Beiträge von Amfortas08

    Momentan:


    Luigi Nono Al gran sole carico d'amore - Come Preludio


    (Al gran sole ist eigentlich szenische Aktion, aber firmiert letztlich irgendwie doch als Oper...leider davon nicht Metzmacher-Mitschnitt vom 02.08.09 aus Salzburg als YT-String)


    Intro Luigi Dallapiccola: Ulisse 2. Akt


    Intro Dessau: Leonce und Lena


    Intro Pfitzner: Palestrina 1. Akt


    Intro Henze: Elegie für junge Liebende 3. Akt:


    Intro Pfitzner: Der Arme Heinrich


    ........

    .......

    Aber vermutlich muss man den Hamburger DON CARLOS live erlebt haben mit dem ungemein überwältigenden und bedrängenden Beginn der Autodafé-Szene, um diese Vermutung nachvollziehen zu können.

    Zog mir diesen DC (De Billy/Konwitschny) lediglich via Video-Mitschnitt rein.

    Auch mächtig beeindruckt von szenischer Umsetzung der Autodafe-Szene.

    Wieviel stärker potenzierte sich der Eindruck dann in Hamburg.

    Hoch spannende und gleichfalls verstörende Alternative nämlicher Szene bietet in Hannover die Regie Christof Nels (leider ohne Fontainebleau-Akt:(), selbst wenn mir vergleichsweise Konwitschnys Personenführung insgesamt ausgefeilter rüberkommt.

    "@"La Roche

    Herzlichen Dank für deinen Hinweis. Diese Ariadne macht einen höchst neugierig auch diese "verbotenen Frucht " des RTs zu kosten. :thumbup:

    Zumal es sich um einen kompletten RT-String handelt.

    Ariadne ist die einzige Strauss-Oper, mit der ich warm werde, während die Mutterschaftsideologie im Frosch höchstlich nervt.

    Gleichfalls fruchtbar deine Verknüpfung von Kunst und Krankheit, die in einigen Werken von Thomas Mann zur ästhetischen Gestalt wird.

    Bitte poste doch weitere - möglichst komplette - RT-Strings.:thumbup:

    Sorry, aber das ist einfach nur Blödsinn,

    Im Gegentum. Die Kausalität in Carusos Posting bzw. Argumentation ist gegeben, unabhängig, ob die Schrekerei wieder aufgenommen wird oder nicht; sowie völlig gleichgültig vom Umstand, ob du das als Einzelner einsehen möchtest oder nicht..

    Der "Traumgörge" ist in der Spielzeit drauf ja auch nicht wiederaufgenommen worden, und das, obwohl es keinen Intendanzwechsel gab.

    Unter der Intendanz Puhlmans wurde Nonos Al gran sole nach der Premiere 09.05.04 auch wieder aufgenommen und erst am 20.05.06 (ausverkauftes Auditorium:thumbup:) zum letzten Mal gespielt.


    Selbstverständlich lässt sich die Nichtwiederaufnahme der Schrekerei mit einem Intendanzwechsel (und möglicherweise anderen Prioritäten als beim Vorgänger) begründen. Ob das dann eintrifft oder nicht, ist dabei eine ganz andere Frage.

    Ohne Wechsel der Indendanz wäre es durchaus wahrscheinlich, dass diese Schrekerei, die auf Opernbühnen viel größeres Standing als den ebenfalls mal in Hannover gespielten Traumgörge aufweist, nach dem - zuweilen - "üblichen" Sabbat-Jahr selbst in Hannover wieder aufgenommen werden würde.

    Das scheint durch den Intendanzwechsel leider ausgeschlossen.

    => ist der Kausalzusammmenhang in Carusos Aussage gegeben.

    Ach, ihr nicht? Selbsttor!

    Nur war das nicht Thema des Postings, sondern Thema war, dass den „Befürworter“ es längst klar ist, dass G.W. keine „Verunstaltungen“ besucht. Außerdem ist in meinen Posting keine Ablehnung des Verunstaltungstheaters zu finden. Genaues Lesen hilft.

    Dann machte ich den kapitalen Fehler als Anfänger, in meinem Beitrag #25 darauf hinzuweisen und genau das und die Art der Kritik in Beitag #1 von Figarooo zu kritisieren.

    Das bildete keinen Fehler, vielmehr sachdienlicher Hinweis auf eine Tatsache.

    ad 4: das ist jetzt wirklich lustig: ich bin noch nicht mal Neumitglied sondern nur Gast- da hat man sich wahrscheinlich anständig zu benehmen - das hier herrschende Stammtischniveau werde ich hoffentlich niemals erreichen, weil ich aller Voraussicht nach mit Ende der Saison auch keine Mitgliedschaft beantragen werde.

    Um Hans Heukenkamps und Bertaridos Postings zu bekräftigen:

    "Weh! Wehe! Mußt du von uns ziehn?...

    .....

    O bleib, und zieh uns nicht von dannen!"

    Ich jedenfalls werde keine Oper mehr besuchen, wenn ich nicht hundertprozentig sicher bin, dass sie nicht verunstaltet wurde.

    Das aber wollen die Befürworter keinesfalls wahrhaben.

    Nee. Den „Befürwortern“ ist das doch längst klar, denn du repetierst verbal deine Ablehnung des „Verunstaltungstheater“ bereits in Endlosschleife..

    Ein informierter Opernfreund benötigt keine zehn Minuten, um festzustellen, dass eine Oper verunstaltet ist. Es ist Unsinn, zu behaupten, das ein Ausschnitt oder auch ein Bild nicht genügt, um das zu erkennen

    Ganz genau. Exemplarisch stand lange Zeit für deine unumstößliche Behauptung die Verunstaltung des Wagnerischen Rings durch Otto Schenk ein. Die NY-Times erteilte dieser Verunstaltung den Ritterschlag des unsinnigen Kitsches, als Maazel 2008 daraus die Walküre dirigierte.

    Demzufolge reichen selbstverständlich für den gut informierten Opernfreund des „Wahren, Guten und Schönen“ sogar sehr viel weniger als 10 Minuten aus, um zwangsläufig zum gleichen Ergebnis zu gelangen.

    Dass man dann aber deswegen "ins Lager der RTL2/Sat1 Konsumenten einsortiert wird, halte ich , gelinde gesagt, für eine absolute Unverschämtheit!

    Kein User wird in Souffleurs Posting einsortiert, sondern er beugt sich seine ganz eigenen Disziplin, fürderhin diese Chose aus der Perspektive eines RTL2 /SAT1-affinen Publikums zu betrachten und dabei an Wotan und Loge denken. Gegen diese Haltung wäre nichts einzuwenden.

    Sehe ich das richtig, dass nur ein einziger von einem ganzen Dutzend erregten Forum-Mitgliedern diese Inszenierung überhaupt gesehen hat

    Zweifellos. „Es ist jetzt nichts Besonderes dran zu sehn, Doch warten Sie, was später wird geschehn..“, denn diesem Phänomen begegnest du in bälde unterhaltsamer in einigen Threads vom RT-Forum.


    und alle anderen nur voller Wonne in das ständig gleiche Wehklagen über das RT einstimmen?

    „Lauschtest du deren [seinem] Liebesgrüsse [Liebesgruss] ?

    „Gönn denen [ihm] die geifernde Lust!“

    aber deshalb gibt es doch noch lange keinen Grund, alles ganz pauschal ins Lächerliche zu ziehen und sich eines niveaulosen Jargons zu bedienen wie jaulende Sänger, bekloppte Regisseure!

    Das ist etwas ungerecht. Denn dem beschaulichen Gegeifere RT-Phober verdanke ich meine Neugier, die „verbotene Frucht“ des RTs zuletzt doch noch zu kosten; also mein Interesse, mir RT verstärkt reinzuziehn (Kosky, Konwitschny, Knabe, Bieito, Berger, Berghaus …).
    Daher an dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an RT-Phobe für deren fruchtbare Mission.:thumbup::yes:

    Diese Beiträge haben absolut nicht das Niveau, das man von einem Klassik-Forum erwartet. Das ist Stammtisch !!!!!!!!!!!!

    Das ist auch etwas ungerecht. Denn Postings RT-Phober bildet unterhaltsames (virtuelles) RT 2.0. vom Feinsten :thumbup::yes:. Leider ist es momentan im RT-Forum etwas still geworden. :(
    Hm. Der Winterschlaf ist doch bereits längst vorbei.

    was wurde den außer dem Chorauftritt des 3. Akten gestrichen?

    z.B. auch im 2. Akt wurde im Dialog Tamare - Adorno gekürzt..

    Dennoch war es uns gleichfalls eine höchst beeindruckende und lohnende Premiere !


    Also, ich vermute einfach mal, generell die Mehrzahl der Gezeichneten-Wiedergaben versehen mit Cuts...

    Was Aufnahmen/Mitschnitte betrifft.

    Ohne Cuts:

    Zillig, Zagrosek, Gielen, Metzmacher (München) vielleicht auch Conlon (hab ich momentan nicht auf Schirm).

    Mit Cuts: Perez, Nagano, Albrecht, de Waart, Rohde (Hannover)..

    Von den ungekürzten Mitschnitten ist Gielen (HR), von den gekürzten Rohde (NDR-Kultur) und Nagano (Oe1) bisher Favorit.


    Und sehr erfreulich, dass jetzt hier weitere Forianer Interesse an der Schrekerei in Hannover haben.

    Ja. Es lohnt sich !!!!!


    Und gleichfalls erfreulich, dass während der letzten Jahrzehnten das Standing Schrekers (auch Zemlinskys) im Opernbetrieb merklich anstieg. Keinen Schimmer, ob legendäre Frankfurter Produktion unter Gielen/Neuenfels vom 19.10.80 sowas wie Initialzündung dafür bildete...

    Wir haben uns auch die Premiere richtig live reingezogen. Trotz mir schmerzlicher Cuts (allerdings gewann andererseits die Chose damit an dramatische Dichte) schließe ich mich dem Feedback Christians (herzlichen Dank für deine Mühe !) und Carusos an.

    Hannover braucht sich überhaupt nicht hinter der Münchner Premiere vom 01.07.17 zu verstecken. Im Gegentum. Orchestral, weil oft viel transparenter und feiner im Klang und auch solistisch sind mir die Gezeichneten aus Hannover näher als München (dort ohne Cuts, allerdings lediglich via BR-Klassik-Mitschnitt). Bin gespant auf Amsterdam, falls Mitschnitt funzt.

    Hallo Caruso, warst Du gestern auch in der Elbphilharmonie? Oder kennst Du die Produktion aus NY?

    Der gestrige NDR-Kultur-Mtschnitt bietet Gelegenheit, sich endlich Ligetis Grand Macabre intensivst reinzuziehn. Hatte bisher Bogen darum gemacht, weil Opern von Ligetis Zeitgenossen ( ~1918 - 1926) wie z.B. Luigi Nono, Haubenstock-Ramati, B.A. Zimmermann, Cerha, aber auch Luigi Dallapiccola (1904- 1975), Krenek (1900 -1991) sich quasi einen vordrängelten...


    NYC-Produktion unter Gilbert:



    https://www.google.com/url?sa=…Vaw2clbJq1dU7MO_adBAS987x


    Herzlichen Dank an Caruso für sein kurzes Entree als instruktiven Appetizer (Posting Nr. 1 384) !

    Ist das Gepfeife einer Nachtigall ein "sinnleeres Geräusch",

    Finde ich nicht. Es verfolgt einen biologischen Zweck, vermutlich vor allem Reproduktion der Gattung. Wenn man sich Mozarts Zauberflöte reinzieht, dann ist diese Chose für den Konsumenten zweckfrei (für die Instrumentenquäler weniger ^^), weil der Zauberflötenkonsument diese Zeit nicht "sinnvoll" nutzt, um zu arbeiten, mit Aktienkäufen/verkäufen zu zocken etc...

    Soso. Dann lies doch bitte einmal:

    https://www.deutschlandfunkkul…ml?dram:article_id=367291

    Tja, wat denn nu? Machwerk (Hegel) oder Meisterwerk (Goethe)?

    Es lohnt sich diese Anmerkung zum "Machwerk" sich komplett reinzuziehn (mal dabei ganz abgesehen von der Frage, wie authentisch überhaupt Mitschrift(en) dieser Vorlesung sind):


    ".... In dieser Rücksicht befindet man sich beim Urteil über die Vortrefflichkeit oder Unzulässigkeit eines Textes nur allzuoft im Irrtum. Wie oft kann man nicht z. B. das Gerede hören, der Text der »Zauberflöte« sei gar zu jämmerlich, und doch gehört dieses Machwerk zu den lobenswerten Opernbüchern. Schikaneder hat hier nach mancher tollen, phantastischen
    und platten Produktion den rechten Punkt getroffen. Das Reich der Nacht, die Königin, das Sonnenreich, die Mysterien, Einweihungen, die Weisheit, Liebe, die Prüfungen und dabei die Art einer mittelmäßigen Moral, die in ihrer Allgemeinheit vortrefflich ist, - das alles, bei der Tiefe, der bezaubernden Lieblichkeit und Seele der Musik, weitet und erfüllt die Phantasie und erwärmt das Herz.
    ...."

    ist der Mann sich wohl nicht bewusst, dass derSponsor, von dem seine „Kunst“ abhängt und durch die er seinenLebensunterhalt verdient, die deutsche Gesellschaft ist, die durch ihre Politiker vertreten wird.

    Genau. Die "deutsche Gesellschaft".

    Und aus dieser Gesellschaft haben zahlreiche Opernfreunde einfach ihr Recht wahrgenommen, diesen Freischütz zu besuchen, so dass die meisten Vorstellungen nach der Premiere ausverkauft waren und man gezwungnermaßen sehr frühzeitig Tickets dafür sich sichern musste. Opernfreunde wollten nämlich keinesfalls durch populistische Stammtischparolen eines amusischen Ratsherrn oder durch übliche repetetiv-dümmliche rt-phobe Allgemeinplätze sich bevormunden lassen.

    Wenn ich ein Buch eines Autors lese, dann möchte ich das so lesen wie es der Autor geschrieben haben,

    Eine Oper ist kein Buch.

    Es gibt eine Tendenz - das Wertesystem aller Zeiten an die "Gegenwart" anzupassen und alles Vergangene der Vergessenheit preiszugeben.

    Das "Mittelmaß" unserer Zeit (und hier schmeichle ich - entgegen meinen sonstigen Gepflogenheiten - sogar) wird zum Maßstab aller Dinge erhoben, der historische Faktor verdrängt, weil er so schonungslos aufzeigt, dass es heute eigentlich nichts geschaffen wird, das den Begriff "Kunst" oder "Kultur" in irgendeiner Weise verdient.

    Dieser wichtige Gedanke ist durchaus nachvollziehbar.
    Wenn man sich die NYC-Carmen in der Inszenierung von Brian Large vergegenwärtigt, dann bildet die szenische Umsetzung von Nr. 12 (Akt 2) lediglich eine von Regie-„Gutmenschen“ gereinigte Realisation, weil diese die Schärfe darin durch öde Choreographie plättet bzw. abbügelt. Denn die Choreographie erinnert unweigerlich an langweiliges, harmloses TV-Ballett und dient damit das „Mittelmaß“ einer Zeit zum Standard zu erheben.


    Jugendlichen sollte größere Auffassungabe zugetraut und daher ästhetisch stärker gefordert werden.

    wo finden sie hier ein Opernhaus, dass die Werke so zeigt, wie sie vom Komponisten geschaffen ....... wurden?

    Dazu Richard Wagner 1878:

    „.. ach! es graut mir vor allem Kostüm- und Schminke-Wesen; wenn ich daran denke, daß diese Gestalten wie Kundry nun sollen gemummt werden, fallen mir gleich die ekelhaften Künstlerfeste ein, und nachdem ich das unsichtbare Orchester geschaffen, möchte ich auch das unsichtbare Theater erfinden!.. “


    und Wieland Wagner 1951:

    "... was ihm [Richard Wagner] - selbst noch bei der Aufführung seines <Parsifals> im Jahre 1882 -zur Verfügung stand, war ausschließlich die Gasbeleuchtung. In ihrem mühseligen, wenig wandelbaren aber warmen Schein konnten Eindrücke entstehen, die in der Erinnerung all jener lebendig sind, welche noch von diesem >Wunder< zu erzählen wissen: das geheimnisvolle Halbdunkel, in dem die Farben der herrlich gemalten Hängedekorationen jene magische Illusion erziehen konnten, der Wagners Werk nicht entraten vermag. Hier war aus der Not eine Tugend geworden. Die um so viel größere Strahlkraft des elektrischen Lichtes würde die berühmte Wandeldekoration Joukowsky aus dem Mysterium ihres Dämmerlichtes unbarmherzig herausreißen, wir stünden vor nichts als einem Streifen bemalter Leinwand, der uns höchstens mit historischen Interesse erfüllt. Wirklich glaubhaft erschiene uns diese Art der Bühnenkunst nicht mehr."

    Du bekräftigst Fiescos Einlassung, dass "die einen sehen das so, die anderen so, das ist alles eine Sache der Auslegung!" mit:

    Genau so ist es, lieber Fiesco, und so soll es auch gerne sein.

    Das widerspricht sich mit deiner - nebenbei unzutreffenden - Behauptung:

    daß er hier aber im falschen Thread ist.

    Wenn also so sein soll, dass die einen das so, die anderen so sehen, dann sind die Links zu den Verunstaltungen von Aida und Walküre im "richtigen" Thread.

    eine AIDA, wie man sie sich wünscht, wie sie besser kaum sein kann - zum Niederknien schön!

    Das ist sie überhaupt nicht. Im Gegenteil sie bildet eine Verunstaltung. Trotz opulenter Solisten. Sonst wäre betreffender Link in einem anderen Thread gelandet.

    Ich bin gespannt auf Deine Erklärung.

    Des weiteren sei auf Gehards Ermahnung und Erinnerung verwiesen, sich Diskussionen in diesem Thread prinzipiell zu enthalten:

    Obwohl Alfred nach Bereinigung dieses Thema die ausdrückliche Bedingung gestellt hatte, hier nur die Inszenierungen ohne weitere Kommentare einzustellen, entstehen hier immer wieder längere Diskussionen

    Andere Komponisten ihrer Generationen wie Zender, Reimann, Nicolaus A. Huber, Udo Zimmermann oder Bose haben nie einen vergleichbaren Stellenwert erreichen können.

    Wobei Reimann – was die Aufführungshäufigkeit angeht – eigentlich recht gutes Standing im Betrieb hat.

    Mir kommt jedoch sein Werk, im Verhältnis zur gleichen Generation wie z.B. Lachenman, Zender, Wuorinen, Ferneyhough nicht so stark rüber. Musikalisch am interessantesten bisher Lear und Schloss


    (doch Haubenstock-Ramatis vergessene Kafka-Adaption Amerika ziehe ich Reimanns Schloss vor) …

    Meine Auswahl bezieht sich auf zeitgenössische Musiker, die in meinen Augen und Ohren "saubere" Musik machen und ehr auf tonaler Ebene zu Hause sind:

    Michael Daugherty - toller amerikanischer zeitgenössischer Komponist, bei dem auch reine Klassikfreunde ihren Spass haben können

    Bei mir umgekehrt. Ich mags schräg, unrein und schmutzig. => „atonale Gedöns“ hoch willkommen.:thumbup:


    Krystoph Penderecki - hat sich irgendwann nach seiner Avantgarde-Phase "zum Guten" gewandelt und hat tolle Sachen dabei

    Deshalb kann ich mit „guten“ Penderecki nichts anfangen. Er erinnert irgendwie an Mephi im engen (!!) gotischen Zimmer (aus Faust II): „… Doch sind wir auch mit diesem nicht gefährdet, In wenig Jahren wird es anders sein: Wenn sich der Most auch ganz absurd gebärdet, Es gibt zuletzt doch noch e' Wein..“
    Auch Distanz zu Say und Adams….


    Mir viel lieber, dass Chose derart gestaltet, dass sie nicht leicht eingeschlürft werden kann. Also eher, dass Auditorium vom Stück schier eins in die Schnauze bekommt, etwa wie weiland Hanslick, der beim Reinziehn des Allegros von Brahms 4 (1. Satz, Klavierfassung) sich „von zwei schrecklich geistreichen Leuten durchgeprügelt“ fühlte.

    :!: Die Zeit ist einfach zu knapp, als dass man sich mit zu vielen Richtungen befassen kann ... ich will auch noch meinen Beethoven bis Bartok mit Genuss geniessen können. :saint: Dann habe ich das gute Gefühl meine wertvolle Hörzeit sinnvoll verbracht zu haben.

    Letztlich entscheidet jeder selbst was er sich reinzieht.:yes:
    Doch Einwände (einschließlich Belferei) gegen Avantgarde generell hoch willkommen, weil Missfallens-Eindrücke zuweilen mir sehr spannend und durchaus Höranregungen dabei rüberkommen...:thumbup:

    bezog sich nicht auf meine Auswahl, nehme ich an

    Nee, nee, nee, sondern bezog sich auf Alfreds Ultimatum, bei weiterer Nichtnutzung des Forum für Zeitgenössisches, selbiges zu schließen. Wäre schade, weil man neue Namen, Links und damit Anregungen verpasst ....


    Jemand könnte auch mal einen Thread für die sog. "zeitgenössische" Moderne von toten Komponisten eröffnen

    z.B. Nono, Cage, Boulez, Nunes, Maderna, Luytens, Evangelisti, Barraque, Carter, Babbitt, Earle Brown ...


    Und ein User sollte Thread für sog. "klassische" Moderne (also unmittelbar während bzw. nach der Neuen Wiener Schule) eröffnen. Schönberg hatte eine Reihe toller Schüler, deren kompositorischen Fetzigkeiten bis heute leider unbekannt sind und zu Unrecht kaum/überhaupt nicht gespielt werden (z.B. Richard Hoffmann, Weiss, Wellesz, Skalkottas, Apostel, Eduard Steuermann). Und auch welche die - ohne Schülerschaft - der sog. "klassischen" Moderne bzw. NWS (Neue Wiener Schule) angedockt waren (z.B. Fartein Valen, Rene Leibowitz, Paul Dessau, Roger Sessions, Artur Schnabel, Krenek).

    Grenzen zwischen beiden "Lagern" fließend. Z.B. die späteren sog. nicht-tonalen Werke Dallapiccolas und Petrassis umfassen m.E. beides also "klassische" & "zeitgenössische" Moderne. Ja ja ja ich weiß, derartige Trennung/Schubladen = nicht unproblematisch..

    Sofia Gubaidulina hat keiner erwähnt komischer Weise

    Möglicherweise posten die meisten User (wie ich) lediglich ihre Lieblinge......

    Pascal Dusapin

    Bisher bei ihm auf Distanz, doch sein 2. Streichquartett und sein Streichtrio (das hab ich sogar richtig live in Witten mir reingezogen) kommen super rüber......