Beiträge von Carlo

    Werke von Wilhelm Killmayer, Ernst Krenek, Roland Leistner-Mayer, Carl Loewe und Gustav Mahler:



    „Antiphone“ (Wilhelm Killmayer): Roland Hermann (Bariton) / Der Chor und das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks / Chorltg.: Hans-Peter Rauscher / Dirigent: Wilhelm Killmayer (München, Herkulessaal der Residenz, 25. - 27. 9. 1985). Eine Studio-Produktion des Bayerischen Rundfunks. Wilhelm Killmayer (1927-2017) komponierte 1967 vier „Antiphone“ ('Wechselgesänge') für Bariton-Solo, Männerchor und Orchester nach lateinischen Texten von Meister Eckhart und den Psalmen Nrn. 24 und 40.



    „Symeon der Stylit“ (Ernst Krenek): Eva Csapò (Sopran) / Cornelia Kallisch (Mezzosopran) / Werner Hollweg (Tenor und Sprecher) / Roland Hermann (Bariton) / Der ORF-Chor Wien / Ltg.: Erwin Ortner / Das 'Ensemble Modern' Frankfurt / Dirigent: Lothar Zagrosek (Salzburg, Universitätskirche, 27. 7. 1988, Uraufführung).


    Ernst Krenek, vom Erfolgskomponisten der zwanziger Jahre (Oper „Jonny spielt auf“) durch die Nationalsozialisten zum 'Entarteten Musiker' abgestempelt, schrieb dieses unvollendete Oratorium über den berühmten Säulenheiligen – auf Texte aus dem „Byzantinischen Christenbuch“ von Hugo Ball, kombiniert mit lateinischen Psalmen und Worten der Bergpredigt – 1935/36 vor seiner Emigration in die USA. (Die Uraufführung des ca. 40minütigen Werks bei den Salzburger Festspielen 1988 wurde gekoppelt mit einer Aufführung des Oratoriums „Jephte“ von Giacomo Carissimi in der Fassung von Hans Werner Henze – siehe oben); die deutsche Erstaufführung von „Symeon der Stylit“ war 2013 bei den Kasseler Musiktagen.



    „Das weiße Requiem“ (Roland Leistner-Mayer): Daphne Evangelatos (Mezzosopran) und Roland Hermann (Bariton) / John Edward Kelly (Altsaxophon) / Der Chor und das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks / Chorltg.: Michael Gläser / Dirigent: Arturo Tamayo (München, Herkulessaal der Residenz, 11. 4. 1997, Uraufführung).


    Der sehr produktive Komponist Roland Leistner-Mayer (Jahrgang 1945) schuf seine 'Symphonie Nr. 3, op. 81' mit einem darin eingewobenen Gesangsteil für zwei Solisten und Chor (Text von Rudolf Mayer-Freiwaldau) in den Jahren 1991 bis 1994. Die Uraufführung erfolgte im Rahmen der Konzertreihe 'musica viva' des Bayerischen Rundfunks, wobei an diesem Abend noch Werke von Sylvano Bussoti („Souvenirs d'Italie“ von 1996, Uraufführung) und Hubert Stuppner („Salomes Tanz“ von 1933, Orchesterfassung) erklangen.



    „Zwei Balladen“ (Carl Loewe): 'Odins Meeresritt', op. 118 – 'Der Erlkönig', op. 1 Nr. 3 (Instrumentierungen beider Lieder: Hans Pfitzner) / Roland Hermann (Bariton) / Das Münchner Rundfunkorchester / Dirigent: Heinz Wallberg (München, Funkhaus, Studio 1, 9. 11. 1978). Aufgenommen als Studio-Produktion und einen Tag später als 'Funkkonzert' live vor Publikum wiederholt. (Siehe auch die Aufnahmen von Liedern von Hugo Wolf.)



    „Zwei Balladen-Zyklen“ (Carl Loewe): 'Kaiser Karl V.' (Vier historische Balladen, op. 99): Das Wiegenfest zu Gent; 1844 – Kaiser Karl V. in Wittenberg; 1844 – Der Pilgrim vor St. Just; 1832 – Die Leiche zu St. Just; 1844 / 'Gregor auf dem Stein' (Legende in fünf Teilen, op. 38; 1834): Herolde ritten von Ort zu Ort – Im Schloss, da brennen der Kerzen viel – Der junge König und sein Gemahl – Ein Klippeneiland liegt am Meer – Wie bräutlich glänzt das heilige Rom / Roland Hermann (Bariton) / Geoffrey Parsons (Klavier) (Gstaad, März 1981). Eine Produktion der schweizerischen Firma 'Claves'. Ich habe noch die LP-Ausgabe von 1981, die auf dem Cover das Abbild Karls V. auf einer Silbermedaille nach dem Entwurf Albrecht Dürers zeigt, während auf dem CD-Cover von 1990 Tizians berühmtes Portrait des Kaisers aus der Alten Münchner Pinakothek zu sehen ist (siehe Beitrag Nr. 6).



    „Lieder und Gesänge aus der Jugendzeit“ (Gustav Mahler): 'Frühlingsmorgen' – 'Erinnerung' – 'Hans und Grete' – 'Serenade' – 'Phantasie ' - 'Um schlimme Kinder artig zu machen' – 'Ich ging mit Lust durch einen grünen Wald' – 'Aus! Aus!' - 'Starke Einbildungskraft' – 'Zu Straßburg auf der Schanz' – 'Ablösung im Sommer' – 'Scheiden und Meiden' – 'Nicht wiedersehen!' - 'Selbstgefühl' – 'Revelge' – 'Der Tambourg'sell' / Roland Hermann (Bariton) / Geoffrey Parsons (Klavier) (London. Studio No. 1, Abbey Road, 12. und 13. 8. 1974). Zuerst erschienen diese Lieder 1975 auf einer LP der 'EMI'; 1990 wurde bei 'Claves' in der Schweiz eine CD davon herausgegeben.


    Im Klavierlieder-Zyklus „Lieder und Gesänge aus der Jugendzeit“ stammen die ersten fünf Lieder aus den Jahren 1880 bis 1883 ('Frühlingsmorgen' und 'Erinnerung' sind Gedichte von Richard Leander recte Richard von Volkmann; 'Hans und Grete' ist Gustav Mahlers eigene Textfassung des Volksliedes; die Texte der Lieder 'Serenade' und 'Phantasie' sind ebenfalls von Gustav Mahler nach dem „Don Juan“ von Tirso de Molina), gefolgt von neun zwischen 1887 und 1890 komponierten Liedern auf Texte aus der Sammlung „Des Knaben Wunderhorn“ (herausgegeben von 1805 bis 1808 von Achim von Arnim und Clemens Brentano). Angehängt sind die nicht von Gustav Mahler stammenden Klavierfassungen seiner Orchesterlieder 'Revelge' (1899) und 'Der Tambourg'sell' (1901), ebenfalls nach Gedichten aus der „Wunderhorn-Lieder“-Sammlung.



    „Lieder eines fahrenden Gesellen“ (Gustav Mahler): 'Wenn mein Schatz Hochzeit macht' – 'Ging heut' Morgen über's Feld' – 'Ich hab' ein glühend' Messer' – 'Die zwei blauen Augen von meinem Schatz' / Roland Hermann (Bariton) / Symphonica of London / Dirigent: Wyn Morris (London, November 1973). Veröffentlicht 1974 als Doppel-LP bei 'Symphonica Music' (gekoppelt mit Mahlers Symphonie Nr. 5) und 1995 auf CD bei 'IMP' – International Music Publications - als Ergänzung zu der Aufnahme von Mahlers „Wunderhorn-Liedern“ mit Janet Baker und Geraint Evans unter Wyn Morris am Pult des London Philharmonic Orchestra.



    „Achte Symphonie“ (Gustav Mahler): Ute Vinzing, Sopran (Magna Peccatrix) / Judith Blegen, Sopran (Una poenitentium) / Gilah Yaron, Sopran (Mater gloriosa) / Julia Hamari, Alt (Mulier Samaritana) / Birgit Finnilä, Alt (Maria Aegyptiaca) / Werner Hollweg, Tenor (Doctor Marianus) / Roland Hermann, Bariton (Pater ecstaticus) / Harald Stamm, Bass (Pater profundus) / Die Limburger Domsingknaben – Ltg.: Matthias Breitschaft / Der Chor des Bayerischen Rundfunks – Ltg.: Gordon Kember / Der Kölner Rundfunkchor – Ltg.: Herbert Schernus / Der Chor des Norddeutschen Rundfunks – Ltg.: Werner Hagen / Der Südfunk-Chor Stuttgart – Ltg.: Heinz Mende / Das Radio-Sinfonie-Orchester Frankfurt / Dirigent: Eliahu Inbal (Frankfurt, Alte Oper, 10. 6. 1983). Eine Live-Übertragung des Hessischen Rundfunks. Dieser Rundfunk-Mitschnitt ist nicht identisch mit der Aufnahme Eliahu Inbals aus der Alten Oper Frankfurt im Oktober 1986, die von 'Denon' in Japan veröffentlicht wurde; hier sind Faye Robinson, Teresa Cahill, Hildegard Heichele, Livia Budai, Jane Henschel, Kenneth Riegel, Hermann Prey und Harald Stamm die Solisten.



    Carlo

    Lieber 'Rheingold1876',


    nicht nur die Zuschreibung des 'Grafen von Walter' an Kurt Böhme, sondern auch die Besetzung des Bauernmädchens 'Laura' scheint für die diversen Herausgeber dieser Aufnahme schwierig gewesen zu sein.


    'BASF' veröffentlichte 1973 „Luisa Miller – Die großen Szenen“ auf einem LP-Doppelalbum und nannte korrekt Elfride Trötschel (die man dort dem Mezzosopran-Fach zuordnete) als Sängerin der 'Laura'. 'Preiser' gab auf seiner LP-Ausgabe (1972) und auf seiner späteren CD-Veröffentlichung aber Trude Eipperle für diese Rolle an – und alle anderen Labels übernahmen diesen Fehler. Hätte man z. B. bei 'Kutsch-Riemens' nachgeschlagen, wäre das garantiert aufgefallen, denn Trude Eipperle war 1944 – andere Quellen nennen das Aufnahmejahr 1943 - längst eine arrivierte Sängerin für die großen Rollen auf der Bühne und im damaligen Reichsrundfunk und sie ist wohl kaum in jenen unsicheren Tagen von München, wo sie lebte, nach Dresden gefahren, um diese kleine Nebenrolle zu singen. Meiner Meinung nach wäre sie auch selbst eine überzeugende Interpretin der Titelrolle gewesen.


    In meiner gestern begonnenen Auflistung der Aufnahmen Trude Eipperles im Thread 'Die berühmte Stimme' wird diese Aufnahme der „Luisa Miller“ daher auch fehlen.


    Carlo

    Lieber La Roche,


    Du musst Dich nicht entschuldigen, denn Flüchtigkeitsfehler unterlaufen uns Allen – und auch mir - unabhängig vom Alter immer einmal. Dass Du auf unser gemeinsames Wohl einen Grappa getrunken hast, finde ich schön; hoffentlich hilft's, denn mir geht es momentan gesundheitlich gar nicht gut und das ist mein Altersproblem...



    Lieber Siegfried,


    ich finde derartige Spielplan-Statistiken auch sehr spannend, zeigen sie doch nicht nur die Vielseitigkeit der Sänger, sondern z. B. auch, dass die deutschen Theater im 'Dritten Reich' nicht durchweg gleichgeschaltet waren und dass man auch zu Kriegszeiten Opern ("Margarethe", "Carmen", "Eugen Onegin") feindlicher Nationen aufgeführt hat, worüber aktuell zum Ukraine-Krieg heftig diskutiert wird. Und auch Dir ein Dankeschön für die Anerkennung.


    Carlo

    Lieber Orfeo,


    dass man 2015 die „Don Pasquale“-Produktion des Reichsrundfunks Stuttgart (1939) wieder auffand, ist eine schöne Nachricht. Vor Jahren bekam ich von 'dem' deutschen Peter-Anders-Experten, Joachim Vierrath, die Information, dass seine Recherche beim Deutschen Rundfunkarchiv ergebnislos war. Leider lebt Herr Vierrath seit einiger Zeit in einem Pflegeheim und hat das Interesse an Musik vollkommen verloren. Und Gottfried Cervenka, der schmerzlich vermisste 'Stimmen-Kenner' und Opern-Präsentator des ORF, ist im Dezember 2015 plötzlich verstorben. Wie traurig das ist...


    Carlo

    Hallo, orsini!


    Danke für deinen Beitrag vom 23. Mai, den ich jetzt erst gesehen habe. Dass Teile der „Traviata“-Aufnahmen des Reichsrundfunks Stuttgart (1937) von 'Preiser' auf dem CD-Recital von Mathieu Ahlersmeyer enthalten sind, wusste ich nicht. Merkwürdig ist aber, dass aus der gleichzeitigen, unvollständig erhaltenen „Rigoletto“-Gesamtaufnahme mit Rosvaenge und Ahlersmeyer nichts veröffentlicht wurde.


    Die Ausschnitte aus „La Traviata“ (mit Rosvaenge) und „Die Entführung aus dem Serail“ auf den zwei anderen gezeigten CDs stammen aus dem Katalog der 'Electrola' und sind Bestandteile der 'Preiser'-Platte LV 73 – siehe Beitrag Nr. 5.


    Carlo

    Heute beginne ich mit der Auflistung von Trude Eipperles Opern-Aufnahmen, alphabetisch sortiert nach Komponisten:



    „Fidelio“ (Ludwig van Beethoven): Ausschnitte ('Gut, Söhnchen, gut' – 'Hat man nicht auch Gold beineben' – 'Mir ist so wunderbar'*) mit Trude Eipperle (Marzelline), Marta Fuchs (Leonore), Peter Anders (Jaquino) und Georg Hann (Rocco) / Das Große Orchester des Reichssenders Berlin / Dirigent: Artur Rother (Berlin, Haus des Rundfunks, 24. 6. 1942). Das Quartett* aus dem 1. Akt wurde 1975 veröffentlicht auf einem „Peter-Anders-Recital“ (2 LPs) bei der 'BASF' und ist auch auf einer EP der ostdeutschen 'Eterna' enthalten (gekoppelt mit dem „Rigoletto“-Quartett mit Maria Cebotari, Elisabeth Waldenau, Helge Rosvaenge und Willi Domgraf-Fassbender unter Artur Rother).



    „Carmen“ (Georges Bizet): Carmen – Margarete Klose / Don José – Rudolf Schock / Micaela – Trude Eipperle / Escamillo – Hermann Uhde / Frasquita – Margot Guilleaume / Mercedes – Hedy Gura / Dancairo – Peter Markwort / Remendado – Alfred Pfeifle / Morales – Gustav Neidlinger / Zuniga – Theo Herrmann / Der Chor und das Sinfonie-Orchester des Norddeutschen Rundfunks Hamburg / Chorltg.: Max Thurn / Dirigent: Hans Schmidt-Isserstedt (Hamburg, Musikhalle, 22. 3. 1948). Die Aufnahme wurde u. a. am 30. 6. 1949 im damaligen NWDR gesendet.


    Diese Gesamtaufnahme wurde 1951 noch einmal ausgestrahlt, danach verschwanden die entsprechenden Bänder auf mysteriöse Weise aus dem Archiv. Die Besetzung der Nebenrollen ist spekulativ, da beim NDR wie auch beim DRA über diese Aufnahme keine Unterlagen vorhanden sind. Meine Angaben beziehen sich auf eine Sendung des NDR von 1950 mit Ausschnitten aus „Macbeth“, „Carmen“ und „André Chenier“, von der in der Rundfunk-Programmzeitung alle beteiligten Sänger – wie damals üblich - nur summarisch genannt wurden.



    „Verkündigung“ (Walter Braunfels): Andreas Gradherz – Gerhard Gröschel / Seine Frau – Irmgard Gerz / Violäne und Mara, seine Töchter – Trude Eipperle und Walburga Wegner / Jakobäus, Violänes Verlobter – Felix Knäpper / Peter von Ulm, Dombaumeister – Wilhelm Otto / Sein Gehilfe – Karl Schiebener / Der Schulze von Rothenstein – Heinz Froitzheim / Drei Arbeiter – Anton Germann, Heinrich Engels und Ferdinand Burgwinkel / Zwei Weiber – Käthe Wendführ und Hildegard Sinzig / Die Stimme eines Engels – Elisabeth Urbaniak / Der Chor der Städtischen Bühnen Köln / Chorltg.: Peter Hammers / Das Gürzenich-Orchester Köln / Dirigent: Hellmut Schnackenburg (Köln, Aula der Kölner Universität, 4. 4. 1948). Der damalige NWDR Köln schnitt diese Aufführung mit und sendete sie einige Tage später; eine weitere Sendung gab es am 17. 10. 1951 im Bayerischen Rundfunk. Nachdem die Aufnahmen noch in den 50er Jahren gelöscht wurden, konnte der WDR vor einigen Jahren den Tonbandmitschnitt eines Hörers erwerben und in das Archiv des WDR übernehmen.


    Das am 6. 9. 1902 als 'Neues Theater' eröffnete Kölner Opernhaus am Habsburgerring (Ecke Aachener Straße) wurde am 14. 5. 1944 vollkommen zerstört; nach dem Krieg bespielte man ab August 1945 die Aula der Kölner Universität, die schon in den letzten Kriegsmonaten als Behelfsbühne gedient hatte. Erst am 8. 5. 1957 konnte in Köln (am Offenbachplatz) wieder ein neues Opernhaus – von den Besuchern nach dem ersten Intendanten Oscar Fritz Schuh 'Schuhhaus* genannt – eröffnet werden. Der WDR übertrug von der Premiere mit Webers „Oberon“ (mit Leonie Rysanek und Karl Liebl unter Otto Ackermann) den zweiten Akt.


    Walter Braunfels (1882 - 1954) komponierte 1934/1937 sein 'Mysterium in vier Aufzügen und einem Vorspiel' nach dem Schauspiel „L'Annonce faite à Marie“ von Paul Claudel, wobei er die deutsche Übersetzung von Jakob Hegner wortgetreu übernahm. Die religiös geprägte Handlung spielt im 11. Jahrhundert während des Dombaus zu Speyer. (Mittlerweile gibt es zwei weitere Aufnahmen der Oper: ein Mitschnitt der konzertanten Aufführung in der Kölner Philharmonie vom 'Aschermittwoch der Künstler' am 4. 3. 1992 - Dirigent: Dennis Russell Davies - bei 'EMI' und ein Konzert im Rahmen des 'EBU-Euroradio-Weihnachtstages' am 18. 12. 2011 im Münchner Prinzregententheater unter Ulf Schirmer, erschienen bei 'Bayern Klassik'.)



    „Jolantha“ ('Iolanta') (Piotr Ilich Chaikovskii): René, König der Provence – Otto von Rohr / Jolantha, seine Tochter – Trude Eipperle / Robert, Herzog von Burgund – Rudolf Gonszar / Graf Tristan Vaudemont, ein burgundischer Ritter – Lorenz Fehenberger / Ibn-Jahia, ein maurischer Arzt – Rudolf Watzke / Martha, Jolanthes Amme – Emma Mayer / Brigitte und Laura, Jolanthes Gespielinnen – Olga Moll und Hetty Plümacher / Almerik, der Waffenträger des Königs – Alfred Pfeifle / Bertram, der Pförtner des Schlosses - Friedhelm Hessenbruch / Der Südfunk-Chor / Chorltg.: Hermann Josef Dahmen / Das Radio-Sinfonie-Orchester Stuttgart / Dirigent: Hans Müller-Kray (Stuttgart-Degerloch, Straßenbahner-Waldheim, Oktober 1950). Die Aufnahme wurde 2007 auf zwei CDs von 'Walhall' veröffentlicht.


    Es sei daran erinnert, dass es beim Reichssender Berlin eine Gesamtaufnahme dieser Oper – deutsche Bearbeitung von Heinrich Burkhard - mit dem Titel „Die Legende von der blinden Yolanta“ in folgender Besetzung gab: René, König von Neapel, Graf der Provence – Kurt Böhme / Yolanta, Tochter des Königs – Maria Cebotari / Robert, Herzog von Burgund – Hanns Heinz Nissen / Graf Vaudemont, ein burgundischer Ritter – Peter Anders / Ebn-Jahia, ein maurischer Arzt – Rudolf Watzke / Almerik, Waffenträger des Königs – Heinz Matthéi / Bertram, Pförtner des Schlosses – Hugo Gauß / Marta, die Frau Bertrams, Yolantas Amme – Margarete Arndt-Ober / Yolantas Freundinnen: Brigitta – Tresi Rudolph, Laura – Irmi Overhof / Der Berliner Funk-Chor / Das Große Orchester des Reichssenders Berlin / Dirigent: Heinrich Steiner / Spielleitung: Leopold Hainisch. Die Erstsendung war am 7. 4. 1935, mit einer Wiederholung am 17. 3. 1936 gleichzeitig in den Reichssendern Berlin und Stuttgart (Dauer: 105 Minuten). Leider ist bis heute keine akustische Spur dieser „Legende von der blinden Yolanta“ gefunden worden.



    “Louise” (Gustave Charpentier): Louise – Trude Eipperle / Ihr Vater – Wilhelm Schirp / Ihre Mutter – Ilsa Ihme-Sabisch / Julien – Christo Bajew / Der Maler und der Bildhauer, Juliens Freunde – Karl Schiebener und Walter Schönfeld / Die Näherinnen: Blanche – Else Veith, Irma – Hanni Mack-Cosack, Camilla – Ruth Weigelt, Elise – Hannelore Schmücking, Madeleine – Paula Röhrig / Die Aufseherin – Ingeborg Lasser / Das Lehrmädchen – Ruth Dörkes-Drathen / Die Leute des Montmartre: Der Nachtschwärmer – Wilhelm Otto, Der Lumpensammler – Willy Schöneweiß, Die Lumpensammlerin – Ruth Weigelt, Die Kohlensammlerin – Käthe Schwedowsky, Die Milchfrau – Maria Seifert, Der Trödler – Anton Germann, Der Straßenjunge – Ruth Hoen, Die Straßenkehrerin – Lotte Kluge, Der Kleiderhändler – Walter Kassek, Die Vogelfutterverkäuferin – Marga Weißenfeld / Ein Knabenchor / Chorltg.: Egon Kraus / Der Kölner Rundfunkchor / Chorltg.: Bernhard Zimmermann / Das Kölner Rundfunk-Sinfonie-Orchester / Dirigent: Richard Kraus (Leverkusen, Bayer-Erholungshaus, September 1950).


    Diese Aufnahme – Gustave Charpentiers eigenes Libretto wurde von Otto Neitzel ins Deutsche übertragen - wurde vom WDR am 5. 9. 1952 noch einmal gesendet und später gelöscht. Eine weitere Aufnahme dieser Oper in deutscher Sprache ist der Mitschnitt des Bayerischen Rundfunks von der Münchner Staatsopern-Inszenierung (1956) unter Hans Knappertsbusch mit Leonie Rysanek, Lilian Benningsen, Howard Vandenburg und Hans Hotter; leider konnte sich die CD-Firma 'Orfeo' wegen der ihrer Ansicht nach mangelhaften Tonqualität bisher nicht zu einer Veröffentlichung entschließen.



    Carlo

    Lieber Orfeo,


    herzlichen Dank für das Einstellen der Filme mit Maria Cebotari in Deinem Beitrag Nr. 51 vom 13. 5. 2022. Endlich habe ich mir die Zeit genommen und mir am Wochenende die Spielfilme „Divine armonie - Drei Frauen um Verdi“ (1938), „Il sogno di Butterfly - Premiere der Butterfly“ (1939) und „Odessa in fiamme - Flammen über Odessa“ (1942) angesehen.


    Der ebenfalls in Deinem Beitrag eingestellte Dokumentarfilm "Aria" von Vlad Druc, Dumitru Olarescu und Aurelian Danila aus dem Jahr 2010, herausgegeben vom moldawischen Kultusministerium, ist ein Musterbeispiel für eine sowohl faktenorientierte als auch bewegende Sängerbiographie, der auch viele der hier im Forum gestellten Fragen beantwortet. Wie ich im Beitrag Nr. 32 am 20. 10. 2019 schrieb, bekam der ORF für seine 2009 (60. Todestag) bzw. 2010 (100. Geburtstag) geplante Dokumentation keine Einwilligung der Söhne Maria Cebotaris; in dem nun gezeigten Film-Portrait sind sie in kurzen älteren Interviews aber zu sehen. Der durchgehend englisch untertitelte Film (72 Minuten) zeigt in '4 Akten' die Laufbahn und das kurze Leben der auch heute noch berühmten Sängerin, dokumentiert durch eine Flut von Fotos und zahlreiche Ausschnitte aus ihren Spielfilmen. Allein das Rollenverzeichnis am Ende des Films ist beeindruckend: 66 Partien in 18 Jahren, unterbrochen wegen der kriegsbedingten Theatersperre ab Herbst 1944 und einem zeitweiligen Auftrittsverbot in Wien durch die Alliierten nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs. (Ihr wurde zum Verhängnis, dass sie auf der Liste der 'Gottbegnadeten' stand und es Pressefotos gab mit Göring - ihrem 'Chef' an der Berliner Staatsoper - und Mussolini, der sie bei Dreharbeiten in Rom besuchte und sie zu seiner Lieblingssängerin erkor.)


    In meinem Beitrag Nr. 32 hatte ich bereits über die Filme von Maria Cebotari geschrieben, wobei ich aber lediglich nur einen Film („Mutterlied“ von 1937 mit Beniamino Gigli und Michael Bohnen) auf Video habe und zwei andere („ Premiere der Butterfly“ und „Maria Malibran“) in den 50er Jahren im deutschen Fernsehen sah. Umso mehr freut es mich, nun auch zwei weitere Filme von 'Cebo' (so - oder auch 'die fliegende Sängerin' - nannten sie ihre Wiener Kollegen liebevoll) gesehen zu haben.


    „Divine armonie“ (1939 in Deutschland als „Drei Frauen um Verdi“ in den Kinos gezeigt) ist eine typische Film-Biographie jener Jahre. In groben Umrissen werden Begebenheiten aus dem Leben des Komponisten abgehandelt, ohne dem Zuschauer tiefere Einblicke in die Persönlichkeit oder das Werk Giuseppe Verdis zu vermitteln. Maria Cebotari ist – ohne jede Ähnlichkeit mit der stämmigen böhmischen Sopranistin Teresa Stolz - in zwei Szenen als Elisabeth von Valois („Don Carlos“) und als Aida (mit der Stimme Beniamino Giglis) zu sehen, zwei Rollen, die sie m. W. nie auf der Bühne gesungen hat. Gigli selbst ist akustisch zu hören als Alfredo in „La Traviata“, aber auch zu sehen, als Verdi bei einer Gondelfahrt in Venedig dem Uraufführungs-Interpreten des Herzogs von Mantua (Raffaele Mirate) im „Rigoletto“ die Noten der Arie 'La donna è mobile' gibt. In weiteren kurzen Opernszenen hört man die Stimmen von Gabriela Gatti, Maria Huder, Edmea Limberti, Pia Tassinari, Sara Ungaro, Ernesto Dominici, Tito Gobbi, Apollo Granforte, Nino Mazziotti und Giulio Tomei; Tullio Serafin leitet den Chor und das Orchester der Römischen Oper. (Der sehr gut restaurierte Film wird hier aber in spanischer Synchronisation gezeigt!)


    Aus traurigem Anlass ganz aktuell ist der Spielfilm (de facto ein Propagandafilm) „Odessa in Flammen“, der 1941 in Rom, Bukarest und in Maria Cebotaris Geburtsstadt Chisinau (russisch: Kishinev) gedreht wurde. Leider ist es schwierig, der Handlung detailliert zu folgen: ich spreche zwar italienisch für den 'Hausgebrauch', aber jeder Dialog wird von einem rumänischen Sprecher aus dem 'Off' überlagert. 1940 annektierte die Sowjetunion das zu Rumänien gehörende Bessarabien, worauf die rumänische Armee mit Unterstützung der deutschen 11. Armee die Besatzer zurück drängen konnte und in mörderischen verlustreichen Kämpfen die von den Sowjets eingekesselte Stadt Odessa (vorübergehend) befreite.

    Die Sängerin Maria Teodorescu, deren Mann ein Verhältnis hat, gerät mit ihrem kleinen Sohn in die Wirren dieses Krieges. In einem Lager trifft Maria den russischen Hauptmann Sergei, der sich in sie verliebt und für sie zum Verräter wird, was er mit dem Leben bezahlt. Ihr Kind ist bei einem Bombenangriff aus einem sowjetischen Umerziehungslager geflohen, doch zusammen mit ihrem reumütig zu ihr zurückgekehrten Ehemann findet sie ihren Sohn wieder. Maria Cebotari singt in diesem Film zwei rumänische Volkslleder und ein italienisches Wiegenlied, in zwei Ausschnitten ist sie (u. a. mit Francesco Albanese) als Floria Tosca in Puccinis „Tosca“ zu sehen; auch diese Rolle sang die Cebotari nie auf der Bühne. Und im Vorspann des Films hört man sie - leider nur sehr kurz - sogar mit der 'Hallenarie' aus dem „Tannhäuser“!


    Carlo

    Ich habe noch eine weitere Rundfunk-Aufnahme mit Margherita Perras gefunden:


    „Don Pasquale“ (Gaetano Donizetti): Don Pasquale – Georg Hann / Doktor Malatesta – Arno Schellenberg / Ernesto – Peter Anders / Norina – Margherita Perras / Ein Notar – Bruno Müller / Der Chor und das Orchester des Reichssenders Stuttgart / Dirigent: Gustav Görlich (Stuttgart, Funkhaus, Sendung am 3. 2. 1939).


    Das Tonmaterial (Matrizen oder Tonbänder) zu dieser Aufnahme scheint aber verschollen zu sein.


    Carlo

    Ergänzung zu meinem Beitrag Nr. 3 vom 15. 5. 2022:


    Bevor ich mit der Auflistung der Aufnahmen Trude Eipperles beginne, gebe ich nachstehend eine Übersicht der Neuinszenierungen der Bayerischen Staatsoper in der Zeit von 1937 bis 1943 mit der Teilnahme Trude Eipperles.


    „Die Zauberflöte“ (Wolfgang Amadé Mozart): (Pamina) mit Felicie Hüni-Mihacsek (Königin der Nacht); Adele Kern (Papagena); Elisabeth Feuge, Maria Cornelius und Luise Willer (Drei Damen); Friedl Gehr, Gertrud Friedrich und Ziska Molac (Drei Knaben); Peter Anders (Tamino); Heinrich Rehkemper (Papgeno); Ludwig Weber (Sarastro); Hans Hermann Nissen (Der Sprecher); Carl Seydel (Monostatos); Karl Ostertag und Karl Schmidt (Zwei Geharnischte); Emil Graf und Odo Ruepp (Zwei Priester) / 4. 11. 1937.


    „Lohengrin“ (Richard Wagner): (Elsa von Brabant) mit Gertrud Rünger (Ortrud); Torsten Ralf (Lohengrin); Hans Hermann Nissen (Friedrich von Telramund); Ludwig Weber (König Heinrich); Mathieu Ahlersmeyer (Der Heerrufer); Otto Hillerbrand, Emil Graf, Josef Knapp und Willy Merkert (Vier brabantische Edle); Vier Wiener Sängerknaben (Vier Edelkanben) / 9. 7. 1938.


    „Eugen Onegin“ (Piotr Ilich Chaikovskii): (Tatjana) mit Else Schürhoff (Larina); Else Tegetthoff (Olga); Luise Willer (Filipjewna); Alexander Svéd (Eugen Onegin); Peter Anders (Lenski); Hans Hermann Nissen (Fürst Gremin); Emil Graf (Triquet); Karl Schmidt (Ein Hauptmann) und Odo Ruepp (Saretzki) / 26. 10. 1938.


    „Carmen“ (Georges Bizet): (Micaela) mit Hildegarde Ranczak (Carmen); Anny van Kruyswyk (Frasquita); Ruth Michaelis (Mercedes); Karl Ostertag (Don José); Hans Hotter (Escamillo); Emil Graf (Dancairo); Walther Carnuth (Remendado); Josef Knapp (Morales) und Georg Wieter (Zuniga) / 26. 11. 1938.


    „Der Jahrmarkt von Sorotschintzi“ (Modest Mussorgski): (Parassja) mit Luise Willer (Chiwria); Julius Patzak (Gritzko); Georg Wieter (Tscherewik); Karl Ostertag (Afanassi); Georg Hann (Der Gevatter) und Franz Theo Reuter (Ein Zigeuner) / 5. 2. 1939.


    „Tannhäuser“ (Richard Wagner): (Elisabeth) mit Gertrud Rünger (Venus); Adele Kern (Ein junger Hirt); Günther Treptow (Tannhäuser); Heinrich Rehkemper (Wolfram von Eschenbach); Hans Hermann Nissen (Landgraf Hermann); Walther Carnuth (Walter von der Vogelweide); Hans Hotter (Biterolf); Emil Graf (Heinrich der Schreiber) und Odo Ruepp (Reinmar von Zweter) / 15. 7. 1939.


    „Arabella“ (Richard Strauss): (Zdenka) mit Viorica Ursuleac (Arabella); Luise Willer (Adelaide); Anny van Kruyswyk (Fiakermilli); Nelly Peckensen (Kartenaufschlägerin); Hans Hotter (Mandryka); Peter Anders (Matteo); Georg Hann (Graf Waldner); Karl Ostertag (Graf Elemer); Franz Theo Reuter (Graf Dominik); Josef Knapp (Graf Lamoral) / 16. 7. 1939.


    „Das Rheingold“ (Richard Wagner): (Freia) mit Luise Willer (Fricka); Hedwig Fichtmüller (Erda); Felicie Hüni-Mihacsek (Woglinde); Gisela Meyer (Wellgunde); Marga Koch (Flosshilde); Hans Hotter (Wotan); Julius Patzak (Loge); Karl Schmidt (Donner); Peter Anders (Froh); Jean Stern (Alberich); Carl Seydel (Mime); Ludwig Weber (Fasolt) und Paul Bender (Fafner) / 29. 10. 1939.


    „La Bohème“ (Giacomo Puccini): (Mimi) mit Hildegarde Ranczak (Musette); Horst Taubmann (Rudolf); Georg Hann (Schaunard); Carl Kronenberg (Marcel); Georg Wieter (Collin); Karl Schmidt (Benoit) und Emil Graf (Alcindor) / 27. 10. 1940.


    „Falstaff“ (Giuseppe Verdi): (Mrs. Ford) mit Adele Kern (Nannetta); Luise Willer (Mrs. Quickly); Marga Koch (Meg Page); Georg Hann (Falstaff); Carl Kronenberg (Mr. Ford); Alfons Fügel (Fenton): Jozsi Trojan-Regar (Dr. Cajus); Emil Graf (Bardolph) und Hermann Uhde (Pistol) / 2. 2. 1941.


    „Fidelio“ (Ludwig van Beethoven): (Marzelline) mit Viorica Ursuleac (Leonore); Julius Patzak (Florestan); Hans Hotter (Don Pizarro); Ludwig Weber (Rocco); Walter Carnuth (Jaquino); Carl Kronenberg (Don Fernando); Alfons Fügel und Franz Theo Reuter (Zwei Gefangene) / 20. 4. 1941.


    „Daphne“ (Richard Strauss): (Daphne) mit Hedwig Fichtmüller (Gaea); Anton Dermota (Leukippos); Horst Taubmann (Apollo); Hans Hermann Nissen (Peneios); Anny van Kruyswyk und Georgine von Milinkovic (Zwei Mägde); Walther Carnuth, Franz Theo Reuter, Odo Ruepp und Hermann Uhde (Vier Schäfer) / 24. 5. 1941.


    „Götterdämmerung“ (Richard Wagner): (Woglinde) mit Gertrud Rünger (Brünnhilde); Cäcilie Reich (Gutrune); Georgine von Milinkovic (Waltraute, Dritte Norne und Wellgunde); Hedwig Fichtmüller (Erste Norne); Marga Koch (Zweite Norne); Ruth Michaelis (Floßhilde); Günther Treptow (Siegfried); Carl Kronenberg (Gunther); Ludwig Weber (Hagen) und Karl Schmidt (Alberich) / 29. 6. 1941.


    „Der Freischütz“ (Carl Maria von Weber): (Agathe) mit Adele Kern (Ännchen); Horst Taubmann (Max); Ludwig Weber (Kaspar); Walter Höfermeyer (Ottokar); Odo Ruepp (Kuno); Josef Knapp (Kilian) und Georg Wieter (Eremit) / 30. 1. 1942.


    „Turandot“ (Giacomo Puccini) (Liù) mit Viorica Ursuleac (Turandot); Alfons Fügel (Kalaf); Georg Hann (Timur); Emil Graf (Altoum); Carl Kronenberg (Ping); Jozsi Trojan-Regar (Pang) und Walther Carnuth (Pong) / 4. 4. 1942.


    „Ero der Schelm“ (Jakov Gotovac): (Djula) mit Luise Willer (Doma); Julius Patzak (Mischa); Ludwig Weber (Marko) und Karl Schmidt (Sima) / Dirigent: Heinrich Hollreiser / 20. 12. 1942.


    „Margarethe“ (Charles Gounod): (Margarethe) mit Hedwig Fichtmüller (Marthe); Julius Patzak (Faust); Ludwig Weber (Mephisto); Carl Kronenberg (Valentin); Josef Knapp (Siebel) und Karl Schmidt (Brander) / Dirigent: Meinhard von Zallinger / 14. 5. 1943.


    „Die Meistersinger von Nürnberg“ (Richard Wagner): (Eva) mit Luise Willer (Magdalena); Hans Hermann Nissen (Hans Sachs); Günther Treptow (Walther von Stolzing); Walther Carnuth (David); Heinrich Rehkemper (Sixtus Beckmesser); Ludwig Weber (Veit Pogner); Georg Hann (Fritz Kothner); Franz Klarwein (Kunz Vogelgesang); Josef Knapp (Konrad Nachtigall); Alfons Fügel (Balthasar Zorn); Hans Kern (Ulrich Eislinger); Emil Graf (Augustin Moser); Franz Theo Reuter (Hermann Ortel und Ein Nachtwächter); Walter Bracht (Hans Schwarz) und Odo Ruepp (Hans Foltz) / 27. 6. 1943. ('Eine Aufführung anlässlich der 75. Wiederkehr des Tages der Uraufführung.')


    Wenn nicht anders vermerkt, wurde die Aufführung von Clemens Krauss geleitet.


    Carlo

    Heute geht es ausschließlich um Werke von Mauricio Kagel.



    „Sankt Bach Passion“ (Mauricio Kagel); Anne Sofie von Otter (Mezzosopran), Hans-Peter Blochwitz (Tenor) Roland Hermann (Bariton) / Peter Roggisch (Sprecher) / Gerd Zacher (Orgel) / Die Limburger Domsingknaben / Ltg.: Christoph Denoix / Der RIAS- Kammerchor / Ltg.: Uwe Gronostay / Der Südfunk-Chor Stuttgart / Ltg.: Helmut Franz / Die Junge Deutsche Philharmonie / Dirigent: Mauricio Kagel (Berlin, Philharmonie, 9. 9. 1985, Uraufführung).


    dto.: Solisten wie in den Konzerten in Berlin und Frankfurt (siehe oben) / Die Limburger Domsingknaben / Ltg.: Christoph Denoix / Der NDR-Chor Hamburg / Der Südfunk-Chor Stuttgart / Ltg. beider Chöre: Helmut Franz / Das Radio-Sinfonieorchester Stuttgart / Dirigent: Mauricio Kagel (Stuttgart, Liederhalle, 21. 9. 1985). Der Mitschnitt des Süddeutschen Rundfunks Stuttgart vom Konzert beim 'Internationalen Musikfest Stuttgart 1985' wurde 1996 bei 'Disques Montaigne' und 2002 bei 'Naive' auf je zwei CDs in Frankreich veröffentlicht.


    dto.: Lani Poulson (Mezzosopran), Daniel Kirch (Tenor), Oliver Zwarg (Bariton) / Roland Hermann (Sprecher) / Het Nationaal Kinderkoor / Ltg.: Rozemarijn Kalis / Het Groot Omroepkoor / Ltg.: James Wood / Het Radio Filharmonisch Orkest Hilversum / Dirigent: Markus Stenz (Amsterdam, Concertgebouw, 13. 12. 2008).


    Mauricio Kagel schuf dieses 'Oratorium für Soli, Chöre und großes Orchester' ab 1981 im Hinblick auf den 300. Geburtstag Johann Sebastian Bachs im Jahre 1985. Die Uraufführung am 9. 9. 1985 in der Berliner Philharmonie wurde vom RIAS Berlin im Rundfunk übertragen. (Mit denselben Mitwirkenden wurde das Werk auch zwei Tage später in der Alten Oper Frankfurt aufgeführt.)



    „Liturgien“ (Mauricio Kagel): Ian Caley (Tenor), Roland Hermann (Bariton), Boris Carmeli (Bass) / Der Kölner Rundfunkchor / Chorltg.: Herbert Schernus / Der Südfunk-Chor Stuttgart / Chorltg.: Rupert Huber / Das Kölner Rundfunk-Sinfonie-Orchester / Dirigent: Gary Bertini (Köln, Philharmonie, 2. 11. 1990, Uraufführung).


    dto.: Ian Caley (Tenor), Roland Hermann (Bariton), Wout Oosterkamp (Bass) / Der Chor und das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks / Chorltg.: Michael Gläser / Dirigent: Mauricio Kagel (München, Herkulessaal der Residenz, 22. 4. 1999). Das Konzert wurde am 23. 4. 1999 wiederholt.


    Die 'Liturgien für Tenor, Bariton, Bass, zwei Chöre und Orchester' mit Texten in sechs Sprachen (hebräisch, arabisch, griechisch, lateinisch, russisch und deutsch) komponierte Mauricio Kagel in den Jahren 1989/90.



    „...den 24.XII.1931“ (Mauricio Kagel): Roland Hermann (Bariton) / Das 'Ensemble Modern' Frankfurt / Dirigenten: Mauricio Kagel und Arturo Tamayo (Donaueschingen, 19. 10. 1991). Eine Live-Sendung des Südwestfunks (Studio Freiburg) von der Uraufführung bei den 'Donaueschinger Musiktagen 1991'; in Frankreich auf CD erschienen bei 'Disques Montaigne'.


    dto.: Roland Hermann (Bariton) / Das 'Ensemble Modern' Frankfurt (Jagdish Mistry, Violine; Michael Kasper, Violone; Yumiko Noda, Viola; Johannes Nied, Kontrabass; Philipp Vandré und Ueli Wiget, Klavier; Rainer Römer und Rumi Ogawa Helferich, Schlagzeug) / Ohne Dirigent (München, Prinzregententheater, 20. 6. 2000). Ein Konzertbeitrag anlässlich der Verleihung des 'Ernst von Siemens-Musikpreises' an Mauricio Kagel.


    dto.: Roland Hermann (Bariton) / Das Ensemble 'musikFabrik' / Dirigent: Emilio Pomarico (München, Prinzregententheater, 21. 4. und 22. 4. 2009). Ein Konzert im Rahmen der 'musica viva'-Reihe des Bayerischen Rundfunks (Generalprobe und Konzert).


    Eine 'Geburtstags-Kantate' (mit dem Untertitel 'Verstümmelte Nachrichten für Bariton und Instrumente'), bei der Mauricio Kagels eigener Text - in deutscher Sprache - quasi eine Collage von Zeitungsmeldungen vom 24. 12. 1931 ist, dem Tag von Kagels Geburt.



    „Duodramen“ (Mauricio Kagel): Margaret Chalker (Sopran), Roland Hermann (Bariton) / Das Rundfunk-Sinfonie Orchester Saarbrücken / Dirigent: Mauricio Kagel (Saarbrücken, Funkhaus Halberg, 3. - 5. 12. 2001). Erschienen 2006 bei 'Naxos'; die CD ist gekoppelt mit zwei weiteren Stücken Kagels: „Szenario für Streichorchester und Tonband“ (bekannt als Musik zum Stummfilm „Der andalusische Hund“ von Luis Bunuel und Salvador Dali) und „Liturgien“ mit Martyn Hill (Tenor), Romain Bischoff (Bariton), Wout Oosterkamp (Bass) und dem Gulbenkian Chorus, Lissabon.


    Die „Duodramen“ von 1997/1998, lt. Mauricio Kagel 'ein munterer Olymp der frei erfundenen Anzüglichkeiten' sind sechs opernhafte kurze Szenen, in denen sich zehn historische Persönlichkeiten - die aber aus verschiedenen Zeiten stammen - gegenüber stehen: Eine griechische Furie und Oswald von Wolkenstein, Indira Ghandi und Giacomo Casanova, Cosima Wagner und Henry Ford, Alma Mahler und Dschingis Khan, Marie-Antoinette und Erich von Stroheim.



    Carlo

    Ergänzend zu den biographischen Angaben zu Margherita Perras in den Beiträgen Nrn. 1 und 2 möchte ich einige Details beisteuern.


    Margherita Perras (eigentlich Margarita Perra; ihr Geburtsjahr 1908 wird angezweifelt) stammte aus einem gut situierten und Musik liebenden Elternhaus in Monastiri, einem Vorort von Thessaloniki; ihr Vater und ihr Bruder spielten Violine, die Mutter sang privat und Margherita besuchte eine Musikschule, bekam Geigen- und Gesangsunterricht. Als sie 1922 mit ihrer Mutter den Bruder in Berlin besuchte, wo er Medizin studierte, überredete sie dieser, an einem Gesangswettbewerb der Berliner Musikhochschule teilzunehmen: Margherita wurde neben fünf anderen (von 200) Mitbewerbern zum Studium zugelassen. Ihr Gesangslehrer war Oscar Daniel, der sie dreieinhalb Jahre lang unterrichtete und ihre anfangs zum dramatischen Fach tendierende Stimme als Koloratursopran ausbildete. Eine Mitstudentin war die Tochter von Bruno Walter, der sich auf ihren Hinweis hin die junge Griechin in einer Studentenaufführung als Norina in „Don Pasquale“ anhörte und für die Städtische Oper Berlin verpflichtete.


    Ihre Antrittsrolle – unter dem Namen Marguerite Perras, manchmal nannte sie sich auch Margherita Perkas - war 1926 die Nuri im „Tiefland“; es folgten das 'Bärbchen' (und etwas später der Cherubino) in „Die Hochzeit des Figaro“, der Amor in „Orpheus und Eurydike“ (neben Sigrid Onégin und Maria Müller, die auch gleichzeitig Mitglied der Berliner Staatsoper war), der Hirtenknabe im „Tannhäusert“, die Titelrolle in „Hanneles Himmelfahrt“, die Gretel in „Hänsel und Gretel“, die Agnes im „Armen Heinrich“ (unter Bruno Walter mit Helene Wildbrunn und Alexander Kipnis), die Philine in „Mignon“ (alternierend mit Maria Ivogün) und schließlich die Konstanze in der „Entführung aus dem Serail“, die sie mit Bruno Walter einstudierte. Die zierliche junge Sängerin wurde zu einem Publikumsliebling und entwickelte sich schnell zu einem unverzichtbaren und vielseitig einsetzbaren Mitglied der Städtischen Oper Berlin, das auch – eigentlich viel zu früh für eine so junge Sängerin – als Mimi in „La Bohème“ und als Desdemona im „Otello“ (neben Carl Martin Oehmann und Wilhelm Rode unter Bruno Walter) auf der Bühne stand. Diese bemerkenswerte Vielseitigkeit hatte aber zur Folge, dass Margherita Perras oft innerhalb weniger Tage neue Rollen lernen musste und sie auch häufig einsprang.


    Heinz Tietjen holte Margherita Perras 1930 an die Berliner Staatsoper, wo sie u. a. in der Uraufführung von Milhauds „Christoph Kolumbus“ (Dirigent: Erich Kleiber), in der Wiederaufnahme 1931 von Giordanos „Der König“ und in der Neuinszenierung von „Der Pfeifertag“ von Max von Schillings mitwirkte. Herausragend waren die Premieren 1932 von Meyerbeers „Die Hugenotten“ durch Gustaf Gründgens und Leo Blech (Margherita Perras sang die Königin Margarete von Valois, ihre Partner waren Anny Konetzni, Tilly de Garmo, Marcel Wittrisch, Herbert Janssen und Emanuel List) und von Mozarts „Idomeneo“ mit Margherita Perras als Ilia; ferner wirkten Anny Konetzni, Käte Heidersbach, Helge Rosvaenge und Emanuel List mit. 1933 folgte noch eine Neuinszenierung von Rossinis „Der Barbier von Sevilla“ (unter Erich Kleiber), aber in den 'Neuzugängen' Erna Berger und Maria Cebotari kam harte Konkurenz für Margherita Perras, die nur noch in zwei Premieren (als Fiakermilli in “Arabella“ unter Wilhelm Furtwängler und als Stimme des Falken in „Die Frau ohne Schatten“ unter Leo Blech) an der Staatsoper eingesetzt wurde. 1934 begann sie neben ihren Auftritten in Berlin auch ein einjähriges Engagement am Opernhaus in Zürich.


    Nach ihrer Mitwirkung bei den Salzburger Festspielen 1935 („Die Entführung aus dem Serail“ unter Bruno Walter mit Lotte Schöne als Blondchen und dem Berliner Tenor-Liebling Charles Kullmann als Belmonte) wechselte die Sängerin an die Wiener Staatsoper; bis zum Mai 1939 sang sie dort 119 Vorstellungen von 16 Partien des gängigen Repertoires (u. a. Zerlina, Susanna, Königin der Nacht, Waldvogel, Gilda, Violetta Valéry, Oscar, Mimi, Cho-Cho-San, Nedda, Sophie und Zerbinetta). Gleichzeitig weitete sie ihre Gastspieltätigkeit aus: „Die Entführung aus dem Serail“ 1935 in Florenz (ebenfalls unter Walter mit Schöne und Kullmann); „Rigoletto“ 1936 in London (drei Aufführungen mit Giacomo Lauri-Volpi, Alexander Svéd/John Brownlee und Ezio Pinza); 1936 in Paris “Der Barbier von Sevilla“ (mit Giovanni Manurita und Léon Ponzio) und „Rigoletto“ mit Giovanni Manurita und Louis Musy; die Konstanze auch 1937 in Glyndebourne (mit Irene Eisinger, Eric Starling, Heddle Nash und Herbert Alsen unter Fritz Busch) und 1938 in Buenos Aires mit Koloman von Pataky als Belmonte unter Erich Kleiber. (Der Mitschnitt einer damaligen Aufführung der „Johannes-Passion“ von Bach im Teatro Colón unter Kleiber ist auf CD zu hören.) Daneben sang sie auch international in Konzerten, z. B. mit Willem Mengelberg, Charles Münch, Pierre Monteux und Bruno Walter.


    Inzwischen hatte Margherita Perras den schweizerischen Psychiater Dr. Rothpletz geheiratet und zog sich nach Kriegsbeginn ins Privatleben nach Zürich zurück, wo sie auch gelegentlich privaten Gesangsunterricht gab und in einigen Konzerten auftrat, u. a. mit Othmar Schoeck als Liedbegleiter. Nach Kriegsende kehrte sie im November 1946 noch einmal an die Wiener Staatsoper - diesmal im Theater an der Wien - für vier Vorstellungen („Die Entführung aus dem Serail“, „Der Barbier von Sevilla“ und „Madame Butterfly“) zurück. Das Gastspiel wiederholte sie im März 1947 mit je zwei Aufführungen von „Die Hochzeit des Figaro“ (als Susanna) und „La Traviata“. Aber ein Comeback wollte ihr nicht gelingen. 1950 gastierte sie nach langer Zeit in ihrem Heimatland und sang an der griechischen Nationaloper in Athen in „La Traviata“ und „Madame Butterfly“. Und ein letztes Mal konnte man ihre Stimme live hören, als sie in einem Konzert des italienischen Rundfunks in Mailand 1956 den Aminta in Mozarts „Il re pastore“ sang; ein Band der Aufnahme (siehe Beitrag Nr. 5) wurde damals auch in Deutschland gesendet.


    Ich habe noch zwei weitere große Tondokumente von Margherita Perras gefunden:


    „Rigoletto“ (Giuseppe Verdi): Der Herzog von Mantua – Helge Rosvaenge / Rigoletto – Mathieu Ahlersmeyer / Gilda – Margherita Perras / Sparafucile – Kurt Böhme / Maddalena – Inger Karén / Der Graf von Monterone – Alexander Welitsch / Giovanna – Emma Mayer / Marullo – Bruno Müller / Borsa – Hubert Buchta / Der Graf von Ceprano – Gustav Bomblatt / Die Gräfin von Ceprano – Margarete Düren / Ein Page – Herma Kittel / Der Chor und das Orchester des Reichssenders Stuttgart / Dirigent: Joseph Keilberth (Stuttgart, Funkhaus, 27. 9. 1937). Bisher unveröffentlicht.


    „Johannes-Passion, BWV 245“ (Johann Sebastian Bach): Koloman von Pataky (Evangelist und Tenor-Arien) / Herbert Janssen (Jesus) / Margherita Perras (Sopran-Arien und Pilati Weib) / Karin Branzell (Alt-Arien) / Emanuel List (Bass-Arien, Pilatus und Petrus) / Coro e Orquestra del Teatro Colón (Chor und Orchester des Teatro Colón, Buenos Aires) / Chorltg.: Rafael Terragnolo / Dirigent: Erich Kleiber (Buenos Aires, Teatro Colón, 22. 9. 1938). Erschienen 2002 auf zwei CDs bei 'Gebhardt'.


    Zusätzlich gab es auch noch ein paar bisher nicht auf LPs bzw. CDs vorliegende Aufnahmen : ein 'Electrola'-Potpourri aus „La Traviata“ (1935) mit Walther Ludwig und Gerhard Hüsch, die im Beitrag Nr. 5 genannten Lieder von Othmar Schoeck (1941) und – zusammen mit der oben genannten „Rigoletto“-Produktion – 1937 beim Reichsrundfunk Stuttgart mit Helge Rosvaenge unter Gustav Görlich aufgenommene Ausschnitte aus „Die Entführung aus dem Serail“ und „La Traviata“.


    Carlo

    Lieber Alfred_Schmidt, hier sind die Details zu der Schallplatte LV 43:


    „Lebendige Vergangenheit – Helge Rosvaenge“ (LV 43)


    „Ein Leben für den Zaren“ (Mikhail Glinka): Brüder, folgt mir!* (1943) / Boris Godunov (Modest Mussorgski): Dimitri! Zarewitsch!* (mit Friedel Beckmann; 1940) / Eugen Onegin (Piotr Ilich Chaikovski): Wohin seid ihr entschwunden* (1940) / Die Zauberin (Chaikovski): Mein Los ist seltsam° (mit Tiana Lemnitz; 1941) / Lohengrin (Richard Wagner): In fernem Land+ – Mein lieber Schwan+ (beide 1942) / Aida (Giuseppe Verdi): O wäre ich erkoren... Holde Aida* (1940) – Entfloh'n ist die Rivalin* (mit Friedel Beckmann; 1944) / Tosca (Giacomo Puccini): Wie sich die Bilder gleichen+ – Und es blitzten die Sterne+ (beide 1942).


    Die Angaben auf der Schallplattenhülle sind teilweise unvollständig und bezüglich der Daten in einigen Fällen nicht richtig. Die mit * gekennzeichneten Aufnahmen werden vermutlich von Bruno Seidler-Winkler mit dem Orchester der Berliner Staatsoper begleitet. Erwin Balzer° dirigiert das Orchester der Berliner Staatsoper und Rudolf Moralt+ die Wiener Philharmoniker. Die Schallplatte – schon 1968 angekündigt – erschien erst im Frühjahr 1970.


    Carlo


    Besten Dank Carlo, - Mod 001 Alfred

    Hallo, Wolfgang und Nemorino!



    Der Beitrag Nr. 1 zeigt die 'Preiser'-CD 89587 - die sich teilweise aus den LPs LV 73 und LV 1312 zusammensetzt - und als einziges neues 'Material' das „Ave Maria“ von Bach-Gounod bringt, aufgenommen 1936. Diese CD habe ich nicht, dafür aber die nachstehend genannten zwei Schallplatten aus der Serie „Lebendige Vergangenheit“.


    „Lebendige Vergangenheit – Margherita Perras“ (LV 73)


    „L'Allegro, il Pensieroso ed il Moderato“ (Georg Friedrich Händel): 'Sweet Bird' (1937) / „Die Entführung aus dem Serail“ (Wolfgang Amadé Mozart): Ach, ich liebte, war so glücklich – Welcher Kummer herrscht in meiner Seele – Martern aller Arten (1935 und 1937) / „Die Hochzeit des Figaro“ (Mozart): Endlich nahet sich die Stunde... O säume länger nicht (1937) / „Mignon“ (Ambroise Thomas); Titania ist herabgestiegen (1935) / „La Traviata“ (Giuseppe Verdi): Ich sah euch, lieblich und engelsschön+ – Von der Freude Blumenkränzen – Komm, lass uns fliehen aus diesen Mauern+ (1936 und 1937) / „Madame Butterfly“ (Giacomo Puccini): Eines Tages sehn wir – Schüttle alle Zweige dieses Kirschbaums* (1937) / „Messa da Requiem“ (Verdi): Libera me (1935) / Lied „Ave Maria“ (Verdi) (1935).


    Die Sängerin wird in allen Aufnahmen begleitet vom Orchester der Berliner Staatsoper unter Bruno Seidler-Winkler. Ihre Gesangspartner sind Margarete Klose* und Helge Rosvaenge+; außerdem wirkt die Berliner Solistenvereinigung Waldo Favre mit. Alle 78er stammen aus dem Katalog von 'HMV'. Das Coverfoto zeigt Margherita Perras mit langen Zöpfen als 'Rosalina' in Umberto Giordanos „Il Re“; den Begleittext schrieb Anton Odelga.


    „Lebendige Vergangenheit – Margherita Perras II“ (LV 1312)


    „Die Zauberflöte“ (Wolfgang Amadé Mozart): Bei Männern, welche Liebe fühlen* (1935) / „Don Giovanni“ (Mozart): Reich' mir die Hand, mein Leben* (1935) / „Martha“ (Friedrich von Flotow): Letzte Rose (1935 / „Carmen“ (Georges Bizet): Wie? Du kommst von der Mutter?+ (1937) / „Tosca“ (Giacomo Puccini): Mit deinen Augen, den wundersamen° – Nur der Schönheit weiht' ich mein Leben (1937) / „Madame Butterfly“ (Puccini): Bald sind wir auf der Höh' – Willst du, Geliebte, mir sagen^ – Hört mich an und setzt euch her# (1929) / Zwei Lieder von Antonin Dvorak: „Mein Lied ertönt, ein Liebespsalm“ und „Als die alte Mutter mich noch singen lehrte“ (1937).


    In allen Aufnahmen spielt das Orchester der Berliner Staatsoper; die Dirigenten sind Bruno Seidler-Winkler, Hanns Udo Müller und Selmar Meyrowitz. Ferner singen Gerhard Hüsch*, Walther Ludwig+, Helge Rosvaenge°, Louis Graveure^ und Herbert Janssen#. Die Aufnahmen stammen von 'Ultraphon' („Madame Butterfly“) und 'HMV' (übrige). Das Cover entspricht der Abbildung im Beitrag Nr. 2; auf der Rückseite der LP ist ein ausführlicher Lebensbericht von Stefan Zadejan abgedruckt.



    Erwähnenswert ist, dass Margerita Perras in der Berliner Erstaufführung von Paul Graeners „Hanneles Himmelfahrt“ 1928 die Titelrolle sang, die von Erna Berger 1927 in Dresden kreiert wurde. Auch in Darius Milhauds „Christophe Colombe“ (Uraufführung 1930 an der Berliner Staatsoper), in Hans Pfitzners „Der arme Heinrich“ und in Mark Lothars „Tyll, eine Ulenspiegeloper“ ist sie aufgetreten. Und für 'His Masters Voice' nahm sie 1941, vom Komponisten am Klavier begleitet, fünf Lieder von Othmar Schoeck auf: 'Sommerabend' – 'In der Fremde' – 'Nachtlied' – 'Drei Zigeuner' – 'Bescheidene Wünschlein'.



    Von Margherita Perras, die als Frau des Arztes Dr. Rothpletz seit 1939 in Zürich lebte und dort zeitweise Gesangsunterricht gab, existieren zwei interessante Rundfunkaufnahmen:


    „Der Barbier von Sevilla“ (Gioachino Rossini): Graf Almaviva – Walther Ludwig / Doktor Bartolo – Richard Bitterauf / Rosina – Margherita Perras / Figaro – Karl Schmitt-Walter / Don Basilio – Georg Hann / Marcellina – Emma Mayer / Ambrogio – Bruno Müller / Der Chor und das Orchester des Reichssenders Stuttgart / Dirigent: Gustav Görlich (Stuttgart, Funkhaus, 29. 11. 1937). Die Firma 'UraCant' gab 2000 zum 100. Geburtstag von Karl Schmitt-Walter eine Doppel-CD mit Ausschnitten aus zwei „Barbier von Sevilla“-Produktionen des Reichsrundfunks heraus. (In der zweiten Aufnahme singen Erna Berger, Lissy Bühler, Julius Katona, Karl Schmitt-Walter, Augusto Garavello und Eduard Kandl; Dirigent: Heinrich Steiner; Reichssender Berlin, 30. 5. 1938.)


    „Il re pastore“ (Wolfgang Amadé Mozart): Aminta – Margherita Perras / Elisa – Gianna D'Angelo / Tamiri – Adriana Martino / Alessandro – Nasco Petrov / Agenore – Herbert Handt / Orchestra Sinfonico di Milano della RAI / Dirigent: Ennio Gerelli (gesendet am 27. 3. 1956). Eine konzertante Aufführung der 'Radiotelevisione Italiana' zum 'Mozartjahr 1956', die bisher nicht veröffentlicht wurde.



    In den nächsten Tagen werde ich noch einige interessante Details zur künstlerischen Laufbahn von Margherita Perras posten.



    Carlo

    Nachtrag:


    Ich vergaß zu erwähnen, dass auf der Erstausgabe von LV 6 vom Januar 1967 (mit dem „Butterfly“-Foto auf dem Cover) keine Angaben zu dem begleitenden Orchester – Staatsoper Berlin – und den Dirigenten abgedruckt sind; diese wichtigen Details findet man nur in der späteren Version von LV 6 mit dem Hüllentext von André Tubeuf:


    „Lebendige Vergangenheit – Lotte Schöne“ (LV 6)


    „Cosi fan tutte“ (Wolfgang Amadé Mozart): Schon ein Mädchen von fünfzehn Jahren* (1928) / „Die Zauberflöte“ (Mozart): Ach, ich fühl's, es ist verschwunden* (1928) / „Don Pasquale“ (Gaetano Donizetti): Pronto io son° (mit Willi Domgraf-Fassbaender; 1931) / „Die lustigen Weiber von Windsor“ (Otto Nicolai): Nun eilt herbei, Witz, heit're Laune° (1930) / „Die Fledermaus“ (Johann Strauß): Mein Herr, was dächten Sie von mir?+ (1928) / „Ein Maskenball“ (Giuseppe Verdi): Mit starrem Angesicht blickt sie nach oben+ (1929) / „Manon“ (Jules Massenet): 's ist für ihn... Leb' wohl, mein liebes kleines Tischchen+ – Folget dem Ruf, so lieblich zu hören+ (1929) / „La Bohème“ (Giacomo Puccini): Quando m'en vo soletta+ (1929) / „Madame Butterfly“ (Puccini): Eines Tages seh'n wir+ – Deine Mutter soll dich im Arme tragen+ (1928) / „Turandot“ (Puccini): Signore, ascolta* – Tu, che di gel sei cinta* (1928 und 1927).


    Die Dirigenten sind Fritz Zweig*, Erich Orthmann° und Leo Blech+. Die Arien aus „La Bohème“ und „Turandot“ sowie das Duett Norina-Malatesta aus „Don Pasquale“ werden in italienischer Sprache gesungen; sämtliche Aufnahmen wurden von 'HMV' gemacht.


    Carlo

    Die Aufnahme des 'Schlussgesangs' der Salome mit Ljuba Welitsch und den Wiener Philharmonikern unter Herbert von Karajan entstand im Wiener Musikverein zwischen dem 22. und 24. 11. 1948. Als Herodes ist Josef Witt zu hören und die Herodias ist Gertrud Schuster, die später Burgsthaler-Schuster hieß.


    Bekanntlich ist dieses Finale – beginnend mit dem 'Abstieg des Henkers in die Zisterne' - nicht vollständig erhalten, weil auf dem Flug von Wien nach London eine Matrize zerbrochen ist, die bei „Öffne doch die Augen, so hebe deine Lider“ begann und mit „und wenn ich dich ansah, hörte ich geheimnisvolle Musik“ endete. Mir ist unverständlich, weshalb Walter Legge bei einem späteren Aufnahmetermin in Wien die fehlende Stelle nicht noch einmal aufgenommen hat.


    Außer dem berühmten Tondokument aus Wien von 1944 (unter Lovro von Matačić) hat Ljuba Welitsch noch eine weitere Rundfunkaufnahme vom Finale aus „Salome“ eingespielt: 1955 mit dem Sinfonieorchester des Süddeutschen Rundfunks Stuttgart unter Hans Müller-Kray. Sie ist auf meinem LP-Doppelalbum von 'Melodram' in der Serie „25 Voci celebri della lirica – Ljuba Welitsch“ (MEL 095) von 1982 enthalten.


    Carlo

    Ich bitte darum, den Titel in "Trude Eipperle - Die schwäbische Nachtigall" zu ändern.


    Schon zweimal bat ich, Rüdiger Wohlers (43 Beiträge) im Thread "Die Berühmte Stimme" zu nennen - und auch Roland Hermann (31 Beiträge) fehlt dort bisher.


    Danach kann dieser Beitrag gelöscht werden. Danke im voraus!


    Carlo

    Wie der Name verrät, stammte Trude Eipperle aus dem 'Schwabenländle'. Geboren in Stuttgart an Mozarts 152. Geburtstag (27. 1. 1908) und aufgewachsen in einem Musik liebenden Elternhaus, begann sie nach einem fundierten Gesangsstudium am Opernhaus ihrer Heimatstadt als Elevin. Sie wechselte 1929 nach Wiesbaden und kehrte - nach Engagements in Braunschweig und Nürnberg - 1936 nach Stuttgart zurück. (Dort sang sie in zwei Stuttgarter Erstaufführungen: 1937 in Hermann Reutters „Doktor Johannes Faust“ das Gretchen und 1939 die Philomene in Rudolf Wagner-Régenys „Die Bürger von Calais“.) Und bereits seit 1936 nahm Trude Eipperle zuerst in Stuttgart und dann in Berlin an einigen Operngesamtaufnahmen des Reichsrundfunks teil.


    Clemens Krauss, der ihr künstlerischer Mentor wurde, holte sie nach mehreren Münchner Gastspielen – u. a. in Neuinszenierungen von „Die Zauberflöte“ 1937, „Lohengrin“ und „Eugen Onegin“ 1938, „Die verkaufte Braut“ 1940 - fest an die Bayerische Staatsoper, wo sie bald zu den besonderen Publikumslieblingen zählte. Bei den Münchner Opernfestspielen 1939 gastierte sie in den Strauss-Opern „Daphne“ (in der Titelpartie) und „Arabella“ (als Zdenka); zu den Opern als Münchner Ensemble-Mitglied zählten „Fidelio“, „Der Freischütz“, „Margarethe“, „Carmen“, „La Bohème“, „Madame Butterfly“, „Turandot“ und „Ero der Schelm“. Die letzte neue Rolle an der Bayerischen Staatsoper war die Eva in den „Meistersingern von Nürnberg“ und Trude Eipperle sollte sie auch am 3. 10. 1943 verkörpern: die Bühnenarbeiter hatten am Abend vorher nach einer „Tiefland“-Aufführung schon das Bühnenbild zum 1. Akt der Wagner-Oper aufgebaut, doch in der Nacht wurde das Nationaltheater beim bisher schwersten Bombenangriff auf München bis auf die Außenmauern zerstört...


    Unmittelbar nach Kriegsende wurde Trude Eipperle von Günter Wand, dem neuen musikalischen Leiter der Städtischen Bühnen in Köln unter Vertrag genommen. Da das Opernhaus komplett zerstört war, spielte man in der Aula der Kölner Universität, wo auch die Konzerte des Kölner Gürzenich-Orchesters stattfanden. Trude Eipperle wirkte 1948 bei zwei Konzerten („Ein deutsches Requiem“ von Brahms mit Ewald Kaldeweier und Beethovens „Neunte“ mit Maria Cornelius, Helmut Krebs und Hermann Uhde) von Günter Wand mit, der 1949 Gürzenich-Kapellmeister wurde; sein Nachfolger an der Oper war Richard Kraus. Ab Januar 1947 gab es mit Herbert Maisch einen - auch selbst Regie führenden - Generalintendanten (für Oper und Schauspiel), der ein Verfechter des Ensemble-Theaters war; daher gab es kaum gastierende Künstler an seinem Haus, so dass die Kölner Sänger im Dauereinsatz waren und auch nur selten einzeln an anderen Bühnen auftreten durften. (Es gab aber Gesamtgastspiele der Kölner Oper mit Beteiligung von Trude Eipperle, z. B. bei den 'Ruhrfestspielen Recklinghausen' im Juni 1948 mit „Carmen“ unter Günter Wand und im Juni 1949 mit „Lohengrin“ unter Richard Kraus, „Don Giovanni“ im Juni 1951 in Paris – Eipperle als Donna Elvira unter Richard Kraus - oder bei den 'Shakespeare-Tagen' im April 1954 in Bochum der „Otello“ mit Peter Anders unter Otto Ackermann.) Zu den weiteren Kölner Rollen Trude Eipperles zählten u. a. die „Figaro“-Gräfin, die Agathe, die Eva in den „Meistersingern“ und die Cho-Cho-San; ihre Mitwirkung in der Uraufführung der Oper „Verkündigung“ von Walter Braunfels sowie in Leoš Janáčeks „Jenufa“ ist auch akustisch dokumentiert (siehe Discographie).


    Walter Erich Schäfer holte sie dann 1951 nach Stuttgart zurück, wo sie bis 1965 die großen Partien ihres Stimmfachs sang. (Beim „Otello“-Gastspiel Mario Del Monacos im Juni 1956 in Stuttgart war sie die Desdemona und sang ihre Rolle teilweise in italienisch.) Bei den Bayreuther Festspielen 1952 war sie, alternierend mit Lisa Della Casa, die Eva in den „Meistersingern von Nürnberg“ und mehrfach sang sie diese Partie bei den jährlichen Münchner Opernfestspielen mit Dirigenten wie Hans Knappertsbusch, Eugen Jochum und Joseph Keilberth. (Bei der „Ring des Nibelungen“-Aufführung in München im August 1955 – unter Hans Knappertsbusch - war sie die Freia im „Rheingold“; angeblich befindet sich davon beim Bayerischen Rundfunk ein Mitschnitt, der nicht gesendet werden darf.)


    Trude Eipperle, die bereits 1938 Stuttgarter Kammersängerin geworden war, beschloss ihr Bühnenleben 1965 als Marschallin im „Rosenkavalier“ mit der Ernennung zum Ehrenmitglied der Württembergischen Staatsoper. Ihren Lebensabend verbrachte sie, die seit 1957 mit Ernst Rieger, dem Inhaber der Firma „RUD“ (Entwicklung und Produktion von Kettensystemen und Bauteilen) verheiratet war, in Aalen-Unterkochen; am 18. 10. 1997 ist sie in Stuttgart gestorben. Mit dem seit 1975 jährlich verliehenen 'Trude Eipperle-Rieger Förderpreis' für musikalische Nachwuchstalente, finanziert von der Otto Rieger Stiftung, wird an diese vom Publikum sehr geliebte und von den Kritikern stets sehr geschätzte Sängerin erinnert.


    Dass sich auf Harald Krals Eröffnungs-Beitrag seinerzeit nur ein weiterer 'Tamino' zu Wort meldete, ist eigentlich beschämend, war Trude Eipperle doch Ende der vierziger bis Mitte der fünfziger Jahre eine auch durch das Radio bekannte Sängerin, die bereits zu Zeiten des Reichsrundfunks gut beschäftigt war. Da aber die Schallplattenindustrie von ihr – wie auch von zahlreichen anderen hervorragenden Sängern jener Jahre – kaum Notiz nahm, war sie den Melomanen außerhalb des Schwabenlandes lange kein Begriff mehr, bis durch die CD-Veröffentlichungen älterer Opernaufnahmen des Rundfunks die Stimme Trude Eipperles wieder präsent wurde. Dabei ist bemerkenswert, wie lange sie ihren – typisch 'deutschen' – Stimmklang mit dem mädchenhaft hellen, obertonreichen und auch durchschlagskräftigen Timbre über die Jahre behalten hat. (Früher nannte man das eine 'blonde' Stimme und diese korrespondierte ideal zu ihrer schlanken Erscheinung mit blonden Haaren und blauen Augen.) Mag die Art ihres Singens heute auch vordergründig geheimnislos und 'altmodisch' wirken, so ist ihre akustische Gestaltung der manchmal eindimensionalen Frauengestalten doch oft glaubwürdiger als eine ausgefeilte und auf Nuancen erpichte 'Interpretation'.


    Zunächst in den U. S. A., in Italien und schließlich auch in Deutschland erschienen 'halblegal' vor rund fünfzig Jahren aus privaten Sammlungen vermehrt Mitschnitte von Operngesamtaufnahmen aus den Rundfunkarchiven und machten der Nachwelt deutlich, was für ein vielfältiges Repertoire an Opern und Operetten seinerzeit über den Äther ging. Doch leider ist diese Quelle – auch wegen einer rigiden Rechtsprechung - inzwischen wieder fast versiegt; lediglich das rührige 'Hamburger Archiv für Gesangskunst' (das sogar eine dreiteilige „Trude Eipperle-Edition“ auf 12 CDs anbietet) und die schweizerische Firma 'Relief' sind noch um das Auffinden solcher akustischen Schätze bemüht. Auch ist es schwierig, an verlässliche Angaben zu den frühen (und oft auch gelöschten) Aufnahmen zu kommen, da selbst die beteiligten Sendeanstalten manchmal dazu keine Unterlagen mehr haben (oder auch schlicht die Auskunft verweigern). Meine 'Hauptquelle' sind daher die Rundfunk-Programmzeitschriften vergangener Jahre („Hör Zu“, „Gong“, „Bild und Funk“, „Funkuhr“), deren Angaben aber auch oft unvollständig sind.


    Ich gebe nachstehend eine Übersicht über die Aufnahmen mit Trude Eipperle – wie stets nach Komponisten sortiert - und nenne auch Rundfunkproduktionen, deren Matrizen und Tonbänder verschollen bzw. gelöscht wurden, die aber eventuell in privaten Radiomitschnitten überlebt haben und rearchiviert werden könnten. Die großen Opernaufnahmen des Reichsrundfunks (RRG Reichs-Rundfunk-Gesellschaft mbH) von 1925 bis 1945 wurden von den Sendern in Berlin, Königsberg, Leipzig, Stuttgart und München eingespielt. Der Produktionsleiter war ab den späten 30er Jahren Fritz Ganss, der nach dem Krieg bei der Kölner 'Electrola' deren hauptsächlich in Berlin gemachten Opern- und Operettenaufnahmen verantwortete. Als es 1961 nach dem Mauerbau für viele westdeutsche Künstler schwierig wurde, reibungslos nach Berlin zu kommen, und man deshalb die Aufnahmen von Opern- und Operetten nach München verlegte, kündigte der Ur-Berliner Ganss bei 'Electrola' und baute in Berlin für die Bertelsmann-Tochter 'Eurodisc' ein neues Repertoire an Gesangsaufnahmen auf, wobei er einige 'Electrola'-Künstler (Köth, Schock, Schüchter) abwarb.


    Für die Klangkörper (Chor und Orchester) des Reichrundfunks nenne ich für den fraglichen Zeitraum deren damalige Bezeichnung - beispielsweise 'Großes Orchester des Reichssenders Berlin' anstatt der nach 1945 im Rundfunk gebräuchlichen Ansage eines 'Berliner Rundfunk-Symphonie-Orchesters'. (Ab 1942 verwendete man übrigens beim Reichsrundfunk ausschließlich Magnetophon-Tonbänder und man begann, die Schelllack-Matrizen bzw. Telegraphon-Stahlbänder von wichtigen älteren Rundfunk-Produktionen auf das neue Medium zu kopieren.) Für die Rundfunksender der Nachkriegszeit nenne ich die allgemein bekannten und heute teilweise noch gebräuchlichen Namen, die aber ursprünglich anders lauteten, wie z. B. „Sender München“ (Bayerischer Rundfunk), „Sender Frankfurt“ (Hessischer Rundfunk), „Südfunk Stuttgart“ (Süddeutscher Rundfunk) und „NWDR Nordwestdeutscher Rundfunk Hamburg und Köln“ (seit dem 1. 1. 1956 getrennt in NDR Norddeutscher Rundfunk bzw. WDR Westdeutscher Rundfunk).


    Kommende Woche beginne ich mit der Auflistung von Trude Eipperles Tondokumenten.


    Carlo

    Hallo, Nemorino und Rheingold1876!


    Schön, dass Ihr an Lotte Schöne erinnert, die von den Berlinern „Schöne Lotte“ genannt wurde. (Ihr 'privater' Name war Charlotte Bodenstein.) Der im vergangenen Jahr mit 90 Jahren verstorbene Kritiker André Tubeuf war von ihrer Stimme und ihrem Gesang besonders angetan; in mehreren Ausgaben der französischen Opern-Magazine "Opéra", „Lyrica“ und „L'Avant-Scène“ hat er stets sehr enthusiastisch über ihre Aufnahmen geschrieben.


    Ich habe seit etlichen Jahren 'nur' ca. 70 ausgewählte Schallplatten aus dem riesigen Angebot der Serie 'Lebendige Vergangenheit' der Firma 'Preiser'; die Platten bekam man früher nur über Importdienste, sie waren auch recht teuer und mir waren damals - ehrlich gesagt - die aktuellen Sänger 'meiner Zeit' (50er und 60er Jahre) wichtiger. Aber ich habe auch die Platte LV 6 mit Aufnahmen von Lotte Schöne (auf der Hülle als „Butterfly“ mit einem Text aus dem „Kutsch-Riemens“-Lexikon, siehe Beitrag Nr. 1).


    Bei einem meiner mehreren Wien-Besuche erstand ich einmal bei einem 'Abverkauf' im Lager von 'Preiser' u. a. eine 'Lotte-Schöne'-Platte aus der 'LV'-Serie mit einem Cover-Privatfoto der Sängerin von 1925 und einem ausführlichen Aufsatz von André Tubeuf. Erst nach Rückkehr von der Reise stellte ich zuhause fest, dass es sich um eine Doublette (bei gleicher Katalognummer LV 6) handelt; der 'Inhalt' ist bei beiden Platten gleich.


    Ist es bei 'Preiser' öfter vorgekommen, dass es doppelte 'LV'-Platten (mit zwei verschiedenen Hüllen) gab? Auch die Numerierung der Platten – beginnend mit LV 1 bis LV 299, fortfahrend mit LV 1300, dazwischen 500er Nummern und 2000er für Doppelalben – ist etwas verwirrend. (Alfred_Schmidt versucht ja zur Zeit, Licht in das Dunkel der Veröffentlichungen historischer Aufnahmen bei 'Preiser' zu bringen.) Die im Beitrag Nr. 1 erwähnte zweite Platte – vermutlich LV 1324 „Lotte Schöne II“ - ist mir nicht bekannt und die 'Preiser'-Box 89224 „The Art of Lotte Schöne“ - zwei CDs mit vierzig, teilweise akustisch aufgenommenen Arien und Duetten aus den Jahren 1924 bis 1931 - habe ich nicht.


    Carlo

    Todesmeldungen von Sängern, die ich einmal selbst gehört und gesehen habe, berühren mich immer sehr stark, besonders wenn sie gleich beim ersten Erleben einen so tiefen Eindruck bei mir hinterlassen haben wie Teresa Berganza, die eine zentrale Sängerin des 20. Jahrhunderts war.


    1965 gab sie im Robert-Schumann-Saal in Düsseldorf einen Liederabend, begleitet von ihrem Mann Felix Lavilla. (Leider habe ich das Programmheft nicht mehr, aber ihr Autogramm nach dem Konzert in meinem Album. Und ich weiß noch, dass sie mit damals moderner 'Farah-Diba-Frisur' ein tief dekolletiertes Abendkleid mit weißem bestickten Oberteil und türkisfarbenem Samtrock trug.)


    Ich hatte einen Platz auf dem Podium und sah sie fast den ganzen Abend lang nur von schräg hinten, aber bei manchen Liedern drehte sie sich kurz zu uns um. Sie sang u. a. auch Montsalvatges „Canciòn de cuna para dormir a un negrito“ und ich kenne dieses Wiegenlied in keiner schöneren Interpretation als in der ihren. Am 25. 1. 1974 hörte ich Teresa Berganza noch einmal live in einem Konzert in Leverkusen zum 70jährigen Bestehen des Männerchors der Bayer-Werke und der werkseigenen Bayer Philharmoniker; unter der Leitung von Rainer Koch sang sie leider nur aus Mozarts „Le nozze di Figaro“ und „La clemenza di Tito“ sowie Bizets „Carmen“.


    Neben einigen Videos - darunter vom französischen Fernsehen eine Gesangs-Meisterklasse mit raspelkurzen roten Haaren - stehen in meinen Schallplatten- und CD-Regalen sehr viele Aufnahmen mit ihr (auch mehrere Zarzuela-Platten) und sie bringen mir bei jedem wiederholten Hören große Freude. Danke, liebe Teresa Berganza, und mögen Sie in Frieden ruhen!


    Carlo

    Heute Werke von Georg Friedrich Händel, Karl Amadeus Hartmann. Joseph Haydn, Hans Werner Henze, Paul Hindemith und Werner Jacob:



    „Judas Maccabaeus“ (Händel): Beverly Bergen, Sopran (Erste Israelitin) / Marga Höffgen, Alt (Zweite Israelitin) / Alejandro Ramirez, Tenor (Judas Maccabaeus) / Roland Hermann, Bass (Simon) / Der Chor der St. Hedwigs-Kathedrale Berlin / Die Domkapelle Berlin / Chorleiter und Dirigent: Roland Bader (Nürnberg, Meistersingerhalle, 23. 6. 1980). Eine konzertante Aufführung des Oratoriums von 1747 in der deutschen Fassung von Georg Gottfried Gervinus anlässlich der 'Internationalen Orgelwoche Nürnberg 1980'.


    Vorher gab es am 6. 6. 1980 zum 'Deutschen Katholikentag 1980' im Berliner ICC (Internationales Congress Centrum) ebenfalls eine konzertante Aufführung dieses Oratoriums in deutscher Sprache mit den obengenannten Solisten - mit Ausnahme von Werner Hollweg, der die Titelpartie sang. Auch hier wirkten der Chor der St. Hedwigs-Kathedrale Berlin und die Domkapelle Berlin unter Roland Bader mit. Meines Wissens gibt es von diesem Konzert keine Tonaufzeichnung.



    „Sodom und Gomorrha“ (Karl Amadeus Hartmann): Roland Hermann (Bariton) / Das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks / Dirigent: Rafael Kubelik (Wien, Musikverein, 3. 6. 1980). Rafael Kubelik dirigierte in diesem Konzert – einen Mitschnitt gab es bei 'Mr. Tape' – auch Antonin Dvoraks 9. Symphonie. Diese 'Gesangsszene für Bariton und Orchester' (1962/63) auf Texte aus dem Schauspiel „Sodome et Gomorrhe“ von Jean Giraudoux ist die letzte Komposition von Karl Amadeus Hartmann und sie entstand für Dietrich Fischer-Dieskau, der sie 1964 auch als Erster (in einem Frankfurter Rundfunk-Konzert unter Dean Dixon) sang.


    dto.: Roland Hermann (Bariton) / Das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks / Dirigent: Rafael Kubelik (München, Herkulessaal der Residenz, 19. und 20. 6. 1980, Live). Ausserdem sang Roland Hermann dieses Gesangsstück bei Konzerten mit dem New York Philharmonic Orchestra unter Rafael Kubelik im September/Oktober 1983 in Washington und New York.


    dto.: Roland Hermann (Bariton) / Das ORF-Symphonieorchester Wien / Dirigent: Lothar Zagrosek (Wien, Konzerthaus, 13. 11. 1986) (siehe Uraufführung des Oratoriums „Dies“ von Wolfgang Rihm).


    dto.: Roland Hermann (Bariton) / Das Gewandhausorchester Leipzig / Dirigent: Herbert Blomstedt (Leipzig, Neues Gewandhaus, 10. 5. 2001). In diesem Konzert erklang auch die „Alpensymphonie“ von Richard Strauss.



    „Die Jahreszeiten“ (Joseph Haydn): Adele Stolte, Sopran (Hanne) / Johannes Hoefflin, Tenor (Lukas) / Roland Hermann. Bass (Simon) / Der Zürcher Bach-Chor / Das Tonhalle-Orchester Zürich / Chorleiter und Dirigent: Peter Eidenbenz (Zürich, Tonhalle, 24. 9. 1978).



    „Die Schöpfung“ (Joseph Haydn): Arleen Augér, Sopran (Gabriel) / Peter Schreier, Tenor (Uriel) / Walter Berry, Bass (Raphael) / Gabriele Sima, Sopran (Eva) / Roland Hermann, Bariton (Adam) / Der Arnold-Schönberg-Chor Wien / Chorltg.: Erwin Ortner / Das Collegium aureum Wien / Dirigent: Gustav Kuhn / TV-Regie: Franz Kabelka (Wien, Aula der Alten Universität, 27. 3. 1982). (DVD bei 'Arthaus') Eine vom ORF aufgezeichnete Aufführung zum 250. Geburtstag Joseph Haydns; in der Aula der Alten Universität in Wien zeigte sich der Komponist am 27. 3. 1808 letztmals in der Öffentlichkeit, als er einem Festkonzert der „Schöpfung“ beiwohnte, das von Antonio Salieri geleitet wurde. (Das Konzert vom 27. 3. 1982 wurde zwei Tage später im Großen Saal des Wiener Musikvereins wiederholt.)



    „Cinque canzoni napoletane“ ('Fünf neapolitanische Lieder') (Hans Werner Henze): Aggio saputo calamorte vene – A l'acqua de li funtanelle – Amaie 'n nenne pe' tridece mise – Amaie nu ninno cu' sudore e stiente – Arbero piccerillo / Roland Hermann (Bariton) / Das Rundfunk-Sinfonieorchester Saarbrücken / Dirigent: Cristóbal Halffter (Saarbrücken, Studio des Saarländischen Rundfunks, 25. 3. 1988). Die CD der Firma 'Arte Nova' (2001) enthält ferner die Orchester-Kompositionen „Ode an den Westwind“ und „Drei Dithyramben“ von Hans Werner Henze.


    Roland Hermann war als Interpret des Mulatten 'Henri-Charles' in der Uraufführung des Oratoriums "Das Floß der Medusa" von Hans Werner Henze am 29. 1. 1971 im Wiener Musikverein angekündigt (Dirigent: Miltiades Caridis; 'La Mort' - Edda Moser; 'Charon' - Helmut Janatsch), seinen Part übernahm kurzfristig der Bariton William Pearson. Bekanntlich war die vorgesehene Uraufführung dieses 'Oratorio vulgare e militare' am 9. 12. 1968 in Hamburg (Dirigent: Hans Werner Henze, mit Edda Moser, Dietrich Fischer-Dieskau und Charles Regnier) durch tumultuöse Proteste der Studentenbewegung verhindert worden.



    „Als Flieder jüngst mir im Garten blüht“ ('Ein Requiem für die, die wir lieben') (Paul Hindemith): Carol Smith (Mezzosopran) und Roland Hermann (Bariton) / Der Zürcher Bach-Chor / Das Tonhalle-Orchester Zürich / Chorleiter und Dirigent.: Peter Eidenbenz (Zürich, Tonhalle, 18. 10. 1977).



    „Sinfonisches Triptychon“ (Werner Jacob): Gesa Hoppe (Sopran) und Roland Hermann (Bariton) / Der Chor des Norddeutschen Rundfunks Hamburg / Die Bamberger Symphoniker / Dirigent: Ingo Metzmacher (Nürnberg, Kirche St. Sebald, 30. 6. 1995). Dieses 'Memento für Sopran, Bariton, Chor und Orchester nach Texten der Heiligen Schrift' von Werner Jacob (1938-2006) wurde bei der 'Internationalen Orgelwoche Nürnberg 1995' aufgeführt.



    Carlo

    Anfang Mai 1998 gab Armenien der BRD eine umfangreiche und äusserst wertvolle Anzahl von 'Beutekunst' zurück, die 1946 von sowjetischem Militär aus sächsischen Bergwerken und dem Schloss Lauenstein geraubt worden war. Darunter befanden sich u. a. auch vier Bände mit autographer Kirchenmusik von Johann Christian Bach, die ursprünglich der Hamburger Staats- und Universitätsbibliothek gehört hatten.



    Folgende Kompositionen Johann Christian Bachs mit Geistlicher Musik wurden bisher auf Tonträgern veröffentlicht:



    „Mailänder Vesperpsalmen“ (Johann Christian Bach): Joanne Lunn (Sopran), Elena Biscuola (Alt), Georg Poplutz (Tenor) und Thomas E. Bauer (Bass) / Der Süddeutsche Kammerchor / Das Orchester 'Concerto Köln' / Dirigent: Gerhard Jenemann (Alzenau-Albstadt, Birkenhainer Halle, November 2009). Die zwei CDs der Firma 'Carus' (2010) enthalten folgende Werke: 'Domine ad adjuvandum Nr. 2 in G-Dur; 1760' - 'Confitebur tibi Domine in Es-Dur; 1759' - 'Beatus vir in F-Dur; 1758' - 'Laudate pueri Dominum Nr. 3 in G-Dur; 1760' – 'Magnificat Nr. 3 in C-Dur; 1760'.



    „Requiem; 1757“: Johann Christian Bach vertonte nur folgende Teile der Liturgie: ein kurzes 'Introitus und Kyrie' (beide in F-Dur) und ein ausladendes 'Dies Irae' (in C-moll); die erste Aufführung war am 23. 8. 1757 in der Kirche San Fedele in Mailand.


    „Requiem: Introitus, Kyrie und Dies Irae; 1757“) (Johann Christian Bach): Arleen Augér (Sopran), Helen Watts (Alt), Aldo Baldin (Tenor) und Wolfgang Schöne (Bass) / Die Gächinger Kantorei / Das Bach-Collegium Stuttgart / Dirigent: Helmuth Rilling. Die Aufnahme wurde m. W. von 'Hänssler' nicht einzeln, sondern nur in der Edition „Geistliche Musik der Bach-Familie“ (1983; 5 LPs bzw. 2010; 3 CDs) veröffentlicht.


    dto.: Lenneke Ruiten (Sopran), Ruth Sandhoff (Alt), Colin Balzer (Tenor) und Thomas E. Bauer (Bass) / Der RIAS-Kammerchor / 'Die Akademie für Alte Musik' Berlin / Dirigent: Hans-Christoph Rademann (Berlin, Jesus-Christus-Kirche, November 2010). Die CD von 'Harmonia Mundi France' beinhaltet auch das „Miserere mei Deus in B-Dur; 1757“ von Johann Christian Bach mit den genannten Interpreten.


    „Requiem: nur Introitus und Kyrie; 1757“ (Johann Christian Bach): Marie-Noëlle de Callatay (Sopran), Annette Markert (Alt), Robert Getchell (Tenor) und Peter Harvey (Bass) / Koor en Orkest van de Nederlandse Bachvereniging / Dirigent: Jos van Veldhoven (Tilburg, Concertzaal, 2002). Erschienen – gekoppelt mit Mozarts „Requiem, KV 626“ - bei 'Channel Classics' in den Niederlanden.


    „Requiem: nur Dies Irae; 1757“ (Johann Christian Bach): Bruna Rizzoli (Sopran), Rena Garazioti (Alt), Petre Munteanu (Tenor) und Lorenzo Gaetani (Bass) / Il Coro Polifonico di Torino / L' Orchestra 'Angelicum' di Milano / Dirigent: Ruggero Maghini (Mailand, 1962). Eine Schallplatte des italienischen Musikverlages 'Angelicum'; in Deutschland erschienen bei 'Schwann' (1965) und in den USA bei 'The Musical Heritage Society'.


    dto.: Rachel Yakar (Sopran), Margrit Caspari (Alt), Frieder Lang (Tenor) und Toshimitsu Kimura (Bass) / Der Chor und das Orchester des Bachvereins Düsseldorf / Dirigent: Hans-Josef Irmen (Kall/Eifel, Basilika des Salvatorianerklosters Steinfeld, 27. 3. 1977, Live-Aufnahme). Eine LP des 'Bachvereins Düsseldorf' in meinem Plattenschrank. (In diesem Konzert erklang auch das „Miserere für Soli, Chor und Orchester“ von Giuseppe Sarti aus dem Jahre 1779, das aber nicht auf der Platte enthalten ist.)


    dto.: Veronika Winter (Sopran), Gerhild Romberger (Alt), Markus Schäfer (Tenor) und Thomas E. Bauer (Bass) / Die Rheinische Kantorei / Das Kleine Konzert / Dirigent: Hermann Max (Leipzig, Nikolaikirche, 2. 6. 2006, Live-Mitschnitt). Diese Eigenproduktion des 'Bach-Archivs Leipzig' von 2007 enthält auf zwei CDs zusätzlich Kantaten von Johann Sebastian Bach („Dem Gerechten muss das Licht immer wieder aufgehen; BWV 195“) und Carl Philipp Emanuel Bach („Jauchzet, frohlocket; Kantate zum Osterfest“) sowie Orchesterwerke von Johann Sebastian Bach und Wolfgang Amadé Mozart.



    „Confitebor tibi Domine in Es-Dur; 1758“ (Johann Christian Bach): Halina Lukomska (Sopran), Marjorie Thomas (Alt), Hans-Ulrich Mielsch (Tenor) und Theo Adam (Bass) / Der Stiftschor der Benediktinerabtei Einsiedeln / Chorltg.: Pater Daniel Meier OSB / Das Collegium aureum / Dirigent: Rolf Reinhardt (Einsiedeln / Kanton Schwyz, Klosterkirche, 1965). Meine LP von 1975 ist eine Übernahme der Aufnahme der 'Deutschen Harmonia Mundi' in den Katalog der 'BASF'.



    „Salve Regina Nr. 1 in Es-Dur; 1758“ (Johann Christian Bach): Margaret Marshall (Sopran) / Die Deutschen Barocksolisten / Dirigent: Rudolf Ewerhart (Bonn, Kreuzbergkirche, 10. - 11. 7. 1976). Bei 'FSM' (Fono Schallplatten Münster) 1976 auf LP erschienen und dort auch 1989 auf CD; in beiden Fällen gekoppelt mit der Kantate „Rapida cerva, fuge“ von Baldassare Galuppi, ebenfalls gesungen von Margaret Marshall.


    dto.: Ruth Ziesak (Sopran) / Das Orchester 'La Stagione' Frankfurt / Dirigent: Michael Schneider (Frankfurt, Musikhochschule, 23. - 25. 6. 1995). Die CD der 'Deutschen Harmonia Mundi' von 1996 bringt außerdem folgende Titel: „Salve Regina“ für Sopran, Streicher und B. c in C-moll (Giovanni Battista Pergolesi); Rezitativ und Arie für Sopran, Streicher und Orgel „Ergo interest... Quaere superna“, KV 143 (Wolfgang Amadé Mozart); „Exsultate, jubilate“ für Sopran und Orchester, KV 165 (Wolfgang Amadé Mozart). Diese CD wurde 2009 in den Katalog der 'Sony' übernommen.


    dto.: Emma Kirky (Sopran) / L'Orfeo Barockorchester / Dirigentin: Michi Gaigg (Kammermusikstudio* des SWR, 29. 11. - 1. 12. 1999). Die CD von 'cpo' aus dem Jahre 2001 enthält ausserdem von Johann Christian Bach die Kantate 'Si nocte tenebrosa' mit dem Tenor Markus Schäfer und das 'Laudate pueri Dominum Nr. 3 in G-Dur' von 1760 (mit Emma Kirkby und Markus Schäfer). *Ohne Ortsangabe. 'cpo' scheint nicht bewusst zu sein, dass der SWR über Studios in Baden-Baden, Freiburg, Kaiserslautern und Stuttgart verfügt.



    „Gloria Nr. 2 in G-Dur; 1759/1760“ (Johann Christian Bach): Edith Wiens (Sopran), Gabriele Schreckenbach (Alt), Adalbert Kraus (Tenor) und Ernst-Gerold Schramm (Bass) / Der RIAS-Kammerchor / Die RIAS-Sinfonietta / Dirigent: Uwe Gronostay (Berlin, Jesus-Christus-Kirche, 5. - 7. 7. 1981). Die Schallplatte von 'Schwann' in der Serie „Musica Sacra“ - erschienen 1982 – wurde mit dem 'Preis der deutschen Schallplattenkritik' ausgezeichnet.



    „Gloria in excelsis“; 1760/1762“ (Johann Christian Bach): Valérie Gabail (Sopran), Barbara Hölzl (Alt), Lluís Vilamájó (Tenor) und Stephan MacLeod (Bass) / Le Choeur de Chambre de Namur / Orchester 'Les Agrémens' / Dirigent: Wieland Kuijken (Namur, Église Saint-Loup, 2002). Eine CD von 2002 bei 'Ricercar'.



    „Tantum ergo; 1759“ und „Magnificat; 1760“ (Johann Christian Bach): Elisabeth Scholl (Sopran), Ruth Sandhoff (Alt), Andreas Karasiak (Tenor) und Gotthold Schwarz (Bass) / Der Dresdner Kammerchor / Chorltg.: Hans-Christoph Rademann / Das Orchester 'La Stagione' Frankfurt / Dirigent: Michael Schneider. Eine CD von 2002 bei 'Capriccio', gekoppelt mit dem „Magnificat“ von Carl Philipp Emanuel Bach.



    „Magnificat für vierstimmigen Chor und Orchester; undatiert“ (Johann Christian Bach): Die Rottweiler Münstersängerknaben / Das Trompetenensemble H. Sauter / Das Württembergische Kammerorchester Heilbronn / Dirigent: Klaus Knubben. Die LP des Labels 'Laudate' (Hänssler-Verlag) enthält ausserdem Chorkompositionen von Andreas Hammerschmidt, Francesco Durante, Wilhelm Friedemann Bach und Felix Mendelssohn-Bartholdy.



    Carlo

    Ich habe diesen gut restaurierten Film in der DVD-Version von 'Icestorm' (2003) mit einer Länge von 109 Minuten. Damit man sich das Notieren der Besetzungsangaben aus dem Vorspann sparen kann, hier die Details:


    „Figaros Hochzeit“ ('DEFA'-Spielfilm von 1949, in Klammern die Namen der Sänger): Graf Almaviva – Mathieu Ahlersmeyer / Gräfin Rosine – Sabine Peters (Tiana Lemnitz) / Susanna – Angelika Hauff (Erna Berger) / Figaro – Willi Domgraf-Fassbaender / Cherubino – Willi Puhlmann (Anneliese Müller) / Don Basilio – Alfred Balthoff (Paul Schmidtmann) / Dr. Bartolo – Viktor Janson (Eugen Fuchs) / Marcellina – Elsa Wagner (Margarete Klose) / Antonio – Ernst Legal (Willy Sahler) / Barbarina – Ursula-Katharina Meyberg (Elfriede Hingst) / Don Curzio – Franz Weber (Kurt Reimann) / Ein Schreiber – Theodor Vogeler / Ein zweiter Gärtner – Egon Vogel / Ein Notenschreiber – Ewald Wenck / Ein Chor / Chorltg.: Hermann Lüddecke / Die Berliner Staatskapelle / Dirigent: Artur Rother / Musik-Assistenz: Hermann Schmidt-Rhein / Szenenbild: Emil Hasler / Kostüme: Walter Schulze-Mittendorff / Drehbuch und Regie: Georg Wildhagen / Produktionsltg.: Walter Lehmann.


    Willi Domgraf-Fassbaender hat in Hauptrollen– neben diesem Film und der „Verkauften Braut“ von Max Ophüls (1932) - noch in dem Musikfilm „Aufforderung zum Tanz“ (1934, als Komponist Carl Maria von Weber) und in dem Historien-Drama „Theodor Körner“ (1932) als Titelheld mitgewirkt. In Nebenrollen war er in den Filmen „Der Sieger“ (1932, mit Hans Albers), „Der Mann, der nicht nein sagen konnte“ (1932, anderer Titel: „Ich will dich Liebe lehren“, mit Trude Hesterberg und Else Wagner), „Starke Herzen im Sturm“ (1937, mit Maria Cebotari und Gustav Diessl - im 'Dritten Reich' war der Film verboten) und „Lauter Liebe“ (1940, mit Hertha Feiler; Regie: Heinz Rühmann) auf der Leinwand zu sehen. Auch in einem nie zu Ende geführten "Goethe"-Projekt der 'Ufa' wurde er eingesetzt. Sabine Peters, die 'Gräfin Rosine' in „Figaros Hochzeit“, war mit Willi Domgraf-Fassbaender verheiratet und (unverkennbar) die Mutter von Brigitte Fassbaender.


    Der nicht weniger bekannte Bariton Mathieu Ahlersmeyer ('Graf Almaviva') stellte in zwei Filmen französische Könige dar: In „Das Fräulein von Scuderi“ (1955) 'Ludwig XIV.' neben Henny Porten in der Titelrolle und Willy A. Kleinau als 'Cardillac' und vier Jahre vorher 'Ludwig XV.' in der Operettenverfilmung „Die Dubarry“ mit Sári Barabás und Willy Fritsch. Die Darstellerin der 'Barbarina' in „Figaros Hochzeit“ war später unter dem Namen Katharina Mayberg eine viel beschäftigte Film- und Fernsehschauspielerin.


    Carlo

    Nachtrag zum Beitrag Nr. 21 vom 25. 1. 2022:


    „Lucio Silla“ (Johann Christian Bach): Lucio Silla, Diktator – Carlo Gaifa / Giunia, Tochter des Gaius Marius, Braut des Cecilio – Julia Varady / Cecilio, verbannter Senator – Sylvia Geszty / Lucio Cinna, römischer Patrizier, Freund des Cecilio, heimlicher Feind Lucio Sillas – Roland Hermann / Celia, Schwester des Lucio Silla – Gerti Zeumer / Der Chor des Süddeutschen Rundfunks / Chorltg.: Hermann Josef Dahmen / Die Cappella Coloniensis / Dirigent: Günter Kehr (Schwetzingen, Rokokothater, 23. 5. 1974, Konzertante Aufführung in italienischer Sprache). Der Mitschnitt des Süddeutschen Rundfunks Stuttgart von diesem 'Dramma per Musica' in drei Akten von Giovanni De Gamerra mit Ergänzungen von Mattia Verazi (Mannheim 1775) wurde mit deutschen Zwischentexten - gesprochen von Rudolf Jürgen Bartsch - gesendet, die auf der Schallplatten-Veröffentlichung des US-Labels 'Voce' (3 LPs) fehlen.


    „Lucio Silla“ (Johann Christian Bach): Lucio Silla – Josef Protschka / Giunia – Pamela Coburn (statt Gabriela Benačková) / Cecilio – Hildegard Heichele / Lucio Cinna – Håkan Hagegård / Celia - Elaine Woods / Die Wiener Singakademie / Chorltg.: Agnes Grossmann / Cembalo: Wolfram Koloseus / Das Kammerorchester der 'Jungen Deutschen Philharmonie' / Dirigent: Wolfgang Scheidt (Wien, Konzerthaus, 9. 6. 1985). Die Partie des 'Aufidio' war – wie schon 1974 in Schwetzingen - gestrichen; ein Sprecher (Ernst Leopold Strachwitz) erklärte die Handlung. Eine konzertante Aufführung des '22. Internationalen Musikfestes Wien' – aufgenommen vom ORF - zum 250. Geburtstag von Johann Christian Bach.


    dto.: Lucio Silla – Benjamin Hulett / Giunia – Sylvia Schwartz / Cecilio – Lydia Teuscher / Lucio Cinna – Andrew Foster-Williams / Celia - Carolyn Sampson / Aufidio – Andrew Tortise / Der Salzburger Bachchor / Chorltg.: Alois Glaßner / Cembalo: Luke Green / Das Mozarteumorchester Salzburg / Dirigent: Ivor Bolton (Salzburg, Mozarteum, 2. 2. 2013). Der ORF sendete den Mitschnitt dieses Konzerts am 8. 2. 2013.

    Im Rahmen der 'Salzburger Mozartwoche 2013' gab es im 'Haus für Mozart' auch eine Bühneninszenierung von Mozarts Version dieses Sujets (zwei Jahre vor Johann Christian Bach komponiert) mit Rolando Villazón, Olga Peretyatko, Marianne Crebassa, Eva Liebau und Inga Kalna; Dirigent: Marc Minkowski. Da Mozart für die Titelrolle nur zwei Arien komponierte, wurde in Salzburg 2013 im dritten Akt die Arie 'Se al generoso ardire' aus Johann Christian Bachs "Lucio Silla" eingefügt, um den positiven Sinneswandel des Despoten Lucio Silla auch musikalisch auszudrücken.


    Carlo

    Die Fernsehsendung von Pergolesis „Livietta und Tracollo“ mit Renate Holm (Beitrag Nr. 38) hat mich daran erinnert, dass sie auch in einer anderen Oper dieses Komponisten gesungen hat:



    „L'Olimpiade“ (Giovanni Battista Pergolesi): Clistene, König von Sikyon – Walter Köninger / Aristea, seine Tochter – Ruth-Margret Pütz / Argene, als Schäferin verkleidet unter dem Namen Licori – Renate Holm / Licida, vermeintlicher Sohn des Königs von Kreta – Dieter Ellenbeck / Megacle, sein Freund – Kurt Equiluz / Aminta, ein kretischer Begleiter Licidas – Peter-Christoph Runge / Alcandro, ein Minister des Königs Clistene – Günther König / Das Rundfunkorchester Hannover des Norddeutschen Rundfunks / Dirigent: Mathieu Lange (Hannover-Herrenhausen, Orangerie, 23. 6. 1972). Der NDR hat die konzertante Aufführung - in italienischer Sprache mit deutschen Zwischentexten - für den Rundfunk mitgeschnitten.



    Die dreiaktige Oper von Giovanni Battista Pergolesi (Uraufführung 1735 in Rom) mit einem sehr oft vertonten Libretto von Pietro Metastasio spielt im antiken Olympia; die vierjährige Zeit zwischen den Wettkämpfen nannte man damals 'Olympiade'. Um dem Publikum der Festspiele 'Musik und Theater in Herrenhausen' die verwickelte Geschichte zweier Liebespaare nahe zu bringen, hat man das im Original über drei Stunden dauernde Stück auf 105 Minuten gekürzt und einen Erzähler (den bekannten Schauspieler und ausgebildeten Opernsänger Günther König) eingesetzt.



    Carlo

    Lieber Gregor,


    ich freue mich für Dich, dass die Retrospektive der Salzburger Sänger einen so guten Zuspruch hatte. Ich glaube, dergleichen könnte man in den deutschsprachigen Opernzentren - mit Ausnahme von Wien und München - nicht zustande bringen.


    Viele Grüße von Thorsten und mir!


    P. S. Ich habe mir gerade die kleine „Hänsel und Gretel“-Platte angehört und den 'Verriss' dazu gelesen. Ich finde, dass 'Hosenrolle 1' zu streng urteilt.

    Zu Elfriede Pfleger möchte ich auch etwas beisteuern.


    Ich habe eine kleine 17cm-Platte mit Ausschnitten aus „Hänsel und Gretel“ (Suse, liebe Suse – Brüderchen, komm, tanz mit mir – Ein Männlein steht im Walde – Knusperwalzer – Abends will ich schlafen geh'n). Es singen Elfriede Pfleger und Gwyneth Jones; Boris Mersson dirigiert das Tonhalle-Orchester Zürich. Es dürfte das früheste Tondokument von Gwyneth Jones sein, die damals als Mezzosopran am Opernhaus Zürich engagiert war. Die EP (M-970, mono) erschien 1962 bei der 'Musical Masterpiece Society'.


    Dieser internationale Schallplattenclub (mit eigenen Geschäften!), in der BRD vertreten durch die 'Concert Hall GmbH' in Frankfurt, hatte mehrere Aufnahmen – meistens Operetten-Querschnitte - mit 'Schweizer' Sängern im Angebor: z. B. Ingeborg Fanger, Gerry de Groot, Ruth Rohner, Nata Tüscher, Christine von Widmann, Reinhold Güther, Albert Kunz, Franz Lindauer, Howard Nelson, Fritz Peter und Gottlieb Zeithammer.


    Carlo

    Renate Holm ist den Musikfreunden nicht nur durch ihre zahlreichen Schallpalttenaufnahmen, sondern auch durch sehr viele Fernseh-Auftritte in Einnerung, z. B. dreimal „Zum Blauen Bock“, zweimal „Dalli Dalli“ - mit Heinz Hoppe und Erich Kunz als Quizz-Partner – oder dreimal als Moderatorin einer Sendung zum Heiligen Abend („Wenn die andern feiern“), zu der sie sich selbst das Manuskript schrieb. Erstaunlicherweise war sie aber nur in wenigen kompletten Opern und Operetten auf der 'Mattscheibe' zu sehen.



    „Zar und Zimmermann“ (Albert Lortzing): Zar Peter I. - Horst Günter / Peter Iwanow – Willy Hofmann / van Bett – Fritz Ollendorff / Marie – Renate Holm / Marquis von Chateauneuf – William Blankenship / Admiral Lefort* – Herbert A. E. Böhme / Lord Syndham* – Bobby Todd / Witwe Browe* – Lotte Stein / Das Brautpaar: Hendrikje – Hanni Humpel und Jan – Wilfried Schumann / Ein Offizier – Jochen Rathmann / Ein Händler – Karl Kramer / Ein Bote – Horst Harms / Ein Kurier – Wilhelm Fricke / Der Chor des Norddeutschen Rundfunks Hamburg / Chorltg.: Max Thurn / Das Hamburger Rundfunkorchester / Dirigent: Franz Allers / Szenenbild: Karl Hermann Joksch / Dialogbearbeitung: Karl Vibach / Fernsehregie: Herbert Junkers (Hamburg, Fernsehstudio, 1959). Sendung in der ARD (NDR) und im ORF am 29. 11. 1959. *Diese Rollen wurden von nicht genannten Sängern interpretiert.



    „Die Entführung aus dem Serail“ (Wolfgang Amadé Mozart): Bassa Selim – Peter Minich / Konstanze – Erika Köth / Blondchen – Renate Holm / Belmonte – Donald Grobe / Pedrillo – Gerhard Unger / Osmin – Ludwig Welter / Klaas – Mario Haindorff / Ein Schiffer - Richard Tomaselli / Der Chor der Wiener Staatsoper / Chorltg.: Walter Hagen-Groll / Das Mozarteum-Orchester Salzburg / Dirigent: Bernhard Conz / Bühnenbild: Hans Ulrich Schmückle / Kostüme – Liselotte Erler / Inszenierung und Fernseh-Regie: Karlheinz Haberland. (Eine Live-Übertragung des ORF aus dem Salzburger Residenzhof am 7. 8. 1963, die nicht im Deutschen Fernsehen gezeigt wurde.)


    dto.: Bassa Selim – Willi Wolff / Konstanze – Anja Silja / Blondchen – Renate Holm / Belmonte – James Harper / Pedrillo – David Thaw / Osmin – Georg Stern / Der Chor der Städtischen Bühnen Frankfurt / Chorltg.: Karl Klauss / Das Opernhaus- und Museumsorchester Frankfurt / Dirigent: Lovro von Matacic / Ausstattung: Toni Businger / Inszenierung: Bruno Hübner / Fernseh-Regie: Herbert Junkers. Live-Übertragung der Premiere am 22. 9. 1963 im ZDF. (Der Sendung ging eine ausführliche Werkserläuterung mit Interviews der beteiligten Künstler voraus.)



    „Die Zauberflöte“ (Wolfgang Amadé Mozart): Sarastro – Franz Crass / Tamino – Horst Wilhelm / Der Sprecher – Eberhard Waechter / Die Königin der Nacht – Erika Mechera (Susanne Korda) / Pamina – Sonja Schöner / Drei Damen der Königin der Nacht – Maria de Francesca (Ilse Henning), Cvetka Ahlin und Irma Keller / Papageno – Heinz Holecek / Papagena – Renate Holm / Monostatos – Erwin Wohlfahrt / Drei Knaben – Drei Wiener Sängerknaben / Zwei Geharnischte – Herbert Schachtschneider und Peter Wimberger / Zwei Priester – Jürgen Wilke und Wolfgang Zimmer / Der Singverein der Gesellschaft der Musikfreunde, Wien / Chorltg.: Reinhold Schmid / Die Wiener Symphoniker / Dirigent: Wolfgang Sawallisch / Ausstattung: Dominik Hartmann / Fernseh-Regie: Herbert Junkers. (Sendung am 7. 4. 1963 im ZDF.) Die in Klammern stehenden Namen sind die der Darstellerinnen.


    dto.: Sarastro – Walter Kreppel / Tamino – Waldemar Kmentt / Der Sprecher – Paul Schöffler / Die Königin der Nacht – Roberta Peters / Pamina – Pilar Lorengar / Drei Damen der Königen der Nacht – Maria van Dongen, Cvetka Ahlin und Vera Little / Papageno – Walter Berry / Papagena – Renate Holm / Monostatos – Renato Ercolani / Drei Knaben – Lucia Popp, Yvonne Helvey und Hildegard Rütgers / Zwei Geharnischte – Herbert Schachtschneider und György Littasy / Zwei Priester – Paul Späni und Josef Knapp / Sklaven – Alfred Böhm, Georg Bucher und Heinz Rohn / Der Chor der Wiener Staatsoper / Chorltg.: Walter Hagen-Groll / Die Wiener Philharmoniker / Dirigent: István Kertész / Bühnenbild: Jörg Zimmermann / Kostüme: Hill Reihs-Gromes / Inszenierung und Fernseh-Regie: Otto Schenk. Es handelt sich um die Aufzeichnung der Generalprobe 1964 im Großen Festspielhaus zur Wiederaufnahme der Inszenierung von 1963 bei den Salzburger Festspielen. (Gleichzeitige Sendung am 2. 8. 1964 im ORF und in der ARD/Bayerischer Rundfunk.) Diese Aufnahme ist 2012 auf DVD bei 'VAI Video Artists International' erschienen.



    „Livietta und Tracollo“ ('La contadina astuta ossia Livietta e Tracollo') (Giovanni Battista Pergolesi): Livietta, eine junge Bäuerin – Renate Holm / Tracollo, ein Herumtreiber – Hermann Prey / Faccenda (Tracollos Kumpan) und Fulvia (Liviettas Freundin) – Komparsen / Das Gürzenich-Orchester Köln / Dirigent: Miltiades Caridis / Ausstattung: Ewald Hackler / Fernseh-Regie: Gerhard Wolf. (Sendung im ORF am 8. 9. 1965 und am 19. 12. 1966 im 3. Programm des WDR.)

    Für diese Fernseh-Inszenierung des WDR vom Juli 1965 verwendete man die deutsche Fassung von Wolf Ebermann und Manfred Koerth. Die Uraufführung dieses Intermezzos in zwei Teilen (Libretto von Tommaso Mariani) war am 25. 10. 1734 in Neapel zwischen den drei Akten von Pergolesis „Adriano in Siria“. In der Folgezeit wurde die kleine Oper (für nur 2 Sänger) unter vielen verschiedenen Titeln aufgeführt.



    „La Cenerentola“ (Gioachino Rossini): Don Magnifico – Giuseppe Taddei / Clorinda – Renate Holm / Tisbe – Gertrude Jahn / Angelina – Agnes Baltsa / Don Ramiro – Francisco Araiza / Dandini – Enzo Dara / Alidoro – Rudolf Mazzola / Der Chor und das Orchester der Wiener Staatsoper / Chorltg.: Helmuth Froschauer / Dirigent: Roberto Abbado / Ausstattung: Pasquale Grossi / Inszenierung: Gian-Carlo Menotti. Es gibt einen probeweisen Mitschnitt einer Aufführung (vermutlich vom 31. 10. 1981) für eine geplante, aber m. W. nicht realisierte Fernseh-Übertragung aus der Wiener Staatsoper.



    „Die Fledermaus“ (Johann Strauß): Gabriel von Eisenstein – Eberhard Waechter / Rosalinde – Gundula Janowitz / Adele – Renate Holm / Dr. Falke – Heinz Holecek / Gefängnisdirektor Frank – Erich Kunz / Prinz Orlofski – Wolfgang Windgassen / Alfred – Waldemar Kmentt / Advokat Blind – Erich Kuchar / Gerichtsdiener Frosch – Otto Schenk / Ida – Sylvia Lukan / Der Chor der Wiener Staatsoper / Chorltg.: Norbert Balatsch / Die Wiener Philharmoniker / Dirigent::Karl Böhm / Szenenbild: Jan Schlubach / Kostüme: Barbara Bilabel / Dialog-Bearbeitung: Otto Schenk und Peter Weiser / Regie: Otto Schenk (Sendung am 31. 12. 1972 gleichzeitig im ZDF und im ORF.)

    Die Musikaufnahmen zu diesem 'Unitel'-Film wurden vom 2. bis zum 12. 11. 1971 im Wiener Sofiensaal von einem Team der Schallplattenfirma 'Decca' (Aufnahmeleiter: John Mordler; Toningenieure: James Lock und Gordon Parry) gemacht; die Dreharbeiten im Rosenhügel-Studio der 'Wien-Film' folgten vom 24. 1. bis zum 16. 2. 1972. (Als DVD seit 2007 bei der 'Deutschen Grammophon Gesellschaft' erhältlich; die Audio-Version – ohne Dialoge – erschien 1975 auf zwei LPs und 1997 auf zwei CDs bei 'Decca'.)



    „Die schöne Galathée“ (Franz von Suppé): Galathée – Renate Holm / Pygmalion, Bildhauer – Rudolf Schock / Ganymed, sein Diener – Erich Kunz / Sastrapos, persischer Hauptmann – Kurt Preger / Prolog: Ovid – Albin Skoda, Rousseau – Erik Frey, Poly Henrion – Fritz Muliar, André Gervert – Alfred Böhm / Das Ballett der Wiener Staatsoper / Choreographie: Erika Hanka / Der Akademie-Kammerchor / Ltg.: Hans Gillesberger / Das Orchester der Wiener Volksoper / Musikalische Bearbeitung und Leitung: László Várady / Szenenbild: Robert Posik / Kostüme: Edith Almoslino / Fernseh-Regie: Hermann Lanske. (Sendung im ORF am 28. 4. 1958 und in der ARD/NDR am 10. 2. 1959.)

    Der Operette ist ein kurzer Prolog vorangestellt, in dem der Dichter Ovid, der Philosoph Jean-Jacques Rousseau, der „Galathée“-Librettist Poly Henrion (Pseudonym für Leonhard Kohl von Kohlenegg) und der Textbearbeiter für diese Fernsehfassung, André Gervert (dargestellt durch den aus der österreichischen Fernseh-Familie Leitner bekannten Alfred Böhm), miteinander diskutieren.



    „Das Plätzchen“ ('Il campiello') (Ermanno Wolf-Ferrari): Gasparina – Renate Holm / Don Fabrizio dei Ritorti, ihr Onkel und Vormund, ein Neapolitaner – Marcel Cordes / Cavaliere Astolfi, ein neapolitanischer Edelmann – Claudio Nicolai / Donna Cate, eine Witwe – Peter Klein / Lucieta, ihre Tochter – Colette Boky / Donna Pasqua, eine Witwe – Kurt Wehofschitz / Gnese, ihre Tochter – Monique Lobasa / Orsola, eine Pastetenbäckerin – Elisabeth Höngen / Zorzeto, ihr Sohn – William Blankenship / Anzoleto, ein junger Hausierer – Oskar Czerwenka / Sansuga, ein Gastwirt – Hans Pirringer / Der Chor und das Orchester der Wiener Volksoper / Chorltg.: Franz Gerstacker / Dirigent: Argeo Quadri / Bühnenbild: Günther Schneider-Siemsen / Kostüme: Ronny Reiter / Inszenierung: Otto Schenk / Fernseh-Regie: Hermann Lanske (Sendung am 9. 2. 1967 im ORF).

    Ermanno Wolf-Ferrari komponierte diese Oper (mit dem Libretto von Mario Ghisalberti nach der Komödie von Carlo Goldoni aus dem Jahre 1756) für die Mailänder Scala; Uraufführung am 11. 2. 1936. In der deutschen Übersetzung von Franz X. Fridl (Texteinrichtung von Marcel Prawy) geht der Effekt des venezianischen Dialekts der Originalfassung etwas verloren. Die Rollen der beiden alten Mütter Cate und Pasqua sollen nach dem Willen des Komponisten von zwei Tenören gesungen werden; auch im Original von Goldoni werden sie von Männern dargestellt.



    „Der Vogelhändler“ (Carl Zeller): Die Kurfürstin – Renate Holm / Adelaide, ihre Hofdame – Ingrid Ohlenschläger / Baron Weps, kurfürstlicher Wald- und Wildmeister – Karl Dönch / Graf Stanislaus, sein Neffe – Ernst Schütz / Adam, ein Vogelhändler aus Tirol – Peter Minich / Die Briefchristel – Lucia Popp / Schneck, der Dorfschulze – Otto Höpfner / Süffle und Würmchen, Professoren – Hans Jürgen Diedrich und Theo Lingen / Jette, eine Wirtin – Brigitte Wentzel / Der Chor des Staatstheaters am Gärtnerplatz, München / Chorltg.: Cornelius Eberhardt / Das Münchner Rundfunkorchester / Dirigent: Kurt Eichhorn / Szenenbild: Herbert Kirchhoff / Kostüme: Eva-Maria Schröder / Regie: Joachim Hess (Sendung im ZDF am 1. 1. 1968). Ein 'Accord'-Film im Auftrag des ZDF. Die Außenaufnahmen entstanden im Taubertal mit Schloss Weikersheim und im Schloss Neuenstein bei Öhringen.



    Carlo

    Die Komponisten in diesem Beitrag heißen Herbert Callhoff, Giacomo Carissimi, Hans Chemin-Petit, Frédéric Chopin und Wolfgang Fortner.



    „Cantos de amor y desesperación“ (Herbert Callhoff): Roland Hermann (Bass) / Das Kölner Ensemble / Dirigent: H. P. Platz (Witten, 7. 9. 1986, Uraufführung). Die 'Gesänge der Liebe und der Verzweiflung' nach spanischen Texten von Pablo Neruda – Dauer: 25 Minuten - wurden 1985 komponiert und bei den 'Wittener Tagen für neue Kammermusik' uraufgeführt. (Ein Mitschnitt der Rundfunksendung des WDR Köln befindet sich im Tonaufnahme-Archiv der Robert-Schumann-Hochschule in Düsseldorf.) Der Organist und Komponist Herbert Callhoff (1933-2016) war ab 1969 Kompositionslehrer am 'Robert-Schumann-Konservatorium' in Düsseldorf; 1975 erhielt er dort eine Professur für Tonsatz und Orgel und von 1995 bis 1998 war er der Rektor dieses Instituts, das seit 1973 den Rang einer Hochschule einnimmt.



    „Jephte“ (Giacomo Carissimi / Hans Werner Henze): Werner Hollweg, Tenor (Jephte) / Eva Csapò, Sopran (Tochter des Jephte) / Cornelia Kallisch, Alt (Historicus I) / Roland Hermann, Bass (Historicus II) / Der ORF-Chor Wien / Ltg.: Erwin Ortner / Das 'Ensemble Modern' Frankfurt / Dirigent: Lothar Zagrosek (Salzburg, Universitätskirche, 27. 7. 1988). Hans Werner Henzes Bearbeitung des berühmten Oratoriums des Barock-Komponisten Giacomo Carissimi stammt aus dem Jahre 1976 und wurde im selben Jahr beim 'Festival of the City of London' erstmals aufgeführt. Bei den Salzburger Festspielen 1988 erklang das Werk (in lateinischer Sprache) zusammen mit der Uraufführung von Ernst Kreneks Oratorium „Symeon der Stylit“ (siehe dort).



    „Der 90. Psalm“ (Hans Chemin-Petit): Roland Hermann (Bariton) / Der Philharmonische Chor Berlin / Das Symphonische Orchester Berlin / Dirigent: Hans Chemin-Petit (Berlin, Philharmonie, 23. 11. 1975). 'Herr, du warst unsere Zuflucht'. So beginnt der alttestamentarische Psalm, den Hans Chemin-Petit (1902-1981) im Jahre 1953 für Bariton, gemischten Chor und Orchester vertont hat. (Der zweite Programmpunkt dieses Konzerts war das „Requiem in c.moll“ von Luigi Cherubini.)



    „Lieder, op. 74“ (Frédéric Chopin): 'Mädchens Wunsch' (Zyczenie) – 'Frühling' (Wiosna) – 'Trübe Wellen' (Smutna rzeka) – 'Bacchanal' (Hulanka) - 'Was ein junges Mädchen liebt' (Gdzie lubi) – 'Mir aus den Augen' (Precz z moich oczu) – 'Der Bote' (Posel) – 'Mein Geliebter' (Sliczny Chlopiec) – 'Melodie' (Melodia) – 'Der Reitersmann vor der Schlacht' (Wojak) – 'Zwei Leichen' (Dwojaki koniec) - 'Meine Freuden' (Moja pieszczotka) - 'Melancholie' (Nie ma czego trzeba) - 'Das Ringlein' (Pierscien) – 'Die Heimkehr' (Narzeczony) - 'Litauisches Lied' (Piosenka litewska) / Kari Lövaas (Sopran) und Roland Hermann (Bariton) / Geoffrey Parsons (Klavier). Die Schallplatte der Firma 'Claves', die vermutlich in der Schweiz eingespielt wurde und deren Hülle das Aufnahmedatum verschweigt, kam 1976 in den Handel; m. W. gibt es davon bisher keine CD. Die Lieder werden in der deutschen Übersetzung von Wilhelm Henzen und Max Kalbeck gesungen. Frédéric Chopin komponierte die siebzehn Lieder – das letzte Lied 'Spiew z mogilky' (Polens Grabgesang) wurde nicht aufgenommen - in den Jahren 1829 bis 1847; sie wurden 1859 in Warschau und in Berlin gebündelt als Opus 74 in polnischer und in deutscher Sprache herausgegeben.



    „Hölderlin-Gesänge“ (Wolfgang Fortner): Roland Hermann (Bariton) / Rolf Reinhardt (Klavier) (Köln, Funkhaus, 16. 4. 1964). Der Westdeutsche Rundfunk WDR veranstaltete 1963 und 1964 eine Reihe von Liederabenden (mit Direktübertragungen), deren Solisten Margarethe Bence, Ursula Buckel, Antonia Fahberg, Halina Lukomska, Jules Bastin, Donald Grobe, Hans-Ulrich Mielsch Barry McDaniel und Gérard Sozay waren, die von Dalton Baldwin, Karl Bergemann, Hertha Klust, Alfons Kontarsky, Sebastian Peschko, Rolf Reinhardt, Hermann Reutter und Günther Weißenborn am Klavier begleitet wurden. Roland Hermann sang bei seinem Konzert nicht nur die vier Lieder ('An die Parzen' – 'Hyperions Schicksalslied' – 'Abbitte' – 'Geh' unter, schöne Sonne') nach Gedichten von Friedrich Hölderlin von Wolfgang Fortner aus dem Jahre 1933, sondern auch fünf Lieder von Hugo Wolf (siehe dort).



    „The Creation“ (Wolfgang Fortner): Roland Hermann (Bariton) / Das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks / Dirigent: Rafael Kubelik (München, Herkulessaal der Residenz, 15. 12. 1977). In diesem Konzert zum 70. Geburtstag von Wolfgang Fortner, der zehn Jahre später starb, sang Roland Hermann neben dem Gesangsstück „The Creation“ (komponiert 1954 auf Gedichte von James Weldon Johnson für eine mittlere Singstimme und Orchester) auch Fortners Bearbeitung der „Michelangelo-Lieder“ von Hugo Wolf (siehe dort.) Außerdem erklangen von Wolfgang Fortner die „Machaut-Balladen“ (in der Fassung für zwei Tenöre mit Martin Häusler und David Knutson) und die 'Prolegomena' (Symphonische Suite) aus der Oper „Elisabeth Tudor“.



    „Farewell“ (Wolfgang Fortner): Kantate für eine mittlere Singstimme, zwei Flöten, Violoncello und Klavier / Roland Hermann (Bariton) / Das Caryevschi-Quartett (Witten, April 1981). Roland Hermann sang bei den 'Wittener Tagen für neue Kammermusik' die Uraufführung dieser fünfteiligen Kantate, die Wolfgang Fortner 1981 mit Texten von Pablo Neruda komponierte; m. W. sang er in spanischer Sprache, begleitet vom Caryevschi-Quartett aus Argentinien.



    Carlo

    Hallo, Gregor!


    Renate Holm war von 1965 bis 1972 verheiratet mit dem Geschäftsmann Horst-Wolfgang Haase. Später hatte sie eine jahrelange 'Fernbeziehung' zu einem in den USA lebenden Amerikaner; das hat sie selbst erzählt in einer TV-Sendung des MDR ("Hier um vier"), die ich auf Video habe.


    Hier folgt der zweite Teil der Liste mit den Kinofilmen Renate Holms:


    „Wo die Lerche singt“ (1956): Gretl, die Enkelin des Stieglbauers, wird dargestellt von Renate Holm, die zwei Nummern aus Franz Lehárs gleichnamiger Operette von 1931 singt („Durch die weiten Felder“ und „Fern wie aus vergang'nen Tagen“) sowie das „Ave Maria“ von Franz Schubert. / Weitere Darsteller: Doris Kirchner, Nina Sandt, Elisabeth Stiepl, Joseph Egger, Lutz Landers, Hugo Lindinger, Theo Lingen, Klaus Löwitsch, Walter Regelsberger und Oskar Sima / Musikalische Bearbeitung: Bruno Uher / Regie: Hans Wolff.

    Franz Lehárs ungarische Operette „A pacsirta“ ('Die Lerche') von 1918 wurde 1936 bereits verfilmt mit Marta Eggerth, Hans Söhnker, Rudolf Carl und Tibor von Halmay; diese Version hielt sich ebenso wenig an das Original wie die Neuverfilmung von 1956. Der Wiener Maler Stefan Helmers (Lutz Landers) reist für einen Auftrag ins Salzkammergut, begleitet von seiner Freundin Anita Berger (Doris Kirchner), die Modezeichnerin im Salon von René Valentin (Theo Lingen) ist. Stefan lernt im Haus des Stieglbauers (Joseph Egger) die junge Gretl (Renate Holm) kennen, die sich in ihn verliebt. Sie folgt Stefan nach Wien und erkennt durch eine Intrige Renés, dass ihre Liebe keine Zukunft hat.


    „Schön ist die Welt“ (1957): Der Film ist eine 'Mogelpackung', denn außer der Musik Franz Lehárs stimmt nicht viel mit der gleichnamigen Operette von 1931 überein. Renate Holm und Rudolf Schock singen und spielen die Hauptrollen. / Weitere Darsteller: Mady Rahl, Herta Staal, Peter Garden, Bum Krüger, Paul Löwinger, Willy Millowitsch, Willi Rose, Helmuth Rudolph und Rudolf Vogel. / Regie: Géza von Bolváry.

    Die Grundsituation der Operetten-Vorlage, dass sich zwei Fürstenkinder spontan ineinander verlieben, ohne sich zu kennen und ohne zu wissen, dass eine Ehe für sie längst arrangiert wurde, ist hier 'zeitgemäß' verändert. Der Teigwarenfabrikant Karl Block (Willy Millowitsch) versucht, den Kammersänger Rudolf Halden (Rudolf Schock) zu 'kaufen', damit er mit Blocks gesangsbegeisterter Tochter Hella (Renate Holm) auf Tournee geht. Sie trifft Halden incognito in den Bergen; er fühlt sich von ihr getäuscht und es kommt zu Missverständnissen und Reibereien zwischen den Beiden. Mit dem Koloratur-Walzer "Das lockende Lied" von Franz Lehár muss Hella sogar vor Gericht beweisen, dass sie singen kann. Aber am Ende siegt, wie so oft, die Liebe. (Die zuvor im Mai 1957 eingespielten Lieder und Duette - in der Bearbeitung und unter der Leitung von Frank Fox mit dem FFB-Orchester Berlin - wurden bei 'Electrola' auf einer 25cm-LP veröffentlicht.)


    „Kein Auskommen mit dem Einkommen“ (1957) – Siehe hierzu den Beitrag Nr. 31. (Der Film kam auch unter dem Titel „Er bei Tag und sie bei Nacht“ in die Kinos.)


    „Der Graf von Luxemburg“ (1957): Renate Holm spielt die Hauptrolle der Sängerin Angèle. / Weitere Darsteller: Germaine Damar, Alice und Ellen Kessler, Susi Nicoletti, Clarissa Stolz (die Adoptivtochter von Robert Stolz), Erika von Thellmann, Theodor Danegger, Gustav Knuth, Hugo Lindinger, Hans Olden, Gunther Philipp, Gerhard Riedmann, Gerold Wanke, Gustl Weishappel und Herbert Weissbach / Musikalische Bearbeitung: Gerhard Becker / Das RIAS- Tanzorchester, dirigiert von Werner Müller / Regie: Werner Jacobs.

    Für diesen Film orientierte man sich im Großen und Ganzen an der Handlung der gleichnamigen Operette von Franz Lehár und behielt ausstattungsmäßig die Zeit der Uraufführung (1909) von „Der Graf von Luxemburg“ bei, aber einige Elemente wurden 'modernisiert', darunter auch die Musik. Wie groß der Gesangs-Anteil von Renate Holm hier ist, kann ich nicht sagen, weil ich den Film noch nie gesehen habe; wegen der durchweg schlechten Kritiken von damals werde ich mir die DVD, die es in der Reihe 'Filmjuwelen' seit 2020 gibt, nicht zulegen. Vermutlich hat Gerhard Riedmann, ein ehemaliger Wiener Sängerknabe, seinen Part selbst gesungen; im Fernsehen überzeugte er als Fred Graham/Petrucchio im Musical „Kiss me Kate“ neben Hannelore Schroth und in der Operette „Feuerwerk“ als Obolski neben Hanne Wieder.


    „Liebe, Mädchen und Soldaten“ (1958): Renate Holm spielt in dieser Militärkomödie eine Hauptrolle, singt aber keine einzige Note! Das besorgt der zum Bariton ausgebildete Schlagersänger Willy Hagara mit zwei Liedern von Klaus Ogermann, der später als Jazz-Komponist unter dem Namen 'Claus Ogerman' international bekannt wurde. / Weitere Darsteller: Carla Hagen, Loni Heuser, Helga Martin, Willy Hagara, Hubert von Meyerinck, Willy Millowitsch, Walter Müller, Franz Muxeneder, Hans Olden, Rolf Olsen und Raoul Retzer / Regie: Franz Antel (mit einem Drehbuch von Karl Farkas und Gustav Kampendonk.)

    Die Garnisonsstadt Krems in der Wachau zur 'K. u. k.'-Zeit (1905): Steffi Gruber (Renate Holm), die ihrem Verlobten - dem zum Militär einberufenen Sänger Edi Zaremba (Willy Hagara) – nachgereist ist, bewohnt dort irrtümlich ein Hotelappartement, das für den preussischen Major von Siebenstern (Hubert von Meyerinck) reserviert ist. Damit beginnen die Verwicklungen der Handlung, wobei sich alles um 'Täubchen' dreht...


    „Marina“ (1960): Der letzte Kinofilm von Renate Holm; „Der Bauer als Millionär“ von 1961 ist eine abgefilmte Bühneninszenierung von den Salzburger Festspielen – siehe Beitrag Nr. 32. / Weitere Darsteller: Hannelore Elsner, Trude Herr, Irene Mann, Giorgia Moll, Bully Buhlan, Silvio Francesco, Rex Gildo, Rocco Granata, Rudolf Platte, Kurt Pratsch-Kaufmann, Bubi Scholz, Teddy Stauffer, Kurt Waitzmann und Gerold Wanke / Musik: Martin Boettcher / Regie: Paul Martin.

    Der dünne Script dient nur dazu, die einzelnen Schlager – darunter der titelgebende Hit „Marina“ von Rocco Granata - miteinander zu verbinden. Mary (Giorgia Moll), die Tochter des Bandleaders Robert Miller (Teddy Stauffer), büxt von zu Hause aus, weil sie feststellen musste, dass sie von ihrem Verlobten Peter (Bully Buhlan) getäuscht wurde. Sie findet Aufnahme in einer Gruppe junger Leute, die nachts in einem Pfandhaus mit den dort deponierten Instrumenten Schlagermusik machen; dabei verliebt sie sich in den Jazzpianisten Ralf (Bubi Scholz). Was für eine Rolle die von Renate Holm dargestellte 'Renate Henkel' in der Geschichte spielt und ob sie auch etwas singt, kann ich nicht sagen, weil ich den Film nicht kenne.


    Carlo