Beiträge von Calatrava

    Lieber Moderator,


    danke für die beiden Hörbeispiele.


    Den Chor findet man in sehr vielen Musik-Bibliotheken als Einzelausgabe, da er im 19. Jahrhundert zum Standard-Repertoire der Frauenchöre gehörte.


    Ich vermute, das Cherubini-Lied dürfte leider nie aufgenommen worden sein.

    Luigi Cherubini (1760-1842)


    dreistimmiger Frauenchor "Dors, noble enfant" aus der Oper "Blanche de Provence, ou La Cour des fées" (Paris 1821), gemeinsam komponiert mit Berton, Boieldieu, Kreutzer und Paer


    und


    Romanze "Dors, mon enfant" (Paris 1791)

    Im historischen KA vom Verlag "Oliver Ditson & Co" (Boston 1860), den man bei Imslp bekommt, geht die neue Arie in die erste Strophe der "Jägerin" samt Chor über, ehe ein dritter Teil mit Koloraturen kommt. Ich muss gestehen, dass ich die Nummer so noch nie gehört habe. Danach geht es mit der Szene Lord Tristans und den jagenden Damen weiter.

    Ich bin mir nicht ganz sicher, ob die Arie in der italienischen Gesamtaufnahme aus Turin 1953 enthalten ist.


    Nancy wird gesungen von Pia Tassinari, der damaligen Gattin des Lyonel-Sängers Ferruccio Tagliavini.

    Dann füge ich noch ein Terzett hinzu:


    In der 2010 am Stadttheater Klagenfurt posthum uraufgeführten Oper "Koukourgi" von Luigi Cherubini gibt es im III. Akt das "Trio des dormeurs".


    Der Mitschnitt der Uraufführung ist bei Arthaus (Arthaus Musik 101 638) erschienen.


    Wie immer gilt Carlo der Dank für diese wunderbare Zusammenstellung. Mit Namen wie u.a.

    • Walther Reyer (Romeo)
    • Luitgard Im, Ruth Hellberg und Brigitte Grothum (Julia)
    • Fritz Rasp (Graf Capulet)
    • Gerda Maurus (Gräfin Capulet)
    • Hilde Hildebrand, Mila Kopp, Ida Wüst und Fita Benkhoff (Julias Amme)
    • Paul Henckels und Carl Wery (Bruder Lorenzo)

    wird einem der Mund wässrig gemacht. Und leider sind die deutschen Rundfunk- bzw. Fernsehanstalten nicht in der Lage, diese Schätze zu senden.

    Liebe Taminos,


    ich konnte kürzlich einen Stapel der Zeitschrift „Stimmen, die um die Welt gingen“ kaufen. Beiliegenden Briefen und Korrekturlisten entnehme ich, dass die Hefte einem Sammler namens Prof. Dr. Siegfried Augustin gehörten. Der Antiquar erzählte mir noch, dass zu diesem Nachlass ca. 20.000 Schellackplatten gehörten, die die Erben privat verkaufen wollten, und entweder 50.000 Schallplatten oder CDs.


    Wenn ich die Hefte jetzt lese, sehe ich, dass es anonyme „Sammlerfreunde“ gab, die darauf hinwiesen, dass sie z.B. das einzige Exemplar einer einseitigen Schellackplatte des Sängers XY besitzen würden oder (seltener) mit vollem Namen und Adresse Ergänzungen zu Discographien machten bzw. auf Privataufnahmen in ihrem Besitz hinwiesen.


    Es wäre zu hoffen, dass diese seltenen Aufnahmen, die in Privatsammlungen existier(t)en, nicht auch am Ende in einer Haushaltsauflösung, gar im Müll landen...


    Gruß


    Calatrava

    Einen sehr schönen Kommentar von Uwe Friedrich gibt es auch beim BR:


    https://www.br-klassik.de/aktu…e-zukunft-zugabe-100.html


    Mein Lieblings-Satz dort:


    Wenn sich sogar die Dresdner Semperoper öffnen soll für Digitalisierung und Regionalisierung, Diversität, Inklusion, Outreach und was es da sonst noch so Modisches gibt, wird der Platz eng für die knorrigen Dirigenten vom Schlage Thielemanns, denen es reicht, Wagner, Strauss und gelegentlich mal was Italienisches auf höchstem Niveau zu dirigieren.

    Und Manuel Brug bringt auf seiner Seite gleich zwei Nachfolgerinnen ins Spiel:


    Eine Frau könnte man sich allerdings wieder auf dem Intendantinnensessel vorstellen. Und warum nicht die ausgleichende Schweizerin Nora Schmid (42), die in Dresden schon mal Dramaturgin und Interimsleiterin war, und seit 2015 an der Oper Graz bella figura macht? Deren Vertrag läuft übrigen gegenwärtig bis 2023. Würde also passen….


    Und auch wenn sie ihr dort die drei Jahre Amtszeit wegen internationaler Verpflichtungen nicht eben leicht gemacht hat, Oksana Lyniv, die dieses Jahr just als erste Frau in Bayreuth debütieren soll, war in Graz Chefdirigentin. Die könnte man sich auch gut am Chefinnenpult der Staatskapelle vorstellen…

    Eine Christa Ludwig mochte das durch ihre Professionalität kompensieren. Und trotzdem ist die Wirkung des zweiten Aktes von LOHENGRIN in ihrer Aufnahme unter Kempe nicht die gleiche, wie sie 'in the flesh' die Besucher hinriss, aufwühlte und erschütterte.

    Lieber Caruso41,

    könnte der Eindruck, den die Kempe-Aufnahme auf Dich macht, vielleicht auch daran liegen, dass Ludwig eine andere Sängerin kurzfristig ersetzte - ich meine mich zu erinnern, dass es Rita Gorr war -, und die Szene mit Telramund ohne Fischer-Dieskau aufnehmen musste?

    Ja, leider kommt sie auch nicht so sympathisch rüber. (Kann aber nur mein ganz persönlicher Eindruck sein.)

    Ich erinnere mich dunkel an eine der "volkstümlichen" Musiksendungen im Fernsehen, wo Moser, im Publikum sitzend, einen Gesangsauftritt ihrer Freundin Carolin Reiber ankündigen durfte und schwadronierte, dass das, was jetzt käme, eine moderne Variante von Fritzi Massary sei. Was dann folgte, war ein "freundliches Sprechen mit Musikbegleitung". Ob sie je eine Aufnahme der Massary gehört hat, sei dahingestellt...

    Ich habe mir die ganze Sendung „gegeben“ und weiß nicht, was ich davon halten soll: Pathetische Szenen wie der (zudem schlecht gespielte) Kniefall vor dem „Zauberflöten“-Autograph, Making-Off-Szenen, wo über die Küchentür oder die zu kämmende Frisur debattiert wird, Fragen, die nicht beantwortet werden (italienisches Fach / Gilda) und gefühlt 50-mal die Arie der Königin der Nacht. Wenn man die Biographie von Frau Moser liest, hat man mehr über sie erfahren. Die Zielgruppe des Films ist mir ebenfalls nicht klar.

    Es gab noch bei der Firma Period Records eine Schallplatten-Aufnahme des deutschen Emigranten-Ensembles The Players from Abroad:


    Michael Ingram (Faust)

    Grete Mosheim (Margarete)

    Ludwig Roth (Mephistopheles)

    Margarete Neff (Hexe / Marthe)

    Ernst Rose (Valentin)

    Theo Goetz (Wagner)

    Anneliese Gellhorn (Lieschen)

    Fred Lion (alter Bauer)

    Walter Pose (Kater / Böser Geist)

    Lieber Carlo,


    ich überlege noch, ob ich die drei Boxen kaufe - ganz billig finde ich sie nicht gerade.


    Schade, dass sie nicht vor ein paar Jahren erschienen sind, dann hätte Frau Töpper auch noch etwas davon gehabt...

    Ich lese gerade, dass das „Hamburger Archiv für Gesangskunst“ drei Boxen mit Aufnahmen von Hertha Töpper für 24,00 € bzw. 28,00 € anbietet:


    Vol. 1

    Aufnahmen 1954-1968

    HÄNDEL Agrippina – Xerxes

    GLUCK Paris und Helena – Orpheus und Eurydice

    MOZART La Clemenza di Tito – Le Nozze di Figaro – Così fan tutte

    NICOLAI Die lustigen Weiber von Windsor

    WAGNER Rienzi - Tristan und Isolde – Meistersinger

    WAGNER Rheingold – Walküre – Götterdämmerung

    WOLF Der Corregidor


    Vol. 2

    Aufnahmen 1953-1971

    R. STRAUSS Der Rosenkavalier – Daphne

    HINDEMITH Die Harmonie der Welt

    KIENZL Der Evangelimann

    BELLINI Norma

    PUCCINI Tosca – Madame Butterfly

    THOMAS Mignon

    BIZET Carmen

    SAINT-SAENS Samson und Dalilah

    TSCHAIKOVSKY Eugen Onegin

    BARTÓK Herzog Blaubarts Burg

    SUPPÉ Banditenstreiche

    MILLÖCKER Der Bettelstudent


    Vol. 3

    Aufnahmen 1957-1970

    MONTEVERDI Lamento d’Arianna

    A. SCARLATTI Davids Kampf und Sieg

    BACH Messa h-Moll – Mafnificat

    BACH Johannes-Passion – Matthäus-Passion – Weihnachtsoratorium

    BACH Kantaten BWV 45, 70, 78, 147

    HÄNDEL Der Messias – Israel in Ägypten – Judas Maccabäus

    MOZART Grosse Messe in c-Moll

    PFITZNER Von Deutscher Seele

    SCHOENBERG Gurrelieder

    MAHLER Das Lied von der Erde

    RESPIGHI Aretusa

    Lieder: Brahms – R. Strauss – Reger

    Die Platte ist ja ziemlich spät entstanden, da waren sicher nicht mehr alle seine Tenor-Hits machbar. Neben dem "Abendstern" ist auch noch der Bajazzo-Prolog drauf, ebenso die "Winterstürme", die er meines Wissens vorher nie gesungen hatte.

    FafnerHH


    Ich habe mir erlaubt, die Platte aus dem Schrank zu holen: An "Tenor-Hits" gibt es die Arien des Pylades, Fenton, Hüon, Sänger-Arie aus "Rosenkavalier", Nurredin, Fra Diavolo und aus Klenaus "Rembrandt von Rijn" (als Hommage an Marcel Wittrisch). Zu den bereits genannten Bariton-Arien kommen noch Valentins Gebet aus "Faust" und die "Winterstürme" hinzu.


    Der Text auf dem Cover klingt ein bißchen nach Entschuldigung (ähnlich dem der letzten Schwarzkopf-Platte "To my Friends" bei der DECCA). Schock spricht auch von Wünschen seines Publikums, die bei der Repertoire-Auswahl mit eingeflossen sind.

    Lieber Gregor,


    da muss ich Dir zustimmen. Die Engelsstimmen Streich, Trötschel und Schlemm sind wahrhaft himmlisch - nicht zu vergessen aber auch die große Margarete Klose als Palestrinas verstorbene Frau.


    Ich habe die Aufnahme mehrfach - als Single wie auf auf zwei CD - und jedesmal ist ein anderer Dirigent angegeben.

    Da ich als Schüler wenig Taschengeld hatte, bin ich mit den Acanata- bzw. BASF-Aufnahmen vom Reichsrundfunk zur Oper gekommen. Aida auf Deutsch mit Rosvaenge, Hotter und Klose oder Traviata mit Cebotari und Schlusnus. Später kamen dann vom Flohmarkt die deutschsprachigen Querschnitte der DGG oder EMI dazu.


    Auffallend bei all den historischen Aufnahmen ist, dass es Nicht-Muttersprachlern damals offenbar leichter fiel, in deutscher Sprache akztentfrei zu singen. Beispiele wären - neben Maria Cebotari oder Viorica Ursuleac - u.a. Margherita Perras oder Gino Sinimberghi. Jemand wie Domingo mit seinem radebrechenden Deutsch bei Wagner wäre wohl nicht auf die Bühne gekommen.

    Lieber Gregor, Dein Landsmann Harnoncourt hatte bekanntlich herausgefunden, dass in die originale Partitur der "Verkauften Braut" auch eine deutsche Textfassung eingetragen ist. Smetana soll perfektes Deutsch gesprochen haben. Die ließ er, Harnoncourt, heimlich abeschreiben im Prager Archiv, wo sie lagert. Bei seiner Produktion in Graz wurde diese Textfassung gegeben. Ich erinnere mich, dass das seinerzeit für großes Aufsehen sorgte, es wurde von einer zweiten Uraufführung gesprochen. Es gibt von der Grazer Produktion auch eine DVD.


    die-verkaufte-braut.jpg

    Lieber Rüdiger,


    bei der besagten Braut scheint mir doch sehr viel PR dahinter zu stecken, die manche Tatsachen mißachtet.


    Harnoncourt musste den deutschen Text gar nicht heimlich in Prag abshreiben lassen, weil diese erste deutsche Fassung von einem Herrn Züngel sogar als gedruckter Klavierauszug existiert. Ich habe ihn irgenwo in meiner Bibliothek.


    Dann wurde verbreitet, dass diese Übersetzung die von Smetana autorisierte deutsche Fassung sei. Leider gibt es einen Brief Smetanas an einen deutschen Intendanten oder Dirigenten, in dem er vor dieser Fassung warnt. Die Übersetzung sei nicht gut und es hätte seinerzeit keinen anderen Übersetzer gegeben. Ich zitiere aus der Erinnerung. Der Brief müsste in dem Buch "Vier Dutzend rothe Strümpfe... Zur Rezeptionsgeschichte der Verkauften Braut von Bedrich Smetana in Wien am Ende des 19 Jahrhunderts" (Wien 2004) abgedruckt sein.


    Herzliche Grüße


    Calatrava

    Ich bestelle seit über 30 Jahren bei cpo. Ein Lehrer auf dem Gymnasium bekam am Rande mit, dass ich gerne Wagners "Ring" kennenlernen würde und brachte mir den monatlichen Katalog mit einem Sonderangebot: Böhms Bayreuth-Mitschnitt für 99 DM. Und so begann es und hat bis heute angehalten - wobei mittlerweile auch viele CDs gebraucht bei Medimops oder Rebuy gekauft werden.