Beiträge von Carlo

    Die zwei nächsten Filme Beniamino Giglis waren:


    „Ave Maria“* (Deutschland / Italien 1936 – Itala Film GmbH / Itala Film S. A.)


    mit Käthe von Nagy, Harald Paulsen, Paul Henckels, Herbert Hübner, Eugen von Bongardt u. a. / Regie: Johannes Riemann. Die Braut des gefeierten Tenors Tino Dossi ist vor fünf Jahren gestorben; seither singt er an jedem Todestag in einer Pariser Kirche das „Ave Maria“ zu ihrem Andenken. Durch eine Indiskretion seines Managers Amadeus Winkler (Henckels) erfahren die Cabaret-Sängerin Claudette (von Nagy) und ihr Freund Michel (Paulsen) vom Schicksal des wohlhabenden Sängers und sie beschließen, ihn 'auszunehmen'. Mit einem dreisten Trick sucht Claudette die Bekanntschaft Tinos; er verliebt sich in sie und nimmt sie mit nach Neapel, wo Michel in erpresserischer Weise Tino über die wahre Identität Claudettes aufklärt. Aber inzwischen empfindet sie für den Sänger echte Gefühle und bereut in einem Brief an ihn ihren Betrug; sie flieht aus Neapel und hat einen schweren Autounfall. Tino fährt ins Krankenhaus und singt in der dortigen Kapelle als Zeichen seiner Vergebung für sie eine Variation des „Ave Maria“.


    Berühmt geworden sind die beiden kurzen Film-Ausschnitte ('Un dì felice, eterea' und 'Invitato a qui seguirmi') aus „La Traviata“ mit Erna Berger. Beniamino Gigli singt u. a. noch Rodolfos Arie aus „La Bohème“, von Ernesto De Curtis das extra für diesen Film komponierte Lied „Soltanto tu, Maria“ und natürlich Bach/Gounods titelgebendes „Ave Maria“ mit den Berliner Domsingknaben und der Staatskapelle Berlin unter Alois Melichar. Ein besonderes 'Schmankerl' ist seine italienisch gesungene Interpretation eines bekannten deutschen Kinderliedes: „Nel bosco c'è un ometto“! Errät jemand, was das ist?



    "Die Stimme des Herzens“* (ursprgl. 'Der Sänger Ihrer Hoheit') ('La canzone del cuore') (Deutschland / Italien 1937 – Bavaria- Film AG / ENIC Ente nazionale industrie cinematografiche)


    mit Geraldine Katt, Gina Falckenberg, Ferdinand Marian, Gustav Waldau, Fritz Odemar, Josef Eichheim, Hubert von Meyerinck u. a. / Regie: Karl Heinz Martin. In einem Hotel an der französischen Riviera lebt die junge Prinzessin Hélène (Katt), eine ausgebildete Pianistin, in einem 'goldenen Käfig'. Sie besucht zusammen mit ihrem Erzieher (Waldau) heimlich ein Konzert des Tenors Gino Mari (Gigli) und darf ihn aushilfsweise am Klavier begleiten. Hélène ist dem ihr kaum bekannten Prinzen Konstantin (Marian) versprochen. Dieser kommt, um ihr seine Aufwartung zu machen, muss aber wegen einer Äußerung der Journalistin Mary Smith (Falckenberg) annehmen, Hélène sei die Geliebte Ginos, und er stellt den Sänger, der zu einem Gastspiel nach Wien muss, zur Rede. Kaum hat der Tenor den Sachverhalt aufgeklärt, flüchtet Hélène auch nach Wien, um dort als Pianistin arbeiten und so der Heirat entkommen zu können. Doch Konstantin ist ihr nachgereist, beide versöhnen sich durch Ginos Vermittlung und siehe da - auch der Prinz kann Klavier spielen!


    Dies ist dank Geraldine Katt und Ferdinand Marian einer der besseren Filme Beniamino Giglis, der konzertant (kurz und auf italienisch) Arien aus „Martha“ und „Lohengrin“ sowie folgende Lieder singt: „Torna a Surriento“ und „Il primo amore sei tu“ (beide von Ernesto De Curtis), „Maria, Mari“ (von Eduardo Di Capua) und (kurz) einige deutsche Kinderlieder. Giuseppe Becce dirigiert, assistiert von Carl Michalski, die Münchner Philharmoniker und den Chor des Reichsrundfunks München.


    Bis zur nächsten Woche!


    Carlo

    Morgen, Sonntag, 17. 11. 2019, 19.oo Uhr, Bayern Klassik, Live-Übertragung aus dem Münchner Prinzregententheater.


    Albert Lortzing: "Zum Groß-Admiral"


    (Komische Oper in 3 Akten nach dem Schauspiel "La Jeunesse de Henri V." von Alexandre Pineux Duval)


    Heinrich, Kronprinz von England - Bernhard Berchtold

    Catharina von Frankreich, seine Gemahlin - Anett Fritsch

    Edward, Heinrichs Page - Julia Sophie Wagner

    Der Graf von Rochester, Heinrichs Freund - Jonathan Michie

    Copp Movbrai, Wirt des Gasthauses "Zum Groß-Admiral" - Martin Blasius

    Betty, seine Nichte - Lavinia Dames

    William, Catharinas Diener - Andreas Hirtreiter

    John Snakefield, Rochesters Diener - Matthias Ettmayr


    Der Chor des Bayerischen Rundfunks - Chorltg.: Stellario Fagone

    Das Münchner Rundfunkorchester - Dirigent: Ulf Schirmer

    Dialogfassung und -regie: Paul Esperanza


    Albert Lortzing komponierte die Oper "Zum Groß-Admiral" während seiner Zeit als Kapellmeister am Theater an der Wien 1845. Zur Uraufführung kam sie am 13. 12. 1847 am Opernhaus in Leipzig und wurde von Publikum und Kritik durchaus wohlwollend aufgenommen. Eine vernichtende Kritik von Eduard Hanslick nach der Wiener Erstaufführung 1849 hat dem Ruf des Werks und seines Schöpfers enorm geschadet, so dass die Oper bald in Vergessenheit geriet. Das engagierte und entdeckungsfreudige Theater im erzgebirgischen Annaberg-Buchholz stellte die Oper nach einem langen 'Dornröschenschlaf' im April 2019 wieder vor (mit Folgevorstellungen noch vor wenigen Wochen), dem nun eine konzertante Aufführung in München folgt, für die Ulf Schirmer noch einmal an seine frühere Wirkungsstätte beim Münchner Rundfunkorchester zurückgekehrt ist. An Stelle der ursprünglich vorgesehenen Tenöre Uwe Stickert und Julien Prégardien singt nun der Österreicher Bernhard Berchtold den Prinzen Heinrich, der durch ein gemeinsames Komplott seiner Gemahlin Catharina und seines Freundes Rochester wieder auf den Pfad der Tugend geführt werden soll.

    Lieber Caruso41,


    Danke für diesen Beitrag! Ich beneide Dich darum, Lisa Della Casa so oft gesehen und gehört zu haben. Darf ich Dich berichtigen? Christel Goltz sang in Wien die 'Adelaide' in der „Arabella“, die 'Kartenaufschlägerin' war Elisabeth Höngen. (In Wien sang 'die Goltz' auch einige Male die 'Clairon' im „Capriccio“ von Richard Strauss!) Ich fand immer die Tatsache amüsant, dass die Sängerinnen Ira Malaniuk und Lisa Della Casa – die ja sehr oft in der „Arabella“ Mutter und Tochter spielten – im Geburtsdatum nur 5 Tage auseinander lagen.


    In der Tat kostet das 'Durchforsten' der alten Rundfunk- und Fernsehzeitungen sowie der z. T. über einen Zeitraum von 50 Jahren gesammelten internationalen Opernzeitschriften eine Menge Zeit – das macht aber auch Freude! Mein Anliegen ist, die Stimmen und Sänger einer nicht allzu fernen Vergangenheit wieder ins Bewusstsein gerade der jüngeren 'Taminos' bzw. der Leser dieses Forums zu rufen. Hinzu kommt, dass die in den jeweiligen Discographien genannten Rundfunkaufnahmen und Live-Mitschnitte nicht nur viele selten aufgeführte Werke der Opernliteratur nennen, sondern die Besetzungskonstellationen oft auch wesentlich interessanter und werkdienlicher sind als die Aufnahmen der Phonoindustrie, weil sie nicht an kommerzielle Rücksichten gebunden waren.


    Auch wenn es so scheint, als würde ich nur in der Vergangenheit leben und diese vielleicht auch verklären – ich verfolge den von Dir initiierten, äusserst interessanten Thread der „Neuen Stimmen“ sehr aufmerksam. Ich habe von einigen der 'jungen' Sänger nicht nur Aufnahmen (z. B. schon seit längerem die Debüt-CDs der beiden kürzlich genannten Hui He und Bror Magnus Todenes), sondern ich kenne ich auch viele durch die Opernübertragungen auf '3sat', 'arte' und 'Classica' (wie z. B. Yijie Shi in seinen Auftritten in Pesaro und Benjamin Bernheim in Salzburg oder heute Nacht im Züricher „Nabucco“ und ich habe mich sehr über die Gesangsbeiträge von Aida Garifullina und Ludovic Tézier in der „Carmina burana“ aus Beijing am Samstag auf '3sat' gefreut); auch versuche ich, die meisten der wöchentlichen Rundfunkübertragungen mitzubekommen (gestern Abend beispielsweise Salieris „Tarare“ mit Cyrill Dubois im WDR3).


    Und das ist der Punkt! Aus finanziellen und gesundheitlichen Gründen ist es mir nicht möglich, die aktuellen Sänger 'in the flesh' zu erleben. Meine Eindrücke der heutigen Opernszene gründen sich auf 'Konserven', also CDs, DVDs und TV-Sendungen. (Mit dem Internet fremdle ich noch etwas.) Und da ich den Eindruck habe, dass die meisten 'Taminos' nur den selbst erlebten Opern- und Konzertbesuch als authentisch ansehen, beteilige ich mich – abgesehen von Ausnahmen - nicht an einem diesbezüglichen Meinungsaustausch, ganz abgesehen davon, dass es mit der 'Streitkultur' mittlerweile in unserem Land – und auch bei „Tamino“ - nicht mehr weit her ist. (Wieviele im Ansatz interessante und diskussionswürdige Threads sind nicht schon nach kurzer Zeit durch heftig ausgetragene Kontroversen zerschossen worden – aktuelles Beispiel: „Interpretation – eingeschränkte Notwendigkeit?“.) Das hat meiner Meinung nach nichts mit "Aushalten müssen" zu tun, sondern auch mit Toleranz und gutem Benehmen.


    Solche Auseinandersetzungen wie zuletzt über die „Giovanna D'Arco“-Aufführung in Biel sind ärgerlich. Mir ist schon länger aufgefallen, dass vor allem die RT-Anhänger die Ansicht vertreten, nur eine Aufführung, die man mit eigenen Augen und Ohren 'erlebt' hat, könne man auch beurteilen, wobei sie doch selbst oft auf Fernsehsendungen angewiesen sind (siehe „Tannhäuser“ in Bayreuth oder „Rigoletto“ in Bregenz.). Ich habe in meiner jahrelangen 'Opern-Praxis' genug RT-nahe Aufführungen gesehen und schalte auch bei vielen TV-Übertragungen von aktuellen Opernaufführungen den Fernseher ein; manchmal reichen aber auch schon ein paar Szenenfotos, um festzustellen, in welche Richtung die Inszenierung geht und anhand dessen kann ich mir ein erstes Urteil - nur für mich und nicht für die Allgemeinheit – bilden, das ich dann durch Berichte in der Fachpresse oder im Internet überprüfe.


    Da ich nicht viel von den z. Zt. so beliebten Rankings halte („Wer ist die beste …“ oder „Wer hat die meisten...“ etc.), möchte ich mich auch bei Diskussionen um Sänger und Gesang zurückhalten, da dieses Thema nie objektiv behandelt werden kann. Lieber steuere ich einige wenig bekannte Details bei oder nenne Aufnahmen, die bei „Tamino“ noch nicht erfasst wurden. (Gottseidank ist es nach meiner bisherigen Kenntnis – und ich habe längst nicht alle diesbezüglichen Threads 'abgearbeitet', da ich erst seit 2011 hier mitlese und erst seit 2018 schreibe - im Bereich „Berühmte Stimmen“ noch nicht zu solchen Auswüchsen gekommen wie beim Reizthema „Regietheater“.) Letztlich halte ich es mit Fritz Reuter: „Was dem Einen sin Uhl, ist dem Andern sin Nachtigall“.


    Viele Grüße!


    Carlo


    P. S.

    Ich hatte Dir meine Argumente, mich bei Diskussionen zurückzuhalten, auch schon vor einigen Tagen im Thread „Teresa Stich-Randall“ mitgeteilt. Entschuldige bitte, wenn ich mich hier wiederholt habe und wohl auch wieder etwas zu ausführlich geworden bin.

    Heute geht es weiter mit den "Arabella"-Tondokumenten von Lisa Della Casa.


    „Arabella“ (Strauss): (Titelrolle) mit Joan Carlyle (Zdenka), Josephine Veasey (Adelaide), Jenifer Eddy (Fiakermilli), Judith Pierce (Kartenaufschlägerin), Dietrich Fischer-Dieskau (Mandryka), Alexander Young (Matteo), Michael Langdon (Waldner), Kenneth MacDonald (Elemer), Delme Bryn-Jones (Dominik), Victor Godfrey (Lamoral), John Kollmann (Welko) u. a. / Chorus and Orchestra of the Royal Opera House, Covent Garden / Chorltg.: Douglas Robinson / Dirigent: Georg Solti (London, Royal Opera House, 6. 2. 1965) 'Omega Opera Archiv' und 'Opera Depot' (CD)


    dto.: (Titelrolle) mit der Besetzung vom 23. 8. 60 (TV-Übertragung) und den Sängern der Schallplattenaufnahme der 'DGG' vom August 1963. Die einzige Besetzungsänderung ist Erika Köth als 'Fiakermilli'. / Der Chor und das Orchester der Bayerischen Staatsoper München / Chorltg.: Wolfgang Baumgart / Dirigent: Joseph Keilberth (München, Nationaltheater, 17. 7. 1965) Bisher unveröffentlicht.


    dto.: (Titelrolle) mit Anneliese Rothenberger (Zdenka), Blanche Thebom (Adelaide), Jeannette Scovotti (Fiakermilli), Lynn Owen (Kartenaufschlägerin), William Dooley (Mandryka), Barry Morell (Matteo), Donald Gramm (Waldner), Charles Anthony (Elemer), Robert Goodloe (Dominik), Norman Scott (Lamoral), Joseph Folmer (Welko) u. a. / Chorus and Orchestra of the Metropolitan Opera House / Chorltg.: Kurt Adler / Dirigent: Georges Prêtre (New York, Metropolitan Opera House, 18. 12. 1965, in englischer Sprache) 'Omega Opera Archiv' (CD)


    dto.: (Titelrolle) mit Anneliese Rothenberger, (Zdenka), Christel Goltz (Adelaide), Mimi Coertse (Fiakermilli), Elisabeth Höngen (Kartenaufschlägerin), Eberhard Waechter (Mandryka), Adolf Dallapozza (Matteo), Oskar Czerwenka (Waldner), Fritz Uhl (Elemer), Hans Christian (Dominik), Herbert Lackner (Lamoral) Robert Springer (Welko) u. a. / Der Chor und das Orchester der Wiener Staatsoper / Chorltg.: Helmuth Froschauer / Dirigent: Berislav Klobucar (Wien, Staatsoper, 9. 6. 1969) Es handelt sich um einen bisher unveröffentlichten Privat-Mitschnitt.


    Mit einer „Arabella“-Vorstellung am 25. 10. 1973 nahm Lisa Della Casa ohne Vorankündigung Abschied von der Wiener Staatsoper - ihre letzten Partner waren Olivera Miljakovic, Ira Malaniuk, Raymond Wolansky, Adolf Dallapozza und Oskar Czerwenka; es dirigierte Leopold Hager. (Angeblich sang sie Ende Dezember 1973 ihre letzte Opernvorstellung in Zürich, natürlich die "Arabella".) Arabellas Worte im 2. Akt „Nun geh ich fort von hier auf Nimmerwiederseh'n“ wird sie vielleicht etwas betont haben, doch weder die Kollegen noch die Direktion oder die wie immer am Bühneneingang um Autogramme anstehenden Opernfans ahnten etwas. Aber die bis zuletzt gefeierte Sängerin wird erleichtert gewesen sein, denn – in ihren letzten Interviews klang das immer wieder an - sie sah den 'Opernbetrieb' inzwischen noch kritischer als zuvor, die Arbeit brachte für sie keine Erfüllung mehr. Ihre Maxime „Singen ist mein Beruf, nicht meine Berufung“ hat ihr den Abschied wohl erleichtert. Erst 1990 erfuhr man dann durch die ergänzte Wiederauflage der 1975 erschienenen Biographie „Lisa Della Casa oder 'In dem Schatten ihrer Locken'“ ihres Mannes Dragan Debeljevic von den familiären Umständen (eine schwere Erkrankung ihrer Tochter Vesna im Herbst 1970), die den Entschluss zum Aufhören untermauerten.


    Carlo

    Liebe Taminos!


    Zu den bisher genannten Aufnahmen von Brahms' stets ergreifendem „Deutschen Requiem“ möchte ich noch folgende interessante Tondokumente nennen:


    Wilhelm Furtwängler / Irmgard Seefried, Dietrich Fischer-Dieskau / Wiener Singakademie / Wiener Symphoniker (Wien, 25. 1. 1951) 'Refrain' (CD / Japan)


    Bruno Walter / Irmgard Seefried, Dietrich Fischer-Dieskau / Edinburgh Choral Union / Die Wiener Philharmoniker (Edinburgh, 8. 9. 1953) 'Wing' (CD / Japan)


    Carl Schuricht / Elisabeth Grümmer, Otto Wiener / Der Chor und das Sinfonie-Orchester des Norddeutschen Rundfunks (Hamburg, 1955) (Bisher unveröffentlicht.)


    Otto Klemperer / Elisabeth Grümmer, Hermann Prey / Der Kölner Rundfunkchor / Das Kölner Rundfunk-Sinfonie-Orchester (Köln, 20. 2. 1956) (Bisher unveröffentlicht.)


    Herbert von Karajan / Elisabeth Grümmer, Hans Hotter / Der Singverein der Gesellschaft der Musikfreunde, Wien / Die Wiener Symphoniker (Wien, 1. 12. 1956) (Bisher unveröffentlicht.)


    Herbert von Karajan / Lisa Della Casa, Dietrich Fischer-Dieskau / Der Singverein der Gesellschaft der Musikfreunde, Wien / Die Wiener Philharmoniker (Salzburg, 22. 8. 1957) 'EMI' (CD)


    Sergiu Celibidache / Agnes Giebel, Hans Hotter / Der Kölner Rundfunkchor / Das Kölner Rundfunk-Sinfonie-Orchester (Köln, 28. 10. 1957) 'Orfeo' (CD)


    Paul Kletzki / Maria Stader, Dietrich Fischer-Dieskau / Choeurs et Orchestre National de la Radiodiffusion-Télévision Francaise ( Paris, 5. 6. 1958) (Bisher unveröffentlicht.)


    Joseph Keilberth / Agnes Giebel, Dietrich Fischer-Dieskau / Der Luzerner Festwochenchor / Das Schweizerische Festspielorchester (Luzern, 1959) (Bisher unveröffentlicht.)


    Carl Schuricht / Maria Stader, Hermann Prey / Der Südfunk-Chor Stuttgart / Der Chor des Hessischen Rundfunks Frankfurt / Das Sinfonie-Orchester des Süddeutschen Rundfunks Stuttgart (Stuttgart, 7. 11. 59) 'Hänssler/Profil' (CD)


    Sergiu Celibidache / Agnes Giebel, Hermann Prey / Coro e Orchestra Sinfonica di Milano della RAI (Mailand, 19. 2. 1960) 'Idis' (CD)


    Wolfgang Sawallisch / Wilma Lipp, Franz Crass / Der Singverein der Gesellschaft der Musikfreunde, Wien / Die Wiener Symphoniker (Wien, 1962) 'Philips' bzw. 'Decca' (LP bzw. CD)


    Rafael Kubelik / Irmgard Seefried, Dietrich Fischer-Dieskau / Der Luzerner Festwochenchor / Das Schweizerische Festspielorchester (Luzern, 18. 8. 1962) (Bisher unveröffentlicht.)


    Ernest Ansermet / Agnes Giebel, Hermann Prey / Die Chöre von Radio Suisse Romande und 'Pro Arte', Lausanne / L'Orchestre de la Suisse Romande (Genf, 1963) 'Decca' (nur LP)


    Besonders kurios: 1954 nahm Georg Solti als Frankfurter Opernchef für den Schallplattenclub 'Musical Masterpiece Society' (später 'Concert Hall') das „Deutsche Requiem“ mit Lore Wissmann und Theo Adam, dem Opernchor der Städtischen Bühnen Frankfurt und dem Opernhaus- und Museumsorchester Frankfurt auf. Wenige Jahre später hat er sich für diese Aufnahme derart geschämt, dass er von 'MMS' die Herausgabe der Bänder verlangte und in allen Städten, die eine Club-Filiale hatten, die Schallplatten aufkaufen ließ. (Diese Aufnahme ist im Internet als Download verfügbar; wenn das Sir Georg wüsste!)


    Viele Grüße!


    Carlo

    Hallo,


    hier folgt Beniamino Giglis zweiter Spielfilm:


    „Du bist mein Glück“* ('Sinfonie di cuori') (Deutschland / Italien 1936 – Bavaria-Film AG / ENIC Ente nazionale industrie cinematografiche)


    mit Isa Miranda, Annie Markart, Elise Aulinger, Liesl Karlstadt, Josef Sieber, Gustav Waldau, Joe Stöckel, Eric Helgar, Hubert von Meyerinck, Ernst Fritz Fürbringer u. a. / Regie: Karl Heinz Martin. Dieser komplett in München gedrehte Film – mit Innenaufnahmen vom unzerstörten Cuvilliés- und Nationaltheater! - handelt von der Suche des Tenors Mario Monti (Gigli), einem ehemaligen Maurer, nach der Tochter seiner Frau Bianca (Miranda), die erfahren hat, dass ihr Kind angeblich gestorben ist. Sie war Jahre zuvor mit Montis Gesangslehrer Carlo Scarpa (Sieber) verheiratet, der sie verstieß, nachdem er die tiefe Zuneigung seiner Frau zu seinem Schüler Monti entdeckt hatte. Er gab die gemeinsame Tochter zur Adoption frei und ging nach Amerika, wo er als Varieté-Clown auftrat. Eines Tages findet Bianca ihren Ex-Mann, der sich nun Franz Miller nennt und am Münchner Nationaltheater als Inspizient arbeitet. Er erklärt ihr, dass ihre Tochter lebt, verrät aber nicht deren Aufenthalt. Bei einem späteren Gastspiel in München macht Mario Monti die Bekanntschaft der jungen Tänzerin Mary Hofer (Miranda in einer Doppelrolle), die im Ballettensemble der Bayerischen Staatsoper tanzt; er ist über die Ähnlichkeit der jungen Frau mit Bianca, die in Italien geblieben ist, erstaunt...


    Beniamino Gigli singt aus den Opern „Aida“ (mit Hildegarde Ranczak und Maria Cornelius) und „Manon Lescaut“ (mit Ludwig Weber) mit dem Chor und dem Orchester der 'Bayerischen Staatstheater' unter Giuseppe Becce. (Die genannten Sänger werden allerdings von Komparsen dargestellt.) Ferner werden die Lieder „Santa Lucia“ (von Teodoro Cottrau) und „Tu sei la vita mia“ (von Giuseppe Becce) und die 'Sternenarie' aus „Tosca“ von Gigli – mit Klavierbegleitung – gesungen.


    LG


    Carlo

    Hallo, Alfred und Rüdiger!


    Adelina Patti war in ihrer Zeit eine derartige Berühmtheit, dass sie sogar von berühmten Schriftstellern in berühmten Werken verewigt wurde: „Anna Karenina“ von Lev Tolstoi, „Nana“ von Emile Zola und „Das Bildnis des Dorian Gray“ von Oscar Wilde. Und heute?


    Sowohl das zweibändige Standardwerk „The Prima Donna“ von H. Sutherland Edwards von 1888, das ich in einem Nachdruck von 1978 habe, wie auch Henry Pleasants's „The Great Singers“ von 1977 geben einen lebendigen Eindruck von dieser Sängerin und ihrer Kunst. Beim Hören ihrer Schallplatten von 1905 und 1906 muss man jedoch berücksichtigen, dass 'die Patti' da bereits 62 Jahre alt war und die Stimme nach einer Karriere von 45 Jahren Abnützungserscheinungen aufwies. Allerdings ist ihre Beherrschung des Trillers wirklich frappant und die Klangfarbe – soweit sie durch den Trichter 'eingefangen' wurde - wirkt interessant. Mir 'Heutigem' erscheint ihr Gesang mit willkürlichen Portamenti und Appoggiaturen zwar etwas fremd, er gibt aber auch eine Ahnung vom Gesangsstil ihrer Zeit. Was gäbe man dafür, z. B. Henriette Sontag, Maria Malibran, Jenny Lind, Giovanni Battista Rubini, Adolphe Nourrit oder Luigi Lablache singen zu hören...


    Vor einigen Jahren stand ich auf dem Pariser Friedhof 'Père Lachaise' vor ihrem erstaunlich schlichten Grab; erstaunlich deshalb, weil sie durch ihren Gesang zur Multi-Millionärin geworden war – sie lebte 'standesgemäß' als Prima Donna in einem walisischen Schloss, verheiratet in 3. Ehe mit einem wesentlich jüngeren schwedischen Baron – und sie pflegte einen Lebensstil, der sogar die Monarchen ihrer Zeit vor Neid erblassen ließ. Tempi passati!


    LG


    Carlo

    Liebe Taminos,


    ich habe mir heute noch einmal die Veröffentlichungen des 'Hamburger Archivs für Gesangskunst' ('Vocal Classics') durchgesehen. Was Joachim Leufgen hier an seltenen Aufnahmen – speziell im Operettensektor - zusammen getragen hat, ist wirklich eines großen Lobes wert. Zu den in meinem Beitrag Nr. 34 vorgestellten Titeln mit Kurt Wehofschitz kommen nun noch die folgenden Aufnahmen; die Operetten-Querschnitte stammen sämtlich vom Norddeutschen Rundfunk mit dem Hamburger Rundfunkorchester unter Wilhelm Stephan:


    „Der Barbier von Bagdad“ (Cornelius): Der Kalif – Marcel Cordes / Baba Mustapha – Kurt Wehofschitz / Margiana – Dorothea Siebert / Bostana – Georgine von Milinkovic / Nureddin – Rudolf Schock / Abu Hassan Ali Ebn Bekar – Kurt Böhme / Drei Muezzine – Heinz Maria Lins, Friedrich Brückner-Rüggeberg und Franz Weiß / Ein Sklave – Karl Heinz Bennert / Der Chor und das Symphonie-Orchester des Bayerischen Rundfunks / Chorltg.: Kurt Prestel / Dirigent: Hans Gierster / Funkregie: Johann Maria Boykow (München, Herkulessaal, September 1957).


    „Die keusche Susanne“ (Gilbert): mit Kristina Bodalska, Friedel Blasius, Peter Minich / Das Hamburger Rundfunkorchester / Dirigent: Wilhelm Stephan (gekoppelt mit Ausschnitten aus „Die Frau im Hermelin“ von Jean Gilbert, „Eine Frau von Format“ von Michael Krausz und Peter Kreuders Revue „Schön war die Zeit“).


    „Die tolle Komtess“ (Kollo): mit Melitta Muszely, Elisabeth Roon und Otto Albrecht / Dirigent: Wilhelm Stephan (gekoppelt mit Ausschnitten aus „Das Land ohne Musik“ von Ernst Fischer, aus „Die Angst vor der Ehe“ von Emil Nikolaus von Reznicek und aus zwei Operetten von Arno Vetterling: „Liebe in der Lerchengasse“ und „Himmelreich auf Erden“, letzteres mit Kurt Wehofschitz, s. u.).


    „Der goldene Käfig“ (Mackeben): mit Valerie Bak, Friedel Blasius und Rupert Glawitsch / Dirigent: Wilhelm Stephan (gekoppelt mit Dmitri Shostakovichs „Faulbeerbäumchen“ - d. i. „Moskva. Cheriomushki“ - und Operetten-Liedern von Will Meisel).


    „Die Glocken von Corneville“ (Planquette): mit Erna-Maria Duske, Gisela Litz und Franz Klug / Dirigent: Wilhelm Stephan (gekoppelt mit Hervés „Mam'zelle Nitouche“ und mit Aufnahmen des Baritons André Baugé in französischen Operetten).


    „Die spanische Stunde“ (L'heure espagnole) (Ravel): Torquemada, Uhrmacher – Kurt Wehofschitz / Concepcion, seine Frau – Mimi Coertse / Gonzalvo, ein Schöngeist – Michel Sénéchal / Ramiro, ein Eselstreiber – Oskar Czerwenka / Don Inigo Gomez, Bankier – Marcel Cordes / Das Orchester der Wiener Volksoper / Dirigent: Peter Maag (Es handelt sich hier um die Tonspur der TV-Sendung des ORF vom 31. 5. 1967).


    „Himmelreich auf Erden“ (Vetterling): mit Melitta Muszely, Ursula Schirrmacher und Rupert Glawitsch / Dirigent: Wilhelm Stephan (gekoppelt mit Ausschnitten aus „Das Land ohne Musik“ von Ernst Fischer, aus „Die tolle Komtess“ von Walter Kollo, „Die Angst vor der Ehe“ von Emil Nikolaus von Reznicek und Arno Vetterlings „Liebe in der Lerchengasse“).


    Ferner habe ich beim Durchblättern der alten Schallplattenkataloge von 'Bertelsmann' und 'Donauland' noch eine weitere Solo-Platte mit Kurt Wehofschitz gefunden, die ich leider nicht habe: 'Komm' in die Gondel' („Eine Nacht in Venedig“ / Johann Strauß), 'Gern hab' ich die Frau'n geküsst' („Paganini“ / Franz Lehár) 'Liebste, glaub' an mich' („Schön ist die Welt“ / Franz Lehár) 'Küssen ist keine Sünd' („Bruder Straubinger“ / Edmund Eysler) / Das FFB-Orchester / Dirigent: Frank Fox (Berlin, 1959) 'Bertelsmann Schallplattenring' 36719 (mono / 17 cm).


    In den Rundfunk-Archiven 'schlummern' noch folgende Aufnahmen mit Kurt Wehofschitz:


    „Peer Gynt“ (Egk): (in der Reihenfolge ihres Auftritts) Peer Gynt – Walter Berry / Solveig – Liselotte Fölser / Aase, Peers Mutter Lilian Benningsen / Der Haegstadtbauer – Wulf von Lochner / Ingrid, seine Tochter – Antonia Fahberg / Mads, ihr Mann – Albert Gassner / Der Vogt – Karl Heinz Bennert / Die Frau des Vogtes – Gertrud Jäger / Der Schmied – Peter Schranner / Ein alter Mann – Rudolf Gantner / Der Alte, König der Trolle – Kurt Wehofschitz / Die Rothaarige, seine Tochter – Oda Balsborg / Der Hoftroll – Karl Ostertag / Ein kleiner Troll und Ein hässlicher Junge, das Kind der Rothaarigen – Liesl Umbreit / Der Präsident – Wolfgang Etterer / Drei Kaufleute – Carl Hoppe, Paul Kuen, Rudolf Wünzer / Drei Vögel – Irmgard Jakubeit, Lotte Schädle, Hanna Scholl / Ein Unbekannter – Max Proebstl / Der Chor und das Symphonie-Orchester des Bayerischen Rundfunks / Chorltg.: Kurt Prestel / Dirigent: Werner Egk / Funkregie: Johann Maria Boykow (München, Herkulessaal, Juni 1958, Erstsendung am 4. 7. 1958).


    „Die Harmonie der Welt“ (Hindemith): Kaiser Rudolf II. (Sol) – Kieth Engen / Kaiser Ferdinand II. - Carl Hoppe / Wallenstein, Feldherr (Jupiter) – Richard Holm / Johannes Kepler, kaiserlicher Mathematiker und Astronom (Erde) – Josef Metternich / Susanna, Baron Starhembergs Mündel, später Keplers Frau (Venus) – Liselotte Fölser / Susanna, Keplers Töchterchen aus 1. Ehe – Luise Camer / Katharina, Keplers Mutter (Luna) – Hertha Töpper / Christoph, Keplers Bruder – Franz Klarwein / Ulrich Grüsser, Keplers Gehilfe, später Soldat (Mars) – Kurt Wehofschitz / Daniel Hizler, Pfarrer in Linz (Merkur) – Josef Knapp / Tansur, Student, später in Wallensteins Diensten (Saturn) – Marcel Cordes / Baron Starhemberg – Max Proebstl / Ein Vogt – Albrecht Peter / Ein Regensburger Pfarrer – Josef Knapp / Ein Anwalt – Rudolf Wünzer / Drei Mörder – Karl Ostertag, Rudolf Wünzer, Adolf Keil / Der Chor und das Orchester der Bayerischen Staatsoper / Chorltg.: Herbert Erlenwein / Dirigent: Paul Hindemith (München, Prinzregententheater, 11. 8. 1957, Uraufführung) Ein Live-Mitschnitt des Bayerischen Rundfunks – bisher unveröffentlicht.


    „Saison in Salzburg“ (Raymond): Alois Oberfellner, Wirt des Gasthauses 'Zum Salzburger Nockerl' - Toni Niessner / Stephanie, seine Nichte – Elfie Mayerhofer / Vroni Staudinger, Mehlspeisköchin im Hotel 'Mirabell' - Gretl Schörg / Toni Haberl, Besitzer des Gasthauses 'Zum blauen Enzian' - Willi Hofmann / Frank Rex, Rennfahrer – Kurt Wehofschitz / Olga Rex, seine Tante, Inhaberin der 'Rex'-Autowerke – Martha Kunig-Rinach / Christian Dahlmann, Industrieller – Eduard Loibner jun. / Erika, seine Tochter – Herta Talmar / Friedrich Wilhelm Knopp, Automonteur – Otto Storr u. v. a. / Der Chor des Bayerischen Rundfunks / Chorltg.: Kurt Prestel / Das Münchner Rundfunkorchester / Dirigent: Werner Schmidt-Boelcke (München, Funkhaus, Oktober 1956).


    „Geliebte Manuela“ (Raymond): mit Anneliese Rothenberger, Dorothea Förster-Georgi, Rupert Glawitsch und Joseph Olah / Dirigent: Wilhelm Stephan. Dieser Querschnitt wird im Internet als Download angeboten. Das 'Hamburger Archiv für Gesangskunst' bietet auch eine Szenenfolge aus dieser Operette an, nennt aber als Sänger Anneliese Rothenberger, Julius Katona und Heinz Imdahl. Ob es sich um eine Verwechslung handelt, kann ich nicht sagen. (Die CD des 'HAfG' bringt auch Ausschnitte aus weiteren Werken von Fred Raymond: „Maske in Blau“, „Ball der Nationen“ und „Die Perle von Tokay“.)


    „Mavra“ (Stravinskii): Parasha – Hanny Steffek / Parashas Mutter – Erika Wien / Die Nachbarin – Eugenia Zareska / Der Husar Basil, verkleidet als Köchin Mavra – Kurt Wehofschitz / Das Kölner Rundfunk-Sinfonie-Orchester / Dirigent: Hans Swarowsky / Funkregie: Eigel Kruttge (Köln, Funkhaus, November 1960) Bisher unveröffentlicht.


    Zusammen mit den älteren Beiträgen in diesem Thread - wie auch durch die Kurt Wehofschitz betreffenden Beiträge im der Sopranistin Valerie Bak gewidmeten Thread - wird deutlich, dass die Stimme und der Gesang dieses Tenors sehr gut akustisch dokumentiert sind. Demnächst werde ich auch seine TV-Auftritte hier auflisten.


    Viele Grüße!


    Carlo


    Lieber Maestro_Peter,


    bei der von Dir im Beitrag Nr. 35 eingestellten Schallplatte der "Festmesse für 53 Stimmen" handelt es sich um die berühmte, früher Orazio Benevoli zugeschriebene "Missa Salisburgensis", die nur anonym überliefert ist und als deren Komponist heute Heinrich Ignaz Franz Biber gilt. Die 'Philips'-Einspielung ist eine Live-Aufnahme vom 29. 6. 1952 aus dem Salzburger Dom St. Rupert und Virgil.


    Hallo, Don_Gaiferos!


    Schön, dass Du an Kurt Wehofschitz erinnerst. Schau doch mal in den Thread „Valerie Bak“, den ich soeben um drei weitere Aufnahmen mit diesem Tenor (als Partner der leider heute vergessenen Sopranistin) ergänzt habe; es fehlt noch ein Querschnitt aus „Der goldene Käfig“ von Theo Mackeben in einem zukünftigen Beitrag in diesem Thread.


    Kurt Wehofschitz ist dort mit den folgenden Opern und Operetten dokumentiert: „Der Kalif von Bagdad“ (Boieldieu“), „Die Zaubergeige“ (Egk), „Der Schauspieldirektor“ (Mozart), „Lamparilla“ (Barbieri), „Der Orlow“ (Granichstaedten), „Mam'zelle Nitouche“ (Hervé) und „Kaiserin Joséphine“ (Kálmán).


    Zusätzlich gibt es von Kurt Wehofschitz noch folgende in diesem Thread bisher nicht genannten Rundfunkaufnahmen:


    „Fantasien im Bremer Ratskeller“ (Girnatis): Der Dichter Wilhelm Hauff – Kurt Wehofschitz (Erwin Linder) / Jungfer Rose – Ilsa Ihme-Sabisch / Balthasar Ohnegrund – Fritz Göllnitz (Gerd Niemitz) / Der Kapellmeister Fridolin – (Manfred Steffen) / Ein Senator – (Waldemar Stegemann) / Allegorische Figuren: Der Weingott Bacchus – Rudolf Gonszar (Heinz Sailer) / Der Rheinwein – Oda Balsborg / Der Moselwein – Dorothea Förster-Georgi / Der Burgunderwein – Ursula Zollenkopf / Der steinerne Roland – (Heinz Klevenow) / Der Männerchor des Norddeutschen Rundfunks / Chorltg.: Otto Franze / Das Hamburger Rundfunkorchester / Dirigent: Walter Martin / Funkregie: Edward Rothe / Die Namen der Dialogsprecher stehen in Klammern. (Hamburg, Funkhaus, Sendung am 5. 9. 1954) Bisher unveröffentlicht. Dieses 'romantische Funkspiel für Musik frei nach Wilhelm Hauff' wurde von Walter Girnatis 1938 auf einen Text von Hans-Wilhelm Kulenkampff komponiert. (Die Funkfassung des NDR dauert nur 45 Minuten.)


    „Sissy“ (Kreisler): Kaiser Franz Joseph von Österreich – Willi Berling / Erherzogin Sophie, seine Mutter – Nora Minor / Herzog Max in Bayern – Franz Klarwein / Luise (Ludovica), seine Gemahlin, Sophies Halbschwester – Maria Stadler / Helene (Nene) und Elisabeth (Sissy), ihre Töchter – Sonja Knittel und Gertrud Kückelmann / Prinz Maximilian von Thurn und Taxis – Kurt Wehofschitz / Ilona Varady, eine Tänzerin – Brigitte Mira / Oberst von Kempen – Otto Storr / Baron Hrdlicka, Zeremonienmeister – Heinz Leo Fischer / Der Wirt „Zum goldenen Ochsen“ - Eduard Loibner / Der Chor des Bayerischen Rundfunks / Chorltg.: Kurt Prestel / Das Münchner Rundfunkorchester / Dirigent: Werner Schmidt-Boelcke (München, Funkhaus, Sendung am 20. 4. 1955) Veröffentlicht beim 'Hamburger Archiv für Gesangskunst' auf 2 CDs. Die Uraufführung dieser Operette von Fritz Kreisler war 1932 unter Leitung des Komponisten im Theater an der Wien mit Paula Wessely, Hans Jaray und Hubert Marischka. Da die Schauspieler Wessely und Jaray nur über geringe Gesangsfähigkeiten verfügten, ist die Anforderung an die Rolleninterpreten von 'Sisi' – die übrigens phonetisch 'ßießie' gerufen wurde und ihre Schwester 'neenee' - und 'Franzl' nicht groß.


    Auch hat Kurt Wehofschitz bei vielen TV-Opernsendungen mitgewirkt, z. B.: „Der Kardinal“ (Helmut Eder), „Der Zerrissene“ (Gottfried von Einem), „Johanna auf dem Scheiterhaufen“ (Arthur Honegger), „Schwarz auf weiß“ (Kurt Anton Hueber), „Gonzague“ (Jacques Ibert), „Aus einem Totenhaus“ (Leos Janácek), „Der Schauspieldirektor“ (Wolfgang Amadé Mozart), „Die spanische Stunde“ (Maurice Ravel), „Dame Kobold“ (Gerhard Wimberger) und „Il campiello“ (Ermanno Wolf-Ferrari). Im Falle der Oper „Versiegelt“ von Leo Blech (siehe Beitrag Nr. 10 von Harald Kral) wurde der Tenor aber durch einen Schauspieler gedoubelt. Ich werde diese Fernsehsendungen in den nächsten Wochen genauer vorstellen.


    In meinem Schallplattenschrank stehen mehrere Aufnahmen von diesem Tenor, z. B.: „Die Fledermaus“ als Querschnitt mit Kurt Wehofschitz als 'Alfred' und eine EP mit „Tenorschlagern“: 'Freunde, das Leben ist lebenswert' („Giuditta“ / Lehár), 'Schön ist die Welt' („Schön ist die Welt“ / Lehár), „Ein Lied geht um die Welt“ (von Hans May) und „Chiantiwein“ (von Gerhard Winkler) / Das FFB-Orchester (FFB = Film-Funk-Bühne) / Dirigent: Frank Fox (Berlin, 1959) 'Bertelsmann Schallplattenring' 36767 (mono / 17 cm).


    „Die Fledermaus“ (Strauß) mit Sári Barabás (Rosalinde), Rosl Schwaiger (Adele), Eva-Maria Görgen (Orlofsky), Hendrikus Rootering (Eisenstein), Carl Hoppe (Dr. Falke) und Walter Kreppel (Frank) / Der Chor und das Orchester der Bayerischen Staatsoper München / Dirigent: Carl Michalski (München, 1959) 'Bertelsmann Schallplattenring' 33720 (mono / 25 cm). (Das farbige Plattencover zeigt Sári Barabás, Rosl Schwaiger und Kurt Wehofschitz kostümiert 'in Sektlaune'.) Ich habe auch die späteren offiziellen Veröffentlichungen bei 'Ariola' 70649 IE und deren Tochter 'baccarola' 72333 ZE auf je einer 30cm-Platte und beide in stereo.


    Doch Kurt Wehofschitz hat auch für die 'Electrola' bzw. deren Tochter 'Columbia' einige Operetten-Querschnitte eingespielt, u. z.:


    „Die Blume von Hawaii“ (Abraham) - „Der Vetter aus Dingsda“ (Künneke) mit Elfie Mayerhofer, Astrid Brack und Willi Hofmann / Der Bernd-Hansen-Chor / Das Münchner Rundfunkorchester / Dirigenten: Horst Kudritzki (Abraham) und Carl Michalski (Künneke) (München, Funkhaus, Januar 1959) 'Columbia' C 60555 (mono) / STC 60555 (stereo) (25 cm).


    „Im weißen Rössl“ (Benatzky) - „Saison in Salzburg“ (Raymond) mit Franziska Wachmann, Gretl Schörg, Bruni Lehnen, Willi Hofmann, Camillo Felgen und Karl Friedrich* / Der Bernd-Hansen-Chor / Das Kölner Rundfunk-Orchester / Dirigent: Carl Michalski (Köln, Electrola-Studio Maarweg, Mai und Juli 1958) 'Columbia C 60603 (mono) / STC 60603 (stereo) (25 cm) *Das ist ein Wiener Schauspieler (als Kaiser Franz Josef) und nicht der Tenor gleichen Namens!


    „Victoria und ihr Husar“ (Abraham“) - „Glückliche Reise“ (Künneke) mit Christine Görner, Astrid Brack, Willi Hofmann und Angèle Durand (nur Künneke) / Die Bernd-Hansen-Sänger / Das Münchner Rundfunkorchester / Dirigent: Horst Kudritzki (München, Funkhaus, Januar 1959) 'Columbia' C 60613 (mono) / STC 60613 (stereo) (25 cm).


    Diese sechs Querschnitte habe ich in wechselnder Kombination von den 'Electrola'-Labels 'Die Volksplatte' und 'Dacapo' als 30cm-Platten. Teile aus diesen Schallplatten wurden auch von der 'EMI' als 'Füllmaterial' in der CD-Serie „Operetten Melodien“ in unterschiedlicher Kombination veröffentlicht.


    „Die schönsten Operettenmelodien von Paul Abraham“ mit Sári Barabás, Gretl Schörg, Walter Müller und Wolfgang Sauer / Das Hansen-Quartett / Das Münchner Rundfunkorchester / Dirigent: Wily Mattes (München, Funkhaus, November 1955) 'Columbia' C 40244 (mono / 17 cm).


    „Operettenmelodien von Nico Dostal“ mit Sári Barabás, Gretl Schörg und Walter Müller / Das Hansen-Quartett / Das Münchner Rundfunkorchester / Dirigent: Carl Michalski (München, Funkhaus, November 1955) 'Columbia' C 40245 (mono / 17 cm).


    „Die schönsten Melodien von Robert Stolz“ mit Sári Barabas, Brigitte Mira, Barbara Kist, Lucie Schulz, Walter Müller, Carl Hoppe, Werner Preuss und Wolfgang Sauer / Das Hansen-Quartett / Die Lamy-Singers / Das Münchner Rundfunkorchester / Dirigent: Willy Mattes (München, Funkhaus, November 1955) 'Columbia' C 40246 (mono / 17 cm).


    „Die schönsten Melodien von Paul Abraham und Nico Dostal“ mit Sári Barabás, Gretl Schörg, Walter Müller und Wolfgang Sauer / Das Hansen-Quartett / Das Münchner Rundfunkorchester / Dirigenten: Willy Mattes (Abraham) und Carl Michalski (Dostal) (München, Funkhaus, November 1955) 'Columbia' C 60128 (mono / 25 cm).


    „Goldene Operettensterne“ (Melodien von Franz Lehár und Imre Kálmán) mit Sári Barabás / Der Bernd Hansen-Chor/ Das Münchner Rundfunkorchester / Dirigent: Carl Michalski (München, Funkhaus, ca. 1958) 'Electrola' E 60 629 (mono) / STE 60629 (stereo) (25 cm). Wieder veröffentlicht auf 'Die Volksplatte' SMVP 6068 (stereo / 30 cm); mein Exemplar erschien bei 'Music for Pleasure' MFP 6023 (stereo / 30 cm).


    „Die schönsten Melodien von Robert Stolz und Oscar Straus“ mit Sári Barabas, Brigitte Mira, Barbara Kist, Lucie Schulz, Walter Müller, Carl Hoppe, Werner Preuss und Wolfgang Sauer / Das Hansen-Quartett / Die Lamy-Singers / Das Münchner Rundfunkorchester / Dirigenten: Willy Mattes (Stolz) und Carl Michalski (Straus) (München, Funkhaus, November 1955) 'MGM' 65020 (mono) / 665020 (stereo) (30 cm); ich habe die 'Volksplatte' SMVP 6070 (Widesound / 30 cm).


    Aus rechtlichen Gründen wurden das Münchner Rundfunkorchester und das Kölner Rundfunk-Orchester bei den oben genannten Aufnahmen als 'Ein Großes Operetten-Orchester' bezeichnet. Meines Erachtens muss es von Kurt Wehofschitz noch viele Einzelaufnahmen beim Bayerischen Rundfunk (BR) in München, beim Norddeutschen Rundfunk (NDR) in Hamburg und beim Österreichischen Rundfunk (ORF) in Wien, Graz oder Linz geben.


    LG


    Carlo



    P. S. Danke, Gregor, für Deinen Beitrag samt Foto der Plattenhülle ('Bertelsmann Schallplattenring' 36767), die ich oben genannt habe.

    Hallo!


    Heute stelle ich drei weitere Operetten-Querschnitte mit Valerie Bak vor:


    "Der Orlow" (Granichstaedten): Nadja Nadjakowska, Tänzerin - Valerie Bak / Dolly Marbanks, Sekretärin - Friedel Blasius / Großfürst Alexander Alexandrowitsch, als Flugzeugmechaniker unter dem Namen Alex Doroschinsky - Kurt Wehofschitz / Jolly Jefferson und John Walsh, Flugzeugkonstrukteure - Rupert Glawitsch und John Walsh - Hans Herbert Fiedler / Das Hamburger Rundfunkorchester / Dirigent: Wilhelm Stephan (Hamburg, Funkhaus, 1956) Ausschnitte von ca. 15 Minuten Dauer. Enthalten sind so bekannte Nummern wie das von Johannes Heesters populär gemachte 'Zigarettenlied' (“Da nehm ich meine kleine Zigarette und blas die Wölkchen vor mich hin”), das Lied der Nadja “In meinem kleinen Boudoir... Für dich, mein Schatz, für dich hab' ich mich schön gemacht” und das Tango-Duett Nadja-Alexander “Spiel, my jazzband, spiel”. Diese am 3. 4. 1925 im Theater an der Wien (392 Wiederholungen!) mit Betty Fischer und Hubert Marischka - Tenorstar und zeitweiliger Direktor dieser Wiener Traditionsbühne - uraufgeführte und damals sehr gefeierte 'Jazz-Operette' von Bruno Granichstaedten behandelt das Schicksal einiger Exil-Russen, die nach der Revolution von 1917 in die USA geflüchtet sind und dort versuchen, sich dem 'American Way of Life' anzupassen. Dabei spielt der von Alexander Alexandrowitsch nach Amerika geschmuggelte Diamant “Orlow” eine wichtige Rolle. Mit dem titelgebenden Edelstein ist der heute in der Schatzkammer des Kreml ausgestellte legendäre Solitär gemeint, den 1776 der russische Großfürst Grigori Orlow der – bekanntlich aus Deutschland stammenden - Zarin Katharina 'die Große' schenkte, um sie bei Laune zu halten. Doch die Dame hatte schon längst einen anderen Favoriten...


    "Mam'zelle Nitouche" (Hervé, d. i. Florimond Ronger): Denise de Flavigny, Klosterschülerin - Valerie Bak / Célestin, Organist im Kloster "Die kleinen Schwalben unserer lieben Frau" - Kurt Wehofschitz / Der Chor des Nordeutschen Rundfunks / Chorltg.: Max Thurn / Das Hamburger Rundfunkorchester / Dirigent: Wilhelm Stephan (Hamburg, Funkhaus, 1955) Aus dem “Fräulein Rührmichnichtan” - Hervés bekannteste Operette von 1883 - wurden sechs Musiknummern mit einem verbindenden Text (gesprochen von Inge Windschild und Hermann Lenschau) in zwei Versionen aufgenommen: eine für die Sendung tagsüber und eine Fassung für die abendliche Sendung! Dauer ca. 17 Minuten. Beim 'Hamburger Archiv' wurde eine der beiden Szenenfolgen auf CD veröffentlicht – gekoppelt mit Ausschnitten aus Audrans “Die Puppe” und Planquettes “Die Glocken von Corneville”. (Der bekannte französische Schauspieler 'Fernandel' hat die Rolle des Célestin nicht nur im Film - 1954 mit Pier Angeli - sondern auch 1968 für die Schallplatte dargestellt; diese Version – natürlich mit umfangreichem Dialog bei diesem Hauptdarsteller! - habe ich auf zwei LPs der französischen DECCA. Unter dem Label 'Accord' ist sie auch auf zwei CDs in Frankreich erschienen.)


    "Kaiserin Joséphine" (Kálmán): Joséphine Beauharnais - Valerie Bak / Juliette, ihre Zofe - Else Mühl / Napoléon Bonaparte - Kurt Wehofschitz / Bernard, Napoléons Kammerdiener - Rupert Glawitsch / Hippolyte Charles, Joséphines Verehrer - Hans-Herbert Fiedler / Das Hamburger Rundfunkorchester / Dirigent: Wilhelm Stephan (Hamburg, Funkhaus, 1957) Das 'Hamburger Archiv für Gesangskunst' bringt diese Melodienfolge von 15 Minuten Dauer zusammen mit Querschnitten aus “Der Sänger von Mexico” und “Das goldene Vlies” (beide von Francis Lopéz), “Mädels vom Rhein” von Rudolf Kattnigg und Richard Genées 'Rosina”. Imre Kálmáns letzte europäische Operette in 8 Bildern – uraufgeführt am 18. 1. 1936 am Züricher Stadttheater – handelt vom Aufstieg des korsischen Generals Napoléon Bonaparte zum französischen Kaiser und der Liebe zu seiner Frau Joséphine Beauharnais, der Witwe eines in der französischen Revolution hingerichteten Generals.


    LG


    Carlo

    Liebe Taminos,


    hier folgt nun der 1. Teil meiner Auflistung der Tondokumente zu Lisa Della Casas Interpretation der "Arabella", mit der sie sich für Generationen in das Gedächtnis der Opernliebhaber eingeprägt hat.


    Zu den in diesem Thread bereits genannten 4 Aufnahmen (Rudolf Kempe / 1952 - Georg Solti / 1957 - Joseph Keilberth / 1958 und 1963) kommen noch 11 weitere Mitschnitte ihrer 'Arabella' und zusätzlich 1 Mal die 'Zdenka' - dazu weiß ich noch (ohne nähere Details) von 3 weiteren Life-Aufnahmen; ein wohl einmaliger Rekord!

    „Arabella“ (Strauss): (Zdenka) mit Maria Reining (Arabella), Rosette Anday (Adelaide), Herma Handl (Fiakermilli), Ruth Michaelis (Kartenaufschlägerin), Hans Hotter (Mandryka), Horst Taubmann (Matteo), Georg Hann (Waldner), Julius Patzak (Elemer), Josef Witt (Dominik), Alfred Poell (Lamoral) und Franz Szkokan (Welko) u. a. / Der Chor der Wiener Staatsoper / Chorltg.: Richard Rossmayer / Die Wiener Philharmoniker / Dirigent: Karl Böhm (Salzburg, Festspielhaus, 12. 8. 1947) In meiner Sammlung habe ich die LP-Ausgabe in der Richard-Strauss-Edition von 'Melodram'; auf CD erschien die Aufnahme u. a. bei der 'DGG' innerhalb Karl Böhms 'Strauss-Edition' (CD).


    dto.: (Titelrolle) mit Hilde Güden (Zdenka), Martha Lipton (Adelaide), Laurel Hurley (Fiakermilli), Thelma Votipka (Kartenaufschlägerin), George London (Mandryka), Jon Crain (Matteo), Lorenzo Alvary (Waldner), Gabor Carelli (Elemer), Clifford Harvuot (Dominik), Lawrence Davidson (Lamoral), Benjamin Wilkes (Welko) u. a. / Chorus and Orchestra of the Metropolitan Opera House / Chorltg.: Kurt Adler / Dirigent: Erich Leinsdorf (New York, Metropolitan Opera House, 9. 2. 1957, in englischer Sprache) Veröffentlicht von 'Omega Opera Archive' (CD).


    dto.: (Titelrolle) mit Anneliese Rothenberger (Zdenka), Ira Malaniuk (Adelaide), Eva Maria Rogner (Fiakermilli), Cäcilie Reich (Kartenaufschlägerin), Dietrich Fischer-Dieskau (Mandryka), Rudolf Francl (Matteo), Karl Christian Kohn (Waldner), Fritz Uhl (Elemer), Carl Hoppe (Dominik), Horst Günter (Lamoral), Walter Matthes (Welko) u. a. / Der Chor und das Orchester der Bayerischen Staatsoper / Chorltg.: Walter Baumgart / Dirigent: Joseph Keilberth (München, Prinzregententheater, 19. 8. 1959) Die „Arabella“ der Bayerischen Staatsoper vom Oktober 1952 - mit Lisa Della Casa, Gerda Sommerschuh und Hermann Uhde - wurde ab dieser Neueinstudierung bis 1972 jährlich bei den Münchner Opernfestspielen in der Standardbesetzung Della Casa/Rothenberger/Fischer-Dieskau und mit nur minimalen Änderungen in den Nebenrollen wiederholt!


    dto.: (Titelrolle) mit den Sängern der Neueinstudierung von 1959 (siehe oben) – die einzige Umbesetzung betrifft Georg Paskuda als 'Matteo'. / Der Chor und das Orchester der Bayerischen Staatsoper / Chorltg.: Walter Baumgart / Dirigent: Joseph Keilberth / Bühnenild: Helmut Jürgens / Kostüme: Sophia Schröck / Inszenierung: Rudolf Hartmann / TV-Regie: Karlheinz Hundorf (München, Prinzregententheater, 23. 8. 1960). 'Rheingold1876' hat diese Aufzeichnung – die 3 Mal im Deutschen Fernsehen wiederholt wurde - im Tamino-Thread „STRAUSS, Richard ARABELLA“ eingestellt. (Die 1964 von der 'DGG' veröffentliche Schallplattenaufnahme ist nicht die Tonspur dieser Fernsehsendung, sondern ein Mitschnitt mehrerer Aufführungen während der Opernfestspiele des Jahres 1963!)


    dto.: (Titelrolle) mit Anneliese Rothenberger (Zdenka), Mignon Dunn (Adelaide), Laurel Hurley (Fiakermilli), Thelma Votipka (Kartenaufschlägerin), George London (Mandryka), Barry Morell (Matteo), Ralph Herbert (Waldner), Robert Nagy (Elemer), Raul Reitan (Dominik), Norman Scott (Lamoral), Joseph Folmer (Welko) u. a. / Chorus and Orchestra of the Metropolitan Opera House / Chorltg.: Kurt Adler / Dirigent: Erich Leinsdorf (New York, Metropolitan Opera House, 21. 1. 1961, in englischer Sprache) Bisher wurde vom 'Omega Opera Archive' nur der 2. und 3. Akt veröffentlicht.


    dto.: (Titelrolle) mit Anneliese Rothenberger (Zdenka), Ira Malaniuk (Adelaide), Mimi Coertse (Fiakermilli), Margareta Sjöstedt (Kartenaufschlägerin), Hugh Beresford (Mandryka), Ivo Zidek (Matteo), Otto Edelmann (Waldner), Anton Dermota (Elemer), Hans Christian (Dominik), Robert Kerns (Lamoral), Wilhelm Lenninger (Welko) u. a. / Der Chor und das Orchester der Wiener Staatsoper / Chorleitung: Richard Rossmayer / Dirigent: Joseph Keilberth (Wien, Staatsoper, 21. 6. 1964) Bisher ist lediglich das Duett Arabella-Mandryka „Und du wirst mein Gebieter sein“ im Lisa Della Casa gewidmeten Portrait von 'Orfeo' erschienen. (Eine vom ORF übertragene Gedächtnisaufführung zum 100. Geburtstag von Richard Strauss; diese Aufnahme wurde am 6. 10. 1965 noch einmal gesendet.)


    dto.: (Titelrolle) mit der Besetzung vom 23. 8. 1960 (TV-Übertragung) und den Sängern der Schallplattenaufnahme der 'DGG' vom August 1963. / Der Chor und das Orchester der Bayerischen Staatsoper / Chorltg.: Wolfgang Baumgart / Dirigent: Joseph Keilberth (München, Nationaltheater, 12. 8. 1964). Dieser Mitschnitt befindet sich im Archiv des Bayerischen Rundfunks


    Viele Grüße!


    Carlo

    Hallo, Musikwanderer!


    Ich habe während meiner jahrzehntelangen Abonnementszeit am Düsseldorfer Haus der 'Deutschen Oper am Rhein' den nun leider verstorbenen Dirigenten Friedemann Layer mit folgenden Werken erlebt: "Der Tod in Venedig" (1976), "Rusalka" (1977), "Johanna auf dem Scheiterhaufen" (1980), "Hänsel und Gretel" (1985), "Das schlaue Füchslein" (1978), "Cosi fan tutte" (1977), "Die Zauberflöte" (1983), "Tosca" (1978 und 1980), "Die verkaufte Braut" (1977), "Elektra" (1983), "Der Rosenkavalier" (1975 und 1983), "Salome" (1979), "Otello" (1985), "Rigoletto" (1977) und "Parsifal" (1984). Vielleicht decken sich diese Angaben mit den Opern, die Du gehört hast.


    Während seiner Zeit als Dirigent an der Opéra National de Montpellier hat er die folgenden Opern aufgeführt, die von Radio France mitgeschnitten und auf CD veröffentlicht wurden: "La Risurrezione" (Alfano), "Macbeth" (Bloch), "L' Arlesiana" (Cilea), "Háry János" (Kódaly), "Salomé" (Mariotte), "Die Rheinnixen" (Offenbach), "Marion Delorme" (Ponchielli) und "La campana sommersa" (Respighi). Auch diese Aufstellung zeigt, was für ein versatiler Dirigent er war.


    Posthum gilt ihm mein Dank für die durchweg beglückenden Opernabende.


    LG


    Carlo

    Liebe Opernfreunde,


    man muss sich bei der Beurteilung der 'Sängerfilme' jener Jahre bewusst sein, dass sie in einer Zeit lange vor dem Beginn des 'Pantoffelkinos' (Fernsehen) entstanden und für sehr viele Opernfreunde oft die einzige Möglichkeit boten, ihre Lieblinge auch zu sehen und nicht nur zu hören. Dass man statt eines abgefilmten Opernabends oder Konzerts die Künstler im Rahmen eines Spielfilms präsentierte, entsprach dem damaligen Geschmack des Kinopublikums, das auch zusätzlich durch eine mehr oder weniger plausible Handlung unterhalten werden wollte. Allen diesen 'alten' Musikfilmen ist eine zeitgebundene Ästhetik zu eigen und mit diesem Wissen sollte man sie auch betrachten und beurteilen. (Wobei aus dramaturgischer Sicht diese Filme auch nicht schlechter sind als z. B. die „Herzkino“-Filme des ZDF am Sonntagabend; die Dialoge sind oft überraschend modern und eloquent, lediglich die Optik ist eine andere.)


    Beniamino Gigli schrieb in seiner Autobiographie („Und es blitzten die Sterne“ - in der BRD 1957 veröffentlicht) mit feinem Humor folgendes: „Im Mai 1935 ging ich nach Berlin, um zum ersten Mal zu filmen. Natürlich war die etwas kitschige Handlung nur ein Vorwand, der mir möglichst viel Gelegenheit zum Singen bieten sollte. Da die Filmkritiker jeden meiner weiteren Filme mit einem Entsetzensschrei begrüßten, musste ich wohl daraus schließen, dass sie vom künstlerischen Gesichtspunkt aus betrachtet schlecht waren. Die Filme brachten mir aber nicht nur viel Geld ein, sie eroberten mir auch ein Publikum, das ich sonst nie erreicht hätte. In der ganzen Welt wurden sie in Städten und Dörfern gezeigt, die zu klein oder zu abgelegen waren, als dass ich sie bei einer Konzertreise hätte aufsuchen können und sogar in großen Städten brachten sie meinen Gesang solchen Leuten nahe, die aus diesem oder jenem Grund – aus Mangel an Geld, an Bildung oder an Interesse für Musik – nie einen Konzertsaal oder ein Operntheater von innen gesehen hatten.“ (Ähnlich argumentierten ja auch „Die drei Tenöre“ sechzig Jahre später – und auch sie hatten weltweiten Erfolg.)


    Beniamino Gigli – der (analog der politischen Allianz dieser Jahre) die in deutsch-italienischer Produktion entstandenen Filme zweisprachig drehte, während die Stimmen der deutschen Schauspieler für Italien synchronisiert wurden - wirkte in 16 Spielfilmen mit, die ich in den folgenden Wochen ausführlich vorstellen werde. (Die mit * gekennzeichneten Filme habe ich auf Video.)


    Erster Film:


    „Vergiss mein nicht“* ('Non ti scordar di me') (Deutschland / Italien 1935 – Tobis Filmkunst GmbH / Itala-Film S. A.)


    mit Magda Schneider, Hedda Björnson, Siegfried Schürenberg, Kurt Vespermann, Eric Ode, F. W. Schröder-Schrom, Peter Bosse u. a. / Regie: Augusto Genina. Liselotte Heßfeld (Schneider), die junge, unerfahrene Sekretärin des Geheimrats von Berneck, verliebt sich auf einer Atlantiküberquerung Hals über Kopf in den Ersten Offizier des Schiffes, Hellmut von Ahrens (Schürenberg). An Bord befindet sich auch Irene Hart (Björnson), die einmal mit Ahrens liiert war und eifersüchtig Liselottes junges Glück zerstört. In New York lernt Liselotte den verwitweten Sänger Enzo Curti und dessen kleinen Sohn (Bosse) kennen; kurze Zeit später wird sie Enzos Lebensgefährtin und dem Kind eine zweite Mutter. Ein Wiedersehen mit Ahrens stürzt sie in seelische Verwirrung, als er sie bittet, ihren Mann zu verlassen und mit ihm, der inzwischen den Dienst quittiert hat, in die Welt zu ziehen. Schließlich siegt die Vernunft und sie bleibt bei dem Mann, der ihr Zuflucht und Sicherheit gegeben hat, und bei dem Kind, das sie wie ihr eigenes liebt. (Die Außenaufnahmen wurden in Hamburg auf dem Überseedampfer „Bremen“ gedreht.)


    Beniamino Gigli ist zu sehen und zu hören mit einem längeren Potpourri aus Opernarien („Rigoletto“, „L'elisir d'amore“, „La Favorita“, „Martha“, „Tannhäuser“ und „Il trovatore“) sowie dem 'Wiegenlied' von Franz Schubert („Mille cherubini in coro“), den Liedern „Non ti scordar di me“ und „Addio, bel sogno“ (beide von Ernesto De Curtis) und der von Alois Melichar für diesen Film komponierten „Serenata veneziana“. (Alois Melichar ist auch als Dirigent der „Euryanthe“-Ouvertüre mit der Staatskapelle Berlin zu sehen.) Die Konzertaufnahmen entstanden in der im Krieg zerstörten Berliner Philharmonie mit der Staatskapelle Berlin.


    Dank des glaubhaften Drehbuchs von Ernst Marischka wurde Giglis erster Spielfilm ein durchschlagender Erfolg. Das komödiantische Talent des Tenors, sein 'Teddybär-Charme' und sein etwas hilfloses Deutsch nahmen das Filmpublikum auf Anhieb für ihn ein. Aber auch Magda Schneider und Peter Bosse, der damit zum Kinderstar des deutschen Films wurde, haben zum Gelingen des Films beigetragen. (1936 gab es in Großbritannien ein Remake des Films mit Beniamino Gigli, Joan Gardner und Ivan Brandt in der Regie von Zoltan Korda mit dem Titel „Forget Me Not“.) Und 1958 wurde der Stoff – als deutsch-italienische Coproduktion – von Arthur Maria Rabenalt und Giulio Del Torre noch einmal verfilmt: „Vergiss mein nicht“* ('Vento di primavera') mit Sabine Bethmann, Erich Winn und (in der Rolle, die Beniamino Gigli 1935 und 1936 gespielt hat) Ferruccio Tagliavini. Dessen Musikbeiträge – in deutsch: „Vergiss mein nicht“ (Ernesto De Curtis), „Tausend Englein im Chor“ (Franz Schubert), „Deine Liebe ist mein ganzes Leben“ (Willy Mattes) und in italienisch: „Vento di primavera“ (Cesare Andrea Bixio), „Maria Mari“ (Eduardo Di Capua), „Torna a Surriento“ (Ernesto De Curtis“), „O paese d'o sole“ (Libero Bovio) und „Volare“ (Domenico Modugno) - erschienen auf zwei EPs bei 'Ariola'. Die Opernarien aus „La sonnambula“, „L'elisir d'amore“ und „L'Africaine“), die Tagliavini im Film singt, wurden nicht auf Platten gepresst. (In allen Aufnahmen begleitete ihn das Orchester der Wiener Volksoper unter Nino Verchi.)


    Viele Grüße!


    Carlo

    Liebe Taminos,


    viele Filmfans scheint es hier im Forum nicht zu geben, andernfalls wäre dieser Thread wesentlich umfangreicher ausgefallen.


    Wenn ich einmal in Gedanken durchgehe, welche Sänger auf der Kinoleinwand nicht nur zu hören, sondern auch zu sehen waren, dann fallen mir spontan viele Namen ein. Bereits zu Stummfilmzeiten hat es Filme mit Opernstars gegeben, z. B. mit Lina Cavalieri, Emmy Destinn, Geraldine Farrar, Mary Garden, Enrico Caruso, Giovanni Martinelli und Giuseppe De Luca. Die Art des 'Musik- bzw. Sängerfilms' ist heute wohl ausgestorben; die Künstler unserer Zeit werden mit Aufzeichnungen kompletter Opernvorstellungen und Konzerten für das 'Heimkino' dokumentiert, was man einem weniger an der Musik als mehr an der Unterhaltung interessierten Publikum damals nicht zuzumuten glaubte.


    Natürlich haben die Filme der 30er bis 60er Jahre eine ganz andere Ästhetik, was uns Heutigen das Ansehen etwas erschwert. Aber die Handlung ist oft auch nicht weniger glaubhaft als die TV-Filme des „ZDF-Herzkinos“ am Sonntagabend und die Dialoge sind manchmal überraschend modern und eloquent. Die beteiligten Sänger/innen waren unterschiedlich erfolgreich, ihre von der Bühne her gewöhnten, auf Raumwirkung angelegten Gesten und ihren mimischen Ausdruck für die Arbeit vor der Kamera zu reduzieren und sich möglichst natürlich zu bewegen. Zu berücksichtigen ist auch, dass die Playback-Technik damals noch in der Entwicklung begriffen war und der Gesang manchmal nicht lippen-synchron gefilmt wurde. Letztlich aber hat es dem großen Filmpublikum gefallen und viele Sänger/innen haben geradezu 'Star-Status' erreicht. Nachfolgend gebe ich eine kurze Übersicht von Namen, die mir in diesem Zusammenhang eingefallen sind.


    Deutschsprachige Filme der 30er und 40er Jahre:


    Gitta Alpár, Maria Beling, Erna Berger, Maria Cebotari, Lisa Della Casa, Marta Eggerth, Irene Eisinger, Maria Jeritza, Dora Komar, Elfie Mayerhofer, Jarmila Novotna, Tresi Rudolph, Erna Sack, Elisabeth Schwarzkopf, Carla Spletter, Clara Tabody / Michael Bohnen, Hans Heinz Bollmann, Willi Domgraf-Fassbaender, Hans Fidesser, Beniamino Gigli, Louis Graveure, Herbert Ernst Groh, Johannes Heesters, Hans Hotter, Karl Jöken, Jan Kiepura, Charles Kullmann, Walther Ludwig, Hubert Marischka, Tino Pattiera, Alfred Piccaver, Helge Rosvaenge, Joseph Schmidt, Leo Slezak, Alexander Svéd, Richard Tauber, Hans Wocke, Alessandro Ziliani.


    Deutschsprachige Filme der 50er und 60er Jahre:


    Sári Barabás, Colette Boky, Monika Dahlberg, Diana Eustrati, Christine Görner, Hilde Güden, Renate Holm, Erika Köth, Jarmila Ksirova, Wilma Lipp, Friedl Loor, Emmy Loose, Elfie Mayerhofer, Lucia Popp, Anneliese Rothenberger, Sonja Schöner, Gretl Schörg, Rita Streich, Hilde Zadek / Mathieu Ahlersmeyer, Rudolf Christ, Willi Domgraf-Fassbaender, Harry Friedauer, Johannes Heesters, Richard Holm, Hans Hotter, Erich Kunz, Luis Mariano, Rudolf Schock, Paul Schöffler, Ernst Schütz, Ferruccio Tagliavini, Eberhard Waechter, Ludwig Weber.


    Internationale Filme der 30er und 40er Jahre:


    Toti Dal Monte, Helen Jepson, Miliza Korjus, Nina Koshetz, Lotte Lehmann, Jeanette MacDonald, Grace Moore, Jarmila Novotna, Lily Pons, Rise Stevens, Conchita Supervia, Gladys Swarthout, Blanche Thebom / Pasquale Amato, Salvatore Baccaloni, Gino Bechi, Jussi Björling, Andrés De Segurola, Nelson Eddy, Beniamino Gigli, Tito Gobbi, Giacomo Lauri-Volpi, Giuseppe Lugo, Nino Martini, John McCormack, Lauritz Melchior, André Pernet, Ezio Pinza, Paul Robeson, Tito Schipa, Feodor Shaliapin, Gino Sinimberghi, Richard Tauber, Georges Thill, Lawrence Tibbett.


    Internationale Filme der 50er und 60er Jahre:


    Licia Albanese, Anna Maria Alberghetti, Anne Brown, Nadine Conner, Mary Costa, Franca Duval, Goar Gasparian, Dorothy Kirsten, Adele Leigh, Anna Moffo, Jarmila Novotna, Roberta Peters, Marie Powers, Rise Stevens, Helen Traubel / Donald Adams, Václav Bednar, Franco Corelli, Mario Del Monaco, Giuseppe Di Stefano, Todd Duncan, Nicola Filacuridi, Mario Filippeschi, Sergio Franchi, Tito Gobbi, Igor Gorin, Hans Kaart, Ivan Kozlovskii, Mario Lanza, Sergei Lemeshev, Luis Mariano, Lauritz Melchior, Giulio Neri, Jan Peerce, Mario Petri, Ivan Petrov, Ezio Pinza, Afro Poli, Giacinto Prandelli, Mark Reizen, Ferruccio Tagliavini, Italo Tajo, William Warfield.


    Einige Schauspieler/innen, die ihre künstlerische Laufbahn auf der Opern- bzw. Operettenbühne begannen, sind z. B. Moje Forbach, Brigitte Mira, Francoise Rosay, Camilla Spira, Ilsemarie Schnering, Sonja Ziemann, Iván Petrovich und Hans Söhnker. 'Alterskarrieren' beim Film (und Fernsehen) hatten etwa Maria-Madlen Madsen, Martha Mödl, Maria Olszewska und Ljuba Welitsch. Und 'Legenden' wie Joan Sutherland („On Our Selection“ / Australien 1995) und Galina Vishnevskaia („Aleksandra“ / Russland 2007) spielten respektable Hauptrollen auf der Kinoleinwand, während sich Kiri Te Kanawa mit einem 'Cameo'-Auftritt als Nellie Melba (!) in der 4. Staffel von „Downton Abbey“ begnügte.


    Der ungekrönte König der 'Sängerfilme' ist aber Beniamino Gigli mit 16 Spielfilmen. Wie versprochen, werde ich seine Filme vorstellen; allerdings werde ich dazu einen eigenen Thread starten: „Beniamino Gigli und seine Filme“.


    Viele Grüße!


    Carlo


    P. S.


    Die obigen Auflistungen erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit und dürfen gerne von anderen 'Taminos' ergänzt werden!

    Lieber 'Caruso41',


    ich glaube, ich bin Dir noch eine Antwort auf Deinen Beitrag Nr. 25 schuldig.


    Ich bin „Tamino“-Leser seit 2011 und schreibe erst seit 18 Monaten hier im Forum. Aus Zeitgründen habe ich mir den umfangreichen „Berühmte Stimmen“-Thread bisher nur selektiv durchsehen können und viele andere im 'Untergrund' des Forums noch gar nicht. (Es gibt schließlich auch ein Leben außerhalb des Internets!) Ich bin aber bemüht, alle für mich relevanten Beiträge zu lesen; auch Deine Vorstellungen 'neuer Stimmen' kenne ich und ich finde Deine Initiative äusserst lobenswert.


    Wir leben in einer Zeit, in der alles und jedes bewertet, analysiert, hinterfragt, diskutiert und oft auch zerredet wird – und nicht selten ist man hinterher genauso schlau wie vorher. Weil nämlich zu oft mit dem Intellekt und nicht mit dem Gefühl geurteilt wird. Wie jeder von uns 'Melomanen' weiß, ist die akustische Erfassung einer Stimme ein höchst subjektiver Vorgang, denn jedes Ohr hört anders.


    Du schreibst, dass Du Dir mehr Diskussionen zum Thema „Stimmen und Gesang“ wünschst. Meiner Meinung nach hat die 'Streitkultur' hier im Forum (speziell bei Reizthemen wie „Regietheater“ - und ich bekenne gerne, zu den gemäßigten 'RT-Phoben' zu gehören) in letzter Zeit ein kaum zu unterbietendes Niveau erreicht. Ich bin nicht harmoniesüchtig, aber derartigen Auseinandersetzungen - zumal sie wenig konstruktiv sind und letztendlich zu keiner Lösung führen – gehe ich, von wenigen Ausnahmen abgesehen, weiträumig aus dem Weg. Ich praktiziere schon länger, was Gerhard Wischniewski kürzlich vorgeschlagen hat, indem ich anhand der Avatare die Statements bestimmter 'Taminos' ungelesen überspringe. (Ich kenne meine 'Pappenheimer'!).


    Daher habe ich mich entschlossen, durch das Posten von kleinen Discographien an Stimmen (und Sänger natürlich) zu erinnern, die zwar in ihrer Zeit relativ bekannt waren, aber wegen Missachtung seitens der Phonoindustrie durch das Netz des kollektiven Vergessens zu fallen drohen, zumal die meisten 'Taminos' sich hauptsächlich an CD-Veröffentlichungen orientieren. Ich finde, dass dem „Tamino“-Forum und seinen Mitgliedern und Lesern mit solchen Informationen – in der Art eines Archivs oder Nachschlagewerks – auf die Dauer mehr gedient ist als mit Diskussionen wie „Wer ist die beste Carmen?“. Dies soll aber nicht bedeuten, dass ich grundsätzlich Meinungsaustausch und Diskussionen ablehne. (Ein gelungenes Beispiel war z. B. 'Stimmenliebhabers' fundierte Analyse von diversen Interpretationen der Arie „E lucevan le stelle“ mit den Antworten anderer 'Taminos'.) Wie singt die 'Marschallin'? „Denn in dem 'Wie', da liegt der ganze Unterschied.“


    Viele Grüße!


    Carlo

    Liebe Taminos,


    nach einer längeren Pause geht es nun weiter!

    Vorab ein Wort zu dem musikalischen Leiter der meisten der hier genannten Operetten-Aufnahmen mit Valerie Bak: Wilhelm Stephan (1906 – 1994), aus Lüneburg gebürtig, interessierte sich schon früh für die Militärmusik und trat 1925 einem Infanterie-Regiment in Hannover bei, in dessen Musikkorps er als Posaunist eingesetzt wurde. 1932 begann er an der Staatlichen Hochschule für Musik in Berlin ein Studium zum Militärkapellmeister und wurde drei Jahre später zum Musikmeister eines Hildesheimer Regiments ernannt, was auch bedeutete,, dass er mit seinem Orchester ab 1939 mehrere Feldzüge begleiten musste. 1943 ging Wilhelm Stephan als Lehrer an die Stätte seines Studiums in Berlin und wurde nach Schließung der Hochschule im Herbst 1944 als Stabsmusikmeister der 16. Panzer-Division in Polen eingesetzt; am Ende des Krieges geriet er in sowjetische Gefangenschaft. Nach seiner Entlassung kehrte er 1946 nach Hildesheim zurück und kam über die Leitung des Niedersächsischen Sinfonie-Orchesters in Hannover 1948 als Chefdirigent des neu gegründeten Hamburger Rundfunkorchesters zum Norddeutschen Rundfunk nach Hamburg. Dort hatte er das gesamte Spektrum der sogenannten 'Gehobenen Unterhaltungsmusik' auszufüllen und wurde durch das große Einzugsgebiet des damaligen NWDR schnell zu einem der bekanntesten Rundfunk-Dirigenten in der jungen BRD. Nach zehn Jahren in dieser Tätigkeit wechselte er (zunächst als Oberstleutnant und 1961 als Oberst) als Musikinspizient zur Bundeswehr und wurde 1968 in den Ruhestand versetzt. Während dieser Jahre hat er mit dem Stabsmusikkorps der Bundeswehr für die Firma 'Philips' zahlreiche Schallplatten mit Armeemärschen eingespielt.


    Es folgen einige Operetten-Gesamtaufnahmen und -Querschnitte unter Mitwirkung von Valerie Bak – heute der 1. Teil:


    „Rosita“ (Genée): Rosita – Valerie Bak, Viola – Else Mühl, Der Kapitän – Kurt Wehofschitz, Der Leutnant – Kurt Marschner, Balandier – Horst Günter / Der Chor des Norddeutschen Rundfunks / Chorltg.: Max Thurn / Das Hamburger Rundfunkorchester / Dirigent: Wilhelm Stephan (Hamburg, Funkhaus, 1957) Eine Szenenfolge – sieben Musiknummern mit einer Gesamtdauer von 20 Minuten – auf einer Doppel-CD beim 'Hamburger Archiv für Gesangskunst', die auch Querschnitte aus Genées Operetten “Nanon”, “Der Seekadett” und “Der Musikfeind” enthält. (Ob im dazugehörigen Booklet Näheres zum Inhalt von “Rosita” steht, kann ich nicht sagen, weil ich diese CDs nicht habe.) Der in Danzig geborene und in Berlin Musik studierende Richard Genée – sein Vater war Opernsänger und Theater-Intendant - war nicht nur der 'Gesangstext-Lieferant' für Suppé, Millöcker, Strauß etc. und Übersetzer zahlreicher französischer (Offenbach, Lecocq, Hervé) und englischer (Sullivan) Operetten-Libretti, sondern auch der Komponist von über dreißig eigenen komischen Opern und Operetten. Während seiner Zeit (1857 bis 1862) als Musikdirektor in Mainz komponierte er die als 'romantisch-komische Oper in drei Akten' bezeichnete“Rosita” (natürlich auf ein eigenes Textbuch), die dort auch am Neujahrstag 1864 uraufgeführt wurde. Unter dem Titel “Rosina” - allerdings mit anderem Rollen-Personal - gab es 1881 am Theater an der Wien eine weitere Operette Genées; ob es sich hier um eine etwaige Umarbeitung der “Rosita” handelt, konnte ich bisher nicht ermitteln.


    "Die Spitzenkönigin" (Goetze): Valerie Bak, Friedel Blasius, Herbert Ernst Groh und Otto Albrecht / Der Chor des Norddeutschen Rundfunks / Chorltg.: Max Thurn / Das Hamburger Rundfunkorchester / Dirigent: Wilhelm Stephan (Hamburg, Funkhaus, 1955) (Ausschnitte – ca. 12 Minuten - auf zwei CDs des 'Hamburger Archivs' mit der Gesamtaufnahme von “Schach dem König” und Szenen aus “Ihre Hoheit, die Tänzerin”, beide von Walter Wilhelm Goetze und beide in Aufnahmen des WDR dirigiert von Franz Marszalek, dessen bevorzugte Komponisten Goetze und Eduard Künnecke waren.) Zur 1920 im damaligen Stettin uraufgeführten, dreiaktigen Operette “Die Spitzenkönigin” habe ich bisher nur herausgefunden, dass sie – mit dem Libretto von Richard Bars und Oskar Felix – im frühen 19. Jahrhundert bei flandrischen Spitzenklöpplern ('Kantwerkster' genannt, eine Tätigkeit, die früher auch von Männern ausgeübt wurde) spielt. Weiß hier jemand Details über diese Operette?


    Viele Grüße!


    Carlo

    Hallo,


    da scheint bei Rossinis "Stabat Mater" ja einiges durcheinander geraten zu sein, denn es gibt 5 verschiedene Aufnahmen dieses Werks unter Ferenc Fricsay!


    a) Elisabeth Grümmer, Maria von Ilosvay, Walther Ludwig und Helmut Fehn / Der Kölner Rundfunkchor / Chorltg.: Bernhard Zimmermann / Das Kölner Rundfunk-Sinfonie-Orchester (Köln, WDR-Funkhaus, 30. 3. 1952) Veröffentlicht von 'Ponto', gekoppelt mit Mozarts "Le nozze di Figaro".


    b) Maria Stader, Marianna Radev, Ernst Haefliger und Kim Borg / Der Chor der St. Hedwigs-Kathedrale Berlin / Der RIAS-Kammerchor / Gesamt-Chorltg.: Günther Arndt / Das RIAS-Symphonie-Orchester Berlin (Berlin, Hochschule für Musik, 22. 9. 1954) Veröffentlicht u. a. von 'audite'.


    c) dieselben Ausführenden wie bei b (Berlin, Jesus-Christus-Kirche, September 1954) Studio-Aufnahme der 'Deutschen Grammophon Gesellschaft'.


    d) Maria Stader, Marianna Radev, Ernst Haefliger und Gottlob Frick / Die Wiener Singakademie / Chorltg.: Hans Gillesberger / Die Wiener Symphoniker (Wien, Konzerthaus, 26. 6. 1958) Archiv des ORF (bisher unveröffentlicht).


    e) dieselben Solisten wie bei d / Der RIAS-Kammerchor / Chorltg.: Günther Arndt / Der Chor des Norddeutschen Rundfunks / Chorltg.: Max Thurn / Das Sinfonie-Orchester des Norddeutschen Rundfunks (Hamburg, Musikhalle, 9. 11. 1959) Veröffentlicht vom 'Hamburger Archiv für Gesangskunst'.


    LG


    Carlo


    P. S. Kann man nicht bei solistisch besetzten Chorwerken auch die Namen der beteiligten Sänger nennen? Diese sind m. E. für den Hörer fast noch wichtiger als der Dirigent und die musizierende Kollektive, denn sie verleihen der Aufführung letztlich ein individuelleres akustisches Profil!

    Hallo,


    hier kommen wir zu der "Ariadne"-Verkörperung durch Lisa Della Casa:

    "Ariadne auf Naxos“ (Strauss): (Primadonna / Ariadne) mit Hilde Güden (Zerbinetta), Christa Ludwig (Komponist), Rita Streich (Najade), Hilde Rössel-Majdan (Dryade), Gerda Scheyrer (Echo), Rudolf Schock (Tenor / Bacchus), Paul Schöffler (Musiklehrer), Erich Kunz (Harlekin), August Jaresch (Scaramuccio), Oskar Czerwenka (Truffaldin), Murray Dickie (Brighella), Georges Müller (Offizier), Peter Klein (Tanzmeister), Walter Berry (Perückenmacher), Franz Bierbach (Lakai) und Alfred Neugebauer (Haushofmeister) / Die Wiener Philharmoniker / Dirigent: Karl Böhm (Salzburg, Festspielhaus, 6. 8. 1955) 'House of Opera' (CD) Gegenüber dem bekannten – und mehrfach veröffentlchten – Mitschnitt vom 7. 8. 1954 sind einige Partien neu besetzt.


    dto.: (Primadonna / Ariadne) mit Erika Köth (Zerbinetta), Elisabeth Lindermeier (Komponist), Lotte Schädle (Najade), Ira Malaniuk (Dryade), Gerda Sommerschuh (Echo), Hans Hopf (Tenor / Bacchus), Marcel Cordes (Musiklehrer), Carl Hoppe (Harlekin), Karl Ostertag (Scaramuccio), Max Proebstl (Truffaldin), Paul Kuen (Tanzmeister / Brighella), Hans Kern (Offizier), Willy Schmitz (Perückenmacher), Rudolf Wünzer (Lakai) und Kurt von Ruffin (Haushofmeister) / Das Orchester der Bayerischen Staatsoper / Dirigent: Karl Böhm (München, Prinzregententheater, 7. 9. 1956) Bisher unveröffentlicht.


    dto.: (Primadonna / Ariadne) mit Erika Köth (Zerbinetta), Helga Pilarczyk (Komponist), Lisa Otto (Najade), Nada Puttar (Dryade), Ursula Schirrmacher (Echo), William McAlpine (Tenor / Bacchus), Thomas Stewart (Musiklehrer), Ernst Krukowski (Harlekin), Theo Altmeyer (Scaramuccio), Fritz Hoppe (Truffaldin), Erich Zimmermann (Tanzmeister / Brighella), Horst Lunow (Offizier), Leopold Clam (Perückenmacher), Wilhelm Lang (Lakai) und Otto Graf (Haushofmeister) / Das Orchester der Städtischen Oper Berlin / Dirigent: Silvio Varviso (Paris, Théâtre Sarah Bernhardt, 20. 3. 1959) Bisher unveröffentlicht. (Gastspiel der Städtischen Oper Berlin beim 'Festival du Théâtre des Nations' in Paris.) Diese Aufführung war gleichzeitig die Premiere einer Neuinszenierung von Günther Rennert, die sechs Tage später zum ersten Mal in Berlin zu sehen war. Lisa Della Casa wurde für ihre Darstellung der 'Ariadne' von der in Paris ansässigen „Internationalen Vereinigung junger Kritiker“ als 'Beste Sängerin der Saison' ausgezeichnet.


    dto.: (Primadonna / Ariadne) mit Reri Grist (Zerbinetta), Tatiana Troyanos (Komponist), Lotte Schädle (Najade), Gudrun Wewezow (Dryade), Ingeborg Schneider (Echo), Ernst Kozub (Tenor / Bacchus), Heinz Imdahl (Musiklehrer), Raimund Grumbach (Harlekin), David Thaw (Scaramuccio), Max Proebstl (Truffaldin), Friedrich Lenz (Brighella), Franz Klarwein (Offizier), Willi Brokmeier (Tanzmeister), Josef Knapp (Perückenmacher), Albrecht Peter (Lakai) und Paul Bürks (Haushofmeister) / Das Orchester der Bayerischen Staatsoper / Dirigent: Heinrich Hollreiser (Stockholm, Kungliga Teatern, 1. 11. 1969) Veröffentlicht auf CD von 'Opera Depot' unter einem falschen Datum. (Ein Rundfunk-Mitschnitt vom Gastspiel der Bayerischen Staatsoper München am Stockholmer Königlichen Opernhaus. Während der Aufführung ging über der schwedischen Hauptstadt ein schweres Gewitter nieder, was man auf dem Mitschnitt auch hören kann.)


    LG


    Carlo

    Lieber Maestro_Peter,


    vielen Dank für Deine Antwort! Ich habe etwas in alten Ausgaben der Münchner Rundfunkzeitung "Bild und Funk" gestöbert und unter dem Datum 23. 4. 1955 beim Sender 'Rot-Weiß-Rot' die Übertragung des Konzerts vom 31. 3. 1955 aus dem Wiener Konzerthaus gefunden. (Auf dem Programm standen die "Sinfonia brevis" von Hanns Jelinek, das Violinkonzert in E-dur (BWV 1042) von J. S. Bach, die "Tsigane" von Maurice Ravel und die "Carmina burana" von Carl Orff; neben dem Geiger Riccardo Odnoposoff wirkten die von Dir genannten Sänger Elisabeth Roon, Peter Klein und Eberhard Waechter mit der Wiener Singakademie und dem Akademie-Kammerchor (Chorltg. beider Chöre: Hans Gillesberger) mit. Aber als Dirigent der Wiener Symphoniker nennt "Bild und Funk" Lovro von Matacic; merkwürdig, dass bei der Drucklegung drei Wochen nach dem Konzert - das am 1. 4. 1955 wiederholt wurde - nicht Fritz Lehmann genannt wurde. Ein Blick in das Internet-Portal der Wiener Symphoniker bestätigt aber Fritz Lehmann und es ist zu hoffen, dass dieser Mitschnitt einmal kommerziell veröffentlicht wird, denn bekanntlich hatten die Wiener Symphoniker schon damals ein eigenes Tonstudio (die "Wiener Symphonia AG") und schnitten repräsentative Konzerte für ihr Tonarchiv mit.


    Lieber Rüdiger,


    das Cover der 'Buchclub-Ausgabe' der kleinen Walther-Ludwig-Platte, die so nicht im Katalog der 'DGG' stand, hat mir gezeigt, dass es sogar 2 verschiedene Aufnahmen des "Faust"-Walzers mit Fritz Lehmann gab: einmal 1951 mit den Münchner Philharmonikern (gekoppelt mit der kompletten Ballettmusik aus Gounods "Faust" und der Suite aus dem Ballett "Sylvia" von Delibes / 'DGG' 18007 LPM - 30 cm) und dann 1955 mit den Bamberger Symphonikern auf der 25-cm-Platte 'DGG' 17133 LPE ("Große Walzer aus großen Opern").


    Viele Grüße!


    Carlo

    Liebe Taminos,


    wenn man einen alten Katalog der 'Deutschen Grammophon Gesellschaft' – die ja längst nicht mehr deutsch ist – durchblättert, findet man auch im Opernbereich zahlreiche Aufnahmen mit Fritz Lehmann. Der Dirigent war sich nicht zu schade, neben den großen Chor- und Orchesterwerken für die Schallplatte auch Ausschnitte aus Opern und Balletten einzuspielen und einige Sänger bei Opernarien zu begleiten.



    Folgende Querschnitte stehen in meinem Plattenregal:


    „Don Pasquale“ (Donizetti): Querschnitt (Ouvertüre – Schön wie ein holder Engel – Ah, ein Feuer, es brennt mich – Welch' unaufhörliches Hinum und Herum – Ach, unter allen Blicken – O süße Nacht – Les' ich in deinen Blicken) mit Rita Streich (Norina), Josef Greindl (Don Pasquale), Karl Schmitt-Walter (Doktor Malatesta) und Kurt Wehofschitz (Ernesto) / Der Chor und das Symphonie-Orchester des Bayerischen Rundfunks / Chorltg.: Josef Kugler / Dirigent: Fritz Lehmann (München, Herkulessaal, 24. 4. - 25. 4. 1955) Veröffentlicht auf 'DGG' 17053 LPE (25 cm).


    „Die verkaufte Braut“ (Smetana): Querschnitt (Seht am Strauch die Knospen springen – Ich weiß euch einen lieben Schatz - Komm', mein Söhnchen, auf ein Wort – Mit der Mutter sank zu Grabe – Endlich allein, allein mit mir – So find' ich dich, Geliebte, hier – Durch die Reihen hinzufliegen) mit Anny Schlemm (Marie), Walther Ludwig (Hans), Paul Kuen (Wenzel) und Josef Greindl (Kezal) / Der Chor und das Symphonie-Orchester des Bayerischen Rundfunks / Chorltg.: Josef Kugler / Dirigent: Fritz Lehmann (München, Herkulessaal, 2. 2. - 6. 2. 1954) Veröffentlicht auf 'DGG' 19014 LPEM (30 cm). Für beide Opern muss Fritz Lehmann eine Schwäche gehabt haben, hat er sie doch auch komplett für den WDR aufgenommen (siehe meinen Beitrag Nr. 21).


    Ferner finden sich im Katalog der 'DGG' noch folgende Opern-Aufnahmen:


    Ouvertüren zu Opern von Wolfgang Amadé Mozart: „Idomeneo“ / „Die Entführung aus dem Serail“ / „Die Hochzeit des Figaro“ / „Don Giovanni“ / „Cosi fan tutte“ / „Der Schauspieldirektor“ / „Titus“ / „Die Zauberflöte“ / Die Berliner Philharmoniker / Dirigent: Fritz Lehmann (Berlin, Jesus-Christus-Kirche, 9. 7. - 10. 7. 1952) Veröffentlicht auf 'DGG' 19040 LPEM (30 cm).


    Ouvertüren zu folgenden Opern und Schauspielen: „Wenn ich König wär'“ (Adam - 1) / „Fra Diavolo“ (Auber – 2) / „Der schwarze Domino“ (Auber – 2) / „Die Stumme von Portici“ (Auber – 1) / „Norma“ (Bellini – 1) / „Der Kalif von Bagdad“ (Boieldieu – 1) / „Fürst Igor“ (Borodin – 1) / „Ruslan und Ludmilla“ (Glinka – 1) / „Das Käthchen von Heilbronn“ (Pfitzner – 1) / „Alfonso und Estrella“ (Schubert – 3) / „Rienzi“ (Wagner – 4) / „Abu Hassan“ (Weber – 1) / „Der Freischütz“ (Weber - 4). Veröffentlicht auf diversen Platten in verschiedenen Kopplungen. (1 = Bamberger Symphoniker / 2 = Münchner Philharmoniker / 3 = Berliner Philharmoniker / 4 = Symphonie.Orchester des Bayerischen Rundfunks).


    Orchestermusik aus Opern: „Eugen Onegin“: Walzer (Chaikovskii) / „Faust“: Ballettmusik (Gounod) / „Faust“: Walzer (Gounod) / „Hänsel und Gretel“: Walzer (Humperdinck) / „Die tote Stadt“: Walzerlied (Korngold) / „Der Prophet“: Krönungsmarsch (Meyerbeer) / „Hoffmanns Erzählungen“: Walzer (Offenbach) / „La Bohème“: Walzer der Musette (Puccini) / „Wilhelm Tell“: Ballettmusik (Rossini) / „Samson und Dalila“: Bacchanale (Saint-Saens) / „Salome“: Tanz der sieben Schleier (Strauss) / „Der Rosenkavalier“: Walzer aus dem 3. Akt (Strauss) / „Intermezzo“: Walzerszenen (Strauss) / „Otello“: Ballettmusik (Verdi). Veröffentlicht auf diversen Platten in verschiedenen Kopplungen. Mit Ausnahme der Ballettmusik aus „Faust“ (Münchner Philharmoniker) werden alle Stücke von den Bamberger Symphonikern gespielt. (Außerdem gab es bei der 'DGG' auch eine Aufnahme des Walzers aus „Eugen Onegin“ mit dem Bayerischen Staatsorchester München unter Fritz Lehmann.)


    Chöre aus Opern von Richard Wagner: „Tannhäuser“: Pilgerchor / „Lohengrin“: Brautchor / Der Chor und das Symphonie-Orchester des Bayerischen Rundfunks / Chorltg.: Josef Kugler / Dirigent: Fritz Lehmann (München, ca. 1950) Veröffentlicht auf 'DGG' 30085 EPL (17 cm).


    Außer der bekannten Aufnahme von Manuel de Fallas Ballett „Der Liebeszauber“, gekoppelt mit Tänzen aus dem Ballett „Der Dreispitz“ (Diana Eustrati / Die Berliner Philharmoniker / Dirigent: Fritz Lehmann (Berlin, Jesus-Christus-Kirche, 7. 3. - 10. 3. 1954) / 'DGG' 19044 LPEM (30 cm) nahm Fritz Lehmann auch folgende Ballettmusiken auf:


    „Coppelia“ (Leo Delibes): Ballettsuite / Bamberger Symphoniker / Dirigent Fritz Lehmann (Bamberg, ca. 1953) 'DGG' 17040 LPE (25 cm).


    „Sylvia“ (Leo Delibes): Ballettsuite / Münchner Philharmoniker / Dirigent: Fritz Lehmann (München, ca. 1954) 'DGG' 19026 LPEM (30 cm) (Gekoppelt mit der Ballettmusik und dem Walzer aus der Oper „Faust“ von Charles Gounod, gespielt von den Münchner Philharmonikern und den Bamberger Symphonikern.)


    Fritz Lehmann begleitete folgende Sänger:


    Eine Arie mit Peter Anders: „Manon“: Ich schloss die Augen (Traumerzählung des Des Grieux) / Die Münchner Philharmoniker / Dirigent: Fritz Lehmann (München, 1954?) Veröffentlicht auf der 'DGG'-Platte 30292 EPL (17 cm), gekoppelt mit Arien aus „Undine“, „Die Afrikanerin“ und“Aida“ (alle gesiungen von Peter Anders, begleitet vom Kölner Rundfunk-Sinfonie-Orchester unter Franz Marzalek).


    Zwei Arien mit Annelies Kupper: „Daphne“: O bleib', geliebter Tag (Monolog der Daphne) – Ich komme, grünende Brüder (Verwandlung der Daphne) / Die Münchner Philharmoniker / Dirigent: Fritz Lehmann (München, 27. 7. 1951) Nur veröffentlicht auf der Richard-Strauss-Sammelplatte 'DGG' 18090 LPM (30 cm).


    Arien mit Josef Greindl: „Die Hochzeit des Figaro“: Nun vergiss leises Fleh'n, süßes Kosen – Alles ist richtig... Ach, öffnet eure Augen / Die Münchner Philharmoniker / Dirigent: Fritz Lehmann (München, Amerikahaus, 1. 2. 1952) 'DGG' 32069 NL (17 cm) In deutscher und italienischer Sprache aufgenommen!


    dto.: „Don Giovanni“: Schöne Donna, dies kleine Register / Das Symphonie-Orchester des Bayerischen Rundfunks / Dirigent: Fritz Lehmann (München, Herkulessaal, 5. 2. 1954) - „Don Carlos: Sie hat mich nie geliebt / Das RIAS-Symphonie-Orchester Berlin / Dirigent: Fritz Lehmann (Berlin, Jesus-Christus-Kirche, 14. 2. 1954) 'DGG' 30077 EPL (17 cm) In deutscher und italienischer Sprache aufgenommen!


    dto.: „Boris Godunov“: Die höchste Macht ist mein / Die Münchner Philharmoniker / Dirigent: Fritz Lehmann (München, Amerikahaus, 2. 2. 1952) - „Eugen Onegin“: Ein jeder kennt die Lieb' auf Erden / RIAS-Symphonie.Orchester / Dirigent: Fritz Lehmann (Berlin, Jesus-Christus-Kirche, 14. 2. 1954) 'DGG' 30102 EPL (17 cm).


    dto.: „Boris Godunov“: O Hilfe, Luft, Licht her!... Horch, horch, man läutet schon / Der Chor der Bayerischen Staatsoper / Chorltg.: Herbert Erlenwein / Die Münchner Philharmoniker / Dirigent: Fritz Lehmann (München, Amerikahaus, 2. 2. 1952) 'DGG' 30414 EPL (17 cm).


    Arien mit Josef Metternich: „Eugen Onegin“ (Chaikovskii): Sie schrieben mir - „Die Afrikanerin“ (Meyerbeer): Dir, o Königin, bin ich ergeben / Das Symphonie-Orchester des Bayerischen Rundfunks / Dirigent: Fritz Lehmann (München, Herkulessaal, 6. 10. 1954) 'DGG' 32024 NL (17 cm).


    Arien mit Maria Stader: "Don Giovanni" (Mozart): Schmähe, tobe, lieber Junge - Wenn du fein fromm bist / Das Symphonie-Orchester des Bayerischen Rundfunks / Dirigent: Fritz Lehmann (München, Herkulessaal, Oktober 1954) 'DGG' 30266 EPL (17 cm) (gekoppelt mit: "Die Hochzeit des Figaro" (Mozart): Endlich nahet sich die Stunde... O säume länger nicht / Maria Stader / Das Symphonie-Orchester des Bayerischen Rundfunks / Dirigent: Leopold Ludwig (München, Herkulessaal, 1954?).


    Zwei Mozart-Konzertarien mit Maria Stader: "Misera, dove son?", KV 369 - "Alma grande e nobil core", KV 578 / Das Symphonie-Orchester des Bayerischen Rundfunks / Dirigent: Fritz Lehmann (München, Herkulessaal, Oktober 1954) 'DGG' 30459 EPL (17 cm).



    Die von 'Maestro_Peter' (Beitrag Nr. 23) genannte Aufnahme der „Hohen Messe“ von Johann Sebastian Bach wurde mit folgender Besetzung eingespielt: Gunthild Weber, Margherita De Landi, Helmut Krebs und Karl Wolfram / Die Solistenvereinigung des Berliner Rundfunks / Das Berliner Rundfunk-Sinfonie-Orchester / Dirigent: Fritz Lehmann. Die Aufnahme erschien 1953 in den USA auf 2 Platten der Marke 'Urania' und wurde 1966 in Großbritannien auf 'Saga' wieder aufgelegt. Sie ist im Internet als Download verfügbar.


    Aber wer, bitte schön, singt in der „Carmina burana“-Aufnahme unter Fritz Lehmann? (Beitrag Nr. 9, ebenfalls von 'Maestro_Peter').


    Viele Grüße!


    Carlo

    Hallo,


    die von mir im Beitrag Nr. 10 genannte Aufnahme der „Rodelinda“ aus Hannover wurde am 10. 10. 1958 im Dritten Programm des NDR noch einmal gesendet; m. W. ist sie bisher nicht veröffentlicht worden.


    Im WDR Köln hat Fritz Lehmann komplette Studio-Aufnahmen der Opern „Don Pasquale“ und „Die verkaufte Braut“ eingespielt:


    „Don Pasquale“ (Donizetti): Norina – Ilse Hollweg, Don Pasquale – Georg Hann, Doktor Malatesta – Karl Schmitt-Walter, Ernesto – Richard Holm, Ein Notar – Erich Weckbrodt / Der Kölner Rundfunkchor / Chorltg.: Bernhard Zimmermann / Das Kölner Rundfunk-Sinfonie-Orchester / Dirigent: Fritz Lehmann (Leverkusen, Bayer-Erholungshaus, Oktober 1949) Diese Aufnahme existiert beim WDR nicht mehr.


    „Die verkaufte Braut“ (Smetana): Marie – Erna Dietrich, Kathinka – Ilsa Ihme-Sabisch, Agnes – Lilian Benningsen, Esmeralda – Marie-Luise Denicke, Hans – Walther Ludwig, Wenzel – Jürgen Förster, Kezal – Georg Hann, Kruschina – Heinrich Nillius, Micha – Günther Wilhelms, Zirkusdirektor – Friedrich Eugen Engels, Muff – Alexander Schoedler / Die Rolle des Zirkusdirektors spricht Hans Müller-Westernhagen. / Der Kölner Rundfunkchor / Chorltg.: Bernhard Zimmermann / Das Kölner Rundfunk-Sinfonie-Orchester / Dirigent: Fritz Lehmann (Leverkusen, Bayer-Erholungshaus, Oktober 1950) Von dieser Aufnahme besaß Harald Kral ein Tonband.


    LG


    Carlo

    Liebe Opernfreunde,


    hier ist der 2. Teil mit den "Rosenkavalier"-Aufnahmen Lisa Della Casas!


    „Der Rosenkavalier“ (Strauss): (Marschallin) mit Rise Stevens (Octavian), Hilde Güden (Sophie), Martha Lipton (Annina), Thelma Votipka (Leitmetzerin), Emilia Cundari (Modistin), Otto Edelmann (Ochs), Ralph Herbert (Faninal), Thomas Hayward (Sänger), Alessio De Paolis (Valzacchi), Osie Hawkins (Polizeikommissär), Paul Franke (Wirt), Lawrence Davidson (Notar), James McCracken (Haushofmeister der Marschallin), Charles Anthony (Haushofmeister bei Faninal), Gabor Carelli (Tierhändler) u. v. a. / Chorus and Orchestra of the Metropolitan Opera House / Chorltg.: Kurt Adler / Dirigent: Rudolf Kempe (New York, Metropolitan Opera House, 18. 2. 1956) Ich habe die CD-Ausgabe von 'Walhall'.


    dto.: (Marschallin) mit Christa Ludwig (Octavian), Elisabeth Söderström (Sophie), Belén Amparán (Annina), Thelma Votipka (Leitmetzerin), Mary Fercana (Modistin), Oskar Czerwenka (Ochs), Ralph Herbert (Faninal), Eugenio Fernandi (Sänger), Alessio De Paolis (Valzacchi), Norman Scott (Polizeikommissär), Paul Franke (Wirt), Osie Hawkins (Notar), Gabor Carelli (Haushofmeister der Marschallin), Charles Anthony (Haushofmeister bei Faninal), Kurt Kessler (Tierhändler) u. v. a. / Chorus and Orchestra of the Metropolitan Opera House / Chorltg.: Kurt Adler / Dirigent: Erich Leinsdorf (New York, Metropolitan Opera House, 26. 12. 1959) Veröffentlicht auf 'Immortal Performances' in Canada (CD).


    dto.: (Marschallin) mit Sena Jurinac (Octavian) und Anneliese Rothenberger (Sophie) / Das Münchner Rundfunkorchester / Dirigent: Heinrich Hollreiser / Szenenbild: Walter Dörfler / Kostüme (aus der aktuellen Produktion der Bayerischen Staatsoper): Sophia Schröck / TV-Regie: Hans Reinhard Müller (München, Bayernhalle, 1960) Live vor Publikum wurden - im Kostüm mit Bühnenbild - das Finale des 1. Aktes, die 'Rosenüberreichung' aus dem 2. Akt sowie das Terzett und Schlussduett des 3. Aktes aufgeführt. (Leider weiß ich das genaue Sendedatum nicht mehr; es war während der Olympischen Spiele 1960 in Rom.) In dieser Fernsehsendung wurden ferner Ausschnitte aus dem „Don Pasquale“ (mit Anneliese Rothenberger, Waldemar Kmentt und Karl Christian Kohn) und das Ballett „Les petits riens“ von Mozart gezeigt; der 'Musikaleum-Plauderer' Ludwig Kusche führte durch das Programm.


    dto.: (Marschallin) mit Hertha Töpper (Octavian) / Vier Lakaien: Manfred Gerbert, Bernhard Michaelis, Bruno Samland und Karl Röbbert / Das Sinfonie-Orchester des Süddeutschen Rundfunks Stuttgart / Dirigent: Hans Müller-Kray (Stuttgart, Funkhaus, ca. 1960, genaues Datum unbekannt – eine diesbezügliche Anfrage beim SWR konnte bisher nicht beantwortet werden.) Bisher unveröffentlicht. Eine – auch klanglich – ausgezeichnete Rundfunk-Aufnahme des kompletten Finales des 1. Aktes (ab dem Monolog der Marschallin), die zum 100. Geburtstag Lisa Della Casas am 2. 2. 2019 noch einmal gesendet wurde.


    Viele Grüße!


    Carlo

    Hallo, nemorino!


    Josef Traxel singt in Fritz Lehmanns Aufnahme von Korngolds "Die tote Stadt" die Partie des Grafen Albert. Die komplette Besetzung: Paul - Karl Friedrich, Marietta/Marie - Maud Cunitz, Frank - Benno Kusche, Brigitta - Lilian Benningsen, Fritz - Hans Braun, Juliette - Margot Guilleaume, Lucienne - Elinor Junker-Giesen, Gaston und Victorin - Richard Holm, Graf Albert - Josef Traxel / Der Chor und das Symphonie-Orchesters des Bayerischen Rundfunks / Chorltg.: Josef Kugler / Dirigent: Fritz Lehmann.


    Die Aufnahme von Händels "Rodelinda" unter der Leitung von Fritz Lehmann hat folgende Besetzung: Rodelinda - Walburga Wegner, Bertarido - Gerhard Gröschel, Grimoaldo - Herbert Hess, Eduige - Diana Eustrati, Unolfo - Hans Olaf Hudemann, Garibaldo - Werner Düwel / Carl Josef Fürth, Cembalo / Das Rundfunkorchester Hannover / Dirigent: Fritz Lehmann (Eine Aufnahme des Norddeutschen Rundfunks; Dauer: 90 Minuten).


    Aber auch mit Josef Traxel gibt es eine "Rodelinda"-Aufnahme: Rodelinda - Erna Berger, Bertarido - Hermann Prey, Grimoaldo - Josef Traxel, Eduige - Brunhilde Knack, Garibaldo - Hans-Günter Grimm / Ilse Linack-Muthmann, Cembalo / Der Berner Kammerchor und das Berner Kammerorchester / Dirigent: Heribert Esser (Eine Aufnahme von Radio Beromünster mit von Wolfgang Schwarz gesprochenen Zwischentexten; Dauer: 105 Minuten).


    Beide "Rodelinda"-Aufnahmen werden in deutscher Sprache gesungen.


    LG


    Carlo

    Hallo,


    ich habe Rolando Panerai leider nur ein Mal live erlebt, am 2. 5. 1978 in der Wiener Staatsoper als 'Marcello' in der legendären "Bohème"-Inszenierung von Franco Zeffirelli (mit Mirella Freni, Renate Holm, José Carreras, Gianni Maffeo und Paolo Washington / Dirigent: Herbert von Karajan). Eine Sternstunde für mich.


    Bei der ausgelassenen Tanzszene am Anfang des vierten Aktes warf Rolando Panerai ein Kissen vehement über die Bühne und bevor es im Orchestergraben landen konnte, wurde es mit raschem Griff vom 'Maestro suggeritore' aus dem Souffleurkasten heraus aufgefangen und zurück auf die Bühne geworfen. Panerai hob das Kissen auf und machte eine Verbeugung in Richtung des Souffleurs. Merkwürdig, dass man solche Kleinigkeiten in Erinnerung behält...


    Es ist schön, zu wissen, dass der Sänger noch unter uns weilt. Wenn er seine Memoiren schreiben würde, hätte er sicher viel zu erzählen.


    Carlo

    Liebe 'Taminos',


    ergänzend zu meinem Beitrag Nr. 32 möchte ich zwei in Rumänien erschienene Bücher über Maria Cebotari nennen, beide verfasst von Aurelian Danila:


    "Maria Cebotari in amintiri, cronici si imagini" (Verlag: Bastina-RADOG, Chisinau, 1999, 240 Seiten, in rumänischer Sprache, ISBN 9975 9563 00) Dies ist der Bildband, den ich in der Dresdner Stadtbücherei gesehen habe - Signatur: Mg 9110 / Code: 010464514.


    "Maria Cebotari - Stea ratacitoare" (Verlag: Prut International, Chisinau, 2015, 328 Seiten, in rumänischer und russischer Sprache, ISBN 9789 9755 40).


    LG


    Carlo


    P. S. Lieber Rüdiger, von dem Buch "Teachers and pupils" hatte ich keine Ahnung. Das muss ja eine Fundgrube für die Verehrer der genannten Sängerinnen sein. Mittlerweile habe ich herausgefunden, dass Peter Curzon in Neuseeland lebt und sein Bruder Fritz in Großbritannien.

    Hallo, Rüdiger!


    Zu Deinem Beitrag Nr. 36: Warum sich Maria Cebotari als Rumänin bezeichnete, ist mir auch nicht klar. Ihr Vater, Ivan Cebotaru, war Schullehrer mit 12 Kindern, die bis auf Maria, ihre Schwester Pasha und den Bruder Vasili (er starb mit 15 Jahren) im Kindesalter starben. Diese Vornamen sind wohl russisch, aber nach 1917 wurde in der Schule auf Rumänisch unterrichtet.


    Ihre ersten Schallplattenaufnahmen (4 russische Lieder) machte die Sängerin 1929 in Berlin noch unter dem Namen Maria Chebotareva für die 'Carl Lindström AG'. 1932 folgten 2 Titel für 'His Master's Voice', 1935 insgesamt 14 Titel für 'Odeon'. Die 'Deutsche Grammophon Gesellschaft' folgte 1941 mit 8 Titeln und von 1947 bis 1949 spielte sie 10 Titel wieder für 'His Master's Voice' ein. Das sind insgesamt 38 Titel, was ich relativ wenig finde für eine Sängerin ihres Bekanntheitsgrades, vor allem wegen ihrer Filme und ihrer zahlreichen Gastspiele im In- und Ausland. (Ihre Kollegen nannten sie 'Cebo, die fliegende Kammersängerin'.) Das Gros ihrer Aufnahmen basiert auf Studioaufnahmen des Rundfunks und Radio-Mitschnitten von Konzerten und Opernvorstellungen, die erst lange nach ihrem Tod veröffentlicht wurden.


    Ich habe mehrere Autogramm-Postkarten von ihr (und eines sogar signiert). Danke für das Foto im Beitrag Nr. 37 - das kannte ich noch nicht; nun rätsele ich, aus welchem Film es wohl stammt. Maria Cebotari war nach Aussagen vieler Kollegen von der Oper und vom Film eine äußerst liebenswürdige, hilfsbereite und bescheidene Frau, die nie vergaß, aus welch armen Verhältnissen sie kam. (Ein Beispiel: Die junge Gesangsstudentin Leonie Rysanek, die 1949 im Wiener "Bettelstudent" eine von vier 'Ehrenjungfrauen' sang, wurde einmal vom Regisseur Adolf Rott heftig gescholten, weil sie - unschuldig - unpünktlich war. Die Cebotari, die die Rysanek beim Einsingen hörte, nahm den Regisseur beiseite und sagte ihm, er solle auf die 'Kleine' achten, die würde einmal eine berühmte Sängerin werden. Prophetische Worte!) Nicht nur mit ihrer Stimme, sondern auch mit ihrem ausdrucksvollen Gesicht, ihrer aparten Erscheinung und intensiven Darstellungskraft schlug sie das Publikum im Theater und auf der Filmleinwand in ihren Bann. Wie heißt es doch? "Schönheit liegt immer im Auge des Betrachters!"


    Carlo