Beiträge von Carlo

    "Le Duc d'Albe" ('Il Duca D'Alba' / 'Der Herzog von Alba') (Gaetano Donizetti)



    Gaetano Donizetti verhandelte 1838 mit der Pariser Grand Opéra (Salle Le Peletier) über die Uraufführungen von drei französischen Opern aus seiner Feder („Les Martyrs“, ein bereits fertig komponiertes Werk, das als „Poliuto“ von der italienischen Zensur abgelehnt wurde; „L’Ange de Nisida“, die dann zu „La Favorite“ werden sollte; „Le Duc d’Albe“ über die spanische Besetzung der Niederlande auf ein Libretto von Eugène Scribe und Charles Duveyrier). Der neue Direktor der Grand Opéra ab 1841 als Nachfolger von Henri Duponchel, Léon Pillet, hatte die Mezzosopranistin Rosine Stoltz als Geliebte, die die Hauptrolle in „La Favorite“ übernehmen sollte. Sie konnte nicht akzeptieren, dass die einzige weibliche Rolle in „Le Duc d’Albe“ von Donizetti für ihre schärfste Konkurrentin, die beliebte Sopranistin Julie Dorus-Gras (die eigentlich Julie van Steenkiste hieß) geschrieben wurde und verlangte vom Komponisten entsprechende Änderungen. Donizetti verspürte nach den Streitigkeiten mit der Sängerin und dem Direktor der Grand Opéra immer weniger Lust, an diesem Bühnenwerk weiter zu arbeiten und er erklärte schließlich, diese Bühne habe keine geeigneten Sänger dafür. Statt dessen machte er sich an die Komposition von „Dom Sébastien, roi du Portugal“, der 1843 uraufgeführt wurde - natürlich mit Rosine Stoltz in der einzigen weiblichen Rolle dieser Oper. (Einige Teile aus „Le Duc d’Albe“ entnahm Donizetti für „La Favorite“, z. B. die Tenorarie ‚Ange du ciel‘ aus dem vierten Akt, die in der dreiaktigen italienischen Fassung als "La Favorita" 'Spirto gentil, de' sogni miei' heißt. Eugene Scribe schrieb das Libretto zu „Le Duc d’Albe“ um und bot es 1855 Giuseppe Verdi an, der es als „Les Vêpres siciliennes“ vertonte.)


    Die vor allem in den beiden Akten drei und vier kaum brauchbare Partitur des "Duc d'Albe" besaß nach Gaetano Donizettis Tod ein Buchhalter, der vom Nachlassgericht beauftragt wurde, das Erbe an die zerstrittene Familie des Komponisten zu verteilen. Als 1875 Donizettis Gebeine nach Bergamo in die Kirche Santa Maria Maggiore überführt wurden, ließ die Gemeinde Bergamo die Partitur von „Le Duc d’Albe“ von einem Experten-Gremium (Alessandro Nini, Giovanni Bertuletti und Bernardino Zanetti) prüfen und man entschied, sie unvollendet zu lassen. Doch 1881 kaufte die Musikverlegerin Giuseppina Lucca aus Mailand die Noten und übergab sie dem dortigen Konservatorium (mit den Komponisten Antonio Bazzini, Cesare Dominiceti und Amilcare Ponchielli als Gutachtern), wo man einen Schüler Donizettis - Matteo Salvi (1816-1887) - damit beauftragte, die Oper zwar im Sinne und in der Manier Donizettis zu Ende zu komponieren, aber auch den inzwischen vorherrschenden Stil des Verismo zu berücksichtigen. (Mit der italienischen Übersetzung des Librettos betraute man Angelo Zanardini; aus Hélène und Henri wurden Amelia und Marcello.) Salvi verdanken wir auch die Komposition des bekanntesten Stücks der Oper – die Tenorarie ‚Inosservata penetrava... Angelo casto e bel‘. In dieser Form kam „Il Duca D’Alba“ am 12. 3. 1882 am Teatro Apollo in Rom zur glanzvollen Uraufführung, wurde noch ein paar Mal nachgespielt und geriet dann in Vergessenheit.


    Angeblich auf einem römischen Flohmarkt entdeckte der Dirigent Fernando Previtali 1951 die Partitur von „Il Duca D’Alba“ (in der Fassung von Matteo Salvi) und nahm die Oper für den italienischen Staatsrundfunk RAI auf. Für das ‚Festival dei Due Mondi 1959‘ in Spoleto besorgte der Dirigent Thomas Schippers eine eigene Fassung, die Salvis Ergänzungen möglichst ignorierte und sogar Teile von der Hand Donizettis außer Acht ließ; so kam die Oper auf eine Aufführungsdauer von nur 115 Minuten (siehe unten)! Der Komponist Giorgio Battistelli (Jahrgang 1953), beraten vom Donizetti-Forscher Roger Parker, schuf für die französischsprachige Uraufführung 2012 in Antwerpen eine Version, die den Bruch zwischen Donizettis und Battistellis Musiksprache nicht kaschiert, was von einigen Musikkritikern lobend erwähnt wurde.


    "Le Duc d'Albe" / "Il Duca D'Alba" / "Der Herzog von Alba":


    Le Duc d’Albe, le gouverneur des Pays-Bas – Bariton / Hélène, la fille du Comte d’Egmont – Sopran / Henri de Bruges, un jeune flame – Tenor / Daniel, un brasseur de bière - Bass / Sandoval, un officier espagnol - Bass / Carlos, un lieutenant espagnol - Tenor / Balbuena, un soldat espagnol – Tenor / Un tavernier – Tenor.


    Il Duca D’Alba, il governatore dei Paesi Bassi – Bariton / Amelia, la figlia del Conte di Egmont – Sopran / Marcello, un giovane fiammingo - Tenor / Daniele, un produttore di birra - Bass / Sandoval – un ufficiale spagnolo – Bass / Carlos, un tenente spagnolo - Tenor / Balbuena, un soldato spagnolo – Tenor / Un taverniere – Tenor.


    Der Herzog von Alba, Statthalter der Niederlande – Bariton / Hélène (Amelia), Tochter des Grafen von Egmont – Sopran / Henri (Marcello), ein junger Flame – Tenor / Daniel (Daniele), ein Bierbrauer - Bass / Sandoval, ein spanischer Offizier – Bass / Carlos, ein spanischer Leutnant – Tenor / Balbuena, ein spanischer Soldat – Tenor / Ein Wirt - Tenor.



    Es gibt folgende Aufnahmen:



    Il Duca D’Alba – Gian Giacomo Guelfi / Amelia – Caterina Mancini / Marcello – Amedeo Berdini / Daniele – Nestore Catalani / Sandoval – Dario Caselli / Carlos – Aldo Bertocci / Un taverniere – Manfredi Ponz De Leon / Il Coro e l’Orchestra di Roma della RAI / Chorltg.: Nino Antonellini / Dirigent: Fernando Previtali (Rom, L’auditorio della Radiotelevisione Italiana, 9. 12. 1951, Sendung am 12. 1. 1952). Dies war die erste Aufnahme von Gaetano Donizettis Oper (in italienischer Sprache) in Matteo Salvis Fassung (incl. der Arie ‚Inosservata penetrava... Angelo casto e bel‘); sie ist wiederholt bei diversen Firmen auf LP und CD erschienen.



    Il Duca D’Alba – Louis Quilico / Amelia – Ivana Tosini / Marcello – Renato Cioni / Daniele – Franco Ventriglia / Sandoval – Wladimiro Ganzarolli / Carlos – Enzo Tei / Il Coro del Teatro ‚Giuseppe Verdi‘ di Trieste / Chorltg.: Adolfo Fanfani / L’Orchestra Filarmonica Triestina / Dirigent: Thomas Schippers (Spoleto, Teatro Nuovo , 11. 6. 1959). Fassung von Thomas Schippers. Diese dreiaktige Version verzichtet weitgehend nicht nur auf Matteo Salvis Ergänzungen, sondern u. a. auch auf Teile, die offensichtlich aus der Hand Donizettis stammen; andererseits fügt sie die Arie des Henri bzw. Marcello ein, die Donizetti in „La Favorite/La Favorita" übernahm: ‚Ange si pur‘ bzw. ‚Spirto gentil‘. Somit ergibt sich eine Aufführungsdauer von nur ca. 115 Minuten. Diese Fassung liegt mehreren Aufnahmen zu Grunde.



    Il Duca D’Alba – Anselmo Colzani / Amelia – Ivana Tosini / Marcello – Renato Cioni / Daniele – Bruno Cioni / Sandoval – Wladimiro Ganzarolli / Carlos – Mario Ferrara / Il Coro e l’Orchestra del Teatro Comunale di Bologna / Chorltg.: Livio Botti und Rolando Maselli / Dirigent: Danilo Belardinelli (Bologna, Teatro Comunale, 23. 12. 1959). Fassung von Thomas Schippers. Ein Tonband-Mitschnitt aus der Sammlung von Luigi Marandino.



    Il Duca D’Alba – Silvano Carroli / Amelia – Marina Krilovici / Marcello – Ottavio Garaventa / Daniele – Pali Marinov / Sandoval – Frangiskos Voutsinos / Carlos – Pierre Lanni / Il Duca de Medina Coeli – Ramon Berry / Le Choeur et l’Orchestre du Théâtre de la Monnaie / Chorltg.: Guido Vermandere / Dirigent: Oliviero De Fabritiis (Brüssel, Théâtre de la Monnaie, 28. 9. 1979). Fassung von Thomas Schippers. Eine Aufnahme von ‚Mauro R. Fuggette‘ auf drei LPs (MRF 170-S). Statt des betrunkenen spanischen Soldaten ‚Balbuena’ wurde in Brüssel die Rolle des ‚Herzogs von Medina Coeli‘ genannt.



    Il Duca D’Alba – Silvano Carroli / Amelia – Angeles Gulin / Marcello – Ottavio Garaventa / Daniele – Mario Rinaudo / Sandoval – Gianfranco Casarini / Carlos – Ermanno Lorenzi / Il Coro e l’Orchestra di San Carlo di Napoli / Chorltg.: Michele Lauro / Dirigent: Anton Guadagno (Neapel, Teatro di San Carlo, 3. 1. 1980). Fassung von Thomas Schippers. Ein Mitschnitt, den ‚Mr. Tape‘ aus New York angeboten hat.



    Il Duca D’Alba – Renato Bruson / Amelia – Ruth Falcon / Marcello – Renzo Casellato / Daniele – Paolo Washington / Sandoval – Ivo Ingram / Carlos – Gianfranco Manganotti / Il Coro e l’Orchestra del Maggio Musicale Fiorentino / Chorltg.: Roberto Gabbiani / Dirigent: Donato Renzetti (Florenz, Teatro Comunale, 23. 12. 1981). Fassung von Thomas Schippers mit der Arie ‚Spirto gentil‘. Die Premiere dieser Inszenierung von Mauro Bolognini war am 15. 12. 1981. ‚Living Stage‘ gab diesen Mitschnitt auf zwei CDs heraus (LS 1082), nennt aber als Datum den 23. 5. 1981.



    Il Duca D’Alba – Matteo Manuguerra / Amelia – Marina Krilovici / Marcello – Dalmacio González / Daniele – Greg Ryerson / Sandoval – John Trout / Carlos - Dennis Petersen / The Schola Cantorum, New York / Chorltg.: Hugh Ross / The Opera Orchestra of New York / Dirigentin: Eve Queler (New York, Carnegie Hall, 28. 10. 1982). Fassung von Matteo Salvi – mit der Arie ‚Inosservata penetrava… Angelo casto e bel‘. Die Rundfunkübertragung des Konzerts wird bei ‚House of Opera‘ als MP3-Download angeboten.



    Il Duca D’Alba – Alan Titus / Amelia – Michela Sburlati / Marcello – César Hernández / Daniele – Robert Milne / Sandoval – Marco Pauluzzo / Carlos – Dennis Petersen / The Westminster Choir / Chorltg.: Donald Nally / The Spoleto Festival Orchestra / Dirigent: Alberto Maria Giuri / Bühnenbild, Kostüme und Regie: Filippo Sanjust / TV-Regie: Tonino Del Colle (Spoleto, Teatro Nuovo, Juni 1992). Eine TV-Aufzeichnung der RAI von der Wiederaufnahme (Premiere am 24 6. 1992) der Inszenierung von 1959 mit der szenischen Rekonstruktion der Uraufführung von 1882 durch Luchino Visconti und Filippo Sanjust. 1992 gebrauchte man aber - statt der Schippers-Fassung von 1959 - die um eine Dreiviertelstunde längere Version Matteo Salvis mit der Arie 'Inosservata penetrava... Angelo casto e bel'! (‚House of Opera‘ bietet die TV-Sendung auf VHS und DVD an.)



    Il Duca D’Alba – Franck Ferrari / Amelia – Inva Mula / Marcello – Arturo Chacón-Cruz / Daniele – Mauro Corna / Sandoval – Francesco Ellero D’Artegna / Carlos – Nikola Todorovitch/ Un taverniere – Karlis Rutentals / Latvijas Radio Koris (Der Chor des Lettischen Rundfunks) / Chorltg.: Sigvards Klava / L’Orchestre National de Montpellier Languedoc-Roussillon / Dirigent: Enrique Mazzola (Montpellier, Opéra Berlioz-Le Corum, 16. 7. 2007). Fassung von Matteo Salvi. Der Mitschnitt der konzertanten Aufführung aus Montpellier - in italienischer Sprache - ist 2008 bei ‚Accord‘ (480 0845) auf zwei CDs erschienen; beigefügt ist auf DVD eine knapp 30minütige Video-Dokumentation über Donizettis „Le Duc d’Albe“.



    Le Duc d’Albe – George Petean / Hélène – Rachel Harnisch / Henri – Ismael Jordi / Daniel – Igor Bakan / Sandoval – Vladimir Baykov / Carlos und Balbuena – Gijs van der Linden / Un tavernier – Stephan Adriaens / Het Koor en het Symfonieorkest van de Vlaamse Opera, Antwerp - Ghent / Chorltg: Yannis Pouspourikas / Dirigent: Paolo Carignani (Antwerpen, Vlaamse Opera, 11. 5. 2012). Fassung von Giorgio Battistelli und Roger Parker. Ein Mitschnitt der Uraufführung in französischer Sprache aus der Flämischen Oper in Antwerpen auf zwei CDs bei ‚Dynamic‘ (CDS 7665).



    Le Duc d’Albe – Laurent Naouri / Hélène – Angela Meade / Henri – Michael Spyres / Daniel – Gianluca Buratto / Sandoval – David Stout / Carlos – Trystan Llỳr Griffiths / Balbuena – Robin Tritschler / Un tavernier – Dawid Kimberg / The Opera Rara Chorus / Chorltg.: Stephen Harris / The Hallé Orchestra / Dirigent: Mark Elder (Manchester, Ancoats, Saint Peter’s Church, Juni 2015). Eine Studio-Produktion von ‚Opera Rara‘ (ORC 54) in französischer Sprache auf zwei CDs, veröffentlicht 2016. Eingespielt wurden nur die ersten zwei Akte in der von Roger Parker revidierten Fassung von Matteo Salvi nach Donizettis Original-Partitur; wenige fehlende Stellen in der Orchestrierung wurden von Martin Fitzpatrick gefüllt.



    Carlo

    Nachtrag:



    Mady Mesplé und Nicolai Gedda singen das Duett Rozenn-Mylio (‚Cher Mylio!… A l‘autel j’allais rayonnant!’) aus dem dritten Akt (1. Szene) von „Le Roi d’Ys“ auf der LP „Duos d’Opéras Franҫais“ von ‚La Voix de son Maitre‘ (2 C 069-14010) aus dem Jahr 1975 unter der musikalischen Leitung von Pierre Dervaux. (Ferner sind auf dieser LP mit den beiden Sängern Duette aus „Manon“, „Les Pêcheurs de perles“, „Les Huguenots“, „Roméo et Juliette“, „Mireille“ und „Orphée et Eurydice“ enthalten.)



    Diese LP ist 1993 komplett auf eine Doppel-CD mit dem Titel „Airs et Duos d’Opéras“ übernommen worden, die auch zwei vollständige Arien-Recitals mit Mady Mesplé enthält: a) aus französischen Opern – „Roméo et Juliette“, „Lakmé“, „Hamlet“, „Mignon“, „Manon“, „Les Pêcheurs de perles“ und „Les Contes d’Hoffmann“ – dirigiert von Jean-Pierre Marty (2 C 069-10411 / 1969) und b) aus italienischen Opern – „Lucia di Lammermoor“, „Rigoletto“, „La Gazza ladra“, „I Capuleti e i Montecchi“, „La Sonnambula“ und „Il Barbiere di Siviglia“ – mit dem Dirigat von Gianfranco Masini (2 069-12889 / 1975). Ich habe alle drei LPs (bei denen jeweils das Orchester des Théâtre National de l’Opéra de Paris spielt), aber nicht die Doppel-CD von ‚EMI France‘ aus dem Jahre 1993 (5 69282 2).



    Carlo

    Die bisher einzige Aufnahme der Oper „Captain Jinks of the Horse Marines“:



    Jonathan Jinks – Robert Owen Jones / Willem Van Bleecker – Brian Steele / Charles LaMartine – Ronald Highley / Mrs. Jinks – Karen Yarmat / Aurelia Trentoni – Carol Wilcox / Mrs. Greenborough - Carolyne James / Mary – Nancy Jones / Colonel Mapleson – Eugene Green / ‚Papa‘ Belliarti – Walter Hook / Mrs. Stonington – Linda Sisney / Five Reporters: ‚The Times‘ – George Livings, ‚Tribune‘ – Keith Harmon, ‚Sun‘ – William Latimer, ‚Herald‘ – James Ditsch und ‚Clipper‘ – Ralph Klapis / A Policeman – Carl Packard / The Customs Official und A Stage Doorman – Mike Lindeman / A Scene-Painter – Carl Packard / Members of the Kansas City Philharmonic / Dirigent: Russell Patterson (Kansas City, Lyric Theatre, September/Oktober 1975). Eine Studio-Aufnahme in der Uraufführungsbesetzung von ‚RCA Red Seal‘ (ARL2-1727) auf zwei LPs, erschienen 1976. Erneut veröffentlicht 1983 von ‚Desto‘ (DC 7222/23L) auf ebenfalls zwei LPs und 2010 von ‚Albany‘ (TROY 1149/50) auf zwei CDs.



    Carlo

    „CAPTAIN JINKS OF THE HORSE MARINES“ (‚Hauptmann Jinks von den berittenen Marine-Soldaten‘) (Jack Beeson)



    A Romantic Comedy in Music. Libretto by Sheldon Harnick, based on the play by Clyde Fitch. Music by Jack Beeson.


    First performed at the Lyric Theatre, Kansas City, Missouri, September 20, 1975.



    The Cast:


    Jonathan Jinks – Tenor

    Willem Van Bleecker (Willie), his friend / sein Freund - Bariton

    Charles LaMartine (Charlie), his friend / sein Freund - Bass

    Mrs. Jinks, Jonathan’s mother / Jonathans Mutter - Mezzosopran

    Aurelia Trentoni, an Opera singer / eine Opernsängerin – Sopran

    Mrs. Greenborough (‚Mrs. Gee‘), her chaperone / ihre Anstandsdame – Alt

    Mary (‚Annina‘), Aurelia’s maid / Aurelias Zofe - Mezzosopran

    Colonel Mapleson*, the impresario / der Impresario – Bass

    ‚Papa‘ Belliarti, Aurelia’s uncle / Aurelias Onkel - Tenor

    Mrs. Stonington, the Vice-President of the Ladies’ Anti-French Literature League / die Vizepräsidentin der Damen-Liga gegen die französische Literatur - Mezzosopran

    Five Reporters / Fünf Reporter:

    ‚The Times‘ – High Tenor

    ‚Tribune‘ - Tenor

    ‚Sun‘ - Bariton

    ‚Herald‘ - Bass-Bariton

    ‚Clipper‘ - Bass

    A Policeman / Ein Polizist - Bariton

    A Customs Official / Ein Zollbeamter - Bass

    A Stage Doorman / Ein Theater-Portier - Bariton

    A Scene-Painter / Ein Bühnenmaler - Tenor

    Bandmaster and Bandsmen, Sailors, Stevedores, Dancers and Stagehands / Ein Kapellmeister und Kapellenmusiker, Seeleute, Hafenarbeiter, Tänzer, und Bühnenarbeiter – Stumme Rollen.


    * James Henry Mapleson (1830-1901) ist eine historische Person; seine Memoiren über sein Impresario-Leben sind noch heute lesenswert.


    Ort und Zeit: New York City in the early 1870s / New York City in den frühen 1870er Jahren.



    1. Akt: Am frühen Morgen eines sonnigen September-Tages am Anlegesteg der Cunard-Linie im New Yorker Hafen. Eine Musikkapelle spielt das populäre Lied „Captain Jinks of the Horse Marines“ von T. MacLagan. Mr. Mapleson stoppt die Musik und bittet die Kapelle, in einer Stunde wieder zu kommen, weil ‚Mademoiselle Trentoni' noch etwas Zeit braucht. Fünf Zeitungsreporter warten seit Stunden auf das Erscheinen der berühmten Operndiva, die erstmals in den Vereinigten Staaten auftritt. Jonathan Jinks und seine Freunde Willie und Charlie kommen singend an den Pier (Terzett: ‚I‘m Captain Jinks of the Horse Marines’); Jonathan trägt ein opulentes Blumen-Bukett. Die neugierigen Reporter fragen Mr. Mapleson nach der Sängerin aus, die in Wahrheit ‚Johnson‘ heißt und aus Trenton in New Jersey stammt. Charlie ist eifersüchtig auf Jinks’ Erfolg bei den Frauen und nachdem er Mr. Mapleson gehört hat, wie dieser die adligen Verehrer der Primadonna aufzählte, fordert er Jinks zu einer Wette heraus: Tausend Dollar, dass Jinks es nicht schafft, die Trentoni zu erobern. Jonathan willigt ein und er unterschreibt einen Schuldschein.


    Endlich erscheint Aurelia in Begleitung von Mrs. Greenborough, ihrer Zofe Mary, Mr. Belliarti und Mr. Mapleson. Die Reporter wollen von der Sängerin etwas über ihre Kindheit erfahren und sie gibt bereitwillig Auskunft: Das Waisenkind Aurelia nahm Mr. Belliarti mit nach Italien und ließ es zur Sängerin ausbilden. (Arie Aurelia: ‚My father was a tenor, my mother a soprano‘). Willie - der ein Auge auf Mary geworfen hat – und Charlie bieten sich an, Aurelias Hunde auszuführen; Jonathan entdeckt in einem kurzen Gespräch mit Aurelia hinter der gefeierten Primadonna eine ernsthafte Künstlerin und einsame Frau. Zwei Damen der ‚Liga gegen die französische Literatur‘ (Mrs. Stonington und die taube Miss Merriam) versuchen, Aurelia aus moralischen Gründen davon abzubringen, die Violetta Valéry aus Verdis „La Traviata“ in ihrem Repertoire zu behalten und schlagen statt dessen die Marguérite in Gounods „Faust“ vor. Jonathan Jinks verblüfft die beiden Frauen mit dem Argument, dass diese Opernperson vom Teufel geholt wird. Die Damen ziehen ab und Jonathan, der sich Hals über Kopf in Aurelia verliebt hat, verabredet sich zu einem nachmittäglichen Besuch bei ihr. Um die Formalitäten bei der Einreise in die USA zu beschleunigen, besticht Jonathan einen Beamten der Zollbehörde und wird von einem herbei gerufenen Polizisten verhaftet.



    2. Akt: Zwei Wochen später. Die Hinterbühne der ‚Academy of Music‘ während des Aufbaus des Bühnenbildes für „La Traviata“. Mrs. Greenborough übt am Klavier Phrasen aus dieser Oper, während sich in ihrer Gegenwart Mr. Mapleson über die Verrücktheiten eines Daseins als Impresario auslässt (Arie Mapleson: ‚Who in his right mind would be inclined to be an impresario‘). Auch hat er seit zwei Wochen die erblühende Romanze zwischen Jonathan – der gegen Kaution frei gelassen wurde – und Aurelia beobachtet und er fürchtet, dass seine Primadonna die Oper zugunsten einer Ehe aufgeben könnte. Tatsächlich verloben sich die Beiden und Aurelia teilt dies ‚Papa‘ Belliarti mit, wozu er seinen Segen gibt (Arie Belliarti: ‚May your life together be one long dance‘). Mary meldet den Besuch von Mrs. Jinks. Sie teilt Aurelia – anfangs sehr frostig – mit, dass es eine Heirat mit ihrem Sohn nicht geben kann, weil sein Onkel für ihn eine standesgemäße Braut ausgewählt hat. Aurelia wird sich der entsprechenden Situation zwischen Violetta Valéry und Giorgio Germont bewusst und sie lädt Mrs. Jinks zu der abendlichen Vorstellung von „La Traviata“ ein (Arie Aurelia: ‚Violetta Valery, my dear Camille‘). Belliarti tritt sehr aufgeregt auf - mit Charlie im Schlepptau, der ihn über die Wette aufgeklärt hat - und er bittet Aurelia, sich auf Hörweite zu verstecken, während er Jonathan zur Rede stellt; dieser gibt alles zu, zerreißt den Schuldschein und stürmt davon. Aurelia ist zuerst unfähig, auf die Bühne zu gehen, doch Belliarti und Mapleson überreden sie schließlich zu ihrem Auftritt (Arie Aurelia: ‚Papa Belliarti, my friend, my conscience and my guide‘).



    3. Akt: Am selben Abend nach der Vorstellung von „La Traviata“ in Aurelias Privat-Salon im Hotel ‚Brevoort House‘. Die fünf Reporter aus dem 1. Akt haben sich als Hotel-Angestellte verkleidet und bringen ständig Blumengestecke in allen möglichen Variationen in das Zimmer. Nachdem Mrs. Greenborough sie schließlich hinausgeworfen hat, kommen noch zwei Männer mit riesigen Blumensträußen, die ihre Gesichter verdecken: es sind Jonathan Jinks und Willie. Jinks entfernt die Visitenkarten von den Blumenbuketts und ersetzt sie durch seine eigenen. Mrs. Greenborough und Mary lassen sich gern überzeugen, dass Jonathans Liebe zu Aurelia ernsthaft ist und sie verstecken die beiden Männer auf dem Balkon. Aurelia tritt ins Zimmer, noch ganz berauscht von ihrem Erfolg, und möchte wissen, von wem alle diese Blumen sind. Da platzt ein Polizist herein, der Jinks wegen seines Nichterscheinens vor Gericht verhaften will. Der Polizist gibt sich als Opernfan zu erkennen, entschuldigt sich und geht. Mrs. Greenborough und Mary führen die beiden Männer herein, die Aurelia den Sachverhalt erklären. Aurelia und Jonathan sinken sich in die Arme, als plötzlich der Polizist zurückkehrt. Aurelia spielt zum zweiten Mal an diesem Abend die lungenkranke Violetta Valéry und führt dem Beamten vor, wie sie einen Anfall bekam und wie Jinks ihr beistand; deshalb versäumte er den Termin für die Gerichtsverhandlung. Jonathan gibt sein Ehrenwort, am nächsten Morgen vor Gericht zu erscheinen. Da stürmen vier Kellner und ein Sommelier herein – die verkleideten Reporter – sowie eine ausgelassene Festgesellschaft, zu der auch Mrs. Jinks gehört; sie war am Abend in der „La Traviata“-Vorstellung, ist noch zu Tränen gerührt und heißt Aurelia in ihrer Familie willkommen. Aurelia und Jonathan gestehen, dass sie längst verlobt sind. Die stets als kalt und herzlos diffamierten Reporter beweisen, dass sie in Wahrheit besser als ihr schlechter Ruf sind und gratulieren im Namen ihrer Zeitungen. Alle Anwesenden preisen die Macht der Musik: ‚For music can reach us as no other art. Music can soften the hardest heart.‘



    „Capain Jinks of the Horse Marines“ ist die fünfte Oper von Jack Beeson, sozusagen eine Oper über die Oper mit deutlichen Zitaten aus „La Traviata“. (Das Vorspiel zum 3. Akt von „Captain Jinks of the Horse Marines“ besteht z. B. aus den letzten 36 Takten der Verdi-Oper: der Vorhang öffnet sich, als der Vorhang zu „La Traviata“ sich schließt.) Die Anforderungen an die Sänger sind durchaus beachtlich: ein hohes F für Aurelia (die sogar sieben teilweise kurze Arien zu singen hat), drei hohe C’s für den Reporter von der ‚Times‘ und ein Radius von zweieinhalb Oktaven für die Bass-Partie des Mr. Mapleson. Dazu wird die Fähigkeit zu einem schnellen Parlando-Gesang – oft im amerikanischen ‚Slang‘ wie bei den fünf Reportern – gefordert.


    Die Komödie „Captain Jinks of the Horse Marines“ war 1901 ein großer Broadway-Erfolg des sehr produktiven Bühnenautors Clyde Fitch (1865-1909) mit Ethel Barrymore in der weiblichen Hauptrolle. Sheldon Harnick – ein erfolgreicher Liedtexter des Broadway („Fiddler on the Roof“ bzw. „Anatevka“ oder „The Apple Tree“, beide komponiert von Jerry Bock) - filterte daraus ein Opern-Libretto, wobei er viele von Fitchs witzigen Sprüchen beibehielt. Jack Beeson (1921-2020) studierte an der Eastman School of Music in Rochester, war in New York u. a. ein Schüler von Howard Hanson und Béla Bartók und lebte dank eines Fulbright- und eines Guggenheim-Stipendiums mehrere Jahre in Rom. Beeson gilt als einer der profiliertesten amerikanischen Komponisten der neueren Zeit mit Werken aus allen Bereichen der klassischen Musik; zuletzt war er Lehrer für Komposition und Professor an der Columbia University of New York. Vor allem durch seine neun Opern ist Jack Beeson in Erinnerung geblieben:


    „Hello Out There“ (‚Hallo, da draußen‘) nach William Saroyan über einen Fall von Selbstjustiz (New York 1957), den deutschen Fernsehzuschauern durch eine Sendung mit Melitta Muszely, Hermann Prey und Fritz Uhl bekannt (1962).*


    „The Sweet Bye and Bye“ (‚Das süße Lebewohl‘) über ein weibliches Mitglied der Evangelisten-Sekte in den 20er Jahren (New York 1957).*


    „Lizzie Borden“ nach dem berühmten ‚Fall River‘-Kriminalfall von 1892 (New York 1965); Deutsche Erstaufführung 1992 im westfälischen Hagen.*


    „My Heart is in the Highlands“ (‚Mein Herz ist im Hochland‘) nach William Saroyan (Uraufführung 1970 im US-Fernsehsender NET – National Educational Television).


    „Captain Jinks of the Horse Marines“ (‚Hauptmann Jinks von den berittenen Marine-Soldaten‘) nach Clyde Fitch (Kansas City 1975).*


    „Dr. Heidegger’s Fountain of Youth“ (‚Dr. Heideggers Jungbrunnen‘) nach Nathaniel Hawthorne (New York 1978).*


    „Cyrano“ nach Edmond Rostand (komponiert 1980-1991; Uraufführung 1994 in Hagen!).


    „Sorry, Wrong Number“ (‚Entschuldigung, falsche Nummer‘) auf ein eigenes Libretto (New York 1999).


    „Practice in the Art of Elocution“ (‚Übung in der Kunst der Rhetorik‘), ebenfalls mit einem selbst geschriebenen Text (New York 1998).


    * Von diesen Opern gibt es Aufnahmen auf Tonträgern.


    Carlo

    LE ROI D’YS (Edouard Lalo)


    Légende bretonne en trois actes et cinq tableaux. Poème de Edouard Blau. Musique de Edouard Lalo.


    Création / Uraufführung: 7. 5. 1888, L’Opéra-Comique, Paris (Salle du Châtelet).


    Personnages / Personen:


    Le Roi d’Ys / Der König von Ys – Basse

    Margared, sa fille / Margared, seine Tochter – Mezzo-Sopran

    Rozenn, sa soeur / Rozenn, ihre Schwester – Sopran

    Mylio, un jeune Chevalier / Mylio, ein junger Ritter – Tenor

    Karnac, un Prince étranger / Karnac, ein fremder Fürst – Bariton

    Jahel, le Héraut / Jahel, der Herold - Bariton

    Saint Corentin / Der Hl. Corentin – Bass

    Seigneurs, Guerriers, Soldats, Pages, Écuyers, Peuple, Dames et Suivantes / Höflinge, Krieger, Soldaten, Pagen, Schildknechte, Volk, Damen und Gefolge - Chor



    Le Roi – Lucien Lovano / Margared – Germaine Cernay / Rozenn - Ginette Guillamat / Mylio – Gaston Micheletti / Karnac – Georges Ravoux / Jahel – Paul Gaudin / Un Choeur et l’Orchestre National de la Radiodiffusion / Dirigent: Desiré-Émile Inghelbrecht (Marseille, 1943). Eine Veröffentlichung von ‚Malibran Music‘ auf einer CD (CDRG 133) von 1999.


    (Das von Jean Mitsler 1934 gegründete Rundfunkorchester war 1940 wegen der deutschen Besetzung von Paris nach Marseille umgezogen und blieb dort mit seinem Chef-Dirigenten Desiré-Émile Inghelbrecht bis zur ‚Libération‘ 1944. Wegen der Ermordung eines deutschen Offiziers 1943 durch die Résistance kam es zu Vergeltungsmaßnahmen der deutschen Wehrmacht im mittlerweile von ihr vollständig besetzten Frankreich und die aus Paris angereisten Sänger konnten nicht dorthin zurückkehren. Man beschloss daher, die abgesagte konzertante Aufführung von „Le roi d’Ys“ auf Schallplatten aufzunehmen. Die Ouvertüre und die zweite Szene des zweiten Aktes wurden zwar auch eingespielt, aber die entsprechenden Acetatplatten sind verschollen.)



    Le Roi – Gustave Wion / Margared – Geneviève Moizan / Rozenn – Geori Boué / Mylio – Georges Noré / Karnac – René Bianco / Jahel – André Philippe / Saint Corentin – Charles Cambon / Le Choeur de la RTF / Chorltg.: René Alix / L’Orchestre Radio Lyrique de la RTF / Dirigent: Pierre Dervaux (Paris, 1954). Dieser Konzert-Mitschnitt erschien bei ‚Malibran Music‘ auf zwei CDs, gekoppelt mit Arien-Aufnahmen des Tenors Georges Noré. Es gibt zwei Katalognummern: OP 1016 und MR 604. Leider habe ich nichts Näheres über diese ‚Malibran‘-Veröffentlichung in Erfahrung bringen können.



    Le Roi – Pierre Savignol / Margared – Rita Gorr / Rozenn – Janine Micheau / Mylio – Henri Legay / Karnac – Jean Borthayre / Jahel – Serge Rallier / Saint Corentin – Jacques Mars / Le Choeur et l’Orchestre de la Radiodiffusion Franҫaise / Chorltg.: René Alix / Dirigent: André Cluytens (Paris, Salle de la Mutualité, 10. 6. - 15. 6. 1957). Die monaurale Aufnahme wurde mehrfach veröffentlicht: ‚Columbia‘ FCX 683/85 (3 LPs; 1958) - ‚La Voix de son Maitre’ 2 C 153-11068/69 (2 LPs; 1984) - ‚EMI‘ CMS 7 69858 2 (2 CDs, 1996) und ‚Warner‘ 0190295734855 (2 CDs: 2018).


    Den zwei CDs der ‚EMI‘ (CMS 7 69858 2) sind einige Arien-Aufnahmen mit Rita Gorr angehängt, die ihrem Recital von 1959 entnommen wurden. Begleitet vom Orchestre du Théâtre National de l’Opéra Paris unter André Cluytens singt sie auf dieser LP aus „Lohengrin“, „Tristan und Isolde“, „Werther“, „Don Carlo“, „Il trovatore“, „Cavalleria rusticana“, „Samson et Dalila“, „Orphée et Eurydice“ und „Alceste“.



    Le Roi – Jules Bastin / Margared – Jane Rhodes / Rozenn – Andréa Guiot / Mylio – Alain Vanzo / Karnac – Robert Massard / Jahel – Michel Llado / Saint Corentin – Pierre Thau / Le Choeur et l’Orchestre Lyrique de l’ORTF / Chorltg.: Marcel Couraud / Dirigent: Pierre Dervaux (Paris, Maison de la Radio, 10. 9. 1973). Eine konzertante Aufführung, deren Mitschnitt von ‚Le Chant du Monde‘ auf zwei LPs (LDX 78879-80) bzw. zwei CDs (LDC 278 879-80) herausgegeben wurde. (Der Bariton Robert Massard ist am 26. 12. 2025 im Alter von 100 Jahren gestorben.)


    Die niederländische ‚Gala‘ hat diese Aufnahme ebenfalls im Programm (GL 100.599 / 2 CDs) und ergänzt sie mit zwölf historischen Aufnahmen aus dieser Oper mit Yvonne Brothier, Germaine Cernay, Bernadette Delprat, Suzanne Juyol, Madeleine Sibille, Ninon Vallin, André d’Arkor, Léon Laffitte, Jean Marny, Gaston Micheletti, Joseph Rogatchewsky, César Vezzani und Miguel Villabella.



    Le Roi – Juan Soumagnas / Margared – Gillian Knight / Rozenn – Christiane Chateau / Mylio – Antonio Barasorda / Karnac – Stuart Harling / Jahel – Michel Vallat / Saint Corentin – Juan Soumagnas / The Wexford Festival Chorus / Chorltg.: Kenneth Cleveland / The RTÉ Symphony Orchestra / Dirigent: Jean Périsson (Wexford, National Theatre, 26. 10. 1975). Eine Inszenierung von Jean-Claude Auvray für das jährliche Festival im irischen Wexford, aufgenommen von Raidió Teilifís Éireann.



    Le Roi – Michel Hubert / Margared – Jane Rhodes / Rozenn – Christiane Eda-Pierre / Mylio – Jean Dupouy / Karnac – Jacques Trigeau / Jahel – Mario Hacquard / Saint Corentin – Pierre d’Hollander / Le Choeur et le Nouvel Orchestre Philharmonique de Radio France / Chorltg.: Jacques Jouineau / Dirigent: Jean-Pierre Marty (Paris, Salle Pleyel, 1978*). Der Mitschnitt der konzertanten Aufführung ist auf zwei CDs bei ‚Premiere Opera‘ (15672) und bei ‚La Maison de la Lirique‘ als Download erschienen. *Es werden allerdings zwei verschiedene Daten genannt: 14. 3. 1978 (‚La Maison de la Lirique‘) und 24. 11. 1978 (‚L‘Avant-Scène Opéra’).



    Le Roi – Pierre Thau / Margared – Glenys Linos / Rozenn – Marion Sylvestre / Mylio – Alain Vanzo / Karnac – Alain Fondary / Jahel – Bertrand Kovack / Saint Corentin – Michel Bouvier / Smesen Khor ‚Rodina‘, Sofia (Der Gemischte Chor ‚Rodina‘ aus Sofia) / Chorltg.: Vassil Arnaudov / L’Orchestre Philharmonique des Pays de la Loire / Dirigent: Marc Soustrot (Carpentras, Place de la Cathédrale, 21. 7. 1984). Ein privater Audio-Mitschnitt der Freilicht-Aufführung vor der Kathedrale Saint-Siffrein während des ‚Festival de Carpentras 1984‘ (Regie: Jacques Karpo).



    Le Roi – Marc Vento / Margared – Cleopatra Ciurca / Rozenn – Barbara Hendricks / Mylio – Tibère Raffalli / Karnac – Alan Titus / Jahel – Mark Pedrotti / Saint Corentin – Greg Ryerson / The Schola Cantorum, New York / Chorltg.: Hugh Ross / Choreinstudierung: Robert de Ceunynck / The Opera Orchestra of New York / Dirigentin: Eve Queler (New York, Carnegie Hall, 14. 4. 1985). Eine konzertante Aufführung in französischer Sprache, festgehalten von ‚Opera Vault‘ (13020-2 / 2 CDs).



    Le Roi – Jean-Philippe Courtis / Margared – Delores Ziegler / Rozenn – Barbara Hendricks / Mylio – Eduardo Villa / Karnac – Marcel Vanaud / Jahel – Philippe Bohée / Saint Corentin – Michel Piquemal / Les Choeurs et l’Orchestre Philharmonique de Radio France / Chorltg.: Michel Tranchant / Dirigent: Armin Jordan (Paris, Radio France, Studio 104, März/April 1988). Eine Studio-Produktion der ‚Erato‘ (245 015-2) auf zwei CDs, veröffentlicht 1990.



    Le Roi – Jacques Mars / Margared – Glenys Linos / Rozenn – Marion Sylvestre / Mylio – Alain Vanzo / Karnac – Juan-Carlos Moralès / Jahel – Christian Davesnes / Saint Corentin – Christian Poulizac / Le Choeur et l’Orchestre de l’Opéra de Tours / Dirigent: Robert Martignoni (Tours, Grand Théâtre, 19. 2. 1989). Ein Privat-Mitschnitt einer Bühnenaufführung in der Regie von André Battedou.



    Le Roi – Christian Tréguir / Margared – Nona Javakhidze / Rozenn – Nathalie Manfrino / Mylio – Florian Laconi / Karnac – Olivier Grand / Jahel – Patrick Vilet / Saint Corentin – Jean Vendassi / Le Choeur de l’Opéra Théâtre de Saint-Étienne / L’Orchestre Symphonique de Saint-Étienne / Dirigent: Laurent Campellone (Saint-Étienne, Opéra Théâtre, 4. 3. 2007). Ein Privatmitschnitt der zweiten Vorstellung (Premiere am 2. 3. 2007). Eine Coproduktion des Opernhauses im ostfranzösischen Saint-Étienne mit der Königlichen Oper im belgischen Lüttich/Liège (siehe unten).



    Le Roi – Paul Gay / Margared – Sophie Koch / Rozenn – Inva Mula / Mylio – Charles Castronovo / Karnac – Franck Ferrari / Jahel – André Heyboer / Saint Corentin – Éric Martin-Bonnet / Le Choeur et l’Orchestre National du Capitole de Toulouse / Dirigent: Yves Abel (Toulouse, Théâtre du Capitole, 14. 10. 2007; Premiere am 5. 10. 2007). Die Veröffentlichung des Rundfunkmitschnitts von ‚France Musique‘ durch den ehemaligen ‚Opera-Club.net‘ auf zwei CDs (‚Fiori‘ FI-1139) brachte zusätzlich 13 Aufnahmen der ‚Aubade‘ des Mylio (‚Vainement, ma bien-aimée‘) mit Léon Laffitte, Nellie Melba, Miguel Villabella, Joseph Rogatchewsky, Gaston Micheletti, André d’Arkor, César Vezzani, Tino Rossi, Beniamino Gigli, Nicolai Gedda, Alain Vanzo, Alfredo Kraus und Roberto Alagna.


    Leider wurde diese Produktion (Bühnenbild: Ezio Frigerio; Kostüme: Franca Squarciapino; Regie: Nicolas Joel) nicht vom Fernsehen festgehalten. ‚Opéra International‘ schreibt dazu: „Bref, une imagerie à la fois traditionnelle et efficace, aux antipodes du ‚Regietheater‘ en vogue sur certains scènes de l’Hexagone, évoqué avec sobriété.“ (‚Kurzum, eine Bildsprache, die sowohl traditionell als auch wirkungsvoll ist, im Gegensatz zum ‚Regietheater‘, das auf einigen Bühnen in Frankreich in Mode ist und mit Nüchternheit evoziert wird.‘)



    Le Roi – Éric Martin-Bonnet / Margared – Giuseppina Piunti / Rozenn – Guylaine Girard / Mylio – Sébastien Guèze / Karnac – Werner van Mechelen / Jahel – Marc Tissons / Saint Corentin – Léonard Graus / Le Choeur et l’Orchestre de l’Opéra Royal de Wallonie-Liège / Chorltg.: Edouard Rasquin / Dirigent: Patrick Davin / Bühnenbild: Alexandre Heyraud / Kostüme: Frédéric Pineau / Inszenierung: Jean-Louis Pichon / Video-Regie: Matteo Ricchetti (Liège/Lüttich, Opéra Royal, 1. 4. und 3. 4. 2008). Eine Veröffentlichung von 2012 bei ‚Dynamic‘ aus Italien auf CD (CDS 592/1-2) und DVD (33592). Diese Produktion war im März 2007 auch in Saint-Étienne zu sehen (siehe oben).



    Le Roi – Curtis Streetman / Margared – Dana Beth Miller / Rozenn – Georgia Jarman / Mylio – Frédéric Antoun / Karnac - Eugene Brancoveanu / Jahel und Saint Corentin – Andrew Nolen / The Concert Chorale of New York / Chorltg.: Richard Vogt / The American Symphony Orchestra / Dirigent: Leon Botstein (New York, Avery Fisher Hall, 3. 10. 2008). Die Generalprobe des Konzerts wurde für das Archiv des ASO (American Symphony Orchestra) mitgeschnitten.



    Le Roi – Nicolas Courjal / Margared – Kate Aldrich / Rozenn – Judith van Wanroij / Mylio – Cyrille Dubois / Karnac – Jérôme Boutillier / Jahel und Saint Corentin – Christian Helmer / Nemzeti Énekkar (Der Ungarische Nationalchor) / Chorltg.: Csabá Somos / Nemzeti Filharmonikus Zenekar (Das Ungarische Philharmonische Nationalorchester) / Dirigent: György Vashegyi (Budapest, Müpa, Nationaler Konzertsaal ‚Béla Bartók‘, 9. 1. und 11. 1. 2024). Eine Live-Aufnahme vom ‚Palazzetto Bru Zane‘ (BZ 1060) auf zwei CDs.



    Le Roi – Nicolas Courjal / Margared – Isabelle Druet / Rozenn – Judith van Wanroij / Mylio – Cyrille Dubois / Karnac – Christian Helmer / Jahel und Saint Corentin – Zsombor Cserményi / Nemzeti Énekkar / Chorltg.: Csabá Somos / Nemzeti Filharmonikus Zenekar / Dirigent: György Vashegyi (Amsterdam, Concertgebouw, 3. 2. 2024). Diese ‚Zaterdag-Matinée‘ wurde live vom niederländischen Rundfunksender ‚NPO Klassiek‘ übertragen.



    Die stimmungsvolle Ouvertüre zu „Le Roi d’Ys“ war in Zeiten, als beim Eiskunstlauf noch nach klassischer Musik getanzt wurde, öfters im Fernsehen zu hören. Sie wurde mehrfach auf Tonträgern eingespielt; ich habe sie auf LP mit Antonio de Almeida (L’Orchestre de l’Opéra de Monte Carlo; ‚Philips‘), Jean Martinon (Chicago Symphony Orchestra; ‚RCA Victor‘), Paul Paray (Detroit Symphony Orchestra; ‚Mercury‘) und Yan-Pascal Tortelier (BBC Symphony Orchestra; ‚Chandos‘).


    Das berühmteste Stück der Oper ist aber die ‚Aubade‘ - das Morgenständchen - das Mylio seiner Braut Rozenn zu Beginn des dritten Aktes bringt (‚Puisqu‘on ne peut fléchir ces jalouses gardiennes…. Vainement, ma bien-aimée!‘). In neueren Aufnahmen habe ich z. B.: Roberto Alagna (Bertrand de Billy; ‚EMI‘), Marcelo Álvarez (Marcello Viotti; ‚Sony‘), José Carreras (Jacques Delacôte; ‚EMI‘) , Nicolai Gedda (Georges Prêtre; ‚EMI‘), David Hobson (Marco Guidarini; ‚ABC Classics‘), Jonas Kaufmann (Bertrand de Billy; ‚Sony‘), Petr Nekoranec (Christopher Franklin; ‚Supraphon‘), Michael Schade (Richard Bradshaw; ‚CBC Records‘) und zweimal Alain Vanzo: (Jésus Etcheverry; ‚Le Chant du Monde‘) / (Georges Prêtre; ‚Forlane‘).



    Carlo

    Hier folgt die Liste der Audio- und Video-Aufnahmen:



    Arthus - Siegmund Nimsgern / Guenièvre - Nicole Lorange / Lancelot - Peter Jeffes / Lyonnel - Gérard Friedmann / Mordred – Niklaus Tüller / Allan – László Polgár / Merlin – Bruno Laplante / Un Laboureur - Jean-Pierre Volcke / Un Chevalier – Didier Henry / Un Écuyer -Reynald Chapuis / Les Choeurs et l’Orchestre National de l’ORTF Paris / Dirigent: Lionel Friend (Paris, Salle Pleyel, 14. 5. 1981). Der Rundfunkmitschnitt erschien auf vier LPs u. a. bei ‚Mauro R. Fuggette‘ (MRF-179-S), gekoppelt mit folgenden Werken: a) die Ouvertüre zur symphonischen Etüde „La chasse du prince Arthur“ von Joseph-Guy Ropartz (L’Orchestre de l’ORTF - Pedro de Freitas); b) drei Arien aus der Oper „Quo vadis?“ von Jean Nouguès: ‚Des fleurs de ce jardin‘ (1. Akt / Eunice - Marcelle Ragon) - ‚Erreur à travers les mers‘ (1. Akt / Petrone) - ‚Vois, Phobé, elle-même, parée d‘une auréole’ (2. Akt / Petrone), beide mit Mattia Battistini. Auf CD ist diese Aufnahme bei ‚Premiere Opera‘ (22212) auf drei CDs erhältlich.



    Arthus – Gino Quilico / Guenièvre – Teresa Zylis-Gara / Lancelot – Gösta Winbergh / Lyonnel – Gérard Friedmann / Mordred – René Massis / Allan – Franҫois Loup / Merlin – Gilles Cachemaille / Un Laboureur – Thierry Dran / Un Chevalier – René Schirrer / Un Écuyer – Alexandre Laitter / Quatre Soldats – Michel Focquenoy (zweimal), Francis Dudziak und René Schirrer / Les Choeurs de Radio France / Chorltg.: Jacques Jouineau und Rainer Altorfer / Le Nouvel Orchestre Philharmonique / Dirigent: Armin Jordan (Paris, Radio France, Grand Auditorium, November/Dezember 1985). Eine Co-Produktion von ‚Erato‘ (Serie ‚Cascavelle‘) und Radio France, erschienen 1986 auf drei LPs (NUM 75271) bzw. 1987 auf drei CDs (ECD 88213) bei ‚Erato‘ sowie 2010 bei ‚Warner Classics‘ (2564 68147-6) auf zwei CDs.



    Arthus – Marcel Vanaud / Guenièvre – Carol Yahr / Lancelot – David Kuebler / Lyonnel und Un Laboureur – Peter Jeffes / Mordred und Merlin – René Massis / Allan – Henk van Heijnsbergen / Un Chevalier und Un Écuyer - Waldemar Wild / Quatre Soldats – Damon Evans, Kees van Hees, Mark Peterson und Job Boswinkel / Cinq Voix féminines (Apothéose) – Claudia Patacca, Charlotte Riedijk, Young-Hee Kim, Wilke te Brummelstroete und Susanna Waleson / Het Groot Omroepkoor / Het Radio Filharmonisch Orkest / Dirigent: Edo de Waart (Amsterdam, Concertgebouw, 18. 6. 1994). Eine Live-Übertragung der konzertanten ‚Zaterdag-Matinee‘ im Rahmen des ‚Holland Festivals 1994‘ mit einer zweiten Aufführung am 20. 6. 1994.



    Arthus – Hannu Niemelä / Guenièvre – Jayne Casselman / Lancelot – Kor-Jan Dusseljee / Lyonnnel – Norbert Schmittberg / Mordred – Andreas Becker / Allan – Gerhard Singer / Merlin – Gregory Frank / Cinq Voix féminines (Apothéose) - Gabriele Helene Ziegler, Astrid Kropp, Sonja Borowski-Tudor, Susanne Schimmack und Roswitha Steube / Der Opernchor und der Extrachor des Theaters Dortmund / Chorltg.: Granville Walker / Das Philharmonische Orchester Dortmund / Dirigent: Anton Marik (Dortmund, Theater, 5. 5. 1996). Der Mitschnitt der Premiere – als Deutsche Erstaufführung – in französischer Sprache wurde vom WDR gesendet am 18. 5. 1996.



    Arthus - Philippe Rouillon / Guenièvre - Susan Anthony / Lancelot – Douglas Nasrawi / Lyonnnel – Octavio Arévalo / Mordred – Evgenij Demerdjiev / Allan – Danilo Rigosa / Merlin – Gilles Cachemaille / Un Laboureur – Valeri Serkin / Un Chevalier – René Schirrer / Un Écuyer – Daniel Ottevaere / Quatre soldats – Zrinko Soco, Eric Huchet, Nikolai Galkin und René Schirrer / Sofiiski Kameren Khor ‚Vassil Arnaudov‘ (Der Kammerchor Sofia) / Moskovskii Gosudarstvennii Akademicheskii Kamerni Khor (Der Chor der Russischen Akademie Moskau) / Chorltg.: Michael Tomaschek / Die Wiener Symphoniker / Dirigent: Marcello Viotti (Bregenz, Festspielhaus, 20. 7. 1996). Ein Mitschnitt des ORF und eine Veröffentlichung von ‚Koch/Schwann‘ in der Serie ‚Bregenzer Festspiele‘ auf zwei CDs (3-6542-2). Gilles Cachemaille wird auf der Cover-Rückseite nicht genannt! Die Inszenierung verantwortete Günter Krämer.



    Arthus – Marcel Vanaud / Guenièvre – Jayne Casselman (statt Valérie Millot) / Lancelot – Stephen O’Mara / Lyonnnel – Marc Laho / Mordred – Philippe Fourcade / Allan – Frédéric Varenne / Merlin – Alain Vernhes u. a. / Le Choeur et l’Orchestre de l’Opéra de Montpellier / Dirigent: Emmanuel Joël (Montpellier, Opéra-Comédie, 27. 4. 1997). Eine Übernahme der Dortmunder Produktion in der Regie von John Dew (siehe oben).



    Arthus – Simon Keenlyside / Guenièvre – Franҫoise Pollet (statt Christine Brewer) / Lancelot – Hubert Delamboye / Lyonnel – Marc Laho / Mordred und Allan – Neal Davies / Merlin – Christopher Maltman / Un Laboureur – Campbell Russell / Un Écuyer – David Morrison / Quatre Soldats – Declan McCusker, Ovidiu Haidu, Andrew Hopwood und Phillip Casperd / The Scottish Opera Chorus / Chorltg.: Christopher Bell / The Royal Scottish National Orchestra / Dirigent: Frédéric Chaslin (Edinburgh, Festival Theatre, 22. 8. 2000). Ein Mitschnitt vom ‚Edinburgh International Festival 2000‘, der auch vom DeutschlandRadio Berlin am 4. 11. 2000 gesendet wurde.



    Arthus – Louis Otey / Guenièvre - Dagmar Schellenberger / Lancelot – Douglas Nasrawi (statt Jonas Kaufmann) / Lyonnel – Yves Saelens / Mordred – Philippe Georges / Allan – Jacques Does / Merlin - Olivier Lallouette / Un Laboureur – Lorenzo Caròla / Un Chevalier – Bernard Villiers / Un Écuyer – René de Meyer / Quatre Soldats – Jean-Marc Galoche (statt Ivan Sharpe), André Grégoire, Bernard Giovani und René Laryea / Cinq Voix féminines (Apothéose) - Muriel Bruno, Maité Fontaine, Laurence Mironne, Anne Renouprez und Sylvie de Pauw / Les Choeurs et l’Orchestre du Théâtre Royal de la Monnaie / Chorltg.: Renato Balsadonna / Dirigent: Daniele Callegari (Brüssel, Théâtre Royal de la Monnaie, 4. 11. 2003). Eine Sendung vom DeutschlandRadio Berlin am 6. 12. 2003.


    Ursprünglich war Jonas Kaufmann für die Premiere und einige Aufführungen als Lancelot angekündigt. Die Partien der Guenièvre, des Arthus und des Lancelot wurden alternativ in einigen der zwölf Vorstellungen von Hélène Bernardy, Andrew Schroeder und Klaus Florian Vogt gesungen - es gab aber keinen gemeinsamen Auftritt von Dagmar Schellenberger und Klaus Florian Vogt.



    Arthus – Andrew Schroeder / Guenièvre – Susan Bullock / Lancelot – Simon O’Neill / Lyonnel – Garret Sorenson / Mordred – Daniel Okulitch / Allan – Donald McIntyre / Merlin – Franҫois Le Roux / Un Laboureur – Andrew Kennedy / Un Chevalier – Michael Bundy / Un Écuyer – Colin Campbell / The ‚Apollo Voices‘ / Chorltg.: Stephen Betteridge / The BBC Symphony Orchestra / Dirigent: Leon Botstein (London, Walthamstow Assembly Hall, 2004). Erschienen 2005 bei ‚Telarc‘ (CD 80645) auf drei CDs. Das englische Magazin ‚Opera‘ wählte die Aufnahme zur ‚Disc of the Month‘.



    Arthus – Andrew Schroeder / Guenièvre – Elisabete Matos / Lancelot – Andrew Richards / Lyonnel – Christophe Mortagne / Mordred – Bernard Imbert / Allan – Arnaud Richard / Merlin – Nicolas Cavallier / Un Laboureur – Jérémy Duffau u. a. / Les Choeurs de l’Opéra National du Rhin, Strasbourg / Chorltg.: Sandrine Abello / L’Orchestre Symphonique de Mulhouse / Dirigent: Jacques Lacombe (Strasbourg, 14. 3. 2014). Eine ‚In-House‘-Aufnahme der Opéra National du Rhin in Strasbourg.



    Arthus – Thomas Hampson / Guenièvre – Sophie Koch / Lancelot – Roberto Alagna / Lyonnel – Stanislas de Barbeyrac / Mordred – Alexandre Duhamel / Allan – Franҫois Lis / Merlin – Peter Sidhom / Un Laboureur – Cyrille Dubois / Un Chevalier – Tiago Matos / Un Écuyer – Ugo Rabec / Le Choeur et l’Orchestre de l’Opéra National de Paris / Chorltg.: José Luis Basso / Dirigent: Philippe Jordan / Ausstattung: Paul Brown / Inszenierung: Graham Vick / TV-Regie: Franҫois-René Martin (Paris, Opéra Bastille, 25. 5. 2015). Der Audio-Mitschnitt der Premiere wurde u. a. am 28. 5. 2015 vom Radiosender ‚Parterre Box‘ gesendet, während die Vorstellung vom 2. 6. 2015 live im TV-Sender ‚Mezzo‘ übertragen wurde. Dem Publikum wurde eine ‚RT-Musterinszenierung‘ geboten, die sowohl vom Publikum als auch von der Kritik abgelehnt wurde und bisher auch nicht auf DVD erschien.



    Arthus – Norman Garrett / Guenièvre – Sasha Cooke / Lancelot – Matthew White / Lyonnel – Andrew Bidlack / Mordred – Justin Austin / Allan – Wei Wu / Merlin – Troy Cook / Un Laboureur – Andres Acosta / Un Chevalier – Aaron Theno / The Bard Festival Chorale / Chorltg.: James Bagwell / The American Symphony Orchestra / Dirigent: Leon Botstein / Bühnenbild: Matt Saunders / Kostüme: Kaye Voyce / Regie: Louisa Proske (Annandale-on-Hudson/NY, Fisher Center at Bard College, Sosnoff Theater, 25. 7. 2021). Das Video von der Aufführung ist im Internet zu sehen.



    Arthus – Domen Križaj / Guenièvre – Anna Gabler / Lancelot – Aaron Cawley / Lyonnel – Andrew Bidlack / Mordred – William Meinert / Allan – Anthony Robin Schneider / Merlin – Kabelo Lebyana / Un Laboureur – Carlos Cárdenas / Un Chevalier und Un Écuyer – Božidar Smiljanič / Der Chor und das Orchester der Festspiele Erl / Chorltg.: Olga Yanum / Dirigent: Karsten Januschke (Erl, Passionsspielhaus, 23. 7. 2022). Ein privater Audio-Mitschnitt von der Premiere der Bühnenaufführung – mit zwei weiteren Vorstellungen – als Österreichische Erstaufführung in französischer Sprache (Regie: Rodula Gaitanou).



    P. S. Der Name der Königin Guenièvre wird in neueren Aufführungen ‚Genièvre‘ geschrieben.



    Carlo

    Im Verlag ‚BoD – Books on Demand GmbH‘ in Hamburg ist soeben ein Buch (184 Seiten, ca. 30 Abbildungen) über Christoph Graupner erschienen:



    "Graupner in Darmstadt – Szenisches Kaleidoskop über den Komponisten“.



    Der Autor Richard Weber-Laux unternimmt den interessanten Versuch, den Menschen Christoph Graupner (dessen Leben nur spärlich dokumentiert ist) anhand von kurzen schlaglichtartigen Portraits anderer Persönlichkeiten der späteren Darmstädter Stadtgeschichte - z. B. die Schriftstellerin Luise von Ploennies, der Verfasser des „Datterich“ (Ernst Elias Niebergall), der Opernsänger und Theaterleiter Ernst Pasqué oder der Apotheker Heinrich Emanuel Merck - dem Musikfreund näher zu bringen.



    Was das Buch so besonders macht, ist die Möglichkeit, mittels QR-Code kurze Musikbeispiele aus dem reichhaltigen Schaffen Christoph Graupners (über 2000 Werke aller Musikgattungen) anhörbar zu machen.



    Carlo



    Ich habe Bezüge zu Forumsmitgliedern entfernt. Jeder hat hier das Recht anonym zu posten, wenn er möchte. astewes als mod

    „LE ROI ARTHUS“ (‚König Arthus‘) (Ernest Chausson)



    Drame lyrique en trois actes et six tableaux. Livret et musique d’Ernest Chausson. (Lyrisches Drama in drei Akten und sechs Bildern. Libretto und Musik von Ernest Chausson.)



    Représenté pour la première fois à Bruxelles, au Théâtre Royal de la Monnaie, le 30 Novembre 1903. (Uraufführung in Brüssel am Théâtre Royal de la Monnaie am 30. November 1903.)



    Personen / Personnages:


    Le Roi Arthus / König Arthus – Bariton

    Guenièvre, son Épouse / Guinevere, seine Gemahlin – Sopran

    Lancelot, un Chevalier / Lancelot, ein Ritter – Tenor

    Lyonnel, son Disciple / Lyonnel, sein Gefolgsmann – Tenor

    Mordred, le Neveu du roi / Mordred, des Königs Neffe - Bariton

    Allan, un vieil Écuyer / Allan, ein alter Schildknecht – Bass

    Merlin, un Magicien / Merlin, ein Zauberer – Bariton

    Un Laboureur / Ein Pflüger – Tenor

    Un Chevalier / Ein Ritter – Bariton

    Un Écuyer / Ein Schildknecht – Bass

    Quatre Soldats / Vier Soldaten – Zwei Tenöre, zwei Bässe.

    Chevaliers, Écuyers, Pages, Bardes, Femmes de la suite de Guenièvre / Ritter, Schildknechte, Pagen, Barden, Frauen im Gefolge Guineveres – Chor



    1. Akt, 1. Szene:

    Auf Schloss Carduel feiert König Arthus im Kreis seiner Ritter, Schildknappen und Pagen den Sieg über die Sachsen, wobei er den Ritter Lancelot besonders lobt, der auch von der Königin Guenièvre beglückwünscht wird (Arthus: ‚Gloire à vous tous qui m’avais secondé!‘). Der Neffe des Königs, Mordred, hasst sowohl Arthus als auch Lancelot, weil er sich vom König übergangen fühlt und dem Ritter die Gunst des Königs neidet. Als er zufällig hört, wie die Königin Lancelot zu einem heimlichen Treffen bestellt (Guenièvre: ‚Messire Lancelot, le glaive n‘est plus roi’), beschließt Mordred, sich zu rächen.



    1. Akt, 2. Szene:

    Eine Terrasse des Schlosses; es ist Nacht und der Mond von Wolken verdeckt. Lyonnel, der Gefolgsmann Lancelots, weiß von der verbotenen Liebe des Ritters zur Königin und auch, dass Mordred in Guenièvre verliebt ist, aber von ihr abgewiesen wurde (Lyonnel: ‚Lancelot, qu‘as-tu fait? O maître bien aimé, tu m’as enseigné l’honneur et la loyauté‘). Er schwört, seinen Herrn zu beschützen und verbirgt sich hinter Bäumen, als Guenièvre und Lancelot eng umschlungen aus dem Gemach der Königin kommen und sich ihre Liebe gestehen (Guenièvre und Lancelot: ‚Délicieux oubli des choses de la terre‘). Die Wächter des Schlosses verkünden den Tag. Lyonnel kommt und warnt Lancelot, da tritt Mordred hervor (Mordred: ‚Alerte, Chevaliers, trahison! Félonie!‘) und ruft nach den Wächtern. Beide Männer ziehen das Schwert und Mordred fällt im Kampf gegen Lancelot. Hastig verabreden Guenièvre und Lancelot, sich im nahen Wald zu treffen; Lancelot flieht mit Lyonnel. Die entsetzte Königin sieht, dass Mordred nicht tot ist und nach Hilfe ruft.



    2. Akt, 1. Szene:

    Ein Feld am Rand eines Tannenwaldes. Ein Pflüger kommt - eine Ballade singend (Der Pflüger: ‚Rion, le roi des isles, avait huit pieds de haut‘) - zur Aussaat auf das Feld. Lancelot tritt auf und legt seine Waffen ab (Lancelot: ‚Lyonnel a-t-il pu la voir? O rage! Attendre!‘). Er ist sich des Treuebruchs am König bewusst (Lancelot: ‚J‘ai trahi l’amitié d’un homme qui m’aime‘), da stürzt Guenièvre herbei und berichtet, dass Mordred nicht tödlich verletzt wurde und Arthus alles erzählt hat (Guenièvre: ‚Mordred est vivant, il t‘accuse’). Doch der König weigert sich, Mordred zu glauben und hat Lancelot zu sich auf das Schloss befohlen. Während Guenièvre Lancelot auffordert, Arthus um ihrer Ehre willen zu belügen, will ihr Geliebter anfangs seine Schuld eingestehen. Doch Guenièvre kann Lancelot schließlich von einer gemeinsamen Flucht überzeugen (Guenièvre und Lancelot: ‚Mon amour l'emporte. Guenièvre vivante ou morte, de toi jamais ne doit se séparer‘).



    2. Akt, 2. Szene:

    Ein Hof des Schlosses Carduel. Arthus denkt über das Geschehene nach (Arthus: ‚Toujours, toujours cette pensée‘) und erinnert sich an längst vergangene Tage mit dem Zauberer Merlin (Arthus: ‚Pourquoi donc, pourquoi m‘as-tu quitté, Merlin?‘). Auf den Ästen von plötzlich sich zeigenden blühenden Apfelbäumen liegend erscheint Merlin, der dem König den Untergang der Tafelrunde, das Ende seiner Herrschaft und seinen Tod prophezeit; doch auf Arthus’ Frage nach Guenièvre und Lancelot gibt er keine Antwort und verschwindet in den Apfelbäumen. Entschlossen zieht Arthus mit seinen Rittern in die Schlacht gegen Lancelot (Chor: ‚On appelle. Qu‘y a-t-il? Le roi!‘).



    3. Akt, 1. Szene:

    Eine Anhöhe über dem Schlachtfeld, am Horizont das Meer. Guenièvre beobachtet mit Allan, einem alten Schildknappen, den Kampf (Allan: ‚De grâce arrêtez-vous, maîtresse‘); mal glaubt sie an den Sieg Lancelots, mal zweifelt sie daran. Da kommt er plötzlich waffenlos auf den Hügel zu Guenièvre und gesteht ihr, dass er vom Schlachtfeld geflohen ist, als er das blutrote Schwert Escalibor erblickte. (Lancelot und Guenièvre: ‚Qu‘ai-je fait? Ce combat fratricide, pourquoi? Pourquoi l'ai-je livré?‘) Doch trotz Guenièvres Überredungsversuche zur Flucht kehrt Lancelot schließlich auf das Schlachtfeld zurück, um sich König Arthus zu stellen. Da sie sich nicht vor ihrem Gatten demütigen will, erdrosselt sich die Frau mit ihren Zöpfen (Guenièvre: ‚Trahie! Abandonnée! Méprisée! J‘ai pu le supplier en vain, lui, mon Lancelot!‘).



    3. Akt, 2. Szene:

    Eine Ebene am Meeresufer. Tote und Verwundete aus der Schlacht werden von Soldaten geborgen, Lancelot liegt schwer verletzt am Boden (Chor: ‚Son corps est couvert de blessures‘). Der König kommt mit Lyonnel hinzu; Lancelot bittet seinen Herrn, seine Ehre zu rächen. Doch der seiner Herrschaft und des Lebens überdrüssige Arthus verzeiht ihm (Arthus: ‚Sans doute l‘heure est venue où je vais quitter ce monde’) und Lancelot stirbt in Frieden. Die Sonne erstrahlt in aller Schönheit. Man hört geheimnisvolle Stimmen, Frauen gleiten in einem Nachen dem Ufer entgegen (Chor: ‚Viens par-delà les flots bleus et par-delà les étoiles dans un monde où se dévoilent les secrets mysterieux‘). König Arthus hat seine Waffen ins Meer geworfen und besteigt das Boot, um unter dem Klang sphärischer Gesänge auf einem Ruhebett schlafend dem Sonnenuntergang entgegen zu gleiten.



    Zu Ernest Chausson und seine Oper „Le roi Arthus“:



    Der umfassend gebildete französische Komponist Amedé-Ernest Chausson (Paris, 20. 1. 1855 – Limay, 10. 6. 1899), der als studierter Jurist kurze Zeit als Rechtsanwalt arbeitete, wurde nach einem privaten Musikstudium für zwei Jahre (ab 1879) Schüler von Jules Massenet am Pariser Konservatorium. Er war ein früher Verehrer Richard Wagners, dessen „Der fliegende Holländer“, „Tristan und Isolde“ und den „Ring“-Zyklus er bereits 1879 und 1880 in München sah und er besuchte die Bayreuther Festspiele 1882 für den „Parsifal“. Doch bald schloss er sich jenen Komponisten an – u. a. César Franck, bei dem er bis 1883 Unterricht hatte – die Frankreich ‚entwagnern‘ wollten. Er pflegte regen Umgang mit den Komponisten-Kollegen Isaac Albéniz, Claude Debussy, Henri Duparc und Gabriel Fauré, mit den Literaten Stéphane Mallarmé und Ivan Turgenev sowie den Malern Edgar Degas und Claude Monet.



    Chausson beabsichtigte, zehn musikalische Dramen nach Werken der Weltliteratur - u. a. von Chrétien de Troyes („Lancelot“), Miguel de Cervantes („Die Belagerung von Numancia“), William Shakespeare („Macbeth“), Friedrich Schiller („Die Jungfrau von Orléans“), Adam Mickiewicz („Conrad Wallenrod“), Aleksandr Pushkin („Die Zigeuner“), Thomas Moore („Der verschleierte Prophet von Khorassan“) und Victor Hugo („Esmeralda“) auf die Opernbühne zu bringen. Doch nur „König Arthus“ nach dem Roman von Chrétien de Troyes („Le Chevalier de la charrette“) wurde von ihm in fast zehnjähriger Arbeit von 1885 bis 1895 verwirklicht und ist seine einzige vollständige Oper geblieben; seine Bühnenwerke „Les caprices de Marianne“ (nach Alfred de Musset) und „Hélène“ (nach Leconte de Lisle) sind unvollendet. Ernest Chausson starb bereits im Alter von vierundvierzig Jahren bei einem Unfall, als er auf einer stark abschüssigen Straße ungebremst mit dem Fahrrad gegen eine Mauer fuhr.



    Die ‚Grande Boutique‘ (die Große Oper in Paris) lehnte „Le roi Arthus“ ab und eine beabsichtigte Aufführung in Karlsruhe (unter Felix Mottl) scheiterte ebenfalls. So kam die Oper posthum erst am 30. 11. 1903 in Brüssel am Théâtre de la Monnaie zu Uraufführung (mit Charlotte Paquot-d’Assy als Guenièvre, Henri Albers als Arthus und Charles Dalmores als Lancelot unter dem Dirigat von Sylvain Dupuis) in Bühnenbildern, die Chaussons Schwager Henry Lerolle entworfen hatte, und mit Kostümen des berühmten belgischen Malers Fernand Khnopff. Trotz des einhelligen Erfolges kam es erst am 30. 3. 1916 in Paris (Palais Garnier) nur zu einer Aufführung des dritten Aktes, mit Jeanne Hatto (Guenièvre), Louis Lestelly (Arthus) und John Sullivan (Lancelot); der Dirigent war Vincent d’Indy. Danach geriet die Oper mehr und mehr in Vergessenheit, bis der Französische Rundfunk am 14. 5. 1981 mit einer konzertanten Aufführung – mit Nicole Lorange, Peter Jeffes und Siegmund Nimsgern unter Lionel Friend – an sie erinnerte; die Deutsche Erstaufführung – in französischer Sprache - war am 5. 5. 1996 in Dortmund.



    Die Liste der Ton- und Bild-Aufnahmen von diesem Bühnenwerk folgt in den nächsten Tagen.



    Carlo

    „DIE VERLOBUNG IN ST. DOMINGO“ (Winfried Zillig)



    Das gab es im Rundfunk:



    Kongo Hoango, ein alter Farbiger – Arnold van Mill / Babekan, seine Geliebte, eine Mulattin – Maria von Ilosvay / Toni, beider Tochter, eine Mestize – Helga Pilarczyk / Nanky, ein farbiger Junge – Gunnar Meske / Gustav von der Ried, französischer Offizier, ein Schweizer – Kurt Ruesche / Herr Strömli, ein Farmer, Vetter Gustavs – Toni Blankenheim / Der Erzähler – Bernhard Minetti / Mitglieder des Sinfonieorchester des Norddeutschen Rundfunks, Hamburg / Dirigent: Winfried Zillig. (Hamburg, Funkhaus, 24. 6. und 25. 6. 1957). In einem Konzert in der Hamburger Musikhalle (26. 6. 1957) wurde die ‚Funkoper‘ dann dem Publikum vorgestellt.



    In der LP-Serie „Zeitgenössische Musik in der Bundesrepublik Deutschland“, herausgegeben 1982 vom Deutschen Musikrat und veröffentlicht von der ‚Deutschen Harmonia Mundi‘ (DMR 1010/12), ist in der vierten Folge ein 14minütiger Ausschnitt aus Zilligs Oper in der Funkfassung des NDR – beginnend mit den Worten des Erzählers ‚Der Tag verfloss in unheimlicher Ruhe‘ - zu hören. In dieser vierten Folge werden auch Ausschnitte aus Werken von Siegfried Borries, Fritz Büchtger, Hans Ulrich Engelmann, Harald Genzmer, Hans G. Helms, Hans Werner Henze, Karl Höller, Mauricio Kagel, Giselher Klebe, Dieter Schnebel und Karl-Heinz Stockhausen gebracht.



    Das gab es im Fernsehen:



    Kongo Hoango – William Ray / Babekan – Maria von Ilosvay / Toni – Helga Pilarczyk / Nanky – Wolfgang Fischer / Gustav von der Ried – Herbert Schachtschneider / Herr Strömli - Toni Blankenheim / Der Erzähler - Bernhard Minetti / Mitglieder des Sinfonieorchesters des Nordeutschen Rundfunks, Hamburg / Dirigent: Winfried Zillig / TV-Regie: Joachim Hess. Eine Fernseh-Inszenierung des NDR Hamburg, gesendet am 5. 4. 1961 (Dauer: 70 Minuten). Dies war die zweite Live-Sendung einer Oper im deutschen Fernsehen, d. h. keine vorher produzierte Tonaufnahme (Playback), sondern eine Direktübertragung aus dem Studio, wobei die Sänger und das Orchester samt Dirigenten während der Sendung durch eine Monitoranlage in Sichtverbindung miteinander stehen. (William Ray war nicht nur Sänger im Stimmfach Bass-Bariton, sondern auch ein vielbeschäftigter Schauspieler, z. B. im Fernsehspiel „Die ehrbare Dirne“ von Jean-Paul Sartre mit Ingrid van Bergen, Karl-Michael Vogler und Leonard Steckel.)



    Diese ‚Funkoper‘ wurde am 25. 2. 1961 von den Städtischen Bühnen Bielefeld erstmals szenisch aufgeführt (mit Elizabeth Kingdon als Toni, Gertrud Seydewitz als Babekan, Oscar Schimoneck als Offizier Gustav und Richard Capellmann als Kongo Hoango), zusammen mit der Uraufführung von Marcel Mihalovicis Kammer-Oper „Krapp oder das letzte Band“ nach dem Schauspiel von Samuel Beckett (mit William Dooley in der einzigen Rolle dieses Bühnenwerks). Beide Opern wurden von Bernhard Conz dirigiert.



    Carlo

    „SIGURD“ (Ernest Reyer)



    Ich weiß von den folgenden Aufnahmen:



    Sigurd – Guy Chauvet / Gunther – Robert Massard / Hilda – Andrée Esposito / Uta – Denise Scharley / Hagen – Jules Bastin / Le Grand Prêtre – Ernest Blanc / Brunehild – Andrea Guiot / Rudiger – Bernard Demigny / Irnfrid – Jean Dupouy / Hawart – Claude Meloni / Ramunc – Jean Louis Soumagnas / Un Barde – Nicola Christou / Le Choeur et l’Orchestre de la ORTF / Chorltg.: Jean Paul Kreder / Dirigent: Manuel Rosenthal (Paris, Maison de la Radio, Sendung am 7. 7. 1973). Der Mitschnitt der Rundfunk-Produktion erschien auf jeweils vier LPs bei ‚Unique Opera Recordings‘ (UORC 219), ‚Ente Autonomo‘ (E/A 057) und ‚BJR‘ (BJR 141). ‚Le Chant du Monde‘ gab die Aufnahme 1989 auf drei CDs heraus (LDC 278 917/19), die auch bei ‚Premiere Opera‘ (17652) erschienen ist.



    Sigurd – Chris Merritt / Gunther – Monte Pedersen / Hilda – Michèle Lagrange / Uta – Hélène Jossoud / Hagen – Alain Vernhes / Le Grand Prêtre – Marcel Vanaud / Brunehild – Valerie Millot / Rudiger – Marcel Vanaud / Hawart – Franck Bard / Ramunc – Antoine Garcin / Un Barde – Wojtek Smilek / Le Choeur de l’Opéra du Rhin, Strasbourg / Le Choeur de l’Opéra de Montpellier / L’Orchestre Philharmonique de Montpellier / Dirigent: Günter Neuhold (Montpellier, Opéra Berlioz–Le Corum, 6. 8. 1993). Die konzertante Aufführung im Rahmen des Festivals von Montpellier wurde von mehreren europäischen Rundfunksendern übertragen. Ursprünglich war Gianfranco Masini als Dirigent vorgesehen, der aber am 18. 6. 1993 in seiner Geburtsstadt Reggio Emilia verstarb.


    Neun Monate später (6. 5. 1994) gab es in Montpellier eine Bühneninszenierung des „Sigurd“ durch ein deutsches Team (Regie: Tobias Richter / Bühnenbild: Andreas Reinhardt / Kostüme: Silvia Strahammer), mit dem Dirigat von Baldo Podic und mit den Sängern Michèle Lagrange (Hilda), Valérie Millot (Brunehild), Hélène Jossoud (Uta), Luca Lombardo (Sigurd), Alain Vernhes (Gunther), René Franc (statt Lionel Sarrazin) (Hagen) und Marcel Vanaud (Grand Prêtre).



    Sigurd – Alberto Cupido / Gunther – Jean-Philippe Lafont / Hilda – Cécile Perrin / Uta – Viorica Cortez / Hagen – Antoine Garcin (statt Richard Cowan) / Le Grand Prêtre – Jean-Jacques Ivaldi / Brunehild – Franҫoise Pollet (statt Grace Bumbry) / Rudiger – Patrick Vilet / Irnfrid – Jean-Luc Maurette / Hawart – Antoine Normand / Ramunc – Jean-Jacques Dumène / Un Barde – Jean-Jacques Cubaynes / Le Choeur et l’Orchestre de l’Opéra de Marseille / Dirigent: Dietfried Bernet (statt Spiros Argiris) / Bühnenbild: Andreas Reinhardt / Kostüme: Silvia Strahammer / Regie: Albert-André Lheureux (statt Tobias Richter) (Marseille, Opéra, Juni 1995). Die Premiere am 22. 6. 1995 in der Austattung aus Montpellier – siehe oben - war durch einige kurzfristige Absagen gefährdet. Auf ‚YouTube‘ ist ein Video in etwas schlechter Bildqualität zu sehen.



    Sigurd – Andrea Caré / Gunther – Boris Pinkhasovich / Hilda – Anne Sophie Duprels / Uta – Marie-Ange Todorovitch / Hagen – Tijl Faveyts / Le Grand Prêtre – Khachik Matevosyan / Brunehild – Anna Caterina Antonacci / Rudiger – Nicolas Carré / Un Barde – Nicolas Courjal / Le Choeur de Grand Théâtre de Genève / Chorltg.: Ching-Lien Wu / L’Orchestre de la Suisse Romande / Dirigent: Frédéric Chaslin (Genf, Victoria Hall, 10. 10. 2013). Eine konzertante Aufführung, die am 25. 10. 2014 im ORF gesendet wurde.



    Sigurd – Marc Heller / Gunther – Kartal Karagedik / Hilda – Marisca Mulder / Uta – Katja Bildt / Hagen – Vazgen Ghazaryan / Le Grand Prêtre – Juri Batukov / Brunehild – Ilia Papandreou / Un Barde – Máté Sólyom-Nagy / Der Chor und das Orchester des Theaters Erfurt / Chorltg.: Andreas Ketelhut / Dirigentin: Joana Mallwitz (Erfurt, Theater , 30. 1. 2015). Der Mitschnitt der Deutschen Erstaufführung wurde am 31. 1. 2015 vom ‚MDR Figaro‘ und am 21. 2. 2015 vom ‚DeutschlandRadio Kultur‘ gesendet. Die Oper wurde in der Regie von Guy Montavon in französischer Sprache aufgeführt - mit großen Strichen und ohne die Ballettmusik.



    Sigurd – Peter Wedd / Gunther – Jean-Sébastien Bou / Hilda – Camille Schnoor / Uta – Marie-Ange Todorovitch / Hagen – Jérôme Boutillier / Le Grand Prêtre – Nicolas Cavallier / Brunehild – Catherine Hunold / Rudiger- Olivier Brunel / Un Barde – Eric Martin-Bonnet / Le Choeur d’Angers-Nantes Opéra / Chorltg.: Xavier Ribes / Le Choeur et l’Orchestre de l’Opéra National de Lorraine / Chorltg.: Merion Powell / Dirigent: Frédéric Chaslin (Nancy, Opéra, 14. 10. 2019). Eine Rundfunkaufnahme von France Musique von der konzertanten Aufführung anlässlich des 100. Jahrestages der Eröffnung des Opernhauses in Nancy am 14. 10. 1919.



    Sigurd – Florian Laconi (statt Nikolai Schukoff) / Gunther – Alexandre Duhamel / Hilda – Charlotte Bonnet / Uta – Marion Lebègue / Hagen – Nicolas Cavallier / Le Grand Prêtre – Marc Barrard / Brunehild – Catherine Hunold / Rudiger – Jean-Marie Delpas / Irnfrid – Marc Larcher / Hawart – Kaëlig Boché / Ramunc – Jean-Vincent Blot / Un Barde – Gilen Goicoechea / Le Choeur et l’Orchestre de l’Opéra de Marseille / Chorltg.: Florent Maylet / Dirigent: Jean-Marie Zeitouni (Marseille, Opéra Municipal, 1. 4. 2025). Ein Mitschnitt der ersten von vier Aufführungen (Regie: Charles Roubaud). Ernest Reyer war ein Sohn der Stadt Marseille. Da lag es nahe, 1924 das neue Opernhaus in Marseille – nachdem das bisherige Theater 1919 abbrannte - mit dem „Sigurd“ einzuweihen und das Foyer der Oper nach ihm zu benennen.



    Ausschnitte:


    1.Akt - Entrée de Sigurd: ‚Prince du Rhin, au pays de mon père‘ / 2. Akt, 1. Bild – Récit et Air de Sigurd: ‚Le bruit des chants s‘éteint dans la forêt immense… Esprits, gardiens de ces lieux vénéres’ / 2. Akt, 2. Bild – Récit de Sigurd: ‚Je suis vainqueur! La voilà donc, c‘est elle!‘ – Air de Brunehild: ‚Salut! Splendeur du jour!‘ - Récit de Sigurd: ‚O Gunther, mon ami, mon frère‘ / 3. Akt – Air de Gunther: ‚Grands Dieux, sous l‘abri du bouleau’ – Air de Sigurd: ‚Oui, Sigurd est vainqueur!‘ / 4. Akt – Duo Sigurd-Brunehild: ‚Un souvenir poignant, dans mon âme troublé‘ – Mort de Sigurd (avec choeur): ‚O douleur! O colère!‘ / Sigurd – Gustave Botiaux / Brunehild – Lyne Cumia / Gunther – René Bianco / Un Choeur et un Orchestre Symphonique / Dirigent: Jésus Etcheverry (Paris 1959). Ich habe diese Schallplatte von ‚Vogue‘ (LDM 30136), veröffentlicht 1972.


    Allerdings gab es davon auch eine Ausgabe auf zwei LPs bei ‚Orphée‘ (LDO E 51.057/58 mono bzw. STO E 61.057/58 stereo) mit weiteren Ausschnitten aus „Sigurd“ - zu den genannten Sängern kommen noch Jacqueline Silvy (privat Mme. Botiaux) als Hilda und Felix Giband als Hagen hinzu; ‚Premiere Opera‘ hat die Doppel-LP auf zwei CDs (33541) im Angebot. Leider ist der französische Tenor Gustave Botiaux – der auch noch unverschämt gut aussah – mit seiner glanzvollen Stimme in seinem östlichen Nachbarland nur sehr selten zu hören gewesen, z. B. 1962 in Wiesbaden in "Tosca“ mit Leonie Rysanek. Wenn man dem Internet glauben darf, feiert der Tenor 2026 am französischen Nationalfeiertag (hoffentlich) seinen 100. Geburtstag!



    Ausschnitte in historischen Aufnahmen (u. a. mit Rose Caron, Marjorie Lawrence, Germaine Lubin, Agustarello Affre, Arthur Endrèze, Paul Franz, Marcel Journet, Gaston Micheletti, Maurice Renaud und César Vezzani) gibt es auf einer CD (MR 576) von ‚Malibran Music‘. Neuere Einspielungen wurden mit den folgenden Sängern veröffentlicht:



    Die Arie der Brunehild aus dem zweiten Akt (‚Salut, splendeur du jour!‘) singt Régine Crespin in ihrem Opern-Recital vom Mai 1961 (mit einem ungenannten Orchester unter dem Dirigenten Jésus Etcheverry) auf einer LP von ‚Véga‘ (C30 X 318, die Hülle gebunden in violette Seide!), die von ‚Accord‘ 1982 (ACC 140 060) wieder veröffentlicht wurde. Zusätzlich enthält diese Platte Arien aus „La Reine de Saba“, „Sapho“ und „Faust“ (von Charles Gounod), „La Juive“ (von Jacques Fromental Halévy) und „Marie-Magdeleine“ und „Werther“ (von Jules Massenet).



    Die gleiche Arie ist mit Franҫoise Pollet (und dem Orchestre Philharmonique de Montpellier, geleitet von Cyril Diederich) 1989 von ‚Erato‘ (2292-45025-2 / 1990 bzw. 4509-98502-2 / 1995) eingespielt worden. Ferner singt sie Arien aus „Guillaume Tell“ (Rossini), „La Juive“ (Halévy), „Les Troyens“ (Berlioz), „La Reine de Saba“ und „Cinq-mars“ (Gounod), „Don Carlos“ (Verdi), „Henri VIII“ (Saint-Saëns) sowie von Massenet aus „Le Cid“ und „Sapho“.



    Sigurds Arie ‚Le bruit des chants s‘étaint dans la forêt immense… Esprits, gardiens de ces lieux vénéres“ aus dem zweiten Akt ist auf einer CD mit Aufnahmen des Tenors Guy Chauvet bei ‚Malibran Music‘ (CDRG 210) in der Serie „La troupe de l’Opéra de Paris“ (2014) enthalten. Ergänzt wird diese CD mit Arien und Szenen aus „Les Abencérages“ (Cherubini), „La Damnation de Faust“ und „Les Troyens“ (Berlioz), „Carmen“ (Bizet), „Samson et Dalila“ (Saint-Saens), „Lohengrin“ (Wagner), „Aida“ und „Otello“ (Verdi), „I pagliacci“ (Leoncavallo), „Turandot“ (Puccini) und dem „Te deum“ von Hector Berlioz.



    Die Arie ‚Le bruit des chants s‘étaint dans la forêt immense… Esprits, gardiens de ces lieux vénéres“ singt auch Bryan Hymel, begleitet von der PKF Pražská Komorni Filharmonie mit dem Dirigenten Emmanuel Villaume – aufgenommen im August 2014 – für ‚Warner Classics‘ (0825646179503) zusammen mit Arien aus „Guillaume Tell“ (Rossini), „La Damnation de Faust“ und „Les Troyens“ (Berlioz), „Jérusalem“ und „Les vêpres siciliennes“ (Verdi), „L’Africaine“ (Meyerbeer), „La Reine de Saba“ (Gounod), „Hérodiade“ (Massenet), „L’attaque du moulin“ (Bruneau) und „Rolande et le mauvais garcon“ (Rabaud).



    Auch Roberto Alagna hat diese Arie für sein Recital „Ma vie est un opéra“ mit dem London Orchestra unter Yvan Cassar bei der ‚Deutschen Grammophon Gesellschaft‘ (4811 352) im September 2014 eingespielt. Diese CD enthält auch Arien aus „Orfeo ed Euridice“ (Gluck), „Roberto Devereux“ (Donizetti), „La Reine de Saba“ (Gounod), „Die Königin von Saba“ (Goldmark), „Evgeni Onegin“ (Chaikovskii), „Hérodiade“ (Massenet), „Manon Lescaut“ und „Madama Butterfly“ (Puccini), „I pagliacci“ (Leoncavallo) und „Le dernier jour d’un condamné“ (David Alagna).



    Im Thread „Unbekannte Opern“ hat ‚Orfeo‘ die Oper in einem Beitrag (Nr. 408 vom 11. 2. 2024) - den ich leider erst heute gefunden habe - ausführlich vorgestellt.



    Carlo

    „SIGURD“


    Tragédie lyrique en quatre actes et neuf tableaus. (Tragische Oper in vier Akten und neun Szenen.)


    Paroles de Camille du Locle et d’Alfred Blau. (Libretto von Camille du Locle und Alfred Blau.)


    Musique d’Ernest Reyer. (Musik von Ernest Reyer.)


    Première mondiale le 7. 1. 1884, Théâtre de la Monnaie, Bruxelles. (Uraufführung am 7. 1. 1884, Théâtre de la Monnaie, Brüssel.)


    Personnage (Personen):


    Sigurd, héros franc (Ein fränkischer Held) - Tenor

    Gunther, roi des Burgondes (König der Burgunder) – Bariton

    Hilda, soeur de Gunther (Gunthers Schwester) - Sopran

    Uta, nourrice d’Hilda (Hildas Amme) - Mezzosopran

    Hagen, compagnon de Gunther (Gunthers Gefährte) - Bass

    Le Grand Prêtre d’Odin (Der Oberpriester des Odin) - Bass

    Brunehild, valkyrie chassée du ciel (Eine aus dem Himmel verbannte Walküre) – Sopran

    Les envoyés d’Attila: (Die Gesandten Attilas:)

    Rudiger - Bariton

    Irnfrid - Tenor

    Hawart - Bariton

    Ramunc - Bass

    Un Barde (Ein Barde) - Bass

    Guerriers Burgondes, Peuple Burgonde, Peuple Islandais, Prêtres, Femmes des guerriers Burgondes, Servantes d’Hilda et de Brunehild, Valets etc. - Choeur. (Burgundische Krieger, burgundisches und isländisches Volk, Priester, Frauen der burgundischen Krieger, Dienerinnen Hildas und Brunehilds, Diener usw.) - Chor.


    Lieu et époque: Worms et Islande, milieu du Ve siècle après J.-C. (Ort und Zeit: Worms und Island, Mitte des 5. Jahrhunderts n. Chr.).




    Erster Akt, erste Szene (Der große Saal in König Gunthers Burg in Worms).


    Die Frauen nähen an der Kleidung ihrer Männer, denn König Gunther bereitet sich auf einen neuen Feldzug vor (Chor: ‚Brodons des étendards et préparons des armes‘). Hilda, die Schwester von Gunther, erzählt ihrer Amme Uta von einem schrecklichen Traum, in dem ein Adler einen kleinen Milan, der von ihr gesund gepflegt wurde, erbeutete. Sie liebt den Helden Sigurd, der sie einst aus Feindeshand befreite, ist sich aber nicht seiner Gegenliebe sicher. Uta verspricht, ihr mit einem Zaubertrank zu helfen (Uta: ‚Je sais des secrets merveilleux‘). Gunther erscheint beim Festmahl (Gunther: ‚J‘aime à voir assis à ma table’), wo Hagen die Geschichte von Brunehild erzählt, die Walküre, die von Odin wegen Ungehorsams aus dem Himmel verbannt und dazu verdammt wurde, einen Sterblichen zu heiraten, der sie von dem Zauber befreit, der sie in einem Feuerkreis gefangen hält (Hagen: ‚Odin, dieu farouche et sévére‘). Die Gesandten des Hunnenkönigs Attila bereiten sich auf die Abreise aus Worms vor, da Hilda die Heirat mit ihrem Herrn abgelehnt hat.


    Der fränkische Ritter Sigurd trifft ein und fordert durch sein kühnes Wesen die Burgunder heraus (Sigurd: ‚Prince du Rhin, au pays de mon père‘). Auch er beabsichtigt, die in Island gefangene Walküre zu erobern. Gunther weigert sich, mit demjenigen, der einst seine Schwester rettete, die Klingen zu kreuzen und schlägt ihm einen Pakt ewiger Freundschaft vor. Sigurd nimmt an und Hilda bietet ihm einen Pokal mit Utas Zaubertrank an. Rudiger gibt Hilda ein Armband, das sie Attila schicken soll, damit er ihr zu Hilfe eilt oder sie rächt. Nachdem Sigurd den Pokal geleert hat, fühlt er sich stark zu Hilda hingezogen und bietet Gunther an, die Walküre für ihn zu besiegen und im Gegenzug von ihm eine Belohnung zu erhalten. Alle Ritter umringen mit ihren Schwertern Gunther und Sigurd, die schon am nächsten Tag nach Island aufbrechen wollen (Sigurd: ‚Pour conquérier Brunehild, la guerrière, nous partirons demain‘).



    Zweiter Akt, erste Szene (Island. Ein heiliger Wald am Meeresufer).


    Der Oberpriester des Odin feiert, von anderen Priestern umstanden, ein Opferfest für Fréja (Chor: ‚Dieux terribles qui vous plaisez dans les nuages embrasés‘). Gunther, Hagen und Sigurd kommen hinzu. Der Oberpriester überredet sie, ihre Reise fortzusetzen und erklärt ihnen, dass Brunehild nur von einem Helden - ‚vierge de corps et d‘âme’ - erweckt werden kann. Nur Sigurd will das Abenteuer wagen; der Oberpriester überreicht ihm ein geweihtes Horn. Die Burgunder kehren nach Worms zurück.



    Zweiter Akt, zweite Szene (Eine düstere Ebene. In der Ferne ein See, gesäumt von Trauerweiden).


    Sigurd ist in Gedanken versunken. Er denkt an Hilda (Sigurd: ‚Le bruit des chants s‘éteint dans la forêt immense’), dann bläst er ins Horn. Drei Nornen erscheinen am Seeufer; sie waschen sein Leichentuch. Unter Blitz und Donner bedrängen ihn verführerische Nixen, neckische Elfen und kriegerische Walküren. In den tobenden Elementen wird inmitten des Sees eine in Flammen stehende Burg sichtbar, die ständig größer wird. Zum zweiten Mal ertönt Sigurds Hornruf. Auf ein Zeichen der Nornen bricht die Burg zusammen und gibt den Blick auf einen großen Saal in einem Palast frei.



    Zweiter Akt, dritte Szene (Ein Saal in einem prächtigen Palast).


    Sigurd wird, mit dem Schwert in der Hand, von den drei Nornen zu einem Bett geführt, auf dem die Walküre schläft. Sigurd schließt das Visier seines Helms und berührt mit der Schwertspitze ihre Stirn (Sigurd: ‚Je suis vainqueur! La voilà donc, c‘est elle!’). Brunehild erwacht, sie grüßt den Tag und dankt ihrem Retter (Brunehild: ‚Salut, splendeur du jour! Salut, astre au front pur!‘). Sie gibt ihm ihren Jungferngürtel und versinkt wieder in Schlaf. Sigurd – treu seinem Wort, das er Gunther gegeben hat – legt sich neben sie und sein Schwert zwischen sie und ihn. Dann befiehlt er den Geistern der Luft, sie beide zur Burg Gunthers zu tragen.



    Zweiter Akt, vierte Szene.


    Sogleich versinkt der Palast im See und das Bett, auf dem Brunehild und Sigurd liegen, verwandelt sich in eine Gondel aus Kristall, gezogen von den drei Nornen, die sich in Schwäne verwandelt haben. Die Landschaft hat ihr düsteres Aussehen verloren; es ist hell und klar. Nixen, Elfen und Kobolde tanzen fröhlich auf den Rasenflächen am See.



    Dritter Akt, erste Szene (Im Burggarten zu Worms).


    Ein unsichtbarer Chor verkündet die Ankunft von Sigurd und Brunehild (Chor: ‚A la voix des esprits de l‘air’). Uta und Hilda verbergen sich hinter Bäumen, um das Geschehen zu verfolgen. Gunther kommt aus der Burg und glaubt zu träumen (Gunther: ‚Suis-je donc le jouet d‘un rève?‘), die schlafende Walküre liegt vor ihm, an Sigurds Seite, der sie ihm übergibt und sich dann zurückzieht (Sigurd: ‚Oui, Sigurd est vainqueur!‘). Brunehild erwacht und sieht Gunther, der sich als ihr Retter vorstellt. Misstrauisch folgt sie ihm in die Burg (Brunehild: ‚Cet époux, quel est-il?‘). Hilda ist voller Freude über die Liebe, die sie nun mit Sigurd verbindet, doch Utas Gemüt ist von düsteren Vorahnungen getrübt.



    Dritter Akt, zweite Szene (Eine große Terrasse vor Gunthers Burg. Am Ufer des Rheins).


    Die Bewohner der Burg beginnen mit ihrer täglichen Arbeit (Chor: ‚Les premiers feux du matin ont doré les flots du Rhin‘). Hagen verlässt, gefolgt von den Kriegern, die Burg und verkündet der Volksmenge die bevorstehende Hochzeit (Hagen: ‚Au nom du roi Gunther, peuple, je viens vers toi‘). Unter Trompetenfanfaren kommt das Königspaar aus der Burg; alle bereiten der Braut einen herzlichen Empfang und überreichen Geschenke. (An dieser Stelle gibt es ein Ballett-Divertissement, das in den meisten Aufführungen der Oper gestrichen ist.) Sigurd kommt zu Pferd und bittet Gunther um die Hand seiner Schwester, die ihm sofort gewährt wird. Ein Donnergrollen ist zu hören, als Brunehild auf Gunthers Wunsch die Hände Hildas und Sigurds ineinanderlegt; Sigurd verspürt ein Brennen beim Berühren seiner Hand durch Brunehild. Gunther deutet dies als gutes Zeichen für die Doppelhochzeit. Die beiden Paare besteigen ein blumengeschmücktes Boot, um auf die andere Rheinseite zur Trauung überzusetzen. Uta erkennt entsetzt das Unglück, das sie verursacht hat.



    Vierter Akt, erste Szene (Ein Platz vor Gunthers Burg).


    Der Tag neigt sich dem Ende zu. Die Frauen der Krieger und die Mägde unterhalten sich am Brunnen über die seltsame Krankheit, die Gunthers Gemahlin auf merkwürdige Weise geschwächt hat (Chor: ‚Emplissons nos urnes profondes’). Brunehild kommt und sinkt auf einer Bank nieder: ihr Herz ist von Qualen zerrissen, sie liebt Sigurd. Er war der Grund für ihre Verbannung aus Odins Himmel. (Brunehild: ‚Un trait inexorable brûle mon coeur blessé‘). Hilda sieht sie und nähert sich ihr. In kindischem Stolz enthüllt sie ihr, dass es Sigurd war, der die Walküre erweckte; zum Beweis zeigt sie ihr den Jungferngürtel, den sie ihm damals gab. Brunehild vermutet, dass ein Zauber hinter diesem Betrug steckt (Brunehild: ‚Par quel poison as-tu donc du héros égaré la raison?‘). Hilda flieht entsetzt. Für Gunther, der mit Hagen aus der Burg kommt, zeigt Brunehild nur tiefe Verachtung und sie fordert, dass er oder Sigurd sterben muss (Brunehild: ‚Gunther, roi perfide et menteur, je foule aux pieds ton diadème!‘). Eine nächtliche Jagd steht bevor. Hilda wirft sich ihrem Bruder zu Füßen und gesteht ihren Verrat. Hagen, der Sigurd hasst, verleumdet ihn, um Gunthers Zustimmung für seinen tödlichen Plan zu bekommen. Als Sigurd kommt, verbergen sich die beiden Männer in der Dunkelheit.


    Sigurd will Brunehild sprechen (Sigurd: ‚Un souvenir poignant dans mon âme troublée‘) und die Königin kommt und bringt Blumen mit, um in einem gemeinsamen Ritus den Zauber von Sigurd zu brechen. Sie gestehen sich ihre Liebe (Brunehild und Sigurd: ‚Oublions les maux soufferts, pour nous les cieux sont ouverts‘). Sigurd will Gunther in einem fairen Zweikampf gegenüber treten. Gunther eilt ihm wütend nach und Brunehild begreift, dass dies für Sigurd den Tod bedeutet. Sie schreit auf: ‚Sigurd va mourir!‘. Der Schrei hat Hilda alarmiert; Brunehild fleht sie an, Gunther aufzuhalten, doch Hilda verlangt im Gegenzug von ihr, dass sie Sigurd entsagt (Hilda: ‚Renonce à son amour! Jure de l‘oublier!‘). Zu spät willigt Brunehild ein: ein plötzlicher Schmerz in der Brust zeigt ihr, dass der Held bereits Gunthers Schwert zum Opfer gefallen ist. Sie taumelt und stürzt, von einer überirdischen Gnade ergriffen. Sigurd wird sterbend gebracht und Brunehild stirbt in seinen Armen. Gunther befiehlt, einen Scheiterhaufen zu errichten und den Mörder zu bestrafen, doch Hilda schreit ihm entgegen: ‚Les dieux te frappent donc, le meurtrier, c‘est toi!‘. Hagen will sie töten, doch Gunther hält ihn zurück. Hilda bittet Uta, ihr Armband Attila zu überbringen, der sie rächen wird. Die Flammen des Scheiterhaufens lodern empor.



    Vierter Akt, zweite Szene (Apotheose).


    Sigurd und Brunehild steigen langsam auf einem Regenbogen zu Odins Himmel empor, der sich ihnen geöffnet hat (Brunehild und Sigurd: ‚Oublions les maux soufferts, pour nous les cieux sont ouverts!‘). Im Hintergrund der Bühne steht Attila in blutigem Schein, gestützt auf sein Schwert, inmitten der Leichen burgundischer Krieger.



    Louis-Etienne-Ernest Rey – der sich Reyer nannte - wurde am 1. 12. 1823 in Marseille geboren, seine Eltern zogen früh nach Algier, wo er später in der Firma seines Onkels arbeitete und gleichzeitig an der dortigen Musikschule unterrichtet wurde. 1847 wurde in der Kathedrale von Algier eine ‚Messe solenelle‘ des jungen Mannes aufgeführt, der anschließend nach Paris zu weiteren Studien ging. Dort gab ihm seine Tante Louise Farrenc, die Klavierlehrerin am Conservatoire war, Kompositionsunterricht. Zu seinem Freundeskreis zählten Gérard de Nerval, Gustave Flaubert, Hector Berlioz und Théophile Gautier, der für Reyer den Text zu der orientalischen Symphonie „La Sélam“ (1850) schrieb. Es folgten die einaktige Opéra-comique („Maître Wolfram“), ein Ballett („Sacountalá“) und die Oper „La statue“, die 1861 in Paris uraufgeführt wurde.


    1862 ging Ernest Reyer nach Baden-Baden (wo 15 Tage nach der Uraufführung von Berlioz’ „Béatrice et Bénédict“ seine Oper „Erostrate“ – mit Marie Sass in der Titelrolle - das Bühnenlicht der Welt erblickte) und wirkte dort drei Jahre lang als Dirigent. 1866 wurde Reyer Bibliothekar an der Pariser Grand Opéra und arbeitete nebenbei als Musikkritiker u. a. für das angesehene ‚Journal des Debats‘. Bereits 1851 hatte er in Wiesbaden Richard Wagners „Tannhäuser“gesehen und wurde früh zu einem Bewunderer des Deutschen. 1861 erschien die erste französische Übersetzung des Nibelungenliedes und Ernest Reyer machte sich ab 1867 an die Komposition einer Oper über diesen Sagenstoff. Man darf spekulieren, ob er von Wagners Arbeiten an „Siegfried“ und „Götterdämmerung“ (Wagners Textentwürfe ab 1848; Wagners Vertonung ab 1856 mit großen Unterbrechungen) Kenntnis hatte. Zwar gibt es verblüffende Parallelen in der Handlung, doch die Klangsprache ist näher an Hector Berlioz - hauptsächlich an dessen „Les Troyens“ (komponiert 1856 bis 1864 mit Uraufführung des zweiten Teils 1863) - und Giacomo Meyerbeer orientiert und sie beinhaltet auch das an der Pariser Oper unerlässliche Ballett (im dritten Akt). Doch die damalige Leitung der Pariser Oper lehnte von vorneherein eine Aufführung des „Sigurd“ als ‚unaufführbar‘ ab.


    Ernest Reyer unterbrach immer wieder die Arbeit an dieser Oper; den vierten Akt vollendete er erst wenige Monate vor der Uraufführung am 7. 1. 1884 am Théâtre de la Monnaie in Brüssel (mit Rose Caron als Brunehild, Rosa Bosman als Hilda, Blanche Deschamps-Jehin als Uta, Monsieur Jourdain als Sigurd, Marcel Devries als Gunther und Léon Gresse als Hagen; der Dirigent war Joseph Dupont). Die Pariser Erstaufführung folgte am 12. 6. 1885 mit Rose Caron, Rosa Bosman, Alphonsine Richard (Uta), Henri Sellier (Sigurd), Jean Lassalle (Gunther) und Léon Gresse unter der musikalischen Leitung von Jules Garcin. Reyers letztes Bühnenwerk hieß „Salammbô“ nach dem Roman von Gustave Flaubert, uraufgeführt ebenfalls in Brüssel 1890. Der Komponist starb am 15. 1. 1909 in Le Lavandou bei Toulon.



    Carlo



    Die Angaben zu den Aufnahmen von „Sigurd“ folgen morgen.

    „LE SONGE D’UNE NUIT D’ÉTÉ“ (‚Der Sommernachtstraum‘) (Ambroise Thomas)



    William Shakespeare als Opernrolle? Nicht erst seit Roland Emmerichs Film „Anonymous“ von 2011 diskutieren Literaturwissenschaftler kontrovers über die These, wer der Mann war, der tatsächlich das gewaltigste (und sprachgewaltigste) Werk des englischen Theaters verfasst hat. Aussichtsreichste Kandidaten für die Urheberschaft sind der Dichter und Spion Christopher Marlowe - dessen (angebliche?) Ermordung 1593 bis heute nicht zweifelsfrei aufgeklärt wurde - und Edward de Vere, 17. Earl of Oxford, ein gebildeter und weitgereister Günstling von Königin Elizabeth I.



    Wie William Shakespeare, der Sohn eines des Lesens und Schreibens unkundigen Handschuhmachers aus Stratford-upon-Avon, zum Schauspieler und Dichter wurde und was er in den ‚verlorenen‘ Jahren 1585 bis 1592 machte, bleibt im Dunkeln. Woher hatte er z. B. das detaillierte Wissen der englischen Geschichte für die Königsdramen oder die genaue Ortskenntnis italienischer Landschaften und Städte (von seinen 38 Bühnenstücken spielen auffallend viele in Italien)? Wurde der Name des historisch überlieferten Schauspielers William Shakespeare - in der Truppe ‚Lord Chamberlain‘s Men’ und später im Ensemble der ‚King‘s Men’ - benutzt, um als Pseudonym für den wirklichen Autor der Theaterstücke zu dienen?



    Die Oper von Ambroise Thomas handelt von einer historisch nicht belegten ‚Schaffenskrise‘ im Leben des Dichters, der sich mit Alkohol betäubt. Sein Saufkumpan ist Sir John Falstaff, eine unhistorische Figur (aus „Heinrich IV“ bzw. „Die lustigen Weiber von Windsor“). Und die Königin - dreißig Jahre älter als Shakespeare, deren Vorliebe für Maskenbälle und Verkleidungen zwar überliefert ist - hätte sich nie incognito unters Volk gemischt, dafür war ihre Angst vor Attentaten viel zu groß.



    Die Oper „Le songe d’une nuit d’été“ erlebte ihre Uraufführung am 20. 4. 1850 an der Pariser Opéra Comique in einer glanzvollen Besetzung: Caroline Lefebvre (statt Delphine Ugalde) (Élisabeth), Sophie Grimm (Olivia), Joseph-Antoine-Charles Couderc (Shakespeare), Charles-Eugène Bataille (Falstaff) und Jean-Jacques Boulo (Latimer); bis 1867 gab es 198 Vorstellungen allein an der Opéra Comique. (Am 22. 4. 1852 folgte bereits die Deutsche Erstaufführung in Frankfurt/Main.) Für eine Wiederaufführung 1886 an der Opéra Comique schrieb Ambroise Thomas die Partie des Shakespeare für den Bariton Victor Maurel um und fügte im ersten Akt statt eines Dialogs zwei Rezitative ein (in denen Shakespeare seine Erinnerungen beschwört; ausnahmsweise behielt AmbroiseThomas die ursprüngliche Prosa bei, die sehr ausdrucksstark ist und die er ursprünglich zu seinem Bedauern nicht hatte vertonen können) und im dritten Akt gab es statt langer Erklärungen ein neues Terzett Élisabeth-Olivia-Falstaff, in dem sich die Situation aus dem ersten Akt umkehrt.



    Personen: Élisabeth I., reine d’Angleterre (Königin von England) - Sopran / William Shakespeare, poète (Dichter) – Tenor / Falstaff, garde général du parc royal de Richmond (Aufseher des königlichen Parks von Richmond) – Bass / Olivia, dame de compagnie de la reine (Ehrendame der Königin) – Sopran / Lord Latimer, fiancé d’Olivia (Verlobter von Olivia) – Tenor / Jérémy, tavernier (Wirt) – Bariton / Nelly, nièce de Jérémy (Nichte von Jérémy) – Sopran / Jarvis, garde forestier (Förster) – Schauspieler / Les Bateliers (Bootsmänner) – Schauspieler / Garҫons et Servantes de la Taverne, Cuisiniers, Sommeliers, Marmitons, Courtisans et Dames de la cour, Forestiers (Kellner und Serviererinnen in der Taverne, Köche, Höflinge und Damen des Hofes, Förster) - Chor.



    Es gibt folgende Aufnahmen:



    Élisabeth I. – Janine Micheau / William Shakespeare – Henri Legay / Falstaff – Xavier Depraz / Olivia – Odette Turba-Rabier / Lord Latimer – Michel Hamel / Jérémy – André Vessières / Le Choeur et l’Orchestre Radio-Lyrique de la RTF / Chorltg.: René Alix / Dirigent: Manuel Rosenthal (Paris, Maison de la Radio, 1956). Eine stark gekürzte Aufnahme aus dem Archiv des I. N. A. (Institut National de l’Audiovisuel), die statt der Dialoge einen Sprecher als Erzähler der Handlung hat. Ich konnte dazu nur die deutsche Veröffentlichung bei ‚Cantus Classics‘ (CACD.5.01211F) von 2010 auf zwei CDs finden.



    Élisabeth I. - Ghyslaine Raphanel / William Shakespeare – Alain Gabriel / Falstaff - Jean-Philippe Courtis / Olivia - Cécile Besnard / Lord Latimer - Franco Ferrazzi / Jérémy - Gilles Dubernet / Nelly – Micaela Mingheras / Jarvis – Vassilis Handis-Jourdan / Die Bootsmänner – Eric Burnod und Damien Burnod / Les Choeurs du Théâtre Franҫais de la Musique / Chorltg.: Nicole Maison und Daniel Delaunay / Orkiestra Symfoniczna Polskiego Radia i Telewizji w Krakowie (Das Symphonieorchester des Polnischen Rundfunks und Fernsehens, Krakau) / Dirigent: Michel Swierczewski / Bühnenbild: Gilles Dubernet / Kostüme: The Royal Shakespeare Company / Regie: Pierre Jourdan / TV-Regie: Patrice Monnet (Compiègne, Théâtre Impérial, 7. 5. 1994). Die Bühnenaufführung – anlässlich der Eröffnung des Eurotunnels - ist auf einer DVD von 2004 bei ‚Cascavelle‘ (VELD 7002) zu sehen, während der Ton dazu beim nicht mehr existierenden niederländischen ‚Opera-Club‘ als Download verfügbar war.



    Élisabeth I. - Hasmik Torosyan / William Shakespeare – Sébastien Guèze / Falstaff – Tommaso Barea / Olivia – Valentina Mastrangelo / Lord Latimer – Vasyl Solodkyy / Jérémy – Rory Dunne / Nelly – Kathleen Norchi / The Wexford Festival Chorus and Orchestra / Dirigent: Guillaume Tourniaire / Ausstattung: Tiziano Santi / Kostüme: Frances White / Regie: Stefania Panighini (Wexford, National Opera House, 20. 10. 2021). Eine Video-Aufzeichnung von ‚RTÉ Culture‘. Sowohl die (traditionelle, vor allem im zweiten Akt sehr stimmungsvolle) Inszenierung aus Frankreich als auch die (im nüchternen, geradezu stimmungstötenden ‚Wexford-Stil‘) aus Irland sind im Internet zu sehen.



    Die 2024 im Alter von 35 Jahren verstorbene belgische Sopranistin Jodie Devos hat im Februar 2022 für ihre CD „Bijoux perdus“ die Arien der Élisabeth aus dem ersten Akt (‚Le voir ainsi, mon âme en est brisée') und aus dem dritten Akt (‚C‘est un rêve qui s’achève à l’instant’) aufgenommen, begleitet vom Philharmonischen Orchester Brüssel unter Pierre Bleuse (‚Alpha Classics‘, ALPHA 877). Weitere ‚bijoux‘ aus dem Repertoire der legendären belgischen Sängerin Marie Cabel - auf dieser CD - sind die Arien aus „Galathée“ (Victor Massé), „Dinorah“ (Giacomo Meyerbeer), „Jaguarita“ (Jacques Fromental Halévy), „Le bijou perdu“ (Adolphe Adam), „Manon Lescaut“ (Daniel Franҫois Esprit Auber), „L’étoile du nord“ (Giacomo Meyerbeer) und „Mignon“ (Ambroise Thomas). Welch ein Verlust für die Opernwelt!



    Der deutsch-canadische Tenor Michael Schade ist mit Shakespeares ‚Où suis-je? Est-ce un prestige?‘ aus dem zweiten Akt zu hören auf der CD „ Soir franҫaise“. Diese CD bringt Arien und Duette – aufgenommen im Oktober 1996 - aus französischen Opern, gesungen von Michael Schade und dem Bariton Russell Braun (Sohn von Victor Braun); es spielt das Canadian Opera Company Orchestra unter Richard Bradshaw. Auch diese CD von ‚CBC Records‘ (SMCD 5174) enthält manches unbekannte Stück: „Les Pêcheurs de perles“ (Georges Bizet), „Le roi de Lahore“, „Cléopâtre“ und „Manon“ (Jules Massenet), „Le roi d’ Ys“ (Édouard Lalo), „Sapho“ (Charles Gounod), „Hamlet“ (Ambroise Thomas), „La Favorite“ (Gaetano Donizetti), „La Muette de Portici“ (Daniel Franҫois Esprit Auber), „Le Maître de chapelle“ (Ferdinando Paër), „Joseph en Égypte“ (Étienne-Nicolas Méhul) und „Moise et Pharaon“ (Gioachino Rossini).



    Carlo

    „DER GEDULDIGE SOKRATES“ (Georg Philipp Telemann)



    Georg Philipp Telemann war einer der produktivsten Komponisten der Musikgeschichte: über 3600 Werke in allen Gattungen, u. a. fünfzig Bühnenwerke sind namentlich bekannt und teilweise überliefert, doch nur zwölf Opern sind komplett erhalten! Mit diesem ‚Musicalischen Lust-Spiel‘, das ursprünglich für Frankfurt bestimmt war, empfahl sich Telemann für den Posten des ‚Director Musices‘ in der Hansestadt Hamburg (Uraufführung am 28. 1. 1721 im Theater am Gänsemarkt). Das Libretto schrieb Johann Ulrich von König nach der 1680 in Prag uraufgeführten Oper „La pazienza di Socrate con due mogli“ von Antonio Draghi, wobei er die Texte zu diesem Bühnenwerk von Nicolò Minato für die zahlreichen italienischen Arien und Duette in „Der geduldige Sokrates“ originalgetreu übernahm. Telemanns Oper quillt förmlich über von Musik: 55 (meist kurze) Arien und Duette, verbunden durch Rezitative, dazu Ballett-Einlagen in jedem Akt – insgesamt eine Aufführungsdauer von über vier Stunden.



    Das gab bzw. gibt es in Aufnahmen:



    Sokrates – Wolfgang Hansen / Xantippe – Marianne Fischer-Bierke / Amitta – Eva-Maria Roth / Rodisette – Gisela Beer / Edronica – Renate Bromann / Melito – Max Ruda / Antippo – Manfred Braun / Nicia – Wolfgang Ruhl / Aristophanes – Günter Kurth / Pitho – Gotthard Kircheis / Alcibiades – Helmut Krause / Xenophon – Dieter Krauthaar / Plato – Willi Leubner / Der Chor der Städtischen Bühnen Magdeburg / Das Städtische Orchester Magdeburg / Dirigent: Gottfried Schwiers (Magdeburg, Opernhaus, 1965). Von der Rundfunkaufnahme der Generalprobe zu den ‚Magdeburger Telemann-Festtagen 1965‘ haben sich die folgenden Ausschnitte erhalten:


    Ouvertüre / Zweiter Akt, viertes Bild: ‚Mich tröstet die Hoffnung‘ (Rodisette) / Zweiter Akt, zehntes Bild: ‚Ob ich schön bin, will ich fragen‘ (Xantippe) / Zweiter Akt, zwölftes Bild: ‚Ein Mädchen und ein Gläschen Wein‘ (Pitho) / Dritter Akt, fünftes Bild: ‚Willst du dich ihr ergeben‘ (Edronica und Rodisette mit Melito) / Dritter Akt, neuntes Bild: ‚Mir schmeichelt die Hoffnung‘ (Edronica) / Dritter Akt, zehntes Bild: ‚Welche Wünsche könnt ihr hegen‘ (Rodisette und Melito) / Dritter Akt, elftes Bild: ‚Was ich weiß, das wiegt mir leicht‘ (Sokrates) / Dritter Akt, dreizehntes Bild ‚Liebe, deine Schmeicheleien‘ (Schlusschor).



    Sokrates – Hans Wilbrink / Xantippe – Annelies Kupper / Amitta – Gertraud Stoklassa / Rodisette – Catherine Gayer / Edronica – Ursula Buckel / Melito – Naan Pöld / Antippo – Hanne Münch / Nicia – Eduard Wollitz / Aristophanes – Wilfried Jochims / Pitho – Kurt Westi / Alcibiades – Georg Erich Meyer / Xenophon – Hartwig Kühner / Plato – Russel Smith / Cupido – Waltraud Remke / Der Chor der ‚Sommerlichen Musiktage Hitzacker 1965‘ / Continuo: Ferdinand Georg (Blockflöte), Karl-Heinz Büttner (Laute), Gunhild Münch-Holland (Viola da gamba) und Hartmut Sturm (Cembalo) / Das Südwestdeutsche Kammerorchester Pforzheim / Dirigent: Günther Weissenborn (Hannover, Funkhaus, 25. 7. - 31. 7. 1965). Eine auf 158 Minuten gekürzte Stereo-Aufnahme des Norddeutschen Rundfunks, die für die Veröffentlichung 1969 bei der ‚Musical Heritage Society‘ in New York auf zwei LPs (MHS 798/99) noch einmal auf 110 Minuten gekürzt wurde. Am 2. 8. 1965 gab es mit dem gesamten Ensemble eine konzertante Aufführung der Oper bei den ‚Sommerlichen Musiktagen‘ im niedersächsischen Hitzacker.



    Sokrates – Siegfried Vogel / Xantippe – Marianne Fischer-Bierke / Amitta – Renate Fude / Rodisette – Hildegard Bondzio / Edronica – Gudrun Fischer / Melito - Heinz Prescher / Antippo – Peter Broßmann / Nicia - Wolfgang Ruhl / Aristophanes - Günter Kurth / Alcibiades – Hans Joachim Rotzsch / Xenophon – Wolf Reinhold / Das Rundfunk-Sinfonie-Orchester Leipzig / Dirigent: Gottfried Schwiers (Leipzig, Funkhaus, 1970). Eine gekürzte Studio-Aufnahme des Mitteldeutschen Rundfunks in Leipzig.



    Sokrates – Klement Slowioczek / Xantippe – Dimitra Pitsilou / Amitta – Ruth Schob-Lipka / Rodisette – Barbara Dollfuss / Edronica – Regina Werner / Melito – Andreas Schmidt* / Antippo – Jürgen Hartfiel / Nicia – Wolfgang Hellmich / Pitho – Uwe Peper / Continuo: Dietrich Sprenger (Cembalo), Wolfgang Pietsch (Violine) und Manfred Herzog (Violoncello) / Die ‚Camerata Musica‘, Berlin / Dirigent: Zeljko Straka / Szenenbild: Jörg Scheffel / Kostüme: Eva Fischer / Regie: Georg F. Mielke. Eine sehr stark gekürzte Version - Dauer: 104 Minuten - der Oper als Studio-Inszenierung des ‚Fernsehens der DDR‘ in der Bearbeitung von Hans-Jochen Irmer und Georg F. Mielke, ausgestrahlt am 2. 5. 1982. (* Hier wirkt der Berliner Tenor Andreas Schmidt mit und nicht sein Namensvetter, der Bariton aus Düsseldorf.)



    Sokrates – József Gregor / Xantippe – Éva Bártfai-Barta / Amitta – Júlia Pászthy / Rodisette – Éva Vámossy / Edronica – Katalin Farkaš / Melito – Guy de Mey / Antippo – Paul Esswood / Nicia – István Gáti / Aristophanes – Gábor Kállay / Pitho – Martin Klietmann / Alcibiades – Attila Fülöp / Xenophon – Csaba Réti / Plato – Béla Szilágyi / Cupido – Sebastian Kräutler / A Savaria Énekegyüttes (Das Savaria Vocalensemble) / Chorltg.: István Deáky / Continuo: Nicholas McGegan (Cembalo, Rezitative); Miklós Spányi (Cembalo); Péter Király (Theorbe); Imre Mehl (Fagott); Ottó Nagy (Viola da gamba); Balázs Máté (Violoncello); György Janzsó (Kontrabass) / Die ‚Capella Savaria‘ / Dirigent: Nicholas McGegan (Szombathely, August/September 1986). Eine Aufnahme von ‚Hungaroton‘, erschienen 1987 auf fünf LPs (SLPD 12957/61) bzw. auf vier CDs (HCD 12957/60); mit einer Dauer von 242 Minuten die kompletteste Einspielung.



    Sokrates – José Antonio Carril / Xantippe – Rebecca Jane Broberg / Amitta – Valérie Gabail / Rodisette – Rebecca Ockenden / Edronica – Machteld Willems / Melito – Francois-Nicolas Geslot / Antippo – Martin Wölfel / Nicia – Raimonds Spogis / Aristophanes – Luc de Bernardi / Pitho – Holger Marks / Alcibiades – Jan-Marc Bruin / Xenophon – José Canales / Plato – Nicolas Bauchau / Cupido – Ingolf Seidel / Das Orchester setzte sich aus Mitgliedern der ‚Grande Écurie et La Chambre du Roy‘ aus Turcoing, des ‚Collegium Musicae Antiquae‘ aus Warschau und dem ‚Telemann-Kammerorchester’ aus Michaelstein zusammen. / Dirigent: Jean-Claude Malgoire (Turcoing, Atelier Lyrique, 22. 3. 1998). Eine Tournee von Bühnenaufführungen (Regie: Alain Carré) mit Unterstützung durch die ‚Europäische Kommission‘ in Magdeburg (‚Telemann-Festtage 1998‘ unter dem Motto „Telemann und Frankreich“), Brüssel, Turcoing und Warschau, doch nur in Turcoing wurde die gekürzte Vorstellung mitgeschnitten. (Bereits am 31. 8. 1997 hatte es in der Abtei von Royaumont eine konzertante Aufführung durch Jean-Claude Malgoire gegeben.)



    Sokrates – Marcos Fink / Xantippe – Inga Kalna / Amitta – Kristina Hansson / Rodisette – Sunhae Im / Edronica – Birgitte Christensen / Melito – Donat Havar / Antippo – Matthias Rexroth / Nicia – Maarten Koningsberger / Aristophanes – Alexey Kudrya / Pitho – Daniel Jenz / Alcibiades – Sun-Hwan Ahn / Xenophon – Richard Klein / Plato – Michael Kranebitter / Cupido – Sunhae Im / Der Chor der Innsbrucker Festwochen / Die ‚Akademie für Alte Musik‘, Berlin / Dirigent: René Jacobs (Innsbruck, Tiroler Landestheaters, 12. 8. 2007). Eine Inszenierung von Nigel Lowery und Amir Hosseinpour, die ab 29. 9. 2007 auch an der Berliner Staatsoper gezeigt wurde. Rundfunkmitschnitte gibt es vom ORF aus Innsbruck (Sendung am 15. 9. 2007) und von France Musique aus Paris, wo das Ensemble am 13. 10. 2007 im Konzertsaal der ‚Cité de la Musique‘ eine konzertante Aufführung der Oper gab.



    Sokrates – Stefan Sevenich / Xantippe – Heike Susanne Daum / Amitta – Thérèse Wincent / Rodisette – Stefanie Kunschke / Edronica – Ella Tyran / Melito – Robert Sellier / Antippo – Yosemeh Adjei / Nicia – Gregor Dalal / Pitho – Mauro Peter / Alcibiades – Stefan Thomas / Xenophon – Bernhard Appich / Plato – Frank Oliver Weißmann / Cupido – Maximilian Wintergerst / Der Chor und das Orchester des Staatstheaters am Gärtnerplatz / Dirigent: Jörn Hinnerk Andresen / Bühnenbild: Frank Philipp Schlößmann / Kostüme: Katharina Weißenborn / Regie: Axel Köhler (München, Gärtnerplatztheater, 30. 6. 2011). Die Generalprobe wurde – wie heute meist üblich – auf Video aufgezeichnet; Szenen daraus sind im Internet zu sehen. Der frühere Countertenor Axel Köhler - seit einigen Jahren als Regisseur tätig – brachte diese Inszenierung auch am 26. 1. 2013 im Opernhaus in Halle/Saale auf die Bühne.



    Sokrates – Tomasz Rudnicki / Xantippe – Herdís Anna Jónasdóttir / Amitta – Daria Telyatnikova / Rodisette – Susanne Grosssteiner / Edronica – Chloé Chavanon / Melito – Roberto Ortiz / Antippo – Benjamin Russell / Nicia – Evgeny Sevastyanov / Pitho – Sunnyboy Dladla / Alcibiades – Ilker Arcayürek / Xenophon – Ján Rusko / Plato – Alex Lawrence / Der Chor und das Orchester des Internationalen Opernstudios der Oper Zürich / Dirigent: Christopher Moulds / Bühnenbild: Giulio Bernardi / Kostüme: Jeannette Seiler / Regie: Claudia Blersch (Zürich, Studiobühne, 6. 5. 2013). Zu sehen im Internet.



    Von den Aufführungen in Canterbury (Kent Opera at the Marlowe Theatre, 1974), Magdeburg (Opernhaus, 1981 und 1998), Rheinsberg (Schlosstheater, 2005) und Berlin (Staatsoper, 2007) scheint es keine Aufnahmen zu geben.



    Die Sopranistin Nuria Rial singt auf ihrer Telemann-CD von 2011 mit dem Kammerorchester Basel aus „Der geduldige Sokrates“ die Arien der Edronica (‚Mir schmeichelt die Hoffnung, mich tröstet das Glücke‘) und der Rodisette (‚Mich tröstet die Hoffnung mit schmeichelnden Scherzen‘). Zusätzlich enthält die CD die Ouvertüre zu der Oper, die ursprünglich ein Violinkonzert war.



    Carlo

    Lieber ‚hart‘,


    ganz herzlichen Dank für diese Erinnerungen an Régine Crespin, die für mich die schönste – und erotischste - Frauenstimme in der großen Welt der Oper besaß. Natürlich habe ich fast alle ihre Schallplatten und CDs und auch ihre Autobiographie „À la scène, à la ville“, in der sie u. a. den langen Kampf beschreibt, den es sie kostete, um in ihrem Heimatland endlich anerkannt und schließlich zu ‚Régine nationale‘ zu werden. (Das Foto zeigt sie stolz mit dem Orden der französischen Ehrenlegion.) Bei der Trauerfeier am 17. 7. 2007 in der Pariser Kirche Saint-Roch in Anwesenheit von ‚Tout Paris‘ erklangen ihre Einspielung von Wagners „Träume“ (aus den „Wesendonck-Liedern“), ihr Solo im „Stabat Mater“ von Poulenc und Mahlers „Ich bin der Welt abhanden gekommen“ (aus den „Rückert-Liedern“) mit Janet Baker, eine Aufnahme, die Mme. Crespin selbst für die beste hielt und sie deshalb auch nicht singen wollte.


    Ich habe mich nie hier im Forum an den beliebten Rankings à la ‚Wer ist die beste Carmen, wer der beste Tamino?‘ beteiligt und habe das Minenfeld der Beurteilung von Gesangskünstlern weiträumig umgangen, denn jedes Ohr hört bekanntlich anders. Aber Régine Crespins Aufnahmen der „Nuits d’été“ und der „Shéhérazade“ (unter Ernest Ansermet) und ihre frühen Arien-Recitals unter Otto Ackermann (bei ‚La voix de son maitre‘) und Jésus Etcheverry (bei ‚Véga') sind Aufnahmen für die Ewigkeit. Ihre Interpretation von Marguérites Arie ‚D‘amour l’ardente flamme’ (u. a. in den Aufnahmen unter Pierre Monteux und Jean Fournet) rührt zu Tränen, ihre Marschallin im "Rosenkavalier" (unter Georg Solti, besser noch unter Silvio Varviso) hat stimmliche Eleganz und sehr weiblichen Charme und ihre Gestaltung auch der deutschen Lieder (der „Liederkreis, op. 39“ oder die "Lieder auf fünf Gedichte von Maria Stuart" von Schumann beispielsweise) ist perfekt. ‚Mourir en laissant une oeuvre, ce n‘est plus mourir autant.‘


    Carlo (Mein eintausendfünfhundertster Beitrag!)

    „DIE ROSE VOM LIEBESGARTEN“ (Hans Pfitzner)


    Aufnahmen:



    Siegnot – Bernd Aldenhoff / Der Waffenmeister – Kieth Engen / Der Sangesmeidter – Marcel Cordes / Minneleide – Trude Eipperle / Schwarzholde – Hanna Scholl / Rotelse – Georgine von Milinkovic / Der Moormann – Paul Kuen / Der Nachtwunderer – Max Proebstl / Die Singgemeinschaft Rudolf Lamy / Chorltg.: Rudolf Lamy / Die Münchner Philharmoniker / Dirigent: Robert Heger / Funkregie: Johann Maria Boykow (München, Funkhaus, 24. 6. 1957). Die Aufnahme - die am 23. 5. 1958 zur 800-Jahrfeier der Stadt München erstmals gesendet wurde – wurde von der kanadischen Schallplattenfirma ‚Rococo‘ auf zwei LPs veröffentlicht. Auf jeweils zwei CDs ist sie bei ‚Gala‘, und ‚Cantus Classics‘ erschienen, wobei ein falsches Datum (Oktober 1953) genannt wird; das ‚Hamburger Archiv für Gesangskunst‘ - ebenfalls zwei CDs - gibt das korrekte Datum an.



    Siegnot – Francisco Araiza / Der Waffenmeister – Cheyne Davidson / Der Sangesmeister – Oliver Widmer / Minneleide – Stephanie Friede / Schwarzhilde – Anna-Maria Jurvelin / Rotelse – Irene Friedli / Der Moormann – Martin Zysset / Der Nachtwunderer – Rolf Haunstein / Der Chor und das Orchester der Oper Zürich / Chorltg.: Ernst Raffelsberger / Dirigent: Franz Welser-Möst (Zürich, Opernhaus, Live-Radiosendung am 7. 1. 1999). Die Premiere in Zürich war am 20. 12. 1998; David Pountney war für die Inszenierung verantwortlich.



    Siegnot – Erin Caves / Der Waffenmeister – Kouta Räsänen / Der Sangesmeister – Andreas Kindschuh / Minneleide – Astrid Weber / Schwarzhilde – Jana Büchner / Rotelse – Tiina Penttinen / Der Moormann – André Riemer / Der Nachtwunderer – Kouta Räsänen / Der Chor und der Kinderchor der Oper Chemnitz / Chorltg.: Mary Adelyn Kauffman / Die Robert-Schumann-Philharmonie Chemnitz / Dirigent: Frank Beermann (Chemnitz, Opernhaus, 7. 6. - 9. 6. 2009). Eine Aufnahme von ‚cpo‘ (Classic Production Osnabrück) auf zwei CDs, veröffentlicht 2017. (Die Premiere der Inszenierung von Jürgen R. Weber am 29. 11. 2008 im Opernhaus Chemnitz wurde am 13. 12. 2008 vom Deutschlandfunk Kultur gesendet; hier hatte Demonkos Héja die musikalische Leitung.)



    Eine Szenenauswahl von rund 60 Minuten gab es beim Süddeutschen Rundfunk Stuttgart in folgender Besetzung:


    Siegnot – Wolfgang Windgassen / Der Waffenmeister, der Sangesmeister und der Nachtwunderer – Alexander Welitsch / Minneleide – Lore Wissmann / Schwarzhilde – Ilsemarie Schnering / Rotelse – Hetty Plümacher / Der Moormann – Alfred Pfeifle / Das Sinfonie-Orchester des Süddeutschen Rundfunks Stuttgart / Dirigent: Bertil Wetzelsberger (Stuttgart-Untertürkheim, Gasthof 'Krone', 17. 5. 1950). Ilsemarie Schnering, die erste Ehefrau des bekannten TV-Regisseurs Peter Beauvais (der gelegentlich auch an Opernhäusern inszenierte, z. B. "Lucia di Lammermoor" 1971 in Hamburg mit Joan Sutherland und Plácido Domingo), war nach ihrer Gesangs-Laufbahn eine beliebte Fernsehschauspielerin.



    ‚Siegnots Erzählung vom Liebesgarten‘ ist in einer Aufnahme mit Julius Patzak und dem Orchester des Reichssenders München unter der Leitung von Hans Pfitzner beim Rundfunkarchiv in Frankfurt erhalten.



    Das ‚Blütenwunder‘ und den ‚Trauermarsch‘ hat Wolfgang Sawallisch mit dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks aufgenommen. Die CD von 1988 bei ‚Orfeo‘ enthält ferner die drei Akt-Vorspiele aus „Palestrina“ und die Ouvertüre zu „Das Käthchen von Heilbronn“, eingespielt vom 22. bis zum 30. 11. 1984 im Herkulessaal der Münchner Residenz.



    Carlo



    P. S. Auf der Internet-Seite von ‚jpc‘ zu der Aufnahme aus Chemnitz gibt es mehrere – geradezu ausufernde - Kommentare über diese Oper.

    "LA PIETRA DEL PARAGONE" (Gioachino Rossini)


    Nachtrag


    Ein Leser des Forums machte mich darauf aufmerksam, dass es eine Tonaufnahme der „Liebesprobe“-Inszenierung von Günther Rennert – nach der Hamburger Aufführungsserie von 1962/1963 (siehe oben) und in deutscher Sprache - an der Bayerischen Staatsoper München gibt:


    Asdrubale – Kieth Engen / Clarice – Brigitte Fassbaender / Ortensia (Aspasia) – Dagmar Naaff / Fulvia – Gertrud Freedmann / Giocondo – David Thaw / Macrobio – Benno Kusche / Pacuvio – Raimund Grumbach / Fabrizio – Hans Bruno Ernst / Der Chor und das Orchester der Bayerischen Staatsoper München / Chorltg.: Wolfgang Baumgart / Dirigent: Hans Gierster (München, Cuvilliéstheater, 19. 7. 1965).


    Carlo

    „CARDILLAC“ (Paul Hindemith)



    Es gab/gibt folgende Aufnahmen:



    Cardillac – Raimundo Torres / Cardillacs Tochter – Magda László / Der Offizier – Aldo Bertocci / Der Goldhändler – Raffaele Arié / Der Kavalier – Gino Del Signore / Die Dame - Lydia Stix / Der Führer der Prévoté - Dimitri Lopatto / Il Coro e l’Orchestra di Roma della RAI / Chorltg.: Nino Antonellini / Dirigent: Nino Sanzogno (Rom, Auditorium, Sendung am 22. 6. 1952). Eine Rundfunk-Produktion der Radiotelevisione Italiana in der italienischen Version von Massimiliano Carlo.



    Cardillac – Thomas Hemsley / Cardillacs Tochter – April Cantelo / Der Offizier – Kenneth MacDonald / Der Goldhändler – Harold Blackburn / Der Kavalier – John Mitchinson / Die Dame – Elizabeth Robson / Der Führer der Prévoté – John Noble / The BBC Chorus and the BBC Symphony Orchestra / Chorltg.: Trevor Wells / Dirigent: Walter Susskind (London, Maida Vale Studios, 1966). Eine Produktion der BBC London in der englischen Übersetzung von Leo Black, veröffentlicht von ‚Premiere Opera‘ (31313) auf zwei CDs und auch im Internet zu hören. Walter Süsskind (1913-1980) war ein deutschstämmiger tschechischer Dirigent, der 1938 nach der erzwungenen Schließung des Deutschen Theaters in Prag – heute die Prager Staatsoper – nach Großbritannien emigrierte.



    Cardillac – Dietrich Fischer-Dieskau / Cardillacs Tochter – Leonore Kirschstein / Der Offizier – Donald Grobe / Der Goldhändler – Karl Christian Kohn / Der Kavalier – Eberhard Katz / Die Dame – Elisabeth Söderström / Der Führer der Prévoté – Willi Nett / Der Kölner Rundfunk-Chor / Chorltg.: Herbert Schernus / Das Kölner Rundfunk-Sinfonie-Orchester / Dirigent: Joseph Keilberth (Köln, Funkhaus, 12. 6. - 19. 6. 1968). Veröffentlicht von der ‚Deutschen Grammophon Gesellschaft‘ auf je zwei LPs (1970: 139 435/36 und 1982: 2543 246) sowie 1991 auf zwei CDs (431 741-2), nun gekoppelt mit Ausschnitten von 1961 aus „Mathis der Maler“ mit Pilar Lorengar, Dietrich Fischer-Dieskau und Donald Grobe unter Leopold Ludwig.



    Cardillac – Siegmund Nimsgern / Cardillacs Tochter – Stella Axarlis / Der Offizier – Arley Reece / Der Goldhändler – Aage Haugland / Der Kavalier – Ermanno Lorenzi / Die Dame – Rose Wagemann / Der Führer de Prévoté – Carlo De Bortoli / Il Coro e l’Orchestra di Torino della RAI / Chorltg.: Fulvio Angius / Dirigent: Wilfried Boettcher (Turin, Auditorium, Mai 1976). Die Aufnahme der Radiotelevisione Italiana - in deutscher Sprache – wurde am 24. 6. 1976 gesendet. Sie befand sich im Katalog von ‚Mr. Tape‘. (Siegmund Nimsgern ist am 14. 9. 2025 im Alter von 85 Jahren gestorben.)



    Cardillac – Donald McIntyre / Cardillacs Tochter – Maria De Francesca-Cavazza / Der Offizier – Robert Schunk / Der Goldhändler – Hans Günter Nöcker / Der Kavalier – Josef Hopferwieser / Die Dame – Doris Soffel / Der Führer der Prévoté – Karl Helm / Der Chor und das Orchester der Bayerischen Staatsoper München / Chorltg.: Günther Schmidt-Bohländer / Dirigent: Wolfgang Sawallisch / Kostüme: Pet Halmen / Bühnenbild und Inszenierung: Jean-Pierre Ponnelle / TV-Regie: Brian Large (München, Nationaltheater, 25. 9. 1985). Eine Fernseh-Aufzeichnung des Bayerischen Rundfunks, gesendet in der ARD am 17. 11. 1985. Eine DVD davon gibt es seit 2007 bei der ‚Deutschen Grammophon Gesellschaft‘ (440 073 4324) in Co-Produktion mit ‚Unitel Classic‘. (Donald McIntyre starb 91jährig am 13. 11. 2025 in München.)



    Cardillac – Siegmund Nimsgern / Cardillacs Tochter – Verena Schweizer / Der Offizier – Robert Schunk / Der Goldhändler – Harald Stamm / Der Kavalier – Josef Protschka / Die Dame – Gabriele Schnaut / Der Führer der Prévoté – Andreas Schmidt / Der verstärkte RIAS-Kammerchor / Chorltg.: Marcus Creed / Das Radio-Symphonie-Orchester Berlin / Dirigent: Gerd Albrecht (Berlin, Jesus-Christus-Kirche, 10. 2 – 13. 2., 8. 4. - 9. 4. und 11. 4. - 13. 4. 1988). Eine Co-Produktion des RIAS Berlin mit ‚Wergo‘, wo die Aufnahme 1988 auf zwei CDs erschien (WER 60148/49-50).



    Cardillac – Theo Adam (statt Siegmund Nimsgern) / Cardillacs Tochter – Michèle Lagrange / Der Offizier – Ian Caley / Der Goldhändler – Cornelius Hauptmann / Der Kavalier – Kurt Streit / Die Dame – Yvonne Minton / Der Führer der Prévoté – Louis Landuyt / Les Choeurs et l’Orchestre Philharmonique de Radio France / Chorltg.: Franҫois Polgar / Dirigent: Marek Janowski (Paris, Salle Olivier Messiaen, 30. 3. 1994). Ein öffentliches Konzert, das am 21. 5. 1994 vom Radiosender ‚France-Musique‘ gesendet wurde. Theo Adam sprang kurzfristig für den erkrankten Siegmund Nimsgern ein.


    Marek Janowski - inzwischen 86 Jahre alt - zählt zu den meistbeschäftigten Dirigenten des französischen Rundfunks. So leitete er z. B. drei Monate vor diesem „Cardillac“ in Paris eine konzertante Aufführung – in tschechischer Sprache am 23. 12. 1993 - von Dvořáks „Rusalka“ mit Eva Jenisová (Rusalka), Michèle Lagrange (Fürstin), Hanna Schaer (Hexe), Gabriele Rossmanith (Küchenjunge), Emil Ivanov (Prinz), Kurt Rydl (Wassermann) und Vladimir Dolezal (Förster). Bereits am 5. 5. 1994 folgten Beethovens „Messe in C-Dur“ und Schuberts „Messe in A-Dur“ mit Janice Watson, Nathalie Stutzmann, Donald Kaasch und Franҫois Le Roux.



    Cardillac – Alan Held / Cardillacs Tochter – Angela Denoke / Der Offizier – Christopher Ventris / Der Goldhändler – Roland Bracht / Der Kavalier – Charles Workman / Die Dame – Hannah Esther Minutillo / Der Führer der Prévoté – Stephen Gadd / Les Choeurs et l’Orchestre de l’Opéra National de Paris / Chorltg.: Peter Burian / Dirigent: Kent Nagano / Bühnenbild: Nicky Rieti / Kostüme: Chantal de la Coste Messelière / Inszenierung: André Engel / TV-Regie: Chloé Perlemuter (Paris, Opéra Bastille, Oktober 2005) ‚Bel Air Classiques‘ gab davon 2007 eine DVD (EDV 1681) heraus, der eine Dokumentation „Discovering an Opera“ mit Interviews von Gerard Mortier, André Engel und Nicky Rieti (57 Minuten) angehängt ist. (Am 29. 1. 2008 wurde die Inszenierung noch einmal in den Spielplan der Pariser Oper aufgenommen; lediglich der Sänger der Titelrolle und der Dirigent waren neu: Franz Grundheber und Kazushi Ono.)



    Cardillac – Juha Uusitalo / Cardillacs Tochter – Juliane Banse / Der Offizier – Herbert Lippert / Der Goldhändler – Tomasz Konieczny / Der Kavalier – Matthias Klink / Die Dame – Ildikó Raimondi / Der Führer der Prévoté – Alexandru Moisiuc / Der Chor und das Orchester der Wiener Staatsoper / Chorltg.: Thomas Lang / Dirigent: Franz Welser-Möst (Wien, Staatsoper, 23. 10. 2010). Der ORF übertrug live die dritte Vorstellung dieser Neuinszenierung von Sven-Eric Bechtolf an der Wiener Staatsoper (Premiere am 17. 10. 2010).



    Cardillac – Markus Eiche / Cardillacs Tochter – Juliane Banse / Der Offizier – Torsten Kerl / Der Goldhändler – Jan-Hendrik Rootering / Der Kavalier – Oliver Ringelhahn / Die Dame – Michaela Selinger / Der Führer der Prévoté - Kay Stiefermann / Pražský Filharmonický Sbor (Der Prager Philharmonische Chor) / Chorltg.: Lukáš Vasilek / Das Münchner Rundfunkorchester / Dirigent: Stefan Soltesz (München, Prinzregententheater, 13. 10. 2013). Eine konzertante Aufführung, die aus Anlass des Todes von Stefan Soltesz 2022 vom Bayerischen Rundfunk auf zwei CDs veröffentlicht wurde (‚BR Klassik‘ 900345).



    Abschließend eine Rarität:



    Cardillac – Walter Berry / Cardillacs Tochter – Traute Richter / Cardillacs Gehilfe – Waldemar Kmentt / Der Kavalier – Fritz Sperlbauer / Die Primadonna – Marianne Schech / Der Offizier – Alois Pernerstorfer // In Lullys Oper „Phaëton“: Klymene, eine Nymphe – Sonja Draksler / Phaëton, ihr Sohn – Erich Majkut / Apollo, der Sonnengott – Karl Heinz Tuttner / Der Chor des Österreichischen Rundfunks / Chorltg.: Gottfried Preinfalk / Das Große Wiener Rundfunkorchester / Dirigent: Paul Hindemith (Wien, Funkhaus, Dezember 1956, Sendung am 5. 2. 1957 mit einer Wiederholung am 3. 3. 1958). Dies ist die einzige Einspielung von Paul Hindemiths eigener Bearbeitung (1952) des „Cardillac“; alle anderen Aufnahmen verwenden die Originalfassung von 1926.


    Die Produktion des ORF bringt die Oper in der wesentlich erweiterten vieraktigen Neufassung, u. a. mit der Aufführung ‚einer Oper in der Oper‘ im dritten Akt: „Phaeton“ von Jean-Baptiste Lully. (Die kurze Szene daraus ist eine Bearbeitung Hindemiths der originalen Barock-Musik Lullys.) Paul Hindemith überarbeitete das ursprüngliche Libretto von Ferdinand Lion und fügte selbst große Textteile hinzu (z. B. für die Rollen des ‚Gehilfen‘ und der ‚Primadonna‘). Die Uraufführung des ‚neuen‘ „Cardillac“, der sich aber gegenüber der Urfassung von 1926 auf den Bühnen nicht behaupten konnte, war am 20. 6. 1952 in Zürich mit u. a. folgender Besetzung: Cardillac – Herbert Brauer, Cardillacs Tochter – Hildegard Hillebrecht, Cardillacs Gehilfe – Franz Lechleitner, Die Primadonna – Hedwig Müller-Bütow, Der junge Kavalier – Max Lichtegg, Der Offizier – Manfred Jungwirth. Am Dirigentenpult stand Viktor Reinshagen. Anders, als in meinem Beitrag vom 19. 9. 2021 im Thread zu Marianne Schech zu lesen ist, kann man die genannte Aufnahme neuerdings auch auf ‚YouTube‘ hören.



    Carlo

    „DIE HOCHZEIT DES CAMACHO“ (Felix Mendelssohn-Bartholdy)



    In der Uraufführung am 29. 4. 1827 im Königlichen Schauspielhaus in Berlin sangen Caroline Seidler (Quinteria), Sophie Hoffmann (Lucinda), Karl Adam Bader (Basilio), Johann Daniel Heinrich Stümer (Vivaldo), Eduard Devrient (Carrasco) und Heinrich Blume (Don Quixote) die Hauptrollen; Seidler, Stümer und Blume waren auch 1821 an der Uraufführung des „Freischütz“ – als Agathe, Max und Kaspar - beteiligt. Das Autograph der Partitur von Felix Mendelssohn-Bartholdy – der 1824 als 15jähriger mit der Komposition dieser abendfüllenden Oper begann - ist verschollen; eine Abschrift von Kopistenhand aus dem Jahre 1825 hat die Staatsbibliothek in Berlin. 1874 veröffentlichte Julius Rietz die komplette Partitur, die aber teilweise nicht mit Mendelssohns eigener Klavierfassung von 1828 überein stimmt. Die erste professionelle Bühnenaufführung unserer Zeit war am 24. 2. 1987 in Oxford, wo sich eine historische englischsprachige Partitur in der Bodleian Library befindet.



    Es gibt folgende Aufnahmen:



    Carrasco – Ralf Lukas / Quiteria – Regina Schudel / Basilio – Clemens Bieber / Camacho – Volker Horn / Vivaldo – Warren Mok / Lucinda – Catherine Swanson / Don Quixote – William Murray / Sancho Pansa – Josef Becker / Der Alcalde – Friedrich Molsberger / Der RIAS-Kammerchor / Chorltg.: Markus Creed / Das Radio-Symphonie-Orchester Berlin / Dirigent: Bernhard Klee (Berlin, Jesus-Christus-Kirche, 24. 8. - 27. 8., 17. 9. und 26. 9. 1988). Eine Aufnahme (ohne Dialoge!) von ‚Koch/Schwann‘ in Zusammenarbeit mit dem RIAS Berlin und der Deutschen Oper Berlin, erschienen 1990 auf zwei CDs. Am 29. 8. 1988 gab es auch eine konzertante Aufführung mit der genannten Besetzung im Berliner ‚Theater des Westens‘.



    Carrasco – Waldemar Wild / Quiteria – Rosmarie Hofmann / Basilio – Scot Weir / Camacho – Nico van der Meel / Vivaldo – Huw Rhys-Evans / Lucinda – Andrea Ulbrich / Don Quixote – Ulrik Cold / Sancho Pansa – Urban Malmberg / Der Junge Chor Aachen und der Chor ‚Modus Novus‘ / Chorltg.: Fritz ter Wey / Das Orchester ‚Anima Eterna‘ / Dirigent: Jos van Immerseel (Antwerpen, Konservatorium, 19. 9. - 22. 9. 1992). Auch diese Studio-Produktion von ‚Channel Classics‘ aus dem Jahre 1993 auf zwei CDs enthält keine Dialoge, was zum Verständnis der Handlung aber notwendig ist, denn beispielsweise Basilios vorgetäuschter Selbstmord, sein letzter Wunsch, Quiteria zu heiraten, und seine plötzliche Genesung ereignen sich im Dialog zwischen den letzten beiden Musiknummern der Oper.



    Carrasco – Jürgen Kurth / Quiteria – Marika Schönberg / Basilio – Ferdinand von Bothmer / Camacho – Martin Petzold / Vivaldo – Dan Karlström / Lucinda – Kathrin Göring / Don Quixote – Martin Ackermann (statt James Moellenhoff) / Sancho Pansa – Erwin Noack / Der Alcalde – Mirko Janiska / Der Chor der Oper Leipzig / Chorltg.: Anton Tremmel / Das Gewandhaus-Orchester Leipzig / Dirigent: Christian von Gehren (Leipzig, Opernhaus, 2. 11. 2001). Statt der Dialoge erzählte der Schauspieler und Kabarettist Wolfgang Krause Zwieback die Opernhandlung, teilweise in Versform. Der Mitschnitt der konzertanten Aufführung wurde am 24. 11. 2001 im DeutschlandRadio gesendet.



    Carrasco – Shadi Torbey / Quiteria – Katharina Persicke / Basilio – Jérôme Billy / Camacho – James Elliott / Vivaldo – Daniel Jenz / Lucinda – Christina Haldane / Don Quixote – Peter Paul / Sancho Pansa und Der Alkalde – Andreas Jankowitsch / The European Opera Centre Chorus / The Royal Liverpool Philharmonic Orchestra / Dirigent: Vasily Petrenko (Liverpool, Philharmonic Hall, 9. 4. 2011). Eine semi-konzertante Aufführung in deutscher Sprache mit gekürzten Dialogen, mitgeschnitten für das Archiv des Royal Liverpool Philharmonic Orchestra. Clive Brown revidierte 2008 die Oper im Auftrag des Verlags Breitkopf & Härtel auf Grund des Klavierauszuges von Felix Mendelssohn-Bartholdy und der Kopisten-Handschrift aus Berlin.



    Die knapp siebenminütige Ouvertüre zu der Oper ist in mehreren Einspielungen vorhanden.



    Carlo

    "Fierabras" (Franz Schubert)


    Neun Jahre nach den Bühnenaufführungen im Theater an der Wien und sieben Jahre nach der Übernahme der Produktion ins Repertoire der Wiener Staatsoper dirigierte Claudio Abbado an drei Abenden im November 1997 ‚sein‘ Orchester in der Berliner Philharmonie in halbszenischen Aufführungen von Franz Schuberts „Fierabras“:


    König Karl – Kurt Moll / Emma – Soile Isokoski / Roland – Andreas Schmidt / Ogier – Lothar Odinius / Eginhard – Deon van der Walt / Boland – Eike Wilm Schulte / Fierabras - Francisco Araiza / Florinda – Deborah Voigt / Maragond – Birgit Remmert / Brutamonte – Ralf Lukas / Eine Jungfrau – Stella Doufexis / Der Rundfunkchor Berlin / Chorltg.: Dietrich Knothe / Die Berliner Philharmoniker / Dirigent: Claudio Abbado. Die gekürzten Dialoge waren auf zwei Sprecher - Angela Winkler und Otto Sander - verteilt. (Berlin, Philharmonie, 26., 28. und 30. 11. 1997).


    Kann mir jemand sagen, ob eine der Aufführungen im Rundfunk übertragen wurde?


    Carlo

    "IL SEGRETO DI SUSANNA" ('Susannens Geheimnis') (Ermanno Wolf-Ferrari)


    Hier nun die visuellen Aufnahmen:


    Susanna – Virginia MacWatters / Gil - frz.: Lionel Daunais; engl: Guy Hoffman / An Orchestra / Dirigent: Jacques Beaudry / Szenenbild: Jacques Pelletier / Kostüme: Richard Lorain / Regie: Noel Gauvin. Die Oper wurde zweimal aufgenommen und gleichzeitig (17. 11. 1955) auf dem französisch- wie auch auf dem englischsprachigen TV-Sender der CBC (Canadian Broadcasting Company) ausgestrahlt.


    Susanne - Christine Görner / Gil - Benno Kusche / Die Münchner Philharmoniker / Dirigent: Rudolf Alberth / TV-Regie: Kurt Wilhelm. Eine TV-Produktion des Bayerischen Rundfunks für die ARD, die im Frühjahr 1956 über die bundesrepublikanischen deutschen Bildschirme lief: mit einem (späteren) Ehepaar, das ein Ehepaar spielte.


    Susanne - Christine von Widmann / Gil – August Gschwend / Sante – Karl Wagner / Das Orchester des Collegium Musicum, Basel / Dirigent: Albert E. Kaiser / Regie: Roger Burckhardt. Die Erstsendung war am 3. 10. 1956 im TV-Kanal der früheren Schweizerischen Rundspruch-Gesellschaft (SRG).


    Susanna – Verona Cappadona / Gil – Morris Williams / Sante – Norman Kaye / The Melbourne Symphony Orchestra / Dirigent: Clive Douglas / Ausstattung: Paul Cleveland / Regie: Christopher Muir (Melbourne, ABC-Studio, 1961). Eine TV-Sendung der ABC (Australian Broadcasting Company) vom 17. 5. 1961.


    Susanna – Edda Vincenzi / Gil – Paolo Pedani / L’Orchestra del Teatro Comunale di Bologna / Dirigent: Armando La Rosa Parodi / Inszenierung: Enrico Colosimo (Bologna, Teatro Comunale, 1963). Eine Aufzeichnung aus Bologna, die am 18. 2. 1964 im zweiten Fernseh-Programm der RAI gesendet wurde.


    Susanna – Wilma Driessen / Gil – Henk Smit / Sante – Paolo Gorin / Het Nederlands Omroeporkest / Dirigent: Leo Driehuys? / Regie: Frans Boerlage. Eine Fernseh-Inszenierung der AVRO (Algemene Vereniging Radio Omroep), die am 3. 1. 1966 ausgestrahlt wurde. Die vor allem durch zahlreiche Fernsehauftritte in den Niederlanden sehr populäre Sopranistin Wilma Driessen war eine Schülerin von Felicie Hüni-Mihaczek und Lina Pagliughi; in den siebzigern Jahren war sie u. a. Mitglied des Opern- und Operetten-Ensembles der Stadttheater von Pforzheim und Oberhausen. Henk Smit (1932-2010) war als Nachfolger von Jan Derksen ein auch international erfolgreicher niederländischer Bariton. Der in Leipzig als Sohn russischer Eltern geborene bekannte Bariton Paolo Gorin (1914-1992) war ab 1969 für achtzehn Jahre der Kantor der jüdischen Gemeinde von Amsterdam. Als Tevje im Musical „Anatevka“ trat er in den sechziger Jahren in einer großen Tournee-Produktion u. a. in Berlin, Hamburg und Düsseldorf auf. (Wilma Driessen und Paolo Gorin wirkten auch in den niederländischen TV-Sendungen von Donizettis „Don Pasquale“ und Blachers „Die Flut“ mit.)


    Susanna - Evelyn Lear / Gil - Thomas Stewart / Sante – Edd Stavjanik / Das Orchester der Wiener Volksoper / Dirigent: Franz Allers / Bühnenbild: Robert Posik / Kostüme: Hill Reihs-Gromes / TV-Regie: Herbert Wise. (Wien, Atelier Rosenhügel, Februar 1966). Eine Studio-Produktion des ORF Wien zusammen mit dem SDR Stuttgart und der BBC London, die sowohl in deutscher (Max Kalbeck) wie auch in englischer Sprache (Claude Aveling) aufgezeichnet wurde. Die deutsche Version wurde am 8. 6. 1966 im österreichischen Fernsehen (ORF) und am 4. 9. 1966 vom Süddeutschen Rundfunk Stuttgart in der ARD gezeigt. (Ich habe das damals gesehen und man konnte dem Ehepaar Lear-Stewart das große Vergnügen ansehen, diese Ehe-Komödie vor der Kamera zu spielen.)


    Susanna – Marie McLaughlin / Gil – Alan Oke / Sante – Peter Quilliam-Cain / The Orchestra of the Scottish Opera, Glasgow / Dirigent: Stewart Robertson (Glasgow, BBC-Studio, 1980). Die schottische BBC zeichnete die Oper in englischer Sprache für das Fernsehen auf. Marie McLaughlin ist international bekannt; der englische Bariton Alan Oke – ein Schüler von Hans Hotter - trat ab 1992 als Tenor auf. Der von Otmar Suitner und Hans Swarowsky ausgebildete Dirigent Stewart Robertson war u. a. auch in Deutschland tätig.


    Susanne – Marjon Lambriks / Don Gil – Paul Wolfrum / Sante – Joseph-René Rumpold / Orkiestra Państwowej Opery i Filharmonii Baltycki (Orchester der Staatlichen Baltischen Oper und Philharmonie, Danzig) / Dirigent: Peter Keuschnig / Inszenierung: Werner Hollweg / TV-Regie: Claus Viller (Baden bei Wien, Stadttheater, 1984). Eine Aufführung in Max Kalbecks deutscher Textfassung, die am 25. 12. 1984 im ORF zu sehen war. Der Tenor Werner Hollweg war in seinen späteren Jahren ein durchaus erfolgreicher Regisseur, vor allem in Frankreich und Österreich. Der österreichische Bariton Paul Wolfrum (1943-1990), der zuletzt ein Mitglied der Deutschen Oper Berlin war, schied durch tragische Umstände aus seinem Leben.


    Susanna – Anna Caterina Antonacci / Gil – Vittorio Prato / Sante – Bruno Danjoux / Orchestra del Teatro Regio di Torino / Dirigent: Diego Matheuz / Bühnenbild: Antoine Vasseur / Kostüme: Fanny Brouste / Regie: Ludovic Lagarde (Turin, Teatro Regio, Mai 2018). Eine akustische Variante aus einer früheren Aufführung in Paris mit dem genannten Protagonistenpaar ist oben genannt.


    Susanna – Yael Levita / Gil – Yair Polishook / Sante – Sylvain Moreau / The Israel Chamber Orchestra ‚Ramat-Gan‘ / Dirigent: Aviv Ron / Regie: Neta Amit Moreau / Bühnenbild: Sylvain Moreau (Little Opera Israel, Dezember 2014). Ein ‚YouTube‘-Beitrag.


    Susanna – Selene Zanetti / Gil – Michael Nagy / Sante – Heiko Pinkowski / Das Orchester der Bayerischen Staatsoper München / Dirigent: Yoel Gamzoul / Ausstattung: Katarina Ravlic und Christian Blank / Regie: Axel Ranisch (München, Nationaltheater, 26. 4. 2021). Live gesendet als ‚Video on Demand‘ (‚Montagsstück XIX‘) mit einer Wiederholung am 28. 4. 2021.


    Susanna – Rosa Feola / Gil – Sergio Vitale / Sante – Lorenzo Giossi / L’Orchestra del Teatro Carlo Felice di Genova / Dirigent: Gianluca Capuano / Ausstattung: Leila Fteita / Regie: Sergio Vitale / TV-Regie: Marco Bertucci (Genua, Teatro Carlo Felice, o. J.). Eine TV-Produktion des italienischen Bezahlsenders ‚Primocanale‘.


    Die folgenden kompletten Aufführungen von Wolf-Ferraris ‚Il segreto di Susanna‘ sind alle mehr oder weniger ‚Studenten-Aufführungen‘ und sind auf ‚YouTube‘ zu sehen:


    Susanna – Anna Delfino / Gil – Marcello Rosiello / Sante – Klaus Saccardo / Due cameriere – Julia Aichner und Francesca Martinelli / Das Ensemble ‚Zandonai‘ (zusammengestellt aus Studenten der Konservatorien ‚Bonporti‘ in Trient und ‚Monteverdi‘ in Bozen) / Dirigent: Dennis Assaf / Bühnenbild: Filippo Andreatta / Kostüme: Chiara Defant / Regie: Nicola Ulivieri / Video-Regie: Armin Ferrari (Trient, Centro Servizi Culturale ‚S. Chiara‘, 2012). Der Regisseur dieser Bühnenproduktion ist ein bekannter Bariton in Italien.


    Susanna – Carla Portillo / Gil – José Manuel Caro / Sante – Esteban Baltazar / Alejandro Miyaki (Klavier) / Ausstattung: Rosa de la Luna / Inszenierung: Rennier Piñero / Video-Regie: Van Hugo (San Nicolás de los Garza/Mexico, Centro Cultural Rosa de los Vientos, Juli 2020). Eine Aufführung des MOS (Mexico Opera Studio).


    Susanna – Wanda Kravates / Gil – Oscar Velázquez / Sante – Rodrigo Turégano / Miquel Carbonell (Klavier) / Regisseurin: Araceli Bergillos. Eine Produktion des Master Programms für Opern-Aufführungen des ‚Conservatorio Superior de Música „Joaquín Rodrigo“‘ in Valencia.


    Beim Bayerischen Rundfunk gibt es zwei Arien aus „Susannes Geheimnis“ mit Antonia Fahberg und dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks unter Rudolf Alberth: ‚Nein, so lass ich dich nicht gehen‘ und ‚Gott sei Dank, er ist draußen‘, aufgenommen am 3. 12. 1959 im Münchner Herkulessaal.


    Carlo

    „IL SEGRETO DI SUSANNA“ (‚Susannens Geheimnis’) (Ermanno Wolf-Ferrari)


    Ich weiß von den folgenden akustischen Aufnahmen:


    Susanna - Elvira Balderi / Gil - Piero Biasini / L’Orchestra di Roma della Radiotelevisione Italiana / Dirigent: Umberto Berettoni (Sendung am 6. 9. 1947).


    Susanna - Amalia Oliva / Gil – Giovanni Ciavola / L’Orchestra di Milano della Radiotelevisione Italiana / Dirigent: Alberto Paoletti (Sendung am 11. 9. 1949).


    Susanna – Esther Orel / Gil – Afro Poli / L’Orchestra di Milano della Radiotelevisione Italiana / Dirigent: Alfredo Simonetto (Mailand, Sendung am 18. 10. 1951).


    Susanna - Elena Rizzieri / Gil – Giuseppe Valdengo / L’Orchestra di Torino della Radiotelevisione Italiana / Dirigent: Angelo Questa (Turin, 1954). Eine Aufnahme für die Schallplattenfirma ‚Cetra‘; die entsprechende Platte erschien 1955 (LPC 1249 / 30 cm).


    Susanna – Esther Orel / Gil – Mario Boriello / L’Orchestra di Torino della Radiotelevisione Italiana / Dirigent: Alfredo Simonetto (Turin, Studio der RAI, 10. 11. 1954). Dies war eine Schallplatten-Aufnahme für die ‚Deutsche Grammophon Gesellschaft‘ mit der Katalognummer 18136 LPM (1955); sie wurde im April 1955 bei der amerikanischen ‚Decca‘ – die die Aufnahmen der ‚DGG‘ auf dem US-Markt herausbrachte - mit der Nummer DL 9770 veröffentlicht.


    Susanne - Lotte Schädle / Gil - Horst Günter / Das Sinfonie-Orchester des Hessischen Rundfunks / Dirigent: Otto Matzerath (Frankfurt, Funkhaus, 26. 1. 1959). Eine Produktion des Hessischen Rundfunks in der deutschen Textfassung von Max Kalbeck mit einer Einführung von Hans-Wilhelm Kulenkampf.


    Susanna – Lydia Marimpietri / Gil – Renato Bruson / L’Orchestra di Torino della Radiotelevisione Italiana / Dirigent: Nino Bonavolontà (Turin, Sendung am 10. 1. 1970).


    Susanna - Maria Chiara / Gil - Bernd Weikl / Sante – Omar Godknow* / Richard Nunn (Klavier) / The Orchestra of the Royal Opera House, Covent Garden / Lamberto Gardelli (London, Kingsway Hall, 15. 2. - 17. 2. 1976). Die ‚Decca‘-Production erschien 1976 unter der Katalognummer SET 617 (GB) bzw. OSA-1169 (USA). *Hinter diesem Namen – der auch in Karajans „Die Fledermaus“ und Donizettis „La Fille du régiment“ genannt wird – verbirgt sich niemand anderer als der Schallplatten-Aufnahmeleiter der ‚Decca‘: Christopher Raeburn (1928-2009).


    Susanne - Ursula Engert / Gil - Günther Leib / Das Rundfunk-Sinfonie-Orchester Leipzig / Dirigent: Herr Bernhard (Leipzig, Funkhaus, 1976). Eine Aufnahme des Mitteldeutschen Rundfunks in der deutschen Übersetzung des Librettos durch Max Kalbeck. Den Vornamen des Dirigenten konnte ich nicht in Erfahrung bringen.


    Susanne – Helen Mané / Gil - Roland Hermann / Sante – Matthias Ponnier / Die Philharmonia Hungarica / Dirigent: Reinhard Peters (Recklinghausen, Festspielhaus, 7. 11. 1976). Eine Studio-Produktion des Westdeutschen Rundfunks Köln - Funkbearbeitung: Reinhold Schubert - in deutscher Sprache.


    Susanna - Renata Scotto / Gil – Renato Bruson / The Philharmonia Orchestra / Dirigent: John Pritchard (London, Abbey Road, Studio No. 1, 1980). Zuerst 1981 erschienen als LP auf ‚CBS Masterworks‘ (D 36733), dann 1985 unter ‚CBS Diamond Cut‘ – gekoppelt mit Massenets „La Navarraise“ – auf zwei LPS (DC 40134) und schließlich 1988 auf CD von ‚CBS Masterworks‘ CD 36733. In meiner Textbeilage wird kein genaues Aufnahmedatum (August 1980?) genannt.


    Susanna - Margherita Guglielmi / Gil – Angelo Romero / Sante – Gian Campi / L’Orchestra del Teatro La Fenice / Dirigent: Tiziano Severini (Venedig, Teatro La Fenice, 16. 4. 1985). Ein Mitschnitt der Premiere aus dem Teatro La Fenice, das Aufführungen von Wolf-Ferraris „Il segreto di Susanna“ mit Suppés „Die schöne Galathée“ und Massenets „Le portrait de Manon“ koppelte: ‚Tre storie in una stanza’ (Drei Geschichten in einem Zimmer). Die Idee des Regisseurs Ugo Gregoretti war es, alle drei Einakter in einem Fotoatelier spielen zu lassen, was aber nur bei Wolf-Ferraris Oper funktionierte. Erschienen ist die Box 1999 mit drei CDs bei ‚Mondo Musica‘ (MFOH 10605).


    Susanna - Judith Howarth / Gil - Renato Bruson / Das Münchner Rundfunkorchester – Friedrich Haider (München, Prinzregententheater, 11. 5. 2003). Der Mitschnitt des ‚Münchner Sonntagskonzerts‘ erschien bei ‚House of Opera‘.


    Susanna - Judith Howarth / Gil – Àngel Òdena / Oviedo Filarmonía – Friedrich Haider (Oviedo, Auditorio Principe Félipe, 12. 5. - 14. 5. 2006). Zuerst erschienen 2006 bei ‚PhilArtis Vienna‘, dann 2019 bei ‚Naxos‘ (8.660385), hier gekoppelt mit Wolf-Ferraris „Streicherserenade in Es-Dur, op.“.


    Susanna - Michelle Canniccioni / Gil – Ales Jenis / Igor – Gilles Yannetti / L’Orchestre National de Montpellier Languedoc-Roussillon / Dirigent: Bernhard Kontarsky (statt Armin Jordan) (Montpellier, Opéra Berlioz - Le Corum, 2. 3. 2007). Die Aufführung wurde gekoppelt mit einer Produktion von Alexander Zemlinskys „Eine florentinische Tragödie“; die Regie beider Inszenierungen hatte René Koering.


    Susanna - Dora Rodrigues / Gil – Marc Canturri / The Royal Liverpool Philharmonic Orchestra / Dirigent: Vasily Petrenko (Liverpool, Philharmonic Hall, 22. 11. 2008). Eine semi-konzertante Aufführung der Oper auf einer CD von 2010 bei ‚Avie‘ (AV2193), die noch fünf Lieder für Bariton enthält, gesungen von Marc Canturri, begleitet am Klavier von Anna Tilbrook.


    Susanna – Sonia Visentin / Gil – Gabriele Ribis / Orchestra Filarmonica Giovanile ‚Alpe Adria‘, / Dirigent: Giuseppe La Malfa (Reana del Rojale bei Udine, 2009) Ein ‚YouTube‘-Beitrag. Das 2008 gegründete Jugendorchester hat seinen Sitz in Gorizia im Friaul an der Grenze Venetiens. Gorizia ist noch bis Ende des Jahres 2025 gemeinsam mit ihrer slowenischen Schwesterstadt Nova Gorica eine europäische Kulturhauptstadt Europas.


    Susanna - Lorena Medina-Benejam / Gil - Daniel Herman Mostert / Die ‚Sinfonietta Aurora‘ / Dirigent: Kerry Jago (Enschede, 17. 4. 2010). Eine Aufführung der ‚Reisopera‘ aus dem niederländischen Enschede.


    Susanna – Francesca De Giorgi / Gil – Filippo Morace / L’Orchestra del Teatro San Carlo di Napoli / Dirigent: Giovanni Di Stefano (Neapel, Teatro San Carlo, 10. 5. 2011). Sendung am 18. 6. 2011 in der RAI.


    Susanna – Anna Caterina Antonacci / Gil – Vittorio Prato / L’Orchestre Philharmonique de Luxembourg / Dirigent: Pascal Rophé (Paris, Théâtre de l’Opéra-Comique, 2013). Es gibt auch ein Video aus Turin von einer späteren Aufführung mit den genannten Solisten (siehe unten).


    Susanna – Lidia Fridman / Gil – Omar Montanari / Orchester der Berliner Operngruppe / Dirigent: Felix Krieger (Berlin, Konzerthaus, 2021). Eine Aufnahme in italienischer Sprache vom ‚Deutschlandradio‘, erschienen 2024 auf einer CD bei ‚Oehms Classics‘ (OC 992).


    Susanna – Etta Fung / Gil – Isaac Droscha / Hsu Wei-En (Klavier) (Hong Kong, Asia Society, 27. 11. 2022). Eine Kammerspiel-Version für die ‚Dante Alighieri Society’ in Hong Kong.


    Die visuellen Aufnahmen folgen später.


    Carlo

    Donald McIntyre ist gestern 91jährig in München gestorben, wo er seinen Lebensabend verbrachte, verheiratet mit einer Deutschen.




    Mit Betroffenheit habe ich heute von seinem Tod erfahren. Meine Gedanken gehen zurück ins Jahr 1980, als ich ihn zum ersten und einzigen Mal live hörte: als 'Telramund' im "Lohengrin“ im Opernhaus Düsseldorf (6. 12. 1980). Seine Darstellung fand ich sehr beeindruckend – ein durchaus mannhafter Edler, der von seiner dämonischen Frau erotisch dominiert wird. Ihm zur Seite Elizabeth Connell als Ortrud, ebenfalls Bayreuth-erprobt, sowie ferner Patricia Stone als Elsa, William Johns als Lohengrin, Hans Tschammer als König Heinrich und Toshimitsu Kimura als Heerrufer; Jiří Kout war der Dirigent. Hinterher holte ich mir ein Autogramm und war auch von seiner privaten Ausstrahlung eingenommen, schon alleine seine Sprechstimme in perfektem Deutsch...



    Ich habe mir heute Nachmittag seine Wagner-Monologe auf der frühen 'RCA‘-Platte (1975) aus Neuseeland angehört und werde mir morgen – da ich gerade über Hindemiths "Cardillac“ für den 'Opernführer‘ recherchiere – meine Video-Aufnahme dieser Oper mit Donald McIntyre als charismatischer, unheimlicher Mörder nach langer Zeit wieder ansehen. Auch der 'Holländer‘ aus München, der 'Hans Sachs‘ aus Sidney, der 'Wotan‘ aus Bayreuth, der 'Orest‘ aus New York und auch Donald McIntyre als Papa seiner 'Landsfau‘ Kiri Te Kanawa in "Arabella" (ebenfalls New York) werden sicher bald im Video-Recorder bzw. DVD-Player abgespielt. Im Gegensatz zu manchen anderen Melomanen schätze ich auch seine Händel-Aufnahmen ("Saul“ und "The Messiah“) und auch seinen 'Mephisto‘ in "La damnation de Faust“ von Berlioz.



    Danke, Sir Donald, für diese eindrücklichen Erlebnisse – Rest in Peace!



    Carlo



    Was ich soeben erst gesehen habe: Joseph II. hat die entsprechenden 'Bildchen' zu den Aufnahmen dankenswerterweise im Eröffnungsbeitrag gepostet.

    „JONNY SPIELT AUF“ (Ernst Krenek)



    Es gab/gibt folgende Aufnahmen:



    Max – Amedeo Berdini / Anita – Elda Ribetti / Jonny – Mario Borriello / Daniello – Renato Capecchi / Yvonne – Aida Hovnanian / Der Manager – Franco Calabrese / Der Hoteldirektor – Walter Brunelli / Der Bahnangestellte – Renato Berti / Drei Polizisten – Piero Sardelli, Renato Ballacci und Eraldo Coda / Il Coro e l’Orchestra di Milano della Radiotelevisione Italiana / Chorltg.: Renato Benaglio / Dirigent: Alfredo Simonetto (Mailand, Auditorio della RAI, Sendung am 16. 11. 1958). Eine Studio-Produktion der RAI mit dem Titel „Jonny suona per voi“ in italienischer Sprache, veröffentlicht 2013 von ‚Cantus Classics‘ auf zwei CDs (CACD 5.01785 F).



    Max – Alvinio Misciano / Anita – Eugenia Ratti / Jonny – Renato Cesari / Daniello – Giorgio Giorgetti / Yvonne – Edith Martelli / Der Manager – Franco Calabrese / Der Hoteldirektor – Franco Artioli / Der Bahnangestellte – Gino Sarri / Drei Polizisten – Gianfranco Manganotti, Augusto Frati und Mario Frosini / Il Coro e l’Orchestra del Maggio Musicale Fiorentino / Chorltg.: Adolfo Fanfani / Dirigent: Bruno Bartoletti (Florenz, Teatro della Pergola, 15. 5. 1963). Die erste italienische Bühnenaufführung wurde von der RAI im Rundfunk übertragen.



    Max – William Blankenship / Anita – Evelyn Lear / Jonny – Gerd Feldhoff / Daniello – Thomas Stewart / Yvonne – Lucia Popp / Der Manager – Leo Heppe / Der Hoteldirektor – Kurt Equiluz / Der Bahnangestellte – Rudolf Sykora / Drei Polizisten – Anton Wendler, Hans Handlos und Leo Heppe / Der Wiener Akademie-Kammerchor / Chorltg.: Roman Zeilinger / Das Orchester der Wiener Volksoper / Dirigent: Heinrich Hollreiser. Eine Kurzfassung von Alfred Jerger im Einvernehmen mit Ernst Krenek für die Schallplattenaufnahme, erschienen 1965 bei ‚Amadeo‘ (AVRS 5038) auf einer LP in der Serie ‚Österreichs geistiges Leben‘.


    Der Wiener Bariton Alfred Jerger war am 16. 6. 1928 der Jonny in der Münchner Erstaufführung am Gärtnerplatztheater neben Elisa Stünzner als Anita, Gertrud Bender als Yvonne, Karl Aagard Oestvig als Max und Theodor Horand als Daniello. Alfred Jerger erinnerte sich: ‚Als ich auf das Klavier sprang, um die große Arie zu singen, ging im Zuschauerraum ein unfassbar lautes Brüllen, Pfeifen und Buhrufen los. Übelriechende Eier und faule Äpfel sausten auf mich zu. Stinkbomben wurden im Parkett geworfen. Frauen wurden ohnmächtig und Männer begannen, miteinander zu raufen. Kurz, es war unmöglich, weiterzuspielen. Der Vorhang musste fallen und die Vorstellung musste gänzlich abgebrochen werden.‘



    Max – Reiner Goldberg / Anita – Nelly Ailakowa / Jonny – Allan Evans / Daniello – Ludovic Konya / Yvonne – Felicitas Morawitz / Der Manager – Johann Werner Prein / Der Hoteldirektor – Richard Ames / Der Bahnangestellte – Josef Kepplinger / Der Chor der Vereinigten Bühnen Graz / Chorltg.: Ernst Rosenberger / Das Grazer Philharmonische Orchester / Dirigent: Ernst Märzendorfer / Choreographie: Linda Papworth / Bühnenbild: Frieder Klein / Kostüme: Xenia Hausner / Inszenierung: Axel Corti / TV-Regie: Otto Anton Eder. (Wien, Theater an der Wien, Juni 1980). Eine Co-Produktion der Grazer Oper mit den Wiener Festwochen und dem ‚Steirischen Herbst 1980‘, deren Aufzeichnung am 29. 11. 1980 im zweiten Fernsehprogramm des ORF ausgestrahlt wurde. Der Ton der Fernsehsendung ist bei ‚Premiere Opera‘ (31605) auf zwei CDs zu hören.



    Max – Heinz Kruse / Anita – Alessandra Marc / Jonny – Krister St. Hill / Daniello – Michael Kraus / Yvonne – Marita Posselt / Der Manager – Dieter Scholz / Der Hoteldirektor – Dieter Schwartner / Der Bahnangestellte – Martin Petzold / Drei Polizisten – Martin Petzold, Matthias Weichert und Erwin Noack / Der Chor der Oper Leipzig / Chorltg.: Volkmar Olbrich / Die Jazz-Band ‚Chinchilla‘ / Roald Reinecke (Jazz-Violinsolo) / Andreas Korn (Jazz-Pianosolo) / Das Gewandhausorchester Leipzig / Gunnar Kaltofen (Solovioline) / Dirigent: Lothar Zagrosek (Leipzig-Connewitz, Paul-Gerhardt-Kirche, 14. 11. - 26. 11. 1991). Eine Studio-Produktiom der ‚Decca‘ für die Serie ‚Entartete Musik‘ auf zwei CDs (436 631-2).


    Ursprünglich sollte Bruce Hubbard den Jonny singen, er starb aber kurz vor Beginn der Schallplatten-Einspielung. Statt seiner wurde Krister St. Hill ‚patched- in‘, d. h. er sang später zu der vorab aufgenommenen Orchesteraufnahme. Lothar Zagrosek war auch der Dirigent der Inszenierung an der Leipziger Oper (Premiere am 27. 9. 1990) mit Birgit Harnisch (Anita), Marita Posselt (Yvonne), Helmut Wildhaber (Max), Jimi Ray Malary (Jonny) und Jürgen Kurth (Daniello).



    Max – Andreas Jaeggi / Anita – Franҫoise Pollet / Jonny – David Wilson-Johnson / Daniello – Didier Henry / Yvonne – Judith Howarth / Der Manager – Rodney Godshall / Der Hoteldirektor und Der Bahnangestellte – Ian Thompson / Drei Polizisten – Philippe Gaudin, Richard Tronc und Mario Castagnetti / Les Choeurs de Radio France / Chorltg.: Krijn Koestveld / Das Orchestre National de France / Dirigent: Jeffrey Tate (Paris, Salle Olivier Messiaen, 24. 5. 1993). Eine konzertante Aufführung des französischen Rundfunks, die unter schwierigen Bedingungen entstand. Geplant war eine Besetzung mit u. a. Stuart Kale (Max), Sheri Greenawald (Anita), Franz Ferdinand Nentwig (Jonny), Judith Howarth (Yvonne) und Peter Meven (Manager). Letztendlich sangen die oben genannten Solisten, wobei Franҫoise Pollet innerhalb von drei Tagen für die erkrankte Ashley Putnam einsprang, die ihrerseits als Ersatz für Sheri Greenawald engagiert wurde.



    Max – Torsten Kerl / Anita – Nancy Gustafson / Jonny – Bo Skovhus / Daniello – Peter Weber / Yvonne – Ildikó Raimondi / Der Manager – Wolfgang Bankl / Der Hoteldirektor – John Dickie / Der Bahnangestellte – Konrad Huber / Drei Polizisten – Benedikt Kobel, Marcus Pelz und Peter Köves / Der Chor und das Orchester der Wiener Staatsoper / Chorltg.: Ernst Dunshirn / Dirigent: Seiji Ozawa (Wien, Staatsoper, 16. 12. 2002). Die Premiere – Inszenierung: Günter Krämer – wurde live im ORF-Rundfunk übertragen und kann auch im Internet gehört werden.



    Max – Alexander Günther / Anita – Larissa Krokhina / Jonny – Krister St. Hill / Daniello – Björn Waag / Yvonne – Steffi Lehmann / Der Manager – Sebastian Campione / Der Hoteldirektor – Artjom Korotkov / Der Bahnangestellte – Detlef Koball / Drei Polizisten – Günter Moderegger, Chong Kem Kin und Oliver Luhn / Der Opernchor des Nationaltheaters Weimar / Die Staatskapelle Weimar / Dirigent: Martin Hoff (Weimar, Nationaltheater, 29. 5. 2014). Ein Mitschnitt des ‚Deutschlandfunks Kultur‘, gesendet am 12. 7. 2014.



    Weitere Produktionen gab es in Karlsruhe (1998), Köln (2005) und München (2022), aber von diesen Aufführungen scheint es keine akustischen oder visuellen Dokumente zu geben.



    Carlo

    Am kommenden Freitag (14. 11. 2025) hält Richard Weber-Laux in Darmstadt einen Vortrag über Elisabeth Grümmer:


    „Hör-Art: Elisabeth Grümmer – Deutscher Weltstar mit schönster Romantikstimme. Die begnadete Sopranistin bezauberte das Publikum von 1950 bis 1970. Ihr Lebensweg wird in zahlreichen Dokumenten, Bildern und Aufnahmen nachgezeichnet. Sie selbst kommt zu Wort. Ihr Altersruhesitz in Alsbach ehrte sie mit dem ‚Elisabeth-Grümmer-Stieg‘.“


    Die Veranstaltung findet im Vortragsraum der ‚Akademie 55 plus‘ in Darmstadt, Heidelberger Straße 89, in der Zeit von 14.oo bis 15.3o Uhr statt.


    Carlo

    „LA PIETRA DEL PARAGONE“ (‚Die Liebesprobe‘) (Gioachino Rossini)



    Zweiter Teil – diese Aufnahmen gab/gibt es visuell:



    Asdrubale – Ivo Vinco / Clarice – Fiorenza Cossotto / Aspasia – Silvana Zanolli / Fulvia – Eugenia Ratti / Giocondo – Alvinio Misciano / Macrobio – Renato Capecchi / Pacuvio – Giulio Fioravanti / Fabrizio – Franco Calabrese / Il Coro e l’Orchestra del Teatro alla Scala di Milano / Chorltg.: Norberto Mola / Dirigent: Nino Sanzogno / Bühnenbild: Mario Chiari / Kostüme: Maria De Matteis / Inszenierung: Eduardo De Filippo / TV-Regie: Arturo Gagliardelli (Mailand, Teatro alla Scala, 6. 6. 1959). Es wurde nur der zweite -

    handlungsmäßig relevantere - Akt live im Fernsehen gezeigt, während die gleichzeitige Rundfunkübertragung die komplette Oper brachte (siehe erster Teil der Auflistung).



    Asdrubale – Bruno Marangoni / Clarice – Rosa Laghezza / Aspasia – Maria Carla Vaira / Fulvia – Mirella Fiorentini / Giocondo – Renzo Casellato / Macrobio – Angelo Nosotti / Pacuvio – Mario Basiola / Fabrizio - Marcos Peña Perez / Il Coro del Teatro San Carlo di Napoli / Chorltg.: Michele Lauro / L’Orchestra ‚Alessandro Scarlatti‘ di Napoli / Dirigent: Mario Rossi (Neapel, Teatro di Corte del Palazzo Reale, 23. 9. 1961). Es gab zwei Bühnenaufführungen – Regie: Alessandro Brissoni – im Innenhof des Königlichen Palastes in Neapel, wovon die erste im Rundfunk übertragen wurde. Eine gleichzeitige TV-Übertragung wurde am 14. 7. 1963 im zweiten Fernseh-Programm der RAI wiederholt.



    Asdrubale – Tom Krause / Clarice – Cvetka Ahlin / Aspasia – Elisabeth Steiner / Fulvia – Ria Urban / Giocondo – Horst Wilhelm / Macrobio – Toni Blankenheim / Pacuvio – Heinz Blankenburg / Fabrizio – Peter Roth-Ehrang / Der Chor der Hamburgischen Staatsoper / Chorltg.: Günther Schmidt-Bohländer / Das Philharmonische Staatsorchester Hamburg / Dirigent: Horst Stein / Ausstattung: Alfred Siercke / Inszenierung: Günther Rennert / TV-Regie: Karlheinz Hundorf (Hamburg, Staatsoper, 3. 11. 1962). Die deutsche, stark gekürzte Fassung (132 Minuten) der Oper - mit dem seither gebräuchlichen deutschen Titel „Die Liebesprobe“ - fußte auf der Übersetzung von Wilhelm Michael Treichlinger in der Bearbeitung von Paul Friedrich und Günther Rennert. (Es gab eine Aufzeichnung der Premiere durch das ZDF, die als Deutsche Erstaufführung angekündigt war, obwohl die Oper 1817 bereits in München gespielt wurde!) Die Sendung vom 25. 8. 1963 wurde Jahrzehnte später im kurzfristig bestehenden ‚Kultur-Kanal‘ des ZDF – als Nachfolger des ‚Theater-Kanals‘ - wiederholt.)



    Asdrubale – Ugo Trama / Clarice – Josephine Veasey / Aspasia – Anna Reynolds / Fulvia – Alberta Valentini / Giocondo – Umberto Grilli / Macrobio – Michel Roux / Pacuvio – Heinz Blankenburg / Fabrizio – David Hartley / The Glyndebourne Festival Chorus / Chorltg.: Myer Fredman / The London Philharmonic Orchestra / Dirigent: John Pritchard / Ausstattung: Osbert Lancaster / Inszenierung: Günther Rennert / TV-Regie: John Vernon (Glyndebourne, Festival Theatre, Juli 1965). Eine Aufzeichnung von den Festspielen in Glyndebourne durch die BBC für ihr zweites Fernseh-Programm, gesendet am 9. 9. 1965. (Hier gab man die Oper – ebenfalls stark gekürzt: 116 Minuten - in der ins Italienische übersetzten deutschen Textfassung von Paul Friedrich und Günther Rennert!)



    Asdrubale – Justino Diaz / Clarice – Julia Hamari / Aspasia – Antonella Pianezzola / Fulvia – Daniela Dessì / Giocondo – Ugo Benelli / Macrobio – Claudio Desderi / Pacuvio – Alessandro Corbelli / Fabrizio – Armando Ariostini / Il Coro e l’Orchestra del Teatro alla Scala di Milano / Chorltg.: Renato Gabbiani / Dirigent: Piero Bellugi / Bühnenbild: Mario Chiari / Kostüme: Maria De Matteis / Regie: Giorgio Cristini (nach Eduardo De Filippo) / TV-Regie: Ferruccio Marotti (Mailand, Teatro della Piccola Scala, 5. 2. 1982). Diese Wiederaufnahme der Produktion von 1959 wurde vom italienischen Fernsehen RAI live übertragen und sie steht auch im Internet. (Siehe auch ‚akustische Aufnahmen‘ im ersten Teil.)



    Asdrubale – Natale De Carolis / Clarice – Cecilia Bartoli / Aspasia – Gloria Scalchi / Fulvia – Patrizia Orciani / Giocondo – Luca Canonici / Macrobio – Bruno Praticò / Pacuvio – Alfonso Antoniozzi / Fabrizio – Fabio Tartari / Il Coro e l’Orchestra del Teatro Massimo ‚Bellini‘ di Catania / Dirigent: Marcello Viotti / Regie: Italo Nunziata (nach Eduardo De Filippo) (Catania, Teatro Massimo ‚Bellini‘, 8. 4. 1988). Auch in Sizilien wurde Eduardo De Filippos weitgereiste Produktion gezeigt. Der Live-Mitschnitt ist auf ‚YouTube‘ zu sehen, allerdings ist die Bildqualität sehr schlecht. Vermutlich ist die DVD, die ‚Premiere Opera‘ (DVD 5014) anbietet, besser.



    Asdrubale – Franҫois Lis / Clarice – Sonia Prina / Aspasia – Jennifer Holloway / Fulvia – Laura Giordano / Giocondo – José Manuel Zapata / Macrobio – Joan Martín-Royo / Pacuvio – Christian Senn / Fabrizio – Filippo Polinelli / Uno commediante – Julien Lambert / Il Coro del Teatro Regio di Parma / Chorltg.: Martino Faggiani / L’Ensemble ‚Matheus‘ / Dirigent: Jean-Christophe Spinosi / Bühnenbild und Regie: Giorgio Barberio Corsetti und Pierrick Sorin / Kostüme und Dekor-Mitarbeit: Christian Taraborrelli / TV-Regie: Philippe Béziat (Paris, Théâtre du Châtelet, Januar 2007). Eine TV-Aufzeichnung der Sender ‚Unitel Classica‘ und ‚Mezzo‘; herausgegeben 2007 auf zwei DVDs von ‚Naive‘ (V 5089). Den Aufführungen – die bereits im Dezember 2006 am Teatro Regio in Parma zu sehen waren - lag die Revision von Anders Wiklund und Patricia Brauner vom Verlag ‚Ricordi‘ zugrunde. Eine knallbunte ‚Zeitgeist‘-Inszenierung mit ständigen Videos im Hintergrund (z. T. Großaufnahmen der Sänger); der geteilte Bildschirm verwirrt zusätzlich.



    Asdrubale – Marco Vinco / Clarice – Marie-Ange Todorovich / Aspasia – Laura Brioli / Fulvia – Patrizia Biccirè / Giocondo – Raúl Giménez / Macrobio – Pietro Spagnoli / Pacuvio – Paolo Bordogna / Fabrizio – Tomeu Bibiloni / El Coro del Teatro Real de Madrid / Chorltg.: Jordi Casas Bayer / La Orquesta Sinfónica de Madrid / Dirigent: Alberto Zedda / Ausstattung und Inszenierung: Pier Luigi Pizzi / TV-Regie: Ángel Luis Ramírez (Madrid, Teatro Real, April 2007). Eine Aufzeichnung durch TVE (Television España) von der Produktion, die 2002 für das ‚Rossini Opera Festival‘ in Pesaro (siehe erster Teil) entstand und die 2007 von ‚Opus Arte‘ (OA 0987 D) auf zwei DVDs veröffentlicht wurde. Die akustische Variante bietet ‚La Maison de la Lirique‘ auf zwei CDs an (0095). Eine - in einem modernen Wellness-Hotel angesiedelte - Inszenierung, die nur oberflächlich funktionierte und die ‚Semiseria‘-Momente der Handlung aussparte. (Marco Vinco ist der Neffe des Bassisten Ivo Vinco, der zeitweise mit Fiorenza Cossotto verheiratet war.)



    Asdrubale – Richard Ollarsaba / Clarice – Zoie Reams / Aspasia – Megan Mikailovna Samarin / Fulvia – Summer Hassan / Giocondo – Alasdair Kent / Macrobio – Kihun Yoon / Pacuvio – Shea Owens / Fabrizio – Anthony Schneider / The Chorus and Orchestra of Wolf Trap Opera / Chorltg.: David Hanlon / Dirigent: Antony Walker / Bühnenbild: Erhard Rom / Kostüme: Erik Teague / Inszenierung; E. Loren Meeker (Wolf Trap, VA/USA, The Barns, Juni 2017). Eine ‚stilgerechte‘ Aufführung, die – wie die beiden vorhergehenden Produktionen - auch auf ‚YouTube‘ gesehen werden kann.



    Asdrubale – Gianluca Margheri / Clarice – Aya Wakizono / Aspasia – Aurora Faggioli / Fulvia – Marina Monzó / Giocondo – Maxim Mironov / Macrobio – Davide Luciano / Pacuvio – Paolo Bordogna / Fabrizio – William Corrò / Il Coro del Teatro Ventidio Basso / Chorltg.: Giovanni Farina / L’Orchestra Sinfonica Nazionale della RAI / Dirigent: Daniele Rustioni / Regie: Pier Luigi Pizzi (Pesaro, Adriatic Arena, 11. 8. 2017). Eine Aufzeichnung vom ‚Rossini Opera Festival 2017‘ in Pesaro, gesendet am 17. 8. 2017, in derselben Inszenierung wie 2002 und 2007.



    Es ist mir bekannt, dass der ORF am 30. 1. 1963 aus dem Salzburger Landestheater die Oper „Die Liebesprobe“ im Fernsehen übertragen hat, doch fehlt mir zu den pauschal genannten Sängern ein Rollenverzeichnis und auch das Datum der Österreichischen Erstaufführung (in der Bearbeitung von Paul Friedrich und Günther Rennert) - vermutlich erst nach der angeblichen Deutschen Erstaufführung am 3. 11. 1962 in Hamburg, siehe oben - konnte ich nicht feststellen. Lediglich eine Kritik in der ‚Opernwelt‘-Ausgabe 2/1963 weist auf diese Salzburger Produktion hin. Es wirkten mit: Friederike Baumgartner, Sharon Bliss, Karin Hurdström, Peter Branoff, Robert Granzer, Paul Huddleston, James Mahler und Fred Würz; Mladen Basič leitete das Mozarteum-Orchester Salzburg. Die Inszenierung besorgte der damalige Intendant des Landestheaters, Hellmuth Matiasek (der spätere Ehemann von Cornelia Froboess), und die Ausstattung stammte von Erich Kondrak. Nebenbei gesagt: Wann werden die Kritiker sich wieder angewöhnen, auch die komplette Sängerbesetzung mitsamt ihren Rollen zu nennen und nicht nur spalten- und seitenlang über die Inszenierung zu schreiben? Denn Kleinvieh macht auch Mist! Früher war das bei 'Opernwelt' (Hannover bzw. Berlin), ‚Orpheus‘ (Berlin), ‚Opera‘ (London), ‚Opéra International‘ (Paris) und ‚L‘Opera’ (Mailand) so üblich. Wieder mal etwas, was dann mal weg war…



    Es gab in den achtziger Jahren eine italienisch-tschechische Verfilmung der Oper „La pietra del paragone“ mit Ugo Benelli (Giocondo), Alfredo Mariotti (Macrobio) und Claudio Desderi (Pacuvio). Der Dirigent war Piero Bellugi am Pult des Radio-Symphonieorchesters Bratislava; es sang der Chor des Slowakischen Nationaltheaters Bratislava. Die VHS-Kassette erschien 1982 bei ‚Dreamlife‘ (VFZT 00889) in Japan; auch eine Laserdisc soll es gegeben haben. (Auf ‚YouTube‘ ist ein kurzer Ausschnitt daraus zu sehen.) Leider habe ich nichts Näheres über diesen Film in Erfahrung bringen können. Meines Wissens lief er nicht im deutschen Fernsehen, im Gegensatz zu den Donizetti-Opernfilmen „La figlia del reggimento“ (mit Hania Kovicz, Anna Maccianti, Ugo Benelli und Alfredo Mariotti / Dirigent: Donato Renzetti) und „L’elisir d’amore“ (mit Melanie Holliday, Miroslav Dvorský, Alfredo Mariotti und Armando Ariostini / Dirigent: Piero Bellugi).



    „La pietra del paragone“ war Gioachino Rossinis siebente Oper und er komponierte sie im Alter von 20 Jahren durch Vermittlung der Sänger Marietta Marcolini und Filippo Galli, die in der neuen Oper die Hauptrollen Clarice und Asdrubale singen sollten, für die Mailänder Scala. Die Uraufführung am 26. 9. 1812 war ein durchschlagender Erfolg, dem 52 Folgevorstellungen in der Saison 1812/1813 folgten. Weitere Bühnenwerke Rossinis, die in Mailand erstmals erklangen, waren „Aureliano in Palmira“ (26. 12. 1813), „Il Turco in Italia“ (14. 8. 1814), „La gazza ladra“ (31. 5. 1817) und „Bianca e Falliero“ (26. 12. 1819).



    Carlo

    „LA PIETRA DEL PARAGONE“ (‚Die Liebesprobe‘) (Gioachino Rossini)


    „La pietra del paragone“ heißt wörtlich übersetzt „Der Prüfstein“. Die Italiener haben ein Sprichwort – ‚Le persone hanno una pietra del paragone per testare l‘oro, ma l’oro è la pietra del paragone per testare le persone’ - was soviel heißt wie: ‚Die Menschen haben einen Prüfstein, um das Gold zu testen, aber das Gold ist der Prüfstein, um die Menschen zu testen.‘



    Erster Teil - diese Aufnahmen gab/gibt es akustisch:



    Asdrubale – Ivo Vinco / Clarice – Fiorenza Cossotto / Aspasia – Silvana Zanolli / Fulvia – Eugenia Ratti / Giocondo – Alvinio Misciano / Macrobio – Renato Capecchi / Pacuvio – Giulio Fioravanti / Fabrizio – Franco Calabrese / Elio Cantamessa (Cembalo) / Il Coro e l’Orchestra del Teatro alla Scala di Milano / Chorltg.: Norberto Mola / Dirigent: Nino Sanzogno (Mailand, Teatro della Piccola Scala, 6. 6. 1959). Als akustischer Mitschnitt auf je zwei LPs erschienen bei ‚Edward J. Smith‘ (EJS 280) und bei ‚Fonit Cetra - Documents‘ (DOC 8). Der zweite Akt wurde live im Fernsehen übertragen.



    Asdrubale – Bruno Marangoni / Clarice – Rosa Laghezza / Aspasia – Maria Carla Vaira / Fulvia – Mirella Fiorentini / Giocondo – Renzo Casellato / Macrobio – Angelo Nosotti / Pacuvio – Mario Basiola / Fabrizio - Marcos Peña Perez / Il Coro del Teatro San Carlo di Napoli / Chorltg.: Michele Lauro / L’Orchestra ‚Alessandro Scarlatti‘ di Napoli / Dirigent: Mario Rossi (Neapel, Teatro di Corte del Palazzo Reale, 23. 9. 1961). Es gab zwei Bühnenaufführungen – Regie: Alessandro Brissoni – im Innenhof des Königlichen Palastes in Neapel mit sowohl Rundfunk- als auch Fernsehübertragung durch die RAI. (Siehe zweiter Teil.)



    Asdrubale – John Reardon / Clarice – Beverly Wolff / Aspasia – Elaine Bonazzi / Fulvia – Anne Elgar / Giocondo – José Carreras / Macrobio – Andrew Foldi / Pacuvio – Justino Diaz / Fabrizio – Raymond Murcell / Kenneth Cooper (Cembalo) / The Clarion Concerts Chorus and Orchestra / Chorleiter und Dirigent: Newell Jenkins (New York, Vanguard’s 23rd Street Studio, Oktober 1972). Eine Aufnahme, die 1973 auf drei LPs (VSD 71 183/85 <stereo> bzw. VSQ 30 025/27 <quadro>) in den USA bei ‚Vanguard‘ erschien und durch eine Spende des ‚Mary Flagler Cary Charitable Trust‘ ermöglicht wurde. 1992 wurde sie von ‚Vanguard Classics’ wiederveröffentlicht auf drei CDs mit der Katalognr. 08 9031 73. (Ich habe die italienische Lizenz-Ausgabe von ‚Dischi Ricordi‘ - AOCL 316002 - auf drei LPs.) Nach Beendigung der Aufnahmen gaben alle Mitwirkenden ein Konzert am 31. 10. 1972 in der New Yorker Alice Tully Hall, wovon es einen Mitschnitt bei ‚Mr. Tape‘ gibt. Dies war die erste Schallplatten-Gesamtaufnahme einer Oper mit José Carreras, der damals Mitglied des Ensembles der New York City Opera war.



    Asdrubale – Richard Barrett / Clarice – Sandra Browne / Aspasia – Joan Davies / Fulvia – Iris Dell’Aqua / Giocondo – John Sandor / Macrobio – Eric Garrett / Pacuvio – Ian Caddy / Fabrizio – James O’Niell / Edward Lambert (Cembalo) / The Wexford Festival Chorus / Chorltg.: Kenneth Cleveland / The RTÉ Symphony Orchestra / Dirigent: Roderick Brydon (Wexford, Theatre Royal, 24. 10. 1975). Eine italienisch gesungene Aufführung im irischen Wexford (Regie: Adrian Slack).



    Asdrubale – Justino Diaz / Clarice – Julia Hamari / Aspasia – Gloria Banditelli / Fulvia – Marta Taddei / Giocondo – Paolo Barbacini / Macrobio – Claudio Desderi / Pacuvio – Alessandro Corbelli / Fabrizio – Armando Ariostini / Il Coro e l’Orchestra del Teatro alla Scala di Milano / Chorltg.: Renato Gabbiani / Dirigent: Roberto Abbado (Edinburgh, King’s Theatre, 6. 9. 1982). Ein Gastspiel des ‚Kleinen Hauses‘ der Mailänder Scala bei den Festspielen in Edinburgh mit Live-Rundfunkübertragung durch die BBC. (Siehe auch TV!)



    Asdrubale – Sesto Bruscantini / Clarice – Raquel Pierotti / Aspasia – Raphaelle Ivery / Fulvia – Csilla Zentai / Giocondo – Raúl Giménez / Macrobio – Enrico Fissore / Pacuvio – Timothy Nolen / Fabrizio – Daniel Honoré / Le Choeur et l’Orchestre de l’Opéra de Bordeaux / Dirigent: Klaus Weise (Bordeaux, Grand Théâtre, 12. 4. 1987). Ein Mitschnitt der Wiederaufnahme einer Inszenierung von Jean-Louis Thamin, die in gleicher Besetzung am 9. 5. 1986 zum Festival ‚Mai de Bordeaux‘ Premiere hatte.



    Asdrubale – Roberto Scaltriti / Clarice – Helga Müller-Molinari / Aspasia – Antonella Trovarelli / Fulvia – Maria Costanza Nocentini / Giocondo – Paolo Barbacini / Macrobio – Vincenzo Di Matteo / Pacuvio – Paolo Rumetz / Fabrizio – Alessandro Svab / Il Coro del Teatro Comunale di Modena / Chorltg.: Stefano Colò / L’Orchestra Camerata Musicale / Dirigent: Claudio Desderi (Modena, Teatro Comunale, 8., 10. und 12. 4. 1992). Ein Zusammenschnitt von drei Live-Aufführungen (Regie: Fabio Sparvoli), der 1992 bei ‚Nuova Era‘ (NE 7132/33) auf zwei CDs erschienen ist. Der Bass-Bariton Claudio Desderi gründete eine Musikschule (‚Scuola Musicale di Fiesole‘) - aus der außer Müller-Molinari und Barbacini die Mitwirkenden kamen – und hatte eine eigene Opern-Kompanie (‚Opera di Toscana‘); auch war er ein erfolgreicher Dirigent. (Im Oktober 1992 wurde diese Produktion auch in Pisa gezeigt.)



    Asdrubale – Pietro Spagnoli / Clarice – Sara Mingardo / Aspasia – Elisabetta Gutierrez / Fulvia – Maria Cristina Zanni (statt Tiziana Carraro) / Giocondo – William Matteuzzi / Macrobio – José Fardilha / Pacuvio – Marco Camastra / Fabrizio – Gioacchino Zarrelli / Komorný spevácky zbor Slovenský ludový umelecký kolektív, Bratislava (Der Kammerchor SLUK, Bratislava) / Chorltg.: Pavol Procházka / Das Symphonieorchester der Stadt Graz / Dirigent: Bruno Aprea (Martina Franca, Palazzo Ducale, Juli 1993). Ein Mitschnitt vom ‚19. Festival della Valle d‘Itria’ – Premiere am 28. 7. 1993 - und veröffentlicht 1996 von ‚Bongiovanni‘ (GB 2179/80) auf zwei CDs. (Zugrunde gelegt wurde die Revision von Luigi Ferrari mit einigen Kürzungen.)



    Asdrubale – Raffaele Costantini / Clarice – Agata Bienkowska / Aspasia – Anna Rita Gemmabella / Fulvia – Anke Herrmann / Giocondo – Alessandro Codeluppi / Macrobio – Dariusz Machej / Pacuvio – Gioacchino Zarrelli / Fabrizio – Teru Yoshihara / Český komorní sbor, Brno (Der Tschechische Kammerchor, Brünn) / Český komorní sólisté (Die Tschechischen Kammersolisten) / Dirigent und Cembalist: Alessandro De Marchi (Bad Wildbad, Kurhaus, 21. 7., 24. 7. und 27. 7. 2001). Eine Aufnahme des SWR vom Festival ‚Rossini in Wildbad 2001‘, die 2004 bei ‚Naxos‘ auf drei CDs (8.660093-95) erschien. (Wie bei den meisten in Bad Wildbad gezeigten Inszenierungen war auch diese - von Torsten Schröder inszeniert – ‚Regietheater nach Art des Hauses‘.)



    Asdrubale – Marco Vinco / Clarice – Carmen Oprisanu / Aspasia – Laura Brioli / Fulvia – Patrizia Biccirè / Giocondo – Raúl Giménez / Macrobio – Pietro Spagnoli / Pacuvio – Bruno De Simone / Fabrizio – Dariusz Machej / Pražský komorní sbor (Der Prager Kammerchor) / Chorltg.: Josef Pančík / L’Orchestra del Teatro Comunale di Bologna / Dirigent: Carlo Rizzi (Pesaro, Palafestival, 9. 8. 2002). Ein Mitschnitt der Radiotelevisione Italiana auf drei CDs bei ‚Foné‘ (10053).



    Asdrubale – Pavel Baransky / Clarice – Kismara Pessatti / Aspasia – Alexandra Rigazzi-Tarling / Fulvia – Eugenia Enguita / Giocondo – James Elliott / Macrobio – Boris Petronje / Pacuvio – Horst Lamnek / Fabrizio – Jakob Baumann / Damian Whiteley (Cembalo) / Mitglieder des Orchesters der Oper Zürich / Dirigent: Thomas Barthel (Genua, Mai 2004). Ein Mitschnitt in italienischer Sprache des ‚Internationalen Opernstudios des Opernhauses Zürich‘ auf zwei CDs von ‚Omniphon‘ (078037/38) in Basel.



    Asdrubale – Michele Pertusi / Clarice – Sonia Prina / Aspasia – Daniela Pini / Fulvia – Paola Cigna / Giocondo – José Manuel Zapata / Macrobio – Joan Martin-Royo / Pacuvio – Christian Senn / Fabrizio – Filippo Polinelli / Il Coro del Teatro Regio di Parma / Chorltg.: Martino Faggiani / L’Ensemble ‚Matheus‘ / Dirigent: Jean-Christophe Spinosi (Parma, Teatro Regio, 17. 12. 2006). Der Mitschnitt erschien auf drei CDs bei ‚La Maison de la Lirique‘ (Nr. 0094). Diese Produktion war im Januar 2007 auch im Théâtre du Châtelet in Paris zu sehen, wo sie vom Fernsehen aufgezeichnet wurde – siehe den zweiten Teil.



    Der zweite Teil mit den ‚visuellen‘ Aufnahmen folgt später.



    Carlo

    „DIE FREUNDE VON SALAMANKA“ (Franz Schubert)



    Folgende Aufnahmen sind dokumentiert:



    Gräfin Olivia – Maria Stader / Eusebia – Anneliese Luetjohan / Alonso – Ernst Haefliger / Diego – David Galliver / Fidelio – Diego Ochsenbein / Graf Tormes – Paul Geiser / Der Alkade – Gottfried Fehr / Laura – Inge Borkh / Manuel und Xilo – Fridolin Mosbacher / Zwei Guerillas – Jean Paul Köchlin und Pascal Oberholzer / Der Radiochor Bern / Das Berner Stadtorchester / Dirigent: Christoph Lertz (Bern, Studio von Radio Beromünster, September 1950). Diese nach wie vor erhaltene Aufnahme – Funkregie: der bekannte Schweizer Tenor Willy Frey – verwendet statt der Dialoge Zwischentexte von Charles Delle; sie wurde auch von der BBC London am 27. 2. 1953 gesendet, natürlich mit Begleittexten in englischer Sprache.



    Gräfin Olivia – Margot Guilleaume / Eusebia – Margarete Kiessling-Rothärmel / Alonso – Franz Fehringer / Diego – Alfred Pfeifle / Fidelio – Karl Schmitt-Walter / Der Graf von Tormes – Franz Klarwein / Der Alkalde – Georg Wieter / Laura – Käthe Nentwig / Manuel – Rudolf Wünzer / Sebastiano (Xilo) – Gustav Bley / Fernando – Alfons Forstner / Vier Räuber - Karl Kreile, Franz Weiss, Helmuth Huber und Karl Schwert / Der Chor und das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks / Chorltg.: Josef Kugler / Dirigent: Jan Koetsier (München, Studio 1 des Bayerischen Rundfunks, 17. 3. - 9. 4. 1952). Eine Rundfunkaufnahme in der Regie von Peter Tiedemann; erzählt wird die Handlung aus der Sicht von vier Gaunern: Neppino – Otto Brüggemann, Espresso – Walter Lantzsch, Ganova – Rudolf Vogel, Bancrutto – Rudolf Reif.



    Gräfin Olivia – Christiane Sorell / Eusebia – Liselotte Maikl / Alonso – Rudolf Christ / Diego – Kurt Equiluz / Fidelio – Leo Heppe / Der Graf von Tormes – Erich Majkut / Der Alcalde – Norman Foster / Laura – Ruthilde Boesch / Xilo – Felix Pflichter / Zwei Räuber – Franz Handlos und Walter Vaget / Der Chor des Österreichischen Rundfunks / Ltg.: Gottfried Preinfalk / Das Große Wiener Rundfunkorchester / Dirigent: Miltiades Caridis (Wien, Funkhaus, 16. 6. 1958; Sendung am 22. 11. 1958). Eine Produktion des ORF mit der Fassung von Hugo Engelbert Schwarz und Bernhard Paumgartner, in der Fidelio ‚Flaminio‘ heißt.



    Gräfin Olivia – Edith Mathis / Eusebia – Christine Weidinger / Alonso – Thomas Moser (statt Hermann Winkler) / Diego – Eberhard Büchner / Fidelio – Hermann Prey / Der Graf von Tormes – Norbert Orth / Der Alcalde – Robert Holl / Laura – Carol Wyatt (statt Trudeliese Schmidt) / Manuel und Xilo – Kurt Rydl / Zwei Räuber – Robert Holl und Kurt Rydl / Der Chor und das Symphonieorchester des Österreichischen Rundfunks / Chorltg.: Gottfried Preinfalk / Dirigent: Theodor Guschlbauer (Feldkirch, Stadthalle, 19. 6. 1978). Eine konzertante Aufführung (ohne Dialoge), gekoppelt mit Franz Schuberts Opernfragment „Der Spiegelritter“. Die Live-Übertragung des ORF erschien zuerst bei den US-Firmen ‚ANNA‘ und ‚Voce‘, dann 1981 bei der ‚Deutschen Grammophon Gesellschaft‘ (auf jeweils zwei LPs) und 2011 auf einer CD bei ‚Brilliant Classics‘ (ohne „Der Spiegelritter“) in den Niederlanden.



    Gräfin Olivia – Beatrice Haldas / Eusebia – Christine Whittlesey / Alonso – Helmut Wildhaber / Diego – Robert Brooks / Fidelio – Robert Holl / Der Graf von Tormes – Robert Brooks / Der Alcalde und Manuel – Robert Holl / Laura – Gabriele Sima / Das Neue Wiener Vocalensemble / Chorltg.: Peter Altmann / Die Wiener Symphoniker / Dirigent: Gerd Albrecht (Wien, Musikverein, 19. 11. 1986). Ein Konzert – mit drei Wiederholungen – von der ‚Wiener Schubertiade 1986‘, bei der auch Franz Schuberts „Symphonie Nr. 4 c-moll D 417“ erklang.



    Gräfin Olivia – Anne Dawson / Eusebia – Alwyn Mellor / Alonso – Rufus Müller / Diego – Christopher Ventris / Fidelio – Neal Davies / Der Graf von Tormes – Richard Cowan / Der Alcalde – Peter Sidhom / Laura – Rebecca Evans / Manuel und Xilo – Jonathan Best / Zwei Räuber – Neal Davies und Peter Sidhom / The Chorus of the Scottish Opers / Chorltg.: Robert Dean / The BBC Scottish Symphony Orchestra / Dirigent: David Robertson (Edinburgh, Usher Hall, 24. 8. 1993). Ein Konzert in deutscher Sprache mit englischen Zwischentexten (Sprecherin: Juliet Stevenson) bei den Festspielen in Edinburgh, bei dem am selben Abend auch Leoš Janáčeks Oper „Šárka“ auf dem Programm stand.



    Gräfin Olivia – Patrizia Biccirè / Eusebia – Valentina Farkas / Alonso – Matthias Klink / Diego – Eric Shaw / Fidelio – Selcuk Cara / Der Graf von Tormes – Bernhard Berchtold / Der Alcalde – Michael Eder / Laura – Daniela Pini / Manuel – Andrea Patuceli / Xilo – Dominik Hosenfelder / Ein Soldat – Leandro Fischetti / Coro e Orchestra del Teatro Comunale di Bologna / Chorltg.: Marcel Seminara / Dirigent: Rodolfo Bonucci (Bologna, Teatro Comunale, 11. 5. 2004). Marco Beghelli besorgte die Revision im Auftrag der „Internationalen Schubert-Gesellschaft“. (Eine konzertante Aufführung in deutscher Sprache mit den italienischen Dialogen von Vincenzo Cerami, die auf ‚YouTube‘ zu hören ist.)



    Drei Nummern aus „Die Freunde von Salamanka“ befinden sich auf der Platte „The Unknown Schubert“ von ‚Unique Opera Records‘: das Duett Laura-Diego ‚Gelagert unterm hellen Dach der Bäume‘ (mit Annelies Hückl und Werner Krenn), die Arie der Olivia ‚Wo ich gehe, wo ich weile‘ (mit Gerti Zeumer) und das Terzett ‚Lebensmut und frische Kühlung‘ (mit Gerti Zeumer, Annelies Hückl und Gertrude Jahn); Miltiades Caridis (statt Hans Swarowsky) leitete das ORF-Symphonieorchester Wien in einem Konzert vom 11. 3. 1974 im Wiener Musikverein. (Gerti Zeumer war für die erkrankte Edith Mathis eingesprungen.)



    Elly Ameling und Claes-Håkan Ahnsjö singen auch das genannte Duett Laura-Diego auf der ‚Philips‘-LP „Ein Opernabend mit Franz Schubert“ mit dem Rotterdams Philharmonisch Orkest unter Edo de Waart (1976).



    Die Arie des Fidelio (‚Man ist so glücklich und so frei‘) singt Oliver Widmer in seinem Recital mit Opernarien von Franz Schubert bei ‚Hyperion‘ (CD von 2001), begleitet vom Nemzeti Filharmonikus Zenekar (Ungarische National-Philharmonie) unter Jan Schultsz.



    Daniel Behle hat in seiner CD mit Schubert-Arien bei der ‚Deutschen Harmonia Mundi‘ mit dem Orfeo Barockorchester und der Dirigentin Michi Gaigg (2016) zwei Arien aus „Die Freunde von Salamanka“: ‚Aus Blumen deuten die Damen gern‘ (Graf Tormes) und ‚Es murmeln die Quellen, es leuchtet der Stern der Liebe‘ (Diego); die CD ist eine Reminiszenz an die Schubertiade in Schwarzenberg 2016.



    Edita Gruberova sang in dem Konzert vom 24. 6. 1992 in Feldkirch während der ‚Schubertiade Hohems 1992‘ die Arie der Olivia ‚Wo ich weile, wo ich gehe, schaue ich des Retters Bild‘, begleitet vom Koninklijk Concertgebouw Orkest unter Nikolaus Harnoncourt. (Ferner war sie die Solistin in der Arie der Luitgarde ‚Ihr unsichtbaren Geister‘ aus „Des Teufels Lustschloss“, in der Arie ‚Totus in corde langueo‘ aus dem „Offertorium C-Dur, D 136“ und im ‚Salve Regina‘ aus dem „Offertorium F-Dur, D 223“). Das Konzert wurde vom ORF mitgeschnitten.



    Am 20. 5. und 25. 5. 1995 wurde die Oper „Die Freunde von Salamanka“ auch konzertant im Schlosstheater Potsdam (Neues Palais) zusammen mit Schuberts „Die Verschworenen“ unter Christoph Spering mit u. a. Simone Kermes und Johannes Kalpers aufgeführt. Einen Mitschnitt des Konzertes konnte ich bisher nicht feststellen.



    Näheres zum Werk und seiner Entstehung im Tamino-Forum unter „Schubert-Opern“.



    Carlo

    „SAINT FRANÇOIS D’ASSISE“ (Olivier Messiaen)



    Zweiter Teil. (Alle Aufführungen sind in französischer Sprache.)



    L’Ange – Heidi Grant Murphy / Saint Franҫois – José van Dam / Le Lépreux – Kenneth Riegel / Frère Léon – Stéphane Degout / Frère Massée – Charles Workman / Frère Élie – Gerhard Siegel (statt Guy Renard) / Frère Bernard – Roland Bracht / Frères Sylvestre – Vladimir Vassilev / Frère Rufin – Tomasz Konieczny / Der WDR Rundfunkchor Köln / Chorltg.: Anton Marik / Det Danske Radiokor (Der Dänische Rundfunkchor) / Chorltg.: Kaare Hansen / Das SWR Sinfonieorchester Baden-Baden und Freiburg / Dirigent: Sylvain Cambreling (Bochum, Jahrhunderthalle, 27. 9. 2003). Die Premiere der halbszenischen Aufführungsserie des Kulturfestivals ‚RuhrTriennale‘ - dessen Intendant von 2002 bis 2004 Gerard Mortier war – fand am 13. 9. 2003 statt; der SWR nahm eine Vorstellung auf und sendete sie nach einigen Querelen erst am 10. 12. 2008 zum Ausklang des ‚Messiaen-Jahres‘.



    L’Ange – Christine Schäfer / Saint Franҫois – José van Dam / Le Lépreux – Chris Merritt / Frére Léon – Brett Polegato / Frére Massée – Charles Workman / Frére Élie – Christoph Homberger / Frére Bernard – Roland Bracht / Frére Sylvestre – Guillaume Antoine / Frére Rufin – David Bižić / Les Choeurs et l’Orchestre de l’Opéra National de Paris / Chorltg.: Peter Burian / Dirigent: Sylvain Cambreling (Paris, Opéra Bastille, 12. 10. 2004). Ein Mitschnitt von ‚Radio France‘. Mit dieser Neuinszenierung in der Regie von Stanislas Nordey - Premiere am 6. 10. 2004 - begann Gerard Mortier seine fünfjährige Intendanz an der Opéra Bastille.



    L’Ange – Camilla Tilling / Saint Franҫois – Rod Gilfry / Le Lépreux – Hubert Delamboye / Frère Léon – Henk Neven / Frère Massée – Tom Randle / Frère Éli – Donald Kaasch / Frère Bernard – Armand Arapian / Frère Sylvestre – Jan Willem Baljet / Frère Rufin – André Morsch / Het Koor van de Nederlandse Opera / Chorltg.: Martin Wright / Het Residentie Orkest, Den Haag / Dirigent: Ingo Metzmacher (Amsterdam, Muziektheater, 7. 6. 2008). Der Mitschnitt der zweiten Vorstellung (mit sechs folgenden Aufführungen während des ‚Holland Festivals 2008‘, das ganz im Zeichen des 100. Geburtstages von Olivier Messiaen stand) wurde u. a. am 27. 12. 2008 auch vom Hessischen Rundfunk gesendet. Die Regie dieser Inszenierung – als Schulunterricht mit vielen Kindern auf der Bühne - hatte Pierre Audi. Diese Produktion (Bühnenbild: Jean Kalman / Kostüme: Angelo Figus / TV-Regie: Misjel Vermeiren) ist 2009 auch auf drei DVDs bei ‚Opus Arte‘ (OA 1007 D) erschienen.


    ‚De Nederlandse Opera‘ gastierte damit am 7. 9. 2008 konzertant auch bei den Londoner ‚Proms‘ incl. einer Rundfunkübertragung durch die BBC. Statt Camilla Tilling und Tom Randle sangen dort Heidi Grant Murphy und Charles Workman die entsprechenden Rollen. (Der amerikanische Bariton Rodney Gilfry verkürzte ab 2005 seinen Vornamen zu ‚Rod‘.)



    L’Ange – Heidi Grant Murphy / Saint Franҫois – Vincent Le Texier / Le Lépreux – Hubert Delamboye / Frère Léon – Nicolas Courjal / Frère Massée – Tom Randle / Frère Élie – Olivier Dumait / Frère Bernard – Jean-Sébastien Bou / Frère Sylvestre – Mark Pancek / Frère Rufin – Robert Jezierski / Le Choeur et l’Orchestre Philharmonique de Radio France / Chorltg.: Matthias Brauer / Dirigent: Myung-Whun Chung (statt Sylvain Cambreling) (Paris, Salle Pleyel, 31. 10. 2008). Eine konzertante Aufführung der kompletten Oper (sechs Stunden mit zwei Pausen), die durch Projektionen von Bildern und Gemälden auf die Rückwand des Saals (Regie: Jean-Baptiste Barrière) kurzweiliger war als manche Bühneninszenierung der handlungsarmen Oper.



    L’Ange – Aline Kutan / Saint Franҫois – Marc Barrard / Le Lépreux – Chris Merritt / Frère Léon – Laurent Alvaro / Frère Massée – Benjamin Butterfield / Frère Élie – Antonio Figueroa / Frère Bernard – Gino Quilico / Le Choeur des Enfants de Montréal / Le Choeur et l’Orchestre Symphonique de Montréal / Dirigent: Kent Nagano (Montreal, Salle Wilfried Pelletier, 5. 12. 2008). Ein Mitschnitt des Konzerts durch die CBC (Canadian Broadcasting Corporation).



    L’Ange – Christine Schäfer / Saint Franҫois – Paul Gay / Le Lépreux – John Daszak / Frère Léon – Nikolay Borchev / Frère Massée – Kenneth Roberson / Frère Élie – Ulrich Reß / Frère Bernard – Christoph Stephinger / Frère Sylvestre – Rüdiger Trebes / Frère Rufin – Peter Mazalán / Der Chor und das Orchester der Bayerischen Staatsoper München / Chorltg.: Sören Eckhoff / Dirigent: Kent Nagano (München, Staatsoper, 1. 7. 2011). Eine Live-Übertragung des Bayerischen Rundfunks von fünf Stunden Dauer. Der österreichische ‚Aktionskünstler‘ Hermann Nitsch wurde für die Ausstattung und die Regie verpflichtet.



    L’Ange – Camilla Tilling / Saint Franҫois – Alejandro Marco-Buhrmester / Le Lépreux – Michael König / Frère Léon – Wiard Withold / Frère Massée – Tom Randle / Frère Élie – Gerhard Siegel / Frère Bernard – Victor von Halem / Frère Sylvestre – Vladimir Kapshuk / Frère Rufin - David Rubiera / El Coro ‚Intermezzo‘ / El Coro de la Generalitat Valenciana / Das SWR Sinfonieorchester Baden-Baden und Freiburg / Dirigent: Sylvain Cambreling (Madrid, Arena, 11. 7. 2011). Ursprünglich sollte die semi-konzertante Aufführung am 6. 7. 2011 in der Madrider ‚Caja Mágica‘ statt finden. Es handelte sich um die Wiederholung der halbszenischen Realisation aus Bochum von 2003 (siehe oben). Der schweizerische Bariton Marco-Buhrmester hieß einst ‚Alexander‘ mit Vornamen; ich erlebte ihn am 24. 4. 2000 in Bielefeld als sehr guten Interpreten der vier Baritonrollen in einer französisch gesungenen Vorstellung von „Les contes d’Hoffmann“.



    L’Ange – Emöke Baráth / Saint Francois – Vincent Le Texier / Le Lépreux – Peter Bronder / Frère Léon – Philippe Sly / Frère Massée – Ed Lyon / Frère Élie – Jean-Noel Briend / Frère Bernard – Hidekazu Tsumaya / Frère Sylvestre – Zhong Hao / Frère Rufin – Shigeru Hatakeyama / The New National Theatre Chorus / The Biwako Hall Vocal Ensemble / Chorltg.: Kyohei Tomihira / The Yomiuri Nippon Symphony Orchestra / Dirigent: Sylvain Cambreling (Tokyo, Suntory Hall, 19. 11. und 26. 11. 2017). Dieser Zusammenschnitt von zwei Konzerten erschien 2018 bei der CD-Firma ‚Altus‘ auf vier Silberscheiben mit der Katalognummer ALT-398/401.



    L’Ange – Claire de Sévigné / Saint Francois – Robin Adams / Le Lépreux – Aleš Briscein / Frère Léon – Kartal Karagedik / Frère Massée – Jason Bridges / Frère Élie – Omar Mancini / Frère Bernard – William Meinert / Frère Sylvestre – Joé Bertini / Frère Rufin – Anas Séguin / Le Choeur du Grand Théâtre de Genève / Choeur ‚Le Motet de Genève‘ / Chorltg.: Mark Biggins / L’Orchestre de la Suisse Romande / Dirigent: Jonathan Nott (Genf, Grand Théâtre, 11. 4. 2024). Eine Eigenaufnahme des Genfer Opernhauses; die Inszenierung stammt von Adel Abdessemed, der auch für die Ausstattung verantwortlich war.



    L’Ange – Anna Prohaska / Saint Franҫois – Jacques Imbrailo / Le Lépreux – Anthony Gregory / Frère Léon – Kartal Karagedik / Frère Massée – Dovlet Nurgeldiyev / Frère Élie – Andrew Dickinson / Frère Bernard – David Minseok Kang / Frère Sylvestre – Florian Eggers / Frère Rufin – Niklas Mallmann / Die Audi Jugendchorakademie / Das Vokalensemble LauschWerk / Chorltg.: Martin Steidler / Das Philharmonische Staatsorchester Hamburg / Dirigent: Kent Nagano (Hamburg, Elbphilharmonie, 6. 6. 2024). Ein privater Mitschnitt der zweiten halbszenischen Aufführung (Regie: Georges Delnon) in Hamburg, die eine Coproduktion der Hamburgischen Staatsoper, des Philharmonischen Staatsorchesters Hamburg und der Elbphilharmonie war.



    Von den Produktionen in Darmstadt (2018) und Bukarest (2023) sind mir keine akustischen oder visuellen Dokumente bekannt. Am 11. 6. 2023 hatte das Werk auch in Stuttgart Premiere, doch die Produktion hatte Teile der Oper in die freie Natur und zu verschiedenen, weit auseinander liegenden Spielstätten ‚ausgelagert‘, so dass auch diese Aufführung nicht dokumentiert ist.



    Es gibt einen interessanten "Tamino"-Thread zu dieser Oper: „Messiaen: Saint Franҫois d’Assise – Monumentale Heiligenlegende und musikalische Grenzerfahrung“.



    Carlo

    „SAINT FRANÇOIS D’ASSISE“ (Olivier Messiaen)



    Erster Teil. (Alle Aufführungen sind in französischer Sprache.)



    L’Ange – Christiane Eda-Pierre / Saint Franҫois – José van Dam / Le Lépreux – Kenneth Riegel / Frère Léon – Michel Philippe / Frère Massée – Georges Gautier / Frère Élie – Michel Sénéchal / Frère Bernard – Jean-Philippe Courtis / Frère Sylvestre - Lucien Dalmon / Frère Rufin – Jean-Jacques Nadaud / Les Choeurs et l’Orchestre du Théâtre National de l’Opéra de Paris / Chorltg.: Jean Laforge / Dirigent: Seiji Ozawa / Ausstattung: Giuseppe Crisolini-Malatesta / Regie: Sandro Sequi / TV-Regie: Ariane Adriani. Die Uraufführung in der Pariser Oper – Palais Garnier – war am 28. 11. 1983. Auf ‚YouTube‘ ist die Aufzeichnung des französischen TV-Senders ‚Antenne 2‘ zu sehen. Ein akustischer Zusammenschnitt von Radio France von zwei Aufführungen (6. 12. und 9. 12. 1983) der Uraufführungsproduktion erschien 1998 auf vier CDs bei ‚Cybelia‘ (CY 833/36) in Frankreich.



    L’Ange – Rachel Yakar / Saint Franҫois – Dietrich Fischer-Dieskau / Le Lépreux – Kenneth Riegel / Frère Léon – Gilles Cachemaille / Frère Massée – Robert Tear / Frère Bernard – Sebastian Vittucci / Der Arnold Schoenberg Chor / Der ORF-Chor Wien / Chorltg.: Erwin Ortner / Das Radio Symphonieorchester Wien / Dirigent: Lothar Zagrosek (Salzburg, Felsenreitschule, 22. 8. 1985). Eine konzertante Aufführung der Szenen 3 (Le baiser au Lépreux - Der Kuss des Aussätzigen), 6 (Le prêche aux oiseaux - Die Vogelpredigt), 7 (Les stigmates - Die Stigmata) und 8 (La mort de Franҫois et la nouvelle vie - Der Tod des Franziskus und das neue Leben). Der Mitschnitt wurde 1998 von ‚Orfeo‘ auf zwei CDs (C 485 982 I) veröffentlicht.



    L’Ange – Maria Orán / Saint Franҫois – Philippe Rouillon / Le Lépreux – John Gilmore / Frère Léon – Phil Frohnmeyer / Frère Massée – Gérard Garino / Frère Élie – Bruce Brewer / Frère Bernard – Charles van Tassel / Frère Sylvestre und Frère Rufin – Chorsolisten / Het Groot Omroepkoor / Het Nederlands Kamerkoor / Het Radio Symfonie Orkest / Het Radio Kamerorkest / Dirigent: Kent Nagano (Utrecht, Muziekcentrum Vredenburg, 28. 9. 1986). Die Rundfunksendung der konzertanten Aufführung erschien 1988 auf vier CDs bei ‚KRO‘ (Katholieke Radio Omroep) unter der Nr. KK 8802.



    L’Ange – Maria Orán / Saint Franҫois – David Wilson-Johnson / Le Lépreux – Kenneth Riegel / Frère Léon – Nicholas Isherwood / Frère Massée – John Graham-Hall / Frère Élie – Ragnar Ulfung / Frère Bernard – Jean-Philippe Courtis / Frère Sylvestre – Roger Heath / Frère Rufin – Jonathan Robarts / The London Philharmonic Choir / Chorltg.: Richard Cooke / The London Philharmonic Orchestra / Dirigent: Kent Nagano / Bühnenbild: Mark Wheeler / Kostüme: Helen Fitzwilliam / Regie: Michael Rennison / TV-Regie: Barrie Gavin (London, Royal Festival Hall, 10. 12. 1988). Eine halbszenische Aufführung in Gegenwart Olivier Messiaens, der an diesem Tag seinen 80. Geburtstag feierte. (Im Internet gibt es eine TV-Aufzeichnung der BBC vom dritten Akt und zusätzlich ein Portrait des Komponisten ‚Messiaen at 80‘).



    L’Ange – Dawn Upshaw / Saint Franҫois – José van Dam / Le Lépreux – Ronald Hamilton / Frère Léon – Urban Malmberg / Frère Massée – John Aler / Frère Élie – Thomas Young / Frère Bernard – Tom Krause / Frère Sylvestre – Akos Banlaky Frère Rufin – Reinhard Koller / Der Arnold Schoenberg Chor / Chorltg.: Erwin Ortner / The Los Angeles Philharmonic Orchestra / Dirigent: Esa-Pekka Salonen (Salzburg, Felsenreitschule, 17. 8. 1992). Eine Coproduktion – Regie: Peter Sellars – mit der Opéra Bastille in Paris. Der SWR brachte den Mitschnitt des ORF am 30. 8. 1992.



    L’Ange – Petra Maria Schnitzer / Saint Franҫois – William Dazeley / Le Lépreux – Ragnar Ulfung / Frère Léon – Stephan Genz / Frère Massée – Georges Gautier / Frère Bernard – Franz-Josef Selig / Der Kölner Rundfunk-Chor / Chorltg.: Godfried Ritter / Das Kölner Rundfunk-Sinfonie-Orchester / Dirigent: Kent Nagano (Köln, Philharmonie, 25. 2. 1998). Eine konzertante Aufführung (Szenen 3, 6, 7 und 8 am ‚Aschermittwoch der Künstler 1998‘ und zum Jubiläum ‚750 Jahre Kölner Dom‘. Ein Mitschnitt des WDR von der konzertanten Aufführung.



    L’Ange – Dawn Upshaw / Saint Franҫois – José van Dam / Le Lépreux – Chris Merritt / Frère Léon – Urban Malmberg / Frère Massée – John Aler / Frère Élie – Guy Renard / Frère Bernard – Tom Krause / Frère Sylvestre – Akos Banlaky / Frère Rufin – Dirk D’Ase / Der Arnold Schoenberg Chor / Chorltg.: Erwin Ortner / The Hallé Orchestra, Manchester / Dirigent: Kent Nagano (Salzburg, Felsenreitschule, August 1998). Zwei der sechs Vorstellungen der Wiederaufnahme von 1992 im Zeitraum zwischen dem 16. 8. und 30. 8. 1998 wurden von der ‚Deutschen Grammophon Gesellschaft‘ aufgenommen und 1999 auf vier CDs (445 176-2) veröffentlicht.



    L’Ange – Ofelia Sala / Saint Franҫois – Frode Olsen / Le Lépreux – Louis Gentile / Frère Léon – Tom Erik Lie / Frère Massée – Sang Ho Choi / Frère Elie – Jörg Schörner / Frère Bernard – Soon Won Kang / Frère Sylvestre – Hidekazu Tsumaya / Frère Rufin – Roland Schubert / Der Chor der Oper Leipzig / Chorltg.: AntonTremmel / Das Gewandhausorchester Leipzig / Dirigent: Jiří Kout (Leipzig, Opernhaus, 15. 11. 1998). Ein privater Mitschnitt; die Premiere fand am 8. 11. 1998 statt.



    L’Ange – Heidi Grant Murphy / Saint Franҫois – David Wilson-Johnson (statt David Pittman-Jennings) / Le Lépreux – Stuart Kale / Frère Léon - Quentin Hayes / Frère Massée – Gordon Gietz / Frère Élie – Marten Smeding / Frère Bernard – Frédéric Caton / Frère Sylvestre – Henk van Heijnsbergen / Frère Rufin – Palle Fuhr Jorgensen / Het Groot Omroepkoor (Der Niederländische Rundfunkchor) / Chorltg.: Martin Wright / Der WDR Rundfunkchor Köln / Chorltg.: Godfried Ritter / Het Radio Filharmonisch Orkest (Die Niederländische Radio Philharmonie) / Dirigent: Reinbert de Leeuw (Amsterdam, Concertgebouw, 25. 3. 2000). Die Aufnahme der konzertanten Aufführung durch die NOS (Nederlandse Omroep Stichting) wurde am 4. 3. 2001 auch vom WDR gesendet. (In gleicher Besetzung wurde das Werk ebenfalls konzertant am 27. 3. 2000 im ‚Palais des Beaux Arts‘ in Brüssel aufgeführt.)


    Am 1. 9. 2001 folgte ein Konzert mit Rundfunkübertragung in der Usher Hall im schottischen Edinburgh; hier wirkten in Änderung der obengenannten Besetzung Christopher Maltman (Frère Léon), Toby Spence (Frère Massée) und James Gilchrist (Frère Élie) mit. Reinbert de Leeuw dirigierte die Niederländische Radio Philharmonie und es sang der Edinburgh Festival Chorus.



    L’Ange – Ofelia Sala / Saint Franҫois – Frode Olsen / Le Lépreux – Ralf Willershäuser / Frère Léon – Markus Brück / Frère Massée – Todd Wilander / Frère Élie – Volker Horn / Frère Bernard – Peter Klaveness / Frère Sylvestre – Miomir Nikolic / Frère Rufin – Roland Schubert / Der Chor und das Orchester der Deutschen Oper Berlin / Chorltg.: Ulrich Paetzholdt und Hellwart Matthiesen / Dirigent: Marc Albrecht (Berlin, Deutsche Oper, 29. 6. 2002). Eine Inhouse-Aufnahme der Deutschen Oper Berlin. Eine Inszenierung des Architekten Daniel Libeskind mit Thore Garbers und Antje Kaiser; Libeskinds Bühnenbild bestand aus einer Installation von 49 riesigen Würfeln.



    L’Ange – Laura Aikin / Saint Franҫois – Willard White / Le Lépreux – Chris Merritt / Frére Léon – Johannes Martin Kränzle / Frère Massée – Gran Wilson / Frère Bernard – Gabor Andrasy / Frère Élie – Jay Hunter Morris / Frère Sylvestre – Hugh Russell / Frère Rufin – Kwang Shik Pang / The Chorus and Orchestra of the San Francisco Opera House / Chorltg.: Ian Robertson / Dirigent: Donald Runnicles (San Francisco, War Memorial Opera House, 27. 9. 2002). Eine Rundfunkübertragung der amerikanischen Erstaufführung. Die Produktion lag in deutscher Hand: Nicolas Brieger (Regie), Hans Dieter Schaal (Bühnenbild) und Andrea Schmidt-Futterer (Kostüme).


    Der zweite Teil folgt in einigen Tagen.



    Carlo