Beiträge von Carlo

    Lieber 'hart',


    Danke für die Anerkennung, aber das Kompliment möchte ich auch Dir machen! Deine im 'Alleingang' verfassten, stets sehr ausführlichen und kenntnisreichen Beiträge (wie kürzlich z. B. über Anton Schindler) im Thread "Der Musiker Gräber" sind für mich Vorbild und Ansporn.


    Carlo


    P. S. In meinen Sänger-Discographien bin ich seit einiger Zeit dazu übergegangen, über die weniger bekannten Musikwerke auch etwas zu schreiben - und da bieten sich bei Roland Hermann zahlreiche Titel an, denn vor allem sein Konzert-Repertoire war von einer ungewöhnlichen Bandbreite.

    Weiter geht es in der Opern-Discographie Roland Hermanns mit den Komponisten Debussy bis Fortner.



    „Pelléas et Mélisande“ (Claude Debussy): Arkel – Werner Gröschel / Geneviève – Carol Smith / Golaud – Roland Hermann / Pelléas – Sven Olof Eliasson / Mélisande – Edith Mathis / Yniold – Ruth Rohner / Le Médecin; Un Berger – René Rohr / Der Chor des Opernhauses Zürich / Chorltg.: Hans Erismann / Das Tonhalle- und Theaterorchester Zürich / Dirigent: Ferdinand Leitner (Zürich, Opernhaus, 15. 5. 1976). Eine Aufführung in französischer Sprache.



    „Der Jakobiner“ ('Jakobin') (Antonín Dvořák): Der Graf von Harasov – Werner Gröschel / Bohus, sein Sohn – Roland Hermann / Julia, dessen Gattin – Marilyn Zschau / Filip, Schlossverwalter – Helmut Berger-Tuna / Adolf, Burgvogt des Grafen – József Dene / Benda, Lehrer und Komponist – Paul Späni / Terinka, seine Tochter – Renate Lenhart / Jiri, ein junger Förster – Harald Ek / Lotinka, Beschließerin im Schloss – Erika Wien / Der Chor des Opernhauses Zürich / Chorltg.: Erich Widl / Das Tonhalle- und Theaterorchester Zürich / Dirigent: Ferdinand Leitner (Zürich, Opernhaus, 18. 3. 1978, Schweizerische Erstaufführung). Die Oper wurde in der deutschen Übersetzung von Kurt Honolka aufgeführt.



    „Peer Gynt“ (Werner Egk): Peer Gynt – Roland Hermann / Aase – Cornelia Wulkopf / Solveig – Norma Sharp / Ingrid – Janet Perry / Der Haegstadbauer – Wulf von Lochner / Mads – Heiner Hopfner / Der Vogt – Heinrich Weber / Die Frau des Vogtes – Renate Freyer / Der Schmied – Paul Hansen / Ein alter Mann – Karl Kreile / Der Alte – Hans Hopf / Die Rothaarige – Kari Lövaas / Ein Hoftroll – Friedrich Lenz / Ein kleiner Troll – Erika Rüggeberg / Ein Bedienter – Karl Kreile / Ein hässlicher Junge – Erika Rüggeberg / Der Präsident – Peter Lika / Drei Kaufleute – Heinrich Weber, Paul Hansen und Peter Lika / Drei schwarze Vögel – Carmen Anhorn, Monika Schmitt und Angela Feeney / Ein Unbekannter – Waldemar Wild / Zwei Burschen – Karl Kreile und Theodor Nicolai / Drei Mädchen – Erika Rüggeberg, Francoise Pollet und Helene Grabenhorst / Der Chor des Bayerischen Rundfunks / Chorltg.: Helmut Franz / Das Münchner Rundfunkorchester / Dirigent: Heinz Wallberg (München, Funkhaus, 9. - 14. 5. 1981). Bei 'Orfeo' 1982 auf 3 LPs und 1990 auf 2 CDs erschienen.



    „Atlàntida“ (Manuel de Falla): Der Erzähler (Corifeo) – Roland Hermann / Der Knabe (Cristoforo Colombo) – Mario Soriano / Pyrene, Königin von Spanien – Gwendolyn Killebrew / Geryones, der dreiköpfige Drache – Erik Geisen, Waldemar Kmentt und Barry McDaniel / Die sieben Plejaden, Töchter des Atlas: Maia – Brigitte Kaltwasser, Aretusa – Rita Fischer, Caleno – Barbara Dommer, Eriteia – Edith Knaupp, Electra – Renate Zimmermann, Esperatusa – Vera Wollenhaupt, Alcione – Anne-Marie Kunz / Der Erzengel – Waldemar Kmentt / Eine Hofdame – Magda Bien-Comotio / Ein Page – Thomas Frohn / Isabella, Königin von Kastilien – Gwendolyn Killebrew / Der Kölner Kinderchor (Ltg.: Hans-Günter Lenders) / Der Chor des Norddeutschen Rundfunks Hamburg (Ltg.: Helmut Franz) / Der Kölner Rundfunkchor (Ltg.: Herbert Schernus) / Das Kölner Rundfunk-Sinfonie-Orchester / Dirigent: Jesús López Cobos (Köln, Funkhaus, September 1976). Manuel de Fallas Opern-Oratorium wurde vom WDR mit der deutschen Textfassung von Rudolf Hagelstange - für die deutsche Erstaufführung an der Deutschen Oper Berlin 1962 - eingespielt und am 9. 9. 1976 in gleicher Besetzung bei den 'Musikfestwochen Luzern 1976' im Luzerner Kunsthaus konzertant aufgeführt. (Die zu der Handlung beitragenden Personen des 'Herkules' und des erwachsenen 'Christoph Columbus' sind stumme Rollen.)


    Manuel de Falla befasste sich mit der Komposition dieser 'Cantata escénica' 18 Jahre lang und konnte sie doch nicht vollenden. Nach seinem Tod (1946) übernahm sein Schüler Ernesto Halffter die Arbeit, aus den musikalischen Fragmenten – 30 fertige Notenblätter und viele Skizzen - eine der Vorstellung Manuel de Fallas nahe kommende Fassung der '“Atlàntida“ (de facto ein stark oratorisches Bühnenwerk mit überwältigenden Chören, aber ohne eigentliche dramatische Handlung, aufgeteilt in einen Prolog und drei Teile) zu schaffen. Die (singende) Hauptperson ist ein alter Mann, der das Kind Cristoforo Colombo bei einem Schiffsunglück rettet und ihm Geschichten vom Untergang des sagenhaften, im Mittelmeer gelegenen, Inselreichs 'Atlantis' und des griechischen Helden Herkules erzählt, der als mythischer Gründer der Stadt Barcelona gilt. Am Ende ist der Knabe Cristoforo erwachsen und erhält als Kapitän von der kastilischen Königin Isabella den Auftrag, für Spanien einen neuen Seeweg nach Indien zu finden.


    Zunächst wurde das von Halffter vervollständigte Werk konzertant am 24. 11. 1961 im Teatre Liceu in Barcelona (mit Victoria de los Angeles und Raimundo Torrés unter dem Dirigat von Edoardo Toldrá) präsentiert. Die erste Bühnenaufführung fand am 18. 6. 1962 an der Mailänder Scala – in italienischer Sprache - in einer Inszenierung von Margherita Wallmann unter der musikalischen Leitung von Thomas Schippers statt; die Solisten waren Giulietta Simionato (Pirene), Teresa Stratas (Isabella), Lino Puglisi (Il corifeo), der amerikanische Schauspieler Roger Browne - muskelbepackter Darsteller in mehreren italienischen 'Sandalen-Filmen' - als 'Ercole' und der Tänzer Gustavo Halley als 'Cristoforo Colombo'. Am 9. 10. 1962 folgte die Premiere an der Deutschen Oper Berlin mit Patricia Johnson (Pyrene), Pilar Lorengar (Isabella), William Dooley (Der Erzähler) und mit dem Tänzer Wolfgang Leistner als 'Herkules' und als 'Christoph Columbus'; der Dirigent war Eugen Jochum und die Regie hatte der damalige 'Hausherr' der Deutschen Oper Berlin, Gustav Rudolf Sellner, übernommen. Ernesto Halffter war bei den Proben und bei der Premiere anwesend. (Die Inszenierung geriet wegen der Kosten für die verschwenderische Ausstattung – 750.000 DM - in die Kritik; das ohne Kürzungen aufgeführte Werk wurde kontrovers beurteilt und verschwand nach wenigen Vorstellungen von der Bühne des Charlottenburger Opernhauses.)


    Bereits am 15. 3. 1963 dirigierte Ljubomir Romansky im Hessischen Rundfunk Frankfurt eine konzertante Aufführung mit Sona Cervena (Pyrene und Isabella) und William Dooley (Der Erzähler); in weiteren Rollen wirkten u. a. Teresa Zylis-Gara, Antigone Sgourda, Marie-Louise Gilles, Margrit Caspari, Lilo Brockhaus, Gabriele Treskow, Georg Jelden, Richard Brünner und Iwan Rebroff mit. Für die Aufnahme des WDR 1976 (mit anschließendem Konzert in Luzern – siehe oben) bearbeitete Ernesto Halffter das Werk noch einmal und strich einige Szenen und Personen (z. B. die Tritonen); dieser Version liegen die Schallplatten/CD-Aufnahmen unter Rafael Frühbeck des Burgos (EMI) und Edmon Colomer (Auvidis/Valois) zugrunde.



    „Elisabeth Tudor“ (Wolfgang Fortner): Elisabeth, Königin von England – Hildegard Hillebrecht / Maria, ehemalige Königin von Schottland, Großkusine Elisabeths – Ellen Kunz / Thomas Howard, Duke of Norfolk – Roland Hermann / Robert Dudley, Earl of Leicester – Howard Nelson / Sir Nicholas Bacon, Großsiegelbewahrer – Peter Keller / Philip Howard, Earl of Arundel, Sohn des Herzogs von Norfolk – Rüdiger Wohlers / Sir Thomas Gresham, königlicher Berater und Finanzagent der Regierung – Fritz Peter / Sir Francis Walsingham, Oberhaupt der Geheimpolizei – József Dene / William Cecil, Lord Burleigh, Elisabeths Staatssekretär – Werner Gröschel / James Stewart, Earl of Murray, einer der fünf Halbbrüder Marias – Ticho Parly / Tyrrel, ein schottischer Soldat – Rudolf A. Hartmann / Fünf schottische Barone – Ernst-August Steinhoff, Maurice Besançon, Rupert Oliver Forbes, René Rohr und Gejza Zelenay / Ein Diener Norfolks – Arwed Sandner / Eine Bänkelsängerin – Erika Wien / Eine Stimme von aussen – Lyn Vernon / sowie (in Sprechrollen) Drei Männer aus dem Volk: Herr Toorlittlegood – Werner Ernst, Herr Jeremy – Ralph Telasko, Herr Goliath – Karl Adam / Amyas Paulet, Maria Stuarts Gefangenenaufseher – Johannes von Spallart / Der Lord Oberrichter – Alfred Lohner / Der Geheime Bevollmächtigte der Königin Elisabeth - Bernd Banse / Eine Amtsperson – Johannes von Spallart / Zwei Sprecher der Peers – Hans-Jürgen Frank und Jean-Paul Boeglin / James Hepburn, Earl of Bothwell, Marias dritter Ehemann – Hans-Jürgen Frank / Der Chor des Opernhauses Zürich / Chorltg.: Hans Erismann / Das Tonhalle- und Theaterorchester Zürich / Dirigent: Ferdinand Leitner (Zürich, Opernhaus, 11. 11. 1972). (Im Gegensatz zum Personenverzeichnis im Textbuch und im Programmheft nenne ich in der obigen Besetzungsliste die vollen Namen und Titel der Beteiligten. Von der Kritik wurde damals nämlich bemängelt, dass man zum vollen Verständnis der Handlung Kenntnisse der verwickelten Familiengeschichte der Tudor-Dynastie haben sollte.)


    Nur 19 Tage nach der Uraufführung dieser Oper (23. 10. 1972) an der Deutschen Oper Berlin – mit Helga Dernesch als Elisabeth und Colette Lorand als Maria; Dirigent: Gerd Albrecht – gab es die schweizerische Erstaufführung in der Regie von Imo Moszkowicz. (Am 26. 1. 1973 trafen dann an der Bayerischen Staatsoper – Dirigent: Hans Zender - Hildegard Hillebrecht und Colette Lorand aufeinander; den Norfolk sang in Berlin und München Hans Günter Nöcker.) Die Musik Wolfgang Fortners zu seiner dritten 'großen' Oper changiert zwischen Zwölftonmusik mit von Schönberg und Webern beeinflussten Passagen und Avantgarde mit Anklängen von Penderecki und Xenakis; altenglische Tanzmusik, Jazzsynkopen, elektronische Klänge und gesprochene Sätze werden eingestreut und für die fortschreitende seelische Zerrüttung Maria Stuarts sind wahnwitzige Koloraturen vorgesehen. Es gibt deftige Volksszenen, und orchestrale Zwischenspiele ermöglichen einen Kulissenumbau auf offener Szene. Obwohl „Elisabeth Tudor“ speziell für Charakterdarstellerinnen der Opernbühne zwei großartige, wenn auch sehr schwierige, Hauptrollen bereit hält, konnte sich die Oper letztendlich nicht durchsetzen.


    In drei langen Akten (und 22 Szenen) werden in komprimierter Form Begebenheiten aus dem Leben der beiden rivalisierenden Königinnen erzählt, wobei als 'Kommentatoren' eine Bänkelsängerin und drei Männer aus dem Volk fungieren. (Im Vorfeld gab es Vorwürfe des Librettisten Mattias Braun, Wolfgang Fortner habe den Text willkürlich und entstellend verändert.) Wie in Schillers Drama ist - anders, als es der Titel der Oper vermuten lässt – Maria Stuart die eigentliche Hauptperson, ('Mary, Queen of Scots', wie sie in England genannt wird, um sie von 'Mary, the Catholic', Elisabeths Halbschwester, zu unterscheiden); die englische Monarchin wirkt in dieser Oper als Gegenspielerin etwas profillos. Die historisch nicht gesicherte Begegnung der beiden 'Huren' – wie Goethe sie nannte - ist am Ende der Oper lediglich als Einbildung Maria Stuarts zu sehen. (Die französische Schreibweise des englischen Namens 'Stewart' als 'Stuart' geht übrigens auf Maria zurück, die in Frankreich aufwuchs und für 17 Monate als Gemahlin von Francois II. auch französische Königin war). Die herausragende männliche Rolle ist Thomas Howard, Herzog von Norfolk: sein Vater war ein Vetter der beiden (von Heinrich VIII. hingerichteten) Königinnen Anne Boleyn und Katherine Howard und wie sein Vater starb auch Thomas Howard auf dem Schafott, weil er in ein Komplott zur Befreiung Maria Stuarts verwickelt war, was in Fortners Oper auch thematisiert wird.



    Carlo

    Hallo!


    Wie im Beitrag Nr. 63 angekündigt, nenne ich nachfolgend einige CDs mit Liedern und Kammermusik von Pauline Viardot-Garcia.


    Zu den bekanntesten Liedkompositionen Pauline Viardots zählen ihre Bearbeitungen von zwölf Mazurken von Frédéric Chopin, zu denen Louis Pomey – er sang in der Uraufführung ihrer Salon-Operette „Le dernier sorcier“ ('Der letzte Zauberer') die Titelrolle – die Gesangstexte schrieb. Die Lieder sind in den unten genannten Recitals mit * gekennzeichnet:


    Seize ans (Sechzehn Jahre) – Mazurka Nr. 31, op. 5 Nr. 2

    Aime-moi (Liebe mich) – Mazurka Nr. 23, op. 33 Nr.2

    Plainte d'amour (Liebesklage) – Mazurka Nr. 1, op. 6 Nr.1

    Coquette (Kokett) – Mazurka Nr. 5, op. 7 Nr. 1

    L'oiselet (Das Vögelchen) – Mazurka Nr.47, op. 68 Nr. 2

    Séparation (Trennung)+ - Mazurka Nr. 14, op. 24 Nr. 1

    La fête (Das Fest) – Mazurka Nr. 4, op. 6 Nr. 4

    Faible coeur (Schwaches Herz) – Mazurka Nr. 7, op. 7 Nr. 3 -

    La jeune fille (Das junge Mädchen) – Mazurka Nr. 15, op. 24 Nr. 2

    Berceuse (Wiegenlied) – Mazurka Nr. 24, op. 33 Nr. 3

    La danse (Der Tanz) – Mazurka Nr. 30, op. 50 Nr. 1

    La beauté (Die Schönheit)+ - Mazurka Nr. 42, op. 67 Nr, 1


    Die mit + gekennzeichneten Stücke wurden von Pauline Viardot als Duett konzipiert.


    In der Reihenfolge ihrer Einspielung:

    .

    Karin Ott: „Songs“ / Pauline Viardot-Garcia: Madrid (Alfred de Musset) – Sérénade (Théophile Gautier) – Havanaise (Louis Pomey) – Bonjour, mon coeur! (Pierre de Ronsard)– Grands oiseaux blancs (Louis Pomey) – La petite chevrière (anonym) – Le chêne et le roseau (Jean de la Fontaine) – Chanson de la pluie (Ivan Turgenev) – L'enfant et la mère (anonym)– Désespoir (Louis Pomey) – Adieux les beaux jours (Ambroise Bétourné) – Scène d'Hermione (aus „Andromaque“ von Jean Racine) - Seize ans* (Louis Pomey) – La danse* (dto.) – L'oiselet* (dto.) – Aime-moi* (dto.) - La Calandrina (Niccolò Jomelli, Bearb.: Pauline Viardot) / L'espoir renait dans mon âme (aus „Orphée et Eurydice“ von Christoph Willibald Gluck, Bearb.: Hector Berlioz) / Karin Ott (Sopran) / Klavier: Christoph Keller (Baden-Baden, Studio des Südwestfunks, November 1987 und Juni 1988). 'cpo' Classic Produktion Osnabück 999 044-2 (1 CD, BRD, 1989).


    Aga Winska: „Chopin – Viardot“ / Pauline Viardot-Garcia: Seize ans* - Aime-moi* - Plainte d'amour* - Coquette* - L'oiselet* - Séparation* - La fête* - Faible coeur* - La jeune fille* - Berceuse* - La danse* - La beauté* / Aga Winska (Sopran) / Klavier: Jerzy Sterczynski (Rzeszów, Philharmonie, 28. bis 30. 6. 1995). 'Selene' CD 9504.27 (1 CD, Polen, 1995). Die CD enthält außerdem von Frédéric Chopin das „Stabat Mater“ und die Lieder 'Plainte' ('Klage'), 'Beau rossignol' ('Schöne Nachtigall') und 'Marzenie' ('Träumerei').


    Amarilli Nizza: „Douze Mazurkas, arrangées pour la voix par Pauline Viardot“ / Pauline Viardot-Garcia: Seize ans* - Aime-mois* - Plainte d'amour* – Coquette* - L'oiselet* - Séparation* - La fête* Faible coeur* - La jeune fille* - Berceuse* - La danse* - La beauté* - L'enfant de la montagne (Des Knaben Berglied) (Louis Pomey nach Ludwig Uhland) – Évocation (Die Beschwörung) (Louis Pomey nach Aleksandr Pushkin) / Amarilli Nizza (Sopran) / Klavier: Enrica Ciccarelli (Briosco/Monza, Villa Medici, 4. bis 6. 9. 1998). 'Agorá' AG 200 (1 CD, Italien, 1999). Amarilli Nizza singt auf dieser CD auch noch fünf 'Canzoncine' einer weiteren berühmten Sängerin: Isabella Colbran! Die Titel: Amo te solo (Ich liebe nur dich) – Ad onta del fato (Dem Schicksal zum Trotz) – Ombre amene (Teure Schatten) – So che un sogno (Ich weiß einen Traum) – Savoyarde (Der Savoyarde).


    Györgyi Dombrádi: „Mélodies – Lieder – Songs“ / Pauline Viardot-Garcia: Madrid (Alfred de Musset) – Reproches (Louis Pomey) – Géorgienne (Louis Pomey nach Aleksandr Pushkin) – Évocation (dto.) - Ici-bas tous les Lilas meurent (Sully Prudhomme) – Ressemblance (dto.) - Parme (dto.) - Ta chevelure (Vincent des Loys) – Ti voglio amar (Canzone popolare toscana) – Sérénade (Théophile Gautier) – Grands oiseaux blancs (Louis Pomey) – Sylvie (Nicolas Boileau) – La Marquise (Maurice Vaucaire) – Les attraits (Gedicht aus dem 18. Jahrhundert) – Scène d'Hermione (aus „Andromaque“ von Jean Racine) – In der Frühe (Eduard Mörike) – Rätsel (Richard Pohl) – La fête* (Louis Pomey) / Györgyi Dombrádi (Mezzosopran) / Klavier: Lambert Bumiller (Freiburg i. Br., Schlossbergsaal, 19. bis 21. 1. 1999). 'Ars Musici' AM 1288-2 (1 CD, BRD, 2000) Eine Co-Produktion des Freiburger Musik-Forums mit dem SWR Südwestrundfunk, Landesstudio Freiburg.


    Isabel Bayrakdarian: „Lieder, Chansons, Canzoni,Mazurkas“ / Pauline Viardot-Garcia: Sérénade (Théophile Gautier) – Bonjour, mon coeur! (Pierre de Ronsard) - Hai luli! (Xavier de Maistre) - L'enfant et la mère (anonym) – Havanaise (Louis Pomey) – Madrid (Alfred de Musset) – Les filles de Cadix (dto.) – Des Nachts (Aleksandr Pushkin) – Rätsel (Richard Pohl) – Die Sterne (Afanassi Fet) – Évocation (Louis Pomey nach Aleksandr Pushkin) – Seize ans* (Louis Pomey) – Aime-moi* (dto.) – La fête* (dto.) – Plainte d'amour* (dto.) – Chanson de la pluie (Ivan Turgenev) – Grands oiseaux blancs (Louis Pomey)– Désespoir (dto.)– Sylvie (Nicolas Boileau) – Morirò (Canzone popolare toscana) – L'afflitta – Ta chevelure (Vincent des Loys) – Ti voglio amar (Canzone popolare toscana) / Isabel Bayrakdarian (Sopran) / Klavier: Serouj Kradjian (Montreal, Concordia University, Oscar Peterson Hall, 9. bis 13. 8. 2004). 'Analekta' AN 2 9903 (1 CD, Canada, 2004).


    Biljana Steffanova und Ljiljana Jovanović: „Zwölf Mazurkas von Frédéric Chopin“ / Pauline Viardot-Garcia: Seize ans* - Aime-moi* - Plainte d'amour* - Coquette* - L'oiselet* - Séparation*+ - La fête* - Faible coeur* - La jeune fille* - Berceuse* - La danse* - La beauté*+ / Biljana Steffanova (Sopran) / Ljiljana Jovanović (Sopran) / Klavier: Ivana Dangubić / 'Dux' 0503 (1 CD, Polen, 2005). Die beiden Sopranistinnen wechseln sich ab, die mit + gekennzeichneten Lieder werden im Duett gesungen.


    Marina Comparato: „Mélodies, Chopin Mazurkas and other Songs“ / Pauline Viardot-Garcia: Seize ans* (Louis Pomey) - Aime-moi* (dto.)– Plainte d'amour* (dto.) - Coquette* (dto.) - L'oiselet* (dto.) – Séparation*+ (dto.) - La fête* (dto.) – Faible coeur* (dto.) - La jeune fille* (dto.) - Berceuse* (dto.) - La danse* (dto.) – La beauté*+ (dto.) - Madrid (Alfred de Musset) – Già la notte s'avvicina ('Canzonetta da Concerto'; vermutlich nach einem Streichquartett von Roman Hoffstetter, das früher Joseph Haydn zugeschrieben wurde:, Text: Pietro Metastasio) – Solitude (Edouard Turquety) – La petite chevrière (anonym) - L'absence ('Chant espagnol'; anonym) – Un jour de printemps (Edouard Turquety) – Villanelle (dto.) - En mer (Gustave Lasnon de la Renaudière) – La chanson de Loïc (Auguste Plage Brizeux) – Marie et Julie (Gustave Lasnon de la Renaudière) – La luciole (dto.) - Dansez, pêcheur napolitain ('Tarentelle'; anonym) / Marina Comparato (Mezzosopran) / Serena Rubini (Sopran)+ / Klavier: Elisa Triulzi (Acquasparta/Terni, Auditorium Matteo Acquasparta, Dezember 2012). 'Brilliant Classics' 94615 (1 CD, Niederlande, 2014).


    Malgorzata Kubala: „Fryderyk Chopin i Pauline Viardot – Une amitié amoureuse“ / Pauline Viardot-Garcia: Seize ans* - Aime-moi* - Plainte d'amour* - Coquette* - L'oiselet* - Séparation*+ - La fête* - Fauble coeur* - La jeune fille* - Berceuse' – La danse* - La beauté*+ / Malgorzata Kubala (Sopran) / Ryszard Ciesla (Bariton)+ / Klavier: Francisco Soriano (Warszawa, Konzerthalle der Fryderyk Chopin Universität, 1. bis 5. 2. 2014). ''Dux' 1148 (1 CD, Polen, 2014). Die Lieder 'Séparation' und 'La beauté' werden als Duette gesungen. Außer Pauline Viardots Bearbeitung von zwölf Mazurken Chopins (s. o.) enthält die CD noch drei weitere Mazurka-Liedfassungen, diesmal von Luigi Bordèse: 'L'inondination' ('Die Überschwemmung' - Mazurka Nr. 7 fis-moll op. 7 Nr. 3); 'Beau rossignol' ('Schöne Nachtigall' - Mazurka Nr. 13 a-Moll op. 17 Nr. 4); 'Les traîneaux' ('Die Schlitten' - Mazurka Nr. 36 a-Moll op. 59 Nr. 1), sowie die Mazurka Nr. 43 g-Moll op. 67 Nr. 2.


    Julia Sukmanova: „Die Seele lebt im Liede“ / Pauline Viardot-Garcia: Der Jüngling und das Mädchen (Aleksandr Pushkin) – Der nächtliche Zephir (dto.) - Auf Grusiens Hügeln (dto.) - Das Vöglein (dto.) - Des Nachts (dto.) - Alter Mann, schrecklicher Mann (dto.) - Die Meise (Ivan Turgenev) – Die Lösung (Ivan Turgenev nach Richard Pohl) – Die Nacht und der Tag (Ivan Turgenev nach Edouard Turquety) – Zwei Rosen (Afanassi Fet) – Oh, wenn es wahr ist (Aleksandr Pushkin) – Der Gefangene (dto.) - Aus fremdem Lande (dto.) - Das Blümlein (dto.) - Die Sterne (Afanassi Fet) – E che t'ho fatto (Canzone popolare toscana) – Morirò (dto.) - In der Frühe (Eduard Mörike) – Nixe Binsefuß (dto.) - Der Gärtner (dto.) - Vor Gericht (Johann Wolfgang von Goethe) - Im April (Emanuel Geibel) / Julia Sukmanova (Sopran) / Klavier: Elena Sukmanova (Hamburg, 2012). 'Fontenay Classics' (1 CD, BRD, 2014). Der Untertitel der CD lautet „Zu Gast im Salon der Sängerin und Komponistin Pauline Viardot“; zwischen einigen Liedern erzählt die Musikwissenschaftlerin Birgit Kiupel Begebenheiten aus dem Leben Pauline Viardots. (Die Lieder werden in russisch, italienisch und deutsch gesungen.)


    Ina Kancheva: „Fünfzehn russische Lieder und zwölf Mazurkas von Frédéric Chopin“ / Pauline Viardot-Garcia: Das Blümlein (Aleksandr Pushkin) – Ich liebte ihn (Aleksei Koltsov) – In der Dämmerung (Ivan Turgenev) – Mitternächtige Bilder (Afanassi Fet) – Der Felsen (Mikhail Lermontov) – Die Lösung (Ivan Turgenev nach Richard Pohl) – Aus fremdem Lande (Aleksandr Pushkin) – Still schwindet das Abendlicht (Afanassi Fet) – Sag' mir, warum (Aleksei Koltsov) – Der Weidenbaum (Fiodor Tutchev) – Die Sterne (Afanassi Fet) – Einladung (Aleksandr Pushkin) – Trennung (Ivan Turgenev und Pauline Viardot) – Auf Grusiens Hügeln (Aleksandr Pushkin) – Alter Mann, schrecklicher Mann (dto.) - Seize ans* (Louis Pomey) – Aime-moi* (dto.) – Plainte d'amour* (dto.) – Coquette* (dto.) – L'oiselet* (dto.) – Séparation*+ (dto.) – La fête* (dto.) – Faible coeur* (dto.) – La jeune fille* (dto.) – Berceuse* (dto.) – La danse* (dto.) – La beauté*+ (dto.) / Ina Kancheva (Sopran) / Kamelia Kader (Mezzosopran)+ / Klavier: Ludmil Angelov / Violoncello: Christo Tanev (Sofia, Studio 1 des Nationalen Bulgarischen Rundfunks BNR, 16. bis 18. und 21. 7. 2014). 'Toccata Classics' TOCC 0303 (1 CD, GB, 2016). Die russsichen Lieder stammen aus den Jahren 1864 bis 1882 und werden in dieser Sprache auch gesungen, während die Lieder nach den Mazurken von Chopin auf französisch interpretiert werden.


    Miriam Alexandra: „Deutsche Lieder“ / Pauline Viardot-Garcia: Mein Fluss (Eduard Mörike) – Der Gärtner (dto.) - Er ist's (dto.) - Nixe Binsefuß (dto.) - In der Frühe (dto.) - Das verlassene Mägdlein (dto.) - Die Soldatenbraut (dto.) - Agnes (dto.) - Morgenlied (Wilhelm Müller) – Im April (Emanuel Geibel) – Zwei Rosen (Afanassi Fet) – Der Gefangene (Aleksandr Pushkin) – Auf die Rose (nach Anacreon) – Die Meise (Ivan Turgenev) – Auf Grusiens Hügeln (Aleksandr Pushkin) – Singe nicht, meine Schöne (dto.) - Märchen (Richard Pohl) – Verlangen (Ludwig Rellstab) – Des Nachts (Aleksandr Pushkin) – Die Kapelle (Ludwig Uhland) – Die Klagende (Dilia Helena) – Rätsel (Richard Pohl) – Das Blümlein (Aleksandr Pushkin) – Das Vöglein* (Louis Pomey) - Allein (Richard Pohl) – Die Sterne (Afanassi Fet) – Die Beschwörung (Aleksandr Pushkin) / Miriam Alexandra (Sopran) / Klavier: Eric Schneider (Berlin, Studio Britz, August 2016). 'Oehms Classics' OC 1878 (1 CD, BRD, 2016). Eine Co-Produktion mit dem Deutschlandradio Kultur.


    Folgende Sängerinnen haben auch Lieder von Pauline Viardot-Garcia aufgenommen:


    Louise Alder: „Chère Nuit“ / Pauline Viardot-Garcia: Les deux roses (Zwei Rosen) (Afanassi Fet) – Hai luli! (Xavier de Maistre) – Havanaise (Louis Pomey) / Louise Alder (Sopran) / Klavier: Joseph Middleton / 'Chandos' CHAN 20 222 (1 CD, GB, 2021). Gekoppelt mit Liedern von Cécile Chaminade, Alfred Bachelet, Joseph Canteloube, Claude Debussy, Olivier Messiaen, Francis Poulenc, Maurice Ravel und Maurice Yvain.


    Cecilia Bartoli: „Chant d'amour“ / Pauline Viardot-Garcia: Hai luli! (Xavier de Maistre) – Havanaise (Louis Pomey) – Les filles de Cadix (Alfred de Musset) / Cecilia Bartoli (Mezzosopran) / Klavier: Myung-Whun Chung / 'Decca' 452 667-2 (1 CD, GB, 1996). Gekoppelt mit Liedern von Hector Berlioz, Georges Bizet, Léo Delibes und Maurice Ravel.


    Katherine Ciesinski: „Lieder“ / Pauline Viardot-Garcia: Des Nachts (Aleksandr Pushkin) – Das Vöglein (dto.) - Die Beschwörung (Évocation) (dto.) / Katherine Ciesinski (Mezzosopran) / Klavier: Rudolph Palmer / 'Leonarda Productions' LPI 107 (1 LP, USA, 1981). Gekoppelt mit Liedern von Josephine Lang, Fanny Mendelssohn-Bartholdy und Clara Schumann.


    Urszula Kryger: „Chopin Songs“ / Pauline Viardot-Garcia: Plainte d'amour* - Faible coeur* - Berceuse* - La fete* - La danse* / Urszula Kryger (Mezzosopran) / Klavier: Charles Spencer / 'Hyperion' CDH55270 (1 CD, GB, 1999). Gekoppelt mit 17 polnischen Liedern (op. 74) von Frédéric Chopin.


    Olga Pasichnyk: „Chopin – Complete Songs“ / Pauline Viardot-Garcia: Seize ans* - Aime-moi* - L'oiselet* - Coquette* / Olga Pasichnyk (Sopran) / Klavier: Natalya Pasichnyk / 'Naxos' 8.572499 (1 CD, USA, 2010). Gekoppelt mit 17 polnischen Liedern (op. 74) und den Liedern (o. O.) 'Czary' ('Verzauberung') und 'Dumka' von Frédéric Chopin.


    Lydia Teuscher und Olivia Vermeulen: „Vocalisations“ / Pauline Viardot-Garcia: Seize ans*+ - Aime-moi*+ - Bercesue*+- Plainte d'amour*° - Séparation*+° - L'oiselet*+ -La beauté*+° - Coquette*° / Lydia Teuscher (Sopran)+ / Olivia Vermeulen (Mezzosopran)° / Klavier: Wolfgang Brunner / 'Gramola' 99229 (1 CD, Österreich, 2020). Gekoppelt mit Vokalbearbeitungen von Klavierwerken Frédéric Chopins von Luigi Bordèse, einem anonymen Komponisten sowie mit drei Liedern Chopins.


    Olena Tokar: „Charmes“ / Pauline Viardot-Garcia: Nixe Binsefuß (Eduard Mörike) – Der Gärtner (dto.) - Hai Luli! (Xavier de Maistre) – Auf Grusiens Hügeln (Aleksandr Pushkin) - Zwei Rosen (Afanassi Fet) – Goldener Glanz auf Bergesgipfeln (Aleksandr Pushkin) - Singe nicht, meine Schöne (dto.) / Olena Tokar (Sopran) / Klavier: Igor Gryshyn / 'Orchid Classics' ORC 100154 (1 CD, GB, 2021). Gekoppelt mit Liedern von Vitezslava Kapralová, Alma Mahler-Werfel und Clara Schumann.


    Zwei CDs mit Kammermusik-Werken von Pauline Viardot-Garcia - in Klammern das Jahr der gedruckten Erstausgabe der Partitur:


    Pauline Viardot-Garcia: Violin-Sonatine in a-moll (1874) / Reto Kuppel (Violine) / Klavier: Wolfgang Manz (Neumarkt/Oberpfalz, Reitstadel, 2. bis 4. 5. 2016). 'Naxos' 8573607 (1 CD, BRD, 2017). Die CD enthält außerdem drei Violin-Sonaten von Paul Viardot, dem Sohn Paulines.


    Pauline Viardot-Garcia: Six Morceaux (1868) – Gitane (1900-1901) – Romance pour violon (1889) – Romance. op. 6 (1883) – Romance sans paroles (1924) – Sicilienne (1923) – Danse slave (1923) – Rêverie (ca. 1904) – Berceuse (1889) / Reto Kuppel (Violine) / Klavier: Wolfgang Manz (Bayreuth, Kammermusiksaal im Steingräber-Haus, 24. bis 26. 2. 2017). 'Naxos' 8.573749 (1 CD, BRD, 2017). Mehrere Werke von Paul Viardot sind zusätzlich auf dieser CD zu hören.


    Carlo

    Lieber 'Orfeo',


    schön, dass Du diesen interessanten Thread wieder zum Leben erweckt hast. Die vorhergehenden Beiträge bezogen sich hauptsächlich auf das Gefühlsleben der Pauline Viardot; ich finde, dass es Zeit ist, auch das kompositorische Schaffen dieser Frau eingehend zu würdigen. In den letzten Jahren sind mehrere CDs mit ihren Liedern und Kammermusikwerken erschienen und ich werde in den nächsten Tagen einige davon vorstellen. Von ihren Opern sind inzwischen „Le dernier sorcier“ und „Cendrillon“ auf Tonträgern greifbar; „Trop de femmes“ ('Zuviele Frauen' / 1867) und „L'ogre“ ('Der Oger' / 1868) - beide mit Libretti von Ivan Turgenev – warten noch auf ihre 'Entdeckung'.



    „Le dernier sorcier“ (Pauline Viardot-Garcia): Krakamiche, ein Zauberer – Eric Owens / Stella, seine Tochter – Camille Zamora / Perlimpinpin, der alte Diener des Zauberers – Michael Slattery / Prinz Lelio – Adriana Zabala / Die Königin der Elfen – Jamie Barton / Verveine, eine Fee – Sarah Brailey / The Manhattan Girls Chorus / Chorltg.: Michelle Oesterle / Klavier: Myra Huang / Musikalische Leitung: Liana Pailodze Harron (New York, American Academy of Arts and Letters, 2018). 'Bridge Records' 9515 (1 CD, USA 2019). Eine Produktion in französischer Sprache mit englischen Zwischentexten von Camille Zamora (Sprecherin: Trudie Styler) nach Ivan Turgenevs Inhaltsangabe der Oper. In der deutschen Textfassung von Richard Pohl (1869) heißt der Zauberer, der im Elfenwald wohnt, 'Zornebock' und sein Diener 'Papperlapapp'. Pauline Viardot widmete das Werk ihrer dritten Tochter, Marianne Duvernoy. (Mit der Mezzosopranistin Jamie Barton und dem Bass-Bariton Eric Owens sind zwei gefeierte Sänger der 'Metropolitan Opera' zu hören.)


    Das französische Libretto zu der zweiaktigen Kammeroper „Der letzte Zauberer“ schrieb Ivan Turgenev. Die Uraufführung war am 20. 9. 1867 in der 'Villa Turgenjew' in Baden-Baden in Gegenwart von Giulia Grisi, Clara Schumann, Paulines Neffen Charles-Wilfred de Bériot (Sohn von Maria Malibran), Hermann Levi und Königin Augusta von Preußen; es wirkten u. a. Pauline Viardots Kinder Louise, Claudie, Marianne und Paul mit, ihre Mutter saß am Klavier. (Die erste öffentliche Aufführung fand am 8. 4. 1869 am Hoftheater in Weimar in deutscher Sprache statt - unter den Zuschauern befanden sich Clara Schumann, Franz Liszt, Johannes Brahms, Hermann Levi und König Wilhelm von Preußen.)



    „Cendrillon“ (Pauline Viardot-Garcia): Der Baron de Pictordu – Thomas Lawlor / Seine Töchter: Marie ('Cendrillon') – Janet Price, Armelinde – Enid Hartle, Maguelonne – Sylvia Eaves / Die Fee – Erica Busch / Der Prinz Charmant – Stephen Adams / Der Graf Barigoule, Erzieher des Prinzen – David Fieldsend / The 'Opera Rara' Chorus / Klavier: Anthony Legge (Hintlesham/Suffolk, Hintlesham Hall, 21. 7. 1972) 'Unique Opera Records Company' UORC 136 (1 LP, GB 1978). Eine Bühnenaufführung der 'Opera Rara' beim Hintlesham Festival 1972 (Einstudierung: Patric Schmid / Regie: Michael Winter).


    dto.: Der Baron de Pictordu – André Cognet / Seine Töchter: Marie ('Cendrillon') – Sandrine Piau, Armelinde – Jean Rigby, Maguelonne – Susannah Waters / Die Fee – Elizabeth Vidal / Der Prinz Charmant – Jean-Luc Viala / Der Graf Barigoule, Erzieher des Prinzen – Paul Austin Kelly / Eine Dame der Festgesellschaft – Elizabeth Vidal / The Geoffrey Mitchell Choir / Chorltg.: Geoffrey Mitchell / Klavier und Musikalische Leitung: Nicholas Kok (London, Rosslyn Hill Unitarian Chapel, Januar 2000) 'Opera Rara' ORR 212 (1 CD, GB 2000). Ich habe diese - mit kurzen Dialogen durchsetzte - Aufnahme und kann berichten, dass dieses 'leichtfüßige' Werk (mit Anklängen an Rossini und Offenbach) sehr melodiös und durchaus hörenswert ist; allerdings muss man sich an den etwas 'mageren' Klaviersatz erst gewöhnen. (Einen Vergleich mit Massenets Vertonung des Märchens sollte man von vornherein nicht ziehen.)


    Das Libretto zu dieser 'Operette in drei Akten' schrieb Pauline Viardot selbst nach Motiven des Märchens von Charles Perrault, teilweise griff sie auf Melodien aus „Le dernier sorcier“ zurück und verwendete als 'Einlagearien' wahlweise auch sechs ihrer Klavierlieder nach der Vorlage von Chopins Mazurken. ('Opera Rara' entschied sich für "Coquette" und "L'oiselet", gesungen von Elizabeth Vidal als 'Partygast'.) Es ist nicht gesichert, aus welcher Zeit die Komposition stammt, aber auf jeden Fall nach Ivan Turgenevs Tod 1883. „Cendrillon“ ist Paulines Schülerin (und späterer Pflegerin) Mathilde de Nogueiras gewidmet und erklang am 23. 4. 1904 (vermutlich in deren Salon) in Paris zum ersten Mal.


    Carlo


    Darf ich bitte daran erinnern?


    Carlo

    Ich wünsche allen 'Taminos' ein gutes neues Jahr 2022!



    Der am 17. 11. 2020 in Zürich mit 84 Jahren verstorbene Bariton Roland Hermann war einer der profiliertesten deutschsprachigen Opern- und Konzertsänger im letzten Viertel des vorigen Jahrhunderts. Geboren am 17. 9. 1936 in Bochum, ließ er (nach einem Studium der Musikwissenschaft, Pädagogik und Anglistik) die Stimme von Margarethe von Winterfeldt – die Lehrerin Fritz Wunderlichs – und Paul Lohmann (Ehemann der legendären Franziska Martienssen-Lohmann) ausbilden. Der 1. Preis im Gesangswettbewerb der deutschen Rundfunkanstalten 1961 in München führte ihn zunächst durch die Konzertsäle in Deutschland, Österreich und in der Schweiz, aber auch schon in die Aufnahmestudios der Rundfunkhäuser. Sein kräftiger Bariton von eher dunkler Stimmfarbe befähigte ihn, zusätzlich etliche Basspartien in Werken der konzertanten Musik zu singen,


    Die Bühnenlaufbahn begann für Roland Hermann 1967 in Trier als Mozarts 'Graf Almaviva'; ein Jahr später bereits wechselte er an das Zürcher Opernhaus (Antrittsrolle: der Sprecher in „Die Zauberflöte“), dem er dann bis 1999 angehörte. Zahlreiche internationale Gastspiele folgten im Laufe der Jahre, wobei er – wie im Konzertbereich - ein breit gefächertes Repertoire vom Barock bis zur Avantgarde beherrschte (darunter mehrere Ur- und Schweizer Erstaufführungen). Der groß gewachsene, gut aussehende Sänger mit einem etwas distinguierten Habitus verkörperte anfangs die 'edlen' Rollen seines Stimmfachs - rein komödiantische Partien waren nicht so sehr seine Sache - und die 'gebrochenen' Opern-Charaktere hat er sich im Laufe der Jahre richtiggehend 'erarbeitet'. Die Spätfolgen eines schweren Autounfalls (1972) behinderten seine Bühnenauftritte in den 90er Jahren etwas, worauf sich Roland Hermann verstärkt der Tätigkeit als Konzertsänger widmete. Zudem übernahm er ab 1989 für zwanzig Jahre eine Professur an der Hochschule für Musik in Karlsruhe, gab Meisterkurse und zuletzt Privatunterricht.


    Die Merkmale seines Wirkens als Bühnen-Interpret hat Imre Fabian anlässlich der „Doktor Faust“-Inszenierung am Opernhaus Zürich in der „Opernwelt“ (1972) zusammengefasst: „Roland Hermann als Faust fesselte schon vom ersten Bild an: ein Sänger von suggestiver Kraft, der die Vorteile der Disziplin kennengelernt hat. Eine beachtenswert schöne Stimme, die nicht mit unterstützenden Operngesten, sondern mit musikalischen Mitteln sich auszudrücken weiß.“ Roland Hermann hinterließ eine große Anzahl an Rundfunk- und Schallplattenaufnahmen, ist aber dem breiten Publikum weithin unbekannt geblieben, weil er nicht die Popularität suchte, sondern eher ein Sänger für 'Gesangs-Spezialisten' war.


    Wie mir ein ehemaliger Mitarbeiter des Zürcher Opernhauses berichtete, wurden ab den 70er Jahren nahezu alle Generalproben bzw. Premieren 'hausintern' akustisch dokumentiert; heutzutage ist es allgemein üblich, davon auch Video-Aufzeichnungen zu machen, die die früher verwendeten Regiebücher ersetzen. Einige der genannten Mitschnitte dürften daher schwer zugänglich sein.



    „Fra Diavolo“ (Daniel Francois Esprit Auber): Fra Diavolo, unter dem Namen 'Marquis von San Marco' – Wolfgang Müller-Lorenz / Lord Kookburn – Roland Hermann / Lady Pamela, seine Gattin – Stefania Kaluza / Lorenzo, ein Dragoneroffizier – Ramón Vargas / Matteo, Gastwirt in Terracina – René Rohr / Zerline,seine Tochter – Ulrike Steinsky / Giacomo und Beppo, Banditen – Peter Keller und Werner Gröschel / Der Chor und das Orchester der Oper Zürich / Chorltg.: Jürg Hämmerli / Dirigent: Hans Richter (Zürich, Opernhaus, 20. 1. 1990) Die Inszenierung verwendete die neue deutsche Textfassung von Karlheinz Gutheim.


    Eine Anmerkung zu den verschiedenen Bezeichnungen des Zürcher Opernorchesters: Schon länger gab es in Zürich Bestrebungen, das seit 1944 bestehende 'Tonhalle- und Theaterorchester Zürich' in die eigenständigen Formationen 'Tonhalle-Orchester Zürich' und 'Orchester der Oper Zürich' zu trennen, was nach dem Umbau des Opernhauses (von Juli 1982 bis November 1984) dann Anfang 1985 auch durchgeführt wurde. Seit 2012 nennt sich das 'Orchester der Oper Zürich' übrigens 'Philharmonia Zürich'!



    „Lucio Silla“ (Johann Christian Bach): Lucio Silla, Diktator – Carlo Gaifa / Giunia, Tochter des Gaius Marius, Braut des Cecilio – Julia Varady / Cecilio, verbannter Senator – Sylvia Geszty / Lucio Cinna, römischer Patrizier, Freund des Cecilio, heimlicher Feind Lucio Sillas – Roland Hermann / Celia, Schwester des Lucio Silla – Gerti Zeumer / Der Chor des Süddeutschen Rundfunks / Chorltg.: Hermann Josef Dahmen / Die Cappella Coloniensis / Dirigent: Günter Kehr (Schwetzingen, Rokokothater, 23. 5. 1974, Konzertante Aufführung in italienischer Sprache). Der Mitschnitt des Süddeutschen Rundfunks Stuttgart von diesem 'Dramma per Musica' in drei Akten von Giovanni De Gamerra mit Ergänzungen von Mattia Verazi (Mannheim 1775) wurde mit deutschen Zwischentexten - gesprochen von Rudolf Jürgen Bartsch - gesendet, die auf der Schallplatten-Veröffentlichung des US-Labels 'Voce' (3 LPs) fehlen.



    „Les Troyens“ ('Die Trojaner') (Hector Berlioz); Erster Teil „La Prise de Troie“ ('Der Fall Trojas') / Priam, roi des Troyens (Priamus, König der Trojaner) – Werner Gröschel / Hécube, reine des Troyens (Hekuba, Königin der Trojaner) – Sarianna Salminen / Cassandre, prophétesse troyenne, fille de Priam (Kassandra, trojanische Seherin, Tochter des Priamus) – Agnes Habereder / Hélénus, prêtre troyen, fils de Priam (Helenus, trojanischer Priester, Sohn des Priamus) – Martin Zysset / Chorèbe, jeune prince d'Asie, fiancé de Cassandre (Choroebus, junger asiatischer Fürst, Verlobter Kassandras) – Roland Hermann / Enée, héros troyen, fils de Vénus et d'Anchise (Aeneas, trojanischer Held, Sohn der Venus und des Anchises) – Giorgio Lamberti / Ascagne, jeune fils d'Enée (Ascanius, junger Sohn des Aeneas) – Margaret Chalker / Panthée, prêtre troyen, ami d'Enée (Pantheus, trojanischer Priester, Freund des Aeneas) - Jakob Will / L'ombre d'Hector, héros troyen, fils de Priam (Der Schatten des Hector, trojanischer Held, Sohn des Priamus) – Werner Gröschel / Le guardien de la tombe d'Achille (Der Wächter am Grab des Achilles) – René Rohr / Un chef grec (Ein griechischer Anführer) – Gilles Denizot / Andromaque, veuve d'Hector (Hektors Witwe) – Helen von Arb / Astyanax, fils d'Hector (Hektors Sohn) – Carlo Steiger.


    „Les Troyens“ ('Die Trojaner') (Hector Berlioz): Zweiter Teil „Les Troyens à Carthage“ ('Die Trojaner in Karthago') / Didon, reine de Carthage, veuve de Sichée, prince de Tyr (Dido, Königin von Karthago, Witwe des Sychaeus, Fürst von Tyros) – Ludmila Shemchuk / Anna, Soeur de Didon (Anna, Didos Schwester) – Vesselina Kasarova / Enée, héros troyen, fils de Vénus et d'Anchise (Aeneas, trojanischer Held, Sohn der Venus und des Anchises) – Giorgio Lamberti / Ascagne, jeune fils d'Enée (Ascanius, junger Sohn des Aeneas) – Margaret Chalker / Panthée, prêtre troyen, ami d'Enée (Pantheus, trojanischer Priester, Freund des Aeneas) – Jakob Will / Narbal, ministre de Didon (Narbal, Didos Minister) – Hans Franzen / Iopas, poète tyrien de la cour de Didon (Iopas, tyrenischer Dichter am Hofe Didos) – Reinaldo Macias / Hylas, jeune matelot phrygien (Hylas, junger phrygischer Matrose) – Guillermo Dominguez / Le dieu Mercure (Der Gott Merkur) – Jakob Will / Deux sentinelles (Zwei Wächter) – Werner Gröschel und René Rohr / Le spectre de Priam (Der Geist des Priamus) – Werner Gröschel / Le spectre de Chorèbe (Der Geist des Choroebus) – Roland Hermann / Le Grand-Prêtre de Pluton (Der Hohepriester des Pluto) – René Rohr


    Der Chor, Kinder- und Extrachor der Oper Zürich / Mitglieder des Zürcher Lehrerchors / Le Choeur Lyrique de Paris / Gesamt-Chorltg.: Karl Kamper / Das Orchester der Oper Zürich / Dirigent: Ralf Weikert / Choreographie: Jean-Louis Bert / Bühnenbild: Emanuel Peduzzi / Kostüme: Jacques Schmidt / Inszenierung: Tony Palmer (Zürich, Opernhaus, Premiere am 23. 9. 90, aufgezeichnet vom Schweizer Fernsehen). Die Aufführung in französischer Sprache an nur einem Abend (Dauer: rund 210 Minuten) brachte zahlreiche Striche und Kürzungen mit sich, aber am Ende des zweiten Teils wurde die Final-Version von 1858 gespielt, die Berlioz später verworfen hat. Die Rollen der Andromaque und des Astyanax sind stumm und wurden von Statisten gespielt. Giorgio Lamberti begann seine Opernlaufbahn unter dem Namen 'Giorgio Casellato Lamberti'. (In dem englischen Film-Portrait von 1992 „I, Berlioz“ von Tony Palmer sind Ausschnitte aus der Zürcher Inszenierung zu sehen.)



    „Ein Stern geht auf aus Jaacob“ (Paul Burkhard): Maria – Renate Lenhart / Joseph – Roland Hermann / Rachel, eine junge Hebräerin – Charlotte Berthold / Daniel, ein junger Zelot – Norman Mittelmann / Michael, ein hebräischer Gottsucher – Werner Gröschel / Gaius, römischer Hauptmann in Diensten des Königs Herodes – Wolfgang Warncke / Sacharja, ein alter Priester – Walter Hesse / Elisabeth, seine Frau – Erika Wien / Drei Magier – Rüdiger Wohlers, Rudolf A. Hartmann und József Dene / König Herodes der Große – Ettore Cella / Thamar, seine Gemahlin – Ruth Rohner / Ein Schriftgelehrter – Paul Späni / Vier Hirten: Aram – Fritz Peter, Thiras – Richard van Vrooman, Isai – Rupert O. Forbes, Zadok – René Rohr / Der Chor des Opernhauses Zürich / Chorltg.: Hans Erismann / Das Tonhalle- und Theaterorchester Zürich / Dirigent: Paul Burkhard (Zürich, Opernhaus, 17. 2. 1973, Schweizer Erstaufführung). Die Rollen des Königs Herodes, der den 'bethlehemischen Kindermord' befahl, und des römischen Hauptmanns Gaius sind vom Komponisten für Schauspieler vorgesehen.


    Paul Burkhard, hierzulande hauptsächlich bekannt durch seine Operette „Das Feuerwerk“, wandte sich später der Kirchenmusik zu und schrieb diese 'Weihnachtsoper' im Auftrag der Hamburgischen Staatsoper, wo sie am 6. 12. 1970 uraufgeführt und auch für das Deutsche Fernsehen aufgezeichnet wurde. (In den Hauptrollen wirkten u. a. Arlene Saunders, Vladimir Ruzdak, Elisabeth Steiner, Norman Mittelmann und Hans Sotin mit; die drei Magier waren Willy Hartmann, Franz Grundheber und Heinz Blankenburg; Peter Haage, Heinz Kruse, William Workman und Carl Schultz verkörperten die vier Hirten. Leonard Steckel spielte den König Herodes - im Fernsehen von Will Quadflieg dargestellt - und Ursula Koszut sang die Königin Thamar. Auch in Hamburg stand Paul Burkhard am Dirigentenpult.)



    „Doktor Faust“ (Ferruccio Busoni): Doktor Faust – Roland Hermann / Mephistopheles – Sven Olof Eliasson / Wagner – Jozsef Dene / Des Mädchens Bruder – Kari Nurmela / Der Herzog von Parma – Rüdiger Wohlers / Die Herzogin von Parma – Eva Illes / Der Zeremonienmeister des Herzogs – Werner Ernst / Ein Leutnant – Fritz Peter / Drei Studenten aus Krakau – Fritz Peter, Rupert Oliver Forbes und Arwed Sandner / Studenten in Wittenberg – Rüdiger Wohlers, Rupert Oliver Forbes, Werner Ernst, René Rohr, Ernst-August Steinhoff und Walter Hesse / Fünf Geisterstimmen: Gravis – Gejza Zelenay, Levis – René Rohr, Asmodus – Kari Nurmela, Beelzebuth – Walter Hesse, Megäros – Fritz Peter / Drei Engelsstimmen – Renate Lenhart, Ruth Rohner und Alexandra Kunošiková / Ein Jüngling - Markus Emmenegger / Der Chor des Opernhauses Zürich / Chorltg.: Hans Erismann / Das Tonhalle- und Theaterorchester Zürich / Dirigent: Ferdinand Leitner (Zürich, Opernhaus, 3. 6. 1972).



    Carlo

    Hier folgt der vierte und letzte Teil des Diskographie-Nachtrags:



    „Münchner Sonntagskonzert“: Jeannette Pilou und Werner Hollweg (statt Nicolai Gedda) / (Musik von Wolfgang Amadé Mozart und Richard Strauss) / Das Münchner Rundfunkorchester / Dirigent: Kurt Eichhorn (München, Kongress-Saal des Deutschen Museums, 30. 11. 1969; Sendung am 3. 12. 1969 mit Wiederholung am 12. 9. 1971). Werner Hollweg sang die Arie des Don Ottavio 'Il mio tesoro' aus „Don Giovanni“, die Konzertarie „Misero! O sogno... Aura, che intorno spiri, KV 431“ und die Orchesterlieder „Traum durch die Dämmerung“, „Zueignung“ und „Freundliche Vision“. Die im April 2020 verstorbene griechische Sopranistin Jeannette Pilou war mit der Arie der Donna Elvira 'In quali eccessi... Mi tradì quell' alma ingrata' aus „Don Giovanni“, der Konzertarie „Bella mia fiamma, addio... Resta, o cara, KV 528“, mit zwei Liedern aus den „Vier letzten Liedern“ ('Frühling' und „Beim Schlafengehn') und der Schluss-Szene der Daphne 'Ich komme, grünende Brüder“ aus der „Daphne“ zu hören.



    „Münchner Sonntagskonzert“: Christine Weidinger (statt Helen Donath), Werner Hollweg und Matti Salminen / (Musik von Wolfgang Amadé Mozart, Ludwig van Beethoven und Carl Maria von Weber) / Das Münchner Rundfunkorchester / Dirigent: Christof Prick (Garmisch-Partenkirchen, Bayernhalle, 3. 2. 1978; Sendung am 5. 2. 1978). Die Gesangssolisten brachten die folgenden Musiknummern: „Die Zauberflöte“ (Ach, ich fühl's, es ist entschwunden – Dies Bildnis ist bezaubernd schön – In diesen heil'gen Hallen – Soll ich dich, Teurer, nicht mehr seh'n) / „Die Entführung aus dem Serail“ (Konstanze, dich wiederzusehen... O wie ängstlich, o wie feurig – Welch ein Geschick... Ha, du solltest für mich sterben – O wie will ich triumphieren) / „Fidelio“ (Jetzt, Schätzchen, jetzt sind wir allein – Hat man nicht auch Gold beineben – O wär' ich schon mit dir vereint) / „Der Freischütz“ (Nein, länger trag' ich nicht die Qualen... Durch die Wälder, durch die Auen – Schweig! Schweig! Damit dich niemand warnt!). Das Münchner Rundfunkorchester spielte dazwischen die entsprechenden Ouvertüren dieser vier Opern.



    “Drei Tenor-Lieder”: 'Wie schön ist alles' (Einlage von Theo Mackeben in Karl Millöckers Operette “Die Dubarry”) - 'Wann sagst du ja?' (Lied von Franz Lehár, 1924 für Richard Tauber geschrieben mit dem Titel 'Wenn eine schöne Frau befiehlt'; mit Günther Schwenns neuem Text 1941 von Johannes Heesters gesungen im Film “Der Graf von Luxemburg” - 'Erinnerungen an Richard Tauber' (Potpourri mit Tenor-Liedern von Franz Lehár, Osmán Pérez Freire, Richard Tauber u. a.) / Werner Hollweg / Das Radio-Orchester des SFB / Dirigent: Werner Eisbrenner? (Berlin, SFB-Funkhaus, 30. 11. 1972).



    „Wir wollen Freunde sein für's ganze Leben“ (Melodien von Will Meisel): Dorothee Fürstenberg, Karin Ploog, Werner Hollweg und Helmut Wallner / Das Rundfunkorchester Hannover des Norddeutschen Rundfunks / Dirigent: Jan Stulen (Hannover, Funkhaus, 27. 3. 1987, Live-Konzert zum 20. Todestag von Will Meisel). Für das Archiv des NDR wurde das Programm vom 23. bis 25. 3. auch im Studio eingespielt. (Werner Hollweg sang u. a. folgende Melodien: 'Tausend rote Rosen blüh'n im Land der Liebe' - 'Schön ist jeder Tag, den du mir schenkst, Marie-Luise' - 'Einen Walzer für dich und für mich' - 'Das Lied der Liebe' - 'Wir wollen Freunde sein für's ganze Leben' - 'Berlin bleibt doch Berlin!').



    “Von der Seine bis zur Spree” ('Eine musikalische Reise durch Frankreich und Deutschland'): Das ist Berlin! (Leo Leux) – Pigalle (Heinz Gietz-Hans Bradtke) – Komm in den Park von Sanssouci (Robert Stolz) - Sur le pont d'Avignon (Volkslied) – Moulin Rouge (Georges Auric-Jacques Larue) - Du Veilchen von Montmartre, aus der Operette "Das Veilchen von Montmartre" (Imre Kálmán) – Das ist die Reeperbahn bei Nacht (Lotar Olias) – La Seine (Guy Lafarge-Flavien Monod) / Sylvia Geszty, Werner Hollweg, Freddy Quinn / Milo Pavlovic (Trompete) und Eugen Cicero (Klavier) / Das Kölner Rundfunkorchester / Dirigent: Werner Eisbrenner (Köln, Funkhaus, Datum nicht bekannt). Eine abenteuerliche Melodien-Zusammenstellung - deutsch und französisch gesungen - mit einer Gesamtdauer von nur 12,30 Minuten!



    Ich hoffe, dass ich mit der Auflistung seiner Aufnahmen dem Tenor Werner Hollweg ein würdiges Andenken gegeben habe. Weitere Ergänzungen sind herzlich willkommen.



    Carlo

    Lieber 'hart',


    es ist immer wieder eine Freude, Deine bestens recherchierten Lebensberichte zu lesen, die uns historische (wie oben Anna Milder-Hauptmann), wenig bekannte (wie Charlotte Huhn im Beitrag Nr. 781) und solche Musikerpersönlichkeiten, über die man alles zu wissen glaubt (wie Rudolf Schock im Beitrag Nr. 778), so eindrucksvoll nahe bringen.


    Die Serie "Der Musiker Gräber" zählt für mich zu den Glanzpunkten im Forum!


    Carlo

    Noch einmal zu Hans Grahl:


    Ergänzend zu den biographischen Angaben bei "Kutsch/Riemens" (die sich mit Jürgen Schäfers kurzem Artikel im 'Heft' Nr. 67 von "Stimmen, die um die Welt gingen..." decken) und meinen Beitrag Nr. 17 habe ich noch einige Einzelheiten zu seiner Tätigkeit an der Hamburgischen Staatsoper finden können.


    Am 12. 2. 1929 gastierte Hans Grahl – damals Mitglied des Hessischen Landestheaters Darmstadt mit dem Generalmusikdirektor Karl Böhm, der 1931 in gleicher Position in die Hansestadt wechselte – erfolgreich in Hamburg (Don José in „Carmen“) und er wurde für weitere Auftritte im April engagiert: als Loge im „Rheingold“ (5. 4.), Siegmund in der „Walküre“ (6. 4.) und als „Lohengrin“ am 18. 4. 1929. Der Sänger erinnerte Publikum und Presse stark an den unvergessenen Hamburger 'Heldentenor' Richard Schubert, so dass man ihn im folgenden Jahr fest an das Hamburger Stadttheater – das am 1. 8. 1933 in den Rang eines Staatstheaters aufstieg - verpflichtete (Debüt als Ensemble-Mitglied am 13. 6. 1930 als Loge).


    In der Neuinszenierung des „Rienzi“ am 9. 12. 1930 übernahm Hans Grahl die Titelrolle und am 4. 6. 1931 sang er in der ersten deutschen Aufführung – und einzigen Vorstellung in Hamburg – den „Fra Gherardo“ von Ildebrando Pizzetti; 1936 wurde er vom Hamburger Senat zum Kammersänger ernannt. Zu seinem Repertoire zählten in Hamburg die Hauptrollen in den Opern „Fidelio“, „Der Freischütz“, „Tiefland“, „Der Evangelimann“, „Der arme Heinrich“, „Aida“ und „Der Bajazzo“ sowie die großen Tenorpartien in den Werken Richard Wagners.


    Der Grund für das Hausverbot von Hans Grahl im September 1936 (während der Proben zur Hamburger Neuinszenierung des „Otello“ mit Hans Hotter als Jago) wird in dem von mir im Beitrag Nr. 17 genannten Artikel im „Lexikon verfolgter Musiker und Musikerinnen der NS-Zeit“ genannt. Nach seiner Verhaftung im April 1937 - kurz bevor er sein vertraglich vereinbartes Debüt am Londoner Opernhaus Covent Garden als Tristan (alternierend mit Lauritz Melchior unter Thomas Beecham) hätte geben sollen - und der anschließenden viermonatigen Gefängnishaft wechselte er an das 'Deutsche Theater' in Prag und 1939 bis zur kriegsbedingten Schließung der deutschen Bühnen im September 1944 nach Breslau mit sommerlichen Vorstellungen in der Zoppoter Waldoper von 1939 bis 1941.


    Bemerkenswert sind einige Gastauftritte Hans Grahls: als Tristan an der Berliner Staatsoper unter Wilhelm Furtwängler (1933) und bei den Salzburger Festspielen unter Bruno Walter (ebenfalls 1933), als Siegmund und Siegfried im "Ring des Nibelungen" unter Franz von Hoesslin 1939 am Théâtre de la Monnaie in Brüssel und als Parsifal 1939 unter Hans Knappertsbusch an der Wiener Staatsoper. Vom Gastspiel der Staatsoper Dresden im Mai 1942 beim 'Maggio Musicale' in Florenz und im Teatro Comunale in Bologna mit Aufführungen des „Fidelio“ ist mir auch die Besetzung bekannt: Marta Fuchs (Leonore), Elfride Trötschel (Marzelline), Hans Grahl (Florestan), Josef Herrmann (Don Pizarro), Kurt Böhme (Rocco), Karl Wessely (Jaquino), Gottlob Frick (Don Fernando) sowie Lorenz Fehenberger und Hans Löbel (Zwei Gefangene); der Dirigent war Karl Böhm.


    Tatsächlich scheinen die im Beitrag Nr. 17 genannten „Parsifal“-Ausschnitte aus Wien die einzigen Tondokumente zu sein. Ich hoffe, dass Herr Krützmann mehr Details zur künstlerischen Laufbahn von Hans Grahl beitragen kann.


    Carlo

    Dritter Teil des Nachtrags zu der Diskographie in den Beiträgen Nrn. 53 bis 75:



    „Messe in C-Dur, KV 317“ ('Krönungsmesse') (Wolfgang Amadé Mozart): Agnes Giebel, Anna Reynolds, Werner Hollweg und John Shirley-Quirk / Der Chor und das Sinfonieorchester des Norddeutschen Rundfunks / Chorltg.: Helmut Franz / Dirigent: Igor Markevitch (Hamburg, Musikhalle, 15. 2. 1971).



    „Messe in C-Moll, KV 427“: Arleen Augér, Janis Martin, Werner Hollweg und Hans Sotin / Der Chor und das Sinfonieorchester des Norddeutschen Rundfunks / Chorltg.: Helmut Franz / Dirigent: Moshe Atzmon (Hamburg, Musikhalle, 25. 3. 1974).



    „Requiem, KV 626“ (Wolfgang Amadé Mozart): Edith Mathis, Julia Hamari, Werner Hollweg und Heinz Blankenburg / Der Chor und das Sinfonieorchester des Norddeutscvhen Rundfunks Hamburg / Chorltg.: Helmut Franz / Dirigent: Hans Schmidt-Isserstedt (Hamburg, Musikhalle, 17. 11. 1969).


    dto.: Helen Donath, Alfreda Hodgson, Werner Hollweg und Marius Rintzler / The New Philharmonia Chorus and Orchestra London / Chorltg.: Wilhelm Pitz / Dirigent: Carlo Maria Giulini (Barcelona, Palau de la Musica Catalana, 28. 3. 1978).



    "Antigonae" (Carl Orff): Antigonae, Nichte des Kreon – Rose Wagemann / Ismene, ihre Schwester - Ortrun Wenkel / Kreon, König von Theben – Roland Hermann / Eurydice, seine Gemahlin – Helrun Gardow / Hämon, Kreons Sohn und Antigonaes Bräutigam – Gösta Winbergh / Tiresias, der Seher – Werner Hollweg / Ein Wächter – Peter Straka / Ein Bote – Werner Gröschel / Der Chorführer – Howard Nelson / Der Chor des Opernhauses Zürich / Chorltg.: Erich Widl / Das Tonhalle- und Theaterorchester Zürich / Dirigent: Ferdinand Leitner (Zürich, Kongresshaus, 29. 1. 1983).


    dto.: Antigonae, Nichte des Kreon – Edda Moser / Ismene, ihre Schwester – Cornelia Kallisch / Kreon, König von Theben – Roland Hermann / Eurydice, seine Gemahlin – Tammy Hensrud-Kerian / Hämon, Kreons Sohn und Antigonaes Bräutigam – Werner Hollweg / Tiresias, der Seher – Thomas Moser / Ein Wächter – Heinz Zednik / Ein Bote – Peter Lika / Zwei Chorführer – Hans Franzen und Johann Werner Prein / Der ORF-Chor Wien / Chorltg.: Erwin Ortner / Das ORF Symphonieorchester Wien / Dirigent: Ulf Schirmer (Salzburg, Felsenreitschule, 17. 8. 1989; Sendung im ORF am 19. 8. 1989). Eine konzertante Aufführung während der Salzburger Festspiele.



    "Messe Nr. 6 Es-Dur, D 950" (Franz Schubert): Lena Lootens, Bernarda Fink, Werner Hollweg, René Heß und Hermann Christian Polster / Der Rundfunkchor Berlin / Chorltg.: Robin Gritton / Das Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin / Dirigent: Hans Graf (Berlin, Konzerthaus, Datum unbekannt.). Ein Mitschnitt des SFB (Sender Freies Berlin).



    Berichtigung:

    Die im Beitrag Nr. 70 genannten "Lieder von Robert Schumann" ('Schön Hedwig' op. 106 - 'Ballade vom Heideknaben' op. 122, Nr. 1 - 'Die Flüchtlinge' op. 122, Nr. 2) mit Norman Shetler am Klavier werden von Werner Hollweg nicht gesungen, sondern rezitiert!



    Nachdem dieses Jahr ein Mitschnitt von Haydns „Schöpfung“ unter Karl Richter aufgetaucht ist (Beitrag Nr. 82), wäre es schön, wenn auch das Konzert vom 9. 6. 1974 im Kongress-Saal des Deutschen Museums in München mit Antonín Dvořáks „Stabat Mater“ akustisch erhalten geblieben ist. Die Solisten waren Julia Varady, Anna Reynolds, Werner Hollweg und Theo Adam; Karl Richter leitete seinen Münch'e'ner Bach-Chor – auf das 'e' legte er wert – und die Münchner Philharmoniker.



    Auch das Konzert in Anwesenheit von Papst Paul VI. am 27. 5. 1972 in der Neuen Audienzhalle des Vatikan in Rom, das von 'Radio Vatican' übertragen wurde, ist bisher nicht auf Tonträgern erschienen. Zur Aufführung kamen die „Paukenmesse“ von Joseph Haydn und das „Te Deum“ von Anton Bruckner mit dem Wiener Singverein der Gesellschaft der Musikfreunde und mit dem Chor und dem Sinfonieorchester der RAI (Radiotelevisione Italiana) in Rom. Hier waren Patricia Wells, Ruza Baldani, Werner Hollweg und Peter Meven die Gesangssolisten; es dirigierte Zubin Mehta..



    In der kommenden Woche folgt noch eine Aufstellung von Werner Hollwegs Mitwirkung bei den 'Münchner Sonntagskonzerten' und in Konzerten mit Unterhaltungsmusik.



    Carlo

    Lieber 'Calatrava',


    herzlichen Dank für die detaillierte Inhaltsangabe der CD-Boxen „Hertha Töpper Edition“ beim 'Hamburger Archiv'.


    Die Arie 'Johannes schläft... O schöne Jugendtage' aus „Der Evangelimann“ mit den Bamberger Symphonikern unter Victor Reinshagen wurde von der 'Deutschen Grammophon Gesellschaft' noch auf Schelllack veröffentlicht (72458 LVM) und hat das Pressdatum 7. 1. 1954, während auf der Plattenrückseite ('Selig sind, die Verfolgung leiden' mit Lorenz Fehenberger und dem Chor des Wittelsbacher Gymnasiums in München, wo Hertha Töpper als Magdalena einige kurze Phrasen singt) das Datum 13. 1. 1954 eingraviert wurde. (Später wurden die Aufnahmen auch auf eine EP der 'DGG' mit der Nummer 30046 EPL gepresst.)

    Am 14. 2. 1963 hat die Sängerin die Arie der Magdalena und die genannte Chorszene noch einmal aufgenommen: mit Rudolf Schock, dem Knabenchor der St.-Hedwigs-Kathedrale Berlin und den Berliner Symphonikern unter Kurt Eichhorn (!). Erschienen sind diese Aufnahmen bei 'Eurodisc' auf einer EP mit den Katalognummern 40166 CR (mono) und S 40167 CR (stereo). Die beiden kleinen Platten stehen in meinem Regal.


    Merkwürdigerweise fehlt in der Edition aus der Oper „Samson et Dalila“ die Szene und Arie der Dalila aus dem zweiten Akt „Samson! Diese Nacht muss ihn bringen... Liebe, meinem Hass steh' zur Seite“. Hertha Töpper sang diese Arie am 31. 3. 1958 vor dem Mikrofon der 'Electrola', die diese Aufnahme zusammen mit der bekannteren Arie 'Sieh', mein Herz erschließet sich' (und mit Rudolf Schocks Tenor am Ende des Stücks) auf der EP E 40926 veröffentlichte. (Das Cover der Plattenhülle ziert ein 'freizügiges' Farbfoto der Sängerin als Dalila.)


    Das Duett Amneris-Aida steht in Zusammenhang mit einer Fernsehsendung, die ich vor einigen Wochen im Thread über Eugene Tobin nannte:

    "Aida” (Giuseppe Verdi): (Szenen) Aida – Hildegard Hillebrecht / Amneris – Hertha Töpper / Radames – Eugene Tobin / Amonasro – Eugene van Dongen / Ramphis – Max Proebstl / Eine Priesterin – Margot Laminet / Der Chor und das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks / Chorltg.: Kurt Prestel / Dirigent: Alberto Erede / Szenenbild: Walter Dörfler / TV-Regie: Wilm ten Haaf (ARD/Bayerischer Rundfunk, Sendung am 11. 10. 1961). In dieser Fernseh-Aufzeichnung (vor einem Studio-Publikum) in der Münchner Bayernhalle kamen folgende Szenen, mit den Sängern in Kostüm und Maske, zur Aufführung: Vorspiel – Szene Ramphis-Radames – Arie des Radames – Duett Amneris-Aida – Dritter Akt (vollständig) – Vierter Akt, zweite Szene (vollständig); Dauer: 75 Minuten. Ich habe von dieser Sendung – durch die der 'Musikplauderer' des BR, Ludwig Kusche, führte - ein Video.


    Die Aufnahme des „Magnificat“ von Bach ist meines Wissens 1961 in Stuttgart gemacht worden (und nicht 1957) mit Ruth-Margret Pütz, Gerhard Unger und Theo Adam. Sie erschien 1961 im Europäischen Phonoklub Stuttgart auf dessen Label 'Opera' (3251 mono / St 3918 stereo / 25 cm) und wurde 1964 in den Katalog von 'Eurodisc' (79170 KK mono / S 70171 KK stereo / 25 cm) übernommen.


    Auch Karl Forsters Aufnahme des „Messias“ (mit Ingrid Bjoner, Josef Traxel und Kieth Engen) scheint mir nicht 1961, sondern eher 1963 entstanden zu sein. Sie kam im Spätherbst 1963 in den Handel und wurde von 'Eurodisc' (70404 XK / S 70405 XK) als 'Letzte Aufnahme des Domkapellmeisters Karl Forster' (gestorben am 13. 8. 1963) beworben. Fritz Ganss, der ehemalige Produktionsleiter der 'Electrola', unter dessen Leitung auch dieser „Messias“ aufgenommen wurde, wechselte Ende 1962 zur Bertelsmann-Tochter 'Eurodisc'; die ersten Schallplatten der neuen Marke waren ab Januar 1963 Wiederveröffentlichungen aus den Katalogen der 'Ariola' (Bertelsmann) und der italienischen 'Cetra' plus den Soundtracks der Fernseh-Opern ('Accord-Film') „Der Liebestrank“ mit Rudolf Schock und „Der Postillon von Lonjumeau“ mit John van Kesteren. Die ersten eigenständigen Aufnahmen für 'Eurodisc' machte Fritz Ganss übrigens nicht mit seinem 'Spezi' Rudolf Schock, sondern mit Hans Hopf (Arien aus "Aida", "Otello" und "Der Bajazzo")!


    Neu für mich ist aber das Rezitativ mit Arie des Adriano 'Gerechter Gott! So ist's entschieden schon... In seiner Blüte bleicht mein Leben' sowie die Szene Adriano-Rienzi 'Der Tag ist da, die Stunde naht' aus Wagners „Rienzi“ (mit Bernd Aldenhoff unter Kurt Striegler vom 19. 5. 1954), die selbst beim Bayerischen Rundfunk nicht mehr vorhanden zu sein scheint und das Verzeichnis der Aufnahmen von Bernd Aldenhoff, über den in den letzten Wochen hier im Forum viel geschrieben wurde, ergänzt.


    Carlo

    Ein Nachtrag zur Discographie von Bernd Aldenhoff, gefunden als Hinweis in der italienischen Zeitschrift „Opera“ (in einer Würdigung zum 100. Geburtstag von Sena Jurinac am 24. 10. 2021):


    „Die Meistersinger von Nürnberg“ (Richard Wagner): Hans Sachs – Otto Wiener / Veit Pogner – Otto von Rohr / Kunz Vogelgesang – Erich Majkut / Konrad Nachtigall – Hans Herbert Fiedler / Sixtus Beckmesser – Benno Kusche / Fritz Kothner – Willy Ferenz / Balthasar Zorn – Renato Ercolani / Ulrich Eisslinger – Georg Walter / Augustin Moser – Mariano Caruso / Hermann Ortel – Leo Pudis / Hans Schwarz – Odo Ruepp / Hans Foltz – Dimitri Lopatto / Walther von Stolzing – Bernd Aldenhoff / David – Gerhard Unger / Eva – Sena Jurinac / Magdalene – Hetty Plümacher / Der Nachtwächter – Hans Herbert Fiedler / Coro e Orchestra del Teatro San Carlo di Napoli / Chorltg.: Michele Lauro / Dirigent: Fritz Rieger (Neapel, Teatro di San Carlo, 1. 12. 1957). Ein Rundfunk-Mitschnitt der RAI (Radiotelevisione Italiana), der bisher nicht veröffentlicht wurde. (Sena Jurinac alternierte 1957 bei den Bayreuther Festspielen mit Elisabeth Grümmer als 'Eva'.)


    Carlo

    Nachtrag von Aufnahmen mit Werner Hollweg (2. Teil):



    "Tierra! - Christoph Columbus und der Kampf um Macht, Gold und Seelen" (Gershon Kingsley): Taino, ein Indianer - Hans von Chelius (Tenor) / Cristobal Colón (Christoph Columbus) - Steven Kimbrough (Bariton) / Ferdinand, König von Kastilien - Werner Hollweg (Tenor) / Isabella, Königin von Aragonien - Camilla Ueberschaer (Alt) / Pedro Gonzalez de Mendoza, Großkardinal - Roy Stevens (Bariton) / Luis de Santangel, Schatzmeister und Verwalter der königlichen Privatschatulle - Herbert Hanko (Bariton) / Diego de Deza, Großinquisitor und Lehrer des Infanten - Florian Mayr (Countertenor) / Ein Franziskaner - Leonardo Boff (Sprecher) / Der Columbus-Chor / Das Columbus-Orchester / Die junge Bayerische Kammerphilharmonie / Dirigent: Gershon Kingsley (München, Philharmonie im Gasteig, 4. 4. 1992, Live-Aufnahme, Uraufführung). Der Deutsch-Amerikaner Gershon Kingsley (1922-2019) - hauptsächlich bekannt durch seine Synthesizer-Komposition "Pop Corn" - schuf diese 'Opera concertante für Soli, Chor und Orchester' 1992 zum 500. Jahrestag der Entdeckung Amerikas. Die Münchner Aufführung (in deutscher Sprache) erfolgte in einer Bearbeitung von Michael Gibson; die deutschen Zwischentexte schrieb und sprach Rainer Wallraff.



    „Symeon der Stylit“ (Ernst Krenek): Eva Csapò (Sopran) / Cornelia Kallisch (Mezzosopran) / Werner Hollweg (Tenor und Sprecher) / Roland Hermann (Bariton) / Der ORF-Chor Wien / Ltg.: Erwin Ortner / Das 'Ensemble Modern' Frankfurt / Dirigent: Lothar Zagrosek (Salzburg, Universitätskirche, 27. 7. 1988, Uraufführung). Die Uraufführung des ca. 40minütigen Werks bei den Salzburger Festspielen 1988 wurde gekoppelt mit einer Aufführung des Oratoriums „Jephte“ von Giacomo Carissimi in der Fassung von Hans Werner Henze (siehe oben); die deutsche Erstaufführung von „Symeon der Stylit“ war 2013 bei den Kasseler Musiktagen.



    „Eine Faust-Symphonie“ (Franz Liszt): Werner Hollweg / Der Chor und das Sinfonieorchester des Norddeutschen Rundfunks Hamburg / Chorltg.: Helmut Franz / Dirigent: János Ferencsik (Hamburg, Musikhalle, 6. 3. 1978).



    „Graner Messe“ (Franz Liszt): Rita Hunter, Anna Reynolds, Werner Hollweg und Franz Mazura / Der RIAS-Kammerchor / Chorltg.: Günther Arndt / Das Radio-Symphonie-Orchester Berlin / Dirigent: Lorin Maazel (Berlin, Haus des Rundfunks, 5. 10. 1971). Am 13. 4. 1972 dirigierte Lorin Maazel diese Messe in der gleichen Formation auch in der New Yorker Carnegie-Hall, aber statt Rita Hunter sang dort Heather Harper die Sopran-Partie (siehe Beitrag Nr. 55).



    „Paulus“ (Felix Mendelssohn-Bartholdy): Edith Mathis, Hanna Schwarz (statt Rose Wagemann), Werner Hollweg und José van Dam / Der Chor und das Sinfonieorchester des Norddeutschen Rundfunks Hamburg / Chorltg.: Helmut Franz / Dirigent: Moshe Atzmon (Hamburg, Musikhalle, 26. 1. 1976).



    „Christus“ (Felix Mendelssohn-Bartholdy): Celina Lindsley, Werner Hollweg und Walton Grönroos / Der RIAS-Kammerchor / Chorltg.: Marcus Creed / Das RIAS-Jugendorchester / Dirigent: Guido Maria Guida (Berlin, Philharmonie, 15. 6. 1988). Zur Aufführung kamen die Fragmente der Teile I und II des unvollendeten Oratoriums von 1847 in einem Konzert mit dem Titel „Aus den Schätzen der Staatsbibliothek“ (siehe auch Bachs „Himmelfahrt-Oratorium“ und Schuberts „Offertorium“).



    „Idomeneo“ (Wolfgang Amadé Mozart): Idomeneo – Werner Hollweg / Idamante – Trudeliese Schmidt / Ilia – Rachel Yakar / Elettra – Felicity Palmer (statt Horiana Branisteanu) / Arbace – Roland Hermann / Gran Sacerdote - William Reeder / La voce dell' Oracolo – Werner Gröschel / Der Chor und das Mozart-Orchester des Opernhauses Zürich / Chorltg.: Erich Widl / Dirigent: Nikolaus Harnoncourt (Zürich, Opernhaus, 1. 3. 1980).



    „Die Entführung aus dem Serail“ (Wolfgang Amadé Mozart): Bassa Selim – Michael Heltau / Konstanze – Sylvia Geszty / Blondchen – Judith Blegen / Belmonte – Werner Hollweg / Pedrillo – Gerhard Unger / Osmin – Kurt Moll / Der Chor der Wiener Staatsoper / Chorltg.: Walter Hagen-Groll / Die Wiener Philharmoniker / Dirigent: Leif Segerstam (Salzburg, Kleines Festspielhaus, 10. 8. 1974; Sendung im Bayerischen Rundfunk am 24. 8. 1974).


    dto.: Bassa Selim – Kurt Heintel / Konstanze – Margaret Price bzw. Edita Gruberova / Blondchen – Sona Ghazarian / Belmonte – Werner Hollweg / Pedrillo – Gerhard Unger / Osmin – Fernando Corena / Der Chor der Wiener Staatsoper / Chorltg.: Walter Hagen-Groll / Die Wiener Philharmoniker / Dirigent: Leif Segerstam (Salzburg, Kleines Festspielhaus, 31. 7. bzw. 24. 8. 1975). Margaret Price sang die Vorstellungen am 31. 7., 3. und 10. 8.; am 15. und 24. 8. wurde Edita Gruberova eingesetzt. Im Festspielprogramm der ARD wurde angeblich die Aufführung vom 31. 7. (mit Price) übertragen, während die Vorstellung am 24. 8. (mit Gruberova) im ORF zu hören war, wovon es bei 'House of Opera' einen Mitschnitt gibt (siehe Beitrag Nr. 61).



    Carlo

    Zum Schluss der Discographie des am 15. 9. 2021 gestorbenen Norman Bailey folgen seine Aufnahmen als Konzert- und Liedersänger.



    a) Konzerte


    “Neunte Symphonie” (Ludwig van Beethoven): Rita Hunter, Mignon Dunn, William Cochran und Norman Bailey / The New Philharmonia Chorus London / Chorltg.: Wilhelm Pitz / The Royal Philharmonic Orchestra / Dirigent: Yuri Ahronovich (Lissabon, Coliseu dos Recreios, 10. 5. 1973). Ein bisher nicht veröffentlichter Mitschnitt des portugiesischen Rundfunks RTP (Rádio e Televisão de Portugal).


    dto.: Margaret Price, Yvonne Minton, Werner Hollweg und Norman Bailey / The New Philharmonia Chorus and Orchestra / Chorltg.: Wilhelm Pitz / Dirigent: Rafael Kubelik (London, Royal Festival Hall, 14. 1. 1974). Im Konzert zum Gedenken an den am 6. 5. 1973 gestorbenen Otto Klemperer erklang neben Beethovens 'Neunter' auch die “Maurerische Trauermusik, KV 477“ von Mozart; beide Werke sind auf einer CD von 'BBC Legends' (2002) zu hören.


    dto.: Carole Farley, Alfreda Hodgson, Stuart Burrows und Norman Bailey / The Brighton Festival Chorus / Chorltg.: Lászlo Heltay / The Royal Philharmonic Orchestra / Dirigent: Antal Dorati (London, Walthamstow Town Hall, 22. 7. 1975). Eine Studio-Aufnahme der 'Deutschen Grammophon Gesellschaft', gekoppelt mit Beethovens Symphonie Nr. 8 und erschienen 1975 auf einem LP-Doppelalbum in der Serie "Privilege".


    dto.: Alison Hargan, Mary King, Keith Lewis und Norman Bailey / The City of Birmingham Choir / The City of Birmingham Symphony Chorus and Orchestra / Chorltg.: Christopher Robinson / Dirigent: Erich Schmid (Birmingham, Town Hall, 29. 4. 1982). Ein bisher unveröffentlichter Mitschnitt der BBC.

    Der Schweizer Erich Schmid war der Interims-Dirigent zwischen dem spektakulären Ausscheiden von Louis Frémaux 1978 und der ebenfalls von viel Presse-Rummel begleiteten Ernennung von Simon Rattle 1980 als 'Music Director' des traditionsreichen Orchesters aus Birmingham (u. a. die Uraufführungen von Mendelssohn-Bartholdys "Elijah", Elgars "The Dream of Gerontius" und Brittens "War Requiem").



    "The Dream of Gerontius" (Edward Elgar): Gerontius – Arthur Davies / The Angel – Felicity Palmer / The Priest und The Angel of Agony – Norman Bailey / The London Symphony Orchestra Chorus / Chorltg: Richard Hickox / Oleg Yanchenko (Orgel) / Gosudarstvennii Simfonicheskii Orkestr SSSR (Das Staatliche Symphonie-Orchester der UdSSR) / Dirigent: Evgeny Svetlanov (Moskau, Großer Saal des Konservatoriums, 21. 4. 1983). Die denkwürdige Aufführung wurde mitgeschnitten und von 'Melodiia' 1985 auf zwei Platten und 2014 auf einer CD veröffentlicht. (Zwei Tage später sang Norman Bailey den Solopart in William Waltons "Belshazzar's Feast" – ebenfalls in Moskau - mit dem gleichen Chor, Orchester und Dirigenten; m. W. gibt es davon keinen Mitschnitt.) Die deutsche Erstaufführung dieses Oratoriums war schon 1901 - ein Jahr nach der Uraufführung - in Düsseldorf in Anwesenheit des Komponisten.



    "A Child of Our Time" (Michael Tippett): Benita Valente, Lili Chookasian, Alexander Stevenson und Norman Bailey / The Tanglewood Festival Chorus / Chorltg.: John Oliver / The Boston Symphony Orchestra / Dirigent: Michael Tippett (Lenox, Tanglewood Music Shed, 5. 8. 1978). In den USA bot 'Mr. Tape' einen entsprechenden Mitschnitt dieses Oratoriums an, wobei der Komponist selbst sein Werk dirigierte – ein allzeit gültiger musikalischer Aufruf zur Humanität und Toleranz.

    'Tanglewood' ist übrigens der Name eines riesigen Landsitzes in der Stadt Lenox im US-Bundesstaat Masschusetts. 1937 gründete Serge Koussevitzky dort ein sommerliches Musikfestival für das Boston Symphony Orchestra. Der Name des heute nach diesem Dirigenten benannten Konzertsaals ist eine enorme Untertreibung: 'Shed' heißt Baracke und sie bietet Platz für über 5000 Zuhörer!



    Zum Konzert-Repertoire Norman Baileys zählten auch die Bariton-Partien in Felix Mendelssohn-Bartholdys "Elias" (in deutsch und englisch), im "Deutschen Requiem" von Johannes Brahms (ebenfalls zweisprachig) und in der "Sea Symphony" von Ralph Vaughan Williams.



    b) Recitals


    „Ballads and Songs“: On the Road to Mandalay (Oley Speaks) - Trade Winds (Frederick Keel) - Sea Fever (John Ireland) - Drake's Drum (C. V. Stanford) - The Vagabond (Ralph Vaughan Williams) - Linden Lea (Ralph Vaughan Williams) - A Brown Bird Singing (Haydn Wood) - The Floral Dance (Katie Moss) - Silent Worship (Georg Friedrich Händel) - I'll walk beside you (Alan Murray) - Bless this House (May H. Brahe) - The Holy City (Stephen Adams) - Trees (Oscar Rasbach) - The Lost Chord (Arthur Sullivan) - Be still, my Soul (Jean Sibelius) - Blessed is the Spot (Charles Wolcott) - O Thou, by whose name (Charles Wolcott) - The Lord's Prayer (Albert Hay Malotte) / Norman Bailey (Bariton) / Klavier: Geoffrey Parsons (London, Rosslyn Hill Chapel, Juni 1976). Aufgenommen durch die 'Decca' und von ihrer Tochtergesellschaft „L'Oiseau-Lyre“ 1977 veröffentlicht.



    „Peter Warlock Songs“: Youth (1928) - As ever I saw (1918) - There is a Lady sweet and kind (1919) - Whenas the rye reach to the chin (1918) - Sigh no more, Ladies (1927) - Sleep (1922) - Pretty Ring Time (1925) - Jillian of Berry (1926) - The bailey berith the bell away (1918) - Passing by (1928) - The Frostbound Wood (1929) - Robin Goodfellow (1926) - Twelve Oxen (1924) - Yarmouth Fair (1924) - Romance (1919) - To the Memory of a Great Singer (1918) - After To Years (1930) - The Droll Lover (1928) - Ha'nacker Mill (1927) - My Own Country (1927) - The Birds (1926) - Elore Lo (1928) - The Fox (1930) - Fair and True (1926) - Roister Doister (1922-23) - The Cricketers of Hambledon (1928) / Norman Bailey (Bariton) / Klavier: Geoffrey Parsons (London, Rosslyn Hill Chapel, 25. 6. 1976). Auch diese 'Decca'-Produktion erschien unter dem Label „L'Oiseau-Lyre“.

    Peter Warlock (1894-1930) war Herausgeber einer Sammlung von ca. fünfhundert englischen Liedern aus dem 16. und 17. Jahrhundert, komponierte selbst über einhundert Klavier- und Chorlieder (nach Texten berühmter englischer Dichter wie Shakespeare, Marlowe, Shelley, Blake und Yeats) und betätigte sich unter seinem echten Namen Philip Heseltine auch als Musikkritiker..



    „Songs of Love and Death“: Zyklus 'An die ferne Geliebte', op. 98 (Ludwig van Beethoven) / Schöne Wiege meiner Leiden, op. 24 Nr. 5 – Ich grolle nicht, op. 48 Nr. 7 – Die Lotosblume, op. 25 Nr. 7 – Widmung, op. 25 Nr. 1 – Die beiden Grenadiere, op. 49 Nr. 1 – Belsazar, op. 57 (Robert Schumann) / 'Vier ernste Gesänge, op. 121: Denn es gehet dem Menschen wie dem Vieh – Ich wandte mich und sahe an alle, die Unrecht leiden – O Tod, wie bitter bist du, wenn an dich gedenket ein Mensch – Wenn ich mit Menschen- und mit Engelzungen redete (Johannes Brahms) / Norman Bailey (Bariton) / Klavier: John Constable (London, 4. und 5. 1. 1977). Die Schallplatte wurde 1977 von der bnitischen Firma 'Saga' herausgegeben.



    „Songs of Hugo Wolf“: Fußreise / Abschied / Der Freund / Anakreons Grab / Der Jäger / Der verzweifelte Liebhaber / Drei 'Harfenspieler-Lieder': Wer sich der Einsamkeit ergibt – An die Türen will ich schleichen -Wer nie sein Brot mit Tränen aß / Prometheus / Gebet / Der Musikant / Königlich' Gebet / Drei 'Michelangelo-Lieder': Wohl denk' ich oft an mein vergangnes Leben – Alles endet, was entstehet – Fühlt meine Seele das ersehnte Licht / Norman Bailey (Bariton) / Klavier: John Constable (Aufgenommen 1978). Diese Platte erschien 1979 auch bei 'Saga'.



    Eine Korrektur zum Beitrag Nr. 14: Das Orchester in der konzertanten Aufführung von Beethovens „Leonore“ am 24. 8. 1970 in der Royal Albert Hall war nicht das Orchester der Sadler's Wells Opera, sondern das English Chamber Orchestra.



    Carlo

    Da bin ich wieder!



    Hier ist der erste Teil einer Aufstellung mit Aufnahmen von Werner Hollweg als Nachtrag zu seiner Diskographie in den Beiträgen Nrn. 53 bis 75; die meisten der genannten Aufnahmen sind bislang unveröffentlicht. .



    „Himmelfahrt-Oratorium, BWV 11“ ('Lobet Gott in seinen Reichen') (Johann Sebastian Bach): Celina Lindsley, Gabriele Schreckenbach, Werner Hollweg und Walton Grönroos / Der RIAS-Kammerchor / Chorltg.: Marcus Creed / Das RIAS-Jugendorchester / Dirigent: Guido Maria Guida (Berlin, Philharmonie, 15. 6. 1988).

    Am 9., 12. und 15. Juni 1988 erklangen unter dem Titel „Aus den Schätzen der Staatsbibliothek“ im Kammermusiksaal der Berliner Philharmonie diverse Kompositionen, deren Original-Partituren in der Berliner Staatsbibliothek aufbewahrt werden (siehe auch Mendelssohn-Bartholdys „Christus“-Fragment und Schuberts „Offertorium“).



    “Matthäus-Passion, BWV 244” (Johann Sebastian Bach): Kurt Equiluz (Evangelist), Franz Mazura (Christus), Elly Ameling, Brigitte Fassbaender, Werner Hollweg und Jakob Staempfli / Der Regensburger Domchor / Chorltg.: Georg Ratzinger / Die Cappella Coloniensis / Dirigent: Hanns-Martin Schneidt (Regensburg, Kirche St. Albertus Magnus, 23. 2. - 7. 3. 1969). Eine Studio-Produktion des WDR Köln mit einer Dauer von knapp drei Stunden.



    “Neunte Symphonie” (Ludwig van Beethoven): Helen Donath, Cvetka Ahlin, Werner Hollweg und Hans Sotin / Der Chor und das Sinfonieorchester des Norddeutschen Rundfunks Hamburg / Chorltg.: Helmut Franz / Dirigent: Hans Schmidt-Isserstedt (Hamburg, Musikhalle, 5. 5. 1970)

    .

    dto.: Helen Donath, Marga Schiml, Werner Hollweg und Karl Ridderbusch / Der Chor der Deutschen Oper Berlin / Chorltg.: Walter Hagen-Groll / Die Berliner Philharmoniker / Dirigent: Herbert von Karajan (Berlin, Philharmonie, 31. 12. 1970). 'Silvesterkonzert' mit TV-Übertragung im ZDF; veröffentlicht vom 'Institut National Audio-Visuel' (Paris).


    dto.: Margaret Price, Yvonne Minton, Werner Hollweg und Norman Bailey / The New Philharmonia Chorus and Orchestra / Chorltg.: Wilhelm Pitz / Dirigent: Rafael Kubelik (London, Royal Festival Hall, 14. 1. 1974). Im Konzert zum Gedächtnis an den am 6. 5. 1973 gestorbenen Otto Klemperer erklang neben Beethovens 'Neunte' auch die “Maurerische Trauermusik, KV 477“ von Mozart; beide Werke sind auf einer CD von 'BBC Legends' (2002) zu hören. (Die vier Gesangssolisten hatten auch mit Otto Klemperer gearbeitet; Werner Hollweg sollte in einer mit Klemperer geplanten Aufnahme der “Entführung aus dem Serail” den Belmonte singen.)


    dto.: Ruth Falcon, Marie-Louise Gilles, Werner Hollweg und Harald Stamm / Der Chor und das Sinfonieorchester des Norddeutschen Rundfunks Hamburg / Chorltg.: Helmut Franz / Dirigent: Moshe Atzmon (Hamburg, Musikhalle, 13. 9. 1976).


    dto.: Sona Ghazarian, Margarita Lilova, Werner Hollweg und Siegmund Nimsgern / Der Philharmonische Chor Bratislava / Die Wiener Singakademie / Die Wiener Symphoniker / Dirigent: Carlo Maria Giulini (Wien, Konzerthaus, 1. 1. 1978).



    “Missa Solemnis” (Ludwig van Beethoven): Annabelle Bernard, Marga Höffgen, Werner Hollweg und Simon Estes / Der Chor der Deutschen Oper Berlin / Chorltg: Walter Hagen-Groll / Das Radio-Symphonie-Orchester Berlin / Dirigent: Lorin Maazel (Berlin, Philharmonie, 30. 3. 1974).



    “Lieder von Ludwig van Beethoven”: Mailied, op. 52 Nr. 4 – Mit einem gemalten Band, op. 83 Nr. 3 – Que le temps me dure, WoO 116 – Wonne der Wehmut, op. 83 Nr.1 – An die Geliebte, WoO 140 – An die Hoffnung, Zweitfassung, op. 94 – Neue Liebe, neues Leben, op. 75 Nr. 2 – In questa tomba oscura, WoO 133 – La partenza, WoO 124 – Marmotte, op. 52 Nr. 7 – Andenken, WoO 136 – Sehnsucht, WoO 146 – Zyklus 'An die ferne Geliebte', op. 98 – Als Zugaben: Zärtliche Liebe (Ich liebe dich), WoO 123 – Die Ehre Gottes aus der Natur (Die Himmel rühmen die Ehre Gottes), op. 48 Nr. 4 / Werner Hollweg (Tenor) / Roman Ortner (Klavier) (Salzburg, Mozarteum, 21. 8. 1984). Zwischen den Liedern las Werner Hollweg aus Briefen Ludwig van Beethovens an Bettina von Brentano, Josephine von Brunsvik, Nikolaus von Zmeskall und an die 'Unsterbliche Geliebte', deren Identität bis heute nicht zweifelsfrei geklärt werden konnte. (Siehe Beitrag Nr. 70 vom 29. 12. 2018.)



    “Fausts Verdammung” ('La Damnation de Faust') (Hector Berlioz): Margarete - Agnes Baltsa / Faust - Werner Hollweg / Mephistopheles - Siegmund Nimsgern / Brander - Günter Wewel / Der Chor der St.-Hedwigs-Kathedrale Berlin / Die Berliner Philharmoniker / Chorleiter und Dirigent: Roland Bader (Berlin, Philharmonie, 25. 10. 1975).



    “Grande Messe des Morts” ('Requiem') (Hector Berlioz): Werner Hollweg (Tenor) / Der Chor der St.-Hedwigs-Kathedrale Berlin / Chorltg.: Roland Bader / Der RIAS-Kammerchor / Chorltg.: Uwe Gronostay / Die Berliner Philharmoniker / Dirigent: Seiji Ozawa (Berlin, Philharmonie, 22. 11. 1975)



    „Rinaldo, op. 50“ (Johannes Brahms): Werner Hollweg / Herren des Rundfunkchors Berlin / Chorltg.: Dietrich Knothe / Das Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin / Dirigent: Hans Graf (Berlin, Konzerthaus, Datum unbekannt). Ein Mitschnitt des SFB (Sender Freies Berlin).



    "Messe Nr. 3 in f-Moll" (Anton Bruckner): Helen Donath, Hanna Schwarz (statt Julia Hamari), Werner Hollweg und Robert Holl / Der Chor und das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks / Chorltg.: Josef Schmidhuber / Dirigent: Eugen Jochum (München, Herkulessaal der Residenz, Sendung am 6. 3. 1975).



    „Jephte“ (Giacomo Carissimi / Hans Werner Henze): Jephte, ein hebräischer Richter - Werner Hollweg / Die Tochter des Jephte - Eva Csapò / Ein Soldat – Roland Hermann / Historicus I - Cornelia Kallisch / Historicus II - Roland Hermann / Der ORF-Chor Wien / Ltg.: Erwin Ortner / Das 'Ensemble Modern' Frankfurt / Dirigent: Lothar Zagrosek (Salzburg, Universitätskirche, 27. 7. 1988).

    Hans Werner Henzes Bearbeitung des berühmten Oratoriums des Barock-Komponisten Giacomo Carissimi stammt aus dem Jahre 1976 und wurde im selben Jahr beim 'Festival of the City of London' erstmals aufgeführt. Bei den Salzburger Festspielen 1988 erklang das Werk (in lateinischer Sprache) zusammen mit der Uraufführung von Ernst Kreneks Oratorium „Symeon der Stylit“ (siehe dort).



    “Te Deum for the Victory of Dettingen" ('Dettinger Te Deum') (Georg Friedrich Händel): Erna Spoorenberg, Cvetka Ahlin, Werner Hollweg und Thomas Hemsley / Der Chor und das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks / Chorltg.: Josef Schmidhuber / Dirigent: Ferdinand Leitner (München, Herkulessaal der Residenz, 17. 4. 1970). Eine Studio-Produktion in englischer Sprache.



    „Die Schöpfung“ (Joseph Haydn): Elisabeth Speiser, Werner Hollweg und Karl Christian Kohn / Der Chor der Bayerischen Staatsoper München / Chorltg.: Wolfgang Baumgart / Das Bayerische Staatsorchester / Dirigent: Karl Richter (München, Nationaltheater, 8. 5. 1972) Vor wenigen Monaten bei 'Hänssler' auf zwei 2 CDs erschienen.



    Carlo

    Und hier Norman Bailey in den Wagner-Opern "Siegfried", "Götterdämmerung" und "Parsifal"!


    „Siegfried“ (Richard Wagner): Siegfried – Alberto Remedios / Mime – Gregory Dempsey / Der Wanderer – Norman Bailey / Alberich – Derek Hammond-Strout / Fafner – Clifford Grant / Brünnhilde – Rita Hunter / Erda – Anne Collins / Waldvogel – Maurine London / The Sadler's Wells Opera Orchestra / Dirigent: Reginald Goodall (London, Coliseum, August1973). Veröffentlicht bei 'HMV' 1974 (5 LPs) und – je 4 CDs – bei der 'EMI' 1990 und bei 'Chandos' 2001. Der komplette 'englische' Ring erschien 1979 auf 20 LPs bei der 'EMI' und 2002 auf 16 CDs bei 'Chandos'. (Die Aufnahme – in Andrew Porters englischer Textversion - setzt sich aus Mitschnitten der Generalprobe am 2. 8. 1973 und den Aufführungen am 8. und 21. 8. 1973 zusammen.)


    In der „Siegfried“-Premiere am 8. 2. 1973 sang Don Garrard den 'Wanderer', der auch im BBC-Mitschnitt der Aufführung vom 3. 3. 1973 (und somit auch auf den CDs vom 'Opera Depot') zu hören ist; die Besetzung war identisch mit dem 'HMV'.Mitschnitt bis auf Norman Bailey als 'Wanderer' und Valerie Masterson als 'Waldvogel' .



    „Götterdämmerung“ (Richard Wagner): Siegfried - Alberto Remedios / Gunther - Norman Bailey / Hagen - Clifford Grant / Alberich - Derek Hammond-Stroud / Brünnhilde - Rita Hunter / Gutrune - Catherine Wilson / Waltraute - Katherine Pring / Erste Norn - Gillian Knight / Zweite Norn - Anne Collins / Dritte Norn - Janice Chapman / Woglinde - Barbara Walker / Wellgunde - Anne Evans / Flosshilde - Georgetta Psaros / Chorus and Orchestra of the Sadler's Wells Opera / Chorltg.: Hazel Vivienne / Dirigent: Reginald Goodall (London, Coliseum, 6. 3. 1971, in englischer Sprache). Die Live-Übertragung der BBC erschien beim 'Opera Depot' auf vier CDs. Reginald Goodall dirigierte in der Premiere dieser Neuinszenierung (29. 1. 1971) seine erste „Götterdämmerung“, während Georgetta Psaros für die erkrankte Gillian Knight als 'erste Norn' einsprang. Harold Rosenthal schrieb in 'Opera': „Mr. Bailey's noble yet weak Gunther was one of the best I have come across, worthy to be ranked with those of Hermann Uhde and Hans Hotter.“ (Bei den Bayreuther Festspielen 1969 hat Norman Bailey alternierend mit Thomas Stewart auch den 'Gunther' gesungen; die Rundfunkübertragung war allerdings mit Stewart besetzt.)


    dto.: (Dritter Akt, zweite Szene ab 'Der uns das Wild verscheucht' bzw. 'You drove the game away from us' bis zum Ende der Oper): Siegfried – Alberto Remedios / Gunther – Norman Bailey / Hagen – Clifford Grant / Brünnhilde – Rita Hunter / Gutrune – Margaret Curphey / Chorus and Orchestra of the Sadler's Wells Opera / Chorltg.: Hazel Vivienne / Dirigent: Reginald Goodall (London, Kirche St.Giles-without-Cripplegate, 30. und 31. 12. 1972). Eine Studio-Aufnahme in englischer Sprache, veröffentlicht von 'Unicorn' (2 LPs / 1973) und 'Chandos' (1 CD / 1988). Deutsche Besprechungen ('Opernwelt' und 'Orpheus') seiner Londoner Wagner-Aufführungen waren voll des Lobes und eine geradezu hymnische Kritik im 'Orpheus' vom September 1973 über die Teil-Aufnahme des dritten Aktes der „Götterdämmerung“ veranlasste mich damals, mir die zwei 'Unicorn'-Platten zu kaufen.


    Im Mitschnitt der 'EMI' von den „Götterdämmerung“-Aufführungen der English National Opera am 6., 13. und 27. 8. 1977 wirkte Norman Bailey nicht mit. Der Vollständigkeit halber sei aber auch hier die Besetzung genannt: Siegfried – Alberto Remedios, Gunther – Norman Welsby, Hagen – Aage Haugland, Alberich – Derek Hammond-Stroud, Brünnhilde – Rita Hunter, Gutrune – Margaret Curphey, Waltraute – Katherine Pring, Erste Norn – Anne Collins, Zweite Norn – Gillian Knight, Dritte Norn – Anne Evans, Woglinde – Valerie Masterson, Wellgunde – Shelagh Squires, Flosshilde – Helen Attfield / The Chorus and Orchestra of the English National Opera / Chorltg.: Kenneth Cleveland / Dirigent: Reginald Goodall.


    Ich habe eine Schallplatte der 'EMI'-Tochter 'Classics for Pleasure' von 1972, auf der Rita Hunter und Alberto Remedios – die beide aus dem Merseyside County in Nord-England stammten und dort unabhängig voneinander denselben Gesangslehrer (Edwin Francis) hatten – in deutscher Sprache mit dem Duett Brünnhilde-Siegfried aus dem Vorspiel 'Zu neuen Taten, teurer Helde' und Brünnhildes Schlussgesang 'Starke Scheite schichtet mir dort' zu hören sind, begleitet vom London Philharmonic Orchestra unter Charles Mackerras; ferner sind darauf noch die 'Morgendämmerung', 'Siegfrieds Rheinfahrt' und der 'Trauermarsch' enthalten. Während sich Rita Hunter in Deutschland rar machte, war Alberto Remedios – ein Engländer mit spanischen Wurzeln – ab 1968 für zwei Spielzeiten Mitglied der Frankfurter Oper und hatte einen Gastvertrag mit dem Badischen Staatstheater in Karlsruhe. Sein jüngerer Bruder Ramon Remedios (ebenfalls Tenor) sang ab 1973 zwei Jahre lang im Ensemble des Kölner Opernhauses.



    „Parsifal“ (Richard Wagner): Amfortas – Norman Bailey / Titurel – Michael Langdon / Gurnemanz – Louis Hendrickx / Parsifal – Jon Vickers / Kundry – Amy Shuard / Klingsor – Donald McIntyre / Zwei Gralsritter – Edgar Evans und Dennis Wicks / Vier Knappen – Nan Christie, Delia Wallis, David Lennox und John Dobson / Blumenmädchen – Kiri Te Kanawa, Anne Howells, Marjorie Biggar, Alison Hargan, Maureen Keetch und Anne Pashley / Altsolo – Anne Howells / The Chorus and Orchestra of the Royal Opera House, Covent Garden / Chorltg.: Douglas Robinson / Dirigent: Reginald Goodall (London, Royal Opera House, Covent Garden, 8. 5. 1971). Die Live-Übertragung der BBC wurde in einer eigenen 'Heritage'-Serie des 'Royal Opera House' 2008 auf vier CDs veröffentlicht. Ursprünglich war für die sechs Vorstellungen ab dem 21. 4. 1971 Franz Crass als 'Gurnemanz' vorgesehen; für ihn sangen einmal Gottlob Frick, zweimal Louis Hendrickx und dreimal Peter Meven.


    dto.: Amfortas – Siegmund Nimsgern / Titurel – Forbes Robinson / Gurnemanz – Martti Talvela / Parsifal – Helge Brilioth / Kundry – Amy Shuard / Klingsor – Norman Bailey / Zwei Gralsritter – John Lanigan und Dennis Wicks / Vier Knappen – Wendy Eathorne, Yvonne Fuller, Adrian De Payer und John Dobson / Blumenmädchen - Kiri Te Kanawa, Glenys Fowles, Sydna Withingstone, Teresa Cahill, Yvonne Fuller und Marjorie Biggar / The Chorus and Orchestra of the Royal Opera House, Covent Garden / Chorltg.: Douglas Robinson / Dirigent: Jascha Horenstein (London, Royal Opera House, Covent Garden, 19. 3. 1973). Die BBC brachte den Mitschnitt am 20. 4. 1973 im Rundfunk; 'Omega Opera Archiv' hat ihn im Angebot. (Die folgende Vorstellung am 22. 3. 1973 war Jascha Horensteins letzter Auftritt; elf Tage später - am 2. 4. 1973 – ist der in Kiev geborene und in Deutschland aufgewachsene und ausgebildete Dirigent 74jährig in London gestorben!)


    dto.: Amfortas – Norman Bailey / Titurel – Gwynne Howell / Gurnemanz – Kurt Moll / Parsifal – Peter Hofmann / Kundry – Yvonne Minton / Klingsor – Franz Mazura / Zwei Gralsritter – John Dobson und Malcolm King / Vier Knappen – Elaine Mary Hall, Janice Hooper-Roe, Adrian Martin und Francis Egerton / Blumenmädchen – Teresa Cahill, Isobel Buchanan, Diana Montague, Elizabeth Robson, Jean Bailey und Anne Wilkens / Solstimmen aus der Höhe – Stephen Pusey und David White / The Chorus and Orchestra of the Royal Opera House, Covent Garden / Chorltg.: John Barker / Dirigent: Maurits Sillem (London, Royal Opera House, Covent Garden, 17. 4. 1979). Maurits Sillem sprang kurzfristig für Georg Solti ein; die Vorstellung wurde von der BBC live übertragen (ein Band der Rundfunksendung bot 'Mr. Tape' an)..


    dto.: Besetzung wie die Vorstellung vom 17. 4. 1979 mit Ausnahme folgender Sänger: Zweiter Gralsritter – Roderick Kennedy / Dritter und vierter Knappe – Robin Leggate und Philip Gelling / Erstes Blumenmädchen – Yvonne Kenny / Sechstes Blumenmädchen – Cynthia Buchan / Boys from Crofton Parish Church Choir (Orpington), Children from Finchley Catholic High Schhol, Boys from The Merton Boys Choir, Children from Widford Lodge / Chorus and Orchestra of the Royal Opera House, Covent Garden / Chorltg.: John Barker / Dirigent: Georg Solti (London, Royal Opera House, Covent Garden, 20. 6. 1980). Auch von dieser Aufführung hatte 'Mr. Tape' einen Mitschnitt in seinem Katalog.


    dto.: Amfortas – Norman Bailey / Titurel – William Wildermann / Gurnemanz – Jerome Hines / Parsifal – Jess Thomas / Kundry – Tatiana Troyanos / Klingsor – Vern Shinall / Zwei Gralsritter – Timothy Jenkins und Philip Booth / Vier Knappen – Elizabeth Volkman, Ariel Bybee, Charles Anthony und John Carpenter / Blumenmädchen – Betsy Norden, Louise Wohlafka, Elizabeth Volkman, Alma Jean Smith, Loretta Di Franco und Isola Jones / Altsolo – Batyah Godfrey / The Chorus and Orchestra of the Metropolitan Opera House, New York / Chorltg.: David Stivender / Dirigent: James Levine (New York, Metropolitan Opera House, 5. 4. 1980). Das war eine 'Saturday Afternoon Broadcasting Performance'!


    dto.: Szene Parsifal-Kundry (2. Akt): Dies alles hab' ich nun geträumt?... Ich sah das Kind an seiner Mutter Brust... Amfortas! Die Wunde!... Grausamer! Fühlst du im Herzen nur andrer Schmerzen... Erlösung, Frevlerin, biet' ich auch dir... Halt da! Dich bann' ich mit der rechten Wehr! / Kundry – Birgit Nilsson / Parsifal – Helge Brilioth / Klingsor – Norman Bailey / The Orchestra of the Royal Opera House, Covent Garden, London / Dirigent: Leif Segerstam (London, Watford Town Hall, 12. 7. 1973). Diese Schallplatte der 'Philips' (1974), die ich auch habe, enthält zusätzlich das Finale des ersten Akts der „Walküre“ (Schläfst du, Gast?... Der Männer Sippe saß hier im Saal... Winterstürme wichen dem Wonnemond... Du bist der Lenz... Siegmund heiß' ich und Siegmund bin ich!) mit Birgit Nilsson und Helge Brilioth; Leif Segerstam leitet auch hier das Orchester von Covent Garden. Während 'die Nilsson' die Sieglinde auch in ihren späteren Jahren noch gelegentlich sang – so 1975 in vier Vorstellungen an der 'Met' mit Jon Vickers als Siegmund – hat sie die Kundry, die sie nach meiner Einschätzung hier doch recht eindimensional bringt, nie auf der Bühne dargestellt. Wie die PR-Abteilung der 'Philips' diese Platte mit einem derart desillusionierenden Cover-Foto (von Michael Evans während einer Aufnahme-Sitzung 'geschossen') in den Handel geben konnte, ist mir schleierhaft; es zeigt - neben Leif Segerstam (noch schlank und ohne 'Rauschebart') mit eindringlicher Gestik und Helge Brilioth in lässiger Körperhaltung mit skeptischem Blick - Birgit Nilsson 'ungeschminkt' und unvorteilhaft von der Seite fotografiert sowie einen offensichtlich gähnenden Norman Bailey!


    Carlo

    Hier ist der dritte und letzte Teil mit den Einzeltiteln der Sopranistin Marianne Schech:


    a) Oper


    „Der fliegende Holländer“ (Richard Wagner): Johohoe! Traft ihr das Schiff im Meere an / Der Südfunk-Chor / Das Radio-Sinfonieorchester Stuttgart / Alfons Rischner (1953) ('Melodram' und 'Gala')


    „Tannhäuser“ (Richard Wagner): Dich, teure Halle, grüß' ich wieder – Allmächt'ge Jungfrau! Hör mein Flehen / Die Staatskapelle Dresden / Karl Elmendorff (21. 9. 1944) ('Profil-Hänssler -Edition Staatskapelle Dresden, Vol. 23')


    „Die Walküre“ (Richard Wagner): Der Männer Sippe saß hier im Saal / Das RIAS-Symphonie-Orchester Berlin / Artur Rother (1952) ('Melodram' und 'Gala')


    „Die Walküre“ (Richard Wagner): Winterstürme wichen dem Wonnemond... Du bist der Lenz... Siegmund heiß ich! Und Siegmund bin ich! (mit Ludwig Suthaus) / Das Radio-Sinfonieorchester Stuttgart / Hans Müller-Kray (1950) ('Preiser - Ludwig Suthaus: The Moscow Song Recital').


    dto.: Ein Schwert verhieß mir der Vater... Schläfst du. Gast?... Der Männer Sippe saß hier im Saal.... Winterstürme wichen dem Wonnemond... Du bist der Lenz... Siegmund heiß' ich! Und Siegmund bin ich! (mit Sebastian Feiersinger) / L' Orchestre National de la RTF / Dirigent: Carl Schuricht (Paris, Salle Pleyel, 18. 2. 1963). Zusammen mit Szenen aus der „Götterdämmerung“ 2012 bei 'Altus' in Japan auf zwei CDs erschienen – siehe unten.)


    „Siegfried“ (Richard Wagner): Heil dir, Sonne! Heil dir, Licht!... Ewig war ich, ewig bin ich... O kindischer Held! O herrlicher Knabe! (mit Wolfgang Windgassen) / Das Radio-Sinfoneorchester Stuttgart / Alfons Rischner (1953) Auf dem LP-Doppelalbum der 'Melodram' ist dieses Duett erst ab der Textstelle 'Ewig war ich, ewig bin ich' enthalten.


    „Götterdämmerung“ (Richard Wagner): Morgendämmerung – Zu neuen Taten, teurer Helde! - Siegfrieds Rheinfahrt – Brünnhilde! Heilige Braut! - Trauermusik – Starke Scheite schichtet mir dort (mit Sebastian Feiersinger) / L' Orchestre National de la RTF / Dirigent: Carl Schuricht (Paris, Salle Pleyel, 18. 2. 1963). Der Mitschnitt dieses Live-Konzerts des französischen Rundfunks wurde von der japanischen Firma 'Altus' 2012 zusammen mit der dritten Szene des ersten Aktes der „Walküre“ auf zwei CDs veröffentlicht.


    „Parsifal“ (Richard Wagner): Ich sah das Kind an seiner Mutter Brust / Das Orchester der Bayerischen Staatsoper München / Eugen Jochum (14. 4. 1957 oder 3. 11. 1957) (siehe die Beiträge ab Nr. 26) ('Melodram')


    dto. Ich sah das Kind an seiner Mutter Brust... Wehe! Wehe! Was Tat ich? Wo war ich?... Amfortas! Die Wunde!... Grausamer! Fühlst du im Herzen nur and'rer Schmerzen... Vergeh', unseliges Weib! (mit Bernd Aldenhoff) / Das Orchester der Bayerischen Staatsoper München / Eugen Jochum (3. 11. 1957) (siehe die Beiträge ab Nr, 26) ('Gala')


    „Euryanthe“ (Carl Maria von Weber): Unter ist mein Stern gegangen (mit Joan Sutherland) / The BBC Symphony Orchestra / Fritz Stiedry (30. 9. 1955) (siehe Beitrag Nr. 26) ('Melodram')


    „Oberon“ (Carl Maria von Weber): Ozean, du Ungeheuer / Das Radio-Sinfonieorchester Stuttgart / Alfons Rischner (1957) ('Melodram' und Gala')


    b) Konzert


    „Glagolitische Messe“ (Leos Janácek): mit Marianne Schech, Hertha Töpper, William McAlpine und Kieth Engen / Anton Nowakowski (Orgel) / Der Chor und das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks / Chorltg.: Kurt Prestel / Dirigent: Eugen Jochum (München, Herkulessaal der Residenz, 1. 8. 1960, Konzertmitschnitt)


    „Die Kantate vom Leben“ (Rupert Riederer): (5 Sätze: Leben – Lust – Leid – Hast – Liebe / Text von Margarete E. Hohoff) Marianne Schech (Sopran) und Anton Gruber-Bauer (Bariton) / Die Chorgemeinschaft Rudolf Lamy / Die Münchner Philharmoniker / Kurt Striegler (München, Kongress-Saal des Deutschen Museums, 10. 9. 1957) (Gesendet u. a. am 13. 5. 2021 im 'Nachtkonzert der ARD'.)

    Von Rupert Riederer (1901 - 1970) gibt es auch eine „Kantate vom Tod“ für Soli, Chor und Orchester, die vom Bayerischen Rundfunk am 13. 11. 1953 im Kongress-Saal des Deutschen Museums in München mit dem Rudolf-Lamy-Chor und den Münchner Philharmonikern unter Jan Koetsier aufgenommen wurde; die Solisten waren Hanne Münch (Alt) und Anton Gruber-Bauer (Bariton).


    „Walther von der Vogelweide“ (Adolf Vogl): Zwei Lieder aus der nach dem Minnesänger benannten Kantate mit seinen Gedichten 'Frohsinn und Herzleid' und 'Unter der Linden' / Marianne Schech (Sopran) und Hendrikus Rootering (Tenor) / Die Münchner Philharmoniker / Kurt Striegler (München, Kongress-Saal des Deutschen Museums, 29. 5. 1957)

    Der Münchner Komponist und Musiklehrer Adolf Vogl (1873-1961), ein Sohn des berühmten Münchner Sängerehepaars Therese und Heinrich Vogl, geriet in den 20er Jahren in den 'Dunstkreis' Hitlers; dessen Nichte Geli Raubal er unterrichtete; später distanzierte er sich von den Nazis, was ihn aber nicht davor bewahrte, in der Nachkriegszeit zur 'Unperson' im Münchner Kulturleben zu werden.


    Abschließend sei noch auf die ungewöhnliche Freizeitbeschäftigung der für ihren bodenständigen Humor bekannten und von ihren Schülern sehr verehrten 'Frau Kammersängerin' hingewiesen: sie war Fotografin aus Leidenschaft und kannte sich auch mit den technischen Seiten dieses Hobbies hervorragend aus. Die bevorzugten Fotomotive der Försterstochter waren Tiere und die bayerische Landschaft. Eine Veröffentlichung ihrer Bilder oder gar eine Ausstellung hat sie aber immer bescheiden abgelehnt.


    Carlo

    Hier ist nun der letzte Teil meiner Liste der Gesamtaufnahmen mit Bernd Aldenhoff:



    „Der Freischütz“ (Carl Maria von Weber): Ottokar – Karl Paul / Kuno – Werner Faulhaber / Agathe – Elfride Trötschel / Ännchen – Irma Beilke / Max – Bernd Aldenhoff / Kaspar – Kurt Böhme / Der Eremit – Hans Krämer / Kilian – Karl-Heinz Thomann / Samiel – Hannes Haegele / Drei Brautjungfern – Edith Hellriegel, Helga Brose und Ursula Richter / Der Chor der Staatsoper Dresden / Chorltg.: Ernst Hintze / Die Staatskapelle Dresden / Dirigent: Rudolf Kempe (Dresden, Großes Haus der Staatstheater, 20. 5. - 22. 5. 1951). Auch dies ist eine Aufnahme der amerikanischen Schallplattenfirma 'Urania' in Co-Produktion mit dem Mitteldeutschen Rundfunk (Landessender Dresden).


    Zuerst veröffentlicht im September 1951 von 'Urania' auf drei LPs (mit stark gekürzten Dialogen) unter UR 403 (USA), wieder aufgelegt 1966 in den USA von 'Urania' (UR 242 in Mono bzw. US 5242 in elektrischem Stereo). Auf 'Vox' (OPBX 149 / 3 LPs) erschien die Aufnahme (ohne Dialoge) 1962 – gekoppelt mit der 'Schwarzkopf-Aufnahme' des „Abu Hassan“ - und die 'BASF' brachte 1976 'mein' LP-Doppelalbum (ohne Dialoge) auf den westdeutschen Schallplattenmarkt. Auf Compact-Disc erschien die Aufnahme zuerst 1999 in Frankreich bei 'Dante' (2 CDs) und 2012 kam bei 'Profil/Hänssler' in der „Semperoper Edition, Vol. 5“ diese Aufnahme (erstmals mit kompletten Dialogen) auf drei CDs heraus (PH 10032) unter Beifügung von vier „Freischütz“-Ausschnitten mit Elfride Trötschel als Agathe und Ännchen sowie einem Gespräch mit dem Bühnenbildner Karl von Appen zur Dresdner Neuinszenierung im „Weber-Jahr 1951“ (125. Todestag des Komponisten und 130. Jahrestag der „Freischütz“-Uraufführung), deren Premiere am 21. 10. 1951 die 1000. Aufführung dieser Oper dort war.



    Abschließend noch einige Einzeltitel mit Bernd Aldenhoff:


    „Aus Opern von Giuseppe Verdi“


    „Ein Maskenball“ ('Un ballo in maschera'): Duett Amelia-Richard 'Ich bin dir nah' (mit Christel Goltz) / Das Große Rundfunkorchester des Landessenders Dresden / Dirigent: Hans-Hendrik Wehding (Dresden, Mitteldeutscher Rundfunk, Steinsaal, 1946);


    „Aida“: Finale mit Schlussduett Aida-Radames 'Es hat der Stein sich über mir geschlossen' (mit Christel Goltz und Helena Rott) / Der Chor und das Sinfonieorchester des Mitteldeutschen Rundfunks Leipzig / Dirigent: Rolf Kleinert (Leipzig, Deutsche Reichshallen, 1947);


    „Othello“ ('Otello'): Der Tod des Othello „Jeder Knabe kann mein Schwert mir entreissen' / Das Große Rundfunkorchester des Landessenders Dresden / Dirigent: Hans-Hendrik Wehding (Dresden, Mitteldeutscher Rundfunk, Steinsaal, 1946);


    Diese Aufnahmen sind in der Anthologie „Gott! Welch Dunkel hier – Die Stunde null“ in der „Semperoper Edition, Vol. 1“ von 'Profil/Hänssler' (PH 10007 / 3 CDs / 2011) zu finden.



    Othello“ ('Otello'): Nun in der nächt'gen Stille (mit Leonie Rysanek) / Orchester der Bayerischen Staatsoper München / Dirigent: Eugen Jochum (München, Prinzregententheater, 14. 5. 1953). Enthalten im LP-Doppelalbum „Leonie Rysanek“ in der Serie „25 Voci celebri della Lirica, Serie 1, No. 11“ von 'Melodram' (1982).


    dto.: Zur Nachtzeit war es (mit Josef Metternich) / Orchester der Bayerischen Staatsoper / Dirigent: Ferenc Fricsay (München, Prinzregententheater, 1956). Veröffentlicht in der Box „Josef Metternich – Rare and Unreleased Recordings“ von 'Gebhardt' (3 CDs / 2008).



    „Aus Opern von Richard Wagner“


    „Rienzi“: Das Gebet des Rienzi 'Allmächt'hger Vater, blick' herab' / Die Dresdner Philharmonie / Dirigent: Walter Stoschek (Dresden, Mitteldeutscher Rundfunk, Steinsaal, 5. 2. 1950);


    „Tannhäuser“: Szene Venus-Tannhäuser 'Geliebter, sag'. Wo weilt dein Sinn?' (mit Margarete Bäumer) / Das Sinfonieorchester des Mitteldeutschen Rundfunks Leipzig / Dirigent: Rolf Kleinert (Leipzig, Funkhaus, 1948) - 'O Fürstin!... Den Gott der Liebe sollst du preisen (mit Christel Goltz) / Das Sinfonieorchester des Mitteldeutschen Rundfunks Leipzig / Dirigent: Gerhart Wiesenhütter (Leipzig, Funkhaus, 22. 11. 1947) - Die 'Romerzählung' Tannhäusers 'Inbrunst im Herzen, wie kein Büßer noch sie je gefühlt' / Die Dresdner Philharmonie / Dirigent: Walter Stoschek (Dresden, Mitteldeutscher Rundfunk, Steinsaal, 5. 2. 1950);


    „Lohengrin“: Szene des Lohengrin 'Höchstes Vertrau'n hast du mir schon zu danken' / Die Dresdner Philharmonie / Dirigent: Walter Stoschek (Dresden, Mitteldeutscher Rundfunk, Steinsaal, 5. 2. 1950);


    „Die Meistersinger von Nürnberg“: Das Preislied Walther von Stolzings 'Morgenlich leuchtend in rosigem Schein' / Die Dresdner Philharmonie / Dirigent: Walter Stoschek (Dresden, Mitteldeutscher Rundfunk, Steinsaal, 5. 2. 1950);


    „Siegfried“: Siegfrieds Schmiedelieder 'Notung! Notung! Neidliches Schwert... Schmiede, mein Hammer, ein hartes Schwert' / Das Große Rundfunkorchester des Landessenders Dresden / Dirigent: Hans-Hendrik Wehding (Dresden, 1. 1. 1948, Live-Aufnahme);


    Diese Aufnahmen sind enthalten in der Anthologie „Wagner again?“ in der „Semperoper Edition, Vol. 3“ von 'Profil/Hänssler' (PH 11044 / 3 CDs / 2012).



    Bei den Einzeltiteln gibt es in puncto Orchester, Dirigenten und Aufnahmedaten unterschiedlcihe Angaben, verglichen mit den Recitals von 'Gala' (Beitrag Nr. 36), von 'Melodram' und 'Preiser' (Beitrag Nr. 54).



    Carlo

    Auch hier gab es 'Zündstoff':



    „Götterdämmerung“ (Richard Wagner): Siegfried – Bernd Aldenhoff / Gunther – Hermann Uhde / Hagen – Ludwig Weber / Alberich – Heinrich Pflanzl / Brünnhilde – Astrid Varnay / Gutrune – Martha Mödl / Waltraute – Elisabeth Höngen / Erste Norn – Rut Siewert / Zweite Norn – Ira Malaniuk / Dritte Norn – Martha Mödl / Woglinde – Elisabeth Schwarzkopf / Wellgunde – Hanna Ludwig / Floßhilde – Hertha Töpper / Der Chor und das Orchester der Bayreuther Festspiele / Chorltg.: Wilhelm Pitz / Dirigent: Hans Knappertsbusch (Bayreuth, Festspielhaus, 4. 8. 1951). Die abenteuerliche Geschichte rund um die Entstehung dieser Aufnahme ist im obigen Beitrag über den „Siegfried“-Mitschnitt (unter Herbert von Karajan) nachzulesen. Die britische CD-Firma 'Testament' veröffentlichte erstmals 1999 diese Produktion der 'Decca' – die ursprünglich für Weihnachten 1951 angekündigt war und auf Betreiben des 'EMI'-Produzenten Walter Legge nicht erscheinen durfte – und musste sie nach einer Klage des Bayreuther Festspielorchesters 2001 wieder vom Markt nehmen. Erst nach einem erneut vor Gericht ausgetragenen Rechtsstreit kam sie 2006 wieder in den Handel; inzwischen existiert Stewart Browns Firma 'Testament' – der wir viele interessante Aufnahmen zu verdanken haben – leider nicht mehr...



    dto.: Siegfried – Bernd Aldenhoff / Gunther – Hermann Uhde / Hagen – Gottlob Frick / Alberich – Otakar Kraus / Brünnhilde – Birgit Nilsson / Gutrune – Leonie Rysanek / Waltraute – Ira Malaniuk / Erste Norn – Irmgard Barth / Zweite Norn – Hertha Töpper / Dritte Norn – Marianne Schech / Woglinde – Gerda Sommerschuh / Wellgunde – Elisabeth Lindermeier / Floßhilde – Ruth Michaelis / Der Chor und das Orchester der Bayerischen Staatsoper München / Chorltg.: Herbert Erlenwein / Dirigent: Hans Knappertsbusch (München, Prinzregententheater, 1. 9. 1955). Ich habe diesen berühmten Mitschnitt – mit Birgit Nilssons erster Brünnhilde in deutscher Sprache – auf LPs von 'Melodram' (1984); es gibt ihn in mehreren LP- und CD-Ausgaben, u. a. bei 'Orfeo'.



    dto.: Siegfried – Bernd Aldenhoff / Gunther – Hans Reinmar / Hagen – Ferdinand Frantz / Alberich – Rudolf Wünzer / Brünnhilde – Paula Baumann / Gutrune – Leonie Rysanek / Waltraute – Ira Malaniuk / Erste Norn – Irmgard Barth / Zweite Norn – Hertha Töpper / Dritte Norn – Cäcilie Reich / Woglinde – Anny van Kruyswyk / Wellgunde – Elisabeth Lindermeier / Floßhilde – Ina Gerhein / Mannen – Walter Bracht, Alois Czaczinski und Hermann Ruhl / Der Chor und das Orchester der Bayerischen Staatsoper München / Chorltg.: Herbert Erlenwein / Dirigent: Robert Heger (München, Prinzregententheater, 17. 2. 1957). 'Melodram' gibt in der Veröffentlichung von 'Mime hieß ein mürrischer Zwerg... Brünnhilde, heilige Braut' irrtümlich als Datum den 7. 2. 1957 an.




    “Parsifal” (Richard Wagner): Amfortas – Heinrich Nillius / Titurel – Helmut Fehn / Gurnemanz – Josef Greindl / Parsifal – Bernd Aldenhoff / Kundry – Martha Mödl / Klingsor – Robert Blasius / Zwei Gralsritter – Christo Bajew und Günther Wilhelms / Vier Knappen – Ruth Schlüter, Waltraud Kolditz, Karl Schiebener und Walter Kassek / Blumenmädchen – Trude Eipperle, Ilse Hollweg, Else Veith, Ursula Kerp, Käthe Retzmann und Ingeborg Lasser / Altsolo – Ilsa Ihme-Sabisch / Ein Knabenchor und der Kölner Rundfunkchor / Chorltg.: Bernhard Zimmermann / Das Kölner Rundfunk-Sinfonie-Orchester / Dirigent: Richard Kraus (Leverkusen, Bayer-Erholungshaus, 31. 3. und 1. 4. 1949). Die Aufnahme ist erhalten geblieben und wurde von Jürgen Gebhardt 1999 auf vier CDs veröffentlicht.



    dto.: Wie im Marianne-Schech-Thread in den Beiträgen Nrn. 34 bis 39 nachzulesen ist, gab es wohl auch einen 'hauseigenen' Mitschnitt der Bayerischen Staatsoper aus dem Münchner Prinzregententheater vom 3. 11. 1957 mit Bernd Aldenhoff als Parsifal, Marianne Schech als Kundry, Josef Metternich als Amfortas und Ferdinand Frantz als Gurnemanz unter dem Dirigat von Eugen Jochum. In der CD-Box „Portrait of Bernd Aldenhoff“ von der niederländischen Firma 'Gala' (2000) sind daraus längere Ausschnitte aus dem zweiten Akt zu hören - siehe hierzu den Beitrag Nr 36 (von 'Rheingold1876') im Bernd-Aldenhoff-Thread.



    Carlo

    Nun endlich Norman Bailey als 'Wotan' in Wagners „Das Rheingold“ und „Die Walküre“.



    Zuerst einige Worte zu dem Dirigenten Reginald Goodall (1901-1990):


    Reginald Goodall, der seit 1946 an Londons Opernhaus Covent Garden arbeitete (Debüt als Dirigent 1946 mit Massenets „Manon“), wurde vermutlich aus Gründen, die mit seiner politischen Einstellung zu tun haben, nur selten – und dann nur für Repertoire-Aufführungen - an das Dirigentenpult geholt. In erster Linie war er als 'Rehearsal Conductor' beschäftigt, indem er für Dirigenten wie Erich Kleiber („Wozzeck“ 1953 und „Der Rosenkavalier“ 1950 bis 1953), Karl Rankl, Rudolf Kempe und Otto Klemperer („Fidelio“ 1961 und „Die Zauberflöte“ 1963) die Orchesterproben leitete und mit den Sängern arbeitete. Lediglich ein paar Aufführungen der „Meistersinger“ und des „Tannhäuser“ sowie ein „Siegfried“ (an Stelle von Karl Rankl) und eine „Walküre“ (als Einspringer für Franz Konwitschny 1959) sind an dieser Bühne bis 1971 dokumentiert; für seine Wagner-Interpretationen erhielt er stets hervorragende Kritiken. Nach dem durchschlagenden Erfolg der Aufführungen von „Walküre“ und „Götterdämmerung“ an der Sadler's Wells Opera beauftragte ihn Covent Garden im April 1971 mit dem Dirigat der Neueinstudierung von Herbert Grafs „Parsifal“-Inszenierung vom Mai 1959.


    Londons 'zweites' Opernhaus, die Sadler's Wells Opera - bereits 1945 hatte Goodall dort die Uraufführung des „Peter Grimes“ geleitet, ein Jahr später war er in Glyndebourne (alternierend mit Ernest Ansermet) an der Uraufführung von „The Rape of Lucretia“ beteiligt - holte Reginald Goodall 1968 als Dirigent einer neuen „Мeistersinger“-Produktion und übertrug ihm – nach dem Umzug vom 'Sadler's Wells Theatre' in der Rosebery Avenue in das viel größere 'London Coliseum' in der St. Martin's Lane - auch die musikalische Leitung der ersten „Ring“-Inszenierung an dieser Bühne, für die Andrew Porter eine neue englische Textfassung schrieb. Dieser „Ring of the Nibelung“ („The Valkyrie“ am 29. 1. 1970, „The Twilight of the Gods“ am 29. 1. 1971, „The Rhinegold“ am 1. 3. 1972 und „Siegfried“ am 8. 2. 1973) machte Goodall schlagartig als Wagner-Dirigent international bekannt.


    Man verglich Reginald Goodall mit Wilhelm Furtwängler und Hans Knappertsbusch (er hat Beiden assistiert und wie diese zwei Dirigenten vermied er es auch so weit als möglich, sich vor dem Publikum zu verbeugen) und sprach sogar von einem 'Phoenix aus der Asche'. Zahlreiche Sänger (u. a. Gwyneth Jones, Amy Shuard, Josephine Veasey, Donald McIntyre oder David Ward und auch Norman Bailey) studierten ihre Wagner-Rollen mit 'Reggie' ein; James King lernte mit ihm den „Parsifal“und Jon Vickers seinen „Tristan“. Aus ihren Äusserungen (zum Tode von Reginald Goodall) ist zu entnehmen, dass der britische Dirigent ein umgänglicher, kooperativer und die menschliche Stimme sehr liebender Musiker war, dem das Diktatortum mancher 'Pultstars' fremd war.



    „Das Rheingold“ (Richard Wagner): Wotan – Norman Bailey / Donner – Norman Welsby / Froh – Robert Ferguson / Loge – Emile Belcourt / Alberich – Derek Hammond-Stroud / Mime – Gregory Dempsey / Fasolt – Robert Lloyd / Fafner – Clifford Grant / Fricka – Ann Howard / Freia – Lois McDonall / Erda – Anne Collins / Woglinde – Barbara Walker / Wellgunde – Elizabeth Tippett / Flosshilde – Georgetta Psaros / The Orchestra of the Sadler's Wells Opera / Dirigent: Charles Mackerras (London, Coliseum, 14. 3. 1972, in englischer Sprache). Charles Mackerras übernahm für die Premiere am 1. 3. 1972 (und die folgenden Vorstellungen) das Dirigat an Stelle von Reginald Goodall, dem vom Arzt eine längere Ruhepause verordnet worden war; erst im März 1973 dirigierte er bei der Wiederaufnahme des „Rings“ den Vorabend der Tetralogie. Der BBC-Mitschnitt vom 14. 3. 1972 (unter Charles Mackerras) ist beim 'Opera Depot' erhältlich.


    dto.: Besetzung wie am 14. 3. 1972 mit folgenden Änderungen: Froh – Kenneth Woollam / Fasolt – Harold Blackburn / Woglinde – Audrey Gunn / Wellgunde – Sarah Walker / Flosshilde – Maureen Morelle / The Orchestra of the Sadler's Wells Opera / Dirigent: Reginald Goodall (London, Coliseum, 31. 7. 1973, in englischer Sprache). Der BBC-Mitschnitt erschien 2020 auf drei CDs beim 'Opera Depot). Jürgen Lederer schrieb im Berliner 'Orpheus' zu der Aufführung am 30. 3. 1973: „Goodall gelang es, den Bogen vom ersten Grundakkord bis zum strahlenden Schlusston zu spannen. Es gibt heutzutage wohl kaum einen anderen Dirigenten, der Wagner derart plastisch zu dirigieren versteht. Bayreuth sollte sich schnellstens des Engländers versichern.“ Nun, Goodall war in den 50er Jahren mehrfach in Bayreuth - als Zuschauer. Zu einem Engagement als Dirigent wäre es zu Lebzeiten Wieland Wagners sicherlich nicht gekommen...


    dto.: Wotan - Norman Bailey / Donner - Norman Welsby / Froh - Robert Ferguson / Loge - Emile Belcourt / Alberich - Derek Hammond-Stroud / Mime - Gregory Dempsey / Fasolt - Robert Lloyd / Fafner - Clifford Grant / Fricka - Katherine Pring / Freia - Lois McDonall / Erda - Anne Collins / Woglinde - Valerie Masterson / Wellgunde - Shelagh Squires / Flosshilde - Helen Attfield / The English National Opera Orchestra / Dirigent: Reginald Goodall (London, Coliseum, M舐z 1975). Bei 'HMV' erschienen 1975 auf 4 LPs und bei 'EMI' 1992 auf 3 CDs sowie 2001 bei 'Chandos' auf ebenfalls 3 CDs. Ein Zusammenschnitt aus Mitschnitten der Generalprobe vom 10. 3. und von Aufführungen am 19., 25. und 29. 3. 1975 im Coliseum in London. (Auch enthalten in der Ausgabe des kompletten „Rings“ 1979 bei 'HMV' auf 20 LPs und 2002 bei 'Chandos' auf 16 CDs.).


    dto.; Wotan – Norman Bailey / Donner – Neil Howlett / Froh – Anthony Rolfe Johnson / Loge – Robert Tear / Alberich – Hermann Becht / Mime – Paul Crook / Fasolt – Gwynne Howell / Fafner – Aage Haugland / Fricka – Katherine Pring (an Stelle von Josephine Veasey) / Freia – Helena Döse / Erda – Birgit Finnilä / Woglinde – Teresa Cahill / Wellgunde – Susan Moore / Flosshilde – Gillian Knight / The London Philharmonic Orchestra / Dirigent: Georg Solti (London, Royal Festival Hall, 18. 3. 1980). Es existiert ein Privat-Mitschnitt dieses Konzerts.



    „Die Walküre“ (Richard Wagner): Siegmund – Alberto Remedios / Hunding – Clifford Grant / Wotan – Norman Bailey / Sieglinde – Ava June / Brünnhilde – Rita Hunter / Fricka – Ann Howard / Gerhilde – Margaret Curphey / Ortlinde – Donna-Faye Carr / Waltraute – Patricia Purcell / Schwertleite – Katherine Pring / Helmwige – Janice Chapman / Siegrune – Ann Robson / Grimgerde – Anna Cooper / Rossweisse – Gillian Knight / The Orchestra of the Sadler's Well Opera / Dirigent: Reginald Goodall (London, Coliseum, 14. 2. 1970) Eine Live-Übertragung auf BBC 3, als Tonband von Mr. Tape angeboten und beim 'Opera Depot' auf vier CDs erschienen. Mit „The Valkyrie“ (Premiere am 29. 1. 1970) begann die international beachtete Neuinszenierung von Wagners „Ring of the Nibelung“ an der Sadler's Wells Opera in London. (In Götz Friedrichs neuer „Walküre“-Inszenierung in Covent Garden sang Norman Bailey in der dritten Vorstellung am 9. 10. 1974 den Wotan neben Marita Napier, Katalin Kasza, Josephine Veasey, Richard Cassilly und Hans Sotin; der Dirigent war Colin Davis.)


    dto.: Siegmund – Alberto Remedios / Hunding – Clifford Grant / Wotan – Norman Bailey / Sieglinde – Margaret Curphey / Brünnhilde – Rita Hunter / Fricka – Ann Howard / Gerhilde – Katie Clarke / Ortlinde – Anne Conoley / Waltraute – Elizabeth Connell / Schwertleite – Helen Attfield / Helmwige – Anne Evans / Siegrune – Sarah Walker / Grimgerde – Shelagh Squires / Rossweisse – Anne Collins / Orchestra of the English National Opera / Dirigent: Reginald Goodall (London, Coliseum, 18., 20. und 23. 12. 1975). 'HMV' 1976 (5 LPs), und 'EMI' 1979 (20 LPs) / 'EMI' 1991 (4 CDs). 'Chandos' 2000 (4 CDs) und 'Chandos' 2002 (16 CDs).


    dto.: Siegmund – James King / Hunding – Manfred Schenk / Wotan – Norman Bailey / Sieglinde – Janis Martin / Brünnhilde – Rita Hunter / Fricka – Mignon Dunn / Gerhilde – Elizabeth Volkman / Ortlinde – Mary Ellen Pracht / Waltraute – Sheila Nadler / Schwertleite – Batyah Godfrey / Helmwige – Sarah Beatty / Siegrune – Marcia Baldwin / Grimgerde – Joann Grillo / Rossweisse – Jean Kraft / The Orchestra of the Metropolitan Opera House / Dirigent: Erich Leinsdorf (New York, Metropolitan Opera House, 19. 2. 1977, Saturday Afternoon Matinee). 'Matinee Broadcast'. Zweiter und dritter Akt bei 'JDT Productions' (1998 / 2 CDs).


    dto.: (Wotans Abschied und Feuerzauber) / Norman Bailey / The New Philharmonia Orchestra London / Dirigent: Otto Klemperer (London, Kingsway Hall, Dezember 1970). Bei dieser Aufnahme – zusammen mit Anton Bruckners Symphonie Nr. 8 – leitete Reginald Goodall für Otto Klemperer die Proben. Der erste Akt der „Walküre“ mit Helga Dernesch, William Cochran – eingesprungen für James King - und Hans Sotin unter Otto Klemperer wurde Ende Oktober 1969 eingespielt (mit konzertanter Aufführung am 28. 10. 1969 in der Royal Festival Hall) und erschien mit 'Wotans Abschied' 1971 bei 'EMI' auf zwei LPs. (1991 wurde Norman Baileys Aufnahme in einer CD-Box wiederveröffentlicht, die auch Klemperers Interpretationen von Bruckners achter Symphonie und die "Nobilissima Visione"-Suite von Paul Hindemith beinhaltete.)



    Carlo

    Lieber 'Rheingold1876',


    man kann den Mitarbeitern des heutigen Mitteldeutschen Rundfunks und von 'Profil/Hänssler' keinen Vorwurf machen; sie haben vermutlich keine anderen Unterlagen vorgefunden und wussten wohl nichts von den 'Urania'-Schallplatten. Die 'Verschleierung' fand sicher schon vor 1952 statt, als der Mitteldeutsche Rundfunk - und mit ihm der Landessender Dresden - in das 'Rundfunkkomitee der DDR' eingegliedert wurde. Letztendlich zählen die Tondokumente und dem MDR und 'Profil/Hänssler' muss man dankbar sein, dass sie die 'Edition Semperoper' wie auch die 'Edition Dresdner Staatskapelle' initiiert haben und uns die vielen wertvollen Aufnahmen in sicher sehr aufwändiger technischer Aufbereitung zugänglich machten.



    Noch eine 'rätselhafte' Aufnahme mit Bernd Aldenhoff:


    „Siegfried“ (Richard Wagner): Siegfried - Bernd Aldenhoff / Mime - Paul Kuen / Der Wanderer - Sigurd Björling / Alberich - Heinrich Pflanzl / Fafner - Frederick Dalberg / Brünnhilde - Astrid Varnay / Erda - Rut Siewert / Waldvogel - Wilma Lipp / Das Orchester der Bayreuther Festspiele / Dirigent: Herbert von Karajan (Bayreuth, Festspielhaus, 13. 8. 1951). Ich habe die Ausgabe von 1980 von 'Melodram' in der Serie „12 Jahre Neu-Bayreuth 1951-1962“ (MEL 518); der Mitschnitt ist bei diversen Firmen auf LPs und CDs erschienen. (Der britische und in Südafrika beheimatete Bassist Dalberg benutzte in Deutschland seit seinem Leipziger Debüt 1931 den Vornamen 'Friedrich'.)


    Es ist ein Mysterium, aus welcher Quelle dieser „Siegfried“ - wie auch der Mitschnitt vom „Rheingold“ (11. 8. 1951) unter Herbert von Karajan – stammt. Bekanntlich wurde bei den ersten Bayreuther Festspielen nach dem Krieg 1951 der „Ring des Nibelungen“ zweimal aufgeführt: zuerst unter Hans Knappertsbusch („Das Rheingold“ 31. 7., „Die Walküre“ 1. 8., „Siegfried“ 2. 8. und „Götterdämmerung“ 4. 8.) und dann unter Herbert von Karajan („Das Rheingold“ 11. 8., „Die Walküre“ 12. 8., „Siegfried“ 13. 8. und „Götterdämmerung“ 15. 8.). Und beide Zyklen – je eine Generalprobe und eine Aufführung - wurden mit Einverständnis der Festspielleitung versuchsweise komplett von den miteinander rivalisierenden britischen Schallplattenfirmen 'Decca' (Knappertsbusch) und 'EMI' (Label 'Columbia' / Karajan) mitgeschnitten. (Die 'Decca' – in Bayreuth vertreten durch die deutsche 'Teldec' – beabsichtigte, eigentlich nur den „Parsifal“ unter Knappertsbusch aufzunehmen, während die 'EMI' lediglich „Die Meistersinger von Nürnberg“ unter Karajan mitschneiden wollte.)


    Knappertsbuschs „Ring“ war mit sehr vielen Fehlern behaftet, weil das Orchester die Proben überwiegend mit Karajan abhielt – Knappertsbusch empfahl danach boshaft Karajan als 'Korrepetitor' weiter - und sich an die Tempi des proben-unwilligen Knappertsbusch erst gewöhnen musste; auch diverse 'Schmisse' bei den Sängern, eine indisponierte, nahezu stimmlose Fricka (Elisabeth Höngen) und vor allem ein sehr unruhiges Publikum (mit empörten Äußerungen wegen Wieland Wagners 'entrümpelter' Bühne) trugen dazu bei. Daher entschloss sich die 'Decca', die lt. John Culshaws Buch „Ring Resounding“ (1967) eine von den 'EMI'-Technikern neidvoll zur Kenntnis genommene bessere technische Ausrüstung hatte, nur die relativ störungsfreie „Götterdämmerung“ zu Weihnachten 1951 (auf sieben Platten) zu veröffentlichen. Als der 'EMI'-Produzent Walter Legge – der den zweiten "Ring"-Zyklus lediglich als Vorbereitung für eine 1952 geplante Bayreuther „Ring“-Aufnahme (unter Karajan) mitschneiden ließ - davon erfuhr, präsentierte er Verträge, die er mit einigen der beteiligten Sänger abgeschlossen hatte und ließ die Veröffentlichung der „Götterdämmerung“ gerichtlich verbieten. 'Böse Zungen' behaupteten, dass es Legge zuwider war, den Namen seiner späteren Ehefrau Elisabeth Schwarzkopf – die die Woglinde sang – auf den Platten-Etiketten der Konkurrenz-Firma 'Decca' zu sehen.


    Doch auch die 'EMI' hatte 1951 kein Glück mit ihrem Mitschnitt des zweiten „Rings" unter Karajan: lediglich der dritte Akt der „Walküre“ wurde als veröffentlichungswürdig beurteilt. In den späten 80er Jahren beabsichtigte die französsiche 'EMI'-Tochter 'La Voix de son Maitre' für die CD-Serie „Références“ den „Walküre“-Mitschnitt komplett herauszugeben, nahm aber nach Prüfung der noch vorhandenen Bänder davon Abstand. Wieland Wagner war mit seiner ersten Bayreuther „Ring“-Inszenierung derart unzufrieden, dass er später nicht nur sämtliche in Wahnfried aufbewahrten Bilddokumente davon vernichtete, sondern auch die Tonbänder der Live-Rundfunkübertragungen des Bayerischen Rundfunks – der erste „Ring“-Zyklus unter Knappertsbusch - für eine etwaige Wiederholungssendung sperren ließ. (Diese Bänder sind heute im Archiv des Bayerischen Rundfunks nicht mehr vorhanden.)


    Vermutlich sind die 1980 von 'Melodram' erstmals veröffentlichten Mitschnitte von „Das Rheingold“ und „Siegfried“ aus Bayreuth 1951 (unter Herbert von Karajan) entweder aus dem 'EMI'-Archiv entwendet worden oder - was wahrscheinlicher ist - der Bayerische Rundfunk, der den 'Knappertsbusch-Ring' über den internationalen Äther schickte, hat auch den 'Karajan-Ring' mitgeschnitten und die entsprechenden Tonbänder sind dem Bannfluch aus Bayreuth entgangen. Heute findet sich im Archiv des Bayerischen Rundfunks keine Spur mehr von eigenen Übertragungen der Bayreuther Festspiele des Jahres 1951; es gibt dort lediglich die Schallplatten-Mitschnitte von „Die Meistersinger von Nürnberg“ ('EMI'), von „Götterdämmerung“ ('Testament' – siehe unten) und „Parsifal“ ('Decca') sowie vom dritten Akt der „Walküre“ ('EMI'). Merkwürdigerweise ist Herbert von Karajan gegen die Veröffentlichung der Mitschnitte von "Rheingold" und "Siegfried" aus Bayreuth 1951 nicht gerichtlich vorgegangen, wie er dies bei der Wiener "Zauberflöte" von 1962 getan hat...



    "Siegfried" (Richard Wagner): Siegfried - Bernd Aldenhoff / Mime - Paul Kuen / Der Wanderer - Hans Hotter / Alberich - Gustav Neidlinger / Fafner - Kurt Böhme / Brünnhilde - Astrid Varnay / Erda - Melanija Bugarinović / Waldvogel - Rita Streich / Das Orchester der Bayreuther Festspiele / Dirigent: Joseph Keilberth (Bayreuth, Festspielhaus, 27. 7. 1952). Der Mitschnitt erschien zuerst 1980 in Italien bei 'Melodram' (MEL 528) auf fünf LPs in der Serie „12 Jahre Neu Bayreuth 1951-1962“ und ist als CD-Version mehrfach veröffentlicht worden, wobei auch manchmal das Datum 14. 8. 1952 genannt wird. (Die Besetzung war in beiden Zyklen unverändert, daher ist der Widerspruch im Datum nicht relevant.) Die serbische Mezzosopranistin Melanija Bugarinović - die in den 40er Jahren an der Wiener Staatsoper unter dem Namen 'Melanie Frutschnigg' auftrat - schrieb ihren Vornamen manchmal auch 'Melanie' oder 'Mela'. (Bernd Aldenhoff sang 1952 nur den jungen Siegfried; in der „Götterdämmerung“ wurde Max Lorenz eingesetzt.)


    dto.: Siegfried – Bernd Aldenhoff / Mime – Paul Kuen / Der Wanderer – Hans Hotter / Alberich – Gustav Neidlinger / Fafner – Josef Greindl / Brünnhilde – Astrid Varnay / Erda – Maria von Ilosvay / Waldvogel – Ilse Hollweg / Das Orchester der Bayreuther Festspiele / Dirigent: Hans Knappertsbusch (Bayreuth, Festspielhaus, 16. 8. 1957). Ich habe die LP-Ausgabe (DOC 49) der 'Fonit Cetra' in deren Serie „Documents“ von 1982; der Mitschnitt ist auf LPs und CDs bei mehreren Firmen erhältlich. (1957 wurde der zweite „Ring“-Zyklus vom Bayerischen Rundfunk aufgezeichnet; im ersten Zyklus sang Wolfgang Windgassen den jungen Siegfried.) Auch hier ein Widerspruch: Das Archiv der Bayreuther Festspiele führt für beide „Siegfried“-Aufführungen – 29. 7. und 16. 8. - Arnold van Mill als Fafner auf, während der Bayerische Rundfunk auf Nachfrage Josef Greindl nennt; m. E. ist der Letztgenannte zu hören.


    dto.: Siegfried – Bernd Aldenhoff / Mime – Hans-Bert Dick / Der Wanderer – Ferdinand Frantz / Alberich – Richard Kogel / Fafner – Charles Gillig / Brünnhilde – Elsa Matheis / Erda – Mary Davenport / Waldvogel – Eva Maria Rogner / Das Tonhalle-Orchester Zürich / Dirigent: Robert F. Denzler (Zürich, Stadttheater, 25. 4. 1959). Siehe hierzu die Beiträge Nrn. 30 bis 35 und 37 bis 43 in diesem Thread.


    dto.: 'Dass der mein Vater nicht ist, wie fühl' ich mich drob so froh' / Siegfried – Bernd Aldenhoff / Das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks / Dirigent: Kurt Striegler (München, Herkulessaal der Residenz, 18. 5. 1954). Bisher unveröffentlicht. (Die Aufnahme Bernd Aldenhoffs von Siegfrieds 'Schmiedeliedern' – aufgenommen am 1. 1. 1948 in Dresden – folgt in einem späteren Beitrag.)


    Carlo

    Auch wenn ich mich wiederhole: Wie ich im Beitrag Nr. 61 detailliert schrieb, ist für mich diese „Meistersinger“-Produktion eine Aufnahme für den amerikanischen Schallplattenmarkt, wenn auch unter Beteiligung von Tontechnikern des Mitteldeutschen Rundfunks (Landessender Dresden).


    Mit Tiana Lemnitz und Ferdinand Frantz verpflichtete man zwei auch in den USA bekannte Sänger: Lemnitz konnte zwar wegen des Ausbruchs des Zweiten Weltkriegs ihr Engagement an der New Yorker 'Met' nicht antreten, war aber den amerikanischen Schallplattensammlern durchaus ein Begriff, und Frantz trat seit Dezember 1949 fast fünf Jahre lang an der 'Met' auf.


    Auch der „Freischütz“ vom Mai 1951 (mit Bernd Aldenhoff) wie auch der „Rosenkavalier“ aus demselben Monat (mit Margarete Bäumer – die Venus in der 'Urania'-Aufnahme des „Tannhäuser“ - als Marschallin und Tiana Lemnitz als Octavian; die 'Standard-Marschallin' in Dresden war in jener Zeit Dora Zschille, den Octavian teilten sich Ruth Lange und Emilie Walter-Sacks) sind Schallplatten-Aufnahmen für den amerikanischen Markt. Der Mitteldeutsche Rundfunk wird in seinen Unterlagen wohlweislich verschwiegen haben, dass man mit Amerikanern zusammen arbeitete.und wahrscheinlich auch von ihnen dafür bezahlt wurde!


    Carlo

    Lieber 'Rheingold1876',


    vor etlichen Jahren hatte ich auf einer Schallplatten-Börse eine (wie ein Fotoalbum gebundene) Schallplattenkassette mit sechs Platten des Labels 'Urania' mit diesen „Meistersingern“ aus Dresden in der Hand. Ihr lag nicht nur ein deutsch-englisches Libretto, sondern auch ein englischsprachiger Zettel bei, aus dem - wie ich mir notierte - hervorging, dass diese Oper speziell für 'Urania Records' vom 2. bis 7. Mai 1951 von Fritz Tränkner und Erich Wendland unter technischer Aufsicht des Mitteldeutschen Rundfunks eingespielt wurde. Den Schnitt besorgten Calvin Lampley und Frank D. Laico von 'Columbia Records' und die Gesamtdauer beträgt 260,30 Minuten. Mit dieser Aufnahme sollte die 'Wiedereröffnung' der Bayreuther Festspiele 1951 gefeiert werden. (Die Platten kamen im September 1951 in den US-Handel, erst im Oktober folgte der Mitschnitt aus Bayreuth unter Karajan.)


    Der Händler auf der Schallplatten-Börse hatte auch die 'Urania'-Aufnahme der (italienisch gesungenen) West-Berliner Aufnahme von Glucks „Orfeo ed Euridice“ mit Margarete Klose, Erna Berger und Rita Streich unter Artur Rother, die deshalb bemerkenswert ist, weil sie für den 'Seligen Geist' eine separate Sängerin namens Fia Fleig aufbietet. (Den Namen Erich Wendland notierte ich mir auch hier.) Ich habe beide Schallplatten-Kassetten nicht gekauft, weil sie mir trotz ihrer Seltenheit als überteuert erschienen; Szenen aus der "Meistersinger"-Aufnahme hatte ich bereits auf einem Doppelalbum der 'BASF'.


    Ich kann mir nicht denken, dass am 29. April 1951 die „Meistersinger“ (als Generalprobe?) komplett auf Band aufgenommen wurden und man dann für die 'Urania' vom 2. bis 7. Mai 1951 die Oper noch einmal einspielte. Vermutlich sollte in den Unterlagen des MDR verschleiert werden, dass man in Dresden im Mai 1951 die „Meistersinger“, den „Rosenkavalier“ und den „Freischütz“ für den amerikanischen Schallplattenmarkt aufnahm – und so mit dem 'Klassenfeind' kooperierte!


    Carlo

    Lieber Maestro_Peter,


    das Datum 19. 12. 1951 wurde inzwischen vom Bayerischen Rundfunk bestätigt. Es ist eine Studio-Aufnahme aus dem Kongress-Saal des Deutschen Museums in München mit dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks unter Eugen Jochum.



    Weiter geht es nun mit den Einzeltiteln mit Marianne Schech als Fortsetzung des Beitrags Nr. 43 – heute mit Opernausschnitten von Meyerbeer bis Verdi.


    Einige der nachstehend genannten Titel wurden von den Firmen 'Melodram' (Nr. 12 in der ersten Serie „25 Voci celebri della Lirica“ von 1981 / 2 LPs), 'Gala' („Marianne Schech – A Portrait“ von 2004 / 2 CDs) und 'Gebhardt' („Josef Metternich – Rare and Unreleased Recordings“ von 2008 / 3 CDs) veröffentlicht. Allerdings wurden die drei Duette vom WDR mit Josef Metternich („Cavalleria rusticana“, „Arabella“ und „Der Troubadour“) in einigen Rundfunk-Programmzeitschriften auch dem RIAS Berlin zugeschrieben.


    „Die Hugenotten“ (Giacomo Meyerbeer): O Gott, wo eilt Ihr hin? (mit Lorenz Fehenberger) / Die Münchner Philharmoniker / Hans Altmann (30. 5. 1952) (Bisher unveröffentlicht)


    „Die Afrikanerin“ (Giacomo Meyerbeer): Von hier seh' ich das Meer / Das Radio-Sinfonieorchester Stuttgart / Alfons Rischner (1953) ('Melodram' und 'Gala')


    „Tosca“ (Giacomo Puccini): Nur der Schönheit weiht' ich mein Leben – Höre, nah ist die Stunde (mit Lorenz Fehenberger) / Die Münchner Philharmoniker / Rudolf Alberth (6. 6. 1952) (Bisher unveröffentlicht)


    „Turandot“ (Giacomo Puccini): In diesem Schlosse / Das Berliner Rundfunk-Sinfonieorchester / Kurt Striegler (1952) ('Melodram' und 'Gala')


    „Der Rosenkavalier“ (Richard Strauss): Marie Theres'... Hab' mir's gelobt, ihn lieb zu haben (mit Olga Moll und Lore Wissmann) / Das Radio-Sinfonieorchester Stuttgart / Carl Leonhardt (1949) ('Melodram' und 'Gala')

    dto. (mit Erika Köth und Hertha Töpper) / Das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks / Richard Kraus (24. 3. 1957) (Bisher unveröffentlicht)


    „Die Frau ohne Schatten“ (Richard Strauss): Szenenfolge (mit Leonie Rysanek, Lilian Benningsen, Josef Metternich, Carl Hoppe, Hans Hopf, Kurt Böhme u. a.) / Das Orchester der Bayerischen Staatsoper München / Rudolf Kempe (31. 8. 1954) (siehe Beitrag Nr. 23) ('Gala')


    „Arabella“ (Richard Strauss): Und du wirst mein Gebieter sein (mit Josef Metternich) / Das Kölner Rundfunk-Sinfonie-Orchester / Richard Kraus (15. 11. 1952) ('Gala' und 'Gebhardt')


    „Macbeth“ (Giuseppe Verdi): Dieser Flecken hir kommt immer wieder (mit Hanna Stolze-Fröhlich und Alfred Appenzeller) / Das Radio-Sinfonieorchester Stuttgart / Hans Müller-Kray (März 1951) (siehe Beitrag Nr. 24) ('Melodram' und 'Gala')


    „Der Troubadour“ (Giuseppe Verdi): Vernehmet!... Befreit! O welche Seligkeit (mit Josef Metternich) / Das Kölner Rundfunk-Sinfonie-Orchester / Richard Kraus (15. 11. 1952) ('Gebhardt')


    „Aida“ (Giuseppe Verdi): Wieder war Euch das Los der Waffen feindlich (mit Georgine von Milinkovic) / Die Münchner Philharmoniker / Hans Altmann (29. 5. 1952) (Bisher unveröffentlicht)


    Carlo

    Opern-Gesamtaufnahmen mit Bernd Aldenhoff (Teil 2):



    „Don Juan de Mañara“ (Henri Tomasi): Don Miguel Mañara, spanischer Edelmann – Bernd Aldenhoff / Don Fernando, Waffenbruder des Vaters von Miguel – Max Proebstl / Girolama, seine Tochter – Magda Gabory / Don Jaime, Miguels Freund – Karl Ostertag / Johannes Melendez, ein gelähmter Bettler – Kieth Engen / Der Abt vom Kloster der Heiligen Barmherzigkeit – Hans Hermann Nissen / Bruder Gärtner, ein Mönch – Georg Wieter / Ein zweiter Klosterbruder – Paul Kuen / Der Schatten – Marianne Schech / Erste Vision (Der Geist der Erde) – Josef Metternich / Zweite Vision (Der Geist des Himmels) – Marianne Schech / Zwei Geister – Walter Ehrengut und Hermann Friess / Der Chor und das Orchester der Bayerischen Staatsoper München / Chorltg.: Herbert Erlenwein / Dirigent: André Cluytens (München, Prinzregententheater, 29. 3. 1956, Szenische Uraufführung). Bei der CD-Firma 'Myto' (MCD 00336) ist 2015 der Rundfunk-Mitschnitt der Generalprobe vom Tag davor erschienen, ergänzt mit einem Arien-Recital von Bernd Aldenhoff. Marianne Schech singt die kurze Rolle des 'Schattens von Miguels vergangenem Leben' am Ende des ersten Bildes und den 'Geist des Himmels', der Miguel am Sarg Girolamas im dritten Bild während einer nächtlchen Gründonnerstags-Prozession zu einem Leben der Buße und Nächstenliebe bekehrt. (Die zwei Geister am Beginn des dritten Bildes, die vom Komponisten ursprünglich als Sprechrollen konzipiert wurden, sind in München – nachkomponiert von Henri Tomasi – zwei Solisten des Chors der Bayerischen Staatsoper übertragen worden.)


    Der Korse Henri Tomasi schrieb 1936 die rund 100minütige Oper „Miguel Mañara“ (nach dem Mysterienspiel von Oscar Vladislas de Lubicz-Milosz aus dem Jahr 1912) für die Pariser 'Grand Opéra', aber eine Aufführung kam nicht zustande. 1952 leitete er selbst – Tomasi war 'hauptberuflich' Dirigent - die konzertante Uraufführung in Paris (wovon es einen Mitschnitt mit Martha Angelici, Jacqueline Brumaire und Raoul Jobin gibt) und die Bayerische Staatsoper brachte am 29. 3. 1956 (in Anwesenheit des Komponisten) das Werk in einer deutschen Textfassung von Peter Funk erstmals auf die Bühne - durch eine überzeugende Regie von Rudolf Hartmann vom Publikum angenommen, aber von der Kritik abgelehnt, weil es nicht 'modern' genug war. (1956 gab es in München noch sechs Vorstellungen unter André Cluytens und 1957 fünf unter Karl Tutein.) Die erste szenische Aufführung in französischer Sprache war am 17. 5. 1958 am Brüsseler Théâtre de la Monnaie mit Ysel Poliart, Hélène Masset und Jacques Bouet unter René Defossez. Es folgten Aufführungen in Lissabon 1965, Mulhouse (Elsass) 1967, Tours 1981 und 1988 in Marseille. Heute scheint Tomasis „Miguel Mañara“ (der Titel musste aus Urheberrechtsgründen in „Don Juan de Mañara“ geändert werden) ebenso vergessen wie auch seine Oper von 1953 „Sampiero Corso“ über einen korsischen Volkshelden (uraufgeführt 1956 in Bordeaux mit Régine Crespin, Suzanne Juyol und Ken Neate unter der Leitung von Henri Tomasi selbst; auch davon existiert ein Mitschnitt).


    Der Aristokrat Miguel Mañara Vicentelo de Leca y Colona (1627-1679) aus Sevilla wurde in seiner Jugend 'Don Juan' genannt, weil er ähnlich wie dieser in Tirso de Molinas „El burlador de Sevilla o El convidado de piedra“ ('Der Verführer von Sevilla oder Der steinerne Gast') ein ungezügeltes, ausschweifendes Leben mit zahllosen in Duellen getöteten Männern führte. Der Tod seiner jungen Frau Jerónima Carrillo de Mendoza y Castrillo und eine zunehmende Nervenzerrüttung mit Halluzinationen bewog ihn, sein enormes Vermögen zu verschenken und dem Laienorden der 'Barmherzigen Brüder' beizutreten. 1661 gründete er in Sevilla das 'Hospital de la Santa Caridad'. Als 1678 die Pest in Sevilla wütete, pflegte er die Kranken und starb ein Jahr später vor Erschöpfung. An seinem Grab in der Klosterkirche 'La Caridad' sollen sich mehrere Wunder ereignet haben, was die spanische Kirche 1754 veranlasste, beim Vatikan ein Kanonisierungsverfahren einzuleiten, das bis heute immer wieder verzögert wurde. Die von Miguel Mañara selbst verfasste Grabinschrift lautet: „Hier liegen die Gebeine und die Asche des schlimmsten Menschen, der je gelebt hat. Betet für ihn.“



    „Der fliegende Holländer“ - (Richard Wagner): Daland - Kurt Böhme / Senta - Helene Werth / Erik - Bernd Aldenhoff / Mary - Res Fischer / Der Steuermann - Helmut Krebs / Der Holländer - Hans Hotter / Der Chor und das Sinfonie-Orchester des Norddeutschen Rundfunks Hamburg / Chorltg.: Max Thurn / Dirigent: Wilhelm Schüchter (Hamburg-Harburg, Friedrich-Ebert-Halle, 4. 4. - 9. 4. 1951). Erschienen 1981 bei 'Melodram' (MEL 032) auf LPs und 2008 bei 'Preiser' (20046) auf CDs; ich habe die 'Walhall'-Ausgabe (WLCD 0038) von 2004.



    „Tannhäuser“ (Richard Wagner): Hermann, Landgraf von Thüringen – Kurt Böhme / Tannhäuser – Bernd Aldenhoff / Wolfram von Eschenbach – Dietrich Fischer-Dieskau / Walter von der Vogelweide – Werner Schupp / Biterolf – Willy Schöneweiß / Heinich der Schreiber – Willy Hofmann / Reinmar von Zweter – Hermann Scheuing / Elisabeth – Marianne Schech / Venus – Dagmar Hermann / Ein junger Hirt – Anny Schlemm / Vier Edelknaben – Brigitte Rohde, Marga Weißenfeld, Käthe Schwedowsky und Martha Heuken / Der Kölner Rundfunkchor / Chorltg.: Bernhard Zimmermann / Das Kölner Rundfunk-Sinfonie-Orchester / Dirigent: Richard Kraus (Köln, Funkhaus, März 1951). Die Oper wurde in der 'Pariser Fassung' eingespielt; leider ist die Aufnahme beim WDR schon in den 50er Jahren gelöscht worden.



    „Die Meistersinger von Nürnberg“ (Richard Wagner): Hans Sachs – Ferdinand Frantz / Veit Pogner – Kurt Böhme / Kunz Vogelgesang – Johannes Kemter / Konrad Nachtigall – Kurt Legner / Sixtus Beckmesser – Heinrich Pflanzl / Fritz Kothner – Karl Paul / Balthasar Zorn – Karl-Heinz Thomann / Ulrich Eisslinger – Heinrich Tessmer / Augustin Moser – Gerhard Stolze / Hermann Ortel – Theo Adam / Hans Schwarz – Erich Händel / Hans Foltz – Werner Faulhaber / Walther von Stolzing – Bernd Aldenhoff / David – Gerhard Unger / Eva – Tiana Lemnitz / Magdalene – Emilie Walter-Sacks / Der Nachtwächter – Werner Faulhaber / Der Chor der Staatsoper Dresden / Chorltg.: Ernst Hintze / Die Staatskapelle Dresden / Dirigent: Rudolf Kermpe (Dresden, Großes Haus der Staatstheater, 2. 5. - 7. 5. 1951). Die Aufnahme erschien 1951 zuerst in den USA auf sechs Schallplatten der Marke 'Urania' (URLP 206), die später zur 'American Sound Corporation' gehörte. Die Aufnahmeleiter Fritz Tränkner und Erich Wendland kamen aus der BRD, die Tontechniker vom Landessender Dresden des Mitteldeutschen Rundfunks. (Zusätzlich nahm man im Mai 1951 in Dresden noch die Opern „Der Freischütz“ - ebenfalls mit Bernd Aldenhoff – und „Der Rosenkavalier“ für die 'Urania' auf.) Später kamen diese „Meistersinger“ bei 'Vox' (OPBX 142) heraus; CD-Versionen erschienen 2002 bei 'Gebhardt' (JGCD 0043) und 2016 bei 'Profil/Hänssler' als 'Vol. 6' in der „Semperoper Edition“ (PH 13006).


    Der Exil-Tscheche Rudolf Koppl aus New Jersey kaufte in den Nachkriegsjahren in Ost- und Westdeutschland die Tonbänder mehrerer Opern-Rundfunkaufnahmen - auch von Produktionen des ehemaligen Reichsrundfunks - für sein Schallplattenlabel 'Urania', machte aber auch eigene Aufnahmen in Berlin (z. B. „Orfeo ed Euridice“, „Die verkaufte Braut“ und „Wiener Blut“), in München („Tannhäuser“ und „Lohengrin“) und in Dresden (siehe oben) sowie in Italien und Frankreich. Der 'Urania'-Katalog wies 1955 rund dreißig Operngesamtaufnahmen auf.


    In einigen Publikationen zu der Veröffentlichung von 'Profil/Hänssler' heißt es aber, dass deren Version nicht die 'Urania'-Aufnahme ist, sondern eine Sendung (Live-Übertragung?) des Mitteldeutschen Rundfunks von einer Aufführung im Großen Haus der Staatstheater in Dresden am 29. 4. 1951. Gemäß dem „Besetzungsarchiv ausgewählter Dresdner Inszenierungen“ von 'Stimmenliebhaber' gab es am 29. 4. 1951 keine „Meistersinger“-Vorstellung, sondern genau ein Jahr vorher: am 29. 4. 1950, aber da sangen Elfride Trötschel und Josef Herrmann die Rollen von Eva und Hans Sachs. Da ich die CDs von 'Profil/Hänssler' nicht kenne – ich habe lediglich die Szenen, die die 'BASF' 1975 auf zwei LPs herausgab - kann ich nicht klären, ob es sich tatsächlich um eine Rundfunkaufnahme handelt. Denn ich muss gestehen, dass ich kein großer Freund dieser Oper bin. Ich habe die Gesamtaufnahmen unter Karajan (Bayreuth 1951 und Dresden 1970), unter Knappertsbusch (Wien 1950/1951 und München 1955), unter Kempe (Berlin 1956), unter Kubelik (Bayerischer Rundfunk 1967) und unter Keilberth (Bayerische Staatsoper 1968 mit Ernst Kozub), dazu diverse Querschnitte und TV-Mitschnitte auf VHS-Kassetten – und das reicht mir.



    Carlo

    Die Discographie von Bernd Aldenhoff ist leider nicht sehr umfangreich. Nach den Recitals (siehe Beitrag Nr. 54) folgen nun in drei Teilen die mir bekannten Gesamtaufnahmen.


    Hier ist der erste Teil (D'Albert bis Strauss):


    „Tiefland“ (Eugen d' Albert): Sebastiano – Alexander Welitsch / Tommaso – Max Proebstl / Moruccio – Carl Hoppe / Marta – Marianne Schech / Pepa – Hanna Scholl / Antonia – Lilian Benningsen / Rosalia - Ruth Michaelis / Nuri – Rosl Schwaiger / Pedro – Bernd Aldenhoff / Nando – Paul Kuen / Ein Bauer – Karl Schwert / Der Chor und das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks / Chorltg.: Josef Kugler / Dirigent: Rudolf Alberth (München, Studio 1 im Funkhaus, 6. 4. - 11. 4. 1953).

    In einigen Veröffentlichungen wurden die Rollen-Angaben der Sängerinnen Lilian Benningsen und Ruth Michaelis vertauscht. Der Privat-Mitschnitt dieser Rundfunk-Produktion wurde dreimal mit 'Anhängern' herausgegeben: Zuerst 1983 von 'Melodram' (MEL 418) auf LP (mit der Szene Kundry-Parsifal aus dem 2. Akt des „Parsifal“ mit Marianne Schech und Bernd Aldenhoff unter Eugen Jochum 1957), dann 2002 auf CD bei 'Gala' (GL 100.715) mit Aufnahmen von Alexander Welitsch und 2004 bei 'Walhall' (WLCD 0039) mit der 'Wolfserzählung' aus dem 2. Akt (Wolfgang Windgassen mit dem Radio-Sinfonieorchester Stuttgart unter Bertil Wetzelsberger 1950); die letztgenannte Version steht in meinem CD-Regal.



    „Orestes“ (Henk Badings): Orestes – Bernd Aldenhoff / Klytaemnestra, seine Mutter – Hanne Münch / Strophius, König von Phokis, sein Onkel – Max Proebstl / Pylades, dessen Sohn – Alois Maria Giani / Hermione, Tochter des Menelaos und der Helena, Frau des Orestes – Lieselotte Fölser / Pythia, Prophetin im Apollotempel in Delphi – Res Fischer / Die Göttin Pallas Athene – Hertha Töpper / Der Gott Apollo – Willy Berling / Ein Schiffskapitän – Rudolf Wünzer / Ein Soldat – Karl Ostertag / Die Singgemeinschaft Rudolf Lamy / Chorltg.: Rudolf Lamy / Das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks / Dirigent: Jan Koetsier (München, Studio 1 im Funkhaus, 15. - 27. 4. 1957). Bisher unveröffentlicht. (Die Partie des Pylades ist eine Sprechrolle.)

    Die rund fünfzigminütige, einaktige Funkoper des Niederländers Henk Badings (1907-1987), ein Auftragswerk des Rundfunksenders KRO (Katholieke Radio Omroep), wurde am 18. 9. 1954 erstmals gesendet und mit dem renommierten Hörfunkpreis 'Prix Italia' ausgezeichnet. Das Libretto schrieb Badings zusammen mit Jan Starink, der Leiter der Hörspiel-Abteilung beim KRO war. (Die Sänger der Uraufführung waren Corry Bijster, Aafje Heynis, Riek van Veen, Louis Devos, Paul Hofstede, Frans Müller, Wim Lamme, Johan Schmitz und Harm Wind; Henk Spruit leitete 'Koor en Groot Omroep Orkest' aus Hilversum.)



    „Fidelio“ (Ludwig van Beethoven): Don Fernando – Heinrich Pflanzl / Don Pizarro – Josef Herrmann / Florestan – Bernd Aldenhoff / Leonore – Christel Goltz / Rocco – Gottlob Frick / Marzelline – Elfride Trötschel / Jaquino – Erich Zimmermann / Zwei Gefangene – Horst Weber und Werner Faulhaber / Der Chor der Staatsoper Dresden; Der Sinfoniechor Dresden; Der Chor der Staatlichen Akademie für Musik und Theater Dresden / Chorltg.: Ernst Hintze / Die Staatskapelle Dresden / Dirigent: Joseph Keilberth (Dresden, Großes Haus der Staatstheater, 22. 9. 1948). Veröffentlicht 2011 von 'Profil/Hänssler' als 'Vol. 2' in der „Semperoper Edition“ ( PH 10033 / 1 CD / Dauer: 70,44 Min.) plus die DVD „Mir ist so wunderbar“: eine Dolumentation (40 Min.) über die Eröffnung des Großen Hauses der Staatstheater Dresden – heute das Schauspielhaus - am 22. 9. 1948, zu Wort kommen u. a. Lisa Otto und der Tontechniker Gerhard Steinke.

    Leider fehlen aus dem ersten Akt große Teile: 'O wär' ich schon mit dir vereint' (Marzelline) - 'Hat man nicht auch Gold beineben' (Rocco) - 'Abscheulicher! Wo eilst du hin?... Komm, Hoffnung, lass' den letzten Stern' (Leonore) - 'O welche Lust, in freier Luft' (Gefangenenchor) und aus dem zweiten Akt das Quartett 'Er sterbe! Doch er soll erst wissen...'.


    .„Neunte Symphonie“ (Ludwig van Beethoven): Edith Laux, Eva Fleischer, Bernd Aldenhoff und Karl Paul / Der Chor des Staatlichen Rundfunkkomitees Leipzig, Der Reidelchor, Der Hochschulchor Leipzig, Der Universit舩schor Leipzig, Der Probsteichor Leipzig, Die Neue Singakademie Leipzig / Gesamtchorltg.: Herbert Kegel / Das Rundfunk-Sinfonieorchester Leipzig / Dirigent: Hermann Abendroth (Leipzig, Mitteldeutscher Rundfunk, Funkhaus, 11. 6. 1950). 'Music & Arts' CD-1065 (4 CDs, USA, 2000) Gekoppelt mit Aufnahmen Hermann Abendroths von Ludwig van Beethovens Symphonie Nr 3, dem Finale der Symphonie Nr. 9 (1939), dem Klavierkonzert Nr. 4 sowie mit Robert Schumanns Symphonie Nr. 4 und der Symphonie Nr. 4 von Johannes Brahms.



    „Die Rose vom Liebesgarten“ (Hans Pfitzner): Siegnot, ein junger Edeling – Bernd Aldenhoff / Zwei Edelinge vom Liebesgarten: Der Waffenmeister – Kieth Engen, Der Sangesmeister – Marcel Cordes / Minneleide, die Elfe vom Quellenstein – Trude Eipperle / Schwarzhilde und Rotelse, zwei Waldweibchen, Minneleides Dienerinnen – Hanna Scholl und Georgine von Milinkovic / Der Moormann, ein Sumpfbewohner – Paul Kuen / Der Nacht-Wunderer, Herr in den Bergen – Max Proebstl / Die Singgemeinschaft Rudolf Lamy / Chorltg.: Rudolf Lamy / Die Münchner Philharmoniker / Dirigent: Robert Heger / Funkregie: Johannn Maria Boykow (München, Funkhaus, 24. 6. 1957). Die auf historische Gesangsaufnahmen spezialisierte kanadische Firma 'Rococo' veröffentlichte diese – um ca. 40 Minuten gekürzte - Aufnahme 1978 auf zwei LPs ('Rococo' 1020).

    Hans Pfitzners 'romantische Oper' auf ein Libretto von James Grun, uraufgeführt 1901 in Elberfeld (das 1911 zusammen mit Barmen zu der neuen Stadt Wuppertal wurde), enthält auch noch drei stumme Rollen: der 'Hüter vom Wintertor, ein Edeling' und zwei Gottheiten vom Liebesgarten, die 'Sternenjungfrau' und das 'Sonnenkind'. Gustav Mahler führte das Werk mit großem Erfolg 1915 an der Wiener Hofoper auf; im Publikum saßen Alban Berg, Arnold Schönberg und Anton Webern. Beim Süddeutschen Rundfunk in Stuttgart gab es eine Aufnahme des Liebesduetts aus dem 1. Akt 'Es schlief die Erde in Wintergewalt' mit dem Sänger-Ehepaar Lore Wissmann und Wolfgang Windgassen unter der Leitung von Bertil Wetzelsberger. 2017 gab 'cpo' eine Neuaufnahme aus dem Opernhaus in Chemnitz heraus, wo es im November 2008 eine viel beachtete Inszenierung der „Rose vom Liebesgarten“ gab.



    „Sadko“ (Nikolai Rimskii-Korsakov): Sadko, Guslispieler und Sänger in Nowgorod - Bernd Aldenhoff / Ljubawa Buslajewna, seine junge Frau - Margarete Kubatzki / Neshata, junger Guslispieler aus Kiewgorod - Lilo Asmus / Duda und Sopel, zwei Gaukler - Georg Hruschka und Paul Hruschka / Überseeische Handelsleute: Der Waräger - Helmut Eyle; Der Inder - Gert Lutze; Der Venezianer - Martin-Matthias Schmidt / Ozean, der Meereszar - Hans Krämer / Wolchowa, seine Tochter, eine Meeresprinzessin - Elfriede Weidlich / Die Erscheinung, ein mythischer Recke in der Gestalt eines Pilgers - Theodor Horand / Die Statthalter Nowgorods: Foma Nasaritsch, der Älteste - Reinhard Kilbel; Luka Sinowitsch, ein Wojewode - Aloys Tinschert / Der Chor des Mitteldeutschen Rundfunks / Chorltg.: Herbert Kegel / Das Rundfunk-Sinfonieorchester Leipzig / Dirigent: Gerhard Pflüger (Leipzig, Mitteldeutscher Rundfunk, 1949). 'Gala' GL 100.817 (2 CDs, Niederlande, 2012) Als Anhang: Bernd Aldenhoff mit Arien von Carl Maria von Weber, Richard Wagner, Wilhelm Kienzl und Giuseppe Verdi.



    „Salome“ (Richard Strauss): Herodes – Bernd Aldenhoff / Herodias – Inger Karén / Salome – Christel Goltz / Jochanaan – Josef Herrmann / Narraboth – Rudolf Dittrich / Der Page der Herodias – Ruth Lange / Fünf Juden – Erich Zimmermann, Heinrich Tessmer, Hans Delenda, Johannes Kemter und Heinrich Planzl / Zwei Nazarener – Kurt Böhme und Walter Hiebel / Zwei Soldaten – Manfred Huebner und Martin Tietze / Ein Cappadozier – Erich Händel / Ein Sklave – Edith Hellriegel / Die Staatskapelle Dresden / Dirigent: Joseph Keilberth (Dresden, Funkhaus des Mitteldeutschen Rundfunks, Steinsaal, 20. 5. 1948). Auf LP u. a. 1950 in den USA bei 'Oceanic Records' (OCL 302), 1962 bei 'Concert Hall' (Musical Masterpiece Society 2027), 1985 bei 'Eterna' (8 22 868/69) und 1992 auf CD bei 'Berlin Classics' (BC 2062). Am 14. 9. 1947 wurde im Kurhaus Bühlau – von den Dresdnern 'Kulturscheune' genannt – die „Salome“-Neuinszenierung von Heinz Arnold (mit Goltz, Aldenhoff und Herrmann unter Keilberth) ein Höhepunkt der Nachkriegs-Opernaufführungen in Dresden.



    „Die ägyptische Helena“ (Richard Strauss): Helena, Königin von Sparta – Leonie Rysanek / Menelas, Konig von Sparta, ihr Gemahl – Bernd Aldenhoff / Hermione, beider Kind – Luise Camer / Aithra, eine ägyptische Königstochter und Zauberin – Annelies Kupper / Altair, der Fürst der Berge, ein Wüstenscheich – Hermann Uhde / Da-Ud, sein Sohn – Richard Holm / Zwei Dienerinnen der Aithra – Antonia Fahberg und Lilian Benningsen / Vier Elfen – Lotte Schädle, Doris Pilling, Gertrud Friedrich und Hella Gentner / Die allwissende Muschel – Ira Malaniuk / Der Chor und das Orchester der Bayerischen Staatsoper München / Chorltg.: Herbert Erlenwein / Dirigent: Joseph Keilberth (München, Prinzregententheater, 10. 8. 1956). Der Mitschnitt des Bayerischen Rundfunks ist auf mehreren LP- und CD-Labels erschienen; mein Exemplar stammt von 'Orfeo' (C 424 962 I / 2 CDs, 1996). ('Orfeo' unterschlägt die Namen der Nebenrollen-Sängerinnen.) Der Aufführung lag die heute allgemein gebräuchliche 'Wiener Fassung' von 1933 zu Grunde.



    Carlo

    Ein Stein des Anstoßes für manche 'Taminos' - Norman Bailey als 'Hans Sachs'!


    „Die Meistersinger von Nürnberg“ (Richard Wagner): Hans Sachs – Norman Bailey / Veit Pogner – Noel Mangin / Kunz Vogelgesang – David Kane / Konrad Nachtigall – Julian Moyle / Sixtus Beckmesser – Derek Hammond-Stroud / Fritz Kothner – David Bowman / Balthasar Zorn – John Brecknock / Ulrich Eisslinger – David Morton-Gray / Augustin Moser – Louis Browne / Hermann Ortel – James Singleton / Hans Schwarz – Gerwyn Morgan / Hans Foltz – Eric Stannard / Walther von Stolzing – Alberto Remedios / David – Gregory Dempsey / Eva – Margaret Curphey / Magdalene – Ann Robson / Ein Nachtwächter – Stafford Dean / Chorus and Orchestra of the Sadler's Wells Opera / Chorltg.: Hazel Vivienne / Dirigent: Reginald Goodall (London, Sadler's Wells Theatre, 10. 2. 1968). Die Oper wird in einer englischen Textversion von Frederick Jameson gesungen. Der BBC-Mitschnitt erschien offiziell 2008 auf vier CDs bei 'Chandos' in der Serie 'Opera in English'. Der englische 'Kritikerpapst' Alex Natan schrieb in der deutschen "Opernwelt" vom April 1968 nach der Premiere (31. 1. 1968): „Man merke sich den Namen von Norman Bailey, der ein stimmlich und darstellerisch ausgezeichneter Hans Sachs zu werden verspricht. Er schwebt nicht weise und überlegen über den Geschehnissen an der Pegnitz, sondern nimmt als noch jugendlicher Mann sehr aktiv an ihnen teil.“


    dto.: Besetzung wie am 10. 2. 1968 mit Ausnahme folgender Sänger: Kunz Vogelgesang – Robin Donald / Ulrich Eisslinger – Francis Egerton / Walther von Stolzing – Connell Byrne / Ein Nachtwächter – Ian Comboy / The Chorus and Orchestra of the Sadler's Wells Opera / Chorltg.: Hazel Vivienne / Dirigent: Reginald Goodall (London, Coliseum, 18. 9. 1968). Der Mitschnitt der BBC .wurde am 2. 2. 1969 in deren drittem Programm gesendet und ist bei der 'Oriel Music Society' erhalten; ausserdem gibt es CD-Ausgaben beim 'Opera Depot' und bei 'House of Opera'.


    dto.: Hans Sachs – Norman Bailey / Veit Pogner – Karl Ridderbusch / Kunz Vogelgesang – René Kollo / Konrad Nachtigall – Dieter Slembeck / Sixtus Beckmesser – Thomas Hemsley / Fritz Kothner – Gerd Nienstedt / Balthasar Zorn – Sebastian Feiersinger / Ulrich Eisslinger – Erich Klaus / Augustin Moser – William Johns / Hermann Ortel – Heinz Feldhoff / Hans Schwarz – Fritz Linke / Hans Foltz – Hans Franzen / Walther von Stolzing – Waldemar Kmentt / David – Hermin Esser / Eva – Helga Dernesch / Magdalene – Janis Martin / Ein Nachtwächter – Bengt Rundgren / Der Chor und das Orchester der Bayreuther Festspiele / Chorltg.: Wilhelm Pitz / Dirigent: Berislav Klobucar (Bayreuth, Festspielhaus, 27. 7. 1969). 'Premiere Opera' und 'Opera Depot' haben CDs mit dem Mitschnitt des Bayerischen Rundfunks im Angebot.


    dto.: Besetzung wie am 27. 7. 1969 mit Ausnahme folgender Sänger: Kunz Vogelgesang – Horst Laubenthal / Balthasar Zorn – Robert Licha / Ulrich Eisslinger – Heinz Zednik / Augustin Moser – Georg Paskuda / Walther von Stolzing – Jean Cox / Eva – Janis Martin / Magdalene – Sylvia Anderson / Der Dirigent war Hans Wallat (Bayreuth, Festspielhaus, 25. 7. 1970). Diese Übertragung des Bayerischen Rundfunks war in stereophoner Tontechnik gegenüber der monauralen Aufnahme von 1969; beim 'Opera Depot' ist eine CD-Ausgabe erschienen (2015).


    dto.: Hans Sachs – Norman Bailey / Veit Pogner – Kurt Moll / Kunz Vogelgesang – Adalbert Kraus / Konrad Nachtigall – Martin Egel / Sixtus Beckmaesser – Bernd Weikl / Fritz Kothner – Gerd Nienstedt / Balthasar Zorn – Martin Schomberg / Ulrich Eisslinger – Wolf Appel / Augustin Moser – Michel Sénéchal / Hermann Ortel – Helmut Berger-Tuna / Hans Schwarz – Kurt Rydl / Hans Foltz – Rudolf A. Hartmann / Walther von Stolzing – René Kollo / David – Adolf Dallapozza / Eva – Hannelore Bode / Magdalene – Julia Hamari / Zwei Nachtwächter – Bernd Weikl und Kurt Moll / Die Gumpoldskirchner Spatzen / Der Chor der Wiener Staatsoper / Chorltg.: Norbert Balatsch / Die Wiener Philharmoniker / Dirigent: Georg Solti (Wien, Sofiensäle, Oktober 1975). Erschienen 1976 auf fünf 'Decca'-LPs und 1984 auf vier CDs. Angekündigt waren aber Gundula Janowitz als 'Eva', Karl Ridderbusch als 'Hans Sachs' und Dietrich Fischer-Dieskau als 'Sixtus Beckmasser'! (Als 'Ein Nachtwächter' wird „Werner Klumlikboldt“ genannt - ein üblicher 'Gimmick' der 'Decca'-Produzenten, wie z. B. in Karajans „Fledermaus“ oder in Jeffrey Tates „Arabella“-Aufnahme. Tatsächlich singt Bernd Weikl den 1. Auftritt des Nachwächters und Kurt Moll den zweiten.) Norman Bailey war 1969 innerhalb weniger Stunden für Hubert Hofmann für eine am Opernhaus Covent Garden von Georg Solti geleitete Aufführung der „Meistersinger von Nürnberg“ eingesprungen.


    Es ist eine Binsenweisheit, dass fünf Jahre in einem Sängerleben dreifach zählen, was die Konstitution einer Stimme anbelangt. War Norman Bailey bei seinen Bayreuther Aufführungen 1969 und 1970 noch sehr gut bei Stimme, so war er 1975 bei der Wiener Aufnahme offensichtlich etwas ermüdet. (Zu dieser Zeit reiste er über die großen Bühnen als gefragter 'Holländer' und 'Wotan'.) Doch welcher international bekannte Sänger hätte dort, nachdem der eigentlich vorgesehene Karl Ridderbusch aus persönlichen Gründen für Georg Solti nicht akzeptabel war, den Hans Sachs singen können? Theo Adam war durch die Dresdner Karajan-Aufnahme blockiert. Thomas Stewart hatte im Bayerischen Rundfunk unter Kubelik diese Partie bereits aufgenommen; ursprünglich war diese Aufnahme eine Co-Produktion mit der 'DGG', bis man dort Dietrich Fischer-Dieskau favorisierte und sein Rollen-Debüt als Hans Sachs (März 1976 in Berlin) abwartete. Fischer-Dieskau war übrigens in der Presse für die Solti-Aufnahme als Beckmesser (!) angekündigt worden, den schließlich Bernd Weikl sang, dessen 'Schuster-Poet' aber noch in weiter Ferne war. Auch ein Georg Solti musste sich nach der 'sängerischen' Decke strecken, die schon damals recht kurz war. Als 'Notlösung' empfinde ich Norman Baileys Einsatz nicht; allerdings muss ich gestehen, dass ich diese Aufnahme nur 'quergeschnitten' habe und deshalb lediglich die 'schönen Stellen' davon kenne...


    Harold Rosenthal, der Herausgeber des englischen Magazins 'Opera', schrieb über Norman Baileys Hans Sachs (am 31. 12. 1974 an der English National Opera): „The performance was dominated by Norman Bailey's loveable, wise, and humorous Sachs. What a superb artist this man is – how cleverly he husbands his vocal resources, especially in act 1, and how well he paces himself. I just cannot remember Rudolf Bockelmann or Paul Schöffler being any better than this.“ (Nur Chauvinismus?)


    Carlo

    Hier sind die versprochenen Inhaltsangaben von Bernd Aldenhoffs 'Melodram'-Doppelalbum und von der 'Preiser'-CD.



    „25 Voci celebri della Lirica, Seria 2, No. 6 - Bernd Aldenhoff“:


    „Fidelio“ (Ludwig van Beethoven): Gott, welch' Dunkel hier... In des Lebens Frühlingstagen – O namenlose Freude (mit Christel Goltz) / Die Staatskapelle Dresden / Dirigent: Joseph Keilberth (Dresden, Großes Haus der Staatstheater, 22. 9. 1948*, Live)


    „Otello“ (Giuseppe Verdi): Gott, warum hast du gehäuft dieses Elend – Jeder Knabe kann mein Schwert mir entreissen / Das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks / Dirigent: Kurt Striegler (München, Herkulessaal der Residenz, 18. 5. 1954*)


    „Aida“ (Giuseppe Verdi): Es hat der Stein sich über mir geschlossen (mit Christel Goltz und Helena Rott) / Der Chor des Mitteldeutschen Rundfunks Leipzig / Das Rundfunk-Sinfonieorchester Leipzig / Dirigent: Rolf Kleinert (Leipzig, Mitteldeutscher Rundfunk, Großer Sendesaal, 1949)


    „L'Africaine“ (Giacomo Meyerbeer): Land so wunderbar / Das Rundfunk-Sinfonieorchester Leipzig / Dirigent: Rolf Kleinert (Leipzig, Mitteldeutscher Rundfunk, Großer Sendesaal, 1949)


    „Sadko“ (Nikolai Rimskii-Korsakov): Lebt nun wohl, Gefährten! – Ach, er ist's, mein Gemahl (mit Ilse Kubatzky*) / Das Rundfunk-Sinfonieorchester Leipzig / Dirigent: Gerhard Pflüger (Leipzig, Mitteldeutscher Rundfunk, Großer Sendesaal, 1949) (*richtig: Margarete Kubatzki)


    „Lohengrin“ (Richard Wagner): In fernem Land, unnahbar euren Schritten / Das Rundfunk-Sinfonieorchester Leipzig / Dirigent: Paul Schmitz (Leipzig, Mitteldeutscher Rundfunk, Großer Sendesaal, 1948)


    „Tannhäuser“ (Richard Wagner): Geliebter, sag', wo weilt dein Sinn?... Dir töne Lob, die Wunder sei'n gepriesen - Stets soll nur dir mein Lied ertönen (mit Margarete Bäumer) / Das Rundfunk-Sinfonieorchester Leipzig / Dirigent: Paul Schmitz (Leipzig, Mitteldeutscher Rundfunk, Großer Sendesaal, 1948)


    „Die Walküre“ (Richard Wagner): Ein Schwert verhieß mir der Vater / Das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks / Dirigent: Eugen Jochum (München, Kongress-Saal des Deutschen Museums, 19. 12. 1951*). Das von mir ursprgl. angezweifelte Datum wurde vom Bayerischen Rundfunk bestätigt.

    dto.: Winterstürme wichen dem Wonnemond -Siegmund heiß' ich und Siegmund bin ich / Das Rundfunk-Sinfonieorchester Leipzig / Dirigent: Paul Schmitz (Leipzig, Mitteldeutscher Rundfunk, Großer Sendesaal, 1948)


    „Siegfried“ (Richard Wagner): He, Mime, geschwind! Wie heißt das Schwert... Schmiede, mein Hammer, ein hartes Schwert (mit Paul Kuen) / Das Orchester der Bayreuther Festspiele / Dirigent: Joseph Keilberth (Bayreuth, Festspielhaus, 27. 7. 1952*, Live)


    „Götterdämmerung“ (Richard Wagner): Mime hieß ein mürrischer Zwerg... Brünnhilde, heilige Braut (mit Ferdinand Frantz und Hans Reinmar) / Der Chor und das Orchester der Bayerischen Staatsoper München / Dirigent: Robert Heger (München, Prinzregententheater, 17. 2. 1957*)


    „Der Evangelimann“ (Wilhelm Kienzl): Selig sind, die Verfolgung leiden / Ein Kinderchor / Das Rundfunk-Sinfonieorchester Leipzig / Dirigent: Rolf Kleinert (Leipzig, Mitteldeutscher Rundfunk, Großer Sendesaal, 1948)


    „Don Juan de Mañara“ (Henri Tomasi): Vater, um Euren Schutz und Eure Hilfe fleh' ich Euch an (mit Hans Hermann Nissen) / Das Orchester der Bayerischen Staatsoper München / Dirigent: André Cluytens (München, Prinzregententheater, 28. 3. 1956, Mitschnitt der Generalprobe)


    „Vier Orchesterlieder“ (Du Geist, der mich verließ – Mondaufgang – Trost – Hyperion) (Hans-Hendrik Wehding) / Die Staatskapelle Dresden / Dirigent: Hans-Hendrik Wehding (Dresden, Mitteldeutscher Rundfunk, Steinsaal, 1949). Der Komponist und Dirigent Wehding war auch Musikalischer Programmdirektor des Mitteldeutschen Rundfunks im Landessender Dresden.


    'Melodram' MEL 656 (2 LPs, Italien 1983) / * = Meine Ergänzungen



    „Lebendige Vergangenheit – Bernd Aldenhoff“:


    „Fidelio“ (Ludwig van Beethoven): Gott, welch' Dunkel hier... In des Lebens Frühlingstagen – O namenlose Freude (mit Christel Goltz) / Die Staatskapelle Dresden / Dirigent: Joseph Keilberth (Dresden, Großes Haus der Staatstheater, 22. 9. 1948*, Live)


    „Lohengrin“ (Richard Wagner): In fernem Land, unnahbar euren Schritten / Das Rundfunk-Sinfonieorchester Leipzig / Dirigent: Paul Schmitz (Leipzig, Funkhaus Mitteldeutscher Rundfunk, Großer Sendesaal, 1948)


    „Tannhäuser“ (Richard Wagner): Geliebter, sag', wo weilt dein Sinn? - Stets soll nur dir mein Lied ertönen (mit Margarete Bäumer) / Das Rundfunk-Sinfonieorchester Leipzig / Dirigent: Paul Schmitz (Leipzig, Funkhaus Mitteldeutscher Rundfunk, Großer Sendesaal, 1948)

    dto.: O Fürstin!... Den Gott der Liebe sollst du preisen (mit Christel Goltz) / Die Staatskapelle Dresden / Dirigent: Kurt Striegler (Dresden, Mitteldeutscher Rundfunk, Steinsaal, 1946)


    „Die Walküre“ (Richard Wagner): Winterstürme wichen dem Wonnemond / Das Rundfunk-Sinfonieorchester Leipzig / Dirigent: Paul Schmitz (Leipzig, Funkhaus Mitteldeutscher Rundfunk, Großer Sendesaal, 1948)


    „L'Africaine“ (Giacomo Meyerbeer): Land so wunderbar / Das Rundfunk-Sinfonieorchester Leipzig / Dirigent: Rolf Kleinert (Leipzig, Funkhaus Mitteldeutscher Rundfunk, Großer Sendesaal, 1949)


    „Aida“ (Giuseppe Verdi): Es hat der Stein sich über mir geschlossen (mit Christel Goltz und Helena Rott) / Der Chor des Mitteldeutschen Rundfunks Leipzig / Das Rundfunk-Sinfonieorchester Leipzig / Dirigent: Rolf Kleinert (Leipzig, Funkhaus Mitteldeutscher Rundfunk, Großer Sendesaal, 1949)


    „Sadko“ (Nikolai Rimskii-Korsakov): Lebt nun wohl Gefährten – Ist es wahr, ist dies Wunder mir gescheh'n? (mit Ilse Kubatzky*) / Das Rundfunk-Sinfonieorchester Leipzig / Dirigent: Gerhard Pflüger (Leipzig, Funkhaus Mitteldeutscher Rundfunk, Großer Sendesaal, 1949) (*richtig Margarete Kubatzki)


    „Salome“ (Richard Strauss): Ah! Herrlich! Wundervoll! (mit Christel Goltz und Inger Karén) / Die Staatskapelle Dresden / Dirigent: Joseph Keilberth (Dresden, Mitteldeutscher Rundfunk, Steinsaal, 20. 5. 1948*)


    „Der Evangelimann“ (Wilhelm Kienzl): Selig sind, die Verfolgung leiden / Ein Kinderchor / Das Rundfunk-Sinfonieorchester Leipzig / Dirigent: Rolf Kleinert (Leipzig, Funkhaus Mitteldeutscher Rundfunk, Großer Sendesaal, 1948)


    'Preiser' 89523 (1 CD, Österreich 2000) / * = Meine Ergänzungen



    Anmerkung:

    Das Rundfunk-Sinfonieorchester Leipzig hieß zum Zeitpunkt der Aufnahmen 1948/1949 'Das Sinfonieorchester des Mitteldeutschen Rundfunks'; das Funkhaus in der Leipziger Springerstraße verfügte ab September 1947 über einen der größten Sendesäle Deutschlands. Nach der Eingliederung (1952) des Mitteldeutschen Rundfunks in das Staatliche Rundfunkkomitee der DDR wurde das Orchester in 'Das Rundfunk-Sinfonieorchester Leipzig' umbenannt.

    Die Studio-Aufnahmen mit der Staatskapelle Dresden wurden vom Mitteldeutschen Rundfunk (Landessender Dresden) im Großen Sendesaal - 'Steinsaal' genannt - des Funkhauses in einem Seitentrakt des Dresdner 'Hygiene-Museums' eingespielt.



    Das früheste Dokument von Bernd Aldenhoffs Stimme dürfte das kurze Solo des Froh 'Zur Burg führt die Brücke' aus dem Finale von Wagners „Das Rheingold“ in einer Aufnahme des Reichsrundfunks Berlin sein:


    „Das Rheingold“ (Richard Wagner): 'Schwüles Gedünst schwebt in der Luft... Abendlich strahlt der Sonne Auge' / Wotan – Georg Hann / Fricka – Marie-Luise Schilp / Donner – Hanns Heinz Nissen / Froh – Bernd Aldenhoff / Loge – Erich Zimmermann / Woglinde – Elisabeth Schwarzkopf / Wellgunde – Hilde Scheppan / Floßhilde – Marie-Luise Schilp / Das Orchester des Deutschen Opernhauses Berlin / Dirigent: Hanns Steinkopf (Berlin, Reichsrundfunk, 17. 4. 1942). Diese Aufnahme wurde auf dem 'BASF'-Doppelalbum „Georg Hann“ (22 21486-9 / 2 LPs / 1974) und auf der 'Preiser'-CD 90310 „Georg Hann – Dokumente einer Sängerkarriere“ von 1997 veröffentlicht.



    Carlo

    Hallo, 'Stimmenliebhaber',


    von diesem Artikel des ORF von 2006 – vermutlich von Gottfried Cervenka – hatte ich keine Ahnung! Aber er und ich haben wohl die gleiche 'Quelle' angezapft (in meinem Fall dazu noch Zeitungsartikel und ein Portrait in der 'Opernwelt'): der Band Nr. 53 der Publikationsreihe „Stimmen, die um die Welt gingen...“. Dort schrieb Heiko Bockstiegel 1996 über das Leben und Wirken von Ferdinand Frantz. Besonders interessant in diesem 'Heft' (150 Seiten) sind die zahlreichen Rollenfotos des Sängers, der auch ein 'Meister der Maske' war und seinen akustischen Darstellungen auch optisch entsprach.


    Carlo