Beiträge von Carlo

    Lieber Gregor,


    diese schöne "Lustige Witwe" von der Seebühne in Bregenz 1968 habe ich auch auf Video: 'Lulu' (Evelyn Lear) und 'Wozzeck' (Eberhard Waechter) mal im leichten und doch so schweren Fach und voll überzeugend. Auch das 'andere' Paar Valencienne (Elfriede Pfleger) und Camille de Rosillon (Frans van Daalen) ist sehr gut und als besonderes Schmankerl gibt es den Baron Mirko Zeta von Helge Rosvaenge (Dirigent: Anton Paulik / Regisseur: Hellmuth Mathiasek).


    Den Namen des niederländischen (?) Tenors habe ich hier im Forum im Thread 'Georg Schnapka' einmal erwähnt:


    "Der Bettelstudent" (Millöcker): Georg Schnapka ist hier als Oberst Ollendorf zu hören neben Ruth-Margret Pütz (Laura), Waltraut Schulte-Grewe (Bronislawa), Ursula Gust (Palmatica), Frans van Daalen (Symon), Willi Brokmeier (Jan), Ernst H. Hilbich (Enterich) u. a. / Curt Cremer dirigiert das Kölner Rundfunkorchester und den Kölner Rundfunk-Chor. / Der Dialogregisseur ist Heinz Wilhelm Schwarz und das Werk wurde 1969 eingespielt. .


    1969 war Frans van Daalen in Bregenz der Tenorheld (Harry Hell) in der Uraufführung der Robert-Stolz-Operette "Hochzeit am Bodensee" (Neufassung von "Himmelblaue Träume") mit Lotte Rysanek (Gretl), Monique Lobasa (Liesl), Elfriede Pfleger (Rösli), Dagmar Koller (Ilonka), Kurt Huemer (Franz), Ernst Schütz (Francesco) und Paul Späni (Francois) sowie den beiden 'Alten' Cissy Kraner (Walpurga) und Fritz Muliar (Köble); der Dirigent war Walter Goldschmidt und der Regisseur Adolf Rott.


    Zwei interessante Opernauftritte von Frans van Daalen waren im Oktober 1969 an der Wiener Volksoper "Fausts Verdammnis" von Hector Berlioz - er sang den 'Faust' - neben Christiane Sorell (Margarethe), Ernst Gutstein (Mephisto) und Artur Korn (Brander) sowie Sonja Draksler und Jaroslav Stajnc in Nebenrollen; Carl Melles dirigierte eine Inszenierung von Adolf Rott (Bonmot in Wien: "Ein' feste Burg ist unser Rott!") und im April 1973 am Opernhaus Zürich Janáceks "Katja Kabanowa" mit Antigone Sgourda (Katja), Astrid Varnay (Kabanicha), Lyn Vernon (Warwara), Ion Buzea (Boris), Werner Gröschel (Dikoi) und Rüdiger Wohlers (Wanja); Frans van Daalen war der Tichon in der Regie von Harry Buckwitz mit der musikalischen Leitung von Jaroslav Krombholc.


    Vielleicht kannst Du bei Rudi van den Bulcks (englischsprachigem) Opernforum "Opera Nostalgia" etwas in Erfahrung bringen: operanostalgia@gmail.com


    Carlo

    Christo Bajew hat auch zahlreiche Einzelaufnahmen (Arien, Duette und Szenen aus Opern und Operetten sowie besonders interessante Aufnahmen bulgarischer, mazedonischer und russischer Lieder) bei mehreren deutschen Rundfunk-Sendern hinterlassen, von denen ich einige hier auflisten möchte.


    Erster Teil:


    "Die Stumme von Portici" ('La muette de Portici') (Daniel Francois Esprit Auber): mit Christo Bajew (Masaniello), Robert Titze (Pietro) und Frithjof Sentpaul (Borella) / Der Südfunk-Chor / Chorltg.: Hermann Josef Dahmen / Das Radio-Sinfonieorchester Stuttgart / Dirigent: Alfons Rischner (Stuttgart, Villa Berg, 7. 3. 1954). Aufgenommen wurden aus dem zweiten Akt der Chor der Fischer, die Barcarole des Masaniello, das Duett Masaniello-Pietro und das Akt-Finale; Dauer ca. 20 Minuten.



    “Treffpunkt Tegernsee” (Leon Jessel): Potpourri mit Anneliese Rothenberger, Friedel Blasius, Christo Bajew und Rupert Glawitsch / Das Hamburger Rundfunkorchester / Dirigent: Wilhelm Stephan (Hamburg, Funkhaus, ca. 1952). Der Querschnitt durch Leon Jessels hinterlassener Operette von 1934, die erst 2009 im Stadttheater in Neuburg (Donau) uraufgeführt wurde, ist mit einer Dauer von 11 Minuten im Internet abrufbar.



    "Die Hugenotten" ('Les Huguenots') (Giacomo Meyerbeer): mit Maud Cunitz (Valentine), Christo Bajew (Raoul de Nangis), Max Proebstl (Comte de Saint-Bris), Wolfram Zimmermann (Comte de Nevers), Frithjof Sentpaul (De Retz) und Conrad Busch (Tavannes) / Der Südfunk-Chor / Chorltg.: Hermann Josef Dahmen / Das Radio-Sinfonieorchester Stuttgart / Dirigent: Alfons Rischner (Stuttgart, Villa Berg, 7. 11. 1952) Aus dem vierten Akt dieser Oper wurde das Duett Valentine-Raoul 'O Gott! Wo eilt ihr hin?' und die sogenannte 'Schwerterweihe' eingespielt.



    "Mona Lisa" (Max von von Schillings): Das Duett Fiordalisa-Giovanni im ersten Akt 'Fiordalisa! Ja? Ich musst' Euch nochmals seh'n ... Menschen sind wir, die den Pfad verloren' / mit Inge Borkh und Christo Bajew / Das Radio-Sinfonieorchester Stuttgart / Dirigent: Hans Müller-Kray (Stuttgart, Villa Berg, 10. 7. 1953). Aufgenommen wurde dabei auch das sogenannte 'Perlenduett' Mona Lisa-Francesco aus dem ersten Akt ('Seht hier des Meeres wunderbarsten Schatz') mit Inge Borkh und Alexander Welitsch, das in einem Inge-Borkh-Recital bei der niederländischen 'Gala' (2 CDs, 1999) enthalten ist.



    “Das Spitzentuch der Königin" (Johann Strauß): Das Duett Rosette-Tomba aus dem Finale des 1. Aktes ('Freunde, ihr seid doch so reizend zu mir ... Ich bin ja ein Reiter ... Rote Rose, du sprichst für sie'), das Lied des Tomba ('Du Märchenstadt im Donautal') und das Duett Rosette-Tomba mit dem Finale des 2. Aktes ('Mein Freund, wozu diese Eile ... Die Nacht ist so schön, das Glück nicht mehr weit ... Wein und Musik, ihr Begleiter der Freude ... Bleib', dunkle Nacht, hüll' uns ein') sowie das Duett Rosette-Tomba im Finale des 3. Aktes ('Was ich getan ... Komm, dunkle Nacht') / mit Lore Wissmann (Königin Rosette) und Christo Bajew (Nikolaus von Tomba) / Der Südfunk-Chor / Chorltg.: Hermann Josef Dahmen / Das Radio-Sinfonieorchester Stuttgart / Dirigent: Hans Müller-Kray (Stuttgart, Funkstudio, 20. - 22. 11. 1950). Gesamtdauer ca. 15 Minuten. Aufgenommen wurden die Musikstücke nicht in der Originalfassung, sondern in einer unbekannten Bearbeitung.



    "Die schweigsame Frau" (Richard Strauss): Die Szenen 9 bis 11 aus dem zweiten Akt / mit Clara Ebers (Aminta), Res Fischer (Haushälterin), Karl Schmitt-Walter (Barbier) und Kurt Böhme (Sir Morosus) / Das Radio-Sinfonieorchester Stuttgart / Dirigent: Hans Müller-Kray (Stuttgart, Villa Berg, 29. 6. und 1. 7. 1955). Christo Bajew singt die Partie des Henry.



    “Rigoletto” (Giuseppe Verdi): Das Duett Rigoletto-Sparafucile – Der Monolog des Rigoletto 'Gleich sind wir beide' und das Duett Rigoletto-Gilda – Rezitativ und Arie des Herzogs von Mantua 'Sie wurde mir entrissen' - Das Duett Rigoletto-Gilda aus dem dritten Akt 'Tochter! Mein Vater!' – Das Quartett 'Als Tänzerin erschienst du mir' / Gilda – Ilse Hollweg, Maddalena – Martha Mödl, Giovanna – Maedy Schmitz-Kamp, Herzog – Christo Bajew, Rigoletto – Hans Reinmar, Sparafucile – Helmut Fehn / Das Kölner Rundfunk-Sinfonie-Orchester / Dirigent: Ljubomir Romansky (gesendet am 20. 11. 1949 im NWDR Köln). Im gleichen Opernkonzert waren auch Ausschnitte aus Verdis “Die Macht des Schicksals” zu hören , u. a. die Szene des Alvaro 'Im Unglück wird die Welt zur Hölle' und das Duett Alvaro-Don Carlos 'Die Stunde ist heilig' mit Christo Bajew und Robert Blasius , dirigiert von Ljubomir Romansky.



    “Der Troubadour” (Giuseppe Verdi): Die Szene und das Duett Manrico-Azucena aus dem 2. Akt 'Wir sind allein nun ... Die Hände in schweren Ketten ... Ich bin dein Sohn nicht ... Dass noch einmal sie erschiene' (8. 9. 52), das Duett Manrio-Azucena aus dem 4. Akt 'Schläfst du, o Mutter ... In uns're Heimat kehren wir wieder' (8. 9. 52) sowie das Terzett Manrico-Leonora-Azucena 'Gott, wen erblickt mein entzücktes Auge' aus dem 4. Akt (8. 11. 1952) / mit Maud Cunitz (Leonora), Res Fischer (Azucena), Christo Bajew (Manrico) und Manfred Gerbert (Ein alter Zigeuner). Alle Aufnahmen entstanden mit dem Radio-Sinfonieorchester Stuttgart unter Alfons Rischner in der Villa Berg in Stuttgart.



    "Aida" (Giuseppe Verdi): Das Duett Aida-Radames 'Ich seh' dich wieder, meine Aida ... Entflieh'n aus diesem Lande wir' und das Terzett Aida-Radames-Amonasro 'Bei Napata die Schluchten' / mit Inge Borkh (Aida), Christo Bajew (Radames) und Alexander Welitsch (Amonasro) (Stuttgart, Villa Berg, 10. 7. 1953) sowie die Szene und das Duett Amneris-Radames 'Die verhasste Rivalin ist entfloh'n ... Schon sind die Priester all' vereint' / mit Res Fischer (Amneris) und Christo Bajew (Radames) (Stuttgart, Villa Berg, 28. 6. 1954) In beiden Aufnahmen leitet Hans Müller-Kray das Radio-Sinfonieorchester Stuttgart. (Das Duett mit Inge Borkh ist auf einer ihr gewidmeten 'Orfeo'-CD von 2006 erschienen.)


    Carlo

    Liebe Taminos,


    die Gottlob-Frick-Gesellschaft in Ölbronn hat soeben unter dem Titel "Gottlob Frick – Notizen zu seinem Leben und seinen Aufnahmen" eine Neuauflage (225 Seiten) des ihrem Namensgeber gewidmeten Bandes (Nr. 79) der Publikationsreihe "Stimmen, die um die Welt gingen..." - siehe den entsprechenden Thread im "Tamino Klassikforum" – herausgegeben.


    Das von dem 2017 verstorbenen Günter Walter im September 2006 veröffentlichte und ursprünglich 164 Seiten umfassende 'Heft' wurde um einige Beiträge ergänzt (hauptsächlich Einführungstexte zu diversen Schallplatten und CDs mit Aufnahmen von Gottlob Frick) und die Diskographie von Jakob Vieten auf den neuesten Stand gebracht. Neu ist auch, dass viele der aufgelisteten LPs und CDs mit ihren Covern farbig abgebildet sind, wodurch das Ganze optisch aufgelockert wird. Die Druck- und Papierqualität ist gegenüber der ursprünglichen Ausgabe deutlich verbessert.


    Anfragen und Bestellungen sind zu richten an:


    Gottlob-Frick-Gesellschaft e. V., Hauptstraße 53, 75248 Ölbronn-Dürrn

    info@gottlob-frick-gesellschaft.de


    Dass eine in Buchform vorhandene Diskographie zeitlich begrenzt ist, zeigen die folgenden (bisher unbekannten) Rundfunk-Mitschnitte im Archiv des Österreichischen Rundfunks:


    "Neunte Symphonie" (Ludwig van Beethoven): Patricia Brinton (statt Carla Martinis), Hilde Rössel-Majdan, Waldemar Kmentt (statt Rudolf Lustig), Gottlob Frick / Der Chor des Österreichischen Rundfunks / Chorltg.: Gottfried Preinfalk / Das Niederösterreichische Tonkünstlerorchester / Dirigent: Robert Heger (Wien, Musikverein, 23. 3. 1957 – Sendung am 1. 5. 1957).


    "Missa solemnis" (Ludwig van Beethoven): Teresa Stich-Randall, Hilde Rössel-Majdan, Julius Patzak, Gottlob Frick / Der Singverein der Gesellschaft der Musikfreunde, Wien / Chorltg.: Reinhold Schmid / Die Wiener Symphoniker / Dirigent: Volkmar Andreae (Wien, Musikvererein, 18. 5. 1955 – Live-Sendung). Das Werk wurde vier Mal aufgeführt: in den Konzerten am 17. und 20. 5. sang Murray Dickie den Tenorpart, am 18. und 19. 5. Julius Patzak.


    "Die Schöpfung" (Joseph Haydn): Liane Dubin (Gabriel und Eva), Andor Kaposy (Uriel), Gottlob Frick (Raphael) und Norman Foster (Adam) / Der Chor des Österreichischen Rundfunks / Chorltg.: Gottfried Preinfalk / Das Niederösterreichische Tonkünstlerorchester / Dirigent: Robert Heger (Wien, Musikverein, 21. 12. 1957 – Sendung am 19. 3. 1958). Ebenfalls 1957 (vom 20. bis 22. 9.) sang Gottlob Frick in drei prominent besetzten Aufführungen der "Schöpfung" im Wiener Musikverein mit Irmgard Seefried, Julius Patzak und Walter Berry, dem Singverein der Gesellschaft der Musikfreunde und den Wiener Symphonikern unter Josef Krips; der ORF nahm aber keines dieser drei Konzerte auf.


    Gottlob Frick war übrigens das erste Sängerportrait in der neuen Zeitschrift "Opernwelt" gewidmet, die im Oktober 1960 erstmals erschien. Von dem Sänger – auch ein Meister im Skatspiel – wird da berichtet, dass er eine von Richard Strauss geführte Skat-Abrechnung besitzt, und zwar eine, bei der der Komponist verlor, was bei ihm (Strauss) nur selten vorkam...


    Carlo

    „Münchner Sonntagskonzerte“ 2014


    „Paradisi gloria“ - „Aletheia“: Sophia Brommer und Ralf Simon / Der Chor des Bayerischen Rundfunks / Dirigent: Ulf Schirmer / Herz-Jesu-Kirche München, 17. 1. 2014 (Sendung am 2. 2. 2014) Das Konzert beinhaltete zwei Kompositionen des Letten Peteris Vasks („Epifania“ für Streichorchester von 2010 und „Vox amoris – Fantasia per violino ed archi“ aus dem Jahre 2009), der „Cantico delle creature“ ('Sonnengesang' nach Franz von Assisi) für Chor, Flöte und Streichquartett der Litauerin Kristina Vasiliauskaité und das Oratorium „Ordo amoris“ von Enjott Schneider (für Sopran- und Tenorsolo, Chor und Orchester nach Worten von Bernhard von Clairvaux), das als Auftragswerk des Münchner Rundfunkorchesters an diesem Abend ersmals erklang. (Die Fassung von Kristina Vasiliauskaités „Cantico delle creature“ für Doppelchor a cappella erklang am 14. 12. 2013 im Weihnachtskonzert des Münchner Rundfunkorchesters im Münchner Prinzregententheater und wurde am 22. 12. 2013 im Studio 1 des Bayerischen Rundfunks für den 'Euroradio-Weihnachtstag 2013' wiederholt; beide Konzerte mit dem Chor des Bayerischen Rundfunks wurden von der litauischen Dirigentin Mirga Grazinyte-Tyla geleitet.)


    „Sonntagskonzert“ „Feuersnot“ (Richard Strauss): Rouwen Huther (Schweiker von Gundelfingen, der Burgvogt), Lars Woldt (Ortolf Sentlinger, der Bürgermeister von München), Simone Schneider (Diemut, seine Tochter) / Ihre Freundinnen: Monica Mascus (statt Jean Broekhuizen) (Elsbeth), Sandra Janke (Wigelis) und Olena Tokar (Margret) / Markus Eiche (Kunrad der Ebner, ein Alchimist), Wilhelm Schwinghammer (Jörg Pöschel, der Leitgeb), Michael Kupfer (Hämmerlein, der Fragner), Andreas Burkhart (Kofel, der Schmied), Ludwig Mittelhammer (Kunz Gilgenstock, der Bäck und Bräuer), Song Sung Min (Ortlieb Tulbeck, der Schäfflermeister), Jutta Neumann (Ursula, seine Frau), Joachim Roth (Ruger Aspeck, der Hafner), Catalina Bertucci (Walpurg, seine Frau), Arabella Wäscher (Ein großes Mädchen) / Der Kinderchor des Staatstheaters am Gärtnerplatz München (Ltg.: Verena Sarré) / Der Chor des Bayerischen Rundfunks (Ltg.: Jörn-Hinnerk Andresen) / Dirigent: Ulf Schirmer / Prinzregententheater München, 26. 1. 2014. Eine konzertante Aufführung zum Beginn des Richard-Strauss-Jahres (150. Geburtstag), die auch im Fernsehen übertragen wurde. (Die Tonspur erschien 2014 bei 'cpo' auf zwei CDs.)


    „Klassik zum Staunen“ - „Salomé“ (Antoine Mariotte): Anna Maria Thoma (Salomé), Eric Ander (Hérode), Idunnu Münch (Hérodias), Heeyun Choi (Iokanaan), Ingyu Hwang (Le jeune Syrien), Nadja Steinhardt (Le page d'Hérodias), Benedikt Eder und Jiaxuan Li (Deux soldats) / Mitglieder des Chors der Theaterakademie August Everding München / Dirigent: Ulf Schirmer / Regie: Balász Kovalik / Eine Aufführung der Bayerischen Theaterakademie August Everding München (in französischer Sprache) / Prinzregententheater München, 28. 2. 2014 (Sendung am 11. 3. 2014). (Die Aufführung am 6. 3. 2014 wurde vom Bayerischen Rundfunk als Live-Stream im Internet gezeigt, wobei zu den genannten Darstellern noch die Tänzerin Julia Kessler im 'Tanz der sieben Schleier' hinzukam.)

    Antoine Mariotte (1875-1944) schuf seine „Salomé“-Vertonung (mit einer eigenen Bearbeitung des von Oscar Wilde in französischer Sprache geschriebenen Dramas) gleichzeitig mit Richard Strauss, aber sie kam erst drei Jahre nach der Uraufführung von dessen Version (Dresden 1905) auf die Bühne. Schuld daran waren juristische Verwicklungen und der Verleger von Strauss, Adolph Fürstner, lenkte erst ein, als man ihm eine Beteiligung an den Einnahmen aus den Aufführungen von Mariottes Oper zusagte. Doch die am 30. 10. 1908 in Lyon erstmals aufgeführte „Salomé“ geriet bald in Vergessenheit, bis sie beim Festival von Montpellier 2004 (konzertant) wieder an die Öffentlichkeit trat. Mittlerweile gibt es außer der oben genannten Aufnahme des Bayerischen Rundfunks noch folgende Mitschnitte: Montpellier (21. 7. 2004) mit Nora Gubisch (Salomé), Markus Hollop (Hérode), Julia Juon (Hérodias), Vincent Le Texier (Iokanaan) und Marcel Reijans (Le jeune Syrien); noch einmal Montpellier (29. 11. 2005) mit Kate Aldrich (Salomé), Scott Wilde (Hérode), Julia Juon (Hérodias), Jean-Luc Chaignaud (Iokanaan) und Marcel Reijans (Le jeune Syrien) – beide Aufnahmen werden dirigiert von Friedemann Layer – und aus dem Wexford Festival Theatre (22. 10. 2014) mit Na'ama Goldman (Salomé), Scott Wilde (Hérode), Nora Sourouzian (Hérodias), Igor Golovatenko (Iokanaan) und Eamonn Mulhall (Le jeune Syrien), dirigiert von David Angus.


    „Mittwochs um halb acht“ - „Wir tanzen auf einem Pulverfass“: Stefanie Dietrich, Magdalena Hinterdobler, Thomas Blondelle und Ricardo Frenzel Baudisch / (Melodien von Irving Berlin, Jean Gilbert, Imre Kálmán, Gustave Kerker, Jerome Kern, Walter Kollo, Franz Lehár, Paul Lincke, Oscar Straus und Leslie Stuart) / Dirigent: Ulf Schirmer / Prinzregententheater München, 2. 4. 2014. (Eine Operetten-Revue zwischen Jahrhundertwende und Erstem Weltkrieg, konzipiert von Stefan Frey und moderiert von Johannes Silberschneider.)


    „Sonderkonzert“ - „Die Rose von Stambul“ (Leo Fall): Christof Hartkopf (Exzellenz Kamek Pascha), Kristiane Kaiser (Kondja Gül, seine Tochter), Magdalena Hinterdobler (Midili Hanum, ihre Freundin), Eleonora Vacchi und Hanne Weber (Bül-Bül und Djamileh, zwei tscherkessische Haremsdamen), Matthias Klink (Achmed Bey, Sohn eines Staatsministers und Schriftsteller), Wolfgang Klose (Müller senior aus Hamburg, Reedereibesitzer), Andreas Winkler (Fridolin, sein Sohn), Michael Glatschnig (Der Direktor des Hotels „Zu den drei Flitterwochen“) / Der Chor des Bayerischen Rundfunks (Ltg.: Stellario Fagone) / Dirigent: Ulf Schirmer / Prinzregententheater München, 11. 5. 2014. (Bei 'cpo' ist ein Mitschnitt dieses Konzerts 2020 auf zwei CDs erschienen.)

    Die Rolle von Kondjs Vater hieß ursprünglich wie der General und spätere Präsident der ersten türkischen Republik ('Kemal Pascha'), den die Geschichte unter dem Namen 'Atatürk' kennt - heute verwendet man 'politisch korrekt' den Rollennamen 'Kamek Pascha' - und ''Bül-Bül' heißt auf deutsch 'Nachtigall'. (In der Wiener Uraufführung am 2. 12. 1916 im Theater an der Wien – mitten im Ersten Weltkrieg - sangen Betty Fischer und Hubert Marischka die Hauptrollen; Fritzi Massary, im September 1917 im Metropol-Theater die erste Berliner 'Kondja' – für sie schrieb Leo Fall zwei zusätzliche Nummern - spielte ihre Rolle zwei Jahre später auch in einer Stummfilm-Fassung der Operette.)


    „Paradisi gloria“ - „Aletheia“: Anne-Carolyn Schlüter / Ulf Schirmer / Herz-Jesu-Kirche, 16. 5. 2014 (Sendung vom 1. 6. 2014). Das Programm: „The Unanswered Question“ von Charles Ives für Blasinstrumente und Streicher (1906); die Uraufführung des Orchesterstücks „Pax 11/6“ ('Poème théâtral') von Johannes X. Schachtner als Auftragswerk der Münchner Biennale 2014; die Symphonie Nr. 5 „Amen“ für Sprechstimme, Soloinstrumente und Schlagzeug von Galina Ustvolskaia (1990) sowie „Wo bist du, Licht?“ für Mezzosopran, Streicher, Schlagzeug und Tonband von Claude Vivier (1981).


    „Klasse Klassik“: Simone Kermes und Joshua Stewart / 'Bayerische Schulorchester musizieren mit dem Münchner Rundfunkorchester' / Dirigent: Matthias Foremny / Philharmonie im Gasteig München, 1. 6. 2014 (Sendung am 22. 6. 2014), Auf dem Programm standen u. a. Sopran- und Tenorarien aus Opern von Gaetano Donizetti, Giuseppe Verdi und Georges Bizet.


    „Sonderkonzert“: Marlis Petersen / (Uraufführung der Auftragskomposition des Bayerischen Rundfunks an Manfred Trojahn: „Terzinen über Vergänglichkeit“ für Sopren und Orchester nach einem Text von Hugo von Hofmannsthal) / Dirigent: Ulf Schirmer / Werdenfels-Festsaal Garmisch-Partenkirchen, 18. 6. 2014 (Sendung am 10. 8. 2014). In diesem Konzert beim 'Richard-Strauss-Festival 2014' zum 150. Geburtstag des Komponisten spielte das Münchner Rundfunkorchester folgende Werke des Jubilars: die „Konzert-Ouvertüre c-Moll, AV 80“, die „Ouvertüre a-Moll, AV 62“ und die Uraufführung (!) der „Symphonie f-Moll, op. 12“.


    „Sonderkonzert“ - „L'elisir d'amore“ ('Der Liebestrank') (Gaetano Donizetti): Ludmilla Bauerfeldt (Adina), Dmitry Korchak (Nemorino), Vittorio Prato (statt Fabio Capitanucci) (Belcore), Daniel Kotlinski (Dulcamara), Sumi Hwang (Giannetta) / Prazský filharmonický sbor (Der Philharmonische Chor Prag) (Ltg. Lukás Vasilek) / Dirigent: Massimiliano Murrali / Regentenbau Bad Kissingen, 12. 7. 2014 (Sendung am 26. 8. 2014). Bereits 2013 hätte es in Bad Kissingen eine konzertante Aufführung dieser Oper geben sollen mit Pretty Yende, David Lomeli und Daniel Kotlinski, dirigiert von Paolo Carignani.


    „Sonderkonzert“ - „Internationale Meistersinger-Akademie 2014“: Sarah-Jane Brandon, Deanna Breiwick, Kirstin Mackinson, Emalie Savoy und Isabelle Catherine Vilmar (Sopran) Avery Amereau, Kelsey Lauri Lano und Ewa Plonka (Mezzosopran) Andrew Stenson (Tenor) Federico De Michelis, Elliot Hines, Daniel Miroslav und Ludwig Mittelhammer (Bariton) / Dirigent: Matthias Foremny / Kulturhaus Reitstadel Neumarkt (Oberpfalz), 23. 7. 2014 (Sendung am 5. 10. 2014) Opernmelodien aus Opern von Wolfgang Amadé Mozart („Die Entführung aus dem Serail“, „Le nozze di Figaro“, „Don Giovanni“, „Cosi fan tutte“), Carl Maria von Weber („Der Freischütz“) und Gioachino Rossini („Il Signor Bruschino“, „La Cenerentola“ und „Il barbiere di Siviglia“).


    „Sonderkonzert“ - „La Favorite“ (Gaetano Donizetti): Ludovic Tézier (Alphonse XI, roi de Castille), Elina Garanca (Léonor de Gusman, favorite du roi), Juan Diego Flórez (Fernand, jeune novice), Carlo Colombara (Balthazar, prieur du Couvent de Saint-Jacques), Eva Liebau (Inès, suivante de Léonor) und David Portillo (Don Gaspar, officier du roi) / Der Philharmonia Chor Wien (Ltg.: Walter Zeh) / Dirigent: Roberto Abbado / Großes Festspielhaus Salzburg, 22. 8. 2014 (Sendung am 6. 9. 2014). Trotz der 'Star-Besetzung' ließ es sich die 'Universal' entgehen, die beiden Konzerte (in der französischen Originalfassung der Oper) am 22. und 26. 8. 2014 für eine CD-Ausgabe aufzunehmen.


    „Sonderkonzert“: Diana Damrau und Nicolas Testé / (Opernmelodien von Gaetano Donizetti, Vincenzo Bellini, Giuseppe Verdi, Giacomo Puccini und Ruggero Leoncavallo) / Dirigent: Heiko Mathias Förster / Großer Konzertsaal Bad Wörishofen, 1. 10. 2014 (Sendung am 12. 10. 2014). Die Sendung des Konzerts zum 20. 'Festival der Nationen in Bad Wörishofen' wurde per Live-Stream im Internet übertragen.


    „Sonntagskonzert“ - „Die vier Grobiane“ ('I quattro rusteghi') (Ermanno Wolf-Ferrari): Jürgen Linn (Lunardo, Antiquitätenhändler), Zoryana Kushpler (Margarita, seine zweite Frau), Christina Landshamer (Lucieta, Lunardos Tochter), Victor von Halem (Maurizio, Kaufmann), Markus Francke (Filipeto, sein Sohn), Susanne Bernhard (Marina, Filipetos Tante), Peter Schöne (Simon, deren Mann), Friedemann Röhlig (Cancian, ein reicher Bürger), Christine Buffle (Felice, seine Frau), Uwe Eikötter (Conte Riccardo, ein fremder Edelmann), Nathalie Flessa (Eine junge Magd Marinas) / Dirigent: Ulf Schirmer / Prinzregententheater München, 26. 10. 2014. Der Mitschnitt (in deutscher Sprache) erschien 2019 bei 'cpo' auf zwei CDs.


    „Paradisi gloria“ - „Herrlichkeit“: Sophia Brommer und Idunnu Münch / Der Chor des Bayerischen Rundfunks / (Josef Suk: „Meditation über den alten tschechischen Choral 'Der heilige Wenzel', op. 35a“; Wilfried Maria Danner: „M'illumino d'immenso“ für Sopran, Mezzosopran, Chor und Orchester nach einem Gedicht von Giuseppe Ungaretti - Uraufführung der Auftragskomposition des Münchner Rundfunkorchsters; Ralph Vaughan Williams: „Fantasia on a Theme by Thomas Tallis“; John Rutter: „Psalm 150“ für Chor und Orchester) / Dirigent: Ulf Schirmer / Herz-Jesu-Kirche München, 14. 11. 2014 (Sendung am 30. 11. 2014).


    „Sonntagskonzert“ - „Die Loreley“ (Max Bruch): Thomas Mohr (Pfalzgraf Otto), Magdalena Hinterdobler (Gräfin Bertha von Stahleck, die Braut des Pfalzgrafen), Thomas Hamberger (Der Erzbischof von Mainz, Oheim der Gräfin), Sebastian Campione (Hubert, Fährmann und Schenkwirt), Michaela Kaune (Lenore, seine Tochter), Benedikt Eder (Leupold, Seneschall des Pfalzgrafen), Jan-Hendrik Rootering (Reinald, ein Minnesänger), Danae Kontora (Eine Winzerin) / Prazský filharmonický sbor (Der Prager Philharmonische Chor) (Ltg.: Lukás Vasilek) / Dirigent: Stefan Blunier / Prinzregententheater, 23. 11. 2014. Max Bruch (1838-1920) schrieb die Oper - auf ein Libretto von Emanuel Geibel, das eigentlich für Felix Mendelssohn-Bartholdy bestimmt war – in seinen frühen Zwanzigern; die Uraufführung war 1863 in Mannheim. (Die entsprechende Aufnahme erschien 2018 bei 'cpo' auf drei CDs.)


    „Sonderkonzert“: Juan Diego Flórez / Dirigent: Manuel López-Gómez / Philharmonie im Gasteig München, 15. 12. 2014. Der Tenor sang Arien aus „Les pêcheurs de perles“, „La jolie fille de Perth“, „Werther“, „La Favorite“, „Les Troyens“, „Roméo et Juliette“, „Lakmé“, „La belle Hélène“, „Jérusalem“ und „Rigoletto“; das Orchester steuerte Werke von Adolphe Adam (Ouvertüre zu „Le toréador“), Georges Bizet (Ouvertüre zu „Carmen“ und 'Farandole' aus „L'Arlesienne“), Hector Berlioz (Ballettmusik 4. Akt aus „Les Troyens“) und Gaetano Donizetti (Ouvertüre zu „La Favorite“) bei. Leider wurden bei der TV-Aufzeichnung des Konzerts die Romanze des Nadir („Les pêcheurs de perles“) und die Arie des Fernand 'Une femme, un ange inconnu' („La Favorite“) nicht berücksichtigt.


    Carlo

    Lieber Gregor, hier kommt eine Antwort aus Düsseldorf!


    Du hast Recht, die „Deutsche Oper am Rhein“ wurde während der 'Ära Juch' damals auch als Dependance der Wiener Staatsoper bezeichnet, denn rund ein Drittel des Ensembles kam aus der 'Alpenrepublik' wie z. B. Eta Köhrer, Elfie Mayerhofer, Ingrid Paller, Dorothea Siebert, Christiane Sorell, Erika Wien, Hilde Zadek, Rudolf Christ, Karl Dönch, Walter Raninger, Kurt Wehofschitz, Otto Wiener und das Ehepaar Elisabeth Schwarzenberg-Georg Schnapka. Abendverträge hatten u. a. Elisabeth Höngen, Lotte Rysanek, Sebastian Feiersinger, Waldemar Kmentt und Julius Patzak; Karl Böhm hat mehrfach am Pult der Düsseldorfer Symphoniker gestanden („Don Giovanni“ und „Elektra“).


    Ich habe meine Sammlung an Programmzetteln der 'DOR' aus der fraglichen Zeit durchgesehen, aber Erich Kienbacher war nicht dabei. Vermutlich hat er hier nur kurz gastiert, zum Ensemble zählte er jedenfalls nicht. Seine Stimme ist aber mehrfach dokumentiert worden, wie die folgende Aufstellung zeigt.


    Erich Kienbacher habe ich hier im Forum mit folgenden Aufnahmen genannt:


    im Thread "Valerie Bak"


    "Karl V." (Krenek): Kaiser Karl V. - Otto Wiener / Juana, seine Mutter - Sonja Draksler / Eleonore, seine Schwester - Valerie Bak / Ferdinand, sein Bruder - Erich Kienbacher / Isabella, Karls Gemahlin - Marie Thérèse Escribano / Francisco Borgia, ein Jesuit - Kurt Equiluz / Franz I., König von Frankreich - Anton Dermota / Frangipani - Fritz Sperlbauer / Martin Luther - Edmond Hurshell / Ein Anhänger Luthers - Adolf Tomaschek / Sultan Soliman - Franz Fuchs / Sein Hofastrologe - Herbert Prikopa / Vier Geister - Helene Vopenka, Anna Vajda, Christine Zottel und Johanna Herndl / Vier Uhren - Martha Dietrich, Eva Held, Elfriede Tomek und Emmy Becker / Stimmen - Anton Mitterwurzer, Paul Stolm, Max Maxen und Paul Burian / Die Stimme Gottes - Adolf Tomaschek / Die Sprechrollen: Juan de Regla, Karls Beichtvater - Peter Weihs / Henri Mathys, Karls Leibarzt - Erich Padalewsky / Alarcon, Alba und Frundsberg (Hauptleute des Kaisers) - Herbert Kersten, Alfred Schnayder und Herbert Lenobel / Ein Kanzler des Kaisers - Felix Pflichter / Papst Clemens VII. - Felix Steinböck / Ein Kardinal - Peter Gerhard / Kurfürst Friedrich von Sachsen - Kurt Müller / Kurfürst Moritz von Sachsen - Erich Schenk / Ein protestantischer Hauptmann - Ernst Wappel / Der Chor und das Große Orchester des Österreichischen Rundfunks / Chorltg.: Gottfried Preinfalk / Dirigent: Ernst Krenek / Dialogregie: Otto Ambros (Wien, Funkhaus, 10. 11. 1960) Bisher unveröffentlicht. (Dem Konzert sind einführende Worte - verfasst und gesprochen vom Komponisten - vorangestellt.) Dieses 'Bühnenwerk mit Musik' - uraufgeführt 1938 in Prag - ist das erste konsequente Zwölftonwerk Kreneks und zeigt Stationen und Begebenheiten aus dem Leben des aus Spanien stammenden 'Deutschen Kaisers' Karl V. Die konzertante Aufführung des ORF bringt die Neufassung von 1957, szenisch uraufgeführt am 11. 5. 1958 in Düsseldorf mit Karl Wolfram in der Titelrolle und Valerie Bak als Eleonore unter Reinhard Peters.


    im Thread „Maria Kouba“


    „Salome“ (Richard Strauss): Herodes – Julius Patzak / Herodias – Kitsa Damassioti / Salome – Maria Kouba / Jochanaan – Hans Hotter / Narraboth – Erich Kienbacher / Der Page der Herodias – Sonja Draksler / Fünf Juden – August Jaresch, Fritz Sperlbauer, Kurt Equiluz, Josef Schmidinger und Ljubomir Pantscheff / Zwei Nazarener – Ludwig Weber und Hans Braun / Zwei Soldaten – Ludwig Welter und Franz Bierbach / Ein Kappadozier - Hans Schweiger / Eine Sklavin – Marie-Thérèse Escribano / Die Wiener Philharmoniker / Dirigent: Hans Swarowsky / Choreographie: Karlheinz Kaiser / Szenenbild: Gerhard Hruby / Kostüme: Alice Maria Schlesinger / Regie: Hermann Lanske (Sendung des ORF am 23. 3. 1960; Wiederholung am 30. 4. 1965 im ORF2). Die Darsteller sangen lt. dem ORF für die Aufzeichnung live zu einem vorab aufgenommenen Tonband des Orchesters; vor der Sendung gab Hans Swarowsky eine kurze Einführung. (Diese „Salome“, deren Optik im Stil von 'Hollywood-Schinken' schon damals als antiquiert kritisiert wurde, war die erste Opern-Fernsehinszenierung des Österreichischen Fernsehens und wurde im Rahmen der 'Eurovision' in sieben Ländern gleichzeitig


    im Thread „Christa Ludwig“


    "Vom Tode" (Schiske): mit Ilona Steingruber, Erich Kienbacher und Gottlob Frick / Der Chor des Österreichischen Rundfunks / Chorltg.: Gottfried Preinfalk / Das Große Wiener Rundfunkorchester / Dirigent: Miltiades Caridis (Wien, Funkhaus, 2. 11. 1958, Live-Sendung - am 6. 3. 1960 gab es eine Wiederholungssendung) Bisher unveröffentlicht. Dieses Oratorium 'nach Worten großer Dichter' komponierte Karl Schiske 1946 nach den Erfahrungen der Schrecken des Zweiten Weltkrieges - der Pazifist war als Soldat eingezogen worden, sein Bruder ist gefallen. Karl Böhm dirigierte 1948 die Uraufführung. (Karl Schiske, der 1969 mit 53 Jahren starb, ist im Ausland hauptsächlich als hoch geehrter Kompositionslehrer bekannt geworden.)


    im Thread „Kurt Wehofschitz“


    „Das Dreimäderlhaus“ (Franz Schubert / Heinrich Berté): Franz Schubert – Rudolf Christ / Baron Franz Schober – Erich Kienbacher / Moritz von Schwind, Maler – Heinz Friedrich / Leoold Kupelwieser, Maler – Max Proebstl / Johann Michael Vogl, Hofopernsänger – Kurt Wehofschitz / Giuditta Grisi, Hofopernsängerin – Liselotte Ebnet / Graf Schorndorf, dänischer Gesandter – Karl Schönböck / Christian Tschöll, Hofglasermeister – Fritz Muliar / Seine Frau – Eleonore von Wallerstein / Hannerl, Haiderl und Hederl, beider Töchter – Rosl Schwaiger, Antonia Fahberg und Brigitte Fassbaender / Der Posthalter – Ferry Gruber / Andreas Bruneder, Sattlermeister – Fritz Graas / Nowotny – Hanns Ernst Jäger / Frau Brametzberger, Hausbesorgerin – Elisabeth Neumann-Viertel / Der Erzähler – Erik Schumann / Der Chor des Bayerischen Rundfunks / Chorltg.: Wolfgang Schubert / Das Münchner Rundfunkorchester / Dirigent: Franz Allers / Funkbearbeitung: Hartmann Goertz / Regie: Heinz-Günther Stamm (München, Bayerischer Rundfunk, Studio 1, 9. - 14. 9. 1963)


    Ausserdem gibt es noch diese Dokumente:


    „Liebeslieder-Walzer“ (Johannes Brahms, instrumentiert von Hans Swarowsky): Leonore Leitner (Sopran), Hilde Höbarth (Alt), Erich Kienbacher (Tenor) und George Fourié (Bariton) / Das Wiener Haydn-Orchester / Dirigent: Hans Swarowsky (Wien, Internationale Jugendfestwoche, 2. 6. 1958)


    „List und Liebe“ ('La vera costanza') (Joseph Haydn): Ingeborg Friedrich, Maria Harvey, Liane Lehrer, Erich Kienbacher, Kurt Meinhardt, Claus Nöske und Kurt Ruzicka / Das Orchester des Linzer Landestheaters / Dirigent: Kurt Wöss / Inszenierung: Karl Heinz Krahl / TV-Regie: Hermann Lanske / Eine Aufführung des Landestheaters Linz (Premiere: 21. 10. 1961) (Sendung des ORF am 28. 11. 1961). Leider weiß ich nicht die genaue Rollenbesetzung; vermutlich sang Liane Lehrer die Fischerin Rosina und Erich Kienbacher ihren heimlichen Ehemann, den Grafen Errico. (Erich Kienbacher war ab September 1961 Ensemble-Mitglied des Linzer Landestheaters, sang u. a. die Titelrolle in „Hoffmanns Erzählungen“.)


    „Die Schöpfung“ (Joseph Haydn): Irmgard Stadler (Sopran), Erich Kienbacher (Tenor) und Kunikazu Ohashi (Bass) / Die Wiener Singakademie / Die Wiener Symphoniker / Dirigent und Chorleiter: Hans Gillesberger (Wien, Konzerthaus, 13. 4. 1962)


    „Die erste Walpurgisnacht“ (Felix Mendessohn-Bartholdy): Maria Nußbaumer (Alt), Erich Kienbacher (Tenor), Alfred Winkler (Tenor), Hans Strohbauer (Bariton) und Franz Wyzner (Bass) / Der Chor des Österreichischen Rundfunks / Chorltg.: Gottfried Preinfalk / Das Große Wiener Rundfunkorchester / Dirigent: Kurt Richter (Wien, Funkhaus, Sendung am 28. 9. 1958). Erich Kienbacher sang diese 'Kantate' auch 1960 im Wiener Musikvereinssaal mit dem Niederösterreichischen Tonkünstlerorchester unter Leo Lehner.


    „Krönungsmesse, KV 317" (Wolfgang Amadé Mozart): Maria Friesenhausen (Sopran), Erika Bollweg (Alt), Erich Kienbacher (Tenor), Walter Raninger (Bass) / Der Salzburger Domchor / Das Mozarteum-Orchester Salzburg / Dirigent und Chorleiter: Joseph Messner (Aufnahmedatum unbekannt). Enthalten auf einer 'Eurodisc'-Platte (in der Serie „Diskothek der Meister“), gekoppelt u. a. mit den Mozart-Werken „Exsultate, jubilate, KV 165“ und „Laudate Dominum“ (aus „Vesperae solennes de confessore, KV 339“) mit Ingeborg Hallstein und dem Münchner Rundfunkorchester unter Kurt Eichhorn.


    „Das Mädchen aus dem goldenen Westen“ ('La fanciulla del West') (Giacomo Puccini): Minnie – Gerda Scheyrer / Dick Johnson – Waldemar Kmentt / Jack Rance – Paul Schöffler / Nick – Erich Majkut / Ashby – Leo Heppe / Sonora – Hans Braun / Trin – Fritz Sperlbauer / Sid – Franz Ramharter / Bello – Hans Strohbauer / Harry – Erich Kienbacher / Joe – Kurt Equiluz / Happy – Franz Fuchs / Jim Larkens – Ottokar Schöfer / Billy Jackrabbit – Ljubomir Pantscheff / Wowkle – Edith Loob-Winkler / Jake Wallace – Norman Foster / José Castro – Walter Vaget / Ein Postreiter – Helmut Pilss / Der Chor des Österreichischen Rundfunks / Chorltg.: Gottfried Preinfalk / Das Große Wiener Rundfunkorchester / Dirigent: Argeo Quadri / (Wien, Funkhaus, Sendung am 22. 12. 1958). Diese Aufnahme ist - mit unvollständigem Rollenverzeichnis - bei der niederländischen CD-Firma 'Gala' erschienen.


    Der Name 'Erich Kienbacher' ist mir auch (ab 1958) gelegentlich bei den Rezensionen von Wiener Chorkonzerten begegnet. Die letzten Auftritte, die ich von diesem Tenor finden konnte (der ein Schüler der Gesangsklasse des Bassisten Adolf Vogel am Wiener Konservatorium war), sind drei Domkonzerte Joseph Messners während der Salzburger Festspiele 1964 („Nelson-Messe“ von Haydn) und 1965/1966 (jeweils Mozarts „Krönungsmesse“). Interessant ist, dass er 1965 als Ensemble-Mitglied des Mannheimer Nationaltheaters genannt wird. Danach verliert sich seine Spur...


    Carlo

    Liebe Taminos,


    in der April-Ausgabe der Wiener Opernzeitschrift „Der neue Merker“ ist unter dem Titel



    „Kennen Sie Janis Zabers?“



    ein langer lesenswerter Artikel unseres Mitglieds 'operus' erschienen, der unter mehrfacher Bezugnahme auf das „Tamino Klassikforum“ das Leben und Wirken des lettischen Tenors schildert.


    Zu wünschen ist, dass durch diese Initiative von 'operus' der Name – und natürlich auch das akustische Vermächtnis – des Sängers einen höheren Bekanntheitsgrad erhält.


    Carlo

    Heute nun die restlichen Gesamtaufnahmen mit Christo Bajew - in der nächsten Woche geht es mit Opern- und Operettenszenen weiter.


    "Luisa Miller" (Giuseppe Verdi): (Rudolf) mit Ilse Hollweg (Luisa), Ilsa Ihme-Sabisch (Herzogin Amalia), Hannelore Schmücking (Laura), Heinrich Nillius (Miller), Otto von Rohr (Graf von Walter), Helmut Fehn (Wurm) und Ernst-August Steinhoff (Ein Bauer) / Der Kölner Rundfunkchor / Chorltg.: Bernhard Zimmermann / Das Kölner Rundfunk-Sinfonie-Orchester / Dirigent: Ljubomir Romansky (Leverkusen, Bayer-Erholungshaus, November 1949)


    "Macbeth" (Giuseppe Verdi): (Macduff) mit Marianne Schech (Lady Macbeth), Hanna Stolze-Fröhlich (Kammerfrau), Erika Schnorrenpfeil (Eine Erscheinung), Rudolf Gonszar (Macbeth), Max Proebstl (Banquo), Stefan Schwer (Malcolm), Alfred Appenzeller (Ein Arzt), Hans Lindner (Ein Diener), Clytus Gottwald (Ein Herold), Karl Röbbert (Ein Mörder) / Der Südfunk-Chor / Chorltg.: Hermann Josef Dahmen / Das Radio-Sinfonieorchester Stuttgart / Dirigent: Hans Müller-Kray (Stuttgart-Degerloch, Waldheim, März 1951). Die Aufnahme erschien 2015 bei 'Walhall' auf 2 CDs.


    "Simon Boccanegra" (Giuseppe Verdi): (Gabriel Adorno) mit Erna Dietrich (Amelia), Paula Tauscher (Eine Magd), Hans Reinmar (Simon Boccanegra), Helmut Fehn (Fiesco), Robert Blasius (Albiani), Günther Wilhelms (Pietro) und Karl Schiebener (Ein Hauptmann) /Der Kölner Rundfunkchor / Chorltg.: Bernhard Zimmermann / Das Kölner Rundfunk-Sinfonie-Orchester / Dirigent: Ljubomir Romansky (Leverkusen, Bayer-Erholungshaus, Juli 1949). Es gibt noch eine weitere deutsche Rundfunkaufnahme dieser Oper mit Hans Reinmar und Erna Dietrich, aufgenommen im Juni 1947 beim Bayerischen Rundfunk unter Hans Altmann und auf 2 CDs bei 'Walhall' erschienen.


    "Falstaff" (Giuseppe Verdi): (Fenton) mit Annelies Kupper (Alice Ford), Friederike Sailer (Ännchen), Res Fischer (Mrs. Quickly), Erika Winkler (Meg Page), Rudolf Gonszar (Falstaff), Horst Günter (Ford), Alfred Pfeifle (Dr. Cajus), Willy Hofmann (Bardolph) und Gustav Neidlinger (Pistol) / Der Südfunk-Chor / Chorltg.: Hermann Josef Dahmen / Das Radio-Sinfonieorchester Stuttgart / Dirigent: Hans Müller-Kray (Stuttgart-Degerloch, Waldheim, November 1951). Die Aufnahme wurde 2009 von 'Walhall' (2 CDs) veröffentlicht. (Erich Ponto spricht zu den einzelnen Szenen eine kurze Einleitung.)


    "Parsifal" (Richard Wagner): (Erster Gralsritter) mit Martha Mödl (Kundry), Ruth Schlüter und Waltraud Kolditz (Zwei Knappen), Trude Eipperle, Ilse Hollweg und Else Veith (Blumenmädchen, Erste Gruppe), Ursula Kerp, Käthe Retzmann und Ingeborg Lasser (Blumenmädchen, Zweite Gruppe), Ilsa Ihme-Sabisch (Altsolo), Bernd Aldenhoff (Parsifal), Heinrich Nillius (Amfortas), Josef Greindl (Gurnemanz), Robert Blasius (Klingsor), Helmut Fehn (Titurel), Günther Wilhelms (Zweiter Gralsritter), Karl Schiebener und Walter Kassek (Zwei Knappen) / Ein Knabenchor und der Kölner Rundfunkchor / Chorltg.: Bernhard Zimmermann / Das Kölner Rundfunk-Sinfonie-Orchester / Dirigent: Richard Kraus (Leverkusen, Bayer-Erholungshaus, 31. 3. und 1. 4. 1949). Die Aufnahme ist erhalten geblieben und wurde von Jürgen Gebhardt 1999 auf vier CDs veröffentlicht.


    "Euryanthe" (Carl Maria von Weber): (Rudolf) mit Trude Eipperle (Euryanthe), Martha Mödl (Eglantine), Trude Kortegast (Berta), Lorenz Fehenberger (Adolar), Heinrich Nillius (Lysiart), Helmut Fehn (König Ludwig) / Der Kölner Rundfunkchor / Chorltg.: Bernhard Zimmermann / Das Kölner Rundfunk-Sinfonie-Orchester / Dirigent: Ljubomir Romansky (Leverkusen, Bayer-Erholungshaus, November 1948)


    "Schwanda, der Dudelsackpfeifer" (Jaromir Weinberger): (Des Teufels Famulus und Erster Landsknecht) mit Trude Eipperle (Dorota), Ilsa Ihme-Sabisch (Königin Eisherz), Karl Schmitt-Walter (Schwanda), Julius Katona (Babinsky), Georg Hann (Der Teufel), Karl Schiebener (Der Richter), Walter Kassek (Der Scharfrichter), Werner Alsen (Der Höllenhauptmann) und Friedrich Himmelmann (Zweiter Landsknecht) / Der Kölner Rundfunkchor / Chorltg.: Bernhard Zimmermann / Das Kölner Rundfunk-Sinfonie-Orchester / Dirigent: Ljubomir Romansky (Leverkusen, Bayer-Erholungshaus, Juli 1949)


    "Die neugierigen Frauen" (Le donne curiose) (Ermanno Wolf-Ferrari): (Florindo) mit Margot Guilleaume (Rosaura), Hetty Plümacher (Beatrice, ihre Mutter), Hanna Clauss (Colombina, Beatrices Zofe), Fritzi Göhrum (Eleonore, Leandros Frau), Walter Hagner (Ottavio, ein reicher Venezianer), Engelbert Czubok (Pantalone, venezianischer Kaufmann), Stefan Schwer und Gerhard Hüsch (Leandro und Lelio, Pantalones Freunde), Benno Kusche (Arlecchino, Pantalones Diener) / Das Radio-Sinfonieorchester Stuttgart / Dirigent: Hans Müller-Kray / Funkregie: Cläre Schimmel (Stuttgart-Degerloch, Waldheim, 14. 5. 1950). Das 'Hamburger Archiv für Gesangskunst' hat diese Aufnahmein seinem Angebot.


    Carlo

    "Münchner Sonntagskonzerte" - 2013


    „Sonntagskonzert“ - “Das Liebesverbot“ (Richard Wagner): Tuomas Pursio (Friedrich, ein Deutscher, in Abwesenheit des Königs Statthalter von Sizilien), Bernhard Berchtold und Daniel Brenna (Luzio und Claudio, zwei junge Edelleute), Mauro Peter und Kay Stiefermann (Antonio und Angelo, ihre Freunde), Erika Sunnegard (statt Sabine Hogrefe) (Isabella, Claudios Schwester, eine Novize), Marika Schönberg (Mariana, Friedrichs verlassene Frau), Peter Schöne (Brighella, Oberster der Sbirri), Michael Dries (Danieli, Wirt eines Weinhauses), Magdalena Hinterdobler (Dorella, früher Isabellas Zofe, nun in Danielis Diensten), Andreas Winkler (Pontio Pilato, in Danielis Diensten, im zweiten Akt ein Sbirro) / Prazský filharmonický sbor (Der Prager Philharmonische Chor) (Ltg.: Lukás Vasilek) / Dirigent: Ulf Schirmer / Prinzregententheater München, 20. 1. 2013. (CD-Veröffentlichungen bei 'House of Opera' und 'Premiere Opera'.) Eine leicht gekürzte konzertante Aufführung von Wagners verleugnetem Jugendwerk, 1836 unter katastrophalen Umständen in Magdeburg uraufgeführt – und durchgefallen. (Am 17. 1. 2013 wurde unter dem Titel „Freiheit, Liebe, Lebenslust“ im Studio 1 im Münchner Funkhaus ein 'Opern-Talk' – Moderation: Ben Alber - zu diesem Werk aufgenommen, der am 20. 5. 2013 gesendet wurde.)


    „Paradisi gloria“ - „Echad“ ('Einzig'): Kathrin Göring und Peter Schöne / Der Madrigalchor der Hochschule für Musik und Theater München (Ltg.: Martin Steidler) / Dirigent: Ulf Schirmer / Herz-Jesu-Kirche München, 22. 2. 2013 (Sendung am 3. 3. 2013). Die genannten Gesangssolisten wirkten in der Uraufführung (!) von Walter Braunfels' „Osterkantate, op. 56“ für Mezzosopran, Bariton, Chor und Orchester (komponiert in den Jahren 1938-1944) mit. Ferner erklangen von Virgil Thomson das Orchesterstück „Four Saints: An Olio“ (ein 'Nachtrag' zu seiner Kirchenoper „Four Saints in Three Acts“ von 1934) und von Arvo Pärt „Fratres“ ('Brüder') aus dem Jahr 1977 in der Fassung für Violine, Streichorchester und Schlagzeug (1992) mit dem Solisten Sreten Krstic.


    „Sonntagskonzert“ - „Ernani“ (Verdi): Ernesto Grisales (statt Zoran Todorovich) (Ernani), Mikolaj Zalasinski (Don Carlo), István Kovács (Don Ruy Gomez de Silva), Olga Romanko (Elvira), Eleonora Vacchi (Giovanna), Martin Gyimesi (statt Mauro Peter) (Don Riccardo), Gianluca Margheri (Jago) / Der Chor des Bayerischen Rundfunks (Ltg.: Peter Dijkstra) / Dirigent: Friedrich Haider / Prinzregententheater München, 21. 4. 2013.


    „Mittwochs um halb acht“ - „Das Küssen macht so gut wie kein Geräusch“: Olivia Delauré, Magdalena Hinterdobler, Benjamin Appl und Tom Schimon / Dirigent: Ulf Schirmer / Prinzregententheater München, 8. 5. 2013. Es erklangen Melodien von Leo Fall; der Schauspieler Johannes Silberschneider führte durch das Konzert.


    „Paradisi gloria“ - „Echad“: Anke Vondung und Detlef Roth / Der Chor des Bayerischen Rundfunks / Dirigent: Markus Poschner / Herz-Jesu-Kirche München, 3. 5. 2013 (Sendung am 12. 5. 2013). Zur Aufführung kam das „Requiem für die, die wir lieben“ ('Als Flieder jüngst mir im Garten blüht') von Paul Hindemith, der vor 50 Jahren starb.



    „Sonderkonzert“ - „Ginevra di Scozia“ (Johann Simon Mayr): Peter Schöne (statt Kay Stiefermann) (Il re di Scozia / Der König von Schottland), Myrtò Papatanasiu (Ginevra, sua figlia / Seine Tochter), Mario Zeffiri (Polinesso, gran contestabile del Regno / Oberkommandierender des Reiches), Anna Bonitatibus (Ariodante, cavaliere italiano / italienischer Ritter), Stefanie Irányi (Lurcanio, suo fratello / sein Bruder), Magdalena Hinterdobler (Dalinda, damigella / Edeldame), Marko Cilic (statt Bonko Karadjov) (Vafrino, scudiero di Ariodante / Ariodantes Knappe) und Virgil Mischok (statt Sebastian Campione) (Il gran solitario di Scozia / Der Großeremit von Schottland) / Der Männerchor des Heinrich-Schütz-Ensembles Vornbach (Ltg.: Martin Steidler) / Markus Wolf (Violine) / Dirigent (und Hammerklavier): George Petrou / Stadttheater Ingolstadt, 14. 6. 2013 (Sendung am 23. 6. 2013). Eine konzertante Aufführung des 'Drammas eroico' pünktlich zum 250. Geburtstag von Johann Simon Mayr, die 2014 bei 'Oehms Classics' auf drei CDs veröffentlicht wurde.


    Der bayerisch-italienische Komponist war genauso produktiv wie sein Schüler Gaetano Donizetti: fast 70 Opern Mayrs sind nachweisbar. „Ginevra di Scozia“ war zu Beginn des 19. Jahrhunderts eine sehr oft aufgeführte Oper und es existieren mehrere sich voneinander unterscheidende Abschriften der verschollenen Originalpartitur. Für den Verlag Ricordi (und die konzertante Aufführung in Ingolstadt) revidierte der Niederländer Hans Schellevis eine erst vor wenigen Jahren in Wien gefundene Partitur (mitsamt Orchesterstimmen), während die von 'Opera Rara' mitgeschnittene Aufführung zum 200. Jahrestag der Eröffnung des Teatro Nuovo in Triest – für die Mayr 1801 seine Oper schrieb – eine Version von Marco Beghelli auf der Basis anderer Partitur-Abschriften benutzt. Hier sangen Elisabeth Vidal (Ginevra), Daniela Barcellona (Ariodante), Giuseppina Piunti (Dalinda), Antonino Siragusa (Polinesso), Marco Lazzara (Lurcanio), Aldo Orsolini (Vafrino), Luca Grassi (Der König von Schottland) und Damiano Locatelli (Der Großeremit von Schottland); es dirigierte Tiziano Severini.



    „Paradisi gloria“: Angelika Luz, Karin Lovelius, Robert Breault und Jan-Hendrik Rootering / Der Chor des Bayerischen Rundfunks / („Ordinarium missae“: Uraufführung der Messe für vier Solisten, Chor und Orchester von Gerd Kühr, komponiert 2012-2013 im Auftrag des Bayerischen Rundfunks.) / Dirigent: Ulf Schirmer / Herz-Jesu-Kirche München, 21. 6. 2013 (Sendung am 30. 6. 2013). Eingeleitet wurde das Konzert mit dem Orchesterstück „Lachrimae“ von Bent Sörensen aus dem Jahr 1984.


    „Sonderkonzert“ - „Sounds of Cinema“: Angela Denoke / Dirigent: Ulf Schirmer / Circus Krone Bau München, 27. 6. 2013 (Sendung am 28. 6. 2013). Roger Willemsen präsentierte unter dem Motto „Crime Time“ Film-Melodien von Ennio Morricone, Marvin Hamlisch, Nino Rota, Bernard Herrmann, Martin Böttcher und Jerry Goldsmith. Das Konzert (140 Minuten!) wurde auch am 30. 6. 2013 im Bayerischen Fernsehen gezeigt und ist noch immer auf YouTube zu sehen.


    „Sonderkonzert“ - „Operngala“: Diana Damrau, Dmitry Korchak, Nicolas Testé / (Opernmelodien aus „Don Giovanni“, „Lucia di Lammermoor“,„L'elisir d'amore“, „Roméo et Juliette“, „Rigoletto“, „La Traviata“ und „Evgeni Onegin“) / Dirigent: Dan Ettinger / Regentenbau Bad Kissingen, 14. 7. 2013 (Sendung am 4. 8. 2013).


    „Sonderkonzert“ - „Giovanna d'Arco“ (Giuseppe Verdi): Anna Netrebko (Giovanna), Francesco Meli (Carlo VII, re di Francia / König von Frankreich), Plácido Domingo (Giacomo d'Arco, pastore in Domrémy, padre di Giovanna / Bauer in Domrémy, Giovannas Vater), Roberto Tagliavini (Talbot, supremo comandante degli inglesi / Oberbefehlshaber der Engländer), Johannes Dunz (Delil, ufficiale del re / Offizier des Königs) / Der Philharmonia Chor Wien (Ltg.: Walter Zeh) / Dirigent: Paolo Carignani / Felsenreitschule Salzburg, 6. 8. 2013 (Sendung am 24. 8. 2013). Ein Zusammenschnitt der konzertanten Aufführungen vom 6., 10. und 13. 8. 2013 erschien bei der 'DGG' auf CD.


    „Paradisi gloria“ - „Aletheia“: Peter Schöne / (Das Programm: „Flamma“, ein Orchesterstück des Esten Erkki-Sven Tüür; die „Gesangsszene für Bariton und Orchester“ von Karl Amadeus Hartmann zu seinem 50. Todestag; „The Confession of Isobel Gowdie“, ein orchestrales 'Requiem' von 1990 des Schotten James MacMillan für eine 1662 hingerichtete angebliche Hexe) / Dirigent: Ulf Schirmer / Herz-Jesu-Kirche München, 27. 9. 2013 (Sendung am 20. 10. 2013). Die „Paradisi gloria“-Konzerte der Saison 2013/2014 standen unter dem Motto „Aletheia“ ('Wahrheit').


    „Sonntagskonzert“ - „Cardillac“ (Paul Hindemith): Markus Eiche (Cardillac), Juliane Banse (Cardillacs Tochter), Matthias Klink (statt Oliver Ringelhahn) (Der Offizier), Jan-Henrik Rootering (Der Goldhändler), Torsten Kerl (Der Kavalier), Michaela Selinger (Eine Dame), Kay Stiefermann (Der Führer der Prevoté) / Prazský filharmonický sbor (Der Prager Philharmonische Chor) (Ltg.: Lukás Vasilek) / Dirigent: Stefan Soltesz / Prinzregententheater München, 13. 10. 2013. Die Erstfassung der Oper von 1926 kam hier zur Aufführung; es war der erste Video-Livestream des Bayerischen Rundfunks per Internet.


    „Sonderkonzert“ - „Zwanzig Jahre 'Sternstunden'“: Simone Kermes / (Melodien von Georg Friedrich Händel, Gioachino Rossini, Gaetano Donizetti, Giuseppe Verdi, Max Bruch, Franz Kanefzky, Antonín Dvorak, Ernest Bloch, Emil Nikolaus von Reznicek u. a.) / Dirigent: Marko Letonja / Prinzregententheater München, 27. 10. 2013. Weitere Mitwirkende waren Sharon Kam (Klarinette), Nils Mönkemeyer (Viola), Ragna Schirmer (Klavier) und Jan Vogler (Violoncello). Auch dieses Benefizkonzert wurde im Internet übertragen.


    „Paradisi gloria“: Melody Moore und Lester Lynch / Der Chor des Bayerischen Rundfunks / Dirigent: Ulf Schirmer / Herz-Jesu-Kirche München, 15. 11. 2013 (Sendung am 24. 11. 2013). Das Programm: „Musica sacra“ für Streichorchester von Aleksandr Cherepnin in der Bearbeitung von Kurt Redel (1973); „Askese. Salvatores Dei“ für Chor und Orchester von Minas Borboudakis mit dem Text von Nikos Kazantzakis (Uraufführung); „Musica dolorosa“ für Streichorchester von Peteris Vasks (1983) und die Kantate „Joan and the Bells“ für Sopran und Bariton, Chor und Orchester von Gordon Getty nach dem überlieferten Protokoll des Verhörs von Jeanne d'Arc durch den Bischof Cauchon (1998).


    „Mittwochs um halb acht“ - „Kalispera, Hellas!“: Danae Kontora / (Werke von Niccolò Manzaro, Pavlos Carrer, Manolis Kalomiris, Nikos Skalkottas, Mikis Theodorakis und Dimitri Mitropoulos) / Dirigent: George Petrou / Prinzregententheater München, 27. 11. 2013.



    „Sonntagskonzert“ - „Die Zwillingsbrüder“ (a) / „Der vierjährige Posten“ (b) (Franz Schubert): a) Virgil Mischok (Der Schulze), Kristiane Kaiser (Lieschen, seine Tochter), Matthias Klink (Anton, ihr Bräutigam), Peter Schöne (Franz und Friedrich Spiess, zwei Zwillingsbrüder, Invaliden) und Matthias Ettmayr (Der Amtmann) / b) Peter Schöne (Walther, Dorfrichter), Kristiane Kaiser (Käthchen, seine Tochter), Matthias Klink (Duval, ihr französischer Ehemann), Moon Yung Oh (Veit, ein Bauer / Ein Hauptmann), Virgil Mischok (Ein General) und Nathalie Flessa (Altsolo) / Freie Mitglieder des Chors des Bayerischen Rundfunks (Ltg.: Stellario Fagone) / Dirigent: Christoph Spering (statt Christopher Hogwood) / Prinzregententheater München, 8. 12. 2013.


    Zwei Konzerte (mit gesprochenen Dialogen) von Schuberts Einaktern aus den Jahren 1819 („Die Zwillingsbrüder“, uraufgeführt am 14. 6. 1820 am Wiener Kärntnertortheater mit Johann Michael Vogl als die Brüder Spiess) und 1815 („Der vierjährige Posten“, erst 1896 in Dresden zum ersten Mal gespielt); von Christoph Spering existieren auch CD-Aufnahmen beider Opern, die im Januar 2008 beim Kölner Deutschlandfunk eingespielt wurden. Am 20. 11. 1991 gab es im Wiener Musikverein eine schöne konzertante Aufführung der „Zwillingsbrüder“ mit Maria Venuti (Lieschen), Peter Jelosits (statt Josef Protschka) (Anton), Hermann Prey (Franz Spiess), Franz Hawlata (Friedrich Spiess), Claudio Otelli (Der Schulze) und Dietrich Henschel (Der Amtmann); Isaac Karabtchevsky leitete das Neue Wiener Vocalensemble und das Niederösterreichische Tonkünstlerorchester.


    Carlo

    Lieber Peter Schünemann,


    zu Deinem Beitrag Nr. 128 kann ich Dir mitteilen, dass die von Dir genannten Auftritte von Christa Ludwig in Hamburg hier im Thread detailliert dokumentiert sind.


    2019 habe ich – beginnend mit dem Beitrag Nr. 89 – eine ganze Reihe von wenig bekannten und z. T. noch nicht veröffentlichten Rundfunk- und Fernsehaufnahmen der Sängerin hier aufgelistet. Darin enthalten sind auch das „Verdi-Requiem“ vom 10. 4. 1961 (Beitrag Nr. 104), das „Wagner-Konzert“ vom 24. 3. 1963 (Beitrag Nr. 106) und die „Khovanshchina“-Premiere am 28. 9. 1974 (Beitrag Nr. 103). Das Konzert unter Hans Schmidt-Isserstedt am 8. 10. 1962 beinhaltete die „Sheherazade“ von Maurice Ravel und die „Fünf Lieder, op. 15“ von Béla Bartók (Beitrag Nr. 109).


    Carlo

    Discographie Christo Bajew (Vierte Folge):



    "Zwei Witwen" (Dve vdovy) (Bedrich Smetana): (Ladislav Podhajský, ein Gutsbesitzer) mit Trude Eipperle (Karoline, eine junge Witwe), Hetty Plümacher (Agnes, ihre Schwester) und Frithjof Sentpaul (Mumlal, ein Heger) / Der Südfunk-Chor / Chorltg.: Hermann Josef Dahmen / Das Radio-Sinfonieorchester Stuttgart / Dirigent: Alfons Rischner (Stuttgart, Villa Berg, März 1955). Auf CD u. a. beim 'Hamburger Archiv für Gesangskunst' erschienen. Die Nebenrollen des Hausmädchens Lidka und des Gärtners Tonik werden von (ungenannten) Chorsolisten gesungen.



    "Der Kuss" (Hubicka) (Bedrich Smetana): (Lukas, ein junger Witwer) mit Erna Hassler (Wendulka, Tochter des Bauern Paloutzky), Olga Moll (Bärbel, Dienstmagd), Hanne Münch (Martina, Wendulkas Tante), Benno Kusche (Vater Paloutzky), Engelbert Czubok (Thomas, Lukas' Schwager), Alfred Appenzeller (Matthias, ein Schmuggler) und Kurt Essich (Ein Grenz-Gendarm) / Der Südfunk-Chor / Chorltg.: Hermann Josef Dahmen / Das Radio-Sinfonieorchester Stuttgart / Dirigent: Hans Müller-Kray (Stuttgart, Villa Berg, 5. 3. 1952).



    "Karneval in Rom" (Johann Strauß): (Der Bräutigam Franz in der 'Bauernhochzeit in Mittenwald') mit Liselotte Losch (Maria, Nichte des Wirts), Ruth Zillger (Susanne, eine energische junge Dame), Elfie Pertramer (Kellnerin Cenzi), Renate Hofrichter (Elvira Graf), Annemarie Baumgarten (Die Braut Theres in der 'Bauernhochzeit in Mittenwald'), Peter Anders (Arthur Bryck, Maler), Willy Hofmann und Willy Schneider (Benvenuto Raffaeli und Robert Hesse, Arthurs Freunde), Franz Fröhlich (Der Wirt vom 'Blauen Ochsen'), Richard Capellmann (Leopold Graf, Marmeladen-fabrikant) und Karlheinz Kaysler (Der Brautführer Toni in der 'Bauernhochzeit in Mittenwald') / Erzähler: Thea Cronenberg und Rolf Stiefel / Die Dialogsprecher sind u. a. Irmgard Först (Maria) und Max Eckard (Arthur) / Der Kölner Rundfunkchor / Chorltg.: Bernhard Zimmermann / Das Kölner Rundfunk-Sinfonie-Orchester / Dirigent: Franz Marszalek (Leverkusen, Bayer-Erholungshaus, Dezember 1950). Franz Marszalek verwendete seine musikalische Bearbeitung aus dem Jahre 1937; Peter Tiedemann verantwortete die Funkregie. (Ein Mitschnitt der Sendung wurde vom 'Hamburger Archiv für Gesangskunst' veröffentlicht.)



    "Der Zigeunerbaron" (Johann Strauß): (Ottokar) mit Sena Jurinac (Saffi), Ilse Hollweg (Arsena), Marianne Schröder (Czipra), Ingeborg Lasser (Mirabella), Peter Anders (Sándor Barinkay), Georg Hann (Kolomán Zsupán), Karl Schmitt-Walter (Graf Homonay), Willy Schneider (Conte Carnero) und Franz Wolf (Pali) / Der Kölner Rundfunkchor / Chorltg.: Bernhard Zimmermann / Das Kölner Rundfunk-Sinfonie-Orchester / Dirigent: Franz Marszalek (Leverkusen, Bayer-Erholungshaus, Dezember 1949). Für die Dialoge wurden Schauspieler eingesetzt, z. B. sprachen Irmgard Först und Fritz Peter Vary für Sena Jurinac und Peter Anders (Dialogregie: Kurt Feltz). Die Aufnahme ist u. a. bei 'Relief' und beim 'Hamburger Archiv für Gesangskunst' auf CD erhältlich.



    "Ariadne auf Naxos" (Richard Strauss): (Ein Offizier) mit Walburga Wegner (Ariadne), Ilse Hollweg (Zerbinetta), Martha Mödl (Der Komponist), Regine Waltmann (Najade), Ingeborg Lasser (Dryade), Trude Kortegast (Echo), Torsten Ralf (Bacchus), Heinrich Nillius (Der Musiklehrer), Hans-Herbert Fiedler (Harlekin), Walter Kassek (Scaramuccio), Günther Wilhelms (Truffaldino), Karl Schiebener (Brighella), Peter Offermanns (Der Tanzmeister), Wilhelm Kirsch (Der Perückenmacher), Alexander Schoedler (Ein Lakai) und Wilhelm Pilgram (Der Haushofmeister) / Das Kölner Rundfunk-Sinfonie-Orchester / Dirigent: Joseph Keilberth (Leverkusen, Bayer-Erholungshaus, 27. 5. - 2. 6. 1949)



    "Die schöne Galathée" (Franz von Suppé): (Pygmalion) mit Friederike Sailer (Galathée), Engelbert Czubok (Ganymed) und Willy Hofmann (Mydas) / Die Stuttgarter Philharmoniker / Dirigent: Fritz Mareczek (Stuttgart, Süddeutscher Rundfunk, Funkstudio, 14. 3. 1954) Eingespielt wurde die Operette in einer Bearbeitung von August Peter Waldenmeier und Ludwig Bender, die für den Bayerischen Rundfunk entstand. Statt der Dialoge gibt es einen verbindenden Text von Wilfrid Schilling, gesprochen von Willi Reichmann.


    Carlo

    „Götz von Berlichingen“ von Johann Wolfgang von Goethe


    Goethes Drama über den 'Ritter mit der eisernen Hand' steht nur noch selten auf den Spielplänen der Theater. Die ständigen Szenenwechsel (von Goethe nach dem Vorbild Shakespeares absichtlich so gewollt) und die wenig stringente Entwicklung der Handlung machen das Stück für den normalen Theater-Betrieb nicht leicht spielbar, weshalb der „Götz“, wenn überhaupt, stets mit großen Strichen aufgeführt wird. Auch die nachstehend genannten akustischen und visuellen Dokumente sind alle mehr oder weniger gekürzt; oft fehlen sogar ganze Szenen. (Im Juni 1938 inszenierte Franz Herterich am Wiener Burgtheater den „Götz“ – Ewald Balser spielte hier erstmals die Titelrolle – mit allen 29 Bildern ohne Drehbühne, so dass die Vorstellung vier Stunden dauerte!)


    Das gab es im Rundfunk:


    Kaiser Maximilian – Raoul Aslan / Götz von Berlichingen – Ewald Balser / Elisabeth, seine Frau – Elisabeth Andergast / Maria, seine Schwester – Margarethe Gutherz / Georg, sein Bube – Erich Auer / Der Bischof von Bamberg – Wilhelm Schmidt / Adelbert von Weislingen – Albin Skoda / Adelheid von Walldorf – Maria Eis / Liebetraut, ein Höfling am Hofe des Bischofs – Peter Gerhard / Der Abt von Fulda – Ludwig Blaha / Olearius, beider Rechte Doktor – Herbert Kersten / Bruder Martin, ein Wandermönch – Heinrich Ortmayr / Hans von Selbitz – Viktor Gschmeidler / Franz von Sickingen – Fritz Schmiedel / Lerse, ein Reiterknecht – Karl Paryla / Franz, Weislingens Bube – Manfred Schuster / Das Kammerfräulein der Adelheid – Traute Servi / Die Anführer der rebellischen Bauern: Metzler – Guido Wieland, Sievers – Friedrich Otto Scholz, Kohl – Hans Weniger / Der kaiserliche Rat – Paul Gerhardt / Peter – Peter Sturm / Faud – Curt Eilers / Ein Mörder – Hans Putz / Ein Schreiber – Peter Hill u. a. / Funkbearbeitung und -regie: Hans Nüchtern (Österreichischer Rundfunk, Radio Wien, Sendung am 29. 4. 1949)


    Kaiser Maximilian – Hans Paetsch / Götz von Berlichingen – Walter Franck / Elisabeth, seine Frau – Katharina Brauren / Maria, seine Schwester – Gisela von Collande / Karl, sein Söhnchen – Andreas von der Meden / Georg, sein Bube – Wolfgang Wahl / Der Bischof von Bamberg – Eduard Marks / Adelbert von Weislingen – Albert Lippert / Adelheid von Walldorf – Dagmar Altrichter / Hans von Selbitz – Alfred Mendler / Franz von Sickingen – Heinz Klevenow / Lerse, ein Reiterknecht – Herbert A. E. Böhme / Franz, Weislingens Bube – Günther König / Das Kammerfräulein der Adelheid – Charlotte Joeres / In weiteren Rollen: Josef Dahmen, Heinz Klingenberg, Kurt Klopsch, Adalbert Kriwat, Willy Lamster, Harry Meyen, Richard Münch, Joseph Offenbach, Helmut Peine, Heinz Piper, Heinz Sailer, Friedrich Schütter, Carl Voscherau u. a. / Musik: Johannes Aschenbrenner / Regie: Hans Lietzau (Norddeutscher Rundfunk Hamburg, Sendung am 27. 11. 1951)


    Kaiser Maximilian – Helmut Renar / Götz von Berlichingen – Walter Richter / Elisabeth, seine Frau – Mila Kopp / Maria, seine Schwester – Margarete Carl / Carl, sein Söhnchen – Elmar Wepper / Georg, sein Bube – Jörg Holm / Der Bischof von Bamberg – Robert Michal / Adelbert von Weislingen – Albin Skoda / Adelheid von Walldorf – Anneliese Römer / Liebetraut, ein Höfling am Hofe des Bischofs – Anton Reimer / Der Abt von Fulda – Rudolf Reif / Olearius, beider Rechte Doktor – Martin Urtal / Hans von Selbitz – Willy Rösner / Franz von Sickingen – Rolf Boysen / Lerse, ein Reiterknecht – Hanns Stein / Franz, Weislingens Bube – Erik Schumann / Das Kammerfräulein der Adelheid – Ursula Dinkgräfe / Metzler und Link, Bauernrebellen – Erik Jelde und Hermann Speelmans / Ein Ratsherr – Hans Schlick / Ein Reiter – Klaus W. Krause / In weiteren Rollen: Leo Bardischewsky, Nils Clausnitzer, Gustl Datz, Alois Maria Giani, Jochen Hauer, Georg Lehn, Alexander Malachovsky, Rolf von Nauckhoff, Fritz Rasp, Fritz Strassner u. a. / Funkbearbeitung: Leopold Ahlsen und Heinz von Cramer / Regie: Heinz-Günter Stamm (Bayerischer Rundfunk, Sendung am 16. 11. 1958)


    Kaiser Maximilian – Peter Brang / Götz von Berlichingen – Fred Düren / Elisabeth, seine Frau – Annelene Hischer / Maria, seine Schwester – Waltraud Kramm / Georg, sein Bube – Kaspar Eichel / Der Bischof von Bamberg – Adolf Peter Hoffmann / Adelbert von Weislingen – Ekkehard Schall / Adelheid von Walldorf – Marylu Poolman / Liebetraut, ein Höfling am Hofe des Bischofs – Horst Weinheimer / Olearius, beider Rechte Doktor – Klaus Piontek / Bruder Martin, ein Wandermönch – Hans Teuscher / Hans von Selbitz – Hans-Peter Reinecke / Franz von Sickingen – Dietrich Körner / Lerse, ein Reiterknecht – Klaus Manchen / Franz, Weislingens Bube – Peter Reusse / Das Kammerfräulein der Adelheid – Barbara Witte / Die Anführer der rebellischen Bauern: Metzler – Horst Hiemer, Sievers – Manfred Gorges, Kohl – Lothar Schellhorn / Max Stumpf, pfalzgräflicher Diener – Fred Ludwig u. a. / Funkbearbeitung und -regie: Werner Grunow (Der Rundfunk der DDR, Sendung am 15. 7. 1973). Enthalten in der Box „Johann Wolfgang von Goethe – Werke“ von 'Ransom House Audio' (2011)

    .

    Das gab es im Fernsehen:


    Kaiser Maximilian – Wernher Buck / Götz von Berlichingen – Walter Richter / Elisabeth, seine Frau – Friederike Dorff / Maria, seine Schwester – Gisela Zoch-Westphal / Georg, sein Bube – Peter Drescher / Der Bischof von Bamberg – Viktor Stephan Görtz / Adelbert von Weislingen – Gert Westphal / Adelheid von Walldorf – Ellen Schwiers / Liebetraut, ein Höfling am Hofe des Bischofs – Branko Samarovski / Der Abt von Fulda – Gerhard Soor / Olearius, beider Rechte Doktor – Peter Schwab / Bruder Martin, ein Wandermönch – Wolfgang Warncke / Hans von Selbitz – Günther Erich Marsch / Franz von Sickingen – Wolfgang Warncke / Lerse, ein Reiterknecht – Robert Rathke / Franz, Weislingens Bube – Matthias Fuchs / Das Kammerfräulein der Adelheid (Gräfin von Helfenstein) – Monika Reinhardt / Metzler, Bauernrebell – Franz Josef Saile / Ein kaiserlicher Herold – Thomas Fischer / Ein Nürnberger Kaufmann – Edwin Mächler / Eine Aufführung der Burgfestspiele Jagsthausen 1967 / Musik: Rolf Langnese / Inszenierung: Gert Westphal / TV-Regie: Karlheinz Hundorf (ZDF Zweites Deutsches Fernsehen, Sendung am 20. 8. 1967). Als die Aufzeichnung dieser 'Open Air'-Aufführung vor Jahren im Kultursender '3sat' wiederholt wurde, habe ich sie mir auf Video aufgenommen.


    Das gab es auf der Kinoleinwand:


    Kaiser Maximilian – Raoul Aslan / Götz von Berlichingen – Ewald Balser / Elisabeth, seine Frau – Auguste Pünkösdy / Maria, seine Schwester – Hilde Mikulicz / Georg, sein Bube – Alfons Lipp / Der Bischof von Bamberg – Ulrich Bettac / Adelbert von Weislingen – Albin Skoda / Adelheid von Walldorf – Judith Holzmeister / Bruder Martin, ein Wandermönch – Felix Steinboeck / Hans von Selbitz – Stefan Skodler / Franz von Sickingen – Fred Liewehr / Lerse, ein Reiterknecht – Fred Hennings / Franz, Weislingens Bube – Helmut Janatsch / In weiteren Rollen: Viktor Braun, Heinz Moog, Max Pfeiler, Reinhold Siegert, Walter Stumvoll, Eduard Volters u. a. / Eine Aufführung des Wiener Burgtheaters 1955 / Inszenierung: Josef Gielen / Regie: Alfred Stöger ('Thalia-Film' und 'Wiener Mundus-Film' 1955). Ich habe auch eine Schallplatte von 'Ariola' (Label 'Athena') mit der (gekürzten) Tonaufnahme dieses Films, die bei 'L & M Literatur und Musik' auf CD erschien. Ewald Balser war einer der profiliertesten Darsteller des Götz; interessant ist, dass er im Oktober 1961 am Düsseldorfer Schauspielhaus auch den wesentlich radikaleren 'Urgötz' von 1771 („Geschichte Gottfriedens von Berlichingen mit der eisernen Hand“, 2013 noch in Stuttgart aufgeführt) in der Regie von Karl Heinz Stroux - mit Maria Wimmer als Adelheid - verkörperte.



    Carlo

    „Münchner Sonntagskonzerte“ - 2012


    „Paradisi gloria“ - „Jesus Christus“: Peter Schöne / Der Madrigalchor der Hochschule für Musik und Theater München (Ltg.: Martin Steidler) / („Magna mater“, ein Orchesterwerk von Aleksandr Cherepnin, komponiert 1926; die Kantate „Der weise Mann“ für Bariton, Chor und Orchester - auf Texte des biblischen Propheten Salomo und des chinesischen Philosophen Laotse - von Isang Yun, 1977; die Symphonie Nr. 4 „Los Angeles“ von Arvo Pärt aus dem Jahre 2008) / Dirigent: Ulf Schirmer / Herz-Jesu-Kirche München, 13. 1. 2012 (Sendung am 5. 2. 2012)


    „Sonntagskonzert“ - „Giuditta“ (Franz Lehár): Christiane Libor (Giuditta), Rupert Bergmann (Manuele Biffi, ihr Ehemann), Nikolai Schukoff (Octavio, Hauptmann), Christian Eberl (statt Marc Megele) (Antonio, Leutnant, sein Freund), Ralf Simon (Pierrino, ein Obsthändler), Laura Scherwitzl (Anita, ein Fischermädchen), Mauro Peter (Sebastiano, ein Wirt), Rupert Bergmann (Martini, ein Nachtclubbesitzer), Mauro Peter und Christian Eberl (statt Marc Megele) (Zwei Straßensänger) / In Sprechrollen: Frank Manhold (Lord Barrymore / Der Herzog) und Mauro Peter (Ein Kellner / Der Oberst, Adjutant des Herzogs) / Der Chor des Bayerischen Rundfunks (Ltg.: Jörn-Hinnerk Andresen) / Dirigent: Ulf Schirmer / Dialogregie: Ralf Eger / Prinzregententheater, 22. 1. 2012. (Der Zusammenschnitt von der Generalprobe am 21. 1. 2012 und der konzertanten Aufführung einen Tag später ist 2016 bei 'cpo' erschienen.) Am 27. 1. 2013 sendete der Bayerische Rundfunk eine einstündige Zusammenfassung der Operette mit der Moderation von Ben Alber, die am 19. 1. 2012 im Studio 1 des Münchner Funkhauses eingespielt wurde.


    „Sonntagskonzert“: Olga Peretyatko / Dirigent: Michael Güttler / Herkulessaal der Residenz München, 29. 1. 2012. Das Programm: Arien aus „Il Turco in Italia“, „Linda di Chamounix“, „Lucia di Lammermoor“ (1. Akt), „Manon“ (3. Akt), „Rigoletto“, „Les contes d'Hoffmann“ (1. Akt) und „Die Fledermaus“ (3. Akt), dazu Ouvertüren zu „Guilleaume Tell“, „La forza del destino“ und „Die Fledermaus“ sowie die Ballettmusik aus “Macbeth“ und das Vorspiel zum 3. Akt von „Carmen“.


    „Mittwochs um halb acht“ - „Sicilia bella“: Gustavo Porta / Dirigent: Gianluca Martinenghi / Prinzregententheater München, 29. 2. 2012. Zu hören waren die Ouvertüre zu „Les vêpres siciliennes“ von Giuseppe Verdi; Lieder aus den Sammlungen „Canti della terra e del mare di Sicilia“ von Alberto Favara, instrumentiert von Alberto Erede; das 'Tema d'amore' und der Walzer aus Nino Rotas Filmmusik zu „Der Pate“; die „Marcia trionfale“ von Antonio Scontrino und die Symphonische Suite für Tenor und Orchester aus dem Ballett „La giara“ ('Der Ölkrug') von Alfredo Casella; Sibylle Canonica las dazu aus der gleichnamigen Erzählung von Luigi Pirandello. (Der Moderator des Abends war Antonio Pellegrino, ein bekannter Rundfunksprecher des Bayerischen Rundfunks.)


    „Sonntagskonzert“: Edita Gruberova / (Arien aus „Roméo et Juliette“, „Mireille“, „Dinorah“, „La fille du regiment“, „La sonnambula“, „Die Fledermaus“ und „Candide“; die Vocalise 'Le rossignol et la rose' aus der Schauspielmusik „Parysatis“ von Camille Saint-Saens; Ouvertüren zu „La fille du regiment“ von Donizetti und „Raymond“ von Ambroise Thomas sowie drei Stücke aus den „Scènes pittoresques“ von Jules Massenet.) / Dirigent: Andriy Yurkevych / Philharmonie im Gasteig München, 19. 3. 2012 (Sendung am 25. 3. 2012). Ein Mitschnitt des Münchner Konzerts – das am 1. 4. 2012 in der Philharmonie Essen wiederholt wurde - ist in den USA bei 'House of Opera' erschienen.


    „Sonntagskonzert“ - „Sweeney Todd – The Demon Barber of Fleet Street“ (Stephen Sondheim): Mark Stone (statt Thomas Allen) (Benjamin Barker alias 'Sweeney Todd', ein Barbier), Jane Henschel (Nellie Lovett, Barkers frühere Bekannte, Pastetenbäckerin), Rebecca Bottone (Johanna Barker, Benjamins Tochter, Mündel von 'Judge' Turpin), Diana DiMarzio (Eine Bettlerin, tatsächlich Lucy, Benjamins Frau), Gregg Baker (Anthony Hope, ein junger Seemann), Jonathan Best ('Judge' Turpin, ein Richter), Adrian Dwyer ('Beadle' Bamford, ein Gerichtsdiener), Pascal Charbonneau (Tobias Ragg, erst Pirellis, dann Mrs. Lovetts Gehilfe), Ronald Samm (Adolfo Pirelli alias Daniel O' Higgins, ein irischer Barbier) sowie Andrew Lepri Meyer, Andreas Hirtreiter und Bernhard Schneider (Diverse Rollen) / Der Chor des Bayerischen Rundfunks / Dirigent: Ulf Schirmer / Dialogregie nach einer Adaptation von Christopher Bond: Christian von Götz / Das Jubiläumskonzert '60 Jahre Münchner Rundfunkorchester', Prinzregententheater München, 6. 5. 2012. (Der Mitschnitt – in englischer Sprache – erschien 2012 bei 'BR Klassik' auf zwei CDs.)

    Die ebenso schaurige wie berührende – und angeblich wahre - Geschichte des grausame Rache nehmenden Barbiers von der Fleet Street in London wurde von Stephen Sondheim 1979 am New Yorker Broadway mit Angela Lansbury und Len Cariou erfolgreich uraufgeführt (6 Tony-Awards!). Das bis auf wenige Dialogstellen durchkomponierte Werk wurde vom Komponisten selbst als 'Operette' bezeichnet und in späteren Jahren haben sich - neben Musical-Stars wie Patti LuPone, Julia McKenzie und Alun Armstrong auch bekannte Schauspieler wie Christine Baranski, Imelda Staunton und Emma Thompson (als 'Mrs. Lovett') sowie Denis Quilley, Michael Cerveris und Kelsey Grammer (als 'Sweeney Todd') - auch immer mehr Opernsänger dafür interessiert, z. B. Felicity Palmer und Angelika Kirchschlager als 'Mrs. Lovett' (Deborah Voigt sagte 2017 ihr Rollendebüt zu Gunsten einer Professur am Musik-Konservatorium in San Francisco ab) oder Bryn Terfel, Thomas Allen und Rodney Gilfry in der Titelrolle. (An der Komischen Oper Berlin spielten 2004 Dagmar Manzel und Roger Smeets die Hauptrollen; in Wien waren es 2013 Dagmar Hellberg und Morten Frank Larsen an der Volksoper.) Empfehlenswert sind zwei Videos: Angela Lansbury und George Hearn 1981 in einer 'Musical'-Version in Los Angeles und die 'klassischen' Sänger Stephanie Blythe, Heidi Stober, Brian Mulligan und Elliot Madore 2015 im Opernhaus von San Francisco. Der Film von Tim Burton (2007) mit Johnny Depp und Helena Bonham-Carter ist zwar visuell gelungen, aber der Gesang...


    „Mittwochs um halb acht“ - „Wunschmusik“: Michael Volle / Dirigent: Friedrich Haider / Prinzregententheater München, 9. 5. 2012. Der Moderator des Abends war Roger Willemsen.


    „Sonderkonzert“: Elina Garanca / (Opernmelodien aus Mikhail Glinkas „Ruslan i Liudmila“, Charles Gounods „La reine de Saba“, Georges Bizets „Carmen“, Jules Massenets „Thais“, Camille Saint-Saens' „Samson et Dalila“ und Piotr Ilich Chaikovskiis „Orleanskaia deva“) / Dirigent. Karel Mark Chichon / Philharmonie im Gasteig München, 12. 6. 2012 (Sendung am 24. 6. 2012). Elina Garanca und ihr Ehemann Karel Mark Chichon wiederholten dieses Konzert am 7. 7. 2012 bei „Klassik am See“ im saarländischen Losheim; allerdings spielte hier die 'Deutsche Radio Philharmonie Saarbrücken Kaiserslautern', deren Chefdirigent Chichon seit 2011 war.


    „Sonderkonzert“: Ines Reinhardt und Andrew Lepri Meyer / Das Heinrich-Schütz-Ensemble Vornbach (Chorltg.: Martin Steidler) / Dirigent: Ulf Schirmer / Sprecher: Marcus Everding / Florian-Stadl Andechs, 17. 6. 2012 (Sendung am 11. 11. 2012). Zur Aufführung kamen bei den 'Carl-Orff-Festspielen' das Mysterienspiel „Passion“ von Heinrich Kaminski für Sopran- und Tenorsolo, Chor und Orchester (1920) und von Richard Strauss zwei Jugendwerke: die Konzert-Ouvertüre in c-moll und die Symphonie f-moll, op. 12. (Die Sängerin Ines Reinhardt hieß früher Ines Krapp.)


    „Sonderkonzert“: Mojca Erdmann und Dmitry Korchak / (Melodien aus Mozarts „Cosi fan tutte“ und „Die Zauberflöte“, Rossinis „Otello“, Donizettis „L'elisir d'amore“ und „Don Pasquale“, Bellinis „I Capuleti e i Montecchi“, Verdis „Rigoletto“, Bizets „Les pêcheurs de perles“, Puccinis „La Bohème“ und „Die Fledermaus“ von Johann Strauß) / Dirigent: Lawrence Foster / Regentenbau Bad Kissingen, 18. 7. 2012 (Sendung am 30. 9. 2012)


    „Sonderkonzert“ - „Der Seele Ruh“ (Roland Kunz): Andreas Scholl und Roland Kunz / Der 'orpheus chor münchen' / Die Band 'Orlando Circle' / Dirigentin: Anu Tali / Frauenkirche Dresden, 22. 9. 2012 (Sendung im Bayerischen Rundfunk am 14. 11. 2012 und im DeutschlandRadio Kultur am 22. 11. 2012). Siehe auch das „Sonderkonzert“ vom 11. 6. 2010 aus der Sebalduskirche in Nürnberg mit der Uraufführung dieses Werks.



    „Sonntagskonzert“ - „Catharina Cornaro, Königin von Zypern“ (Franz Lachner): Simon Pauly (Andrea Cornaro, Edler von Venedig), Kristiane Kaiser (statt Michaela Kaune) (Catharina, seine Tochter), Daniel Kirch (Marco Venero, venezianischer Edelmann), Mauro Peter (Jakob II. von Lusignan, König von Zypern), Christian Tschelebiew (Onofrio, venezianischer Senator, Mitglied des Rats der Zehn), Timo Jansen und Wolfgang Klose (statt Gerald Häußler und Michael Mantaj) (Spiridio und Angelo, zwei Banditen), Priska Eser-Streit (Ein Page), Andreas Burkhart (Ein Offizier), Matthias Ettmayr (Ein Diener) / Der Chor des Bayerischen Rundfunks (Ltg.: Jörn Hinnerk Andresen) / Dirigent: Ralf Weikert (statt Ulf Schirmer) / Prinzregententheater München, 14. 10. 2012. (Kristiane Kaiser und Ralf Weikert sprangen sehr kurzfristig ein; der Mitschnitt erschien 2018 bei 'cpo' auf zwei CDs.)


    Franz Lachner (1803-1890), über dreißig Jahre lang Münchner Hofkapellmeister (der durch seine Rezitativfassung die „Medée“ von Luigi Cherubini 'bühnentauglich' machte), führte seine 'Große tragische Oper' am 3. 12. 1841 zum ersten Mal auf, drei Wochen vor Jacques Fromental Halévys „La reine de Chypre“ und drei Jahre vor Gaetano Donizettis und Michael Balfes Vertonungen des gleichen Stoffes. Trotz des großen Erfolges von Lachners Oper im 19. Jahrhundert verschwand die „Catharina Cornaro“ allmählich von der Bühne, bis sie durch dieses Konzert von 2012 (in einer Revision von Volker Tosta und mit leichten Kürzungen) mit sehr positiven Publikums- und Kritikerlob wieder zu hören war. (Franz Lachner ist nicht zu verwechseln mit seinem jüngeren Bruder Ignaz Lachner, von dessen Oper „Die Regenbrüder“ es eine CD-Aufnahme von 1990 aus Bad Urach gibt.)



    „Paradisi gloria“ - „Echad“ ('Einzig'): Karin Lovelius / August Zirner (Sprecher) / Dirigent: Ulf Schirmer / Herz-Jesu-Kirche München, 26. 10. 2012 (Sendung am 4. 11. 2012). Das Programm: Orchester-Suite aus der Oper „The Mother of Us All“ von Virgil Thomson (1949), „Die Zwölf“ ('Les douze') für Sprecher und kleines Orchester von Aleksandr Cherepnin (1945) und „Lydische Nacht“ für Mezzosopran und Orchester von Alphons Diepenbrock (1913).



    „Sonderkonzert“ - „I pazzi per progetto“ ('Die absichtlich Verrückten') (Gaetano Donizetti): Gustavo Castillo Estrada (Darlemont, direttore dell' ospedale de' pazzi / Leiter eines Irrenhauses), Sumi Hwang (Norina, sua nipote / Seine Nichte), Benedikt Eder (Blinval, colonnello dei Dragoni, suo marito / Dragonergeneral, ihr Gatte), Ulrike Malotta (Cristina, giovane francese, innamorata di Blinval / Eine junge Französin, Geliebte Blinvals), Jan Nash (Venanzio, loro tutore / Ihr Vormund), Ludwig Mittelhammer (Eustachio, trombettiere nel reggimento di Blinval / Ein Militärtrompeter in Blinvals Regiment), Virgil Mischok (Frank, servo di Darlemont / Darlemonts Diener) sowie Bonko Karadjov (statt Sung-min Song), Luise Höcker und Josephine Renelt (Tre pazzi / Drei Irre) / Dirigent: Ulf Schirmer / Moderation: Ben Alber / Prinzregententheater München, 15. 11. 2012 (Sendung am 2. 12. 2012). Die Aufführung durch die Bayerische Theaterakademie August Everding von Donizettsi 'Farsa' (in italienischer Sprache), in deren Uraufführung in Neapel 1830 der legendäre Luigi Lablache den 'Darlemont' sang, wurde gekoppelt mit dem französischen Einakter „Le bal“ von Oscar Strasnoy, der vom Bayerischen Rundfunk zwar aufgenommen, aber aus rechtlichen Gründen bisher nicht gesendet wurde.


    "Sonderkonzert" - „Le bal“ ('Der Ball') (Oscar Strasnoy): Sandro Schmalzl (Alfred Kampf, der Vater), Dorothée Koch (Rosine Kampf, die Mutter), Katharina Ruckgaber (Antoinette, die Tochter), Eleonora Vacchi (Betty, die Hausdame), Ludwig Mittelhammer (Georges, der Butler), Danae Kontora (Isabelle, die Klavierlehrerin), Bonko Karadjov (Ein Elektriker) / Dirigent: Ulf Schirmer / Moderation: Ben Alber / Eine Aufführung der Bayerischen Theaterakademie August Everding (in französischer Sprache) / Prinzregententheater München, 15. 11. 2012 (bisher ohne Sendung). Der französisch-argentinische Komponist Oscar Strasnoy (Jahrgang 1970) schrieb diesen satirischen Einakter (Libretto: Matthew Jocelyn nach einer Erzählung von Irène Nemirovsky) als Auftragswerk der Hamburgischen Staatsoper, dort uraufgeführt am 7. 3. 2010 unter der Leitung von Simone Young.



    „Sonntagskonzert“ - „Die Dollarprinzessin“ (Leo Fall): Thomas Mohr (John Couder, Präsident eines Kohlentrusts), Christiane Libor (Alice, seine Tochter), Magdalena Hinterdobler (Daisy Gray, seine Nichte), Tobias Haaks (Dick, sein Neffe), Marko Cilic (Tom, John Coulders Bruder), Ferdinand von Bothmer (Fredy Wehrburg, Alices Privatsekretär), Ralf Simon (Hans Freiherr von Schlick, Daisys Reitlehrer), Angela Mehling (Olga Labinska alias Gräfin Przibiczewska, eine ehemalige Löwenbändigerin vom Zirkus) u. a. / Der Chor der Musikalischen Komödie Leipzig (Ltg.: Mathias Drechsler) / Dirigent: Ulf Schirmer / Dialogbearbeitung und -regie: Ralf Eger / Prinzregententheater München, 25. 11. 2012. (Veröffentlicht 2019 auf zwei CDs bei 'cpo' im Rahmen ihrer Leo-Fall-Edition.)


    „Mittwochs um halb acht“ - „A Christmas Carol“: Hansung Yoo / Der Madrigalchor der Hochschule für Musik und Theater München / Dirigentin: Sian Edwards / Prinzregententheater München, 5. 12. 2012. August Zirner las Auszüge aus der Erzählung „Eine Weihnachtsgeschichte“ ('A Christmas Carol') von Charles Dickens zu den folgenden Kompositionen von Ralph Vaughan Williams: „Prelude on an Old Carol Tune“ für Orchester (1953), „Fantasia on Christmas Carols“ für Bariton, Chor und Orchester (1912) und „On Christmas Night“, eine 'Masque with dancing, singing and miming' (1926); in das letztgenannte Stück wurde auch das Publikum mit einbezogen.


    „Sonderkonzert“ - „Bach und seine Erben“: Katja Stuber, Marie-Claude Chappuis, Martin Mitterrutzner und Christian Immler / Der Chor des Bayerischen Rundfunks / Chorltg. und Dirigent: Florian Helgath / Prinzregententheater München, 15. 12. 2012 (Sendung am 23. 12. 2012). Werke von Johann Sebastian Bach („Gloria in exelsis Deo“, BWV 191), Felix Mendelssohn-Bartholdy („Magnificat“, op. 69 Nr. 3) und Sven-David Sandström („Magnificat“ mit vier Einlagesätzen aus dem Bach-„Magnificat“, BWV 243a) sowie Bachs Choral „Wachet auf, ruft uns die Stimme“ (BWV 140) und von Mendelssohn-Bartholdy die Chorlieder Nrn. 1 und 5 aus „Sprüche“ (op. 79) und „Mein Herz erhebet Gott, den Herrn“ (op. 69, Nr. 3).


    Carlo

    Liebe 'Taminos,


    eine traurige Nachricht:


    Christa Ludwig ist gestern, am 24. 4. 2021, im Alter von 93 Jahren in Klosterneuburg gestorben.


    Auch wenn man, so wie ich, sie nur dreimal live erlebt hat - als Marschallin im „Rosenkavalier“ (mit Tatiana Troyanos, Judith Blegen und Hans Sotin unter Silvio Varviso, Paris 25. 6. 1977), als Klytämnestra in der „Elektra“ (mit Birgit Nilsson, Leonie Rysanek, Walter Berry und James King unter Horst Stein, Wien 30. 4. 1978) und bei einem Liederabend ("Die Winterreise" mit Erik Werba, Köln 27. 5. 1987) - ihre überragende Gestaltungskunst, ihre Ausstrahlung und ihre besondere Art, mit dem Publikum zu kommunizieren, bleiben unvergesslich. Und ihre unverwechselbare, einmalige Stimme bleibt uns zum Trost auf unzähligen Tondokumenten erhalten. Ruhe ihrer Seele!


    Carlo

    Heute Opern von Pfitzner, Puccini und Rimskii-Korsakov:


    "Palestrina" (Hans Pfitzner): (Der Bischof von Budoja) mit Anny Schlemm (Ighino, Palestrinas Sohn), Gisela Litz (Silla, Palestrinas Schüler), Rut Siewert (Die Erscheinung der Lukrezia, Palestrinas verstorbener Frau), Julius Patzak (Giovanni Pierluigi Palestrina, Kapellmeister an der Kirche Sta. Maria Maggiore in Rom), Hans Hotter (Carlo Borromeo. römischer Kardinal), Dietrich Fischer-Dieskau und Richard Holm (Giovanni Morone und Bernardo Novagerio, Kardinallegaten des Papstes), Arnold van Mill (Kardinal Christoph Madruscht, Fürstbischof von Trient), Karl Wolfram (Der Kardinal von Lothringen), Helmut Krebs (Abdisu, der Patriarch von Assyrien), Albrecht Peter (Graf Luna, Orator des Königs von Spanien), Wilhelm Schirp (Bischof Ercole Severolus, Zeremonienmeister des Konzils von Trient) und Gottlob Frick (Papst Pius IV.) / In weiteren Rollen: Helene Petrich, Käthe Möller-Siepermann und Anny Schlemm (Drei Engelsstimmen), Helga Jenckel (Ein junger Doktor), Hermann Scheuing (Anton Brus von Müglitz, Erzbischof von Prag), Walter Kassek (Theophilus, Bischof von Imola), Heiner Horn (Avosmediano, Bischof von Cadix), Alexander Schoedler (Der Bischof von Feltre), Karl Schiebener (Der Bischof von Fiesole), Peter Witsch (Dandini von Grosseto), Friedrich Himmelmann (Ein spanischer Bischof), Hermann Steigers und Srno Reinhardt (Zwei italienische Bischöfe), Günther Wilhelms, Herbert Bartel, Peter Witsch, Jürgen Förster und Anton Germann (Fünf Kapellsänger von Sta. Maria Maggiore in Rom), Jürgene Förster, Karl Schiebener, Peter Witsch, Robert Blasius, Günther Wilhelms, Matti Lehtinen, Herbert Bartel, Hermann Scheuing und Anton Germann (Die Erscheiningen neun verstorbener Meister der Tonkunst) / Der Kölner Rundfunkchor / Chorltg.: Hans Herbert Jöris / Das Kölner Rundfunk-Sinfonie-Orchester / Dirigent: Richard Kraus / Produktionsleitung und Funkregie: Karl O. Koch (Köln, Funkhaus, Oktober 1952). Auf CDs der Marken 'Myto' und 'Cantus Classics' erhältlich.



    "Der Mantel" ('Il tabarro') (Giacomo Puccini): (Henri) mit Charlotte Hoffmann-Pauels (Georgette), Ingeborg Lasser (Frettchen), Ruth Dörkes-Drathen (Eine junge Frau), Hans Reinmar (Marcel), Walter Kassek (Stockfisch), Willy Schöneweiß (Maulwurf), Ernst-August Steinhoff (Liederverkäufer) und Karl Schiebener (Ein junger Mann) / Der Kölner Rundfunkchor / Chorltg.: Bernhard Zimmermann / Das Kölner Rundfunk-Sinfonie-Orchester / Dirigent: Richard Kraus (Leverkusen, Bayer-Erholungshaus, November 1949)



    "Gianni Schicchi" (Giacomo Puccini): (Rinuccio) mit Lore Wissmann (Lauretta), Friederike Sailer (Nella), Res Fischer (Zita), Hetty Plümacher (La Ciesca), Marcello Cortis (Gianni Schicchi), Werner Nesseler (Gherardo), Heinz Borst (Betto von Signa), Wolfram Zimmermann (Simon), Frithjof Sentpaul (Marco), Heinz Cramer (Magister Spinelloccio), Engelbert Czubok (Ser Amantio di Nicolao), August Messthaler (Pinellino) und Karl Röbbert (Guccio) / Das Radio-Sinfonieorchester Stuttgart / Dirigent: Hans Müller-Kray / Funkregie: Cläre Schimmel (Stuttgart, Villa Berg, Juni 1953)



    "Turandot" (Giacomo Puccini): (Pong) mit Maud Cunitz (Turandot), Trude Eipperle (Liu), Lorenz Fehenberger (Kalaf), Günther Wilhelms (Timur), Hans-Herbert Fiedler (Ping), Peter Offermanns (Pang), Oskar Wittazschek (Altoum) und Andrej Christiansen (Ein Mandarin) / Der Kölner Rundfunkchor / Chorltg.: Bernhard Zimmermann / Das Kölner Rundfunk-Sinfonie-Orchester / Dirigent: Ljubomir Romansky (Leverkusen, Bayer-Erholungshaus, Januar 1949)



    "Das Märchen vom Zaren Saltan" ('Skaska o tsare Saltane') (Nikolai Rimskii-Korsakov): (Guidon, der Zarewitsch) mit Gail André (Militrissa, die jüngste Schwester), Maud Cunitz (Militrissa als Zarin), Hetty Plümacher (Die mittlere Schwester, genannt 'Die Weberin'), Hanna Clauss (Die älteste Schwester, genannt 'Die Bäckerin'), Friederike Sailer (Prinzessin Schwanhilde), Res Fischer (Barbaricha, die Base der drei Schwestern), Wilhelm Schirp (Zar Saltan), Benno Kusche (Skomoroch, der Hofnarr), Franz Fehringer (Der alte Mann), Robert Titze (Ein Bote), Franz Fehringer, Robert Titze und Benno Kusche (Drei Schiffer) / Der Südfunk-Chor / Chorltg.: Hermann Josef Dahmen / Das Radio-Sinfonieorchester Stuttgart / Dirigent: Hans Müller-Kray (Stuttgart, Villa Berg, 15. - 18. 12. 1952). Die Zwischentexte, gesprochen von Lotte Betke, sind im Stil einer Märchenerzählung geschrieben. (Bei 'Walhall' wurde ein Mitschnitt dieser Rundfunk-Produktion auf CD veröffentlicht.)


    Carlo

    Nachtrag zu Jarmila Novotná (Beiträge Nrn. 749, 750 und 759):



    Lieber 'greghauser2002',


    Du hast Recht, den 'Oscar' als bester männlicher Hauptdarsteller gewann 1949 Laurence Olivier für seinen „Hamlet“-Film (Ehre, wem Ehre gebührt!); Montgomery Clift - „Die Gezeichneten“ ('The Search') war sein Film-Debüt – war nur nominiert.


    Ivan Jandl, der als Zehnjähriger den kleinen Karel spielte, erhielt 1949 einen 'Ehren-Oscar' und auch einen 'Ehren-Golden Globe' als bester Nachwuchsdarsteller; er durfte aber nicht die CSSR verlassen, um die Preise persönlich entgegen zu nehmen. Die Aussenaufnahmen des Films entstanden im Sommer 1947 im kriegszerstörten Nürnberg; die Anfangs- und die Schluss-Szene wurde im ausgebrannten Hauptbahnhof von Ingolstadt gedreht, während die Innenaufnahmen später in Zürich gemacht wurden.


    Dass Jarmila Novotná im Film auch singt – bei der Hausmusik der kleinen Familie Malik – war mir gar nicht mehr bewusst. Ich werde mir das Video mit diesem berührenden (und in seiner Thematik hoch aktuellen) Film demnächst wieder anschauen.


    Carlo

    Nachtrag:


    „Paradisi gloria“: Helen Neeves, Matthew Beale und Colin Campbell / Der Chor des Bayerischen Rundfunks / Max Hanft (Orgel) / Dirigent: Marcello Viotti / Herz-Jesu-Kirche München, 25. 6. 2004. (Wiederholung am 2. 5. 2011). Zur Aufführung kam die Komposition „De Profundis“ für drei Gesangs-Solisten, Chor, Orgel und Orchester von Marcel Dupré aus dem Jahre 1917.


    „Sonderkonzert“ - „Ein deutsches Requiem“ (Johannes Brahms): Ruth Ziesak und Konrad Jarnot / Der Münchnener Bach-Chor / Chorltg. und Dirigent: Hansjörg Albrecht / Philharmonie im Gasteig München, 25. 9. 2010. (Mitschnitt des Benefizkonzerts für die Dominik-Brunner-Stiftung, erschienen 2011 bei 'Oehms Classics'.)


    „Münchner Sonntagskonzerte“ 2011


    „Sonntagskonzert“ - „Regina“ (Albert Lortzing): Albert Pesendorfer (Simon, ein Fabrikbesitzer), Johanna Stojkovic (Regina, seine Tochter), Daniel Kirch (Richard, der Geschäftsführer), Detlef Roth (Stephan, Werkmeister), Peter Schöne (Wolfgang, Anführer der Freischar), Ralf Simon (Kilian, ein Arbeiter), Jean Broekhuizen (Barbara, Kilians Mutter), Therese Holzhauser (Beate, eine Arbeiterin), Daniel Kirch (Ein Freischärler) / Prazský filharmonicky sbor (Der Prager Philharmonische Chor) (Ltg.: Lukás Vasilek) / Dirigent: Ulf Schirmer / Dialogregie: Dominik Wilgenbus / Prinzregententheater München, 30. 1. 2011. (Der Mitschnitt des Konzerts erschien 2013 auf CD bei 'cpo'; es gibt aber auch den Mitschnitt der Generalprobe vom 27. 1. 2011, dirigiert von Ulf Schirmers Assistenten Christian von Gehren.)

    Albert Lortzings 'Schmerzenskind', komponiert unmittelbar nach in Wien miterlebten Ereignissen der Revolution von 1848 (u. a. die Exekution seines Freundes Robert Blum) und erst fast 50 Jahre nach dem Tod des Komponisten in einer entstellenden Fassung in Berlin uraufgeführt, ist - neben einer Aufnahme des Rundfunks der DDR von 1950 - auch in einem Mitschnitt der konzertanten Aufführung vom 4. 5. 1984 bei der RAI in Turin mit Julia Conwell (Regina), Josef Protschka (Richard), Ludwig Baumann (Stephan) und Rainer Scholze (Simon) unter Dietfried Bernet zu hören; in beiden Fällen wurde die Bearbeitung von Walter Neef verwendet. Zuvor war die Oper 1981 in Oberhausen (Version von Frieder Reininghaus) und im Dezember 1983 als österreichische Erstaufführung (Version von Walter Neef) zu sehen: im Linzer Landestheater mit Linda Roark-Strummer (Regina), Christopher Doig (Richard), Rudolf Kostas (Stephan) und Zdenek Kroupa (Simon), dirigiert von Ernst Dunshirn. Erst am 14. 3. 1998 kam es am Musiktheater Gelsenkirchen zur ersten Inszenierung der Originalfassung von 1848 mit Ines Krome (Regina), Thomas Piffka (Richard), John Riley-Schofield (Stephan) und Hartmut Bauer (Simon) unter Johannes Wildner; das war dem WDR sogar eine Fernseh-Dokumentation wert.


    „Klassik zum Staunen“ - „Street Scene“ (Kurt Weill): Peter Cismarescu (Frank Maurrant), Nam-Young Kim (Anna Maurrant, seine Frau), Kathrin Filip (Rose, ihre Tochter), Mauro Peter (Sam Kaplan), Anna-Maria Thoma (Emma Jones), Fabrice Alibert (George Jones, ihr Mann), Konstanze Preuss (Greta Fiorentino), Bonko Karadjov (Lippo Fiorentino, ihr Mann), Daiva Gedvilaité (Olga Olsen), Johannes Stermann (Carl Olsen, ihr Mann), Saskia Dreyer (Laura Hildebrand), Anja Haeseli (Jennie Hildebrand) u. a. / Dirigent: Ulf Schirmer / Regie: Gil Mehmert / Prinzregententheater München, 16. - 18. 2. 2011 (Sendung am 17. 1. 2012). Es handelt sich um eine Aufführungsserie der Bayerischen Theaterakademie August Everding und der Hochschule für Musik und Theater München in Koproduktion mit dem 'Musiktheater im Revier' Gelsenkirchen. (Der Bayerische Rundfunk gibt als Aufnahmedatum den 8. 2. 2011 an; die Premiere war aber erst am 11. 2. 2011 und die Vorstellungen am 16., 17. und 18. 2. 2011 wurden in den Programmheften mit dem Vermerk einer Rundfunkaufzeichnung gekennzeichnet.)

    Kurt Weills 'American Opera' nach einem Schauspiel von Elmer Rice wurde am 9. 1. 1947 im Adelphi Theater am New Yorker Broadway uraufgeführt und erlebte ihre europäische Erstaufführung am 26. 11. 1955 im Ausweichquartier (Theater am Worringer Platz) des Düsseldorfer Opernhauses, das zu dieser Zeit teilweise neu erbaut wurde. Die Hauptrollen sangen Hanna Ludwig (Anna Maurrant), Ingrid Paller (Rose Maurrant), Randolph Symonette (Frank Maurrant) und Karl Diekmann (Sam Kaplan); der Dirigent war Siegfried Köhler, der Regisseur Friedrich Schramm und die Ausstattung stammte von Kurt Weills Weggefährten Caspar Neher. Zum sehr späten Erfolg der Oper haben zwei Schallplattenaufnahmen aus London und Glasgow (beide aus dem Jahr 1989) beigetragen; noch im April/Mai 2019 war die „Street Scene“ an der Kölner Oper (im Staatenhaus) in einer viel beachteten Inszenierung zu sehen.


    „Paradisi gloria“ - „hören“: Maria Pitsch, Julia Blank und Jan-Hendrik Rootering / Münchner Madrigalchor / Dirigent: Ulf Schirmer / Herz-Jesu-Kirche München, 4. 3. 2011 (Sendung am 13. 3. 2011). Folgende Werke wurden aufgeführt: „Rothko Chapel“ für Sopran, Alt, Chor und Orchester (1971) von Morton Feldman; „In großem Schweigen“ Stimmungsgedicht für Bariton und Orchester nach einem Aphorismus Friedrich Nietzsches von Alphons Diepenbrock (1906) sowie „Mother of God, here I stand“ für Chor mit Orgelbegleitung von John Tavener (2003) und „Engel in Flammen“ Memento für Orchester von Isang Yun (1994). Die „Paradisi gloria“-Konzerte der Saison 2010/11 standen unter dem Motto „hören“.


    „Sonderkonzert“ - „Die Gretchenfrage“: Annette Dasch / (U. a. Arien und Orchesterstücke aus „La damnation de Faust“ von Hector Berlioz, „Rosamunde“ von Franz Schubert, „Genoveva“ von Robert Schumann, „Faust“ von Charles Gounod, „Otello“ von Giuseppe Verdi und Lieder von Franz Schubert und Giuseppe Verdi) / Dirigent: Marc Piollet / Herkulessaal der Residenz München, 3. 4. 2011 (Das Konzert – moderiert von Annette Dasch – wurde für das Fernsehen aufgezeichnet und ist auf DVD bei 'EuroArts' erhältlich.)


    „Plump Jack“ (Gordon Getty): Christopher Robertson (König Henry IV. von England), Nikolai Schukoff (Henry, sein Sohn, genannt 'Hal', später König Henry V.), Melody Moore (Thomas, Herzog von Clarence, Henrys IV. zweiter Sohn), Bruce Rameker (Richard de Beauchamp, Graf von Warwick), Lester Lynch (statt Samuel Ramey) (Sir John Falstaff, genannt 'Jack', ein Ritter), Christopher Robertson, Nathaniel Webster und Melody Moore (Pistol, Bardolph und Boy, Falstaffs Begleiter), Susanne Mentzer (Nell Quickly, eine Wirtin), Nathaniel Webster (Der Lord Oberrichter), Robert Breault (Shallow, ein alter Friedensrichter), Chester Patton (Davy, Shallows Haushofmeister), Diana Kehrig und Bruce Rameker (Zwei Pilger), Robert Breault und Bruce Rameker (Zwei Hauptleute) / Der Chor des Bayerischen Rundfunks (Ltg.: Florian Helgath) / Dirigent: Ulf Schirmer / Prinzregententheater München, 8. 5. 2011, Uraufführung. (Außerdem erklangen die Ballettmusiken „Parade“ von Erik Satie und „La Création du monde“ von Darius Milhaud.)

    Gordon Getty (geb. 1933), der komponierende (und als Sänger ausgebildete) Sohn des Öl-Milliardärs J. Paul Getty, schrieb diese erste von mittlerweile drei Opern zu einem eigenen Libretto nach Szenen aus 'William Shakespeares' Königsdramen „Henry IV.“ und „Henry V.“. (Shakespeare apostrophiert, weil auch ich an die These glaube, dass sich hinter diesem Namen Edward de Vere, Graf von Oxford, verbirgt.) Für die konzertante Uraufführung im Münchner Prinzregententheater von „Plump Jack“ - so bezeichnet sich Falstaff im Schauspiel und in der Oper selbst – wurde das Werk allerdings um zwei Szenen gekürzt; gleichzeitig entstand im Studio 1 des Bayerischen Rundfunks die Aufnahme für die niederländische CD-Firma 'PentaTone', die es sich zur Aufgabe gemacht hat, Gettys Kompositionen exclusiv zu veröffentlichen.


    „Mittwochs um halb acht“ - „Händel on Tour“: Ruby Hughes / (Melodien von Georg Friedrich Händel, Arcangelo Corelli und Antonio Vivaldi) / Dirigent: Paul Goodwin / Prinzregententheater München, 18. 5. 2011 (Sendung am 25. 5. 2011). Der Moderator des Abends war Peter Jonas, der Intendant der Bayerischen Staatsoper München.


    „Sonderkonzert“ - „Intermezzo“ (Richard Strauss): Simone Schneider (Christine Storch), Markus Eiche (Kapellmeister Robert Storch, ihr ;Mann), Martina Welschenbach (statt Hulkar Sabirova) (Anna, Christines Kammermädchen), Martin Homrich (Baron Lummer, Christines Verehrer), Michael Dreis (Der Notar), Maria Bulgakova (Seine Frau), Brenden Gunnell (Kapellmeister Stroh), Marc Kugel (Der Kommerzienrat), Peter Schöne (Der Justizrat), Günter Missenhardt (Der Kammersänger), Sophie Mitterhuber (Resi, eine junge Freundin des Barons) / Dirigent: Ulf Schirmer / Werdenfelssaal Garmisch-Partenkirchen, 8. 6. 2011. Ein Mitschnitt vom Richard-Strauss-Festival 2011. Dessen Leiterin, Brigitte Fassbaender, ließ es sich nicht nehmen, mehrere Dialogstellen (als Bub des Ehepaars Storch, als Köchin oder als Dienstmädchen) zu sprechen.

    Brigitte Fassbaender wirkte als 'Resi' – eine Rolle von drei Sätzen! - auch in der Wiederaufnahme der 1960er Inszenierung (Regie: Rudolf Hartmann) dieser Oper im Münchner Cuvilliés-Theater unter der Leitung von Joseph Keilberth mit. Solange man die entsprechende Fernseh-Aufzeichnung vom 13. 1. 1963 (Sendung am 3. 2. 1963) auf 'YouTube' noch sehen kann, sollte man es tun; sie zeigt exemplarisch, wie man vor fast 60 Jahren derlei musikalische Komödien – ohne 'Aktualisierung' und Gags - rundum überzeugend auf die Bühne brachte und welch hervorragende Sänger-Darsteller es auch schon vor der 'Machtübernahme' des Regietheaters gab.


    „Sonderkonzert“ - „Münchner Operngala“: Daniel Behle und Edwin Crossley-Mercer / Dirigent: Johan Arnell / Regentenbau Bad Kissingen, 3. 7. 2011. Das ursprünglich geplante Programm – u. a. Arien und Duette aus Opern von Wolfgang Amadé Mozart, Richard Wagner, Charles Gounod, Georges Bizet, Piotr Ilich Chaikovskii – musste umgestellt werden, da die Sopranistin Marina Poplavskaya plötzlich erkrankte und kein Ersatz für sie gefunden werden konnte.


    „Klasse Klassik“: Miriam Clark, JunHo Youn und Daniele Joas (Solist der Augsburger Domsingknaben) / Audi Jugendchorakademie / Ltg.: Martin Steidler / Schul- und Jugendorchester aus Ingolstadt, Eichstätt und Ausgsburg / Mitglieder des Münchner Rundfunkorchesters/ Dirigent: Ulf Schirmer / Philharmonie im Gasteig München, 10. 7. 2011 (Sendung am 15. 8. 2011). Auf dem Programm standen das „Requiem“ von Andrew Lloyd Webber, das „Gloria“ von John Rutter und der „Cantus in memoriam Benjamin Britten“* von Arvo Pärt. (*Siehe auch das "Paradisi gloria"-Konzert vom 28. 10. 2011.)


    „Sonderkonzert“: Anna Samuil und Arnold Rutkowski (statt Pavol Breslik) / (Melodien aus „Le nozze di Figaro“, „L'elisir d'amore“, „Rigoletto“, „La Traviata“, „Faust“, „Carmen“, „Evgeni Onegin“, „Manon“ und „Das Land des Lächelns“) / Dirigent: Marko Letonja / Kurhaus Wiesbaden, 15. 7. 2011. Das Konzert des Münchner Rundfunkorchesters fand im Rahmen des 'Rheingau Musik Fesivals 2011' statt.


    „Sonntagskonzert“ - „Die neugierigen Frauen“ ('Le Donne curiose') (Ermanno Wolf-Ferrari): Jürgen Linn (Ottavio, ein reicher Venzianer), Kathrin Göring (Beatrice, seine Frau), Agnete Rasmussen (Rosaura, ihre Tochter), Andreas Weller (Florindo, Rosauras Verlobter), Viktorija Kaminskaite (Colombina, Beatrices Zofe), Kay Stiefermann (Pantalone, ein Kaufmann), Peter Schöne und Jörg Schörner (Lelio und Leandro, Pantalones Freunde), Violetta Radomirska (Eleonora, Lelios Frau), Hans Christoph Begemann (Arlecchino, Pantalones Diener) / Pantalones Freunde: Theodor Weimer (Almorò), Bernhard Schneider (Alvise), Moon Yung Oh (Asdrubale), Christof Hartkopf (Lunardo), Matthias Ettmayr (Mènego) und Werner Rollenmüller (Mòmolo) / Leonhard Auenhammer und Manuel Adt (Zwei Gondolieri) / Mitglieder des Madrigalchores der Hochschule für Musik und Theater, München (Ltg.: Martin Steidler und Benedikt Haag) / Dirigent: Ulf Schirmer / Prinzregententheater München, 9. 10. 2011. Die heitere Opera buffa nach einer Komödie von Carlo Goldoni wurde 1903 in deutscher Sprache am damaligen Residenztheater – heute das Cuvilliés-Theater – uraufgeführt und es ist auch dieser Text von Hermann Teibler, der in der konzertanten Aufführung 2011 gesungen wurde. Die dänische Sopranistin Agnete Rasmussen tritt in ihrer Heimat unter dem Namen Agnete Munk Rasmussen auf. (Der Mitschnitt ist seit 2015 bei 'cpo' auf zwei CDs zu hören.)


    „Mittwochs um halb acht“ - „Serenata notturna“: Edwin Crossley-Mercer / (Serenaden von Wolfgang Amadé Mozart, Franz Schubert, Antonín Dvorák, Giuseppe Martucci u. a. ) / Dirigent: Marko Letonja / Prinzregententheater München, 19. 10. 2011


    „Paradisi gloria“ - „hören“: Ines Krapp und Andreas Burkhart / Der Chor des Bayerischen Rundfunks / Christiane Dohn (Flöte) / Dirigent: Ulf Schirmer / Herz-Jesu-Kirche München, 28. 10. 2011 (Sendung am 30. 10. 2011). Das Programm: „Symphony Sacra, op. 58“ für Sopran, Bariton, Chor und Orchester von Alan Hovhaness (1985); „Pregáries“ für Orchester von Oriol Cruixent (Uraufführung); „Cantus in memoriam Benjamin Britten“ für Orchester und eine Glocke von Arvo Pärt (1977); „Transfiguration“ (Das Gemälde 'Die Verklärung Christi' von Raffael) für Orchester von Wolfgang Andreas Schultz (2006) und „I hear the water dreaming“ für Flöte und Orchester von Toro Takemitsu (1987).


    „Klassik zum Staunen“ - „Amahl und die nächtlichen Besucher“ ('Amahl and the Night Visitors') (Gian Carlo Menotti): Eine Solistin des Kinderchors der Bayerischen Staatsoper (statt einem Solisten der Münchner Domsingknaben) (Amahl), Magdalena Hinterdobler (Amahls Mutter) / Die Besucher aus dem Morgenland: Mauro Peter (Kaspar), Christian Hilz (Melchior), Johannes Stermann (Balthasar) und Ludwig Mittelhammer (statt Peter Cismarescu) (Der Page) / Der Madrigalchor der Hochschule für Musik und Theater München / Dirigent: Daniel Klajner / Regie: Malte C. Lachmann / Studio 1 im Funkhaus des Bayerischen Rundfunks, 2. und 3. 12. 2011 (Sendung am 11. 12. 2011). Menottis für das amerikanische Fernsehen (Erstsendung: 24. 12. 1951 bei der NBC ) komponierte Oper wurde im Münchner Funkhaus als semi-konzertante Aufführung in deutscher Sprache geboten.


    „Sonntagskonzert“ - „Verkündigung“ (Walter Braunfels): Robert Holl (Andreas Gradherz, Herr von Gut Salhof), Hanna Schwarz (Elisabeth, seine Frau), Juliane Banse (Violaine, ihre ältere Tochter), Janina Baechle (Mara, ihre jüngere Tochter), Adrian Eröd (Jakobäus, ein junger Bauer), Matthias Klink (Peter von Ulm, Baumeister), Mauro Peter (Der Gehilfe Peters), Wolfgang Klose (Der Schulze von Rothenstein), Johannes Stermann, Timo Janzen und Matthias Ettmayr (Drei Arbeiter), Jutta Bethsold und Sonja Philippin (Zwei Weiber), Vanessa Goikoetxea (Stimme eines Engels) / Der Chor des Bayerischen Rundfunks (Ltg.: Stellario Fagone) / Dirigent: Ulf Schirmer / Prinzregententheater München, 18. 12. 2011. (Ein Konzert im Rahmen des 'Euroradio-Weihnachtstages der EBU'; der Mitschnitt ist bei 'Bayern Klassik' 2014 auf zwei CDs erschienen.)

    Dieses 1933-1937 entstandene 'Mysterium in vier Akten mit einem Vorspiel' (Libretto: Jakob Hegner nach Paul Claudels Schauspiel „L'Annonce faite à Marie“ / Musik: Walter Braunfels) wurde am 4. 4. 1948 im Kölner Opernhaus uraufgeführt. Das Band der dabei gemachten Übertragung wurde später vom WDR gelöscht, ist aber dank der Aufnahme der Radiosendung durch einen Hörer erhalten geblieben. In den Hauptrollen sangen Trude Eipperle (Violaine), Walburga Wegner (Mara), Felix Knäpper (Jakobäus), Wilhelm Otto (Peter von Ulm) und Gerhard Gröschel (Andreas Gradherz); Hellmut Schnackenburg war der Dirigent. Es gibt eine weitere Aufnahme der Oper aus der Kölner Philharmonie vom 4. 3. 1992 unter der Leitung von Dennis Russell Davies mit Andrea Trauboth (Violaine), Chieko Shirasaka (Mara), John Bröcheler (Jakobäus), Christer Bladin (Peter von Ulm) und Siegmund Nimsgern (Andreas Gradherz), die bei der 'EMI' auf zwei CDs erschien.


    Carlo

    Weiter geht es mit Bühnenwerken von Sidney Jones, Eduard Künneke, Gian Francesco Malipiero und Otto Nicolai.


    "Die Geisha" ('The Geisha – A Story of a Tea House') (Sidney Jones): (Katana, Kapitän der japanischen Leibwache) mit Rosl Schwaiger (O Mimosa San, die Hauptgeisha), Gretl Schörg (Molly Seamore, Fairfax's Braut), Vera de Luca (Juliette Diamant, eine Französin, Dolmetscherin im Teehaus), Carla Neizel (Lady Constance Wynne, eine Engländerin), Hanne Frese (Marie, ihre Gesellschafterin), Lonny Kellner, Lucie Schulz, Ursula Feldhege, Irmgard Först, Magda Hennings und Ursula Salewski (Geishas), Willy Hofmann (Reginald Fairfax, Offizier auf dem Kriegsschiff 'The Turtle'), Hans Müller-Westernhagen (Charly, Kadett auf der 'Turtle'), Kurt Großkurth (Wun-Hsi, Besitzer eines Teehauses), Rudolf Therkatz (Takemini, ein Polizeisergeant), Udo Vietz (Marquis Imari, Gouverneur und oberster Polizeichef der Provinz), Peter René Körner, Willy Schneider, Frank Barufski, Erich Brandt, Paul Bürks und Leopold Reinecke (See-Offiziere) / Das Sunshine-Quartett / Der Kölner Rundfunkchor / Chorltg. Bernhard Zimmermann / Das Kölner Rundfunk-Orchester / Dirigent: Franz Marszalek / Funkregie: Kurt Feltz (Köln, Funkhaus, April 1952). Die Dialoge der 'O Mimosa San' und des 'Katana' sprechen Luitgard Im und Alf Marholm; der Erzähler ist Werner Hessenland. Ein Mitschnitt ist beim 'Hamburger Archiv für Gesangskunst' auf CD erhältlich. Diese hierzulande neben Arthur Sullivans “The Mikado” bekannteste englische Operette wurde 1896 mit großem Erfolg in London uraufgeführt; die deutsche Fassung besorgte ein Jahr später Julius Freund für das Wiener Carl-Theater.



    "Die große Sünderin" (Eduard Künneke): (Prinz Edolin von Bautzen ) mit Maud Cunitz / Marlene Riphahn (Herzogin Sybilla), Helmi Rau / Ursula Feldhege (Herzog Ludwig, ihr junger Bruder), Ruth Weigelt / Irmgard Först (Freifräulein Jakobe), Marianne Schröder / Friedl Münzer (Gräfin Arabella, Oberhofmeisterin), Rudolf Schock / Carlos Werner (Johann Georg von Schrenk, Reiteroberst), Philipp Gehly (Jürgen von Sommerfeld, Leutnant), Angel Angelo / Frank Barufski (Fürst Bodo von Bodenstein), Kurt Großkurth (Graf Dagobert, Hofmarschall), Martha Kallinich (Josephine, Kammerzofe), Bernd M. Bausch (Ein Lakai) und Hermann Holve (Ein Baumeister) / Der Kölner Rundfunkchor / Chorltg.: Bernhard Zimmermann / Das Kölner Rundfunk-Sinfonie-Orchester / Dirigent: Franz Marszalek / Funkregie: Peter Tiedemann (Köln, Funkhaus, 1. 7. bis 4. 7. 1951). Den Dialog des Prinzen Edolin spricht Karl-Heinz Delow; die Namen der anderen Dialogsprecher werden nach den Sängernamen genannt.

    Eine (leicht gekürzte) Gesamtaufnahme ohne Dialoge erschien 1978 bei 'RCA' auf einer LP; auf CD ist das Werk – de facto eine komische Oper, immerhin mit Tiana Lemnitz und Helge Rosvaenge zu Silvester 1935 (unter der Leitung von Eduard Künneke) an der Berliner Staatsoper uraufgeführt - komplett beim 'Hamburger Archiv für Gesangskunst' und bei 'Documents' erhältlich. Das Ensemble mit dem Tenorsolo des Edolin "Stell dich ein, schöne Frau, in der Sommernacht" (2. Akt) ist allerdings eine Komposition von Franz Marszalek! Dieser war mit Eduard Künneke befreundet und hat mehrfach eigene Musik in Aufnahmen von Werken Künnekes eingefügt, ohne die Urheberschaft publik zu machen. So stammt auch das Lied des Albert aus der Künneke-Operette "Herz über Bord" ('Ja, in der Liebe bin ich leider nur ein Piccolo'), das Willy Hofmann unnachahmlich gesungen hat, aus der Feder Franz Marszaleks.



    "Die heitere Gesellschaft" (L'allegra brigata) (Gian Francesco Malipiero): (Zweite Erzählung: Ein Maler / Fünfte Erzählung: Ein Jüngling / Sechste Erzählung: Pompeo) mit - in der Rahmenhandlung - Hanni Mack-Cosack (Violante), Friederike Sailer (Lauretta), Hetty Plümacher (Oretta), Franz Fehringer (Dioneo), Horst Günter (Beltramo) und Günther Ambrosius (Semplicio) / In den Erzählungen: Henriette Robert (Erste Erzählung: Panfilia / Fünfte Erzählung: Die Edeldame), Hanni Mack-Cosack (Sechste Erzählung: Eleonora), Hetty Plümacher (Vierte Erzählung: Caterina / Sechste Erzählung: Madonna Barbara), Werner Nesseler (Erste Erzählung: Ein Jüngling / Dritte Erzählung: Messer Alfonso da Toledo), Alexander Welitsch (Dritte Erzählung: Ein Edelmann / Vierte Erzählung: Messer Francesco) und Engelbert Czubok (Vierte Erzählung: Ferrantino degli Argenti / Sechste Erzählung: Der Gatte) / Der Männerchor des Südfunks Stuttgart / Chorltg.: Hermann Josef Dahmen / Das Radio-Sinfonieorchester Stuttgart / Dirigent: Hans Müller-Kray (Stuttgart, Villa Berg, 19. 3. 1952).

    Gian Francesco Malipiero komponierte die Oper 1943 auf ein eigenes Libretto nach Renaissance-Novellen von Franco Sacchetti, Masuccio Salernitano, Sabbadino degli Arienti und Matteo Bandello; die Uraufführung war am 4. 5. 1950 an der Mailänder Scala unter Nino Sanzogno in der Regie von Giorgio Strehler. (Die Hauptrollen sangen u. a. Tatiana Menotti, Maria Amadini, Gino Penno, Renato Capecchi und Fernando Corena.) Das Werk zeigt - nach dem Vorbild von Boccaccios 'Decamerone' - als Rahmenhandlung sechs Personen (Violante, Lauretta, Oretta, Dioneo, Beltramo und Semplicio), die sich altitalienische Novellen von Liebe, Leidenschaft und Tod erzählen. Auf einer zweiten Bühne stellen die in den Geschichten vorkommenden Männer und Frauen den Inhalt der Novellen dar. Entgegen ihrem Titel endet die Oper nicht heiter, sondern tragisch: Beltramo, der in Violante verliebt ist, tötet - durch die Erzählungen aufgewühlt - ihren Geliebten Dioneo aus Eifersucht! (Es gab auch eine Rundfunkaufnahme der RAI Rom vom 12. 10. 1950 unter Carlo Maria Giulini, u. a. mit Magda Laszlò, Gabriella Gatti, Petre Munteanu, Afro Poli und Saturno Meletti.) Die Aufnahme des Süddeutschen Rundfunks verwendet die deutsche Textfassung von Max Heinrich Fischer und dauert 85 Minuten.



    “Die lustigen Weiber von Windsor" (Otto Nicolai): (Fenton) mit Trude Eipperle (Frau Fluth), Carla Spletter (Anna Reich), Marie-Luise Schilp (Frau Reich), Helmut Fehn (Sir John Falstaff), Kurt Gester (Herr Ford), Günther Wilhelms (Herr Reich), Karl Schiebener (Junker Spärlich) und Theo Zilliken (Dr. Cajus) / Der Kölner Rundfunkchor / Chorltg.: Bernhard Zimmermann / Das Kölner Rundfunk-Sinfonie-Orchester / Dirigent: Gustav König (Leverkusen, Bayer-Erholungshaus, Juli 1948)



    Carlo

    Nachtrag:

    „Sonntagskonzert“: Annette Dasch / (Opernmelodien aus den Mozart-Opern „Lucio Silla“, „Il re pastore“, Cosi fan tutte“, „Le nozze di Figaro“ und „Don Giovanni“, ferner aus Haydns „Armida“ und Webers „Der Freischütz“) / Dirigent: Marc Piollet / Prinzregententheater München, 17. 11. 2008 (Wiederholung am 20. 2. 2011). Dieses Konzert gab Annette Dasch – ebenfalls mit dem Münchner Rundfunkorchester unter Marc Piollet - auch am 19. 11. 2008 in der Alten Oper in Frankfurt am Main.


    „Sonntagskonzert“ - „La Bohème“ (Giacomo Puccini): JunHo You (Rodolfo), Benjamin Appl (Schaunard), Christian Eberl (Marcello), Tareq Nazmi (Colline), Thomas Stimmel (Benoit / Alcindoro), Myung-Joo Lee (Mimi), Vanessa Goikoetxea (Musetta), Mauro Peter (Parpignol) u. a. / Der Kinderchor der Bayerischen Staatsoper / Mitglieder der Extrachöre der Bayerischen Staatsoper und des Staatstheaters am Gärtnerplatz / Chorltg.: Martin Wettges / Dirigent: Ulf Schirmer / Eine Aufführung der Bayerischen Theaterakademie August Everding (Regie: Balázs Kovalik) / Prinzregententheater München, 17. 6. 2009 (Sendung u. a. am 6. 8. 2010). Die Oper wurde mit wechselnden Besetzungen in italienischer Sprache von Gesangsstudierenden der Hochschule für Musik und Theater (München) aufgeführt.



    „Münchner Sonntagskonzerte“ 2010



    Das Jahr 2010 war für das Münchner Rundfunkorchester ein arbeitsreiches und für Gesangsenthusiasten ein reiches Jahr!


    „Sonntagskonzert“ - „Macbeth“ (Giuseppe Verdi): Sebastian Catana (Macbeth), Raffaella Angeletti (Lady Macbeth), Maurizio Muraro (Banquo), Luis Dámaso (Macduff), JunHo You (Malcolm), Kremena Dilcheva (Dama), Tareq Nazmi (Un medico, un servo, un sicario, un araldo, prima apparizione), Zwei Mitglieder der Augsburger Domsingknaben (Due apparizioni) / Der Chor des Bayerischen Rundfunks / Dirigent: Friedrich Haider / Prinzregententheater München, 17. 1. 2010. Die Oper wurde in der 'Pariser Fassung' inclusive der Ballettmusik konzertant aufgeführt.


    „Sonderkonzert“ - „Tri Sestri“ ('Drei Schwestern') (Peter Eötvös): Die Schwestern: Elvira Hasanagic (Irina), Anna Lapkovskaya (Masha), Eun-Kyong Lim (Olga) / Andreas Burkhart (Andrei Sergeevich Prosorov, ihr Bruder), Ines Krapp (Natasha, seine Frau), Yeun-Ku Chu (Fiodor Iiich Kuligin, Gymnasiallehrer, Maschas Ehemann), Franz Schlecht (Aleksandr Ignatevich Vershinin, Oberstleutnant), Benjamin Appl (Baron Nikolai Lwowich Tusenbach, Leutnant), Daniel Eggert (Vasili Vasilevich Solioni, Stabshauptmann), Rouwen Huther (Ivan Romanovich Chebutikin, Militärarzt), Dooseok Kang (Aleksei Petrovich Fedolik, Unterleutnant), Benno Vogel (Rodé, Unterleutnant), Rainer Siegenthaler (Anfisa, Amme) / Das Münchner Rundfunkorchester / Dirigent des Kammerorchesters: Ulf Schirmer / Dirigent des Bühnenorchesters: Joachim Tschiedel / Eine Produktion der Bayerischen Theaterakademie August Everding (Regie: Rosamund Gilmore) / Prinzregententheater München, 8. 2. 2010 (Sendung am 21. 9. 2010).

    Der Inhalt des für Anton Cheshov typisch 'handlungsarmen' Theaterstücks wird in Peter Eötvös' erstem Bühnenwerk (uraufgeführt am 13. 3. 1998 in Lyon) gleich dreimal erzählt, jeweils aus der Sicht der Schwestern Masha und Irina und ihrem Bruder Andrei. Die vier weiblichen Hauptrollen wurden in München – wie bei der deutschen Erstaufführung am 13. 10. 1999 an der Deutschen Oper am Rhein - nicht, wie vom Komponisten vorgesehen, mit Countertenören besetzt, doch die Nebenrolle der Amme Anfisa wird von einem Bassisten verkörpert (in Düsseldorf war es aber Martha Mödl). Peter Eötvös hat verfügt, dass die Oper stets in russischer Sprache aufgeführt werden soll. Das Orchester ist zweigeteilt: dem großen Bühnenorchester steht (im Orchestergraben) ein Kammerorchester mit den einzelnen Protagonisten zugeordneten Instrumenten gegenüber.


    „Sonntagskonzert“ - „Silvana“ (Carl Maria von Weber): Detlef Roth (Graf Adelhart), Michaela Kaune (Mechtilde, seine Tochter), Ines Krapp (Clärchen, ihre Zofe), Ferdinand von Bothmer (Graf Rudolph von Helfenstein, Mechtildes Bräutigam), Simon Pauly (Krips, sein Knappe), Jörg Schörner (Albert von Cleeburg, ein Ritter), Tareq Nazmi (Kurt, sein Knappe), Andreas Burkhart (Fust von Grimmbach, Rudolphs Lehnsmann), Marco Cilic (Ulrich, Silvanas Pflegevater / Ein Herold), Lea Marlen Woitack (Silvana, das 'Waldmädchen') / Der Chor des Bayerischen Rundfunks (Ltg.: Robert Blank) / Rut Nothelfer (Violoncello) / Dirigent: Ulf Schirmer / Dialogregie: Dominik Wilgenbus / Prinzregententheater München, 18. 4. 2010.

    Der Mitschnitt, der 2015 bei 'cpo' auf zwei CDs erschien, bringt die Zweitfassung der Oper (Frankfurt 1810 – allerdings hieß da die weibliche Hauptrolle 'Mathilde') mit gekürzten Dialogen; die nicht zur Aufführung gekommene Originalfassung (Stuttgart 1799) ist verschollen, Weber war da 13 Jahre alt! Es sei darauf hingewiesen, dass es außer der CD-Aufnahme von 1996 aus Hagen ('Marco Polo', Drittfassung) auch den Mitschnitt einer konzertanten Aufführung dieser Version (Berlin 1812) aus dem Berliner Konzerthaus vom 24. 11. 1994 in folgender Besetzung gibt: Mechthild – Helen Bickers, Klärchen – Dorothea Röschmann, Rudolf von Helfenstein – Johan Botha, Krips – René Pape, Albert von Cleeburg – Reiner Goldberg, Kurt – Gerd Wolf, Adelhart – Siegfried Lorenz, Fust von Grimmbach – Andreas Kohn / Der Chor der Staatsoper Berlin (Ltg.: Detlef Steffen) und die Staatskapelle Berlin – Dirigent: Herbert Haenchen. Den verbindenden Text spricht Thomas Schendel.


    „Sonderkonzert“ - „Der Seele Ruh'“ (Roland Kunz) (Uraufführung): Andreas Scholl und Roland Kunz / Der 'orpheus chor münchen' (Ltg.: Gerd Guglhör) / Die Band 'Orlando & Die Unerlösten' / Dirigentin: Anu Tali / Sebalduskirche Nürnberg, 11. 6. 2010 (Sendung am 20. 6. 2010). Der Sänger und Keyboarder Roland Kunz (geb. 1960) schuf im Auftrag des Bayerischen Rundfunks zum 750. Geburtstag des Mystikers Eckhart von Hochheim dieses Oratorium – für zwei Countertenöre, Chor, Instrumente und Orchester – auf Texte von 'Meister Eckhart'; die Orchestrierung besorgte Frank Zabel. Zum ersten Mal erklang „Der Seele Ruh'“ im Rahmen der Internationalen Orgelwoche Nürnberg 2010. (Auf zwei CDs der Firma 'New Past' ist der Mitschnitt der Uraufführung zu hören.)


    „Paradisi gloria“ - „Logos“: Fernando Portari und Vassilis Agrokostas / Der Chor des Bayerischen Rundfunks / Miltiades Papastamou (Violine) / Dirigent: Ulf Schirmer / Herz-Jesu-Kirche München, 2. 7. 2010 (Sendung am 11. 7. 2010). Das Konzert beinhaltete folgende Werke: Konstantia Gourzi: „Ostern in Konstantinopel“ ('Elf Momente aus Ost und West' für Bariton, Violine, Chor und Orchester - Uraufführung); Marco Tutino: „Canto di pace“ für Tenor, Chor und Orchester nach einem Gedicht von Karol Wojtyla (Papst Johannes Paul II.); Samuel Barber: „Adagio for Strings“ sowie Herbert Willi: „Ego eimi“ ('Ich bin es') für Orchester aus der Tetralogie „Montafon“. Die Konzerte der „Paradisi gloria“-Reihe standen 2010 unter dem Motto „Logos“ ('Das Wort').


    „Sonderkonzert“ - „Orpheus“ (Claudio Monteverdi / Carl Orff): Markus Marquardt (Orpheus), Michaela Selinger (Eurydike), Janina Baechle (Die Botin), Tareq Nazmi (Der Wächter der Toten) / Der 'orpheus chor münchen' (Ltg.: Gerd Guglhör) / Dirigent: Ulf Schirmer / Florian-Stadl Andechs, 9. 7. 2010 (Sendung am 21. 11. 2010). Den verbindenden Text im „Orpheus“, der in der dritten Fassung aus dem Jahre 1940 erklang, sprach Marcus Everding. Zusätzlich sang Janina Baechle auch die „Klage der Ariadne“ von Claudio Monteverdi in der Bearbeitung von Carl Orff, ebenfalls von 1940. (Beide Werke sind zusammen auf einer CD bei 'cpo' erschienen; den 'Orpheus' singt hier aber Kay Stiefermann.) Bei dem Konzert in Andechs wurde auch noch das Orchesterwerk „Medea granulaire“ von Minas Borboudakis (Jahrgang 1974) uraufgeführt.


    „Sonderkonzert“: Nicole Cabell und David Lomeli / (Opernmelodien aus „Macbeth“, „Rigoletto“, „La Traviata“, „Faust“, „Werther“, „Rusalka“, La Bohème“, „Gianni Schicchi“, “L'Arlesiana“ und „L'amico Fritz“) / Dirigent: Lawrence Foster / Regentenbau Bad Kissingen, 14. 7. 2010


    „Sonderkonzert“ - „Lodoiska“ (Johann Simon Mayr): Anna Maria Panzarella (Lodoiska, Principessa polacca), Jeremy Ovenden (Boleslao, Palatino del castello d'Ostropoll), Elena Belfiore (Lovinski, Signore polacco sotto nome di 'Siveno'), Ines Krapp (Narseno, compagno di Lovinski), Marc Megele (Sigeski, Principe polacco, il padre di Lodoiska), Marko Cilic (Giskano, Principe e condottiere dei Tartari), Elvira Hasanagic (Resiska, confidente di Lodoiska), Nam Won Huh (Radoski, confidente di Boleslao) / Muzský sbor Prazského filharmonického sboru (Der Männerchor des Philharmonischen Chors Prag) / Chorltg.: Lukás Vasilek / Stefan Heinemeyer (Hammerklavier) / Das Münchner Rundfunkorchester / Dirigent: George Petrou (statt Rinaldo Alessandrini) / Stadttheater Ingolstadt, 24. 9. 2010 (Sendung am 3. 10. 2010).

    Johann Simon Mayr schrieb die Oper, die im Inhalt identisch ist mit Luigi Cherubinis gleichnamigem Werk, für das Teatro La Fenice in Venedig (26. 1. 1796), das in den Rollen des 'Lovinski' und des 'Narseno' Kastraten einsetzte. Drei Jahre später überarbeitete Mayr die Oper für die Mailänder Scala (26. 12. 1799) und später noch einmal (mit einem veränderten Libretto) ebenfalls für Mailand im Mai 1805; in allen diesen Aufführungen sang der berühmte Altist Luigi Marchesi den 'Lovinski'. Leider gibt es zu der in Ingolstadt verwendeten Fassung keine eindeutigen Angaben. (Die Sängerin Ines Krapp, damals Mitglied der Bayerischen Theaterakademie August Everding, nahm später den Namen Ines Reinhardt an und heißt heute Ines Bergk. Der Rundfunkmitschnitt ist 2011 auf drei CDs bei 'Oehms Classics' erschienen.)


    „Paradisi gloria“ - „Logos“; Paul Kaufmann und Adrian Eröd / Der Chor des Bayerischen Rundfunks / Dirigentin: Sian Edwards / Herz-Jesu-Kirche München, 1. 10. 2010 (Sendung am 10. 10. 2010). Das Konzert bestand aus folgenden Werken: die Orchester-Komposition „Musica sacra“ von Cyrillus Kreek aus Estland (1943); die Uraufführung der Kantate „Tagebuch 1942 – Jochen Klepper“ von Gerhard Wimberger für Bariton, Chor und Orchester; die „Cantata misericordium“ für Tenor, Bariton, Chor und Orchester von Benjamin Britten (1963).


    „Sonntagskonzert“ - „Iolanta“ (Piotr Ilich Chaikovskii): Mikhail Kit (René, König der Provence), Oksana Dyka (Iolanta, seine blinde Tochter), Michael Bachtadze (statt Vladimir Stoyanov) (Robert, Herzog von Burgund), Sergei Skorokhodov (Graf Tristan Vaudemont, ein burgundischer Ritter), Sergei Leiferkus (Ebn-Hakia, ein maurischer Arzt), YunHo You (Almerich, Waffenträger des Königs), Thomas Stimmel (Bertram, Pförtner des Schlosses), Eun-Kyong Lim (Martha, Bertrams Frau, Iolantas Amme), Ulyana Regener und Sayaka Shigeshima (Brigitta und Laura, Iolantas Freundinnen) / Der Chor des Bayerischen Rundfunks / Dirigentin: Keri-Lynn Wilson / Prinzregententheater München, 17. 10. 2010. Die Tenöre Sergei Skorokhodov aus Russland und YunHo You aus Süd-Korea wirkten auch in der konzertanten Aufführung dieser letzten Oper Chaikovskiis mit, die ich (mit Anna Netrebko) am 27. 11. 2012 in der Philharmonie in Essen gehört habe.


    „Sonderkonzert“: Bryn Terfel / Münchner Oratorienchor / Festival-Chor 'Festlicher Sommer in der Wies' / (Melodien von Wolfgang Amadé Mozart, Carl Maria von Weber, Gaetano Donizetti, Giuseppe Verdi, Charles Gounod, Jacques Offenbach, Camille Saint-Saens, Arrigo Boito, Giacomo Puccini, George Gershwin, Kurt Weill und Stephen Sondheim) / Dirigent: Gareth Jones / Philharmonie im Gasteig München, 7. 11. 2010 (Wiederholung am 6. 3. 2011). Im Rahmen seiner „Bad Boys Tour“ machte Bryn Terfel auch in München Station. (Das genaue Programm steht im „Tamino“-Thread zu Bryn Terfel im Beitrag Nr. 39!)


    „Sonntagskonzert“ - „Das Fürstenkind“ (Franz Lehár): Chen Reiss (Prinzessin Photini), Matthias Klink (Hadschi Stavros, Fürst von Parnes, ihr Vater), Christian Eberl (Christodulos, ein alter Pallikar in Photinis Diensten), Ralf Simon (Bill Harris, Kommandant eines amerikanischen Stationsschiffes), Jörg Schörner (Thomas Barley, Chef des Bankhauses 'Stone & Co.' in London), Theresa Holzhauser (Gwendolyne, seine Gattin), Mary Mills (Mary-Ann, deren Tochter), Marco Cilic (Naukleros Perikles, Polizeihauptmann), Jörg Schörner (Dr. Hippolyte Cérinay, Botaniker), Chen Reiss (Nydia, eine junge Griechin) / Mitglieder der Räuberbande von Hadschi Stavros: Marco Cilic (Phalatis) und Mauro Peter (Koltzida, Tamburis und Spiro) / Der Chor des Bayerischen Rundfunks (Ltg.: Jörn Hinnerk Andresen) / Henry Raudales (Violine), Bruno Weinmeister (Violoncello) und Tomoko Nishikawa (Klavier) / Dirigent: Ulf Schirmer / Dialogfassung und -regie: Ralf Eger / Prinzregententheater München, 28. 11. 2010. (Der Mitschnitt der konzertanten Aufführung dieser Lehár-Operette von 1909 – im gleichen Jahr entstand auch „Der Graf von Luxemburg“ - ist 2013 auf zwei CDs bei 'cpo' veröffentlicht worden.)


    „Mitttwochs um halb acht“ - „Bin nur ein Johnny...“ (Melodien von Paul Abraham): Olivia Delauré, Magdalena Hinterdobler, Benjamin Appl und Tom Schimon / Christian Auer (Klavier) / Dirigent: Ulf Schirmer / Prinzregententheater München, 1. 12. 2010. Das Konzert zum 50. Todestag des Komponisten – moderiert von Johannes Silberschneider (statt Frank Manhold) - brachte u. a. Melodien aus den Operetten „Viktoria und ihr Husar“, „Die Blume von Hawaii“ und „Ball im Savoy“.


    „Klassik zum Staunen“ - „Rossinis kleines Aschenputtel“ (Kinderoper nach Gioachino Rossinis „La Cenerentola“): Sayaka Shigeshima (Angelina, genannt 'Aschenputtel'), Sebastian Campione (Magnifico, Baron von Montefiasco, ihr Stiefvater), Magadalena Hinterdobler und Dorothea Spilger (Clorinda und Tisbe, Angelinas Stiefschwestern), Marc Megele (Ramiro, Prinz von Salerno), Michael Kranebitter (Dandini, dessen Kammerdiener) / Dirigent: Rasmus Baumann / Studio 1 im Funkhaus des Bayerischen Rundfunks, 26. 12. 2010. Eine 'kindgerechte' Bearbeitung (Dauer 60 Minuten) in deutscher Sprache.


    Carlo

    Hallo, 'wega'!


    Wenn es eine der Aufnahmen mit Christo Bajew auf Tonträgern gibt, dann gebe ich an, bei welchem Platten-Label bzw. welcher CD-Firma sie veröffentlicht wurde.


    Aber die meisten Tondokumente dieses Tenors sind bei den Rundfunkanstalten nicht mehr vorhanden; man kann nur darauf hoffen, dass jemand einst eine Sendung mitgeschnitten hat. So habe ich z. B. ein Tonband der "Zampa"-Kurzfassung, aber ich bin leider technisch nicht in der Lage, davon eine Kopie anzufertigen.


    Carlo

    „Biedermann und die Brandstifter“ von Max Frisch


    Auch dieses Schauspiel von Max Frisch ist auf Grund der politischen Ereignisse der letzten Jahre wieder hoch aktuell. Ursprünglich als Parabel für das opportunistische Verhalten des Bürgertums bei der Machtübernahme der Nationalsozialisten bzw. der Kommunisten (im Ostblock) verstanden, hält es uns Heutigen angesichts von Flüchtlingsströmen, wieder aufkeimendem Nationalismus und Antisemitismus und andererseits ungehemmtem Kapitalismus und Konsumstreben den Spiegel vor.


    Das gab es im Rundfunk:


    Wilfried Seyferth (Herr Biedermann) / Johanna Hofer (Frau Biedermann) / Heinz Leo Fischer (Schmitz) / Rudolf Vogel (Eisenring) / Brigitte Klingbeil (Anna) / Axel von Ambesser (Der Verfasser) / Regie: Friedrich Sauer / BR Bayerischer Rundfunk München, Sendung am 26. 3. 1953. Dies ist die 'Ursendung' des - mit dem Titel „Herr Biedermann und die Brandstifter“ - im Auftrag des Bayerischen Rundfunks 1952 geschriebenen Hörspiels; eine CD-Ausgabe gibt es bei „Der Hörverlag'. (Johanna Hofer begann nach dem Tod ihres Mannes Fritz Kortner eine bemerkenswerte 'Alterskarriere', die sie mit Regisseuren wie Peter Zadek, Dieter Dorn, Peter Stein und Rainer Werner Fassbinder in Kontakt brachte; für mich ist sie unvergessen als Partnerin von Wolfgang Kieling in Peter Beauvais' TV-Film „Im Reservat“ von 1972.)


    Hermann Schomberg (Herr Biedermann) / Magda Hennings (Frau Biedermann) / Hanns Ernst Jäger (Schmitz) / Günther Lüders (Eisenring) / Ingeborg Schlegel (Anna) / Raoul Wolfgang Schnell (Der Verfasser) / Regie: Ludwig Cremer / NDR Norddeutscher Rundfunk Hamburg, Sendung am 6. 1. 1955. (Diese Aufnahme wurde am 30. 3. 2008 noch einmal vom WDR gesendet.)


    Ernst Walter Mitulski (Herr Biedermann) / Annemarie Schradiek (Frau Biedermann) / Arthur Mentz (Schmitz) / Peter Lühr (Eisenring) / Käte Jaenicke (Anna) / Gert Westphal (Der Verfasser) / Regie: Walter Knaus / SDR Süddeutscher Rundfunk Stuttgart, Sendung am 26. 9. 1956.


    Wolfgang Rottsieper (Herr Biedermann) / Gertrud Rudolph (Frau Biedermann) / Fred Kretzer (Schmitz) / Paul-Felix Binz (Eisenring) / Susi Aeberhard (Anna) / Helmut Winkelmann (Der Verfasser) / Regie: Klaus W. Leonhard / DRS Radio der deutschen und rätoromanischen Schweiz, 1972. Der 'Verfasser' wird hier 'Der Überlebende' genannt. (Diese Rundfunk-Produktion ist 2007 als 'Hörbuch' im 'Christoph Merian Verlag' erschienen.)



    Auf Anregung des Intendanten des Züricher Schauspielhauses, Kurt Hirschfeld, schrieb Max Frisch im Herbst 1957 das ursprüngliche Hörspiel zu einem Schauspiel um; der 'Herr' im Titel wurde gestrichen, um ihn sinnfälliger zu machen. Die Uraufführung am 29. 3. 1958 war u. a. mit Gustav Knuth (Herr Biedermann), Ernst Schröder (Schmidt) und Boy Gobert (Eisenring) besetzt, der Regisseur war Oskar Wälterlin; gleichzeitig wurde auch Frischs neues Stück „Die große Wut des Philipp Holtz“ uraufgeführt. (Übrigens entwarf der Autor, ein studierter Architekt, auch das Bühnenbild für beide Stücke!) Da die in den Fernseh-Produktionen für die Personen verwendeten Namen unterschiedlich lauten, nenne ich sie nur mit den Rollennamen des Hörspiels.


    Das gab es im Fernsehen:


    Willy Maertens (Herr Biedermann) / Charlotte Schellenberg (Frau Biedermann) / Walter Richter (Schmitz) / Hanns Lothar (Eisenring) / Maja Maisch (Anna) / Balduin Baas (Ein Dr. phil.) / Paul Kuhn (Ein Feuerwehrmann) / Anna Dannegger (Frau Knechtling) / Alfred Mützel (Ein Polizist) / Regie: Fritz Schröder-Jahn / ARD - Norddeutscher Rundfunk Hamburg, Sendung am 22. 5. 1958.


    Fritz Muliar (Herr Biedermann) / Grete Zimmer (Frau Biedermann) / Helmut Qualtinger (Schmitz) / Kurt Sowinetz (Eisenring) / Hertha Fauland (Anna) / Alexander Wagner (Ein Dr. phil.) / Curt Eilers (Ein Polizist) / Leopold Rudolf (Der Erzähler) / Regie: Hellmuth Matiasek / ORF Österreichischer Rundfunk, Sendung am 20. 9. 1963. (In der DVD-Reihe „Der österreichische Film“ ist diese Sendung als 'Nr. 10' erschienen.)


    Erwin Kohlund (Herr Biedermann) / Stephanie Glaser (Frau Biedermann) / Franz Matter (Schmitz) / César Keiser (Eisenring) / Elisabeth Schnell (Anna) / Klaus Ryser (Ein Dr. phil.) / Regie: Ettore Cella / SRG Schweizerische Rundspruch-Gesellschaft, Sendung am 24. 11. 1963. (Es handelt sich hier um eine Fernseh-Sendung in schweizerischer Mundart; das Stück trug den Titel „Biedermann u d' Brandstifter“.)


    Siegfried Lowitz (Herr Biedermann) / Bruni Löbel (Frau Biedermann) / Harry Kalenberg (Schmitz) / Herbert Bötticher (Eisenring) / Ruth Drexel (Anna) / Joachim Giese (Ein Polizist) / Hermann Rockmann (Ein Reporter) / Regie: Rainer Wolffhardt / ARD - Radio Bremen, Sendung am 16. 4. 1967. (Für diese TV-Produktion überarbeitete Max Frisch sein Theaterstück und fügte am Beginn ein 'Fernseh-Interview' mit Herrn Biedermann ein.) Diese Fernseh-Sendung ist von 'Matthias Film' auf DVD veröffentlicht worden.


    Das gibt es auch:


    Hannes Höchsmann (Herr Biedermann) / Susanne Meyenburg (Frau Biedermann) / Paul Steinabch (Schmitz) / Christian Cujovic (Eisenberg) / Christiane Nothofer und Beate Metz (Anna) / Manfred Rieger (Ein Dr. phil.) / Tobias Gondolf (Ein Polizist) / Cornelia Heilmann (Witwe Knechtling) / Inszenierung: Luisa Brandldörfer / Eine Aufführung der Badischen Landesbühne Bruchsal, 2007. (Auf DVD mit ergänzendem Begleitmaterial erschienen im Verlag 'Krapp & Gutknecht'.)


    Carlo

    Heute beginne ich mit der Discographie von Christo Bajew. Zunächst nenne ich die Gesamtaufnahmen (wie stets in der alphabetischen Reihenfolge der Komponisten), aber ohne die bisher von mir gehandhabte Trennung in Opern und Operetten, da auf diese Weise auch die stilistische Vielfalt des Sängers deutlich wird.


    "Viktoria und ihr Husar" (Paul Abraham): (Ein japanischer Bonze) mit Gitta Lind (Gräfin Viktoria), Ruth Zillger (Riquette, Zofe Viktorias), Lonny Kellner (O Lia San, Graf Ferrys Braut), Ursula Feldhege (Miki San, O Lia Sans Freundin), Karl Friedrich (Stefan Koltay, Husarenrittmeister), Willy Hofmann (Jancsi, Stefans Bursche), Willy Schneider (John Cunlight, amerikanischer Gesandter in Tokio, Viktorias Gatte), Peter René Körner (Graf Ferry Hegedüs auf Doroszma, Viktorias Bruder), Hans Schanzara (István Pörkelty, Bürgermeister von Doroszma), Hans Müller-Westernhagen (Der Sekretär von Mr. Cunlight), Kurt Faber (Ein Offizier), Frank Barufski (Ein Kosak) und Erich Brandt (Ein Wachtmeister) / Die Sprecher der Nebenrollen: Hanne Frese, Martha Kallinich, Trude Meinz, Ursula Salewski, Bernd M. Bausch, Paul Bürks, Hans Helmut Dickow, Hermann Holve, Wilhelm Pilgram, Leopold Reinecke und Fritz Peter Vary / Die Nicolets / Das Comedien-Quartett / Ein gemischter Chor / Das Kölner Rundfunk-Orchester / Dirigent: Franz Marszalek (Köln, Funkhaus, Mai 1951). Den Dialog des Stefan spricht Carlos Werner. (Die Aufnahme erschien beim 'Hamburger Archiv für Gesangskunst' auf CD.)


    Fra Diavolo" (Daniel Francois Esprit Auber): (Fra Diavolo) mit Margot Guilleaume (Zerline), Hanne Münch (Lady Pamela), Rudolf Christ (Lorenzo), Engelbert Czubok (Lord Kookburn), Frithjof Sentpaul (Matteo), Willy Hofmann (Beppo), Wolfram Zimmermann (Giacomo) und Bruno Samland (Ein Soldat) / Der Südfunk-Chor / Chorltg.: Hermann Josef Dahmen / Das Radio-Sinfonieorchester Stuttgart / Dirigent: Hans Müller-Kray (Stuttgart, Villa Berg, 5. 11. 1952). Statt der Dialoge spricht Hannes Tannert einen verbindenden Text.


    “Fürst Igor" (Knias Igor) (Aleksandr Borodin): (Wladimir) mit Annelies Kupper (Jaroslawna), Maria von Ilosvay (Kontschakowna), Lotte Kluge (Jaroslawnas Amme), Ursula Kerp (Ein Polowetzer Mädchen), Robert Blasius (Fürst Igor), Helmut Fehn (Fürst Galitzky), Wilhelm Schirp (Khan Kontzschak), Karl Schiebener (Owlur), Richard Capellmann (Skula) und Walter Kassek (Eroschka) / Der Kölner Rundfunkchor / Chorltg.: Bernhard Zimmermann / Das Kölner Rundfunk-Sinfonie-Orchester / Dirigent: Ljubomir Romansky (Leverkusen, Bayer-Erholungshaus, September 1949).


    "Louise" (Gustave Charpentier): (Julien) mit Trude Eipperle (Louise), Ilsa Ihme-Sabisch (Louises Mutter), Wilhelm Schirp ( Louises Vater) / Die Näherinnen: Else Veith (Blanche), Hanni Mack-Cosack (Irma), Ruth Weigelt (Camilla), Hannelore Schmücking (Elise), Paula Röhrig (Madeleine), Ingeborg Lasser (Aufseherin), Ruth Dörkes-Drathen (Lehrmädchen) / ferner Ruth Weigelt (Lumpensammlerin), Käthe Schwedowsky (Kohlensammlerin), Maria Seifert (Milchfrau), Ruth Hoen (Straßenjunge), Lotte Kluge (Straßenkehrerin), Marga Weißenfeld (Verkäuferin von Vogelfutter), Wilhelm Otto (Nachtschwärmer), Karl Schiebener (Maler), Walter Schönfeld (Bildhauer), Willy Schöneweiß (Lumpensammler), Anton Germann (Trödler) und Walter Kassek (Kleiderhändler) / Ein Knabenchor / Chorltg.: Egon Kraus / Der Kölner Rundfunkchor / Chorltg. Bernhard Zimmermann / Das Kölner Rundfunk-Sinfonie-Orchester / Dirigent: Richard Kraus (Leverkusen, Bayer-Erholungshaus, September 1950).


    "Lucia di Lammermoor" (Gaetano Donizetti): (Edgard) mit Sári Barabás (Lucia), Gisela Litz (Alisa), Andrej Christiansen (Lord Ashton), Günther Wilhelms (Raimund Bidibent) und Herbert Hess (Arthur und Norman) / Der Kölner Rundfunkchor / Chorltg.: Bernhard Zimmermann / Das Kölner Rundfunk-Sinfonie-Orchester / Dirigent: Ljubomir Romansky (Leverkusen, Bayer-Erholungshaus, Februar 1948).


    "Bruder Straubinger" (Edmund Eysler): (Landgraf Philipp) mit Henriette Robert (Landgräfin Lola), Olga Moll (Tänzerin Oculi), Yella Hochreiter (Liduschka Schwudler), Hubert Buchta (Schaubudenbesitzer Schwudler), Gustav Neidlinger (Baron Naupp, Hofintendant), Rudi Scholz (Bonifaz) und Willy Reichert (Bruder Straubinger, Handwerksgeselle) / Der Südfunk-Chor / Chorltg.: Hermann Josef Dahmen / Das Radio-Orchester Stuttgart / Dirigent: Fritz Mareczek (Stuttgart-Untertürkheim, Gasthof 'Krone', 12. 2. 1951). Die Gesamtaufnahme (mit gesprochenen Dialogen) ist auf CD beim 'Hamburger Archiv für Gesangskunst' erhältlich.


    "Der Widerspenstigen Zähmung" (Hermann Goetz): (Lucentio) mit Walburga Wegner (Katharina), Martha Musial (Bianca), Hella Hohendahl (Haushofmeisterin), Hans-Herbert Fiedler (Petruchio), Helmut Fehn (Baptista), Julius Jüllich (Hortensio), Günther Wilhelms (Grumio) und Karl Schiebener (Ein Schneider) / Der Kölner Rundfunkchor / Chorltg.: Bernhard Zimmermann / Das Kölner Rundfunk-Sinfonie-Orchester / Dirigent: Ljubomir Romansky (Leverkusen, Bayer-Erholungshaus, November 1947).


    "Zampa oder Die Marmorbraut" (Ferdinand Hérold): (Alfonso di Monza, sizilianischer Offizier) mit Edith Stuppi (Camilla, Tochter des Grafen Lugano), Hanna Clauss (Ritta, Camillas Zofe), Horst Günter (Zampa, ein Korsar), Alfred Pfeifle (Daniele Capuzzi, Zampas Steuermann) und Willy Hofmann (Dandolo, Camillas Diener) / Der Südfunk-Chor / Chorltg.: Hermann Josef Dahmen / Das Radio-Sinfonieorchester Stuttgart / Dirigent: Hans Müller-Kray (Stuttgart, Villa Berg, Januar 1954). Es handelt sich um eine stark gekürzte Fassung (60 Min.) mit einem verbindenden Text, gesprochen von Harald Baender. Ich habe ein Tonband dieser Sendung; die Oper ist heute eigentlich nur noch durch ihre Ouvertüre bekannt.


    Carlo

    "Münchner Sonntagskonzerte" 2009



    „Sonntagskonzert“: Nicole Cabell / (Opernmelodien von Wolfgang Amadé Mozart, Gioachino Rossini, Gaetano Donizetti, Jules Massenet, Leo Delibes und George Gershwin) / Dirigent: Laurent Campellone / Herkulessaal der Residenz München, 8. 2. 2009 (Sendung am 17. 4. 2009). Diesem Konzert ging ein Gastspiel des Münchner Rundfunkorchesters – ebenfalls mit Nicole Cabell und Laurent Campellone und mit demselben Programm – am 6. 2. 2009 im Dortmunder Konzerthaus voraus.



    „Sonntagskonzert“ - „Der Zarewitsch“ (Franz Lehár): Matthias Klink (statt Piotr Beczala) (Zarewitsch Alexej, genannt 'Aljoscha'), Andreas Winkler (Iwan, sein Leiblakai), Marian Kindermann (Der Großfürst, Aljoaschas Onkel), Christina Landshamer (Mascha, dessen Frau), Alexandra Reinprecht (Sonja, eine Tänzerin) / Sprecher: Jutta Neumann (Eine Gräfin / Olga, Sonjas Freundin), Robert Andrej Augustin (Bordolo, ein Lazzarone), Frank Manhold (Ein Minister) / Der Chor des Bayerischen Rundfunks (Chorltg.: Udo Mehrpohl) / Henry Raudales (Violine) / Dirigent: Ulf Schirmer / Dialogfassung und -regie: Ralf Eger / Prinzregententheater München, 8. 3. 2009. Matthias Klink sprang sehr kurzfristig für Piotr Beczala ein. (Der Mitschnitt des Konzerts ist 2010 bei 'cpo' auf CD erschienen. Der Darsteller des 'Großfürsten' wird von 'cpo' aber unterschlagen; in der Rundfunkübertragung wurde - ohne Rollenangabe - in der Ansage auch der Schauspieler Marian Kindermann (damals Mitglied der Bayerischen Theaterakademie) genannt, der 'nebenberuflich' auch Pop-Sänger ist.)



    „Sonntagskonzert“ - „Carmen“ (Georges Bizet): Rinat Shaham (statt Karine Babajanyan) (Carmen), Andrew Richards (Don José), Jessica Muirhead (Micaela), Josef Wagner (Escamillo), Anna Borchers (Frasquita), Susanne Drexl (Mercédès), Tobias Haaks (Le Dancaire), Sebastian Schmid (Le Remendado), Sébastien Soules (Moralès), Sebastian Campione (Zuniga), Joachim Duske (Andrès), Ina Jaks (Une marchande), Hans-Christian Hinz (Un bohémien) / Die Augsburger Domsingknaben / Der Chor des Norddeutschen Rundfunks Hamburg / Dirigent: Marko Letonja / Prinzregententheater, 26. 4. 2009. Eine konzertante Aufführung in französischer Sprache mit den Rezitativen von Ernest Guiraud.



    „Paradisi gloria“ - U. a.: Johanna Doderer: „Salve Regina“ für Sopran, Chor und Orchester (Uraufführung) / Marlis Petersen / Der Chor des Bayerischen Rundfunks (Ltg.: Florian Helgath) / Dirigent: Ulf Schirmer / Herz-Jesu-Kirche München, 29. 5. 2009. (Die „Paradisi gloria“- Konzerte des Jahres 2009 standen unter dem Motto „Maria“.) Die CD „Paradisi gloria 21“ von 'Bayern Klassik' (2010) beinhaltet ausser der genannten Komposition noch Werke von Oriol Cruixent („Abismes“ Diptychon für Orchester), Gerd Kühr („Introductio-Meditatio-Magnificat-Epilogus“ für Sopran, Bariton, Chor und Orchester – siehe das Konzert vom 4. 7. 2008) und Joanna Wozny („Archipel“ für großes Orchester).



    „Sonntagskonzert“ - „Paganini“ (Franz Lehár): Kristiane Kaiser (Maria Anna Elisa, Fürstin von Lucca und Piombino, Schwester Napoleons), Jörg Schörner (Fürst Felice Bacchiocchi, ihr Gemahl), Martin Zysset (Marchese Giacomo Pimpinelli, Kammervorsteher der Fürstin), Zoran Todorovich (Niccolò Paganini, Geigenvirtuose), Frank Manhold (Bartucci, sein Impresario), Eva Liebau (Bella Giretti, Primadonna an der fürstlichen Oper zu Lucca), Philipp Lind (Graf Hédouville, General in Napoleons Diensten), Philipp Gaiser (Der bucklige Beppo / Foletto, ein Schmuggler / Ein fürstlicher Jäger) / Der Chor des Bayerischen Rundfunks (Chorltg.: Udo Mehrpohl) / Henry Raudales (Violine) / Dirigent: Ulf Schirmer / Dialogregie: Ralf Eger / Prinzregententheater München, 11. 10. 2009. Der Mitschnitt des Konzerts erschien 2015 auf zwei CDs der Firma 'cpo'.



    „Sonntagskonzert“ - „L'infedeltà delusa“ ('Untreue lohnt nicht') (Joseph Haydn): Aleksander Kunach (Filippo, ein reicher Landwirt), Mijke Sekhuis (Sandrina, seine Tochter, in Nanni verliebt), Iwona Sobotka (Vespina, Nannis Schwester, in Nencio verliebt), Dominik Wörner (Nanni, Vespinas Bruder, in Sandrina verliebt), Leif Aruhn-Solén (Nencio, ein junger Bursche) / Dirigent: Hansjörg Schellenberger / Prinzregententheater München, 6. 12. 2009. Diese 'Burletta per musica' (1773) wurde in italienischer Sprache konzertant aufgeführt als Beitrag zum 'Haydn-Jahr 2009' (250. Todestag).



    Carlo

    Pünktlich zum Osterfest 2020:


    „Faust . Der Tragödie erster Teil“ von Johann Wolfgang von Goethe


    Das gibt es auf Schallplatten:


    Die im Beitrag Nr. 1 genannte 'klassische' Aufnahme von Goethes „Faust – Erster Teil“ basiert auf einer Inszenierung des Düsseldorfer Schauspielhauses, die im 'Goethe-Jahr 1949' im Düsseldorfer Opernhaus Premiere (13. 4. 1949) hatte. Damals wirkten u. a. Paul Hartmann (Faust), Gustaf Gründgens (Mephisto), Antje Weisgerber (Margarethe), Elisabeth Flickenschildt (Marthe / Böser Geist), Peter Esser (Gott der Herr), Heinz Drache (Raphael), Wolfgang Wahl (Michael), Max Eckard (Schüler) und Peer Schmidt (Frosch) mit: die übrige Besetzung ist mit der Schallplattenaufnahme vom Oktober 1954 weitgehend identisch. Käthe Gold – ein berühmtes 'Gretchen' - und Hannsgeorg Laubenthal (Gabriel), die keine Mitglieder des Düsseldorfer Ensembles waren, wurden speziell für diesen „Faust“ verpflichtet, der eine der meistverkauften Aufnahmen im Katalog der „Deutschen Grammophon Gesellschaft“ ist und mehrfach wiederveröffentlicht wurde (Spieldauer: 146 Minuten). (Es war auch die erste Schallplattenveröffentlichung im 1955 gegründeten 'Literarischen Archiv' der „DGG“ mit den Katalognummern NK 201/03 bzw. AK 211/13; NK bedeutet 'Normale Kopplung' und AK 'Automatische Kopplung' für Plattenwechsler.)


    Dr. Heinrich Faust, Gelehrter – Will Quadflieg / Mephisto, Teufel – Heinz Moog / Margarethe, genannt Gretchen – Sonja Sutter / Marthe Schwerdtlein, ihre Nachbarin – Susi Nicoletti / Wagner, Fausts Famulus – Theo Lingen / Valentin, ein Soldat, Gretchens Bruder – Wolfgang Stendar / Lieschen, Gretchens Bekannte – Ulrike Fessl / Der Erdgeist – Otto Schmöle / Ein Schüler - Dieter Klein / Ein Bauer – Josef Krastel / Böser Geist – Heinz Moog / Bearbeitung und Regie: Karl Eidlitz (Studio Wien, 1964). Eine Eigenproduktion mit einem 'Ensemble des Burgtheaters Wien' durch die Firma 'Concert Hall GmbH' auf zwei Schallplatten mit einer Gesamtdauer von 113 Minuten. 1990 wurde die Aufnahme von der 'Leuberg Edition GmbH' (Schweiz) unter dem Label 'L&M Literatur und Musik' auf zwei CDs wiederveröffentlicht. (Die Schauspielerin Ulrike Fessl ist in Wien allgemein als 'Ulli Fessl' bekannt.)


    „Faust – Erster Teil“: Vorspiel auf dem Theater / Hermann Thimig, Raoul Aslan und Werner Krauss / Regie: Adolf Rott (enthalten in „Die große Szene“) / 'Amadeo' AVRS 13903 (1 LP, 30 cm)


    „Faust – Erster Teil“: Die Beschwörung des Teufels / Faust und Mephisto – Werner Krauss / 'Athena' 56122 C (1 EP, 17 cm)


    „Faust – Erster Teil“: Das Lied vom Floh – Serenade des Mephistopheles (Komponist: Mark Lothar) / Gustaf Gründgens / Fritz Thöne (Spinett) / Enthalten auf der LP 'Gustaf Gründgens – Ein Porträt' / 'Electrola' E 83 566 bzw. 1 C 049-30240 M (1 LP, 30 cm). Die Aufnahmen entstanden vermutlich 1938.


    „Faust – Erster und Zweiter Teil“ (Szenen): Faust – Kurt Böwe / Mephistopheles – Joachim Zschocke / Margarete – Ursula Werner / Wagner – Gert Gütschow / Junger Bauer – Heinz Martin Bernecke / Alter Bauer – Alfred Driesener Tressin / Erdgeist – Walter Niklaus / Vier Lemuren – Dieter Bellmann, Paul Dolf Neis, Jürgen Silbermann, Immo Zielke / Sorge – Christa Gottschalk / Musik: Günter Neubert / Bearbeitung: Peter Goslicki / Regie: Günter Bormann und Walter Niklaus / 'Litera' 8 60 060 (1 LP, DDR 1975) bzw. 'Schola' 8 70 052/53 (2 LPs, 25 cm, DDR 1975) Eine Co-Produktion der Akademie der Pädagogischen Wissenschaften der DDR mit der Hörspielabteilung des Rundfunks der DDR für den Schulunterricht.


    „Faust – Erster und Zweiter Teil“: Sämtliche Szenen des Faust und des Mephisto / Faust – Fred Düren / Mephistopheles – Jörg Gudzuhn / Sprecher der Zwischentexte – Dieter Mann / Musik: Tobias Morgenstern / Bearbeitung: Karl-Heinz Müller und Silke Panzner / Regie: Gerda Zschiedrich / 'eulenspiegel' (2 CDs, BRD 2005, 145,26 Min.)


    „Faust – Erster und Zweiter Teil“ Szenen des Gretchen / Antje Weisgerber / 'Telefunken' TSF 13009 (1 EP, 17 cm)


    Das gab es im Rundfunk:


    Der Ansager ('Zueignung') – Johannes Marx // Prolog im Himmel: Gott der Herr – Robert Vogel / Die Erzengel: Raphael – Manuel Collado, Gabriel – Heinz Walter Weiss, Michael – Hans-Joachim Kroeber / Mephistopheles, Teufel – Paul Hoffmann // Die Tragödie: Dr. Heinrich Faust, Gelehrter – Herbert Herbe / Mephistopheles, Teufel – Paul Hoffmann / Margarethe, genannt Gretchen – Mila Kopp / Marthe Schwerdtlein, ihre Nachbarin – Elsa Pfeiffer / Wagner, Fausts Famulus – Walter Thurau / Erdgeist – Willy Leyrer / Ein Schüler – Paul Land / Valentin, ein Soldat, Gretchens Bruder – Michael Konstantinow / Eine Hexe – Elsa Pfeiffer / Böser Geist – Anne Andresen / Funkregie: Cläre Schimmel (Radio Stuttgart, Sendung am 19. 5. 1946). Von dieser Aufnahme ist kein Tonband erhalten.


    Der Ansager ('Zueignung') - Hans Quest // Prolog im Himmel: Gott der Herr – Erich Schellow / Die Erzengel: Raphael - Oscar Dimroth, Gabriel - Richard Lauffen, Michael - Werner Dahms / Mephistopheles, Teufel – Peter Mosbacher // Die Tragödie: Dr. Heinrich Faust, Gelehrter – Mathias Wieman / Mephistopheles – Peter Mosbacher / Margarethe, genann Gretchen – Maria Wimmer / Marthe Schwerdtlein, ihr Nachbarin – Gustl Busch / Wagner, Fausts Famulus – Fritz Schröder-Jahn / Erdgeist – Jutta von Oppermann und Rudolf Fenner / Ein Schüler – Werner Dahms / Valentin, ein Soldat, Gretchens Bruder – Hans Quest / Lieschen, Gretchens Bekannte – Ursula Zeitz / Zwei Jünger – Eduard Marks und Hans Paetsch / Ein Bettler – Helmut Peine / Ein alter Bauer – Willy Schweissguth / Eine Hexe – Lucy Valenta / Meerkatzen – Ingrid Mirbach und Ursula Ziehe / Böser Geist – Ein Sprechchor / Geisterchor im 'Studierzimmer': Louise Dorsay, Edith Schneider, Liselotte Stave / Mitwirkende in der 'Walpurgisnacht': Lilian Aye, Louise Dorsay, Gertrud Gaebler-Jansen, Elke Hansen, Marga Maasberg, Traute Moser, Lydia Schwieder, Alois Hermann und Heinz Seiler / Weitere Sprecher: Evy Gotthardt, Andrea Grosske, Thessy Kuhls, Ruth Leuwerik, Susanne Lynker, Gisela Mattishent, Christiane Merck, Marion Molitor, Ruth Niehaus, Walter Eckardt-Martens, Klaus Höhne, Hans-Joachim Richter, Harald Vock und Hans Dieter Zeidler / Musik: Hans-Martin Majewski / Funkregie: Ludwig Cremer (NDR Norddeutscher Rundfunk Hamburg, Sendung am 14. 4. 1949). Mit vielen akustischen Mitteln - beispielsweise dem Einsatz von Sprechchören - wurde versucht, dem Hörer die übernatürliche Ebene des Stücks zu vermitteln; ein Tonband der Sendung hat sich leider nicht erhalten.


    Prolog im Himmel: Gott der Herr – Hermann Schomberg / Die Erzengel: Raphael – Heinz Drache, Gabriel – Claus Hofer, Michael – Kaspar Brüninghaus / Mephistopheles, Teufel – Erich Ponto // Die Tragödie: Dr, Heinrich Faust, Gelehrter – Horst Caspar / Mephistopheles, Teufel – Erich Ponto / Margarethe, genannt Gretchen – Antje Weisgerber / Marthe Schwerdtlein, ihre Nachbarin – Fita Benkhoff / Wagner, Fausts Famulus – Ernst Hetting / Ein Schüler – Kurt Beck / Valentin, ein Soldat, Gretchens Bruder – Ullrich Haupt / Lieschen, Gretchens Bekannte – Luitgard Im / Ein Bettler – Bernd M. Bausch / Ein alter Bauer – Karl Brückel / Drei Bürger: Wilhelm Pilgram, Wilhelm Wahl und Philipp Wilhelm Ost / Eine Hexe – Emmy Graetz / Böser Geist – Ullrich Haupt / Irrlicht – Paul Bürks / Die Trödelhexe – Edith Lechtape / Eine Stimme – Hermann Stein u. a. / Musik: Werner Haentjes / Die Schola Gregoriana, Köln (Chorltg.: Franz Tack) / Funkbearbeitung und -regie: Wilhelm Semmelroth / Aufgenommen im März 1952 im Kölner Funkhaus / (WDR Westdeutscher Rundfunk, Sendung am 12. 4. 1952 zusammen mit der WDR-Aufnahme von „Faust – Zweiter Teil“ von 1949). Für mich steht diese Rundfunk-Produktion gleich bedeutend neben der Schallplatten-Aufnahme der 'DGG'; vor allem ist sie eine wertvolle Erinnerung an die Schauspieler Horst Caspar (der mit Antje Weisgerber verheiratet war und Ende 1952 mit nur 39 Jahren starb) und Erich Ponto.

    Diese Aufnahme von „Faust – Erster Teil“ wurde zuerst 1958 von 'Bertelsmann' (auf dem Label 'Athena', Nr. 51091 X) auf drei Platten (Spieldauer: 163 Minuten) veröffentlicht, später dann bei 'Eurodisc' (Nr. 71050 XW - diese Ausgabe habe ich) und 1965 in der DDR bei 'Litera' (8 60 056/58). Auf CD erschien sie 1999 bei 'Litraton' (gekoppelt mit „Faust – Zweiter Teil“ von 1949, 5 CDs) und 2011 in der Box „Johann Wolfgang von Goethe: Werke“ bei 'Random House Audio' (40 CDs).


    Vorspiel auf dem Theater: Der Theaterdirektor – Paul Hoffmann / Der Dichter – Peter Lühr / Die lustige Person – Boy Gobert // Prolog im Himmel: Gott der Herr – Ewald Balser / Die Erzengel: Raphael – Judith Holzmeister, Gabriel – Erich Auer, Michael – Wolfgang Stendar / Mephistopheles, Teufel – Will Quadflieg // Die Tragödie: Dr, Heinrich Faust, Gelehrter – Attila Hörbiger / Mephistopheles, Teufel – Will Quadflieg / Margarethe, genannt Gretchen – Aglaja Schmid / Marthe Schwerdtlein, ihre Nachbarin – Susi Nicoletti / Wagner, Fausts Famulus – Bruno Hübner / Erdgeist – Leopold Lindtberg / Ein Schüler – Bruno Dallansky / Lustige Gesellen in 'Auerbachs Keller': Frosch – Franz Böheim, Brander – Kurt Sowinetz, Siebel – Edd Stavjanik, Altmayer – Hanns Obonya / Valentin, ein Soldat, Gretchens Bruder – Walther Reyer / Lieschen, Gretchens Bekannte – Annemarie Düringer / Ein alter Bauer – Hermann Wlach / Ein junges Paar - Helma Gautier und Ingo Koblitz / Eine Hexe – Blanche Aubry / Böser Geist - Sprechchor / Personen der Walpurgisnacht: Das Irrlicht – Dolores Hubert, Die Trödelhexe – Vera Comployer, Der General – Helmut Janatsch, Der Minister – Otto Kerry, Der Parvenü - Edd Stavjanik, Der Autor - Josef Krastel, Lilith – Nives Stambuk, Die Schöne – Julia Gschnitzer, Die Alte – Gyula Füleky u. a. / Musik: Rolf Langnese / Einstudierung der Sprechchöre: Ellen Widmann / Inszenierung: Leopold Lindtberg / Eine Aufführung der Salzburger Festspiele 1961, aufgenommen im Großen Festspielhaus am 19. 8. 1961 (ORF Österreichischer Rundfunk, Sendung am 27. 8. 1961).

    Diese Inszenierung wurde damals von der Kritik und dem Publikum sehr zwiespältig aufgenommen. Der überbordenden Phantasie des Regisseurs Leopold Lindtberg und des Bühnenbildners Teo Otto, die alle Möglichkeiten der Bühne des neuen Großen Festspielhauses (mit einer für das Sprechtheater schwierigen Akustik) nutzten, standen merkwürdige Rollenbesetzungen, wie z. B. der 'Faust' des 65jährigen Attila Hörbiger, gegenüber.


    Prolog im Himmel: Gott der Herr – Walter Starz / Die Erzengel: Raphael – Eva Zilcher, Gabriel – Marion Degler, Michael – Sonja Sutter / Mephistopheles, Teufel – Heinz Reincke // Die Tragödie: Dr. Heinrich Faust, Gelehrter – Klausjürgen Wussow / Mephistopheles, Teufel – Heinz Reincke / Margarethe, genannt Gretchen – Adelheid Picha / Marthe Schwerdtlein, ihre Nachbarin – Erni Mangold / Wagner, Fausts Famulus – Rudolf Wessely / Der Erdgeist – Otto Collin / Ein Schüler – Friedrich Hammel / Lustige Gesellen in 'Auerbachs Keller': Frosch – Horst Eder, Brandner – Kurt Sowinetz, Siebel – Friedrich Schwardtmann, Altmayer – Michael Herbe / Valentin, ein Soldat, Gretchens Bruder – Thomas Egg / Lieschen, Gretchens Bekannte – Ulli Fessl / Ein alter Bauer – Walter Stumvoll / Eine Hexe – Gusti Wolf / Drei Meerkatzen: Eva Maria Deininger, Renate Jenny und Gerda Pirkl / Böser Geist – Joachim Unmark / Musik: Gottfried von Einem – das Lied beim 'Osterspaziergang' singt der Bariton Hans Christian / Funkbearbeitung und -regie: Hans Conrad Fischer (ORF Österreichischer Rundfunk, Sendung am 9. 3. 1974)


    Das gab es im Fernsehen:


    Dr. Heinrich Faust, Gelehrter – Wolfgang Dehler / Mephistopheles, Teufel – Fred Diesko / Margarethe, genannt Gretchen – Gudrun Volkmar / Marthe Schwerdtlein, ihre Nachbarin – Linde Sommer / Wagner, Fausts Famulus – Ekkehard Kiesewetter u. a. / Eine Aufführung des Nationaltheaters Weimar / Inszenierung: Fritz Bennewitz / Fernsehregie: Peter Deutsch (DFF Deutscher Fernsehfunk, Sendung am 21. 1. 1968)


    Dr. Heinrich Faust, Gelehrter – Manfred Heine / Mephistopheles, Teufel – Klaus-Martin Boestel / Margarethe, genannt Gretchen – Helga Ziaja u. a. / Eine Aufführung des Nationaltheaters Weimar / Inszenierung: Fritz Bennewitz / Fernsehregie: Margot Thyrét (Fernsehen der DDR, Sendung am 5. 10. 1975). Eine Neuinszenierung zu den Feierlichkeiten '1000 Jahre Weimar'.


    Dr. Heinrich Faust, Gelehrter – Bernhard Baier / Mephistopheles, Teufel – Matthias Günther / Margarethe, genannt Gretchen – Heidrun Perdelwitz / Marthe Schwerdtlein, ihre Nachbarin – Elvira Grecki / Wagner, Fausts Famulus – Stefan Schweninger / Ein Schüler – Ulrich Mühe / Valentin, ein Soldat, Gretchens Bruder – Gerhard Hähndel / Lieschen – Angelika Böttiger u. a. / Eine Aufführung der 'Theaterhochschule Hans Otto' in Leipzig / Inszenierung: Piet Drescher / Fernsehregie: Margot Thyrét (Fernsehen der DDR, Sendung am 5. 3. 1982). Eine Sendung zum 150. Todestag Johann Wolfgang von Goethe.


    Der Ansager ('Zueignung') – Rolf Boysen // Vorspiel auf dem Theater: Der Theaterdirektor – Helmut Stange / Der Dichter – Peter Lühr / Die lustige Person – Axel Milberg // Prolog im Himmel: Gott der Herr – Martin Flörchinger / Die Erzengel: Raphael – Richard Beek, Gabriel – Hans Drahn, Michael – Otto Kurth / Mephistopheles, Teufel – Romuald Pekny // Die Tragödie: Dr. Heinrich Faust, Gelehrter – Helmut Griem / Mephistopheles, Teufel – Romuald Pekny / Margarethe, genannt Gretchen – Sunnyi Melles / Marthe Schwerdtlein, ihre Nachbarin – Cornelia Froboess / Wagner, Fausts Famulus – Axel Milberg / Der Erdgeist – Martin Flörchinger / Ein Schüler – Michael Tregor / Lustige Gesellen in 'Auerbachs Keller': Frosch – Peter Herzog, Brander – Helmut Stange, Siebel – Fred Klaus, Altmayer – Karl Renar / Valentin, ein Soldat, Gretchens Bruder – Arnulf Schumacher / Lieschen – Gretchens Bekannte – Katja Riemann / Ein Bettler – Karl Renar / Ein alter Bauer – Peter Herzog / Osterspaziergänger: Gabi Geist, Inge Rodmann, Willy Berlin, Matthias Hell, Fred Klaus und Helmut Stange / Eine Hexe – Maria Nicklisch / Die Meerkatze – Judit Achternbusch / Der Meerkater – Michael Tregor / Menschen im Dom: Judit Achternbusch, Gabi Geist, Katja Riemann, Peter Herzog, Helmut Stange und Michael Tregor / Stimme der Madonna – Heide von Strombeck u. a. / Eine Studio-Produktion von 1987 nach einer Inszenierung an den Münchner Kammerspielen / Bearbeitung und Regie: Dieter Dorn (ARD/Süddeutscher Rundfunk Stuttgart, Sendung am 27. 10. 1988). Bei 'Euro Video' ist 2005 eine DVD dieses Fernsehfilms erschienen.


    Dr. Heinrich Faust, Gelehrter – Bruno Ganz (alter Faust) und Christian Nickel (junger Faust) / Mephistopheles, Teufel – Johann Adam Oest und Robert Hunger-Bühler / Margarethe, genannt Gretchen – Dorothee Hartinger / Marthe Schwerdtlein, ihre Nachbarin – Elke Petri / Das Ensemble des 'Faust-Projekts' (in diversen Rollen): Hille Beseler, Melanie Blocksdorf, Ana Kerezovic, Tanja Kübler, Gisela Salcher, Schirin Sanaiha, Nicola Schößler, Petra Tauschler, Justus Carrière, Stephan von der Decken, Aom Flury, Christian Habicht, Jürgen-Christoph Kamke, Daniel Keberle, Lorenz Christian Köhler, Thorsten Loeb, Bernd Ludwig, Patrick O'Beirne, Alexander Peutz, Rainer Philippi, Jürgen Sarkiss und Johannes Zeiler. Zu diesem Ensemble zählten auch Brigitte Hobmeier, Stephan Baumecker und Michael Rotschopf (die sich inzwischen als Bühnen- und Fernsehdarsteller profilieren konnten) sowie die 2017 verstorbenen Schauspieler Christine Oesterlein und Hans-Michael Rehberg. / Eine Aufzeichnung von 2000 aus dem „Arena“-Theater in Berlin / Inszenierung: Peter Stein / Fernsehregie: Peter Schönhofer (ZDF Zweites Deutsches Fernsehen, Sendung am 16. 2. 2001, Dauer: 265 Minuten).

    Peter Steins 'Faust-Projekt' für die Weltausstellung „Expo 2000“ in Hannover brachte die beiden Teile von Goethes „Faust“ erstmals ungekürzt in einer Länge von 21 Stunden (reine Spieldauer: 13 Stunden) auf die Theaterbühne, verteilt auf zwei Abende in einer riesigen Halle auf dem Ausstellungsgelände. Auf DVD erschien 2007 bei 'Arthaus' eine 870 Minuten dauernde Fassung („Faust I und II“) der 'ZDF'-Sendung; leider gibt weder der Abspann der TV-Aufzeichnung noch das Beiheft der DVD-Ausgabe eine detaillierte Rollenbesetzung.


    Das gab es auf der Kinoleinwand:


    Vorspiel auf dem Theater: Der Theaterdirektor – Hermann Schomberg / Der Dichter – Will Quadflieg / Die lustige Person – Gustaf Gründgens // Prolog im Himmel: Gott der Herr – Hermann Schomberg / Die Erzengel: Raphael – Konrad Krauss, Gabriel – Christian Rode, Michael – Karl-Heinz von Hassel / Mephistopheles, Teufel – Gustaf Gründgens // Die Tragödie: Dr. Heinrich Faust, Gelehrter – Will Quadflieg / Mephistopheles, Teufel – Gustaf Gründgens / Margarethe, genannt Gretchen – Ella Büchi / Marthe Schwerdtlein, ihre Nachbarin – Elisabeth Flickenschildt / Wagner, Fausts Famulus – Eduard Marks / Der Erdgeist – Hermann Schomberg / Ein Schüler – Uwe Friedrichsen / Lustige Gesellen in 'Auerbachs Keller': Frosch – Heinz Reincke, Brander – Friedrich G. Beckhaus, Siebel – Karl Heinz Wüpper, Altmayer – Hans Irle / Valentin, ein Soldat, Gretchens Bruder – Max Eckard / Lieschen, Gretchens Bekannte – Heidi Leupolt / Ein alter Bauer – Eugen Klimm / Eine Hexe – Gustl Busch / Eine Meerkatze – Renate Wegener / Ein Meerkater – Dieter Wossidlo / Böser Geist – Elisabeth Flickenschildt (?) u. a. / Musik: Mark Lothar / Studioverfilmung (Juni 1960) einer Inszenierung des Deutschen Schauspielhauses Hamburg / Inszenierung: Gustf Gründgens / Regie: Peter Gorski (Divina Film GmbH und Gloria-Film, 1960, 125 Minuten). 1957 inszenierte Gustaf Gründgens in Hamburg den ersten Teil des „Faust“ - eine Produktion, die von Publikum und Presse (auch international) gefeiert wurde. Gründgens und Quadflieg waren mit dem späteren Film nicht ganz zufrieden, doch er wurde ein 'Renner' bei den sonntäglichen Matinee-Vorführungen der Lichtspielhäuser. (Quadflieg hat – wie er in seinen Memoiren eingestand - seine berühmten Verse, im Bemühen nicht zu 'deklamieren', bewusst sehr schnell gesprochen, was ihm die Kritik auch ankreidete.) Das 'Lieschen' in der Hamburger „Faust“-Premiere am 21. 4. 1957 (mit Antje Weisgerber als 'Gretchen') spielte die Schweizerin Ella Büchi und sie war dann später auch das 'Gretchen' bei den triumphalen Gastspielen des Hamburger Ensembles in Leningrad und Moskau (Dezember 1959) und in New York (Dezember 1961). Ella Büchi, die mit dem deutschen Schauspieler Richard Münch verheiratet war und bis 1969 in Hamburg engagiert war, ist 1999 siebzigjährig in der Schweiz verstorben.


    Ich wünsche allen 'Taminos' trotz der Einschränkungen ein schönes Osterfest! Bleibt gesund!


    Carlo

    Lieber 'Musikwanderer',


    ich beziehe mich zunächst auf die Erstfassung des Stoffes, den sogenannten „Urfaust“, der noch in Johann Wolfgang Goethes Frankfurter Zeit in den Jahren 1772 bis 1775 entstand. Darin verarbeitete er die alte Volkssage von Dr. Johannes Faust (der tatsächlich als Zeitgenosse Martin Luthers in Süddeutschland gelebt hat) und - als damaliger Rechtsanwalt - sein Erlebnis des Prozesses gegen die Kindsmörderin Susanna Margaretha Brandt, die 1772 in Frankfurt hingerichtet wurde. Im „Urfaust“ ist der Titelheld noch nicht so sehr der vergeistigte Zweifler wie in den späteren zwei „Faust“-Teilen, sondern mehr der zwischen geistigen und körperlichen Bedürfnissen zerrissene Mensch 'mit zwei Seelen in seiner Brust' und auch Mephistopheles hat noch nicht die dominierende Rolle wie in den späteren Fassungen. Die Handlung konzentriert sich auf die Liebesgeschichte von Faust und Margarethe, wie wir Opernfreunde sie auch aus Charles Gounods Oper kennen; auch alle später berühmt gewordenen und in die deutsche Alltagssprache eingeflossenen und oft zitierten Textstellen sind bereits im "Urfaust" vorhanden.


    1790 veröffentlichte der Dichter noch ein sogenanntes „Faust-Fragment“ und erst zwanzig Jahre nach dem „Urfaust“ machte er sich (auf Drängen Friedrich Schillers) daran, die heute weltweit bekannte Fassung des „Faust“-Stoffes zu schreiben, die als ein Höhepunkt der deutschen Literatur gilt. Danach vernichtete er eigenhändig die Erstversion, den „Urfaust“ also; 1887 fand man jedoch im Nachlass eines Weimarer Hoffräuleins, Luise von Göchhausen, eine vermutlich 1776 von ihr angefertigte Abschrift, die von Erich Schmidt unter dem Titel "Goethes Faust in ursprünglicher Gestalt nach der Göchhausenschen Abschrift" in Weimar (1887) publiziert wurde. Doch erst am 8. 5. 1918 erblickte das Stück in Frankfurt/Main nach fast 145 Jahren das Licht der Theater-Welt.


    „Urfaust oder Faust in ursprünglicher Gestalt“ von Johann Wolfgang von Goethe


    Das gab es im Rundfunk:


    Dr. Heinrich Faust, Gelehrter – Werner Hinz / Mephistopheles, Teufel – Erwin Linder / Margarethe, genannt Gretgen – Dagmar Altrichter / Marthe Schwerdtlein, ihre Nachbarin – Fita Benkhoff / Wagner, Fausts Famulus – Wilhelm Kürten / Ein Student – Helmut Kröger / Liesgen, Gretgens Bekannte – Marianne Kehlau / Valentin, ein Soldat, Gretgens Bruder – Gustav Knuth / Der Erdgeist – Fritz Wagner / Ein böser Geist – Erwin Linder / Funkbearbeitung und -regie: Ludwig Cremer (NDR Norddeutscher Rundfunk Hamburg, Sendung am 1. 4. 1946). Die Szene in 'Auerbachs Keller' war gestrichen. Ein Tonband der Sendung existiert nicht mehr.


    Dr. Heinrich Faust, Gelehrter – Maximilian Larsen / Mephistopheles, Teufel – Wolf Kaiser / Margarethe, genannt Gretgen – Elfriede Née / Marthe Schwerdtlein, ihre Nachbarin – Lotte Molter / Wagner, Fausts Famulus – Thankmar Herzig / Lustige Gesellen in 'Auerbachs Keller': Frosch – Paul Joachim Schneider, Brander – Fritz Werth, Siebel – Willi Arnhold, Alten – Walter Max Schwarz / Liesgen, Gretgens Bekannte – Annelies Lange / Der Erdgeist – Werner Schmidt-Wieland / Ein böser Geist – Carla Herrmann / Funkbearbeitung: Ewald Horst Hagen / Funkregie: Carl Nagel (Mitteldeutscher Rundfunk Leipzig, Sendung am 14. 4. 1949). Die Rolle des 'Valentin', der nur einen kurzen Monolog in der Szene 'Vor Gretgens Haus' hat, wurde gestrichen. In den Text des „Urfaust“ wurden Verse aus „Faust – Erster Teil“ integriert.


    Dr. Heinrich Faust, Gelehrter – Klausjürgen Wussow / Mephistopheles, Teufel – Charles Regnier / Margarethe, genannt Gretgen – Gertrud Kückelmann / Marthe Schwerdtlein, ihre Nachbarin – Elisabeth Flickenschildt / Wagner, Fausts Famulus – Karl Bockx / Ein Student – Gerd Seid / Lustige Gesellen in 'Auerbachs Keller': Frosch – Kurt Haars, Brander – Gerhard Just, Siebel – Hans-Helmut Dickow / Liesgen, Gretgens Bekannte – Maria Häussler / Der Erdgeist – Hans Mahnke / Ein böser Geist – Edith Heerdegen / In weiteren Rollen: Karl Heinz Bernhardt, Fred Goebel, Bodo Knuth, Norbert Scheumann, Wolfgang Schwalm, Hans Treichler und Günther Willmann / Musik: Mark Lothar / Funkbearbeitung: Alfred Andersch / Funkregie: Ulrich Erfurth (SDR Süddeutscher Rundfunk Stuttgart, Sendung am 29. 3. 1959). Enthalten in der CD-Box „Johann Wolfgang von Goethe: Werke“ bei 'Random House Audio' (40 CDs, 2011)


    Dr. Heinrich Faust, Gelehrter – Eberhard Müller-Elmau / Mephistopheles, Teufel – Hannes Messemer / Margarethe, genannt Gretgen – Claudia Clemens / Marthe Schwerdtlein, ihre Nachbarin – Angelika Hurwicz / Wagner, Fausts Famulus – Ludwig Thiesen / Ein Student – Heinz Schubert / Lustige Gesellen in 'Auerbachs Keller': Frosch – Axel Corti, Brander – Kurt Sowinetz, Siebel – Hans Weicker, Alten – Paul Dättel / Liesgen, Gretgens Bekannte – Anneliese Benz / Der Erdgeist – Hans Korte / Ein böser Geist – Konrad Georg / Sprecher der Zwischentexte: Kurt Lieck / Funkbearbeitung und -regie: Peter Schulze-Rohr (Eine Co-Produktion von SWF Südwestfunk Baden-Baden und ORF Österreichischer Rundfunk Wien) (Südwestfunk, Sendung am 1. 1. 1963 / Österreichischer Rundfunk, Sendung am 8. 1. 1963)


    Dr. Heinrich Faust, Gelehrter – Ulrich Matthes / Mephistopheles, Teufel – Sven-Eric Bechtolf / Margarethe, genannt Gretgen – Katharina Schüttler / Marthe Schwerdtlein, ihre Nachbarin – Astrid Meyerfeldt / Wagner, Fausts Famulus – Thomas Neumann / Ein Student – Philipp Hochmair / Lustige Gesellen in 'Auerbachs Keller': Frosch – Lars Rudolph, Brander – Oliver Materlik, Siebel – Meigl Hoffmann, Alten – Thomas Schmidt / Liesgen, Gretgens Bekannte – Jeanette Spassova / Der Erdgeist und Ein böser Geist – Traugott Buhre / Sprecher begleitender Verse: Winnie Böwe, Wilhelm Bartzsch und Stefan Kaminski / Funkbearbeitung: Heide Böwe / Funkregie: Leonhard Köppelmann (MDR Mitteldeutscher Rundfunk Leipzig, Sendung am 20. 3. 2007). Auf 2 CDs erschienen beim 'Argon Verlag'.


    Das gab es im Fernsehen:


    Dr. Heinrich Faust, Gelehrter - Hilmar Thate / Mephistopheles - Manfred Krug / Margarethe, genannt Gretgen - Monika Lennartz / Marthe Schwerdtlein, ihre Nachbarin - Helga Göring / Wagner, Fausts Famulus - Walter Jupé / Ein Student - Wolfgang Hübner / Lustige Gesellen in 'Auerbachs Keller': Frosch - Lothar Thuengetal, Brander - Horst Kube, Siebel - Albert Zahn, Alten - Peter Dommisch / Liesgen, Gretgens Bekannte - Ruth-Maria Kemper / Musik: Paul Dessau / Regie: Achim Hübner und Hans-Peter Minetti (DFF Deutscher Fernsehfunk, Sendung am 2. 4. 1961). Diese ostdeutsche TV-Produktion stellt das - zeitlose - Stück in ein Ambiente der Sechziger Jahre des 20. Jahrhunderts.


    Dr. Heinrich Faust, Gelehrter – Walther Reyer / Mephistopheles, Teufel – Boy Gobert / Margarethe, genannt Gretgen – Maria Rainer / Marthe Schwerdtlein, ihre Nachbarin – Gusti Wolf / Wagner, Fausts Famulus – Günther Haenel / Ein Student – Achim Benning / Lustige Gesellen in 'Auerbachs Keller: Frosch – Peter P. Jost, Brander – Michael Janisch, Siebel – Wolfgang Hebenstreith, Alten – Walter Ladengast / Liesgen, Gretgens Bekannte – Hilde Nerber / Valentin, ein Soldat, Gretgens Bruder – Peter Neusser / Der Erdgeist – Albin Skoda / Ein böser Geist – N. N. / Der Akademie- Kammerchor Wien (Chorltg.: Xaver Meyer) / Orgel: Hans Haselböck / Regie: Theodor Grädler ( ORF Österreichischer Rundfunk, Sendung am 22. 4. 1961).

    Dies ist nur die zweite genuine (deutschsprachige) Fernseh-Produktion von Goethes „Faust“; alle übrigen Filme und TV-Sendungen basieren auf Theater-Aufführungen. Walther Reyer als 'Faust' und der im mimischen Ausdruck sehr zurückhaltende Boy Gobert ('Mephisto') – der gebürtige Hamburger leitete 11 Jahre lang erfolgreich das 'Thalia-Theater' in der Hansestadt - dominieren die Aufführung. Die junge (nicht blonde) Maria Rainer ist ein beeindruckendes 'Gretgen', aber sie spricht leider sehr undeutlich. Als 'Erdgeist' ist nur die (mit Hall unterlegte) Stimme Albin Skodas aus dem 'Off' zu hören und wer die (weibliche) Flüsterstimme des 'bösen Geistes' in der Kirchenszene ist, wird im Abspann nicht mitgeteilt. Das Werk wurde geschickt auf 105 Minuten leicht gekürzt. (Als die TV-Produktion des ORF vor einigen Jahren noch einmal im Kulturkanal '3sat' gezeigt wurde, habe ich sie auf Video aufgezeichnet und mir heute noch einmal angesehen.)


    Dr. Heinrich Faust, Gelehrter - Frank Lienert / Mephistopheles, Teufel - Herbert Sand / Margarethe, genannt Gretgen - Katrin Knappe / Marthe Schwerdtlein, ihre Nachbarin - Dagmar Manzel / Wagner, Fausts Famulus - Ralf-Friedrich Voß / Ein Student - Rolf Gebert / Lustige Gesellen in 'Auerbachs Keller': Frosch - Bernd Schramm, Brander - Michael Kleinert, Siebel - Eckhard Beger, Alten - Holger Franke / Liesgen, Gretgens Bekannte - Katrin Klein / Valentin, ein Soldat, Gretgens Bruder - Roman Kretschmer / Ein Bürgermädchen - Janina Hartwig / Eine Aufführung des Studios der Staatlichen Schauspielschule Berlin / Inszenierung: Thomas Langhoff / Fernsehregie: Margot Thyrét (Das Fernsehen der DDR, Sendung am 28. 8. 1979)


    Carlo

    Liebe Melomanen,



    heute möchte ich an einen Sänger erinnern, dessen Stimme in der Nachkriegszeit aus den Radio-Lautsprechern in zahlreichen Sendungen unterschiedlichster Art erklang. Beim NWDR Köln (ab 1. 1. 1956 WDR Westdeutscher Rundfunk) und SDR (Süddeutscher Rundfunk bzw. Südfunk Stuttgart) galt er als "Tenor für alle Fälle", der sich durch eine ausgeprägte Musikalität und Verwendbarkeit in vielen musikalischen Stilen auszeichnete und sich auch für kleine Nebenrollen nicht zu schade war.



    Der Rundfunk der frühen Nachkriegsjahre hatte damals einen ganz anderen Stellenwert als heute; er war – bis das Fernsehen Einzug in die deutschen Wohnzimmer hielt – 'das' Medium, das den Alltag der Menschen begleitete. Während man einerseits bei den Sprecherinnen und -sprechern für die Ansagen und Nachrichten auf eine markante Stimme setzte (quasi als akustisches 'Aushängeschild' des Senders), bevorzugte man anfangs bei Opern- und Operettenaufnahmen eher ein wenig individuelles Timbre, um dem Hörer eine Vielfalt an Stimmen zu suggerieren, die aber - schon aus rein finanziellen Gründen - nicht vorhanden war. (Erst später schloss sich der Rundfunk mit zunehmender Finanzkraft dem durch die Schallplatte propagierten System an, auch Sänger mit einer markanten Stimme einzusetzen, was allerdings dann auch seinen Preis hatte.)



    Wenn ein Sänger dazu noch über die Fähigkeit verfügte, seine Stimmfarbe zu variieren und so musikalisch war, dass er auch die verschiedenen Musikstile beherrschte, wurde er für den Rundfunk fast unentbehrlich. Ein solcher Sänger war der Bulgare Christo Bajew. Durch seine etwas unglückliche optische Erscheinung war er für die Bühne wenig geeignet, doch über den Äther erklang seine Tenorstimme jahrelang in den verschiedensten Rundfunkproduktionen bei nahezu allen deutschen Radiosendern.



    Nachdem er sein Gewicht bemerkenswert reduziert hatte, trat der Tenor in das Ensemble des Stadttheaters Koblenz ein; der vermutlich letzte Rundfunk-Auftritt war seine Mitwirkung in einem Konzert in der dortigen Rhein-Mosel-Halle (mit Sári Barabás, Marcel Cordes und dem Rundfunkorchester Kaiserslautern des Südwestfunks unter Emmerich Smola), das am 5. 3. 1963 vom SWF gesendet wurde. Er betätigte sich nach Beendigung seiner aktiven Karriere dann als Gesangslehrer - eine seiner Schülerinnen war seine Tochter Elena – und führte in Koblenz ein Hotel nebst Restaurant, lt. Werbung "mit Balkan-Spezialitäten und türkischer Mokkastube".



    Harald Kral, der dankenswerterweise diesen Thread eröffnet hat, schrieb in seinem Beitrag etwas von 24 Aufnahmen, blieb uns aber Näheres schuldig. Dies möchte ich nun nachholen und nenne ab der kommenden Woche 31 Gesamtaufnahmen von Opern und Operetten (und zusätzlich mehrere Opernszenen und Lieder) mit Christo Bajew, die auch ein Beleg für die innovative Planung beim Aufbau der Musik-Archive der deutschen Rundfunk-Anstalten nach dem Zweiten Weltkrieg sind.



    Carlo

    Lieber 'Calatrava',


    vielen Dank für diesen Hinweis! Das klingt alles sehr interessant.


    Im Thread „Der Musiker Gräber“ hat unser Kollege 'hart' am 28. 3. (Beitrag Nr. 754) zum 1. Todestag der Sängerin einen - wie alle seine 'Nachrufe' - hervorragend recherchierten Bericht über Hertha Töpper verfasst und zeigt Fotos von ihrer Grabstelle auf dem Friedhof in München-Solln.


    Carlo

    Lieber 'hart',


    herzlichen Dank für diesen sehr interessanten Bericht über Hertha Töpper und Franz Mixa. Alle Deine hervorragend recherchierten und informativen 'Nachrufe' zeichnet eine besonders empathische Art aus, uns die Persönlichkeit und das Wirken der verstorbenen (und leider auch oft längst vergessenen) Musiker nahe zu bringen.


    Ich werde im Hertha-Töpper-Thread einen entsprechenden Hinweis auf Deinen Beitrag geben.


    Carlo

    Lieber Buralicchio,


    der Name des Tenors Theodor Bitzos ist mir geläufig, seit ich vor einigen Jahren über die Sopranistin Isabel Strauss, die ja oft seine Partnerin am Opernhaus in Bern war, recherchiert habe; 2018 habe ich in ihrem „Tamino“-Thread auch einiges geschrieben und im Thread zu Lisa Della Casa steht etwas über das traurige Ende von Fridolin Mosbacher. Die Schweizerische Theatersammlung in Bern war damals so hilfsbereit, mir zu einigen Premieren mit Isabel Strauss Kopien der Theaterzettel zu übersenden. Nachstehend nenne ich die Opern, in denen auch Theodor Bitzos mitgewirkt hat:


    „Der fliegende Holländer“ (Wagner): Daland – Jakob Keller / Senta – Isabel Strauss / Erik – Theodor Bitzos / Mary – Lois Toman / Der Steuermann – Albert Kunz / Der Holländer – Gottfried Fehr / Dirigent: Otto Osterwalder / Regie: Stephan Beinl (Stadttheater Bern, 14. 4. 1957)


    „Fidelio“ (Beethoven): Don Fernando – Fridolin Mosbacher / Don Pizarro – Gottfried Fehr / Florestan – Theodor Bitzos / Leonore – Isabel Strauss / Rocco – Charles Gillig / Marzelline – Helga Kosta / Jaquino – Albert Kunz / Zwei Gefangene – Erich Fischhof und Karlis Bauers / Dirigent: Robert F. Denzler / Regie: Stephan Beinl (Stadttheater Bern, 13. 9. 1957)


    „Simon Boccanegra“ (Verdi): Simon Boccanegra – Gottfried Fehr / Jacopo Fiesco – Jakob Keller / Paolo Albiani – Fridolin Mosbacher / Pietro – Felix Loeffel / Amelia Grimaldi – Isabel Strauss / Gabriele Adorno – Theodor Bitzos / Ein Hauptmann – Max Bächtold / Amelias Gesellschafterin – Paula Imser / Dirigent: Otto Ackermann / Regie: Stephan Beinl (Stadttheater Bern, 15. 12. 1957)


    „Notre-Dame“ (Schmidt): Der Archidiakonus – Gottfried Fehr / Quasimodo – Felix Loeffel / Phöbus – Theodor Bitzos / Gringoire – Spiro Makri / Esmeralda – Isabel Strauss / Die alte Falourdel – Melanie Geißler / Ein Offizier – Fridolin Mosbacher / Dirigent: Otto Osterwalder / Regie: Stephan Beinl (Stadttheater Bern, 26. 4. 1958)


    „Der Freischütz“ (Weber): Ottokar – Fridolin Mosbacher / Kuno – Richard Bedel / Agathe – Isabel Strauss / Ännchen – Lucia Wehr / Max – Theodor Bitzos / Kaspar – Gottfried Fehr /Ein Eremit – Jakob Keller / Kilian – Max Jakisch / Samiel – Erich Aberle / Zwei Brautjungfern – Gertrud Hrabal und Paula Imser / Dirigent: Fritz Janota / Regie: Stephan Beinl (Stadttheater Bern, 13. 9. 1958)


    „Das Märchen vom Zaren Saltan“ (Rimski-Korsakov): Zar Saltan – Gottfried Fehr / Jüngste Schwester (Zarin Militrissa) – Isabel Strauss / Mittlere Schwester (Die Weberin) – Waltraut Demmer / Älteste Schwester (Die Bäckerin) – Gerty Wießner / Base Babaricha – Melanie Geißler / Zarewitsch Guidon – Theodor Bitzos / Prinzessin Schwanhilde – Helga Kosta / Ein alter Mann – Walter Lederer / Ein Bote – Fridolin Mosbacher / Skomoroch – Richard Bedel / Drei Schiffer – Albert Kunz, Fridolin Mosbacher und Jakob Keller / Der Schreiber – Felix Loeffel / Der Ansager – Georg Mark-Czimeg / Dirigent: Niklaus Aeschbacher / Regie: Hans Zimmermann (Stadttheater Bern, 29. 11. 1958)


    „Otello“ (Verdi): Otello – Theodor Bitzos / Desdemona – Isabel Strauss / Jago – Gottfried Fehr / Emilia – Melanie Geißler / Cassio – Albert Kunz / Rodrigo – Erich Fischhof / Lodovico – Jakob Keller / Montano – Ulo Panizza / Ein Herold – Gilbert Nabos / Dirigent: Otto Ackermann / Regie: Christoph Groszer (Stadttheater Bern, 12. 4. 1959)


    Von der „Fidelio“-Aufführung am 21. 9. 1957 (Besetzung wie oben, mit Ausnahme von Richard Bedel als 'Rocco') gibt es einen Mitschnitt, der sich im Nachlass von Helga Kosta befand und nun in der Schweizerischen Theatersammlung aufbewahrt wird. Ferner existiert eine Berner Live-Aufnahme der „Zauberflöte“ von 1958 mit Chloe Owen (Pamina), Helga Kosta (Königin der Nacht), Erika Kerd (Papagena), Albert Kunz (Tamino), Fridolin Mosbacher (Papageno), Jakob Keller (Sarastro), Gottfried Fehr (Sprecher) und Max Jakisch (Monostatos) unter Robert F. Denzler; ich weiß aber nicht, ob Theodor Bitzos hier den 'Ersten Geharnischten' singt.


    Von der Theatersammlung in Bern erhielt ich u. a. auch drei Fotos von Isabel Strauss zusammen mit Theodor Bitzos – der den Bildern nach zu urteilen ein gut aussehender Mann war - in „Der Freischütz“, in „Notre-Dame“ und in „Otello“ (das Bild aus der letztgenannten Oper ist auch in dem sehr interessanten „Sänger-Lexikon: Sängerinnen und Sänger in der Schweiz von 1900 bis heute“ von Paul Sutter enthalten, das auf dem Umschlag ein weiteres Foto von Theodor Bitzos – zusammen mit Hansy von Krauss – zeigt). Vielleicht können diese Informationen Dein interessantes Portrait dieser 'unberühmten Stimme' ergänzen...


    Carlo