Beiträge von wok

    Dieser Tage hörte ich in so einige Aufnahmen des Bach'schen Weihnachtsoratoriums. Aber irgendwie komme ich doch immer wieder auf diesen Klassiker zurück:




    Das fängt bereits in den ersten Taken des berühmten Anfangschores an. Der damalige Thomaskantor Kurt Thomas hat einfach das (für mich) perfekte Tempo (8:51). Klanglich wirklich ausgesprochen gut für 1958. Und die Pauken kommen mal richtig zur Geltung. Das ziehe ich sogar noch der Einspielung von Karl Richter vor. Majestätischer geht das nicht. So muss dieses erhabene Werk erklingen.


    Lieber Joseph,


    Besser kann ich auch meinen Eindruck nicht beschreiben, wenn ich den Auftakt zu dieser Aufnahme höre. Dieses Spiel, und vor allem der Chor, gehen wirklich immer wieder - so oft man die Aufnahme auch hören mag - unter die Haut. Das ist wirklich ein Jauchzen und Jubilieren, wie es der Text besagt, und genau dieses von KURT THOMAS gewählte Tempo vermittelt unmittelbar den Eindruck, daß sich hier etwas Bedeutungsvolles vollzieht. Der gut dosierte Gebrauch der Pauken und die starke Akzentuierung des Vortrags durch Orchester und Chor verstärken diese Wirkung. Nicht umsonst ist diese so alte Einspielung auch immer wieder in der ganz engen Wahl, wenn nach der "besten" Aufnahme dieses immer wieder beeindruckenden Werkes gesucht wird.


    Viele Grüße, und schon jetzt besinnliche und friedvolle Weihnachtstage!


    wok

    Lieber Carlo,


    Mit großem Interesse habe ich Deinen Beitrag über die verschiedenen JANÁCEK-Aufnahmen, in denen JOSEF TRAXEL mitwirkte, gelesen, und ich staunte erneut, was Du alles über die einzelnen Aufnahmen, insbesondere der Oper "Schicksal" zu berichten weißt! Mit war bisher nur die Aufnahme "In einem Totenhaus" mit TRAXEL bekannt, und ich habe darüber auch schon sehr Positives gelesen.


    Ich muiß allerdings gestehen, daß ich mich mit den Werken JANÁCEKs bisher zu wenig beschäftigt habe, und mein Wissen hierüber noch Nachholbedarf hat. Du hast mich nun aber neugierig auf mehr Beschäftigung mit JANÁCEK gemacht, zumal auch mit den Einspielungen, an denen TRAXEL beteiligt war. Ich werde mir dies für das Neue Jahr fest vornehmen, und ich werde dann vielleicht auch noch mit der einen oder anderen Frage auf Dich zukommen.


    Für den Moment danke ich Dir vielmals für diesen wieder so höchst umfassenden und informativen Bericht!


    Ich wünsche Dir schon jetzt besinnliche, musische und erholsame Weihnachtstage, und für das Neue Jahr 2020 alles Erdenklich Gute! Da ich für einige Tage Besuch bekomme, und mich um diesen kümmern will, werde ich in nächster Zeit nicht mehr soviel Zeit zum Schreiben finden.


    Herzliche Grüße

    wok

    Lieber Carlo,


    Vielen Dank für Deinen Beitrag zu diesem Thema und die Klarstellung bezüglich der genannten Arie in Bezug auf die Oper "Titus". Das war damals natürlich schon eine recht eigenmächtige Handlung von Hans Gurjel und Bernhard Paumgartner, aber Hofrat PAUMGARTNER, der ja auch bis zuletzt Präsident der SALZBURGER FESTSPIELE war, hatte sich besonders intensiv mit MOZART beschäftigt, und sich sicher dabei auch etwas gedacht. Er war übrigens auch ein sehr guter Dirigent, vor allem der Werke MOZARTs. Interessant zu erfahren, daß TRAXEL diese TITUS-Version schon im Juni 1954 beim 3. Deutschen MOZART-FEST im SCHLOSS LUDWIGSBURG sang. und daß diese Vorstellungen vom SÜDDEUTSCHEN RUNDFUNK aufgezeichnet wurden.


    Was LEOPOLD SIMONEAU anbetrifft, so kann ich mir schon gut vorstellen, daß er zu dieser Arie ein ganz besonderes Verhältnis hatte, denn so wie er diese singt ist einfach zum Niederknien! Wer MOZART-Opern liebt, der kommt meines Erachtens an diesem Sänger einfach nicht vorbei. Ich liebe besonders auch seine Aufnahmen mit PIERRETTE ALARIE mit Arien aus "Le nozze di Figaro", IL repastore", "Idomeneo", "Die Entführung aus dem Serail", "La Clemenza di Tito", und "Die Zauberflöte" mit dem ORECHESTRE DU THÉATRE DES CHAMPS-ÉLYSÉES unter ANDRÉ JOUVE. Die von Dir genannten Aufnahmen werde ich mir noch besonders vornehmen.


    Sehr interessant ja auch die Begründung, mit der LEOPOLD SIMONEAU 1959 seine Teilnahme an den SALZBURGER FESTSPIELEN absagte! Was man durch Dich so alles erfährt!


    Nochmals großen Dank für Deine weiteren Informationen über Sänger, die mir besonders am Herzen liegen.


    Viele Grüße

    wok

    KURT BÖHME nun schon wieder 30 Jahre tot! Wer ihn erlebt hat, für den lebt er sehr lebendig in der Erinnerung weiter!

    Er wurde am KONSERVATORIUM in DRESDEN, seiner Vaterstadt, ausgebildet. Nach seinem Debüt in BAUTZEN 1929 war er von 1930 - 1949 legendäres Mitglied der DRESDENER STAATSOPER. Dort wirkte er an den Uraufführungen von "Arabella" (1933) und von SUTERMEISTER's "Romeo und Julia" (1940) und "Die Zauberinsel" (1942 ) mit. 1950 ging er nach MÜNCHEN und wurde Mitglied der STAATSOPER. Ab 1955 war er gleichzeitig der WIENER STAATSOPER verpflichtet. Bei den BAYREUTHER FESTSPIELEN wirkte er 1952 und 1963/64 als Pogner in den "Meistersingern" mit, und 1965/66 als Fafner in der zweiten RING-Inszenierung WIELAND WAGNERs . In dieser Partie sang er auch erstmals 1954 an der METROPOLITAN NEW YORK. Es folgten zahlreiche Gastspiele an allen bedeutenden Musiktheatern der Welt. u. a. an der MAILÄNDER SCALA, in LONDON (Bartolo und Komtur - 1936) , LISSABON. Ebenfalls sang er am TEATRO COLON, in BUENOS AIRES, in BERLIN, PARIS und SAN FRANSCISCO. 1941 wirkte er als Bartolo bei den SALZBURGER FESTSPIELEN mit, wo er auch 1953 sang. International gefeiert wurde er vor allem als "Ochs von Lerchenau" im Rosenkavalier", nach Meinung vieler Musikkritiker der beste "Ochs" aller Zeiten. Ebenso vortrefflich seine gesangliche und darstellerische Leistung in der Partie des "Kaspar" in WEBER's "Der Freischütz", insbesondere seine exemplarische Artikulation und die alternierenden Klangfarben, zu denen er fähig war. Große Erfolge hatte er in Buffo-Partien, besonders gefeiert als Osmin, Leporello, Baculus, van Bett und Kezal, und wie gesagt als Ochs von Lerchenau. Besonders beliebt war sein Vortrag von LORTZING's "Fünftausend Taler"-Arie aus "Der Wildschütz", die ihm auf den Leib geschrieben war. 1966 feierte er ein besonderes Jubiläum: zum 500. Mal sang er den "Baron Ochs von Lerchenau".


    Sowohl stimmlich als auch darstellerisch und kommödiantisch zählte KURT BÖHME zu den besten seiner Zeit. Nach dem Krieg entstanden mit ihm viele Schallplattenaufnahmen, wobei besonders erwähnenswert die Gesamtaufnahmen von "Der Freischütz", "Der Rosenkavalier", "Der Waffenschmied", "Das Rheingold" und "Siegfried" sind.


    Ich liebe seine Stimme vor allem als "Osmin" in Mozart's "Entführung aus dem Serail" in einer wunderbaren Aufnahme unter FERINAND LEITNER und dem "ORCHESTER DER WÜRTTEMBERGISCHEN STAATSOPER, mit den weiteren exzellenten Gesangssolisten JOSEF TRAXEL, RUTH-MARGRET PÜTZ, GERHARD UNGER und LIESELOTTE BECKER-EGNER.


    wok



    Die Entführung Aus Dem Serail (Vinyl, LP, Album) Plattencover

    Wolfgang Amadeus Mozart, Ruth-Margret Pütz, Lieselotte Becker-Egner, Josef Traxel, Gerhard Unger, Kurt Böhme, Orchester Der Württembergischen Staatsoper*, Chor Der Württembergischen Staatstheater Stuttgart, Ferdinand Leitner ‎– Die Entführung Aus Dem Serail

    Label:
    Eurodisc ‎– 70168 KR
    Format:
    Vinyl, LP, Album


    Nun auch nicht mehr. Pierrette Alarie starb am 10. Juli 2011 in Victoria (Kanada). Hören wir sie doch wieder einmal gemeinsam - mit Mozart:


    Lieber Rheingold,


    Vielen Dank für diese wunderbare Einstellung und Erinnerung an LEOPOLD SIMONEAU und PIERRETTE ALARIE! Schöner und lyrischer kann man das einfach nicht mehr singen! Trotzdem muß ich in diesem Zusammenhang auch wieder auf JOSeF TRAXEL verweisen, der als MOZART-Sänger leider allzu oft übersehen oder vergessen wird.

    Seine deutsche Version der Titus-Arie "Weh mir! Ist's Wahrheit oder Trug" kann sich da ebenfalls ohne weiteres sehen und hören lassen!


    Viele Grüße

    wok


    Lieber Carlo,


    Es ist einfach ein richtiger Glücksfall für mich, daß Du über Kenntnisse von so unglaublich vielen Details, inkl. Rundfunkaufnahmen, von Sängern, und Sängerinnen, die mich besonders interessieren, verfügst, und Du Dir so keine Zeit und Mühe sparst, dieses enorme Wissen hier zur Verfügung zu stellen. Über JOSEF TRAXEL konnte ich durch Operus, der bei TRAXEL Gesangsunterricht hatte, schon einiges über den Menschen und sein Wesen erfahren, nun wird also mein Bild von Ihm und seiner grandiosen Lebensleistung noch optimal erweitert.


    Ich werde alle Informationen über die veschiedenen Aufnahmen von ihm und deren Besetzung noch ganz genau studieren, und evtl. auf das eine oder andere noch zurückkommen. Die ausgezeichnete Aufnahme von HÄNDE'Ls "Rodelinde" mit der großartigen ERNA BERGER und mit HERMANN PREY besitze ich auch. Des weiteren übrigens auch die Live-Aufnahme der BBC von LORTZING's "Undine" unter ROBERT HEGER und mit den exzellenten Gesangssolisten VALERIE BAK und MARIANNE SCHECH.


    Nochmals ganz herzlichen Dank für all diese wertvollen Informationen!


    wok

    Domenico Cimarosa,    italienischer Komponist, * 17. 12. 1749 - + 11. 01. 1801 ---  270. Geburtstag

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    DOMENICO CIMAROSA - am gleichen Tag wie BEETHOVEN geboren (bzw. getauft), nur etwas früher, da kann man sich seinen Geburtstag, den 17.12.1749 leicht merken!

    Aber wer kennt heute schon viel mehr von CIMAROSAs Werken als sein Meisterwerk, die Oper "Die heimliche Ehe" bzw. "Il matrimonio segreto"?! Dabei hat er so herrliche Musik komponiert, die auch heute noch ihren Reiz nicht verloren hat!


    CIMAROSAs Eltern waren arm, der Vater war Maurer und stürzte beim Bau eine Palastes zu Tode. Die Mutter war Wäscherin in einem Kloster, wo DOMENICO wenigstens die Schule besuchen konnte. Er sollte eigentlich Bäcker werden, doch erkannte der Organist das große musikalische Talent des Jungen und gab ihm ersten Unterricht.

    Bereits im Alter von 12 Jahren wurde er am CONSERVATORIO DI SANTA MARIA DI LORETO aufgenommen und erhielt weiteren Unterricht von GENNARO MANNA, INAZIO GALLO, ANTONIO SACCHINI und FEDELE FANAROLI. Seine Ausbildung war sehr umfassend als Geiger, Cembalist und Organist. Dazu war er ein ausgezeichneter Sänger, so daß er sogar in einer Oper SACCHINIs die Titelpartie übernehmen konnte. 1765 begann er zu komponieren, zunächst geistliche Werke, vor allem eine Messe und ein Magnificat, doch fühlte er sich vor allem von der Oper angezogen. Schon mit seiner ersten Opera buffa "Le stravaganze del conte", die 1772 am TEATRO DEL FIORENTINI aufgeführt wurde, zog er die Aufmerksamkeit auf sich, und er wurde bald bekannter und beliebter als die ältere Komponisten-Generation, wie z. B. PICCINNI, ANFOSSI oder GUGLIELMI. 1777 wurde in Rom seine Oper "I tre amanti" uraufgeführt, und 1779 debütierte er an der MAILÄNDER SCALA, in DRESDEN und WIEN mit der Oper "L'italiana in Londra":  1786 inszenierte sogar GOETHE seine Oper "L'impresario in angustie" für ihn am WEIMARER HOFTHEATER. 1787 wurde CIMAROSA in ST.PETERSBURG von der ZARIN KATHARINA II. zium Hofkomponisten als Nachfolger von PAISIELLO ernannt. Dort entstanden seine beiden Opere serie "La vergine del sol" und "Cleopatra" (1788 und 1789). 1791 gab er diese Stellung auf. Von LEOPOLD II. wurde er noch im gleichen Jahr zum Hofkapellmeister in Wien berufen. In dieser Funktion entstand auch sein wichtigstes und bekanntestes Werk, die Opera buffa "Il matrimonio segreto", die sofort mit Begeisterung aufgenommen, und wiederholt aufgeführt wurde. Nach dem Tod LEOPOLDs verlor CIMAROSA 1796 diese Anstellung an SALIERI, der von KAISER FRANZ I. bevorzugt wurde. CIMAROSA kehrte wieder nach NEAPEL zurück und wurde Organist an der KÖNIGLICHEN KAPELLE. Wegen Beteiligung an der Revolution von 1799 wurde er zum Tode verurteilt, von FERDINAND IV aber begnadigt und nach viermonatiger Haft entlassen. Anläßlich seines Todes am 11.01.1801 wurde seine eigene "Misa da Requiem" gesungen.


    Trotz der ca. 60 Opern, die CIMAROSA komponierte, und obwohl er sich die meiste Zeit seines Lebens mit Opern beschäftige, trifft man auf seine Werke heute eher im Konzertsaal als im Theater. Es gäbe da für Opernhäuser sicher noch manches kompositorisches Meisterwerk zu entdecken. Ein solches Meisterwerk ist sicher auf dem Gebiet des KONZERTES seine "Sinfonia Concertante G-Dur für 2 Flöten und Orchester", die 1791 entstand, wie auch sein Intermezzo giocoso "Il maestro di cappella" ("Der Kapellmeister"). Von diesem Flötenkonzert gibt es eine wunderbare Aufnahme durch das "WÜRTTEMBERGISCHE KAMMERORCHESTER" unter JÖRG FAERBER, erschienen bei turnabout zusmmmen mit 2 Flötenkonzerten on SALIERI und CORRETTE. Ferner schätze ich allein schon die Ouvertüre zu "Die heimliche Ehe", die HERMANN ABEL mit der CAMERATA ACADEMICA SALZBURG bei Mediaphon aufnahm. Sehr hörenswert ist auch die Ouvertüre zu "Penelope", die u. a. in der alten Aufnahme verschiedener CIMAROSA-Ouvertüren durch die TSCHECHISCHE KAMMER-PHILHARMONIE unter PATRICK GALLOIS zu hören ist.

    Seit langem suche ich auch eine Aufnahme seines zauberhaften "Rondo für Sopran und Orchester", das es aber offenbar noch nicht zu einer Einspielung gebracht hat.


    https://www.prestomusic.com/cl…-cimarosa-overtures-vol-6


    wok

    Concerto In C Major For Flute, Oboe & Orchestra / Concertante In G Major For 2 Flutes & Orchestra / Concerto In G Major For Flute, Strings & Continuo (Vinyl, LP, Stereo) Plattencover



    Cimarosa: Overtures Vol. 6 Product Image

    Johann Adolph Hasse,     deutscher Komponist, * 25. 3. 1699 . + 16. 12. 1783 --- 236. Todestag

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    JOHANN ADOLF HASSE war einer der bedeutendsten im italienischen Stil komponierenden Vertreter der Opera serie mit der Einführung von Rezitativ und Arie. Sein wichtigster Textdichter war METASTASIO. Die Arien legte er in ungewöhnlich langen, häufig dramatisch gestalteten Soloszenen an.


    HASSE wurde in der Nähe von Hamburg geboren und war Schüler von PORPORA und A. SCARLATTI.

    Gegen Ende 1722 reiste er nach NEAPEL und kam dort mit seiner Oper "Sesosastre" 1726 schon zu einem frühen Erfolg. Seinen Ruhm aber begründete er mit dem 1730 in VENEDIG uraufgeführten "Artaserse".

    Er heiratete die damals berühmte Sängerin FAUSTINA BORDONI und ging mit dieser nach DRESDEN. An der dortigen ITALIENISCHEN OPER war er ab 1729 etwa 30 Jahre tätig und fest verpflichtet und erhielt als"Königlich-Polnischer und Kurfürstlich-Sächsischer Kapellmeister" ein stattliches Salär. Seine Opern, vor allem "Cleofide" (1731) wurden dort mit allem erdenklichen Pomp aufgeführt. Auch BACH soll eine Vorstellung dieser Oper besucht haben. Doch HASSE begnügte sich nicht mit dieser Anstellung und unternahm Reisen in die wichtigsten Musikzentren dieser Zeit, vor allem nach MÜNCHEN, PARIS, WARSCHAU, BERLIN und WIEN, und wurde so zu einer auch im Ausland renommierten Musikerpersönlichkeit. Weitere wichtige Opern von ihm sind "Didone abbandonata" (1742), !"Arminio" (1745), "Attilio Regolo" (1750); "Solimano" (1753) und als Spätwerk "Ruggiero" (1771).


    Sein wichtigstes Werk in der Sparte "Geistliche Musik" ist das Oratorium "I Pellegrini al Sepolcro di Nostro Signore", das am 23.03.1742 in Dresden uraufgeführt wurde.

    In seiner Instrumentalmusik spielt die Flöte eine besonders prominente Rolle, was nicht zuletzt auf seine Freundschaft mit QUANTZ zurückzuführen ist. Auch an der Musik VIVALDIs orientierte sich HASSE.


    JOHANN ADOLF HASSE komponierte insgesamt 56 Opern serie, 11 Oratorien, Kirchenmusik und Kammermusik. Vor allem seine Opern wurden an allen wichtigen Musikstätten in Europa aufgeführt: Seine Werke zeichnen sich durch Ideenreichtum, ansprechende Melodik und eine klare, überzeugende Gestaltung aus, womit er sich die Anerkennung der großen Meister dieser Zeit sicherte. Große Bedeutung schenkte er als einer der ersten Komponisten dem extensiven Vortrag der Stimme.


    Unglücklicherweise wurde sein Projekt einer Gesamtausgabe seiner Werke durch den Leipziger Verlag Breitkopf Ende 1750 durch die Zerstörung seines Wohnhauses im Siebenjährigen Krieg 1760 zuniichte gemacht.


    Eines meiner Lieblingskompositionen von HASSE ist die Ouvertüre zu "Il re pastore", doch seit vielen Jahren warte ich vergeblich auf eine Einspielung dieses Werkes.


    wok

    Hilde Rössel Majdan,     österreichischen Mezzosopranistin (Altistin), * 30. 1. 1921 - + 15. 12. 2010 --- 9. Todestag

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    HILDE RÖSSEL-MAJDAN ist die Tochter des Bassisten KARL RÖSSEL-MAJDAN. Sie studierte an der WIENER AKADEMIE FÜR MUSIK UND DARSTELLENDE KUNST Gesang, und begann 1946 ihre Karriere als Konzert-Altistin. 1947 sprang sie in Wien bei der Aufführung der Matthäuspassion unter WILHELM FURTWÄNGLER für eine erkrankte Solistin ein und erzielte dabei einen großen Erfolg. Die Matthäuspassion sang sie dann auch noch öfter in ihrer Laufbahn. Es gibt mit ihr auch eine ausgezeichnete Aufnahme dieses Werkes unter MOGENS WÖLDIKE und dem WIENER STAATSOPEERNORCHESTER mit TERESA STICH-RANDALL, WALDEMAR KMENTT und WALTER BERRY. 1950 folgte sie einem Ruf an die STAATSOPER WIEN; der sie als Mitglied mehr als 20 Jahre angehörte. Darüber hinaus führten sie sehr erfolgreiche Gastspiele an die MAILÄNDER SCALA, nach London an die COVENT GARDEN OPERA und an zahlreiche andere Opernhäuser. Sie sang auch bei den Festspielen von SALZBURG, EDINBURGH und AIX-EN-PROVENCE. In SALZBURG sang sie 1954-55 die "Dryade" in "Ariadne auf Naxos", 1958 die "Lukrezia" in PFITZNER's "Palestrina" , 1960 die "Annina" im "Rosenkavalier" und die "Marcellina" in "Figaros Hochzeit". Sie war auch eine ausgezeichnete Konzert- und Oratorien-Sängerin und arbeitete mit Dirigenten von Rang und Namen, wie z. B. mit KARAJAN, SCHERCHEN, KLEMPERER und KARL BÖHM. Mit diesem und den WIENER SYMPHONIKERN gibt es auch eine sehr gute Aufnahme von BEETHOVEN's 9. Sinfonie, mit TERESA STICH-RANDALL, ANTON DERMOTA und PAUL SCHÖFFLER als weitere Solisten. Auch als Lied-Sängerin konnte sie in Deutschland, Italien und Österreich eine sehr erfolgreiche Karriere verzeichnen.


    1962 wurde HILDE RÖSSEL-MAJDAN zur österreichischen Kammersängerin ernannt. Bis 1972 unterrichtete sie an der MUSIKAKADEMIE GRAZ das Oratorienfach, und ging dann als Professorin für Sologesang an die WIENER MUSIKHOCHSCHULE. 1982 erhielt sie das sterreichische Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst 1. Klasse".



    wok

    Wilhelm Schüchter,      deutscher Dirigent, 15. 12. 1911 - + 27. 5. 1974 --- 108. Geburtstag

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    Wenn WILHELM SCHÜCHTER schon nicht zu Lebzeiten die internationale Aufmerksamkeit fand, die er durch sein Können und seine enorme Lebensleistung vor allem als Operndirigent eigentlich verdient hätte, dann ist es umso begrüßenswerter, daß an seinem 108. Geburtstag in unserem Forum an ihn erinnert wird, zumal sein Name heute wohl nur noch Insidern auf diesem Gebiet ein Begriff ist. Ganz gleich welche Werke WILHELM SCHÜCHTER dirigierte, ob nun MOZART, BEETHOVEN, DONIZETTI, VERDI, LEONCAVALLo, MASCAGNI, AUBER, MASSENET, TSCHAIKKOWSKY, MUSSORGSKI, PUCCINI, WAGNER, RICHARD STRAUSS, es hatte immer Hand und Fuß, er fand für jedes Werk und jeden Sänger den richtigen Ansatz, wie z. B. die sehr gelungenen Querschnitte der Opern "DER BAJAZZO" oder "DIE ZAUBERFLÖTE" mit den BERLINER SYMPHONIKERN, zwei wunderbare Aufnahmen. ER erwies sich immer als ein Dirigent, der mit Sängern umzugehen weiß, und gerade mit Sängern machte er sehr viel Recitals, z. B. mit ERIKA KÖTH, SYLVIA GESZTY, RUDOLF SCHOCK, JOSEF METTERNICH GOTTLOB FRICK, JOSEF TRAXEL und andere, oft mit den BERLINER SYMPHONIKERN aufgenommen.


    Die DORTMUNDER OPER entwickelte sich unter seiner künstlerischen Leitung von 1965 - 1974 zu einer Institution, die sich durchaus sehen lassen konnte, was auch für das PHILHARMONISCHE ORCHESTER gilt. SCHÜCHTER war ein sehr strenger Orchesterleiter, und Nachlässigkeiten oder Mittelmäßigkeit ließ er nicht durchgehen. Er wurde schließlich auch nach Wien eingeladen, und nachdem er von 1972 - 1974 dort 5 Opernvorstellungen in eindrucksvoller Weise absolviert hatte, bot man ihm einen neuen Vertrag über mindestens 40 Opernvorstellungen an. Durch seinen frühen Tod am 27.05.1974 kam dieses Vorhaben dann aber leider nicht mehr zum Tragen.


    WILHELM SCHÜCHTER hatte hatte an der KÖLNER HOCHSCHULE FÜR MUSIK bei HERMANN ABENDROTH dirigieren, und bei PHILIPP JARNACH Komposition studiert. Von 1937 - 40 dirigierte der an der WÜRZBURGER OPER. Von 1940 - 1942 holte ihn sich KARAJAN als Assistenten nach Aachen. Im folgenden Jahr dirigierte er an der STÄDTISCHEN OPER BERLIN. 1947 wurde er Erster Dirigent des NDR SYMPHONY ORCHESTERS HAMBURG. 1958 übernahm er die Stelle des CHEFDIRIGENTEN am JAPANISCHEN RUNDFUNKS NHG. Schon bald nach seiner Rückkehr nach Deutschland war er ab 1962 GMD in Dortmund.


    Meine wertvollsten Aufnahmen mit WILHELM SCHÜCHTER sind die schon oben genannten beiden Opern-Querschnitte aus "Der Bajazzo" und "Die Zauberflöte" ist die Doppel-LP von EMI unter dem Titel "JOSEF TRAXEL singt berühmte Opernarien". auf der die meisten TRAXEL-Arien von WILFHELM SCHÜCHTER und den BERLINER SYMPHONIKERN begleitet werden. Gespielt und gesungen werden Arien aus "Die Entführung aus dem Serail", "Cosi fan tutte", "Die Zauberflöte", Fidelio",  "Don Pasquale",  "Die Favoritin", "Der Postillon von Lonjumeau",  "Der fliegende Holländer" , "Tannhäuser", "Die Meistersinger von Nürnberg", "La Giaconda", "La Traviata", "Der Bajazzo", "Turandot".


    wok



    Bildergebnis für amazon Josef Traxel singt berühmte Opernarien



    Carl Philipp Emanuel Bach,     deutscher Komponist und Kirchenmusiker, * 8. 3. 1714 - + 14. 12. 1788 --- 231. Todestag

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    CARL PHILIPP EMANUEL BACH schlug ähnlich wie seine Brüder WILHELM FRIEDEMANN und JOHANN CHRISTIAN eine völlig andere musikalische Stilrichtung ein als der Vater. CARL PHILIPP EMANUEL war 4 Jahre jünger als WILHELM FRIEDEMANN und erhielt den ersten Musikunterricht von seinem Vater, wie auch in der THOMASSCHULE. Wie WILHELM FRIEDEMANN studierte er Rechtswissenschaften an der Universität von Leipzig und später in Frankfurt an der Oder. Durch sein ausgezeichnetes Klavierspiel wurde der Kronprinz Friedrich auf ihn aufmerksam und gab ihm eine Anstellung in seinem Privatorchester. 1740 wurde FRIEDRICH VON PREUSSEN König, und als er als glänzender Flötist sein erstes Solokonzert gab, durfte ihn CARL PHILIPP EMANUEL am Cembalo begleiten. 28 Jahre blieb er am Hof des Königs. Er mußte dort zu jeder Zeit für Konzertwünsche des Königs bereitstehen. Trotzdem fand er immer noch genug Zeit zum Komponieren und für die Aufführung von Konzerten außerhalb des Königshauses. Viele Klaviersonaten und Cembalokonzerte entstanden in dieser Zeit, wie auch sein berühmt gewordenes Buch "Versuch über die wahre Art das Clavier zu spielen". Dieses gibt zuverlässige Auskunft über die Aufführungspraxis des 18. Jahrhunderts.


    Nach seiner so langen Anstellung beim König wurde CARL PHILIPP EMANUEL Musikdriektor von Hamburg's 4 Hauptkrchen, nachdem diese Stelle durch den Tod seines Paten GEORG PHILIPP TELEMANN frei geworden war. Er behielt diese Stelle bis zu seinem Tod. CARL PHILIPP EMANUEL's Wirken in Hamburg erwies sich bald als bedeutender als die Stellung, die seinem Vater in Leipzig zukam. Dank seiner akademischen Ausbildung und seiner langen Anstellung am renommierten Hof Friedrichs wurde er in Hamburg sehr schnell zu einer angesehenen Musikerpersönlichkeit. Er komponierte Arien, Kantaten und Passionsmusiken für Kirchen. Als noch bedeutender erwiesen sich aber seine Improvisationen auf dem Klavier und seine Fantasien, über die seine überlieferte Sammlung "Für Kenner und Liebhaber" beredtes Zeugnis ablegt. Ihm lag in seinen Kompositionen daran, insbesondere auf dem Klavier neue Weg zu gehen, indem er die Sonatenform einführte. Seine "Preußischen Sonaten" und "Württemberger Sonaten für Cembalo" stammen aus jener Zeit, als sein Vater schon nicht mehr lebte. Später lernten MOZART und HAYDN vor allem seine Sinfonien kennen und schätzen, und MOZART dirigierte sogar sein Oratorium "Die Auferstehung und Himmelfahrt Jesu".


    CARL PHILIPP EMANUEL's Kompositionen stellen einen Übergang vom Barock hin zur Frühklassik dar. In seiner Zeit bei Friedrich dem Großen wurde noch der galante Stil gepflegt. Die Werke, auf die MOZART und HAYDN aufmerksam wurden, waren dann schon der Beginn der Frühklassik. Auch ein sehr wehmütiges Stück für Cembalo hat er komponiert, nämlich sein "Abschied von meinem Silbermannischen Claviere - rondeau", als er sein Cembalo 1781 an den Grafen von Grotthuß abtreten mußte.


    Ich schätze von CARL PHLIPP EMANUEL BACH vor allem sein "Doppelkonzert fü Cembalo, Hammerklavier, 2 Flöten, 2 Hörner, Streicher und Baß Es-Dur WQ 47 - H 479" in der großartigen Einspielung durch das LEONHARDT-CONSORT AMSTERDAM und den CONCENTUS MUSICUS WIEN unter Leitung von GUSTAV LEONHARDT, mit den erstklassigen Solisten ANNEKE UITENBOSCH , Cembalo, JEAN ANTONIETTI Hammerklavier, FRANS BRÜGGEN und FRANS VESTER Traversflöte, und CAROL HOLDEN und THOMAS HOLDEN Naturhorn erschienen bei Telefunken unter dem Ttiel "Doppelkonzerte der Bach-Söhne auf Originalinstrumenten".



    Des weiteren finde ich sehr hörenswert seine Sonate e-moll für Flöte und B.c. WQ 124 , H 551 in der überzeugenden Einspielung durch NANCY HADDEN, ERIN HEADLEY und LUCY CAROLAN.



    Carl Philipp Emanuel Bach: Fünf Flötensonaten



    Nancy Hadden (Künstler), Lucy Carolan (Künstler), Erin Headley (Künstler), & 1 mehr Format: Audio CD

    5.0 von 5 Sternen    1 Sternebewertung


    wok

    Lieber Nemorino,


    Fast alles, was Du über NICOLAI GEDDA schreibst ist sicher zutreffend. Eine ganz große Stimme und perfekt sein Vortrag. Aber eben vielleicht zu perfekt. Mich kann diese Stimme einfach nicht richtig erwärmen, sie wirkt immer sehr unterkühlt, für mich fehlt da irgendwie das Menschliche, das ich bei JOSEPH TRAXEL in fast allem, was er singt, finde. Ich liebe ohnehin mehr lyrische Musik als dramatische, und da kommen mir auch die Aufnahmen eines TRAXEL etwas mehr entgegen.


    Viele Grüße, und noch einen besinnlichen 3. Advent!


    wok

    Ich möchte hinsichtlich der Sinfonie Nr. 22 auch gerne nochmals auf die exzellente Einspielung durch RAYMOND LEPPARD mit dem ENGLISH CHAMBER ORCHESTRA hinweisen.


    LEPPARD hat sich intensiv mit der Musik des 17. und 18. Jahrhunderts befaßt Er galt als absolute Autorität auf diesem Gebiet, und er musiziert diese frühe HAYDN Sinfonie mit seinem so disziplinierten Kammerorchester auch äußerst stilbewußt mit höchster Klangkultur, schlank und temperamentvoll. Herrlich auch die Holzbläser dieses Ensembles. Die Aufnahme dieser Philips LP ist gekoppelt mit der hochinteressanten Sinfonie Nr. 39, wie auch mit der Nr. 47. Gerade für die frühen HAYDN-Sinfonien ist RAYPMOND LEPPARD mit dem ENGLISH CHAMBER ORCHESTERA absolut referenzwürdig. Das Problem ist nur, daß es diese Aufnahme offenbar nicht als CD gibt.


    Haydn*, English Chamber Orchestra, Raymond Leppard ‎– 3 Sinfonien Nr. 39, Nr. 22 "Der Philosoph", Nr. 47 "Das Palindrom"

    Sello:
    Philips ‎– 839 796 LY
    Formato:
    Vinyl, LP


    wok

    Hallo WoKa,


    Ich weise in diesem Zusammenhang gerne darauf hin, daß es von mir einen THREAD vom 21.09.2014 unter der Überschrift


    Die bekanntesten Klavierbegleiter des Liedgesangs historischer Gesangsgrössen


    gibt, in dem fast alle Liedbegleiter zumindest jener Zeit genannt, wenn auch nicht immer im einzelnen ausführlich besprochen wurden. Die Themenstellung ist zwar nun etwas anders, doch können bei Interesse auch verschiedene Beiträge dieses Threads mit berücksichtigt werden.


    Gruß

    wok

    Lieber Nemorino,


    Ja, ja, das habe ich schon richtig verstanden, ist ja auch sehr interessant, die verschiedenen KARAJAN-Versionen zu vergleichen. Mir ging es nur darum, in diesem Zusammenhang auch an die KLEMPERER-Aufnahme zu erinnern.


    Ja, ich weiß, daß es eine 3 CD-Box gibt, doch wenn immer es geht, vermeide ich den Kauf von Boxen, da ich nur Aufnahmen in meiner Sammlung haben möchte, die auch meinen Vorstellungen entsprechen, sonst wird das Ganze völlig unübersichtlich. Die Erkenntnisse über die verschiedenen Aufnahmen gewinne ich aus jahrzehntelangen Vergleichen aus Rundfunk-Klassik-Sendungen, die es übrigens auch hier in Spanien gibt, wo man den ganze Tag Klassikaufnahmen der verschiedensten Werke in den verschiedensten Besetzungen hören kann. Und natürlich kann man heutzutage fast jedes Werk auch in vielen verschiedenen Besetzungen auf youtube hören und beurteilen.


    Viele Grüße, und Dir noch ein musisches Wochenende!


    wok

    HANS RICHTER-HAASER ergeht es leider ähnlich wie so manch anderem großen Pianisten seiner Zeit - ich danke dabei an DETLEF KRAUS, FRIEDRICH WÜHRER oder ADRIAN AESCHBACHER, um nur ganz wenige Beispiele zu nennen - daß sie einmal auch international hoch angesehene Interpreten waren und großartige Konzertauftritte hatten und Plattenaufnahmen machten, aber schon so relativ früh nach ihrem Tod nur noch wenigen Insidern bekannt sind. Da ergibt sich dann schon die Frage, was man in diesem Leben noch alles leisten muß, um sich zumindest für eine etwas längere Zeit ein Andenken in der Klassik-Szene zu sichern. Andererseits werden Pop-Musiker, die sich Stars nennen oder als solche von ihren Anhängern angesehen werden, nach ihrem Tod dann im Laufe der Jahre oft immer noch mehr vergöttert.


    HANS RICHTER-HAASER studierte neben Klavier auch Geige, Dirigieren und Schlagzeug. Bereits mit 16 Jahren debütierte er anläßlich des Schubert-Gedenkjahres 1928 mit der schwierigen Wandererfantasie. 2 Jahre später wurde er in Berlin mit dem BECHSTEIN-PREIS ausgezeichnet. Damit begann auch seine Karriere als Pianist und Dirigent. 1939 wurde er zur Wehrmacht einberufen und dadurch seine Musikerlaufbahn unterbrochen. Nach Entlassung aus der Gefangenschaft wurde er 1946 Chefdirigent des SINFONIE-ORCHESTERS in DETMOLD. Dort wurde er 1 Jahr später auch DOZENT an der neu gegründeten NORDWESTDEUTSCHEN MUSIKAKADEMIE. Seine eigentliche internationale Pianistenkarriere begann 1953 mit dem Auftritt unter PAUL VAN KEMPEN in den Niederlanden. 1955 wurde er an der DETMOLDER AKADEMIE zum PROFESSOR ernannt. Er startete 1956 und 1957 eine rege Konzertreisetätigkeit, trat in Paris und London auf und unternahm 1959 seine erste Konzert-Tournee in die USA. In den folgenden Jahren trat er auch in Japan und Australien auf. Während der Generalprobe zum vierten Sinfoniekonzert des STAATSTHEATERORCHESTERS in der Braunschweiger Stadthalle am 13.12.1980 brach er beim zweiten Satz des 2. Klavierkonzertes B-Dur von BRAHMS bewußtlos zusammen und verstarb wenige Stunden später an einer Lungenembolie.


    Er galt in Fachkreisen als ein großer Pianist der deutschen Schule. Er knöpfte dabei an die Tradition deren berühmter Vertreter WILHELM BACKHAUS, WALTER GIESEKING und WILHELM KEMPFF an und konzentrierte sich sehr stark auf die Interpretation der Werke BEETHOVENs und BRAHMS. In seinen Konzerten nahm er sich als Vortragender völlig zurück und versuchte stets in seinem Spiel den Gesamtcharakter eines Werkes zu erfassen und wiederzugeben, ohne dabei zu sehr auf letzte Details der Komposition fixiert zu sein. Er verzichtete auch auf zu starke dramatische Akzente, sondern sein Spiel zeichnete sich durch Natürlichkeit und Unreflektiertheit im guten Sinne aus. Klaviertechnisch gab es für ihn kaum ein Problem, und sein Spiel zeichnet sich durch Format und Übersicht aus. Neben seinen BEETHOVEN-Aufnahmen belegen vor allem seine Wiener Aufnahme der SCHUMANN- und GRIEG-Konzerte, wie auch seine Londoner Einspielungen unter KERTESZ sein großes Können. Berühmt wurde vor allem seine Aufnahme von 1958 des 2. Klavierkonzerts von BRAHMS mit den BERLINER PHILHARMONIKERN unter HERBERT VON KARAJAN.


    Ich erlebte HANS RICHTER-HAASER am 11.05. 1967 in einem Konzert in Bad Pyrmont mit dem WESTFÄLISCHEN SINFONIE-ORCHESTER unter H. REICHERT mit BEETHOVEN's 3. Klavierkonzert, und ich war von seinem geradlinigen, schnörkellosen, souveränen Spiel außerordentlich beeindruckt.



    wok

    Wenn es um die interessantesten Aufnahmen von HAYDN's Sinfonie Nr. 104 geht, dann sollte m. E. auf keinen Fall KLEMPERER's Einspielung mit dem NEW PHILHARMONIA ORCHESTRA fehlen. Dieser späten, wunderbar reifen Sinfonie HAYDNs ist nicht nur durch die Klangbrillanz und Orchesterperfektion eines KARAJAN in seinen ganz sicher mitreißenden Einspeilungen voll Genüge getan, sondern sie verträgt gewß auch etwas mehr Gewichtung wie diese KLEMPERER, der die Musik HAYDN's liebte, in seiner Aufnahme dem Werk zukommen läßt. Großartig wieviel Zeit er sich für sich für das Andante nimmt, und wie bedeutungsvoll da jede Note klingt und ausgespielt wird. Ist KARAJAN in seiner Aufnahme von 1959 schon in gut 8 Minuten mit diesem Satz zu Ende - SOLTI noch früher - so nimmt sich KLEMPERER dafür 10 Minuten Zeit, ohne je eine Sekunde damit zu langweilen. Nur MARRINER hat für das Andante das gleiche Zeitverständnis wie KLEMPERER.




    wok

    Hector Berlioz,    französischer Komponist und Musikkritiker, * 11. 12. 1803 - + 8. 3. 1869 --- 216. Geburtstag

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    HECTOR BERLIOZ sollte eigentlich Mediziner werden, begann dann aber nach Überwindung zahlreicher Hindernisse ein Musikstudium über Harmonie und Kontrapunkt bei LESUEUR und REICHA am PARISER KONSERVATORIUM.

    Die Instrumentationslehre eignete er sich autodidaktisch an. Nach anfänglichen Schwierigkeiten, als Musiker Fuß zu fassen, gewann er 1830 mit der Kantate "Sardanapal" den begehrten GROSSEN ROMPREIS. Zuvor hatte er bereits eine Messe mit Orchester, zwei Ouvertüren "Wawerley" und "Die Fehmrichter" und die "Symphonie fantastique" aufgeführt. Im Verlauf seines Italien-Aufenthalts komponierte er u. a. die "König Lear"-Ouvertüre, und als Epilog zur fantastischen Sinfonie "Lelio ou le retour à la vie". Nebenbei schrieb er viel beachtete Feuilletons. Am Konservatorium wurde er 1839 als Konservator, später als Bibliothekar angestellt. Um seine Kompositionen bekannt zu machen, für die in Paris kein Verständnis aufkommen wollte, unternahm von 1843, 1845 und 1847 Kunstreisen nach Deutschland, Österreich und Rußland. Auch bei zeitgenössischen Komponisten kamen seine Werke nicht gut an, so z. B. bei SAINT-SAENS,  ADLOLPHE ADAM, der äußerte "ein Musiker ist er nie und nimmer", der Geiger JOSEPH JOACHIM fühlte sich von seiner Musik gar "abgestoßen" und MENDELSSOHN fand die symphonie fantastique "unbeschreiblich eklig" und meinte daß dieser "unbegreiflich schlecht komponiere. Lediglich SCHUMANN zeigte sich von dieser neuartigen Musik beeindruckt, LISZT wühlte diese Sinfonie geradezu auf und BERLIOZ wurde zu seinem Vorbild, der sich auch als sehr hilfsbereiter Gesinnungsgenosse erwies. . Noch euphorischer urteilte FELIX WEINGARTNER über BERLIOZ, und er erklärte ihn zum "originellsten Musiker, der er je erlebt hat".


    Für seine Kompositionen verwendete BERLIOZ ein genau vorher ausgedachtes und ausgearbeitetes Programm, das er aus eigenen Erlebnissen, auch sehr heftigen wie auch fantastischen, zusammenstellte. Fast alle seine Werke durchzieht ein Erinnerungsmotiv, die sogenannte idée fixe, exemplarisch realisiert in seiner symphonie fantastqiue. Da er die Instrumentation beherrschte wie kaum ein anderer, konnte er auch die Ausdrucksmöglichkeiten der Musik wesentlich erweitern. Besondere Bedeutung erlangten deshalb auch seine Instrumental-Kompositionen, neben seiner fantastischen Sinfonie vor allem die Sinfonie "Harold en Italie op. 16", in der er auf Wunsch von PAGANINI eine obligate Viola hineinkomponierte, die PAGANINI aber als nicht virtuos genug verschmähte, aber dennoch das Werk sehr schätzte, "Roméo et Juliette" (mit Chören), die "Symphonie funèbre et triomphale", wie auch die Ouvertüre "Römischer Karneval". Er schuf aber auch große Chorwerke, davon erwähnenswert besonders ein doppelchöriges "Tedeium", das große Requiem "Grande messe des morts op. 5", die dramatische Legende "La damnation de Faust" und die kleine biblische Trilogie "Die Kindheit Christi". Von seinen Opern ragen "Les Troyens", "Benvenuto Cellini" und "Béatrice et Bénedict" heraus. Auch schuf er mehrere kleine Sologesänge mit Orchester.

    Sehr viel Beachtung findet auch heute noch seine Instrumentationslehre, und sehr interessant sein dürften auch seine "Mémoires".


    Für mich bleibt die symphonie fantastique mein Lieblingswerk von HECTOR BERLIOZ, und unter den zahlreichen sehr guten Einspielungen, die es davon gibt - vor allem auch durch CHARLES MÜNCH - ist mein Favorit die Aufnahme durch das UTAH SYMPHONY ORCHESTRA unter Leitung seines viel zu früh im Alter von 57 Jahren verstorbenen Dirigenten VARUJAN KOJIAN, Schüler u. a. von HANS SWAROWSKY und Nachfolger von MAURICE DE ABRAVANEL im UTAH SYMPHONY ORCHESTRA, mit wunderbaren Klangfarben und außerst sensibel gespielt. Auch der Klang dieser Aufnahme ist exzellent und sehr präsent. Die Aufnahme enthält auch BERLIOZ' "Songe d'une nuit du Sabbat".




    Symphonie fantastique, Op. 14, H. 48: V. Songe d'une nuit du Sabbat

    Utah Symphony Orchestra

    Del álbum Berlioz: Symphonie fantastique, Op. 14, H. 48


    wok


    Jascha Heifetz,     russisch-amerikanischer Geiger, * 2. 2. 1901 - + 10. 12. 1987 --- 32. Todestag

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    JASCHA HEIFETZ war wohl der berühmteste und auch bedeutendste Geiger des 20. Jahrhunderts, und mehr als ein halbes Jahrhundert hatte er eine Ausnahmestellung eingenommen. CARL FLESCH ging sogar soweit, daß er in seinen "Erinnerungen eines Geigers" schreib: "Es hat wohl kaum jemals einen Geiger gegeben, der einer absoluten Vollkommenheit näher gekommen ist." Ähnlich wie bei dem Pianisten HOROWITZ wurde mit HEIFETZ ein Virtuosentum der Perfektion eingeführt.


    JASCHA HEIFETZ, in Vilnius geboren, war Sohn eines Geigers , der ihn bereits im Alter von 3 Jahren im Violinspiel unterrichtete. Am Konservatorium setzte er seine Ausbildung bei ILIYA DAWIDOWITSCH MALKIN fort. Bereits mit 6 Jahren erspielte er sich dort einen ersten Preis und debütierte anschließend in Kowno/Littauen mit MENDELSSOHN's e-moll Violinkonzert. Mit 9 Jahren begann er ein Studium bei LEOPOLD AUER am KAISERLICHEN KONSERVATORIUM in ST. PETERSBURG, der ihn zunächst von seinem Assistenten IOANNES NALBANDYAN unterrichten ließ. dann aber bald das große Talent erkannte und ihn dann selbst eine gründliche Ausbildung angedeihen ließ. Bei einem Konzert in St. Petersburg 1911 zeigte er bereits so große Fortschritte auf der Geige, und offenbarte am 01.12.1912 in seinem BERLINER DEBÜT so großes Können, daß iARTHUR NIKISCH noch im gleichen Jahr den erst 13-Jährigen zu einem Konzert mit den BERLINER PHILHARMONIKERN einlud, um TSCHAIKOWSKIs Violinkonzert op. 35 zu spielen. 1917 nutzte er das Angebot zu einer Tournee nach Skandinavien und in die USA, um Ruißland zu verlassen. Bei seinem Debüt in der NEW YORKER CARNEGIE HALL erzielte er im Oktober 1917 einen ungeheuren Erfolg. Weitere triumphale Auftritte folgten in den USA, so daß er 1925 beschloß, die amerikanische Staatsbürgerschaft anzunehmen. Seine großen Erfolge wurden auch bald in der ganzen Welt publik, und so wurde er mit Auftrittsangeboten überhäuft. So debütierte er 1920 in der LONDONER QUEEN's HALL, 1921 folgte eine Australien-Tournee, und 1923 konzertierte er in Asien. 1926 wurde er bei seinem Besuch in Palästina gefeiert, und 1934 spielte er zum letzten Mal in Rußland.


    HEIFETZ realisierte in seiner langen Laufbahn mehr als 500 Schallplatteneinspielungen bei der RCA, die in einer Edition von 65 CDs veröffentlicht wurden. Als seine besten Aufnahmen gelten die klassischen und romantischen Violinkonzerte. Er spielte aber auch Werke von Komponisten des 20. Jahrhunderts, insbesondere von PROKOFJEW, BLOCH, RAVEL, SCHOSTAKOWITSCH und nicht zuletzt von RÓZNA. Zeitgenössische Komponisten widmeten ihm Violinkonzerte, die er uraufführte. Er spielte auch die amerikanische Erstaufführung des PROKOFJEW--Violinkonzertes Nr. 2 g-moll op. 63.


    HEIFETZ war auch ein ausgezeichneter Pianist und schrieb von zahlreichen Kompositionen sehr virtuose Transkriptionen für Violine und Klavier. Er schrieb auch Kadenzen zu Violinkonzerten von MOZART, BEETHOVEN und BRAHMS. Nach dem 2. Weltkrieg widmete er sich immer mehr der Unterrichtstätigkeit.

    Vielfach gerühmt an Seinem Spiel wurde die makellose Intonation, seine außergewöhnliche Bogentechnik, sein farbiger, strahlender Ton und sein Staccato-Spiel. Nach nicht jedermanns Geschmack sind seine meist raschen Tempi, die mitunter über elegische Stellen eines Werkes etwas hinwegspielten, wie auch sein Vibrato.


    Daß JASCHA HEIFETZ auch ein hervorragender Kammermusiker war, gerät oft etwas in den Hintergrund.

    So spielte er z. B. jahrelang mit GREGOR PIATIGORSKY privat zu Hause Kammermusik. Zu dieser häuslichen Kammermusik gesellten sich auch zunehmend weitere große Solisten ihrer Zeit. 1961 beschlossen sie dann, die Erfahrungen und Resultate dieser häuslichen Musik auch dem Publikum zuteil werden zu lassen, und sie gründeten zu diese Zweck die HEIFETZ-PIATIGORSKY-CONCERTS. In der Folge gaben sie viele Kammermusik-Konzerte in HOLLYWOOD und SAN FRANCISCO, und ab 1964 luden sie großartige Künstler wie WILLIAM PRIMROSE, LEONARD PENNARIO, LEON FLEISHER und JACOB LATEINER zu Konzerten und Schallplattenaufnahmen ein.

    Daraus resultierte ein beredtes Beispiel von Kammermusik in Vollendung in Form der Einspielung bei RCA Victor Seal des BEETHOVEN Klaviertrios Op. 1,1 in Es-Dur mit GREGOR PIATIGORSKY und JACOB LATEINER. Eine großartige, wunderbar homogene Einspielung dreier herausragender Künstler.

    Diese LP enthält auch ein Werk von MIKLÓS RÓZSA, und zwar dessen "Tema con variazioni für Violine, Cello und Orchester", das dem 2. Satz aus dem "Doppelkonzert für Violine und Violoncello" entstammt, das RÓZSA extra für HEIFETZ UND PIATIGORSKY, in enger Absprache mit diesen hinsichtlich der technischen Details, 1962 komponierte.



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    Mado Robin,     französische Sopranistin , * 29. 12. 1918 - + 10. 12. 1960 --- 59. Todestag

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    Die Stimme von MADO ROBIN entdeckte ich schon in meiner frühen Jugend in den 50er Jahren, als sie wiederholt im Rundfunk mit der "Glöckchenartie" aus DELIBEs "Lakmé" zu hören war, ihre absolute Glanzpartie, die ich seitdem nie mehr in dieser Perfektion gehört habe, allenfalls von CHRISTIANE EDA-PIERRE. Immer, wenn diese Arie mit ihr im Rundfunk erklang, mußte es mäuschenstill im Zimmer sein, damit ich nur keinen Ton ihres faszinierenden Gesangs verpassen würde". Ihr wunderbares französisches Timbre und ihre Diktion waren für mich nach wenigen Takten sofort erkennbar. Leider, und unverständlicherweise, wurde diese großartige Sängerin mit den höchsten Tönen, die jemals gesungen und erreicht wurden, in Deutschland fast unbekannt. In ihrer Heimat Frankreich wurde sie dagegen schon zu Lebzeiten gefeiert, und man hielt diese auch lange Zeit in ehrfürchtiger Erinnerung. Auch im "Guiness Book Of World Records" hält MADO ROBIN immer noch einen Platz mit einem viergestrichenen C am Ende der Wahnsinns-Szene aus "Lucia di Lammermoor", das sie noch in einwandfreier Tonqualität erreichte.


    Ihre Stimme war mit 16 Jahre von TITTA RUFFO entdeckt worden. Sie studierte am CONSERVATOIRE NATIONAL bei MME FOURESTIER und MARIO PODESTÀ, und gewann 1937 einen Wettbewerb an der PARISER OPER. 1942 gab sie im SALLE GAVEAU ein Recital und am 12.08.1945 debütierte sie an der OPÉRA als "Gilda". Wenig später sang sie die "Königin der Nacht", und bereits 1946 die "Lakmé", ROSSINIs "Rosina", BIZET's "Leila" und die "Olympia" in "Les Contes d'Hoffmann". Sie sang auf allen führenden Bühnen Frankreichs, 1950 auch in MARSEILLE als "Lucia", die sie auch 1954/55 auf einer Konzerttournee in die USA sang. 1955 kehrte sie als "Königin der Nacht" an die OPÉRA zurück. 1956 sang so sogar bei den Hochzeitsfeierlichkeiten für Fürst Rainer und Grace Kelly. 1958 führten Sie Gastreisen nach Spanien, England, Deutschland und in die Schweiz und 1959 in die UdSSR. Am BOLSCHOI-THEATER sang sie die "Gilda" in "Rigoletto". Ihre bevorstehende 1500. Pariser Aufführung an der PARISER OPER erlebte sie nicht mehr, da sie wenige Tage davor an Leberkrebs starb. Sie wurde nur 42 Jahre alt. In der Kirche "Saint Francois de Sales" führte JEAN-LOUIS FORESTIER ihr zu Ehren FAURÉs Requiem auf. Ihr Stimm-Typ wurde sogar zu einem Begriff: der "ROBIN-SOPRAN". Eine ihrer besten Aufnahmen ist die von "Lakmé", aufgenommen 1951 unter GEORGES SEBASTIAN mit LIBERO DE LUCA als Tenor-Partner.


    ADLOLPHE ADAM hat übrigens auch MOZART's Klaviervariationen KV 265 "Ah, vous dirai-je Maman" in eine Fassung für Sopran, Flöte und Orchester gesetzt. Auch hiervon gibt mit MADO ROBIN eine großartige Aufnahme: Das NEW SYMPHONY ORCHESTRA dieser Aufnahme wird von RICHARD BLAREAU geleitet, LUCIEN LAVAILLOTE glänzt mit seinem Flöten-Solo! (Aufnahme von 1951 - Hörenswert!!)


    Inzwischen hat man zum Glück längst die Qualitäten von MADO ROBIN neu entdeckt, und es gibt nun doch eine ganze Reihe von CDs mit ihr.

    Ich besitze mit ihr Arien aus Werken von MOZART, DONIZETTI, ROSSINI, VERDI, A. THOMAS, GOUNOD, OFFENBACH, MASSENET, DELIBES, AUBER, GRIEG, V. MASSÉ, J. BENEDICT, F. DAVID, A. PESTALOZZA, M. PONCE, KOECHLIN, FÉVRIER, GALLINI, RICHEPIN, DELL'ACQUA etc. unter den Dirigenten PIERRE DERVAUX, RICHARD BLAREAU, EUGÈNE BIGOT, HENRI TOMASI, und G. BRIEZ, und bin sehr froh, diese wunderbaren und für mich kostbaren Tondokumente von ihr mein eigen nennen zu können.


    wok





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    wok

    Lieber Willi,


    Mein ganz großes Kompliment für diesen so ausführlichen und hochinteressanten Bericht. Allein schon das Schreiben ist ja schon eine sehr aufwändige Sache, aber dies alles noch dazu zu eruieren, verdient ja wirklich einen Sonderpreis! Einfach großartig. Ich frage mich nur immer wieder, wioher Du Dir neben all Deinen täglichen Gedenktag-Erinnerungen und Deinen Chor-Verpflichtungen die Zeit nimmst, um all dies zeitlich zu bewältigen!


    Es freut mich auch für die arme DINA URGORSKAJA, daß Dein Bericht über ihr Spiel so überaus positiv, ja begeistert ausfiel. Wie schade, daß sie diese Eloge nicht mehr lesen kann!


    Viele Grüße

    wok

    Lieber Carlo,


    Es ist wirklich ein Glücksfall für mich, daß Du über zwei von mir bisher besonders herausgestellte Sänger(innen) so außerordentlich gut informiert bist, und Du Dir die so große Mühe machst, wieder so ausführlich darüber zu berichten! . Zunächst war dies CHRISTIANE EDA-PIERRE, und nun mein Lieblingstenor JOSEF TRAXEL. Ich bin so froh und glücklich, über ihn und seine Aktivitäten so viel Neues zu erfahren, vor allem über seine mir bisher gänzlich unbekannten Rundfunkproduktionen! Ich danke Dir ganz herzlich dafür! Ich schätze diesen Sänger, den ich im Dezember 1965 im Kuppelsaal Hannover mit dem Weihnachtsoratorium hörte (mit ENGEN und HÖFFGEN und ihn auch kennenlernen durfte, nicht nur wegen seiner Stimme und grandiosen Lebensleistung sehr, sondern auch als Mensch wegen seiner so großen Bescheidenheit und so seltenen Eigenschaft, sich nie ins Rampenlicht gedrängt zu haben. Er förderte durchaus auch seinen jungen Kollegen FRITZ WUNDERLICH in Stuttgart, als er ihm bei Aufführungen auch schon einmal den Vortritt ließ.


    Ich besitze auch den ausgezeichneten Opern-Querschnitt von DONIZETTIs "Don Pasquale" mit den BERLINER SYMPHONIKERN unter WERNER SCHMIDT-BOELCKE. Von "Lucia di Lammermoor" besitze ich mit ihm nur den Titel "Ihr Gräber meiner Ahnen" - fabelhaft gesungen - in der Aufnahme unter BERISLAV KLOBUCAR, und von der "Favoritin" unter HANS LÖWLEIN die ebenfalls wunderbar gesungene Arie "Engel so rein").


    Ich bin schon ganz gespannt auf Deine weiteren Ausführungen unter dem Titel "Recitals"!!


    Viele Grüße

    wok

    Lieber wok, das ist eine sehr interessante Feststellung, die mir bisher noch nicht zugekommen ist. Nun, wo ich sie bei Dir lese, geht sie mir auch auf. In der Tat wirkt Prey auf mich immer etwas zu gut gelaunt bei seinen Auftritten, was wohl Rückschlüsse auf den Vertrag selbst ergibt. Wenn ich ihn "nur" höre, kommt es mir manchmal vor, als badete er in den Liedern und Balladen. Das war noch in seinen ganz späten Jahren so als ich ihn hier in Berlin mit der "Müllerin" erlebte. Das alles will auch ich nicht als Kritik verstanden wissen. Es ist eine Beobachtung.

    Kennst Du die Loewe-Platte von Schock?

    Lieber Rheingold,


    Diesen von Dir sehr gut beschriebenen Eindruck über HERMANN PREY kann ich nur teilen.


    Die RUDOLF SCHOCK-Aufnahme mit LOEWE-Balladen kenne ich nicht. Sein Stimm-Organ liegt mir einfach nicht so, und ich habe mir deshalb später nicht mehr alle seine Aufnahmen angehört. Ich weiß nicht, wann diese Aufnahme entstand. Zu Beginn seiner Karriere hat er wirklich sehr gut gesungen, doch später bekam er doch große Probleme mit der Höhe, und ich mochte ich ihn dann nicht mehr anhören. Da bleibe ich bei den LOEWE-Balladen also dann doch lieber bei PREY und TRAXEL.


    Viele Grüße

    wok

    Lieber Nemorino,


    Danke für diesen Hinweis. Schön, daß auch die LOEWE-Balladen mit TRAXEL wieder lieferbar sind. Im Internet hatte ich diese nicht gefunden. Ich besitze diese Aufnahme mit der Vol.-Nr. 8 aus der damals 10 CDs umfassenden TRAXEL-Ausgabe. Diese CD enthält 11 LOEWE-Balladen und 8 Lieder aus "Die schöne Müllerin".


    Die Aufnahme mit BARRY MCDANIEL kenne ich nicht. Er war gewiß auch ein ausgezeichneter Lied- und Oratoriensänger. Besonders die Musik PURCELLs lag ihm sehr gut. Für die LOEWE-Balladen sind mir die Stimmen von PREY und TRAXEL aber am vertrautesten.


    Viele Grüße

    wok

    Hallo Nemorino,


    Ja, es ist wirklich höchst beeindruckend, was Carlo nun auch über JOSEF TRAXEL alles zu berichten weiß, und gerade die Rundfunkproduktionen enthalten so viele interessante, auch für mich noch unbekannte Details über die so vielfältigen Aktivitäten dieses Sängers! So ist das große Wissen von Carlo, gerade was JOSEF TRAXEL anbetrifft, für mich ein echter Glücksfall, denn über ihn kann ich gar nicht genug erfahren!


    Übrigens besitze auch ich MOZART's Krönungsmesse mit ihm, wunderbar, und auch PILAR LORENGAR und MARGA HÖFFGEN sind hier wie immer großartig, und KARL FORSTER ist für fast alle Werke geistlicher Musik allein schon fast immer eine Garantie für eine exemplarische Aufnahme.


    Viele Grüße

    wok

    Für mich, lieber wok, ist Prey ein ganz vorzüglicher Interpret von Loewe. Von Larmoyanz würde ich nicht sprechen wollen, weiß aber, worauf Du hinaus willst. Diese Larmoyanz liegt natürlich zu einem gewissen Teil in einigen Stück selbst begründet. Prey hat aber immer versucht, dagegen anzusteuern mit einer Geschmeidigkeit und Musikalität, wie ich sie bei anderen Sängern, die sich mit Loewe beschäftigt haben, nicht so ausgeprägt finde. "Der getreue Eckart" soll ein Beispiel für meine Beobachtung sein:


    Lieber Rheingold,


    Danke für Deinen Beitrag zu diesem Thema. Um jegliches Mißverständnis auszuschließen: Ich finde HERMANN PREY als Interpret der LOEWE-Balladen ebenfalls sehr gut. Als Sänger hat er mir mit diesen Balladen sogar immer mit am besten gefallen, von denen ihm einige davon sogar auf den Leib geschrieben zu sein scheinen, und in den 50er Jahren war es wohl an erster Stelle ihm zu verdanken, daß diese Balladen plötzlich wieder eine interessierte Zuhörerschaft fanden. Das Attribut "Larmoyanz" ist wohl auch als Beschreibung etwas zu stark für seinen Vortrag dieser Balladen. Dieser gelegentliche Eindruck entstand bei mir wohl eher optisch durch seine Physiognomie während des Vortrags dieser Balladen, wenn ich ihn im TV mit diesen Balladen sah und hörte. Aber man sollte natürlich in die Beurteilung eines Sängers nicht optische Gesichtspunkte einfließen lassen, sondern allen stimmliche.

    Übrigens geht es mir umgekehrt bei RUDOLF SCHOCK oft so, daß wenn ich ihn in höheren Tonregionen singen höre, ich fast immer seinen angestrengten Gesichtsausdruck vor mir sehe, denn im Laufe seiner Karriere bekam er doch wohl immer mehr Probleme mit hohen Tönen.

    Aber nochmals: HERMANN PREY ist für mich sogar der beste Interpret, den ich je mit LOEWE-Balladen gehört habe.


    Viele Grüße aus dem heute sehr warmen Málaga!


    wok

    Ich möchte gerne auch nochmals auf die Aufnahme der 8. Sinfonie durch die in Europa wohl weniger bekannt gewordene Einspielung durch das MARLBORO FESTIVAL ORCHESTRA unter PABLO CASALS hinweisen, die unter den so vielen realisierten Einspielungen zu meiner persönlichen Referenzaufnahme geworden ist. Hier überträgt sich von dem damals schon hochbetagten CASALS - er war zum Zeitpunkt der Aufnahme immerhin schon 87 Jahre alt - auf das Orchester eine immer noch erstaunliche Frische, Spontaneität, Lebendigkeit, Leidenschaft, Eindringlichkeit, und es entstand in bewundernswerter Weise aus den zusammengewürfelten Einzelkünstlern, Freunden von CASALS, die er jeweils zu diesem Festival einlud, und die aus namhaften Kammermusikern, Hochschulprofessoren, Musikpädagogen und Schülern bestanden, - darunter schon damals renommierte Instrumentalisten wie ZIVI ZEITLIN, JAIME LARDEO, Violine, HERMAN BUSCH und LYNN HARRELL, Violoncello, MYRON BLOOM, Horn und viele andere, ein doch weitgehend homogenes Ganzes, und dies instrumentaltechnisch auf höchstem Niveau. Eine sehr wertvolle Momentaufnahme aus dem Leben dieses großen Künstlers, der hier seine ganz besonderen eigenen ideellen und künstlerischen Vorstellungen auf das Orchester übertagen konnte. So bekam diese Live-Aufnahme mit ihren 40 hochprofessionellen Akteuren eine sehr individuelle Note mit schlankem, aber kräftigen Orchesterklang und exemplarischer Durchhörbarkeit, trotz zügiger Tempi. Wie Nemorino die SCHERCHEN-Aufnahme charakterisiert, z.. B. Rasanz, Drive und flotte Tempii, so trifft dies auch annähernd auch auf die CASALS-Aufnahme zu. CASALS ist mit einer Gesamtspielzeit von 25:30 Minuten deutlich schneller unterwegs als z. B .FURTWÄNGLER mit 27:19 Minuten . KNAPPERTSBUCH ist noch langsamer, oder auch SZELL in seiner Aufnahme von 1974. Die Spielzeit deckt sich weitgehend mit der von GIELEN, und abgesehen vom 4. Satz, wo CASALS langsamer ist, auch mit der von SCHERCHEN.

    Der Ton der Aufnahme ist nicht optimal und sehr direkt, und entspricht nicht der Quaität, die man heute von einer Stereo-Aufnahme erwartet.


    wok



    Beethoven: Symphonies Nos. 7 & 8 (Live)

    Das hatte ich schon öfter gelesen; Du findest das zum Beispiel unter ZEIT ONLINE in einem Beitrag von Volker Hagedorn, ich füge das fragliche Stück Text hier ein:


    »Doch er selbst geht mit dem jungen Sänger, der er war, nicht ungern ins Gericht. Seine erste Aufnahme der Winterreise, für den Rundfunk, habe "eine larmoyante Note, die Schubert peinlichst vermieden hat". Überhaupt habe er den Zyklus "zwei, drei Mal zu dramatisch gesungen". Auch wenn Fischer-Dieskau so selbstkritisch wird, hat das nichts von Vertraulichkeit oder gar gerührtem "Ja, das bin ich auch". Es ist dann eher, als blicke er auf seine Sängerlaufbahn wie auf ein Werk, einen Gegenstand, einen Vorgang in der Welt.«

    Lieber hart,


    Gut, das mag auf seine erste Aufnahme der Winterreise zutreffen. Er hat diese dann ja noch öfter mit verschiedenen Pianisten aufgenommen. Aus evtl. Fehlern hat er dann wohl in der Folge gelernt. Jedenfalls würde ich nicht sagen, daß eine larmoyante Interpretation durch FISCHER-DIESKAU typisch für seinen Gesang sei. "Zu dramatisch", das mag schon eher zutreffen. So oder so: Für mich war FISCHER-DIESKAU der größte Liedsänger aller Zeiten. Und daß er mit seinen Leistungen selbstkritisch umging, ehrt ihn.

    Lieber wok,
    ich habe lediglich zitiert, aber an keiner Stelle zum Ausdruck gebracht, dass ich diese Beurteilung teile; genau das Gegenteil ist der Fall! Ansonsten darfst Du getrost davon ausgehen, dass ich Traxels Liedaufnahmen in- und auswendig kenne. Schon vor vielen Jahren habe ich mir seine Loewe-Balladen nämlich von der LP auf CD übertragen, da waren die im Hamburger Archiv noch nicht erschienen.


    Na, da bin ich ja beruhigt. Hätte mich auch gewundert. Daß Du TRAXEL's Liedaufnahmen sogar in- und auswendig kennst, ist schon eine Seltenheit, denn schließlich ist dieser als Lied-Interpret weniger bekannt geworden, und daß Du ihn als solcher offenbar auch schätzt, freut mich, besonders bei jemandem, der von Liedgesang offensichtlich soviel versteht wie Du!

    Mein lieber Wok,

    es ist eben so, dass die Stimmlage »Bariton« bei den Männerstimmen am weitesten verbreitet ist.


    Dieses »larmoyant« bemängelte zum Beispiel Dietrich Fischer-Dieskau im Nachhinein mitunter auch bei seinen eigenen Aufnahmen; und um das klarzustellen: Hermann Prey war ein ausgezeichneter Balladensänger, ich

    beziehe mich da auf lebenslange Live-Erlebnisse.

    Lieber hart,


    Ja, ja, ich schrieb ja auch, daß auch PREY die LOEWE-Balladen gut sang, diese kamen seiner Stimme und seinem Vortrag sogar sehr entgegen, aber bezüglich der Larmoyanz bin ich schon der Meinung, daß diese mitunter schon etwas mehr ausgeprägt war als bei FISCHER-DIESKAU, dessen Stimme für mich im allgemeinen doch etwas maskuliner klingt. Daß dieser immer äußerst selbstkritisch mit seiner eigenen Leistung war, ist bekannt. Daß er sich aber selbst der Larmoyanz bezichtigte, ist mir neu und überrascht mich.l

    Wenn Du mal Traxels Lied-CD vom Hamburger Archiv heraus kramst, dann ist da im Booklet folgendes zu lesen:


    »Die von EMI herausgebrachte LP mit Beethoven-Liedern und Schuberts Heine-Vertonungen aus D 957 fand als einzige Beachtung bei der Fachkritik, allerdings keine positive. In den beiden damals führenden Fachblättern erschienen abfällige Rezensionen. Man warf dem in Oper, Konzert, Oratorium hochgelobten Sänger "wenig interpretativen Ausdruck" und "bemühtes Vomblattsingen", sogar "gelangweilte Distanz" vor. Die LP mit Loewe-Balladen wurde vertiefter Besprechung gar nicht erst für wert empfunden«.

    Ich kenne diese Kritik, kann diese aber nicht teilen. Vom "bemühten Vomblattsingen" kann bei TRAXEL niemals die Rede sein. Er bereitete sich auf jede Aufführung gewissenhaft vor und war zudem hochmusikalisch. Ich frage mich, ob Du wirklich seine Lied-Aufnahmen kennst, denn sonst würdest vielleicht auch Du dieses Urteil nicht unbedingt teilen. TRAXEL hatte natürlich mit dem Liedgesang nicht annähernd soviel Erfahrung wie mit Oper und Konzert, und vieles mußte er mit HUBERT GIESEN auch erst einmal proben und sich an die einzelnen Lieder herantasten. In den 50rer Jahren war natürlich FISCHER-DIESKAU absolut dominierend im Liedgesang, und alle anderen - sieht man einmal von PREY ab - hatten gegen ihn einen schweren Stand, schon gar der Opernsänger TRAXEL. Das betont Deklamatorische im Liedgesang eines FISCHER-DIESKAU war die Sache TRAXEL's nicht. Ihm ging es mehr darum, die Komposition selbst in den Vordergrund zu stellen und er vermied es, Gefühlsausbrüche zu sehr zu betonen. Für ihn waren klangliche Ästhetik und Poesie wichtiger, womit man gewiß einigen Liedern und deren Texten und Inhalt nicht ganz gerecht werden kann. Dagegen singt er meines Erachtens Lieder wie BEETHOVEN's "Adelaide", "Andenken", Abendlied unter dem gestirnten Himmel" oder SCHUBERT's "Das Fischermädchen" oder "Der Musensohn" wunderbar natürlich, schlicht und mit schönem Ton, was m. E. diesen Liedern besser steht als übertriebene Expressivität.


    Mit diesen »Fachkritiken« ist das eben so eine Sache, da wird - mit Verlaub - oft auch Blödsinn verzapft. Am besten ist es, wenn man nicht auf Gutsherrenart hören lässt, sondern selber hört ...

    Ja, es ist erstaunlich, wie unterschiedlich Kritiken ausfallen können. Ich habe auch positive ritiken über TRAXEL als Liedsänger gelesen. und die Meinung von CLEMENS HÖSLINGER, der ja jahrelang in der fonoforum Gesamgsaufnahmen kommentierte, und z. B. auch einen sehr ausführlichen und sehr klugen und informativen Artikel über LAURITZ MELCHIOR schrieb, ist für mich schon sehr wichtig und deckt sich sehr oft auch mit meinen Ansichten, und er stellte explizit die Qualitäten von TRAXEL als Interpret der LOEWE-Balladen heraus. Ich habe mich beim Kauf dieser LP aber nicht nach seinem Urteil gerichtet, sondern ich besaß die Aufnahme schon zuvor.


    Aber wen wenn Du noch Tenöre mit Werken von Carl Loewe, der ja seine Lieder mit eigener Tenorstimme vortrug, hören möchtest - da gibt es in der Raucheisen-Edition »Des Glockentürmers Töchterlein«, von Peter Anders gesungen und in der cpo-Edition »Carl Loewe - Lieder & Balladen« findest Du noch vier Tenöre, nämlich Christian Elsner, Jan Kobow, Christoph Prégardien und Robert Wörle.

    In der TRAXEL-Aufnahme der LOEWE-Balladen sind sicher einige Titel, die ihm auf Grund ihrer Dramatik und Skurillität nicht so gut liegen, doch so sensitiv wie er die Balladen "Süßes Begräbnis", "Der Wirtin Töcherlein" oder "Das Erkennen" singt, ist aller Ehren wert. Auch mit der Wiedergabe der Ballade "Prinz Eugen" gefällt er mir sehr gut. Und auch seine stimmliche Bewältigung der schwierigen Ballade "Der Nöck" ist eindrucksvoll.


    wok