Zum Jubiläumsjahr Ludwig van Beethoven - Die Insel-Einspielungen der Taminos

  • Eine "Desert Island-Aufnahme" gehört unbedingt noch hierhin:

    Klavierkonzert Nr. 4 G-Dur, Op. 58


    popsike.com - Columbia SBO2752 - Beethoven - Piano Concerto No.4 - Emil  GILELS -Leopold LUDWIG - auction details

    Emil Gilels (Klavier) und das Philharmonia Orchestra London, Dirigent: Leopold Ludwig (Aufnahme: 4/1957, Abbey Road Studio No. 1, London, STEREO).


    Beethoven Viertem Konzert gehört meine heimliche Liebe seit meiner Jugend, kein Klavierkonzert fesselt und rührt mich mehr als dieses. Emil Gilels spielt es mit einer Hingabe und einem herrlichen lockeren Ton, der unnachahmlich und unerreicht ist (zumindest nach meinem Empfinden). Altmeister Leopold Ludwig, langjähriger GMD in Hamburg, begleitet feinnervig und einfühlsam. Eine ganz große Legge-Produktion!


    Es gibt die alte, aber auch klanglich mehr als zufriedenstellende Aufnahme selbstverständlich auch auf CD, gekoppelt mit dem KK Nr. 5:


    BEETHOVEN: Piano Concerto Nos 4 & 5 / Philharmonia Orchestra, Ludwig, Gilels  - Emil Gilels (Piano), Ludwig van Beethoven, Leopold Ludwig, Philharmonia  Orchestra: Amazon.de: Musik


    LG Nemorino

    Die Welt ist ein ungeheurer Friedhof gestorbener Träume (Robert Schumann).

  • Beethovens eingängigste und "lieblichste" Sinfonie ist die

    Sinfonie Nr. 6 F-Dur, Op. 68 "Pastorale"

    Sie war auch das erste große Orchesterwerk, das ich (im Alter von 16 Jahren) von diesem Komponisten kennengelernt habe.


    Und diese Bekanntschaft, die schnell ins Schwärmen überging, verdankte ich einer inzwischen historischen Aufnahme, die genauso aussah und noch heute in meinem Plattenschrank einen Ehrenplatz einnimmt:


    Pastorale,, Furtwängler, Wiener Philh - Ludwig Van Beethoven | Vinyl |  Recordsale

    Bis weit in die 1960er Jahre galt Furtwänglers Aufnahme der Pastoral-Symphonie, 1952 in Wien mit den dortigen Philharmonikern aufgezeichnet, im deutschen Sprachraum als das Non plus ultra. Das ist noch heute nachzuvollziehen. Furtwängler, der Studioaufnahmen zeitlebens recht skeptisch gegenüberstand und seine Bestleistungen meist in öffentlichen Konzerten brachte, hat sich hier selbst übertroffen und eine zeitlose Interpretation von Beethovens naturseliger Symphonie verewigt, die niemals veralten wird. Wunderbar ruhig breitet der Dirigent die Themen vor dem Hörer aus, in jedem Takt lebt und bebt es wie in einer herrlichen Sommerlandschaft. Keine Einzelheit und keine kleinste Wendung, der er nicht liebende Aufmerksamkeit schenkte.
    Furtwängler ist als andächtiger Wanderer unterwegs, der die herrliche Natur mit allen Sinnen erfaßt, jedem Blatt, jeder Blüte, jedem Grashalm seine ungeteilte Aufmerksamkeit schenkt. Seine Tempi sind entsprechend moderat, die beiden Eingangssätze schwelgen in den seligsten Gefilden, die "Szene am Bach" ist geradezu verklärt. Doch mit ebensolcher Intensität weiß Furtwängler das "Lustige Zusammensein der Landleute" zu schildern, ihre ausgelassene, derbe Fröhlichkeit, die jäh durch ein plötzlich heraufziehendes Unwetter von gewaltiger Kraft unterbrochen wird. Doch so heftig sich das Gewitter auch austobt, es mündet in einen wahrhaft hymnischen Gesang, der "Frohe und dankbare Gefühle nach dem Sturm" zum Ausdruck bringt.


    Schon bald, nachdem die ersten CDs auf den Markt kamen, wurde diese Aufnahme von EMI auf das neue Medium übertragen, und so steht sie heute in dieser Ausgabe in meinem Schrank:

    Beethoven - Symphony No 6 - Wilhelm Furtwängler / VIENNA PHILAHARMONIC ORCHESTRA - EMI 1984 / FIRST EDITION

    Die Aufnahme wurde später noch einige Male auf CD herausgegeben, in unterschiedlichen Aufmachungen, meist gekoppelt mit der Achten.


    Ich kenne mindestens zwei Dutzend Einspielungen der "Pastoral"-Sinfonie, darunter auch die poetischen Auslegungen von Bruno Walter (CBS) und Karl Böhm (DGG), doch trotz der besseren Klangtechnik, die diese Versionen auszeichnen, bleibt für mich Furtwänglers 1952er Ausführung aus Wien unübertroffen.


    LG Nemorino




    Die Welt ist ein ungeheurer Friedhof gestorbener Träume (Robert Schumann).