester / Dirigent: Walter Martin (Hamburg, Funkhaus, ca. 1948). Ob diese Ausschnitte aus einer Gesamtaufnahme stammen, kann nicht mehr ermittelt werden. Nur das Liebesduett aus dem 1. Akt wurde bisher veröffentlicht auf einer LP bzw. CD von 'Acanta' (Rudolf-Schock-Portrait).



    Carlo



    Lieber 'hart',


    auch ich möchte mich für Deine stets sehr lebendig geschriebenen und faktenreichen Lebensbilder vergangener Musikergrößen bedanken, die für mich eine lesenswerte Alternative zu den 'trockenen' Lexika-Eintragungen sind. Die oft stimmungsvollen Bilder ihrer Grabdenkmäler sind dazu eine schöne Ergänzung.


    Carlo


    P. S. Das Grab 'Minna' Wagners befand sich ursprünglich an anderer Stelle auf dem Dresdner Annenfriedhof; 1920 sollte es aufgelassen werden. Siegfried Wagner bezahlte die Umbettung und die Pacht für die nächsten 40 Jahre. Das verloren gegangene eiserne Kreuz auf dem Grabstein wurde später durch ein Steinkreuz ersetzt.

    Liebe Operettenfreunde,


    am 17. 7. 2021 brachte der "Deutschlandfunk Kultur" in seiner Reihe 'Die besondere Aufnahme' das unsterbliche Meisterwerk von Johann Strauß als - wie es damals in der Werbung hieß - 'Kurzoperette für die Heimbühne bearbeitet von Hermann Weigert und Hans Maeder', erschienen 1929 auf fünf 'doppelseitigen' Schelllackplatten der Firma 'Polydor' ('Deutsche Grammophon Gesellschaft'):

    "Die Fledermaus" (Johann Strauß): Gabriel von Eisenstein - Waldemar Henke / Rosalinde - Margret Pfahl / Adele - Adele Kern / Dr. Falke - Willy Domgraf-Fassbaender / Frank - Leonhard Kern / Prinz Orlofsky - Else Ruziczka (Else Tegetthoff) / Alfred - Franz Völker / Dr. Blind - Felix Fleischer / Ida - Hertha Klust / Frosch - Eduard Kandl / Iwan - Ernst Spangenberg / Chor- und Orchester-Mitglieder der Staatsoper Berlin / Dirigent: Hermann Weigert.

    Die - technisch hervorragend restaurierte - Überspielung mit einer Dauer von ca. 40 Minuten macht in keiner Weise den Eindruck, eine über 90 Jahre alte Aufnahme zu hören. Das Werk ist geschickt gekürzt, bringt in Kurzform alle Höhepunkte dieser Operette und enthält sogar einige Dialoge, wobei manche 'Kalauer' des Frosch (wie z. B. "Nichts, würdiger Herr Direktor" oder "Die Adele und die Ida, die waren ja noch nie da!") ich bisher immer als Erfindung Otto Schenks annahm. In der Mediathek des "Deutschlandfunks Kultur" kann man sich davon überzeugen.


    Carlo

    Liebe Opernfreunde,


    vor drei Tagen, am 17. 7. 2021, brachte der Radiosender "Deutschlandfunk Kultur" einen nun schon historisch zu nennenden Premieren-Mitschnitt des RIAS Berlin aus dem 'Theater des Westens'. Da es im Thread "Opernaufführungen als Übertragungen per Rundfunk und Fernsehen" wahrscheinlich verloren geht, sei hier der Dokumentation halber daran erinnert:


    "Die verkaufte Braut" (Bedrich Smetana): Kruschina - Tom Krause / Kathinka - Nada Puttar / Marie - Pilar Lorengar / Micha - Almar Heggen / Agnes - Sabine Zimmer / Wenzel - Martin Vantin / Hans - Ernst Haefliger / Kezal - Josef Greindl / Springer - Ernst Krukowski / Esmeralda - Ursula Schirrmacher / Muff - Robert Koffmane / Der Chor und das Orchester der Städtischen Oper Berlin / Chorltg.: Hermann Lüddecke / Dirigent: Heinrich Hollreiser / Inszenierung: Wolf Völker (Berlin, Theater des Westens, 17. 12. 1960).

    Pilar Lorengar sang sich mit dieser Vorstellung in die Herzen des Berliner Publikums, Josef Greindl gab einen stimmlich etwas trockenen Heiratsvermittler und Martin Vantin übertrieb es in meiner Wahrnehmung etwas mit dem Sprachfehler des 'Wenzel'. Die große Überraschung war für mich Ernst Haefliger, der einen lockeren, stimmschönen 'Hans' sang, und Ernst Krukowski als 'böhmisch' akzentuierter Zirkusdirektor sorgte mit Extemporés (z. B. zum 'Skandal' um Hans Werner Henzes "König Hirsch") für Heiterkeit. Auch ein interessantes Gespräch mit Heinrich Hollreiser, der mit dieser Produktion seinen Einstand an der Städtischen Oper Berlin gab und Smetanas unsterbliche Oper recht schwungvoll dirigierte, wurde noch einmal gesendet.


    Dem "Deutschlandfunk Kultur" sei Dank gesagt für diesen Gang ins Archiv!


    Carlo

    Opernszenen und -ausschnitte mit Lore Hoffmann (1. Teil):



    "Tiefland" (Eugen d'Albert): Erster Akt, Finale "Schau her, das ist ein Taler... Es kam in jeder Nacht ein Wolf in unser'n Stall - So nimm das Geld, ich schenk' es dir - Du träumst, du bist geblendet." - Zweiter Akt, Szenen 5 und 6 "Ei, so mürrisch, so verdrießlich! - Da kommt sie selbst! - Verflucht bin ich! Ich bin ein wildes Tier!" / Pedro - Willi Störring / Marta - Liselotte Enck / Pepa - Margarete Düren / Antonia - Lore Hoffmann / Rosalia - Elfriede Marherr-Wagner / Das Orchester der Berliner Staatsoper / Dirigent: Robert Heger (Berlin, Juni 1943). Diese Ausschnitte (Dauer ca. 20 Minuten) wurden der "Tiefland"-Aufnahme des Hessischen Rundfunks von 1953 (mit Max Lorenz) in der Ausgabe bei 'Walhall' (2004) als Bonus angehängt.



    “Carmen” (Georges Bizet): Duett Micaela-Don José “Wie? Du kommst von der Mutter... Ich seh' die Mutter dort” / Micaela – Lore Hoffmann / Don José – Walther Ludwig / Das Sinfonie-Orchester des Reichssenders Berlin / Dirigent: Artur Rother (Berlin, Haus des Rundfunks, 1943).



    “Die Schneider von Schönau” (Jan Brandts Buys): Arie der Veronika “Heute soll ich mich entscheiden” - Duett Florian-Veronika “Ich sehe dort Veronika! Wie schön sie ist in ihrem Feierkleid” / Veronika – Lore Hoffmann / Florian - Rudolf Schock / Das Hamburger Rundfunkorchester / Dirigent: Wilhelm Schüchter (Hamburg, Funkhaus, 22. 3. 1951). Das Duett erschien auf einem Rudolf-Schock-Portrait bei 'Acanta' (LP und CD). Die komische, dreiaktige Oper “Die Schneider von Schönau” des niederländischen Komponisten Jan Brandts Buys - der in Frankfurt und Wien studierte und mit Johannes Brahms befreundet war - wurde am 1. 4. 1916 an der Dresdner Hofoper (Veronika: Minnie Nast, die erste Sophie im “Rosenkavalier”) uraufgeführt und zählt mit über tausend Aufführungen in den folgenden Jahren zu den großen Opernerfolgen des frühen 20. Jahrhunderts. Der niederländische Rundfunk NOS (Nederlandse Omroep Stichting) brachte das Werk am 19. 4. 1991 konzertant – in deutscher Sprache - im Muziekcentrum Vredenburg in Utrecht mit Soile Isokoski und Anthony Roden in den Hauptrollen (Dirigent: David Parry), seither hat es aber leider keine weiteren Auffüjhrungen gegeben.



    “Der Barbier von Bagdad” (Peter Cornelius): Duett Margiana-Nureddin “O holdes Bild in Engelsschöne... So mag kein andres Wort erklingen" aus dem 2. Akt / Margiana – Lore Hoffmann / Nureddin – Rudolf Schock / Das Hamburger Rundfunkorchester / Dirigent: Walter Martin (Hamburg, Funkhaus, 22. 3. 1951). Veröffentlicht auf Rudolf-Schock-Portraits bei 'Acanta' und 'Relief' (LP und CD).



    “Almira, Königin in Castilien oder Der in Kronen erlangte Glückswechsel” (Georg Friedrich Händel): Arie der Almira aus dem 1. Akt “Geloso tormento” / Almira – Lore Hoffmann / Das Sinfonie-Orchester des Norddeutschen Rundfunks / Dirigent: Wilhelm Schüchter (Hamburg, Funkhaus, 1952). Dies ist die erste Oper von Georg Friedrich Händel, uraufgeführt am 6. 1. 1705 im Hamburger 'Theater am Gänsemarkt'. Die Arie mit Lore Hoffmann wurde für eine Rundfunksendung des NWDR Hamburg über dieses erste deutsche 'Bürgertheater' eingespielt.



    “Aurora” (E. Th. A. Hoffmann): Finale 3. Akt / Cephalus, ein junger Hirt - Lore Hoffmann / Procris, Tochter des Königs von Athen - Hildegard Erdmann / Dejoneus, König von Phokis – Hans Wocke / Polybius, Feldherr der Athenienser – Hanns Heinz Nissen / Philarcus, Oberster der Leibwache des Dejoneus - Julius Katona / Der Chor und das Sinfonie-Orchester des Reichssenders Berlin / Chorltg. und Dirigent: Heinzkarl Weigel (Berlin, Haus des Rundfunks, 11. 12. 1942). (Dieser 10 Minuten lange Ausschnitt stammt vermutlich aus einer Rundfunksendung über E. Th. A. Hoffmann – siehe auch den Ausschnitt aus seiner “Undine”.) Der Dichter-Komponist schuf das Werk in den Jahren 1811-1812 als 'Große romantische Oper' mit dem Libretto von Franz von Holbein, basierend auf Ovids “Metamorphosen”. Erst 1933 kam die “Aurora” in Bamberg zur Uraufführung - in einer Bearbeitung von Lukas Böttcher mit neu geschriebenen Dialogen; 1990 dirigierte Hermann Dechant in Bamberg eine konzertante Aufführung von Hoffmanns Originalfassung, wovon es auch eine CD-Veröffentlichung (ohne Dialoge) bei 'Bayer-Records' gibt.



    “Undine” (E. Th. A. Hoffmann): Finale 2. Akt (ab “O weh! Was hast du angerichtet?”) / Undine – Lore Hoffmann / Huldbrand von Ringstetten – Hans Wocke / Kühleborn – Hanns Heinz Nissen / Berthalda – Hildegard Erdmann / Der Chor und das Sinfonie-Orchester des Reichssenders Berlin / Chorltg. und Dirigent: Heinzkarl Weigel (Berlin, Haus des Rundfunks, 11. 12. 1942).



    Carlo

    Lieber Musikwanderer,


    vielen Dank für Deine ausführliche Inhaltsangabe dieses vielschichtigen und wortgewaltigen 'Wahnsinnsstücks', in das ganze Generationen von Literatur-Wissenschaftlern immer wieder neue Ideen und Thesen hineininterpretiert haben und das doch das rätselhafteste Werk der Theaterliteratur geblieben ist. Johann Wolfgang von Goethe nannte den zweiten Teil seines „Faust“ sehr untertreibend ein 'episches Gedicht' - die vielen Chorpassagen sah er sogar für eine opernhafte Vertonung vor – und hat mit dieser intellektuellen Großtat und seiner phantastischen Reise durch Zeiten und Orte die Grenzen des Theaters weit überschritten. Dieses personenreiche Bühnenwerk (wohl 230 Rollen incl. Choristen und Statisten) mit seinen nicht weniger als 26 Szenenwechseln und gigantischen Anforderungen an die Kostüm- und Bühnenwerkstätten – ganz zu schweigen von den schauspielerischen Strapazen für die Hauptdarsteller – ist m. W. bisher zur Gänze nur in der vollkommen strichlosen Inszenierung Peter Steins bei der 'EXPO 2000' in Hannover (reine Spieldauer: 9 Stunden, verteilt auf zwei Abende und auf 18 Bühnen) aufgeführt worden. (Zusammen mit „Faust I“ kam man sogar auf eine Aufführungsdauer von 21 Stunden incl. einiger Pausen!)


    Daher müsste der „Faust II“ für die 'Hörbühne' (Rundfunk, Schallplatte und Hörbuch) leichter zu realisieren sein, doch es gibt nur wenige Einspielungen. Die nachstehend genannten Aufnahmen enthalten schon allein wegen der zeitlichen Dimension einer Aufführung bzw. Rundfunksendung zahlreiche 'Fehlstellen', d. h. mehr oder weniger umfangreiche Kürzungen des Textes, Wegfall einzelner Personen und sogar die Streichung ganzer Szenen. Aus Gründen der Übersichtlichkeit bei den Besetzungsangaben folgt zuerst eine Aufstellung der einzelnen Szenen mit den darin auftretenden Personen (die teilweise in mehreren Szenen zu sehen sind) in der Reihenfolge ihres Auftritts, um die Rollen und ihre Interpreten zuordnen zu können; außerdem kann man daraus auch die gestrichenen Szenen in den Tondokumenten erkennen.



    „Faust. Der Tragödie zweiter Teil“ von Johann Wolfgang von Goethe


    Erster Akt:

    Szene 1 - „Anmutige Gegend“: Ariel, Faust, Chor.

    Szene 2 - „Thronsaal der kaiserlichen Pfalz“: Kaiser, Zwei Junker, Mephistopheles, Kanzler, Heermeister, Schatzmeister, Marschalk, Astrologe, Chor.

    Szene 3 - „Weitläufiger Saal mit Nebengemächern“: Herold, Gärtnerinnen, Gärtner, Allegorien (Olivenzweig mit Früchten, Ährenkranz, Phantasiekranz und -strauß, Rosenknospen), Mutter, Tochter (stumme Rolle), Holzhauer, Pulcinelle, Parasiten, Trunkener, Satiriker, Aglaia, Hegemone, Euphrosyne, Atropos, Klotho, Lachesis, Alekto, Megäre, Tisiphone, Furcht, Hoffnung, Klugheit, Zoilo-Thersites, Knabe Wagenlenker, Plutus (Faust), Abgemagerter, Hauptweib, Weiber, Geiz, Faune, Satyr (Der Kaiser), Gnomen, Riesen, Nymphen, Chor.

    Szene 4 - „Lustgarten“: Faust, Kaiser, Mephistopheles, Marschalk, Heermeister, Schatzmeister, Kanzler, Zwei Pagen, Zwei Kämmerer, Zwei Bannerherren, Narr.

    Szene 5 - „Finstere Galerie“: Mephistopheles, Faust.

    Szene 6 - „Hell erleuchtete Säle“: Kämmerer, Marschalk, Mephistopheles, Blondine, Braune, Dame, Page.

    Szene 7 - „Rittersaal“: Herold, Astrologe, Mephistopheles, Architekt, Faust, Sechs Damen, Zwei Ritter, Kämmerer, Junge Dame, Ältere Dame, Älteste Dame, Diplomat, Hofmann, Poet, Duenna, Gelehrter, Erscheinung von Helena und Paris (stumme Rollen).


    Zweiter Akt:

    Szene 8 - „Studierstube“: Mephistopheles, Insekten, Famulus, Baccalaureus, Chor.

    Szene 9 - „Laboratorium“: Wagner, Mephistopheles, Homunculus.

    Szene 10 - „Pharsalische Felder“: Erichtho, Homunculus, Mephistopheles, Faust.

    Szene 11 – Am oberen Peneios I“: Mephistopheles, Zwei Greife, Ameisen, Arimaspen, Sphinx, Sphinxe, Sirenen, Faust, Chor.

    Szene 12 - „Am unteren Peneios“: Peneios, Faust, Nymphen, Chiron, Manto, Chor.

    Szene 13 - „Am oberen Peneios II“: Sirenen, Seismos, Sphinxe, Greife, Ameisen, Pygmäen, Daktyle, Generalissimus, Imsen, Kraniche des Ibykus, Mephistopheles, Lamien, Empuse, Oreas, Homunculus, Anaxagoras, Thales, Dryas, Phorkyas (Mephistopheles), Phorkyaden, Chor.

    Szene 14 - „Felsbuchten des ägäischen Meers“: Sirenen, Nereiden, Tritonen, Thales, Homunculus, Nereus, Proteus, Telchinen, Psyllen, Marsen, Doriden, Jünglinge, Galatee, Echo, Chor.


    Dritter Akt:

    Szene 15 - „Vor dem Palast des Menelas zu Sparta“: Helena, Panthalis, Phorkyas (Mephistopheles), Sechs Choretiden, Chorführerin, Chor.

    Szene 16 - „Innerer Burghof“: Chorführerin, Helena, Faust, Lynceus, Phorkyas (Mephistopheles), Chor.

    Szene 17 - „Schattiger Hain“: Phorkyas (Mephistopheles), Euphorion, Helena, Faust, Panthalis, Vierfach geteilter Chor.


    Vierter Akt:

    Szene 18 - „Hochgebirg“: Faust, Mephistopheles, Raufebold, Habebald, Haltefest.

    Szene 19 - „Auf dem Vorgebirg“: Obergeneral, Kaiser, Zwei Kundschafter, Faust, Vier Herolde, Raufebold, Habebald, Eilebeute, Haltefest, Mephistopheles.

    Szene 20 - „Des Gegenkaisers Zelt“: Eilebeute, Habebald, Vier Trabanten des Kaisers, Kaiser, Erzmarschall, Erzkämmerer, Erztruchsess, Erzschenk, Erzbischof, Erzkanzler, Geistlicher.


    Fünfter Akt:

    Szene 21 - „Offene Gegend“: Wanderer, Baucis, Philemon.

    Szene 22 - „Palast“: Lynceus, Faust, Mephistopheles, Drei gewaltige Gesellen, Chor.

    Szene 23 - „Tiefe Nacht“: Lynceus, Faust, Mephistopheles, Drei gewaltige Gesellen.

    Szene 24 - „Mitternacht“: Mangel, Schuld, Sorge, Not, Faust.

    Szene 25 - „Großer Vorhof des Palastes“: Mephistopheles, Lemuren, Faust, Chor.

    Szene 26 - „Grablegung“: Lemur, Lemuren, Mephistopheles, Die himmlische Heerschar, Chor der Engel, Chor.

    Szene 27“ - „Bergschluchten“: Chor und Echo, Pater Ecstaticus, Pater Profundus, Pater Seraphicus, Die seligen Knaben, Chor der Engel, Doctor Marianus, Chor der Büßerinnen, Magna Peccatrix, Mulier Samaritana, Maria Aegyptiaca, Una Poenitentium – sonst Gretchen genannt, Mater Gloriosa, Chorus Mysticus.



    Das gab es auf Schallplatten:


    Faust – Will Quadflieg / Mephistopheles – Gustaf Gründgens / Ariel – Ullrich Haupt / Der Kaiser – Sebastian Fischer / Der Kanzler – Gerhard Bünte / Der Heermeister – Kurt Langanke / Der Schatzmeister – Fritz Wagner / Der Marschalk – Benno Gellenbeck / Der Herold – Ullrich Haupt / Eine Mutter – Maria Becker / Der Trunkene – Hermann Schomberg / Die Furcht – Hannelore Koblentz / Die Hoffnung – Ursula Lillig / Die Klugheit – Solveig Thomas / Knabe Wagenlenker – Volker Brandt / Der Narr – Ludwig Linkmann / Famulus – Ulrich Erfurth / Baccalaureus – Uwe Friedrichsen / Wagner – Eduard Marks / Erichtho – Maria Becker / Chiron – Hermann Schomberg / Manto – Hannelore Koblentz / Empuse – Ella Büchi / Dryas – Ursula Lillig / Helena – Antje Weisgerber / Panthalis – Herta-Maria Gessulat / Lynceus – Ullrich Haupt / Euphorion – Volker Brandt / Raufebold – Uwe Friedrichsen / Habebald – Rudolf Fenner / Haltefest – Eugen Klimm / Ein Kundschafter – Hubert Hilten / Ein Wanderer – Hermann Schomberg / Baucis – Elly Burgmer / Philemon – Joseph Offenbach / Der Mangel – Margund Sommer / Die Schuld – Herta-Maria Gessulat / Die Sorge – Maria Becker / Die Not – Elisabeth Goebel / Pater Ecstaticus – Volker Brandt / Pater Profundus – Hermann Schomberg / Doctor Marianus – Will Quadflieg / Una Poenitentium, sonst Gretchen genannt – Antje Weisgerber / Mater Gloriosa – Maria Becker / Musik: Mark Lothar / Bearbeitung und Inszenierung: Gustaf Gründgens / Aufnahme-Regie: Peter Gorski (Studio-Aufnahme vom Herbst 1958 nach der Inszenierung des Deutschen Schauspielhauses Hamburg). In Gustaf Gründgens' Bühnenfassung (mit zahlreichen Kürzungen) fehlen folgende Szenen: Nr. 6 („Hell erleuchtete Säle“), Nr. 11 („Am oberen Peneios I“) und Nr. 14 („Felsbuchten des ägäischen Meers“); auch ist die Rolle des 'Homunculus' komplett gestrichen!.

    Veröffentlicht 1959 vom 'Literararischen Archiv der Deutschen Grammophon Gesellschaft' auf drei Schallplatten (Spieldauer: 134,16 Minuten) und später in verschiedenen Ausgaben auf LP und CD erneut herausgegeben. Ich habe noch einige Presseberichte und Zeitungskritiken zu der Premiere (in Anwesenheit der intellektuellen und politischen Prominenz jener Jahre) am 9. 5. 58 im Hamburger Schauspielhaus. Während die Aufführung beim Publikum sehr gut 'ankam' (vor allem Maria Beckers 'durchgeknallte' Erichtho und die überragende sprachlich-darstellerische Leistung Gustaf Gründgens wurden gefeiert), hatten die Berufskritiker wieder einmal viel zu bemäkeln. Leider wurde diese Inszenierung – die auch nicht auf Reisen ging wie der „Faust I“ - nicht optisch dokumentiert...



    Das gab es im Rundfunk:


    Faust – Horst Caspar / Mephistopheles – Erich Ponto / Der Kaiser – Kurt Lieck / Der Kanzler – Werner Hessenland / Der Heermeister – Wilhelm Pilgram / Der Schatzmeister – Heinrich Fürst / Der Marschalk – Bernd M. Bausch / Baccalaureus – Klaus Ponto / Famulus – Eduard Hermann / Wagner – Ernst Hetting / Homunculus – Edith Heerdegen / Chiron – Gerhard Geisler / Manto – Marlene Riphahn / Helena – Maria Wimmer / Lynceus – Hannsgeorg Laubenthal / Euphorion – Renate Hofrichter / Ein Wanderer – Peter-René Körner / Philemon – Paul Maletzki / Baucis – Else Bischoff / Sorge – Emmy Graetz / Una Poenitentium, sonst Gretchen genannt – Antje Weisgerber / In weiteren Rollen: Hilde Engel, Ursula Götz-Egydi, Gerda Gymnich, Trude Meinz, Frank Barufski, Heinz Drache, Alf Marholm, Alwin Joachim Meyer, Hans Müller-Westernhagen und Hermann Stein / Eine Aufnahme des Westdeutschen Rundunks Köln vom August 1949 / Funkbearbeitung und -regie: Ludwig Berger / Künstlerische Gesamtleitung: Wilhelm Semmelroth (WDR Westdeutscher Rundfunk Köln, Sendung am 28. 8. 1949).

    Diese Aufnahme wurde nicht auf Schallplatten gepresst, sondern ist nur auf CD erschienen u. z. 1999 bei 'Litraton' auf 5 CDs (zusammen mit der WDR-Aufnahme des „Faust – Erster Teil“ von 1952) und 2011 bei 'Random House Audio' in der Box „Johann Wolfgang von Goethe: Werke“ (40 CDs). Diese Rundfunk-Produktion (Dauer: 132 Minuten), die merkwürdigerweise vor dem ersten Teil des „Faust“ - aufgenommen im März 1952 - entstand, ist für mich ebenso bedeutend wie die Schallplatten-Aufnahme aus Hamburg und zugleich auch eine wertvolle Erinnerung an Horst Caspar (der mit Antje Weisgerber verheiratet war und Ende 1952 mit erst 39 Jahren starb) und Erich Ponto.


    Faust – Thomas Holtzmann / Mephistopheles – Will Quadflieg / Ariel – Detlef Jacobsen / Der Kaiser – Wolfgang Stendar / Zwei Junker – Hans Brand und Peter Kollek / Der Kanzler – Paul Hoffmann / Der Heermeister – Helmut Janatsch / Der Schatzmeister – Gerhard Geisler / Der Astrologe – Curth A. Tichy / Der Herold – Erik Frey / 'Olivenzweig' – Dietlind Haug / Eine Mutter – Margaret Carl / Ihre Tochter – Helma Gautier / Der Trunkene – Edd Stavjanik / Knabe Wagenlenker – Karl-Heinz Martell / Ein Satyr – Detlef Jacobsen / Zwei Pagen – Heinz Ehrenfreund und Adolf Beinl / Zwei Kämmerer – Josef Wichart und Herbert Fux / Der Narr – Max Mairich / Die Blondine – Maria Urban / Die Braune – Dietlind Haug / Der Diplomat – Reinhold Siegert / Der Poet – Richard Tomaselli / Die Duenna – Roswitha Posselt / Baccalaureus – Bruno Dallansky / Wagner – Joachim Teege / Homunculus – Margaret Carl / Erichtho – Gisela Mattishent / Chiron – Paul Hartmann / Manto – Erna Korhel / Empuse – Ingrid Kohr / Anaxagoras – Benno Sterzenbach / Thales – Hanns Obonya / Helena – Sonja Sutter / Lynceus – Paul Schöffler / Euphorion – Karl-Heinz Martell / Ein Mädchen - Helma Gautier / Raufebold – Michael Janisch / Habebald – Edd Stavjanik / Haltefest – Max Mairich / Ein Wanderer – Benno Sterzenbach / Philemon – Rudolf Forster / Baucis – Mila Kopp / Der Mangel – Erna Korhel / Die Schuld – Gertrud Ramlo / Die Sorge – Alma Seidler / Die Not – Roswitha Posselt / Pater Ecstaticus – Helmut Janatsch / Pater Profundus – Paul Hartmann / Doctor Marianus – Thomas Holtzmann / Magna Peccatrix – Margaret Carl / Mulier Samaritana – Gertrud Ramlo / Maria Aegyptiaca – Roswitha Posselt / Una Poenitentium, sonst Gretchen genannt – Aglaja Schmid / Mater Gloriosa – Gisela Mattishent / Eine Aufführung der Salzburger Festspiele 1963 im Kleinen Festspielhaus, aufgenommen am 3. 8. 1963 / Musik: Rolf Langnese / Einstudierung der Sprechchöre: Ellen Widmann / Bearbeitung und Inszenierung: Leopold Lindtberg (ORF Österreichischer Rundfunk, Sendung am 20. 8. 1963).

    Nach den Aufführungen des „Faust I“ im 'Großen' Salzburger Festspielhaus bei den Festspielen 1961 und 1962 wechselten der Regisseur Leopold Lindtberg und der Ausstatter Teo Otto bei ihrer „Faust II“-Inszenierung für die Jahre 1963, 1964 und 1965 in das akustisch für das Sprechtheater besser geeignete 'Kleine' Salzburger Festspielhaus (auch „Faust I“ wurde 1964 und 1965 in diesem Theaterbau neu einstudiert). Bemerkenswert ist 1963 die Besetzung des Türmers 'Lynceus' mit dem Sänger Paul Schöffler; 1964 und 1965 spielte der Münchner Schauspieler Peter Lühr diese Rolle.



    Das gab es im Fernsehen:


    Faust – Wolfgang Dehler / Mephistopheles – Fred Diesko / Helena – Rosemarie Deibel und 44 weitere Mitglieder des Ensembles des Nationaltheaters Weimar / Eine Aufführung des Nationaltheaters Weimar vom 31. 3. 1968 / Inszenierung: Fritz Bennewitz /

    Bühnenbild: Franz Havemann / Kostüme: Ingrid Rahaus / Choreographie: Ruth Wolf / Fernsehregie: Peter Deutsch (DFF Deutscher Fernsehfunk, Sendung am 12. 4. 1968). Für diese Inszenierung komponierte Jens-Uwe Günther die Bühnenmusik, die vorab im Tonstudio eingespielt wurde. Unter den Gesangssolisten befand sich auch die später bekannt gewordene Sopranistin Ingeborg Zobel; Jens-Uwe Günther dirigierte den Chor des Nationaltheaters Weimar und Mitglieder der Weimarischen Staatskapelle.


    Faust – Manfred Heine / Mephistopheles – Klaus-Martin Boestel u. a. / Eine Aufführung des Nationaltheaters Weimar / Inszenierung: Fritz Bennewitz / Bühnenbild: Franz Havemann / Kostüme: Ingrid Rahaus / Choreographie: Grita Krätke / Fernsehregie: Margot Thyrét (Fernsehen der DDR, Sendung am 9. 11. 1975). Diese Neuinszenierung entstand anlässlich der Feierlichkeiten '1000 Jahre Weimar'. Wieder wurde die Bühnenmusik von Jens-Uwe Günther verwendet, die unter seiner Leitung neu aufgenommen wurde. Zwei spätere Sänger der Staatsoper Berlin befanden sich unter den Gesangssolisten: Uta Priew und Peter-Jürgen Schmidt.


    Faust – Bernhard Baier / Mephisto – Matthias Günther / Der Kaiser – Dietmar Terne / Der Herold – Ulrich Mühe / Homunculus – Andreas Hermann / Helena – Heike Jonca und Ensemble-Mitglieder des Städtischen Theaters Karl-Marx-Stadt (Chemnitz) sowie Studenten der Theater-Hochschule 'Hans Otto' in Leipzig / Inszenierung: Piet Drescher / Bühnenbild: Wolfgang Bellach / Kostüme: Helga Laue / Choreographie: Heinz Kretzschmann / Fernsehregie: Margot Thyrét (Fernsehen der DDR, Sendung am 22. 4. 1984). Auch für diese Inszenierung wurde die Bühnenmusik von Jens-Uwe Günther gespielt.


    Faust – Bruno Ganz und Christian Nickel / Mephistopheles – Robert Hunger-Bühler, Johann Adam Oest und Christine Oesterlein / Helena – Corinna Kirchhoff / Das Ensemble des „Faust“-Projekts (in diversen Rollen): Hille Beseler, Melanie Blocksdorf, Dorothee Harlinger, Brigitte Hobmeier, Ana Kerezovic, Tanja Kübler, Elke Petri, Gisela Salcher, Schirin Sanaiha, Nicole Schößler, Petra Tauschler, Stephan Baumecker, Justus Carrière, Stephan von der Decken, Aom Flury, Christian Habicht, Jürgen-Christoph Kamke, Daniel Keberle, Lorenz Christian Köhler, Thorsten Loeb, Bernd Ludwig, Patrick O'Beirne, Alexander Peutz, Rainer Philippi, Hans Michael Rehberg, Michael Rotschopf, Jürgen Sarkiss, Johannes Zeiler / Inszenierung: Peter Stein / Bühnenbild: Stefan Mayer / Kostüme: Moidele Bickel / Musik: Arturo Annecchino / Fernsehregie: Thomas Grimm / Ein Zusammenschnitt von Proben und Aufführungen im 'Arena-Theater' Berlin im Oktober und November 2000 (ZDF Zweites Deutsches Fernsehen, Sendung am 18. 2. 2001 auf '3sat').

    Peter Steins 'Faust-Projekt' für die Weltausstellung „Expo 2000“ in Hannover brachte die beiden Teile von Goethes „Faust“ erstmals ungekürzt an je zwei Abenden in einer Länge von 21 Stunden (reine Spieldauer: 13 Stunden) auf die Theaterbühne, verteilt auf 18 Bühnen in einer Halle auf dem Ausstellungsgelände. Die Neueinstudierung dieser Produktion am 'Arena-Theater', einer ehemaligen Industriehalle in Berlin-Treptow, wurde vom Zweiten Deutschen Fernsehen aufgezeichnet: „Faust I“ wurde am 16. 2. 2001 im 'ZDF' gezeigt, während „Faust II“ am 18. 2. 2001 (mit einer Dauer von 9 Stunden) nur im Kultursender '3sat' zu sehen war. Auf DVD erschien 2007 bei 'Arthaus' eine 870 Minuten dauernde Fassung („Faust I und II“) dieser Aufführungen; leider gibt weder der Abspann der TV-Aufzeichnung noch das Beiheft der DVD-Ausgabe eine detaillierte Rollenbesetzung.



    Natürlich hat ein derart die Grenzen sprengendes Bühnenwerk nicht nur Bewunderung hervorgerufen und schon bald nach der Veröffentlichung des Textes 1832 und den sporadischen ersten Aufführungen ab 1856 gab es kritische Rezensionen und sogar Parodien. Am bekanntesten wurde die wohl beste Satire auf Goethes 'zweiten' „Faust“:


    „Faust. Der Tragödie dritter Theil. Treu im Geiste des zweiten Theils des Goethe'schen Faust gedichtet von Deutobold Symbolizetti Allegoriowitsch Mystifizinsky“, veröffentlicht 1862. Hinter diesem Namen verbirgt sich der schwäbische Ästhetiker und Professor für deutsche Literaturgeschichte, Friedrich Theodor (von) Vischer (1807-1887), dem wir zahlreiche wissenschaftliche Werke, aber auch Gedichte und Aphorismen zu verdanken haben – von ihm stammt auch der Begriff „Die Tücke des Objekts“. Der renommierte Regisseur Ludwig Cremer hat 1969 für den WDR diese Satire – die nicht nur dem 'Kenner' von Goethes Schauspiel Spaß bereitet - für den Rundfunk bearbeitet und in drei Folgen (mit der Musik von Hans-Martin Majewski, interpretiert von den Rosy-Singers) inszeniert:


    „Faust. Der Tragödie dritter Teil“ (1): Faust – Hermann Schomberg / Mephisto – Joachim Teege / Lieschen – Ursula Herking / Die Stimme des Herrn – Heinz Klevenow / Der Erzengel Michael – Edwin Dorner / ferner Sabine Postel, Marlies Spohr, Rosemarie Vörkel, Jaromir Borek, Stephan Brückner, Thomas Brückner und Wolfgang Peau / Der Sprecher: Balduin Baas / Regie: Ludwig Cremer (Westdeutscher Rundfunk Köln, Sendung am 10. 1. 1970).


    „Faust. Der Tragödie dritter Teil“ (2): Faust – Hermann Schomberg / Mephisto – Joachim Teege / Erste 'Mutter' – Ida Ehre / Zweite 'Mutter' – Ruth Hellberg / Dritte 'Mutter' – Elfriede Rückert / Helena – Lore Lorentz / Euphorion – Maria Häussler / Ein Schemen – Helmut Peine / Ein kleiner Fuchs – Walter Bluhm / Valentin – Benno Sterzenbach / Der Sprecher: Balduin Baas / Regie: Ludwig Cremer (Westdeutscher Rundfunk Köln, Sendung am 17. 1. 1970).


    „Faust. Der Tragödie dritter Teil“ (3): Mephisto – Joachim Teege / Valentin – Benno Sterzenbach / Bärbel – Edith Hancke / Denkerke – Alfred Balthoff / Grübelwitz – Alois Garg / Brösamle – Josef Meinertzhagen / Deuterke – Otto Rouvel / Scharrer – Walter Bluhm / Alter Herr – Helmut Peine / Ein Unbekannter – Kurt Horwitz / Der Sprecher: Balduin Baas / Regisseur: Ludwig Cremer (Westdeutscher Rundfunk Köln, Sendung am 24. 1. 1970).


    Allein schon die Namen Edith Hancke, Ursula Herking und Lore Lorentz zeigen, dass hier Unsinn 'auf hohem Niveau' getrieben wird. Leider sind diese jeweils ca. 50 Minuten dauernden Sendungen – die zuletzt vom Hessischen Rundfunk am 24. 4., 1. 5. und 8. 5. 2011 gesendet wurden – m. W. bisher nicht als 'Hörbuch' erschienen.


    Zum Schluss noch ein weiser Spruch von Friedrich Theodor Vischer: „Das Leben ist schwer, das will Bedacht: vor dir besonders nimm dich in acht!“


    Carlo