Beiträge von Don_Gaiferos

    In der Tat immer wieder faszinierend, dem Mann zuzusehen. Ein einzigartiger unter den Besonderen. Die Virtuosität und Ausdruckskraft seines Spiels ist enorm. Auch seine Zusammenarbeit mit anderen Musikern ist immer auf höchstem Niveau, so wie hier mit dem unerreichten Sänger Camarón de la Isla:

    Na, dann möchte ich doch mal ein Beispiel der sperrigen, spröden, schwer zugänglichen Musik Regers hier einstellen:



    Also, da kann man noch Vieles entdecken, was gar nicht so unzugänglich ist! Obwohl es schon wahr ist, manches ist tatsächlich schwere Kost.


    liebe Grüße

    Hier gibt es seltenen Kalman zu hören, "die Faschingsfee", dargeboten von dem herrlichen lyrischen Tenor Manfred Schmidt aus Berlin, wenn er noch am Leben ist, müsste er so um die 90 Jahre sein. Irgendwann muss ich ihm auch einmal einen eigenen Thread stiften. Bis dahin, hören wir hier einmal hinein:

    Ich habe Wilhelm Strienz auch in meiner Schallplattensammlung, neben dem bereits erwähnten "Heimat, Deine Sterne", was für viele Menschen damals wohl ein Lied gewesen ist, das ihnen in schwierigen Zeiten Halt gegeben hat, gibt es noch dieses prä-Heintje-Mama Lied ("Gute Nacht, Mutter"), das bei aller Sentimentalität und Larmoyanz eine kernige, sonore, schön gefäbte Stimme zeigt.



    Also, ich höre die Platten immer wieder mal gerne.

    In der oben genannten Box ist auch diese wunderschöne Messe enthalten (wenn auch in anderer Besetzung):

    Michael Haydn

    Missa Sancti Aloysii

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    Innig, lieblich, spannungsreich, sich bisweilen auch mit starken Akzenten aus dem gar zu sanglichen Schmelz befreiend, so empfinde ich diese sehr schöne Messe. Dass Michael Haydn seine Stärken v.a. im Bereich der Kirchenmusik ausspielen konnte, legt die Schallplatte auf eindrucksvolle Weise dar. Diese ist nur eine von rund 40 Messen die Michael Haydn komponiert hat. Auf youtube kann man sich einen Eindruck verschaffen:


    Auch von meiner Warte besten Dank an Nemorino für die Präzisierung und Ergänzung. In der Tat, wenn man sieht, was sonst so alles zu günstigen Preisen wieder aufgelegt wird, kann man nur hoffen, dass es mit den Sonaten-Einspielungen in ähnlicher Weise der Fall sein wird, hier scheint mir der künstlerische Wert tatsächlich außergewöhnlich zu sein.


    Die Denon-Aufnahmen scheinen vor allem über den japanischen Markt bezogen werden zu können, einen Eindruck von diesen Aufnahmen kann man sich dank eines japanischen Youtube-Kanals auch verschaffen:



    Auch diese Einspielungen sind vom Feinsten, meiner Meinung nach!

    R-4837899-1450050819-6780.jpeg.jpgDiese Einspielung habe ich heute nicht im Elektrogroßmarkt, im CD-Laden, im Internet als Download gekauft, oder bei Spotify und Co gestreamt - ich habe sie im Schallplattenladen - glücklicherweise gibt es sowas hier in der Gegend noch- gekauft. Und was für eine hinreißende Platte! Ich habe noch nie gehört, dass jemand die Sonaten mit einer solchen delikaten, feinsinnigen, sublimen Ästhetik gespielt hätte, mit solch munterer Beredsamkeit einerseits, und soviel unendlicher Zartheit andererseits; da kann man in der Tat nur staunen, und ich würde mir wünschen, dass einer der großen Verteiler wie Naxos, Brilliant Classics o. ä. diese Aufnahmen in ihr Programm aufnehmen, damit sie viele Menschen hören können. Ansonsten sind die CDs derzeit wohl am ehesten hier greifbar:


    Ich tue mir auch immer sehr schwer mit Lauritz Melchior, das Problem ist v.a., dass ich selbst nicht recht ergründen kann, warum, deswegen habe ich auch noch nicht soviel über ihn geschrieben.


    Völlig klar, er ist ganz ohne Zweifel ein höchst bedeutender Tenor, er ist eine Klasse für sich: so souverän, wie er auch schwierigste Partien bewältigt, das ist absolut Ehrfurcht gebietend. Die Stimme sitzt, ist technisch sehr gut geführt, Diktion und Phrasierung sind absolut untadelig - und doch, irgendetwas stört mich, ohne dass ich genau weiß, was, andere, eher limitierte Sänger als er, erreichen mich da mehr.


    Ist er vielleicht ZU souverän? Ist es dieses charakteristische Timbre, das mir irgendeinen letzten Grad der Annäherung verwehrt?


    Ich weiß es nicht - da hilft wohl nur eines: noch viel mehr Melchior hören! Und dann neuerlich bewerten.

    Auch ich bei meinem Streifzug durch die Schallplattensammlung auf Karl Terkal und seine betörend gefärbte, leuchtende Stimme gestoßen: hier singt er in Leo Falls "Dollarprinzessin":


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    Lieber Caruso41, kann es sein, dass es diesen "Fidelio"-Querschnitt auch in einer Version mit Farbdias gibt? Ich habe dummerweise einen Großteil meiner Schallplatten bei meinen Eltern gelagert, aber meine mich daran zu erinnern, dass ich diese Ausgabe auf einem Flohmarkt gekauft habe. Gruß Calatrava

    Ich habe diesen Querschnitt in der einfachen Ausgabe, also ohne Farbdias, in meiner Schallplattensammlung gefunden und angehört. In der Tat ist die Sängerriege, wie ich finde, eher schwach (Pizarro), solide (Florestan), und das wirkliche Highlight ist Anja Silja, die wirklich sehr überzeugend und emotionsreich die Leonore singt. Auch Lovro von Matacics Dirigat hat mir sehr gut gefallen. Klangtechnisch hatte ich auch den Eindruck, dass es aus der damaligen Zeit noch besser Klingendes gibt, aber es wurde ja auch schon erwähnt, dass die Übernahme durch Eurodisc zu einer gewissen Einbuße der Qualität geführt hat. Insgesamt leuchtet Anja Siljas Stern in dieser Aufnahme m. E. umso heller angesichts des wenig herausragenden sonstigen Ensembles.

    Manchmal ist der Wurm drin...


    An den Holzwurm Teil II


    Der Holzwurm ist, ganz fabelhaft,

    ein Tier, das es immer wieder schafft,

    ganz menschlich zu agieren,

    um liebevoll zu kritisieren.


    Sowohl sich selbst, als auch die anderen Konsorten,

    verhohnepiepelt er mit seinen Worten.

    Aber Vorsicht! Schließlich weiß ein jeder,

    dass jeder Angler Würmer nimmt als Köder!


    Doch sei nur nicht bange, lieber Holzwurmling, fürchte keinen Sturm,

    Selbst ein Drache wie ich, ist letztendlich auch nur ein - großer Lindwurm.

    Drum gratuliere ich Dir, lieber Jubilar, höhle weiterhin das Holz!

    Wir stoßen an auf den weiteren Wurmfortsatz - und sind auf Dich stolz!

    Lieber Adriano,


    danke für die Richtigstellung und Ergänzung, angesichts der Fülle der unterschiedlichen Cover und Ausgaben habe ich das falsche verlinkt - außer bei den Vinyl-Schallplatten, da hat das Foto dann gestimmt ;)


    Ganz liebe Grüße in die Schweiz,


    a propos, einen Schweizer Jazz-Musiker hatte ich heute auch schon auf dem Plattenteller liegen:


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    Auch eine tolle Platte, bisserl Swing, bisserl Dixieliand, hat mir gefallen. Allerdings weiß ich nicht, ob diese LP auf irgendeiner CD-Einspielung enthalten ist.

    Ich lausche gerade der Vierten Symphonie Beethovens in der 1977er Einspielung von Karajan. Dies geschieht jedoch nicht vermittels der CDs, die ich seit Jahren besitze und immer wieder gerne höre; derzeit lausche ich den sorgfältig gereinigten Vinyl-Schallplatten der deutschen Grammophon. Ich will dabei gar nicht darüber nachdenken, was denn nun besser klingt; schließlich ist das kein Wettrennen; und auch wenn der stabführende Maestro meinte, alles andere im Vergleich zur CD sei "Gaslicht" - nun, so ziehe ich eine wunderschöne alte Gaslicht-Laterne bisweilen dem LED-Licht durchaus vor. Jedenfalls finde ich den Klang, der mir hier erstaunlich rausch- und knisterfrei entgegenströmt, sehr plastisch, körperhaft, vollmundig, und erbaue mich sehr.


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    Hier auch die CDs, wer doch lieber die Annehmlichkeiten des Digitalangebotes schätzt:


    Lieber Holzwurm-Hans,


    da greife ich doch gerne zur Feder:


    AN DEN HOLZWURM


    Ei, was ist das für ein Bo-Hey?!

    Durch's ganz Forum tönt der laute Schrei!

    Der Holzwurm ist am Jubilieren,

    und wir alle sollen ihm gratulieren!

    Sapperlot! Beim alten Frick!

    Ist das vielleicht doch nur ein Trick?

    Unsicher, ob ich wache oder träume,

    verfasse ich ein paar Paarreime,

    auf des Holzwurms großen Wert,

    damit er sieht, dass man ihn ehrt.


    Musikhörer sind bierernste Leute,

    einer zerreißt, was den anderen freute,

    hin und her wogt der Streit,

    bis man sich fast entzweit.

    Der Holzwurm ist dicke Bretter schon gewohnt,

    und damit ein jeder sein Nervenkostüm schont,

    fräst er fröhlich sein Verse,

    lustige und manchmal auch per...*ähm*...perfide ^^

    und entkrampft den bitteren Zwist,

    weil Lachen das beste Gegengift ist.


    Der Holzwurm ist ein lustiger Gesell,

    und spiegelt seines Schöpfers Naturell,

    ist lustig, fröhlich, friedfertig, voller Anarchie:

    insgesamt, ein ganz herrliches Vieh!

    Und Hans A. Hey, dieser originelle Erdbewohner,

    verdient eine Umarmung, trotz Corona!



    herzlich, der grüne Forums-Drache


    Don Gaiferos alias Boris

    Dufte - knorke - schnafte: Berliner Originale


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    https://www.amazon.de/Dufte-Kn…challplatte/dp/B004VLY3IY


    Hier findet sich ein buntes Sammelsurium von Bekanntem und Entlegenem, typische Berliner Schnauze, Kleinkunst, Chansons, auch Hochrangiges und künstlerisch Wertvolles. Von Claire Waldoff bis Richard Tauber. Für mich als Nicht-Berliner eine hochinteressante Fundgrube, viele Namen sind neu und laden zur Entdeckung ein.


    Nie als CD erschienen, soweit ich weiß; zumindest hier auf youtube nachzuhören:


    Liebe Musikfreunde,


    da ich Moment wieder meine Plattensammlung rauf-und runterhöre, und zum Teil digitalisiere, möchte ich hier immer wieder mal die ein- oder andere Platte vorstellen, die heraussticht.


    Natürlich interessieren mich auch Eure Schallplattenfunde; egal ob neu oder alt, Klassik, Jazz oder Sonstiges, ob billiger Flohmarkt-Fund oder sündhaft teure Sonderpressung, Dinge die es schon längst auf CD gibt, und die ihr dennoch lieber in Vinyl hört, oder Entlegenes, dass nur als Schallplatte erhältlich ist:


    hier können bemerkenswerte Schallplatten aller Art vorgestellt werden. Kommentare aller Art natürlich herzlich willkommen. Die Welt ist eine Scheibe! Und zwar eine aus Vinyl.

    Erstaunlich auch, wenn man den musikalischen Hintergrund von Fred Bertelmann betrachtet, der mit solchen sonderbaren Gassenhauern wie dem "lachenden Vagabunden" bekannt wurde; immerhin, hier lachte ein Profi:


    "Zu dieser Zeit wollte er eigentlich Kinderarzt werden, er hatte sogar mit dem Studium dazu begonnen, doch dann siegte der Hang zur Musik, und er studierte Cello, Violine und Trompete bei Anton Gruberbauer am Konservatorium Nürnberg. Gleichzeitig vertiefte er sein Wissen über den Gesang bei dem Heldenbariton des Nürnberger Opernhauses, Johnny Born. Zusätzlich absolvierte er eine Ausbildung zum Schauspieler und Sänger am Nürnberger Konservatorium und an der UFA-Schauspielschule. (...)

    (...)Von Hamburg zog er wieder nach Nürnberg, wo er weiter Gesang studierte." [im Jahre 1950]

    (wikipedia)


    Da stimme ich Dir zu, lieber La Roche.


    Hier kommt noch ein ausgebildeter Opernsänger, der als solcher aber nicht weiter in Erscheinung getreten ist, sondern als Spezialist für Chansons, Lieder und Schlager im Stile der 20er und 30er Jahre; natürlich kann das nur Max Raabe sein, von dem die Rede ist:


    "Ab 1988 studierte Raabe Gesang an der damaligen Hochschule der Künste Berlin, die er 1995 als staatlich geprüfter Opernsänger (Bariton) verließ.[6]"

    (wikipedia)


    Immer eine große Freude und ein Vergnügen, seine espritvollen, charmanten und amüsanten Darbietungen zu hören:


    Auch der weiland sehr bekannte Schlagersänger Gerhard Wendland wollte ursprünglich Opernsänger werden:


    "Gerhard Wendland brach ein Jurastudium ab und wandte sich dem Gesangsstudium an der Musikhochschule Berlin zu. Er hatte beschlossen, Opernsänger zu werden. Der Dirigent und Komponist leichter Musik, Franz Grothe, überredete ihn zu Schlageraufnahmen. "

    (wikipedia)


    Große Erfolge hatte er unter anderem mit diesem Song:


    Karel Gott ist hier aber schon interessant und leuchtend, oder?

    Lieber Greghauser,


    doch, das würde ich auch sagen, ich finde, er hatte wirklich eine gute Stimme, und höre ihm gerne zu.


    Lieber La Roche,


    danke auch für den Hinweis auf René Kollo. Ich würde zwar nie auf die Idee kommen, ihn als "nicht-klassischen" Sänger zu beschreiben aufgrund seiner weiteren Karriere, aber Du hast völlig Recht, er hat ja als Schlagersänger begonnen, bevor er dann zum Opernsänger wurde; was wohl recht selten ist, den umgekehrten Fall, dass Profi-Opernsänger in der Unterhaltungsmusik tätig sind, ist ja durchaus häufig.


    viele Grüße

    Bei Nina Hagen war ich immer der Meinung, sie sei ausgebildete Opernsängerin, irgendwo hatte ich das immer wieder mal gehört, zweifelte auch nicht daran, da man schon viele Auftritte und Gesangs-Beispiele findet, die eine ausgebildete Stimme verraten. Wikipedia gibt die Ausbildung als Opernsängerin jedoch nicht her, da heißt es:


    "1974 beendete Hagen eine einjährige Gesangsausbildung am Zentralen Studio für Unterhaltungskunst als staatlich geprüfte Schlagersängerin"


    Weiß da vielleicht jemand mehr?


    Wie dem auch sei. Sie ist jedenfalls schon eine echte Nummer, die "Godmother of Punk", Talent und Stimme hat sie sicher, Originalität und Eigenwilligkeit ohne Ende, und einen ordentlichen Schuss Durchgeknalltheit sowieso. Hier singt sie, neben einem anderen Song auch Carmen; irgendwie schaudert's einen, und doch ist man fasziniert und kann nicht wegschauen bzw. -hören:



    oder auch hier eine völlig abgedrehte "Habanera" aus Carmen: