Beiträge von Carlo

    Lieber 'hart',


    Dein - wie immer sehr gut recherchierter und äusserst interessanter - Beitrag zu Joseph Tichatscheck hat mich veranlasst, noch einmal das Buch „Richard Wagner und seine erste 'Elisabeth' Johanna Jachmann-Wagner” von Julius Kapp und Hans Jachmann (1927) zu lesen. Johanna Wagner, die (adoptierte) Tochter von Richard Wagners ältestem Bruder Albert, sang mit erst 19 Jahren in der Uraufführung des „Tannhäuser” neben Joseph Tichatscheck die 'Elisabeth'.


    Beide Sänger waren über die Jahre stets freundschaftlich verbunden und so gibt es in diesem Buch zahlreiche Verweise auf Joseph Tichatscheck, auch solche, die zeigen, dass Richard Wagner nicht immer gut über den Tenor dachte. 1852 schreibt er z. B. aus Zürich an Johannas Schwester Franziska, bezugnehmend auf Johanna Wagners Aufenthalt in Paris und seine Hoffnung, dass sie sich dort für ihn einsetzt:: „Nur dagegen, daß man den „Tannhäuser” gut übersetzen lasse, um ihn in der großen Oper zu geben, kann ich weniger einzuwenden haben, sobald ich mir eine gute Aufführung garantiert weiß. Diese ist allerdings möglich, mit Roger (Gustave Roger) und Johanna. Roger wäre mir der liebste Tannhäuser auf der Welt, und namentlich bei weitem lieber als der .... Tichatscheck.”


    1854 liest Albert Wagner seinem Bruder die Leviten, nachdem dieser Johanna schamlos angepumpt hatte („Gib mir 1000 Thaler!”): "Doch das lasse ich dahin gestellt sein, denn ich bin gewohnt, Dich alle Menschen nur beachten zu sehen, wenn und so lange als sie Dir Nutzen bringen; hört der Nutzen auf, existiert der Mensch für Dich auch nicht mehr. Dank für Vergangenes kennst Du nicht - es ist alles verfluchte Schuldigkeit! Dies war stets der Fall - gegen Brockhaus, König, Lüttichau, Pusinelli, Tichatscheck und alle die, die Dir auf eine oder andere Weise Gutes getan. So sehr ich Dein Talent achte und liebe, so wenig ist das der Fall mit Deinem Charakter”.


    Joseph Tichatscheck und Johanna Wagner schrieben sich regelmäßig Briefe, auch als Johanna 1859 in Berlin als Lady Macbeth in Wilhelm Tauberts Oper „Macbeth” ihren Bühnenabschied gegeben hatte und heiratete (Jahre später trat sie als Schauspielerin und Altistin wieder auf); zum letzten Male sahen sie sich 1876 bei den ersten Bayreuther Festspielen. 1894 ist die schwer erkrankte Sängerin während einer Reise zur Kur nach Bozen in Würzburg gestorben, wo sie auch beerdigt wurde.


    Hier der Brief, den Joseph Tichatscheck am 15. 4. 1859 aus Hamburg zur Hochzeit von Johanna Wagner mit dem preussischen Landrat Alfred Jachmann (am 2. 5. 1859 in Berlin) geschrieben hat; der Sänger war eingeladen, konnte aber nicht daran teilnehmen:


    “Teuerste Freundin! Welche Wünsche könnte ich wohl noch für Sie hegen bei dem Herannahen des Tages, der Sie mit Ihrem geliebten Alfred für immer vereint, die ich nicht schon stets ausgesprochen, seit mich die innigste, die treueste Freundschaft an Sie fesselte. Gewiß sind Sie bei dem wichtigen Wendepunkt Ihres Lebens von meiner innigsten Teilnahme überzeugt. Gott gebe Ihnen Glück und Segen. Wenn ich die Direktion des Kölner Theaters vermögen kann, mich meiner eingegangenen Verpflichtungen zu entheben, da ich vom 24. ds. Mts. an dort wieder gastieren soll, so werde ich mit Freuden Ihrer freundlichen Einladung zum 2. Mai folgen. Im voraus entbiete ich Ihnen für diese zarte Aufmerksamkeit meinen herzlichen Dank. Grüßen Sie freundlichst Ihren geliebten Bräutigam und nehmen Sie die Versicherung, daß ich nie aufhören werde, die treueste Freundschaft und Anhänglichkeit für Sie zu bewahren. Unveränderlich, Ihr Tichatscheck.”



    Viele Grüße!


    Carlo



    P.S.

    Gerade sehe ich, dass Du heute in dem Thread “Der Musiker Ehrenplätze” einen weiteren Beitrag über Joseph Tichatscheck eingestellt hast. Auch dafür herzlichen Dank!

    Liebe 'Taminos',


    einer der bekanntesten Gigli-Filme im deutschen Sprachraum ist sein zwölfter Streifen, obwohl er nur eine Nebenrolle spielt:

    „Lache, Bajazzo!“* ('I pagliacci*) (Deutschland / Italien 1942 – Tobis Filmkunst GmbH / Itala Film S. A.)


    mit Monika Burg, Dagny Servaes, Lucie Höflich, Margarete Haagen, Paul Hörbiger, Heinz Moog, Karl Martell, Gustav Waldau , Erich Fiedler, Ernst Legal u. a. / Regie: Leopold Hainisch. Nach zwanzig Jahren Haft wird ein Mann, der sich 'Canio' nennt (Hörbiger), vorzeitig aus dem Zuchthaus entlassen. Er hatte in Calabrien als Leiter und Schauspieler einer Wanderbühne während einer 'Commedia dell'arte'-Aufführung, in der er den Bajazzo verkörperte, seine untreue Frau Nedda, die als Colombina auf der Bühne stand, und deren Liebhaber, einen jungen Bauern, der ihr zu Hilfe eilte, im Affekt ermordet. Er kommt nach Mailand und versucht, mit seiner Tochter Giulia, die nach seiner Verurteilung als kleines Kind von der gräflichen Familie Valmondi adoptiert wurde, in Kontakt zu kommen und hofft, von ihr Verständnis und Vergebung für seine Tat zu bekommen. Während des Balls zur Verlobung der jungen Giulia (Burg) mit dem Marchese Carlo Lanzoni (Martell) – der Ehrengast des Festes ist der berühmte Tenor Morelli (Gigli) – taucht Canio auf, sehr zum Ärger der Contessa Valmondi (Servaes), die alles andere als erfreut ist über das Auftauchen des Schauspielers, nicht nur, weil sie Giulia deren Herkunft verschwiegen hat, sondern weil sie auch fürchtet, dass der Marchese die Verlobung lösen könnte. Auf dem Fest macht Canio die Bekanntschaft des Komponisten - und Giulias Klavierlehrer - Ruggero Leoncavallo (Moog), dem er seine Geschichte erzählt, und Leoncavallo, der als Kind Augenzeuge der damaligen Tragödie wurde (die sich in der Rückblende aber nicht vor Publikum abspielt), erkennt darin den Stoff für seine neue Oper. Giulia fühlt sich von dem fremden Mann, der sie beim ersten Treffen mit 'Nedda' anredet, merkwürdig berührt und sie beginnt, Leoncavallo nach Canio zu befragen. Mit dem Tenor Morelli kommt es zur Uraufführung der Oper „I pagliacci“ und die dabei anwesende Giulia ahnt, dass es Canios Schicksal ist, das auf der Bühne dargestellt wird. Sie hat Verständnis für seine Tat und Canio verabschiedet sich von Giulia, ohne sich als ihr Vater erkennen zu geben, weil er ihrem Glück nicht im Wege stehen möchte.


    Neben Paul Hörbiger in einer (ungewohnten) tragischen Rolle ist vor allem die Besetzung der Gräfin Valmondi mit der in Berlin geborenen Österreicherin Dagny Servaes interessant. Sie zählte zu den Stamm-Schauspielern von Max Reinhardt und spielte z. B. ab 1926 zwölf Jahre lang die 'Buhlschaft' in Hofmannsthals „Jedermann“ bei den Salzburger Festspielen. Trotz über 50 Filmen seit ihrem großen Stummfilm-Erfolg „Das Weib des Pharao“ (1921) neben Emil Jannings hat sie auf der Leinwand nicht derart reüssiert wie auf der Theaterbühne, z. B. dem Wiener Burgtheater. Weshalb man in der italienischen Fassung des Films die Rollen der Giulia und des Leoncavallo mit (der später weltberühmten) Alida Valli und Carlo Romano besetzte und einen italienischen Regisseur (Giuseppe Fatigati) verpflichtete, während die deutschsprachigen Schauspieler lediglich italienisch synchronisiert wurden, entzieht sich meiner Kenntnis. (Sowohl in der deutschen wie auch in der italienischen Version spricht Beniamino Gigli seinen Dialog nicht selbst!)


    Selbstverständlich zeigt der Film mehrere Szenen aus Leoncavallos „Bajazzo“-Oper, u. z. mit Adriana Perris (Nedda), Leone Paci (Tonio), Mario Borriello (Silvio), Adelio Zagonara (Beppe) und natürlich Beniamino Gigli, der u. a. auch mit den Prolog des Tonio 'Si può? Si può? Signore! Signori!' (in Kostüm und Maske des Canio) zu sehen ist; Luigi Ricci ist der Dirigent der Tonaufnahmen. Ausserdem singt der Tenor noch die Arie des Elvino 'Prendi l'anel ti dono' aus Vincenzo Bellinis „La sonnambula“ und glänzt auf dem Verlobungsball mit dem 'Valzer della felicità' aus Carl Millöckers „Gasparone“ (in der Bearbeitung Luigi Riccis); die Filmmusik stammt von Willy Schmidt-Gentner nach Motiven von Leoncavallo und Millöcker.


    Viele Grüße!


    Carlo

    P. S.

    Ich bitte die Moderation um Aufnahme dieses Threads in das Themenverzeichnis "Berühmte Stimmen".

    Hallo, Petra!


    Willkommen im "Tamino"-Klassikforum!


    Auch ich habe diese Schallplatte "Auf den Spuren von Joseph Schmidt" mit Hans-Werner Aurin, begleitet vom Norddeutschen Sinfonie-Orchester (Hamburg?) unter der Leitung von Ernst R. Barthel. Sie erschien auf dem Label 'marifon' und wurde 1981 vom Verlag Gruner + Jahr in Hamburg herausgegeben. Der knappe Hüllentext gibt keine biographischen Hinweise über den Sänger, aber bei dem 'YouTube'-Eintrag des Liedes "Buona notte, schöne Signorina" wurde am 14. 8. 2019 mitgeteilt, dass Hans-Werner Aurin 1942 geboren wurde und schon 1985 im Alter von 43 Jahren verstorben ist.


    Ich habe die Platte heute noch einmal angehört. Wirklich beeindruckend ist die strahlende Höhe, die ja auch ein 'Markenzeichen' von Joseph Schmidt war. Dem sehr männlich klingenden Tenor Aurins mangelte es zwar m. E. an einer speziellen 'eigenen' Stimmfarbe und seinem Gesang fehlte es etwas an Ausdruck (obwohl er z. B. "Es wird im Leben Dir mehr genommen als gegeben" sehr gefühlvoll vorträgt), aber mit entsprechender Routine - wie Du schreibst, betrieb er das Singen nur 'nebenbei' - hätte eine vielversprechende Laufbahn vor ihm gelegen. Da er gut aussah, wäre eventuell auch eine Opernkarriere möglich gewesen. Das ist alles sehr traurig.


    Im Internet findet man neben dem Cover der bewussten Schallplatte auch zwei Autogrammbilder sowie bei 'getty images' drei Photos, die am 15. 1. 1982 in Stuttgart bei den TV-Aufnahmen zur Show "Gute Laune mit Musik" (mit Dorthe Kollo) entstanden. In meiner Verwandtschaft gab es auch einmal den Fall, dass ein - wie ich in Erinnerung habe - gut geschulter Bariton mit ausgeprägtem Spieltalent nach einem unglücklichen Vorsingen aufgab und in seinem 'bürgerlichen' Beruf blieb. Gesungen hat er dann nur noch bei Auftritten im Karneval...


    Viele Grüße!


    Carlo

    Lieber La Roche, lieber Chrissy!


    Dieser „Rigoletto“-Film (Beitrag Nr. 85) lief vor etlichen Jahren mal im MDR-Fernsehen unter dem Titel „Der Hofnarr“. Die deutsche Synchronisation hatte das Studio der DEFA übernommen (u. a. mit Eva-Maria Hagen als Gilda, Fritz Links als Rigoletto und Otto Mellies als Herzog von Mantua). Der Regisseur dieses Farbfilms von 1956 war Flavio Calzavara – und wie 'La Roche' richtig schreibt – spielen Janet Vidor (Gilda), Aldo Silvani (Rigoletto) und Gérard Landry (Herzog von Mantua) die Hauptrollen; ferner sind Franca Tamantini (Maddalena), Cesare Polacco (Sparafucile) und Gualtiero Tumiati (Monterone) zu sehen. In den (für einen Opernfilm relativ wenigen) Musikszenen hört man ausser Tito Gobbi und Mario Del Monaco auch die Stimme von Giuseppina Arnaldi als Gilda; der Dirigent war Oliviero De Fabritiis.


    Mario Del Monaco und Tito Gobbi wirken in Ausschnitten aus „Rigoletto“ auch in der (im bundesrepublikanischen Fernsehen gezeigten) Filmbiographie „Verdi – Ein Leben in Melodien“ von 1953 mit – diesmal sogar optisch! Diesen Farbfilm von 1953 (Regie: Raffaello Matarazzo) mit Pierre Cressoy als Giuseppe Verdi (und mit Anna Maria Ferrero als Margherita Barezzi und Gaby André als Giuseppina Strepponi) habe ich auf Video und er zählt m. E. zu den besseren Filmen dieser Sorte. (Ausser Del Monaco und Gobbi wirken noch Orietta Moscucci, Giuseppina Salvi und Vito De Taranto in den Opernszenen mit – vermutlich von Schauspielern gedoubelt; Giuseppe Morelli leitet den Chor und das Orchester des Teatro dell' Opera di Roma.)


    'La Roche' bedauert im Beitrag Nr. 79 zu Recht, dass es versäumt wurde, die oftmalige Partnerschaft Renata Tebaldis mit Mario Del Monaco im „Otello“ filmisch festzuhalten. Man muss sich da mit zwei TV-Aufzeichnungen von Bühnenaufführungen aus Tokyo und Berlin und einer Fernseh-Inszenierung der italienischen RAI begnügen, allerdings haben beide Sänger jeweils einen anderen Partner und man kann sich das Paar Tebaldi-Del Monaco optisch nur in Gedanken imaginieren. 1961 war übrigens eine deutsch-italienische Filmproduktion geplant mit den Protagonisten der 'Otello'-Neuinszenierung vom 7. 12. 1959 an der Mailänder Scala: Leonie Rysanek, Mario Del Monaco und Tito Gobbi. Doch wie so oft scheiterte es am fehlenden Geld...


    Vom 30. 9. 1958 stammt die Sendung der „Otello“-Inszenierung von Franco Enriquez aus dem Mailänder TV-Studio der Radiotelevisione Italiana. Die Besetzung: Desdemona – Rosanna Carteri / Emilia – Luisella Ciaffi Ricagno / Otello – Mario Del Monaco / Jago – Renato Capecchi / Cassio – Gino Mattera / Roderigo – Athos Cesarini / Lodovico – Plinio Clabassi / Montano – Nestore Catalani / Un araldo – Bruno Cioni / Coro e Orchestra di Milano della RAI / Chorltg.: Roberto Benaglio / Dirigent: Tullio Serafin / Szenenbild: Mariano Mercoir / Kostüme: Veniero Colasanti. (Auf VHS und DVD erschienen bei 'Hardy Classics' in Italien; Ausschnitte kann man auf 'YouTube' sehen.)


    Live aufgezeichnet wurde vom japanischen Fernsehsender Nippon Hoso Kyokai (NHK) die Aufführung vom 4. 2. 1959 in der Takarazuka Hall in Tokyo mit folgenden Sängern: Desdemona – Gabriella Tucci / Emilia – Anna Di Stasio / Otello – Mario Del Monaco / Jago – Tito Gobbi / Cassio – Mariano Caruso / Roderigo – Gabriele De Julis / Lodovico – Plinio Clabassi / Montano – Takao Okamura / Un araldo – Giorgio Onesti / Der 'Tokyo Boys' Choir' – Der 'Fujiwara Opera Chorus' – Der 'NHK Italian Opera Chorus' – Der 'Tokyo Broadcasting Chorus' / Das 'NHK Symphony Orchestra' / Dirigent: Alberto Erede / Eine Aufführung der 'Compagna Lirica Italiana'. (Diese Aufzeichnung ist durchgängig mit japanischen Untertiteln versehen; Ausschnitte daraus sind auf 'YouTube' zu sehen.) Die New Yorker CD- und DVD-Firma 'Video Artists International' (VAI) hat diesen „Otello“ 2007 veröffentlicht; es gibt auch eine VHS-Ausgabe bei der 'Belcanto Society' in Albany, N. Y.


    Nicht die beiden „Otello“-Aufführungen vom Gastspiel Renata Tebaldis an der Deutschen Oper Berlin – vorgesehen waren ausserdem James McCracken und Ettore Bastianini – sondern die Generalprobe vom 30. 8. 1962 hat der 'Sender Freies Berlin' (SFB) aufgezeichnet mit: Desdemona – Renata Tebaldi / Emilia – Sieglinde Wagner / Otello – Hans Beirer / Jago – William Dooley / Cassio – Mario Ferrara / Roderigo – Karl-Ernst Mercker / Lodovico – Ivan Sardi / Montano – Pekka Salomaa / Un araldo – Hans-Dietrich Pohl / Die Schöneberger Sängerknaben / Der Chor und das Orchester der Deutschen Oper Berlin / Chorltg.: Walter Hagen-Groll / Dirigent: Giuseppe Patané / Bühnenbild: Wilhelm Reinking / Kostüme: Georges Wakhevitch (Bühnenbild und Kostüme teilweise als Leihgabe der Wiener Staatsoper) / Inszenierung: Hans-Peter Lehmann / TV-Regie: Korbinian Köberle (Erschienen auf DVD bei 'Arthaus').


    Übrigens hat es Mario Del Monaco immer abgelehnt, den „Otello“ schwarz geschminkt darzustellen, da er wie viele Historiker die These vertrat, dass William Shakespeare – oder wer auch immer das Theaterstück „Othello, the Moore of Venice“ 1604 schrieb – einem Irrtum oder Übersetzungsfehler unterlag. Giraldo Cinzio, ein 'Skandalreporter' der damaligen Zeit, verband in seiner Novelle von 1565 die historische Person von Cristofalò Moro, der von 1505 bis 1508 Gouverneur von Zypern als Stellvertreter der Republik Venedig war und gegen die einfallenden Türken kämpfte, mit einem aktuellen Mordfall jener Tage, in dem eine Venezianerin von ihrem eifersüchtigen Ehemann mit einem mit Sand gefüllten Strumpf erschlagen wurde.


    Ob schon Cinzio oder erst 'Shakespeare' den Namen 'Moro' falsch interpretierte, weiß ich nicht, weil ich Cinzios Novelle nicht kenne; 'moro' bedeutet im Italienischen aber sowohl 'Mohr' wie 'Maure' (vielleicht war Cristofalò Moro arabischer, nordafrikanischer Abstammung). Unwahrscheinlich ist aber, dass ein Schwarzafrikaner in der Republik Venedig den Rang eines Feldherrn erreichen und eine weiße Senatorentochter zur Frau nehmen konnte. 'Shakespeare' und evtl. schon Cinzio haben diese Lösung wohl der Dramaturgie wegen gewählt, um die übersteigerte Eifersucht, die Arglosigkeit und das Minderwertigkeitsgefühl Otellos zu begründen. Aber dieses Thema ist heutzutage sowieso obsolet, weil 'politisch unkorrekt'!


    Viele Grüße!


    Carlo

    Hallo,


    heute geht es um Josef Traxel als Sänger in Bühnenwerken (!) von Carl Orff.

    „Catulli Carmina“ (Orff): Lesbia - Maria Corelli / Catullus - Josef Traxel / Die Frankfurter Singakademie / Vier Klaviere und Schlagzeug: Mitglieder des Orchestre National de l' ORTF / Chorltg. und Dirigent: Ljubomir Romansky (Paris, Théâtre des Champs-Élysées, 6. 11. 1962). Privat-Mitschnitt von Claude Milant, einem Schüler Josef Traxels. Das von Carl Orff 1943 komponierte und im selben Jahr im Leipziger Opernhaus uraufgeführte Werk – vom Komponisten als 'Ludi scaenici' (szenisches Tanzspiel) bezeichnet – ist heute fast nur noch im Konzertsaal zu hören.


    „Trionfo di Afrodite“ (Orff): La sposa – Maria Corelli / Lo sposo – Josef Traxel / Primo Corifeo – Antonio Pirino / Die Frankfurter Singakademie / L'Orchestre National de l'ORTF / Chorltg. und Dirigent: Ljubomir Romansky (Paris, Théâtre des Champs-Élysées, 6. 11. 1962). (Ausschnitt aus dem Finale mit 22 Minuten Dauer - ein Privat-Mitschnitt von Claude Milant, einem Schüler Josef Traxels.) Wie auch „Catulli Carmina“ ist „Der Triumph der Aphrodite“ heute selten auf der Bühne zu finden, obwohl das von 1949 bis 1951 entstandene 'szenische Konzert' am 14. 2. 1953 an der Mailänder Scala mit Herbert von Karajan als Dirigent und Regisseur (!) in der Choreographie von Tatjana Gsovsky zusammen mit „Carmina Burana“ und „Catulli Carmina“ als theatralisches Triptychon mit dem Titel „Trionfi“ uraufgeführt wurde. (Elisabeth Schwarzkopf sang in allen drei Werken die Sopranpartie und Nicolai Gedda war der Tenorsolist in „Catulli Carmina“ und „Trionfo di Afrodite“; ferner wirkten Antonio Pirino, Rolando Panerai und Costantino Ego in „Carmina Burana“ und Lina Aimaro, Giuseppe Zampieri und Enrico Campi als 'Koryphäen' im „Triumph der Aphrodite“ mit.


    „Trionfi“ (Orff): a) „Carmina burana“ (mit Ingeborg Hallstein, Paul Kuen und Klaus Kirchner) / b) „Catulli Carmina“ (mit Antigone Sgourda und Josef Traxel) / c) „Trionfo di Afrodite“ (mit Antigone Sgourda, Ingeborg Hallstein, Margrit Caspari, Josef Traxel, Paul Kuen und Karl Christian Kohn) / Die Frankfurter Singakademie / Das Sinfonie-Orchester des Hessischen Rundfunks / Chorltg. und Dirigent: Ljubomir Romansky (Frankfurt, Funkhaus, 1964).


    „Antigonae“ (Orff): Antigonae – Martha Mödl / Ismene – Hetty Plümacher / Kreon – Hermann Uhde / Eurydice – Grace Hoffman / Hämon – Helmut Schindler / Tiresias – Josef Traxel / Ein Wächter – Gerhard Stolze / Ein Bote – Otto von Rohr / Der Chorführer – Heinz Cramer / Die thebanischen Alten (1. Gruppe): Fritz Wunderlich, Gustav Grefe, Hans Blessin, Hans Günter Nöcker, Alfred Pfeifle und Frithjof Sentpaul / Die thebanischen Alten (2. Gruppe): Gustav Brunheim, Gerhard Fies, Otto Härdtner, Erich Hummel, Willy Killinger, Rolf Reinl, Paul Scheffler und Alfred Wohlgemuth / Der Chor und das Orchester der Württembergischen Staatsoper Stuttgart / Chorltg.: Heinz Mende / Dirigent: Ferdinand Leitner (Stuttgart, Staatsoper, 9. 3. 1956). Dieser Mitschnitt der Deutschen Erstaufführung in der Regie von Wieland Wagner – vorher war Carl Orffs Vertonung der Sophokles-Tragödie von Friedrich Hölderlin in der BRD nur konzertant aufgeführt worden – wurde von der Firma 'Walhall' auf CD veröffentlicht.


    dto.: Antigonae - Martha Mödl / Ismene – Marianna Radev / Kreon - Carlos Alexander / Eurydice – Lilian Benningsen / Hämon – Fritz Uhl / Tiresias - Josef Traxel / Ein Wächter – Paul Kuen / Ein Bote – Kurt Böhme / Der Chorführer – William Dooley / Der Chor und das Symphonie-Orchester des Bayerischen Rundfunks / Chorltg.: Kurt Prestel / Dirigent: Wolfgang Sawallisch (München, Herkulessaal, 17. 10. 1958). Veröffentlicht auf CD bei 'Hänssler/Profil'. Der zweite Akt (Dauer: 25 Minuten) aus dieser konzertanten Aufführung ist schon 1981 in der Schallplatten-Kassette „Zeitgenössische Musik in der Bundesrepublik Deutschland 1945 – 1950“ erschienen, herausgegeben vom 'Deutschen Musikrat' in Bonn.


    Viele Grüße!


    Carlo

    Danke, Fiesco, für Deine Antwort (Beitrag Nr. 67)!



    Liebe Melomanen,


    auch ich schätze den Tenor Flaviano Labò, den ich zuerst durch sein Arien-Recital („La forza del destino“, „La Gioconda“, „La Bohème“, „Tosca“, „Turandot“ und „Fedora“) vom Juli 1956 unter Fernando Previtali (als amerikanische Import-Platte 'London' 5815) kennen lernte. (Dieses Recital erschien ohne die Arien aus „La Bohème“ und „La forza del destino“ bei der englischen 'Decca' unter der Katalognummer LW 5271 auf einer 25cm-Platte.) Merkwürdig ist, dass diese Aufnahmen auch bei der Wiederveröffentlichung 2014 in der CD-Serie „Most Wanted Decca Recitals“ (angekoppelt sind Arien mit Bruno Prevedi und Gianni Raimondi) nur in mono erschienen, obwohl die 'Decca' bereits seit 1954 in Rom durchgängig Stereo-Aufnahmen machte.


    Labòs robuster, kompakter Tenor (der mich im Ausdruck etwas an Richard Tucker und Franco Corelli erinnert, deren Stimmen aber höhengeschärfter und wesentlich individueller - und im Falle Corellis auch mit einigen gesanglichen 'Unarten' - timbriert sind) war vor allem für die 'Spinto'-Partien seines Stimmfaches geeignet und ist auf Studio-Aufnahmen kaum dokumentiert. Ich habe ausser dem „Don Carlos“ von 1961 von der 'DGG' – und da finde ich seine Interpretation durchaus glaubwürdig im Sinne der historischen Figur des unglückseligen Infanten - noch eine „Lucia di Lammermoor“ (mit Margherita Guglielmi und Piero Cappuccilli unter Ottavio Ziino, Prag 1968) bei der 'Supraphon', die seinerzeit bei uns im Zeitschriftenhandel auf vier 25cm-Platten von dem Mailänder Verlag 'Fratelli Fabbri' angeboten wurde.


    Als 'Verdi-Tenor' gibt es einige Live-Aufnahmen mit ihm: „La forza del destino“ (mit Anita Cerquetti und Cornell MacNeil, Mexico 1958), „Un ballo in maschera“ (mit Montserrat Caballé und Mario Sereni bei der RAI, 1969), „Aida“ (mit Gabriella Tucci und Fiorenza Cossotto in Venedig 1970) und „Giovanna d'Arco“ (mit Katia Ricciarelli und Mario Sereni, auch von der RAI 1972). Flaviano Labò als 'Puccini'-Tenor habe ich in dem Mitschnitt einer „Tosca“ mit Leonie Rysanek und Gabriel Bacquier unter Nello Santi (Metropolitan Opera House, New York, 10. 11. 1964); sein Auftritt in der „Turandot“ bei den Wiesbadener Maifestspielen als Gastspiel des Teatro Massimo aus Palermo (mit Lucille Udovick und Mirella Freni unter Oliviero De Fabritiis) wurde am 7. 5. 1960 vom Hessischen Rundfunk live übertragen.


    Wie oben erwähnt, wurde die CD-Ausgabe des Arien-Recitals mit Flaviano Labò durch Aufnahmen mit Bruno Prevedi und Gianni Raimondi ergänzt. Von Prevedi gibt es einen m. E. sehr guten „Trovatore“ live aus London 1964 unter Carlo Maria Giulini (eine Luchino-Visconti-Produktion mit der jungen Gwyneth Jones als Ersatz für Leontyne Price, Giulietta Simionato und Peter Glosssop) und Raimondi ist ein sehr guter 'Alfredo' in der „La Traviata“-Aufnahme der 'DGG' von 1962 (Renata Scotto und Ettore Bastianini unter Antonino Votto). Wie beurteilt ihr diese Stimmen?


    Dass Giuseppe Verdi – und da stimme ich Gregor zu (Beitrag Nr. 58) - das Füllhorn seiner musikalischen Erfindungskraft auf die Tenöre nicht in dem Maße ausgeschüttet hat, wie er es bei den Sopranen und Baritonen tat, hat meiner Meinung nach nicht mit den ihm zur Verfügung gestandenen Sängern - die konnte er sich aussuchen - sondern mit dem doch eingeschränkten Rollen-Topus (Held und/oder Liebhaber) des Tenors an sich zu tun. Es fällt auf, dass ihn vor allem Sujets mit einem Vater-Tochter-Konflikt besonders inspirierten, wobei man durchaus tiefenpsychologische Gründe dafür finden kann. Vielleicht hat es mit dem frühen Tod seiner beiden Kinder (Virginia und Icilio) zu tun oder – wie viele Musikforscher vermuten – mit einer unehelichen Tochter Giuseppina Strepponis und Verdis, die als 'trovatella' vor eine Klosterpforte gelegt wurde, wie dies damals in Italien häufig geschah.


    Zu Gregors Frage (Beitrag Nr. 58), ob Verdi für bestimmte Tenöre komponiert hat: der Sänger Gaetano Fraschini (1816 - 1887) wurde von ihm bei den Uraufführungen von fünf Opern eingesetzt („Alzira“ 1845, „Il Corsaro“ 1848, „La battaglia di Legnano“ 1849, „Stiffelio“ 1850 und „Un ballo in maschera“ 1859). Verdi hat sich in mehreren Briefen sehr lobend über ihn geäussert und man kann davon ausgehen, dass er in seiner mittleren Schaffensperiode eine leichtere, jugendlichere Tenorstimme mit elegischem Einschlag bevorzugt hat, vergleichbar in etwa mit einem Stimmtypus wie Carlo Bergonzi. Für den heroischeren Tonfall mit größerer Emission setzte er den Tenor Carlo Guasco (1813 - 1876) ein, u. z. in den Uraufführungen von „I Lombardi alla prima crociata“ 1843, „Ernani“ 1844 und „Attila“ 1846; ein Pendant aus der jüngeren Vergangenheit wäre etwa Franco Corelli. Auch Enrico Tamberlik (1820 - 1889) - er war der erste 'tenore eroico' und sang den Alvaro' in der „Forza del destino“ 1862 - hat Verdi sehr geschätzt und ihm sogar sein Einverständnis gegeben, die Stretta aus „Il trovatore“ mit einem hohen 'C' abzuschließen, was manchen heutigen Tenören nicht immer gelingen will. Und der mit Giuseppe Verdi befreundete Francesco Tamagno (1850 - 1905), von dem auch Tondokumente existieren, soll über eine sehr großvolumige, trompetengleiche Stimme verfügt haben, die Verdi als ideal für den „Otello“ 1887 ansah.


    Abschließend kann man also sagen, dass es 'den' Verdi-Tenor nicht gegeben hat und nicht gibt, da das Spektrum der von Verdi geschaffenen Rollen für dieses Stimmfach trotz der eingeschränkten Personen-Charakteristika durch die sich in Verdis Schaffen entwickelnde kompositorische Meisterschaft doch unterschiedlich und breit gefächert ist, so dass ein einzelner Sänger es kaum voll ausfüllen kann. Und wie meistens, entscheiden beim Hörer letztendlich persönliche Vorlieben, wen man für einen „Verdi-Tenor“ hält, was dieser Thread auch beweist...


    LG


    Carlo

    Liebe 'Taminos'!

    Eine kleine Berichtigung zum Beitrag Nr. 59: in dem Querschnitt aus Massenets "Manon" singt Giuseppe Di Stefano den Des Grieux; Flaviano Labò ist der Des Grieux in Puccinis "Manon Lescaut"!


    Übrigens lag der US-Ausgabe (2 LPs) der 'RCA'-Kassette "A Portrait of Manon" (siehe Beitrag Nr. 59) eine 17cm-Platte bei, die aus Massenets Einakter "Le portrait de Manon" von 1894 zwei Stücke enthielt: die Arie des (gealterten) Des Grieux 'L'amour, toujours l'amour maudit!... Voilà ton image chérie' (mit Robert Kerns) und das Chanson der Aurore 'Au jardin Colin s'envint un matin... On se serait assis sur le gazon' (mit Anna Moffo).


    In der Veröffentlichung der deutschen 'Teldec' fehlte diese kleine Platte natürlich - zumal im Beiheft der 'RCA' mit keinem Wort auf Massenets zweite "Manon"-Oper und auf diese Beilage hingewiesen wurde - und auch in der CD-Version von 'Testament' (Beitrag Nr. 63) sind die beiden Arien nicht enthalten!


    LG


    Carlo

    Hallo,


    der elfte Film Beniamino Giglis trägt den Originaltitel "Vertigine", was soviel wie 'Schwindel' oder 'Taumel' bedeutet, womit die seelische und auch körperliche Verfassung der weiblichen Hauptrolle gemeint ist.


    „Vertigine“ ('Tragödie einer Liebe') (Italien / Deutschland 1942 – Itala Film S. A. / Italafilm Rom-Berlin)


    mit Emma Gramatica, Ruth Hellberg, Carola Höhn, Herbert Wilk, Lamberto Picasso, Oreste Bilancia, Augusto Marcacci u. a. / Regie: Guido Brignone. Beniamino Gigli (der Sänger Luciano Riccardi) ist hier als Vater der jungen Claudia (Hellberg) zu sehen, die den reichen Alberto Vieri (Wilk) liebt, aber sich von ihm trennt, als er zu seiner früheren Geliebten Corinna Dellys (Höhn) zurückkehrt. Alberto ist dem Glücksspiel verfallen und verliert sein Vermögen an den skrupellosen Geldverleiher Jamar (Picasso), der ihn erpresst. Als sich Alberto umbringen will, rettet ihn die an einem Gehirntumor erkrankte Claudia, indem sie ihm ihre Ersparnisse gibt, weil sie ahnt, dass sie bald sterben wird. Während ihr Vater als 'Rodolfo' in einer „La Bohème“-Aufführung die sterbende 'Mimi' tröstet, bereut Alberto am Sterbebett Claudias, dass er ihr untreu geworden war. (Emma Gramatica spielt die Schwester Lucianos, bei der die mutterlose Claudia lebt.)


    Die Musiknummern sind: 'Winterstürme wichen dem Wonnemond' aus „Die Walküre“, von Beniamino Gigli italienisch gesungen als 'Cede il verno' in einem Open-Air-Konzert in Venedig (auf der Leinwand werden zu Wagners Musik Postkarten-Motive aus der Lagunenstadt gezeigt!), Maurizios Arie 'La dolcissima effigie' aus Francesco Cileas „Adriana Lecouvreur“ sowie Szenen aus dem dritten und vierten Akt von Puccinis „La Bohème“ mit Livia Caloni (Mimi), Tatiana Menotti (Musetta), Tito Gobbi (Marcello) und Gino Conti (Colline). Beniamino Gigli singt ausserdem die Lieder „Caro mio ben“ (von Giuseppe Giordani) und „Tenerezza“ (von Giovanni Minitello).


    LG


    Carlo

    Lieber Maestro_Peter,


    vielen Dank für Deine Antwort! Dann werde ich mich mal auf die Suche nach dieser konzertanten Aufführung des "Belshazzar" mit Josef Traxel machen.



    Hier die Fortsetzung der Liste mit Josef Traxels Aufnahmen von Opern und Bühnenwerken:


    „Titus“ ('La clemenza di Tito') (Mozart): Titus – Josef Traxel / Vitellia – Lore Wissmann / Sextus – Ira Malaniuk / Servilia – Franziska Wachmann / Annius – Alfred Pfeifle / Publius – Gustav Grefe / Der Chor und das Orchester der Württembergischen Staatsoper Stuttgart / Chorltg.: Heinz Mende / Dirigent: Josef Dünnwald (Ludwigsburg, Schlosstheater, 1954). In der Zeit vom 3. bis 11. 7. 1954 wurde diese Oper in der Bearbeitung - u. a. mit orchestral bereicherten Rezitativen - und in der Übersetzung von Hans Curjel und Bernhard Paumgartner im Rahmen des 'Dritten Deutschen Mozartfestes' im frisch renovierten und nach 32 Jahren aus dem 'Dornröschenschlaf' geweckten Schlosstheater in Deutschlands größtem Schlossbau in Ludwigsburg aufgeführt; der Süddeutsche Rundfunk Stuttgart schnitt eine der drei Vorstellungen mit. (Erst am 12. 9. 1954 folgte die Premiere am Stuttgarter Haus der Württembergischen Staatsoper, wobei Hetty Plümacher den 'Sextus' übernahm.)


    "Rezitativ und Arie des Titus" (Mozart): 'Wehe mir! Ist's Wahrheit oder Trug?... Hoffnung, du Hauch des Lebens' / Die Berliner Symphoniker / Dirigent: Hans Löwlein (27. 11. 1958) 'Electrola' E 41 058 (17 cm). Dies ist ein 'Etikettenschwindel' der Schallplattenfirma! Es handelt sich hier um die von Bernhard Paumgartner und Hans Curjel in ihrer Version des „Titus“ (Salzburg 1949 mit Julius Patzak) im 2. Akt eingefügte Konzertarie „Misero! O sogno... Aura, che intorno spiri, KV 431“ (Dauer: 12 Minuten), die Wolfgang Amadé Mozart 1783 für Valentin Adamberger - der erste 'Belmonte' – schrieb.



    „Thamos, König von Ägypten“ ('Zwischenaktmusiken und Chöre zu dem heroischen Drama des Freiherrn von Gebler, KV 336a und KV 345') (Mozart): Zwei Sonnenjungfrauen - Teresa Stich-Randall und Annie Delorie / Sethos, Oberpriester des Sonnentempels – Theo Adam / Erster Sonnenpriester – Josef Traxel / Zweiter Sonnenpriester – Theo Adam / Der Kölner Rundfunkchor und das Kölner Rundfunk-Sinfonie-Orchester / Chorltg.: Bernhard Zimmermann / Dirigent: Mario Rossi (Köln, Funkhaus, 20. 9. 1957, Live-Aufnahme)


    Vieles über die Komposition der Schauspielmusik zu Freiherr von Geblers 'heroischem Drama in fünf Aufzügen' für das Wiener Kärntnertortheater liegt im Dunkel. Gesichert ist, dass Mozart 1773 zunächst zwei Chöre (mit Chorsolisten) und vermutlich schon zwei der fünf Zwischenaktmusiken schuf. 1779 überarbeitete er die Partitur für eine geplante Salzburger Aufführung und fügte einen Schlusschor (mit einem Solo-Bassisten) hinzu; tatsächlich aufgeführt wurde aber in Salzburg mit dieser Musik ein ganz anderes Stück, nämlich Karl Martin Plümickes "Lanussa", und in dieser Form hat Mozart seine "Thamos"-Musik (erst 1790) in Frankfurt gehört.



    „Die lustigen Weiber von Windsor“ (Nicolai): Sir John Falstaff – Georg Hann / Herr Fluth – Gerhard Misske / Herr Reich – Benno Kusche / Fenton – Josef Traxel / Junker Spärlich – Paul Kuen / Dr. Cajus – Karl Mösch / Frau Fluth – Clara Ebers / Frau Reich – Gisa Nerz / Jungfer Anna Reich – Margarete* Mühlenbeck / Der Chor und das Symphonie-Orchester des Bayerischen Rundfunks / Chorltg.: Josef Kugler / Dirigent: Hans Altmann (München, 29. 4. 1949). (* Die Sängerin hieß mit Vornamen Margarete und nicht Maria!). Die LP-Ausgabe von 'Melodram', die ich leider nicht habe (ich habe die Oper auf Tonband), bietet nämlich auf der 6. Plattenseite Aufnahmen von Josef Traxel, die z. T. auch auf seiner 'UraCant'-CD, die ich ebenfalls nicht besitze, fehlen: Arien aus „Fra Diavolo“ (Auber) und „Freund Fritz“ (Mascagni) unter Robert Heger (Bayerischer Rundfunk, 15. 6. 1959) und aus „Der Liebestrank“(Donizetti) und „Manon“(Massenet) unter Alfons Rischner (Süddeutscher Rundfunk, 1957).



    Carlo

    Liebe 'Taminos',


    auch mir ist die Sängerin Sigrid Kehl nur durch Rüdigers im Beitrag Nr. 5 genanntes Recital von 1970 und den Querschnitten aus „Die Macht des Schicksals“ (mit Hanne-Lore Kuhse, Martin Ritzmann, Dan Jordachescu, Günther Leib und Theo Adam unter George Singer) und aus dem von 'La Roche' oben gezeigten „Don Carlos“ bekannt; beide Querschnitte erschienen in der BRD seinerzeit auf 'Philips'-LPs. In der Tat hören wir hier eine große, helle und jugendlich klingende Sopranstimme, der die Vergangenheit als Mezzosopran kaum anzuhören ist und die mich im Timbre stark an Marianne Schech erinnert. Die Bekanntheit Sigrid Kehls wäre aber unzweifelhaft größer, wäre die international beachtete und hochgelobte Inszenierung von Wagners „Ring des Nibelungen“ (mit ihr als 'Brünnhilde') an der Leipziger Oper in den Jahren 1973 bis 1976 akustisch und visuell dokumentiert worden.


    Vielen, die diese Produktion von Joachim Herz und Rudolf Heinrich kannten, erschien der sogenannte „Jahrhundert-Ring“ von Patrice Chéreau und Richard Peduzzi bei den Bayreuther Festspielen 1976 fast wie eine Kopie der Leipziger Inszenierung. Denn vor Chéreau siedelte auch Herz das Werk in der Mitte des 19. Jahrhunderts an – also zur Zeit der Entstehung von Wagners Tetralogie – mit der beginnenden Industrialisierung und den daraus resultierenden sozialen Konflikten und geistigen Umbrüchen. Und wie Peduzzi brachte auch Heinrich wesentliche Architektur-Elemente jener Zeit und riesige Maschinen auf die Bühne. Sogar das Finale der „Götterdämmerung“ mit dem überlebenden, ratlos dastehenden 'Volk' auf nahezu leerer Bühne war fast identisch. Die Umsetzung konnte in Leipzig auch deshalb so großartig gelingen, weil man auf ein über die Jahre 'gewachsenes' Ensemble verfügen und ausgiebig ausprobieren konnte - im Gegensatz zu den nur für die Zeit der Proben und Aufführungen zusammen kommenden internationalen Sängern in Bayreuth.


    Ein solches unverzichtbares Element der Leipziger 'Kollektive' war Sigrid Kehl, 1929 in Berlin als Tochter eines Ingenieurs geboren und von 1949 bis 1951am Thüringischen Landeskonservatorium in Erfurt ausgebildet mit anschließendem Studium (Gesang und Klavier) bis 1956 an der Deutschen Hochschule für Musik 'Hanns Eisler' in Ost-Berlin. Danach war sie Mitglied im Nachwuchsensemble der Deutschen Staatsoper, bevor sie 1957 an das Leipziger Theater wechselte und sich dort als genuine Mezzosopranistin sukzessive das Fach des hochdramatischen Soprans 'erarbeitete', was allerdings in ihren letzten Bühnenjahren zu stimmlichen Beeinträchtigungen geführt haben soll. In den Kritiken wurde aber auch stets ihre starke darstellerische Ausstrahlung hervor gehoben; zu den großen Rollen Sigrid Kehls gehörten die 'Eboli', die 'Amneris', die „Fidelio“-'Leonore', die 'Isolde', die 'Brünnhilde' und die 'Elektra'. 1989 nahm sie als 'Küsterin' in der „Jenufa“ in Leipzig ihren Bühnenabschied und gab danach privat Gesangsunterricht. Leider habe ich sie nie live gehört, aber bei Gesprächen mit Hagener Gesangsfreunden wurde ihre 'Elektra' (als Einspringerin in letzter Minute in der Premiere einer Neuinszenierung 1977) noch immer begeistert gerühmt.


    Ein Bekannter von mir, der bis zur Wende Chorist an der Leipziger Oper war und die Sängerin sehr oft auf der Bühne sah, hat mir einige Programmhefte dieses Hauses geschenkt, u. a. auch von Aufführungen mit Sigrid Kehl. Ich möchte daraus nachstehend die Besetzungen des „Rings“ und von „Tristan und Isolde“ nennen, um zu dokumentieren, über welche gesanglichen Kräfte die Leipziger Oper in der Intendanz von Joachim Herz verfügte. Vielleicht ist ein weiterer 'Tamino' unter uns, der diese oder ähnliche Vorstellungen mit Sigrid Kehl gesehen hat und darüber berichten kann.


    „Der Ring des Nibelungen“ (Wagner): Dirigent: Gert Bahner / Bühnenbild und Kostüme: Rudolf Heinrich / Kostüme zur „Götterdämmerung“: Reinhard Heinrich / Inszenierung: Joachim Herz. (Die Premierendaten sind dem ausführlichen „Ring“-Essay im „Opernwelt“-Jahrbuch 1976 - mit zahlreichen Szenenfotos - entnommen.)


    „Das Rheingold“: Wotan – Rainer Lüdeke / Donner – Ekkehard Wlaschiha / Froh – Edgar Wählte / Loge – Günter Kurth* / Alberich – Karel Berman / Mime – Guntfried Speck / Fasolt – Thomas Thomaschke / Fafner – Michael Ludwig / Fricka – Sigrid Kehl / Freia – Jitka Kovariková / Erda – Renate Härtel / Woglinde – Venceslava Hruba (-Freiberger) / Wellgunde – Anne-Kristin Paul / Floßhilde – Liliana Nejtschewa (Premiere vom 7. 4. 1973).


    „Die Walküre“: Siegmund – Günter Kurth* / Hunding – Ekkehard Wlaschiha (Fritz Hübner) / Wotan – Rainer Lüdeke (András Faragó) / Sieglinde – Ursula Brömme (Els Bolkestein) / Brünnhilde – Sigrid Kehl / Fricka – Renate Härtel / Gerhilde – Dimitra Pitsilou / Ortlinde – Irene Tzschoppe / Waltraute – Gerda Hannemann / Schwertleite – Renate Härtel / Helmwige – Wilfriede Günschel / Siegrune – Ruth Asmus / Grimgerde – Rosemarie Lang / Rossweisse – Anne-Kristin Paul (Vorstellung vom 23. 1. 1976) (In Klammern die Sänger der Premiere am 9. 2. 1974.)


    „Siegfried“: Siegfried – Jon Weaving / Mime – Guntfried Speck / Der Wanderer – Rainer Lüdeke / Alberich – Karel Berman / Fafner – Thomas Thomaschke (Bernd Elze) / Brünnhilde – Sigrid Kehl / Erda – Renate Härtel / Stimme des Waldvogels – Inge Uibel (Venceslava Hruba (-Freiberger) (Vorstellung vom 27. 12. 1975) (In Klammern die Sänger der Premiere am 25. 10. 1975.)


    „Götterdämmerung“: Siegfried – Jon Weaving / Gunther – Ekkehard Wlaschiha / Hagen – Fritz Hübner / Alberich – Karel Berman / Brünnhilde – Ingeborg Zobel (Sigrid Kehl) / Gutrune – Ursula Brömme (Hanna Lisowska) / Waltraute – Renate Härtel (Gertrud Oertel) / Erste Norn – Gertrud Oertel (Renate Härtel) / Zweite Norn – Gisela Pohl / Dritte Norn – Irene Tzschoppe / Woglinde – Jitka Kovariková / Wellgunde – Ruth Asmus (Rosemarie Lang) / Floßhilde – Anne-Kristin Paul / Wotans Erscheinung beim Tode Siegfrieds – Rainer Lüdeke / Chorleitung: Andreas Pieske (Vorstellung vom 5. 2. 1978) (In Klammern die Sänger der Premiere am 28. 3. 1976.)


    „Tristan und Isolde“: Isolde – Sigrid Kehl / Brangäne – Ruth Asmus / Tristan – Heribert Steinbach / Kurwenal – Ekkehard Wlaschiha / König Marke – Konrad Rupf / Melot – Rudolf Riemer / Ein Hirt – Helmut Klotz / Ein junger Seemann – Dieter Schwartner / Ein Steuermann – Bernd Siegfried Weber / Chorleitung: Andreas Pieske / Dirigent: Wolfgang Wappler / Bühnenbild und Kostüme: Bernhard Schröter / Inszenierung: Uwe Wand (Vorstellung vom 2. 9. 1984).


    LG


    Carlo


    P. S.

    Der Tenor Günter Kurth (*) ist auch als 'Manrico' zu hören in der (italienisch gesungenen) Erzählung der 'Azucena' im „Troubadour“ auf dem Sigrid Kehl gewidmeten 'Eterna'-Recital. Diese Platte enthält ausserdem noch aus „Die Frau ohne Schatten“ die Eingangsszene 'Amme' – 'Geisterbote' (mit Paul Glahn) und die Szene der 'Amme' mit der 'Kaiserin' im 2. Bild des 1. Aktes (mit Elisabeth Breul), die Arie der 'Lady Macbeth' ('La luce langue') aus „Macbeth“ sowie den Monolog der 'Küsterin' im 2. Akt, 5. Szene, der „Jenufa“ (in tschechischer Sprache). In 'Brünnhildes' Schlussgesang singt Paul Glahn die Worte des 'Hagen': 'Zurück vom Ring!'.

    Lieber Gregor, lieber Willi,


    vielen Dank für die Erinnerung an Charles Kullmann zu seinem heutigen Geburtstag. Dieser amerikanische Tenor – sein Vater war aus Deutschland nach Amerika ausgewandert und Charles beherrschte die deutsche Sprache schon als Kind - war in den 30er Jahren ein Tenoridol der Berliner und der Wiener Staatsoper. Nicht nur seine jugendliche höhensichere Stimme, sondern auch sein gutes Aussehen ließen das Herz der (vor allem weiblichen) Opernfans höher schlagen. Da blieb es nicht aus, dass er auch bald für den Film entdeckt wurde.


    Nach einer kleinen, aber eindrücklichen Rolle als 'Straßensänger' in “Bomben auf Monte Carlo” (Ufa 1931) neben Anna Sten, Ida Wüst, Hans Albers, Heinz Rühmann, Kurt Gerron, Peter Lorre und Otto Wallburg, wo er zusammen mit den Comedian Harmonists den Schlagern 'Eine Nacht in Monte Carlo' und 'Ich kenn' ein Land' (beide von Werner Richard Heymann und Robert Gilbert) zum Erfolg verhalf, wirkte er noch in zwei weiteren deutschen Filmen mit:


    “Die Sonne geht auf” ('Schön ist jeder Tag, den du mir schenkst, Marie Luise') (Agfa Film 1934) mit Reva Holsey, Jessie Vihrog, Fritz Kampers, Jakob Tiedtke und Rudolf Platte / Regie: Willy Reiber / Musik: Will Meisel. Die Filmtitel sind identisch mit den zwei Filmliedern von Charles Kullmann, der in diesem Film die Hauptrolle spielt.


    “La Paloma” ('Du bist wie ein Traum') (RN Filmproduktion, 1934) mit Jessie Vihrog, Maria Loja, Leo Slezak, Fritz Kampers und Josef Dahmen / Regie: Karl Heinz Martin / Musik: Sebastián de Yradier ('La Paloma') und Will Meisel ('Du bist wie ein Traum'). Ich habe ein Heft der “Filmwoche” vom 25. 7. 1934, in dem (mit Fotos) über die Dreharbeiten an der spanischen Biscaya berichtet wird. Die Szene, in der ein Haus auf einem steilen Felsen gesprengt wird, wurde aber am Kalksee in den Rüdersdorfer Bergen (bei Berlin) gedreht; Charles Kullmann wird bei dieser Sprengung unter den Trümmern begraben und von Fritz Kampers gerettet. Die Handlung spielt im 19. Jahrhundert in Nordspanien und hat eine alte und doch immer wieder neue Geschichte zum Inhalt – eine Frau (Vihrog) zwischen zwei Männern (Kullmann und Kampers).


    Nach seinen großen Bühnenerfolgen in Berlin, Wien, Salzburg und London debütierte Charles Kullmann im Dezember 1935 an der 'Met' als “Faust” in Gounods Oper und blieb – außer einigen wenigen Gastspielen in Europa - in den USA, wo er nach Hitlers Kriegsbeginn 1939 auch seinen Namen in 'Kullman' änderte. In “The Goldwyn Follies” (1938) ist er lediglich in ein paar Ausschnitten aus “La Traviata” mit Helen Jepson zu sehen; in diesem MGM-Film wirken noch Vera Zorina, Andrea Leeds, Adolphe Menjou, George Marshall und Kenny Baker mit. 1947 wirkte er in einer Nebenrolle als (singender) Schiffsarzt in dem folgenden 'Universal'-Film mit; nebenbei gesagt hatte Charles Kullmann auch ein abgeschlossenes Medizinstudium vorzuweisen:


    “Song of Scheherazade” mit Yvonne De Carlo, Eve Arden, Jean-Pierre Aumont, Brian Donlevy und Philip Reed / Regie: Walter Reisch. Der Film schildert sehr frei Episoden aus dem Leben des Komponisten Nikolai Rimskii-Korsakov (Aumont), der bekanntlich der russischen Marine angehörte. 'Kullman' singt in der Bearbeitung von Miklós Rózsa das Lied des indischen Kaufmanns aus “Sadko”, die 'Hymne an die Sonne' aus “Der goldene Hahn” und einen 'Fandango' nach der Musik des “Capriccio espagnol” von Rimskii-Korsakov.


    Meine Tondokumente mit Charles Kullmann sind leider nicht sehr zahlreich: eine “Carmen” von 1941 mit Gladys Swarthout, Licia Albanese und Leonard Warren unter Wilfred Pelletier, eine “Manon” (1943) mit Bidú Sayao, John Brownlee und Nicola Moscona unter Thomas Beecham und eine “La Traviata” von 1943 mit Bidú Sayao und Leonard Warren unter Cesare Sordero; eine 'Preiser'-LP (LV144) und die von Harald Kral im Beitrag Nr. 3 gezeigte CD des britischen Labels 'Javelin' von 1997 mit internationalen Tenorschlagern. Und auch die Gesamtaufnahme von “The Bat” ('Die Fledermaus') mit Ljuba Welitsch, Lily Pons, Martha Lipton, Richard Tucker, John Brownlee, Clifford Harvuot und Paul Franke mit dem Chor und dem Orchester der Metropolitan Opera New York unter Eugene Ormandy steht in meinem Plattenschrank (Wiederauflage der 'Columbia' von 1973 in ihrer 'Odissey'-Serie mit 2 LPs). Charles Kullmann singt in englischer Sprache den 'Eisenstein'; die Aufnahme (ohne Dialoge) entstand am 24. und 29. 12. 1950 und am 7. 1. 1951.


    Viele Grüße!


    Carlo


    P. S.

    Ausser der zu Recht berühmten Wiener Aufnahme (24. 5. 1936) von Mahlers "Das Lied von der Erde" (Beitrag Nr. 16) gibt es noch einen weiteren Mitschnitt mit Kerstin Thorborg und Charles Kullmann, u. z. vom 19. 11. 1944 aus der Carnegie Hall in New York mit Artur Rodzinski und dem New York Philharmonic Orchestra. Der Ausgabe bei 'Immortal Performances' aus Canada (2017) sind noch mehrere interessante Tondokumente von Kerstin Thorborg und Charles Kullmann beigegeben (3 CDs).

    Liebe Freunde der Gesangskunst!



    Mit dem dritten Teil der Zusammenstellung ihrer Fernseh-Auftritte möchte ich heute meine Beiträge zu Lisa Della Casa (vorerst) abschließen.


    „Zum Blauen Bock“ (ARD 1969): Im Beitrag Nr. 134 hat 'Rheingold1876' ein Video mit dem Finale der 100. Folge (Frankfurt, 19. 4. 1969) mit Erika Köth und Sándor Kónya sowie mit dem kurzen Auftritt des 'Jubiläums-Chors' eingestellt. In dieser Live-Sendung sang diese Solisten-Vereinigung – von Heinz Schenk als 'teuerster Chor der Welt' angekündigt – auch noch das Mozart-Lied “Komm, lieber Mai, und mache die Bäume wieder grün!”. In der vorderen Reihe stehen (von links nach rechts): Jutta Meyfarth, Sonja Schöner, Lotte Schädle, Lisa Della Casa, Rita Streich, Wilma Lipp, Gerda Scheyrer, Astrid Varnay, Hertha Töpper und Elisabeth Steiner. Die Herren dahinter sind (von links nach rechts): Horst Wilhelm, Josef Traxel, Gerhard Unger, Rudolf Gonszar, Willy Hofmann, Donald Grobe, Ernst Krukowski, William Dooley und Georg Stern, außerdem Ernst Neger und Willy Millowitsch. (Alle beteiligten Sänger waren auch in früheren “Zum Blauen Bock”-Folgen aufgetreten.) Hervorgehoben bei der 'Bembel'-Verteilung wurden Hertha Töpper, die an diesem Tag Geburtstag hatte, und Rudolf Gonszar, der kurz vorher 75 Jahre alt geworden war.



    „Dalli Dalli“ (ZDF/ORF/SRG 1972): An einer der 153 Folgen von Hans Rosenthals sehr beliebter Rate- und Geschicklichkeits-Show war Lisa Della Casa auch beteiligt, u. z. am 21. 9. 1972, live aus Wien gesendet. Die 'Kandidaten' traten stets paarweise an: Lisa Della Casa und Peter Lagger (Oper), Margit Schramm und Harald Serafin (Operette), Willy Millowitsch und Ernst Waldbrunn (Komödie) und Harald Scheerer mit Wim Thoelke (Fernseh-Quiz). Im Beiprogramm wirkten Topsy Küppers, Wolfgang Völz und Udo Jürgens mit; der Regisseur war Hartmut Schottler. (Die von den Prominenten erspielten Gewinnsummen kamen immer karitativen Zwecken zugute.)


    Ich gebe unumwunden zu, diese Unterhaltungssendung (und auch den „Blauen Bock“) immer gern gesehen zu haben, bot sie doch die Möglichkeit, die beteiligten Sänger auch einmal von ihrer privaten, heiteren Seite kennenzulernen. Unter den 'Kandidaten' waren z. B. (und diese Liste liest sich wie ein 'Who 's Who' der deutschsprachigen Opernwelt jener Jahre): Helga Dernesch, Helen Donath, Sona Ghazarian, Elisabeth Grümmer, Ingeborg Hallstein, Renate Holm (2 x), Gundula Janowitz (3 x), Sena Jurinac, Erika Köth (3 x), Wilma Lipp (2 x), Pilar Lorengar, Christa Ludwig, Edda Moser (2 x), Anneliese Rothenberger, Trudeliese Schmidt, Ursula Schröder-Feinen, Hanna Schwarz, Irmgard Seefried (2 x), Anja Silja (2 x), Rita Streich (2 x), Felicia Weathers (2 x), Hans Beirer, Walter Berry, Christian Boesch (3 x), Donald Grobe (2 x), Ferry Gruber, Karl-Josef Hering, Heinz Holecek, Werner Hollweg, Heinz Hoppe, Siegfried Jerusalem (2 x), Waldemar Kmentt, René Kollo, Ernst Krukowski, Erich Kunz (2 x), Benno Kusche, Horst R. Laubenthal, Kurt Moll, Hans Günter Nöcker, Karl Ridderbusch, Kurt Rydl, Giuseppe Taddei, Eberhard Waechter, Bernd Weikl (2 x) und Heinz Zednik (2 x). In einigen Beiprogrammen waren Erika Köth, Tamara Lund, Edda Moser, Anneliese Rothenberger, Sonja Schöner, Herta Staal, Waldemar Kmentt, René Kollo, Peter Minich und auch Giuseppe Di Stefano zu sehen. Mochten manche Klassik-Liebhaber auch die Nase rümpfen, den Sängern – und auch dem Publikum - hat es Spaß gemacht!



    „Schöne Stimmen“ (ZDF 1973) In dieser Reihe waren pro Folge drei bis vier Sänger zu Gast, die von dem aus "Was bin ich" beliebten 'Ratefuchs' Guido Baumann kurz befragt wurden und in jeweils zwei – im damals gängigen und Kulissen-sparenden Bluebox-Verfahren aufgenommen - Opernausschnitten zu sehen waren. In der Folge mit Lisa Della Casa (Arien aus "Giulio Cesare" und "Ariadne auf Naxos") waren auch Luciano Pavarotti und Karl Ridderbusch zu Gast; es war der letzte Fernseh-Auftritt der Sängerin, zu sehen im Beitrag Nr. 134 in diesem Thread.


    Viele der in dieser Sende-Reihe mitwirkenden Sänger gehören heute zu den 'Opern-Legenden', z. B.: Martina Arroyo, Vladimir Atlantov, Teresa Berganza, Grace Bumbry, Piero Cappuccilli, Carlo Cava, Maria Chiara, Franco Corelli, Fiorenza Cossotto, Franz Crass, Plácido Domingo, Mirella Freni, Nicolai Gedda, Nicola Ghiuselev, Werner Hollweg, René Kollo, Anna Moffo, Lucia Popp, Leonie Rysanek, Graziella Sciutti, Anja Silja und Eberhard Waechter. (Von einigen Sendungen habe ich Videos, sofern sie später auf '3sat' wiederholt wurden. Leider gab es Video-Recorder für den privaten Gebrauch erst ab 1978; was hätte man davor nicht alles aufzeichnen können!)



    Zum Schluss zwei Beispiele dafür, dass die Sängerin über Witz und auch Schlagfertigkeit verfügte – letzteres nicht gerade eine Eigenschaft der Berner Eidgenossen. Als sie kurz nach der Heirat mit Dragan Debeljevic von Sängerkollegen gefragt wurde: „Frau Della Casa, was macht eigentlich Ihr Mann?“ antwortete sie: „Er liebt mich!“. In der Dankesrede zur Verleihung des Hans-Reinhart-Rings 1967 erzählte sie, dass sie im Laien-Theater ihres Vaters einmal einen 'Bauerntrampel' darstellte und gab einen mimischen Beweis, indem sie mit dem Zeigefinger quer unter die 'verschnupfte' Nase strich, worauf das Publikum lachte. Darauf Lisa Della Casa: „Damals war der Lacher aber größer!“.



    Wie meine Auflistung (plus den dazu gehörigen, in diesem Thread bereits früher genannten Aufnahmen) zeigt, ist das akustische Vermächtnis von Lisa Della Casa doch sehr umfangreich; wenn man allerdings nur ihre 'offiziellen' Schallplatten-Einspielungen nennt, ist es ein düsteres Kapitel…



    Viele Grüße!



    Carlo



    P. S.

    Dies ist mein 400. Beitrag im "Tamino"-Forum seit dem 11. 2. 2018!

    Lieber Nemorino,


    dass Zinka Milanov hier im Forum nicht die ihr eigentlich zustehende Wertschätzung erfährt, liegt nicht nur an den 'Taminos', sondern m. E. auch an der Situation des Schallplattenmarktes vergangener Jahrzehnte und nicht zuletzt an der Sängerin selbst.


    Die in den USA ausserordentlich beliebte Sopranistin, deren 'outspokenness' bei den Amerikanerin gut ankam, hinterließ nur relativ wenige Studio-Aufnahmen, was ihrem doch ziemlich schmalen Bühnen-Repertoire entspricht; das Rollenverzeichnis ihrer 'großen' Karriere (nach 1937) umfasst gerade mal 13 Partien, von denen sechs von ihrer Exclusivfirma 'RCA' in maßstäblichen Gesamt-Aufnahmen dokumentiert sind. (Wobei man sich wünscht, dass ihre 'späten' Einspielungen von „Tosca“, „La forza del destino“ und „La Gioconda“ ein paar Jahre früher entstanden wären, aber auch sie bieten noch genug Grund zum Bewundern.)


    Hinzu kommt, dass die Künstlerin (die übrigens auch deutsch sprach und in ihren Konzerten deutsche Lieder sang) nach ihrer 'Entdeckung' 1937 durch Bruno Walter am Deutschen Theater in Prag und einigen Auftritten in Hamburg, Wien und Salzburg („Verdi-Requiem“ unter Toscanini mit anschließender Verpflichtung an die 'Met') sich in Europa äusserst rar machte: im März 1950 an der Mailänder Scala drei „Tosca“-Vorstellungen (mit Gino Penno und Giuseppe Taddei unter Nino Sanzogno) und je dreimal „Tosca“ an Covent Garden in London (1956 mit Ferruccio Tagliavini und Scipio Colombo unter Argeo Quadri - 1957 mit Franco Corelli und Giangiacomo Guelfi unter Alexander Gibson; es gibt einen Mitschnitt vom 1. 7. 1957) - das ist alles! Und da damals die 'Saturday Afternoon Broadcasts' der Metropolitan Opera diesseits des Atlantiks nicht zu empfangen waren, blieb sie für die Europäer eine 'voce lontana'.


    Während der Zeit (1945 - 1958) ihres Vertrages mit 'RCA' gab es nur zwei große Arien-Recitals, wovon sich das erste, „A Milanov Recital“ (LM-1915), noch aus diversen Einzelaufnahmen der Jahre 1951 bis 1955 zusammen setzte. Die zweite Schallplatte - auf dem Cover ein etwas geschöntes Aquarell der Diva - mit dem Titel „Sublime artistry“ (im September 1958 in New York unter Arturo Basile eingespielt) mit der Katalognummer LM-2303 (mono) bzw. LSC-2303 (stereo) ist nie in den deutschen Katalog der 'Teldec' übernommen worden. Und auch meine mit dem 'Victrola'-Label versehenen preisreduzierten Wiederveröffentlichungen dieser beiden Platten (VICS-1196/stereo = LSC-2303 und VIC-1336/mono = LM-1915) erschienen nie offiziell in der BRD und mussten aus England und Amerika importiert werden, sofern man von deren Existenz überhaupt wusste, z. B. durch den „Schwann-Katalog“ aus den USA.


    Im CD-Zeitalter (1990) veröffentlichte die 'RCA' – nun zu 'Bertelsmann' gehörend - die von Dir im Beitrag Nr. 8 gezeigte Silberscheibe (GD 60074) in der „Vocal Series“-Reihe, die auch bei uns erhältlich war und die ich auch habe. Nach dem Wechsel der 'RCA' zu 'Sony' ist die Platte LSC-2303 (also die unter Basile) erst 2016 auf CD erschienen; da 'Sony' aber nur für ihre Neuaufnahmen Werbung macht, blieb auch das hierzulande unbemerkt.


    Zum Schluss sei noch angemerkt, dass uns die 'Teldec' viele Sänger-Recitals der 'RCA' aus jenen Jahren vorenthalten hat, z. B. von Licia Albanese (Lieder von Giuseppe Verdi und italienische Canzonen - Dirigent: René Leibowitz! - LM/LSC-2753), von Leontyne Price (Lieder von Strauss, Wolf, Fauré und Poulenc – LM/LSC-2279), ebenfalls von der Price „Swing Low, Sweet Chariot“ (LM/LSC-2600) und „Favorite Hymns“ (LM/LSC-2918), von Peter Pears und Julian Bream „Music for Voice and Guitar“ (LM/LSC-2718), von Cesare Valletti (Lieder von Scarlatti, Händel, Schubert und Schumann – LM/LSC-2280) und seine drei weiteren Lieder-Platten, von Richard Verreau „Opera“ (LM/LSC-2456) und seine fünf weiteren Recitals für 'RCA'. Besonders ärgerlich, für die Sängerin und für uns, die 'Unterschlagung' der von Hanne-Lore Kuhse 1966 in einem New Yorker Studio eingespielten Lieder-Platte (Schubert, Wolf, Brahms und Dvorák) mit der Katalognummer LM/LSC-2967. Da dies eine eigene Aufnahme der 'RCA' ohne Cooperation mit dem 'VEB Deutsche Schallplatten' war, hätte sie ohne weiteres auch in der BRD erscheinen können – in der DDR kam sie natürlich auch nie in den Handel. Nahm die westdeutsche 'Teldec' da politische (falsche) Rücksicht?


    Viele Grüße!


    Carlo



    P. S.

    Die Querschnitt-Platte von „Un ballo in maschera“ unter Dimitri Mitropoulos ('RCA' LM-1911) vom Januar 1955 ist komplett auf der 'Preiser'-CD 90695 erschienen; angehängt sind Ausschnitte aus „Il trovatore“ und „La forza del destino“ mit Zinka Milanov, Jan Peerce und Leonard Warren aus den Jahren 1951 und 1955. Von der 'Victrola'-Platte VIC-1336 – die habe ich nur in mono – sind die zweite Arie der Amelia ('Morrò, ma prima in grazia') und das Finale aus „La forza del destino“ ('Io muoio! Non imprecare!') auf der genannten Preiser-CD enthalten. Alle Verdi-Titel dieser Schallplatte gibt es m. W. auf einer 'Prima Voce'-CD der englischen Firma 'Nimbus'.

    Liebe Taminos,

    gestern habe ich zu Alfreds Eröffnung des Threads über den Komponisten Franz Mixa, seit 1949 bis zu seinem Tode 1994 der Ehemann von Hertha Töpper, einen Beitrag geschrieben, den ich hier verkürzt wiederholen möchte, da er sie auch betrifft.


    Zum kompositorischen Schaffen Franz Mixas gehören neben fünf Sinfonien, einer 'Deutschen Messe', Chor- und Kammermusik und über hundert Liedern auch eine kleine Kammeroper in einem Akt („Galgenballade“, komponiert 1928/1931) und das musikalische Bühnenwerk in drei Akten „Eyvind und sein Weib“, das während seiner Zeit als Musikdirektor in Island 1937/1938 entstand und das er 1966 neu bearbeitete.


    Für Hertha Töpper schrieb er neben zahlreichen Liedern auch drei Kantaten: „Gott geht in uns ein ohne Glockenläuten“ (für eine Altstimme, Chor und Orchester aus dem Jahre 1954, revidiert 1967), „Dem kommenden Menschen“ (für Alt, Tenor und Bass sowie Chor und Orchester, 1973) und „Waldeinsamkeit“ (für eine Altstimme mit Orchester, komponiert 1980). In ihren vielen Liederabenden hat die Altistin immer wieder Kompositionen ihres Mannes vorgetragen, oft von ihm am Klavier begleitet..


    Im Gedächtnis der steirischen Musikfreunde ist Franz Mixa hauptsächlich durch zwei Werke verankert: das Oratorium „Sonnengesang“ nach dem Hymnus des Hl. Franz von Assisi (mit dem Text eines Kriegskameraden Mixas) und die Oper „Der Traum ein Leben“, basierend auf dem gleichnamigen Schauspiel von Franz Grillparzer, das auch Walter Braunfels zur Vorlage einer Oper diente.


    „Sonnengesang“ (Mixa): Dorothea Siebert (Sopran), Hertha Töpper (Alt), Fritz Uhl (Tenor). Oskar Czerwenka (Bass) / Der Grazer Domchor / Das Grazer Philharmonische Orchester / Dirigent: Anton Lippe (Graz, Stephaniensaal, 28. 6. 1952). Franz Mixa komponierte dieses Oratorium für Soli, Chor, Orgel und Orchester in den Jahren 1945/1946 und erhielt dafür 1948 den Kompositionspreis der Wiener 'Gesellschaft der Musikfreunde', aber erst 1952 kam es mit diesem Konzert, von dem vermutlich ein Mitschnitt im Archiv des Grazer Studios des ORF liegt, zur Uraufführung.


    „Der Traum ein Leben“ (Mixa): Personen der Rahmenhandlung: Rustan – George Fourié / Osmin, sein Sklave – Ernst Schütz / Massud, ein reicher Landmann, Rustans Onkel – Engelbert Domig / Mirza, seine Tochter – Hertha Töpper / Personen der Traumhandlung: Rustan – George Fourié / Osmin – Ernst Schütz / Der König von Samarkand – Engelbert Domig / Gülnare, seine Tochter – Hertha Töpper / Der Mann vom Felsen – Alexander Fenyves / Ein altes Weib – Dorit Hanak / Ein Kammerherr – Ernst Schütz / Der Chor und das Orchester der Vereinigten Bühnen Graz / Chorltg.: Ladislaus Földes / Dirigent: Gustav Cerny (Graz, Opernhaus, 1963).


    Diese von 1959 bis 1961 komponierte zweiaktige Oper Franz Mixas wurde am 22. 6. 1963 zu Beginn der 10. Grazer Sommerspiele uraufgeführt; Waldemar Bloch, selbst ein Komponist von zwei in Graz uraufgeführten Opern („Das Käthchen von Heilbronn“ von 1959 und „Der Diener zweier Herren“, 1961), hatte das Libretto nach dem 'Dramatischen Märchen' von Franz Grillparzer (1834) geschrieben. (In diesem Schauspiel geht es um die Selbsterkenntnis und Läuterung des jungen Rustan mittels einer Traumhandlung – lange vor Siegmund Freud oder C. G. Jung – wobei die Personen der Rahmenhandlung den vier Hauptpersonen des 'Traumes' entsprechen.) Trotz des großen und sehr positiven Publikums- und Presseechos und der Übernahme der Oper in den regulären Spielplan der Grazer Oper – sowie dem Versand von Tonbandmitschnitten einer der Grazer Aufführungen - gelang es Franz Mixa nicht, eine weitere Bühne in Österreich oder Deutschland für sein Werk zu interessieren, wohl hauptsächlich, weil der Komponist keinen Verleger gefunden hatte, der die Partitur drucken wollte.


    Hertha Töpper, die sich immer für das Schaffen ihres Mannes eingesetzt hat und 2002 auch ein Buch über ihn initiierte, lebt - mittlerweile in ihrem 96. Lebensjahr - in einem Münchner Pflegeheim und soll tragischerweise dem Vernehmen nach dement sein.


    Viele Grüße!


    Carlo

    Lieber Alfred,


    vielen Dank für die Erinnerung an Franz Mixa, von dem ich vor etlichen Jahren eine „Isländische Rhapsodie“ im Rundfunk hörte und den ich bis dahin nur als den Ehemann der Sängerin Hertha Töpper kannte. Der in Wien geborene Komponist (1902 – 1994), ein Schüler von Joseph Marx und Franz Schmidt, verließ schon früh die Klangwelt seiner Lehrer und versuchte, zwischen Polyphonie und Harmonik die Balance zu halten und seinen eigenen Stil zu finden.


    'Hauptberuflich' war er zunächst Korrepetitor an der Wiener Volksoper und Dirigent des Akademischen Orchestervereins in Wien. 1929 ging er für neun Jahre nach Reykjavik als Musikdirektor und gründete dort das erste isländische Konservatorium und einen Musikverein. Dann war er der Leiter der Opernschule in Graz (von 1938 bis 1943) sowie am dortigen Landeskonservatorium der Steiermark Lehrer für Musikgeschichte und Musiktheorie, später - von 1952 bis 1958 - dann auch der Leiter dieses Instituts (seit 1963 die Akademie für Musik und darstellende Kunst in Graz). 1949 heiratete er die aus Graz stammende Sängerin Hertha Töpper, die seit 1945 Mitglied der Grazer Oper war und die 1952 an die Bayerische Staatsoper wechselte. Seitdem lebte Franz Mixa in Graz und auch in München, wo er auch seit 1971 an der Musikhochschule zeitweise gemeinsam mit seiner Frau unterrichtete. Sein Grab befindet sich auf dem Waldfriedhof in München-Solln.


    Zum kompositorischen Schaffen Franz Mixas gehören neben fünf Sinfonien, einer 'Deutschen Messe', Chor- und Kammermusik und über hundert Liedern auch eine kleine Kammeroper in einem Akt („Galgenballade“, komponiert 1928/1931) und das musikalische Bühnenwerk in drei Akten „Eyvind und sein Weib“, das während seiner Zeit als Musikdirektor in Island 1937/1938 entstand und das er 1966 neu bearbeitete.


    Für Hertha Töpper schrieb er neben zahlreichen Liedern auch drei Kantaten: „Gott geht in uns ein ohne Glockenläuten“ (für eine Altstimme, Chor und Orchester aus dem Jahre 1954, revidiert 1967), „Dem kommenden Menschen“ (für Alt, Tenor und Bass sowie Chor und Orchester, 1973) und „Waldeinsamkeit“ (für eine Altstimme mit Orchester, komponiert 1980). In ihren vielen Liederabenden hat die Altistin immer wieder Kompositionen ihres Mannes vorgetragen, oft von ihm am Klavier begleitet..


    Im Gedächtnis der steirischen Musikfreunde ist Franz Mixa hauptsächlich durch zwei Werke verankert: das Oratorium „Sonnengesang“ nach dem Hymnus des Hl. Franz von Assisi (mit dem Text eines Kriegskameraden Mixas) und die Oper „Der Traum ein Leben“, basierend auf dem gleichnamigen Schauspiel von Franz Grillparzer, das auch Walter Braunfels zur Vorlage einer Oper diente.


    „Sonnengesang“ (Mixa): Dorothea Siebert (Sopran), Hertha Töpper (Alt), Fritz Uhl (Tenor). Oskar Czerwenka (Bass) / Der Grazer Domchor / Das Grazer Philharmonische Orchester / Dirigent: Anton Lippe (Graz, Stephaniensaal, 28. 6. 1952). Franz Mixa komponierte dieses Oratorium für Soli, Chor, Orgel und Orchester in den Jahren 1945/1946 und erhielt dafür 1948 den Kompositionspreis der Wiener 'Gesellschaft der Musikfreunde', aber erst 1952 kam es mit diesem Konzert, von dem vermutlich ein Mitschnitt im Archiv des Grazer Studios des ORF liegt, zur Uraufführung.


    „Der Traum ein Leben“ (Mixa): Personen der Rahmenhandlung: Rustan – George Fourié / Osmin, sein Sklave – Ernst Schütz / Massud, ein reicher Landmann, Rustans Onkel – Engelbert Domig / Mirza, seine Tochter – Hertha Töpper / Personen der Traumhandlung: Rustan – George Fourié / Osmin – Ernst Schütz / Der König von Samarkand – Engelbert Domig / Gülnare, seine Tochter – Hertha Töpper / Der Mann vom Felsen – Alexander Fenyves / Ein altes Weib – Dorit Hanak / Ein Kammerherr – Ernst Schütz / Der Chor und das Orchester der Vereinigten Bühnen Graz / Chorltg.: Ladislaus Földes / Dirigent: Gustav Cerny (Graz, Opernhaus, 1963).


    Diese von 1959 bis 1961 komponierte zweiaktige Oper Franz Mixas wurde am 22. 6. 1963 zu Beginn der 10. Grazer Sommerspiele uraufgeführt; Waldemar Bloch, selbst ein Komponist von zwei in Graz uraufgeführten Opern („Das Käthchen von Heilbronn“ von 1959 und „Der Diener zweier Herren“, 1961), hatte das Libretto nach dem 'Dramatischen Märchen' von Franz Grillparzer (1834) geschrieben. (In diesem Schauspiel geht es um die Selbsterkenntnis und Läuterung des jungen Rustan mittels einer Traumhandlung – lange vor Siegmund Freud oder C. G. Jung – wobei die Personen der Rahmenhandlung den vier Hauptpersonen des 'Traumes' entsprechen.) Trotz des großen und sehr positiven Publikums- und Presseechos und der Übernahme der Oper in den regulären Spielplan der Grazer Oper – sowie dem Versand von Tonbandmitschnitten einer der Grazer Aufführungen - gelang es Franz Mixa nicht, eine weitere Bühne in Österreich oder Deutschland für sein Werk zu interessieren, wohl hauptsächlich, weil der Komponist keinen Verleger gefunden hatte, der die Partitur drucken wollte.


    Franz Mixa ist – soviel kann ruhig gesagt werden – ein Komponist, den zu entdecken sich lohnen würde.


    Viele Grüße!


    Carlo



    P. S.

    Hertha Töpper, die sich immer für das Schaffen ihres Mannes eingesetzt hat und 2002 auch ein Buch über ihn initiierte, lebt - mittlerweile in ihrem 96. Lebensjahr - in einem Münchner Pflegeheim und soll tragischerweise dem Vernehmen nach dement sein.

    Lieber Maestro,


    Du hattest schon in Deinem Beitrag Nr. 97 die Arie "Ein freudig' Fest lasst uns begeh'n" aus dem "Belshazzar" eingestellt; leider ohne nähere Angaben.


    Darf ich Dich um diesbezügliche Aufklärung bitten, denn von einer Aufführung bzw. Aufnahme dieses (Opern-)Oratoriums mit Josef Traxel ist mir nichts bekannt?


    Danke im voraus!


    Carlo

    Lieber Maestro_Peter,


    zu Deinen Beiträgen Nrn. 326 und 327: die Aufnahme von Günther Ramin (Hamburg 1955) mit Helga Gabriel (Sopran), Ursula Boese (Alt), Leo Larsen (Tenor) und Jakob Stämpfli (Bass) mit dem Leipziger Thomanerchor und dem Hamburger Kammerorchester ('Concert Hall' SMS 2057/58, 2 LPs) habe ich auch; sie umfasst aber nur die Kantaten I bis III. Die zwei Platten sind bereits sterophon gepresst, aber der Zweikanaleffekt ist sehr rudimentär. (Günther Ramin ist zehn Wochen nach dieser Schallplatten-Einspielung gestorben.)


    Ich habe mir heute noch einmal den kompletten 'Faden' zu diesem Werk durchgelesen und festgestellt, dass es doch noch ein paar Aufnahmen mehr gibt.


    In meinem Regal stehen neben den Schallplatten-Aufnahmen von Kurt Thomas (Leipzig 1958), Fritz Werner (Pforzheim 1963) und Karl Richter (München 1965) und den CDs von Ralf Otto (Köln 1990) noch folgende Ausgaben:


    Kantaten I – VI: Elly Ameling (Sopran), Helen Watts (Alt), Peter Pears (Tenor), Tom Krause (Bass-Bariton) / Lübecker Knaben-Kantorei / Chorltg.: Hans-Jürgen Wille / Das Stuttgarter Kammerorchester / Dirigent: Karl Münchinger (Ludwigsburg, Juli 1966) 'Decca' SET 346/48 (3 LPs). Diese Aufnahme wurde hier bisher nur zweimal erwähnt.


    Kantaten I – III: Teresa Zylis-Gara (Sopran), Eva Bornemann (Alt), Helmut Kretschmar (Tenor), Horst Günter (Bariton) / Der Knaben- und Jugendchor St. Michaelis / Die Hamburger Symphoniker / Dirigent: Friedrich Bihn (Hamburg, 1966) 'Somerset' 606 (2 LPs).


    Kantaten I- VI: Kurt Equiluz (Evangelist), Heather Harper (Sopran), Ruth Hesse (Alt), Thomas Page (Tenor), Kieth Engen (Bass) / Der Wiener Kammerchor / Chorltg.: Hans Gillesberger / Das Österreichische Symphonie-Orchester Wien / Dirigent: Hans Swarowsky (Wien, Mai-Juni 1968) 'Concert Hall' SMS 2585 (3 LPs).


    Ausschnitte: Elly Ameling (Sopran), Brigitte Fassbaender (Alt), Horst R. Laubenthal (Tenor), Hermann Prey (Bariton) / Der Tölzer Knabenchor / Chorltg.: Gerhard Schmidt-Gaden / Der Chor und das Symphonie-Orchester des Bayerischen Rundfunks / Chorltg.: Josef Schmidhuber / Dirigent: Eugen Jochum (München, 1973) 'Philips' 6575 506 (1 LP)


    Viele Grüße!


    Carlo

    Willkommen im Jahr 2020!



    Das heutige Thema: "Josef Traxel als Don Ottavio"



    „Don Giovanni“ (Mozart): Don Giovanni – George London / Leporello – Gustav Neidlinger / Der Komtur – Otto von Rohr / Donna Anna – Lore Wissmann / Don Ottavio – Josef Traxel / Donna Elvira – Maria Kinas / Masetto – Gustav Grefe / Zerlina – Friederike Sailer / Der Chor und das Orchester der Württembergischen Staatsoper / Chorltg.: Heinz Mende / Dirigent: Ferdinand Leitner (Schwetzingen, Rokoko-Theater, Mai 1956). Eine von drei Aufführungen vom Gastspiel des Stuttgarter Opernhauses – in deutscher Sprache - wurde vom Süddeutschen Rundfunk mitgeschnitten. Die polnische Sopranistin Maria Kinas begann ihre Karriere unter dem Namen 'Kinasiewicz'. Bekannt wurde sie in der BRD als 'Santuzza' in der NDR-Fernsehsendung der „Cavalleria rusticana“ (mit Anneliese Rothenberger, Ilsa Ihme-Sabisch, Rudolf Schock und Alexander Welitsch unter Wilhelm Schüchter), die am 18. 4. 1954 erstmals gesendet wurde und deren Tonspur bei 'Relief' auf CD erschienen ist.



    dto.: Don Giovanni – Paul Schöffler (Victor Tacik) / Leporello – Walter Berry (Peer Schmidt) / Der Komtur – Otto von Rohr (Walter Holten) / Donna Anna – Suzanne Danco (Marianne Koch) / Don Ottavio – Josef Traxel (Jürgen Goslar) / Donna Elvira – Marianne Schech (Agnes Fink) / Masetto – Heinz Maria Lins (Hans Clarin) / Zerlina – Erika Köth (Ingrid Andrée) / Der Chor und das Symphonie-Orchester des Bayerischen Rundfunks / Chorltg.: Josef Kugler / Dirigent: Hermann Scherchen / Szenenbild: Walter Dörfler / TV-Regie: Kurt Wilhelm (In Klammern die Namen der Schauspieler). (Eurovisions-Sendung der ARD, 25. 12. 1957) Die Oper wurde – in deutscher Sprache mit neu geschriebenen Dialogen statt der Rezitative – als Live-Sendung (!) in mehrere europäische Länder ausgestrahlt, was für die Schauspieler zusätzlichen Stress bedeutet haben dürfte, denn sie mussten nicht nur die Regieanweisungen und ihren Sprechtext 'parat' haben, sondern auch auf die (vorab aufgenommene und zur Sendung eingespielte) Musik achten und den Gesang dementsprechend lippensynchron simulieren! Prompt verpatzte Peer Schmidt als 'Leporello' seinen ersten Einsatz ('Keine Ruh' bei Tag und Nacht'); ich weiß aber nicht mehr, ob er zu früh oder zu spät zum Gesang von Walter Berry den Mund öffnete. Meiner Erinnerung nach waren die Tempi von Hermann Scherchen wenig ausgewogen und man hatte auch einiges an der Oper gekürzt! (Beim 'Hamburger Archiv' ist die Tonspur dieser TV-Sendung auf CD erschienen.)


    Es handelt sich um die dritte der sogenannten 'Synchron-Opern' des Regisseurs Kurt Wilhelm für das Deutsche Fernsehen. (Die erste war „Die Entführung aus dem Serail“ - gesendet am 27. 1. 1956, gefolgt von „Die Hochzeit des Figaro“ am 25. 12. 1956.) Nach der Sendung von Smetanas „Die verkaufte Braut“ am 25. 12. 1958 – und zunehmend negativer Kritiker- und Publikums-Resonanz - verlegte sich Kurt Wilhelm, der jahrelang im Bayerischen Fernsehen die legendäre Gesprächsrunde „Musicaleum“ moderierte, auf die Produktion (und auch teilweise die Regie) von zahlreichen TV-Operetten, ebenfalls mit Schauspielern als Gesangs-Doubles, wobei die Tonaufnahmen überwiegend vom WDR mit dem Dirigenten Franz Marszalek und einem festen Sängerensemble – z. B. Rita Bartos, Luise Camer, Antonia Fahberg, Herta Talmar, Rudolf Christ, Franz Fehringer, Willy Hofmann, Benno Kusche, Heinz Maria Lins und Fritz Wunderlich - vorab aufgenommen wurden.



    dto.: Don Giovanni - Otto Wiener / Leporello - Benno Kusche / Der Komtur - Randolph Symonette / Donna Anna - Ingrid Bjoner / Don Ottavio - Josef Traxel / Donna Elvira - Elisabeth Schwarzenberg / Masetto - Wilhelm Schäfer / Zerlina - Gisela Vivarelli / Der Chor der Deutschen Oper am Rhein / Chorltg.: Hans Frank / Die Düsseldorfer Symphoniker / Dirigent: Fritz Zaun (Düsseldorf, Opernhaus, 15. 5. 1960) Diese deutsch gesungene Aufführung im Rahmen des 9. Deutschen Mozartfestes, das 1960 in Düsseldorf begangen wurde, ist lt. einer Zeitzeugin auch vom WDR mitgeschnitten worden, kam aber m. W. nicht zur Sendung. 1962 erschien in der 'Cotta Tonbildschau'-Serie (TBS 603) auch der bereits genannte Querschnitt mit Fabio Giongo (Don Giovanni), Elfego Esparza (Leporello), Randolph Symonette (Der Komtur), Ingrid Bjoner (Donna Anna), Josef Traxel (Don Ottavio), Elisabeth Schwarzenberg (Donna Elvira), Wilhelm Schäfer (Masetto) und Ingrid Paller (Zerlina) und dem Chor der Deutschen Oper am Rhein; Fritz Zaun dirigierte auch hier die Düsseldorfer Symphoniker (Josef Traxel ist in beiden Akt-Finali und mit der Arie 'Nur ihrem Frieden' zu hören). Die Besonderheit sind die der Schallplatte beigegebenen 16 Farb-Dias (2 davon mit Traxel), die das Album zu einem echten 'Hingucker' in meiner Sammlung machen. Dieser Querschnitt erschien später bei 'eurodisc' und 'Baccarola' als 30cm-LP; gleichzeitig gab es aber auch eine 25cm-Platte - die ich leider nicht habe - bei 'eurodisc' (60 000 GR bzw. S 60 001 GR) aus dieser Düsseldorfer Produktion mit den beiden Arien des Don Ottavio und auch beiden Arien der Donna Anna sowie dem Duett Donna Anna - Don Ottavio aus dem ersten Akt 'Welch' ein grauenvolles Bild!... Fliehe, Verräter, fliehe!' mit Ingrid Bjoner und Josef Traxel!



    Carlo

    Willkommen im Jahr 2020!


    Der in Italien populärste Gigli-Film - sein zehnter - hat den Titel "Mamma" und wurde 1940 komplett in Italien gedreht.

    „Mamma“* ('Mutter') (Italien / Deutschland 1941 – Italafilm Rom-Berlin / Itala-Film S. A.)


    mit Emma Gramatica, Carola Höhn, Friedrich Benfer, Carlo Campanini, Ugo Ceseri u. a. / Regie: Guido Brignone. Matilde Sarni (Gramatica) erwartet in ihrer pompösen Villa außerhalb Roms ihren Sohn, den Tenor Mario Sarni, von einer Amerika-Tournee zurück. Er wird begleitet von seiner jungen Frau Donata (Höhn), die er gerade erst geheiratet hat, und seinem Nachbarn in Rom, Giulio Roero (Benfer). Giulio macht Donata Avancen, die sie aber zurückweist. Marios Mutter, deren Arzt (Ceseri) sehr um ihre labile Gesundheit besorgt ist, begrüßt ihre Schwiegertochter sehr herzlich; ihr innigster Wunsch ist, ein Enkelkind zu haben. Schon bald danach geht Mario in Norditalien auf Tournee und lässt Donata zurück, damit sie sich einleben kann. Aber die junge Frau langweilt sich und verbringt die Zeit mit Gleichaltrigen aus der Nachbarschaft - darunter auch Giulio - und lädt sie in die Villa ein; es kommt deswegen zu einer Auseinandersetzung mit Matilde und Donata zieht in ein römisches Hotel, wo sie mit Giulio verabredet ist. Mario muss seine Tournee in Venedig abbrechen und an der römischen Oper als „Otello“ auftreten. Nachdem er wegen Donatas Auszug seiner Mutter heftige Vorwürfe gemacht hat, geht diese auf die Suche nach Donata; sie findet Giulio und bittet ihn, ihr deren Aufenthalt zu verraten. Während Donata die Rundfunkübertragung des „Otello“ hört, schreibt sie Giulio eine Absage zu dem geplanten Treffen mit ihm und kehrt mit Matilde in die Villa zurück. Dort findet Mario nach seinem Auftritt seine entkräftete Mutter, die das Ehepaar versöhnt und stirbt. Die Schlussszene des Films zeigt Donata und Mario zusammen mit ihrem kleinen Sohn im Garten spielend. (Das Drehbuch ist ganz auf Emma Gramatica konzentriert, eine der großen italienischen Bühnenschauspielerinnen und hierzulande besonders durch Vittorio De Sicas Film „Das Wunder von Mailand“ bekannt. Für den in Italien beliebten Schauspieler Ugo Ceseri, der Matildes Arzt Dr. Salverio spielt, war es der letzte Film; er starb im Dezember 1940 mit nur 47 Jahren.)


    Das titelgebende, sehr bekannte Lied „Mamma“ schrieb Cesare Bixio 1938 speziell für Beniamino Gigli und es ist am Anfang und am Ende des Films zu hören. Außerdem singt der Tenor mit Chorbegleitung Bixios „Se vuoi goder la vita“ und von Ernesto De Curtis „Non ti scordar di me“ sowie aus „Rigoletto“ die Arie 'La donna è mobile'. Die Opernszenen (als Bühneninszenierung) stammen alle aus Verdis „Otello“: das 'Esultate', der Schluss des Liebesduetts Otello-Desdemona aus dem 1. Akt mit Margherita Cossa als Desdemona (dargestellt von Marcella Govoni), der komplette Monolog Otellos „Dio, mi potevi scagliar' und Otellos Tod ab 'Ho un' arma ancor'; es spielt das Orchester des damals noch 'königlichen' Teatro Reale dell' Opera di Roma unter Luigi Ricci.


    Carlo

    Willkommen im Jahr 2020!


    Weiter geht es mit Lisa Della Casas Fernseh-Auftritten (Zweiter Teil):

    „Lieder, Arien und Geschichten – Zu Gast bei Wolfgang Windgassen“ (ARD 1966): Della Casa sang die zweite Arie der Gräfin aus „Figaros Hochzeit“ und mit Windgassen das Liebesduett Otello-Desdemona aus „Otello“; beide wurden auch als Lied-Interpreten, begleitet von Hubert Giesen, vorgestellt. (Wolfgang Windgassen – der alle Stücke anmoderierte - war u. a. auch mit der 'Gralserzählung' aus dem „Lohengrin“ und der 'Wolfserzählung' aus „Tiefland“ vertreten.) Und der Tenor wurde bei seinem privaten Hobby gezeigt: der Modell-Eisenbahn! Außerdem traten die 'Swingle Singers' - acht klassisch ausgebildete Sänger aus Frankreich, die Instrumentalstücke der klassischen Musik als a-cappella-Gesang darboten - zum ersten Mal im Deutschen Fernsehen auf. Diese einstündige Sendung des Süddeutschen Rundfunks Stuttgart (Regie: Hans-Bernhard Leopold) habe ich allerdings erst in der Wiederholung am 26. 9. 1967 gesehen.


    „Robert Stolz – Ein Portrait“ (ARD/ORF 1967): Außer Lisa Della Casa wirkten u. a. Margit Schramm, Rudolf Schock, René Kollo und natürlich Robert Stolz mit; der Moderator war Dietmar Schönherr. Die in den Wiener 'Rosenhügel-Studios' aufgezeichnete Sendung war eine Co-Produktion des Hessischen Rundfunks mit dem ORF Wien (Regie: Alexis Neve) und wurde am 4. 3. 1967 erstmals in der ARD gesendet.


    „Heute Abend: Anneliese Rothenberger“ (ARD 1967) Lisa Della Casa sang in Anneliese Rothenbergers erster TV-Show mit dieser zusammen die 'Überreichung der silbernen Rose' aus dem „Rosenkavalier“ in Balthasar Neumanns berühmten Treppenhaus von Schloss Augustusburg (in Brühl bei Köln) und im Studio eine Arie der Cleopatra aus Händels „Julius Cäsar“. (Weiter wirkten Brigitte Fassbaender, Waldemar Kmentt, Gerd Nienstedt und Eberhard Wächter mit; der Regisseur dieser angeblich in Farbe aufgezeichneten WDR-Produktion - die am 17. 6. 1967 noch in s/w ausgestrahlt wurde - war Heinz Liesendahl.)


    „Der Goldene Schuss“ (ZDF 1967): Lisa Della Casa war – neben George London - auch 'Stargast' in der ersten Farbfernsehsendung in der BRD am 25. 8. 1967, die vom ZDF live von der Berliner Funkausstellung übertragen wurde. Ich kann mich allerdings leider nicht mehr erinnern, was Lisa Della Casa und George London gesungen haben. (Ein Jahr später, am 5. 9. 1968, war die Sängerin in der Kieler Ostseehalle noch einmal in dieser Show zu sehen.) Legendär ist der Moment, als der damalige Regierende Bürgermeister von Berlin, Willy Brandt, auf den roten Knopf drückte und das bisher schwarz-weiße Bild - für zwei Sekunden zu früh - farbig wurde. Neu war auch der Showmaster der 'Sendung mit der Armbrust' (wobei die Waffe von den Fernsehzuschauern per Telefon bewegt wurde – wohl die erste interaktive TV-Sendung in Deutschland, Österreich und der Schweiz.) Vico Torriani hatte die Spielleitung von Lou van Burg übernommen, der kurz vorher nach drei Jahren als 'Quotenkönig' des ZDF – das um seinen 'guten Ruf' fürchtete - gefeuert worden war: ein verheirateter Mann, der eine langjährige Geliebte (die Sängerin Angèle Durand) hatte und diese für eine andere Frau, die ein Kind von ihm erwartete, verließ. Das waren Zeiten...


    „Zum Blauen Bock“ (ARD 1967): Ich weiß aber, dass Lisa Della Casa in der ARD-Sendung aus Deutschlands beliebtester Gastwirtschaft am 2. 9. 1967 (ebenfalls live – und in Farbe - von der Berliner Funkausstellung) das Lied der Christine ('Einen Sommer lang blühte uns das Glück') aus „Das kleine Hofkonzert“ von Edmund Nick sang. Weitere 'klassische' Gäste waren Hertha Töpper, Gottlob Frick und Donald Grobe, der für James King einsprang, der indisponiert war und vom 'Bembelwirt' Heinz Schenk lediglich interviewt wurde. (Von einer späteren Wiederholung der Sendung habe ich ein Video, wobei ich besonders den Moment hervorheben möchte, als die Kamera zufällig die ins Gespräch vertieften Damen Della Casa und Töpper 'erwischte'.)


    Viele Grüße!


    Carlo

    Liebe 'Taminos'.



    Beniamino Giglis neunter Film trägt den Titel "Traummusik".



    „Traummusik“* ('Ritorno') (Deutschland / Italien 1940 – Tobis Filmkunst GmbH / Itala-Film S. A.)


    mit Marte Harell, Lizzi Waldmüller, Elsa Wagner, Werner Hinz, Albrecht Schoenhals, Axel von Ambesser, Rudolf Platte, Walter Ladengast u. a. / Regie: Géza von Bolváry. Zwei Absolventen des römischen Konservatoriums – die Sopranistin Carla Holm (Harell) und der Komponist Michele Donato (Hinz) – beschließen, ihren weiteren musikalischen Werdegang gemeinsam zu gehen. Doch Carla erhält von Generalmusikdirektor Hutten (Schoenhals) die Möglichkeit eines Debüts an der Mailänder Scala: Beniamino Gigli soll ihr Partner in „La Bohème“ sein. Der an sich und seinen kompositorischen Fähigkeiten zweifelnde Michele dagegen arbeitet als Pianist in einer Bar, zusammen mit seinem Studienfreund, dem Trompeter Ronny Selva (Ambesser), und dessen Freundin, der Cabaret-Sängerin Odette (Waldmüller). Nach ihrem großen Erfolg überzeugt Carla den Dirigenten Hutten davon, Micheles bisher unveröffentlichte Oper „Odysseus' Heimkehr“ einem Verlag anzubieten. Doch Michele vermutet ein Verhältnis zwischen Hutten und Carla; er trennt sich von ihr und verlässt Italien. Einige Jahre später finden wir Michele in Budapest wieder, wo er erfolgreich unter dem Namen 'Mac Dynar' die Musik für die Auftritte der zum Star gewordenen Odette schreibt und eine neue Revue mit dem Titel „Traummusik“ vorbereitet, für die er Musik aus seiner Oper verarbeitete. Ausgerechnet jetzt gastiert dort ein italienisches Ensemble, das „Odysseus' Heimkehr“ einstudiert hat - mit Carla Holm und Beniamino Gigli in den Hauptrollen. Carla überredet Michele, die Revue abzusagen und der Aufführung seiner Oper zuzustimmen. Es wird ein großer Erfolg, Michele gibt das Komponieren von Unterhaltungsmusik auf und kehrt mit Carla und Ronny nach Rom zurück. (In der italienischen Version „Ritorno“ spielt Rossano Brazzi die Rolle des Michele und Maurizio D' Ancora ist der Ronny, während die deutschsprachigen Darsteller synchronisiert wurden.)


    Beniamino Gigli spielt sich selbst und ist nur in einer Nebenrolle zu sehen; dementsprechend 'mager' ist sein gesanglicher Anteil an diesem Film, dessen 'Star' mit großen Revueszenen unzweifelhaft die leider so tragisch früh verstorbene Lizzi Waldmüller ist. (Sie singt die Lieder „Du gehst durch all' meine Träume“, „Liebling, mach' Musik“, „Traummusik“, „So schön wie nie“ und „Ein Senor und eine schöne Senorita“ - alle komponiert von Peter Kreuder.) Die Filmmusik stammt von Frank Fox, der sich damals 'Frank Fux' nannte, und Riccardo Zandonai schrieb die Musik zu der (fiktiven) Oper „Odysseus' Heimkehr“ ('Il ritorno d' Ulisse') mit der Arie „Ithaca, terra mia“ des Titelhelden und dem Schlussduett Penelope-Odysseus mit Mafalda Favero und Beniamino Gigli. Außerdem singt Gigli 'Che gelida manina' aus „La Bohème“ und Marte Harells 'Mi chiamano Mimi' wird von der Favero interpretiert; zweifelhaft ist aber, ob sie auch die koloraturengewandte, wesentlich hellere Zweitstimme bei Waldmüllers Lied „Du gehst durch all' meine Träume“ ist.



    Ich wünsche allen 'Taminos' einen guten Jahreswechsel und für das Jahr 2020 Gesundheit, Lebensfreude und viele musikalische Glücksmomente!



    Carlo

    Liebe 'Taminos'!



    Nun geht es um Josef Traxels Mitwirkung in Opern von Erich Wolfgang Korngold, Frank Martin und Étienne-Nicolas Méhul.



    „Die tote Stadt“ (Korngold): Paul – Karl Friedrich / Marietta, eine Tänzerin – Die Erscheinung Maries, Pauls verstorbener Frau – Maud Cunitz / Frank, Pauls Freund – Benno Kusche / Brigitta, Pauls Haushälterin – Lilian Benningsen / Juliette und Lucienne, Tänzerinnen – Margot Guilleaume und Elinor Junker-Giesen / Gaston, ein Tänzer – Richard Holm / Victorin, der Regisseur – Richard Holm / Fritz, der Pierrot – Hans Braun / Graf Albert – Josef Traxel / Der Chor und das Symphonie-Otrchester des Bayerischen Rundfunks / Chorltg.: Josef Kugler / Dirigent: Fritz Lehmann (München, Kongress-Saal des Deutschen Museums, 1952). Veröffentlcht auf CD bei 'Myto' und 'Walhall'.


    Weder diese erste Rundfunkproduktion von 1952 noch die erste bedeutende Wiederaufführung der Oper nach dem Krieg am 5. 6. 1967 an der Wiener Volksoper (in einer Bearbeitung von Marcel Prawy mit Marilyn Zschau, John Alexander, Marcel Cordes und George London als 'Pierrot' unter Lee Schaenen) haben damals bei den Musikfreunden bleibende Eindrücke hinterlassen. Sondern es waren die Inszenierung an der New Yorker City Opera (Premiere am 2. 4. 1975 mit Carol Neblett, John Alexander, Charles Roe und Dominic Cossa als 'Pierrot' unter Imre Pallo) und die Münchner 'RCA'-Aufnahme vom Juni 1975 unter Erich Leinsdorf (mit Carol Neblett und René Kollo, der übrigens statt Plácido Domingo für die Partie des 'Paul' engagiert wurde, weil der co-produzierende Komponisten-Sohn George Korngold den starken Akzent des Spaniers beanstandete), die den bis heute anhaltenden 'Run' auf dieses Bühnenwerk auslösten. (Ich habe die Oper am 2. 1. 1987 in Düsseldorf mit Agnes Habereder, Richard Versalle und Hermann Becht als Fritz und 'Pierrot' unter Bohumil Gregor in der atmosphärischen Inszenierung von Günter Krämer gesehen, der sich von dem in der Handlung ähnlichen Hitchcock-Film „Vertigo“ inspirieren ließ.)



    „Der Zaubertrank“ ('Le vin herbé') (Martin): Isot die Blonde – Maria Kouba / Brangäne – Jutta Meyfarth / Isot die Weißhändige und Die Mutter Isots der Blonden – Eva Bornemann / Tristan und Kaherdin – Josef Traxel / König Marke und Herzog Hoel – Robert Titze / Die Frankfurter Singakademie / Das Sinfonie-Orchester des Hessischen Rundfunks / Chorltg. und Dirigent: Ljubomir Romansky ? (Frankfurt, Funkhaus) Ich beziehe mich auf eine Sendung des HR vom 4. 11. 1962 (Dauer: 90 Min.), bei der in der Programmzeitung der Name des Dirigenten nicht genannt wurde. Da als Chor die Frankfurter Singakademie angegeben wurde, vermute ich deren Chorleiter, den renommierten Dirigenten Ljubomir Romansky, als musikalischen Leiter der Aufführung. (Eine diesbezügliche Anfrage beim Hessischen Rundfunk blieb leider unbeantwortet.)


    Von Frank Martins ursprünglich als 'Weltliches Oratorium' geplantem Werk - komponiert 1938/1940 für den Züricher Madrigalchor und, erweitert, 1942 in Zürich konzertant sowie 1948 bei den Salzburger Festspielen mit Maria Cebotari und Julius Patzak unter Ferenc Fricsay szenisch uraufgeführt (und als Tondokument erhalten) – gab es 1954 bei den Schwetzinger Festspielen (unter der Leitung des Komponisten) ein Konzert und 1959 im Opernstudio der Städtischen Oper Berlin (mit Nachwuchssängern) eine Bühneninszenierung von Wolf Völker in französischer Sprache. Rudolf Hartmann inszenierte im Cuvilliés-Theater für die Münchner Opernfestspiele das Werk mit Ingrid Bjoner, Ingeborg Bremert, Lilian Benningsen, Hertha Töpper, Richard Holm, Lorenz Fehenberger, Hans Günter Nöcker und Mino Yahia; der Dirigent war Joseph Keilberth und der Bayerische Rundfunk übertrug die Premiere am 24. 8. 1962.



    „Joseph und seine Brüder“ ('Joseph') (Méhul): Jacob, ein alter Hirte – Alexander Welitsch / Joseph, sein Sohn, unter dem Namen Kleophas – Josef Traxel / Josephs Brüder: Simeon – Bernhard Michaelis, Benjamin – Friederike Sailer, Ruben – Alfred Pfeifle, Naphtali – Gustv Grefe / Utobal, Josephs Vertrauter – Walter Hagner* / Der Südfunk-Chor Stuttgart / Chorltg.: Hermann Josef Dahmen / Das Sinfonie-Orchester des Süddeutschen Rundfunks / Dirigent: Alfons Rischner (Stuttgart, Villa Berg, 1955). Eine Szenenfolge daraus von ca. 45 Minuten wurde auf CD von der niederländischen 'Gala' - die den Namen dieses Sängers (*) falsch schreibt - veröffentlicht, wobei leider das Rezitativ und die Arie des Joseph „Ach, mir lächelt umsonst huldvoll des Königs Blick... Vaterland, dich musst' ich jung verlassen“ in der Interpretation Josef Traxels fehlt, seine Romanze „Ich war Jüngling noch an Jahren“ ist aber enthalten..


    Gekoppelt wurden diese Ausschnitte mit einer weiteren deutschsprachigen Aufnahme dieser Oper (ohne Zwischentexte, Dauer ca. 57 Minuten) mit - in der Reihenfolge der Rollen wie oben - Alexander Welitsch, Libero De Luca, Horst Günter, Ursula Zollenkopf, Rolf Kunz, Günter Genersch und Arnold van Mill / Sprecher der Zwischentexte: Erwin Linder / Der Chor und das Sinfonie-Orchester des Norddeutschen Rundfunks / Chorltg.: Max Thurn / Dirigent: Wilhelm Schüchter./ Funkfassung von Albin Stuebs (Hamburg, Funkhaus; die Rundfunksendung vom 5. 10. 1956 dauerte 80 Minuten). Als 'Füller' bringt 'Gala' noch Ausschnitte aus „Werther“ und „Der Bajazzo“ mit Libero De Luca in Aufnahmen des NDR Hamburg.


    Von Étienne-Nicolas Méhuls 'Drame en trois actes, mélé de chant' - also eine Oper mit gesprochenen Dialogen - aus dem Jahre 1807, die Beethoven (1809 in Wien als „Joseph in Ägypten“), Weber in seinem Dirigenten-Debüt (Dresden 1817) und Wagner (der sie 1838 in Riga dirigierte) stark beeindruckte, gibt es mehrere deutsche Übersetzungen. Beide Rundfunk-Produktionen verwenden (mit kleinen Abweichungen voneinander) die gleiche, anonyme deutsche Textversion (Stuttgart 1913), die aber mit den von 'Gala' genannten Texten oft nicht überein stimmt. Manchmal wurde der Oper ein Schlusschor angehängt (wie z. B. 1815 in Wien durch Ignaz von Seyfried oder 1817 in Dresden durch Ferdinand Fränzl), später ersetzte man die Dialoge durch Rezitative (1899 an der Pariser Grand Opéra durch Louis Bourgault-Ducoudray, 1908 an der Wiener Hofoper durch Felix von Weingartner oder – wieder an der Pariser Oper – 1946 durch Reynaldo Hahn und Henri Rabaud).



    Ich wünsche allen 'Taminos' einen guten Jahreswechsel und für das Jahr 2020 Gesundheit, Lebensfreude und viele musikalische Glücksmomente!



    Carlo

    Liebe Forianer!


    Das phantastisch gute Aussehen und die Noblesse ihrer Erscheinung – augenzwinkender Kommentar ihrer Kollegin Leonie Rysanek: „Die Frau ist so schön – muss sie auch noch eine so schöne Stimme haben?“ - machten Lisa Della Casa auch zur idealen Fernseh-Sängerin; allerdings ist außer dem für das Kino verfilmten Salzburger "Don Giovanni" von 1954, der Fernseh-Aufzeichnung der Münchner „Arabella“ von 1960 und einem filmischen Mitschnitt der „Rosenkavalier“-Generalprobe (Salzburg 1960) durch das österreichische Fernsehen keine andere komplette Oper mit ihr visuell dokumentiert worden. Dafür war sie aber häufig in diversen kleineren Interview-Sendungen oder als Gast in Fernseh-Shows im In- und Ausland zu sehen.


    Es folgen einige der deutschsprachigen TV-Auftritte mit der Schweizer Sopranistin (Erster Teil):


    "Die Zauberflöte" und "Fidelio" (Ausschnitte mit Hanny Steffek, Richard Holm, Erich Kunz und Josef Greindl) (ORF 1959): Siehe dazu meine Beiträge Nrn. 159 und 165.


    „Münchner Abendschau“ (Bayerisches Fernsehen 1959): Eine fünfzehnminütige Sendung mit Hans Mollier, die die oft mit Worten wie 'kühl' und 'distanziert' charakterisierte Sängerin als charmante und eloquente Gesprächspartnerin zeigt. Man plauderte über die Nachteile ihres Berufs (Reisen), Hobbies (Malen, Schneidern und Gärtnern), Hunde (zwei Setter) und Yoga.


    "Der Rosenkavalier" (Ausschnitte mit Sena Jurinac und Anneliese Rothenberger) (ARD 1960): Siehe dazu meinen Beitrag Nr. 177.


    „Meine Lieblingsrolle“ (ARD 1960); In dieser Folge der Sendereihe des Bayerischen Fernsehens (20 Minuten) sprach Lisa Della Casa mit dem Musikjournalisten Walter Panofsky hauptsächlich über die Partie der „Arabella“; im Rahmen dieses Interviews wurde auch ein Ausschnitt der Münchner Fernsehaufzeichnung dieser Oper gebracht.


    "Salome" (Ausschnitt und Interview in der "Münchner Abendschau") (Bayerisches Fernsehen 1961): Siehe dazu meinen Beitrag Nr. 177.


    „Begegnung mit einer Sängerin“ (ARD 1962): Dies war eine Sendereihe des NDR und des SDR von Cay Dietrich Voss mit einer Dauer von 25 Minuten, die im Vorabendprogramm der ARD gezeigt wurde. (Ich kann mich an diese und weitere Sendungen mit Elisabeth Grümmer, Anneliese Rothenberger, Rita Streich, Rudolf Schock und Hermann Prey erinnern.) Ludwig Kusche plauderte mit dem Ehepaar Debeljevic im Park ihres Schlosses Gottlieben in Taegerswil über Stationen der künstlerischen Laufbahn der Sängerin; im Kostüm der „Tosca“ sang sie deren berühmte Arie sowie das Lied „Der Gärtner“ von Hugo Wolf.


    „Unicef-Gala Düsseldorf“ (ARD 1962): Lisa Della Casa wirkte im 'klassischen' Teil der 'Unicef-Gala' „Musik der Welt“ mit, die am 6. 10. 1962 in der Düsseldorfer Kongresshalle veranstaltet und vom WDR europaweit übertragen wurde. (In die Annalen kam dieses Konzert durch den Auftritt von Marlene Dietrich, die Pete Seegers Anti-Kriegs-Lied „Sag mir, wo die Blumen sind“ vortrug.) Begleitet von der Nordwestdeutschen Philharmonie unter Richard Kraus sang Lisa Della Casa die 'Felsen-Arie' der Fiordiligi aus Mozarts „Cosi fan tutte“ und das Lied „Morgen!“ von Richard Strauss. Weitere Mitwirkende im 'klassischen' Teil waren Anneliese Rothenberger („La Traviata“), Giuseppe Di Stefano („La fanciulla del West“ und „La Bohème“), Henryk Szeryng (1. Satz der „Symphonie espagnole“ von Edouard Lalo). Shura Cherkassky („Ungarische Phantasie“ von Franz Liszt) sowie Margot Fonteyn und David Blair (Pas de deux aus dem „Nussknacker“-Ballett). Dietrich Fischer-Dieskau musste seinen Auftritt mit drei Liedern Hugo Wolfs, begleitet von Gerald Moore, krankheitshalber absagen. (Im 'Unterhaltungsmusik-Teil' wirkten Yma Sumac, Lys Assia, Nina und Frederik, Charles Trenet, Tommy Steele und Los Paraguayos mit.)


    "Vier letzte Lieder" (Konzert mit dem Sinfonie-Orchester des Hessischen Rundfunks unter István Kértesz) (ARD 1964): Siehe dazu meinen Beitrag Nr. 188.


    „Tosca“ (als Kriminalfilm) (ARD/ORF 1965): Siehe dazu meinen Beitrag Nr. 168.


    Ich wünsche allen 'Taminos' einen guten Jahreswechsel und für das neue Jahr Gesundheit, Lebensfreude und viele musikalische Glücksmomente!


    Carlo

    Die "Tagesschau" hat soeben mit einem kleinen Filmbeitrag die traurige Nachricht bestätigt.


    Zum Trost und zur Erinnerung an Peter Schreier bleiben uns seine sehr zahlreichen Tondokumente, wobei die "Tagesschau" darauf hinwies, dass seine 'Weihnachtsplatte' mit 1,4 Millionen Exemplaren die meistverkaufte Schallplatte der DDR gewesen ist. Ich habe sie noch vorige Woche auf dem Plattenteller gehabt...


    R. I. P.


    Carlo

    Lieber Rüdiger,


    unter 'veröffentlicht' verstehe ich, dass die Aufnahme auf einem Tonträger erschienen und käuflich zu erwerben ist. Ich weiß, es gibt 'Audiofiles', 'Streamings' und dergleichen, aber ich bin nun mal "altmodisch"!


    Ich wünsche allen 'Taminos' ein schönes und stimmungsvolles Weihnachtsfest!


    Carlo

    Lieber 'Nemorino',


    die 'Hör Zu'-Platte der 'Electrola' von 1965 ist komplett auf der zehnten CD "Popular and Folk Songs" in der 'EMI'-Box "Nicolai Gedda - Lyric Poet of the Tenor Voice" (11 CDs) enthalten, die Harald Kral 2010 (Beitrag Nr. 75) hier eingestellt hat.


    Es singt ein 'Russischer Männerchor' (Leitung: Nicholas P. Afonsky) und Lonya Kolbouss dirigiert ein Balalaika-Orchester. Zu hören sind folgende Lieder: "Abendglocken" ('Vechernii zvon') - "Troika" - "Weinende Weide" ('Dremlut plakuchie') - "Der Schneesturm" ('Miatelitsa') - "Schneebedecktes Russland" ('Zamelo tebia sniegom, Rossiia') - "Eintönig klingt hell das Glöckchen" ('Odnozvuchno gremit kolokolchik') - "Der junge Händler" ('Korobicinik') - "O, könnte ich es in Tönen sagen" ('O esli mog virazim v zvukie') - "Grauer, nebliger Morgen" ('Utro tumanoe, utro se doe') - "Des Soldaten Lebewohl" ('Proshchai') - "Kaukasische Melodie" ('Kavkatskaia melodiia').


    Da ich auch nur die 'Hör Zu'-Platte habe, wäre ich dankbar, wenn ein 'Tamino', der die obengenannte Box hat, das Aufnahmedatum und den Aufnahmeort (Leipzig?) hier mitteilen könnte, weil sich das Cover der LP darüber ausschweigt.


    Ich habe noch einige 'russische' Schallplatten mit Nicolai Gedda; dazu (aus Zeitgründen) später mehr.


    Ich wünsche allen 'Taminos' ein schönes und stimmungsvolles Weihnachtsfest!


    Carlo

    Liebe Forianer,


    hier ist Beniamino Giglis Film Nr. 8:


    „Der singende Tor“ ('Casa lontana') (Deutschland / Italien 1939 – Tobis Filmkunst GmbH / Itala-Film S. A.)


    mit Kirsten Heiberg, Hilde Körber, Elsa Wagner, Hans Olden, Werner Fuetterer, Rudolf Platte, Friedrich Kayssler, Franz Schafheitlin, Ernst Fritz Fürbringer u. a. / Regie: Johannes Meyer. Die sehr komplexe Handlung wird in zahlreichen Rückblenden erzählt: Carlo Franchetti, ein Tenor, steht in Rom wegen Mordes an dem amerikanischen Revuemanager James Kennedy (Olden) vor Gericht. Nachdem der Sänger vor Jahren seine untreue Frau Sylvia (Heiberg), eine Revuetänzerin, verlassen hat, ist er von der Opernbühne abgetreten und als singender Clown „Carello“ um die Welt gereist. Nach langer Zeit trifft sich das Ehepaar zufällig in Paris wieder und versöhnt sich; Carlo gelingt es, an seine früheren Erfolge als Operntenor anzuknüpfen. Bei einem Gastspiel in Rom beichtet ihm Sylvia, dass sie wegen eines früheren Wechselbetruges von Kennedy erpresst wird. Carlo stellt Kennedy zur Rede, es fällt ein tödlicher Schuss. Im Prozess erscheint Kennedys Witwe Peggy (Körber) vor Gericht und sagt aus...


    Gigli sang in diesem Film - den ich noch nie gesehen habe - Lieder von Salvatore Cardillo, Ernesto De Curtis („A Silvia“) und Luigi Denza; vermutlich ist er auch in einer Szene aus Gounods „Roméo et Juliette“ zu sehen. Die Musikaufnahmen leitete Luigi Ricci in Rom (wo auch in den Cinecittà-Studios die Dreharbeiten gemacht wurden); die Filmmusik stammt von Franco Casavola und Alois Melichar. Franz Grothe schrieb ein Chanson („Ja und nein“) für seine damalige Frau, die Norwegerin Kirsten Heiberg, und für Beniamino Gigli das Lied „A mia moglie“. Und der 'klassische' Komponist Riccardo Zandonai steuerte für diesen Film die „Canzone del clown“ ('Casa lontana') bei.


    Ich wünsche allen 'Taminos' ein schönes und stimmungsvolles Weihnachtsfest!


    Carlo

    Liebe Forianer,



    heute heißt das Thema: "Josef Traxel in Opern von Leos Janácek".



    „Jenufa“ (Janácek): Die alte Buryja – Res Fischer / Laca Klemen – Josef Traxel / Stewa Buryja – Fritz Uhl / Die Küsterin – Grace Hoffman / Jenufa – Lore Wissmann / Der Altgesell – Gustav Grefe / Der Dorfrichter – Fritz Linke / Seine Frau – Paula Kapper / Karolka – Hannelore Schulz-Pickard / Eine Schäferin – Margarethe Bence / Barena – Liselotte Rebmann / Jarna – Sieglinde Kahmann / Der Chor und das Orchester der Württembergischen Staatsoper Stuttgart / Chorltg.: Heinz Mende / Dirigent: Ferdinand Leitner (Wien, Staatsoper, 6. 11. 1959). In Günther Rennerts Inszenierung der „Jenufa“ wurde aus einer 'Magd' eine 'Schäferin' und aus dem Hirtenjungen 'Jarno' das Mädchen 'Jarna'. Im November 1959 gastierte die Stuttgarter Oper an der Wiener Staatsoper mit Aufführungen der Opern „Jephtha“, „Jenufa“ und „Parsifal“, wobei von den beiden erstgenannten Werken Privat-Mitschnitte entstanden.



    „Aus einem Totenhaus“ ('Z mrtvého domu') (Janácek): Alexander Petrowitsch Gorjantschikoff – Mino Yahia / Alej – Naan Pöld / Filka Morosoff – Josef Traxel / Der große Sträfling – Georg Paskuda / Der kleine Sträfling – Richard Kogel / Der Platzkommandant – Günter Reich / Der ganz alte Sträfling – Friedrich Lenz / Skuratoff – Heinz Hoppe / Tschekunoff – Carl Hoppe / Der betrunkene Sträfling – Karl Kreile / Der Koch – Peter Schranner / Der Schmied – Wulf von Lochner / Der Pope – Josef Weber / Der junge Sträfling – Albert Gassner /, Eine Dirne – Margot Laminet / Ein Sträfling in der Rolle Don Juans und des Brahminen – Günter Reich / Kedril – Franz Weiß /, Schapkin – Lorenz Fehenberger / Schischkoff – Marcel Cordes / Tscherewin – Rudolf Gantner / Eine Stimme hinter der Szene – Naan Pöld / Der Chor und das Symphonie-Orchester des Bayerischen Rundfunks / Chorltg.: Kurt Prestel / Dirigent: Rafael Kubelik (München, Herkules-Saal, 17. 11. 1961, Mitschnitt der konzertanten Aufführung). Nur der Schluss der Oper wurde von Rafael Kubelik nach der handschriftlichen Original-Partitur Janaceks – die in Brno aufbewahrt wird - revidiert; die Fotokopien der restlichen Partitur-Teile trafen zu spät in München ein.


    dto.: Besetzung wie oben - mit folgenden Ausnahmen: Alexander Petrowitsch Gorjantschikoff – Kieth Engen / Der Platzkommandant – Andrew Foldi / Der Koch – Theodor Nicolai / Eine Dirne – Marjorie Heistermann / Ein Strtäfling in der Rolle Don Juans und des Brahminen – Andrew Foldi / Tscherewin – Franz Weiß / Der Chor und das Symphonie-Orchester des Bayerischen Rundfunks / Chorltg.: Wolfgang Schubert / Dirigent: Rafael Kubelik (München, Herkules-Saal, 30. 5. - 1. 6. 1964, Studio-Produktion) Eine von Rafael Kubelik nach der Original-Partitur Janaceks überarbeitete Fassung in deutscher Sprache. Am 2. 6. 1964 wurde die Oper in der genannten Besetzung im Münchner Herkules-Saal und zwei Tage später auch im Wiener Musikverein konzertant aufgeführt.



    „Schicksal“ ('Osud') (Janácek): Zhivný, ein Komponist – Josef Traxel / Mila Válková, seine Geliebte – Lore Wissmann / Frau Válková, ihre Mutter – Paula Brivkalne / Milas und Zivnýs Kind – Karin Fischer / Personen im 1. Akt: Dr. Suda, ein Arzt und Zhivnýs Freund – Stefan Schwer / Lhotský, ein Maler, Zhivnýs Freund – Gustav Grefe / Konecný, Milas Verlobter – Hans Günter Nöcker / Eine alte Slowakin – Margarethe Bence / Die Frau eines Majors – Hilde Könkels / Die Frau eines Ratsmitglieds – Liselotte Rebmann / Fräulein Stuhla, eine Lehrerin – Margarethe Bence / Ein Student – Hans Blessin / Fanca, ein junges Mädchen – Sieglinde Kahmann / Eine Schülerin – Anja Silja / Personen im 3. Akt: Hrazda, Gesangsstudent – Fritz Wunderlich / Verva, Musikstudent – Engelbert Czubok / Fräulein Soucková, Gesangsstudentin – Liselotte Rebmann / Fräulein Kosinská, Musikstudentin – Paula Bauer / Der Chor und das Orchester der Württembergischen Staatsoper Stuttgart / Chorltg.: Heinz Mende / Dirigent: Hans Schwieger (Stuttgart, Staatsoper, 26. 10. 1958). Der Süddeutsche Rundfunk setzte bei einer späteren Sendung des Mitschnitts zur Erklärung der Handlung einen Sprecher (Fred Siebeck) ein. Die Aufnahme erschien bei der niederländischen Firma 'Gala' als Bestandteil einer Fritz-Wunderlich-Box (4 CDs), gekoppelt mit Igor Stravinskiis „Persephone“, Everett Helms „Die Belagerung von Tottenburg“ und Szenen aus Mozarts „Die Zauberflöte“.


    Leos Janácek komponierte die Oper in den Jahren 1903 bis 1906; uraufgeführt wurde sie aber erst am 25. 10. 1958 in Brno (Brünn) in einer Ausgabe von Václav Nosek und bereits einen Tag später folgte die – viel beachtete und für Josef Traxel zu einem riesigen Erfolg werdende - deutsche Erstaufführung in Stuttgart mit Kurt Honolkas Übersetzung von Fedora Bartosovás Libretto. Damals hatte man keine Vergleichsmöglichkeit – heute weiß man, dass Nosek und Honolka das Werk durchgängig bearbeiteten, Rollen umschrieben und zusammenstrichen; außerdem veränderten sie die Dramaturgie der Oper gründlich. (Der „Tamino“-Opernführer von 'musikwanderer' gibt Janáceks Original-Handlung wieder!) Aus Milas Begleiter Konecný wurde ihr Verlobter und aus Zhivnýs Kind wurde statt eines Sohnes eine Tochter. Mila stirbt nicht durch ein Gerangel mit ihrer Mutter und dem folgenden gemeinsamen Sturz vom Balkon, sondern Zhivný stößt seine Frau bei einem Streit von sich, wobei sie unglücklich fällt und stirbt. (So treten in der Neufassung im Schlussbild auch Milas Mutter und Konecný auf, während aber der in der Originalhandlung vorkommende Sohn Zhivnýs im dritten Akt fehlt.) Der größte Eingriff war aber, dass sich die Handlung nicht chronologisch entwickelt, sondern die erste Szene des dritten Aktes an den Anfang gestellt und (mit dem Rest des dritten Aktes am Ende der Oper) so eine Rahmenhandlung für den ersten und zweiten Akt geschaffen wurde.



    Ich wünsche allen 'Taminos' ein schönes und stimmungsvolles Weihnachtsfest!



    Carlo

    Hallo, 'Fiesco'!


    Zu Deinem Beitrag Nr. 35: Das - vielleicht etwas chauvinistische - Urteil von Edward Greenfield anlässlich der CD-Erstveröffentlichung (1990) der „Idomeneo“-Aufnahme bezog sich auf die musikalische Qualität der Produktion; HIP-orientierten Hörern mag sie allerdings weniger gut in den Ohren klingen.


    Aber auch für mich steht bei Opernaufnahmen die sängerische Leistung im Vordergrund, da kann ich leicht – wie bei dieser Einspielung - auf einige fehlende Arien, gekürzte Rezitative, eine gestrichene Ballettmusik oder ein Orchester mit Original-Instrumenten verzichten.


    Hier Mr. Greenfields Kurz-Kritik:


    „The very first 'complete' recording of the opera makes a timely reappearance on CD. Though it uses a severely cut text and the orchestral sound is rather dry, it wears its years well. The voices still sound splendid, notably Sena Jurinac as a ravishing Ilia, Richard Lewis in the title-role, and Léopold Simoneau so delicate he almost reconciles one to the casting of Idamante as a tenor (from Mozart's compromised Vienna revisions). The cuts mean that the whole opera is fitted on to two (mid-price) discs instead of three.“


    Carlo