Beiträge von Don_Gaiferos

    Ich habe da auch mal reingehört - hui, also das fand ich manches schon am Kitsch sehr nahe vorbeigeschrammt. Er singt sicher sehr gut, obgleich ich finde, dass er so ein eigenwillig, schnelles, sehr eng geführtes Vibrato bisweilen an den Tag legt, dass fast ein bisschen "meckernd" klingt - aber auch ich will schließlich nicht meckern, er singt das insgesamt schon edel und exquisit, allerdings mit den Mantovani-Streicherorgien im Hintergrund, das fand ich dann irgendwie etwas viel Sahne mit Doppelrahmstufe; weniger ist da manchmal doch mehr.

    Verstehe ich das richtig, dass Aufnahmen bei Vocal Classics NUR über die Homepage zu beziehen sind? Also bei Amazon und JPC findet man CDs des Labels nämlich gar nicht.

    Lieber Gregor,


    meines Wissens nach ist dem so, wobei ich bisher noch nie Probleme bei Vocal Classics (bzw. dem Hamburger Archiv für Gesang) hatte, die CDs wurden immer schnell und zuverlässig geliefert.


    Ansonsten freue ich mich sehr über Deinen Fund, das ist sicherlich eine sehr hörenswerte Aufnahme, selbst wenn sie nicht identisch ist mit Deinem Opernbesuch.

    Otello50 hat ja schon viele Stationen in seinem Eröffnungsbeitrag genannt; hier nochmals aus Frederic Kalts Feder einige Stationen seiner Karriere (meine Übersetzung):


    (...)Karlsruhe war mein erster Vertrag. Er lief über zwei Jahre. Ich sang den Zigeunerbaron, Ariadne auf Naxos, und Turandot. Ich habe auch noch in einer anderen Operette gesungen, aber ich kann mich beim besten Willen nicht mehr an den Titel erinnern. Drei Tenöre sind krank geworden, deshalb habe ich die Rolle in zehn Tagen einstudieren müssen, und habe infolgedessen diese traumatische Erfahrung vergessen 😂. Ich habe an der Scala gesungen; Manon Lescaut. Zurich, Otello and Turandot. Berlin; Ariadne auf Naxos und Otello. Wien; Turandot Tosca, and Trovatore. (...)Bregenz Seefestspiele; Francesca da Rimini (davon gibt es eine Aufnahme), Antwerpen; Turandot (Ich glaube, auch davon gibt es eine Aufnahme), Madame Butterfly, (ebenfalls aufgenommen). (...) Ich begann meine Karriere als freischaffender Opernsänger 1987 nachdem ich The Metropolitan Opera National Counsel auditions gewonnen habe. Danach begann ich meine Karriere in Eugene, Oregon mit Tosca. Danach an der New York City Opera; Faust. Shreveport; Carmen, Minneapolis Opera; Carmen, Puerto Rico; Carmen, Helsinki; Carmen, Carnegie Hall; Verdi Requiem, Tel Aviv; Verdi Requiem(...)"

    Frederic war so nett, mir wieder zu antworten; er hat mich auch ermutigt, ihm weitere Fragen zu stellen, wenn ich möchte, da er sich trotz allen Bedauerns und aller Trauer sehr freut und geehrt fühlt, dass wir an ihm und seinem Gesang soviel Interesse zeigen. Wenn Ihr also Fragen an ihn habt, werde ich sie herzlich gerne weiterleiten.


    Ich hatte ihn gefragt, ob er deutsche Wurzeln hat (was angesichts seines Nachnamens ja nahe liegt), und ob er positive Erinnerungen an Deutschland und Europa hat.


    Er sagte mir, dass seine Großeltern aus Deutschland kamen, seine Großmutter aus Kaiserslautern und sein Großvater aus Stuttgart. Weitere familiäre Wurzeln gibt es in Wales.


    An Europa und Deutschland hat er viele sehr positive Erinnerungen, sein erstes festes Engagement war in Karlsruhe für zwei Jahre. Er lebte zu der Zeit in Linkenheim. Er schrieb auch, dass ihm vor allem das Reisen und die Begegnung mit den Menschen fehlt, das hat ihm viel bedeutet.


    Völlig von den Socken war ich ja, als er mit erzählt hat, dass er hier in meiner Nähe auch schon gesungen hat - nämlich in Saarbrücken in Turandot! Er meint, dass es da evtl. einen Mitschnitt seitens des Theaters geben könnte, auf jeden Fall aber Fotos, da werde ich auf jeden Fall mal nachforschen.


    So viel für heute,

    Liebe Forums- und Musikfreunde,


    nach langem Hin- und Her hatte ich mich entschieden, Frederic Kalt zu schreiben; ich dachte, dass er vielleicht ja auch froh wäre, zu sehen, dass es noch Jahre später Menschen gibt, die seinen Gesang schätzen, und dass er ganz und gar nicht vergessen ist, zumal er ja schlimmstenfalls meine Nachricht auch ignorieren könnte.


    Jedenfalls hat er mir überaus freundlich und warmherzig mit einer langen Mail geantwortet. Er bat mich, Euch alle herzlich zu grüßen und Euch über ihn upzudaten, was ich hiermit sehr gerne tue. Es geht ihm so weit wieder recht gut; er ist mittlerweile 64 Jahre alt und lebt in Alaska. Er ist geschieden, lebt aber in einer neuen Beziehung. Er hat sechs Kinder und freut sich im Oktober auf den achtzehnten Enkel.


    Er hat eine wahre Odyssee an Erkrankungen hinter sich, mehrfache Chemotherapien wegen Krebs, drei Herzinfarkte (MS hat er allerdings nicht, sagt er, weil das wohl auch irgendwo berichtet wurde). Die ganzen Behandlungen und Bestrahlungen haben ihn zwar gesundheitlich sehr mitgenommen, jedoch ist er mittlerweile wieder besser dran und stabiler. Er hat jahrelang kämpfen müssen, allerdings geht es ihm jetzt wieder ganz gut.


    Er hat mir geschrieben, dass er tatsächlich das Singen und den Gesang schmerzlich vermisst und er auch heute noch gerne wieder auf der Bühne stehen würde, obwohl das aus gesundheitlichen Gründen unmöglich ist. Jedenfalls hat er sich wohl über meine Zeilen gefreut und den Wunsch geäußert, weiterhin in Kontakt zu bleiben (was ich als eine Ehre ansehe und auch sehr gerne tun werde, zumal er wirklich ein sehr freundlicher Mensch ist).


    Soviel für den Moment,



    liebe Grüße

    Boris

    Eine der schönsten Tenorstimmen, die ich kenne, gehört Peter Seiffert. Nicht nur, dass der pure Goldklang voller Schmelz ist, auch technisch ist das phantastisch, was er macht, auch das Gespür bei seiner Phrasierung, die nie effektheischend oder oberflächlich ist, die Diktion...ach, das ist alles rundum toll! Wer nur den Wagner-Sänger kennt, sollte auch einmal die Operetten mit Peter Seiffert hören; ein Fest:


    Ich gehöre auch zu denjenigen, die Rudolf Schock sehr mögen. Keine Frage: er hat viele Aufnahmen gemacht, die sehr angreifbar sind, er hat auch Vieles gesungen, das man vielleicht aus heutiger Sicht als nicht mehr als zeitgemäß ansieht.

    Dass er in späteren Lebensjahren noch gesungen hat, und damit in keiner Weise an seine früheren Leistungen heranreichen konnte: völlig richtig. Allerdings - solange es noch Leute gab -und nicht wenige, sondern Tausende!, die das noch hören wollten - warum hätte der Mann denn nicht singen sollen? Ich sehe auch keinen Grund, warum nicht auch noch ältere Sänger in den Grenzen ihrer verbliebenen Möglichkeiten noch singen sollen.

    Natürlich sollte man nicht zu Repertoire greifen, das man nicht mehr achtbar bewältigen kann; wenn es jedoch um Schnulzen und Operetten im Blauen Bock geht; nun ja, warum nicht; wem es gefällt; meines war und wäre es jetzt auch nicht; aber offensichtlich hatte er auch dafür ein Publikum, und sogar ein recht zahlreiches.

    Ansonsten gibt es ja für den anspruchsvolleren Musikfreund schon tolle Aufnahmen, die Rudolf Schocks können zeigen; im Übrigen möchte ich Stimmenliebhaber vollkommen zustimmen, dass sein "mezza di voce" etwas ganz anderes ist als eine körperlose "Fistelstimme", sondern eine eigene Gesangstechnik, die er nicht erst als alternder Sänger eingesetzt hat, um nicht vorhandenen Spitzentöne zu kaschieren, sondern vorher schon kultiviert hat.

    Wie gesagt, er hat viele Aufnahmen gemacht hat, bei denen er sich angreifbar macht; bisweilen presst und stemmt er, klingt es kehlig, etc., weil die Stimme und die Technik nicht auf der Höhe sind, und er das nicht mit seiner Inbrunst, seinem Temperament und seinem Timbre wettmachen kann - das kann ich nicht von der Hand weisen.

    Aber! Wenn er diese Stimme aufblühen lässt, dann entfaltet sich ein einzigartiges, goldenes Leuchten auf samtenem Fundament, ein seltener Schmelz, ein Temperament, das ihn schon abhebt von so vielen anderen.

    Für mich hat er einen reichen Fundus an hervorragenden Aufnahmen hinterlassen, m.E. auch nach 1960 noch.

    Viele seiner starken Aufnahmen wurden schon genannt: ich mag ihn auch sehr in Tiefland, im Freischütz, als Paganini, in vielen Operetten.

    Ich möchte gerne eine kleine Rarität hier einstellen, die mich sehr in Herz und Gemüt ergreift:


    Rudolf Schock und Anna Moffo, "you are love":



    So, Zeit mal wieder in diesem Feuerwerk eine weitere Rakete zu zünden; diese seltene Operette von Fred Raymond verschönt mir die Nachtstunden:



    Das ist hemmungslos verträumt und charmant, auch jazzig-schmissig, eine schwungvolle, grandiose Musik, dargeboten von Anneliese Rothenberger, Kurt Wehofschitz und anderen, durchweg sehr guten Künstlern. Das amüsiert, das vergnügt, das hebt die Laune!

    Hier findet sich Bruno Walters Einspielung der Jupiter-Symphonie, die nicht nur majestätisch auftrumpft, sondern auch überaus feinsinnig und leuchtend schön gespielt wird:



    Hier auch nochmals ein Link zur bereits zuvor erwähnten 77-CD Kollektion:


    Lieber Rüdiger,


    Ich habe - neugierig geworden - mal hineingehört und stelle fest, dass diese Produktion nur ganz wenig zu tun hat mit Schubert und seinem Dichter Müller.

    Ich denke, das ist auch das Hauptproblem, und auch der Grund, warum Helmut daran Anstoß nimmt. An für sich ist das ja interessant, die Aussagen der Obdachlosen zu sammeln und mit Musik zu kombinieren, zumal hier auch wirklich hochkarätige Sprecher gewonnen werden konnten. Ich habe jedoch meine Zweifel, inwiefern jetzt ausgerechnet Schuberts Liedzyklus zur Untermalung geeignet ist; da hätte ich eher an entsprechende Blues oder Jazz-Musik gedacht. Zudem hätte ich es besser gefunden, wenn dafür eine eigene Musik komponiert hätte, anstatt das Ganze jetzt Schubert aufzupropfen und diesen Kunstlied-Zyklus als Vehikel zu nutzen, zumal ich denke, dass Schubert und Müller nicht einfach auf die Situation der heutigen Obdachlosen übertragbar ist.

    Kunst sublimiert. Das ist einerseits immer wieder sehr faszinierend, andererseits steckt auch eine Portion Verlogenheit drin. Der Bürger macht es sich auf dem teuren Ledersofa am CD-Player bei einem Glas guten Weines sehr gemütlich und lauscht betroffen, wie der gemeine Obdachlose seinem Schicksal noch ein bisschen Kunst abringen kann, um danach unter der Brücke zu liegen, während sich der Konsument in sein weiches Bett begibt.

    Das finde ich nicht unbedingt verlogen; man kann ja nicht davon ausgehen, dass der Zuhörer in derselben Situation sein muss wie diejenigen, die durch das Wort oder die Musik dargestellt werden, nur damit es authentisch oder weniger verlogen ist. Und wenn sich tatsächlich so etwas wie Betroffenheit oder gar Nachdenklichkeit einstellt, dann hat doch die Kunst ein ganz wichtiges Ziel erreicht und etwas bewirkt. Dafür muss der Zuhörer nicht neben seinem Bett auf dem kalten Fussboden schlafen; aber vielleicht spendet er etwas, kauft beim nächsten Mal eine Obdachlosen-Zeitung oder geht zumindest nicht mehr unfreundlich und achtlos an heimatlosen Menschen vorbei.


    liebe Grüße


    Diese sehr schöne CD dürfte Tamino-Kollegen und Gitarrenfreund m-mueller sehr gefallen; Norbert Kraft spielt sehr frisch und lebendig die größten Klassiker des spanischen Repertoires, zum Naxos-Preis in quellklarer Klangqualität; da macht man nichts falsch. Sehr zu empfehlen zum Ausklang dieses Sommers; ach was, was rede ich da - so eine tolle CD kann man auch das ganze Jahr hören!

    Lieber Alfred,


    MacDowell ist mir durch diese CD aus dem Hause Naxos bekannt; das Label hat erfreulich viel von ihm aufgelegt:



    Die Klavierkonzerte werden hier sehr gut interpretiert, sie sind ebenso spannungsreich wie verträumt, und das Orchester sowie der Klavierpart werden von der Tontechnik brillant und nuancenreich eingefangen. Zudem findet sich hier noch die Weltersteinspielung des "Hexentanzes".

    Insgesamt eine echte Entdeckung; sehr schöne Musik, die ich als sehr hörenswert empfinde und dank Deines Threads wieder aufgelegt habe.

    Ich habe mir auch einmal die Beispiele angehört, die hier dankenswerterweise verlinkt worden sind; eine wirklich tolle Stimme, die nicht nur metallisch-strahlkräftig ist, sondern auch ein für mich sehr einnehmendes, schönes, kristallin-diamantes Timbre mit einem Hauch Goldstaub hat. Gerade diese "squillo"-Tenöre klingen ja manchmal unangenehm kalt und schneidend, das finde ich hier nicht, im Gegenteil.

    Ich habe auch einmal nachgeforscht, warum er so einfach verschwunden ist; dazu hat unter einem Youtube-Video seine Schwiegertochter vor vier Jahren kommentiert.

    Er hat wohl unter einer Stimmbandlähmung gelitten, die dann auch operiert wurde; danach konnte er nicht mehr ganz an seine früheren Leistungen anknüpfen. Später dann ist er an Krebs erkrankt, hat diese Krankheit aber, Gott sei Dank, besiegt; danach hat er dann dem Gesang den Rücken gekehrt - und ist Krankenpfleger geworden.

    Auf Facebook findet man auch das Profil des "Fred Kalt" aus Utah, das ihn fröhlich, wenn natürlich auch gealtert zeigt. Sein Profil berichtet von seiner Ausbildung als Krankenpfleger, erwähnt jedoch nicht im Mindesten den Gesang.

    Vielleicht sollte ich ihn mal anschreiben? Womöglich würde er sich freuen.

    Jedenfalls schön, dass es ihm gut zu gehen scheint, und seine Stimme ist eine sehr schöne Entdeckung für mich.

    Lieber Alfred,


    vielen Dank, dass Du den Pianisten hier vorstellst; es sind doch immerhin einige Platten mit ihm gemacht worden; umso unverständlicher, dass davon nichts auf CD erschienen ist. Bei discogs findet sich immerhin dieses:


    https://www.discogs.com/de/art…2-Alexander-Jenner?page=1


    Es wäre auch interessant zu erfahren, ob es vielleicht Radioaufzeichnungen mit ihm gibt; es wäre sehr schade, wenn man da nicht mehr fände. Die youtube-Aufnahme gefällt mir trotz des Rauschens sehr.


    Interssant auch hier:


    http://www.soundfountain.org/rem/remjenner.html#TOP



    liebe Grüße

    Ich kann nur dazu raten, nach Aufnahmen zu greifen, in denen van Dam seine hoch individuelle Gesangskunst entfalten kann.

    Da bin ich ganz deiner Meinung, lieber Rüdiger, und pflichte auch Stimmenliebhaber und Joseph bei, die ihn ebenfalls mit großen Vorbehalten bei Wagner sehen. Wie kostbar und exquisit singt er hingegen Lieder wie dieses hier von Henri Duparc:



    Hier zeigt er all seine Stärken, ein samtenes Timbre, eine nuancenreiche Durchdringung des Textes, differenzierte Phrasierung und feinste Dosierung der Lautstärke. Das ist sehr anrührend, wunderschön, fließend gesungen, äußerst sensibel auch vom Pianisten Maciel Pikulski begleitet. Hier ist seine Stimme viril und kernig, aber auch weich und lyrisch, das ist wirklich grandios, edel und kostbar; eine sehr beeindruckende, glanzvolle Live - Aufnahme.


    Auch auf CD findet sich Vieles, was den Liedsänger José van Dam eindrucksvoll dokumentiert:


    Ich mag José van Dam zwar auch gerne, wie zB bei Massenet, den Don Quichotte, den Mme Cortese erwähnt hat, allerdings hat er mir auch als Holländer unter Karajan überhaupt nicht gefallen, da klang er für mich strapaziert und spröde, da fehlte ihm die Durchschlagskraft und auch die Dramatik für mein Ohr.

    Lieber Herbert,


    nochmals ganz herzlichen Dank für die Links bzw. die mp3-Dateien! Das sind natürlich absolute Preziosen, und das strahlende Timbre kommt in den ausgewählten Arien ganz wunderbar zum Tragen. Und vielleicht noch als Tip für Nemorino: mit einem Rechtsklick deiner Maus auf Herberts Links öffnet sich ein Menü, in dem du auf "Speichern unter als" klickst (jetzt mit der linken Taste), dann hast du in wenigen Minuten die Dateien auf dem Computer und kannst sie dir ganz einfach auf CD brennen und über die Anlage hören; so habe ich mir aus den Dateien eine wunderschöne Recital-CD gebrannt, die ich mit großem Genuss höre.

    Ansonsten blutet einem natürlich das Herz als Opernfreund, lieber Herbert, wenn du sagst, dass da keiner so Recht weiß, was man damit machen soll; also ich würde für die Aufnahmen auch ohne Probleme Geld bezahlen (bei House of Opera ist das natürlich so eine Sache; wenn du es da nicht hingegeben hast, wirst du ja ungerechterweise auch keine Tantiemen dafür bekommen, nehme ich an.)

    Deswegen, wenn es da einen anderen Weg gäbe, die Aufnahmen zu beziehen, so dass du etwas davon hast, z.B. als kostenpflichtigen Download, wäre ich dabei (das würde auch das Brennen auf CD und den Versand derselben ersparen).

    Jedenfalls freue ich mich auch sehr über Deine Geschichten aus der Welt der Oper und des Gesanges.

    Wo hättest du denn gerne mal im Ausland gesungen? Gibt es da Häuser, die dich ganz besonders gereizt hätten?

    Wie siehst du übrigens die musikalische Entwicklung in Bayreuth? (jetzt mal abgesehen von den Inszenierungen) also rein von der vokalen Seite - wurde früher anders/ besser gesungen? was meinst Du?


    Danke und liebe Grüße


    Boris


    P.S. Ich habe mich auch für die forenübliche "du"-Anrede entschieden; bitte nicht als mangelnden Respekt verstehen, ganz im Gegenteil; wenn gewünscht, kehre ich natürlich jederzeit zu "Sie", "Majestät" oder "Durchlaucht" zurück... ^^

    Auch ich freue mich sehr über den Thread und bedanke mich für die Erinnerung. Ich besitze auch die NAXOS-CDs, die Stimmenliebhaber schon gezeigt hat, stimme auch mit seiner Einschätzung überein; die Stimme ist betörend schön, und auch ihre Art zu phrasieren, Akzente zu setzen, ihre Diktion, alles untadelig, für mich eine wirklich herausragende Sängerin. Hier findet sich eine komplette Aufführung der Manon Lescaut:



    viele Grüße

    Lieber Adriano,


    vielen, vielen Dank, dass Du hier diese Musik zugänglich machst, das ist ein großes Geschenk! Da ich ja Manuel de Falla sehr verehre (dessen "Retablo del maese Pedro" ich auch meinen Forumsnamen entlehnt habe), und ich auch sein Konzert für Cembalo (Klavier), Flöte, Klarinette, Violine und Violoncello kenne, war ich natürlich sehr erfreut und interessiert, als ich Dein Impertinent Concertino for Harpsichord and Strings gesehen habe.

    Das ist für mein Ohr ein sehr farb- und spannungsreiche Musik, die teilweise mysteriös, teilweise auch verschmitzt klingt (z.B. durch die pizzicati im 1. Satz).

    Ich tue mir mitunter mit modernen Klängen etwas schwer, Vieles kann ich mir zwar rein zerebral erarbeiten, logisch analysieren und dann irgendwie auch goutieren, allerdings fällt mir das sehr schwer, wenn ich emotional keinen Zugang finde. Das ist bei Deiner Musik jedoch nicht so! Dort entstehen beim Hören viele Gefühle und Bilder in meinem Kopf, das ist keine beliebige Aneinanderreihung von Klängen, sondern für mich eine stringente, wunderbare Geschichte.

    Habe ich da richtig gehört - ist da auch ein scherzhafter Anklang an das berühmte Tschaikowksy-Klavierkonzert drin an einer Stelle? Klasse!

    Ich für meinen Teil entdecke Vieles, das mich sehr anspricht. Gerade auch im 2. Satz entdecke ich eine kostbare, scheue Schönheit, die sich, bei aller Verdunkelung durch drohende Klänge, immer wieder Bahn bricht. Auch die Passagen, in der das Cembalo allein zu hören sind, stellen eine Mischung aus beherzter Energie und lauernder Geschmeidigkeit dar, wie ein Raubtier, das sich zum Sprung duckt.

    Der dritte Satz ist wieder extravertierter, keckernd, irrlichternd, und auch hier läuft wieder ein ganzer Film ab, ein Tanz im fahlen Schein einer Mondsichel entrollt sich vor meinem geistigen Auge.

    Ich für meinen Teil erlebe viel Wärme und Energie in dieser Komposition, und werde mich noch mehr hineinhören.

    Du machst dort weiter, wo Don Manuel de Falla weg- und richtungsweisend aufgehört hat; für mich jedenfalls eine große Bereicherung, herzliche Grüße, lieber Adriano, und danke nochmals!

    Lieber Herbert,


    vielen Dank für die vielen, hochinteressanten Antworten. Dank Ihres lebhaften, plastischen Schreibstils macht die Lektüre großen Spaß!


    1978 war ich gerade fünf Jahre alt; das erste Mal war ich in Saabrücken als Jugendlicher in der Oper, etwa 1989, und wiederum 11 Jahre später stand ich selbst auf dieser Bühne, vor der ich noch staunend gesessen hatte, bei mir war, wie bei Gerhard auch, der Freischütz die Initialzündung gewsen.


    Die Holländer-Aufnahme habe ich übrigens u. a. in der Tauschgruppe operashare gesehen, bei der die Mitglieder unentgeltlich selbst angefertigte Radioaufnahmen, Live-Mitschnitte, vergriffene LP-Aufnahmen etc. tauschen; ich könnte mir gut vorstellen, dass dort irgendein Pfiffikus die Mitschnitte runterlädt und dann gegen Geld bei "House of Opera" u. ä. Plattformen vertreibt.


    Wie dem auch sei, zumindest kann der geneigte Sammler dann die ein- oder andere Aufnahme erstehen, und bei mancher Rarität war ich sicherlich auch schon froh darum.


    Spannend finde ich ja v.a., was Sie über das "Drumherum" erzählen, die Reisen zu den unterschiedlichsten Orten, die gesundheitlichen Probleme usw. Als Extra-Chor - Sänger habe ich da ja auch oft mit den Profis gesprochen und aus nächster Nähe gesehen, was das bedeutet: allein welch physische Anstrengung das bedeutet, eine solche Oper durchzustehen, wie heiß das im Scheinwerferlicht werden kann, unter teilweise dicken Kostümen und dicker Schminke, dann die Proben, morgens, dann tagsüber frei, abends Vorstellung; sehr familienfreundlich ist der Zeitplan ja nicht...


    Aber nun ja, das brauche ich Ihnen ja nicht zu erzählen. Gibt es denn auch Rollen, die Sie gerne mal auf der Bühne gesungen hätten, die Ihnen aber nie angeboten wurden?

    Gab es freundschaftliche Beziehungen zu anderen Sängern, oder mehr Rivalität? Hätten Sie gerne noch mehr international gearbeitet, oder sind Sie bewusst auch dem aufreibenden Rummel des Fliegens und Hotellebens ferngeblieben, der ja auch viele Opfer fordert?


    Ich hoffe ich frage nicht zu viel...wenn ja pfeifen Sie mich gerne zurück!


    Herzlichst,


    Boris

    Lieber Hans, solange Du noch Freude daran hast, lass Dir das Verfassen von Beiträgen nicht vermiesen; ich lese sie immer gerne und mit Gewinn, und flachse und blödele auch gerne ohne Ladestock im Allerwertesten; ohne ein gewisses Maß an Albernheit gäbe es auch keinen Offenbach, keinen Gilbert und Sullivan, keine Zarzuela, und und und.


    Also! Kopf hoch, Bauch raus, Brust rein, oder umgekehrt; hier nochmal in Versform:


    Dem Holzwurm ging es durch den Sinn:

    irgendwie ist der Wurm heut' drin!

    Statt hier mit mir fröhlich zu lachen,

    runzelt man die Stirn und kritisiert allerlei Sachen;


    ob man zurecht des Hundes Schwanz verkürzt,

    ob der Humor stubenrein und nicht zu deftig gewürzt;

    da fahndet mancher in allen Chromosomen und Zellen,

    um das Gen zu finden, um die Pointe zu erhellen.


    Es ist nicht leicht, ein Holzwurm zu sein!

    Doch immerhin ist der Holzwurm nicht allein!

    Und wenn es manchmal auch knirscht und kracht im Gebälk

    zumindest, wer trotzdem lacht, wird so schnell geistig nicht welk!


    Lass nicht den Zweifel an dir nagen!

    Nage Du selbst, schließlich hast Du einen Holzwurm-Magen!

    Und jeder Beckmesser, jeder verkniffene Philister, der Erbsen zählt,

    wird am Ende doch - am allermeisten von sich selbst gequält...


    liebe Grüße an Dich, Hans,


    Boris

    Er sang dann in Santa Cruz im Theater einen phantastischen Werther.

    Das glaube ich gerne! Ich habe ihn in dieser Rolle auch auf CD, und ich glaube, besonders der Werther war eine Rolle, die seiner Stimme und seiner Art zu singen sehr entgegenkam. Vor allem hat er diese Gratwanderung, tiefe Emotionen auszudrücken, ohne larmoyant zu klingen, hervorragend bewältigt. Leider habe ich ihn nie live erlebt, aber was er auch im spanischen Repertoire geleistet hat, und was zum Glück auch auf CD dokumentiert ist, ist schon außerordentlich.

    Sie hätte mich gerne als festen Partner gehabt, aber sie hat sich das auch leichter vorgestellt. Die lieben Agenten, auch eine kleine Mafia. Ja, man könnte ein Buch schreiben.

    Das sollten Sie vielleicht einmal tun, ich glaube diese Lektüre wäre für uns Opernfreunde und Melomanen hochinteressant. Wie haben Sie denn Frau Ligendza als Sängerin und Kollegin erlebt? Wie war die Zusammenarbeit mit ihr?


    Ich hatte auch mal Josef Metternich in Köln vorgesungen, als ich noch nicht am Theater war.

    Josef Metternich habe ich immer gerne gehört; ich habe ihn als Holländer auf Tonträger. Wobei seine Gesangstechnik scheinbar auch nicht für jedermann geeignet war; ich meine, mich zu erinnern, dass Jonas Kaufmann bei ihm Unterricht hatte und mit seiner Technik gar nicht zurecht kam.

    Ich wohne in Ulm, wo sind Sie zuu Hause ?

    Ich wohne im schönen Saarland, wo ich auch einmal für ein paar Jahre (ab 2000/2001) in Saabrücken am Opernhaus im Extrachor mitzuwirken die Ehre hatte. Wie ich Ihrer Homepage entnehme, haben Sie hier mal den Erik gesungen! Das ist ja phantastisch (die 1976 Aufnahme aus Regensburg habe ich ürbigens zwischenzeitlich besorgt - gefällt mir hervorragend! Auch erstaunliche Klangqualität, wenn man bedenkt, wie alt dieses Tondokument schon ist). Wissen Sie denn noch, wann in etwa Sie in Saarbrücken gesungen haben? Den Holländer habe ich in Saarbrücken auch gehört, und sogar im Chor mitgesungen, aber das war natürlich schon viel später (da hat Rudolf Schasching den Erik gesungen). Haben Sie noch Erinnerungen an das Saarland? Herzliche Grüße nach Ulm.

    Lieber Herr Schaefer,


    das ist ja eine tolle Überraschung, ganz herzlich willkommen in unserem Forum! Das freut mich ungemein, dass Sie hier auch reinschauen, besten Dank auch für die Hinweise auf Ihre Homepage, dort werde ich gleich mal stöbern.

    Ebenso freut es mich, dass Sie gut bei Gesundheit und bei Stimme sind; ich bin ganz Ihrer Meinung, wenn man sorgfältig und bewusst mit der Stimme umgeht, eine gute Technik hat und die Rollen sorgfältig auswählt, dann ist auch jenseits der 70 und darüber hinaus noch einiges möglich; ich denke, um nur zwei Beispiele zu nennen, an Lauritz Melchior und Alfredo Kraus.


    Beste Grüße und bis bald! Ich freue mich, auf weitere Beiträge von Ihnen.

    Lieber Alfred,


    danke schön für diese interessante kleine Anekdote; ein weiteres Beispiel, wieviel Gedanken selbst in das kleinste Detail noch einfließen.


    Ich sehe auf meinem alten, betagten Laptop standardmäßig mit 480; ich kann ohne Probleme auch auf 720 und 1080 hochgehen, bei allen höheren Auflösungen werden die Bewegungen abgehackt, das schafft der Rechner nicht mehr. Indes ist selbst bei der Standardauflösung schon ein sehr plastisches, detailreiches und farbintensives Bild zu sehen; die Ausleuchtung, die Qualität der Kamera und die Nachbereitung haben sich hier sicherlich ausgezahlt.


    liebe Grüße

    Lieber Alfred,


    dass natürlich die Aufführung in einem Kino oder Lichtspielhaus an erster Stelle steht, ist natürlich klar; leider ist in der Tat auf absehbare Zeit ein normaler Filmbetrieb wohl nicht möglich, und nur zögerlich öffnen die Kinos wieder, die durch die extreme Limitierung ihres Publikums kaum wirtschaftlich arbeiten können, zumal ja auch viele Filmproduktionen auf Eis gelegt worden sind - wobei da "die gelbe Rose" sogar eine Lücke füllen könnte angesichts des stark ausgedünnten Programms der großen Filmbetriebe!


    Ich kann auch absolut verstehen, dass der Film nicht einfach frei zugänglich auf youtube oder irgendwelchen Portalen einfach unters Volk bzw. etwaige Raubkopierer gebracht werden soll. Indes wäre es doch sicher möglich, dass einige handverlesene Zuschauer -wie zB die Mitglieder dieses Forums- zeitlich begrenzt die Möglichkeit erhielten, den Film zu schauen, bevor er dann wieder vom Netz genommen wird.


    Jedenfalls fände ich es mehr als schade, auch im Hinblick auf die anderen Beteiligten, wenn der Film tatsächlich dauerhaft nur in der Schublade läge.


    Wie auch immer, ich werde weiterhin mit großem Interesse Deine Arbeit in diesem Bereich verfolgen und hoffe, dass Du auf diesem Terrain auch weiterhin tätig sein wirst.


    Übrigens: im Vorspann sieht man "Neue Caloscope Wien" - was hat es denn mit dieser Gesellschaft auf sich?


    liebe Grüße

    Lieber Alfred,


    ganz herzlichen Glückwunsch! Damit hast Du Dir nicht nur einen Jugendtraum erfüllt, Du hast gleichzeitig auch den Darstellern und Helfern eine große Freude gemacht. Es grenzt ans Unvorstellbare, dass eine Person das alles stemmt, was Du da geschaffen hast - vom Verfassen des Drehbuchs, über das Casten der Personen, die Regie, die Beschaffung von Kameras, Mikrofonen, Requisiten usw. usf. - das ist enorm. Du hast viel Zeit, Geld, Mühe und Herzblut investiert, und der Trailer ist auf jeden Fall sehr vielversprechend; hier ist der erste Eindruck, dass tatsächlich nicht irgendeine amateurhafte, mit wackelnder Handkamera zusammengekurbelte, nette Produktion entstanden ist, sondern ein ambitioniertes, souveränes und qualitativ hochwertiges Werk, das ein abendfüllender Spielfilm geworden ist.

    Mein einziger Kritikpunkt: der Trailer ist zu kurz, ich hätte gerne noch mehr gesehen, und eine Stimme aus dem Off hätte in ein paar Sätzen vielleicht die Handlung umreißen können.

    Jedenfalls hoffe ich, dass auch wir nicht-Wiener den Film irgendwann in Gänze schauen können.


    Nochmals Glückwunsch und beste Grüße,


    Boris

    In der Tat immer wieder faszinierend, dem Mann zuzusehen. Ein einzigartiger unter den Besonderen. Die Virtuosität und Ausdruckskraft seines Spiels ist enorm. Auch seine Zusammenarbeit mit anderen Musikern ist immer auf höchstem Niveau, so wie hier mit dem unerreichten Sänger Camarón de la Isla: