Beiträge von Carlo

    Heinz Hoppe in Opern im Rundfunk und auf der Schallplatte (1. Teil):


    „Tiefland“ (Eugen d’Albert): Sebastiano, der Gutsbesitzer – Ernst Gutstein / Tommaso, der Dorfälteste- Theo Adam / Moruccio, Knecht in der Mühle - Günther Leib / Marta – Hanne-Lore Kuhse / Nuri, ein Waisenmädchen – Rosemarie Rönisch / Pepa, Antonia und Rosalia, Nachbarinnen – Ingeborg Wenglor, Jola Koziel und Gertraud Prenzlow / Pedro, ein Hirte – Heinz Hoppe / Nando, ein Hirte – Harald Neukirch / Der Chor der Staatsoper Dresden / Chorltg.: Gerhard Wüstner / Die StaatskapelleDesden / Dirigent; Paul Schmitz (Dresden, Lukaskirche, September 1963). Eine Co-Produktion des ostdeutschen VEB ‚Deutsche Schallplatten‘ mit der westdeutschen ‚Electrola‘, veröffentlicht 1964 auf drei LPs (5 Seiten) und heute bei ‚Berlin Classics‘ auf CD erhältlich.


    „Carmen“ (Georges Bizet) (Querschnitt): Hier an dem Herzen treu geborgen – Euren Toast kann ich wohl erwidern – Wenn dir die Karten einmal bitt’res Unheil künden – Ich sprach, dass ich furchtlos mich fühle – Ach, all mein Hoffen und mein Lieben / Carmen – Irene Dalis / Don José – Heinz Hoppe / Micaela – Chloe Owen / Escamillo – Karl Schmitt-Walter / Der Günther-Arndt-Chor / Das Orchester der Städtischen Oper Berlin / Dirigent: Wolfgang Martin (Aufgenommen am 3. und 4. 7. 1956. / ‚Telefunken‘, LP, 25 cm). Was nur wenig bekannt ist: Wolfgang Martin war ein deutscher Dirigent, der es kurz nach dem Krieg sogar bis an die ‚Met‘ in New York gebracht hat (insgesamt acht Dirigate von "Tannhäuser", "Tristan und Isolde" und "Die Meistersinger von Nürnberg")!


    „Turandot“ (Ferriccio Busoni): Altoum, Kaiser von China - Ernst Wiemann / Turandot, seine Tochter - Edith Lang / Adelma, ihre Vertraute – Ria Urban / Kalaf, ein fremder Prinz – Heinz Hoppe / Barak, sein Getreuer - Sigmund Roth / Die Königinmutter von Samarkand, eine Mohrin – Elfriede Wasserthal / Truffaldino, Haupt der Eunuchen – Kurt Marschner / Pantalone und Tartaglia, zwei Minister – Toni Blankenheim und Walther Hauck / Der Chor und das Sinfonie-Orchester des Norddeutschen Rundfunks / Chorltg.: Max Thurn / Dirigent: Wolfgang Ebert (Hamburg, Funkhaus, 10. 12. - 15. 12. 1959).


    „Rita“ (Gaetano Donizetti): Rita, Besitzerin einer Osteria - Rosl Schwaiger (Evy Gotthardt) / Beppe, ihr zweiter Mann – Heinz Hoppe (Heinz Bennent) – Gasparo, ein Farmer, Ritas erster Mann – Robert Titze (Günther Neutze) / Drei Bedienerinnen – Hellwig Bergmann, Kathrin Boeckler und Ingund Mewes / Das Rundfunkorchester Hannover des Norddeutschen Rundfunks / Dirigent: Willy Steiner (Hannover, Funkhaus, 10. 9. - 13. 9. 1956). Das heitere Werk Donizettis wurde in einer neuen deutschen Fassung von M. H. Fischer und C. Malberto aufgenommen; die Sprecher der Dialoge stehen in Klammern..


    „Die Favoritin“ (‚La Favorite‘) (Gaetano Donizetti): Alfonso XI., König von Kastilien – Raymond Wolansky / Leonora di Guzman – Ira Malaniuk / Fernando, ein Novize des Klosters San Giacomo – Heinz Hoppe / Balthasar, Prior des Klosters San Giacomo - Otto von Rohr / Don Gaspar, königlicher Offizier - Georg Jelden / Ines, Leonoras Vertraute - Else Mühl / Der Südfunk-Chor / Chorltg.: Hermann Josef Dahmen / Das Sinfonieorchester des Süddeutschen Rundfunks Stuttgart / Dirigent: Hans Müller-Kray (Stuttgart, Liederhalle, Januar 1960). Eine gekürzte Aufnahme der Donizetti-Oper (in der deutschen Textfassung von Franz Abt), erschienen 2010 beim ‚Hamburger Archiv für Gesangskunst‘ auf 2 CDs.


    „Margarethe“ (‚Faust‘) (Charles Gounod) (Querschnitt): Ja, das Gold regiert die Welt – Da ich nun verlassen soll – Gegrüßt sei mir, o heil’ge Stätte – Nur große Herrn… Ha, welch ein Glück, mich zu seh’n - Es ist schon spät, lebt wohl! – Scheinst zu schlafen du im Stübchen – Schnell hierher! Nachbarn, kommt! - Welch tiefer Jammer drückt mich nieder / Faust – Heinz Hoppe / Mephisto – Kim Borg / Valentin – Eberhard Waechter / Margarethe – Maria Stader / Siebel – Dagmar Naaff / Der Chor des Bayerischen Rundfunks / Chorltg.: Kurt Prestel / Die Münchner Philharmoniker / Dirigent: Ferdinand Leitner (Aufgenommen vom 8. bis 10. 1. 1957. / ‚Deutsche Grammophon Gesellschaft‘, LP, 30 cm).


    Carlo

    Peter Meven als Fafner in „Siegfried“:


    „Siegfried“ (Richard Wagner): Siegfried – Jean Cox / Mime – Georg Paskuda / Der Wanderer – Theo Adam / Alberich – Gustav Neidlinger / Fafner – Peter Meven / Brünnhilde – Berit Lindholm (statt Catarina Ligendza) / Erda – Marga Höffgen / Die Stimme des Waldvogels – Elizabeth Volkman / Das Orchester der Bayreuther Festspiele / Dirigent: Horst Stein (Bayreuth, Festspielhaus, 29. 7. 1971). Eine Übertragung des Bayerischen Rundfunks aus Bayreuth.


    Der Fafner im „Siegfried“ war eine von Peter Meven oft gesungene Rolle, z. B. am 10. 3. 1972 in Toulouse (Théâtre du Capitole) mit Ursula Schröder-Feinen (Brünnhilde), Eva Tamassy (Erda), Danièle Perriers (Stimme des Waldvogels), Jean Cox (Siegfried), Georg Paskuda (Mime), Jef Vermeersch (Wanderer) und Arwed Sandner (Alberich) unter Pierre Médecin oder am 1. 11. 1991 in Brüssel mit Janis Martin (Brünnhilde), Jadwiga Rappé (Erda), Andrea Rost (Stimme des Waldvogels), Karl-Josef Hering (Siegfried), Uwe Schönböck (Mime), Victor Braun (Wanderer) und Franz-Josef Kapellmann (Alberich) unter der Leitung von Sylvain Cambreling.



    Peter Meven als Hagen in "Götterdämmerung":


    Götterdämmerung“ (Richard Wagner): Siegfried – Wilhelm Ernest / Gunther – Peter Wimberger / Hagen – Peter Meven / Alberich – Marius Rintzler / Brünnhilde – Gladys Kuchta / Gutrune – Rachel Mathes / Waltraute – Gwyn Cornell / Erste Norn – Margrit Caspari / Zweite Norn – Ingeborg Lasser / Dritte Norn – Annie Walker / Woglinde – Jeanette Zarou / Wellgunde – Siff Pettersen / Flosshilde – Trudeliese Schmidt / Der Chor der Deutschen Oper am Rhein / Chorltg.: Rudolf Staude / Die Duisburger Sinfoniker / Dirigent: Arnold Quennet (Duisburg, Opernhaus, 1971).


    dto.: Siegfried - Helge Brilioth / Gunther – Erik Saedén / Hagen – Peter Meven / Alberich – Björn Asker / Brünnhilde – Berit Lindholm / Gutrune – Karin Mang / Waltraute – Barbro Ericson / Erste Norn – Ileana Peterson (statt Kerstin Meyer) / Zweite Norn – Edith Thallaug / Dritte Norn – Gunilla af Malmborg / Woglinde – Hillevi Blylods / Wellgunde – Solveig Lindström / Flosshilde – Margot Rödin / Kungliga Operans kör / Chorltg.: Lasse Siliakus / Kungliga Hovkapellet / Dirigent: Berislav Klobučar (Moskva, Bolshoi Teatr, 9. 7. 1975). Ein Mitschnitt vom Gastspiel der Königlichen Oper Stockholm in Moskau, veröffentlicht 1990 auf fünf LPs der sowjetrussischen Marke 'Melodiia'. Peter Meven war auch der Hagen in einer Aufführung der Stockholmer Oper (6. 1. 1978) und nahm an deren „Götterdämmerung“-Gastspielen in Kopenhagen (21. 1. 1975) und Warschau (28. 1. 1978) teil. Die Sängerin der Gutrune nannte sich zeitweilig auch Karin Mang-Habashi.


    dto.: Siegfried – Jean Cox / Gunther – Victor Braun / Hagen – Peter Meven / Alberich – Klaus Hirte / Brünnhilde – Catarina Ligendza / Gutrune – Irmgard Stadler / Waltraute – Eva Randová / Erste Norn – Grace Hoffman / Zweite Norn – Doris Soffel / Dritte Norn – Irmgard Stadler / Woglinde – Margaret Neville / Wellgunde – Gabriele Schnaut / Flosshilde – Adelheid Krauß / Der Chor und das Orchester der Württembergischen Staatsoper Stuttgart / Chorltg.: Heinz Mende / Dirigent: Silvio Varviso (Stuttgart, Staatsoper, 27. 5. 1979). ‚Mr. Tape‘ hatte den kompletten „Ring“, der am 11. 5. („Das Rheingold“), 13. 5. („Die Walküre“), 20. 5. („Siegfried“) und am 27. 5. („Götterdämmerung“) im Jahre 1979 in Stuttgart aufgeführt wurde.


    dto.: Siegfried – Hans Beirer / Gunther – Franz Grundheber / Hagen – Peter Meven / Alberich – Walter Berry / Brünnhilde – Gwyneth Jones / Gutrune – Lisbeth Balslev / Waltraute – Christa Ludwig / Erste Norn – Margarita Lilowa / Zweite Norn – Rohangiz Yachmi / Dritte Norn – Agnes Habereder / Woglinde – Brigitte Poschner-Klebel / Wellgunde – Margareta Hintermeier / Flosshilde – Anna Gonda / Der Chor und das Orchester der Wiener Staatsoper / Chorltg.: Walter Hagen-Groll / Dirigent: George Alexander Albrecht (Wien, Staatsoper, 22. 5. 1986). Eine Aufführung zum 75. Geburtstag des ‚unverwüstlichen‘ Hans Beirer, der trotz einer kurz zuvor erlittenen Beinverletzung auftrat! (Komplette Aufnahme bei ‚House of Opera‘ – und auf YouTube!)


    dto.: Siegfried – William Johns / Gunther – Roland Hermann / Hagen – Peter Meven / Alberich – Henk Smit / Brünnhilde – Jeannine Altmeyer / Gutrune und Dritte Norn – Kathryn Day / Waltraute und Zweite Norn – Cornelia Wulkopf / Erste Norn – Janice Taylor (statt Nancy Maultsby) / Woglinde – Soile Isokoski / Wellgunde – Diane Lane (statt Pamela Coburn) / Flosshilde – Yvonne Schiffelers / Het Groot Omroepkoor / Het Koor van De Nederlandse Opera / Het Radio Filharmonisch Orkest / Dirigent: Edo de Waart (Amsterdam, Concertgebouw, 1. 7. 1989). Eine 'Zaterdagmatinee' des niederländischen Rundfunkverbandes VARA zum Holland-Festival 1989, der ein Konzert in gleicher Besetzung am 28. 6. 1989 vorausging. (Die amerikanische Sängerin Kathryn Day hatte unter ihrem Mädchennamen 'Bouleyn' eine respektable Karriere.)


    dto.: (Ausschnitte) / Brünnhilde - Ludmila Dvořaková / Gutrune – Stella Axarlis / Waltraue – Gwyn Cornell / Siegfried – Hans Hopf / Gunther- Hermann Becht / Hagen - Peter Meven / Alberich – Marius Rintzler / Die Duisburger Sinfoniker / Dirigent: Günther Wich (Duisburg, Opernhaus, 16. 6. 1974).


    Carlo

    DIE ZWILLINGSBRÜDER, D 647


    Oper in einem Akt von Georg Ernst von Hofmann / Musik von Franz Schubert / Komponiert Ende 1818 bis 19. 1. 1819 / Uraufgeführt am 14. 6. 1820 am Kärntnertortheater in Wien.


    Das Werk:


    Georg Gotthard Josef Ernst Edler von Hofmann, zu dessen Schauspiel „Die Zauberharfe“ Franz Schubert die Musik schrieb (siehe Beitrag Nr. 72), verfasste das Libretto zu der Oper „Die Zwillingsbrüder“ nach dem französischen Lustspiel ‚Les deux Valentins‘ von Marc Antoine Madeleine Désaugiers. Franz Schubert erhielt den Kompositionsauftrag durch Vermittlung des damals vor allem als Opern-Bariton bekannten Hofopernsängers Johann Michael Vogl, den er durch seinen Intimus Franz von Schober kennengelernt hatte. Doch bis zur Uraufführung am 14. 6. 1820 – mit Vogl in der Doppelrolle der Brüder Spiess - musste Schubert fast 18 Monate warten und es heißt, dass er nicht einmal eine Vorstellung davon besuchte, weil er inzwischen das Interesse an dieser Oper verloren hatte.


    Der Kritiker vom ‚Wiener Conservationsblatt‘ urteilte: „In seinen wunderschönen, leider zu wenig bekannten Liedern offenbart sich ein ebenso einfaches, tiefes als poetisch reiches Gemüt. Fast ängstlich mag er nun an dem vorliegenden Stoffe einen Zug gesucht haben, in dem er seine Stärke kundgeben könnte…. Die possenhafte Seite der Handlung sprach ihn offenbar nicht an, denn sie blieb vollkommen unberührt. Da nun die Musik fast wie ein reiches Kleid über einem Holzbilde anzusehen war, so konnte diese innere Spaltung auch nur einen unbefriedigenden Eindruck machen.“ Auch Mozarts 1791 geborener Sohn Wolfgang war bei der Uraufführung anwesend und schrieb: „Abends sah ich im Kärntnertortheater eine kleine Operette, ‚Die Zwillingsbüder’, mit Musik des Herrn Schubert, eines Anfängers. Die Komposition hat recht hübsche Sachen, ist aber ein wenig zu ernst gehalten.“


    Für diese Oper wählte Franz Schubert kompositorische Mittel (nach eigener Aussage ‚harte Modulationen‘, ‚zerstreuete Instrumentierung‘ und ‚eigene Bahnen‘), die den Rahmen eines Singspiels überschritten. Da das Werk nur sechsmal gespielt wurde – was für die damaligen Wiener Theaterverhältnisse aber viel war – und trotz Kritken zur Uraufführung auch in Leipzig und Dresden, verschwanden „Die Zwillingsbrüder“ in der Versenkung, bis 1872 ein Klavierauszug erschien und Johann Nepomuk Fuchs 1882 sie für eine Aufführung an der Wiener Hofoper ‚ausgrub‘ und die Partitur gedruckt wurde.


    Die Musik:


    Ouvertüre

    Introduktion (Anton und Chor) ‚Verglühet sind die Sterne, der Morgen graut‘

    Duett (Lieschen und Anton) ‚Vor dem Busen möge blühen, was die Liebe dir verehrt‘

    Arie (Lieschen) ‚Der Vater mag wohl immer Kind mich nennen‘

    Arie (Franz Spiess) ‚Mag es stürmen, donnern, blitzen‘

    Quartett (Lieschen, Anton, Franz, Der Schulte) ‚Zu rechter Zeit bin ich gekommen‘

    Arie (Friedrich Spiess) ‚Liebe teure Muttererde, sieh, dein Kind, es kehrt zurück‘

    Duett (Lieschen-Anton) ‚Nur dir will ich gehören‘

    Terzett (Lieschen Anton, Franz Spiess) ‚Wagen Sie ihr Wort zu brechen?‘

    Quintett (Lieschen, Anton, Franz Spiess, Der Dorfschulze, Der Amtmann und Chor)‘Packt ihn, führt ihn vor Gericht’

    Schlusschor ‚Die Brüder haben sich gefunden, die Liebenden vereinet, geleitet sie zum Traualtar‘


    Die Personen:


    Der Dorfschulze (Bürgermeister) – Bass / Lieschen, seine Tochter – Sopran / Anton, ihr Verlobter – Tenor / Franz Spiess und Friedrich Spiess, Zwillingsbrüder – Bariton / Der Amtmann – Bass.


    Die Handlung:


    Anton bringt Lieschen, der Tochter des Dorfschulzen, ein Ständchen zu ihrem 18. Geburtstag. Bis zu diesem Tag mussten beide auf ihre Hochzeit warten, denn Lieschens Vaters hatte vor langer Zeit ihrem Paten, Franz Spiess, das Versprechen gegeben, dass sie seine Frau werden würde, wenn er bis zu diesem Tag aus der Fremdenlegion zurückkehren würde. Kaum haben sie den Namen ausgesprochen, da steht Franz Spiess auch schon vor ihnen und fordert die Einlösung des Versprechens. Er lässt sich nicht umstimmen, wobei es offensichtlich ist, dass er mehr an Lieschens Mitgift – immerhin 1000 Taler - als an ihr interessiert ist. Während Franz Spiess zum Amtmann läuft, um das bei ihm deponierte Geld zu holen, sind Lieschen, Anton und ihr Vater bestürzt ins Haus gegangen. Da betritt ein zweiter Fremdenlegionär die Szene: Friedrich Spiess, der Zwillingsbruder von Franz, der hierher gekommen ist, um nach seinem Bruder zu suchen. Friedrich (der Franz wie aus dem Gesicht geschnitten aussieht, aber das genaue Gegenteil seines cholerischen Bruders ist) ist erstaunt, als Lieschen ihn bittet, sie freizugeben – und noch erstaunter, als der Amtmann ihm Lieschens Mitgift übergeben will, deren Empfang er noch quittieren muss. Kaum ist Friedrich dem Beamten zu dessen Amtsstube gefolgt, erscheint wieder Franz auf der Szene und fordert grob sein Recht. Lieschen, Anton und der Dorfschulze können sich das widersprüchliche Benehmen von Franz nicht erklären und die herbei gelaufenen Dorfbewohner schleppen den Tobenden ins Gefängnis. Da kommt Friedrich hinzu und nun klärt sich die Sache auf: Franz hatte einst die Heimat verlassen, um in der Fremdenlegion seinen Zwillingsbruder Friedrich zu suchen, der umgekehrt wieder nach Franz suchte. Die Brüder sind wieder vereint, Franz verzichtet auf die Mitgift und Lieschen darf endlich mit Anton Hochzeit feiern.


    Die Aufnahmen


    Der Dorfschulze – Kurt Moll / Lieschen – Helen Donath / Anton – Nicolai Gedda / Franz Spiess und Friedrich Spiess – Dietrich Fischer-Dieskau / Der Amtmann – Hans-Joachim Gallus / Der Chor und das Orchester der Bayerischen Staatsoper / Chorltg.: Wolfgang Baumgart / Dirigent: Wolfgang Sawallisch / Dialogregie: Gisela Schunk (München, Bürgerbräukeller, 2. 1. - 5. 1. 1975). Erschienen auf LP 1975 bei ‚EMI/Electrola‘ und 19.. bei ‚Eterna‘; auf CD veröffentlicht von ‚cpo‘ (1996) und von ‚Warner‘ (2012).


    Der Dorfschulze – Fred Teschler / Lieschen – Helga Termer / Anton – Ekkehard Wagner / Franz Spiess – Rolf Haunstein / Friedrich Spiess – Wolfgang Hellmich / Der Amtmann – Bernd Elze / Der Rundfunkchor Leipzig / Das Große Rundfunkorchester Leipzig / Chorleiter und Dirigent: Horst Neumann (Leipzig, Kongresshalle, 4. 2. 1978). Eine Aufnahme des Mitteldeutschen Rundfunks ohne Dialoge, die Handlung wird von einer Erzählerin (Traute Richter – die Dresdener Schauspielerin, nicht die Berliner Sopranistin) geschildert. ‚Mr. Tape‘ in den USA hat davon ein Tonband veröffentlicht.


    Der Dorfschulze – Claudio Otelli / Lieschen – Maria Venuti / Anton – Peter Jelosits (statt Josef Protschka) / Franz Spiess – Hermann Prey / Friedrich Spiess – Franz Hawlata / Der Amtmann – Dietrich Henschel / Das Neue Wiener Vocalensemble / Chorltg.: Peter Altmann / Das Niederösterreichische Tonkünstlerorchester / Dirigent: Isaac Karabtchevsky (Wien, Musikverein, 20. 11. 1991). Ein Konzert von der ‚Neunten Wiener Schubertiade 1991‘, bei der auch Franz Schuberts Symphonie E-Dur (D 729) erklang – ergänzt und vervollständigt von Felix Weingartner.


    Der Dorfschulze – Georg Heckel / Lieschen – Petra Labitzke / Anton – Hubert Schmid / Franz Spiess und Friedrich Spiess – Sönke Morbach / Der Amtmann – Matthias Schaltezky / I Solisti Cantori / Chorltg.: Emanuela Di Pietro / Die Philarmonia Mediterranea / Dirigent: Peter Maag (Cosenza, Teatro Rendano, 15. und 16. 11. 1997). Eine Live-Aufnahme in deutscher Sprache (mit Dialogen) aus Cosenza in Kalabrien, herausgegeben von ‚Bongiovanni‘ auf einer CD (1998).


    Der Dorfschulze – Oliver Aigner / Lieschen – Aga Mikolaj / Anton – Andreas Karasiak / Der Amtmann – Heiko Michael Schulz / Franz Spiess und Friedrich Spiess – Stephan Genz / Der Chorus Musicus / Das Neue Orchester / Chorleiter und Dirigent: Christoph Spering (Köln, Deutschlandfunk, 9. 1. - 13. 1. 2008). Erschienen auf CD – ohne Dialoge - 2009 in der ‚Phoenix Edition‘, gekoppelt mit „Der vierjährige Posten“. (Beide Schubert-Opern wurden beim Festival ‚La Folle Journée de Nantes‘ im Auditorium Spaun in Nantes am 1. 2. 2008 konzertant aufgeführt und von ‚France Musique‘ übertragen. Das Lieschen sang hier allerdings Jutta Maria Böhnert.)


    Der Dorfschulze – Virgil Mischok / Lieschen – Kristiane Kaiser / Anton – Matthias Klink / Franz Spiess und Friedrich Spiess – Peter Schöne / Der Amtmann – Matthias Ettmayr / Der Chor des Bayerischen Rundfunks / Chorltg.: Stellario Fagone / Das Münchner Rundfunkorchester / Dirigent: Christoph Spering (statt Christopher Hogwood) (München, Prinzregententheater, 8. 12. 2013). Ein ‚Sonntagskonzert‘ des Bayerischen Rundfunks mit Dialogen, das auch Schuberts „Der vierjährige Posten“ enthielt (siehe dort).


    Die Arie des Lieschen ‚Der Vater mag wohl immer Kind mich nennen‘ gibt es in zwei Aufnahmen: a) mit Anneliese Rothenberger und dem Orchester der Bayerischen Staatsoper unter Thomas Ungar (Doppel-LP „Der heitere Schubert“ von ‚EMI/Electrola‘, 1974) und b) mit Elly Ameling und dem Rotterdams Philharmonisch Orkest unter Edo de Waart (LP „Ein Opernabend mit Franz Schubert“„ von ‚Philips‘, 1976). Oliver Widmer singt die Arien ‚Mag es stürmen, donnern, blitzen‘ und ‚Liebe teure Muttererde, sieh, dein Kind, es kehrt zurück‘; er wird begleitet vom Nemzeti Filharmonikus Zenekar unter Jan Schultsz bei ‚Hyperion‘ (CD von 2001).


    Carlo

    Heinz Hoppes 100. Geburtstag am 26. Januar 2024 ist in den Medien sang- und klanglos verstrichen – auch im „Tamino“-Klassikforum! Dabei hatte der Tenor – vor allem als jahrelanges Mitglied der Hamburgischen Staatsoper – eine respektable Laufbahn als Opern- und Konzertsänger vorzuweisen und seine immer wieder gesendeten, überaus zahlreichen Operettenaufnahmen waren Bestandteil der Rundfunkprogramme. In einem Interview mit dem Berliner "Orpheus" hatte er im April 1973 angekündigt, zukünftig freiberuflich tätig zu sein und sich vermehrt dem klassischen Liedgesang zuwenden zu wollen, aber zeitgleich mit einer zweiten Ehe wurde er stattdessen 'volkstümlich' (inklusive TV-Shows und Zeitschriften-Reportagen), was zweifellos sein Bankkonto füllte, ihn aber für die Klassik-Liebhaber verdächtig machte, denn da gilt wohl nach wie vor: „Kunst oder Kommerz“. (Hier gibt es Parallelen zu Anneliese Rothenberger, Anna Moffo, Rudolf Schock und etlichen anderen Sängern, die paradoxerweise mit schwindender Stimmpotenz an Bekanntheit zunahmen; aber egal, was sie auf der Opernbühne einst geleistet hatten, die Melomanen nahmen ihnen den ‚Abstieg‘ in die Popularität übel.)


    Wie es meine Art ist, nenne ich zuerst die Fernsehsendungen kompletter Opern mit Heinz Hoppe:


    „Das brennende Haus“ (‚Die Feuersbrunst‘) (Joseph Haydn): Odoardo, Hausverwalter – Claudio Nicolai / Colombina, seine Tochter – Rosl Schwaiger / Steckel, sein Schuldner – Kurt Equiluz / Leander, ein junger Stutzer – Heinz Hoppe / Hanswurst, genannt Wurstl, ein Rauchfangkehrer – Oskar Czerwenka / Der Geist von Steckels Vater – Karl Terkal / Ein Wirt - Hugo Gottschlich / Der Pfarrer – Robert Marencke / Das Ballett der Wiener Staatsoper / Choreographie: Gustav Blank / Der Chor der Wiener Staatsoper / Die Wiener Symphoniker / Dirigent: Robert Heger / Bühnenbild: Ottowerner Meyer / Kostüme: Grete Volters und Ottowerner Meyer / Inszenierung: Adolf Rott / TV-Regie: Hermann Lanske (Bregenz, Kornmarkttheater, 22. 7. 1963). Das Singspiel „Die Feuersbrunst“ wurde am 18. 7. 1963 rund 200 Jahre nach der Komposition in Bregenz uraufgeführt; die 2. Vorstellung wurde vom ORF aufgezeichnet und am 28. 7. 1963 im Rahmen der Eurovision auch im ZDF gesendet.


    „Der Türke in Italien“ (‚Il turco in Italia‘) (Gioachino Rossini): Prosdocimo, der Poet – Heinz Blankenburg / Selim Pascha, ein türkischer Prinz – Tom Krause / Don Geronio, ein reicher Neapolitaner – Toni Blankenheim / Donna Fiorilla, seine Gattin – Melitta Muszely / Don Narciso, ihr Verehrer – Heinz Hoppe / Zaida, eine Z**** – Cvetka Ahlin / Ein Offizier – Jürgen Förster / Drei Diener des Selim Pascha – Holger Haase, Ralph Harster und Heinz Manniegel / Drei Tänzerinnen – Antje Aarburg, Angelica Bornhausen und Angela Schmidt / Der Chor der Hamburgischen Staatsoper / Chorltg.: Günter Schmidt-Bohländer / Das Philharmonische Staatsorchester Hamburg / Dirigent: Horst Stein / Ausstattung: Ita Maximowna / Inszenierung: Günther Rennert. Eine Aufführung in der deutschen Textfassung von Günther Rennert nach Carl Stueber; Premiere am 29. 12. 1963, gesendet in der ARD (Norddeutscher Rundfunk) am 30. 8. 1964 mit einer Wiederholung am 30. 12. 1965. (**** In unserer Zeit der ‚politischen Korrektheit‘ kann sich jede/jeder eine ihr/ihm passende Bezeichnung für diese Rolle ausdenken.)


    „Das Paradies und die Peri“ (Robert Schumann): Der Erzähler* – Heinz Hoppe / Die Peri – Leonore Leitner / Der Engel – Ira Malaniuk / Gazna – Josef Greindl / Der junge Held – Heinz Hoppe / Der pestkranke Jüngling – Theo Altmeyer / Das Mädchen, seine Braut – Ina Halley (Dorothea Siebert) / Der Knabe – Helo Gutschwager / Der Mann – Herbert A. E. Böhme (Norman Foster) / Ein Syrer – Norman Foster / Solostimmen*: Dorothea Siebert, Gisela Litz, Theo Altmeyer, Norman Foster / Das Ballett des Landestheaters Hannover / Choreographie: Yvonne Georgi / Der Kölner Rundfunk-Chor / Chorltg.: Bernhard Zimmermann / Das Kölner Rundfunk-Sinfonie-Orchester / Dirigent: Mario Rossi / Szenenbild: Theo Zwierski und A. Kupka / Kostüme: Walter Boehm / Regieassistenz: H. W. Schwarz / Dramaturgie und Regie: Ludwig Berger. (Die mit * gekennzeichneten Personen sind nicht im Bild zu sehen.) Diese Fernsehsendung des Westdeutschen Rundfunks wurde am 18. 11. 1959 in der ARD ausgestrahlt und am 6. 1. 1962 im 2. Programm der ARD wiederholt mit einer gleichzeitigen Sendung im belgischen Fernsehen BRT. (Bemerkenswert ist, dass es noch drei weitere Rundfunkproduktionen von „Das Paradies und die Peri“ mit Heinz Hoppe gibt.)


    „Dame Kobold“ (Gerhard Wimberger): Don Manuel – Heinz Hoppe / Cosme, sein Diener – Kurt Wehofschitz / Doňa Angela - Sylvia Stahlman / Isabel, ihre Zofe – Anny Schlemm / Don Juan und Don Luis, die Brüder der Doňa Angela – Hans Wilbrink und Georg Stern / Doňa Beatriz, Doňa Angelas Kusine – Sona Cervena / Rodrigo, Don Luis’ Diener – Carl Ebert / Das Frankfurter Opernhaus- und Museumsorchester / Dirigent: Wolfgang Rennert / Bühnenbild: Günther Schneider-Siemssen / Inszenierung und TV-Regie: Otto Schenk (Frankfurt/Main, Städtische Bühnen, Oktober 1964). Sendung am 17. 3. 1965 im Dritten Fernsehprogramm des Hessischen Rundfunks und am 16. 5. 1965 in der ARD.

    Im Mittelpunkt der turbulenten Handlung dieser Oper des Österreichers Gerhard Wimberger (1923-2016), die am 24. 9. 1964 in Frankfurt/Main in der obengenannten Besetzung uraufgeführt wurde, steht eine versteckte Türe in einem Wandschrank, die die Verbindung zwischen den Zimmern der von ihren sittenstrengen Brüdern bewachten jungen Witwe Doňa Angela und dem im Haus der Brüder einquartierten Edelmann Don Manuel bildet. (Es gibt auch eine Vertonung der Vorlage – die Komödie „La Dama duende“ von Pedro Calderón de la Barca aus dem Jahre 1636 – durch den Komponisten Joachim Raff, uraufgeführt 1870 in Weimar, die im Oktober 2020 in Regensburg in der Inszenierung von Brigitte Fassbaender Premiere hatte.)


    Carlo

    Peter Meven als Fafner und Fasolt in "Das Rheingold":


    „Das Rheingold“ (Richard Wagner): Wotan – Theo Adam / Donner – Gerd Nienstedt / Froh – Harald Ek / Loge – Hermin Esser / Alberich – Gustav Neidlinger / Mime – Georg Paskuda / Fasolt – Karl Ridderbusch / Fafner – Peter Meven / Fricka – Anna Reynolds / Freia – Janis Martin / Erda – Marga Höffgen / Woglinde – Elizabeth Volkman / Wellgunde – Inger Paustian / Flosshilde – Sylvia Anderson / Das Orchester der Bayreuther Festspiele / Dirigent: Horst Stein (Bayreuth, Festspielhaus, 26. 7. 1971). Eine Übertragung des Bayerischen Rundfunks von den Bayreuther Festspielen. Der Fafner im „Rheingold“ war nach Peter Mevens eigener Aussage „nicht meine Rolle“. Außerdem war er indisponiert und wollte nicht absagen, was aber dazu führte, dass er keine guten Kritiken bekam und nicht mehr nach Bayreuth eingeladen wurde.


    dto.: Wotan – Leif Roar / Donner – Hermann Becht / Froh – Heribert Steinbach / Loge – Hermin Esser / Alberich – Marius Rintzler / Mime – Heinz Leyer / Fasolt – Peter Meven / Fafner – Helmut Fehn / Fricka – Faith Puleston / Freia – Rachel Yakar / Erda – Ortrun Wenkel / Woglinde – Jeannette Zarou / Wellgunde – Brigitte Dürrler / Flosshilde – Margrit Caspari / Die Düsseldorfer Symphoniker / Dirigent: Peter Schneider (Düsseldorf, Opernhaus, 10. 11. 1975). Ein privater Mitschnitt.


    Peter Meven als Hunding in "Die Walküre":


    "Die Walküre" (Richard Wagner): Siegmund – Peter Hofmann / Hunding – Peter Meven / Wotan – Donald McIntyre / Sieglinde – Sabine Hass / Brünnhilde – Ingrid Bjoner / Fricka – Brigitte Fassbaender u. a. / Das Orchester der Bayerischen Staatsoper / Dirigent: Wolfgang Sawallisch (München, Nationaltheater, 15. 10. 1978). Ein privater Mitschnitt.


    dto.: Siegmund - Manfred Jung / Hunding - Peter Meven / Wotan - Zenon Kosnowski / Sieglinde - Magdalena Cononovici / Brünnhilde - Carla Pohl / Fricka - Gwendolyn Killebrew u. a. / Die Duisburger Sinfoniker / Dirigent: Hans Wallat (Duisburg, Opernhaus, 1987). Ebenfalls ein privater Mitschnitt. (Die Duisburger Sinfoniker nennen sich heute die 'Duisburger Philharmoniker').


    dto.: (Ausschnitte) / Sieglinde – Brenda Roberts / Brünnhilde – Ludmila Dvořaková / Fricka – Gwyn Cornell / Siegmund – Hans Hopf / Wotan – Rolf Kühne / Hunding – Peter Meven / Die Duisburger Sinfoniker / Dirigent: Günther Wich (Duisburg, Opernhaus, 1974).


    dto.: (1, Akt) / Sieglinde – Ursula Schröder-Feinen / Siegmund – Karl-Josef Hering / Hunding – Peter Meven / Die Düsseldorfer Symphoniker / Dirigent: Günther Wich (Düsseldorf, Opernhaus, 1. 2. 1976). Ein Mitschniit im Katalog von ‚Mr. Tape‘.


    dto.: (1. Akt) / Sieglinde – Susan Dunn / Siegmund – Klaus König / Hunding – Peter Meven / The Pittsburgh Symphony Orchestra / Dirigent: Lorin Maazel (Pittsburgh, Heinz Hall, 1. 10. und 2. 10. 1990). Eine Studio-Produktion der 'Telarc', erschienen 1991 auf einer CD.


    Bei den Berliner Festwochen 1971 dirigierte Herbert von Karajan – als einzigen Programmpunkt des Abends (Beginn: 18.30 Uhr) – am 18. 9. und 19. 9. 1971 ‚sein Orchester‘ in der Berliner Philharmonie mit dem ersten Akt aus Richard Wagners „Die Walküre“. Die Solisten waren Helga Dernesch als Sieglinde, René Kollo als Siegmund und Peter Meven als Hunding. Bisher ist kein Mitschnitt der Konzerte aufgetaucht.


    Carlo

    L’IVROGNE CORRIGÉ (Gluck)


    Schallplatte und CD:


    „L’ivrogne corrigé“ (Christoph Willibald Gluck): Mathurin – Jean-Christophe Benoit / Lucas – Bernard Demigny / Mathurine – Freda Betti / Colette – Claudine Collart / Cléon – Jean Hoffmann / Deux Furies - Janine Lindenfelder und Violette Journeaux / L’Orchestre Philharmonique de Paris / Dirigent: René Leibowitz / ‚Renaissance‘ X 38, Frankreich 1952 bzw. ‚Nixa‘ PLP 238, England 1952. (Eine Aufnahme in der Bearbeitung von René Leibowitz auf einer Langspielplatte.)


    dto.: Solisten und Orchester des ‚Festival de Musique d‘autrefois’ / Dirigent: Claude Boyer / ‚Baroque‘ BUS 2863 (1 LP, 30 cm, Frankreich 1966).Vermutlich handelt es sich um die anonymisierte Leibowitz-Aufnahme.


    dto.: Solisten und das Orchester der Bayerischen Kammeroper Veitshöchheim / Dirigent: Siegfried Köhler (Veitshöchheim, Mainfrankensäle, 27. 11. - 30. 11. 1995) / ‚Intergo Records‘ BKV 1996-01 (1 CD, BRD 1996). Für die CD-Aufnahme wurde eine Rekonstruktion der Wiener Uraufführung versucht und die ‚Zutaten‘ aus den Aufführungen (z. B. in Würzburg) gestrichen. (Details siehe unter „Fernsehen“.)


    Rundfunk:


    dto.: Mathurin – Jean-François Novelli / Lucas – Jean-François Gardeil / Mathurine – Françoise Masset / Colette – Sophie Palley / Cléon – Nicolas Rouault / L’Orchestre National de Bordeaux-Aquitaine / Dirigent: Michel Laplénie (Lausanne, Opéra, 15. 2. 2004). Der Mitschnitt einer konzertanten Aufführung durch Radio Suisse Romande.


    Fernsehen:


    dto.: (unter dem Titel „Der Trunkenbold in der Hölle“): Michael, ein Bürger, an den Suff gebracht durch Lukas (Mathurin) – Fritz Göllnitz / Lukas, Gerichtsschreiber und Gewohnheitssäufer (Lucas) – Caspar Bröcheler / Franziska, Michaels Frau (Mathurine) – Anneliese Rothenberger / Babette, Michaels junge Schwester (Colette) – Christine Görner / Christoph, ein junger Mann mit ernsten Absichten (Cléon) – Helmut Kretschmar / Bartmayr, Direktor einer Schauspieltruppe – Josef Olah / Lauriner, Schauspieler – Adolf Meyer-Bremen / Das Hamburger Rundfunkorchester / Dirigent: Walter Martin / Szenenbild – Karl-Hermann Joksch / TV-Regie: Willi Hanke (ARD/NDR, Sendung vom 1. 10. 1954). Gezeigt wurde eine Fernsehfassung von Hans Wilhelm Kulenkampff nach Friedrich Gessner (Text) und Johannes Aschenbrenner (Musik).


    dto.: (unter dem Titel "Der bekehrte Trunkenbold"): Mathurin – Werner Puhlmann / Lukas – Thierry Vallier / Mathurine – Charlene Pauls / Colette – Wanja Koschucharowa / Cléon – Yves Saelens / Florian – Wolfgang Schmidt / Cembalo und Einstudierung: Rudolf Ramming / Das Orchester der Bayerischen Kammeroper Veitshöchheim / Dirigent: Siegfried Köhler (Würzburg, Staatlicher Hofkeller, September 1995). Eine TV-Sendung des Bayerischen Rundfunks. Die neue deutsche Textfassung besorgten Blagoy Apostolov – früher Bariton der Würzburger Oper, dann Intendant der ehemaligen Bayerischen Kammeroper Veitshöchheim (bis 2012) und Leiter des mainfränkischen Lokalsenders „Radio Opera“ (seit 1987) - und Wolfgang Schmidt; die musikalische Bearbeitung stammt von Siegfried Köhler. (Für die Aufführung des „Trunkenbolds“ wurde die Oper neu übersetzt und musikalisch ‚gestreckt’ mit Arien, Chören und Balletten aus den Gluck-Werken „“Le cadi dupé“, „Der Zauberbaum“, „Die Maienkönigin“ und „Don Juan“. Es wurde eine neue Rolle geschaffen: der Kellermeister Florian, der auch als Gott Bacchus auftritt.)


    Carlo

    DER VIERJÄHRIGE POSTEN, D 190


    Singspiel in einem Akt von Theodor Körner / Musik von Franz Schubert / Komponiert vom 8. 5. bis 19. 5. 1815.


    Das Werk:


    Der seit früher Jugend sehr produktive, aus Dresden stammende Dichter Theodor Körner (1791-1813) schrieb für die Wiener Hofoper mehrere Singspieltexte, darunter „Die Vedette“ (lt. Autograph ‚nach einer wahren Anekdote behandelt‘), uraufgeführt am 19. 8. 1813 als „Der vierjährige Posten“ mit der Musik von Carl Steinacker (1784-1814). Theodor Körner war eine Galionsfigur des Widerstands gegen Napoleon und starb mit 21 Jahren als Soldat des Lützower Freicorps. Auf Carl Steinacker folgten zahlreiche weitere Komponisten, so auch Franz Schubert in dessen Opernjahr 1815 mit seiner Version dieser Art von ‚Befreiungsoper‘. (Autographe Revisionen der Ouvertüre lassen die Vermutung zu, dass Schubert noch Jahre später an eine Aufführung dachte; auch arbeitete er an einer Fassung von Käthchens Arie für Singstimme und Klavier.) Im Redoutensaal der Wiener Hofburg dirigierte Johann Herbeck 1860 lediglich den Marsch und den Soldatenchor aus „Der vierjährige Posten“. Erst am 23. 9. 1896 kam es in Dresden – unter Ernst von Schuch - zur Uraufführung des Werks, für die Robert Hirschfeld Schuberts Komposition mit Stücken aus „Der Spiegelritter“ und „Die Freunde von Salamanka“ erweiterte; die gesprochenen Dialoge ersetzte er durch Rezitative. (Für Stuttgart bearbeiteten Fritz Busch und Donald Tovey 1922 das Singspiel als „Der treue Soldat“; die neuen Dialoge stammten von Rolf Lauckner.)


    Am 10. 3. 2013 hatte im Heidelberger ‚Opernzelt’ die Oper „Der tausendjährige Posten oder Der Germanist“ von Irene Dische und Elfriede Jelinek Premiere, die auf der musikalischen Basis der Schubert-Opern „Der vierjährige Posten“ und „Die Zwillingsbrüder“ entstand. Die Handlung der beiden Autorinnen erzählt die wahre Geschichte des Germanisten und Literatur-Professors Hans Ernst Schneider, der sich zur Verschleierung seiner SS-Vergangenheit von seiner Frau für tot erklären ließ, um sie ein Jahr später als ‚weit entfernter Verwandter‘ des Verstorbenen unter dem Namen Hans Schwerte noch einmal zu heiraten und es danach in der BRD bis zum Hochschuldirektor (in Aachen) mit Bundesverdienstkreuz schaffte.


    Die Musik:


    Ouvertüre

    Introduktion ‚Heiter strahlt der neue Morgen‘ (Käthchen, Duval, Walther, Chor)

    Duett ‚Du guter Heinrich! Du süßes Kind! Ach, was wir beide doch glücklich sind!‘ (Käthchen, Duval)

    Terzett a-cappella ‚Mag dich die Hoffnung nicht betrügen‘ (Käthchen, Duval, Walther)

    Quartett ‚Freund, eilet Euch zu retten! Ihr seid verloren!‘ (Veit, Käthchen, Walther, Duval)

    Arie ‚Gott! Gott! Höre meine Stimme‘ (Käthchen)

    Marsch mit Chor ‚Lustig in den Kampf‘

    Szene mit Chor ‚Um Gottes Willen, er ist verloren‘ (Käthchen, Hauptmann, Duval, Walther, Veit)

    Finale ‚Schöne Stunde, die uns blendet. Glück, wie hast du dich gewendet‘ (Käthchen, Eine Bäuerin, Duval, Walther, Veit, Chor)


    Die Personen:


    Walther, ein Bauer und Dorfrichter – Bariton / Käthchen, seine Tochter – Sopran / Duval, ihr französischer Ehemann – Tenor / Veit, ein Bauer – Tenor / Ein französischer Hauptmann – Tenor / Der General – Sprechrolle / Eine Bäuerin – Alt / Ein Bauer - Bass.


    Die Handlung:


    Die Szene zeigt im Jahre 1809 ein deutsches Dorf an der französischen Grenze während der napoleonischen Kriege. Seit vier Jahren herrscht hier Friede, während im Lande weiterhin der Krieg tobt. Käthchen ist mit dem Franzosen Henri Duval verheiratet, der aus Liebe zu ihr desertiert ist. Ihr Vater berichtet aufgeregt, dass ein französisches Regiment im Anmarsch ist und alle versuchen, Duval zur Flucht zu überreden. Doch dieser will sich stellen, indem er seine Uniform wieder anzieht und behauptet, nicht von seinem Posten abgelöst worden zu sein und hier seit vier Jahren Wache steht. Der französische Hauptmann lässt sich aber nicht täuschen und ordnet die Exekution an. Die Rettung naht in Form eines Generals, der zwar die Sache durchschaut, aber dem jungen Glück nicht im Wege stehen will und Duval als ‚treuen Soldat‘ ehrenvoll aus der Armee entlässt.


    Die Aufnahmen:


    Walther – Dietrich Fischer-Dieskau / Käthchen – Helen Donath / Duval – Peter Schreier / Veit – Friedrich Lenz / Ein französischer Hauptmann – Willi Brokmeier / Der General – Fritz Strassner / Eine Bäuerin – Sunhild Rauschkolb / Der Chor des Bayerischen Rundfunks / Chorltg.: Josef Schmidhuber / Das Münchner Rundfunkorchester / Dirigent: Heinz Wallberg / Dialogfassung und -regie: Gisela Schunk (München, Bürgerbräukeller, Juli/August 1977). Erschienen auf LP 1977 bei ‚EMI/Electrola‘ und 1978 bei 'Eterna'; auf CD bei ‚cpo‘ (1996) und ‚Warner‘ (2012).


    Walther – Anton Scharinger / Käthchen – Maria Venuti / Duval – Helmut Wildhaber / Veit – Robert Brooks / Ein französischer Hauptmann – Paul Wolfrum / Das Neue Wiener Vocalensemble / Chorltg.: Peter Altmann / Das ORF-Symphonieorchester Wien -/ Dirigent: Charles Mackerras (Wien, Musikverein, 18. 11. 1988). Eine konzertante Aufführung (ohne Dialoge), aufgeführt zusammen mit „Fernando“ und Schuberts Symphonie Nr. 6. bei der sechsten Wiener Schubertiade.


    Walther – Sönke Morbach / Käthchen – Monica Gonzáles / Duval – Hubert Schmid / Veit – Carsten Lau / Ein französischer Hauptmann – Rüdiger Knös / Der General – Matthias Schaltezky / Eine Bäuerin – Tiziana Maionica / Ein Bauer – Gianmarco Trevisanello / I Solisti Cantori / Chorltg.: Emanuela Di Pietro / Die Philarmonica Mediterranea / Dirigent: Peter Maag (Cosenza, Teatro Rendano, 15. 11. und 16. 11. 1997, Live). Der Mitschnitt einer Bühnenaufführung in Cosenza (Kalabrien) in deutscher Sprache mit Dialogen, erschienen bei ‚Bongiovanni‘ (1 CD, Italien 1998).


    Walther – Stephan Genz / Käthchen – Aga Mikolaj / Duval – Andreas Karasiak / Veit – Daniel Philipp Witte / Ein französischer Hauptmann – Thomas Jakobs / Der Chorus Musicus / Das Neue Orchester / Chorleiter und Dirigent: Christoph Spering (Köln, Deutschlandfunk, 9. 1. - 13. 1. 2008). Eine CD (ohne Dialoge) von der ‚Phoenix Edition‘ aus dem Jahr 2009, gekoppelt mit „Die Zwillingsbrüder“. (Beide Schubert-Opern wurden konzertant beim Festival 'La Folle Journée de Nantes' am 1. 2. 2008 im Auditorium Spaun in Nantes aufgeführt und von 'France Musique' übertragen; das Käthchen sang hier allerdings Jutta Maria Böhnert.)


    Walther – Peter Schöne / Käthchen – Kristiane Kaiser / Duval – Matthias Klink / Veit und Ein französischer Hauptmann – Moon Yung Oh / Der General – Virgil Mischek / Eine Bäuerin – Nathalie Flessa / Der Chor des Bayerischen Rundfunks / Chorltg.: Stellario Fagone / Das Münchner Rundfunkorchester / Dirigent: Christoph Spering (statt Christopher Hogwood) (München, Prinzregententheater, 8. 12. 2013). Ein ‚Sonntagskonzert‘ des Bayerischen Rundfunks, komplett mit Dialogen.


    Theo Adams dritte Regiearbeit brachte das Werk in einer eigenen Textbearbeitung an der Berliner Staatsoper (Apollosaal, Premiere am 9. 1. 1978) heraus mit Renate Bromann (Käthchen), Eberhard Büchner (Duval), Heinz Reeh (Walther), Peter Menzel (Veit), Günter Kurth (Hauptmann) und Ernst Gruber (General). Mit dem „Vierjährigen Posten“ zusammen wurden auch die „Schulmeister-Kantate“ von Georg Philipp Telemann (mit Theo Adam) und die „Kaffee-Kantate“ von Johann Sebastian Bach – mit Carola Nossek (Lieschen), Hans-Martin Nau (Schlendrian) und Eberhard Büchner (Ein junger Mann) szenisch aufgeführt; auch hier waren Theo Adam der Regisseur und Peter Schreier der Dirigent.


    Carlo

    Lieber Orfeo,


    ich muss es jetzt endlich einmal sagen:


    Deine kenntnisreichen und detaillierten Beiträge zum Thema sind für jeden Opernfreund eine unerschöpfliche Quelle der Freude und des Wissens!


    Herzlichen Dank dafür!


    Carlo

    Peter Meven als Veit Pogner in "Die Meistersinger von Nürnberg":



    „Die Meistersinger von Nürnberg“ (Richard Wagner): Hans Sachs – José van Dam / Veit Pogner – Peter Meven / Kunz Vogelgesang – Francis Egerton / Konrad Nachtigall – Philippe Bohée / Sixtus Beckmesser – Dale Duesing / Fritz Kothner - Jef Vermeersch (statt Camillo Meghor) / Balthasar Zorn – Ricardo Cassinelli / Ulrich Eisslinger – Hubert Weindel / Augustin Moser – François van Eetveldt / Hermann Ortel – Stefan Dimitrov / Hans Schwarz – Dirk van Croonenborch / Hans Foltz – Roger Heynen / Walther von Stolzing – Robert Ilosfalvy (statt Giorgio Lamberti) / David – Martin Finke / Eva – Karita Mattila / Magdalene – Ilse Gramatzki (statt Linda Finnie) / Ein Nachtwächter – Leandro Lopez / Choeurs et Orchestre du Théâtre de la Monnaie, Bruxelles / Chorltg.: Gunter Wagner / Dirigent: John Pritchard / Ausstattung: Andreas Reinhardt / Inszenierung: Kurt Horres (Brüssel, Théâtre de la Monnaie, 19. 6. 1985). Diese Premiere war José van Dams Rollendebüt als Hans Sachs. Eine der fünf weiteren Aufführungen wurde vom Belgischen Fernsehen aufgezeichnet.


    In der Zeit vom 13. 10. bis zum 15. 11. 1976 sang Peter Meven in sieben Vorstellungen den Veit Pogner auch an der Metropolitan Opera in New York. Seine Partner waren je zweimal Ellen Shade und Mary Ellen Pracht sowie dreimal Eva Marton als Eva; siebenmal Shirley Love als Magdalene; zweimal Gerd Brenneis und fünfmal John Alexander als Walther von Stolzing; dreimal Kenneth Riegel und viermal Frieder Stricker als David und zweimal Thomas Stewart sowie fünfmal Norman Bailey als Hans Sachs. In der ‚Matinee Broadcast‘ am 18. 12. 1976 sangen allerdings Karl Ridderbusch den Hans Sachs und John Macurdy den Veit Pogner. Alle Aufführungen wurden von Sixten Ehrling dirigiert.



    Peter Meven als Hans Sachs in "Die Meistersinger von Nürnberg":



    Die Meistersiger von Nürnberg (Richard Wagner): Hans Sachs – Peter Meven / Veit Pogner – Hans Tschammer / Kunz Vogelgesang – Heinz Leyer / Konrad Nachtigall – E. Lee Davis / Sixtus Beckmesser – Zenon Kosnowski / Fritz Kothner – Günter Schneider / Balthasar Zorn – Udo Holdorf / Ulrich Eisslinger – Karl Diekmann / Augustin Moser – Wilhelm Richter / Hermann Ortel – Arwed Sandner / Hans Schwarz – Andrzej Saciuḱ / Hans Foltz – Frode Olsen / Walther von Stolzing – Klaus Hoins (statt Manfred Jung) / David – Manfred Fink / Eva – Carla Pohl / Magdalene – Hildegard Hartwig / Ein Nachtwächter – Toshimitsu Kimura / Der Chor der Deutschen Oper am Rhein / Chorltg.: Rudolf Staude / Die Duisburger Sinfoniker / Dirigent: Hiroshi Wakasugi (Duisburg, Opernhaus, 25. 9. 1983). Mit dieser Neuinszenierung der „Meistersinger“ – Regie: Heinz-Lukas Kindermann / Bühnenbilder: Günther Schneider-Siemssen – gab Peter Meven sein Rollendebüt als Hans Sachs. (Der Privat-Mitschnitt ist eine schöne Erinnerung an die so früh verstorbene Mezzosopranistin Hildegard Hartwig.)


    dto.: Hans Sachs – Peter Meven / Veit Pogner – Ulrik Cold / Sixtus Beckmesser – Klaus Hirte / Fritz Kothner – Raymond Wolansky / Walther von Stolzing – Toni Krämer / David – Martin Finke / Eva – Irmgard Stadler / Magdalene – Elke Estlinbaum u. a. / Chor und Orchester der Württembergischen Staatsoper Stuttgart / Chorltg.: Ulrich Eistert / Dirigent: Dennis Russell Davies (Stuttgart, Opernhaus, 1984). Von dieser Vorstellung existiert ein Privatmitschnitt, den auch Harald Kral hatte!



    Carlo

    FERNANDO, D 220


    Singspiel in einem Akt von Albert Stadler / Musik von Franz Schubert / Komponiert am 27. und 28. 6. und vom 3. bis 9. 7. 1815 / Uraufführung: 13. 4. 1907 Wien (konzertant); 18. 8. 1918 Viktoria-Theater in Magdeburg (szenisch).


    Das Werk:


    Franz Schuberts Singspiel entstand im ‚Opernjahr‘ 1815, in dem noch die Bühnenwerke „Der vierjährige Posten“, „Claudine von Villa Bella“ und „Die Freunde von Salamanka“ folgen sollten. Und es zählt (zusammen mit "Des Teufels Lustschloss", "Der vierjährige Posten" und "Die Freunde von Salamanka") zu den Opern Schuberts, die George Grove und Arthur Sullivan im Oktober 1867 in Wien 'ausgruben'. Der „Fernando“ ist zwar an die damals gängigen anspruchslosen Singspiele Joseph Weigls angelehnt, enthält aber bereits zum Beginn statt einer Ouvertüre eine dramatische Gewitterszene; auch die folgenden Musiknummern sprengen den Rahmen eines Singspiels bei weitem. Im Gegensatz dazu steht der ausufernde Prosatext seines Jugendfreundes Albert Stadler (1794-1884), der mit Franz Schubert das k. u. k. Stadtkonvikt in Wien besucht hatte. (Stadler bezeichnete später sein Libretto als 'nicht ohne einen jugendlichen Aufwand von Donnerwettern und Tränenströmen'.) So entsteht ein zeitliches Ungleichgewicht zwischen den anspruchsvollen, in Reimen gefassten Musiknummern (Gesamtdauer: ca. 25 Minuten) und den Dialogen, in denen auch – bezeichnend für Schuberts mangelnde Theatererfahrung - die dramatische Szene mit Eleonores Taschentuch abgehandelt wird, statt sie musikalisch auszumalen.


    Die Musik:


    1. Introduktion (Philipp): ‚Mutter! Mutter! Wo bist du?… Strecke, gütiger Gott, deine schirmenden Arme‘

    2. Arie (Fernando): ‚Lässt mich mein Verbrechen nicht schlafen?‘

    3. Romanze (Philipp): ‚Als einst schon hinter blauer Berge Rücken‘

    4. Duett (Philipp und Fernando): ‚Wärst du mir auf immer nicht entrissen’

    5. Arie (Eleonore): ‚Nicht der Erde Schätze lohnen, was hier Mut gewirket hat‘

    6. Duett (Eleonore und Fernando): ‚Vergessen sei, was uns getrennt’

    7. Duett (Eleonore und Fernando): ‚Auf dich träufle Tauesregen‘ mit Schlusschor (Solisten): ‚Himmlische Göttin, wohltätige Liebe’


    Die Personen:


    Fernando de la Porte – Tenor / Eleonore, seine Frau – Sopran / Philipp, ihr zwölfjähriger Sohn – Sopran / Ein Jäger – Bass / Ein Köhler – Bass / Ein Bauer – Sprechrolle.


    Die Handlung:


    Die Oper spielt in einer rauhen Gegend in den Pyrenäen. Fernando de la Porte hat im Kampf den Bruder seiner Frau Eleonore getötet und ist geflohen. Seit Jahren hält er sich In einem undurchdringlichen Wald als Einsiedler unerkannt verborgen. Eleonore und ihr zwölfjähriger Sohn Philipp begeben sich auf die Suche nach dem Vater, denn durch eine Amnestie wurde Fernando begnadigt. Zufällig geraten sie in den Wald, werden aber voneinander getrennt. Während eines nächtlichen Gewitters kommt Philipp zu der Klause des Eremiten, ergreift aber vor einem Wolf die Flucht. Fernando ist durch das Gewitter erwacht, tritt vor die Türe und beklagt reuevoll seine Tat. Philipp kommt hinzu; er erkennt seinen Vater nicht, berichtet aber von der Begnadigung. Ein Bauer hat im Wald ein blutiges Taschentuch gefunden, das der Mutter gehört und man befürchtet, dass sie ein Opfer des Wolfs wurde. Doch ein Jäger hat das Tier getötet; er führt Eleonore zu der Klause und Fernando gibt sich zu erkennen. Ein kurzer Chor – von den Solisten zu singen – beschließt das Werk.


    Die Aufnahmen:


    Fernando – Heiner Hopfner / Eleonore – Edith Mathis / Philipp – Gabriele Sima / Ein Jäger und Ein Köhler – Robert Holl / Das ORF-Symphonieorchester / Dirigent: Lothar Zagrosek (Bregenz, Festspielhaus, 20. 6. 1982). Die konzertante Wiedergabe ohne Dialoge war mit dem Fragment der „Claudine von Villa Bella“ und der „Kantate zu Ehren von Joseph Spendou, D 472“ gekoppelt. Davon erschienen 1984 eine LP („Fernando“ und „Spendou-Kantate“) und 1997 eine CD (um „Claudine von Villa Bella“ erweitert) bei der Firma ‚Orfeo‘. (Heiner Hopfner war auch für eine konzertante Aufführung des „Fernando“ unter Christoph Spering am 19. 11. 1989 in der Kölner Philharmonie angekündigt, die aber nicht im Rundfunk gesendet wurde.)


    Fernando - Robert Brooks / Eleonore – Elaine Woods / Philipp – Maria Venuti / Ein Jäger – Anton Scharinger / Ein Köhler – Paul Wolfrum / Das ORF-Symphonieorchester / Dirigent: Charles Mackerras (Wien, Musikverein, 18. 11. 1988). Ein Konzert, in dem auch Schuberts „Der vierjährige Posten“ und seine 6. Symphonie erklang.


    Fernando – Thomas Dewald / Eleonore – Anneli Pfeffer / Philipp – Maria Leyer / Ein Jäger – Christian Hilz / Ein Köhler – Bernhard Hüsgen / Die Erzählerin: Rena Pieper / Das Kölner Rundfunkorchester / Dirigent: Alfred Walter (Köln, Philharmonie, 1. 2. 1997). Im zweiten Teil des Konzerts wurde die Operette „Das Dreimäderlhaus“ von Heinrich Berté (mit Melodien von Franz Schubert) aufgeführt.


    Fernando – Endrik Wottrich / Eleonore – Annette Dasch / Philipp – Christine Buffle / Ein Jäger – Tim Hennies / Ein Köhler – Gerald Häußler / Ein Bauer – Theodor Weimer / Der Erzähler: Oliver Trautwein / Das Münchner Rundfunkorchester / Dirigent: Marcello Viotti (München, Prinzregententheater, 20. 1. 2002). In diesem ‚Sonntagskonzert’ des Bayerischen Rundfunks wurde die Schubert-Oper kombiniert mit der dritten Symphonie von Egon Wellesz.


    Übrigens brachte es der "Fernando" bis nach New York - mit einer konzertanten deutschsprachigen Aufführung am 13. 10. 1975 in der Alice Tully Hall. Das Westchester Chamber Orchestra unter seinem Leiter Jens Nygaard begleitete Berenice Bramson (Eleonore), Judith Raskin (Philipp), Grayson Hirst (Fernando) und John Ostendorf (Ein Jäger und Ein Köhler); den verbindenden englischen Text sprach George Jellinek, der bekannte Moderator des amerikanischen Radiosenders WQXR.


    Carlo

    Alfons Fügel auf CDs (von denen ich nur „Fidelio“, „La Bohème“ und „La Traviata“ habe):


    FIDELIO (Ludwig van Beethoven) (‚Walhall‘ WLCD 0056) (2 CDs, 2004)

    Don Fernando – Karl Schmitt-Walter / Don Pizarro – Ferdinand Frantz / Florestan – Julius Patzak / Leonore – Helena Braun / Rocco - Josef Greindl / Marzelline – Elfride Trötschel / Jaquino – Richard Holm / Zwei Gefangene – Alfons Fügel und Heinz Maria Lins / Der Chor und das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks / Chorltg.: Josef Kugler / Dirigent: Eugen Jochum (München, Amerika-Haus, 2. - 6. 7. 1951). Bonus: „Leonoren-Ouvertüre Nr. 3“ mit dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks unter Eugen Jochum, 27. 11. 1953. (‚Walhall‘ nennt als Aufnahmedatum des „Fidelio“ den April 1951.)


    LA BOHÈME (Giacomo Puccini) (‚Preiser‘ 90275) (2 CDs, 1995)

    Rudolf – Alfons Fügel / Schaunard – Georg Hann / Marcel – Carl Kronenberg / Collin – Georg Wieter / Benoit – Karl Schmidt / Mimi – Trude Eipperle / Musettte – Hildegarde Ranczak / Alcindor – Emil Graf / Parpignol – Otto Hillerbracht / Der Chor und das Orchester der Bayerischen Staatsoper München / Chorltg.: Josef Kugler / Dirigent: Clemens Krauss (München, Nationaltheater, 4. 12. 1940).


    LA TRAVIATA (Giuseppe Verdi) (‚Cantus Classics‘ CACD 5.00067 F) (2 CDs, 2000)

    Violetta Valéry – Margot Guilleaume / Flora Bervoix – Hanna Stolze-Fröhlich / Alfred Germont – Alfons Fügel / Georges Germont – Carl Kronenberg / Gaston – Franz Sautter / Baron Douphol – Alfred Appenzeller / Marquis d’Obigny – Franz Lipp / Doktor Grenvil – Wolfram Zimmermann / Annina – Erika Winkler / Josef – Karl Dalibor / Der Südfunkchor / Chorltg.: Walter Kretschmar / Das Sinfonieorchester des Süddeutschen Rundfunks Stuttgart / Dirigent: Hans Müller-Kray (Stuttgart-Untertürkheim, Gasthof ‚Krone‘, 2. 12. 1948).


    DIE MEISTERSINGER VON NÜRNBERG (RICHARD WAGNER) (‚Preiser‘ 90168) (CD, 1995)

    (Zweiter Akt) Hans Sachs – Georg Hann / Veit Pogner – Wilhelm Schirp / Kunz Vogelgesang – Alfons Fügel / Konrad Nachtigall – Ludwig Windisch / Sixtus Beckmesser – Erich Kunz / Fritz Kothner – Hanns Heinz Nissen / Balthasar Zorn – Hans Florian / Ulrich Eisslinger – Wilhelm Ulbricht / Augustin Moser – Erich Schneider / Hermann Ortel – Edwin Heyer / Hans Schwarz – Wilhelm Lang / Hans Foltz – Arthur Will / Walter von Stolzing – Henk Noort / David – Karl Wessely / Eva – Thea Kempf / Magdalene – Marie-Luise Schilp / Ein Nachtwächter – Ludwig Windisch / Der Chor und das Sinfonierorchester des Reichsrundfunks Berlin / Dirigent: Artur Rother (Berlin, Haus des Rundfunks, 19. 11. 1942). Als Bonus sind mit Georg Hann Auszüge aus „Der fliegende Holländer“, „Lohengrin“ und „Die Walküre“ angehängt.


    VOLKSWEISEN (UraCant 971) (CD, 1997)

    ‚Ännchen von Tharau‘ (Volksweise, Bearbeitung: Friedrich Silcher) (Berlin, 1942)

    ‚Heideröslein‘ (‚Röslein auf der Heiden‘) (Bearbeitng: Heinrich Werner) (Berlin, ca. 1944)

    ‚Das Schiff streicht durch die Wellen‘ (‚Rosabella Fidolin‘) (Volksweise) (Berlin, 1942)

    ‚Herzliebchen mein unterm Rebendach‘ (August Conradi) (Ort unbekannt, ca. 1944)

    ‚Ein rheinisches Mädchen‘ (Paul Hoppe) (Berlin, 1942)

    ‚Grüß mir das blonde Kind am Rhein‘ (Werner Heim) (Berlin, 1942)

    „Frau Luna“ (Paul Lincke) ‚Schlösser, die im Monde liegen‘ (Berlin, 1942)

    „Der Vetter aus Dingsda“ (Eduard Künneke) ‚Ich bin nur ein armer Wandergesell‘ (Berlin, ca. 1942)

    „Glückliche Reise“ (Eduard Künneke) ‚Drüben in der Heimat‘ (München, ca. 1949)

    ‚Zwei dunkle Augen‘ (Carl Heins) (München, 1949)

    „Der Rattenfänger“ (Adolf von Neuendorff) ‚Wandern, ach wandern’ (München, 1949)

    Münchner Rundfunkorchester / Dirigent: Theo Mackeben ("Glückliche Reise") / Symphonie-Orchester Graunke / Dirigent: Hanns Steinkopf ('Zwei dunkle Augen' und "Der Rattenfänger") / Diverse Berliner Orchester / Dirigent: Hanns Steinkopf (übrige).


    OPERNARIEN (UraCant 972) (CD, 1997)

    „Martha“ (Friedrich von Flotow) ‚Ach so fromm, ach so traut‘ (Berlin, 1942)

    „Der fliegende Holländer“ (Richard Wagner) ‚Mit Gewitter und Sturm auf fernem Meer‘ (Berlin, 1942)

    „Die lustigen Weiber von Windsor“ (Otto Nicolai) ‚Horch, die Lerche singt im Hain‘ (Berlin, 1942)

    „Undine“ (Albert Lortzing) ‚Vater, Mutter, Schwestern, Brüder‘ (Stuttgart, 1950)

    „Hoffmanns Erzählungen“ (Jacques Offenbach) ‚Es war einmal am Hofe von Eisenack‘ (Ort und Datum unbekannt)

    „Carmen“ (Georges Bizet) ‚Hier an dem Herzen treu geborgen‘ (Berlin, 1942?)

    „Don Pasquale“ (Gaetano Donizetti) ‚Lass, ach lass es mich hören‘ (mit Gertrud Callam) (Berlin, 1942)

    „Aida“ (Giuseppe Verdi) ‚Eine Heerschar tapf‘rer Männer’ (Ort und Datum unbekannt)

    „Tosca“ (Giacomo Puccini) ‚Wie sich die Bilder gleichen‘ (Berlin,1942)

    „Turandot“ (Giacomo Puccini) ‚Keiner schlafe!‘ ((München, 1942)

    „Madame Butterfly“ (Giacomo Puccini) ‚Mädchen, in deinen Augen liegt ein Zauber‘ (mit Trude Eipperle) (München, 1943)

    „La Bohème“ (Giacomo Puccini) ‚Wie eiskalt ist dies Händchen‘ (München, 1940)

    dto.: ‚Mimi erliegt einer Krankheit‘ (mit Hildegarde Ranczak und Trude Eipperle) (München, 1940)

    Der Chor des Deutschen Opernhauses Berlin / Das Orchester des Reichssenders Berlin – Dirigenten: Hanns Steinkopf, Meinhard von Zallinger, Gerhard Steeger / Das Sinfonieorchester des Reichssenders Stuttgart – Dirigent: Fritz Mareczek / Das Bayerische Staatsorchester – Dirigent: Heinrich Hollreiser / Das Orchester der Bayerischen Staatsoper – Dirigent: Clemens Krauss.


    EIN LIEDERABEND (UraCant 975) (CD, 1997)

    ‚Acht Lieder‘ (Franz Schubert) ‚Die Forelle‘ - ‚Im Abendrot‘ – ‚Wohin?‘ - ‚Erstarrung‘ – ‚Frühlingstraum’ – ‚Die Krähe’ – ‚Der Wegweiser‘ – ‚Das Zügenglöcklein‘ (mit Hans Altmann, Klavier / München, 1957)

    ‚Vier Lieder’ (Max Reger) ‚Beim Schneewetter‘ – ‚Des Kindes Gebet‘ – ‚Mariä Wiegenlied’ – ‚Der König vom Morgenland‘ (mit Heinrich Baumgartner, Klavier / München, 1950)

    ‚Sieben Lieder‘ (Antonín Dvořák) ‚Wird doch die Liebe‘ – ‚Tod ist in mancher Menschenbrust‘ – ‚Ich weiß ob meiner Lieb‘ zu dir’ – ‚Rings die Natur‘ – ‚Im tiefen Walde steh‘ ich hier’ – ‚Im süßen Bann von deinem Blick‘ – ‚Du einzig Teure‘ (mit Josef Neher, Klavier / Stuttgart, 1948)

    ‚Lieder-Suite‘ (Robert Franz) ‚Aus meinen großen Schmerzen‘ – ‚Es hat die Rose sich beklagt‘ – ‚Das macht das dunkelgrüne Laub‘ – ‚Für Musik‘ – ‚Am Rhein, am heiligen Strome‘ – ‚Stille Sicherheit‘ – ‚Genesung‘ (mit Artur Haagen, Klavier / 1948)

    ‚Löns-Lieder-Suite‘ (Eduard Künneke) ‚Alle Birken grünen’ – ‚Kurz ist der Mai‘ – ‚Die roten Blätter rauschen‘ - ‚Auf der Straße‘ (mit dem Münchner Rundfunkorchester – Dirigent: Werner Schmidt-Boelcke / München, ca. 1950).


    FREUNDE, VERNEHMET DIE GESCHICHTE (UraCant 2051) (CD)

    Zu dieser CD mit Erstveröffentlichungen (Opernarien und Volkslieder) liegen keine näheren Angaben vor.


    Carlo

    Peter Meven als König Marke in "Tristan und Isolde" (ohne Aufnahmen):



    Schon 1963 war Peter Meven der König Marke am Théâtre de la Monnaie in Brüssel in einer Wieland-Wagner-Inszenierung mit Anja Silja (Isolde), Dagmar Naaff (Brangäne), Hans Beirer (Tristan), Gustav Neidlinger (Kurwenal) und Ralph Telasko (Melot); Dirigent: André Vandernoot. 1972 gastierte er am Gran Teatre del Liceu in Barcelona mit derselben Rolle; hier sangen Berit Lindholm (Isolde), Ruth Hesse (Brangäne), Karl-Josef Hering (Tristan), Jef Vermeersch (Kurwenal) und Enric Serra (Melot) unter der Leitung von Charles Vanderzand.



    Im Mai und Juni 1975 sang Peter Meven den König Marke auch an der Opéra du Québec in Montreal (Place des Arts) in fünf Aufführungen einer Neuinszenierung von Ernst Poettgen unter der musikalischen Leitung von Zubin Mehta; die Solisten waren Roberta Knie (statt Ingrid Bjoner) (Isolde), Maureen Forrester (Brangäne), Jon Vickers (Tristan), Siegmund Nimsgern (Kurwenal) und Robert Calvert (Melot). Ein Jahr später wurde eine Aufführung von der CBC (Canadian Broadcasting Company) ausschnittweise für das Fernsehen aufgezeichnet, allerdings ohne Siegmund Nimsgern, Peter Meven und Zubin Mehta. (DVD bei ‚VAI Video Artists international‘.)



    Am 11. 3. 1985 gab Peter Meven sein Debüt in Südafrika, ebenfalls als König Marke. Im State Theatre in Pretoria gab es – in Anwesenheit Wolfgang Wagners - eine Neuinszenierung mit Marita Napier (Isolde), Reinhild Runkel (Brangäne), Gerd Brenneis (Tristan) und Wicus Slabbert (Kurwenal) sowie dem Chor und Orchester des PACT (Performing Arts Council of the Transvaal) unter der Leitung von Gabor Ötvös.



    Im Teatro Municipal in Santago de Chile wurde am 2. 8. 1986 „Tristan und Isolde“ erstmals in deutscher Sprache gegeben statt wie bisher in italienisch: Janice Yoes (statt Ute Vinzing) (Isolde), Reinhild Runkel (Brangäne), Wolfgang Neumann (Tristan), Hartmut Welker (Kurwenal) und Ricardo Yost (Melot) / Dirigent auch hier: Gabor Ötvös.



    Carlo

    Nachtrag zum Beitrag Nr. 73 vom 24. 1. 2024:


    ADRAST


    Ein Leser des Forums hat sich gemeldet und mitgeteilt, dass die Solisten der Aufnahme von 1946 aus Bern FRANZ FEHRINGER und FERDINAND FRANTZ sind. Er hat die Sendung von Radio Beromünster 1955 gehört und mitgeschnitten.



    Nachtrag zum Beitrag Nr. 77 vom 31. 1. 2024:


    DIE BÜRGSCHAFT


    Selbstverständlich habe ich diesen ‚YouTube‘-Beitrag auch schon gesehen. Mein erster Eindruck: Die Aufführung in der JVA Adelsheim (Neckar-Odenwald-Kreis) war wohl als strafverschärfende Maßnahme für die Häftlinge gedacht - und die können ja nicht weglaufen!


    Im Ernst: Die Botschaft des Stücks vermittelt sich – vor allem mit dem vervollständigten Schluss - auch trotz der sehr ‚zeitgeistigen‘ und gewollt (?) dilettantischen Inszenierung und Ausstattung von Paula Fünfeck. Aber der Verbreitung der Oper ist mit einer solchen Interpretation wenig gedient. (Die Komplettierung der Komposition mit anderen Werken Schuberts durch Anna-Sophie Brüning ist geschickt gemacht und vom Verlag Boosey & Hawkes/Bote & Bock abgesegnet.)


    Carlo

    Ich habe mit Alfons Fügel die folgenden Schallplatten. (Die Angaben zu den Veröffentlichungen der Gemeinde Bolanden wurden später auf den CDs von ‚UraCant’ teilweise präzisiert.) Der Herausgeber Fridhardt Pascher, ehemaliger Bürgermeister von Bad Urach, hat im „Stimmen, die um die Welt gingen...“-Heft vom September 1999 ausführlich über seine Anstrengungen berichtet, an manche Aufnahmen zu kommen.


    GRÄFIN MARIZA (Imre Kálmán) (‚Polydor‘ 20056) (EP, 1954, 17 cm)

    Querschnitt mit Gerda Sommerschuh, Fränzi Millrath, Alfons Fügel und Józsi Troján-Regar / Der Chor der Bayerischen Staatsoperette München (Gärtnerplatztheater) / Die Münchner Philharmoniker – Dirigent: Edmund Nick (ca. 1950).


    ALFONS FÜGEL SINGT (‚Polydor‘ 22115) (EP, 1957, 17 cm)

    „Der Rattenfänger“ (Adolf von Neuendorff) ‚Wandern, ach wandern‘ / ‚Zwei dunkle Augen‘ (Carl Heins)

    Das Symphonie-Orchester Graunke – Dirigent: Hanns Steinkopf (1949).


    DIE GROßEN IHRER ZEIT – ALFONS FÜGEL (‚Deutsche Grammophon Gesellschaft‘ 30633) (EP, 1961, 17cm)

    „Tosca“ (Giacomo Puccini) ‚Wie sich die Bilder gleichen‘

    „La Bohème’ (Giacomo Puccini) ‚O du süßestes Mädchen‘ (mit Trude Eipperle)

    dto.: ‚Sind wir allein? Ich stellte mich nur schlafend‘ (mit Trude Eipperle)

    „Turandot“ (Giacomo Puccini) ‚O weine nicht, Liu‘

    Das Bayerische Staatsorchester München – Dirigent: Heinrich Hollreiser (1944).


    VIER JAHRHUNDERTE DEUTSCHES VOLKSLIED, Folge 1 (‚Europäischer Phonoklub Stuttgart‘ Opera 3200) (LP, 1956, 25 cm)

    ‚Drei gute Dinge‘ (Daniel Friderici)

    ‚Der Gutzgauch‘ (Lorenz Lemlin)

    ‚Ich spring‘ in diesem Ringe’ (Bearbeitung: Hans Lang) - Alfons Fügel und Chor

    ‚Es steht ein‘ Lind’ (Bearbeitung: Erwin Lendvai) – Gustav Grefe und Chor

    ‚Der Mond ist aufgegangen‘ (Johann Abraham Peter Schulz, Bearbeitung: Albert Thate)

    ‚Heidenröslein‘ (‚Röslein auf der Heiden‘) (Heinrich Werner)

    ‚Verstohlen geht der Mond auf‘ (Wilhelm von Zuccalmaglio, Bearbeitung: Johannes Brahms) – Alfons Fügel und Chor

    ‚Feinsliebchen, du sollst mir nicht barfuß geh‘n’ (Wilhelm von Zuccalmaglio, Bearbeitung: Johannes Brahms)

    ‚Der bucklige Fiedler‘ (Johannes Brahms, op. 93a Nr. 1)

    ‚Adé zur guten Nacht‘ (Bearbeitung: Ernst Pepping)

    Alfons Fügel (Tenor) / Gustav Grefe (Bass) / Der Chor der Württembergischen Staatsoper Stuttgart / Das Tonkünstler-Orchester Stuttgart / Chorleiter und Dirigent: Heinz Mende.

    Leider habe ich nur diese Platte; weiß jemand den Inhalt der 2. Folge?


    HISTORISCHE AUFNAHMEN (700 Jahre Bolanden) (‚Gemeinde Bolanden‘ 32601-32602) (LP, 1970, 30 cm)

    „Martha“ (Friedrich von Flotow) ‚Ach so fromm, ach so traut‘

    „Der fliegende Holländer“ (Richard Wagner) ‚Mit Gewitter und Sturm auf fernem Meer‘

    „Frau Luna“ (Paul Lincke) ‚Schlösser, die im Monde liegen‘

    ‚Ännchen von Tharau‘ (Volksweise, Bearbeitung: Friedrich Silcher)

    ‚Heidenröslein‘ (‚Röslein auf der Heiden‘) (Heinrich Werner)

    ‚Das Schiff streicht durch die Wellen‘ (‚Rosabella, Fridolin‘) (Volksweise)

    „Der Obersteiger“ (Carl Zeller) ‚Sei nicht bös‘, es kann ja nicht sein’

    „Der Vogelhändler“ (Carl Zeller) Querschnitt (mit Tresi Rudolph und Traute Rose)

    Der Chor und das Orchester des Deutschen Opernhauses Berlin / Das Große Rundfunk-Orchester Berlin / Ein Kammerchor und ein Kammerorchester Berlin / Dirigent (in allen Aufnahmen): Hanns Steinkopf.


    OPERN MIT ALFONS FÜGEL (‚Gemeinde Bolanden‘ 38474-38475) (LP, 1972, 30 cm)

    „La Bohème“ (Giacomo Puccini) ‚Wie eiskalt ist dies Händchen‘

    dto.: ‚O du süßestes Mädchen‘ (mit Trude Eipperle)

    dto.: ‚Sind wir allein? Ich stellte mich nur schlafend‘ (mit Trude Eipperle)

    „Tosca“ (Giacomo Puccini) ‚Wie sich die Bilder gleichen‘

    „Madame Butterfly“ (Giacomo Puccini) ‚Mädchen, in deinen Augen liegt ein Zauber‘ (mit Trude Eipperle)

    „Turandot“ (Giacomo Puccini) ‚Keiner Schlafe!‘

    dto.: ‚O weine nicht, Liu‘

    „Carmen“ (Georges Bizet) ‚Hier an dem Herzen treu geborgen‘

    „Martha“ (Friedrich von Flotow) ‚Ach so fromm, ach so traut‘

    „Die lustigen Weiber von Windsor“ (Otto Nicolai) ‚Horch, die Lerche singt im Hain‘

    „Undine“ (Albert Lortzing) ‚Vater, Mutter, Schwestern, Brüder‘

    „Lucia di Lammermoor“ (Gaetano Donizetti) ‚Wer vermag‘s, den Zorn zu hemmen’ (mit Anni van Kruyswyk, Liselotte Mann, Hans Blessin, Mark Nohe und Franz Lipp)

    Das Orchester des Deutschen Opernhauses Berlin – Dirigent: Hanns Steinkopf / Das Bayerische Staatsorchester München – Dirigent: Heinrich Hollreiser / Das Sinfonieorchester des Süddeutschen Rundfunks Stuttgart - Dirigent: Gustav Koslik.


    OPERETTEN MIT ALFONS FÜGEL (‚Gemeinde Bolanden‘ 38472-38473) (LP, 1972, 30 cm)

    „Zauberin Lola“ (Eduard Künneke) ‚Es ist auch dir einmal ein Mensch bestimmt‘

    „Frau Luna“ (Paul Lincke) ‚Schlösser, die im Monde liegen‘

    „Der Bettelstudent“ (Carl Millöcker) ‚Ich hab‘ kein Geld, bin vogelfrei’

    dto.: ‚Ich knüpfte manche zarten Bande‘

    „Die Dubarry“ (Carl Millöcker und Theo Mackeben) Querschnitt (mit Sári Barabas)

    „Der Vogelhändler“ (Carl Zeller) ‚Wie mein Ahn‘l zwanzig Jahr’

    dto.: ‚Schenkt man sich Rosen in Tirol‘ (mit Tresi Rudolph - fälschlich wird Traute Rose genannt)

    „Der Obersteiger“ (Carl Zeller) ‚Sei nicht bös, es kann ja nicht sein‘

    „Gräfin Mariza“ (Imre Kálmán) Querschnitt (mit Gerda Sommerschuh, Fränzi Millradt und Józsi Troján-Regar)

    Gerhard Gregor, Hammond-Orgel / Der Waldo-Favre-Chor / Das Münchner Rundfunkorchester – Dirigent: Werner Schmidt Boelcke / Ein Großes Operetten-Orchester – Dirigent: Theo Mackeben / Der Chor und das Orchester der Bayerischen Staatsoperette (richtig: Die Münchner Philharmoniker) – Dirigent: Edmund Nick / Der Chor und das Orchester des Deutschen Opernhauses Berlin – Dirigent: Hanns Steinkopf / Ein Kammerchor und ein Kammerorchester, Berlin – Dirigent: Hanns Steinkopf.


    LIEDER MIT ALFONS FÜGEL (‚Gemeinde Bolanden‘ 0629 982) (LP, 1972, 30 cm)

    ‚Zwei dunkle Augen‘ (Carl Heins)

    ‚Ännchen von Tharau‘ (Volksweise, Bearbeitung: Friedrich Silcher)

    „Glückliche Reise“ (Eduard Künneke) ‚Drüben in der Heimat‘

    ‚Verstohlen geht der Mond auf‘ (Volksweise, Bearbeitung: Johannes Brahms)

    ‚Hört ihr Leut‘ und lasst euch sagen’ (Volksweise, Bearbeitung: Johannes Brahms)

    ‚Heut‘ ist der schönste Tag in meinem Leben’ (Alois Melichar)

    ‚Das Schiff streicht durch die Wellen‘ (‚Rosabella, Fridolin‘) (Volksweise)

    „Der Rattenfänger“ (Adolf von Neuendorff) ‚Wandern, ach wandern‘

    ‚Löns-Lieder-Suite‘ (Eduard Künneke) ‚Alle Birken grünen’ – ‚Kurz ist der Mai‘ – ‚Die roten Blätter rauschen‘ - ‚Auf der Straße‘

    ‚Vier Lieder’ (Max Reger) ‚Beim Schneewetter‘ – ‚Des Kindes Gebet‘ – ‚Mariä Wiegenlied’ – ‚Der König vom Morgenland‘

    ‚Die Forelle‘ (Franz Schubert)

    ‚Im Abendrot‘ (Franz Schubert)

    Heinrich Baumgartner, Klavier / Hans Altmann, Klavier / Der Chor der Württembergischen Staatsoper Stuttgart – Dirigent: Heinz Mende / Das Orchester Kurt Graunke – Dirigent: Hanns Steinkopf / Das Münchner Rundfunkorchester – Dirigent: Werner Schmidt-Boelcke.


    DEUTSCHER SANG UND DEUTSCHER KLANG (‚Gloria‘ 14047) (LP, 1962, 30 cm)

    Diese Schallplatte mit Volksliedern enthält zwei Lieder mit Alfons Fügel: „Die Lore am Tore“ und „Ännchen von Tharau“, wobei weder das Aufnahmejahr – jedenfalls vor Oktober 1960 – noch das begleitende Orchester samt Dirigenten genannt wird. (Angeblich stammen die Lieder aus dem Film "Das Lied der Nachtigall" von 1944.) Falls es tatsächlich Alfons Fügel ist, so ist es eine seiner letzten Aufnahmen. Weiter wirken der Tenor Kurt Reimann und der Bariton Herbert Brauer mit. Es singen der RIAS-Motettenchor und der Große RIAS-Männerchor (Ltg.: Günther Arndt) sowie die Schöneberger Sängerknaben. Es spielt das Berliner Mandolinenorhester (Dirigent: Willy Sommerfeld).

    .

    Diese Schallplatte habe ich leider nicht:


    OPERNQUERSCHNITTE (‚Stadt Filderstadt’ 68434 ) (LP, 1987, 30 cm)

    „Lucia di Lammermoor“ (Gaetano Donizetti) mit Anny van Kruyswyk, Liselotte Mann, Alfons Fügel, Mark Nohe, Hans Blessin und Franz Lipp / Das Sinfonieorchester des Süddeutschen Rundfunks Stuttgart – Dirigent: Gustav Koslik (Stuttgart, 7. 4. 1948)

    „La Traviata“ (Giuseppe Verdi) mit Margot Guilleaume, Alfons Fügel, Carl Kronenberg, Hanna Stolze-Fröhlich, Erika Winkler, Franz Sautter, Alfred Appenzeller, Franz Lipp und Wolfram Zimmerman / Der Chor und das Sinfonieorchestr des Süddeutschen Rundfunks Stuttgart – Dirigent: Hans Müller-Kray (Stuttgart, 2. 12. 1948).


    Die CD-Überspielungen mit Alfons Fügel folgen später gesondert.


    Carlo

    Zum heutigen 227. Geburtstag von Franz Schubert:


    DIE BÜRGSCHAFT, D 435


    Oper in drei Akten von einem unbekannten Textdichter / Musik von Franz Schubert / Komponiert im Frühjahr und Sommer 1816 (unvollendet).


    Das Werk:


    „Zu Dionys, dem Tyrannen, schlich Moeros, den Dolch im Gewande…“. Generationen von Schülern mussten die Ballade „Die Bürgschaft“ von Friedrich Schiller lernen, die er 1798 in Jena schrieb. So auch ich. Franz Schubert vertonte die Ballade 1815 (Deutsch-Verzeichnis D 246). Wen Franz Schubert mit der Umdichtung zu einem Opernstoff beauftragte – oder ob sie bereits vorhanden war – ist nicht bekannt; auch nicht, ob sie als ‚Übung im Gluck-Stil‘ für Antonio Salieri gedacht war, und warum er die Komposition im dritten Akt nach 158 Takten abbrach. Insgesamt 113 Seiten Partitur sind erhalten: 1 Seite (Introduktion), 53 Seiten (Erster Akt), 51 Seiten (Zweiter Akt) und 8 Seiten (Beginn des dritten Aktes). 1893 wurde sie von Breitkopf & Härtel in Leipzig gedruckt, herausgegeben von Johann Nepomuk Fuchs. Die Prosatexte der Oper sind allerdings verloren gegangen.


    Die Dokumentation ist – nicht nur bei dieser Schubert-Oper – äußerst dürftig. Das Fragment kam erstmals am 7. 3. 1908 konzertant in Wien durch den dortigen Schubert-Bund zur Aufführung (mit einer Wiederholung am 11. 4 19o8.) In neuerer Zeit ist das Konzert vom 27. 11. 1990 im Wiener Musikverein bemerkenswert, wovon es vermutlich eine Aufnahme gibt. Am 25. 6. 2005 gab es eine Aufführung (ergänzt mit Schiller-Texten an Stelle der verlorenen Dialoge) an der Friedrich-Schiller-Universität in Jena mit dem Philharmonischen Orchester der Universität. Mit einer Neudichtung von Paula Fünfeck und in der musikalischen Bearbeitung und Vervollständigung durch Anna-Sophie Brüning wurde die Oper am 6. 11. 2015 mit dem Landesjugendorchester Baden-Württemberg in der JVA (!) in Adelsheim aufgeführt.


    Die Musik:


    Erhalten sind von Schuberts Hand:

    1. Chor (gemischt) ‚Hilfe! Rettung!‘

    2. Arie (Moeros) ‚Muß ich fühlen in tiefer Brust‘

    3. Chor (gemischt) ,Wie dürstet der Aetus’

    4. Chor (gemischt) ‚Es lebe, es lebe der meutrische Tor‘

    5. Arie (Moeros) ‚Diese Gnade dank‘ ich dir’

    6. Arie (Dionys) ‚Ob er wohl wiederkehrt?… Nein, nein, der Träumer träumt‘

    7. Romanze (Anna) ‚Die Mutter sucht ihr liebes Kind‘

    8. Duett (Ismene und Julus) ‚Wir bringen dir die Kette

    9. Finale (Anna, Ismene, Julus, Theages, Männerchor) ‚Du gehst in Kerker, Du?‘

    10. Entr’acte und Arie (Moeros) ‚O Götter! O Dank Euch!‘

    11. Arie (Anna) ‚Welche Nacht hab‘ ich erlebt’

    12. Ensemble (Anna, Ismene, Julus, Philostratus) ‚Horch die Seufzer uns‘rer Mutter‘

    13. Quartett (Männerchor a cappella) ‚Hinter Büschen, hinterm Laub‘

    14. Szene und Arie (Moeros) ‚O göttliche Ruhe!… Doch wie brennt mich die Glut‘

    15. Entr’acte (orchestral)

    16. Ensemble (Theages und Männerchor) ‚Der Abend rückt heran‘ (unvollendet)


    Die Personen:


    Dionys, Herrscher über Syrakus – Bass / Moeros, ein Bürger von Syrakus – Bariton / Theages, sein Freund – Bariton / Anna, dessen Frau – Sopran / Ismene und Julus, beider Kinder – Soprane / Philostratus, Freund des Theages – Tenor / Vier Räuber – Zwei Tenöre, zwei Bässe.


    Die Handlung:


    Erster Akt. Die Bürger der Stadt Syrakus flehen um Rettung aus der Schreckensherrschaft des Dionys. Moeros tritt hinzu und zückt nach kurzer Überlegung den Dolch, wird aber von den Häschern ergriffen und vor Dionys geführt. Moeros gibt die Mordabsicht zu und der Tyrann verurteilt ihn zum Tod am Kreuz, aber Moeros bittet um einen Aufschub von drei Tagen, damit er seine Schwester verheiraten kann. Theages, der Freund des Moeros, wird dafür bürgen, dass er am dritten Tag zurückkehren wird. Dionys gewährt Moeros die Bitte und erklärt ihm, wenn er die Frist nicht einhält, Theages statt seiner gekreuzigt wird und er, Moeros, frei sein wird. Szenenwechsel. Im Haus des Theages singt Anna, dessen Frau, eine Romanze von einem verloren gegangenen Schäfchen, ihre Kinder Ismene und Julus stimmen ein. Theages kommt und berichtet, dass er gebürgt hat für die rechtzeitige Rückkehr des Moeros. Häscher erscheinen und verhaften Theages: er soll als Geisel in den Kerker geworfen werden.


    Zweiter Akt. Die Rückkehr Moeros’ von der Hochzeit wird durch ein Unwetter verzögert; die Brücke über den Fluß ist weggerissen worden und Moeros musste die reißenden Fluten durchschwimmen. Erschöpft hat er das andere Ufer erreicht und dankt den Göttern. Szenenwechsel. Annas Zimmer. Anna hat schlecht geträumt, Ismene und Julus trösten sie. Philostratus, ein Freund des Hauses, kommt hinzu und versucht, das Vertrauen Annas in die Rückkehr von Moeros wieder herzustellen. Szenenwechsel. In einem Wald lauern vier Räuber auf Beute und überfallen Moeros. Er kämpft mit ihnen und tötet zwei der Räuber. Doch Moeros ist erschöpft und eine ungewöhnliche Hitze lässt ihn fast verdursten. Schließlich findet er eine Quelle und dankt den Göttern für die Rettung.


    Dritter Akt. Das Volk ist vor dem Richtplatz versammelt. Theages soll hingerichtet werden, doch er antwortet, dass der dritte Tag noch nicht vorbei sei. (Ein Wechselgesang des Chors mit Theages läuft nach 6 Partiturseiten ohne Text weiter, bricht dann ab.) Als Theages schon an das Kreuz gebunden worden ist, erreicht Moeros endlich den Richtplatz – Theages ist gerettet. Doch nun soll Moeros sterben. Aber durch dieses Beispiel freundschaftlicher Liebe und Treue ist Dionys so gerührt, dass er beiden Männern das Leben schenkt und ihre Freundschaft sucht: „Ich sei, gewährt mir die Bitte, in eurem Bunde der Dritte.“


    Die Aufnahmen:


    Dionys – Alfred Burgstaller / Moeros – Robert Holl / Theages – Florian Prey / Anna – Yvonne Kenny / Ismene und Julus – Ursula Targler und Ein Wiener Sängerknabe / Philostratus – Robert Brooks / Vier Räuber – Robert Brooks, Peter Svensson, Florian Prey und Alfred Burgstaller / Das ‚Neue Wiener Vocalensemble‘ / Chorltg.: Peter Altmann / Das Niederöstereichische Tonkünstlerorchester / Dirigent: Alfred Eschwé (Wien, Musikverein, 27. 11. 1990). Eine konzertante Aufführung bei der ‚Achten Wiener Schubertiade 1990‘ mit vermutlich einem Mitschnitt des ORF. (Ferner erklangen an diesem Abend das Opern-Fragment „Claudine von Villa Bella, D 239“, das „Auguste jam coelestium, D 488“ für Sopran, Tenor und Orchester und die Ouvertüre im italienischen Stil, D 590.) Die Rollenzuschreibungen sind spekulativ, da in der Konzertankündigung des Wiener Musikvereins wie leider üblich nur das Stimmfach der Solisten, nicht aber die von ihnen zu interpretierenden Rollen genannt wurden (siehe auch „Claudine von Villa Bella“).


    Die LP „Ein Opernabend mit Franz Schubert“ (‚Philips‘ 1974 - bisher nicht auf CD erschienen) bringt aus dieser Oper die Nrn. 7, 11 und 12 mit Elly Ameling, Claes-Hakån Ahnsjö und zwei Knabensopranen des Helmonds Concertkoors; Edo de Waart dirigiert das Rotterdams Philharmonisch Orkest. Oliver Widmer singt in seinem Recital bei ‚Hyperion‘ (CD von 2001) aus Opern von Franz Schubert, begleitet von der Ungarischen Nationalphilharmonie (Nemzeti Filharmonikus Zenekar) unter Jan Schultsz, die Arien Nrn. 2, 5, 6, 10 und 14. Das ‚Räuberlied‘ (Nr. 13) ist in der Interpretation der ‚Singphoniker‘ auf deren CD „Singphonic Schubert, Vol. 3“ bei ‚cpo‘ enthalten.


    Carlo

    Peter Meven als König Marke in "Tristan und Isolde":



    „Tristan und Isolde“ (Richard Wagner): Isolde – Birgit Nilsson / Brangäne – Beverly Wolff / Tristan – Helge Brilioth / Kurwenal – Siegmund Nimsgern / König Marke – Peter Meven / Melot – Claudio Strudthoff / Ein junger Seemann – Gianfranco Pastine / Ein Hirt – Ennio Buoso / Ein Steuermann – Wander Bertolini / Coro e Orchestra di Roma della RAI / Chorltg.: Gianni Lazzari / Dirigent: Zubin Mehta (Rom, L’Auditorio della Radiotelevisione Italiana, 1. 2. 1972). Der Mitschnitt der konzertanten Aufführung wurde am 20. 2. 1972 gesendet. Es war das „Tristan“-Debüt Zubin Mehtas, der zwei Wochen lang mit den Beteiligten probte.



    dto.: Isolde – Ingrid Bjoner / Brangäne – Grace Hoffman / Tristan – Spas Wenkoff / Kurwenal – Günter Reich / König Marke – Peter Meven / Melot – Jörn W. Wilsing / Ein junger Seemann und ein Hirt – Gerhard Unger. / Ein Steuermann – Kurt-Egon Opp / Der Chor und das Orchester der Württembergischen Staatsoper Stuttgart / Chorltg.: Ulrich Eistert / Dirigent: Silvio Varviso (Stuttgart, Staatsoper, 21. 7. 1979). Ein Mitschnitt der Abschiedsvorstellung von Silvio Varviso als Stuttgarter Generalmusikdirektor.



    dto.: Isolde – Berit Lindholm / Brangäne – Hanna Schwarz / Tristan – Manfred Jung / Kurwenal – Raymond Wolansky / König Marke – Peter Meven / Melot – Jörn W. Wilsing / Ein junger Seemann – Martin Finke / Ein Hirt – Gerhard Unger / Ein Steuermann – Karl-Friedrich Dürr / Der Chor und das Orchester der Württembergischen Staatsoper Stuttgart / Chorltg.: Ulrich Eistert / Dirigent: Dennis Russell Davies (Stuttgart, Staatsoper, 21. 3. 1981). Der akustische Mitschnitt der Neuinszenierung von Götz Friedrich wurde von ‚Mr. Tape‘ angeboten. Die Schwedin Berit Lindholm ist am 12. 8. 2023 gestorben.



    dto.: Isolde – Jeannine Altmeyer / Brangäne – Glenys Linos / Tristan – Heribert Steinbach (statt Manfred Jung) / Kurwenal – Leif Roar / König Marke – Peter Meven / Melot – Ulrich Studer / Ein junger Seemann und Ein Hirt – Alexander Senger / Ein Steuermann – Dennis Hall / Der Chor des Berner Stadttheaters / Der Berner Bach-Chor / Das Berner Sinfonie-Orchester / Dirigent: Peter Maag (Bern, Casino-Saal, Dezember 1982). Das Werk wurde konzertant an zwei Abenden aufgeführt: am 4. 12. 1982 (Erster Akt) und am 5. 12. 1982 (Zweiter und Dritter Akt).



    dto.: Isolde – Ute Vinzing / Brangäne – Anne Wilkens / Tristan – Manfred Jung / Kurwenal – Hans Kiemer / König Marke – Peter Meven / Melot – Hartmut Welker / Ein junger Seemann – Jorma Silvasti / Ein Hirt – Günter Nowak / Ein Steuermann – Edward Gauntt / Der Chor der Badischen Staatsoper Karlsruhe / Die Badische Staatskapelle / Dirigent: Christoph Prick (Karlsruhe, 19. 8. 1986). Der Mitschnitt erschien bei ‚House of Opera‘.



    dto.: Isolde – Siv Wennberg / Brangäne – Anne Wilkens / Tristan – Spas Wenkoff / Kurwenal – Björn Asker / König Marke – Peter Meven / Melot – Lennart Stregård / Ein Steuermann – Raymond Björling / Norrköping Symphony Orchestra / Dirigent: Franz Welser-Möst (Stockholm, Konserthuset, 15. 10. 1988). Eine leicht gekürzte Konzertfassung, erschienen als Mitschnitt auf drei CDs bei dem schwedischen Label ‚Sterling‘.



    Carlo

    Hier nun also Franz Schuberts "Adrast":


    ADRAST, D 137


    Oper in zwei Akten von Johann Mayrhofer nach einer Erzählung in Herodots ‚Historien‘ / Musik von Franz Schubert / Komponiert vom Herbst 1819 bis Anfang 1820 (unvollendet).


    Der direkte Anlass für die Komposition dieser Oper ist nicht bekannt. Johann Mayrhofer (1787-1836), der Franz Schubert 1814 kennen lernte und mit ihm von 1818 bis 1821 zusammen lebte, schrieb auch das Libretto zu „Die Freunde von Salamanka“ und Schubert vertonte fast 50 seiner Gedichte. Nach dem Selbstmord Mayrhofers gingen der Text und die Noten zu „Adrast“ an dessen Nachlassverwalter Freiherr Ernst von Feuchtersleben über, der eine Herausgabe des dichterischen Werks Mayrhofers plante. Franz Schuberts Komposition datiert von Herbst 1819 bis Anfang 1820, gleichzeitig mit dem „Forellen-Quintett“, einem „Salve Regina“, dem Anfang der „Messe Nr. 5 in As-Dur“ und diversen Liedern (z. B. Goethes „Prometheus“). Vermutlich wegen des Kompositions-Auftrags zum religiösen Drama „Lazarus“ – Schubert begann damit im Februar 1820 – brach er die Arbeit an „Adrast“ ab und nahm sie später nicht wieder auf. (Auch den „Lazarus“ ließ er unvollendet, weil er wohl den Termin zur Aufführung an Ostern 1820 nicht einhalten konnte.)


    Johann Herbeck führte am 13. 12. 1868 im Wiener Musikverein zwei Stücke aus „Adrast“ auf: ein komplett orchestriertes Instrumentalstück (Introduktion zum 2. Akt) und das unvollendete Duett Krösus-Arianys (‚Erheit‘re dich, der Lenz entbreitet’). Die Arie des Adrast ‚Ein schlafend Kind… In diesem waldumschloss'nen und abgeleg'nen Raum‘ erklang unter Johann Herbeck erstmals am 14. 11. 1875, ebenfalls im Wiener Musikverein. Johann Nepomuk Fuchs veröffentlichte 1893 acht Nummern des Fragments in der Schubert-Gesamtausgabe; die Autographen befinden sich heute in der Wiener Stadt- und Landesbibliothek. (Die Reihenfolge der Veröffentlichung in der Schubert-Gesamtausgabe entspricht nicht der Platzierung der Musikstücke innerhalb der Oper.)


    Erhalten sind von Schuberts Hand:

    1. Introduktion (Chor der Hirten und Adrast) ‚Dank dir, Göttin, warmen Dank!… Mein Vaterland! Wie bin ich froh‘

    2. Rezitatv und Arie (Adrast) ‚Ein schlafend Kind… In diesem waldumschloss‘nen und abgeleg’nen Raum‘

    3. Rezitativ und Arie (Krösus) ‚War einer je der Sterblichen beglückt… O Zeus! Hab ich recht geherrscht?‘

    4. Chor und Ensemble (Chor der Myser und Krösus) ‚Dem König Heil! Wir nahen ihm mit hoffnungsvollem Mut‘

    5. Arie (Adrast) ‚Meine Seele, die dich liebt‘

    6. Introduktion 2. Akt und Trauermarsch (orchestral)

    7. Duett (Arianys und Krösus) ‚Erheitre dich, der Lenz entbreitet‘ (unvollendet)

    8. Rezitativ und Duett (Krösus und Adrast) ‚Wie liegst du starr und bleich… Mein Sohn, erwache! Dein Vater ruft dich!‘


    Nur in Skizzen erhalten (mit Textanfängen): 1. Rezitativ und Duett ‚Aus den Mermnaden...‘ – 2. Chor ‚Aus den Fluten...‘ – 3. Rezitativ ‚Die Lyder sind …‘ 4. Arie ‚Warum ließ ich mit dem Verruchten dich auf die Jagd‘ – 5. Ein Chor ohne Textangabe.


    Die Personen:


    Krösus, König von Lydien – Bariton / Atys, sein Sohn – Tenor / Arianys, dessen Frau – Sopran / Adrast, einst ein phrygischer Prinz, nun ein Hirte – Tenor.


    Die Handlung:


    Adrast, ein phrygischer Prinz, hat unabsichtlich seinen Bruder getötet, wurde aus Phrygien vertrieben und lebt nun als Hirte in Lydien. Der König dieses Landes, Krösus, bestimmt ihn zum Gefährten und Beschützer seines Sohnes Atys. Menschen aus dem Nachbarland Mysien bitten Krösus um Hilfe gegen einen wilden Eber, der ihre Felder verwüstet. Der König lehnt anfänglich ab, weil er in einem Traum sah, dass Atys bei einer Jagd getötet wurde. Doch Atys hört weder auf seinen Vater noch auf die Bitten seiner jungen Frau Arianys; er ist kampfbereit und stellt zusammen mit Adrast das Tier. Als Adrast einen Speer schleudert, trifft er versehentlich Atys tödlich. Krösus will Adrast hinrichten lassen und dieser ist auch bereit zu sterben. Doch Krösus fühlt sich mitschuldig, weil er die Warnung durch den Traum missachtete; er begnadigt Adrast und verweist ihn seines Landes.


    Aufnahmen:


    1946 wurden die komplett erhaltenen Stücke – unter dem Namen „Andrast“ - von Radio Beromünster mit dem Berner Rundfunkchor und dem Berner Stadtorchester unter der Leitung von Christoph Lertz aufgenommen; eine Wiederholungssendung gab es am 3. 7. 1955. Leider war es mir nicht möglich, die Namen der Sänger in Erfahrung zu bringen.


    Bei den Wiener ‚Schuberttagen‘ erklangen sie auch – ohne das Duett Nr. 7 - am 20. 11. 1985 (und an den drei folgenden Tagen) im Wiener Musikverein mit Helmut Wildhaber (Tenor) und Hermann Prey (Bariton). Es sang das ‚Neue Wiener Vocalensemble‘; Helmuth Froschauer dirigierte die Wiener Symphoniker. Ferner standen die „Kantate zur Namensfeier für Franz Michael Vierhalter, D 294“, das Rondo für Violine und Streichorchester A-.Dur (D 438) und die Symphonie Nr. 3 D-Dur, D 200 auf dem Programm.


    Im Jahr 2014 erschien eine CD der Firma ‚ARS Produktion‘ mit den Ausschnitten aus „Adrast“ - ohne die Nummer 7 – mit Martin Nagy (Tenor) und Steffen Lachenmann (Bariton). Der Kammerchor Potsdam wurde geleitet von Ud Joffe; die Brandenburger Symphoniker spielten unter dem Dirigat von Gernot Schulz, aufgenommen am 8. und 9. 10. 2004 in Potsdam. Die „Adrast“-Auszüge dauern 39 Minuten. Die CD enthält ferner die ‚Szene aus „Faust“‘ (D 126, orchestriert von Ernst Naumann), den „Erlkönig“ in der Bearbeitung von Hector Berlioz und gesungen von der Sopranistin Barbara Berens sowie „Sechs Lieder von Franz Schubert, orchestriert von Johannes Brahms“: ‚Memnon, 541‘ – ‚An Schwager Kronos, D 369‘ – ‚Greisengesang, D 778‘ – ‚Gruppe aus dem Tartarus, D 583‘ – ‚Geheimes, D 719‘ und ‚Ellens zweiter Gesang, D 838‘.


    Am 19. 11. 2010 hielt der Musikwissenschaftler Mario Aschauer in der Aula der Alten Universität Wien einen Vortrag zu seiner Edition des Opern-Fragments „Adrast“, worauf es hernach auch im Konzert erklang. Die Mitwirkenden waren: Elisabeth Wimmer (Sopran, Arianys), Jan Petryka (Tenor, Adrast und Atys), Matthias Helm (Bariton, Krösus), der Männerchor ‚Neue Unsinnsgesellschaft‘ und das ‚Harmony of Nations Baroque Orchestra‘ unter der Leitung von Mario Aschauer. Ein Mitschnitt des (teilweisen) Vortrags und des Konzerts ist im Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften unter dem Titel ‚Klingende Forschung 1: Franz Schuberts „Adrast“‘ auf CD erschienen.


    Der Schweizer Oliver Widmer (Ehemann von Cecilia Bartoli) singt auf einem Recital bei ‚Hyperion‘ (2001) mit Bariton-Opernarien von Franz Schubert – begleitet von der Ungarischen Nationalphilharmonie unter Jan Schultsz – die Szene des Krösus ‚War einer je der Sterblichen beglückt… O Zeus! Hab ich recht geherrscht?‘. Und der deutsche Tenor Werner Güra ist auf ‚YouTube‘ zu hören mit der Arie des Adrast ‚Ein schlafend Kind… In diesem waldumschloss‘nen und abgeleg’nen Raum’, begleitet vom Helsinki Baroque Orchestra unter Aapo Häkkinen.


    Der Trauermarsch aus „Adrast“ ist mit dem Schwedischen Kammerorchester unter Thomas Dausgaard auf einer CD der Firma ‚BIS‘ zu hören, die weitere Werke Schuberts enthält: die Symphonien Nr. 1D-Dur (D 83) und Nr. 2 B-Dur (D 125) sowie die Ouvertüre zum Schauspiel „Die Zauberharfe“ (D 644, besser bekannt als „Rosamunde“-Ouvertüre), alles aufgenommen im Juni 2013.


    Carlo

    Das ist eine traurige Nachricht.


    Besondere Stimmen, wie die von Ewa Podleś, bleiben lange in Erinnerung. Ihre kräftige, kernige Stimme – ein echter Contra-Alt – und ihre Fähigkeit, ganze Koloraturgirlanden zu singen, dazu ein Stimmumfang vom hohen C bis in die Bassregion, und ihre etwas antiquiert anmutende Singweise machten sie zu einer gesuchten Interpretin vor allem für die Opern von Händel und Rossini.


    Geboren wurde sie am 26. 4. 1952 in Warszawa/Warschau. Ihre Mutter war Sängerin (Stimmlage Alt) gewesen und ihre beiden Töchter – eine Schwester von Ewa war Mezzosopranistin – haben das Gesangstalent geerbt. Ausgebildet wurde Ewa Podleś am Konservatorium in Poznan/Posen (zunächst als Sopranistin, da sie eine leichte Höhe hatte) und an der Fryderyk Chopin Musikakademie in Warschau (hier von Alina Bolechowska). 1975 debütierte sie am Teatr Wielki in ihrer Heimatstadt als Dorabella in „Cosi fan tutte“. Nach der Teilnahme an mehreren Gesangswettbewerben (Genf, Rio de Janeiro, Athen, Barcelona, Toulouse und Moskau) begann ihre internationale Karriere mit Auftritten an allen großen Opernbühnen.


    Ihr Bühnen-Repertoire war sehr umfangreich: u. a. Giulio Cesare (Cornelia und Titelrolle), Rodelinda (Bertarido), Rinaldo (Titelrolle), Ariodante (Polinesso), Orfeo ed Euridice (Orfeo), Tancredi (Titelrolle), La donna del lago (Malcolm), Semiramide (Arsace), Ciro in Babilonia (Titelrolle) Il barbiere di Siviglia (Rosina), L’Italiana in Algeri (Isabella), La Cenerentola (Angelina), Norma (Adalgisa), La fille du régiment (Marquise de Berkenfield), Il trovatore (Azucena), Un ballo in maschera (Ulrica), Falstaff (Mrs. Qickly), Das Rheingold und Siegfried (Erda), Carmen (Titelrolle), Samson et Dalila (Dalila), Cendrillon (Mme. de la Haltière), La Gioconda (La Cieca), Boris Godunov (Marina), Knias Igor (Konchakovna), Pikovaia Dama (Grafina), Elektra (Klytämnestra), Oedipus Rex (Iocasta).


    Im Konzertsaal sang Ewa Podleś u. a. die Kantaten „Arianna a Naxos“ von Haydn und „Giovanna d’Arco“ von Rossini wie auch dessen „Stabat Mater“, Lieder von Chopin, Mendelssohn und Brahms, das Verdi-Requiem, Prokofievs „Aleksandr Nevskii“, Mahlers zweite und dritte Symphonie und dessen „Kindertotenlieder“ und „Das Lied von der Erde“, de Fallas „El amor brujo“, Respighis „Il tramonto“, Szymanowskis „Hymnen“ sowie Pendereckis „Te deum“ und sein Oratorium „Seven Gates of Jerusalem“.


    Ewa Podleś war verheiratet mit dem Pianisten Jerzy Marchwinsky – der oft ihr Liedbegleiter war - und lebte in Warschau. 2017 gab sie das Ende ihrer Gesangskarriere aus gesundheitlichen Gründen bekannt; am vergangenen Freitag (19. Januar) ist sie mit 71 Jahren in Warschau gestorben.


    Die beiden oben gezeigten Recitals von ‚Naxos‘ und ‚Delos‘ und den kompletten „Tancredi“ habe ich auch; zusätzlich stehen noch zwei CDs des polnischen Labels ‚Dux‘ in meinem Regal:


    „Rossini Gala“: „Tancredi“ ‚Di tanti palpiti‘ / „Semiramide“ ‚Eccomi alfine in Babilonia… Ah, quel giorno ognor rammento‘ / „Maometto secondo“ ‚Non temer d’un basso affetto‘ / „La donna del lago“ ‚Mura felici, ove il mio ben s‘aggirai‘ / „Il barbiere di Siviglia“ Ouvertüre und ‚Una voce poco fa‘ / „L’Italiana in Algeri“ ‚Pensa alla patria‘ und ‚Cruda sorte! Amor tiranno!‘ / Ewa Podleś (Alt) / Orkiestra Kameralna ‚Leopoldinum‘ oraz muzycy Filharmonii Narodowej (Kammerorchester ‚Leopoldinum‘ und Musiker der National Philharmonie) / Dirigent: Wojciech Michniewski (Wroclaw/Breslau, Sendesaal des Polnischen Rundfunks, 13. 9. 1998). Aufgenommen live im Rahmen des 33. Internationalen Festivals ‚Wratislavia Cantans Music and Fine Arts‘. (‚DUX‘ 0124 / 1998)


    „Ewa Podleś“: „Die Geschöpfe des Prometheus“: Ouvertüre (Ludwig van Beethoven) / Kantate „Arianna a Naxos“ (Joseph Haydn, instrumentiert von Ernest Frank) / „Il barbiere di Siviglia“: Ouvertüre (Gioachino Rossini) / „Tancredi“: ‚Oh patria!…. Di tanti palpiti‘ (Gioachino Rossini) / „L’Italiana in Algeri“: Ouvertüre (Gioachino Rossini) / „Il trovatore“: ‚Stride la vampa‘ (Giuseppe Verdi) / „Lucrezia Borgia“: ‚Il segreto per esser felici‘ (Gaetano Donizetti) / L’Italiana in Algeri“: ‚Cruda sorte! Amor tiranno!‘ (Gioachino Rossini) / Ewa Podleś (Alt) / Polska Orkiestra Radiowa (Symphonieorchester des Polnischen Rundfunks) / Dirigent: Lukasz Borowicz (Warszawa/Warschau, Nationalphilharmonie, 14. 12. 2008). Aufgenommen live zur Zweihundertjahrfeier der Rechtsfakultät der Warschauer Universität. (‚DUX‘ 0709 / 2009)


    Carlo

    Peter Meven als König Heinrich der Vogler in "Lohengrin".


    “Lohengrin“ (Richard Wagner): Heinrich der Vogler – Peter Meven / Lohengrin – René Kollo / Elsa von Brabant – Gundula Janowitz / Friedrich von Telramund – Siegmund Nimsgern / Ortrud – Eva Randová / Der Heerrufer – William Workman / Vier brabantische Edle – Tommaso Frascati, Bruno Bulgarelli, Ettore Geri und Carlo Schreiber / Coro e Orchestra di Roma della RAI / Chorltg.: Gianni Lazzari / Dirigent: Zubin Mehta (Rom, Radiotelevisione Italiana, Sendung am 20. 6. 1974). Bei ‚House of Opera‘ in den USA erhältlich.


    dto.; Heinrich der Vogler – Peter Meven / Lohengrin – William Cochran (statt James King) / Elsa von Brabant – Hannelore Bode / Friedrich von Telramund – Siegmund Nimsgern / Ortrud – Christa Ludwig / Der Heerrufer – Hans Helm / Vier brabantische Edle – Horst Nitsche, Ewald Aichberger, Hans Christian und Harald Pröglhöf / Vier Edelknaben – Erna Mühlberger, Evamaria Pipal, Edith Steininger und Susanne Steffan / Der Chor und das Orchester der Wiener Staatsoper / Chorltg.: Norbert Balatsch / Dirigent: Zubin Mehta (Wien, Staatsoper, 20. 2. 1975). Ein Live-Mitschnitt des ORF von einer ‚stürmischen‘ Premiere, die wegen der Regie (Joachim Herz) und der Ausstattung (Rudolf Heinrich) vehement abgelehnt wurde. Aber nicht etwa, weil sie zu provokant-modern waren, sondern im Gegenteil zu altväterlich-realistisch dargeboten wurden.


    dto.: Heinrich der Vogler – Peter Meven / Lohengrin – Karl Walter Böhm / Elsa von Brabant – Hildegard Behrens / Friedrich von Telramund – Hermann Becht / Ortrud – Joy McIntyre / Der Heerrufer – Toshimitsu Kimura / Der Chor der Deutschen Oper am Rhein / Chorltg.: Rudolf Staude / Die Duisburger Sinfoniker / Dirigent: Peter Schneider (Duisburg, Opernhaus, 1978). Ein privater Mitschnitt.


    dto.: Heinrich der Vogler – Peter Meven / Lohengrin – Walter Raffeiner / Elsa von Brabant – Hannelore Bode / Friedrich von Telramund – Franz Ferdinand Nentwig / Ortrud – Eva Randová / Der Heerrufer – Wolfgang Schöne / Der Chor und das Orchester der Württembergischen Staatsoper Stuttgart / Chorltg.: Ulrich Eistert / Dirigent: Janos Kulka (Stuttgart, Staatsoper, 10. 5. 1981). Aufnahmen: ‚Mr. Tape’ und ‚Premiere Opera‘.


    dto.: (Ausschnitte aus dem 1. und 2. Akt) Heinrich der Vogler – Peter Meven / Lohengrin – William Johns / Elsa von Brabant – Lisbeth Balslev / Friedrich von Telramund – Oskar Hillebrandt / Ortrud – Leonie Rysanek / Der Heerrufer – Franz Grundheber / Der Chor der Hamburgischen Staatsoper / Chorltg.: Jürgen Schulz / Das Philharmonische Staatsorchester Hamburg / Dirigent: Hans Wallat (Hamburg, Staatsoper, 1. 4. 1983). (Zwei private CDs)


    Peter Meven war auch der König – auf dem Rücken eines künstlichen Pferdes - in der „Lohengrin“-Neuinszenierung in der Regie und Ausstattung des früheren Kostümbildners Pet Halmen an der DOR Düsseldorf am 21. 10. 1987 mit Beatrice Niehoff, Gabriele Schnaut, Eberhard Büchner, Bodo Brinkmann und David Holloway (Heerrufer) unter der musikalischen Leitung von Hans Wallat. Und am 7. 11. 1988 gab Peter Meven sein Debüt am Teatro Municipal in Santiago de Chile mit der Partie Heinrich des Voglers. Ferner sangen Carla Pohl, Gail Gilmore, Paul Frey, Hartmut Welker und Carmo Barbosa (Heerrufer); Gabor Ötvös war der Dirigent.


    Carlo

    Otto Schenk als Schauspieler.


    Als Ergänzung zu meinem Beitrag Nr. 20 fällt mir ein, dass ich einmal im Fernsehen Otto Schenk mit "Die Sternstunde des Josef Bieder" von Eberhard Streul gesehen habe, die von Schenk 1992 für ein opernaffines Publikum bearbeitet wurde.


    Josef Bieder ist ein unscheinbarer, aber unverzichtbarer Mitarbeiter ‚seines‘ Opernhauses, der durch einen Fehler des Disponenten an einem eigentlich spielfreien Abend, als er auf der leeren Bühne werkelt, plötzlich den vollbesetzten Zuschauerraum bemerkt. Er nutzt die Gelegenheit, von seinen Erlebnissen vor und hinter dem Vorhang zu erzählen und sich über die Praktiken und Verrücktheiten des Musiktheaters auszulassen, wobei auch berühmte Namen genannt und nicht geschont werden. Schließlich offenbart er, dass er eigentlich Sänger werden wollte oder – noch lieber – Tänzer und zeigt, wie Galina Ulanova den ‚sterbenden Schwan‘ tanzte.


    Dieses Beispiel der 'Unterhaltung mit Tiefgang' ist auch auf einer DVD des ORF zu sehen.


    Carlo

    Keine Oper, sondern ein Schauspiel mit Musik!


    DIE ZAUBERHARFE, D 644


    Zauberspiel in drei Akten von Georg Edler von Hofmann / Musik von Franz Schubert / Komposition: August 1820 / Uraufführung: 19. 8. 1820, Wien, Theater an der Wien.


    Das Werk:


    Als Franz Schubert Anfang August 1820 den Auftrag zur Komposition der Bühnenmusik zum Zauberspiel „Die Zauberharfe“ erhielt, blieben ihm noch genau vierzehn Tage bis zur Premiere. Georg Edler von Hofmann (1769-1845, von ihm stammt auch das Libretto von Schuberts „Die Zwillingsbrüder“) war ein anerkannter Theaterdichter des Kärntnertortheaters, aber mit seiner Dichtung von „Die Zauberharfe“ ließ er seiner Phantasie wohl zuviel Raum. Auch Franz Schubert schoss über das Ziel hinaus, denn seine Komposition sprengte den Rahmen des konventionellen Zauber- und Ritterspiels bei weitem; die Musik - eine Ouvertüre (besser bekannt als „Rosamunden“-Ouvertüre), ein Vorspiel zum 3. Akt, sieben Chöre, vier Sologesänge und sechs Melodramen – unterbrach den Lauf der langen unübersichtlichen Handlung, deren Text verloren gegangen ist, und ließ das Ganze noch chaotischer wirken. Kein Wunder, dass das Werk nach nur acht Aufführungen vom Spielplan verschwand.


    Der Kritiker der Dresdner ‚Abendzeitung‘ kommt zu dem Resumée: „Es kommen vor: ein König und sein Weib (eine Fee), bei welchem der Zuhörer nicht ins Klare kommt, welches von beiden schlecht und welches brav sei. Und die Handlung ist so langweilig, daß ich den Leser zu ermüden fürchte, wenn ich sie auch nur nacherzählte.“ Ähnlich auch die Kritik in der Wiener ‚Theaterzeitung‘: „Leider lässt sich mit dem besten Willen von der Welt nichts Tröstliches darüber sagen. Ach, das Hexenwerk möchte noch hingehen, aber die peinliche Langeweile, wovon es gleichsam überquillt, die noch auf die Erinnerung fortwirkt und selbst die geläufigste Feder der Kritik lähmt. ..…Freilich die Musik! Viele gute Gedanken, kräftige Stellen, sinnreich geführte harmonische Sätze, Einsicht und Verstand; aber Ungleichheiten die Menge, das Gewöhnliche neben dem Besonderen, Leichtes und Gesuchtes, Haltbares und Tändelhaftes durcheinander. Und man kann trotz dem Besseren nicht umhin, das Ganze für ein Werk der Eilfertigkeit zu halten, die jedoch keinen Tadel verdient, nur wäre dem talentvollen Tonsetzer für die Zukunft ein besserer Stoff und Bedächtigkeit in vollem Maß zu wünschen.“


    Die Handlung:


    Die Vorgeschichte: Arnulf, der Graf von Montabor, hatte das Herz der Fee Melinde, die über das Feuer gebietet, mit Hilfe einer Zauberharfe gewonnen, doch sein Ehrgeiz führte zur Entfremdung des Ehepaars. Denn er beabsichtigte, seine Nichte Ida an Stelle des gemeinsamen Sohnes zur Herrscherin von Brabant zu machen. Um das zu verhindern, wirft Melinde den Jungen und die Zauberharfe ins Feuer und verschwindet. Doch der Knabe überlebt und wächst in einem fernen Land auf. Arnulf schwört diese Tat zu rächen und Melinde zu bekämpfen.

    Erster Akt: In Arnulfs Burg feiert man den Troubadour Palmerin und bereitet sich auf den Kampf gegen Melinde vor. Szenenwechsel: Im Reich der Geister lässt Sutur, ein Feuerdämon, Melinde erscheinen, die seine Herrin ist, und sie verlangt, dass Arnulf vor sie geführt wird. Als dieser nicht von seinem Plan lässt, Melinde zu bekämpfen, schwört sie, sich nie mit ihm zu versöhnen, andernfalls verlöre sie ihre Macht über Sutur. Szenenwechsel: Ida hat sich in einem Zauberwald verirrt und wird von Rittern gefunden.

    Zweiter Akt: Die Ritter auf Arnulfs Burg singen und trinken; auch Palmerin ist unter ihnen. Szenenwechsel: Durch Zauberkraft wird Arnulf auf Melindes Burg gebracht. Er bleibt unversöhnlich. Szenenwechsel: Die Ritter ziehen in den Kampf. Ida gesteht sich ihre Liebe zu einem der Ritter ein, die sie im Zauberwald fanden. Palmerin singt eine Hymne an die Liebe und ein Chor von Genien verheißt Ida, dass ihre Liebe in Erfüllung geht.

    Dritter Akt: Melindes Burg wird belagert und Arnulf fordert seine Frau auf, sich zu zeigen. Melinde bringt durch Zauberkraft Ida und Arnulf in ihre Gewalt und sie überzeugt Arnulf, dass der Sohn noch lebt – es ist der Troubadour Palmerin. Arnulf will sich mit Melinde versöhnen, doch da erscheint Sutur und erinnert Melinde an ihren Schwur. Als er die Beiden vernichten will, erinnert sich Ida an die Zauberharfe. Sie ruft Palmerin herbei, der durch die Töne des Instruments Sutur und seine Geister besiegt.


    Die Musik:


    Ouvertüre

    Erster Akt:

    Chor der Troubadoure und Solo des Palmerin: ‚Harfentöne lasst erklingen… Teuer ist dem Heldensohne‘

    Chor der Troubadoure und Ritter: ‚Zum Saal, der gold‘ne Becher blinkt‘

    Melodram I (Sutur, Melinde): ‚Der Funke fing, das Feuer glüht’

    Melodram I (Ida): Wo bin ich? Nirgends find’ ich die Jäger’

    Chor der Ritter und Knappen: ‚Ida, gib Zeichen! Rufet, blaset, suchet sie!‘

    Zweiter Akt:

    Chor der Troubadoure und Ritter: ‚Leben lasst den gold‘nen Wein‘

    Soli des Palmerin und eines Kavaliers: ‚Bei der Ritter frohem Mahl‘

    Melodram II (Arnulf, Melinde): ‚Furie, bebe! Ha, was war das?‘

    Chor der Ritter: ‚Die Zauberin lasst uns betrügen‘

    Melodram III (Ida): ‚Da zieh‘n sie hin in heller Mondennacht‘

    Romanze des Palmerin: ‚Was belebt die schöne Welt?‘

    Chor der Genien: ‚Schlafe, Liebliche, denn dein Sehnen wird erfüllt‘

    Dritter Akt:

    Entr’acte

    Melodram IV (Arnulf, Folko, Ryno, Alf, Melinde): ‚Geschlossen ist der Bund‘

    Melodram V (Melinde): ‚Seht! Ida ist in meiner Burg‘

    Melodram VI (Arnulf, Melinde, Ida, Drei Ritter, Sutur) ‚Ha, was geschah mit mir?‘

    Melodram VI (Sutur, Melinde, Arnulf, Drei Ritter): ‚Den Schwur hast du gebrochen‘

    Chorfinale: ‚Durch der Töne Zaubermacht, schönes Werk, bist du vollbracht‘


    Die Aufnahmen:


    Arnulf, Graf von Montabor – Walter Schwickerath / Melinde, eine Fee – Christine Ostermayer / Palmerin, ein Troubadour – Thomas Moser (Tenor) / Ida, die Thronerbin Brabants – Roswitha Dierck / Sutur, ein Feuerdämon – Kurt Schossmann / Ein Kavalier – József Németh (Bariton) / Arnulfs Gefolgsleute: Folko, Ryno und Alf – Otto Edelmann / Á Szegedi Nemzéti Színház Énekkara (Der Chor des Nationaltheaters Szeged) / Á Szegedi Filharmóniai Zenekara (Das Philharmonische Orchester Szeged) / Dirigent: Tito Gotti / Musikalische Beratung: Niels Nielsen / Textbearbeitung und Sprachregie: Wolfgang Poch (Bologna,Teatro Comunale, Juli 1983, Dauer: 99 Minuten). Eine Live-Aufnahme der ‚Diapason‘, veröffentlicht von ‚Bongiovanni‘ auf 2 LPs und 2 CDs. (Eine Aufnahme mit der wunderbaren Christine Ostermayer, unvergessen als Käthchen in „Der Widerspenstigen Zähmung“ mit Klaus Maria Brandauer unter der Regie von Otto Schenk und als Salome Pockerl in Nestroys „Der Talisman“ mit Helmuth Lohner, beides im TV und auf Video!)


    Adalbert Kraus (Palmerin, Tenor) / Sechs Schauspieler (Hering, Andersson, Bodenstedt, Schüddekopf, Weber-Lampe und Gertz) / Der Chor des Norddeutschen Rundfunks Hamburg / Der Südfunkchor Stuttgart / Das Rundfunkorchester Hannover des NDR / Dirigent: Klaus Martin Ziegler (Kassel, Staatstheater, 1. 10. 1982). Eine konzertante Aufführung bei den Kasseler Musiktagen 1982, die live im Hessischen Rundfunk Frankfurt übertragen wurde.


    Deon van der Walt (Palmerin, Tenor) / Dietrich Henschel (Ein Kavalier, Bariton) / Magdalena Felixa (Melinde und Ida) / Romanus Fuhrmann (Arnulf) / Ramin Yegani-Fard (Sutur) / Das Neue Wiener Vocalensemble / Die Wiener Symphoniker / Dirigent: Hans Graf (Wien, Musikverein, 22. 11. 1992). Das Zaubermärchen wurde am selben Tag vormittags auf dem Schuhmeierplatz in Wien-Ottakring öffentlich aufgeführt. In diesem Konzert erklangen auch eine Arie und ein Duett, das Franz Schubert 1821 als Einlagen für Ferdinand Hérolds Oper „Das Zauberglöckchen“ (‚Le timbre d‘argent’) komponiert hat.


    Lothar Odinius (Palmerin, Tenor) / Evert Sooster (Ein Kavalier, Bariton) / Kitty Speiser (Melinde) / Dorothee Hartinger (Ida) / Joachim Bissmeier (Arnulf) / Martin Schwab (Sutur) / Der Chor ‚Concentus Vocalis‘, Wien / Die Wiener Symphoniker / Dirigent: Heinz Holliger (Wien, Konzerthaus, 27. und 28. 5. 1997)


    Anton Dermota sang am 10. 6. 1962 mit den Wiener Philharmonikern unter Carl Schuricht die Romanze des Palmerin aus dem zweiten Akt; das Konzert im Theater an der Wien wurde im Rundfunk übertragen.


    Carlo

    Hallo, patebino!


    Es handelt sich um „Die Zauberharfe“, ein Zauberspiel in drei Akten von Georg Edler von Hofmann aus dem Jahre 1820. Franz Schubert komponierte hierfür eine Ouvertüre – besser bekannt als „Rosamunden“-Ouvertüre – und ein Vorspiel zum 3. Akt, sieben Chöre und sechs Melodramen (gesprochene Texte zu einer begleitenden Musik), deren Text aber bis auf wenige Stichwörter verloren gegangen ist.


    Carlo

    EINFÜHRUNG


    Musikliebhaber und -wissenschaftler haben sich immer wieder mit der Frage beschäftigt, weshalb es einem der größten und trotz seines kurzen Lebens produktivsten Komponisten der Romantik - in der Vokalmusik mit über 600 Liedern und mehreren Werken der geistlichen Musik unsterblich geworden - nicht gelang, im Bereich der Oper bleibende Werke mit im Gedächtnis haftenden Arien und Ensembles zu schaffen. Meines Erachtens liegt in dem Wort „Romantik“ der Schlüssel zu einer Antwort: Franz Schubert war eben auch ‚ein Kind seiner Zeit’!


    Die stets von einer strengen Zensur („Ruhe ist die erste Bürgerpflicht!“) bedrohten Theaterstücke des Vormärz hatten eine fest gefügte gesellschaftliche Ordnung, spielten in erster Linie entweder in der verklärten ‚romantischen‘ Zeit des Mittelalters – im Gegensatz zur Antike, die in der ‚klassischen‘ Epoche Ende des 18. Jahrhunderts wiederentdeckt wurde – oder in der zeitgenössischen, vermeintlich ‚heilen‘ Welt bürgerlichen Lebens im Biedermeier. In der bildenden Kunst spiegelte sich dieser Zeitgeist ebenfalls wider: einerseits die Wiederentdeckung spätmittelalterlicher Kunst und dazu die Historienmalerei von Moritz von Schwind, Wilhelm von Kaulbach oder Theodor Hildebrandt und andererseits die Genrebilder des Biedermeier von Ferdinand Georg Waldmüller, Ludwig Richter oder Carl Spitzweg zum Beispiel.


    Besonders beliebt beim Theaterpublikum waren damals Ritter- und Zauberspiele, wobei es mehr auf optische Schauwerte als auf eine logische Spielhandlung und schlüssige Dramaturgie ankam. Man denke an Stücke von Ferdinand Raimund, August von Kotzebue und Adolf Bäuerle oder an Opern von Carl Maria von Weber („Euryanthe“ und „Oberon“), Louis Spohr, Heinrich Marschner, Conradin Kreutzer oder des jungen Richard Wagner („Die Hochzeit“ und „Die Feen“). Um zu einem besseren Verständnis und einer breiteren Anerkennung von Schuberts Bühnenwerken zu gelangen, sollte man sie aus diesem Blickwinkel betrachten und bewerten. Dass sich in den Zeiten des Regietheaters sowohl dessen Vertreter als auch dessen Verfechter mit derlei zeitgebundenen Opern schwer tun, liegt auf der Hand. Deren ‚innovative‘ Verfremdungs- und Profanisierungsversuche durch die gängige Verlagerung der Handlung in unsere Zeit greifen ebenso nicht wie eine Ironisierung der Romantik, wie z. B. Peter Steins Inszenierung des „Fierabras“ – das ist der korrekte Titel – bei den Salzburger Festspielen 2014 gezeigt hat.


    Ein anderes – und zusätzliches - Problem der Bühnenwerke Franz Schuberts sind die bereits von seinen Zeitgenossen bemängelten schwachen Libretti, die zum Teil von dilettierenden ‚Dichtern‘ aus dem privaten Umfeld des Komponisten stammen. (Eduard von Bauernfeld, der Textdichter von „Der Graf von Gleichen“, schrieb rückblickend: „Meister Franz ging es wie allen deutschen Kompositeuren. Er sehnte sich sein Leben lang nach einem tüchtigen Operntext.“) Das herausragende Merkmal in den musikalischen Bühnenwerken jener Jahre ist – in der Nachfolge der barocken ‚Nummernoper‘ – dass die Handlung in den gesprochenen Dialogen und in den vereinzelten Ensembles entwickelt wird, sie also den dramatischen Teil bilden, während die zahlreicher vorkommenden Arien und Duette überwiegend den Gefühlszustand der handelnden Personen schildern und demnach undramatisch wirken. Kürzt man die (damals überwiegend gebräuchlichen) Dialoge oder sind sie verschollen, wie bei einigen seiner Bühnenwerke, so ergibt sich ein Ungleichgewicht, mit dem der Eindruck von mangelnder Dramatik und somit auch ‚Langatmigkeit‘ entstehen kann, was auch an Schuberts bekannter Manier der Repetition liegt: die ‚himmlischen‘ Längen!


    Neun komplette Opern und Singspiele hat Franz Schubert komponiert und von sechs weiteren sind z. T. ausführliche Partiturentwürfe erhalten; dazu zwei komplette Schauspielmusiken und ein Szenisches Oratorium. Bereits mit 15 Jahren bemühte sich Franz Schubert um die Kunstform ‚Oper‘ und sein Lehrer Antonio Salieri bestärkte ihn in der Ansicht, dass nur ein Komponist von Bühnenwerken reüssieren könne. Schubert besuchte zwar regelmäßig Vorstellungen der Wiener Hofoper im Kärntnertortheater, u. a. einige der ab 1816 von Domenico Barbaja dort aufgeführten Opern Rossinis, die das Publikum in Massen anzogen. Zu professionellen Sängern hatte er aber außer dem Hofopern-Bariton Johann Michael Vogl, dem Kantor der jüdischen Gemeinde, Salomon Sulzer, und dem berühmten Luigi Lablache, für den er die „Drei Gesänge für eine Bassstimme, D 902“ komponierte, kaum Kontakt. (Der Überlieferung nach nahm Schubert nicht an den Proben zu seiner einzigen zu seinen Lebzeiten aufgeführten Oper „Die Zwillingsbrüder“ teil - mit Vogl in den Titelrollen - und er besuchte wohl auch nicht die an die Premiere am 14. 6. 1820 anschließenden fünf Vorstellungen.)


    Großen Einfluss auf Franz Schubert hatte auch sein Mentor Ignaz von Mosel, der als Komponist, Musikschriftsteller und -kritiker eine anerkannte Autorität im Wien des Vormärz war. In seinem 1813 veröffentlichten „Versuch einer Ästhetik des dramatischen Tonsatzes“ legte er seine Prinzipien dar: Von der Musik zu einer Oper erwarte er, dass sie Ideen und nicht Worte auszudrücken habe und ‚auf das Herz, auf die Leidenschaft der Zuhörer‘ wirken solle. Wie Salieri sah auch Moser in dem Opernreformator Gluck den idealen Tonschöpfer des dramatischen Musiktheaters. Dabei war Schubert aber auch bereit, neue Wege zu gehen; mit „Alfonso und Estrella“ (1821/1822) schuf er – noch vor Carl Maria von Webers „Euryanthe“ (1823) – die erste vollgültige durchkomponierte deutsche Oper. Und in „Fierabras“ verwendete er gleich drei Melodramen, unglücklicherweise alle innerhalb eines Aktes.


    Seine Unerfahrenheit mit der Theaterpraxis, die schwachen Libretti seiner dilettierenden Freunde, die dem damaligen Publikumsgeschmack entsprechenden Sujets seiner Opern und sein tragisch früher Tod mit 31 Jahren haben verhindert, dass Franz Schubert bleibende und allgemein anerkannte Werke für die Bühne geschaffen hat. Noch kurz vor seinem Tode bezeichnete er drei seiner Opern, zwei Messen und eine Symphonie – welche das waren, ist unbekannt – als das ‚Höchste meiner Kunst‘! Zweifellos hat Eduard Hanslicks harsches Verdikt, eine Oper wie der „Fierabras“ setze ‚einen vollständigen Kindheitszustand des Publikums voraus‘ und die Meinung vieler Musikologen, zweitrangige Opern enthielten auch zweitrangige Musik, zum negativen Urteil über Schuberts Bühnenwerke beigetragen. Und die einzige Oper, die ihm dank des Librettos von Johann Wolfgang von Goethe posthumen Erfolg gebracht hätte („Claudine von Villa Bella“), wurde größtenteils ein Raub der Flammen.


    Zwar gab es in den letzte Jahren einige - meist konzertante - Aufführungen der Opern Franz Schuberts, aber es waren zu wenige, um sie dem Publikum vertraut zu machen. In loser Folge werde ich Schuberts Bühnenwerke vorstellen und die dazugehörigen Ton- und Bilddokumente auflisten. Beginnen werde ich in der kommenden Woche mit dem Opern-Fragment „Adrast“.


    Carlo

    Birgit Nilsson schrieb in ihrer Autobiographie „La Nilsson – Ein Leben für die Oper“ zu der „Tristan“-Aufführung in Osaka 1967 (Beitrag Nr. 179) folgendes:


    „Im Frühjahr 1967 gab Bayreuth ein Gastspiel in Osaka mit Wielands Inszenierungen der Walküre“ und des “Tristan“. Pierre Boulez hatte einen beachteten „Parsifal“ in Bayreuth dirigiert, und Wieland hatte ihn noch vor seinem Tode als Dirigenten für den „Tristan“ in Osaka gewünscht. Boulez kam leider anscheinend unvorbereitet nach Osaka. Vielleicht war es Wielands Tod, der es ihm schwergemacht hatte, sich mit der Oper zu beschäftigen, ich weiß es nicht. Boulez ist ja hauptsächlich als Dirigent und Komponist moderner Musik bekannt, und der Schritt von dort zur Inkarnation der romantischen Oper ist ohne Frage recht weit. Bedenkt man aber, dass Wagner den „Tristan“ um 1857 komponierte, dann ist diese Musik dennoch weitsichtig und modern. Wir hatten eine Klavierprobe mit Boulez, und es war ein Glück, dass Windgassen und ich dabei waren, um ihm mit Tempi, Übergängen und ähnlichem zu helfen. Es wirkte fast so, als hätte der französische Dirigent nie zuvor die Partitur aufgeschlagen. Da er zudem ein japanisches Orchester zu dirigieren hatte, das den „Tristan“ zum ersten Mal spielte, wagte man kaum auf ein Wunder zu hoffen. Es blieb dann auch tatsächlich aus. Den ersten Akt, der normalerweise 78 bis 79 Minuten dauert, peitschte er in 67 Minuten durch. Der zweite Akt verlief noch schneller, denn dort ist die Musik romantischer, und Romantik ist nun einmal für moderne Musiker und Dirigenten ziemlich unerträglich. Es war das einzige Mal, dass ich froh war, dass Wieland nicht anwesend war.“


    Frau Nilssons Erinnerung mag trügen, aber dies ist der ungekürzte „Tristan“ mit der kürzesten Dauer: lt. den auf ‚Youtube‘ eingestellten Videos dauert der gesamte Boulez-„Tristan“ 198,17 Minuten (1. Akt: 71,54 / 2. Akt: 59,44 / 3. Akt: 67,19).


    Carlo

    Peter Meven als Weltreisender in Sachen 'Richard Wagner':



    “Der fliegende Holländer“: Daland – Peter Meven / Senta – Hildegard Behrens / Erik – Robert Schunk / Mary – Linda Finnie* / Der Steuermann – Norbert Orth / Der Holländer – José van Dam / Choeur et Orchestre du Théâtre National de l'Opéra, Paris / Chorltg.: Jean Laforge / Dirigent: Silvio Varviso / Ausstattung: Pier Luigi Pizzi / Inszenierung: Jean-Claude Riber / TV-Regie: Jean Hennin (Paris, Palais Garnier, 5. 12. 1980, TV-Sendung am 17. 4. 1981). *Andere Quellen nennen Francine Arrauzau in dieser Rolle. Es handelt sich um die Übernahme einer Inszenierung des Grand Théâtre du Génève von 1980. (Der Tenor Norbert Orth ist am 27. 8. 2023 gestorben.)


    dto.: Daland – Peter Meven / Senta – Gwyneth Jones / Erik – Gerd Brenneis / Mary – Marita Dübbers / Der Steuermann – Aldo Baldin / Der Holländer – Simon Estes / Coro y Orquesta del Gran Teatre del Liceu, Barcelona / Chorltg.: Romano Gandolfi / Dirigent: George Alexander Albrecht (Barcelona, Gran Teatre del Liceu, 28. 11. 1983). Der Mitschnitt der Premiere ist bei ‚House of Opera‘ erschienen.


    dto.: Daland – Peter Meven / Senta – Agnes Habereder / Erik – András Molnar / Mary – Charlotte Berthold / Der Steuermann – Peter Keller / Der Holländer – Donald McIntyre / Der Chor und das Orchester des Opernhauses Zürich / Chorltg.: Erich Widl / Dirigent: Ralf Weikert (Zürich, Opernhaus, 21. 9. 1985)


    dto.: Daland – Peter Meven / Senta – Ruth Falcon / Erik – Wieslaw Ochman / Mary – Hélène Jossoud / Der Steuermann – Michael Philip Davis / Der Holländer – José van Dam / Choeur et Orchestre de l’Opéra, Marseille / Dirigent: Friedrich Pleyer / Bühnenbild und Regie: Petrika Ionesco / Kostüme: Ute Frühling (Marseille, Opéra, Januar 1994). Eine der vier Vorstellungen (Premiere am 18. 1. 1994) wurde auf Video - DVD bei ‚House of Opera‘ - aufgezeichnet. Die Inszenierung war eine Coproduktion mit dem Opernhaus Nürnberg. .


    An der Deutschen Oper am Rhein gab es am 23. 9. 1972 eine Neuinszenierung des „Fliegenden Holländers“ von Hans Neugebauer mit Bühnenbildern bzw. Projektionen von Heinrich Wendel. Ich habe diese Produktion mehrere Male vom Parkett aus gesehen, denn der Eindruck des im 1. Akt in voller Takelage langsam frontal nach vorn kommenden Schiffs des Holländers und dessen im 3. Akt kurz zu sehenden durchsichtiger Schiffsrumpf, der aus Menschenleibern bestand, war atemberaubend. (Meine beiden Abo-Plätze waren im 1. und im 2. Rang. Ich sah aber immer nur Malcolm Smith als Daland und nicht Peter Meven; als er einmal am 30. 3. 1974 angekündigt war, sagte er kurzfristig ab und wurde auch durch Malcolm Smith ersetzt; die Partner waren hier Catarina Ligendza, Margrit Caspari, Werner Götz, Heribert Steinbach und Guillermo Sarabia unter Arnold Quennet.)



    “Tannhäuser“ (Richard Wagner): Landgraf Hermann – Peter Meven / Tannhäuser – Spas Wenkoff / Wolfram von Eschenbach – Wolfgang Brendel / Walther von der Vogelweide – Robert Schunk / Biterolf – Hans Günter Nöcker / Heinrich der Schreiber – Willi Brokmeier / Reinmar von Zweter – Gerhard Auer / Elisabeth – Ingrid Bjoner / Venus – Joy McIntyre / Ein junger Hirt – Marianne Seibel / Der Chor und das Orchester der Bayerischen Staatsoper München / Chorltg.: Wolfgang Baumgart / Dirigent: Heinrich Hollreiser (München, Nationaltheater, 5. 12. 1978). Eine Aufnahme von 'Mr. Tape'.


    dto.: Landgraf Hermann – Peter Meven / Tannhäuser – Edward Sooter / Wolfram von Eschenbach – Toshimitsu Kimura / Walther von der Vogelweide – Ronald Hamilton / Biterolf – Zenon Kosnowski / Heinrich der Schreiber – Heinz Leyer / Reinmar von Zweter – Constantin Dumitru / Elisabeth – Hanna Lisowska / Venus – Janice Yoes / Ein junger Hirt – Susanne Freyler / Der Chor der Deutschen Oper am Rhein / Chorltg.: Rudolf Staude / Die Düsseldorfer Symphoniker / Dirigent: Jiří Kout (Düsseldorf, Opernhaus, 7. 10. 1980). Ein privater Mitschnitt.


    Die Düsseldorfer Premiere dieser Inszenierung von Georg Reinhardt mit den Bühnenbildern von Heinrich Wendel – ursprünglich für Herbert von Karajans Wiener "Tannhäuser"-Produktion 1963 kreiert - war am 28. 6. 1975 mit Hildegard Behrens (Elisabeth), Janis Martin (Venus), Gudrun Sieber (Hirt), Jon Andrew (statt Richard Cassilly, Tannhäuser), Dale Düsing (Wolfram) und Malcolm Smith (Landgraf). Ich sah die zweite Vorstellung am 4. 7. 1975 in gleicher Besetzung, aber mit Franz Crass - schon behindert durch seinen Hörverlust – als Landgraf.



    Carlo

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    Lieber Gregor (greghauser2002),


    zusätzlich zu den TV-Aufzeichnungen von „Fidelio“ (Beitrag Nr. 1) und „Otello“ (Beitrag Nr. 87) gab es noch:


    „Cosi fan tutte“ (Wolgang Amadé Mozart): Fiordiligi – Lilian Sukis / Dorabella – Brigitte Fassbaender / Despina – Ingeborg Hallstein / Ferrando – Adolf Dallapozza / Guglielmo – Barry McDaniel / Don Alfonso – Kieth Engen / Der Chor und das Orchester der Bayerischen Staatsoper München / Chorltg.: Gregor Eichhorn / Dirigent: Christoph von Dohnányi / Ausstattung: Emanuele Luzzati / Inszenierung: Franco Enriquez (München, Cuvilliés-Theater, Juli 1970). Eine Aufführung in italienischer Sprache. (Das Archiv des Salzburger Mozarteums hat ein Videoband einer Aufführung von den Münchner Opernfestspielen 1970.)


    „Der Barbier von Sevilla“ (‚Il barbiere di Siviglia‘) (Gioachino Rossini): Graf Almaviva – Adolf Dallapozza / Doktor Bartolo – Karl Dönch / Rosina – Claudia Eder / Don Basilio – Harry Peeters / Figaro – Christian Boesch / Berta – Elisabeth Schwarzenberg / Ein Offizier – Josef Forstner / Der Chor und das Orchester der Wiener Volksoper / Chorltg.: Karl-Heinz Dold / Dirigent: Caspar Richter / Bühnenbild: Pantelis Dessyllas / Kostüme: Leo Bei / Inszenierung: Otto Schenk / TV-Regie: Claus Viller (Wien, Volksoper, 1985; gesendet vom ORF am 26. 12. 1985 und vom ZDF am 17. 6. 1986). Nach dem Vorbild der Salzburger Inszenierung der „Zauberflöte für Kinder“ (1982) – von Christian Boesch für ein junges Publikum in komprimierter Form bearbeitet – wurde auch dieser „Barbier von Sevilla“ (Dauer: 80 Minuten und in deutscher Sprache) von Christian Boesch gestaltet.


    Außer den in den Beiträgen Nrn. 80, 81 und 90 genannten (kompletten) Operetten-Fernsehsendungen mit Adolf Dallapozza weiß ich noch die folgenden:


    „Gasparone“ (Carl Millöcker): Carlotta, Gräfin von Santa Croce – Marjon Lambriks / Baboleno Nasoni, Bürgermeister von Pizzolato – Karl Dönch / Sindulfo, sein Sohn – Ossy Kolman / Der Fremde – Kurt Schreibmayer / Benozzo Malfati, Anführer einer Schmuggelbande – Adolf Dallapozza / Sora, seine Frau – Helga Papouschek / Giovanni Massaccio, ein Wirt – Peter Baillie / Professor Ludwig, ein Archäologe – Peter Gerhard / Ruperto Corticelli, Oberst der Carabinieri – Hans Laurer / Ein Leutnant der Carabinieri – Walter Eder / Ein Leutnant der Gendarmerie – Odo Lachmann / Ein Schiffskapitän – Herwig Erb / Ein Bauernmädchen – Renate Krula / Beppo, ein Piccolo – Ein Wiener Sängerknabe / Der Chor und das Orchester der Wiener Volksoper / Chorltg.: Karl-Heinz Dold / Dirigent: Rudolf Bibl / Bühnenbild: Pantelis Dessyllas / Kostüme: Silvia Strahammer / Inszenierung: Robert Herzl / TV-Regie: Sylvia Dönch (Wien, Volksoper, 1984). Eine Aufzeichnung des ORF aus der Wiener Volksoper, gesendet am 11. 6. 1984.


    „Pariser Leben“ (‚La vie parisienne‘) (Jacques Offenbach): Baron Olof von Gondremark – Peter Minich / Baronin Ebba, seine Gattin – Sigrid Martikke / Raoul de Gardefeu und Bobinet, Lebemänner – Adolf Dallapozza und Heinz Ehrenfreund / Metella, eine Halbweltdame – Mirjana Irosch / Gontran, einer von Metellas Liebhabern – Wolfgang Schellenberg / Ein reicher Brasilianer – Ernst Gutstein / Gabrielle, Handschuhmacherin – Elisabeth Kales / Frick, Schuhmacher – Peter Drahosch / Aurora, Freifrau von Quimper-Karadec – Grete Zimmer / Pauline, Urbain und Prosper, Angestellte bei Mme. Quimper-Karadec – Helga Papuschek, Wolfgang Dauscha und Wolfgang Kandutsch / Sidonie de Folle-Verdure, Freundin der Mme. Quimper-Karadec – Gerti Gordon / Alfred, Oberkellner – Karl Dönch / Alphonse, Kammerdiener bei Gardefeu – Peter Gerhard / Commis bei Dupont Frères – Janez Miklic / Der Bahnhofsvorstand – Walter Jenewein / Ein Kutscher – Helmut Randers / Der Chor und das Orchester der Wiener Volksoper / Dirigent: Herbert Prikopa / Ausstattung: Walter Schwab / Choreographie und Inszenierung: Helmut Baumann (Wien, Volksoper, 1982). Eine TV-Aufzeichnung, gesendet am 23. 5. 1983 im ORF und am 9. 6. 1984 vom Bayerischen Rundfunk in seinem 3. Programm.


    „Die Fledermaus“ (Johann Strauß): Gabriel von Eisenstein, Rentier – Peter Minich / Rosalinde, seine Gattin – Mirjana Iosch / Adele, Stubenmädchen – Melanie Holliday / Dr. Falke, Notar – Franz Waechter / Frank, Gefängnisdirektor – Karl Dönch / Prinz Orlofsky – Karen Johnson / Alfred, Gesangslehrer – Adolf Dallapozza / Dr. Blind, Advokat – Peter Baillie / Frosch, Gerichtsdiener – Ossy Kolman / Ida, Adeles Schwester – Dagmar Koller / Der Chor und das Orchester der Wiener Volksoper / Chorltg.: Franz Gerstacker / Dirigent: Franz Bauer-Theussl / Choreographie: Gerhard Senft / Bühnenbild: Pantelis Dessyllas / Kostüme: Fred Adlmüller und Alice Maria Schlesinger / Inszenierung: Karl Dönch (Tokyo, Bunka Kaikan Theater, Juni 1979). Eine TV-Aufzeichnung von der Japan-Tournee 1979 der Wiener Volksoper, gesendet im ORF am 20. 12. 1979.


    Carlo

    Lieber Orfeo,


    herzlichen Dank für diese Übersicht, die das Suchen sehr erleichtert. Und besonders noch herzlicheren Dank für diese kenntnisreiche Fleißarbeit!


    Carlo

    Heute Opern von Richard Strauss, Igor Stravinsky und Giuseppe Verdi.



    “Elektra“ (Richard Strauss): Klytämnestra – Anny Schlemm / Elektra – Ingrid Bjoner / Chrysothemis – Mani Mekler / Aegisth – Horst Hiestermann / Orest – Peter Meven / Der Pfleger des Orest – Constantin Dumitru / Die Vertraute – Miya Majima / Die Schleppträgerin – Sandra Graham / Ein junger Diener – Akeshi Wakamoto / Ein alter Diener – Arwed Sandner / Die Aufseherin – Kyoko Hirata / Fünf Mägde – Cornelia Berger, Margrit Caspari, Ingrid Karrasch, Patricia Stone und Jeannette Zarou / Der Chor der Deutschen Oper am Rhein / Chorltg.: Rudolf Staude / Die Duisburger Sinfoniker / Dirigent: Hiroshi Wakasugi (Duisburg, Opernhaus, 28. 1. 1981). Es gibt auch einen Mitschnitt vom 17. 2. 1981 aus dem Düsseldorfer Haus der Deutschen Oper am Rhein in der oben genannten Besetzung mit Ausnahme des Aegisth, der von Udo Holdorf gesungen wird. Bei ‚House of Opera‘ gibt es ferner eine „Elektra“ aus Düsseldorf vom 1. 6. 1982 mit Anny Schlemm, Pauline Tinsley, Hanna Lisowska, Peter Meven und Manfred Jung unter Hiroshi Wakasugi!


    Im November 1963 gastierte Peter Meven – alternierend mit Toni Blankenheim – am Théâtre de la Monnaie in Brüssel, das noch nicht ‚royal‘ war, mit einer für ihn untypischen Rolle: als Ochs auf Lerchenau im „Rosenkavalier“ von Richard Strauss. Weitere Sänger waren Maria von Dongen (statt Arta Florescu) als Marschallin, Regina Sarfaty (Octavian), Doris Lorenz (Sophie), Rita Lafaut (Annina), Willy Ferenz (Faninal), Paul Kuen (Valzacchi) und Umberto Grilli (Sänger); es dirigierte Richard Kraus.



    „Oedipus Rex“ (Igor Stravinsky): Oedipus – Josef Traxel / Iocaste – Mary Davenport / Creon und Der Bote – Peter Meven / Tiresias – Eduard Wollitz / Der Hirte – Georg Jelden / Der Sprecher – Heinz Baumann / Die Männerchöre des Chors des Hessischen Rundfunks Frankfurt (Ltg: Edmund von Michnay) und des Südfunkchors Stuttgart (Ltg.: Hermann Josef Dahmen) / Das Sinfonieorchester des Süddeutschen Rundfunks Stuttgart / Dirigent: Werner Egk (Stuttgart, Liederhalle, 18. 3. 1965).


    dto.: Oedipus – Kenneth Riegel / Iocaste – Dunja Vejzovic / Creon – Siegmund Nimsgern / Tiresias und Der Bote – Peter Meven / Der Hirte – Robert Dumé / Die Sprecherin – Généviève Page / Les Choeurs du Grand Théâtre de Genève / Chorltg.: Paul-André Gaillard / L'Orchestre de la Suisse Romande / Dirigent: Horst Stein (Genf, Grand Théatre, 15. 10. 1981). Das 'Opern-Oratorium' wurde – in der Übernahme einer Produktion des Théâtre National de l'Opéra de Paris - zusammen mit Béla Bartoks „Herzog Blaubarts Burg“ (mit Dunja Vejzovic und Siegmund Nimsgern) aufgeführt; die zweite Vorstellung wurde von Radio Suisse Romande mitgeschnitten.



    “Nabucco“ (Giuseppe Verdi): Nabucco – Anthony Baldwin / Abigaille – Ghena Dimitrova / Fenena – Margaret Yauger / Ismaele – William Holley / Zaccaria – Peter Meven / Il Gran Sacerdote - Andrzej Saciuk / Abdallo – Akeshi Wakamoto / Anna – Patricia Stone / Der Chor der Deutschen Oper am Rhein / Chorltg.: Rudolf Staude / Die Düsseldorfer Symphoniker / Dirigent: Alberto Erede (Düsseldorf, Opernhaus, 12. 4. 1980). Eine Eigenproduktion der Deutschen Oper am Rhein auf zwei CDs (2000).


    Von der Rheinopern-Inszenierung Georg Reinhardts (mit den beeindruckenden Bühnenbildern Heinrich Wendels) habe ich fünf Vorstellungen gesehen, mit als Abigaille je zweimal Marion Lippert 1970 bzw. 1971 und Annemarie Leber 1972 sowie einmal Edith Lang 1970; der Nabucco war zweimal Thomas Tipton 1970 bzw. 1971 und auch zweimal Herbert Grabe 1972 sowie einmal 1970 Edgar A. Keenon. 1980 folgte eine Neuinszenierung Gert Westphals, die ich dreimal sah: hier sangen Ghena Dimitrova (1981), Olivia Stapp (1981) und Lynne Strow-Piccolo (1983) die Abigaille und in allen drei Vorstellungen Eugene Holmes die Titelrolle. Peter Meven sah ich insgesamt viermal als Zaccaria: 1970, 1971, 1972 und 1983. (In der Aufführung am 30. 1. 1981 stürzte das Baal-Standbild, das Abigaille erschlagen sollte, erst um, nachdem Ghena Dimitrova bereits auf dem Boden lag!)



    Zu den von Harald Kral (Beitrag Nr. 4) genannten Aufnahmen des „Rigoletto" - als Sparafucile - und des "Don Carlos" - als Großinquisitor bzw. als Mönch - habe ich keinen Nachweis finden können. Ich weiß aber, dass Peter Meven diese Rollen in seinem Repertoire hatte.



    “Don Carlos“ (Giuseppe Verdi): Philipp II. - Peter Meven / Elisabeth von Valois – Enriqueta Tarrés / Don Carlos – Robert Ilosfalvy / Rodrigo, Marquis von Posa – Raymond Wolansky / Prinzessin von Eboli – Grace Hoffman / Der Großinquisitor – Hubert Hofmann / Ein Mönch – William Wildermann / Tebaldo – Elke Krampen / Der Graf von Lerma – Karl-Heinz Eichler / Eine Stimme vom Himmel – Sabine Hass / Der Chor und das Orchester der Württembergischen Staatsoper Stuttgart / Chorltg.: Ulrich Eistert / Dirigent: Silvio Varviso (Stuttgart, Opernhaus, 19. 6. 1973). Ein Privatmitschnitt in deutscher Sprache.


    dto.: Philipp II. - Peter Meven / Elisabeth von Valois – Stella Axarlis / Don Carlos – William Holley / Rodrigo, Marquis von Posa – Toshimitsu Kimura / Prinzessin von Eboli – Faith Puleston / Der Großinquisitor – Constantin Dumitru / Ein Mönch – Peter Brunsmeier / Die Marchesa von Mondecar – Renate Dreis / Der Graf von Lerma – Wilhelm Richter / Eine Stimme vom Himmel – Nassrin Azarmi / Der Chor der Deutschen Oper am Rhein / Chorltg.: Rudolf Staude / Die Duisburger Sinfoniker / Dirigent: Robert Schaub (Duisburg, Opernhaus, 19. 12. 1975). Ein Privatmitschnitt in italienischer Sprache.


    Besonders in Erinnerung ist mir die „Don Carlos“-Vorstellung in Düsseldorf am 29. 4. 1972; hier sangen (in italienischer Sprache) Hana Janku, Mignon Dunn, William Holley, Siegmund Nimsgern, Malcolm Smith und Peter Meven (als ‚Re Filippo‘). Das Bühnenbild aus lauter Säulen in dieser Georg-Reinhardt-Inszenierung veranlasste einen Kritiker zu der Überschrift „Don Carlos im Röhrenwerk“. Leider gibt es davon keinen Mitschnitt.


    Peter Meven sprang am 24. 1. 1974 am Stockholmer Opernhaus in einer Aufführung des „Don Carlos“ als König Philipp II. ein. Es sangen Marja Tyrkkö (Elisabeth von Valois), Kerstin Meyer (Prinzessin von Eboli), Kolbjörn Höiseth (Don Carlos), Håkan Hagegård (Marquis von Posa), Sten Wahlund (Der Großinquisitor) und Rolf Cederlöf (Ein Mönch); der Dirigent war Charles Farncombe. Seine Partner sangen schwedisch, Peter Meven in italienischer Sprache.



    Carlo

    Otto Schenk inszenierte von 1979 bis 1986 an der Deutschen Oper am Rhein folgende Bühnenwerke: „Das Kind und der Zauberspuk“, „Die spanische Stunde“, „Fra Diavolo“ (mit TV-Aufzeichnung), „Cosi fan tutte“, „Der Rosenkavalier“, „Die Fledermaus“, „L’elisir d’amore“ (italienisch), „Der Freischütz“ und „Manon“ (französisch). In Wien sah ich seine Inszenierungen von „Der Rosenkavalier“ (am 30. 5. 1970 mit Leonie Rysanek, Lisa Della Casa, Hilda de Groote, Walter Berry, Otto Wiener und Ludovic Spiess unter Silvio Varviso) und „L’elisir d’amore“ (am 1. 5. 1981 mit Sona Ghazarian, Peter Dvorský, Bernd Weikl und Giuseppe Taddei unter Francesco Molinari Pradelli). Auch seinen opulenten Münchner "Rosenkavalier" habe ich gesehen (am 7. 6. 2006 mit Felicity Lott, Daniela Sindram, Diana Damrau, John Tomlinson, Martin Gantner und Piotr Beczala unter Peter Schneider). Waren das Zeiten...


    Vielleicht kann sich jemand von den Älteren an die Fernsehreihe des ZDF „Mit Otto Schenk in der Welt der Oper“ erinnern. Zu einzelnen Arien – die von bekannten Sängern im Playback interpretiert wurden – gab es in jeder Folge auch eine Probe zu einem Ensemble-Stück. Da konnte man Otto Schenk ‚in Aktion‘ sehen, wie er es in kürzester Zeit schaffte, eine Szene glaubhaft zu verlebendigen – oft auch, indem er sie den Sängern vorspielte. Ein Beispiel für seinen gelegentlich überbordenden Humor zeigte er in dem Film „Tosca auf dem Trampolin“ über Opern-Katastrophen. Ich kann bis heute keinen Chor-Auftritt mehr sehen, ohne dass ich an den Aufmarsch der Wache im „Fidelio“ oder den Zug der Ketzer in der Autodafé-Szene in Verdis „Don Carlos“ denken muss.


    In meiner Videothek befinden sich mehrere TV-Sendungen mit Otto Schenk, darunter auch die Veranstaltung in der Wiener Staatsoper am 18. 1. 1998 zum 50jährigen Bühnenjubiläum (mit einem der letzten öffentlichen Auftritte von Leonie Rysanek, verstorben am 7. 3. 1998), eine „Seinerzeit“-Sendung des ORF von 1999 (mit Agnes Baltsa, Walter Berry, Marcel Prawy und Ioan Hollender) und ein 45minütiges „Forum“-Gespräch des Senders ‚Bayern Alpha‘ von 2003.


    Otto Schenk habe ich übrigens am 2. 5. 1981 auch als Schauspieler auf der Bühne des Wiener Akademietheaters gesehen. In dem 2-Personen-Stück „Memoiren“ von John Murrell - und inszeniert von Otto Schenk selbst - spielte er den Sekretär Georges Pitou der ‚Theatergöttin‘ Sarah Bernhardt, die von Käthe Gold dargestellt wurde. (Später sah ich auch Maria Becker und Ida Ehre in dieser Rolle, aber ‚die Gold‘ war überragend!) In der Szene, in der er – um ‚Madames‘ Gedächtnis auf die Sprünge zu helfen - ihre Konkurrentin Eleonora Duse spielen musste, gab Otto Schenk seinem Affen aber etwas zuviel Zucker.


    Carlo

    Peter Meven in Opern von Hans Pfitzner, Giacomo Puccini, Arnold Schönberg und Franz Schreker.



    „Lukas-Passion“ (‘Passio et mors Domini nostri Jesu Christi secundum Lucam’) (Krzysztof Penderecki): Szenische Uraufführung durch die Deutsche Oper am Rhein (Düsseldorf, Opernhaus, 29. 3. 1969) – Siehe ‚Konzert-Aufnahmen‘.



    „Palestrina“ (Hans Pfitzner): (Erster und Dritter Akt) / Giovanni Pierluigi Palestrina, Komponist – Nicolai Gedda / Ighino, sein Sohn – Helen Donath / Silla, Palestrinas Schüler – Brigitte Fassbaender / Carlo Borromeo, römischer Kardinal – Dietrich Fischer-Dieskau / Papst Pius IV. - Karl Ridderbusch / Die Erscheinung Lukrezias, Palestrinas verstorbene Frau – Renate Freyer / Neun verstorbene Meister der Tonkunst – John van Kesteren, Friedrich Lenz, Adalbert Kraus, Gerd Nienstedt, Theodor Nicolai, Franz Mazura, Peter Meven, Victor von Halem und Karl Ridderbusch / Drei Engelstimmen - Irmgard Lampart, Karin Hautermann und Erika Rüggeberg / Fünf Kapellsänger von Sta. Maria Maggiore – Peter Schranner, Theodor Nicolai, Heinrich Weber, Albert Gaßner und Nikolaus Hillebrand.

    (Zweiter Akt ‚Das Konzil von Trient’) / Giovanni Morone und Bernardo Novagerio, Kardinallegaten des Papstes – Bernd Weikl und Heribert Steinbach / Kardinal Christoph Madruscht – Karl Ridderbusch / Carlo Borromeo, römischer Kardinal – Dietrich Fischer-Dieskau / Der Kardinal von Lothringen – Victor von Halem / Abdisu, Patriarch von Assyrien – John van Kesteren / Anton Brus von Müglitz, Erzbischof von Prag – Peter Meven / Graf Luna, Orator des Königs von Spanien – Hermann Prey / Der Bischof von Budoja – Friedrich Lenz / Theophilus, Bischof von Imola – Adalbert Kraus / Avosmediano, Bischof von Cadix – Franz Mazura / Bischof Ercole Severolus, Zeremonienmeister – Gerd Nienstedt / Dandini von Grossetto – Karl Kreile / Der Bischof von Fiesole – Anton Rosner / Der Bischof von Feltre – Josef Weber / Zwei Bischöfe – Günter Häußler und Wulf von Lochner / Ein junger Doktor – Gudrun Rosner-Greindl / Ein spanischer Bischof – Paul Hansen / Ein Diener – Georg Baumgartner.

    Der Tölzer Knabenchor / Ltg.: Gerhard Schmidt-Gaden / Der Chor und das Symphonie-Orchester des Bayerischen Rundfunks / Chorltg.: Josef Schmidhuber / Dirigent: Rafael Kubelik (München, Herkulessaal der Residenz, November 1971). Eine Aufnahme der ‚Deutschen Grammophon Gesellschaft‘, veröffentlicht 1973 auf vier LPs bzw. auf drei CDs 1989, die mit dem Deutschen Schallplattenpreis ausgezeichnet wurde.



    “Turandot“ (Giacomo Puccini): Turandot – Marion Lippert / Altoum – Ratko Delorko / Timur – Peter Meven / Kalaf – William Holley / Liù – Rachel Yakar / Ping – Toshimitsu Kimura / Pang – Heinz Leyer / Pong – Alva Tripp / Ein Mandarin – E. Lee Davis / Der Chor der Deutschen Oper am Rhein / Chorltg.: Rudolf Staude / Die Düsseldorfer Symphoniker / Dirigent: Alberto Erede (Düsseldorf, Opernhaus, 23. 1. 1976) Eine Privataufnahme in italienischer Sprache. Diese Inszenierung (Premiere 1975 in Duisburg) - deren Vorstellunngen sich Peter Meven und Malcolm Smith teilten - spielte ausstattungsmäßig eher in der Mongolei als in China.


    dto.: Turandot – Marion Lippert / Altoum – Alfred Pfeifle / Timur – Peter Meven / Kalaf – William Holley / Liu – Liselotte Rebmann / Ping – Klaus Hirte / Pang – Herold Kraus / Pong – Toni Krämer / Ein Mandarin – Roland Bracht / Der Chor und das Orchester der Württembergischen Staatsoper Stuttgart / Chorltg.: Ulrich Eistert / Dirigent: Janos Kulka (Stuttgart, Staatsoper, 1976). Ein Mitschnitt in deutscher Sprache.


    1993 gab es an der Deutschen Oper am Rhein eine „Turandot“-Neuinszenierung von Pet Halmen, der die Handlung mit Episoden aus dem Leben Giacomo Puccinis ‚anreicherte‘. Peter Meven stellte darin nicht nur den blinden Tatarenkönig Timur, sondern auch den Komponisten dieser Oper in seinen letzten Lebenstagen dar – er weigerte sich aber, dafür seinen Vollbart zu opfern, um Puccini ähnlich zu sehen.



    „Moses und Aron“ (Arnold Schönberg): Moses – Peter Meven / Aron – Sven Olof Eliasson / Ein junges Mädchen – Nassrin Azarmi / Ein junger Mann – Alva Tripp / Ein anderer Mann – Jaroslav Stajnc / Ein Priester – Helmut Fehn / Eine Kranke – Keiko Yano / Der Ephraimit – Kurt Gester / Die Stammesältesten – Andrzej Saciuk, Wilhelm Schaefer und E. Lee Davis / Vier nackte Jungfrauen – Miya Majima, Brigitte Dürrler, Patricia Parker und Ingrid Karrasch / Solostimmen – Reingard Didusch, Keiko Yano, Ingrid Karrasch, Heinz Leyer, Kurt Gester und Andrzej Saciuk / Der Chor der Deutschen Oper am Rhein / Chorltg.: Rudolf Staude / Die Düsseldorfer Symphoniker / Dirigent: Günther Wich (Edinburgh, King’s Theatre, 7. und 11. 9. 1976). Ein Gastspiel der Deutschen Oper am Rhein beim ‚Edinburgh Festival 1976‘; eine der beiden Aufführungen wurde von der BBC mitgeschnitten.


    Diese „Moses und Aron“-Inszenierung von Georg Reinhardt in den Bühnenbildern von Heinrich Wendel (Premiere: 23. 3. 1968 als westdeutsche Erstaufführung) war ein Fixstern im Repertoire der Deutschen Oper am Rhein und wurde auch bei Gastspielen beim Holland Festival 1968, bei den Ruhrfestspielen in Recklinghausen im selben Jahr, beim Maggio Musicale Fiorentino 1969, bei den Dänischen Ballett- und Opernfestwochen in Kopenhagen 1970, zur 200-Jahr-Feier der Königlichen Oper in Stockholm 1973, am Théâtre de la Monnaie in Brüssel 1975, bei den Festspielen in Edinburgh 1976 und beim Warschauer Herbst 1980 gezeigt. (Seit der Düsseldorfer Premiere 1968 bis zur Spielzeit 1985/86 wurde der Moses in allen Aufführungen der Deutschen Oper am Rhein von Peter Meven verkörpert.)



    „Die Gezeichneten“ (Franz Schreker): Herzog Antonio Adorno – Theo Adam / Graf Andrea Vitelozzo Tamare – Hermann Becht / Lodovico Nardi, Podestà der Stadt Genua – Peter Meven / Carlotta, seine Tochter – Janis Martin / Alviano Salvago, Genueser Adliger – Kenneth Riegel / Genuesische Adlige: Guidobaldo Usodimare – Heiner Hopfner, Menaldo Negroni – Thomas Moser, Michelotto Cibo – Hans Günter Nöcker, Gonsalvo Fieschi – Franz Wyzner, Julian Ponelli – Boris Carmeli, Paolo Calvi – Tomislav Neralic / Der Capitano di Giustizia– Theo Adam / Ginevra Scotti, eine junge Genueserin – Regina Sgier / Martuccia, Alvianos Haushälterin – Gabriele Schreckenbach / Pietro, ein Bravo – Heiner Hopfner / Ein Jüngling – Thomas Moser / Ein Mädchen – Regina Sgier / Drei Senatoren: Thomas Moser, Hans Günter Nöcker und Boris Carmeli / Eine Dienerin – Gabriele Schreckenbach / Der Arnold Schoenberg Chor Wien / Der ORF-Chor Wien / Chorltg.: Erwin Ortner / Das ORF-Symphonieorchester Wien / Dirigent: Gerd Albrecht (Salzburg, Felsenreitschule, 16. 8. 1984, Konzertante Aufführung). Ein Mitschnitt des ORF Wien, veröffentlicht 2003 von ‚Orfeo‘ auf CD.



    Carlo