Beiträge von Reinhard

    1953 – 68. Geburtstag von Riccardo Chailly (Dirigent)

    Als Durch-und-durch-Leipziger kann ich nicht umhin, ein paar Sätze zu Chailly zu schreiben.

    2005 trat er ja die Nachfolge Herbert Blomstedts als 20. Gewandhauskapellmeister an. Obwohl ich einige durchaus beglückende Konzerte mit ihm erleben durfte, bleiben für mich zwiespältige Gefühle. Abgesehen davon, daß er nach Querelen mit der Leipziger Oper nach kurzer Zeit sein Amt als Generalmusikdirektor aufkündigte fand ich es seltsam, daß er recht sang- und klanglos und ohne Abschied von seinem Orchester selbiges vorzeitig verließ. Im Unterschied zu seinen Vorgängern schien er mir nie so recht in Leipzig und beim Gewandhaus-Orchester angekommen zu sein, er "brannte" nicht so wie die von mir aktiv erlebten Masur und Blomstedt.

    Aber wie gesagt, das ändert nichts an der Tatsache, das ich ihn für einen großen Künstler und Dirigenten halte. Vielleicht gehört er einfach nach Italien und nicht in das bürokratische und schwerfällige Deutschland.

    Besonders zahlreich ist Chailly nicht in meiner Sammlung vertreten, aber drei mir lieb und teuer gewordene Aufnahmen möchte ich noch vorstellen (auch wenn bei der einen wohl der eine oder andere die Nase rümpfen wird):

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    Hallo hasiewicz,

    habe mal (ungefragt) eingegriffen, nicht böse sein. Die Bestellnummer der jpc-Verweise muß vom Standard-Tamino-Format sein, sonst funktioniert es nicht. Notfalls in einen Editor kopieren und von dort über Zwischenablage zurück.

    In der lokalen Tageszeitung las ich heute eine fast euphorische Rezension zu diesem Buch:


    Musik und GesellschaftMarkplätze · Kampfzonen · Elysium. 2 Bände

    Band 1: Von den Kreuzzügen bis zur Romantik, 704 Seiten

    Band 2: Vom Vormärz bis zur Gegenwart, 720 Seiten

    Herausgeber: Frieder Reininghaus, Judith Kemp, Alexandra Ziane



    Kennt es jemand von Euch und kann etwas dazu sagen?

    1959 – 62. Todestag von George Antheil (Komponist und Pianist)

    Auch ich möchte an dieser Stelle die Erinnerung an George Antheil wach halten.

    Ich weiß eigentlich nicht mehr, wieso ich mich für ihn und sein Werk zu interessieren begann. Aber egal. Auf alle Fälle war Antheil eine schillernde, vielfältige Persönlichkeit: Komponist, Pianist, Autor und Erfinder. Es ist unmöglich, diesem Künstler in einem einzigen Beitrag gerecht zu werden. Deshalb seien nur eine wenige Aspekte herausgegriffen.

    Über seine Biografie kann man sich bei Wikipedia informieren, wobei dier englische Eintrag mehr hergibt.


    Beginnen wir mit einer seiner skandalträchtigsten Kompositionen, dem "Ballet Mécanique". Ursprünglich als Filmmusik zu einem (gleichnamigen) Film gedacht entwickelte Antheils Komposition ein Eigenleben, es existieren viele Fassungen, die Antheil anfertigte. Allein die Besetzung läßt ahnen, was Antheil seinen Zuhörern zumutete: Player-Piano, acht Klaviere, vier Xylophone, zwei elektrische Klingeln, zwei Flugzeugpropeller, Tamtam, vier große Trommeln und Sirenen. Eines der Probleme bestand darin, die lochstreifengesteuerten Klaviere zu synchronisieren. Hier kommt der Erfinder Antheil ins Spiel und seine Zusammenarbeit mit der Schauspielerin (und ebenfalls Erfinderin) Hedy Lamarr. Dazu später mehr.

    Die öffentliche Uraufführung (1926,Théatre des Champs Elysées) des "Mécanique" war insofern ein Erfolg, als es ein Riesenskandal wurde (Angeblich der größe seit Strawinskys "Sacre"). Aber Antheil war immerhin im allgemeinen Gespräch in Paris.

    Der nächste Skandal war eine Aufführung in der New Yorker Carnegie Hall 1927, Antheil und das Werk wurden ausgebuht und von der Presse verissen. Angemerkt sei lediglich noch, daß es keine Aufführung in der ursprünglich von Antheil geplanten Besetzung gab, die technische Schwierigkeiten waren einfach zu hoch.


    Antheil als Erfinder: Zusammen mit der Schauspielerin arbeitete Antheil am Problem der Synchonisierung der Klaviere untereinander in seinem "Mécanique" und mit dem dafür gedachten Film. Lamarr wird als (damalige) Gattin eines Waffenherstellers über interne Informationen zur Funktechnik verfügt haben. Als erklärte Gegnerin des Nationalsozialismus übertrugen sie und Antheil die Erkenntnisse bei der Lochstreifensteuerung der Klaviere auf die Funktechnik. Damit wurde es technisch möglich, daß Sender und Empfänger einer Funkverbindung gleichzeitig die Übertragungsfrequenz änderten und damit die Abhörgefahr minimierten. Die Erfindung der beiden wurde patentiert, aber auf Grund ihrer Komplexität nie praktisch angewendet. Das heißt, ganz stimmt das nicht, denn das Frequenzsprungverfahren (frequency-hopping) wird beispielsweise beim bluetooth-Verfahren verwendet.

    Auch skandaltechnisch begegeneten sich Antheil und Lamarr durchaus auf Augenhöhe. Bei Lamarr als Filmschauspielerin war es eine damals als anstößig angesehene Nacktszene (1933).


    Bleibt uns neben dem Komponisten und Erfinder noch der Autor Antheil:


    Da haben wir zum einen seine Auto"biografie" namens Bad Boy of Music. Sehr unterhaltsam zu lesen, aber mit dem Wahrheitsgehalt soll es Antheil nicht allzu ernst genommen haben:


    (Offenbar nur noch antiquarisch und zu stolzen Preisen erhältlich)

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    Aber auch in einem anderen Genre - dem des Kriminalromans - hat sich Antheil versucht. Vorsichtshalber unter Pseudodym: Stacey Bishop "Death in the Dark".

    Als Taschenbuch inzwischen wieder erhältlich, mein Exemplar habe ich vor längerer Zeit auf verschlungenen Wegen gebraucht in den USA finden können.

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    So wären wir dann wohl durch. Ach nein, Antheil als Pianist fehlt uns ja noch:


    Habe ich das richtig verstanden, dass Alfred deshalb keine AMAZON- Bilder bzw. - Titel- Abbildungen mehr sehen will, weil ihn die schwarzen Platzhalter stören ?

    Nein, das hast Du nicht richtig verstanden. Die Platzhalter störten berechtigterweise Christian, weil sich der Thread dann blöd liest.

    Was Alfred - ebenfalls berechtigterweise - will: Überhaupt nichts mehr mit amazon zu tun zu haben.

    Die Grafik-Verlinkung auf die amazon-Seite ist also das allerletzte Mittel, wenn alles andere versagt.

    Auf der discogs-Seite. Da findet man (fast) alles. Von meinen ca. 300 LPs, die ich seit den frühen 70ern gesammelt habe bzw. später gebraucht gekauft habe, habe ich bis auf ganz wenige Ausnahmen alles ausfindig machen können, selbst Exoten aus der damaligen UdSSR...

    PS: Es ist total ärgerlich, dass anstelle der über amazon eingestellten Plattencover nur noch schwarze Platzhalter erscheinen. Da gehen sehr viele Infos verloren und ist einfach auch sehr hässlich! Mir ist der Hintergrund bekannt, aber ich hätte es besser gefunden, wenn die Cover erhalten blieben.

    Wir arbeiten dran. Bitten aber um seeeehr viel Geduld.

    Ich habe mich jetz mal diesem Thread gewidmet und die Platzhalter, soweit möglich ersetzt.

    Und zwar nach dieser Vergehensweise:

    War die Aufnahme bei jpc verfügbar, habe ich dorthin verlinkt.

    Wenn nicht, war die nächste Auswahl discogs.

    War die CD/LP auch dort nicht auffindbar, wurde die Bildadresse der a...-Abbildung herangezogen.

    Ist die Aufnahme durch die ASIN nicht identifizierbar, mußte der Platzhalter leider bleiben. Das gleiche gilt für ungültige Youtube-Links.

    Logischerweise stimmen nun bestimmte Hinweise auf Verfügbarkeiten nicht mehr unbedingt. Bei weitergehenden Eingriffen habe ich einen Editiervermerk gesetzt. (War nur ein Fall, in dem ich ein zusätzliches Cover eingesetzt habe). Ich hoffe, in Eurem Sinne gehandelt zu haben.

    Ok, dann ist es wohl an dieser Stelle sinnvoll, wenn ich die Angaben aus dem verwendeten Cover nenne:


    Für das Design zeichnet eine Leipziger Agentur namens KOCMOC.NET verantwortlich, die wohl seit einigen Jahren alle Covers des Labels raumklang gestaltet.

    Als Bildquelle ist genannt:

    Alexander Coosemans, Detail aus "Früchtestillleben", 17. Jhd. (undatiert).


    Ich überlege, ob es sinnvoll ist, bei der Agentur nachzufragen, woher diese Angaben stammen.

    Könnte es eine Hinzufügung durch den Grafiker sein, um die Schrift platzieren zu können?

    Davon gehe ich ganz stark aus.

    Es scheint sich immer klarer herauszustellen, daß das Coverbild eine Kopie eines Schülers von Jan Davidsz De Heem ist. Da ich das Bild unter dem Namen des gesuchten Schülers (noch) nicht gefunden habe, fairerweise hier noch ein Hinweis: In der deutschen Wikipedia findet der Schüler im Artikel zu De Heem keine Berücksichtigung.

    Na, nun wird es ja wirklich kniffelig. Das Bild scheint mir doch auch auf den zweiten Blick das richtige zu sein. (Die Kirschen scheinen eindeutig, beim Granatapfel habe ich noch an minimalen Details Zweifel. Aber kann das sein?)

    Ich habe allerdings einen anderen Maler. Zugeben muß ich, daß ich das konkrete Bild von diesem Maler nicht gefunden habe, aber bei vielen deutlich ähnlichen in Technik und Sujet war ich mir eigentlich sicher. Bildtitel soll (wie überraschend) "Früchtestilleben".

    Wie löst sich das auf?

    Könnte ja noch spannend werden.


    PS: Zusammenhang und mögliche Lösung des Rätsels wurden mir eben klar...

    ich halte es aber keineswegs für sinnlos, selbst wenn vielleicht keine unmittelbare, zeitnahe Reaktion erfolgt, der Wert liegt doch allein darin, wieder ein neues Thema (= hier in diesem thread Buch) ins Bewusstsein gebracht zu haben.

    Das sehe ich genau so. Für mich bemisst sich der Wert eines Themas ganz bestimmt nicht danach, wieviele Antworten in welcher Zeit erfolgen. Und was den Aufwand betrifft: Solange jemand mitliest und sich angesprochen fühlt, ist es meiner Meinung nach jede Minute wert. Etliche Forumsmitglieder leben uns das doch vor.