Beiträge von Stimmenliebhaber

    Anlässlich der Fernsehübertragung des Zeffirelli-"Trovatore" hatte ich auf generelle Unterschiede zwischen dem Live-Eindruck einer Inszenierung und dem Eindruck durch die mittels Bildregie eingefangene TV-Übertragung aufmerksam gemacht. (Zuletzt war mir das eklatant beim Salzburger "Rosenkavalier", Inszenierung Harry Kupfer, aufgefallen, den ich 2014 am TV und 2015 live im Großen Festspielhaus Salzburg sah.)

    Gerade zum Bregenzer "Rigoletto" fand ich heute auf der Startseite des Onlinemerkers folgendes:



    Und unter diesen besagten "Infos des Tages" kann man dann folgendes lesen:


    Viel zu früh ist am vorgestrigen Donnerstag (18.07.2019) der norwegische Tenor Tom Martinsen im Alter von nur 62 Jahren gestorben.


    5413_Martinsen.jpg


    An der Semperoper Dresden debütierte er 1991 als Hoffmann in der Premiere der Konwitschny-Inszenierung von "Hoffmanns Erzählungen" und war dem Hause seitdem verbunden, zuerst als ständiger Gast, danach bis zuletzt als langjähriges Ensemblemitglied. Ich habe ihn mehrfach als Steuermann im "Holländer" und als Kunz Vogelgesang in den "Meistersingern" (beides Inszenierungen von Wolfgang Wagner), aber auch als Tamino, Narraboth, Walter von der Vogelweide und Ismaele. Zuletzt sang er kleinere Partien des Charakterfachs, in den Neunzigern aber z.B. auch Händels Belsazar.


    Hier kann man ihn in Giuseppe Sinopolis Einspielung der Richard-Strauss-Oper "Friedenstag" als Schütze (eine Rolle, in der ich ihn auch auf der Bühne der Semperoper erlebt habe) hören:



    http://www.musik-heute.de/1990…-tom-martinsen-gestorben/

    Gertrud Stilo, deutsche Mezzosopranistin/Altistin, * 20.7. 1916 --- 103. Geburtstag

    Ob sie schon gestorben ist oder noch lebt, weiß ichnicht, lässt sich auch nicht eruieren. Vielleicht weiß ja einer von unseren Sänger(innen)-Expertenmehr.

    Lieber Willi,

    natürlich lebt sie nicht mehr, sie ist 2011 gestorben, ein genaues Todesdatum war für mich leider nicht zu ermitteln, der Todesmonat dürfte aber der März sein.


    Bei Youtube findet sich folgende Vita:


    Zitat

    Kammersängerin Gertrud Stilo (20.07.1916, andere Quellen 1911 - März 2011) war eine deutsche Opernsängerin der Stimmlage Alt, sang aber auch Mezzosopran-Partien. Die gebürtige Hamburgerin erhielt an der dortigen Musikhochschule eine Ausbildung als Violinistin und war in den Jahren 1933-44 als Violinlehrerin in Hamburg tätig. 1943 begann sie ein Gesangstudium bei Frau Schmitt de Georgi in Hamburg (bis 1948) und setzte es später bei Hermann Weißenborn fort. 1947-48 sang sie während einer Saison am Stadttheater von Flensburg (Debüt als Nancy in Flotows »Martha«) und war dann bis 1950 in Hamburg als Konzertsängerin tätig. 1950 folgte sie einem Ruf Walter Felsensteins an die Komische Oper Berlin, 1954 wechselte sie an die Staatsoper Berlin, wo sie neben und nach Margarethe Klose das erste Fach sang und dem Haus bis zu ihrem Bühnenabschied 1972 fest verbunden blieb. Sie gastierte mit dem Ensemble der Komischen Oper Berlin in Budapest und mit dem der Berliner Staatsoper 1968 beim Maggio musicale Florenz. An Walter Felssensteins Komische Oper sang sie u.a. in seiner "Falstaff"-Inszenierung die Mrs. Quickly und in seiner "Zauberflöte"-Inszenierung die 3. Dame. 1966 sang sie an der Staatsoper Berlin in der Uraufführung der Oper "Herr Puntila und sein Knecht Matti" von Paul Dessau die Partie der Schmuggler-Emma, die sie auch in der Gesamtaufnahme der Oper einspielte. Ihr Bühnenrepertoire war sehr umfangreich und enthielt u.a. die Frau Reich in den "Lustigen Weibern von Windsor" von Nicolai, die Fricka in "Rheingold" und "Walküre", die Erda in "Rheingold" und "Siegfried", die Brangäne im "Tristan", die Annina im "Rosenkavalier", die Amme in der "Frau ohne Schatten" und die Adelaide in "Arabella" von R. Strauss, die Hexe in "Hänsel und Gretel", die Azucena im "Troubadour", die Ulrica im "Maskenball", die Amneris in "Aida", die Mrs. Quickly im "Falstaff" von Verdi, die Margarita in "I quattro rusteghi" von Wolf-Ferrari, die Witwe Begbick in "Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny", die Kathinka in Smetanas "Verkaufter Braut" und die Mutter Lenchen in "Die Hochzeit des Jobs" von J. Haas. Gleichzeitig war sie eine geschätzte Konzert- und Liedersängerin.



    Manchmal bringt es auch etwas, den Namen des oder der Gesuchten mit den Begriffen Youtube oder Merker zu kombinieren, dann stößt man mitunter auf Viten, die man nicht oder nur weit schlechter findet, als wenn man die Begriffe nicht kombiniert.


    Im Übrigen ist das beste deutschsprachige Nachschlagewerk zu Klassikfragen TAMINO, wie wir wissen - und so hast du deine Frage bereits schon im letzten Jahr gestellt und ich habe sie dir umgehend beantwortet:


    Erinnerungen an verstorbene und Geburtstags-Glückwünsche an lebende Musiker


    Nicht, dass ich jetzt frecherweise wieder den Textanfang dieses einen bekannten Weihnachtsliedes zitieren würde... :D:stumm::untertauch:


    Ich ärgere mich übrigens jedes Mal über mich selbst, wenn ich irgendetwas bei Tante Google suche und dann ein treffendes TAMINO-Ergebnis angezeigt bekomme. Dann denke ich mir immer: Hätte ich mittels Suchfunktion gleich bei TAMINO finden können.

    Unvorstellbar, dass es in der Oper "Der Vampyr" von Heinrich August Marschner ohne Mond gehen könnte. Schon im Chor der Introduktion heißt es:


    Zitat

    Schleichen wir beim Mondenschein


    In die finstre Kluft hinein.



    Und so sah das Ganze am Theater Koblenz dann aus, zumindest in einer Momentaufnahme:


    Pressefoto-Der-Vampyr_c_Matthias_Baus.jpg

    Noch einmal zur Frage, mit welcher Rolle sich Hans Beirer an der Deutschen Oper Berlin von seinem Publikum verabschiedet hat:



    Eine der letzten - wenn nicht die letzte - Rollen, die Hans Beirer an der Deuschen Oper in Berlin sang, war der este Geharnischte in der "Zauberflöte". Ein ehemaliger Techniker berichtet mir, dass es stets mit großem Aufwand verbunden gewesen ist, den bereits gehbehinderten Sänger auf die Bühne zu führen.


    Habe hier gerade einen abfotografierten Besetzungszettel einer "Elektra"-Vorstellung vom 28. Januar 1990, auf dem als Aegisth der Name "Hans Beirer" zwar gedruckt, aber handschriftlich durchgestrichen und ebenso handschriftlich der Einspringer "Peter Gougaloff" dahintergeschrieben ist.


    Lieber Stimmenliebhaber, ich wusste es ja auch nicht genau und konnte mich nur auf die Angaben vom Hörensagen berufen.

    Lieber "Rheingold1876",

    das "Hörensagen" hatte in diesem Fall absolut Recht, denn meine Recherche führte genau zum gleichen Ergebnis, dass Hans Beirer tatsächlich als Erster Geharnischter letztemalig auf der Bühne der Deutschen Oper Berlin stand.

    Geplant war das freilich nicht, sondern geplant war der Abschiedsabend am 28.01.1990 als Aegisth in der "Elektra", wo er noch auf dem Besetzungzettel stand und dann (aufgrund der von dir erwähnten Gehbehinderung?) sehr kurzfristig absagen musste und durch Peter Gougaloff ersetzt werden musste. Einen anderen Auftritt von ihm in dieser Spielzeit 1989/90 finde ich nicht.


    Also habe ich mir jetzt mein Selbstdiktat der Besetzungen aus dem Vorstellungsbuch der Spielzeit 1988/89 abgehört und komme demnach zu folgenden letzten Auftritten von Hans Beirer an der Deutschen Oper Berlin:


    - 13.09.1988 ELEKTRA (40.) - Aegisth (u.a. neben Hesse, Vinzing, Pohl und Feldhoff)

    - 17.09.1988 ELEKTRA (41.) - Aegisth (u.a. neben Hesse, Vinzing, Pohl und Feldhoff)

    - 23.10.1988 DIE ZAUBERFLÖTE (145.) - Erster Geharnischter (u.a. neben Horst Laubenthal als Tamino)

    - 31.10.1988 DIE ZAUBERFLÖTE (146.) - Erster Geharnischter (u.a. neben Peter Seiffert als Tamino)

    - 04.01.1989 DIE ZAUBERFLÖTE (150.) - Erster Geharnischter (u.a. neben Peter Seiffert als Tamino)

    - 28.01.1989 DIE ZAUBERFLÖTE (151.) - Erster Geharnischter (u.a. neben Ryszard Karczykowski als Tamino)

    - 04.03.1989 DIE ZAUBERFLÖTE (152.) - Erster Geharnischter (u.a. neben Edith Mathis als Pamina, Gösta Winbergh als Tamino und dem weniger Monate später verstorbenen Martti Talvela als Sarastro)


    Demnach stand Beirer am 4. März 1989 letztmalig auf der Bühne der Deutschen Oper Berlin, ohne seinen Bühnenabschied zu feiern, denn er ging wohl noch von Folgeauftritten in der nächsten Spielzeit aus. Sein namentliches Erscheinen auf dem Besetzungszettel der "Elektra" am 28.1.1990 spricht trotz seiner kurzfristigen Absage jedenfalls dafür. :hello:

    Dabei lag das mit dem Schreibfehler (im wahrsten Sinne des Wortes) so, nah, weil "t" und "z" auf der Computertastatur nebeneinanderliegen.

    Aber es ist schon kurios, dass manche Künstler im Laufe ihrer Karriere ihren Künstlernamen verändern. Marianne Pietschik nannte sich ja auch zuerst Brünnhild Friedland und später Brunhild Friedland.

    Eine kleine Korrektur zu Max Lorenz:


    Das war ein Künstlername - der Sänger hieß richtig Max Sültenfuß, geboren 1901 in Düsseldorf.

    Lieber "Carlo",


    das ist mir durchaus bekannt, dass Max Lorenz eigentlich Sülzenfuß (mit "z") hier - bei solche einem Namen hätte ich mich wahrscheinlich auch umbenannt. Vielen ist es dennoch nicht bekannt und Siegfried Lorenz wurde mehr als ein Mal gefragt, ob Max Lorenz sein Vater sei. :hello:

    Ernstgemeinte Frage an Dich als Philosoph jetzt, ( ich weiß nicht genau, ob es in dein Fachgebiet fällt): Wie ist meine oben beschriebene Haltung eigentlich aus ethischer Sicht zu bewerten? Ist das moralisch vor der Allgemeinheit oder vor dem eigenen Gewissen gerade noch so vertretbar oder bin ich dadurch, sagen wir es polemisch, ein "schlechterer" Mensch, als derjenige mit einer professionelleren bzw. intellektuelleren Rezeptionshaltung an die Kunstform "Oper" herangeht? Oder haben beide die gleiche ethisch-moralische Wertigkeit? Das würde mich mal aus wissenschaftlicher Sicht interessieren.

    :thumbup:

    Und weil ich bei Korngold grundsätzlich immer sofort an meinen Lieblingsspruch "Wenn schon Korngold, dann EINE NACHT IN VENEDIG!" denke :D, fiel mir gerade unwillkürlich das Ständchen des Herzogs von Urbino unter dem Fenster der Senatorengattin Barbara Delaqua am Beginn des Finales zum 1. Akt der Operette "Eine Nacht in Venedig" ein.



    "Der Mond hat schwere Klag' erhoben."


    Den Hinweis darauf, dass Hugo Wolf ein Lied mit einem daran sehr angelehnten Textanfang geschrieben hat, und deren Einstellung überlasse ich hingegen lieber einem Hugo-Wolf-Fan. ;)

    Eine Frage zu den Raimondis. Sind die Sänger*in

    Gianni Raimondi

    Ruggero Raimondi


    Ildikó Raimondi

    irgendwie miteinander verwandt? Ich finde keinerlei Hinweise, aber dass die Gesang-Gene zufällig sich alle bei dem Namen Raimondi treffen, scheint mir seltsam.

    Ich glaube hingegen, dass Raimondi einfach ein relativ häufiger italienischer Nachname ist - so wie im Deutschen zum Beispiel Lorenz. Max Lorenz, Siegfried Lorenz und Eberhard F. Lorenz sind ja auch nicht miteinander verwandt. ;)


    Ildikó ist zudem nur eine angeheiratete Raimondi, stammt aus Rumänien.

    Die Stimme ist aus meiner Sicht eher lyrisch gelagert

    Wenn das so ist, dann finde ich es beosnders schade, dass er sich nicht tatsächlich auch mal wirklich bemüht, lyrisch zu singen. Luna ist ja nicht nur durchgängig wutschäumend, in der Kavatine im 2. Bild des 2. Aktes ("Il ballen") und an einigen anderen Stellen böte sich ein lyrischerer Gesang ja geradezu förmlich an.

    Allerdingsfällt mir schwer zu glauben, dass Sellner Lorin Maazel ’Weisungen’ erteilt hat.

    Es ist allerdings sehr wohl möglich, dass ein Intendant dem GMD etwas anweist, gerade im Bereich Musiktheater (im Konzertbereich ist das schon schwieriger, da ist der GMD eher Herr seiner seibst). Sellner war damals schon ein alter erfahrener Theaterhase, während Maazel noch kein etablierter Star war, sondern eher noch ein nicht besonders erfahrener Jungspund - insofern halte ich das mit der Anweisung (noch dazu vielleicht spontan unter dem Eindruck der Folgen ausgesprochen) für so unwahrscheinlich nicht.

    Salsi hat eine sehr kraftvolle, meines Erachtens zu kraftvolle Stimme, man hört den großen betriebenen Kraftaufwand jederzeit, was dem Klang nicht gut tut. Keine Piani, keine wirkliche stimmliche Modulationsfähigkeit, keine Zwischentöne, ja nicht einmal ein schöner freier Klang - aristokratisch, wie man meint, dass es sich für einen Grafen geziemen würde, klingt das schon mal gar nicht, eher nach einem Stierkämpfer, noch viel eher nach einem Stier, nämlich wahnsinnig veristisch und damit nicht sehr typisch für den mittleren Verdi, viel eher nach einem Tonio oder Jack Rance. Wer die Leistung eines Luna nur nach dem hörbaren Testosteron misst, für den mag Salsi ein idealer Rollenvertreter sein, aber ich fand das Wort vom "Brüllaffen" selten so berechtigt wie hier...

    "La Roche" hatte im Parallethread eine zu "Mme. Cortese" ziemlich gegensätzliche Sängerbewertung vorgenommen, der ich mich bereits angeschlossen hatte. :hello:

    Spannend finde ich auch, wenn "Mond" als Synonym für etwas anderes steht, zum Beispiel für ein (manchmal vorhandenes) Körper-Teil hier bei Otto Reutter (1. Strophe):



    Ich wähne mich zu erinnern, dass "Mond" manchmal für noch ein anderes Körperteil steht als wie hier für den kahlen Kopf, also die Glatze, dafür kann ich aktuell aber leider kein Beispiel liefern. :D

    Wahrscheinlich hast du doch Recht, in der Wiederaufnahme-Serie der Spielzeit 1989/90 machte Beirer den Jupiter gar nicht mehr, sondern Hermann Winkler.


    Habe hier gerade einen abfotografierten Besetzungszettel einer "Elektra"-Vorstellung vom 28. Januar 1990, auf dem als Aegisth der Name "Hans Beirer" zwar gedruckt, aber handschriftlich durchgestrichen und ebenso handschriftlich der Einspringer "Peter Gougaloff" dahintergeschrieben ist.

    Die Damen waren übrigens Ludwig, Jones und Lechner, der Orest Feldhoff.

    Oben auf dem Besetzungszettel ist handschriftlich notiert: "43 Vorhänge, 24 Minuten Applaus"

    Eine der letzten - wenn nicht die letzte - Rollen, die Hans Beirer an der Deuschen Oper in Berlin sang, war der este Geharnischte in der "Zauberflöte".

    Lieber "Rheingold1876",


    ich weiß es zwar nicht 100%ig sicher, weil ich meine Vorstellungsbuch-Diktate noch nicht verschriftlicht habe, bin mir aber relativ sicher, dass seine letzte Rolle an der Deutschen Oper Berlin der Jupiter in "Orpheus in der Unterwelt" war. :hello:

    Macht ja nichts, das Lied an den Mond aus "Rusalka" hatte ich ja auch längst eingestellt. Aber auf die Idee Maries (Sopran-) Arie "Schlösser, die im Monde liegen" von einem Tenor gesungen einzustellen, wäre ich nicht gekommen.

    Harals Seriafin - "singen" kann er sicher nicht mehr wurde ein speziell für ihn getextetes Couplet eingeschoben, wo er indirekt und mit Wortspielen mit der vergangenen Intendanz abrechnetem die ja IMO nicht gerade eine Sternstunde des Festivals gewesen ist. Alles in allem fand ichs sehr gelungen

    Tja, so groß kann die Kluft sein zwischen dem, was man manchmal so liest, und dem, was man dann hört und sieht und worüber das Gelesene geschrieben war...


    Ich habe den fraglichen Beitrag wieder eingefügt, haben ihn allerdings um den fraglichen Absatz, der sich mit Frau Obraszowas "Politischer Nähe zum sowjetischen Regime" befasste, ergänzt. Das war mir sehr wichtig, und ich werde das auch in Zukunft bei jeder besonderen Erinnerung tun, in denen solche Abschnitte auftauchen

    :thumbup:



    Und dass jemand, der mit Schimpf und Schande vom Hof gejagt wurde und seine Heimat nie wiedersehen durfte, keinen Schaden erlitten hätte, kann nur jemand behaupten, dem Solches nie passiert ist . Ja hätten sie denn nur einen Schaden erlitten, wenn sie auf Nimmerwiedersehen in dunklen KGB-Kellern verschwunden wären?

    Ja, einen WEIT größeren und klaren Schaden! Dass die Wischnewskaja fortan im Westen lebte und ja auch noch eine ganze Zeit lang weiterarbeitete, sang, Bücher schrieb, etc., kann ich nicht als schweren Schaden definieren. Das, was ihr geblüht hätte, wenn sie durch ihr bedeutendes Künstlertum nicht so prominent gewesen wäre, ist überhaupt nicht damit zu vergleichen. Aber beide Varianten hatten nicht wirklich Frau Obraszowa als Auslöser.

    Außerdem wurde Wischnewska 1990 sogar wieder die Rückkehr und die Staatsbürgerschaft angeboten, was sie jedoch ablehnte.

    Jedenfalls ist ihr "Schaden" nicht vergleichbar mit dem eines Viktor Ullmann und so vieler anderer. (Aber auch gerade in der Sowjetunion haben in den gut sieben Jahrzehnten ihres Bestehens Millionen Menschen weit schlimmeren "Schaden" erlitten als Frau Wischnewskaja.)