Beiträge von Don_Gaiferos

    Ich habe heute auch diese Symphonie wieder erschallen lassen, und auch die Österreichisch-Ungarische Haydn-Philharmonie lässt hier keine Wünsche offen, weder interpretatorisch noch klanglich, die Hörner schmettern, und auch der Rest des Orchesters unter Leitung von Adam Fischer zeichnet sich durch hohe Spielfreude und Dynamik aus, wobei niemals Eleganz und Ausgewogenheit verloren gehen. Dass die Aufnahmen im Haydnsaal in Schloss Esterhazy in Eisenstadt realisiert wurden, wo Haydn jahrelang als Kapellmeister tätig war, ist dabei nur ein weiteres Sahnehäubchen.



    Derzeit ist diese Box nochmals preislich reduziert; im Moment bekommt man 30 Cds für 29,99Euro, und ich kann diese Sammlung nur sehr empfehlen.


    Ich lausche gerade dem 1. Klavierkonzert, und kann auch nur staunen, dass diese Musik so wenig präsent ist; sie scheint mir auch durchaus eigenständig zu sein, anmutig, nachdenklich, geschmeidig fließend, rhythmisch straff, lieblich, aufbrausend...viele Stimmungen und Schattierungen werden hier zum Klingen gebracht. Das Orchester begleitet teilweise mit pizzicati die einprägsamen, ariosen Melodien des Klaviers. Vieles kommt einem natürlich schon vertraut vor, und dennoch auch wieder neu. Eine echte Bereicherung und Entdeckung - über eine Nxos-Serie o.ä. würde ich mich auch freuen, um diesen Komponisten wieder mehr ins Blickfeld zu rücken.


    (Originalbeitrag vom 5. August 2016)

    Am ehesten noch sind die bulgarischen Sänger mit ihrer großen Tradition präsent - bei den Pianisten ist das dagegen kaum der Fall.

    Lieber Holger,


    das deckt sich mit meiner Wahrnehmung. Die großen Sängerinnen und Sänger kennt man nach wie vor, man findet auch ohne Weiteres Aufnahmen, auch auf CD, und Sonya Yoncheva ist nicht nur den Klassikliebhabern in Bulgarien durchaus ein Begriff.


    Auch in der sehr reichen Volksmusik Bulgariens spielt der Gesang eine große Rolle; vielleicht, dass man sich deswegen auch in der Wahrnehmung eher auf die Sänger als auf Komponisten, Dirigenten, Instrumentalisten konzentriert.


    Und dass die breite Masse auch eher "Chalga" und ähnliche Pop-Musikstile hört, ist natürlich auch nicht von der Hand zu weisen.


    Ansonsten bleibt zumindest der Trost, dass viele Schallplatten mit Youri Boukoff auf youtube zu hören sind, hier ein Beispiel:


    Auch dieses wunderschöne Panis Angelicus ist erst vor wenigen Stunden hochgeladen worden; ein sehr berührendes Denkmal für den Sänger Ruggiero Orofino. Ruhe er in Frieden, und mögen uns und alle Musikfreunde seine Aufnahmen noch lange begleiten:


    In diese hochinteressante Thematik möchte ich auch gerne einsteigen. Daher habe ich, da ich eh am Computer war, einmal nach interessanten Aufnahmen Ausschau gehalten.


    Bei op. 33 Nr. 1 stieß ich auf diese interpretatorisch sehr interessante Einspielung des Tesla-Quartets (ein junges, aufstrebendes Quartett, das 2008 an der Juilliard School gegründet wurde), das für mich keinerlei Wünsche offenlässt. Kleine Wackler dieser Live-Aufnahme schmälern für mich den superben Gesamteindruck dieses hochkarätigen Ensembles in keiner Weise, im Gegenteil, die Frische, Natürlichkeit und Dynamik dieser Live-Aufnahme sind überbordend. Auch Ton- und Bildtechnik sind vorzüglich.


    Hier wird mit großem, vollem und rundem Ton musiziert, die Schönheit, große Emphase, aber auch die Verspieltheit und tänzerische Elegance, die Verschmitztheit und die Beherztheit der großartigen Komposition werden vortrefflich eingefangen.


    In jedem Fall finde ich hier nichts Sprödes oder Akademisches, sondern eine sehr sinnliche, noble und empfindungsreiche Musik, die sehr hörenswert ist; in dieser Einspielung allemal.


    Lieber Moderato,


    bitte entschuldige das Versäumnis, die Angaben liefere ich sehr gerne nach; es handelt sich bei der Brilliant Classics - Box um die berühmte Einspielung mit dem österreichisch-ungarischen Haydn Orchester unter Adam Fischer.


    Die LP - Einspielung, fällt mir gerade auf, war tatsächlich nicht dieselbe wie die CD; hier dirigierte Antal Dorati die Philharmonia Hungarica.

    Sollte es denn möglich sein - eine der schönsten, witzigsten, originellsten Symphonien Haydns, und der zugehörige Thread liegt seit Jahren brach und erschöpft sich nach nur 9 Beiträgen?


    Hier gilt es, Einhalt zu gebieten! Diese Symphonie erklingt bei mir derzeit in dieser Aufnahme:



    Derzeit sogar auf Vinyl, obwohl mir die oben gezeigte Aufnahme auf CD ebenfalls vorliegt.

    Der erste Satz wird hier wunderbar dramatisch, energisch, beinahe schroff gespielt; allerdings werden auch die lyrischen, sanglichen Momente prachtvoll und behutsam entfaltet.


    Das Beiheft weist zurecht darauf hin, dass diese Symphonie eigentlich "sehr ernst und anspruchsvoll" ist, trotz des heiteren, vergnüglichen Einfalls, die Musiker nach und nach verschwinden zu lassen (den Hintergrund zu dieser Idee kann man weiter oben nachlesen).


    Jedenfalls scheint mir diese Symphonie unbedingt hörenswert zu sein, sie ist nicht nur Ausdruck einer albernen Laune, einer Spielerei, sondern kennt auch aufbrausende, dramatische Momente, enthält nachdenkliche sowie verträumte Elemente, ist mitunter beseelt von tänzerischer Grazie und leichter Anmut, gibt sich heiter und aufgeräumt, bevor wieder sehnsuchtszarte Schleier aufziehen, die im nächsten Moment wieder von kraftvollen Ideen abgelöst werden, bis am Schluss nur noch zwei Violinen zu hören sind, die leise den Abgesang ertönen lassen...


    Jedenfalls würde es mich sehr interessieren, ob sich die anderen Tamino-Freunde bereits von der Abschieds-Symphonie verabschiedet haben, oder sie dieses Werk immer noch gerne auflegen/ einlegen/ streamen oder auf andere Weise erklingen lassen.

    Ich möchte auch noch auf diese wunderschöne Live-Videoaufnahme vom Delfter Festival verweisen, die ein Hörgenuss ersten Ranges ist, und auch beim Betrachten der Musiker, der Zuhörer und des ganzen Rahmens sehr viel Freude bereitet.


    Es spielen: Liza Ferschtman, Alina Ibragimova, Amihai Grosz, Jakob Koranyi, Gijs Kramers


    Laut Themenverzeichnis und flüchtiger Recherche habe ich im Taminoforum noch keinen Thread für Norbert Orth gefunden - das muss geändert werden!


    Der Tenor wurde 1939 in Dortmund geboren; seinen ursprünglichen Plan, Industriekaufmann zu werden, gab er zugunsten der Opernkarriere auf. 1966 gab er sein Debut in "Cosi fan tutte", und in Mozartrollen war er auch häufig zu erleben. Beim Werbepartner tue ich mir etwas schwer, Aufnahmen zu finden; stellvertretend möchte ich zumindest diese DVD einstellen:



    Einen weiteren Bereich, den er meisterhaft beherrschte, war die Operette, davon mag dieses Video Zeugnis ablegen:



    Hier zeigt sich seine mühelos strahlende Stimme voller Schmelz, die Eleganz seiner Phrasierung, die Klarheit seiner Diktion, seine temperamentvolle Gestaltung.


    Aber nicht nur lyrischen Glanz konnte er aufscheinen lassen, auch im jugendlich-heldischen Fach reüssierte er als u.a. als Lohengrin und Tannhäuser.


    Hier ein Beispiel aus den Meistersingern:



    Die Stimme klingt sonor und tragfähig, verfügt auch noch über den Schmelz und die sichere Tongebung, wenngleich auch -naturgemäß- die Eleganz und Leichtigkeit hier weniger zum Tragen kommt. Dennoch singt er prachtvoll, ohne zu Forcieren, textverständlich, mit gelungener Phrasierung. Für mich ein sehr einnehmendes Klangbeispiel seines Könnens.


    Leider habe ich ihn nicht selbst auf der Bühne erlebt und besitze auch (noch) nicht viele Tonträger mit ihm, von daher freue ich mich auf die Berichte und Empfehlung der anderen Musikfreunde.

    Auf seinem youtube-Kanal macht "Klaus-Richard St" immer wieder seltene und exquisite Aufnahmen zugänglich. Und in dieses bunte Feuerwerk passt auch der herrlich singende Tenor Norbert Orth, der hier aus Fred Raymonds selten zu hörender Operette "geliebte Manuela" die Arie "Lass die Frau, die Du liebst, nie allein". Das ist mit solchem Temperament, Verve und Grandezza gesungen, dass es eine wahre Freude ist:

    Es ist schon eine Genuss, wenn man im fotgeschrittenen Alter immer noch Werke seiner Lieblingskomponisten findet, die man noch nie gehört hat, oder so selten, daß sie einem aus dem Gedächtnis entschwunden sind und man theoretische "Neuland " entdeckt - Im konkreten Fall triff ersteres zu.

    Lieber Alfred,


    genau so sehe ich das auch, so dass die Niederlage doch bald abgewendet werden kann und Du auch sicher nicht über die Entdeckung enttäuscht sein wirst! Ich bin ja sehr gespannt, welche Aufnahmen Du ausgewählt hast, und wie Deine Reaktionen dazu sind.


    Hier sehe ich übrigens einen absoluten Mehrwert der Reisen-Boxen von Brilliant Classics und ähnlichen Labels, auch wenn viele Musikfreunde von dieser Überfülle abgeschreckt sind und Probleme haben, alles das zu verstauen: man hat eine wirklich enzyklopädische Werkauswahl, und auch wenn nicht alle Aufnahmen Referenzaufnahmen sind, so sind sie doch zumeist sehr schön und gut anhörbar, und so kann ich dann immer schnell auf die entsprechenden Anregungen reagieren.


    Natürlich kann ich nicht jeden Komponisten so ausführlich dokumentieren, aber zumindest bei Haydn, Mozart, Beethoven und einigen wenigen anderen Komponisten möchte ich schon eine möglichst große Zahl an Werken zur Verfügung haben; diese wuchtigen CD-Boxen bescheren mir schon seit Jahren immer wieder freudige Entdeckungen.


    Also, schauen wir mal, mit welchen Einspielungen Du dann aufwarten wirst demnächst....

    Ich wünsche allen Musikfreundinnen und Musikfreunden ein schönes Osterfest, egal ob drinnen oder draußen, ob mehr oder weniger christlich geprägt, möge Euch allen Gesundheit, Harmonie und ein musikreiches Fest beschieden sein!

    Lieber astewes,


    als Vinyl-Freund bin ich ja der Meinung, Du müsstest doch unbedingt mal Deinen Schallplattenspieler reaktivieren, vor allem wenn Du solche Schätze da noch in Vinyl-Form hast. Alternativ kannst Du aber die wunderschöne Grumiaux-Aufnahme auch hier anhören:



    Ich werde mal schauen, welche Einspielungen ich sonst noch im hauseigenen Archiv finde...

    Ich möchte an Michel Sénéchal erinnern, der nicht nur viele Aufnahmen durch seinen wunderschönen Tenor in Nebenrollen veredelt hat -so zum Beispiel hat in der legendären Boheme-Aufnahme mit Pavarotti gesungen, oder in Offenbachs Meisterwerk Hoffmanns Erzählungen jeweils Andrès, Cochenille, Pitichinaccio, Frantz -, er hat bei vielen maßstäbliche Aufführungen besonders im französischen Repertoire mitgewirkt, bei denen er auch Hauptrollen gestaltet hat. Einen Ausschnitt kann man hier genießen:



    Sehr hörenswert diese CD:


    Lieber Alfred,


    hoffentlich komme ich da mit meinem dampfbetriebenen, vollkommen analogen Computer noch mit. Aber Josef RUDELMEYER-PASCHITZKY kenne ich, das ist ein guter Mann, hat der nicht auch im Film "die gelbe Rose" mitgespielt? Ich meine, er wäre mit einer Meerjungfrau verheiratet, für die er extra einen Swimmingpool in seinem Hause hat installieren lassen, kann aber sein, dass ich mich täusche.


    Jedenfalls freue ich mich sehr, dass die gespeicherten Daten zukünftig aus dem Stratocumulus regnen können - hoffentlich gibt das kein Donnerwetter!

    Lieber astewes,


    ganz herzlichen Dank für Deinen Beitrag, Gottschalk kenne ich tatsächlich nur in Form einer CD-Einspielung aus dem Hause Naxos:



    Sehr schöne, eigenwillige, farbenreiche Musik, die bei mir auf Vinyl noch nicht vertreten ist. Ich kann Dich auch nur animieren, den Schallplattenspieler wieder "auszumotten", ich schwelge derzeit in Vinyl, und habe größte Freude daran.


    Derzeit lausche ich der ganz wunderbaren Einspielung des Mozart Requiems unter dem Dirigat von Hermann Scherchen, die auch auf CD erschienen ist, allerdings bei JPC derzeit nicht verfügbar ist. Die Aufnahme besticht durch sehr getragene, jedoch niemals schleppende Tempi, die das Requiem in großer Erhabenheit, verinnerlichter Trauer und Ergriffenheit erklingen lassen, ohne jeden Bombast, Larmoyanz oder Schwerfälligkeit. Auch ganz herausragend die Solisten, u. a. Sena Jurinac bilden ein Vokalensemble vom Feinsten. Die Schallplatte ist auch klanglich sehr erfreulich, eingedenk der Tatsache, dass sie aus dem Jahre 1958 stammt. Eine ganz famose Einspielung.


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    Manchmal staunt man schon über die allgemeiner Wertschätzung und Verachtung, die dem Vinyl gleichzeitig entgegengebracht wird.


    Als heute meine Frau im Schuhgeschäft nach edlem Schauwerk Ausschau hielt, verdrückte ich mich in eine stille Ecke, um mir die Zeit mit dem Durchforsten von ebay-Kleinanzeigen zu vertreiben. Jemand hatte wenige Stunden zuvor ein ganzes Bündel Klassikschallplatten eingestellt - zum Verschenken! Das ließ ich mir nicht zweimal sagen, und der sehr freundliche Herr, der die Platten geerbt hatte und damit nichts anfangen konnte, überließ sie mir gerne.


    So erhielt ich auch eine Gesamtaufnahme von Karajans Einspielung aller Beethoven-Symphonien aus dem Jahr 1963. Zwar besitze ich die Aufnahmen schon seit langem auf CD und teilweise auch schon auf Vinyl; dennoch habe ich mich sehr über diesen Schuber mit all den LPs sehr gefreut, zumal manche in auch noch besserem Zustand sind, als die Exemplare, die ich bereits besitze.


    Genau dieselben Schallplatten sind 2020 nochmals erschienen, und können zu knapp unter 100 Euro erworben werden:



    Verrückte Welt. Hier für 0 Euro vor der Mülltonne gerettet, dort kann man die Neupressung für viel Geld kaufen, noch weitaus teurer als die CDs...


    Ich jedenfalls lausche und freue mich königlich.

    Alfreds sehr schöner Aufnahme möchte ich gerne das folgende Video an die Seite stellen. Niemand Geringeres als Peter Eötvös dirigiert hier das hr - Sinfonie-Orchester, und ich finde diese Aufnahme ganz berückend! Eine bessere Lanze für Reger kann man m. E. gar nicht brechen, tatsächlich schimmert hier Mozart immer wieder durch, aber auch ganz große, schwerblütige, vollmundige, romantische Emotion, das ist schon sehr einnehmend und übt eine große Sogwirkung aus, wie ich finde.


    Ich möchte gerne Oskar Nedbal aufgreifen, der leider viel weniger bekannt ist, als er es verdienen würde, meiner Meinung nach; Operettenfreunden wird seine Operette "Polenblut" noch ein Begriff sein, eine herrliche Operette mit sich schwärmerisch, warm verströmenden Melodien. Daher nimmt es auch nicht Wunder, dass zu ihren Glanzzeiten auch arrivierte Sänger wie Rudolf Schock, Fritz Wunderlich und viele andere einzelne Arien im Repertoire hatten.


    Indes tut man sich heutzutage mit CD-Einspielungen schwer; Schallplattenaufnahmen gibt es, teilweise auch die damals so populären "Querschnitte" oder, wie man es damals gerne nannte, Melodienfolgen, so nachzuhören hier:



    Das ist sowohl gesanglich als auch orchestral schwungvoll, munter, und klangschön musiziert, eine Freude, dieser Einspielung zu lauschen, wie ich finde.


    Ich würde mir ja sehr wünschen, dass sich irgendein verdienstvolles Plattenlabel einmal dieser Perlen annimmt und maßstäbliche Gesamtaufnahmen dieser Werke aufnimmt, allerdings ist das wohl eher unwahrscheinlich, aber man weiß ja nie.


    "Solang's noch solche Frauen gibt, ist unser Polenland, ist Polen nicht verloren"...das sind natürlich Texte, die bieder, altbacken, überholt erscheinen, aber wer bereit ist, sich darauf einzulassen, begegnet einer sehr fein gearbeiteten, exquisiten Musik. Nedbal war nicht nur Komponist, sondern auch ein hervorragender Bratschist, Mitglied des Böhmischen Streichquartetts (so dass es nicht verwunderlich ist, dass er auch sehr feine Kammermusik geschrieben hat), Mitbegründer der böhmischen Philharmonie und Leiter des Slowakischen Nationaltheaters, also insgesamt ein exzellenter Musiker mit großem Hintergrund.


    Heute gedenken wir seines Geburtstages; sein Leben endete tragisch, offiziell wohl durch einen Unfall, es gibt jedoch unbewiesene Behauptungen, er habe sich wegen finanzieller Probleme 1930 in den Tod gestürzt.


    Ruhe er in Frieden, und möge seine Musik noch sehr lange vielen Menschen Freude bereiten. Solange solche Musik noch gespielt wird, ist nicht nur das Polenland noch nicht verloren.

    Ich bin auch der Meinung, wenn man alles standardisiert und vereinfacht, kann man gerade im Bereich der Kultur auch negative Effekte erzielen. So gab es auch Überlegungen, ob man im Spanischen die Tilde abschafft, also das "ñ" abschafft und durch "gn" ersetzt wie im Französischen - ist ja schließlich derselbe Laut. Dann könnte man auch im Französischen die Akzente abschaffen, die schreiben im Internet eh viele Leute nicht mehr. Oder auch das "ß".


    Aber Hand auf 's Herz - sind es nicht die Eigenheiten und Nuancen, die kulturelle Vielfalt ausmachen? Warum nicht gleich alle Sprachen abschaffen und nur noch Englisch? Und Shakespeare im Original? Versteht eh kein Mensch - besser in modernisiertem Englisch...


    Am Ende kommt nur noch ein Einheitsbrei heraus. Eine Sprache, möglichst einfach, eine Musik (beim Grand Prix singt keiner mehr in der Landessprache, alles nur noch englischer Einheits-Pop mit denselben Musikmustern, nichts Landestypisches mehr...), wir essen nur noch leicht konsumierbare Mikrowellen-Fertiggerichte usw....für mich ein Schreckensszenario, von daher denke ich schon, dass es nicht unbedingt erstrebenswert ist, alles einheitlich, einfach und stromlinienförmig zu machen - ganz einfach deswegen, weil auch wir Menschen nicht nur einfach, einheitlich und stromlinienförmig sind.

    Ich gehe da in weiten Teilen mit Caruso konform: ich nutze voller Freude und Dankbarkeit alle mir zur Verfügung stehenden Medien, und lege, nach wie vor, genauso gerne eine Schallplatte auf wie eine CD. Dabei habe ich auch keine Berührungsängste, was Downloads und Streaming-Dienste angeht.


    Wobei es tatsächlich so ist, dass ich Streaming-Dienste im Moment nicht (mehr) nutze und mich abgemeldet habe; nicht, weil ich mit den Leistungen nicht zufrieden gewesen wäre: ich habe einfach so ein riesiges Schallarchiv, das durch CD- und Schallplattenkäufe immer mehr wächst, zudem noch eine Fülle über youtube und co im Internet geboten wird, und ich auch sehr viel Radiosendungen mitschneide, so dass ich schlicht und ergreifend gar nicht die Zeit habe, auch nur annähernd das alles zu hören, was mir da zu Gebote steht.


    Ansonsten finde ich, wie gesagt, alle Möglichkeiten, Musik zu hören, toll, und erfreue mich sehr an all der Fülle, die wir heutzutage genießen dürfen, und die beispiellos ist in dieser Vielfalt.

    Hier kann man Bonaldo Giaiotti beim Unterrichten erleben; dies ist ein höchst eindrucksvolles Zeugnis, und auch im fortgeschrittenen Alter zeigt er eine sehr eindrucksvolle Stimme:


    Ich denke auch, jeden Komponisten wieder dem Vergessen zu entreißen, in einer Fülle von Aufnahmen lückenlos zu dokumentieren und in den Konzertsälen, Köpfen und Herzen der Zuhörerschaft zu etablieren, wäre ein hoffnungsloses Unterfangen.


    Aber so, wie es nicht nur Wein gibt, der in Tausenden von Flaschen im Discounter verkauft wird, sondern auch den seltenen, besonderen Tropfen eines kleinen, regionalen Winzers, so können auch diese Nischen im Bereich der Musik immer wieder neu blühen. Auch, wenn dies dann keine Superlative sind, bahnbrechende Neuerungen oder maßstabsetzende, epochale Werke: Schönes kann es nie genug oder gar zuviel geben, selbst wenn das Publikum dafür ein handverlesenes ist, und dennoch hat dieses kleine Biotop fernab der Autobahn seinen Reiz und seinen Wert.


    Und wie oft ziehe ich Jahre später erst diese vergessenen Aufnahmen wieder aus dem Archiv und freue mich daran; auch der Reiz des Sporadischen ist stark, und mindert die Freude an diesen seltenen Funden nicht.

    Lieber Alfred,


    danke für die Links, diese Einspielungen interessieren mich auch sehr. Unterdessen habe ich auch noch diese sehr schöne LP-Überspielung des Budapest Quartett gefunden, die ich für sehr hörenswert und charaktervoll halte, und wenn man den Kommentatoren glauben darf, einen gewissen Aufnahmerang besitzt, was ich von meiner Warte aus nur bestätigen kann.


    Lieber astewes, vielen Dank für das Einstellen des Videos, da werde ich auch gerne reinhören und vergleichen. Derzeit lausche ich jedoch KV 174 in einer Einspielung mit dem "Chiligirian Quartet", verstärkt durch Yuko Inoue.


    Eine blitzsaubere, sehr lebhafte und wunderbar ausbalancierte, klangschöne Einspielung, die auch mit der Besonderheit aufwartet, dass auch die erste Versuche Mozarts von Satz III (Menuetto, ma allegretto & trio) sowie Satz IV. (Allegro), die er dann wohl aufgab, auf dieser Einspielung zu hören sind.


    Die CDs sind auch außerhalb der großen Brilliant-Box mit Mozarts Gesamtwerk, die mir hier zur Verfügung steht, als Einzel-CDs erhältlich. Es handelt sich ursprünglich um eine Aufnahme aus dem Hause CRC Records.