Beiträge von Uwe Aisenpreis

    Sonntag, 20.06.2021, 21.05 auf BR Klassik

    Operettenboulevard

    Zitat

    THEMEN AM 20.06.:

    • Hervé: "V'lans dans l'oeil" - Ausgrabung des Palazzetto Bru Zane - Théâtre du Châtelet, Paris (Premiere am 16.06.) - dazu ein Gespräch mit dem Künstlerischen Leiter Alexandre Dratwicki
    • Buchvorstellung "Jacques Offenbach und sein Werk - bei Siegfried Kracauer und darüber hinaus" - erschienen beim Verlag Westfälisches Dampfboot - dazu ein Interview mit dem Autor Alexander Flores (Jacques Offenbach 202. Geburtstag am 20.06.)
    • Franz Lehár und Oscar Straus: "So verliebt in die Liebe" - eine Operettenrevue, Staatsoperette Dresden (Premiere am 18.06.) - dazu ein Gespräch mit Dramaturgin Judith Wiemers
    • Ralph Benatzky: "Zur gold'nen Liebe" - Bühne Burgäschi/Schweiz (Premiere am 18.06.)

    Mit Stefan Frey

    Sonntag, 13.06.2021, 21.05 auf BR Klassik

    Operettenboulevard


    Zitat

    THEMEN AM 13.06.:

    • "Gräfin Mariza" - Pramtaler Sommeroperette (12.06. - 27.07.)
    • Premiere "Märchen im Grandhotel" - Staatstheater Nürnberg (am 11.06.)
    • Neue Biographie bzw. Buchvorstellung Carl Michael Ziehrer - erschienen bei der Johann-Strauss-Society Britain (deutsche Version) - Gespräch mit dem Autor John Diamond

    Mit Amelie Pauli und Stefan Frey

    Sonntag, 06.06.2021, 21.05 auf BR Klassik

    Operettenboulevard

    Zitat

    THEMEN AM 06.06.:

    • "Märchen im Grandhotel" - Radio-Premiere auf BR-KLASSIK in Kooperation mit dem Staatstheater Nürnberg - Gespräch mit Regisseur Otto Pichler
    • "Da geh ich zu Maxim", Theater Bielefeld - dazu ein Gespräch mit Regisseur Nick Westbrock
    • Tobias Kratzers "Der Zigeunerbaron" endlich an der Komischen Oper
    • Neues CD-Buch "Passionnément“ - Palazzetto Bru Zane - dazu eine Verlosung

    Sonntag, 23.05.2021, 21.05 auf BR Klassik

    Operettenboulevard

    :) Uwe

    Sonntag, 16.05.2021, 21.05 auf BR Klassik

    Operettenboulevard

    Uwe

    Sonntag, 09.0.2021, 21.05 auf BR Klassik

    Operettenboulevard

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    Themen am 09.05.:


    • Italienische Operette von Gaetano Donizetti bis Nino Rota
    • Pietro Mascagnis Operette "Si"
    • Operette im Museum: Ralph Benatzky in der Pinakothek der Moderne - Gespräch mit Sänger Anton Leiss-Huber
    • Neueröffnung der Musikalischen Komödie Leipzig mit "Gräfin Mariza" - Gespräch mit Betriebsdirektor Torsten Rose
    • Theater-Öffnung in Österreich: ab 19.05. "Der Teufel auf Erden" an der Volksoper Wien

    Mit Franziska Stürz und Stefan Frey

    Die Live-Übertragung der "Schönen Galathée" am 25.4.2021 fiel einer Corona-Erkrankung zum Opfer

    Der Ersatz für die Live-Übertragung der "schönen Galatheé" war enttäuschend. Eine Galathée aus der Konserve, ohne Dialoge. Trotz großer Namen - Moffo, Kollo, Gruber ist diese Aufnahme durch die verwendete Tontechnik mit Hall heutzutage nicht mehr zeitgemäß.


    Schade auch um die Aufnahme des 2. Finales aus Boccaccio mit brillantem Orchester, hervorragenden Sängern und Sängerinnen - aber warum diese Striche!


    Für mich interessant der Querschnitt aus Dichter und Bauer. Von diesem ehemaligen Volksstück gibt es insgesamt 4 verschiedene Umarbeitung zu einer Operette unter Verwendung von Musik aus anderen Suppé Werken. Die hier gesendete, die mir bisher nicht bekannt war, verwendet offenbar auch originale Musik aus dem Volksstück, daneben konnte ich u.a. Musiktitel aus Pique Dame, Leichte Kavallerie und Afrikareise (!) erkennen. Natürlich wurde auch aus der Ouvertüre so manches verwendet und aus dem Cellosolo der Ouvertüre zu "Ein Morgen, ein Mittag ein Abend in Wien" wurde eine hochromantische Arie.


    :| Uwe


    Sonntag, 02.0.2021, 21.05 auf BR Klassik

    Operettenboulevard

    Zitat

    Themen am 02.05.:


    • Noch mehr "Vettern aus Dingsda" - u.a. Staatstheater Nürnberg, Streaming am Freitag, 07.05., 19.30 Uhr
    • Gespräch mit Daniela Fally und Jörg Schneider - Solisten "Die schöne Galathèe"
    • Intendantenwechsel an der Wiener Volksoper - Lotte de Beer, niederländische Opernregisseurin und künsterlische Leiterin Ensemble Operafront
    • Neue CD "Mein Herz lässt dich grüßen" von Erwin Belakowitsch, Bariton - dazu Verlosung

    Mit Amelie Pauli und Franziska Stürz

    Ob Punkt zwei der Themen allerdings aufrechterhalten wird, ist zweifelhaft, da die Live-Übertragung der "Schönen Galathée" einer Corona-Erkrankung zum Opfer gefallen ist. Siehe hierzu auch nachfolgenden Bericht.


    Uwe

    "I bin a Weanakind, so wia's im Biachl steht!" von Patzak gesungen - wunderbar! Mit meiner Lieblingszeile: "Wär I ka Weana wurdn, hätt i an Eselszurn!"

    Das Großartige außer der Musik an diesem Lied ist, dass es ja von einen emigrierten und integrierten Slowaken gesungen wird. Lehár selbst stammt aus der Slowakei und wurde, als er schon lange in Wien wohnte, immer noch als "der Slowak" betitelt. Ergo hat ein Slowake eines der schönsten Wienerlieder geschrieben.


    :)Uwe

    Heute 20.05 auf SWR2


    Zum 151. Geburtstag von Franz Lehár

    Von Stefan Frey


    Da sind doch einige Schmankerl dabei!


    :) Uwe

    "Die schöne Galathée" live aus dem Prinzregententheater in BR Klassik

    BR-Klassik überträgt am Sonntag, den 25.04.2021 ab 20.30 Uhr live die konzertante Aufführung von Suppés Einakter "Die schöne Galathée" in der Originalfassung.


    Es singen Daniela Fally als Galathée, Jörg Schneider als Pygmalion, Denziz Uzun als Ganymed und Gerhard Siegel als Mydas, sowie der Chor des Bayrischen Rundfunks unter Stallario Fagone. Es spielt das Münchner Rundfunkorchesters unter Ivan Repušić. Die Aufführung findet ohne Publikum statt. (Weitere Infos hier).


    :thumbup: Uwe

    Zitat von von Stimmenliebhaber

    1819 – 202. Geburtstag von Franz von Suppé (Komponist)

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    Der am 18.04.1819 in Split geborene Franz von Suppé war ein österreichischer Komponist dalmatinscher/österreichischer Abstammung. 1841 erhielt er eine Anstellung im Theater an der Josephstadt als Kapellmeistern und Komponist und hatte in letzterer Eigenschaft die Musik zu allerhand Volksstücken wie Possen, Zauberspiele, Zeit- und Charakterbilder, Schauspiele, Schwänke etc. zu komponieren. Insgesamt brachte er es somit auf ca. 200 Bühnenwerke, darunter "Ein Morgen, ein Mittag, ein Abend in Wien" und "Dichter und Bauer". Er war aber auch in Kirchenmusik ausgebildet und schrieb 1855 das Requiem in d moll für seinen verstorbenen Theaterdirektor. 1860 schuf er, angeregt durch die ersten Erfolge Jaques Offenbachs in Wien mit "Das Pensionat" die erste Wiener Operette.


    In der Folgezeit schrieb er vor allem ein- und zweiaktige Operetten wie "Zehn Mädchen und kein Mann", "Flotte Bursche", "Die schöne Galathée", "Leichte Kavallierie", "Banditenstreiche" und mit "Die Frau Meisterin" auch seine erste abendfüllende. Spätestens ab 1870 geriet er in eine Schaffenskrise, in die hinein Johann Strauß mit seinen ersten drei Operetten Erfolge erzielte, vor allem mit der 1874 uraufgeführten "Fledermaus". Zwei Jahre später konnte Suppé mit "Fatinitza" allerdings nachziehen, mit der er einen Welterfolg erzielte, den er drei Jahre später mit seinem "Boccaccio" noch übertrumpfen konnte. Die nachfolgende Werke "Donna Juanita", "Der Gascogner" "Die Afrikareise", "Bellman" und "Die Jagd ins Glück" erzielten zwar noch beachtliche Erfolge aber keine nachhaltigen mehr.


    Heute ist Suppé mit Ausnahme seiner Ouvertüren nahezu vergessen. Selbst sein "Boccaccio", den Experten zu den "Spitzenwerken der Goldenen Wiener Operette" (Volker Klotz) zählen, fristet ein Raritäten-Dasein. In jüngster Zeit fanden aber verschiedene Versuche zu Wiederbelebung einiger seiner Spätwerke statt; "Der Teufel auf Erden" wurde 2019 in Chemnitz wieder aufgeführt und harrt in der Volksoper Wien auf seine Premiere, die bedingt durch Corona mehrmals verschoben werden musste.


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    Antonie Schläger als Boccaccio Carltheater 1885


    Weitere und detaillierte Information über Franz von Suppé findet sich auf dieser Webseite


    Uwe

    Allerdings bei Operettengastspielen habe ich das noch nicht erlebt. Unser Ensemble gastierte jahrelang auf dem Hexentanzplatz in Thale oder im Goethe-Theater Bad Lauchstädt mit Operette oder Spielopern, und immer mit Orchester, wenn auch mitunter bühnebedingt in kleinerer Besetzung. Viele Theater haben schon vor der Coronazeit als Reisebühne überleben können.

    Dazu habe ich mal eine Frage: ich habe einmal eine Aufführung der "Schönen Helena" mit dem Wiener Operettentheater (oder so ähnlich) erlebt. Im Orchestergraben habe ich ca. 16 Instrumente gezählt. Die Sängerin hat noch mit Kopfstand "Koloraturen" gesungen. War da nicht Playback dabei? Gemerkt habe ich allerdings nichts davon.


    Uwe

    Zitat von von Stimmenliebhaber

    1883 – 138. Geburtstag von Walter Wilhelm Goetze (Komponist)


    Der am 17.04.1883 geborene Walter W. Goetze (gest. am 24.03.1961) zählt zu den Komponisten der sog. Berliner Operette. Von den meisten seiner Kollegen hob er sich jedoch dadurch ab, dass er nicht, wie etwa Paul Linke, Walter Kollo oder Jean Gilbert der Schlager- oder Revue-Operette frönte, sondern wie auch Eduard Künneke noch die bereits in der Wiener Operette des 20. Jahrhunderts verloren gegangene Kunst der Ensembles hoch hielt. Das ging allerdings oft auch zu Lasten einer eingängigen Melodik. Eine seiner ersten Operetten, „Ihre Hoheit – die Tänzerin“ (1918), von der ich leider nur einen Querschnitt besitze, scheint mir noch melodischer zu sein wie etliche nachfolgende. Berühmt wurde sein Brantweinlied aus der Operette Adrienne (1926), hervorragend interpretiert durch die bekannte Kabarettistin Lore Lorenz. Weitere Operetten von Goetze sind u.a. „Der Page des Königs“, „Der goldene Pierrot“ und „Schach dem König“. Noch 1951 wurde eine Operette von ihm uraufgeführt „Liebe im Dreiklang“. Das Besondere an dieser Operette ist, dass sie den Frauenüberschuss am Ende des Dreißigjährigen Krieges thematisiert, aufgrund dessen in einen fränkischen Stadt ein Gesetz erlassen wird, wonach jeder Mann zwei Frauen heiraten darf. Wegen der Nähe des Themas zur Situation nach dem Zweiten Weltkrieg führte die frivol fröhliche Handlung zu Protesten vor allem aus kirchlichen Kreisen.


    :) Uwe

    Hallo Udo,


    das ist toll, dass Du die Themen, die ich gerade eben auf der BR Seite wieder nicht gefunden habe, hier bekannt gibst. Ich hätte diese Sendung nämlich sonst nicht angehört, weil auf WDR 3 dazu parallel "Der Waffenschmied" von Lotzing läuft. Aber aufgrund dieser Themen muss ich mir dass jetzt natürlich reintun!


    Also, vielen Dank.


    :thumbup:Uwe

    Operetten-Boulevard in BR Klassik, Sonntag 18.04. 2021 - 21.05 - 22.00 Uhr

    Thema: Nymphe aus Dingsda.


    Voraussichtlich zum 100-jährigen Jubiläum der UA des Vetter aus Dingsda. Nähere Information sind zur Zeit nicht bekannt.

    Schade, dass niemand klagen kann gegen die Bezeichnung eines solchen Machwerks als 'Operette'. Karaoke trifft vielleicht zu?


    Ich glaube nicht, dass man das als Karaoke bezeichnen kann. Ich kenne das Theater nicht, habe nur mal kurz hier reingeschaut: BKA-Theater | Berlin (bka-theater.de)


    Ich habe vor Jahrzehnten mal den Auftritt eines Amateurchores erlebt, der live auf der Bühne Ausschnitte des Musicals "Chess" dargeboten hat. Die Musik kam mit voller Orchestration vom Band. Das finde ich besser, als eine Operette, die statt mit einem Orchester nur mit Klavierbegleitung aufgeführt wird. Ich nehme an, das BKA Theater hat keinen eigenen Orchestergraben (im 5. Stockwerk) und behilft sich also damit.

    Neue Operette von Daniel Behle

    Am Sonntag, den 14.03. wurde im Operetten-Boulevard des BR Klassik eine neue Operette des Sängers und Komponisten Daniel Behle vorgestellt. Die Operette selbst ist noch nicht in Aufführung, es gab aber zwei vielversprechende Hörproben. Titel der Operette: "Hopfen und Malz". Die Sendung ist noch diese Woche als Podcast nachzuhören.


    :thumbup:Uwe

    Den Orlowsky gab der Mezzosopran Adrian Angelico ("der" und "Mezzosopran" ist in dem Fall kein Schreibfehler, "Mezzosopranist" wäre vermutlich noch präziser):

    Zur Uraufführungszeit waren Hosenrollen schon immer auch ein Spiel mit den Geschlechtern, man denke an "Die schöne Galathée", in welcher ein Mezzosopran und eine Sopranisten ein Kussduett gaben, man denke an Fatinitza, in welchem ein Mezzosopran einen Mann spielt der sich als Frau verkleidet... Und so ist es nur logisch, dass man heutzutage ein Mann, der vorgibt, ein Mezzosopran zu sein einen Mann spielt.


    Uwe

    Ich habe diesen Thread nochmals aufgewärmt, da ich mir erst vor kurzem das sog. Konzeptalbum angehört habe, welches noch vor der szenischen Uraufführung in London erstellt worden ist . Ich war in jüngeren Jahren einmal Abba-Fan, habe mich aber lange nicht an dieses Musical herangetraut- vielleicht, um nicht enttäuscht zu werden. Vor Jahren habe ich von einem (guten) Laien-Chor einmal einen Querschnitt live gehört und war eigentlich angetan, einige Ausschnitte auf YouTube haben mich aber dann eher wieder verschreckt (vielleicht bin ich an die falschen Titel bzw. Interpretationen geraten).


    Erst jetzt habe ich mir einen Ruck gegeben und das ganze Konzeptalbum angehört, und ich muss sagen, im Ganzen finde ich die Musik grandios und ganz und gar nicht seicht. Viele Titel hören sich wie die besten Abba-Songs an, manche steigern sich im Niveau auch noch darüber hinaus. Unabhängig vom eingesetzten Symphonie-Orchester gibt es auch moderne Anlehnungen an die Klassik; ich denke da beispielsweise an die polyphone Gesangstechnik im "Quartett".


    Da das sog. Konzeptalbum im Studio produziert worden ist frage ich mich, ob man eine solche Qualität auch auf der Bühne realisieren kann. Wie ich gelesen habe, gibt es zwei verschiedene Original-Instrumentationen, eine reduzierte Fassung für 13 Musiker und eine mit Symphonieorchester und (Big)Band. Eine Umsetzung des Klangbildes mit 13 Musikern kann ich mir nicht besonders effektvoll vorstellen und ob eine Bigband die im Konzeptalbum eingesetzten elektronischen Instrumente ersetzen kann, scheint mir auch fraglich zu sein. Einige entsprechende YouTube-Beispiele konnten mich da auch nicht überzeugen.


    Zum Schluss noch ein Zitat einer Kritik über die Grazer Aufführung 2016/2017:


    Zitat

    „Am Pult steht der junge Dirigent Tom Bitterlich, der das Grazer Philharmonische Orchester mit Enthusiasmus und großer Sicherheit durch die abwechslungsreiche Partitur führt, die von klassischen Elementen über typische Musical-Motive bis hin zu Rocksongs reicht.“

    :thumbup:Uwe

    Ich habe neulich auszugsweise Konzertausschnitte von André Rieu im Fernsehen gesehen. Ich persönlich finde es abstoßend - das ist für mich "Klassik" für's Bierzelt. Das Publikum schunkelt, tanzt, singt und johlt, wie bei einer Schlagerparty. Erstaunlich aber, wie viele Leute, alt und jung, sich noch für diese Musik begeistern - ich denke, die würden also auch nach Mörbisch kommen.


    Das bringt mich auf den Gedanken, dass solche Großveranstaltungen den Massengeschmack ansprechen müssen, das ist also nichts für sog. Ausgrabungen vergessener Werke. Die sind eher für kleinere Bühnen, z. B. Bad Ischl oder auch jedes Stadttheater geeignet - allerdings, wie man sieht, auch für die Komische Oper Berlin, aber dort ist auch, denke ich, ein anderes Publikum.


    :)Uwe

    M.E. sind sowohl Musik als auch Stoffe der meisten Operetten zu zeitgebunden. Was völlig o.k. und vielleicht seinerzeit sogar die Stärke der Operetten gewesen ist.

    Ich stimme dem zu, aber manche damals aktuelle Themen sind auch heute noch oder wieder zeitgemäß. Drei Beispiele:


    1. Die Rose von Stambul behandelt die Konflikte zwischen Tradition und Moderne im Islam bzw. zwischen Orient und Abendland.

    2. Der Rastelbinder behandelt das Thema Migration (damals aktuell die jüdische aus den Gebieten der heutigen Slowakei nach Wien)

    3. Boccaccio behandelt die Emanzipation der Frauen und ist gleichzeitig ein ganz klassischer Stoff.


    Auch die Inszenierungen von Kosky, ich denke dabei an "Die Perlen von Cleopatra" stellen, wie schon zu Offenbachs Zeiten ständig Bezüge zum Hier und Jetzt her.


    Uwe

    Lieber Alfred,


    Als Kind habe ich die Operetten natürlich geliebt. So mit dem Erwachsenwerden hat sich die Begeisterung gelegt. ...


    Meines Erachtens ist es nicht klar, dass, nur weil ich auch gerne Zeitgenössisches höre, sich mir die Operette verschließen muss.

    Ich hatte ebenfalls als Kind die Operette geliebt - dann kamen die Beatles. Erst als über 60 jähriger habe ich die Operette wieder entdeckt. Vielleicht musst Du nur etwas Geduld haben.


    Volker Klotz hatte sich ebenfalls lange Jahre auf zeitgenössische Musik spezialisiert - heue nennt man ihn den Operetten-Papst. Er hat den Begriff kreiert: "Operette - eine unerhörte Kunst".


    :) Uwe

    Genau diese dritte Akt ist es, der IMO das Werk entwertet. Hier wird Klamauk pur geboten.

    Ich finde nicht, dass der "Klamauk" das Werk entwertet. Er ist vielleicht in dieser Länge überzogen, aber immerhin gibt es im dritten Akt noch drei gute Musiknummern: die ganz große "Unschuld vom Lande" , ein hervorragend komponiertes und sehr witziges Terzett "Ich steh' voller Zagen" und ein Finale, das nicht nur wie in jüngeren Werken nur noch aus Wiederholungen besteht.


    :thumbup:Uwe

    Manche Gags bei der Fledermaus kennt man schon auswendig. Vor zwei Jahren hab ich mir die Silvester Aufführung der Fledermaus an der Rheinoper angetan. Mit 48 war ich der jüngste Besucher und das restliche Publikum wirkte eher gelangweilt und unterhielt sich laut während der Vorstellung. Zwischenbeifall gab es fast keinen und am Ende wollten alle nur schnell nach Hause. Die Rolle des Frosch könnte von mir aus auch gestrichen werden. Der Frosch an der Staatsoper macht seit Jahren die gleichen Witze. Gibt es dieses Jahr einen Überraschungsgast bei der Silvester Fledermaus ?

    Das kommt davon, wenn man sich alle Jahre wieder zu Silvester Die Fledermaus (und am Fernsehen Dinner for one) antut. Die Theater könnten zu Silvester auch mal was anderes bringen - Champagner wird übrigens nicht nur in der Fledermaus getrunken.


    Es sind auch ausgerechnet immer die Staatstheater, die an Silvester die Fledermaus aufführen (und ansonsten nie eine Operette) - das ist doch antiquiert und vielleicht kommt auch daher die Meinung einiger, die Fledermaus sei eine Oper :?:


    Uwe