Beiträge von Caruso41

    Das Staatstheater Cottbus bringt in dieser Spielzeit:
    Mazeppa

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    Oper in drei Akten von Pjotr I. Tschaikowski
    Libretto Pjotr I. Tschaikowski und Viktor P. Burenin
    nach dem Gedicht „Poltava“ von Alexander S. Puschkin

    Mazeppa, der Oberbefehlshaber der ukrainischen Truppen, hält im Hause der alteingesessenen Familie Kotschubej um die Hand der Tochter Maria an. Sofort kommt es zum großen Krach: Warum sollte sich das junge Mädchen ausgerechnet für den viel älteren Mann interessieren? Doch Maria versichert standhaft ihre Liebe. Nun muss sie sich entscheiden: Geht sie mit dem charismatischen Fremden oder bleibt sie in der Dorfgemeinschaft bei ihrer Familie? Mazeppa plant unter­dessen eine Verschwörung gegen den Zaren, die alles und jeden um ihn herum in den Abgrund reißen kann…

    Pjotr I. Tschaikowski beschreibt in seiner Oper den Unter­gang einer alten Welt, Krieg und Umbruch, die Angst der Bevölkerung in Krisenzeiten und die nahezu unbegrenzten Möglichkeiten, die nur einem Machtgierigen wie Mazeppa offenstehen. Skrupellos nutzt der Kosakenhauptmann die Unwägbarkeiten der politischen Lage zu seinem Vorteil. Marias Hoffnung auf eine bessere Zukunft, die großen Er­wartungen der Jugend, werden bitter enttäuscht, das neue System erbt die Fehler und nie verheilten Wunden des alten. Einfühlsam beleuchtet Tschaikowski die Gefühle der ein­zelnen Figuren, die Bewegung der Massen-und schafft damit eine große gesellschaftliche Erzählung von bestechender Aktualität.

    PREMIERE 25. Oktober 2020 im Großen Haus


    Die Aufführung wird von RBBKultur mitgeschnitten.
    Ob und wann sie gesendet wird, weiss ich nicht.


    Die Maria singt Kim-Lillian Strebel, die ich von der Komischen Oper Berlin als Pamina in guter Erinnerung habe.

    Den Andrej singt Alexey Sayapin! Er hat etliche Wettbewerbe gewonnen. Ich habe ihn in Aachen als Gounods Romeo gehört. Da hat er einen guten Eindruck gemacht . Ich könnte mir denken, dass ihm Tschaikowskis Andrej allerdings noch besser liegt.

    Den Mazzepa singt Andreas Jäpel, ein langjähriges Ensemble-Mitglied in Cottbus. Ihn kenne ich nicht.


    Caruso41

    zu Lise Davidsen ( #335, 345, 376, 727, 799, 802, 817, 854ff.,915ff., 918f, 921f, 927, 942f, 945f, 1148, 1152f,

    1155, 1254f, 1257, 1265ff, 1268ff, 1276f, 1283, 1299, 1301ff, 1308, 1374,
    1465ff, 1468)


    Lise Davidsen, die ich hier in diesem Thread vor 3 1/2 Jahren vorgestellt habe (Damals hatte sie noch in keinem Opernhaus gesungen!), singt in der Neuinszenierung der WALKÜRE an der Deutschen Oper Berlin eine Sieglinde, die vom Publikum - den Berichten nach - begeistert umjubelt wurde.

    Hier ein Stimme:

    Zitat von Maria Ossowski im RBB

    Unfassbar berührend und brillant singen und spielen die drei Frauen - Nina Stemme als Brünnhilde, Annika Schlicht als Fricka und vor allem Lise Davidsen als Sieglinde. Welch eine Kraft entwickelt die norwegische Sopranistin in den leisesten Liebes-Tönen, welch eine Power, wenn sie mit dem Zwillingsbruder und Geliebten flieht.


    und ein Bild


    DEUTSCHE-OPER-ERLIN-Premiere-27-09-2020-14.jpg


    Glückwunsch zu dem Erfolg!


    Caruso41

    Zu Liparit Avetisyan (Beiträge #396, 402, 1727, 1956)


    Besten Dank, lieber Otello50, für die Einstellung dieses Videos!
    Das ist wirklich ein tolles Konzert!


    Die vier Nummern die Liparit Avetisyan singt, habe ich gleich zweimal gehört.

    Sie sind wirklich herrlich gesungen. Du hast Recht: die Stimme ist zugleich samtig und strahlend. Wie er durch dynamische Abstufungen mal den samtenen Klang seiner Stimme zur Geltung bringt und dann wieder den goldenen Sonnenstrahl, das finde ich schon meisterhaft und das macht seinen Vortrag ungemein lebendig und attraktiv.

    Einen kleinen Wermutstropfen gibt es freilich: Leider hat er noch nicht gelernt, Vokale und Nasale der französischen Sprache richtig zu färben. Das beeinträchtigt für mich seine in übrigen wunderbar differenzierte Interpretation der Blumenarie des José!


    Constantin Orbelian ist ja ein feinfühliger Sängerbegleiter. Er hat hochinteressante Sängerportraits von Michael Spyres, John Osborn, Eva Podles, Ekatarina Siurina, Sondra Radvanovsky, Lawrence Brownlee, Maria Domashenko und anderen eingespielt. Da er sichtlich von Liparit Avetisyan angetan war, kann man vielleicht hoffen. dass er eine Portrait-CD von ihm einspielt. Er hätte es verdient. Ich kann nur wiederholen, was ich schon des öfteren geschrieben habe: Für mich ist Avetisyan gegenwärtig im lyrischen Tenorfach der Champion!


    Liebe Grüße


    Caruso41

    RE.: Zugang zu Klassikaufnahmen


    Liebe Boismortier!

    Lieber Rheingold!


    Der Austausch über die vorgestellten Sänger soll nicht über Gebühr aufgehalten werden.
    Dennoch gestatte ich mir mal eine Frage zur Technik.

    Ich habe grade einen Idagio-Account angelegt

    Die meisten neuen CDs höre ich bei Spotify, wo ich für zehn Euro im Monat ein Abo ohne Werbung unterhalte.


    Ich habe keinen solchen Zugang zu irgendeiner Plattform. Lohnt das wirklich?

    Immerhin stehen in meinen Regalen 2 000 LPs, über 6 000 CDs, etliche Hundert Musikkassetten und etwa 900 Spulen-Tonbänder.

    Reicht das nicht? Wenn mich eine Neuaufnahme interessiert und ich sie nicht gleich kaufen will, kann ich die doch in aller Ruhe bei meinem Händler hören.


    Ich denke immer: 'Du hast doch genug Musik im Haus!'

    Außerdem habe ich das Problem eines sehr langsamen Internets. Auf dem Lande kann man am späten Nachmittag und Abend eine Aufnahme aus der Mediathek eines TV-Senders oder eines Opernhauses praktisch nicht genießen, weil es immer wieder ruckelt und hakt. Hätte ich solche Probleme auch bei Spotify oder Idagio?


    Eigentlich bin ich doch mit meinen Vorräten an Musikkonserven ganz gut versorgt. Das habe ich gerade in der Covid-19-Zeit ganz neu bemerkt.
    Ansonsten ziehe ich ohnehin Live-Erlebnisse vor


    Beste Grüße


    Caruso41



    PS.: ZUR ERINNERUNG:

    Wenn hier denn wieder über Sänger geschrieben wird, wäre es sehr hilfreich, wenn den Beiträgen wieder eine Überschrift gegeben würde.

    Ansonsten ist die Aktualisierung des Inhaltsverzeichnisses nicht zu schaffen.

    Lieber Fiesco!

    Da hast du mich richtig neugierig gemacht.

    Ich werde mir die CD auf jeden Fall einmal anhören! Das Einlassen auf Stimmen, die mir auf den ersten Eindruck noch nicht zusagen, und auch auf ungewohnte Interpretationen ist eigentlich durchaus meins!


    Leider aber ist das Hören einer CD, von der ich nicht sicher weiß, dass ich sie wirklich kaufen will, in Covid 19-Zeiten leichter gesagt als getan. Ich habe meinen CD-Händler nicht am Wohnort. Extra in die Stadt zu fahren, scheint mir aber nicht angemessen.


    Also werde ich noch einige Zeit die Vorfreude genießen


    Beste Grüße


    Caruso41

    Auf Tom Krauses Webseite finde ich eine Reihe von kleineren Partien, ja von Wurzen, von denen ich gerne wüsste, wo und wann er sie gesungen hat. Ich denke da an Official Registrar (Butterfly), Angelotti & Schließer (Tosca), Richter (Ballo in maschera, eigentlich eine Tenorpartie), Morales (Carmen), Nikitich (Boris).

    Vielleicht kann Caruso41 helfen, der Krause evtl. in dessen Berliner Zeit gehört hat?


    Beste Grüße aus Finnland

    Leider, lieber Peter, kann ich da nicht weiterhelfen.
    Da ich meistens keine Programmhefte gekauft sondern die Besetzungen vom Aushang im Foyer einfach abgeschrieben habe, musste ich mich meist auf die sogenannten großen Rollen beschränken. Andere wollten ja auch noch abschreiben. Deshalb kann ich gerade mal feststellen, wann ich den von mir hoch verehrten Tom Krause in Hauptpartien gehört habe.


    Man kann sich heute einfach nicht mehr vorstellen, wie schwierig es damals - also in den 50er und 60er Jahren - war, überhaupt frühzeitig Besetzungsangaben zu erhalten.
    Die Plakate erschienen am Sonntag an den Litfaßsäulen für die nächsten anderthalb Wochen. Da waren nur die Namen der vorgesehenen Sänger angeführt - nicht ihre Rollen! Wenn die Aufführung vorbei war und man nicht selber im Opernhaus war, gab es keine Möglichkeiten herauszubekommen, wer da was gesungen hat.

    Tut mir leid, dass ich nicht weiterhelfen kann. Vermutlich hilft Dir nur eine Anfrage an die Deutsche Oper Berlin selbst!


    Beste Grüße


    Caruso41

    Lieber Orfeo!

    Am Sonntag, 27.09. um 20.00 Uhr im live-stream und danach 48 Stunden abrufbar


    Maria Stuarda mit Diana Damrau, Salome Jicia und Paolo Fanale

    Hab besten Dank für diesen Hinweis. Das ist ja gleich wegen zwei Sängern interessant:

    Einmal wegen Paolo Fanale, von dem es noch wenig Aufnahmen im Belcanto-Fach gibt, das seiner Stimme ganz besonders gut zur Geltung bringt.

    Leider gehört die Maria Stuarda allerdings nicht zu den stärksten Werken Donizettis - und der Roberto bietet dem Tenor keine besonderen Möglichkeiten.

    Aber dann freue ich mich auch auf die Georgierin Salome Jicia, die ich mit der Dorliska und der Fiordiligi gehört habe. In beiden Partien hat sie mir ganz vorzüglich gefallen.


    Beste Grüße

    Caruso41

    Lieber Orfeo!


    Heute lernte ich die Homepage INTERNATIONALE OPERNWERKSTATT 2020 kennen.

    Kennt jemand die schon? Scheint mir interessant zu sein. Die Teilnehmer

    Der Eindruck täuscht nicht!


    Dieses Projekt habe ich 2018 kennen gelernt. Ich war bei meinem Sohn in Bern zu Besuch. Beim Abwaschen hörte ich einen Bericht über das Projekt der INTERNATIONALEN OPERNWERKSTATT SIGRISVIL im Hörfunk. Das fand ich interessant und deshalb habe ich mich gleich schlau gemacht. Als ich erfuhr dass unter anderem Anthony Pilavachi, ein Regisseur, den ich wegen einiger Produktionen in Lübeck sehr schätze, mit den jungen Sängerinnen und Sängern arbeitet, habe ich mich kurzerhand entschlossen, nach Sigrisvil zu fahren.
    Es hat sich gelohnt, die Arbeit in den Workshops zwei Tage lang zu erleben. Die Konzerte, die dabei vorbereitet werden, sind bestens besucht und unter den Besuchern waren einige Intendanten, etliche Operndirektoren, Dirigenten, Korrepetitoren sowie eine erstaunlich große Zahl von Journalisten. Die jungen Sängerinnen und Sängern hatten alle eine abgeschlossene Ausbildung und nur einige hatten bereits erste Bühnenerfahrung. Unter ihnen waren vielerlei bemerkenswerte Talente. Dem einen oder anderen, werden wir sicher bald an mittleren oder kleineren Bühnen wieder begegnen.


    Beste Grüße

    Caruso41

    zu Laurence Kalaidjian (Beitrag #1943)

    Mir ist ein Bariton positiv aufgefallen, den ich gern an dieser Stelle kurz vorstellen möchte: Laurence Kalaidjian

    Lieber Rheingold,


    den vielversprechenden jungen Mann habe ich schon zweimal live gehört.

    Zunächst in der Hamburger Hochschule für Musik und Theater als Dr. Cajus, den er genüsslich als grelle Karikatur anlegt und prächtig sang. Man war direkt traurig dass die Partie ihm nicht mehr Gelegenheit bot seien markanten Bariton auszusingen.

    Das zweite mal habe ich ihn dann in der MUK in Lübeck in einer konzertanten Aufführung von Korngolds DAS WUNDER DER HELIANE als einen der Schwertrichter gehört. Eine wichtige Partie aber nicht geeignet, seine stimmlichen Möglichkeiten zu zeigen.


    Von den Aufnahmen, die Du eingestellt hast, hat mich besonders Tostis IDEALE überzeugt. Es ist schon lehrreich, die wundervolle Lied mal nicht von einem Tenor zu hören. Da klingen die musikalischen Linien ganz anders, weil die Fokussierung auf die Expansion in der Höhe nicht so ausgeprägt ist und man mehr von ihren Schönheiten in der unteren Mittellage hört. Kalaidjian singt diese melodischen Linien mit feinen Kolorierungen, die die Wehmut ausdrücken. Besonders bewegt hat mit das abschießende "Torna! Torna!". Durch ein leichtes Beben der Stimme trifft Kalaidjian hier genau die Mitte zwischen Schmerz und Hoffnung.


    Schönen Dank für die Vorstellung und Liebe Grüße


    Caruso41


    PS.:

    in der Lübecker Aufführung von Korngolds DAS WUNDER DER HELIANE gab es für mich übrigens eine veritable Entdeckung: den Heldentenor Zurab Zurabishvili in der Partie des Fremden.
    Aber der ist schon über Mitte Vierzig und singt an vielen kleineren und mittleren Bühnen das Heldenfach.
    Als NEUE STIMME will ich ihn deshalb nicht vorstellen.
    Nur: für mich war er neu - und eindrucksvoll.   

    Lieber Fiesco!

    Oh doch lieber Caruso, siehe hier!

    Moderato hat mich auf meinen Fehler bereits aufmerksam gemacht. Sein Beitrag scheint aber inzwischen wieder gelöscht zu sein.

    Ich werde zukünftig genauer prüfen, ob ich nicht einstellen will, was schon da ist.


    Beste Grüße

    Caruso41

    Lieber Rodolfo!

    Lieber Caruso, ich hab ja auch mal auf eine Internetseite carlos oliveri videos ok ru hingewiesen, in einem anderen Thread, da gab es keinerlei Reaktion . Zumal es dort viele ältere Aufnahmen und sehr viele Aktuelle Videos aus der MET oder dem ROH gibt.

    Das mag sein. Aber solchen allgemeinen Hinweisen gehe ich meist nicht nach, da ich Oper nicht so gerne über das Internet höre. Wenn es nicht eine ganz konkrete Empfehlung gibt - wie in diesem Falle von Orfeo, der auf eine Aufzeichnung von Donizettis FAVORITA mit Mika Kares hingewiesen hat - dann sehe ich keinen Grund, solch eine Seite zu besuchen. Sorry!


    Beste Grüße

    Caruso41

    Ich habe gerade einen Hinweis aus die neue Aufnahme von Händels SEMELE in einen anderen Thread eingestellt.
    Soweit ich sehe, ist auf diese Oper hier noch gar nicht hingewiesen worden, obwohl der Schlaf eine so bedeutsame Rolle darin hat.


    Hier der Text der Arie der Semele aus dem 2.Akt:


    O Sleep, why dost thou leave me?

    Why they visionary Joys remove?

    O Sleep again deceive me,

    To my Arms restore my wand'ring Love

    O Sleep, why dost thou leave me?

    Why they visionary Joys remove?

    O Sleep again deceive me,

    To my Arms restore my wand'ring Love


    Hier kann man das hören: Entdeckungen: Neue Stimmen

    Noch mal was zu Louise Alder (vorgestellt in Beitrag #816, 857f, 1570, 1715, 1721f, 1796, 1798, 1800f, 1805f, 1864ff)


    John Elliot Gardiner hat eine Neuaufnahme von Händels SEMELE vorgelegt.


    rubtijthm8cfa_300.jpg



    Die Titelpartie hat er Louise Alder anvertraut.

    Nicht nur ich bin begeistert von der Interpretation dieser äußerst anspruchsvollen Partie durch die junge Engländerin.


    Eine besonders schöne Würdigung ihrer Leistung ist im jüngsten Heft von gramophone zu lesen!


    Zitat von Lindsay Kemp in Gramophone

    As for Semele herself, Louise Alder is a happy choice, her voice rich, fluid and precise, and her agile and alert acting skills finding ideal projection in the wonderful clutch of arias Handel sets before her. How drowsily erotic ‘O sleep’ is, how vain and flighty ‘Myself I shall adore’, how ambition-maddened that fatal last scene! Anyone who has been following this bubbly young singer’s career so far will recognise this as a role that could have been written to exploit her skills.


    Eine Hörprobe:


    Semele, HWV 58, Act II Scene 2: "O Sleep, Why Dost Thou Leave Me"



    Semele, HWV 58, Act III Scene 3: "Myself I Shall Adore"



    Caruso41

    Lieber Orfeo!

    Lieber Caruso41,


    voilà LA FAVORITE:

    Múnich. 06/11/2016. Bayerischen Staatsoper. Donizetti: La Favorite. Elīna Garanča (Léonor de Guzman), Matthew Polenzani (Fernand), Mariusz Kwiecień (Alphonse I), Mika Kares (Balthazar), Joshua Owen Mills (Don Gaspard), Elsa Benoit (Inès). Dir. escena: Amélie Niermeyer. Dir. musical: Karel Mark Chichon.

    Hab vielmals Dank für den Link!

    So etwas zu finden ist ja gar nicht so einfach.

    Gut, wenn man Freunde unter den Melomanen hat, die sich mit den Recherchen auch abseits der üblichen Wege auskennen und weiter helfen!


    In die Aufnahme werde ich heute oder morgen Abend mal reinhören!


    Liebe Grüße


    Caruso41



    Lieber Peter Schünemann,


    ist Alexei Markov identisch mit Alexey Markov? Dann wäre er sicher keine Neue Stimme, denn er wird ab und zu hier im Forum erwähnt und sogar ich habe ihn erstmals schon 2009 in Deutschland auf der Bühne gehört/gesehen.


    Orfeo


    Feste Regeln für die Vorstellung von NEUEN STIMMEN bestehen eigentlich nicht.
    Dem einen ist diese Stimme eine Entdeckung, dem anderen eine andere.


    Die meisten Entdeckungen, die bisher vorgestellt wurden, waren junge Sänger, die noch ganz am Beginn ihrer Laufbahn stehen, vielleicht gerade bei Wettbewerben aufgefallen sind, ihre ersten Engagements haben und vielleich auch schon mit einer Debut-CD auf sich aufmerksam machen konnten.

    Allerdings wurden auch Sänger vorgestellt, die bereits eine respektable Karriere aufzuweisen hatten. Das waren dann meist Sänger, die bisher in unseren Breiten noch eher unbekannt sind, weil sie in anderen Ländern tätig waren.

    Aber es gab sogar Vorstellungen von Sängern, die sich hierzulande längst einen Namen gemacht hatten, sich nun aber anschickten, in ein anderes Fach vorzustoßen (Ich erinnere etwa an Corby Welch).


    Also: Wer als NEUE STIMME vorgestellt wird, sollte jede Melomanin und jeder Melomane auch weiterhin selbst entscheiden. Strikte Regeln festzulegen, schränkt nur die Lust ein, hier über eine Sängerin oder einen Sänger zu schreiben.


    Caruso41

    Heute jährt sich der Geburtstag von gleich zwei Baritönern, die ich immer gern gehört habe und ganz besonders schätze:

    Beide sind am 24. September 1922 geboren!

    Ettore Bastianini (* 24. September 1922 in Siena; † 25. Januar 1967 in Sirmione)





    Cornell MacNeil (* 24. September 1922, Minneapolis, Minnesota; † 15. Juli 2011, Charlottesville, Virginia)



    Caruso41

    Zu Mika Kares (Beiträge # 1.925 ff.)




    Lieber Peter!


    Ich hatte ja versprochen, zu dem Austausch über Mika Kares noch etwas beizusteuern. Mich wundert freilich, dass außer Orfeo sich niemand zu dem jungen Sänger geäußert hat. Offensichtlich sind für viele Stimmenliebhaber und Melomanen Sänger erst interessant, wenn sie nicht mehr singen.


    Dass man die Großen Sänger von ehedem nicht vergisst, ist auch mir wichtig. Darum schreibe ich ja immer wieder über Sänger, die bei uns kaum wahrgenommen wurden, weil sie hinter dem Eisernen Vorhang sangen und im Westen allenfalls kurze Gastspiele geben konnten. Mir ist das wichtig und erfreulicherweise haben die Ausführungen über Kipras Petrauskas, Kārlis Zariņš, Zurab Sotkilava, Maria Tauberova, Jozsef Réti, Vergilius Noreika, Maria Bjeschu und andere auch eine erfreuliche Resonanz gefunden.


    Deswegen aber den Sängern, die hinfort das Opernerbe zum Klingen bringen sollen, weniger Aufmerksamkeit zu widmen, fände ich völlig unangemessen. Dass man über die nicht reden muss, weil das ja deren Agenturen besorgen, ist für mich zumindest eine sehr merkwürdige – eigentlich fast obszöne – Begründung. Oper lebt nun mal davon, dass die Partituren aufgeführt werden. Und ohne Sänger geht das nun mal nicht. Ich meine deshalb, dass man als Opern-Liebhaber die Ohren weit aufmachen sollte, um die Sänger zu entdecken, von denen man die Opern in Zukunft hören möchte.


    Mika Kares ist nun ganz sicher ein Sänger, der einiges zu bieten hat. Das hast Du ja bei Deiner Vorstellung deutlich gemacht. Du hast auch betont, dass er seine Anlagen offensichtlich sorgfältig pflegt und immer eindrucksvoller weiter entwickelt. Darum ist es nicht verwunderlich, dass er in Genf als Gurnemanz und in München als Marke angekündigt wird.


    Du hast auch die Stimme sehr trefflich beschrieben. Ich mag es, dass er sie schlank führt und auf einen runden, in Tiefe und Mittellage samtig dunklen Klang bedacht ist. Du deutest an, dass sie unten und oben etwas kurz ist. Von den Aufnahmen hatte ich keinen entsprechenden Eindruck. Mich hat aber leicht gestört, dass die Höhe sehr offen angegangen wird. Freilich ist das kein deutliches Gravamen.

    Etwas zurückhaltender wäre ich in der Beurteilung seiner Gestaltungsfähigkeit.

    Am überzeugendsten fand ich ihn als Sarastro in der ZAUBERFLÖTE. Hier vermittelt er mit seinem samtigen Bass die Würde und die Autorität, die der Priester benötigt. Da hätte ich keine Einwände.

    Der Daland in DER FLIEGENDE HOLLÄNDER ist auch tadellos und schön gesungen. Die Figur hat aber - meiner Meinung nach - kein ausgeprägtes Profil. Ist er nur biederer Seemann und liebender Vater? Oder ist er der gerissene Händler, der auf Vorteil und Gewinn erpicht ist und bereit wäre, seine Tochter dafür an den Fremden zu verschachern?

    Die Bass-Arie aus Rossinis STABAT MATER, die Du eingestellt hattest, singt er technisch und stilistisch besser als sie meistens auf den LPs oder CDs zu hören ist. Auch hat er dafür den gebotenen Ernst. Von der Verlassenheit und Trostlosigkeit der Mutter Christi aber hört man eher nichts.

    Auch die Arie des Philip aus DON CARLOS ist wirklich schön gesungen, aber die Einsamkeit und die Schmerzen des Königs klingen in dem Gesang nicht auf. Der König und sein Schicksal bleiben in dieser Interpretation – ich habe nur die Arie hören können - merkwürdig unterbelichtet.


    Die verschiedenen anderen Videos, die zum Teil älter sind, bestätigen meinen hier kurz angedeuteten Eindruck: Mika Kares ist ein Sänger, dem man gerne zuhört und dessen Stimme ich geradezu genießen kann. Ein eindrücklicher Gestalter scheint er einstweilen noch nicht zu sein.




    Lieber Orfeo!


    Leider habe ich Donizettis LA FAVORITE im Internet nicht finden können.

    Kannst Du mal verraten, wo man die Hören kann?


    Liebe Grüße



    Caruso41









    Caruso41 bat mich freundlicherweise, den finnischen Bassieten MIKA KARES vorzustellen.

    Lieber Peter, dass Du der Bitte gleich nachgekommen bist, freut mich sehr. Dir ist wieder eine sehr lebendige und informative Vorstellung gelungen. Mika Kares ist ja auch ein Sänger, der hoffentlich bald auf verschiedenen Bühnen hierzulande zu hören sein wird. Verträge sind jedenfalls unterschrieben. Ich bin gespannt, diese schlanke und zugleich profunde Bass-Stimme wieder zu hören. Seine Aufnahmen, die im Internet zu finden waren, habe ich inzwischen gehört. Dazu möchte ich eigentlich noch was schreiben, aber nicht von unterwegs. Ich nehme mir es deshalb vor, sobald ich wieder zu Hause bin!
    Von iPhone gesendet

    Ich wollte Tenorrollen, die oftmals nur wenig im Fokus stehen, ein bisschen hervorheben. Wenn sie gut gesungen sind, kann man sich vielleicht auch in ihnen profilieren.

    Im BORIS GODUNOW ist die ganze Aufmerksamkeit erst mal auf die drei Bässe gerichtet. Boris Christoff hat sie im Studio alle drei gesungen.

    Aber es gibt daneben noch drei Tenorpartien, die - je nach der Fassung, die für die Aufführung ausgewählt wurde, - alle drei erhebliches Gewicht haben. Für die dramatische Faktur und auch musikalisch sind sie von elementarer Bedeutung.
    Ist es sinnvoll, sie in einer Hierarchie einzusortieren? Ich wüsste wirklich nicht, wer nun der erste, der zweite und der dritte wäre.


    In der Produktion der Deutschen Oper Berlin unter Lorin Maazel - er hatte die Bearbeitung von Dmitrij Shostakovich gewählt - wurde die Gleichrangigkeit der drei Tenor-Partien geradezu unterstrichen: den falschen Dmitrij sang der junge Carlos Cossutta mit lyrischer Emphase und tenoralem Glanz (den hatte er in seinen frühen Jahren reichlich!). Mit gleißender Schärfe und einem Zynismus, der mal schmeichelnde Töne fand und dann wieder verlogen und böse klang, stattete Helmut Melchert den Schuiski aus. Und für den Gottesnarren brachte Helmut Krebs den seraphischen Klang seines lyrischen Tenors und eine phänomenale spirituelle Intensität ein. In ihren jeweiligen Szenen waren sie unbestritten der erste Tenor. Und alle drei zusammen bildeten ein starkes Gegengewicht zu den drei Bässen Martti Talvela, Bengt Rundgren in Viktor von Halem.


    PS.: Den Polen-Akt habe ich übrigens nie wieder so glanzvoll gesungen gehört. Die junge Ruth Hesse war die Marina und José van Dam den Rangoni!


    Von iPhone gesendet

    Zu Yuriy Yurchuk #1820f, 1825, (fälschlichereise auch Yurij Yurchuk #1819, 1861)


    Die Nummer deiner Beiträge kann ich nicht feststellen: sie werden auf meinem Smartphone nicht angezeigt.


    Lieber Orfeo.

    Es freut mich, dass dir der Marcello von Yuriy Yurchuk Eindruck gemacht hat. Und für die Einstellung des Videos mit dem Monolog des Ford möchte ich ganz herzlich danken. Es ist interessant, Yurchuk hiermit live zu hören. Das ist schon eine bemerkenswerte Interpretation.


    Noch ein Hinweis:

    Wenn ich in den folgenden Tagen nichts mehr von mir hören lasse, dann ist das nicht Mangel an Interesse. Ich bin auf Tour und werde keinen PC benutzen können. Mit dem Smartphone aber ist die Abfassung längerer Ausführungen arg mühevoll. Das werde ich mir lieber schenken. Ich bitte um Verständnis.


    Auf Wiedersehen in gut einer Woche!


    Beste Grüße


    Caruso41

    zu Pelageya Kurennayas (Vorgestellt in Beitrag 1885, 1891, 1993, 1895):


    Lieber Peter,

    Es freut mich, dass du mit meinen Bemerkungen was anfangen kannst und sie dir weiterhelfen. Was deine hamburgischen Freunde gesagt haben, ist wirklich nichts ungewöhnliches. Sowas hört man ja auch in den Pausen von vielen Opernbesuchern im Foyer.


    Liebe Grüße

    Caruso41

    Wenn die Kriterien, wer erster und wer zweiter Tenor ist, genauer definiert wären, wäre mir bei Jenufa sehr geholfen. Was macht man mit Laca und Stewa?

    ... und wer ist in DAPHNE der 1. und wer der 2. Tenor?


    In der ÄGYPTISCHEN HELENA ist die Hierarchie schon klarer.
    Da-Ud müsste sich wohl mit der Rolle als Zweiter begnügen.

    in der LIEBE DER DANAE ist wohl Midas der 1. und Merkur der 2. Tenor.

    Lieber Peter!


    Zunächst noch ein Wort, das noch mal unsere Diskussion über Alex Kim weiterführt!

    Genauso ist es mit Alex Kim : Nach meiner Meinung ist er (noch?) kein Stolzing. Ich traue ihm zu, dass er mit eben den Mitteln, mit eben dem Geschmack, mit dem er das Preislied interpretierte, auch die Waldweben-Szene aus "Siegfried" bewältigen würde. Oder Tristan? Könnte dessen "Wie sie selig, hehr und milde" (lostgelöst vom Rest der Partie) nicht auch von einem lyrischen Tenor gesungen werden? Wonach sollte ich einen Sänger also bewerten? Ob er diesen, für seine Stimmmittel ausgewählten Ausschnitt bewältigt oder ob das sein "Fach" ist, er also für die gesamte Partie die "richtige" Stimme hätte?

    Man kann ja eine Aufnahme auch genießen, wenn man eigentlich sicher ist, dass der Sänger der gesamten Partie nicht gewachsen wäre! Ich stelle etwa die "Winterstürme" des Siegmund von Richard Tauber über alle anderen. Aber die Partie zu singen, wäre ihm wohl nicht möglich gewesen.

    Auch gibt es etliche Aufnahmen von Fritz Wunderlich mit Arien aus Partien, die er nie gesungen hat und vermutlich auch kaum so bald gesungen hätte, wäre er nicht so früh gestorben.

    Beispiele ließen sich noch viele anfügen.

    Etwas anderes freilich - da gebe ich Dir auch völlig uneingeschränkt recht - ist es, onb eine junger Sänger gut beraten ist, sich bei einem Wettbewerb (oder einem Vorsingen) mit einer Arie zu präsentieren, die aus einer Partie stammt, in der er einstweilen (noch ?) nicht auftreten sollte. Die Frage kann ich nicht beantworten. Immerhin: Deine Argumente dagegen leuchten mir ein.


    Das bringt mich nun endlich zu Pelageya Kurennaya  (Vorgestellt in Beitrag 1885, 1891, 1993, 1895):

    In meinem Beitrag über Pelageya Kurennaya hatte ich beschrieben, wie ich sie bei der Vorausscheidung zu einem Wettbewerb mit der ersten Lucia-Arie und dem Ballo-Oscar hörte, also Arien für Koloratursopran, was sie meiner Ansicht nach nicht war oder ist.

    Ich kann es eigentlich ganz kurz machen und Dir beipflichten, dass Pelageya Kurennaya auch meiner Meinung nach ihre Zukunft nicht im Koloratursopran-Fach suchen sollte. Zumindest im Augenblick überzeugt sie mich am stärksten in den lyrischen Partien mit Koloratur - besonders im Slawischen Fach. Da sitzt die Stimme sicher und sie kann ganz entspannt die Phrasen aussingen und wunderbar mit einer mädchenhaften Frische und mit charmant aufblühender Anmut füllen. Ihre hohen Töne gewinnen dadurch einen magischen Zauber - wie etwa in Rodion Schedrins Oper oder in der Louise-Arie von Charpentier!
    Was den zitierten Agenten auf die Idee gebracht haben könnte, sie als lyrischen Mezzosopran umzuschulen und zu "vermarkten", erschießt sich mir nicht. Da würde ich gern mal hören, welche Anhaltspunkte er dafür hat, dass sie sich in der Lage gut entfalten könnte.


    Beste Grüße


    Caruso41

    ... noch kurz zu ALEX KIM (vorgestellt in # 778-780, #1911f)

    Deshalb finde ich seinen Stolzing beim Nürnberger Meistersinger-Wettbewerb eine falsche Wahl. Positiv anzumerken ist, dass er sich mit dem Preislied nicht "weh tut"!, aber ist dies schon ein ausreichendes Kriterium fåur eine gute Leistung? Mag sein, dass wie bei Daniel Behle der "Spagat" zwischen lyrischen und jugendlich-dramatischen Partien irgendwann einmal gelingen wird, aber dafür ist es bei Kim noch zu früh. Es wäre sehr schade, wenn ein schönes, angenehm timbriertes Material durch verkehrte Repertoireauswahl frühzeitig verheizt würde. Natürlich weiß ich, dass Kim das Preislied "nur" bei einem Wettbewerb und nicht auf der Bühne gesungen hat, aber das könnte schon reichen, um von Administratoren , für die (auch stimmlich) die Gleichung "Schlank = Schön oder Gut" gillt, verpflichtet zu werden.

    Nur kurz dazu:


    Wenn ich mich recht erinnere War der Wettbewerb - zumindest für die Männer - ausdrücklich dazu bestimmt, Talente für das deutsche Fach zu finden und zu fördern. Jeder angemeldete Teilnehmer musste 6 Stücke anbieten. Ob die nun alle aus dem deutschen Fach sein sollten, entzieht sich meine Kenntnis. Der erste Preis, den Kim sich mit Stolzings Preislied ersang, war mit 10 000 Euro dotiert. Das ist ja gar nicht so wenig.
    Außerdem wurde ein Preis von 6 000 Euro für die beste Wagner-Interpretation vergeben. Den gewann auch Kim mit eben diesem Preislied.

    Zumindest für ihn hat es sich gelohnt, auf das Preislied zu setzen.
    Ich habe es genossen, das Preislied so flüssig, mit lyrischer Wärme und schwärmerischer Hingabe gesungen zu hören.
    Leider wird es ja oft mit Kraft herausgestemmt, als ginge es darum, sich als Schmied zu empfehlen.
    Solche Interpreten dürften kaum bei den Vögeln das Singen gelernt haben.


    Liebe Grüße

    Caruso41

    Lieber Carlo!

    Die Discographie zeigt, dass dieser Sänger in nahezu allen Musikstilen versiert war und auch keine Berührungsängste mit zeitgenössischen Kompositionen hatte; er war also ein Tenor, der u. a. auch Mozart sang...

    Da hast Du Recht!

    Sollten wir den Titel des Threads ändern?


    Die Zusammenstellung dieser eindrucksvollen Diskografie hat gewiss viel Arbeit gemacht und war sicher oft mühsam. Aber sie ist ungemein verdienstvoll und wird wohl manchen Melomanen anregen, sich intensiver mit József Réti zu beschäftigen. Dafür herzlichen Dank!


    Auf 'YouTube' kann man ein kurzes Interview des ungarischen Fernsehens MRT/M3 von 1968 mit József Réti sehen, in dem er Auskunft über seinen Werdegang gibt (u. a. erzählt er auch von dem Moskauer Gesangswettbewerb 1957, bei dem Tito Schipa und Elena Nicolai in der Jury saßen und Bela Rudenko und Dusan Popovic seine Mitbewerber waren) und mit Klavierbegleitung dann Rodolfos Arie aus Puccinis „La Bohème“ singt. Mit dieser Arie und dem Lamento des Federico aus Cileas „L'Arlesiana“ sowie Liedern aus der „Dichterliebe“ von Schumann hatte er in Moskau das Publikum und die Jury überzeugt. Es wäre schön, wenn einer der 'Taminos' dieses kurze Video (knapp 7 Minuten) hier posten könnte.


    Ecco:



    Liebe Grüße


    Caruso41

    Oh weh, ich komme einfach nicht mehr nach. Mir fehlt im Augenblick einfach die Zeit für ausführliche Antworten auf die vielen interessanten Beiträge. Ich werde aber ganz sicher darauf zurückkommen, wenn sich die Lage bei mir etwas entspannt.


    Zu ANATOLI SIVKO (vorgestellt in #64, 65, 67, 68f, 1907, 1908, 1909f.)


    Lieber Orfeo!


    Das Gesangsstück von Galina Iwanowna Ustwolskaja, das Du in einer Aufführung mit Anatoli Sivko eingestellt, kannte ich bisher nicht. Es hat mir gut gefallen. Die ungewöhnliche Besetzung, die eigenartigen Klangfarben, die Verweigerung einer thematischen Entwicklung - das alles im Dienste eines Narratives, das viele Gefühle und Emotionen transportiert. Aber wir wollen ja nicht über Ustwolskaja reden sondern über Sivko.
    Natürlich habe ich keine Vergleiche, aber trotzdem traue ich mich zu sagen, dass er ein eindrucksvoller Interpret dieses Gesangsstückes ist. Gelegentlich haben die Töne in der Tiefe zu wenig Rundung und Resonanz. Aber insgesamt singt er den Part mit prachtvollem Bassbariton. Er hatte keine Probleme, sich gegen die (wenigen) Verdichtungen zu massiven Klangwirkungen durchzusetzen. Imponiert hat mir jedoch vor allem seine Fähigkeit, den Strom seiner Stimme immer wieder durch farbliche Tönungen und Abstufungen den Orchesterfarben anzupassen. Insgesamt eine Leistung, die weiter für ihn einnimmt.



    Zu ALEX KIM (vorgestellt in # 778-780, #1911f)


    Lieber Peter Schünemann!

    Lieber Orfeo!


    Über Eure Beiträge zu Alex Kim habe ich mich richtig gefreut.

    Seit ich ihn in Hamburg in der FRAU OHNE SCHATTEN als die Erscheinung des Jünglings gehört habe, halte ich ihn für ein großes Versprechen! Er scheint sich aber Zeit zu lassen. Deshalb kann man seinen schmelzreichen, höhensicheren Tenor bisher wohl nur in Nürnberg und Meiningen hören. Da kam ich bisher nicht hin, wenn er angesetzt war. Schade!


    Eure Beiträge trösten mich ein wenig! Die Videos, die ihr eingestellt habt, werde ich mir noch anhören! Aber so eine ganze COSI braucht mehr Zeit, als ich eben habe!


    Liebe Grüße


    Caruso41