Zum Jubiläumsjahr Ludwig van Beethoven - Die Insel-Einspielungen der Taminos

  • Hallo


    Über Insel-CDs haben wir uns schon oft unterhalten. Lasst uns das Beethoven - Jahr zum Anlass nehmen, ausschließlich Interpretationen von Kompositionen diesen eigenwilligen Herrn auf die Insel mitzunehmen. Dabei wählt bitte jeweils eine konkrete Einspielung aus - und wenn Ihr wollt, erläutert auch, warum es diese sein muss und keine andere.


    Erst wollte ich die Anzahl auf 5 begrenzen, haben dann allerdings "im Selbsttest" schnell erkannt, dass diese Einschränkung unmöglich ist. 10 Sollten es allerdings höchstens sein. Schön wäre es, wenn Ihr Euch Zeit lasst und nicht alle Aufnahmen auf einmal enstellt, damit die Auseinandersetzung mit den genannten Aufnahmen in Ruhe möglich ist.


    Ich werde meine erste Aufnahme in Kürze einstellen. Im Moment beschränke ich mich auf die Initiierung dieses Threads.


    Gruß

    Wolfgang

    "Die Musik drückt das aus, was nicht gesagt werden kann und worüber Schweigen unmöglich ist."


    Victor Hugo

  • Wolfgang Kaercher

    Hat den Titel des Themas von „Zum Jubiläumsjahr Ludwig van Beethoven - Meine Insel-Einspielungen“ zu „Zum Jubiläumsjahr Ludwig van Beethoven - Die Insel-Einspielungen der Taminos“ geändert.
  • Dabei wählt bitte jeweils eine konkrete Einspielung aus - und wenn Ihr wollt, erläutert auch, warum es diese sein muss und keine andere.

    Hallo Wolfgang,


    :hello: schöne Idee für einen Thread zum Beethovenjahr !


    Du schreibst ja eine konkrete Einspielung und nicht, dass das Werk mehrmals vorkommen könnte. Finde auch gut, dass man nicht alles auf einmal posten sollte. Ohne lange Überlegung fallen mir folgende Aufnahmen ein, mit denen ich beginne.


    1. Beethoven: Sinfonie Nr.5 - Bernstein / Bayerisches RSO München (DG, 17.Oktober 1976 LIVE vom amnesty international Konzert in München)

    - So ziemlich die mitreissenste, hochemotionalste und spannenste Fünfte die man sich vorstellen kann.

    Ich würde danach die drei Karajan-Aufnahmen mit den Berliner PH (DG) setzen; tue mich aber schwer einer der Dreien den wirklichen Vorzug zu geben, da alle bestimmte Vorzüge haben, was bestimmte Details und die unterschiedliche Klangtechnik anbetrifft.


    2. Beethoven: Sinfonie Nr.7 - Paavo Järvi / Deutsche Kammerphilharmonie Bremen (SONY, DVD 2010, LIVE Beethovenhalle Bonn)

    - Als Höhepunkt seiner jahrelangen Auseinandersetzung der Beethoven-Sinfonien (auch auf CD bei RCA) folgte dieser denkwürdige Konzerzyklus aller 9 Sinfonien im Jahre 2010 in der Beethovenhalle Bonn, der sich deutlichst von den CD-Aufnahmen absetzt.

    Ich wähle die 7te, weil Paavo ein wahres Rockkonzert zelebriert mit einem genialen Schalgzeuger an der Pauke, der alles dagewesen in den Schatten stellt. Ach so - von Kammerorchestermusiksound keine Spur ... zum Glück !


    3. Beethoven: Sinfonie Nr.3 - Bernstein / New Yorker PH (SONY, 1964, ADD)

    - Ich habe überlegt, ob ich meine erste LP meines Lebens in der grossartigen Aufnahme mit Klemperer (EMI, 1960) nehmen soll.

    Entscheide mich dann aber doch für die packende Eroica, die Bernstein mit den New Yorker PH im Jahre 1964 aufnahm. :saint: Der ganze Beethoven-Zyklus aller Neune mit Bernstein ist ohnehin der, den ich auf die Insel mitnehmen würde.



    Hier die Cover der Aufnahmen,die sich in den CD-Boxen bzw. DVD-Box befinden:

    DG, 1976, ADD


    SONY, DVD 2010, DTS 5.1


    SONY, 1961-1967, ADD

    Gruß aus Bonn, Wolfgang

  • Hallo


    Diese Aufnahme der Vierten wäre auf jeden Fall dabei. Sie hat mich damals beinahe umgehauen. Wenn ich richtig informiert bin, war ursprünglich eine Veröffentlichung nicht geplant - die Einzigartigkeit des Abends hat wohl zu einer anderen Entscheidung geführt.


    Carlos Kleiber halt...



    Gruß Wolfgang

    "Die Musik drückt das aus, was nicht gesagt werden kann und worüber Schweigen unmöglich ist."


    Victor Hugo


  • Eines meiner liebsten Werke von Beethoven: Die Chorfantasie.


    Eine der schönsten und überzeugendsten Aufnahmen mit dem Kuffner'schen Originaltext legten Rudolf Serkin und das New York Philharmonic unter Leonard Bernstein 1962 für Columbia/CBS vor.

    Durchaus inselwürdig!

    »Und besser ist's: verdienen und nicht haben,

    Als zu besitzen unverdiente Gaben.«

    – Luís de Camões

  • Ja, fünf pro Sinfonie, Quartett und Klaviersonate. Bei den Violinsonaten reichen vielleicht drei.... :hahahaha:

    Struck by the sounds before the sun,
    I knew the night had gone.
    The morning breeze like a bugle blew
    Against the drums of dawn.
    (Bob Dylan)

  • Hier also meine erste Aufnahme. Die CD enthält die Sinfonien 5 und 6 ("Pastorale") wobei hier Karajans Interpretation der 6. ausschlaggebend für meine Wahl war. obgleich die 5 unter ihm generell - zumindest zum Zeitpunkt ihres Erscheinens und lange Zeit danach als "DIE" Referenz gesehen wurde, zumindest im deutschen Sprachraum. Es handelt asich hier um die erste Stereo-Einspielung dieser Sinfonien unter Karajan, die IMO die höchste Suggestivkraft besitzt. Diese Aufnahme war damals noch ein "Erlebnis" und hier meine ich auch die Aufnahmetechnik. Man strebte "höchste Perfektion" an. Karajan war mit dem Toningeneur Günter Hermanns (der jetzt endlich wenigastens in der englischsprachigen Wikipedia einen - wenn auch lückenhaften) Eintrag bekommen hat) daß er ihn für die weiteren Zyklen ebenfalls haben wollte - und naturlich bekam.

    Kaum, irgendo ist das "Gewitter" in der 6. so prächtig (ich habe um diese Formulierung gerungen) eingefangen worden, wie in dieser Aufnahme.

    Hier paart sich Brachialgewalt mit Musikalität in geradezu idealer Weise.

    Andere Aufnahmen sind teilweise zu zahm - oder sie bringen die Wiedergabe eines Naturereignisses, bei gleichzeitiger Aufgabe des "schönen Klanges"

    Karajan vermag (in dieser Aufnahme) beides.

    Die Folgeaufnahmen sind natürlch auch hervorragend - aber ein wenig schimmert die Routine durch. Darüber könnte man viel schreiben.


    mfg aus Wien

    Alfred

    Wenn ich schon als Vorbild nicht tauge - lasst mich wenigstens ein schlechtes Beispiel sein !



  • Bei den Violinsonaten reichen vielleicht drei.... :hahahaha:


    Dann möchte ich einmal eine der Ersten nennen:



    Eine sehr peinlich genaue, am Notentext orientierte Aufnahme – gibt es noch eine bessere?

    Einer der erhabensten Zwecke der Tonkunst ist die Ausbreitung der Religion und die Beförderung und Erbauung unsterblicher Seelen. (Carl Philipp Emanuel Bach)

  • Hallo und guten Tag,


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    Ich nehme nur diese DVD mit. Das 3. 4. und 5. Klavierkonzert wurde 1989 noch mit Leonard Bernstein eingespielt. Das 1. und 2. wurde erst nach dem Tod von Bernstein, durch Zimmermann allein, vom aus Klavier eingespielt. Ich empfinde die Aufnahme rundum gelungen.

    Was ganz Besondere ist das 5. Klavierkonzert, der Übergang 2. zum 3. Satz und dann geht bildlich gesprochen die Post ab. Bernstein scheint am Schluss körperlich fertig, aber auch sehr glücklich und zufrieden zu sein.


    MfG Wilfried

  • Ich nehme nur diese DVD mit.

    Hallo


    Dann schaue ich mal, dass ich einen DVD-Player auf der Insel für Dich organisiere:hello:

    Gruß

    Wolfgang

    "Die Musik drückt das aus, was nicht gesagt werden kann und worüber Schweigen unmöglich ist."


    Victor Hugo

  • Hallo!


    Meinen Zugang zu den Klavierkonzerten bahnte Maurizio Pollini mit seiner ersten Einspielung des Fünften mit den Wiener Philharmonikern unter Karl Böhm. Im Zweifelsfall greife ich heute noch danach - oder seiner neueren Einspielung unter Abbado mit den Berlinern.


    "Die Musik drückt das aus, was nicht gesagt werden kann und worüber Schweigen unmöglich ist."


    Victor Hugo

  • Tamino Beethoven_Moedling Banner
  • Auf welche Insel wollt ihr die Scheiben mitnehmen? Eine Beethoven-Insel gibt es nicht. Dafür eine Beethoven-Halbinsel. Wo liegt sie? In der Antarktis. Inseln, um die Tamino-Mitglieder abzusetzen hat es im näheren Umfeld in genügender Zahl.


    Die Beethoven-Halbinsel ist eine zerklüftete und vereiste Halbinsel, die mit einer Länge von 100 km in nordöstlich-südwestlicher Ausdehnung und gleichfalls 100 km an der breitesten Stelle den Südwesten der antarktischen Alexander-I.-Insel prägt. Sie trennt den Wilkins-Sund im Norden vom Bach Inlet im Süden.

    Das Bach Inlet ist die größtenteils vom Bach-Schelfeis besetzte Bucht im Südwesten der westantarktischen Alexander-I.-Insel. Ihre Einfahrt liegt zwischen dem Berlioz Point und dem Rossini Point. Das Boccherini Inlet, das Williams Inlet und das Stravinsky Inlet sind Nebenbuchten.


    Das UK Antarctic Place-Names Committee benannte sie 1978 in Verbindung mit dem gleichnamigen Schelfeis.


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    .

    Es gibt ein Leben vor dem Tode.

  • Beethoven: Klavierkonzert Nr.3, 4 und 5 mit Zimerman / Bernstein

    Hallo Wilfried,


    für meine nächsten Mitnahmen auf moderatos Inselwelt (gem.Vorbeitrag) habe ich auch lange überlegt, welche Aufnahme der KK und welche KK ich mit nehme.

    Diese DVD mit Zimerman / Bernstein (DG, DTS 5.1) steht auch bei mir dafür bereit ... und ganz besonders das KK Nr.5, denn selten hat man das auch orchestral so packend gehört. Wie Du schon sagst: Da geht orchestral die Post ab !


    Ich habe übrigends, nachdem ich die KK-DVD schon seit Jahren hatte, voriges Jahr das ganze Beethoven-Bernstein-Paket der 7 DVD´s mit den Wiener PH gekauft. Es sind enthalten = alle Sinfonien, Ouvertüren, Klavierkonzerte, Die Geschöpfe des Prometheus, Missa Sol., das von Bernstein für Streichorchester arr. Streichquartett op.131 sowie die Chorfantasy op.80 mit Homero Francesch am Klavier.


    :!:Die Chorfantasy op.80, die Josef in Beitrag 4 mit Serkin / Bernstein (SONY) mitnehmen will, ist auch hier genial mit Frankesch gelungen. Eine Aufnahme, die auf CD gar nicht verfügbar ist. Ich finde sie umwerfend gut und sogar besser, als meine ewig vorliegende mit Brendel / Haitink (Philips).

    @ Hallo Josef,

    Deine Aufnahme mit Serkin kenne ich nicht ... aber ehrlich gesagt, nach Frankesch muss ich auch keine Andere mehr haben ...


    Ich habe die SONY-CD mit den KK Nr. 3 und 5 mit Serkin / Bernstein. ;) Diese CD als Ergänzung zu der Gould - KK - GA (SONY), damit ich mich nicht mehr in dieser GA über das KK Nr.5 aufregen muss, das mit Stokowski als Dirigent so schrecklich in die Länge gezogen wird. Damit habe ich dann eben die KK Nr.2 - 5 mit Bernstein / New Yorker PH gemischt mit den zwei Pianisten Gould und Serkin ... das KK Nr.1 ist ja mit Gould / Golschmann eingespielt - für mich auch eine absolut stimmige Inselaufnahme, orchestral einfach megaklasse und solche präsenten Pauken im KK1 bekommst Du nirgends geliefert ... :thumbup:


    <3 Hier noch die (seinerzeit megapreiswerte) Abb des Beethoven - Bernstein - 7DVD - Schubers:

    - technisch vom Klang einfach fabelhaft im DTS 5.1-Sound - die CD-Versionen davon klar übertreffend -


    B001E4IXY6

    DG, 70er und 80er-Jahre, DTS 5.1

    Gruß aus Bonn, Wolfgang

  • BEETHOVEN: Streichquartett Nr. 13 B-dur, op. 130


    Der Schriftsteller Horst Bienek, geboren am 7. Mai 1930 in Gleiwitz O/S, hat diesem Quartett im vierten Band seiner Gleiwitz-Tetralogie "Erde und Feuer" ein unvergängliches Denkmal gesetzt:


    Gleiwitz, 23. Januar 1945 (heute vor 75 Jahren):

    Die Rote Armee hat Oberschlesien erreicht, steht vor der Stadt und schießt mit schwerem Geschützfeuer ins Zentrum. Die Bevölkerung bereitet sich auf die Flucht vor, viele haben die Stadt bereits verlassen. Die Heldin des Romans, die Klavierlehrerin Valeska Piontek, will in zwei Stunden sich ebenfalls einem Treck anschließen, der über Ratibor nach Breslau und von dort weiter nach Westen führen soll, in eine ungewisse Zukunft. Vorher will sie sich aber noch von einem Nachbarn, Herrn Apitt, verabschieden, der, alt und allein, in seiner Heimatstadt zurückbleiben möchte, komme was da wolle.

    Schweigend vor Hilflosigkeit sitzen sich Frau Piontek und Herr Apitt gegenüber.

    "Apitt atmete schwer. Er stand auf und ging zum Grammophon, setzte sich, hielt eine Schallplatte in der Hand und starrte auf die schwarze Scheibe (…) Da begann die Musik, die Cavatina aus opus 130, und brachte sie beide zum Schweigen, dunkelte das Zimmer ein, löschte das Feuer ihrer Sehnsüchte und Erinnerungen, setzte sie aus in eine zeitlose Zeit. Sie lauschten und waren eingefangen wie in einem Traum, nein, wie in einem Leben.

    Sie wußten nicht, wieviel Zeit vergangen war, nachdem die Musik geendet hatte, als Apitt mit leiser Stimme sagte: Stellen Sie sich vor, Beethoven war bereits völlig taub, als er dieses Stück schrieb, er hat keine Aufführung mehr gehört … Ich habe gedacht, ich muß das wieder und immer wieder hören, um hinter das Geheimnis zu kommen, aber jetzt weiß ich, man kann sich diesem Geheimnis nur nähern, man wird es niemals ergründen. Man kann sich Gott nur nähern. Das ist alles. Musik ist das Höchste. Sie ist das Abbild des ganzen Willens, wie die Welt selbst es ist. Deshalb eben ist die Wirkung der Musik so sehr viel mächtiger und eindringlicher als die der anderen Künste: denn diese reden nur vom Schatten, die Musik aber vom Wesen. Ich habe Schubert so oft gehört, aber beim späten Beethoven habe ich begriffen, daß die vollkommene Musik die Welt ist und die Welt ist verkörperte Musik (…) … in diesem Streichquartett steckt mein Leben, steckt das Leben eines jeden Menschen, der es richtig zu hören versteht … und da steckt auch mein Tod drin … "


    Nachdem ich das gelesen hatte, habe ich mir spontan die obige CD gekauft und wieder und wieder gehört, obwohl ich ansonsten wenig Kammermusik höre. Doch dieses Quartett hat mich nie mehr losgelassen, bis heute nicht!

    Und wenn ich nur eine Beethoven-Aufnahme auf die imaginäre Insel mitnehmen dürfte, so müßte es diese sein ….

    Inzwischen habe und kenne ich weitere Aufnahmen von Op. 130, aber mit dem ABQ habe ich es kennen- und liebengelernt. Es ist ein berauschendes, elegantes Spiel, es geht in die Tiefe und ergreift den Hörer. Ich weiß nicht, welche Aufnahme der Herr Apitt seiner Nachbarin damals vorgespielt hat, aber auch heute, am 75. Jahrestag des Einmarsches der Russen in Gleiwitz, werde ich das Opus 130 wieder hören und versuchen, mich in die Gefühle und Ängste der Menschen von damals zu versetzen.


    LG Nemorino





    Die Welt ist ein ungeheurer Friedhof gestorbener Träume (Robert Schumann).

    Einmal editiert, zuletzt von nemorino ()

  • Elly Neys späte Beethoven-Aufnahmen (1960-1968)

    Ich nannte diese Edition bereits andernorts, aber hier ist sie womöglich sogar noch besser aufgehoben.



    Elly Ney: Gesamtausgabe aller späten Aufnahmen

    Nürnberger Symphoniker / Willem van Hoogstraten
    Colosseum Schallplatten, 1960-1968


    Beethoven dominiert die 12-CD-Box ganz deutlich. Konkret enthalten sind:


    - Klavierkonzert Nr. 3 c-Moll op. 37 (1961, Stereo)*

    - Klavierkonzert Nr. 4 G-Dur op. 58 (1961, Stereo)*

    - Klavierkonzert Nr. 5 Es-Dur op. 73 (1960, Stereo)*

    - Sonate Nr. 4 Es-Dur op. 7 (1962, Mono)

    - Sonate Nr. 8 c-Moll op. 13 "Pathétique" (1967, Stereo)

    - Sonate Nr. 12 As-Dur op. 26 (1962, Mono)

    - Sonate Nr. 14 cis-Moll op. 27,2 "Mondscheinsonate" (1967, Stereo)

    - Sonate Nr. 17 d-Moll op. 31,2 "Der Sturm" (1964, Stereo)

    - Sonate Nr. 18 Es-Dur op. 31,3 (1964, Mono)

    - Sonate Nr. 21 C-Dur op. 53 "Waldstein" (1960, Mono)

    - Sonate Nr. 23 f-Moll op. 57 "Appassionata" (1967, Stereo)

    - Sonate Nr. 30 E-Dur op. 109 (1962, Mono)

    - Sonate Nr. 31 As-Dur op. 110 (1968, Stereo)

    - Sonate Nr. 32 c-Moll op. 111 (1965, Mono)**

    - Sonate Nr. 32 c-Moll op. 111 (1968, Stereo)

    - Adagio aus der Sonate Nr. 29 B-Dur op. 106 "Hammerklaviersonate" (1968, Stereo)

    - Andante favori F-Dur WoO 57 (1965, Mono)**

    - Albumblatt "Für Elise" a-Moll WoO 59 (1965, Mono)**

    - Sechs Variationen über "Nel cor più non mi sento" WoO 70 (1965, Mono)**

    - Variationen F-Dur op. 34 (1960, Mono)

    - 32 Variationen c-Moll WoO 80 (1960, Mono)

    - Rondo a capriccio G-Dur op. 129 "Die Wut über den verlorenen Groschen" (1960, Mono)

    - Sechs Ecossaisen WoO 83 (1960, Mono)


    * Nürnberger Symphoniker / Willem van Hoogstraten

    ** auf dem originalen Graf-Flügel im Beethoven-Haus Bonn


    Ferner von Elly Ney gesprochen "Wie ich zu Beethoven kam" sowie das "Heiligenstädter Testament" Beethovens.

    »Und besser ist's: verdienen und nicht haben,

    Als zu besitzen unverdiente Gaben.«

    – Luís de Camões

  • Meine Insel wäre natürlich Sylt; mein Beethoven ist weder bei jpc noch bei amazon verzeichnet. Es handelt sich um das Septett. Im vorigen Jahr wurde es aufgeführt von Isabelle Faust und ihren Musikern in der Essener Philharmonie. Es gibt dort eine Dependance der Buch-und Plattenhandlung Proust aus Essen. Die hatte eine Platte vorrätig, auf der Isabelle Faust und ihre Musiker das Septett zusammen mit dem Oktett von Schubert spielen. Da muss ich wohl im Hauptgeschäft nachfragen.

    Was grenzt an grenzenlose Dummheit? Mexiko und Kanada (Urban Priol)

  • Beethoven: Symphonie Nr. 9 "Ode an die Freiheit" - Bernstein (1989)



    Objektiv betrachtet würde diese Aufnahme der Neunten wohl nicht unbedingt dergestalt herausragen, wie sie es gleichwohl tut. Dies hat nicht unbedingt künstlerische, sondern vornehmlich historische Gründe. Die Begleitumstände sind derart legendär, dass ich mir erspare, sie hier auszuführen. Nur zu den Eckdaten: Schauspielhaus, (Ost-)Berlin, 25. Dezember 1989, wenige Wochen nach dem Mauerfall.


    Die Besetzung sagt mehr als tausend Worte:


    June Anderson, Sopran (USA)

    Sarah Walker, Mezzosopran (UK)

    Klaus König, Tenor (DDR)

    Jan-Hendrik Rootering, Bass (BRD)


    Chor des Bayerischen Rundfunks (BRD)

    Mitglieder des Rundfunkchors Berlin (DDR)

    Kinderchor der Philharmonie in Dresden (DDR)


    Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks (BRD)

    und Mitglieder folgender Orchester:

    Staatskapelle Dresden (DDR)

    Orchester des Kirow-Theaters Leningrad (UdSSR)

    London Symphony Orchestra (UK)

    New York Philharmonic (USA)

    Orchestre de Paris (Frankreich)


    LEONARD BERNSTEIN


    Das ist der ganz späte Bernstein, entsprechend exzentrisch kommt es herüber. Aber welcher Dirigent außer ihm wäre zu so einer symbolischen Großtat fähig gewesen? Ich bin mir sicher, Beethoven hätte die Abänderung des Textes ("Freiheit" statt "Freude") goutiert. Solistisch ragt die Aufführung nicht sonderlich heraus, aber das tut dem Gesamtergebnis keinen Abbruch. Sollte man zumindest einmal im Leben gehört haben.

    »Und besser ist's: verdienen und nicht haben,

    Als zu besitzen unverdiente Gaben.«

    – Luís de Camões

  • Klavierkonzert Nr. 5 Es-Dur, Op. 73 "Emperor"

    Bei Beethoven noch Referenzen zu benennen, das fällt wahrlich schwer. Die Flut an Aufnahmen ist schier unüberschaubar, und fast täglich kommen noch neue hinzu, im nun beginnenden Jubiläumsjahr sicher noch in verstärktem Maße. Ich habe lange überlegt, welche Konzertaufnahme in diesen Thread gehört und mich schließlich, nach reiflicher Abwägung, für diese entschieden:

    Edwin Fischer (Klavier) und das Philharmonia Orchestra London, Dirigent: Wilhelm Furtwängler (Aufnahme: 2/1951, Abbey Road Studio No. 1, London).


    Warum gerade diese, wo es doch mindestens 100 andere, besser klingende, in modernster Technik aufgezeichnete Versionen dieses wohl berühmtesten Klavierkonzertes der Musikliteratur gibt?


    Natürlich, die Aufnahme ist alt, sogar sehr alt, aber sie ist ein Dokument der einzigartigen Zusammenarbeit zweier Ausnahmekünstler, in deren Wirken das Werk Beethovens stets einen zentralen Raum eingenommen hat. Und klanglich ist sie überraschend gut gelungen.


    Kraftvoll, energiegeladen, aber mit breiten Tempi nähern sich die beiden Künstler Beethovens "Emperor"-Konzert. Es ist eine romantische, zutiefst humanistische Interpretation, die heute vielleicht ein wenig aus der Zeit gefallen erscheint, und trotzdem zeitlos ist in einem höheren Sinn. Man weiß, daß sowohl Furtwängler als auch Edwin Fischer dem Medium Schallplatte skeptisch gegenüber standen, und ist deshalb umso erstaunter, mit welcher Vollkommenheit die beiden ihre Absichten und Einsichten hier verwirklichen. Man höre nur, wie in das weihevolle Halbdunkel am Beginn des zweiten Satzes der Pianist plötzlich das Rembrandt-Licht hereinbrechen läßt, um zu erahnen, mit welcher Inbrunst man hier bemüht war, in Beethovens Gedankenwelt einzudringen. Das Finale schließlich, ein typischer Beethoven-Satz, wird zum humorvollen Kehraus eines unvergänglichen Konzertes und einer unvergänglichen Interpretation. Die Aufnahme ist, auch das sei gesagt, seit ihrem ersten Erscheinen 1952 nie aus den internationalen Katalogen verschwunden.


    Ich besitze mindestens zwei Dutzend Aufnahmen dieses Konzertes, und darunter befinden sich so hochkarätige wie Kempff/Leitner (DGG), Gilels/Szell (EMI), Arrau/Haitink und Casadesus/Rosbaud (beide Philips), und auch das Feuerwerk eines Horowitz mit Fritz Reiner (RCA) zählt dazu, aber IMO kommt keine an dieses einmalige Dokument der Zusammenarbeit zweier großer alter Männer heran, die hier einer ganzen Musikepoche, die vom Ende des 19. Jahrhunderts bis in die Zeit nach dem verheerenden Zweiten Weltkrieg reicht, ein unwiederbringliches Denkmal gesetzt haben, Beethoven zu Ehren und uns zur Freude.


    LG Nemorino

    Die Welt ist ein ungeheurer Friedhof gestorbener Träume (Robert Schumann).

  • Ein wichtiger Thread im begonnenen Beethoven-Jahr. Erstaunlich nur, dass bisher bis auf eine Ausnahme nur Einspielungen aus lange zurückliegender Zeit genannt werden. Ich möchte mich dem nicht anschließen, sondern eine Aufnahme aus jüngster Zeit vorstellen, von der ich begeistert bin:

    Konzert für Klavier, Violine, Violoncello mit Orchester C-Dur op. 56 (Tripelkonzert)

    Es sind drei Solokünstler, die hier auftreten und von Anfang bis zum Schluss eine solistische Spannung verbreiten.

    Wenn auch im Mittelpunkt das Spiel der herausragenden Cellistin Anne Gastinel steht, musizieren alle drei dennoch auf Augenhöhe sehr herzerfrischend. Dazu trägt vielleicht auch die Spontanität der Live-Aufnahme bei. Die nehme ich auf die Insel mit. Weiteres kann folgen, das Jahr ist ja noch soo lang.

    :hello:

    Wenn schon nicht HIP, dann wenigstens TOP

  • B078Y2PCS7.03._SS300_SCLZZZZZZZ_.jpg

    Hallo timmiju,


    die musikalische Qualität der Aufnahme will ich gar nicht in Zweifel ziehen, aber das Cover stimmt schon ein wenig nachdenklich.

    Ehrlich gesagt, mein erster Gedanke war: Was soll das? Was hat ein leerer Tisch, bestückt mit einem (nostalgischen?) Radio im Stil der 1960er Jahre, flankiert von einer Tischpalme, mit Beethovens Tripelkonzert zu tun? Oder sollen die drei leeren Stühle einen Hinweis darauf geben?


    So könnte man in einem modernen Gebetbuch auch die Heilige Dreifaltigkeit abbilden! Mich läßt das Cover jedenfalls ratlos zurück. Geschmacklos wäre wohl nicht das passende Wort, eher sinnfrei ….


    Oder hat es vielleicht mit dem Namen des Labels zu tun?


    LG Nemorino



    Die Welt ist ein ungeheurer Friedhof gestorbener Träume (Robert Schumann).

  • RE: Cover vom Label naive


    Lieber nemorino,

    da kann mal wieder sehen wie unterschiedlich ein Cover bewertet wird. Die Cover des Labels naive setzen sich, wie ich finde , wohltuend von den Konventionen ab. Mir gefällt es richtig gut.


    Betrachten wir das Bild so:

    Hier stehen drei leere Stühle der Solisten, die ja nicht da sind, weil sie das Konzert spielen.

    Auf dem Tisch steht ein altes Küchenradio mit einem Lautsprecher. :D Genau das richtige für dich, denn hier kannst Du das Tripelkonzert in MONO hören.

    Und ein wenig Botanik auf dem Tisch erhört die Gesamtatmosphäre.

    Gruß aus Bonn, Wolfgang

  • Banner Trailer 2 Gelbe Rose
  • Ich muß hier nemorino beipflichten. Ich kann leider auch keinerlei Zusammenhang zwischen Cover und Werk erkennen. Vielleicht hat der Coverdesigner einfach nur die Bilddateien verwechselt? :untertauch:

    Aber das sollten wir - wenn überhaupt - an anderer Stelle diskutieren.

    Einer acht´s - der andere betracht´s - der dritte verlacht´s - was macht´s ?
    (Spruch über der Eingangstür des Rathauses zu Wernigerode)

  • Die Cover des Labels naive setzen sich, wie ich finde , wohltuend von den Konventionen ab. Mir gefällt es richtig gut.

    Lieber Wolfgang,


    musikalisch sind wir ja sehr oft geschmacklich nahe beieinander, aber was die Covergestaltung betrifft, werden wir wohl kaum jemals harmonieren. Zum Glück sind die Geschmäcker verschieden ….

    Genau das richtige für dich, denn hier kannst Du das Tripelkonzert in MONO hören.

    …. es wäre sogar eine Premiere, lieber Wolfgang, denn das Tripelkonzert besitze ich zwar in mindestens einem halben Dutzend Aufnahmen, aber keine einzige davon ist MONO:)! Und dieses Tischgerät wäre mir denn doch für Beethoven ein wenig zu mickrig ….


    LG nach Bonn,

    Nemorino

    Die Welt ist ein ungeheurer Friedhof gestorbener Träume (Robert Schumann).

  • Symphonie Nr. 7 - New Philharmonia Orchestra / Stokowski (1973)

    Meine nächste Insel-Einspielung in Sachen Beethoven ist folgende (ursprüngliches LP-Cover):


    81a-MjFqoYL._SS500_.jpg


    In CD-Form erschien sie bis dato aber nur unhandlich in Boxen - vielleicht mit ein Grund, wieso sie viel weniger bekannt ist, als ihr zustünde:



    Es handelt sich um Stokowskis letzte Zusammenarbeit mit Decca (allerdings nicht seine letzte Aufnahme überhaupt) und zugleich um die letzte Produktion des legendären Phase 4 Stereo, eingespielt am 17. und 18. Jänner 1973 in der Kingsway Hall, London.


    Hier stimmt m. E. einfach alles. Durch das (nicht unumstrittene) Aufnahmeverfahren sind die einzelnen Instrumente so exzellent ausgeleuchtet wie sonst nirgends. Unnachahmlich der "Wide Stereo"-Effekt der geteilten Streicher am Ende des feurigen Finalsatzes.

    Für mich Stokowskis stimmigste Beethoven-Aufnahme und eine der besten dieses Werkes überhaupt.

    »Und besser ist's: verdienen und nicht haben,

    Als zu besitzen unverdiente Gaben.«

    – Luís de Camões

  • 41Q983YGXYL.jpg

    Sonate für Klavier Nr. 21 C-dur op. 53 "Waldstein" mit Friedrich Gulda


    Ich musste hier ein Cover eder Gedamtaufnahme einstelle, weil die Aufnahme einzeln nicht mehr erhältlich ist

    Warum aber gleich ZWEI Cover ?

    Weil die linke Abbildung das Cover der Originalveröffentlichung zeigt (einzeln sah das wiederum anders aus) und weil dieses Cover sozusagen die letzte Erinnerung daran ist, daß diese Aufnahmen nicht von DECCA stammen, sondern vom verblichenen Wiener Label AMADEO. Ein letzter Gruß sozusagen und die einzige Aufnahme die überlebt hat, weil DECCA sie sich angeeignet - und sie glücklicherweise vor dem endgültigen Vergessen bewahrt hat. Zur Ehre von UMIVERSAL/DECC sei gesagt, daß auch auf der DECCA Veröffentlichung das AMADEO Loga neben jenem der DECCA sein dar und uns ausserdem auf der Rückseite der Vermerk "1068 AMADEO, Österreichiesche Schallplatten Ges.m.H angebracht ist.

    Meiner Erinnerung nach entstand diese Aufnahme in einem Aufnahmestudio des Österreichischen Rundfunks. - und sie erregte bei ihrem Erscheinen zumindest in Österreich ziemliches Aufsehen. Sie wurde auch mit dem Deutschen Schallplattenpreis ausgezeichnet. Im DECCA Booklet finden wir den Hinweis auf eine Aussage Guldas aus den 80er Jahren, wo er meint, die Aufnahme sei noch durchaus anhörbar, wenngleich er sie "heute" anders spielen würde.

    Ich weise darauf hin, daß ein gewisser Rauschpegel existier, bei ansons extrem natürlichem Klavierklang. DECCA hat übrigerns einm Fehlrr der Originalveröffentlichung auf CD (eigentlich waren es ja EINZELNE Vinyl-Veröffentlichungen - und die rauschten stärker) behoben. Man kann jetzt die einzelnen Sätze anwählen, was bei der Erstveröffentlichung auf CD erstaunlicherweise ncht möglich war.....


    mfg aus Wien

    Alfred

    Wenn ich schon als Vorbild nicht tauge - lasst mich wenigstens ein schlechtes Beispiel sein !



  • Violinkonzert op.61

    in der Aufnahme mit Beethovens eigener Kadenz nach der Klavierfassung op.61a


    Bisher sind viele der Hauptwerke von Beethoven (Sinfonien, Klavierkonzerte, Sonaten) in diesem Inselthread vorhanden ... :huh: das Violinkonzert op.61 fehlt aber noch !


    Hierfür möchte ich die Aufnahme mit Tetzlaff/Zinman (ARTE NOVA, 2006) auswählen, die das Konzert von allem Schwulst befreit (den man in vielen anderen Aufnahmen leider antrifft), es klar und deutlich hinstellt, die Ecken und Kanten nicht weichspült. Als Ergebnis entstand eine der hörenswertesten und spannensten Interpretationen des VC.

    8) Der sehr gute Eindruck mit wirklichem Hörspass wird durch die ausgezeichente digitale Klangtechnik nur noch unterstützt !


    :!:Der Wichtigste Punkt ist aber, dass hier ein echter Beethoven vorliegt:

    Die Kadenz im 1.Satz ist von Beethoven selber komponiert und stammt aus der Klavierfassung mit Pauken des VC op.61a, die von Christian Tetzlaff selber für Violine umgeschrieben wurde.

    Zitat von teleton

    Tetzlaff selbst schrieb die originale Klavierkadenz aus op.61a für Geige um, da er die sonst verwendete Kandenz von Fritz Kreisler sowohl harmonisch, wie auch von der Konzeption und Idee her als Fremdkörper betrachtet. Beethoven geht in der originalen Solokadenz mit den mitspielenden Pauken einen ganz anderen Weg und ist auch im Grundtempo schneller.

    "Das verstärkt die militärischen Assoziationen sehr wesentlich und macht gleichzeitig einen zentralen Aspekt des ganzen Kopfsatzes aus." (Zitat aus Textheft Arte Nova).

    Für meinen Geschmack ist das die beste Kadenz für das Beethoven - VC. Das Zusammenspiel der Geige mit Pauken passt hier genau so gut, wie in der Klaverfassung op.61a mit Klavier und Pauken.


    ARTE NOVA, 2006, DDD

    Gruß aus Bonn, Wolfgang

  • Mir gefällt die Paukenkadenz auch ausnahmslos gut. Christian Tetzlaff verwendet sie auch in dieser Live-Aufnahme neueren Datums (Nov. 2018):

    Das ist eine sehr gute Einspielung, trifft für beide Konzerte zu.

    :hello:

    Wenn schon nicht HIP, dann wenigstens TOP

  • Mir gefällt die Paukenkadenz auch ausnahmslos gut.

    Dann sind wir ja bereits ein Triumvirat. :D Mir geht es nämlich genauso. Schneiderhan war also zukunftsweisend.

    »Und besser ist's: verdienen und nicht haben,

    Als zu besitzen unverdiente Gaben.«

    – Luís de Camões

  • Mir geht es nämlich genauso. Schneiderhan war also zukunftsweisend.


    4271972.jpg

    in der Tat war er das. ich besass die Resonance- Ausgabe dieses Konzerts mit Schneiderhan auf LP, und dort gab es üblicherweise kein Booklet. Aber auf der Rückseite der Hülle war ein wenig PlatzfürText. Schneiderhan beschrieb dort, wie er zu jener Kadenz kam, welche minimalsten Änderungen er durchführn MUSSTE, damit die Kadenz auch zur Klavierversion passte. Er habe um jede Note gerungen, und jede Änderung habe ihm weh getan - es sei ihm aber gelungen mit allergeringsten Anpassungen auszukommen.Und letztlich sei er mit dem Ergebnis zufireden.

    Vielleicht durch die Vorprägung bestimmt (ich habe das Violinkonzert in dieser Einspielung kennengelernt - wär das ein guter Kandidat für eine Beethoven-Aufnehm für die Insel.


    mfg aus Wien

    Alfred

    Wenn ich schon als Vorbild nicht tauge - lasst mich wenigstens ein schlechtes Beispiel sein !



  • Auch dieser Thread, von Wolfgang Kaercher pünktlich zum Beethoven-Jahr 2020 eröffnet, ist wohl den Taminos, einschließlich mir:(, völlig aus dem Blickfeld geraten. Ich kann da nur "mea culpa" sagen!


    Bevor nun das Jubiläumsjahr, das leider mehr von Covid-19 als von Beethoven geprägt war, dem unvermeidlichen Ende zueilt, möchte ich noch ein paar meiner persönlichen Insel-Einspielungen hier nennen, und vielleicht, was noch schöner wäre, zur Diskussion stellen:

    Beethoven* / Klemperer* - Symphonies Nos. 1 & 7 (1985, CD) | Discogs

    Es handelt sich hier nicht um die bekannte, auch in der GA vorhandene Einspielung aus dem Jahr 1955, sondern um eine spätere, die am 25.10.1960 in der Londoner Kingsway Hall aufgenommen und 1961 auf LP veröffentlicht wurde. Die obige CD-Ausgabe erschien erstmals 1988. Sie klingt nicht nur besser als die ältere, sondern hat auch den Vorteil, daß Klemperer hier im Kopfsatz die Exposition wiederholt. Für mich ist es seine schönste und überzeugendste Aufnahme des Werks. Später, 1968, hat der große Dirigent noch eine weitere Version der Siebenten vorgelegt, die aber IMO deutliche Alterserscheinungen erkennen läßt, einmal durch die übermäßig langsamen Tempi, zum anderen auch durch einige Mängel im Zusammenspiel des Orchesters.

    Beethoven*, Heifetz* • Munch*, Boston Symphony Orchestra - Violin Concerto  (In D) (1959, Vinyl) | Discogs

    Für mich eine unerreichte Interpretation. Jascha Heifetz und Charles Münch haben 1955 diese Einspielung vorgelegt, die nicht nur, gemessen am Alter der Aufnahme, ausgezeichnet klingt, sondern auch in ihrer Virtuosität einmalig dasteht. Der berühmte Geiger stellt diese Virtuosität ganz klar in den Vordergrund seiner Interpretation. Seine Tempi sind entsprechend lebhaft, Gefühlsmomente werden nur angedeutet, und so erhebt er den virtuosen Glanz des Werkes zum integralen Bestandteil seiner Auffassung, und erreicht damit eine organische Einheit, die überrascht und gleichzeitig überwältigt. Daran hat auch der Dirigent und nicht zuletzt das glänzend aufgelegte Bostoner Orchester nicht unerheblichen Anteil.


    LG Nemorino

    Die Welt ist ein ungeheurer Friedhof gestorbener Träume (Robert Schumann).

    2 Mal editiert, zuletzt von nemorino ()

  • sie erregte bei ihrem Erscheinen zumindest in Österreich ziemliches Aufsehen. Sie wurde auch mit dem Deutschen Schallplattenpreis ausgezeichnet.

    Lieber Alfred,


    nicht nur in Österreich, auch in Deutschland wurde sie ausführlich besprochen und mit positiven Kritiken überhäuft, und wie Du richtig anmerkst, sogar mit dem renommierten Deutschen Schallplattenpreis bedacht.

    Ich erinnere mich noch sehr gut, daß ein Kritiker meinte, Gulda spiele "einen Beethoven für Beethoven-Verächter (falls es solche überhaupt geben sollte):" Ich habe mir die LP-Kassette Anfang der 70er Jahre zugelegt:

    Box mit 11 LPs: Beethoven - sämtliche Klaviersonaten * Friedrich Gulda

    und mir viel später die von Dir gezeigte 12 CD-Box mit den Sonaten und Konzerten (letztere finde ich nicht so toll) neu gekauft. Neben der legendären Einspielung von Artur Schnabel aus den 1930er Jahren (EMI) ist es bis heute meine einzige Sonaten-GA geblieben. Daneben habe ich aber jede Menge von Einzeleinspielungen.

    Daß Gulda eine gespaltene Persönlichkeit war, darüber gibt es wohl kaum einen Zweifel. Seine Haltung zu seiner Sonaten-Aufnahme war ambivalent, manchmal hat er sie hoch gelobt, dann wieder als mehr oder weniger überflüssig bezeichnet. Jedenfalls hat sich die Aufnahme für ihn gelohnt - doch sie war und ist ihr Geld wert!


    LG Nemorino

    Die Welt ist ein ungeheurer Friedhof gestorbener Träume (Robert Schumann).

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