Beiträge von Amfortas08

    bzw. in Hannover in Hintergrund Projektionen von Penissen und Vaginas gezeigt werden, der Jägerchor von zwei als Wildecker Herzbuam verkleideten Männern gesungen wird, dieser blöde Pokemon die Oper zerredet usw.

    Gründlicher informieren, ehe sinn-arm in Tastatur gehämmert wird.

    Die Projektionen im Freischütz vom Niedersächsischen Staatstheater zeigten keine Vagina, sondern Projektion eines einzigen Pimmels.
    Die Wildecker Herzbuben agierten nicht als Jägerchor, sondern gestalteten die Jungfernkranz-Nummer. Nach meiner Erinnerung waren dabei auch mehr als zwei Herzbuben zu sehen.
    Samiel fungierte als Spielleiter und nicht als Pokemon.


    Folglich tendiert der Informationswert deines Beitrags gegen Null. Aber keine Sorge. Er bildet in dieser Hinsicht überhaupt keinen Einzelfall, sondern befindet sich in passender Gesellschaft mit denen anderer rt-phober User.

    Das Emerson Streichquartett interpretiert Franz Schuberts Streichquartett G-Dur D. 887


    Threadausgelöst habe ich gestern die Aufnahme mit dem Emerson String Quartet aus dem Jahr 1990 gehört, eine Formation, die mir sehr gut gefällt.

    Emerson kommt klangscharf und passioniert rüber. Das Dissonante und Moderne von D 887 schön ausgeprägt. Leider Expowiederholung vom Allegro abgeklemmt. Okay, okay man könnte argumentieren, dass damit Zusammhang der Chose deutlicher bzw. stringenter rüberkommt. Aber es nervt dennoch, eben weil mir diese Aufnahme mit Emerson gefällt (angeblich sogar live).


    Falls im Thread bisher rnicht berücksichtigt, Tetzlaff mit 2 x Expo:

    http://www.youtube.com/watch?v=YYlozMMj4Gk
    http://www.youtube.com/watch?v=MHWHG9REdtY
    http://www.youtube.com/watch?v=Hw5qaRmB6pQ
    http://www.youtube.com/watch?v=d8N_T_pPdpQ

    Und warum sollte ich etwas schlecht reden (wie die von Dir gesehenen Pelleas und Wozzeck ), was ich nicht gesehen habe und anderen Opernfreunden gefällt? Hauptsache Du hattest Deine Freude, genau wie ich meine Freude an konventionellen Inszenierungen habe! Ich gönne es Dir, würde mir aber wünschen, daß die Gegner des RT-Theaters auch bei TV-Übertragungen und auch in jedem Opernhaus häufiger berücksichtigt würden!

    Link wurde gesetzt, weil dieser Wozzeck - auch Pelleas (Boulez/Stein) - als das rüberkommt, was RT-Phobe üblicherweise als Inszenierungen identifizieren, die "nicht-entstellend, werk-treu, werkdienend, nicht verfälschend, echt, wie der Alban Berg das gewollt hat.." rüberkommen … zahlreichere Verbal-Kaninchen lassen sich dafür noch aus dem Hut zaubern; also weit genug entfernt von höchst fetzigen Opernzerstörungen vom Wozzeck unter den mit bösen Blick ausgerüsteten Regiefuchteln Bieitos und/oder Tcherniakovs. Beide Strings mit Orchester (Abbado, Boulez) auf Champions League-Kurs.


    Endlich einmal ein konstruktiver Beitrag vom User amfortas08.

    Herzlichen Dank für dein Feedback.:)

    Diese persönlichen Angriffe sind wir gewohnt,

    Hm. Jetzt wird es höchst merkwürdig. Denn zunächst zollst du – völlig zu Recht - meiner Schreibe Respekt und plötzlich bildet diese für dich Angriffe auf User. :(

    andere Beiträge kommen von ihm nicht.

    Da irrst du. Zieh dir mal diesen Beitrag rein.
    Der Link zum Wozzeck dort (und einer zur Pelleas) stößt sicherlich bei RT-Phoben auf freudigstes Echo. :yes:

    Ob er diesen Simone gut oder weniger gut findet, das kommt überhaupt nicht zum Ausdruck.

    Bisher diesen Boccanegra nicht reingezogen. Hattest du das etwa überlesen?
    Und außerdem erwartest du doch nicht, dass mein Feedback auf niedrige Stufe von Usern absinkt, welche es lediglich auf Basis von fünfzehnminütigen Ausschnitten, Trailern oder Bildchen erstellen. Gelle?

    Ich möchte gerne wissen, was die Aussage dieser Neuinterpretation gegenüber der z.B. von mir genannten Inszenierung an aktuellen Erkenntnissen bringt. Vielleicht animiert mich das auch zu neuen Erkenntnissen zum Dogen dieser Verdi-Oper. Wenn keine neuen Erkenntnisse möglich wären, warum dann eine Zeitverschiebung einer Oper, deren Handlung im 14. Jahrhundert angesiedelt ist, aber nicht mehr in dieser Zeit spielt?

    Nachhilfe hast du sicherlich nicht nötig und würde bloß als Hoffart von Seiten der Verunstaltungstheater-Fraktion rüberkommen.
    Also zieh dir den String rein und beantworte dir selbst deine Frage.
    https://www.3sat.de/kultur/fes…simon-boccanegra-100.html


    Ich wünsche dir dabei sehr viel Freude und höchst interessante Eindrücke.:thumbup:

    Ich werde und will nie verstehen, wie man daran Gefallen finden kann, historische Handlungen mit historischen Texten in die Neuzeit, mit Handyeinsatz und heutiger Kleidung zu verlegen. Das stößt mich ab.

    RT-Phoben herzliches Dankeschön, denn euer Feedback steigert die Neugier auf die brandneue Verunstaltung aus Salzburg; und dabei besonderen Dank an Gerhard Wischniewski, weil er, meiner Bitte ganz gemäß, beizeiten gegen den Salzburger S. Boccanegra unter Gergiev und Opernzerstörer Andreas Kriegenburg sich verbal aufrüstete:

    Ist also eine so dämliche Darstellung nötig, weil unsere Gesellschaft in der Vergangenheit nicht mehr bewandert ist?

    Ich habe etwa eine Viertelstunde dieses Unsinns durchgestanden und mir zum Abgewöhnen stichprobenweise noch ein paar Szenen in der Mediathek angesehen.

    Zweifellos verursachte diese Viertelstunde höchste Qual. Aber es trägt mit dazu bei, den Thread auf das übliche unterhaltsame RT-Niveau hoch zu puschen.

    auch wenn es die RT-Befürworter immer wieder nervt)

    Es nervt doch überhaupt nicht. Im Gegenteil.

    sondern missbraucht Name und Werkstitel eines bekannten Komponisten?

    Allerhöchste Zeit die MeToo-Debatte auf das Verunstaltungstheater auszudehnen

    Aber warum habt Ihr Bietos Trovatore nicht besucht? Meiner Meinung nach, war das die beklemmendste und abgründigste Inszenierung, die ich von Bieito gesehen habe. Unvergesslich!

    Keinen Schimmer mehr warum ... und ja ist schade.

    Und dein Feedback zum Trovatore rührt Frustration erneut auf, ob des verpassenten Events. :(


    Zum Festzigkeits-Olymp vom Wozzeck-Event sei in jedem Fall hinzugefügt, die Premiere von Nonos Al gran sole (Harneit/Konwitschny) vom 09.05.04 und die Wiederaufnahme der Janacekschen Jenufa (de Veer, Barbara Beyer) vom 07.03.04.

    In Hannover habe ich leider nie etwas von Bieito gesehen, lieber Caruso, aber den "Don Giovanni" und den "Wozzeck" kenne ich immerhin von den DVD-Aufzeichnungen, beide Arbeiten schätze ich auch sehr.


    Don Giovanni und Wozzeck hatten wir uns davon auch reingezogen.

    Beim Don Giovanni beeindruckte Bieitos Inszenierung. Leider überhaupt nicht das Orchester.:(


    Am 18.06.06 besuchten wir Wozzeck-Premiere. Das Orchester unter Lü und Bieitos Inszenierung kamen in höchster Intensität rüber, die in ihren beklemmenden Fluchtpunkt zur letzten Szene mit Mariens Knaben mündete "...Hopp, hopp! Hopp, hopp! Hopp, hopp! ..." Es wurde ohne Pause durchgespielt.

    An diesem Abend war das Niedersächsische Staatstheater "Weltmeister". Mega-Event.

    HAZ-Feedback ist als sehr kleinlich und mäkelig in Erinnerung; schmierte also an der Premiere ab.

    Danach jahrelang der Überzeugung, dass zu dieser szenischen Wozzeck-Umsetzung Bieitos keine Alternative möglich sei, bis ein nicht minder fetziger TV-Mitschnitt aus Moskau reinzogen wurde in der Regie Dmitri Tcherniakovs.

    Offensichtlich muss ich mich deutlicher ausdrücken:

    Der Pawlowsche Effekt beginnt m.E. schon mit den ersten Beiträgen von Dr. Kaletha in diesem Thread zu einer Inszenierung, die er nicht gesehen hat

    Nee.

    Denn in Posting Nr. 30 wird lediglich zustimmenden Bezug auf TPs Feedback genommen und eben daran deutlich gemacht , dass bei derartigen Inszenierungen es ratsam ist, über den Tellerrand Oper zu blicken. Es gibt also in Posting Nr. 30 (wie übringens auch in Nr. 39 und 44) kein Feedback zu Kratzers Inszenierung.
    Folglich bildet dein Beginn vom „ Pawlowsche Effekt“ lediglich Falschinformation.

    Die "Tannhäuser" Inszenierung, die ich mittlerweile auf Datenträger gespeichert habe, finde ich erheblich spannender als diese persönlichen Fingehakeleien.

    Du sprichst damit Fingerhakeleien wenigstens einen gewissen Spannungseffekt zu. :thumbup:

    Stilwidrig empfand ich den Einsatz eines Citoën-Wohnmobils, bei so viel der Helden, tapfer, deutsch und weise, - hätte der Szene ein VW-Modell besser zu Gesicht gestanden.

    Soweit es sich aus Auszügen der Inszenierung beurteilen lässt, wird das Citoën-Wohnmobil in Kratzers Inszenierung doch der Venus-"Fraktion" und eben nicht der Wartburg-Gesellschaft zugeordnet. Das wäre dann nicht stilwidrig.

    Momentan auch nicht sicher ob "deutsch" in Wolframs Gesang sich überhaupt auf nationale Identität bezieht und nicht eher eine andere Bedeutung trägt.

    Auf die Bühne wird gehoben, was schon lange Teil der Popkultur, wahrscheinlich sogar ein sie konstituierendes Element geworden ist. Beschwatzt wird, was im öffentlichen Raum sowieso permantent präsent ist. Das ist Affirmation. Die ist im Theater immer langweilig. Weil Kratzer ein guter Theatermann ist, weiß er das und will es mit einem Feuerwerk von Einfällen überspielen. Allein - es reicht nicht.

    Auch von mir großen Dank für dein mega-spannnendes Feedback. Es drängt sich dabei unwilllkürlich auf, dass dein "Das ist Affirmation" bereits Bestandteil der OperTannhäuser bildet. Kenne Premiere-Video davon allerdings bisher nicht.

    Dein Feedback macht höchst neugierig, sich diese Inszenierung quasi im Aktenzeichen-XY-Modus reinzuziehn, um dabei auch mal zu checken, ob und inwieweit dieses Moment in Kratzers Arbeit gebrochen wird.


    Ebenso herzliches Dankeschön an 9079wolfgang, Chrissy und La Roche dafür, diesem Thread mit dem nötigen Potential aufzurüsten, um den gewünschten Unterhaltungs-Faktor einzulösen. :thumbup:

    Wow. Dieser Thread ist echt klasse, was Feedback von RT-Phoben betrifft !

    Das ist an Komplexität kaum noch zu toppen und bildet erneut lustiges Spektakel, also RT 2.0.:thumbup:


    Bin dadurch überhaupt erst neugierig auf Bregenz-Rigoletto geworden und erwäge ernsthaft, mir diesen via Video reinzuziehn. :yes:


    Am Samstag 27.07. wird ab 20:15 vom 3Sat der Bayreuther Tannhäuser übertragen.

    Wär doch super, beizeiten einen Thread dafür zu eröffnen. Also möglichst ausführliche Ergüsse über die Inszenierung auch vor Kenntnis der Aufführung posten.
    Bitte, bitte, bringt euch am Samstag (und in jedem Fall bereits zuvor) wieder in unterhaltsamer Weise ein.

    Erfüllt geweckte Erwartung zu 150 % (!) und enttäuscht nicht ! :)

    Ich bin bereit, mir meine Gedanken über das Werk des Komponisten und seines Librettisten zu machen, die, wie ich vielfach (gerade auch beim Troubadour) in Dokumentationen gelesen habe, um die Gestaltung gerungen haben. Nun kommt irgendein Regisseur daher und meint, alles das umwerfen zu müssen.

    Bei der Originalhandlung hat jeder die Chance, sich eigene Gedanken über das Werk zu machen. Ich bin aber nicht bereit, für mich denken zu lassen.

    Das ist natürlich höchst unverschämt, dass zahlreiche Dramaturgen und Regisseure es wagen, von Gerhard Wischnewski abweichende Gedanken zum Werk zu hegen und zudem sich noch erfrechen, deren Resultate auf der Bühne zu gestalten.

    Es sollen ja bewußt keine Experten gefragt werden, die sind ja schon vorbelastet. Die "Probanden" sollen einfach spontan und unverdorben sagen, das und das hat mir gut gefallen, weil ... und das und das hat mir nicht gefallen, ebenfalls weil. . . Ob die Begründungen "angemessen" wären, darüber würde ich gar nicht befinden wollen, zumindest wären sie wohl ziemlich erfrischend echt /authentisch. Es wäre ja übrigens auch völlig offen, welche Inszenierung die Nase bei den Jungen vorn hätte.

    Warum eine Zielgruppe mit ausgerechnet geringen Kenntnissen authentischer rüberkommt, erschließt sich nicht. Zumal Oper und ihre Umsetzung sehr rational organisierte und höchst vielfältige Chose bildet, also alles andere als voraussetzungslos.
    Wenn man sich geist/gedanken/begriffsfeindliche Äußerungen (z.B. „Deuteritis“ ) von manch RT-Phoben hier reinzieht, dann drängt sich vielmehr der Eindruck von Ressentiment auf, aber keinesfalls von „echt/authentisch“ bzw. „unverdorben“.

    "Echt" ausgerechnet im Zusammhang mit Kunst entfacht in einem eher Bauchschmerzen.


    Andererseits – da gehe ich wiederum mit dir:thumbup:- kommt doch von RT-Phoben in Tamino dabei jede Menge Spaßfaktor rüber:yes:, den TV-Blödel-Satire-Shows eben nicht einlösen.

    Wozu brauche ich dann einen Regisseur, der mir quasi nur (s)eine S(ch)icht aufdrängt?

    Erfreulich, dass du dem Regisseur zubilligst, nicht nur seine Sicht zu realisieren.

    Unabhängig ob Frage von dir lediglich rhetorisch intendiert oder nicht, kannste diese letztlich nur dir selbst beantworten.

    Aber spätestens mit dem 2. Streichquartett mache ich um ihn und um alles von Stockhausen einen Riesenbogen

    Ist ja okay, dass du Schönbergs Mucke ab Fis-Moll-Quartett nicht leiden kannst.

    Vor allem in seiner sog. frei-atonalen und in seiner späteren 12-Phase brachte er super-fetzig ausgestaltete Themen zustande, die sich keinesfalls hinter Brahms oder Schubert verstecken brauchen: z.B. Bläserquintett, Violinkonzert, 3. und 4. Streichquartett, auch super-zart-zerbrechliche Seitensatzkomplex seines Streichtrios, Klavierkonzert...

    Aus diesem Grunde gehe auch ich in die Oper. Ich will genießen,

    Ist gleichfalls okay. Aber du bist nicht der einzige Opern/Konzertbesucher. Ich gehöre auch zu Kulturkonsumenten, also zum bürgerlichen Publikum und will mich bespaßen lassen durch z.B. Schönberg, Nono, Cage, Kalle Stockhausen, B.A. Zimermann, Nunes, Saunders .... oder durch Inszenierungen von z.B. Neuenfels, Konwitschny, Bieito, Berger, Langridge, Kosky....


    Ich würde dazu (noch) junge Erwachsene aus allen "Schichten" und beiderlei Geschlechts, ab 40 oder so, die sich generell selbst als "operninteressiert" bezeichnen würden, aber noch keine größeren Vorkenntnisse haben, als Probanden in ein Kino einladen. Sie bekämen einführend kurz erklärt, worum es z.B. im "Lohengrin" geht, wann und wo er spielt, ohne die komplette Handlung zu erklären und den Schluss zu verraten. Dann würde ich ihnen am ersten Abend die Bayreuther Inszenierung von 1979/1982 von Götz Friedrich ( Hofmann, Vogel, Weikl) und am zweiten Abend die Inszenierung von Hans Neuenfels ( Vogt, Dasch, Zeppenfeld) von 2011 zeigen. Anschließend sollten sie einfach spontan abstimmen, was ihnen besser gefallen hat. ( evtl. Begründung warum/Diskussion) Das Ergebnis fände ich mal ganz interessant.

    Ich habe eher Zweifel, ob das Ergebnis besonders interessant rüberkommt. Denn warum sollen ausgerechnet Besucher mit geringen Vorkenntnissen in der Lage sein, als Probanden über eine Regie angemessener abstimmen, ihr Feedback plausibler begründen zu können, als solche mit umfangreichen Vorkenntnissen.:huh:

    Was besser laufen würde, gilt als wirtschaftliches, aber nicht als ästhetisches Argument. Andernfalls wären z.B. Pfitzners Palestrina, Humperdincks Königskinder totaler Schrott, weil man damit die Hütte kaum voll kriegt.

    Ich persönlich finde es legitim, mit einer solchen Konsum-Haltung in die Oper zu gehen, auch wenn das nicht meine Haltung ist und ich finde, dass man der Kunstform Oper damit nicht gerecht wird. Nur sollte man dann auch dazu zu stehen, dass man in der Oper etwas sehen möchte, was die eigenen Bedürfnisse (nach Flucht in eine Märchenwelt o.ä.) befriedigt, statt denjenigen Regisseuren, die andere Ziele verfolgen als den Zuschauern ein kulinarisches Erlebnis zu verschaffen, eine Verunstaltung der Opern vorzuwerfen.

    Ob es sinnvoll ist, beim Reinziehn von Oper mit "legitim" oder sowas wie "ethisch" (MDM) zu operieren, hab ich momentan noch etwas Zweifel. Denn es geht um Kunst, nicht um richtiges Handeln.


    Jede Oper (auch Bazis Soldaten) hat ihre kulinarische Seite.


    Andererseits macht man die Erfahrung, dass Opernchosen auch gleichsam wie von sich aus "verstanden" werden wollen. Denn denjenigen möchte ich mal erleben, dem sich beim Wozzeck oder der Nozze alles (!) unmittelbar erschließt.

    Opern erschöpfen sich m.E. nicht im kulinarischen Reinziehn (ohne dabei dieses Moment klein reden zu wollen), der Vielfalt des einzelnen Gegenstands Oper wegen. Ich vermute sogar, dass diejenigen Opern-Nerds, die sich ganz (quasi zefirelli-like^^) auf das Kulinarische versteifen, letztlich nicht völlig daran kleben bleiben; egal ob sie wollen oder nicht. Der Hörer wird gleichsam zwangläufig mit weiteren Schichten konfrontiert. Gielen meinte mal mal recht chillig: "Für die Kunst darf man auch das Gehirn bemühen !"

    Jeder entscheidet letztlich selbst, inwieweit er Bock hat, sich darauf einzulassen.

    Vater & Sohn G.A. Albrecht und Marc Albrecht:





    Kontarsky-Duo: Aloys und Alfons Kontarsky (Brüder):



    (Kalles Klavierstücke I – X (hier mit Aloys) kommen mit ungleich viel größeren Fetzigkeits-Level rüber als Mantra)









    ... nicht den ganz kleinen Bruder Bernhard Kontarsky vergessen:






    Hagen Quartett setzt sich teilweise aus Geschwistern zusammen:



    Friedrich Gulda und Paul Gulda:



    In Mahlers L v E gibt es drei Bezüge auf den Mond; besonders ausgeprägt kommt das im „Abschied“ rüber


    1. Das Trinklied vom Jammer der Erde
    06:49
    ... Seht dort hinab! Im Mondschein auf den Gräbern
    Hockt eine wild-gespenstische Gestalt -
    Ein Aff' ist's! Hört ihr, wie sein Heulen
    Hinausgellt in den suessen Duft des Lebens....


    5. Der Trunkene im Fruehling
    30:28
    ...Ich fülle mir den Becher neu
    Und leer' ihn bis zum Grund
    Und singe, bis der Mond erglänzt
    Am schwarzen Firmament !....


    6. Der Abschied
    (mit Dietrich Fischer-Dieskau)

    38:52

    ...O sieh! Wie eine Silberbarke schwebt
    Der Mond am blauen Himmelssee herauf.
    Ich spüre eines feinen Windes Weh'n
    Hinter den dunklen Fichten!...

    Debussy Pelleas & Melisande 2. Akt 3. Szene


    ~ 51:29
    oder
    ~ 49:20


    Pelleas
    (parlant avec une grande agitation)
    Oui; c'est ici, nous y sommes.
    Il fait si noir que l'entrée de la grotte ne se distingue plus du reste de la nuit...
    Il n'y a pas d'étoiles de ce côté. Attendons que la lune ait déchiré ce grand nuage elle éclairera toute la grotte et alors nous pourrons entrer sans danger. Il y a des endroits dangereux et le sentier est très étroit, entre deux lacs dont on n'a pas encore trouvé le fond. Je n'ai pas songé à emporter une torche ou une lanterne. Mais je pense que la clarté du ciel nous suffira. Vous n'avez jamais pénétré dans cette grotte …
    … und ….und…..und …

    Verdi Falstaff 3. Akt 2. Bild

    1:36:00

    oder

    1:31:12


    Nel centro la gran quercia di Herne. Nel fondo
    l’argine d’un fosso. Fronde foltissime. Arbusti
    in fiore. È notte.
    (Si odono gli appelli lontani dei guardaboschi
    – Il parco a poco a poco si rischiarerà
    coi raggi della luna – Entra Fenton.)
    Fenton
    Dal labbro il canto estasïato vola
    pei silenzi notturni e va lontano
    e alfin ritrova un altro labbro umano
    che gli risponde colla sua parola.
    Allor la nota che non è più sola
    vibra di gioia in un accordo arcano
    e innamorando l’aer antelucano
    con altra voce al suo fonte rivola.
    Quivi ripiglia suon, ma la sua cura
    tende sempre ad unir chi lo disuna.

    Così baciai la desïata bocca!
    Bocca baciata non perde ventura.
    Nannetta (di dentro, lontano – avvicinandosi)
    Anzi rinnova come fa la luna,
    (Entra, vestita da Regina....

    ...... und.. und .. und .....

    Um mit weiteren Fetzigkkeiten der NWS anzudocken. Mond in Verknüpfung mit Angst und Schlitzereien


    Schönberg: Erwartung


    1:16
    (Sieht hinauf:) Der Mond war früher so hell …
    (Kauert nieder, lauscht, sieht vor sich hin:) Oh! Noch immer die Grille mit
    ihrem Liebeslied … Nicht sprechen … es ist so süß bei dir … Der Mond ist in
    der Dämmerung …
    (Auffahrend. Wendet sich gegen den Wald, zögert wieder, dann heftig:) Feig
    bist du … willst ihn nicht suchen? So stirb doch hier
    (Leise:) Wie drohend die Stille ist …
    (Sieht sich scheu um:) Der Mond ist voll Entsetzen … Sieht der hinein?
    (Angstvoll:) Ich allein … in den dumpfen Schatten
    (Mut fassend, geht rasch in den Wald hinein:) Ich will singen, dann hört er
    mich ….........


    Berg Wozzeck

    1:17:27

    Langes Schweigen. Der Mond geht auf.
    MARIE
    Wie der Mond rot aufgeht!
    WOZZECK
    Wie ein blutig Eisen!
    (zieht ein Messer)
    MARIE
    Was zitterst?
    (springt auf)
    Was willst?
    WOZZECK
    Ich nicht, Marie! Und kein Andrer auch nicht!
    (packt sie an und stößt ihr das Messer in den Hals)
    MARIE
    Hilfe!
    (sinkt nieder. Wozzeck beugt sich über sie. Marie stirbt.)
    WOZZECK
    Tot!
    (richtet sich scheu auf und stürzt geräuschlos davon)


    Berg Lulu:

    53:50

    Jack
    Wir brauchen kein Licht, der Mond scheint!
    Lulu
    Wie Sie meinen.
    (stellt die Lampe weg, nähert sich dann Jack
    und umschlingt ihn)
    Ich tu’ Ihnen nichts zuleide!
    (qualvoll)
    Ich habe Sie so gern! Lassen Sie mich nicht
    länger betteln.
    Jack
    Mir soll’s recht sein.
    (Er folgt ihr in ihre Kammer, und man hört, wie er die Tür von innen versperrt.)
    (Die Lampe erlischt.Auf der Diele unter den beiden Fenstern erscheinen vom Mondlicht
    zwei viereckige grelle Flecken. Im Zimmer ist alles deutlich erkennbar.)

    Jetzt fehlt eigentlich nur noch der User amfortas mit einem Beitrag.

    Bitteschön:


    @ „Gerhard Wischniewski“
    Dass RT-Phobe gegen mein Postings sich positionieren, beruhigt; anderenfalls drängt sich der Verdacht auf, etwas höchst falsch zu machen. Und ja. Bitte, bitte, GW, erfreue doch deine gescheite Leserschaft weiterhin mit Verbalattacken gegen das Verunstaltungstheater.:thumbup:

    fetzige Webern Petits Fours aus seiner früherer Phase:


    aus seinen Bagatellen op. 09

    Webern mit Emerson = eine Wucht.


    aus 5 O.- Stücke op. 10 (Wiener uner Abbado kommen klangsinnlicher rüber)


    (Evangelistis Aleatorio mit LaSalle leider 17 Sekunden zu lang;()


    bevor Schönberg 12-tönig schrieb:


    Nr. 4 aus 5 Orchesterstücken


    Nr. 3 das fetzigste aus Schönbergs op. 11


    Walzer aus op. 23


    (Vergaß: Nur 1 Stück pro Beitrag, notfalls könnten freundliche Mods, die Links auf mehrere Postings verteilen.)

    . jedoch gilt auch, dass die Meinungsfreiheit des Andersdenkenden nur schwer zu ertragen ist, wenn sie dermaßen plump und ingnorant daher kommt.

    Viele Postings von RT-Phoben tragen Züge des autoritären Charakters (AC), also:


    - Inkrustieren in Konventionen, statt Versuch autonomen/selbständigen Denkens…..
    - stereotypische Freund/Feind-Vorstellungen ….
    - Feindschaft gegen Intellektuelle, weil bedingungsloses Festhalten am Durchschnitt in Gestalt „gesunden Menschenverstands“, „wahrer Opernfreund “, Denunzieren von "verrückten Ideen des RTs" etc ...
    - Unfähigkeit eigene Vorstellung in Frage zu stellen…
    - überhaupt Überbewertung von Norm/Normalität.. und…und.. und…
    Derlei Aufzählung mutiert zu Legion.


    AC bildet m.E. keinesfalls sowas wie anthropologische Konstante und/oder wäre auch keinesfalls irgendwie unhistorisch zu verorten. AC verschwindet aber nicht, sondern bleibt weiterhn virulent, reproduziert sich (trotz oder möglicherweise sogar wegen tendenziell ansteigender Ökonomisierung), was auch nicht einzig seit 2015 festzumachen wäre. RT-phobe Postings mit AC-Schlagobers konnte man sich bereits lange vorher reinziehn.


    Möglicherweise bietet sich gleichzeitig ein fantastischer, toller Ausweg aus deinem höchst nachvollziehbaren Dilemma:
    Versuch mal dich einer selbst auferlegten Disziplin zu beugen, indem du dir derartige Postings aus Ignoranz, Stereotypien als unterhaltsame Satire über AC reinziehst. Diese Postings gewönnen damit gleichsam ungeahnte Substanz, würden quasi "ästhetisch". :thumbup::P

    Schlichte, armselige, lediglich Eigendünkel kitzelende Jokes aus ZDF-Heute-Show kämen dagegen vergleichsweise bloß als fade, laaaaaaaangweilige Frotzelei rüber.

    Möglicherweise würdest du – nach Eingewöhnungsphase - nach weiteren ac-like-rt-phoben Postings schier lechzen. :yes:

    am 21.06. haben wir uns Offenbachs selten gespielte Opera-bouffee-feerie "König Karotte" reingezogen. Tolle, freche, poltische und vor allem mega-groteske Offenbachiade kam da rüber,:thumbup::thumbup:die höchstlich lohnt öfters gespielt zu werden. Eigentlich schon Moderne .....

    Vorstellung fast komplett ausverkauft.

    Enthusiastisches Feedback vom Auditurium.

    Von wegen, da fällt einem nur Britten ein! Ganz aktuell zum Thema: neue schwule Opern in 2019


    Charles Wuorinen hat die Erfolgsstory des schwulen Films Brokeback Mountain vertont. Uraufführung war in Aachen

    Charles Wuorinens "Brokeback Montain" bildet (neben Emmanuel Nunes "Das Märchen") m.E. das gelungenste, beeindruckenste, was in den letzten Jahren an Opern neu fabriziert wurde:

    Kompositorischer Kraft und vor allem was dabei den Orchesterpart angeht; dabei Impulse von Schönberg aufgreifend (wie etwa Dallapiccola Impulse von Anton Webern aufnahm) aber als Resultat entstand eigenständiges Werk Wuorinens. Die Qualität des Librettos lässt ebenfalls keinen Zweifel aufkommen.


    UA erfolgte in Madrid, BRD-Premiere in Aachen.

    Brokeback Montain lediglich als schwule Oper zu identifizieren, gleitet mir zu sehr an Wuorinens Meisterwerk ab.