Beiträge von Ascanio

    Das ALDI-PRINZIP in der Oper, ein Nachtrag zu Angebot und Nachfrage


    Auch bei gut beschäftigten Sängern stellt sich die Frage, wie lange sie sich bei Dauerbelastung überhaupt halten. Das ist aber ausschliesslich ein Problem für den Sänger, nicht dür das Opernhaus. Opernintendantin Brigitte Fassbaender sagte schon vor Jahren:


    „Ach, man wird so zynisch ... Und, wissen Sie, wenn die eine ausfällt, dann kommt halt die nächste Russin.“


    Sänger als Wegwerfartikel, ex und hopp, es besteht ja kein Mangel an billigen Arbeitskräften.


    Lieber Operus,

    Du fragst nach einem Ausweg aus der Misere – vielleicht sollte man eher verhindern, dass jemand in die Misere gerät. Die Misere der prekär Beschäftigten trifft ja nicht Sänger und andere Musiker sondern einen Großteil der Bevölkerung – brutal gefragt, warum sollte es Sängern anders gehen als Betriebswirtschaftlern und anderen Akademikern, die nach dem Studium ein schlecht bezahltes Praktikum nach dem anderen absolvieren oder Taxi fahren, um zu überleben.


    Wenn Angebot und Nachfrage sich nicht die Waage halten, entsteht entweder ein Überangebot oder eine Unterversorgung, was sich preisregulierend auswirkt. Das ist im Berufsleben auch so.


    Die Nachfrage nach Sängern im deutschsprachigen Raum ergibt sich aus der Anzahl der verschiedenen kulturellen Einrichtungen, die öffentliche Auftritte ermöglichen (Opernhäuser und Konzertveranstalter). Da nun mal das Angebot an Sängern grösser ist als die Nachfrage, reguliert das kapitalistische Prinzip den Preis.

    Das Premium Produkt eines Markenherstellers hat einen anderen Preis als das Produkt eines Diskounters, oder übersetzt: Anna Netrebko erhält mehr Geld für ihren Gesang als Lieschen Müller.

    Die eine (sie ist nun mal einmalig) Anna Netrebko kennt jeder, naja, fast jeder – sie strahlt und ist Vorbild. Die Hunderte Lieschen Müllers kennt niemand da sie nicht strahlen und deshalb ignoriert werden.

    Berufswünsche werden nun mal oft durch prominente Vorbilder geweckt und Künstler genießen großes Ansehen.


    Man sollte also vielleicht zuerst mal den Zugang zu einer Gesangsausbildung in Angriff nehmen und die Aufnahmekriterien verschärfen, um so die Anzahl der Gesangsstudenten zu verringern.

    Dann sollte man den Studenten im Voraus schon knallhart klarmachen, dass außer einer schönen Stimme noch viele andere Kriterien bei einer Karriere eine Rolle spielen: Talent, Aussehen, Glück, Beziehungen, Ausdauer, Besessenheit – und das ist keine Entweder/Oder Auswahl, sondern es muss alles zusammen vorhanden sein.

    Tja, und wenn das alles vorhanden ist, muss man nochmals das Glück haben, an die richtigen Ausbilder zu geraten.


    Wenn sich dann jemand immer noch für die Ausbildung entscheidet, tut er das zumindest nicht blauäugig.

    Und was die programmierte Altersarmut anbelangt: ich glaube kaum, dass ein Chorsänger oder einer der sogenannten Comprimari komfortabel in Rente gehen kann.


    Ich weiß ja auch, dass mein Beitrag nichts ändern wird, aber vielleicht kann man auch nicht viel ändern, weil der Musikmarkt ein Markt wie jeder andere ist.


    Das wars von mir

    Einen schönen Sonntag wünscht

    Ascanio (der heute abend zwei vielsprechende junge Sänger in Roméo et Juliette erleben wird)

    La Clemeza di Tito

    das finale Sextett



    SESTO

    Tu' e ver, m'assolvi, Augusto;

    Ma non m'assolve il core,

    Che piangerà l'errore,

    Finché memoria avrà.

    TITO

    Il vero pentimento,

    Di cui tu sei capace,

    Val più d'una verace

    Costante fedeltà.

    VITELLIA, SERVILIA, ANNIO

    Oh generoso! oh grande!

    E chi mai giunse a tanto?

    Mi trae dagli occhi il pianto

    L'eccelsa tua bontà.

    TUTTI e CORO (senza TITO)

    Eterni Dei, vegliate

    Sui sacri giorni suoi,

    A Roma in lui serbate

    La sua felicità.

    TITO

    Troncate, eterni Dei,

    Troncate i giorni miei,

    Quel dì che il ben di Roma

    Mia cura non sarà.

    Oh, es gibt mehr Neues als ihm oder seinen Fans lieb sein wird. Nun hat auch eine ehemalige Angestellte von Sony Classical mitgeteilt von Domingo umarmt und auf den Mund geküsst worden zu sein.

    Frau Kruse betreute Domingo, Pavarotti und Carreras während einer "Wetten, dass...?" Sendung im Auftrag von Sony in Basel.

    Im SPIEGEL stehen weitere Erinnerungen an diesen Tag. Domingo habe nach der After-Show Party angekündigt, dass er später vorbeikommen würde und "ich war nicht der Position, Nein zu sagen".

    Warum eigentlich nicht?

    Kurz danach habe er "mit weit aufgenköpftem Hemd" vor der Zmmertür gestanden, einen Kussmund gemacht und "Kiss, kiss" gesagt. Sie habe ihn abgewiesen und mehrmals Nein gesagt. Domningo habe eingesehn, dass sie nicht nachgeben würde und schließlich habe er sich getrollt.


    Das war ein ziemlich einfallsloser und misslungener Annäherungsversuch, so viel steht fest.


    Aber, es ist kaum zu fassen, "seit Kurzem grübelt sie aber wieder öfter darüber nach, ob sie ihren Job vielleicht wegen eines Weltstars verloren haben könnte" (Zitat Spiegel 38/2019 Seite 122)

    Am 1. Oktober erscheint der schwule Opernführer Casta Diva und es wird somit die Gelegenit geben, Wayne Koestenbaums Buch über Oper, Homosexualität und Begehren (Untertitel) Königin der Nacht in Bezug zueinander zu stellen und durch die rosarote Brille zu betrachten


    Casta Diva, Buch     51z8YnuxKCL._SX333_BO1,204,203,200_.jpg

    Heute 14.09.2019 um 19.20 Uhr wird auf 3Sat die Doku "Die empörte Republik" gezeigt. Das könnte auch interessant sein für das Tamino-Klassikforum.


    Ich komme darauf, weil Alfred in in seiner Stellungnahme zum geschlossenen Thread "E-Roller statt Esel" eine Leserzuschrift zugänglich gemacht hat, in der ein Link zu einer Sendung der 3Sat-KULTURZEIT war. Siehe #78


    Ich habe mir den kurzen Beitrag angesehen und bin neugierig geworden. Es geht darin um die heutige Debattenkultur und besonders auch um die sogenannten Echokammern im Internet.

    Damit ist die metaphorische Beschreibung einer Situation gemeint, in der Überzeugungen durch Kommunikation und ständige Wiederholung innerhalb eines geschlossenen Systems vertieft bzw. gefestigt werden.

    In einer Echokammer finden Menschen Informationen, die nicht weiter auf ihren Wahrheitsgehalt überprüft werden und ihre bestehenden Ansichten verstärken, was wiederum die Polarisierung verstärkt und zu Gruppenbildung führt, in der sich die Mitglieder immer wieder selber bestätigen.

    Andere Meinungen und Gegenargumente werden nicht akzeptiert und nicht genehme Informationen als Fake bezeichnet.

    Meines Erachtens trifft das nicht nur auf die Social-Media wie Facebook u.ä. zu, sondern auch auf das Tamino-Klassikforum, u. a. in der Echokammer der RT-Gegner gegen den Rest der Welt.

    Lieber Operus,


    in Deutschland ist wohl auch das Ausbildungssystem Schuld an der Misere.

    Es gibt, wie Du schreibst, 24 Musikhochschulen in Deutschland – aber wer bildet da eigentlich den Nachwuchs aus? In vielen Fällen sind es Sänger (oder auch Theoretiker), denen selber die Karriere an Opernhäusern und im Konzertbetrieb versagt blieb und die deshalb den halbwegs sicheren und relativ gut bezahlten Job an den öffentlichen Hochschulen bevorzugen.

    Ich habe mal eine Podiumsdiskussion mit einem Intendanten – ich weiß wirklich nicht mehr, wer das war – gehört, in der sich klar herauskristallisierte, dass es ungeheuer schwierig bis nahezu unmöglich sei, Fehler bei jungen Sängern nach Abschluss der Hochschule zu korrigieren. Es sei so, dass junge Sänger aus dem Ausland eine bessere Grundausbildung hätten , weshalb diese von den Opernstudios meist bevorzugt würden, was den hohen Anteil an Osteuropäern und Asiaten in den Studios und Ensembles der Opernhäuser erkläre.

    Wenn ein junger Sänger das Glück hat, ein Engagement an einem Opernhaus zu finden, ist es immer noch möglich, dass er dort mit ungeeigneten Rollen verheizt wird, weil keine Rücksicht auf seine wahren Fähigkeiten genommen wird.


    Es liegt also wahrscheinlich nicht immer an mangelndem Talent sondern an falscher Ausbildung.


    Ascanio

    Zu dem von GW erwähnten Tannhäuser: ich hatte Karten für eine Folgevorstellung, habe die aber zurückgegeben, weil ich daran gehindert wurde, mir ein eigenes Bild von der Inszenierung zu machen, nicht etwa weil ich ohne die Inszenierung zu kennen sie im Voraus ablehnte.


    SPIEGELonline schrieb damals "Die Deutschen ermordeten sechs Millionen Juden, aber wenn man sie daran erinnert, rufen einige den Arzt."


    Eine der Kritiken lautete recht gemässigt: "Diese Aufführung ist sicherlich nichts für Freunde konventioneller Operaufführungen, doch wer bereit ist sich auf eine spannende, denkanimierende Interpretation einzulassen, wird sicherlich noch einige Zeit darüber nachsinnen können, was uns das szenische Team erzählen wollte."


    Was und wie die Darstellung nun wirklich, war wissen nur die gut 1000 Besucher der Premiere.

    Das mit der CD wusste ich gar nicht. Danke für den Tip.


    Ich habe ihn auf der Bühne erstmals vor fast 10 Jahren als Spalanzani und später nochmals als Rodolfo erlebt. Für nächste Woche habe ich die Traviata in Paris (mit Pretty Yende) gebucht.


    Eine Kostprobe mit Klavierbegleitung


    Mein Beitrag ist 24 Stunden alt - und bisher der letzte. Sollte ich den wider Willen versenkt haben, was ja mein neues Hobby ist?

    Wieso wider Willen? Du hattest es doch willentlich in #563 angekündigt.


    Dein letzter Beitrrag war allerdings so, daß er keine Antwort herausforderte.


    Und - darum geht es ja eigentlich hier - von Herrn Domingo gibt es nichts Neues. Aber da kommt sicher noch was

    In der Ostthüringer Zeitung vom 10.09.2019 war ein kleiner Hinweis darauf zu lesen, daß im kommenden Jahr in Oberammergau wieder die Festspiele stattfinden. Zu lesen war, daß ein (grüner?) Tierschützer dagegen protestiert, daß der Hauptdarsteller auf einem Esel reitet. Er fordert ernsthaft die Nutzung eines E-Tretrollers.

    Das sind Fake-News. In einer Mitteilung der Tierschutzorganisation Peta vom Donnerstag hieß es:


    Heutzutage würde Jesus nicht mehr auf einem Esel reisen. Er würde sich vermutlich auf einem E-Roller oder mit einem anderen tier- und umweltfreundlichen Elektromobil fortbewegen“.


    Deswegen forderte sie unter anderem Oberammergaus Bürgermeister auf, bei den nächsten Passionsspielen auf Tiere zu verzichten. Der Einsatz von E-Tretrollern wurde in keiner Weise angeregt.


    Die Veranstalter teilten Peta in einer sehr ironischen Antwort mit, sich an die gesetzlichen Vorschriften zum Tierschutz zu halten. Eine Alternative mit E-Scootern sei nicht denkbar.

    Verdi: Simone Boccanegra, Salzburger "Fest"spiele 2019

    Frage: Gibt es im Zeitalter des Smartphones eigentlich noch Dogen,von denen im Text die Rede ist? Kein weiterer Kommentar


    Mich würde interessieren, worin die absurde und/oder lächerliche Inszenierungsidee hier besteht.


    Dann beantworte doch einfach mal Gerhards Frage!


    Die Frage Gerhard Wischniewkis ist wohl als rhetorische zu verstehen, da die Antwort jeder - sowohl Gerhard Wischniewski wie auch Dsieb wie auch Mme.Cortes und sicherlich jedes Tamino-Mitglied kennt: N E I N !


    Man könnte auch eine rhetorische Gegenfrage stellen: gab es zu Verdis Zeiten noch Dogen? N E I N


    Ist die Idee der Librettisten (egal ob Piave oder Boito) eine Geschichte um Amelia Grimaldi und Simone Boccanegra zu entwickeln genau so absurd? Sie beruht ja nicht auf historischen Tatsachen sondern ist Fiktion, die erstmals literarisch veröffentlicht wurde als Simón von Antonio García Gutiérrez (der auch El Tovador, die Vorlage für Verdis Il Trovatore verfasst hat).


    Eine dritte (nicht rhetorische) Frage ergibt sich fast zwangsläufig: Ist die gesamte Oper absurd und / oder lächerlich? N E I N ! Denn das ist das Wesen der Oper.


    Zum Schluss noch eine Bemerkung:

    Die Eingangsfrage wurde verfasst von einem User mit bisher 4925 Beiträgen, die Gegenfrage wurde gestellt von einem User mit bisher 59 Beiträgen, die ungewöhnlich barsche Antwort darauf " beantworte doch einfach mal Gerhards Frage!" von einer Userin mit bisher 1524 Beiträgen und ich wurde schon nach meinem zwölften Beitrag in einem anderen Thread darauf hingewiesen, daß ich als Gast und Neuling eine "dicke Lippe riskiere". Mal sehen, was jetzt noch kommt.

    ich hab in den 80 Jahren Turandot mit Pavarotti und Eva Marton live an der Met gesehen. Das war ein Ereignis.


    Lieber Rodolfo,


    da ist was durcheinander geraten. Entweder stimmt Eva Marton nicht oder Pavarotti stimmt nicht.

    Marton sang die Turandot an der Met 1987 mit Domingo und 1997 mit Kristian Johannsson, aber nie mit Pavarotti. Der sang zusammen mit Jane Eaglen.


    Gruss von Ascanio

    ...

    Außerdem merkt man, dass du die Themen nur sehr oberflächlich durchblättert hast. Aber wenn man keine Ahnung hat, beleidigt man am besten.

    1. In Casta Diva wurde ich ohne Beweise als homophob bezeichnet. Außerdem hatte ich eingesehen, dass meine Beiträge zu diesem Thema nicht passten. Eigene Beiträge zu löschen, sehe ich immer noch als einen Akt der Souveränität, nicht der Schwäche. Das Thema hätte auch ohne meine Beiträge fortgeführt werden können, versenkt hat es der Moderator. Aus "manche threads zu versenken" bleibt nichts. Kümmerlich, nicht wahr, und nur von Ressentiments gespeist. Damit reihst du dich ein in die Phalanx derer hier, die nicht glücklich sind, wenn sie andere nicht heruntermachen können.

    Das wird mein abschliessender Beitrag zu deinen Äusserungen sein.


    Ich hatte den Thread über den schwullen Operrnführer "Casta Diva" sehr aufmerksam verfolg und kann mich bestens erinnern, daß du von dir gegeben hast " ich bin zufrieden daß ich den Thread versenkt ! (wörtlich, genau so) habe", daraufhin hat dir jemand (ich glaube, es war Souffleur) vorgeworfen, homophob zu sein. Ich fand den Vorwurf gar nicht so abwegig damals.

    Daraufhin hast du selber deine Beiträge gelöscht.

    Als die Stimmung dann esaklierte hat einer der Moderatoren 44 weitere Beiträge gelöscht und später wurde die Löschfunktion für Mitglieder deaktiviert.

    Man kann dir nichts beweisen, das stimmt. Das hast du gemein mit Placido Domingo.


    Wie jeder in Beitrag #539 nachlesen kann, forderst du die Mitglieder auf, die meisten ihrer Beiträge zu diesem Thema löschen zu lassen. Ich konnte darin eine gewisse Ironie erkennen, musste aber in Beitrag #543 lesen, daß du die Moderatoren aufforderst, den Thread zu schliessen weil ja nichts mehr kommen kann. Da sehe ich keinerlei Ironie.

    Ein bescheidener Vorschlag: nach den 3 Beiträgen von Holger kann ja nun wirklich nichts mehr kommen. Darum sollte ein Moderator diesen thread schließen.


    Beim Durchblättern der diversen Threads in diesem Forum stellte ich fest, dass Dr. Pingel sehr darauf erpicht ist, manche Threads zu "versenken" (ich erinnere mich an Casta Diva), seine eigenen Beiträge zu löschen (auch dort) oder Moderatoren/User zum Löschen/Sperren aufzufordern.


    Wem die Beiträge nicht passen, muss sie ja nicht lesen, aber andere Mitglieder ier Tätigkeit zu behindern, ist schon etwas unverschämt.

    Schon meldet die spanische Zeitung EL MUNDO, dass eine dritte Betroffene ihren Namen öffentlich macht.


    Es handelt sich um Melinda McLain, ehemalige Produktionsassistentin (Spielzeit 1986-1987) der Oper in Los Angeles.

    Ich begrüsse es sehr, dass nun nach Patricia Wulf mit Angela Turner Wilson die zweite Betroffene ihre Anoymität verlassen hat. Wenn noch ein paar der Betroffenen eine wirklich belastbare Aussage machen würden, hätte man auf jeden Fall die Möglichkeit, die Gerüchteküche verlassen zu können. Vielleicht entsteht dann demnächst zumindest in Umrissen ein Bild davon, wie sich Domingo vor 20 - 30 Jahren benommen hat. Danach muss jeder für sich selber entscheiden, ob ihm Domingo als Mensch oder als Sänger etwas bedeutet.

    Mir persönlich ist ziemlich egal, ob der Sänger-Star ein edler Mensch oder ein chauvinistischer Latino ist, er war mal ein sehr guter Tenor.

    Es gibt natürlich Fälle, in denen jemanden etwas untergeschoben wird. Aber wenn das auf 5% der Fälle zutrifft, ist es viel - so zumindest meine Einschätzung.


    Ganz toll !!!!!!!!

    5% kann man doch getrost ignorieren, ist ja wirklich nicht viel.


    Analog dazu könnte man auch behaupten, wenn 5% aller Todesurteile in der Welt dadurch zustande kommen, dass sie auf Falschaussagen oder Unterstellungen basieren und somit Unschuldige hingerichtet werden, ist das doch nur jede zwanzigste Hinrichtung.


    Der Vergleich hinkt? Sicher, aber lieber Christian ich wünsche dir nicht, mal selber zu erleben wie es ist und welche Folgen Vorverurteilungen bei vermeintlichen! Sexualstraftaten bei den Betroffenen bewirken. Man bezahlt zwar nicht mit dem Leben, aber trotz vollständiger Rehabilitation verändert sich dein Rest Leben.


    Überdenke deine Einstellung doch bitte noch mal. Es könnte sich ja irgenwann mal selber treffen.


    Peter

    Deswegen hält Frau Hoffmann auch die rechtliche Unschuldsvermutung für etwas Böses, nämlich Opferverhöhnung

    Bezeichnend ist, dass Veröffentlichungen entstellt werden oder sogar vollkommen ignoriert werden, wenn sie die vorgefertigte Meinung ins Wanken bringen könnten.

    Die einzige Frau, die sich nicht hinter der Anonymität versteckt, Patricia Wulf, hat mehrmals NEIN gesagt

    und trotz ihrer Befürchtungen keinerlei negative Konsequenzen für ihre Karriere erleben müssen.

    Sie ist in die Öffentlcihkeit gegangen, um anderen Frrauen zu sagen, dass sie den Mut zum NEIN-Sagen haben sollen. Siehe letzter Satz des Artikels unten.

    In T-Online NEWS (nicht unbedingt bekannt für seriösen Journalismus) war ein Bericht über sie mit einem Photo, das sie in schönster Eintracht mit ihrer Tochter und Placido Domingo zeigt - jawohl, die Hand auf Domingos Schulter ist die von Frau Wulf!

    Patricia Wulf zog sich erst Jahre später von Bühne zurück.


    https://www.t-online.de/unterh…egen-placido-domingo.html



    aus juristischen Gründen wurde der zitierte Text duch einen Direktlink ersetzt.

    Der Inhalt ist jedoch identisch

    MOD 001 Alfred

    "Focus online" äusserte sich heute zum Fall Metzeler und erlaubt sich dabei eine unglaubliches Mass an Scheinheiligkeit, s.u. (Markierung von mir vorgenommen)

    Anmerkung der Redaktion

    Die Abwägung, ob und wann Medien in einem solchen Fall den Namen eines Verdächtigen nennen, ist schwierig. Die Vorwürfe wiegen schwer und können das Leben einer Person dauerhaft verändern. FOCUS Online hat deshalb entschieden, mit der Nennung des Namens zu warten, bis die Redaktion sich ein eigenes Bild von den bisherigen Erkenntnissen der Ermittler machen konnte. Nach unseren Recherchen haben die Ermittler belastbare Hinweise, weshalb wir uns schließlich für eine Berichterstattung mit Namen entschieden haben. Dennoch handelt es sich zum jetzigen Zeitpunkt lediglich um einen Verdacht, für den Verdächtigen gilt weiterhin die Unschuldsvermutung.

    Der Focus will dem Leser vermitteln, dass es ihm nicht um die Sensation geht, sondern dass man sich vor der Veröffentlichung des Namens gewissenhaft mit der Problematik der Namensnennung beschäftigt hat. Der Appell ans sensationlüsterne Publikum, die Unschuldsvemutung gelten zu lassen, dient letztendlich nur dazu, sich abzusichern, falls die Beweise schlussendlich doch nicht belastbar sind.


    Ein sehr ausgewogener Artikel zur Unschuldsvermutung wurde im SÜDKURIER veröffentlicht

    In Offenbachs Orphée aux Enfers (2. Akt) verwandelt sich Gott Jupiter in eine Fliege um Euridice näher zu kommen. Mit seinem "Summ Summ Summ" becirct er Euridice dermassen, dass es zur Liebe auf den ersten Blick von ihrer Seite führt.