Beiträge von Caruso41

    Ich habe das Niedersächsische Staatsorchester Hannover ergänzt.

    Eigentlich wollte ich nur schauen, ob der neue GMD schon genannt ist. Da habe ich gesehen, dass das Staatsorchester ganz fehlte. Die Lücke ist nun gefüllt.

    Immerhin ist das Staatsorchester das größte Orchester in Niedersachsen.

    1886 – 135. Todestag von Joseph Tichatschek (Sänger)

    Aufnahmen von Joseph Tichatschek kann ich nicht einstellen. Das soll mich aber nicht hindern, seinen Todestag zum Anlass zu nehmen, an ihn zu erinnern. Er war der Lieblingstenor Richard Wagners. Wagners Postulat, dass in seinen Werken mit Belcanto gesungen werden sollte, ist ohne die Erfahrung, die er mit Tichatschek in Dresden gemacht hat, überhaupt nicht vorstellbar!


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    1956 – 65. Geburtstag von Christoph Prégardien

    Ich möchte Christoph Prégardien ganz herzlich zu seinem Geburtstag gratulieren. In der Oper habe ich ihn eher ganz selten gehört aber wenn ein Liederabend von ihm in der Nähe angekündigt wird, lasse ich den nicht aus! Mich hat jede seiner Interpretationen in diesen Konzerte bereichert! Ich hatte immer den Eindruck, dass die gründlich durchdacht und musikalisch absolut überzeugend ausgeführt waren.
    In diesen Corona Zeiten ist man ja leider mehr seine Aufnahmen verwiesen. Mit einer Aufnahme, die ich besonders liebe, möchte ich ihn hier ehren.



    Caruso41

    Niedersächsische Staatsorchester Hannover


    1636, also mitten im Dreißigjährigen Krieg, gründete der Welfenherzog Georg von Calenberg in Hannover das Orchester als Hofkapelle.


    Kapellmeister waren im 17. / 18. Jahrhundert unter anderem

    • Heinrich Schütz
    • Agostino Steffani (1688 -1702)
    • Georg Friedrich Händel (1710 -1712)

    Mit dem Umzug vom Schloss-Opernhaus an der Leine in das neue Opernhaus von Georg Ludwig Friedrich Laves im Jahre 1852 wurde das Orchester entscheidend vergrößert.


    Konzertmeister/Kapellmeister waren im 19. Jahrhundert unter anderem

    • Heinrich Marschner (1831-1861)
    • Hans von Bülow (1854 - 1855)
    • Joseph Joachim (1855 -1868)

    Seit dem 1. Januar 1970 gehört das Orchester zur Niedersächsischen Staatstheater Hannover GmbH.
    Derzeit hat es 107 Mitglieder

    Neben täglich wechselnden Opern- und Ballettvorstellungen werden pro Spielzeit acht Sinfoniekonzerte sowie zahlreiche Sonderkonzerte, Kinder-, Jugend- und Kammerkonzerte gegeben.


    Generalmusikdirektoren nach dem zweiten Weltkrieg

    • Franz Konwitschny(1946 - 1949)
    • Johannes Schüler (1949 -1960)
    • Günther Wich (1961 -1965)
    • George Alexander Albrecht (1965 -1993)
    • Christof Prick (1993 -1996)
    • Andreas Delfs (1995 - 2000)
    • Hans Urbanek (2000/2001)
    • Shao-Chia Lü (2001 - 2006)
    • Wolfgang Bozic (2006 - 2011)
    • Karen Kamensek (2011 - 2016)
    • Ivan Repušić (2016 - 2019)
    • Stephan Zilias (seit 2020)

    Die obige Information über den neuen Chefdirigenten des NWD hatte ich hier eigentlich eingestellt, damit der Name ergänzt wird:


    ... ...

    Michail Jurowski (1992—1998, GMD)

    Toshiyuki Kamioka (1998—2006, GMD)

    Andris Nelsons (2006—2009)

    Eugene Tzigane (2010—2014)

    Yves Abel (2015 - 2019)

    Janathon Heyward (ab 2020)


    Könntest Du, lieber Joseph II, das machen oder muss das einer der Moderatoren tun?


    Bestes Dankeschön und herzliche Grüße

    Caruso41

    Lieber Orfeo!

    Aber hier kann man Anton Rositskiy as Masaniello in La Muete de Portici sehen und hören

    Wie Du das immer findest!

    Ich habe offensichtlich nicht die erforderliche Geduld. Ich hatte den Namen des Komponisten und des Tenors eingegeben und dann den französischen Titel der Oper. Resultat: Absolutement rien!!!


    Schön, dass wir Dich haben!

    Caruso41

    Lieber Fiesco!


    ich habe eigentlich eine gegenläufige Wahrnehmung.


    Im NEUE STIMMEN-Thread zu Beispiel gebe ich mir Mühe, auf alle Beiträge einzugehen. Das kostet erhebliche Zeit. So bin ich auch auf Deine letzten Einstellungen (Aryeh Nussbaum Cohen, Philipp Mathmann)eingegangen. Ich habe mich ziemlich gründlich mit ihren Aufnahmen von Aryeh Nussbaum Cohen beschäftigt und meine Eindrücke danach aufgeschrieben. Auch auf die Entdeckung Philipp Mathmann habe ich reagiert. Bisher hast Du darauf nicht geantwortet. Damit habe ich mich abgefunden. Und nun wirfst Du mir vor, ich würde auf Deine Beiträge nicht antworten? Das verstehe ich nicht!


    Zu Yves Saelens , den ich Brüssel mal als Don Basilio gehört habe, kann ich Dir gerne noch was sagen. Seine Aufnahme gefällt mir allerdings nicht so gut, weil er diesem Wiegenlied nicht die Ruhe und den nahtlosen Fluss gibt, den ich bei Gedda und Dale so eindrucksvoll findet. Auch finde ich die Verblendung der Register nicht gelungen. Das Timbre ist natürlich Geschmacksache. Mein Geschmack wäre es nicht.


    Freundliche Grüße


    Caruso41

    Der russische Tenor Anton Rositskiy hat übrigens in einer Produktion der Kieler Oper die Partie des Massaniello überragend gesungen. Er hatte eine schier feuerflammende Lust am heroischen Risiko, aber auch die betörende Pianissimo-Finesse im Wiegenlied-Abschnitt der Arie.

    Eine Aufnahme davon gibt es scheinbar nicht.

    Im Trailer kann man Rositskiy nur sehen (Rotes Hemd!) aber leider nicht hören!



    Wer will, kann Anton Rositskiy glücklicherweise als Arnold und als Raoul in Ausschnitten auf YouTubes hören. Die Aufnahmen stammen auch beide von Aufführungen in Kiel!


    Caruso41

    "Ferme tes yeux...Du pauvre seul ami fidèle" (Die Stumme von Portici-Auber)

    Dies ist der britische Tenor und spätere Bariton Richard Conrad in der wunderbaren Sammlung "The Age of Bel Canto" aus dem Jahre 1960 (Sutherland-Horne-Conrad-Bonynge).

    Dieses Album habe ich natürlich auch, aber ich hatte gar nicht in Erinnerung, dass er da diese Arie singt. Hörenswerte Aufnahme. Mir gefallen allerdings Gedda und Dale besser, weil ihnen ein nahtloses, gleichsam gleitender Legato-Fluss gelingt. Außerdem ist das Timbre von Conrad nicht so einschmeichelnd wie das von Dale.
    Das Terzett aus BEATRICE DI TENDA in dem Album finde ich hingegen großartig. Da bleibt er selbst hinter Pavarotti kaum zurück.


    Gut gesungen ist die (ganze) Szene auch von William Matteuzzi. Seine Stimme ist für das "Du pauvre seul am fidèle" gut geeignet, für das Rezitativ jedoch eher weniger. Allerdings höre ich bei ihm nicht die Wärme und den Zauber, den Gedda und Dale verströmen.




    Wenn man mal den ganzen Kontext der Arie hören will, empfehle ich Michael Spyres glänzend gesungenen Live-Mitschnitt:



    Caruso41

    "Du pauvre seul ami fidèle" (Die Stumme von Portici - Auber)


    Es ist ja nicht so ganz fair, hier eine eine Arie zur Diskussion zu stellen, die relativ selten aufgenommen wird und dann auch gleich einen Interpreten anzubieten, der wirklich nicht zu toppen ist. Mir fällt nur eine einzige Aufnahme aus jüngerer Zeit ein, die neben Gedda bestehen kann. Die stammt von Laurence Dale. Ich würde ihm nicht zutrauen, die gesamte Partie zu singen, aber die Arie singt er ganz vorzüglich. Er ist ein Meister der Voix mixte und der erlesenen Phrasierung




    Caruso41

    Heute jährt sich der Todestag des berühmten litauischen Tenor Kipras Petrauskas (geboren am 23. November 1885 als Ciprijonas Petrauskas – gestorben am 17. January 1968). Seine künstlerische Heimat war im Wesentlichen das Opernhaus in Vilnius, er gastierte aber auch an anderen Bühnen der Sowjetunion, vor allem in dem damaligen Leningrad. Nur wenig konnte er im Westen gastieren. Immerhin gab es Auftritte von ihm in Barcelona, Madrid, Paris und Rom. 1928 war er in Leipzig, Dresden und München bei einer Tour zusammen mit Schaljapin zu hören.

    Sein Repertoire umfasste 80 Hauptpartien – von Alfredo und Romeo bis Canio und Otello. Partien in slawischen Opern lagen ihm besonders gut.











    Im Forum haben wir einen eigenen Thread, in dem man man mehr über sein Leben, vor allem auch über seine außerordentliche Stimme und Gesangskunst erfahren kann: Kipras Petrauskas - Tenor aus Litauen


    Caruso41

    Mit Vlad als Dick kann ich mich nicht anfreunden.

    Da sind wir uns ja bisher wohl alle einig!

    Ich möchte aber unbedingt auch José Cura ins Spiel bringen.

    Die Live-Aufnahme von Cura hat allerdings wirklich was! In seinen frühen Jahren war Cura ohne Zweifel ein Tenor, den zu hören, Spaß gemacht hat. Besonders live.

    Trotzdem: Mein Favoriten bleiben Konya, Corelli und Björling! Und Piccaver auf der Ersatzbank.


    Caruso41

    Lieber LaRoche!

    Deutsch ist das mein Favorit:

    Du solltest im Text sagen, dass Du Peter Anders meinst. Es gibt immer wieder Beispiele, dass das Video nicht mehr verf+gber ist und dann weiß keiner, welchen Tenor Du favorisierst!

    Peter Anders singt das wirklich schön, aber in meinen Ohren klingt das ziemlich unidiomatisch.


    Beste Grüße

    Caruso41

    Puccini: FANCIULLA DEN WEST "Ch'ella mi creda"


    zunächst ging es um die Interpretation von Marius Vlad in der neuen Gesamtaufnahme


    ich habe mir das Arioso bei einem bekannten Internet-Anbieter runtergeladen, der die Aufnahme als Ankündigung ohne Datum eingestellt hat (Februar 21?). Ist aber natürlich nur ein kleiner Ausschnitt.

    Der Vortrag von Marius Vlad ist für mich okay, er hat den Atem, bemüht sich um Differenzierung und kann die elegische Grundstimmung dieser Szene zum Ausdruck bringen. Die Höhe ist souverän. Das Timbre ist natürlich Geschmackssache und die Nasalität insbesondere bei Druckentfaltung ist aber auch nicht zu überhören. Insgesamt sehr achtbar, aber nicht herausragend.

    Ich kenne nicht viele Aufnahmen dieser schwierigen Szene, die mich restlos überzeugen. Meine Favoriten sind Jussi Bjoerling, Mario del Monaco (ein Vulkan), Franco Corelli (stimmlich überwältigend im Scala- Mitschnitt unter Antonino Votto) und Jonas Kaufmann, der die Rolle des Dick Johnson an der MET eindringlich und mir unvergesslich verkörpert hat.

    Lieber Otello50!

    Zustimmung! Okay, aber nicht mehr.


    Kann ich verstehen! Monaco hätte bei mir eher keine Chance auf die Short List zu kommen. Björling und Corelli sind auf jeden Fall gesetzt. Kaufmann habe ich nicht gehört. Unbedingt würde ich auch Piccaver und Konya darauf setzen! Wenn ich mich heute für nur eine Aufnahme entschieden müsste, wäre das Konya. Sie ist so ungemein klangschön und hat ein Pathos des Schmerzes, das mich unmittelbar ergreift. Übrigens schätze ich auch die deutsch gesungene Aufnahme von Joseph Schmidt ganz außerordentlich.

    Es gibt einen Thread der "Welche Arie von welchem Tenor" übergetitelt ist. Welche Arie von welchem Tenor?


    Zunächst wurde da darüber diskutiert, über welche Arie es denn gehen sollte.
    Irgendwann fing es dann an, dass verschiedene Aufnahmen verglichen wurden.

    Zunächst ging es nach meinem Eindruck um "Viens gentile dame". Da habe ich mich auch eingeschaltet: Welche Arie von welchem Tenor?


    Leider setzte sich nie wirklich durch, dass über die Beiträge eine Überschrift gesetzt wurde, sodass man nicht gleich sehen kann, um welche Arie es gerade geht.

    Nacheinander (und teilweise auch durcheinander) ging es im weiteren Verlauf um "Dies Bildnis ist besonders schön", das Lamento di Federico aus der ARLESIANA, die Gralserzählung des LOHENGRIN, das "Je crois entendre encore"aus LES PECHEURS, Recitativo e Aria di Edgardo "Tombe degli avi miei … Fra poco a me ricovero" , "A te o cara" Aus den PURITANI, die "Winterstürme" des Siegmund und noch mach andere Arie. Es lohnt, die Beiträge dieses Threads noch mal anzuschauen. Viele sind sehr interessant. 2016 war dann aus dem Thread die Luft raus.


    Aber man könnte ja mal wieder einen Versuch mit "Ch'ella mi creda" unternehmen.

    Ich habe mal einen Anfang gemacht: Welche Arie von welchem Tenor?


    Beste Grüße

    Caruso41


    Übrigens wurden gelegentlich auch eigene Threads für die Diskussion über eine interessante Partie eingerichtet:

    Zum Beispiel: Der beste Chapelou?

    An merkwürdigen Stellen wurden auch eigene Threads für eine Arie eingerichtet.: La donna e mobile - Verdis "Rigoletto"

    Lieber Rheingold!

    Obwohl ich den jungen, erst 26-jährigen Dirigenten Janathon Heyward nicht einmal dem Namen nach kannte, kann man das Orchester nur beglückwünsche. Und zwar aus Prinzip.

    In London um Manchester hat er Konzerte dirigiert, von denen Freunde mir sehr begeistert berichtet haben!

    Man hält bei der NWD daran fest, in die Zukunft zu investieren. Nelsons war ja nur ein Jahr älter, als man ihn zum Chefdirigenten wählte. Damit ist man nicht schlecht gefahren!


    Bisher habe ich noch keine Konzert von Janathon Heyward live gehört.

    Ich kenne ihn nur aus dem Internet:



    Man kann sich aber schon von den Fähigkeiten überzeugen:



    Caruso41

    1922 – 99. Geburtstag von Jean Cox (Sänger)

    In den 60er und 70er Jahren habe ich Jean Cox ziemlich regelmäßig gehört. Er gehörte nicht zu meinen Lieblingstenören aber in einigen Partien habe ich ihn sehr geschätzt. Als Siegfried etwa haben mich seine jugendliche Ausstrahlung und seine schlanke, gleichwohl sehr tragfähige, metallisch strahlende Stimme für ihn eingenommen. In der Rückschau würde ich sagen, dass er in der Zeit einer der besten Heldentenöre war, den ich und andere oft unterschätzt haben.


    Ich möchte an ihn mit der vielleicht schönsten Aufnahme erinnern, die er hinterlassen hat:
    Heil Dir Sonne, Heil Dir Licht!"




    Caruso41

    1928 – 93. Geburtstag von Pilar Lorengar (Sängerin)

    Pilar Lorengar ist eine meiner Lieblings-Sängerinnen. An sie erinnere ich mich nicht nur an ihrem Geburtstag sondern eigentlich immer, wenn ich an das zurückdenke, was ich in der Oper erlebt habe. Von den frühen Tagen in der Städtischen Oper, wo ich sie u. a. in den Carmina Burana, in Mathis der Maler (Regina) und in Butterfly gehört habe, bis zu den letzten Partien, in denen sie in der Deutschen Oper Berlin noch Ende der 80er Jahre Triumphe feiern konnte, ist mir jeder Auftritt von ihr unvergesslich!

    Womit soll ich hier an Pilar Lorengar erinnern?

    In jeder Rolle war sie außergewöhnlich.








    Caruso41

    Die Nordwestdeutsche Philharmonie Herford hat einen neuen Chefdirigenten:


    Jonathon Heyward


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    Es sind ja ziemlich große Schuhe in die der junge Mann schlüpft. Immerhin hat dies Orchester einige Chefs gehabt, die das Orchester auf ein hervorragendes Niveau geführt und dann eine weltweite Karriere gemacht haben:

    Unter anderem in letzter Zeit Andris Nelsons und Yves Abel!


    https://www.jonathonheyward.com/biography


    https://www.nw.de/lokal/kreis_…utschen-Philharmonie.html

    Lieber Otello50!

    Der Vortrag von Marius Vlad ist für mich okay,

    Zustimmung! Okay, aber nicht mehr.

    Meine Favoriten sind Jussi Bjoerling, Mario del Monaco (ein Vulkan), Franco Corelli (stimmlich überwältigend im Scala- Mitschnitt unter Antonino Votto) und Jonas Kaufmann,

    Kann ich verstehen! Monaco hätte bei mir eher keine Chance auf die Short List zu kommen. Björling und Corelli sind auf jeden Fall gesetzt. Kaufmann habe ich nicht gehört. Unbedingt würde ich auch Piccaver und Konya darauf setzen! Wenn ich mich heute für nur eine Aufnahme entschieden müsste, wäre das Konya. Sie ist so ungemein klangschön und hat ein Pathos des Schmerzes, das mich unmittelbar ergreift. Übrigens schätze ich auch die deutsch gesungene Aufnahme von Joseph Schmidt ganz außerordentlich.


    Beste Grüße

    Caruso41

    Lieber Otello50!


    Bin gespannt, wie sich Marius Vlad behaupten wird. Die Konkurrenz an guten Tenören in den Gesamtaufnahmen ist ja wie auch sonst bei Puccini üblich nicht klein.

    Ob Marius Vlad sich als Dick Johnson behaupten kann, weiß ich nicht. Die Aufnahme ist ja noch nicht auf dem Markt. Ich habe inzwischen mal ein paar Aufnahmen von Vlad angehört. Danach wäre ich nicht sehr optimistisch. Die nasale Tongebung stört mich offenbar mehr als Dich. Aber die Intonation ist mitunter auch sehr problematisch. In der Turandot (2017) aus Cluj hat er immer wieder Probleme, die Töne in der Höhe präzise zu attackieren. Sonderbarerweise ist das 'H' in "Nessun dorma" die erfreuliche Ausnahme. Aber in der Rätselszene bleibt er die hohen 'C's schuldig, was natürlich umso mehr auffällt als seine Partnerin Ella Lee verschwenderisch damit prunkt. Natürlich kommt es auf die nicht wirklich an. Sie sind ja nur als Option notiert. Worauf es aber ankäme, wäre eine Phrasierung, die nicht gegen den musikalischen Sinn verstößt. Leider hält sich Vlad an diesen Imperativ nicht immer. Das fällt mehr noch als im Calaf bei seinem Don Carlos und seinem Otello auf.

    Trotz der teilweise imponierenden Töne und manch schön gesungener Phrasen, sehe ich Marius Vlad in der Konkurrenz der Tenöre nicht "in parte dextra". Aber nur nach Aufnahmen sollte man eigentlich kein Urteil fällen!


    Herzliche Grüße

    Caruso41

    2005 – 16. Todestag von Victoria de los Angeles (Sängerin)

    Zu Victoria de los Angeles muss man eigentlich gar nichts weiter sagen. Diese katalanische Sopranistin gehört zu den herausragenden Sängerinnen in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Die Abende, an denen ich sie in der Oper oder im Konzertsaal gehört habe, gehören für mich zu den beglückendsten Erfahrungen.


    Zur Erinnerung ihres Todestages habe ich Aufnahmen herausgesucht, die zugleich die Breite ihres Repertoires andeuten und Reinheit und Schönheit ihres Gesanges zeigen:






    Caruso41

    1965 – 56. Todestag von Daniza Ilitsch (Sängerin)

    Ich möchte an die serbische Sopranistin Daniza Ilitsch erinnern.
    Zunächst kennen gelernt habe ich diese Sopranistin schon früh durch eine LP von Supraphon, die ich so lange gespielt habe, bis sie schlimm rauschte. Man kann sie eigentlich nicht mehr hören. Dennoch habe ich sie aufgehoben, weil mich die Leidenschaft und das Feuer von Daniza Ilitsch so sehr begeistert haben.
    Bewegt hat mich aber nicht weniger ihre Lebensgeschichte, die so eng mit der Europäischen Geschichte verbunden ist. Das alles nachzuerzählen soll einem Thread überlassen bleiben, der eigentlich für sie eingerichtet werden sollte. Ihre frühe Karriere in Berlin und Wien, ihr Engagement im Kampf gegen die Nationalsozialisten, die Gefangenschaft im Konzentrationslager, die Befreiung durch die Amerikaner, ihre Weltkarriere, ihre schlimme Krankheit und ihr früher Tod sind hier nur Stichworte.

    Die Technik von Ilitsch war problematisch und einen Vergleich mit Milanov, der immer wieder gezogen wurde, hielt sie nicht aus. Aber ihre Stimme war schon was ganz Besonderes! Zum Glück ist sie auf vielen Aufnahmen und Mitschnitten erhalten.





    Caruso41

    Lieber Rheingold!


    Deine Bemerkungen zu den Gurre-Liedern von Thielemann finde ich treffend und bereichernd. Dass auch ich mit Goulds Waldemar nicht so ganz glücklich bin, hast Du ja aus meiner Beschreibung ganz richtig herausgelesen. Dabei stören mich gelegentliche Mängel in der Diktion und falsche Lautungen nicht so sehr, als das Fehlen von Sensibilität und Imagination. Aber bitte: auf welchem Level von Kritik sind wir, wenn wir das ankreiden?


    Lieber Caruso, ob diese "Gurre-Lieder" Thielemanns bisher beste Aufnahme aus Dresden ist, kann ich nicht beurteilen. Ich habe im Gegensatz zu Dir nicht alles gehört, um mich zu so einem Urteil berufen zu fühlen

    Ja, eigentlich bin ich auch nicht wirklich berechtigt zu der Bemerkung. Ich kenne ziemlich viel von Thielemanns Dresden-Aufnahmen, aber ob das alle sind, weiß ich nicht! Asche über mein Haupt!


    Liebe Grüße

    Caruso41

    Lieber Otello50!

    in gespannt auf Deine Beurteilung der vorliegenden Aufnahmen von Melody Moore. In den drei Gesamtaufnahmen (Otello, Cavalleria und Tabarro) hat sie mir einen eher unterschiedlichen Eindruck hinterlassen. Am besten gefiel sie mir im Tabarro, am wenigsten in der Cavalleria, dort sang auch der ansonsten geschätzte Brian Jagde m. E. nicht wirklich differenziert und verließ sich auf seine Stimmkraft. Die von Dir erwähnte Pentatone- Reihe ist angesichts der bekannten Lage auf dem Klassik-CD-Markt als Projekt einigermaßen erstaunlich.

    Bemerkungen zu der Aufnahme der CAVALLERIA RUSICANA habe ich schon im NEUE-STIMMEN-Thread gemacht.

    Zu Melody Moore habe ich nichts geschrieben, da mir das in dem Thread nicht passend schien. Aber es gab noch einen weiteren Grund: ich war von ihrer Santuzza auch nicht gerade begeistert. Sie hat wunderbare Momente, aber leider auch weniger gelungene. Vor allem gelingt es hier nicht, der Figur ein klares Profil zu geben und ihr Leben einzuhauchen. Das finde ich erstaunlich, da sie den Figuren in Liedern Barbers und Heggies so starkes Profil gibt und sie so lebendig werden lässt! Vielleicht bin ich aber auch nicht der Richtige, um eine Interpretin der Santuzza zu beurteilen. Ich habe immer die Erwartung, die Santuzza müsse ein junges Mädchen sein, das verzweifelt ist und ergreifend um ihre Liebe und ihren Liebhaber kämpft. Keinesfalls sehe ich in ihr eine ausrastende Furie, als die sie so oft dargestellt wird. Mein Ideal ist ein lyrischer Sopran wie etwa Victoria de los Angeles oder die junge Régine Crespin!


    Die anderen Operngesamtaufnahmen habe ich noch nicht gehört. In französischen, englischen und amerikanischen Kritiken wird aber ihre Desdemona sehr gelobt - teilweise wird sie sogar in die Nähe von Leontyne Price gerückt.


    Auf jeden Fall aber solltest Du das American Song Album mal anhören. Da kann man hören, was die Sopranistin kann und warum ich einen Thread für sie eingerichtet habe. Es ist ja für 6 EURO auf dem Markt zu haben!


    Beste Grüße


    Carusi41

    Lieber Orfeo!

    bitte zuerst noch eine Korrektur, statt American Song Book ist American Song Album richtig.

    Ich habe den Fehler korrigiert!


    Besonders dankbar bin ich für Deine Hinweise und ergänzenden Informationen!
    Besonders Deine Beschreibung von Gregg Kallors THE TELL-TALE HEART hat mich neugierig gemacht! Das werde ich sicher anhören!


    Beste Grüße

    Caruso41

    Bei meiner Beschäftigung mit Melody Moore, für die ich einen Thread eingerichtet habe, stieß ich auch auf Marius Vlad, den ich bisher nicht kannte. Er singt den Dick Johnson neben Melody Moore:


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    Beste Grüße

    Caruso41

    Harald Kral hat im 2012 im Gheorghiu-Thread praktisch nebenbei vom Start einer bemerkenswerten Karriere berichtet.

    Inzwischen hat die Karriere von Melody Moore mächtig Fahrt aufgenommen.

    Das niederländische Klassik-Label PENTATONE hat einen umfänglichen Vertrag mit ihr abgeschlossen und inzwischen bereits fünf Opern-Gesamtaufnahmen mit ihr veröffentlicht.


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    Auf diese Opernaufnahmen werde ich vielleicht später eingehen.

    Mich hat zunächst und vor allem das ebenfalls bei PENTATONE veröffentlichte "American Song Album" begeistert.

    Bisher hatte ich die Sängerin nur an der English National Opera in drei oder vier kleineren Partien gehört. Die Prachtstimme war mir da schon aufgefallen aber ein richtiges Bild von ihr konnte ich mir danach nicht machen.


    Das American Song Album hatte ich mir hauptsächlich gekauft, weil mich das Programm reizte :

    Barber: Hermit Songs op. 29

    Heggie: These Strangers; How Well I Knew the Light

    Floyd: The Mystery - 5 Songs of Motherhood

    Copland: Four Early Songs

    Getty: Kathys Arie aus "Goodbye, Mr. Chips";

    Getty: 3 Welsh Songs; Deep River; Danny Boy


    Über das sehr gelungene Programm kann ich vielleicht mal in einem anderen Zusammenhang berichten.
    Das Hören dieses Albums war für mich die aufregende Begegnung mit einer Stimme, die mich einfach elektrisiert hat.

    Sie ist unverwechselbar, voll und reich im Klang. In der Tiefe und der üppigen Mittellage hat sie ein Timbre, das man vielleicht als brombeerfarben bezeichnen könnte und auch die herbe Süße von Brombeeren hat. In der Höhe hellt sich das Timbre zusehends auf bis zu den Spitzentönen, die mal golden prunken, mal feurig lodern. Das verweist schon auf die frappierende Fähigkeit der Sängerin, unterschiedliche Stimmungen, Empfindungen und Gefühle in auffallender Direktheit und Klarheit in Klang zu verwandeln. Besonders liegen ihr traurige und melancholische Stimmungen, sie hat auch mitfühlende und tröstende Töne, und die Stimme kann sogar verschmitzt und heiter klingen. Für die dramatische Passagen etwa bei Heggie hat sie das Pathos und die Leidenschaft - - wenn nötig auch den passenden Furor!


    (Das Album gibt es gegenwärtig bei JPC ausgesprochen günstig.

    Wer an einem ungewöhnlichen und spannenden Liederabend interessiert ist und eine Sängerin hören mag , die ihm diese Lieder durchweg kongenial nahe bringt, der sollte nicht zögern, das Album zu bestellen!)


    Zur Biografie und Karriere werde ich gelegentlich noch ein paar Informationen nachreichen.


    Caruso41

    1965 – 56. Geburtstag von Andrew Manze (Dirigent)

    Herzliche Glückwünsche, lieber Andrew Manze zu dem Geburtstag und auf noch viele gute Jahre - hoffentlich weiter in Hannover! Sie haben die Radiophilharmonie Hannover zu einem großartigen Orchester geformt und damit das Musikleben der niedersächsischen Landeshauptstadt auf ein anderes Niveau gebracht.

    Danke für die großartigen Konzerte der letzten Jahre!




    Caruso41