Beiträge von Don_Gaiferos

    Symphony in C Major, Op. 24 No. 1, P. I:6


    Wie so oft, hat mich Alfred mit seiner Beschreibung neugierig gemacht, so dass ich auch diese Symphonie in der selben Einspielung gehört habe. In der Tat erscheint der Beginn sehr gravitätisch, ernst, beinahe bedrohlich, um einer lebhaften, energiereichen Bewegung Platz zu machen. Es werden hier immer wieder dramatische, teilweise recht burschikose Akzente gesetzt, um die lieblichen Momente zu unterbrechen; das ist keine einfach nur so dahinplätschernde Musik, das lässt schon aufhorchen.

    Das Adagio ist, wie Alfred geschrieben hat, sehr zart, behutsam entfaltet sich die Musik und verströmt Trost und Frieden.

    Die beiden verbleibenden Sätze sind wieder sehr dynamisch, voller Schwung und Kraft.

    Insgesamt eine sehr schöne Komposition, die durchaus ihre Kanten ausfweist und nicht nur glatt und eingängg ist.

    Begründet man sein Urteil aber, und das detailliert und möglicherweise gar unter Bezugnahme auf den Notentext, dann hat es, weil es mit einem gewissen Objektivitätsanspruch auftritt, ein ganz anderes Gewicht. Und das kann zur Folge haben, dass der andere sich dadurch in seinem eigenen Urteilsvermögen infrage gestellt sehen kann. Und wenn da gar eine Liebesbeziehung vorliegt, geht´s ans persönlich Eingemachte!

    Lieber Helmut,


    da hast Du sicherlich Recht. Wenn sich jedoch jemand persönlich infrage gestellt fühlt, weil sein persönlicher "Liebling" kritisiert wird, dann ist dies sicherlich nicht der Fehler desjenigen, der seine gegenteiligen Eindrücke schildert. Zumal man ja niemandem seine persönliche Wertschätzung madig machen will, sondern lediglich ausdrücken möchte, was man selbst empfindet.


    Ich denke auch, dass blindes, unkritisches Fan-Dasein nicht durch Schweigen unterstützt werden soll, so dass man am Ende nur noch einen Schrein voller Lobhuddeleien hat statt eines lebendigen Forums.


    So kann ich sehr gut damit leben, wenn jemand eine andere Auffassung zu Lise Davidsens CD hat; im Gegenteil, es wäre ja von meiner Seite aus ein absolutes Manko, wenn ich verlangen würde, dass jeder die Einspielung genauso toll zu finden hat wie ich, und würde vor allem ein mangelndes Selbstbewusstsein oder blinde Verbohrtheit meinerseits aufzeigen.


    So bin ich zum Beispiel ein großer Verehrer von Rudolf Schock, aus unterschiedlichen Gründen, nicht zuletzt, weil ich seine Platten immer mit meinem Vater zusammen anhörte; dennoch bin ich mir vollkommen im Klaren, dass er nach seiner Glanzzeit auch sehr anfechtbare Aufnahmen gemacht hat, und selbstverständlich höre ich auch all seine technischen und stimmlichen Mängel, wenn er forciert, presst etc., und dennoch ist mir seine Stimme lieb und teuer.


    Dabei käme ich nicht im Traum auf die Idee, jemanden anzugreifen, der Rudolf Schock kritisiert.


    Langer Rede kurzer Sinn, ich bin der Meinung, dass man in einem öffentlichen Forum durchaus das Recht hat, sachlich Kritik zu üben, solange dies in Fairness geschieht, sollten damit auch die "Fans" leben können. Und allen Recht machen kann man es sowieso nie; also von daher, schreib ruhig weiter, lieber Helmut, auch ich werde weiterhin mich zu Wort melden, ohne jemanden persönlich anzugreifen, allerdings auch ohne persönliche Angriffe zu dulden.


    Zumal man nicht vergessen darf, dass kein Fan den Künstler oder die Künstlerin "für sich gepachtet" hat - das will letzten Endes auch kein Musikschaffender, der in die Öffentlichkeit tritt, er will für das ganze Publikum musizieren und nicht nur für den handverlesenen Fan-Club. Und auch die größten Künstler attestieren, dass konstruktive Kritik einen immer weiterbringt als nur blinde Lobeshymnen.


    Von daher - auf in den Kampf, Torero!


    Liebe Grüße

    Lieber Fiesco,


    offensichtlich höre ich ja mit meinen Ohren etwas anders als Du und Rüdiger, von daher interessiert es mich natürlich besonders, herauszufinden, was die Stärken oder Schwächen der Aufnahme sind, die ihr wahrgenommen habt.


    Ich finde Rüdigers Meinung auch plausibel und nachvollziehbar, selbst wenn ich es anders empfinde, und so würde mich auch interessieren, was Du beim Hören wahrgenommen hast.


    Gerade das macht doch dieses Forum interessant! Und gerade kontroverse Meinung tragen doch viel mehr zu einer lebendigen Diskussionskultur bei, als wenn wir nur unisono einer Meinung sind. Und reine Geschmacksurteile nach dem Motto "finde ich gut/ schlecht" haben zwar auch ihre Geltung und ihre Berechtigung, nur wird es dann schwer, das Ganze nachzuvollziehen und darüber zu diskutieren.


    Ich möchte Dich auch ermutigen, wie alle anderen Stimmfreunde auch, deine Meinung ruhig vorzutragen; mir persönlich ist jede Meinung herzlich willkommen, auch und gerade wenn sie von der meinigen abweicht.


    Persönliche Angriffe hingegen erfährt man, meiner Einschätzung nach, auch eher, wenn man nur kurze Geschmacksurteile abgibt, als wenn man sich die Mühe macht, die eigene Meinung zu begründen.


    Wobei ich selbstverständlich auch der Meinung bin, dass persönliche Angriffe nichts in dieser Diskussion zu suchen haben, und dass die rein sachliche Debatte im Vordergrund stehen sollte.


    herzliche Grüße

    Lise Davidsen


    Ich freue mich sehr, dass mittlerweile zumindest Rüdiger auch eine Begründung seiner Meinung geliefert hat, die ich auch gut nachvollziehen kann, obwohl ich zu ganz anderen Eindrücken gelangt bin! Jedenfalls danke für Deine Erläuterungen. Schön wäre es, wenn Fiesco auch noch weiter ausführen könnte, was ihn zu dem scharfen Urteil "Unterirdisch" verleitet.


    Ich habe sie live auch noch nicht gehört, aber zumindest auf dieser CD-Einspielung gefällt mir ihre Elisabeth schon sehr! Sie hat eine unangestrengte Höhe von immenser Strahlkraft, die ich nie als schrill oder gellend empfinde (wobei Tamino-Freund Siegfried sie in der Rolle einmal live gehört hat und genau das Gegenteil empfunden hat, siehe auch Laut-lauter-Tannhäuser in Zürich ).


    Ihre Mittellage ist sehr substanzreich, voluminos, volltönend, und insgesamt ist die Stimme von einer echt dramatischen, kernigen, stupenden Leuchtkraft. Damit kann sie auch gerade beim triumphalen Aufschwung "Du teure Halle, sei mir gegrüßt!" auftrumpfen. Die mangelnde Verblendung der Register, die Rüdiger gehört hat, ist mir so nicht aufgefallen, auch die mangelnde Verschmelzung mit dem Orchester, die sogar nach einer getrennten Aufnahme von Stimme und Orchester klingen könnte, habe ich so nicht empfunden.


    Auch ihre Phrasierung und Gestaltung insgesamt hat mir gut gefallen, wenn überhaupt, hätte ich allenfalls eine etwas deutlichere Diktion in der exponierten Lage gewünscht, was aber auch überaus schwierig zu realisieren ist.


    Ich bin auch der Meinung, dass die Strauss-Lieder eine noch tiefere Durchdringung hätten erfahren können, und denke, dass vielleicht ein reines Arien-Album besser gewesen wäre. Sie bemüht sich zwar um eine variantenreiche, facettenreiche Interpretation, allerdings finde ich, hat sie hier Mühe, ihre Stimmgewalt entsprechend zu bändigen, dass klingt mir, salopp gesagt, etwas zu "opernhaft", da denke ich, spielt auch einfach die Tatsache eine Rolle, dass sie noch sehr jung ist.


    Alles in allem bin ich jedoch nach wie vor von der Sängerin, wie sie hier auf dieser CD präsentiert wird, hellauf begeistert, und freue mich auch sehr auf ihren Auftritt in Bayreuth (ich gehe mal davon aus, dass das hoffentlich irgendwo im Radio oder TV übertragen wird).

    Lieber Caruso, also ich bin von der CD nicht ganz so begeistert wie es im Gramophone zum Ausdruck kommt.

    Lieber Rüdiger,


    deine Eloquenz in allen Ehren, aber wer soll diese ausufernd langen, weitschweifigen Analysen denn lesen. Mit Verlaub, aber so ist diese Rezension doch schon etwas unübersichtlich. Da könnte man doch kürzen, ohne den substanziellen Gehalt zu reduzieren. Ich würde, nur als Vorschlag, dazu tendieren, in dieser Art und Weise zu kürzen:


    "bin nicht so begeistert."


    Ich meine, dass man damit die zahlreichen Nebenthemen, Anekdoten und Füllsel beseitigen und Deine Meinung damit straff auf den Punkt bringen könnte. Das würde nicht nur den Leser weniger überfordern, sondern auch die Speicherkapazität des Forumsservers weniger belasten.


    Diesem Beispiel folgend, würde ich dann auch meine Rezensionen entsprechend anpassen. Zur vorliegenden CD würde ich dann meine drei Bildschirmseiten umfassende Besprechung eindampfen auf


    "Leider geil."


    liebe Grüße ;)

    Vielen herzlichen Dank, lieber Helmut, dass Du Dich dann doch zu Wort gemeldet hast, und auch allen anderen, die ihre Beiträge geliefert haben. Ich denke, da ist tatsächlich eine hoch interessante Diskussion in Gang gekommen, die auch noch weiter fortgeführt werden kann. Ich werde noch weiter nachhören, und am Wochenende, wenn ich mehr Zeit habe, auch noch auf die verschiedenen Beiträge zurückkommen, da sind noch einige sehr bedenkenswerte Anstöße dabei.


    liebe Grüße

    Aufnahme 1: die Stimme klingt sehr geschmeidig, satt und sonor im Timbre. Reiches Material, allerdings ganz klar dominiert hier vom Gestaltungswillen, der sehr sorgfältig die Phrasen formt, crescendo und decrescendo gekonnt einsetzt und verschiedene Stimmungen virtuos heraufbeschwört. Das kraftvolle Auftrumpfen kontrastiert mit dem zurückgenommen, verhaltenen Piano.


    Aufnahme 2: in dieser Einspielung ist das unverkennbare, markante Timbre noch immer voll präsent. Hier ist die Textartikulation mittlerweile perfekt -fast ein Markenzeichen des Sängers-, bei der ersten Aufnahme wurde die Deutlichkeit der Aussprache bisweilen im Crescendo der kraftstrotzenden Stimmführung untergeordnet.

    Die Lautstärke wird für mein Ohr noch differenzierter behandelt; während er in der ersten Aufnahme noch mehr den Kontrast zwischen forte und piano betont, hat man das Gefühl, dass er hier noch viel mehr Zwischentöne und Schattierungen findet.


    Fazit: aufgrund seiner immensen Erfahrung hat der reifere Sänger noch eine größere Ausdruckspalette, die ihm zu Gebote steht, als dem jungen, auftrumpfenden Mann, der durch seine Frische und Unbekümmertheit besticht. Er muss hier, für mein Ohr, auch keine stimmlichen Einbußen o.ä. wettmachen, er ist immer noch im Besitz sehr reicher stimmlicher Mittel, obzwar sich seine Stimme sicherlich im Laufe der langen Karriere verändert hat.


    Dass seine Interpretation gereifter, abgeklärter, technisch noch versierter ist als die frühe Aufnahme, denke ich auch; den oft vorgebrachten Vorwurf der Manieriertheit oder des artifiziellen Über-Interpretierens kann ich jedoch, zumindest im vorliegenden Beispiel, nicht teilen; für mein Empfinden ist seine Interpretation nämlich keineswegs rationaler, kalkulierender oder nüchtern-effektesetzender geworden; überhaupt nicht! Im Gegenteil, ich finde, dass sie nicht nur technisch ausgefeilter, sondern dass sie zudem noch empfindungstiefer, emotional reicher und berührender geworden ist.


    Letztendlich finde ich beide Aufnahmen jedoch ganz phantastisch, und empfinde sie als herausragende, sich ergänzende Zeugnisse.


    P.S. diesen Text habe ich geschrieben, ohne den von Stimmenlienhaber zu lesen (ich habe gesehen, dass er gepostet hat, habe jedoch die Lektüre noch aufgespart), um möglichst unvoreingenommen an die Sache heranzugehen.

    Liebe Freunde,


    anstatt uns zu streiten, warum wer was wie meint, und warum ausgerechnet so und nicht anders bei dem, aber nicht bei jenem, lasst uns doch zusammen hören und unsere Eindrücke beschreiben! Ich greife Helmuts Hörvergleich auf und stelle die von ihm genannten Aufnahmen hier ein:




    Voilà, los geht's! Ich höre es mir jetzt gleich einmal an, und hoffe, ihr seid alle mit dabei, auch Du, lieber Helmut! Hier geht es ja nicht darum, wer "richtig" oder "falsch" liegt, sondern um die individuellen Eindrücke, die in jedem Falle richtig und breichernd sind.


    Wohlan!

    Ich hoffe, dass diese Komposition, die ich hier vorstellen möchte, auch in diesen Thread passt; ich denke allerdings schon. Und zwar geht es um die Konzerte für Cambalo, 2 Violinen und Basso Continuo Nr. 1-3, KV 107.

    Es ist bemerkenswert, dass Mozart hier auf Kompositionen für pianoforte von Johann Christian Bach Bezug nimmt, den er ja überaus geschätzt hat; dies wird an diesem Bericht deutlich, der auf einen Besuch Mozarts in London Bezug nimmt, wo Bach lebte:


    "...als er beim Könige spielte, nahm er eine bloße Baßstimme und spielte eine vortreffliche Melodie darüber. Johann Christian Bach, der Lehrmeister der Königin, nahm den kleinen Mozart auf den Schoß und spielte einige Takte fort, und so abwechselnd spielten sie eine ganze Sonate mit einer solchen Präcision, daß jeder, der ihnen nicht zusah, glauben mußte, das Stück würde nur von Einem gespielt...."


    Von daher lässt sich leicht nachvollziehen, dass die Bearbeitung dieser Stücke Bachs für Mozart sicherlich eine besondere Herzensangelegenheit war.


    Auf der vorliegenden Aufnahme kann man sehr schön auch die Werke beider Komponisten sehr schön im Vergleich hören. Mozarts eigene Handschrift ist unverkennbar, und er mengt diesen Kompositionen nicht nur die ihm eigene heitere, elegante Non-Chalance bei, auch schroffe, die Augenbrauen musikalisch zusammenziehende Akzente fehlen nicht.


    Um an die vorherigen Postings anzuschließen: hier finden sich sowohl Mozarts eigene Kadenzen (beim 1. Konzert) als auch die m. E. sehr gelungenen Kadenzen Pieter-Jan Belders.


    Insgesamt eine wunderbare Einspielung mit sehr guter Klangtechnik, die eine große Freude darstellt; vielleicht ein Seitenweg im Schaffen Mozarts, allerdings ein sehr reizvoller.


    Hier das Cover der originalen Einzel-CD, die aktuell in dieser Sammelbox enthalten sein dürfte:


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    Ja, Pavarotti würde ich auch unbedingt nennen, gar keine Frage, er hat nicht zu Unrecht mit dieser Arie triumphiert. Franco Corelli natürlich auch klasse, mit viriler, metallischer Brillanz. Und es gibt auch noch die ein- oder andere weniger bekannte Aufnahme, die ich auch sehr mag. So z.B. Salvatore Fisichella:



    Klanglich eingeschränkt, bietet diese Live-Aufnahme einen Einblick in die Stentor-Stimme Franco Bonisollis, der hier einen vokalen Lavastrom entfesselt, dass bald das Dach abhebt. Nicht die differenzierteste Darstellung, aber ich mag's.



    Eine gewaltige Stimme, die sich von einem satten, tiefen Fundament bis in machtvolle Höhen emporschwingt, ist die von Giuseppe Giacomini:



    Und, bereits mehrfach erwähnt in diesem Thread, immens ergreifend, der 80jährige (!) Giacomo Lauri Volpi (Aufnahme von 1972); ein historisches Zeugnis, das sehr beeindruckt. Das Publikum ist außer sich, diesen großen, verdienten Sänger aus einer ganz anderen Zeit in sehr, sehr achtbarer vokaler Form hier zu erleben. Er legt nocheinmal alles, alles, sein ganzes Können, seine ganze Erfahrung, sein ganzes Herz, seine ganze Grandezza in diese Arie - und triumphiert. Alles tobt, und auch mich bewegt diese Aufnahme Jahrzehnte später immer wieder zutiefst.


    Lieber Souffleur,


    vielen Dank für diese wundervolle Entdeckung, sowohl die flexible, leuchtende, geschmeidige Stimme, als auch die makellose Linienführung, das zarte, feingoldene Leuchten in der Höhe, sowie diese herrliche Komposition Vivaldis an sich, sind ungeheuere Kostbarkeiten; dieser CD werde ich auf jeden Fall nachforschen.

    Auch, wenn ich hier die 3 Minuten-Grenze um 14 Sekunden reiße -zur Not lassen wir am Anfang oder am Ende ein paar Takte weg- dieses hier ist zu schön, um es nicht zu posten:


    Leider hat Carlo Recht, es gibt nur Verstreutes und keine Gesamteinspielung von "Les Georgiennes", aber zumindest findet man dies hier:



    Dies ist die Quadrille, die bereits genannt wurde.



    Dies ist leider nur eine (allerdings recht liebevoll gemachte) Synthesizer-Aufnahme...leider schlummern noch viele Schätze Offenbachs in den Archiven, die noch geborgen werden müssten. Aber hoffen wir das Beste, immerhin ist ja Offenbach-Jubiläumsjahr, und Barkouf (der Ende des Jahres in Köln gespielt wird) war ja schon mal ein ganz großer Wurf (ich habe es in Strasbourg gesehen).



    Und hier eine sehr schöne Radio-Aufzeichung des Fantasio aus Rennes aus dem Jahr 2000:



    Hier die fulminante Einspielung von Opera Rara aus dem Jahr 2013:



    Und hier die von Carlo erwähnte historische Einspielung von 1957 auf Deutsch:



    Lieber m-mueller,


    das ist in der Tat ein tolles Stück, gerade auch die perkussiven Elemente, die das Ganze noch einmal zusätzlich rhythmisch schärfen.

    Ich habe die Ukulele für mich entdeckt (sowohl zum Hören als auch zum Selbst-Spielen) - ich hoffe, das passt auch in diesen Thread?

    Ich erlaube mir, hier ein entsprechendes Video einzustellen:



    Einer der phänomenalsten Virtuosen auf der Ukulele ist Kris Fuchigami, hier zu hören mit dem unverwüstlichen Klassiker "Girl from Ipanema".

    Ich begrüße es sehr, dass Du dem Forum erhalten bleibst, lieber Nemorino, und gehe fest davon aus, dass damit auch eine Sperrung von Stimmenliebhaber vom Tisch ist. Das scheint mir für alle Beteiligten dann eine zufriedenstellende Lösung zu sein, und sicherlich kann man sich ohne Weiteres aus dem Wege gehen, wenn man den anderen als konfliktiv empfindet. Anhand der Profilfotos bzw. Avatarbilder sieht man ja direkt, wer schreibt, und kann dann Beiträge einfach überspringen.

    "Stimmenliebhaber" ist für mich ein absolut unverzichtbares Mitglied dieses Forums, weil er sowohl mit Kompetenz als auch mit Herzblut schreibt. Eine Sperrung fände ich völlig unangebracht, zumal ja sowohl der Forenbetreiber als auch die Moderatoren an den entsprechenden Beiträgen vor ein paar Tagen nichts zu beanstanden hatten und das ganze erst jetzt durch "nemorinos" Austritt hochgekocht wurde.

    Das sehe ich ganz genauso. Ich bedauere zwar auch, dass Nemorino das Forum verlassen will, finde jedoch nicht, dass die Auseinandersetzung so furchtbar eskaliert ist, dass man diesen extremen Schritt tun muss; jemanden ignorieren kann man schliesslich auch ohne Ignorier-Funktion!


    Wenn man tatsächlich Stimmenliebhaber ausschliessen wollte, würden mir mindestens noch 3-4 ähnlich kontroverse Forumsteilnehmer einfallen, die sich ebenfalls teilweise sehr heftig streiten über unterschiedliche Dinge.


    Das soll und muss aber ein Forum doch aushalten können. Wenn man tatsächlich beleidigt ist, kann man ja die Moderation anrufen und den entsprechenden Beitrag löschen lassen. Nur aber wegen unliebsamer Teilnehmer das Forum zu verlassen, erscheint mir ein sehr weitreichender Schritt, aber das muss natürlich jeder für sich selbst entscheiden.


    Ich jedenfalls sehe von meiner Warte keinen Grund, Stimmenliebhaber zu sperren, selbst wenn man seine Meinungen nicht teilt oder ihn als unbequem empfindet. Darüberhinaus -ich hoffe, ich werde nicht geprügelt- finde ich ihn sogar sehr nett, obwohl ich auch nicht immer seiner Meinung bin; wir hatten dennoch immer faire und sachorientierte Diskussionen, die ohne nenneswerte Konflikte abgingen.


    Ich finde auch, dass der Verbleib eines Mitgliedes nicht von einer Art Abstimmung wie dieser hier abhängen sollte!


    liebe Grüsse, und Alfred, wenn Du gesundheitlich angeschlagen bist, wünsche ich Dir vor allem herzlich gute Besserung!

    Lieber Caruso,


    ich denke, die neuen Stimmen sind einer der erfolgreichsten Threads und ein Aushängeschild des Forums generell! Sicher würde man sich öfters mehr Diskussionen etc. wünschen, aber ich denke, die Zugriffszahlen sprechen eine deutliche Sprache!


    Der von mir oben geäußerte Vorschlag, den Thread so auseinanderzuziehen, dass die jeweiligen Teile jeweils nur ein Jahr umfassen, wäre schon einmal ein Anfang, das Ganze übersichtlicher zu gestalten, und könnte mit Hilfe eines der Moderatoren ohne großen Aufwand bewerkstelligt werden.


    Dann bliebe als Arbeitsaufwand nur noch übrig, ein Jahresinhaltsverzeichnis zu erstellen bzw. schon vorhandene Verzeichnisse zu aktualisieren.


    Für einzelne Sänger Threads zu erstellen, kann ja im Prinzip jeder von uns - und die hier bereits enthaltenen Beiträge dorthin zu kopieren, könnte mit Hilfe eines Moderatoren sicherlich auch gelingen ohne großen Aufwand (wenn man zum Beispiel bittet, die Beiträge x - z in den neu erschaffenen Thread (Linkangabe) zu kopieren...)


    Ich würde Dich da auch gerne unterstützen! Viele Mitglieder haben vielleicht nicht die Zeit, ausführliche Eröffnungsbeiträge zu schreiben, oder trauen sich das nicht zu, oder haben, wie LaRoche ausgeführt hat, nicht die Möglichkeit, eigene Erlebnisse beizusteuern. Wenn es jedoch nur darum geht, einen Thread zu eröffnen und die bereits bestehenden Beiträge dort zu sammeln, könnten wir die Arbeit unter mehreren Leuten aufteilen und alle mithelfen.


    Auf jeden Fall sollten die Neuen Stimmen weitergeführt werden! Diese Informationen sind doch sehr wertvoll und werden viel beachtet, selbst wenn die Diskussion manchmal nur zögerlich in Gang kommt.

    Lieber Caruso,


    ich denke auch, dass einzelne Threads zu den Sängern eine gute Lösung wären; jeder, der hier mehrfach genannt und besprochen wurde, hat es sicherlich "verdient", egal, ob er jetzt die große Weltkarriere macht oder nicht.

    Dafür könnte ja in dem Bereich "Oper" ein eignenes Unterforum geschaffen werden.

    Ansonsten bliebe noch die Möglichkeit, ebenso wie bei "Eben gehört" und ähnlichen Themen, regelmäßig einen neuen Jahres-Thread zu eröffnen. Also "Neue Stimmen 2019" usw. Das hätte auch den Vorteil, dass man das ständig fortgeführte Inhaltsverzeichnis am Ende des Jahres für den ganzen Thread noch einmal abschließend aktualisieren könnte, ohne dass es direkt wieder durch neue Beiträge obsolet würde.


    liebe Grüße

    Die von Dir eingestellte Arie musste ich gar nicht abspielen. Alle Details sind mir gegenwärtig. Ich kann sie auch im Geiste abrufen -

    Lieber Caruso,


    ich denke, mir wird es bald ebenso gehen, ich höre schon wieder diese Arie in Dauerschleife. Wirklich faszinierend. Es ist wie bei manchen Schmetterlingen, wenn sie die Flügel zusammenklappen, um sich zu tarnen, wirken sie von außen unauffällig, wenn sie aber dann die Flügel ausbreiten, und man diese Farbexplosion in den Innenseiten sieht, dann ist man völlig hin und weg, und so geht es mir auch hier, man kommt aus dem Staunen nicht mehr heraus, was hier an Legato-Kultur, Empfindungsreichtum und subtilster Schönheit verströmt wird.


    Ganz herzliche Grüße

    Wie schön, dass gleich so viele Reaktionen kommen! Sehr erfreulich.


    Lieber Stimmenliebhaber,


    ich bin ganz und gar nicht der Meinung, dass Deine Erwiderung nicht lesenswert wäre, im Gegenteil, Du hast noch einige Aspekte wunderbar herausgearbeitet. So habe ich zum Beispiel nur über die Höhe geschrieben, Du hast allerdings völlig recht, auch auf die Abwärtsbewegung bzw. die tiefen Töne hinzuweisen, und da ist es zum Beispiel für Simoneau auch schwierig, noch etwas Farbe und Schmelz beizubehalten, da stößt er schon ein bisschen an seine Grenzen.


    Lieber Rüdiger,


    auch Deine Margarine war und ist sehr willkommen,

    Mir kam Simoneau bei den ersten akustischen Begegnungen immer etwas hart im Klang vor.

    fand ich zum Beispiel eine sehr interessante Beobachtung, weil ich dies so gar nicht wahrgenommen habe beim ersten Hören, kann dies jedoch beim wiederholten Durchlauf durchaus nachvollziehen. Auch die Hinweise auf die psychologische Situation und den inhaltlichen Aspekt der Arie sowie den Verweis auf die CD-Aufnahme (die mir in der Sammlung noch fehlt) sind sehr hilfreich.


    Lieber Hans,


    auch Deinem verdienstvollen Hinweis auf die "Entführung" werde ich sehr gerne nachgehen.

    Ja, ich würde mich ja auch riesig freuen, wenn es endlich einmal klappen würde mit dem Künstlertreffen! Leider ist der September/ Oktober immer eine sehr arbeitsreiche Zeit, die teilweise auch die Wochenenden mit umfasst, aber ich werde auch dieses Jahr einen wachen Blick auf den Terminkalender halten, um zu sehen, ob ich mich freischaufeln kann. Bisher konnte ich ja immer nur aus der Ferne (wenn auch mit regem Interesse) das Ganze verfolgen, und auch das "direkte" Fachsimpeln über Sangesleistungen wäre mir ein besonderes Vergnügen. Na, schauen wir mal! Und bis dahin hören wir einfach noch ein bisschen Simoneau...


    Ganz herzliche Grüße

    Nun hat Willi gestern an den verstorbenen Leopold Simoneau erinnert; Grund genug, wieder einmal diesen verdienstvollen Thread aufzugreifen, in der Hoffnung, dass sich wieder ein paar Meinungen zum eingestellten Klangbeispiel sammeln lassen. Ich habe aus Cosí fan tutte von Wolfgang Amadeus Mozart "Un aura amorosa" ausgewählt:



    Anhand dieser Arie erkennt man sehr gut Simoneaus Stärken und Schwächen, wie ich finde.

    Seine Stimme entspricht sehr dem französischen Ideal bzw. der französischen Gesangsschule; hier wird viel Wert auf Linie, Phrasierung und Aussprache gelegt, es geht weniger darum, einen möglichst durchschlagenden, metallischen oder klangreichen Ton zu produzieren; Eleganz und Raffinesse, Musikalität und Klarheit werden hier hoch bewertet, Kraftmeierei, vordergründige Effekthascherei und stentor-artige Spitzentöne sind dabei eher verpönt.

    Alles dies verkörpert Leopold Simoneau bis zur Perfektion; seine Stimme ist sehr geschmeidig; er kontrolliert das Vibrato perfekt und setzt es geschmackvoll und differenziert ein; er singt sehr sauber, ohne glissandi, Verschleifungen, Wackler, auch wenn sich die Stimme in die Höhe schwingt, wie zum Beispiel bei "Al cor porgerà", so geschieht dies in sehr feiner, präziser, kontrollierter Art und Weise. Die Gesangslinie wird sehr subtil geführt, mit feinstem An- und Abschwellen, bei "bisogno non ha" bei 2:04 kann man das wundervoll hören, wie exquisit dieser Ton fein perlt, unangestrengt, schwerelos silbrig schimmernd, federleicht und gleißend wie eine Seifenblase, in der das Sommerlicht schillert und funkelt.

    Ich muss dazu sagen, dass ich diese subtile Form des Gesanges anfangs nicht wirklich schätzen konnte, ich hörte so "darüber" hinweg, fand das Timbre zu blass, zu farblos, zu unterkühlt, zu spröde, die Stimme zu klein; allerdings muss ich sagen, je öfter ich Leopold Simoneau höre, umso bezwingender und unwiderstehlicher finde ich ihn und seinen Gesang, und wer diese eingestellte Arie mehrfach gehört hat, der wird viele kleine und große Wunder entdecken können. Da ist eine Zartheit und Zärtlichkeit in der Stimme, die neben der technischen Kunstfertigkeit sehr berührend ist und tatsächlich dieses "Un'aura amorosa" sehr plastisch werden lässt und einen für so manch' andere Aufnahme regelrecht verdirbt.... Ich verneige mich jedenfalls vor diesem Sänger, der nicht mit lauten, gellend-goldenen Tönen auftrumpft, dafür aber mit einer riesigen Palette von Zwischentönen feinste Pastelle malt.

    Lieber Greghauser,


    eine ganz tolle Sache, die Du da angestoßen hast, klasse! Ich habe direkt Deinen youtube-Kanal abonniert und möchte andere Taminos ermuntern, desgleichen zu tun. Und gerade Hans Krotthammer, der mir bisher überhaupt noch kein Begriff war, ist eine echte Entdeckung, eine wunderschöne Stimme, kristallklare Diktion, sensible Phrasierung und äußerst kultiviert gesungen. Ich bin gespannt, was da noch alles kommt. Danke für all Deine Arbeit.


    Don Gaiferos, kennst Du die hochinteressante 9CD-Liszt-Box von Gramola, mit dem Titel "Franz Liszt - the sound of Weimar"? Liszt einmal authentischer und "wissenschaftlicher"...

    Lieber Adriano,


    vielen Dank für Deinen Hinweis! Diese Aufnahme kenne ich noch nicht, ich werde dem direkt einmal nachgehen, zumal ich es auch immer spannend finde, wenn mit Instrumenten aus der jeweiligen Zeit bzw. auf Nachbauten musiziert wird. So fand ich z.B. auch Arthus Schoonderwoerds Aufnahmen zu Beethovens Klavierkonzerten sehr spannend, kennst Du die?


    Ich kenne Bent Rundgren nur aus einer Einspielung, in der er allerdings sehr eindrucksvoll gesungen hat, nämlich in dieser live-Einspielung von Tristan und Isolde, einer live-Aufnahme, die mit einer grandiosen Besetzung aufwartet, jedoch leider durch die Windgeräusche über weite Passagen nur ein getrübtes Hörvergnügen bietet.


    https://www.amazon.de/s?k=tris…3%95%C3%91&ref=nb_sb_noss


    (normale Verlinkung ergibt nur den berühmten "Punkt":)