Beiträge von Caruso41

    Tut mir leid, aber die Frage verstehe ich nicht ganz.

    Deshalb zur Klärung:

    Meine Bemerkung bezog sich auf die zitierten Operetten-Texte. Zu der Glosse von m.joho hatte sie keinen Bezug. Zu der hätte ich mich ja in dem Absatz vorher geäußert.

    Diese hübsche Glosse wurde heute im Netz "publik":

    Sehr originell und lustig!


    Trotzdem ist mir äußerst wichtig zu betonen: Wenn es denn tatsächlich sexuelle Übergriffe und Missbrauch von Seiten Domingos gegeben hat und dabei Einfluss- und Machtstellungen Domingos offen oder verdeckt eine Rolle gespielt haben, dann ist das ganz etwas anderes als der Fehltritt eines charmanten Operetten-Hallodri.


    Caruso41

    Lieber Fiesco!

    Mit Interesse habe ich Deinen ersten Höreindruck von Levy Sekgapanes Rossini-CD gelesen. Gefreut hat mich, dass sie Dir gefällt und Du sie für empfehlenswert hältst. Er ist ein vorzüglicher Tenor im Rossini-Fach. Ich würde ihn noch nicht in der gleichen Klasse einstufen wie Raoul Gimenez oder auch Juan Diego Florez. Aber ich habe ihn gerade als Selimo in ADINA und als Arbace in IDOMEMEO gehört und in beiden Opern war er ein reines Vergnügen! Die Stimme ist recht leicht aber sie klingt in allen Lagen sicher, rein und glänzend.

    Was fehlt ihm also? Sicher fehlt ihm für einige der Rossini-Partien der amoroso-Ton eines Gimenez. Auch dessen weiche Eleganz. Aber an seiner stilistischen Kompetenz dürfte es eben so wenig Zweifel geben wie an der Bravour und Brillanz seiner Höhe.

    Ich bin gespannt auf die neue CD!


    Liebe Grüße

    Caruso41

    Kürzlich hatte ich in einer Diskussion im Forum erneut auf die hohe Qualität der Verdi-Aufführungen in Heidenheim hingewiesen.

    Heute überträgt Deutschlandradio Kultur die diesjährige Verdi-Oper:


    Jetzt sollte aber wieder über die NEUEN STIMMEN gesprochen werden.


    Ich würde mich freuen, wenn noch etwas zum Karriereweg anderer Sänger, die hier vorgestellt wurden, beigetragen werden könnte. Ich schaffe es ja einfach nicht, Alle und Alles zu verfolgen. Der Weg der Sopranistinnen Lise Davidsen, Maria José Siri oder Sabine Devieilhe ist natürlich nicht zu übersehen, aber auch andere sind inzwischen weit voran gekommen!

    Und eine ganz besondere Freunde wäre es für mich, wenn der Thread mit neuen Vorstellungen weitergeführt werden könnte.

    Beste Grüße

    Caruso41

    Lieber Rheingold!

    Nach meinen Beobachtungen hat die Distanz ihr gegenüber an Schärfe gewonnen, seit ihre Rolle in der Nazizeit thematisiert wurde. Mit so einer will man möglich nichts zu tun haben.

    Das Argument leuchtet mir überhaupt nicht ein!

    Solange ich die Szene verfolge sind Elisabeth Schwarzkopf immer wieder die gleichen Vorwürfe gemacht worden. Mag sein, dass im Laufe der Zeit die einmal gefundenen Formulierungen wieder und wieder abgeschrieben wurden, aber dass die Schärfe zunahm, habe ich nicht wahrgenommen.


    Mehr beschäftigt mich eigentlich eine andere Bemerkung von Dir:

    Ihr werden ewig die gleichen Dinge angelastet. Sie singe zu maniriert, heißt es. Wer das beklagt, der wirft dieser Sängerin eigentlich vor, dass sie Kunst macht.

    Macht denn etwa eine Elisabeth Grümmer keine Kunst? Bei ihr klingen Lieder (genau so wie Opernpartien) so wunderbar natürlich, so selbstverständlich, dass man Kunst nicht als Anstrengung des Willens wahrnimmt.

    Sie (Du sprichst von Schwarzkopf) lotet nicht nur Buchstaben und Interpunktionszeichen aus, sie erfasst singend Gedanken und lyrische Zusammenhänge.

    Aber muss das dem Hörer vermittelt werden? Muss er darauf hingewiesen werden, dass hier Buchstaben und Interpunktionszeichen "ausgelotet" werden?

    Tut mir leid, aber ich höre andere Aufnahmen lieber! Zumal dieses "Ausloten" meiner Meinung nach auch dazu führt, dass Schwarzkopfs Phrasierung nicht so weit und großzügig gelingt, wie ich das an etlichen Stellen erwarte. Das ist dann wahrlich keine Frage des persönlichen Geschmacks mehr.


    Liebe Grüße

    Caruso41

    Lieber Greghauser

    Goldmarks Oper interessierte mich seit ich die ungewöhnlichen und sehr schönen Arien der Partie des Assad von Leo Slezak gehört habe (der ja auch in der Uraufführung sang, wenn ich mich nicht irre).

    Die Uraufführung sang Gustav Walter!
    Aber ob er die Partie so schön gesungen hat wie Slezak, kann ich nicht sagen!

    Es gibt ja mehr Ausschnitte von Slezak gesungen als nur die "Magische Töne". Ich mag auch die Libanon-Erzählung sehr!


    Beste Grüße

    Caruso41

    Noch zu

    Goldmark: DIE KÖNIGIN VON SABA

    (Es war nicht möglich nach dem Zitat noch etwas zu schreiben. Die Software hat ständig neue Überraschungen!)


    Wer denn nicht zu der Aufführung nach Klosterneuburg fahren mag aber an der Oper interessiert ist, sollte sich unbedingt das Programmheft besorgen. Es enthält viele interessante Materialien und sehr tiefgehende Gedanken. Wie ich es hier ins Forum einstellen könnte, weiss ich nicht. Es ist mit 49 Seitren auch zu voluminös. Ich habe es als PDF-Datei. Wer interessiert ist, kann sich an mich wenden.


    Beste Grüße

    Caruso41


    Goldmark: DIE KÖNIGIN VON SABA


    Liebe Freunde der deutschen Oper!


    Ein guter Bekannter von mir hat sich viele Jahre intensiv mit Goldmarks DIE KÖNIGIN VON SABA beschäftigt und weder Mühen noch Kosten gescheut, sich für eine Aufführung des Werkes einzusetzen. Ihm geht es darum, das Werk als FriedensOper zu entdecken und vorzustellen.


    Erfreulicherweise haben seine Bemühungen Erfolg gehabt.

    Nun wir die Oper im Stift Klosterneuburg aufgeführt.

    Für weitere Informationen möchte ich eine Mail von ihm zitieren:

    Lieber Stimmenliebhaber!

    leider gehört der Chenier so überhaupt nicht zu meinen Lieblingsopern

    Zu meinen Lieblingsopern gehört der Chenier auch nicht! Aber: sie hat immerhin drei Hauptpartien, die Sängern reichlich Möglichkeit bieten, Stimme zu zeigen und auch dass sie ausdrucksvoll und mit Leidenschaft singen können. Deshalb erinnere ich mich gerne an denkwürdige Aufführungen mit großen Interpreten dieser Partien.



    Lieber Kapellmeister Storch!

    Inzwischen gehört sie für mich zu den besten Produktionen des Hauses.

    Es ist eine Inszenierung, die Substanz und Sinn in das Stück bringt. Aber ich habe sie lange nicht mehr gesehen. Es freut mich zu hören, dass Du sie so hoch schätzt. Nachdem ich kürzlich die Oper in London erlebt habe, weiss ich die Arbeit von Dew doppelt zu würdigen.


    Beste Grüße


    Caruso41

    Bis auf ein paar Kleinigkeiten bin ich auch dabei, aber lieber Caruso41, das mir Françoise Pollet muss dich doch sehr Schmerzen! ;)


    LG Fiesco

    Ja, lieber Fiesco, die Aufnahme der Pollet würde ich deutlich positiver bewerten.

    Dass Hendricks, Arroyo und Kuhse überhaupt nicht berücksichtigt wurden, schmerzt auch. Aber natürlich ist die Auswahl wohl auf Prominenz und Verfügbarkeit hin ausgerichtet.

    Auf jeden Fall aber hätte ich die Grümmer mit einbezogen. Sie ist eine einfach großartige Strauss-Sängerin gewesen und ihre Aufnahme der Vier Letzten Lieder ist trotz der mediokren Begleitung eine Preziose!


    Beste Grüße

    Caruso41

    Lieber Kapellmeister Storch!

    … glücklicherweise hat die Deutsche Oper die Dew-Inszenierung doch nicht verabschiedet, sondern führt sie in der kommenden Spielzeit wieder auf.

    Das ist eine gute Nachricht!

    Ist denn die klug durchdachte Personenregie der Inszenierung noch zu erkennen?


    Lieber Bertarido!

    ich habe Frau Siri letztes Jahr als "Francesca Da Rimini" an der Scala gehört und gesehen, kann aber kein qualifiziertes Urteil über ihre Leistung abgeben, weil ich diese Oper viel zu schlecht kenne

    Dass Du die Oper nicht so gut kennst, ist nachzuvollziehen. Sie wird ja hierzulande kaum gespielt. Aber das halbstündige Duett aus dem zweiten Akt kann man ja auf vielen trefflichen Einspielungen hören. Und -ehrlich gesagt- das reicht eigentlich auch, um sich eine Meinung über die Interpreten zu bilden. Die Partie müsste Frau Siri eigentlich optimal liegen!


    (Meine Lieblingsaufnahme ist immer noch die mit Maria Caniglia und Giacinto Prandelli!)


    BEste Grüße

    Caruso41

    Lieber Caruso, der Link zu der Discographie funktioniert zumindest bei mir nicht mehr. Ist Dir ein aktueller bekannt?

    Lieber Rheingold!

    Ich komme durch den Link überraschenderweise auf die Seite der BILD-Zeitung, die ich sonst nicht mal in die Hand nehme, wenn sie im ICE neben meinem Sitz liegt. Und über die "Vier letzten Leider" steht auch nichts drin.

    Keine Ahnung was da in den dämmerigen Grüften des Internets passiert...


    Dafür habe ich noch einen anderen Tipp: Michael Blümke hat in seiner gewohnt unverblümten Art eine wertende Sortierung von zwei dutzend Aufnahmen der "Vier letzten Lieder" im Rondo 2014 veröffentlicht. Ich würde manches Urteil etwas anders formulieren, aber kann ihm durchaus im wesentlichen folgen. Seine Urteile werden hier unter den Taminos sicher Anstoß erregen. Gerade auch bei Dir. Aber -so leid es mir tut- da wäre ich auf seiner Seite!


    https://www.rondomagazin.de/artikel.php?artikel_id=1394


    Trotzdem in herzlicher Verbundenheit


    Caruso41

    Ich habe mir die drei Videos, die Gregor in Beitrag #31 eingestellt hat angehört.

    Liebe Boismortier!


    Das sind alles Aufnahmen, die vor drei beziehungsweise vor zweieinhalb Jahren gemacht wurden. 32 Monate sind für eine so junge Sängerin eine sehr lange Zeit. Was sie inzwischen gelernt hat, wäre ja vielleicht in der Aufnahme vom OPERALIA-Wettbewerb 2019 festzustellen. Leider aber kann ich über meinen Server die von Gregor eingestellte Aufnahme nicht hören. Der Ton ist zu viel leise und verzerrt. Keine Ahnung, woran das liegt.

    Die Lautsprecher können es nicht sein, denn anderes kann ich problemlos hören.


    Insgesamt habe ich aber den Eindruck, dass sie ihre weitere Karriere vorsichtig angeht. Ihre nächsten Engagements sind vor allem in Spanien und Frankreich, sodass ich davon nicht wirklich viel mitbekommen werde.


    Beste Grüße

    Caruso41

    Lieber Kapellmeister Storch!

    Sechsmal Andrea Chenier (Vielleicht sogar in wenigen Monaten?) ist schon eine Leistung!

    Schönen Dank für Deine Einschätzungen!


    Lieber Erich Ruthner,

    besten Dank für den Hinweis aus den Carlo-Mitschnitt, den ich nicht kannte.

    Ist es dieser:


    Ich bin gespannt, ob noch jemand aus dem Forum etwas über Frau Siri beitragen wird.

    Sie ist ja inzwischen eine etablierte Größe in der Opernszene!


    Beste Grüße

    Caruso41

    Da die Gesangs- und Interpretationskunst der Elisabeth Söderström in diesem Thread bisher nicht so ausführlich diskutiert wurde, wie das ihren Range entspräche, möchte ich darauf verweisen, dass es in einem anderen Thread eine sehr eingehende und höchst kontroverse Diskussion über ihre Interpretation von Schuberts ERLKÖNIG gegeben hat.

    Sie begann mit dem Beitrag Austausch über Höreindrücke zu den Sänger-Jubilaren

    Und sie wurde in vielen Beiträgen weitergeführt. Zwar gibt es in diesem Thread dazwischen auch mal Beiträge, in denen es um Andere und Anderes geht, aber die Interpretation der Söderström hat uns zumindest bis zum Beitrag #233 intensiv beschäftigt und wurde mit vielen klugen Argumenten auf beiden Seiten geführt.


    Liedexperten wie Alan Blyth und Gesangsexperten wie John Steane und Jürgen Kesting haben die Interpretation überschwänglich gepriesen. Das entwertet gewiss nicht alle Argumente, die aus musikalischen und ästhetischen Überlegungen gegen sie vorgebracht wurden. Solche Voten aber können auch nicht so einfach beiseite gewischt werden.


    Caruso41

    Lieber Gregor!

    Die Lobeshymnen die Caruso41 zur Sängerin gemacht hat, sind nicht ganz nachzuvollziehen.

    Lobeshymnen?

    Ich habe eine sehr junge Sängerin vorgestellt und versucht, ihre Stimme und ihre gesanglichen Fähigkeiten zu beschreiben. Dabei habe mich auf den Eindruck bezogen habe , den ich LIVE in Rossinis "Il Viaggio a Reims" gewonnen habe.

    Anderthalb Jahre später wurde sie mit einem Preis im OPERALIA-Gesangswettbewerb ausgezeichnet. So ganz falsch kann ich eigentlich doch nicht gelegen haben.


    Damit niemand suchen muss, zitiere ich noch meine Bemerkungen über Adriana Gonzalez.

    Adriana Gonzalez verfügt eine klangvolle tiefe Lage, hat eine füllige Mittellage, die ausdrucksstark und farbenreich, bisweilen auch etwas rauchig klingt, und sie leuchtet in der Höhe mit einer unerwarteten Intensität. Das ist nicht eine der Stimmen, wie man sie heute im lyrischen Fach meist hört und die man nicht recht unterscheiden kann. Die Stimme hat die klangliche Substanz und die Farben für das dramatischere Fach! Sie ist nicht glatt und geschniegelt. Auch die Technik ist nicht perfekt. Manche Phrase würde man sich geschmeidiger wünschen, manchen Übergang feiner gestaltet. Aber wichtig ist mir etwas anderes: die Stimme ist unverkennbar und letztlich einzigartig. Nicht zuletzt auch deshalb, weil sie mit großer Passion, mit Herzblut und Leidenschaft eingesetzt wird! Da ist viel Begeisterung und Risikobereitschaft in ihrem Singen. Es gelingt denn vielleicht auch nicht alles wirklich fehlerlos. Aber die Innerlichkeit ihres Pianos und die Ausdruckskraft ihrer großen dramatischen Bögen entschädigen dafür reichlich.

    Wenn das als Lobeshymnus bezeichnet wird, gebe ich es auf, junge Sängerinnen und Sänger vorzustellen. Mir ging es um eine Beschreibung der Eindrücke, die ich in Barcelona gewonnen habe. Dort sang sie die Corinne. Sicher weißt Du, dass dies keine dramatische Partie ist?


    Übrigens lesenswert ist auch der Beitrag, mit dem Rheingold auf die Vorstellung von Adriane Gonzalez geantwortet hat.

    Mit dieser Sängerin ist Caruso wieder ein Treffer gelungen. :) Ich habe mir die eingestellten Tonbeispiele mehrmals genau zu Gemüte geführt und mich sogar überwunden, über die missliche Akustik vor allem bei den Strauss-Liedern hinwegzuhören. YouTube hat eben Grenzen. Das ist mir wieder sehr bewusst geworden, obwohl ich die Plattform wegen ihre Vielseitigkeit sehr zu schätzen weiß. Eines aber ist auch deutlich geworden. Eine gut sitzende Stimme triumphiert eben auch über technische Unzulänglichkeiten. Das war schon auf Schelllackplatten so. Der Vergleich mag zwar auf den ersten Blick ziemlich weit hergeholt erscheinen. Es ist nach meiner Überzeugung aber etwas dran. Adriana Gonzalez' Kunst scheint mir nicht so schnell verletzbar. Ich höre da eine gewisse Robustheit, eine Tendenz zur Härte heraus. Die Stimme ist flammend in der Steigerung, etwas veristisch und brustig in der Tiefe. Deshalb wohl für die Oper besser geeignet als für den Liedgesang. Bei den Strauss-Liedern hatte ich den Eindruck, als müsse sie sich zurücknehmen. Sie kommt nicht an Grenzen und lotet die nicht aus, was mir gefällt. Für mich ist es wichtig, dass Sänger nicht ihre gesamtes Potenzial ausschöpfen. Es sollte immer noch Luft nach oben bleiben, eine heimliche Reserve, die unangetastet bleibt. Ich sehe diese begabte Sängerin schon jetzt im darmatischen Fach. Als Sieglinde könnte ich sie mir gut vorstellen. Dafür müsste sie aber an der deutschen Aussprache feilen. Ihre Rusalka geht schon in diese Richtuing. Die Michaela, so überzeugend sie die Szene auch macht, finde ich etwas zu groß vorgetragen. Eine sopranige Carmen, die mein eigenes Ideal ist, würde ich lieber von ihr gehört haben. Kein Zweifel, von dieser jungen sympathischen Sängerin werden wir noch viel erwarten können. Ich bin gespannt und danke Caruso, dass er uns mit ihr bekannt gemacht hat.


    Es sei denn Caruso will, dass sich die Sängerin stimmlich runiert.

    :no: - :no: - :no: - :no:


    Ich habe lediglich bemerkt, dass Frau Gonzalez "die klangliche Substanz und die Farben für das dramatischere Fach" hätte.

    Wie kommst Du denn zu solchen Unterstellungen, die ich irgendwie direkt als diffamierend empfinde?


    Fassungslose Grüße

    Caruso41

    Vor drei Jahren habe ich hier die Sopranistin Maria José Siri

    vorgestellt. Dabei habe ich unter anderem versucht, ihre Stimme zu charakterisieren:

    Ihre Stimme ist ausladend und opulent! Irgendwie majestätisch - manch einer mag sich an dem Vibrato stören, aber ich fand es sicher kontrolliert. Auch der metallische Ton, den sie manchmal im Forte entwickelte, konnte ich goutieren. Das mag aber in einem geschlossenen Haus anders wirken.
    Sie spürt jeder Nuance der Worte mit ausgeprägtem Bewusstsein für Zwischentöne und Farben nach. Ihr Konzept des Schöngesangs ist ganz dem Bemühen um Intensität und Ausdruck verpflichtet.

    Sie singt die schwierige und für sie noch ungewohnte Partie mit einer ungeheuren Courage: sie wagt riskante Pianissimophrasen, sie spannt extrem weite Bögen, sie stürzt sich in die Koloraturen, sie schleudert flammende Spitzentöne.... und sie gewinnt!!! Siris Timbre ist edel, ihr Piano cremig, das Forte hat Wärme und kann die Furor der Wut und Verzeiflung annehmen.


    Wenig später hatte sie Debuts unter anderem an der Staatsoper Dresden (Tosca) und an der Deutschen Oper Berlin (Tosca und Andrea Chenier). Inzwischen ist sie regelmäßig an deutschen und österreichischen Bühnen zu hören. Über eine Manon Lescaut unter Sir Simon Rattle schrieb Kapellmeister Storch " Siri ist ohnehin eine großartige Live-Sängerin, die Gefühle wie kaum eine andere Sängerin in diesem Fach transportieren kann!" Für Stimmenliebhaber war sie "ein nicht unwesentlicher Grund (von mehreren), eine "Tosca"-Aufführung nach dem 1. Akt zu verlassen"


    Zur Zeit singt sie bei den Bregenzer Festspielen (Verdi Requiem) und bei den Opernfestspielen in Verona (Aida). Im September wird sie an der Deutschen Oper Berlin in der Neuinszenierung von "La Forza del Destino" (Paolo Carignani / Frank Castorf) singen.


    Mich würde doch mal interessieren, ob auch andere Taminos eigene Live-Eindrücke berichten können. Offensichtlich reagieren Opernaficionados und Melomanen auf dieses Sängerin sehr unterschiedlich.


    Wer sie nicht live gehört hat, könnte vielleicht eine ihrer Aufzeichnungen auf DVD angehört haben. Es gibt inzwischen unter anderem einen Mitschnitt der Norma, über die ich bei der Vorstellung der Sängerin eingehender berichtet habe:


    Vincenzo Bellini (1801-1835): Norma, DVD - Giacomo Puccini (1858-1924): Madama Butterfly (Original-Version von 1904), 2 DVDs



    Giuseppe Verdi (1813-1901): Attila, Blu-ray Disc


    und eine CD:



    Gioacchino Rossini (1792-1868): Messa per Rossini (Requiem in Memoriam Giacchino Rossini), 2 CDs




    Caruso41

    Teuerster Stimmenliebhaber!


    wenn Du mal zum Beitrag #3 zurück scrollst, findest du , was ich zu William Dooley zu sagen hätte. Brauchst Du mehr?

    Käme eine Diskussion über ihn hier im Forum auf (womit ich nicht rechne), könnte ich sicher noch über den einen oder anderen Eindruck etwas mehr sagen.


    Beste Grüße

    Caruso41

    Lieber Stimmenliebhaber!

    ich habe mir gerade die beiden Polen-Bilder der Ermler-Aufnahme mit ihrer Marina angehört. Am Anfang habe ich etwas etwas gefremdelt, denn das ist wieder diese typisch "russische Schule", die ich nicht so mag: alles mit viel Kraft und brustig, auch "ordinäre Tiefen", … ...

    Großartig finde ich allerdings, wie die Obraszowa gegen Ende des Duetts mit dem falschen Dimitri, nachdem dieser Marina ihre Grenzen aufgezeigt hat, ganz anders singt als vorher, nämlich verführerisch und einschmeichelnd, völlig unverbrustet und "unordinär".

    Ja, aber warum singt sie denn zuvor mit einem so barschen, ja direkt mit einem rüden Ton? Das alles hat Irina Arkhipova viel subtiler gestaltet. Arkhipowa wäre für mich denn auch eher eine Vertreterin der "russischen Schule" als Elena Obraszowa. Gerade in Russland (oder der Sowjetunion) hat sich doch eine feine, gepflegte Gesangskultur entschieden länger gehalten als im Westen. Da haben Lisitsian und Reisen, Smirnow und Koslowski, Lemeshev und Nellep gerade nicht das undifferenzierte Singen gepflegt, das auf Kraft setzte und zur Effektsteigerung die -wie John Steane das nannte- "Stalinorgel" einschaltete!

    Für mich unterstreicht das, dass Frau Obraszowa offenbar eine große Gestaltungspalettehatt und sowohl so als auch so singen konnte - also Mittel wie Verbrustung bewusst einsetzte, wenn sie es gestalterisch für angemessen hielt, aber ebenso darauf verzichtete, wenn sie es für unangemessen hielt. Man muss also bestimmt Gestaltungsmittel von ihr nicht mögen, aber man sollte nicht den Fehler machen, dass sie nicht anders konnte (das Gegenteil ist bewiesen), sondern akzeptieren, dass sie das an den besagten Stellen als Gestaltungsmittel so wollte. :yes::hello:

    Ja, so kann man das sehen!

    Ich mag diese - wie Du sagst - 'Gestaltungsmittel' nicht. Halte sie eher für geschmacklos. Aber das mag mein allzu bürgerlicher Geschmack sein.

    Darüber kann und muss man nicht streiten.


    Beste Grüße

    Caruso41

    Hat Dooley wirklich Walther und Wolfram im "Tannhäuser" gesungen??? Walther kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen!

    Nein! Er hat den Wolfram und nur den Wolfram gesungen.

    Wie ich in dem Beitrag, in dem ich die Geschichte von der Zensur berichte, auf Walther gekommen bin, weiß ich auch nicht. Ich war wohl nur fixiert auf das 'l', das ich durch 'll' ersetzen musste, um die Zensur auszutricksen.

    Lieber Stimmenliebhaber!

    Mal sehen, welche Santuzzas ich mir vielleicht noch anhöre - sehr otiviert bin ich dazu gerade nicht, weil ich bei der in dieser Rubrik von mir gerühmten Aufnahme eben nichts vermisse und zu 100% glücklich bin.

    Dann bleib doch dabei!

    Ich habe eigentlich zwei Aufnahmen, die sehr unterschiedlich sind und die ich beide auch aus ziemlich unterschiedlichen Gründen schätze: Karajan mit Cossotto, Bergonzi und Guelfi und Levine mit Scotto, Domingo und Elvira.

    Im Übrigen sollten wir die Frage nach der besten Santuzza und einen möglichen Interpretinnenvergleich vielleicht aus dieser Frau Obraszowa gewidmeten Rubrik auslagern und eine neue eröffnen.

    Ich denke, dass es den Thread interessant und lebendig macht, wenn Obraszowa in ihren wichtigen Rollen mit anderen Interpretinnen verglichen wird.

    Sollten wir jetzt auch mal eine ihrer russischen Partien betrachten? Vielleicht die Marfa? Oder die Marina? Von der Lyubasha gibt es wohl leider keine Studio-Aufnahme


    Beste Grüße

    Caruso41

    Lieber Stimmenliebhaber!


    Du hast ja eher von Live-Erlebnissen berichtet als von konkreten Alternativaufnahmen.

    Für mich sind halt immer Live-Eindrücke so prägend, dass ich die konkreten Aufnahmen, die man zum Vergleich heranziehen könnte, gar nicht so im Blick habe. Immerhin hatte ich Milanov und Tebaldi genannt, die ich nicht als Santuzza live gehört habe.

    Außerdem gibt es ja sehr ordentliche Mitschnitte der erwähnten Aufführungen, die ich mit der Crespin und der Farrell gehört habe.

    Von Dalis gibt es immerhin drei Mitschnitte. Sie sind leider jedoch alle drei von beklagenswerter technischer Qualität.

    Ich bin aber auch gerne bereit, mir noch einige konkret benannte Alternativaufnahmen anzuhören und zu vergleichen.

    Inzwischen hat ja Carlo schon einige Aufnahmen von Sängerinnen genannt. die man als Alternative heranziehen könnte - vielleicht sogar vorziehen sollte:

    Natürlich kenne ich schönstimmigere Interpretinnen dieser Rolle (Milanov, Simionato, Tebaldi, De los Angeles und Cossotto) und auch 'charaktervollere' (Rasa, Callas, Varnay, Rysanek und Baltsa),allerdings überwiegend nur als akustische Konserve.

    Das wäre Namen, die ich auch genannt hätte. Im Falle Tebaldi aber rate ich zu den frühen Mitschnitten. In der Studioproduktion mit Björling klingt sie eigentlich zu alt für die Figur, fast mütterlich. Immerhin hat man da die einzige Aufnahme, die Björling und Bastianini zusammen gemacht haben.

    Ich würde noch Mitschnitte von Farrell und Crespin hinzufügen. Beide singen ganz wunderbar mit herrlich weit gespannten Bögen und verstehen es, das Spektrum der Emotionen differenziert zu entfalten. Bei Crespin hört man beispielsweise anfangs bange Töne der Unruhe und Sorge, dann vor allem des tiefen - und noch nicht eingestandenen - Leids. Ich kenne keine andere Santuzza, die das ähnlich eindringlich sänge. Dadurch gewinnt die Arie, in der sie schließlich davon etwas der Mama Lucia mitteilt, eine Intensität ohne alle Äußerlichkeiten.


    Übrigens: Bisher noch nicht genannt wurde Renata Scotto. Sie hat in der Levine-Aufnahme zwar schon einige Schärfen und harte Töne, die mir nicht recht gefallen, aber sie gestaltet die Partie auch ungemein differenziert. Unter den neueren Aufnahmen ist das für mich die rundum beste.


    Liebe Grüße

    Caruso41

    Komisch, dass du damit erst jetzt, auf Nachfrage, um die Ecke kommst...

    Lieber Stimmenliebhaber,


    Ich höre mir fast immer noch mal einige Aufnahmen von Sängern an, wenn ich mich über Sie äußern will. Das habe ich auch gemacht, als die Diskussionen über Frau Obraszowa begannen - obwohl es zunächst im wesentlichen nur um biografische Fragen ging.


    Eigentlich wollte ich dann über die Sängerin aber nichts schreiben. Das hatte verschiedene Gründe. Nicht zuletzt einen, der mit Dir zu tun hatte: ich hatte den Eindruck, dass du Obraszowa sehr schätzt. Bisher habe ich es meist so gehalten, dass ich in solchen Situationen keine Kontroverse mit Dir vom Zaun breche.


    Dann las ich Rheingolds Bemerkungen, die genau ausdrückten, was auch meinen Wahrnehmungen entsprach. Das wollte ich ihm sagen und darum war mein Beitrag auch explizit an ihn adressiert.


    In herzlicher Verbundenheit


    Caruso41

    Lieber Stimmenliebhaber!

    Wie wäre es denn mal mit einem frischen Höreindruck statt nur mit der Erinnerung an einen Jahrzehnte zurückliegenden Höreindruck?

    Als Ihr hier die Diskussion über Obraszowa begonnen habt, habe ich mir noch mal was von ihr aufgelegt. Unter anderem auch das Duett Santuzza -Turridu. Da ist mir deutlich geworden, dass ich auf die Stimme und die Manier, in der sie eingesetzt wird, eher allergischer reagiere als ich es früher tat.


    Es gibt so viele Aufnahmen von Sängerinnen, die mir Freude machen. Warum soll ich Frau Obraszowa mit Aufnahmen anhören, die mir wirklich keine Freunde machen? Wenn ich sie denn hören wollte, könnte ich genug russisches Repertoire finden, in dem ich sie genießen kann und wirklich hervorragend finde.


    Beste Grüße

    Caruso41

    Lieber Rheingold!

    … bei dieser "Cavalleria" kommen wir nicht zusammen. Ich besaß sie sogar mal, denn ich hatte mich seinerseits auch vom Obraszowa-Hype anstecken lassen. Das ist sich aber gründlich geändert - und hat nichts mit dem zu tun, was unlängst hier ein Streitpunkt gewesen ist. Mir klingt sie zu brustig, zu effekthascherisch, zu alt und - ich sage es ganz offen - zu ordinär.

    Ich habe die Santuzza live von der Obraszova gehört und war begeistert - von der großen klangvollen Stimme, ihrer Bühnenpräsenz und ihrer Leidenschaft Es war wohl die erste italienische Partie, mit der ich sie gehört habe. Vorher hatte ich sie nur in russischen Partien gehört. Als die Aufnahme rauskam, habe ich sie mir denn auch gleich besorgt. Nach dem Anhören konnte ich meine Begeisterung nicht mehr so recht verstehen. Mir geht es genau so wie Dir, lieber Rheingold. Deinen Worten schließe ich mich ganz und gar an:

    Mir klingt sie zu brustig, zu effekthascherisch, zu alt und - ich sage es ganz offen - zu ordinär.

    Trotzdem finde ich sie im italienischen Fach noch besser als im französischen, weil ihre dramatische Gestaltung etwa der Amneris, Azucena oder Ulrica schon imponierend ist. Ihre Charlotte, Carmen, Herodiade und Dalila mag ich mir beim besten Willen nicht mehr anhören. Sie hat keinen Zugang zu der Sprache, zu der französischen Gesangskultur und zu den Figuren.

    Wer aber hören will , warum sie zu den großen Mezzosopranen gezählt wird, sollte ihre Marfa, Konchakovna, Lyubasha, Hélène Bezukhova oder Lyubava Buslayevna hören!

    Bei Santuzza bevorzuge ich inzwischen andre Ideale: schlanke nervös Stimmen. Das Schicksal dieser Frau sitzt innen und nicht außen.

    Das hast Du schön gesagt!

    Ich bevorzuge in der Partie eigentlich eher Soprane (!). Mir ist wichtig, dass sie die weiten Bögen schön aussingen und mit innerer Erregung füllen können. Das Ideal sind für mich Zinka Milanov (vor allem zusammen mit Tucker 1951) und Renata Tebaldi, die ich aber beide nicht live gehört habe.

    Die beste Santuzza, die ich live gehört habe, war ein Mezzosopranistin: Irene Dalis, die ich öfter gehört habe und die mich immer gepackt und tief erschüttert hat. Aber auch Eileen Farrell(1963 mit Franco Corelli an der MET) und Regine Crespin (zusammen mit Domingo in San Francisco 1975 oder 76) haben mich sehr beeindruckt und bewegt.

    Wenn es denn eine russische Sopranistin sein sollte, wäre Irina Arkhipova meine erste Wahl.

    Gespannt bin ich jetzt auf Anita Rachvelischvili. die ich kommenden Monat in Amsterdam zusammen Brian Jagde als Turridu hören werde.


    Beste Grüße

    Caruso41

    Wirklich hinreißend, wie viele Leute hier mitreden, die diese Inszenierung gar nicht gesehen haben...

    Lieber Stimmenliebhaber!


    Wenn ich nicht etwas überlesen habe, bin ich noch immer der Einzige hier im Forum, der die Produktion live im Festspielhaus gehört und gesehen hat. Darum kann ich über viele, sehr viele Beiträge nur verwundert die Stirn runzeln. Sagen tue ich dazu nichts!


    Beste Grüße

    Caruso41

    Lieber Amfortas!


    Aber warum habt Ihr Bietos Trovatore nicht besucht? Meiner Meinung nach, war das die beklemmendste und abgründigste Inszenierung, die ich von Bieito gesehen habe. Unvergesslich!

    Keinen Schimmer mehr warum ... und ja ist schade.

    Und dein Feedback zum Trovatore rührt Frustration erneut auf, ob des verpassenten Events. :(

    Mit dem TROVATORE gastierte die Staatsoper Hannover sogar 2004 beim Edinburgh Festival. Unter dem damaligen Ersten Kapellmeister Mihkel Kütson sangen Francesca Scaini, Ki Chung Park, Leandra Overmann und Tito You.

    Bieito wurde begeistert gefeiert.

    In Hannover habe ich die Produktion mindestens vier- oder fünfmal erlebt.


    Beste Grüße

    Caruso41

    Beim Don Giovanni beeindruckte Bieitos Inszenierung. Leider überhaupt nicht das Orchester. :(

    Ja, lieber Amfortas, das Orchester kam mit Perry überhaupt nicht klar.

    Großartig aber waren die Sänger, vor allem als Kay Stiefermann den Giovanni sang und Oliver Zwarg den Leporello. Und Christiane Iven als Elvira war einfach sensationell, aber auch Francesca Scaini und Sunhae Im waren ungemein packend.


    Keiner der Sänger, die in der Aufzeichnung aus Barcelona singen, erreichte die Intensität und Passion der hannöverschen Protagonisten. Mit ihnen hatte wohl Bieito nicht so intensiv arbeiten können.

    Am 18.06.06 besuchten wir Wozzeck-Premiere. Das Orchester unter Lü und Bieitos Inszenierung kamen in höchster Intensität rüber, die in ihren beklemmenden Fluchtpunkt zur letzten Szene mit Mariens Knaben mündete "...Hopp, hopp! Hopp, hopp! Hopp, hopp! ..." Es wurde ohne Pause durchgespielt.

    An diesem Abend war das Niedersächsische Staatstheater "Weltmeister". Mega-Event.

    Das kann ich nur bestätigen! Voll bestätigen!


    Aber warum habt Ihr Bietos Trovatore nicht besucht? Meiner Meinung nach, war das die beklemmendste und abgründigste Inszenierung, die ich von Bieito gesehen habe. Unvergesslich!


    Beste Grüße

    Caruso41