Beiträge von wok

    Danke, Carlo, für die Aufklärung. "nur" gesammelt!! Da gehört gewiß eine riesige Portion an Musikliebe und Interesse an Interpreten dazu! Und natürlich viel Zeit! Kompliment! Ich habe auch einmal jahrelang alle diese Unterlagen - u. a. auch aus Rundfunkzeitungen (Hörzu) - auch mit Fotos - etc. gesammelt und wollte eigentlich einmal vor vielen Jahren ein Interpretenlexikon herausgeben, da ich mich immer ärgerte, wenn ich keine Informationen in Lexika über nicht so bekannte und natürlich jüngere Interpreten, die mich immer sehr interessierten, fand. Doch dann mußte ich dieses Vorhaben nach einigen Jahren aufgeben, da mein Beruf, der ncihts mit Musik zu tun hatte, und der mich voll in Anspruch nahm, mir nur noch wenig Zeit für mein großes Hobby "Musik" und "Interpreten" ließ. Ich übersetzte lediglich einmal eine Zeitlang für Philips die englischen Plattencover-Texte. Aber auch dafür blieb mir dann keine Zeit mehr.


    Viele Grüße aus dem heute wieder heißen Málaga, wo ich seit 2001 wohne. !


    wok


    PS Auch daß Adenauer HAYDN liebte, vermutlich "Die Schöpfung", ist auch so eine außergewöhnliche Insider-Information! Fehlt nur noch seine Lieblngsbesetzung!! :)

    Lieber Nemorino,


    BACH's Weihnachtsoratorium mit TRAXEL besitze ich natürlich auch, und es gehörte zu einer meiner ersten Schallplatten-Anschaffungen überhaupt, und es hat für mich den gleich hohen Stellenwert wie die Messias-Aufnahme von Händel, ungeachtet der früheren Aufführungspraxis. Gleich alle vier Gesangssolisten dieser Aufnahme zählen zu meinen Lieblingssängern! AGNES GIEBEL, MARGA HÖFFGEN ( beide natürlich für den Bereich "Geistliche Musik"), FISCHER-DIESKAU auf fast allen Gebieten, so wie TRAXEL. Also eine Besetzung wie ich mir diese für dieses Werke nicht besser wünschen könnte, und so finde ich auch das Ergebnis, auch was die Leistung des GEWANDHAUSORCHESTERS unter KURT THOMAS anbetrifft, als großartig, und gerade der imposante Beginn dieses Werkes leitet für mich immer das eigentliche Weihnachtsfest ein!


    Die bei Colosseum erschienenen LOEWE-Balladen mit TRAXEL und ERICH APPEL am Klavier sind mir natürlich bestens bekannt und galten lange als mein Geheimtipp, zumal diese LP dann schon bald nicht mehr lieferbar war, und diese deshalb auch wenigen TRAXEL-Freunden bekannt sein dürfte.. Auch diese Balladen liebe ich in dieser Einspielung, auch wenn diese in der Regel von einem Bariton gesungen werden. HERMANN PREY war so ein Spezialist für LOEWE.

    Einige dieser Balladen singt TRAXEL großartig, z. B. "Fridericus Rex" hervorragend artikulierend, "Süßes Begräbnis" und "Das Erkennen" wunderbar verinnerlicht, oder z. B. "Der Nöck" mit unendlichem Atem bei der Koloratur.

    Und ERICH APPEL begleitet hier auch kongenial. Die Beiden kannten sich gut von TRAXEL's Nürnberger Zeit. Professor APPEL, auch ein gesuchter Klavierpädagoge - auch einstiger Lehrer einer Bekannten von mir - wohnt jetzt noch in Nürnberg. Ich lernte ihn 1961 in einem Sinfoniekonzert mit dem FRÄNKISCHEN LANDESORCHESTER in Nürnberg mit dem SCHUMANN-Klavierkonzert kennen. TRAXEL und APPEL harmonieren wunderbar auf der COLOSSEUM-Einspielung. Übrigens war es ERICH APPEL, der nach der Restaurierung von BEETHOVEN's letztem Klavier, nach ELLY NEY als einer der ganz wenigen auf diesem spielen durfte, und zwar mit einer Einspielung von dessen Bagatellen op. 33; und dessen 1. Klavierkonzerts op. 15, zusammen mit den NÜRNBERGER SYMPHONIKERN unter Leitung von ROBERT SEILER, ebenfalls auf Colosseium.


    Viele Grüße

    wok

    Hallo Nemorino,


    Welch ein Zufall! Die Geschichte von dem Adenauer-Versteck im Kloster Maria Laach wurde gerade heute in einem Film über Adenauer im TV erwähnt, und so mußte ich gleich an Dich denken! ! Das war mir bis dato noch nicht bekannt.

    Solche Persönlichkeiten wie Adenauer, mit klaren Vorstellungen und Durchsetzungsvermögen, könnte man auch heute wieder in der deutschen Politik brauchen. Und in der Musik gibt es zwar auch zahlreiche große Talente und Könner ihres Fachs, doch vermiißt man auch auf diesem Gebiet oft unverwechselbare Persönlichkeiten mit Ausstrahlung und überzeugenden Interpretationsaussagen, und so greift man deshalb beim Anhören wichtiger Musikwerke dann doch oft wieder auf ältere Aufnahmen des vorigen Jahrhunderts zurück, zumindest geht es mir oft so.


    Viele Grüße

    wok

    Hallo Carlo,


    Ich frage mich, wo Du nur diese ganzen Detail-Informationen her hast, vor allem mit so präzisen Aufnahmedaten! Darf ich fragen, ob Du nur über JOSEF TRAXEL so gut informiert bist oder über alle Sänger und Musiker im allgemeinen? Vermutlich haben wir es hier mit einem "hochrangiigen" Musiker oder Musikexperten zu tun!!


    Gruß

    wok

    Nur ein kleiner Hinweis zu diesem wunderbaren Lied:

    Wer Josef Traxel als Liedsänger hören möchte, ist mit der im Bild eingestellten CD gut beraten; da sind neben Schubert, Brahms und Strauss auch sechs Beethoven-Lieder drauf:

    Mailied / Zärtliche Liebe / Resignation / Adelaide / Andenken /Abendlied unter dem gestirnten Himmel.


    traxel-cd35jcs.jpg

    Hallo lieber hart,


    Vielen Dank für diese Hinweis! Das ist sehr aufmerksam. Ich persönlich besitze diese CD vom Hamburger Archiv für Gesangskunst bereits, aber sicher ist nicht jedem geläufig, daß JOSEF TRAXEL auch Lieder gesungen und aufgenommen hat. Ich wollte mit dem "Abendlied unter dem gestirnten Himmel" nur daran erinnern und ein Beispiel geben, zumal ich dieses BEETHOVEN-Lied und dessen Interpretation einfach großartig finde.


    Gruß

    wok

    Als Schubert-Verehrer finde ich, ist dieser von Wiliam B. A. inizierte Thread, der einem einzelnen Werk, der B-Dur Klavier-Sonate D. 960, gewidmet ist, in seiner hohen Qualität der Besprechungen eine Perle des Forums.


    Franz Schubert, Klaviersonate Nr. 21 B-dur D.960, CD (DVD)-Rezensionen und Vergleiche (2017)


    .

    Dem kann ich mir nur voll und ganz anschließen! Das sind Besprechungen auf höchstem Niveau, und diese Interpretationsvergleiche sind auch noch spannend wie eine Krimi! Es bleibt das Geheimnis von William B. A., wie man eine so aufwändige Arbeit noch zeitlich bewältigen kann neben den zahlreichen täglichen Erinnerungsbeiträgen über Verstorbene, und Geburtstags-Glückwünsche an lebende Musiker!


    wok

    Lieber Carlo,


    Das ist ja großartig und unglaublich, was Du das alles über JOSEF TRAXEL weißt! So viele Infos über ihn habe ich bisher noch nie auf so kleinem Raum und in so kurzer Zeit erfahren! Als ganz großer TRAXEL-Verehrer danke ich Dir vielmals für diesen Beitrag, der mich dem Menschen JOSEF TRAXEL nun NOCH näher bringt!! Wer so viel Schlimmes in seinen jungen Jahren erleben mußte wie JOSEF TRAXEL, und trotzdem die Musik zu seinem Lebensinhalt auserkor, bei dem muß sich all das Erlebte wohl auch unbewußt in seiner Stimme und seinem Vortrag niederschlagen. Und tatsächlich höre ich in all seinem Gesang immer eine gewisse Melancholie, Tiefe und Menschlichkeit heraus, die berührt und für sich einnimmt, ein gewinnendes Attribut, das ich bei so manchem sogenannten STAR-Tenor eben mitunter vermisse!.


    Vor allem: schön zu wissen, daß es in unserem Forum mit Dir einen weiteren großen TRAXEL-Verehrer und vor allem -Kenner gibt!


    Viele Grüße

    wok

    Lieber Nemorino,


    Danke für Deine Mail. Ja, eine solche Ausstellung, zumal wenn sie das letzte Mal gezeigt wird, sollte man auch nicht verpassen.

    Adele Stolte,    deutsche Sopranistin, * 12. 10. 1932 --- 87. Geburtstag

    Stolte-Adele-03.jpg

    ADELE STOLTE - am gleichen Tag wie LUCIANO PAVAROTTI geboren! - leider hat sie nie annähernd dessen Berühmtheit erlangt!

    Ich freue mich sehr darüber, daß es sie noch gibt und hoffe sehr, daß sie sich noch bei guter Gesundheit befindet. Ich übermittle ihr an diesem denkwürdigen Tag meine allerherzlichsten Glückwünsche.


    Seit meiner frühen Jugend fand sie, und vor allem ihr Gesang, mein besonderes Interesse. Mit ihrem so natürlichen, frischen, unmaniriertem, glockenreinen - manche bezeichnen diesen auch als engelhaften - Gesang verbreitet sie auch stets ein aufhellende Stimmung. Nicht umsonst machte auch KURT MASUR über sie den schon berühmt gewordenen Ausspruch: Wenn sie erschien, ging die Sonne auf", und diesen Ausspruch wählte ich ja auch als Titel für meinen Thread vom 19.06.2012 über ADELE STOLTE in diesem Forum.


    ADELE STOLTE stand wohl nur selten auf der Bühne, sie war umso mehr eine bedeutende, hochqualifizierte Oratorien- und Konzertsängerin mit dem Schwerpunkt auf Barockmusik. Besonderes Ansehen genoß sie als BACH- und HÄNDEL-Interpretin, und in ihren Koloratur-Arien bestach sie auch mit ihrer so hellen, verinnerlichten Stimme.


    Neben GERTRAUD PRENZLOW, GÜNTER NEUMANN und SIEGRIED VOGEL gehörte sie auch zum Solisten-Quartett der ersten deutschen Live-Fernsehübertragung von BEETHOVEN's 9. Sinfonie mit der STAATSKAPELLE DRESDEN unter KURT MASUR 1970 aus der DEUTSCHEN STAATSOPER BERLIN, eine Einspielung, in der ihr so frischer, eindringlicher Sopran alles überstrahlte. Sie sang also nicht nur Barockmusik, sondern 1966 nahm sie z. B. auch mit dem GEWANDHAUSORCHESTER unter VACLAV NEUMANN GRIEG's "Peer Gynt" Suite auf.


    Die meisten ihrer Einspielungen erschienen auf ETERNA" und DGG. Auf "ETERNA" erschien auch eine Aufnahme von BACH's Matthäuspassion mit dem GEWANDHAUSORCHESTER unter ERHARD MAUERSBERGER, dem THOMANERCHOR und dem DRESDNER KREUZCHOR, sowie den weiteren Gesangssolisten BURMEISTER, SCHREIER, ROTZSCH und ADAM.


    Leider schränkte die deutsche Teilung die Bewegungsfreiheit von ADELE STOLTE zeitweise erheblich ein, so daß sie in der BRD erst ziemlich spät die längst verdiente Aufmerksamkeit fand.


    Wenigstens zeichnete 2007 MATTHIAS PLATZEK die Sängerin mit dem "VERDIENSTKREUZ AM BANDE" des Verdienstordens der BRD aus. Ihr künstlerisches Lebenswerk verdient aber auch unsere größte Hochachtung und unser weiteres Interesse an ihrer sängerischen Hinterlassenschaft.




    wok


    Lieber Carlo,


    Wer hätte das gedacht, daß es in diesem Forum noch jemanden gibt, dem ADELE STOLTE nicht nur ein Begriff ist, sondern der auch so viele Aufnahmen von ihr besitzt! Ich freue mich darüber, denn ich interessiere mich für diese Sängerin schon seit Beginn der 60er Jahre. Die meisten der von Dir genannten Aufnahmen besitze auch ich, und wohl noch einige mehr. Sie hat ja auch eine ganze Reihe von Liedern aufgenommen, vor allem mit WALTER OLBERTZ und auch ihrem EHEMANN WOLFRAM IWER. Besonders interessant ist ja auch Ihre Mitwirkung in BEETHOVEN'is Neunter mit der STAATSKAPELLE DRESDEN unter KURT MASUR in der denkwürdigen ersten deutschen Live-Fernsehübertragung der 9. Sinfonie 1970 aus der DEUTSCHEN STAATSOPER BERLIN. Leider gibt es da ja nicht allzu viel zu singen, doch wie sie sang, geschah in beeindruckender Bravour.


    Gerade heute feiert sie ihren 87. Geburtstag. Möge sie unsere Beiträge über sie lesen und sich an unserem anhaltenden Interesse an ihrem Wirken erfreuen.


    Viele grüße

    wok

    An anderer Stelle des Forums ist wok wieder auf Adele Stolte zu sprechen gekommen. :) Das hat mich auch sehr gefreut, zumal ich erst dieser Tage wieder die oben abgebildete CD mit den Händel-Kantaten gehört hatte. Die Stolte singt mit großer Sicherheit und Genauigkeit. Bei ihr kommen zuerst die Noten, danach die Ausdeutung. Ihre Stimme hat Sitz. Sie mogelt sich nicht über heikle Stellen hinweg. Eine gründliche Ausbildung und ihr Begabung bewahrten sie von Risiken jeglicher Art. Nie sang sie über ihre Verhältnisse.


    Inzwischen ist die moderne Aufführungspraxis über Sängerinnen wie sie hinweggegangen. das Studium ihrer Stimme führt einem aber vor, wie vortrefflich und verantwoirtungsvoll gegüber dem Werk einst gesungen wurde.

    Hallo lieber Rheingold,


    Ich freue mich meinerseits über die Wertschätzung von ADELE STOLTE auch durch Dich, und besser als Du hätte ich tatsächlich nicht die wesentlichen wertvollen Attribute ihres Gesangs beschreiben können. Es ist schon ein ungewöhnlicher Zufall, daß wir uns nach längerer Zeit gerade jetzt wieder über diese Sängerin unterhalten, wo sie doch heute ihren 87. Geburtstag feiert! Hoffentlich liest sie unsere Beiträge, damit sie sich überzeugen kann, daß sie noch lange nicht vergessen ist.


    Viele Grüße, und noch ein erholsames Wochenende!


    wok

    Lieber Helmut Hofmann,


    Das freut mich aber, von einem so großen Kenner des Gesangs nochmals die Qualität der Aufnahme von BEETHOVEN's "Mignon" bestätigt zu bekommen. Ich finde im übrigen das Niveau all Deiner Beiträge - gerade auch dieses Threads - für exzeptionell, sowohl was die Diktion als auch den Inhalt anbetrifft. Ich wünschte mir nur mehr Zeit, um all Deine Beiträge lesen zu können, denn diese sind ein Kunstwerk für sich, und nicht zuletzt eine Fundgrube für alles, was den Gesang und dessen Interpreten betrifft! Einfach alles großartig! Chapeau!!


    Übrigens vermisse ich eigentlich in diesem Thread über Liedgesang auch noch einen Sänger, der mir von jeher sehr am Herzen liegt, nämlich JOSEF TRAXEL. Er ist zwar überwiegend als Opern- und Oratorien-Sänger aufgetreten und dafür bekannt, doch daß er auch ein ausgezeichneter Lied-Sänger war, bekunden einige seiner Aufnahmen vor allem mit SCHUBERT- und BEETHOVEN-Liedern, überwiegend mit seinem Begleiter HUBERT GIESEN, die z. T. auch noch in Archiven schliummern. Leider hat TRAXEL wohl selbst nicht, oder zu spät erkannt, welches Potential da in ihm noch vorhanden gewesen wäre. Jedenfalls finde ich z. B. seine Wiedergabe von BEETHOVEN's "Abendlied" großartig. Sein Gesang geht unter die Haut, und bei keinem anderen Sänger fühle ich so sehr - auch nicht bei FRITZ WUNDERLICH - daß diese Töne von einem Menschen aus echtem Fleisch und Blut produziert wurden.



    Viele Grüße

    wok




    .

    Hier ist "Mignons Lied" zu hören. Es singt Adele Stolte, begleitet von Walter Olbertz:


    Lieber Helmut Hofmann,


    Leider stieß ich erst jetzt auf diesen Beitrag. Großen Dank für diesen Hinweis! Wirklich eine wunderbare Aufnahme! So schlicht und doch eindringlich gesungen von einer leider sträflich vernachlässigten Sängerin. ADELE STOLTE mit ihrem so glockenreinen Sopran. Morgen hat sie Geburtstag und wird 87 Jahre alt!


    Viele Grüße

    wok

    DAME JOAN SUTHERLAND bleibt für mich schon deshalb unvergessen, weil ich sie etwa vor 40 Jahren im SYDNEY OPERA HOUSE zusammen mit ihrem Ehemann RICHARD BONYNGE in "Rigoletto" erlebte! Eine grandiose Aufführung in diesem einzigartigen Opernhaus direkt am Meer. Für mich lebt deshalb diese Sängerin mit jener begnadeten Stimme noch sehr präsent weiter fort. An der Beurteilung von SUTHERLAND's Stimme und ihrer Darstellungskunst - sie war ja nicht die Schönste und Zierlichste - haben sich immer etwas die Geister geschieden, doch gibt es für mich gerade als "Lucia" in DONIZETTIs Oper "Lucia di Lammermoor" kaum eine bessere Interpretin - sieht man einmal von der CALLAS ab, deren Stimme ja aber auch nicht nach jedermanns Geschmack ist. Eine Einspielung in einer so hochkarätigen Besetzung mit PAVAROTTI, MILNES und GHIAUROV wird es wohl auch kaum nochmals geben. JOAN SUTHERLAND's "Lucia" zeigt sich hier von einer unvergleichlichen technischen Mühelosigkeit, aber auch Schönheit der Stimme. Von der ihr oft vorgeworfenen manieristischen Neigung ist hier nichts zu verspüren, und wenn, dann paßt diese in diesem Fall eher zu der Rolle.


    Von dieser Oper gibt es ja noch eine zweite Aufnahme mit ihr unter SIR JOHN PRITCHARD und RENATO CIONI, MERRILL und SIEPI als Partner - eine ebenfalls hochklassige Einspielung - unter PRITCHARD's Leitung vielleicht etwas weniger akzentuierend als unter BONYNGE, und auch hier ist ihre Stimme von seltener Weichheit, stellenweise fast schon Zerbrechlichkeit und Trancenhaftigkeit. Mit dieser Oper feierte DAME JOAN SUTHERLAND ja 1964 ihr glanzvolles Debüt an der MET. Auch hier bewunderte man ihre so perfekte Stimmtechnik und ihre virtuosen Koloraturen.

    Hervorragend auch ihre Aufnahme von MASSENET's Oper "Esclarmonde" mit HUGUETTE TOURANGEAU und GIACOMO ARAGALL und dem NATIONAL PHAILHARMONIC ORCHESTRA wieder unter RICHARD BONYNGE.


    RICHARD BONYNGE, den sie 1954 heiratete, wurde zu ihrem ständigen künstlerischen Berater. Als Spezialist für das Belcanto-Repertoire trainierte er geradezu Stil und Technik ihrer Stimme in den 50er Jahren. Er hatte großen Anteil an der so erfolgreichen Karriere der SUTHERLAND.


    DAME JOAN SUTHERLAND nahm 1990 in Sydney endgültig Abschied von der Bühne mit einer Aufführung von "Les Huguenots" von MEYERBEER. Damit ging eine 32 Jahre währende äußerst erfolgreiche Karriere als Opernsängerin zu Ende. Sie gab aber noch einige Jahre lang Konzerte.


    wok


    Für mich war GÜNTER WAND mit dem SINFONIE-ORCHESTER DES NORDDEUTSCHEN RUNDFUNKS mein bevorzugter Dirigent für die BRAHMS-Sinfonien. Ich besitze die Gesamtaufnahme der 4 Sinfonien erschienen bei EMI/deutsche harmonia mundi. Für BRAHMS' Vierte ziehe ich allerdings die gefühlsbetontere Aufnahme durch SIR JOHN BARBIROLLI, mit auch etwas langsameren Tempi im 2. und 4. Satz, vor, und zwar mit seinem von ihm besonders geliebten HALLÉ ORCHESTRA.


    wok

    Kurt Redel,     deutscher Dirigent und Flötist, * 8. 10. 1918 - + 12. 2. 2013 --- 101. Geburtstag

    Redel-Kurt-05.jpg

    KURT REDEL hat sich nicht nur als großartiger Flötist - sein berühmtester Schüler war KARLHEINZ ZÖLLER -

    sondern auch als ein sehr sorgfältiger und stilvoller Orchesterleiter einen Namen gemacht, der uns vor allem als Leiter des MÜNCHENER KAMMERORCHESTERS PRO ARTE mit seinen zahlreichen niveauvollen Schallplattenaufnahmen immer in sehr guter Erinnerung bleiben wird.


    Er hatte in Breslau Flöte, Geige, Klavier, Komposition und Dirigieren studiert, entschied sich dann aber, nachdem er gegen große Konkurrenz einen 2. Preis gewonnen hatte, auf Anraten seines Lehrers ERNST TSCHIRNER für die Laufbahn eines Flötisten. In der LANDESKAPELLE MEININGEN hatte seine Karriere als Soloflötist begonnen. ELLY NEY war von seinem Spiel so angetan, daß sie ihm eine Stelle als Dozent und Flötist am MOZARTEUMSORCHESTER SALZBURG vermittelte. Mit der Cembalistin IRMGARD LECHNER und deren Ehemann KONRAD LECHNER, sowie dem bekannten Oboisten HELMUT WINSCHERMANN gründete er das COLLEGIUM PRO ARTE, das sich verstärkt für die Pflege Alter Musik einsetzte. CLEMENS KRAUSS stellte ihn 1940 ohne Probespiel in sein Orchester als Soloflötist ein. Als Mitglied der BAYERISCHEN STAATSOPER spielte REDEL auch unter RICHARD STRAUSS. Nach dem Krieg übernahm er an der neugegründeten MUSIK-AKADEMIE in DETMOLD die Flöten-Professur. Gleichzeitig unterrichtete er bei den Internationalen Ferienkursen für Neue Musik in Darmstadt/Kranichstein. Beim Interpretationswettbewerb in Genf errang er zusammen mit LARDÉ den 2. Preis hinter NICOLET.


    1953 engagierte ihn EUGEN JOCHUM als Soloflötisten für das SYMPHONIEORCHESTER DES BAYERISCHEN RUNDFUNKS, und er spielte unter Komponisten wie STRAWINSKY und BOULEZ. In München konnte er dann auch seinen langgehegten Traum realisieren, ein eigenes Kammerorchester zu gründen, und so entstand das berühmte KAMMERORCHESTER PRO ARTE, das sich aus erlesenen Musikern aus bekannten Münchner Orchestern zusammensetzte, aber auch qualifizierte Laienmusiker aufnahm. Mit diesem Orchester unternahm er zahlreiche Konzertreisen im In- und Ausland, spielte bei Festspielen in Bordeaux, Aix-en-Provence, Montreux, Luzern, Prades, Athen u. a. - Auf Konzertreisen in den Libanon, nach Ägypten, Marokko, in die Türkei, nach Südamerika und Asien erhielt REDEL und sein PRO ARTE ORCHESTER hervorragende Kritiken. Schwerpunkt ihrer Konzerte und über 150 Plattenaufnahmen bildete die Barockmusik mit Werken von VIVALDI, J. S. BACH, TELEMANN, und HÄNDEL, aber auch klassische Werke von HAYDN und MOZART, sowie Raritäten, wie Musik von STÖLZEL, GRAUPNER, PISENDEL, FRIEDRICH II. Er leitete auch andere große Orchester und begleitete berühmte Solisten wie MENUHIN, SZERYNG, ARGERICH, NORMAN, PREY. Viele zeitgenössische Komponisten widmeten KURT REDEL Werke, wie z. B. GÜNTER BIALAS, HANS WERNER HENZE, LUIGI NONO, der er oft uraufführte.

    1968 gründete er die Osterfestspiele von LOURDES, die er 20 Jahre lang leitete, und er schuf gleichzeitig "Les Nuits Musicales" in Chateauneuf-du-Pape mit Konzerten bei Kerzenlicht.


    In den 80er Jahren endete die so erfolgreiche Ära des PRO ARTE ORCHESTERS. Er widmete sich verstärkt dem Dirigenten-Nachwuchs, dem er weltweit in Kursen seine Erfahrungen weitergab. 2005 erschien sein Buch "Taktschlagen oder Dirigieren". KURT REDEL erhielt zahlreiche Auszeichnungen, darunter den GRAND PRIX DU DISQUE, den PRIX ORPHÉE, den GRAND PRIX EDISON und das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse. Bekannt wurde er auch durch zahlreiche Instrumentierungen, vor allem von BACH's "Kunst der Fuge" für Orchester, für deren Aufführung - mit KARL RICHTER am Cembalo - er mit dem "GRAND PRIX DU DISQUE" ausgezeichnet wurde, und auch mit der Bearbeitung von TELEMANN's Passionsmusiken und deren Aufführung macht er sich einen Namen.


    Alle Konzerte und Tonaufzeichnungen von KURT REDEL attestieren ein hohes Stilgefühl und größte Sorgfalt, wie auch natürliche Frische in der Ausführung. Besonders liebgewonnen habe ich seine charmante und mitreißende Einspielung von LEOPOLD MOZART's "Kindersinfonie" und "Eine musikalische Schlittenfahrt", sowie W.A. MOZART's Märsche KV 335, 3 Deutsche Tänze KV 605, 5 Kontertänze KV 609, und Kontertanz KV 610 mit seinem PRO-ARTE-ORCHESTER bei Erato. Mir wird KURT REDEL immer als ein herausragender Flötist und stilvoller Orchesterleiter von hohem künstlerischen Rang im Gedächtnis bleiben.


    wok



    .

    Francois Adrien Boeildieu,     französischer (Opern)komponist, * 10. 12. 1775 - + 8. 10. 1834 ---   185. Todestag

    30585-004-55ED8630.jpg

    FRANCOIS-ADRIEN BOIELDIEU verstand sich als Gegenpart zu der damals aufgekommenen italienischen Dominanz auf dem Gebiet der OPER, die besonders durch ROSSINI vorherrschte. BOIELDIEU war Lehrer von ADOLPHE ADAM, und er unternahm alles, um seinen Einfluß als bedeutender Schöpfer von Bühnenwerken - er komponierte immerhin ca. 40 Opern - Geltung zu verschaffen. Aber am Ende hatte er nur mit einer einzigen Oper wirklichen Erfolg, nämlich mit "La dame blanche".


    BOIELDIEU, in Rouen geboren, erhielt frühen Musikunterricht von URBAIN CORNONNIER, dem Leiter eines Kinderhores an der Kathedrale, und danach von CHARLES BROCHE, dem Organisten der Kathedrale von Rouen. Schon frühzeitig zeigte er großes Interesse für Theater und Oper. Bereits mit 18 Jahren komponierte er sein erstes Werk im Genre einer komischen Oper, wie diese damals beliebt war, unter dem Titel "La fille coupable. 2 Jahre später folgte bereits seine Oper "Rosalie et Myrza". 1796 wurde er Schüler des berühmten LUIGI CHERUBINI und wurde zu weiteren Opernkompositionen angeregt. Vor allem mit der Oper "Le calife de Bagdad", die 1800 entstand, machte er sich damals einen Namen. Von dieser Oper wird heute immer noch die durchaus wohlklingende Ouvertüre gespielt. 1798 hatte er die Stelle eines Klavierlehrers am Pariser Konservatorium erhalten, doch unglückliche Eheverhältnisse veranlaßten ihn, 1804 einem Ruf an den Hof von Petersburg als Leiter der Französischen Oper zu folgen. Mit seinen Opernkompositionen in dieser Zeit hatte er wenig Erfolg. 1811 kehrte er nach Paris zurück, war aber formal bis 1815 noch mit dem Hof des Zaren in St. Petersburg verbunden, der ihn 1815 zum Hofkomponisten ernannte. Nach Paris zurückgekehrt, schrieb er weiter mehrere Opern. 1817 wurde er Nachfolger von MÉHUL als Professor für Komposition an der ACADÉMIE DES BEAUX-ARTS. Durch die Revolution von 1830 verlor er seine öffentlichen Ämter und erkrankte bald schwer an Tuberkulose. Er komponierte dann nur noch wenig und zog in sein Landhaus in Villeneuve-St.-Georges, wo er 1834 starb.


    Zu seinem Meisterwerk "La dame blanche" wurde er durch die großen Erfolge ROSSINIs angestachelt, einer sehr romantschen Oper zu einem Libretto von EUGÈNE SCRIBE. Die Oper zeigt Ähnlichkeiten zu CARL MARIA VON WEBER's Kompositionsstil, der diese Oper auch bewunderte, und diese Oper soll auch RICHARD WAGNER an der Arbeit seines "Fliegenden Holländer" inspiriert haben, seinem "Brautchorr" im "Lohengrin" wurden l sogar erstaunliche Ähnlichkeiten mit BOIELDIEUs nächster Oper "La belle nuit" nachgesagt. "La dame blanche" wurde am 10.12.1825 an der OPÉRA COMIQUE in Paris uraufgeführt, und das Werk wurde zu einem der größten Erfolge der französischen Operngeschichte. Man bewunderte sowohl die Originalität und den Reichtum der Erfindung, als auch die neuartige Instrumentation.


    BOIELDIEU schrieb auch noch etliche Kammermusikwerke, vor allem Sonaten für Klavier, und Violine und Klavier, sowie Klaviertrios und ein Klavierkonzert (1795), sowie ein Harfenkonzert und viele Lieder.


    Ich höre nach wie vor gerne seine Ouvertüre zu "Der Kalif von Bagdad", und zwar vorzugsweise in der exemplarischen Aufnahme durch RICHARD BONYNGE und dem NEW PHILHARMONIA ORCHESTRA. Und aus seiner Oper "Die weiße Dame" immer wieder gerne die Kavatine des George Brown: " Komm, o holde Dame", für deren Beliebtheit wohl auch die großartige Wiedergabe durch JOSEF TRAXEL in einer Einspielung durch HANS LÖWLEIN keinen geringen Anteil hat.


    wok


    Josef Traxel,     deutscher Tenor, * 29. Juni 1916 - + 8. 10. 1975 --- 44. Todestag

    teaserbox_2446915612.jpg?t=1423849393

    An JOSEF TRAXEL's Todestag mußte ich wieder sehr an diesen wunderbaren Sänger denken, nicht zuletzt auch an seine Aufnahme von HAYDN's "Die Schöpfung" unter KARL FORSTER, die meiner Meinung nach bis heute beste Einspielung dieses wunderbaren Werkes - auch dank der anderen großartigen Solisten.

    Vielen Dank, lieber Willi, auch für dieses seltene Foto, das ich bisher noch nicht kannte, und wie ich ihn auch in persönlicher Erinnerung habe.!


    wok

    Charles Dutoit,    Schweizer Dirigent (wohnt in Kanada), * 7. 10. 1936 --- 83. Geburtstag

    charles-dutoit-112~_h-272_v-img__16__9__xl_w-483_-d14a9968b6314b64cbfb1fbee8edfee50e8c00e5.jpg?version=51608

    • CHARLES DUTOIT studierte zunächst Violine, Viola, Klavier und Schlagzeug, erfuhr also eine sehr umfassende musikalische Ausbildung. Durch ANSERMET wurde er zum Dirigieren angeregt und brachte sich die fundamentalen Kenntnisse selbst bei, indem er ANSERMET bei dessen Proben beobachtete. Schließlich studierte er am KONSERVATORIUM in LAUSANNE und anschließend an den Akademien in Genf und Siena, sowie am KONSERVATORIUM in VENEDIG. Kursbesuche am BERKSHIRE CENTER in TANGLEWOOD folgten. Nach Rückkehr in Lausanne spielte er im dortigen KAMMERORCHESTER Viola. 1963 gab er beim BERNER SYMPHONIEORCHESTER sein Dirigentendebüt. Nach Aufführung von STRAWINSKYs "Le Sacre du printemps" 1964 wurde er neben PAUL KLECKI deren Ständiger Dirigent. 1965 - 67 dirigierte er auf KARAJAN's Einladung an der WIENER OPER Ballette : "Der Dreispitz" von DE FALLA und "Schwanensee" von TSCHAIKOWSKY. 1967 wurde er Chefdirigent des BERNER SYMPHONIEORCHESTERs. Schon zu diesem Zeitpunkt luden ihn die BERLIER PHILHARMONIKER und die SCALA ein, mehrere Konzerte zu dirigieren. Ab 1969 war er neben KEMPE Chefdirigent des TONHALLE ORCHESTERS ZÜRICH, und daneben hatte er einen Ständigen Gastvertrag mit dem RADIOORCHESTER BEROMÜNSTER. Inzwischen hatte er sich international einen Namen gemacht und Konzertreisen führten ihn nach Südamerika, Australien, Japan, Israel und Ägypten. Er bekleidete einen Posten als Künstlerischer Direktor beim NATIONALORHESTER in Mexiko , ging dann 1975 als Dirigent des GÖTEBORGER SYMPHONIEORCHESTERs nach Schweden und wurde 1977 Ständiger Dirigent und Musikdirektor des ORCHESTRE SYMPHONIQUE DE MONTRÉAL, deren Programm er beträchtlich erweiterte. Er gab bis zu 100 Konzerte pro Jahr und setzte sich besonders für die Werke kanadischer Komponisten und für Neue Musik generell ein, und dies sowohl als Dirigent als auch in Seminaren. Er dirigierte 25 HAYDN- Sinfonien und viele Werke von MOZART und BEETHOVEN, ebenso viel französische Musik, wobei BERLIOZ, RAVEL und DEBUSSY Schwerpunkte bildeten. 1983 ernannte ihn das MINNESOTA ORCHESTRA in Minneapolis zum Ständigen Gastdirigenten, eine Funktion, die er bis 1986 ausübte. .1990/91 war er in gleicher Position beim PHILADELPHIA ORCHESTRA tätig. 1993 wurde er zusätzlich zu seiner Tätigkeit in Montreal Chefdirigent des Pariser ORCHESTRE NATIONAL DE FRANCE. 1994 unternahm er mit dieem Orchester eine große Europa-Tournee. 1996 wurde DUTOIT Chefdirigent beim NHK SYMPHONY ORCHESTRA TOKYO.
    • Die große Karriere machte CHARLES DUTOIT auf dem amerikanischen Kontinent. So war er jedes Jahr Künstlerischer Leiter der Sommersaison des Orchesters von PHILADELPHIA.
    • 2003 begann DUTOIT damit, am TEATRO COLÓN in Buenos Aires WAGNER-Opern zu dirigieren ("Der Fliegende Holländer" und "Der Ring des Nibelungen". Ab 2005 leitete er wieder das PHILADELPHIA ORCHESTERA und im September 2009 wurde er Principal Conductor die Leitung des ROYAL PHILHARMONIC ORCHESTRA in London.
    • Ab 2017 sah er sich Vorwürfen sexueller Belästigung von Sängerinnen und Musikerinnen ausgesetzt, die er aber bestritt. Trotzdem kündigten verschiedene Orchester ihre Zusammenarbeit mit DUTOIT auf.
    • 2018 erhielt er bei den SANKT PETERSBURGER PHILHARMONIKERN letztes Jahr ein Engagement als Erster Gastdirigent; das er seit Mail dieses Jahres wahrnahm.
    • 1987 wurde DUTOIT in Kanada zum "Künstler des Jahres" gewählt und mit den Ehrendoktorwürde der Universitäten von Montreal und Laval gewürdigt. DUTOIT machte an die 100 Platteneinspielungen und wurde mit über 40 internationalen Preisen ausgezeichnet. 1991 wurde er Ehrenbürger von Philadelphia

    1969 - 1973 war CHARLES DUTOIT in 2. Ehe mit MARTHA ARGERICH verheiratet.

    • Geschätzt und gesucht war DUTOIT auch als Orchesterbegleiiter von berühmten Solisten. Nicht so viele Dirigenten reißen sich um solche mehr sekundierende Aufgaben. Er verstand es aber auch, in dieser "Nebenrolle" dem jeweiligen Orchester seinen persönlichen Stempel aufzudrücken, und vielen dieser Aufnahmen Gewicht zu verleihen. Ich denke dabei besonders an PAGANINI-Konzerte, die dem Orchester oft nur eine Nebenrolle und Begleitfunktion angedeihen lassen. Und selbst hier gelang es CHARLES DUTOIT hervorragend, im offensichtlichen Einvernehmen mit dem Solisten einfühlsam zu agieren, und aus der Aufnahme ein wunderbar geschlossenes Ganzes werden zu lassen


      Deshalb zählt auch PAGANINIs 2. Violinkonzert mit dem genialen Solisten SALVATORE ACCARDO mit dem LONDON PHILHARMONIC ORCHESTRA unter der Stabführung von CHARLES DUTOIT zu meiner Referenzaufnahme. Oft sind es gerade solche für einen Dirigenten relativ undankbare Werke, von deren Interpretation man erkennen kann, welche Akzente ein Dirigent zu setzen vermag.



    • wok

    Biancamaria Furgeri,     italienische Komponistin, Organistin und Musikpädagogin,* 6. 10. 1935 --- 83. Geburtstag

    Bild.png

    Hallo Willi,


    Eine Frage: Ich verstand Dich kürzlich so, daß Du nur Musiker bei den Erinnerungen aufnimmst, die in der Wikipedia-Liste aufgeführt sind. Ich finde aber z. B. Biancamaria Furgeri nicht in der Wikipedia-Liste, weder unter Komponisten noch Organisten. Andererseits finde ich z. B. JOHANN JOSEPH ABERT auch nicht in der Liste, an den Du aber trotzdem auch erinnerst. Dies sind nur Beispiele. Verstehe ich da etwas falsch oder gibt es eine spezielle Wikipedia-Liste, die ich nicht kenne?


    Danke für Aufklärung.


    Viele Grüße

    wok


    Annerose Schmidt,     deutsche Pianistin, * 5. 10. 1936 --- 83. Geburtstag

    71msHV4R7rL._SS500_.jpg

    annerose-schmidt-pianistin-ddr-am-fluegel-1988-picture-id544621113

    Nachdem ANNEROSE SCMHIDT ihre Konzertaktivität bereits 2006 aus gesundheitlichen Gründen einstellen mußte, hoffe ich, daß sie ihren 83. Geburtstag bei guter Gesundheit feiern kann. Als Bewunderer ihrer Spielkunst übermittle ich ihr meine herzlichen Glückwünsche.


    ANNEROSE SCHMIDT, Schülerin von Prof. HUGO STEURER, der u. a. auch Lehrer von GERHARD OPPITZ war, gab bereits im Alter von 9 Jahren ihr erstes öffentliches Konzert. Schon als Zwölfjährige bestand sie ihre Prüfung als Konzertpianistin. Ihre Spielsicherheit war bemerkenswert, und ihre pianistische Technik war beeindruckend. Ob nun die schwierigsten Préludes von CHOPIN, die große f-moll-Sonate von BRAHMS, die fis-moll-Sonate von SCHJUMANN, ob technisch anspruchsvollste Werke von LISZT, RACHMANINOFF, BARTÓK oder RAVEL, ihr Spiel kannte kaum technische Grenzen. Dabei wußte sie jedes Werke stilgerecht zu gestalten und vorzutragen, ihr Spiel konnte je nach Charakter des Werkes subtil, aber auch sehr dynamisch und temperatmentvoll sein, dann wieder elegant, maskulin und heroisch. Als Konzertpianistin umfaßte ihr Repertoire 47 Klavierkonzerte von 25 verschiedenen Komponisten. Obwohl zu DDR-Zeiten ihr Tournee-Radius eingeengt war, und sie zunächst überwiegend in Polen, Rußland, Bulgarien, der Tschechoslowakei; Ungarn und Rumänien konzertierte, und sie in Westeuropa erst relativ spät den ihr gebührenden Bekanntheitsgrad durch Konzertreisen nach Finnland, Dänemark, Schweden, Großbritannien, Niederlande, Belgien, Luxemburg und Österreich, schließlich auch in die USA, nach Kanada, Japan und den Libanon erlangte, spielte sie unter vielen berühmten Dirigenten wie KEMPE, LEHMANN, KONWITSCHNY, SAWALLISCH, RISTENPART, SCHERCHEN, RIEGER und vielen anderen.


    ANNEROSE SCHMIDT wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. Die erste große Auszeichnung erheilt sie bereis 1955 mit 19 Jahren beim CHOPIN-Wettbewerb in Warschau. 1956 erhielt sie beim Berliner ROBERT-SCHUMANN-WETTBEWERB den 1. Preis. 1961 erhielt sie den "Kunstpreis der DDR", 1964 den ROBERT-SCHUMANN-PREIS, 1965 und 1984 den Nationalpreis der DDR, 1966 den Kunstpreis der Stadt Leipzig, 1971 den "Vaterländischen Verdienstorden in Bronze" 1985 erhielt sie für ihre Interpretation des Bartok'schen Klavierwerks den BÉLA-BARTÓK-Preis der ungarischen Regierung. 2003 wurde sie mit dem "Bundeverdienstkreuz am Bande" ausgezeichnet.

    1987 wurde ANNEROSE SCHMIDT Professorin und Leiterin einer Meisterklasse für Klavier an der "Hochschule für Musik "Hanns Eisler" Berlin, 1990 wurde sie Rektorin der Musikhochschule und übte das Amt bis 1995 aus.


    ANNEROSE SCHMIDT entwickelte schon mit 20 Jahren eine besondere Affinität zur Musik ROBERT SCHUMANNs. Die sensible, fantasievolle, eindringliche, und angesichts der stets wechselnden Stimmungslagen in SCHUMANN's Musiik stupende Wandlungsfähigkeit ihrer Darstellung, trugen ihr bei Musikkritikern den Ruf einer herausragenden SCHUMANN-Interpretin ein, und ihr Spiel wurde sogar mit dem von CLAUDIO ARRAU verglichen. Sie verwirklichte übrigens 1989 auch die Uraufführung der 1841 von CLARA SCHUMANN komponierten Sonate für Klavier g-moll.


    ANNEROSE
    SCHMIDT
    war aber auch eine ganz vorzügliche MOZART-Interpretin. Unter KURT MASUR und der DRESDNER PHILHARMONIE spielte sie alle Klavierkonzerte MOZARTs ein. Ich finde besonders ihre Einspielung des Konzertes Nr. 21 KV 467 großartig, allerdings vorzugsweise in der früheren Einspielung mit der STAATSKAPELLE DRESDEN unter OTMAR SUITNER, da der Österreicher SUITNER aus seiner Salzburger Zeit (Studium am MOZARTEUM unter CLEMENS KRAUSS !!) den mozart'schen Nerv durch seinen etwas weicheren, farbenreicheren Klang im Orchesterspiel m. E. noch besser trifft als MASUR. Dieses Konzert spielt ANNEROSE SCHMIDT mit konzertanter Frische und wunderbarer Selbstverständlichkeit des Musizierens, wie auch mit sehr differenziertem Anschlag und souveräner Technik.


    wok


    Konzerte Für Klavier Und Orchester B-dur KV 450 Und C-dur KV 467 [Vinyl LP]

    Peter Frankl,     britischer Pianist, * 2. Oktober 1935--- 84. Geburtstag

    PeterFrankl-736886.jpg

    Es ist mir ein besonderes Bedürfnis, PETER FRANKL zu dessen 84. Geburtstag zu gratulieren in der Hoffnung, daß es ihm immer noch gut geht, und er weiter sein großes Wissen und Können an Studierende weitergeben kann.

    Wenn man die zahlreichen hochklassigen Auftritte und Einspielungen von PETER FRANKL betrachtet, und vor allem sein Spiel anhört, dann muß man sich schon fragen, was ein Musiker in seinem Leben noch alles leisten muß, um dem Vergessenwerden zu entgehen. Es ist natürlich schon so, daß es auch in unserer Zeit eine unglaubliche Vielzahl junger Pianisten-Talente und schon arrivierter Pianisten gibt, die die Erinnerung an Pianistenkarrieren des 20. Jahrhunderts in den Hintergrund drängen, um nicht zu sagen zunehmend aus den Augen verlieren, doch sollte es sich gerade unser Forum zur vornehmsten Aufgabe machen, regelmäßig an jene ältere einstige Größen zu erinnern, was ja auch dankenswerterweise mit dieser löblichen Erinnerungspraxis an Geburtstage geschieht.

    PETER FRANKL schaffte es zwar nicht, zu den ganz großen Pianisten des 20. Jahrhunderts gezählt zu werden, doch gehört dazu auch immer etwas Glück, und nicht zuletzt auch gute einflußreiche Beziehungen und ein guter Draht zur Schallplattenindustire. Jedenfalls steht meiner bescheidenen Meinung nach FRANKL's Interpretationskunst kaum seinen noch berühmteren Pianisten-Kollegen nach.


    PETER FRANKL wurde am 02.10.1935 in Budapest geboren, und keine geringeren als ZOLTÁN KODALY und LEO WEINER waren seine prägendsten Lehrer, und ihnen verdankt er nach eigener Aussage einen wesentlichen Teil seines pianistischen Reifestils. Schon früh spielte er in brillanter Weise die Werke CHOPINs , besonders das e-moll Konzert, in bravouröser Manier spielte er LISZT, und mit besonderem persönlichem Bezug die Werke SCHUMANNs.

    Er gewann die Wettbewerbe in Bukarest, Warschau und Brüssel. 1957 gewann er in Brüssel den Marguerite Long-Jacques Thibaud-Wettbewerb, anschließend den Münchner Rundfunk-Wettbewerb. 2 Jahre später gewann er den Internationalen Wettbewerb in Rio de Janeiro. Mit seinem Partner, dem Geiger GYÖRGY PAUK, gründete er noch in seiner Studienzeit bei WEINER ein famoses Duo und wurde mit ihm prompt 1. Preisträger beim ARD-Wettbewerb in München. Seit 1972 spielten sie mit dem erstklassigen Cellisten RALPH KIRSHBAUM als TRIO.
    PETER FRANKL spielte als Solist mit allen große Orchestern und berühmten Dirigenten, und seine Plattenaufnahmen fanden fast durchweg großes Lob. So z. B. auch durch die bekannte Musik-Kritikerin Herta Piper-Ziethen in fono forum Heft 3/1970, als sie sich für dessen Interpretation der Mozart-Klavierkonzerte KV 175 und 271 mit dem ORCHESTER DER WIENER VOLKSOPER unter GEORG FISCHER geradezu begeistert äußerte, und diese klar über das Spiel von DANIEL BARENBOIM mit dem ENGLISH CHAMBER ORCHESTRA stellte und dazu schrieb: "Nichts ist über den Daumen gepeilt, sein MOZART stimmt von vorne bis hinten, sein Spiel hat erstklassiges Ebenmaß und Kontur. Die von ihr gerühmten Attribute heißen ....kultiviert....empfindsam-intensive Wärme....runder, praller Ton...etc.". Auch "Baker's Biographical Dictionary of Musicians" nennt PETER FRANKL einen "brillanten Pianisten".

    Fast unisono gerühmt von Kritikern wurde insbesondere auch seine Gesamteinspielung der Werke von ROBERT SCHUMANN, und in der Tat kann man sich seine Wiedergabe der "Humoreske" oder von "Aufschwung" kaum schöner und ausdrucksvoller vorstellen. Mehrfach von Kritikern hoch gepriesen wurde auch sein feinnerviges, unaufdringlich-virtuoses Debussy-Spiel, gepaart mit höchstem Klangsinn.


    PETER FRANKL
    ist auch mein Favorit unter den Einspielungen von LISZT's Ungarische Fantasie für Klavier und Orchester mit dem INNSBRUCKER SYMPHONIEORCHESTER unter ROBERT WAGNER! Eine herausragende Interpretaton durch den Solisten, die offenbar keinerlei manuelle Schwierigkeiten kennt, der aber auch die LISZT-Fantasie nicht als reines Virtuosenstück versteht, sondern dafür genau den richtigen Ton und ungarischen Einschlag seines berühmten Landsmannes findet. Und ähnliches kann man auch über sein Spiel in CHOPIN's Konzert-Rondo für Klavier und Orchester F-Dur op 14 "KRAKOWIAK" sagen, wie auch des Andante Spianato et Grande Polonaise Es-Dur op. 22, die ebenfalls auf dieser Vox-LP zu hören sind.

    So verwundert es mich nicht, daß ich schon viele begeisterte Kommentare zu FRANKL's CHOPIN-Spiel gelesen habe, insbesondere seiner Polonaises, Balladen und seiner Fantasie op. 49, die sich vielfach einig sind mit ihrem Urteil: Er spielt seinen CHOPIN wunderbar sensibel, nach innen gekehrt und jede demonstrative Virtuosität meidend. Er glänzt durch Linie und Kontur. Sein Spiel ist schlank, klar und und diszipliniert. Wo angebracht, spielt er auch intensiv, mit prallemTon, aber gleichzeitig mit einfühlsamer Wärme.


    Bleibt deshalb gerade an diesem Geburtstag zu hoffen, daß man sich auch im deutschsprachigen Raum wieder etwas mehr an diesen großartigen Pianisten und dessen Lebensleistung erinnert.


    wok



    TV 37015S PETER FRANKL Liszt Hungarian/Chopin Krakowiak


    TV 37015S PETER FRANKL Liszt Hungarian/Chopin Krakowiak

    Nun ist es also schon wieder 3 Jahre her, daß SIR NEVELLE MARRINER tot ist. Umso frischer sind noch die Erinnerungen an ihn. Mit ihm verlor die Musikwelt einen großartigen Musiker, der als Geiger im LONDON SYMPHONY ORCHESTRA noch unter FURTWÄNGLER, TOSCANINI, STOKOWSK und SZELL spielte, und der als Dirigent von PIERRE MONTEUX ausgebildet wurde.


    Ich stieß erstmals 1969 auf seinen Namen, und zwar zunächst als Violinist in der wunderbaren Einspielung von BOCCHERINIs Quintett für Violoncello und Streicher op. 37,7 im Verein mit weiteren exzellenten Mitgliedern des 1959 von ihm geründeten Kammerorchesters ACADEMY OF ST. MARTIN IN THE FIELDS, wie auch in MENDELSSOHN's exemplarisch eingespielten Oktett für Streichorchester op. 20, und auch in HÄNDEL's Cäcilien-Ode (mit der großartigen Sopranistin APRIL CANTELO!!) , wo er unter DAVID WILLCOCKS als Konzertmeister wirkte. Ab 1970 gelang ihm dann als Leiter seines Kammerorchesters der internationale Durchbruch mit VIVALDIS "Vier Jahreszeiten", mit dessen Interpretation er die Aufmerksamkeit einer breiten Hörerschaft auf sich zog.


    Als Dirigent sind für mich unter seinen unzähligen Einspielungen unverzichtbar - um nur einige wenige Beispiele zu nennen - seine wunderbar schlanken, betont kammermusikalischen, feinsinnigen Aufnahmen von HAYDN's Hornkonzerten, der Ouvertüre zu "Acide e Galatea", HAYDN's herrlich leicht gespielte 6 deutsche Tänze, TELEMANN's Violakonzert in G-Dur,. GABRIELIs "Canzona noni toni", VIVALDIs Concerto für 4 Violinen, Streicher und B.c. und HÄNDEL's Concerto Grosso op 6.4. Mit seinem aus erprobten Musikern zusammengestellten Kammerorchester musizierte er stets wunderbar transparent, musikantisch, unakademisch und dennoch klangästhetisch, und spieltechnisch immer auf höchstem Niveau. Auf jedes von ihm interpretierte Werk bereitete er sich mit seinen Musikern stets mittels akribischer Quellenstudien sorgfältigst vor mit dem Ziel, den Intentionen des Komponisten so nahe wie möglich zu kommen. Er war kein Anhänger des Originalklangs und begegnete dieser Bewegung mit Zurückhaltung.


    SIR NEVILLE MARRINER leitete auch verschiedene andere renommierte Orchester, so von 1969 - 1979 das LOS ANGELES CHAMBER ORCHESTRA, von 1979 - 1986 als Musikdirektor das MINNESOTA ORCHESTRA und von 1983 - 1989 das RADIO-SINFONIEORCHESTER STUTTGART. Sein Debüt al Operndirigent gab er mit "Die Hochzeit des Figaro" beim FESTIVAL IN AIX-EN-PROVENCE, sein Debüt mit "LA CENERENTOLA" in LOS ANGELES. An der OPÉRA DE LYON war er 3 Jahre tätig. Jedoch unvergessen wird er vor allem mit seiner preziösen "ACADEMY OF ST MARTIN IN THE FIELDS bleiben! Unter anderem nahm er alle Sinfonien von BRAHMS und SCHUMANN auf, und mit ALFRED BRENDEL sämtliche Klavierkonzerte von MOZART.

    Es darf aber keinesfalls vergessen werden, daß er als Konzertmeister der ACADEMY OF ST MARTIN IN THE FIELDS auch ein hervorragender Geigenvirtuose und Violinist in zahlreichen Kammermusikwerken war, wie z. B. in MENDELSSOHN's Streicheroktett, in Quintetten von BOCCHERINI, und als Solist viele Einspielungen machte, wie z. B. mit Violinkonzerten von VIVALDI, TELEMANN, GABBRIELI.


    Es ist ein Glück, daß man nahezu alle seiner besten Aufnahmen weiter als Tondokumente erwerben und erklingen lassen kann, so daß SIR NEVILLE MARRINER weiter unvergessen in unserer Erinnerung bleiben, und sich unserer Wertschätzung sicher sein kann.



    wok

    Max Bruch,     deutscher Komponist und Dirigent; * 6. 1. 1838 - +2. 10. 1920 --- 99. Todestag

    MaxBruch.jpg

    MAX BRUCH blieb noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts Romantiker. Schon die Musik FRANZ LISZTs und RICHARD WAGNERs war für ihn zu avantgardistisch, und mit den zeitgenössischen Schöpfungen von MAX REGER, HANS PFITZNER und RICHARD STRAUSS stand er völlig auf dem Kriegsfuß. Während einige seiner Kompositionen, vor allem sein berühmtes Violinkonzert Nr 1 g-moll, op. 26 viel Harmonie und scheinbar inneren Frieden verströmt, warer privat ein sehr streitbarer und schwieriger Charakter und begegnete seinen Komponisten-Kollegen gegenüber mit Schroffheit und Feindseligkeit, wobei MENDELSSOHN und zeitweise auch BRAHMS eine Ausnahme bildeten. Er hatte ein seltenes Talent, sich Feinde zu machen. Er selbst reagierte äußerst empfindlich auf die leiseste Kritik und fühlte sich häufig ungerechtfertigt angegriffen. Dies führte im Laufe seines Lebens bis zu seinem Tod zu immer größerer Vereinsamung, besonders nachdem er am 01.08.1907 einen Schlaganfall erlitten hatte.


    Ihm war besonders daran gelegen, in seine Werke musikalische Ästhetik einzubringen, wie er diese bei seinem großen Vorbild MENDELSSOHN vorfand, und die melodische Klangschönheit und klassische Struktur in dessen Werken bewunderte - gerne wäre er auch dessen Schüler geworden, doch der frühe Tod MENDELSSOHNs beraubte ihn dieser Hoffnung - was unter heutigen Gesichtspunkten dann vielfach auch als Glätte empfunden wird.

    Er schrieb 3 Opern, die bekannteste darunter "Die Loreley", die 1863 uraufgeführt wurde, mehrere Sinfonien, von denen nur 3 erhalten sind, 3 Violinkonzerte, von denen das erste das berühmteste, auch schönste und am häufigsten gespielteste ist, und auch schon zu BRUCH's Lebzeiten war, während ITZHAK PERLMAN unter ZUBIN MEHTA und dem ISRAEL PHILHARMONIC ORCHESTRA mit seiner Einspielung bei EMI bewies, daß auch das 2. Violinkonzert op. 44 in d-moll durchaus seinen Reiz hat, verschiedene andere Solokonzerte wie seine "Schottische Fantasie" Es-Dur, op. 46, Kammermusik (1 Klaviertrio c-moll op. 5, 2 Streichquartette op. 9 und op. 10, 1 Streichquintett, 1 Klavierquintett, 1 Septett) , Lieder und etwa 50 große Chorwerke, zahlreiche Kantaten, darunter "Schön Ellen" (1867) und Odysseus (1872).


    MAX BRUCH hatte mit knapp 14 Jahren einen Preis gewonnen, der es ihm ermöglichte, bei HILLER Komposition und bei REINECKE und BREUNING Klavier zu studieren. Er widmete sich dann insbesondere der Dirigententätigkeit, und Tourneen führten ihn nach Rußland und nach Nord- und Südamerika. Von 1865 bis 1890 war er fester Dirigent der Orchester in Koblenz, Berlin, Loverpool und Breslau. Ab 1891 lehrte er Komposition an der AKADEMIE von BERLIN. Bis 1998 komponierte er noch 2 Oratorien und größere Chorwerke.


    BRUCH's g-moll Violinkonzert op. 26 ist durchaus ein Meisterwerk, auch wenn es durch unwürdige, rührselige Wiedergaben als etwas schnulzig in Verruf geraten ist. Wenn man mit dem Hören dieses Konzertes sparsam umgeht, dann bleibt der Hörgenuß durchaus erhalten, und man würdigt die wunderbare Balance lyrischer Stellen, vor allem im 2. Satz, und dann wieder äußerst virtuoser Doppelgriff- und Akkord-Passagen, insbesondere im 3. Satz. Objektiv betrachtet handelt es sich um ein dramaturgisch geschicikt angelegtes spannendes Werk. Dies erkannten auch schon zu BRUCH's Lebzeiten die Geiger JOSEPH JOACHIM und PABLO DE SARASATE, die das Werk so großartig interpretierten, daß BRUCH dies zur Komposition eines neues Werkes veranlaßte. Inzwischen existieren von diesem Violinkonzert wohl mindestens 50 verschiedene Einspielungen verschiedenster Darstellung. Meine Favoriten unter dieser großen Auswahl sind die Aufnahmen durch HERMAN KREBBERS, der auf seiner "Guarneri del Gesù aus dem Jahre 1741 einzigartige Töne und Klänge zaubert, die in ihrer Stimmung dem so romantischen Charakter dieser Komposition voll Rechnung tragen, ohne dabei dem häufig so süßlichen Duktus mancher Interpreten zu erliegen. Das EUROPA-ORCHESTER unter HEIN JORDANS begleitet differenziert und läßt dem Solisten genügend Raum zur Entfaltung. Einen etwas schlankeren Ton und schnellere Tempi wählt ISAAC STERN in seiner ebenfalls großartigen Aufnahme mit dem PHILADELPHIA ORCHESTRA unter EUGENE ORMANDY. Beides großartige Beispiele, wie dieses Konzert ohne zu viel Pathos und Vibrato doch immer wieder spannend klingen kann.



    wok

    Vielen Dank, lieber Alfred, für diesen so hochinteressanten Beitrag. Einige Aussagen konnte ich schon WALTER KNAPEs Monographie über ABEL entnehmen, die 1973 unter dem Titel "KARL FRIEDRICH ABEL - Leben und Werk eines frühklassischen Komponisten" erschien.


    Ich meine trotzdem, daß gemessen an dem Gehalt seiner Kompositionen, C.F.A. bis jetzt immer noch zu wenig Beachtung zuteil wird. Die zahlreichen CD-Aufnahmen der letzten Jahre machen aber Hoffnung.


    Viele Grüße

    wok

    ÄhnliÄhnliches Fotoche Bilde

    Vielen Dank, lieber moderato, für diesen wertvollen Hinweis! Das Manuskript interessiert mich natürlich sehr! Über die enge Freundschaft zwischen CARL FRIEDRICH ABEL und JOHNANN CHRISTIAN BACH habe ich schon immer wieder gelesen. Dessen Tod 1782 war für ihn sehr schmerzlich und verunsicherte ABEL sehr, zumal er nicht jenes organisatorische Talent wie sein Freund besaß. Es gibt übrigens eine sehr interessante Monographie über C.F.A. von WALTER KNAPE unter dem Titel "Leben und Werk eines frühklassischen Komponisten."


    Gruß

    wok

    Vielen Dank für diesen interessanten Beitrag.


    Einen Tonträger aus meiner Sammlung, der hier noch nicht genannt wurde, kann ich noch beisteuern:

    Es spielt die Academy of St. Martin in the Fields, Flötist ist Edward Beckett. (nicht wie bei amazon fälschlich zu lesen Paul Beckett)

    Hallo Reinhard,


    Es interessiert sich also doch noch jemand für CARL FRIEDRICH ABEL! :) Das freut mich!


    Die Flötenkonzerte von ABEL besitze ich auch, aber nur vier aus op. 6 nämlich Nr. 1, 2, 3 und 5, dies aber in einer hervorragenden Einspielung durch den Flötisten KARL KAISER, Schüler von KONRAD HÜNTELER und GÜNTHER HÖLLER und bis Ende 2015 Soloflötist des FREIBURGER BAROCKORCHESTERS, Mitglied der CAMERATA KÖLN und Mitbegründer des Orchesters "LA STAGIONE FRANKFURT" unter Leitung von MICHAEL SCHNEIDER, das hier ebenfalls mitreißend und stilgerecht musiziert. Sicher ist die Einspielung durch die ACADEMY OF ST MARTIN IN THE FIELDS nicht weniger überzeugend, wobei ich den Flötisten EDWARD BECKETT bisher noch nicht kannte. Was ich allerdings von ihm jetzt auf youtube hörte, ist sehr gut. Vielleicht werde ich mir diese Aufnahme noch besorgen.


    Viele Grüße

    wok

    Über DAVID OISTRACH bedarf es nicht vieler Worte, um an diesen zu erinnern. Er ist unter den Weltklasse-Geigern bei den Liebhabern klassischer Musik wohl der bekannteste. Er wurde als Sohn eines Buchhändlers in Odessa, denkwürdigerweise auch der Geburtsort von EMIL GILELS, geboren. Er äußerte einmal über sich: "soviel ich auch in meinen Erinnerungen krame, ich sehe mich als Kind nicht anders als mit einer Geige." Bereits als Sechsjähriger trat der bei einem Schülerkonzert auf. Als Zwanzigjähriger siedelt er nach Moskau über, gab dort sensationelle Konzerte und erhielt bereits eine Professur am KONSERVATORIUM. Von dort aus unternahm er weltweite Tourneen. Als "Geiger des Kreml", wie man ihn oft nannte, trat er 1955 mit den NEW YORKER PHLHARMONIKERN erstmals in den USA auf. Im Privatleben war er ein leidenschaftlicher Tennis- und Schachspieler. Zu seinen zahlreichen Schülern gehörte auch sein Sohn IGOR, mit dem er oft zusammen auftrat. 1962 gab er sein Debut als Dirigent.


    Als Solist und Dirigent nahm er auch MOZART's Violinkonzert Nr. 3, KV 216 mit dem PHILHARMONIA ORCHESTRA LONDON auf, für mich neben der wunderbaren Einspielung durch den unvergessenen Geiger REINHOLD BARCHET unter ROLF REINHARDT meine bevorzugte Besetzung dieses Konzertes. Vor allem für das Adagio nahm sich OISTRACH viel Zeit. Er spielte im 1. und 2 Satz auch seine eigenen Kadenzen.


    DAVID OISTRACH bildete auch mit den beiden hervorragenden Instrumentalisten LEV OBORIN und SVIATOSLAW KNUSCHEWITZKY ein Klavier-Trio, das wohl zu den allerbesten seiner Zeit gehörte. Ihre Einspielung von SCHUBERT'S Klaviertrio op. 99 mit wunderbar lyrischen Stellen, aber auch zügigem Spiefluß und kraftvollen Akzenten zählt zu den für mich wertvollsten Schallplattenaufnahmen die ich besitze. eine Demonstration von harmonischer Abstimmung und optimalem Zusammenspiel auch unter so individualistischen Könnern.


    Diese 3 kongenialen Virtuosen bestreiten auch BEETHOVEN's Tripelkonzert in der Einspielung durch das PHILHARMONIA ORCHESTRA unter SIR MALCOLM SARGENT. Ich ziehe diese etwas wärmere, individuellere Aufnahme der späteren berühmten Einspielung mit SVJATOSLAV RICHTER, MSTISLAW ROSTROPOWITSCH und den BERLINER PHILHARMONIKERN unter KARAJAN durchaus vor.


    Zur Charakterisierung von DAVID OISTRACH noch die Aussage YEHUDI MENUHINs über ihn:

    "Ich liebte ihn vom ersten Augenblick an. Nicht nur war er der freundlichste, warmherzigste, zuverlässigste von allen, sondern auch noch bescheiden und klug. Niemals wollte er mehr oder anders sein als er selbst, niemals wollte er klüger scheinen als andere; stets trat er einem offen entgegen, ohne Hintergedanken, unbefangen und ohne jede Scheu: ein wahrer Mensch."


    wok

    :


                                                                                         


    .