Überragendes Konzert des Orchesters der Deutschen Oper Berlin, 18.10.2019, mit Rachmaninow und Schostakowitsch

  • Das hochinteressante Programm hat mich veranlasst das Konzert des Orchesters der Deutschen Oper Berlin zu besuchen. Belohnt wurde ich mit einem sensationellen Konzert, in dem sich das Orchester von seiner Schokoladenseite präsentiert hat. Nach dem 3. Klavierkonzert am Montag in der Staatsoper stand in der Bismarckstr. das 2. Klavierkonzert in c-moll von Sergej Rachmaninow auf dem Programm. Der aus Nordmazedonien stammende Pianist Simon Trpceski begeisterte mit leidenschaftlichem und technisch brillantem Spiel und einer Zugabe von Schubert/ Liszt. Bei mir sprang der Funke jedenfalls ganz anders über als am Montag bei Lahav Shani in der Staatsoper, der sicher ebenfalls brillant gespielt hat, aber mich nicht so vom Sitz gerissen hat wie Yuja Wang Anfang September mit demselben Stück.


    Nach der Pause folgte dann die Symphonie Nr. 8 in c-Moll, dem ersten Werk des Komponisten, das ich als Schüler im Jahr 1978 unter der Leitung von Mstislaw Rostropowitsch live gehört habe. Beeindruckt hat mich damals, dass der Komponist erst drei Jahre zuvor gestorben war. Dieses Konzert ist nun 41 Jahre her. Vom Jahr 1978 muss man nicht einmal 41 Jahre zurückgehen, um ins Jahr der Uraufführung der Symphonie zu gelangen. Die Symphonie ist im Jahr 1943, dem Todesjahr von Rachmaninow, uraufgeführt worden. Der Komponist hat die Symphonie mit einer Spielzeit von ca. 65 min. innerhalb von nur 40 Tagen komponiert. Sie wurde jedoch zwischen 1948 und 1956 mit einem Aufführungsverbot belegt. Offiziell hat Schostakowitsch wohl die Schrecken des Krieges vertont, inoffiziell lt. Kurt Sanderling „den Schrecken des Lebens eines Intellektuellen in der damaligen Zeit“. Juraj Valcuha hat das Werk in beeindruckender Weise zur Aufführung gebracht . DAs Orchester ist ihm mit höchster Konzentration gefolgt. Man hatte fast den Eindruck, als würden sie schon ewig zusammenarbeiten. Ein dickes Kompliment geht diesmal auch ans Publikum. Nachdem sich die letzten Töne des 5. Satzes vom pp ins Nichts aufgelöst hatten, herrschte eine längere Stille, wie ich sie zuletzt im Kloster von Sénanque erlebt habe. Es war kein Mucks zu hören. Danach gab es den verdienten Jubel für ein herausragendes Konzert.