Musiktheater-Schätze des DDR-Fernsehens

  • Es geht weiter mit dem ersten Musiktheaterwerk aus Offenbachscher Feder:


    BEIDEN BLINDEN, DIE (1965)

    Fernsehinszenierung einer Operette von Jacques Offenbach

    Fernsehfassung: Peter Bejach

    Musikalische Bearbeitung: Karl Schinsky

    Choreographische Mitarbeit: Vera Bräuer

    Inszenierung: Henry Riedel

    Personen und ihre Darsteller:

    Pat (Ernst Heise), Patachon (Hans Ziehnert), Ein Hündchen (Ursula Figelius), Der Gardien (Ulrich Voss) sowie Damen und Herren des Corps de Ballett des Volkstheaters Rostock;

    Es spielt das große Rundfunkorchester Leipzig unter Leitung von Adolf-Fritz Guhl.

    Sendedaten:

    04.07.1965 Erstausstrahlung

    Inhalt:

    Für die Produktion dieser TV-Inszenierung der Operette von Offenbach zeichnete das Ostseestudio in Rostock verantwortlich, dies im Rahmen der Ostseewoche 1965.

    Im Mittelpunkt dieses Stücks stehen zwei arme Musiker, die – Blindheit suggerierend – auf das Mitleid ihrer Zeitgenossen hoffen, um irgendwie überleben zu können.

    Nach dem (ursprünglichen) Libretto von Jules Moinaux führt die Handlung auf eine Brücke im Paris des Jahres 1855. Den beiden Hauptakteuren sagt man nach, dass sie sich zu früherer Zeit taub gestellt hätten, nur agieren sie als zwei blinde Musikanten, die sich mit ihrer Bettelei ein Almosen verschaffen wollen. Dabei kommt es zu Spannungen, weil sich die Beiden gegenseitig nichts gönnen, und aus tiefstem Neid beschimpfen sie sich gegenseitig auf das Ärgste.

    In der Literatur wird ausgeführt, dass diese Operette am 5. Juli 1855 in Paris uraufgeführt wurde und zwar als erstes Werk in Offenbachs eigenem Theater, dies mit einer Spieldauer von etwa 25 Minuten.


    Quelle:

    http://www.fernsehenderddr.de/…onsblatt-detail&id1=32812


    Persönliche Anmerkung:

    Sicher nicht die am prominentesten besetzte Musiktheater-Aufzeichnung des DDR-Fernsehens, aber wegen des Stückes selbst würde mich diese Sendung dennoch interessieren - und auch wegen des Tenors Hans Ziehnert, der mir bei meinen Dresdner Besetzungsrecherchen begegnet ist. Dort sang er anfänglich Hauptrollen (Premieren-José, Tamino, Chateauneuf), aber jeweils nur wenige Male, dann wurde er auf Nebenrolle und schließlich wohl nach Rostock abgeschoben. Mit dem Namen würde ich gerne eine Stimme verbinden.

    Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"

  • Ich hatte, was die alphabetische Reihenfolge betrifft, eine Sendung übersprungen, die mich allerdings etwas ratlos macht, weil ich auch gar nicht weiß, wer da genau was singt:


    BASTIEN UND BASTIENNE (1966)

    Ein tänzerisches Spiel von Wolfgang Amadeus Mozart

    Bearbeitung: Dr. Georg Mielke

    Musik: Wolfgang Amadeus Mozart

    Sprechertext: Rudi Strahl

    Choreografie und Regie: Ursula Dathe / Jürgen Brill

    Personen und ihre Darsteller:

    Rosemarie Rönisch, Sopran; Karin Schröder, Sopran; Detlev Dathe, Bariton; Fred Teschler, Bass, Horst Schulze, Sprecher, und andere.

    Sendedaten:

    11.09.1966 Erstausstrahlung; 30.10.1966 Wiederholung

    Inhalt:

    Der DFF präsentierte mit dieser Sendung ein tänzerisches Spiel in den Gärten von Schloss Pillnitz bei Dresden.

    In der Zeitschrift „Funk und Fernsehen der DDR“, Nr. 37/1966, Seite 14, wurde dazu angemerkt:

    „ … Es gehört zur guten Tradition der Musikabteilung des DFF, bekannte Werke in historischer Umgebung aufführen zu lassen, um ein umfassenderes, leichter zugängliches Kunsterlebnis zu vermitteln …

    In den Gärten von Schloss Pillnitz bei Dresden wurde Mozarts reizendes Singspiel ‚Bastien und Bastienne’ aufgezeichnet. Als 12jähriger komponierte Mozart 1768 die harmlose Eifersuchtsgeschichte eines ländlichen Liebespaares, die Jean Jaques Rousseau schon in seiner Kammeroper ‚Der Dorfwahrsager’ verarbeitet hatte. Die Ehrlichkeit der Gefühle ist mehr wert als höfischer Glanz und Reichtum. Zu dieser Erkenntnis führt der erfahrene und weise Gärtner Colas den leichtsinnigen Burschen Bastien. Der Stoff richtet sich eindeutig gegen Sittenverfall und Verschwendungssucht der aristokratischen Gesellschaft zur Zeit des späten Absolutismus und stellt das bürgerlich schlichte Lebensideal der Aufklärung heraus.

    In der Fernsehfassung werden die Dialogstellen des Originals durch einprägsame, leicht ironische Verse ersetzt. Die Texte der Arien, Duette und Terzette wurden etwas überarbeitet und die Handlung durch eingefügte höfische und ländliche Tanzszenen … erweitert.“


    Quelle:

    http://www.fernsehenderddr.de/…onsblatt-detail&id1=33538


    Persönliche Anmerkung:

    Mir ist wie gesagt nicht ganz klar, wie viel da vom originalen Mozart-Singspiel dabei ist und wie viel nicht. Laut Text zum Inhalt wurden nur die Dialoge durch andere Verse ersetzt und die Musiknummern "etwas überarbeitet". Ich kenne dieses Singspiel als Drei-Personen-Stück für Sopran, Tenor und Bass, nun tauchen stattdessen zwei Soprane, kein Tenor, ein Bariton und ein Bass auf. Rosemarie Rönisch und Fred Teschler würde ich schon gerne in dieser Produktion erleben, den Bariton Detlev Dathe kenne ich (auch durch meine Berliner Besetzungs-Recherchen) nur vom Namen her, er würde mich insofern auch interessieren, was grundsätzlich auch für den Schauspieler Horst Schulze (den Instetten der Defa-Verfilmung von Fontanes "Effi Briest") gilt.

    Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"

  • Und jetzt mal wieder was, was mich richtig interessiert:


    BEIDEN PÄDAGOGEN, DIE (1972)

    Fernsehaufführung eines Singspiels von Felix Mendelssohn Bartholdy

    Musik: Felix Mendelssohn Bartholdy

    Text: Johann Luwdig Casper nach Vorlage von Eugène Scribe

    Ausstattung: Marieluise Strandt

    Inszenierung: Ernst Hübner

    Tonregie: Horst Mutscher

    Redaktion: Dietmar Roth

    Fernsehregie: Jens Buhmann

    Chöre: Detlev Steffen

    Choreographie: Grita Krätke

    Staatsopernchor und Staatskapelle Berlin (Musikalische Leitung: GMD Heinz Fricke)

    Personen und ihre Darsteller:

    Herr von Robert (Siegfried Vogel), Carl, sein Sohn (Eberhard Büchner), Elise, Nichte von Robert (Brigitte Eisenfeld), Prügler, Dorfschulmeister (Peter Olesch), Hannchen, sein Nichte (Renate Hoff), Luftig, Kammerdiener (Bernd Riedel), Fritz, ein Diener (Alfred Nern).

    Sendedaten:

    10.12.1972 II. PR. Erstausstrahlung

    Inhalt:

    Das DDR-Fernsehen präsentierte dieses Singspiel mit einer Übertragung der Aufführung dessen in der Deutschen Staatsoper Berlin.

    Ort und Zeit der Handlung: ein österreichischer Landsitz um 1810.

    Es ist das alte Spiel: die Väter wollen über das Leben ihrer Kinder bestimmen, weil sie nur das Beste wollen (vorrangig für sich selbst!), aber die Jugend hat ganz andere Ziele und Wünsche.

    So geht es auch einem jungen Mann namens Carl (Eberhard Büchner), der nach Willen seines Vaters Gelehrter werden soll. Davon hält der Betroffene wenig, sein Herz schlägt für seine Cousine Elise (Brigitte Eisenfeld) und nicht für die Wissenschaft.

    Und Hannchen (Renate Hoff), eine anderes junges Weibsbild, aus Wien anreisend, ist in den Diener Luftig (Bernd Riedel) verliebt – bis dato auch ohne Zustimmung ihres Onkels (Peter Olesch). Carl und Luftig ergreifen die Initiative und veranstalten – ohne Wissen des Herrn von Robert (Siegfried Vogel) – ein Fest, an dem auch einfache, hiesige Bauern teilhaben. Im Verlaufe dessen werden aber die jungen Liebschaften offenbar und die vorab „notwendigen“ Schwindeleien zerplatzen wie Seifenblasen. Trotzdem – am Ende der Geschichte finden die genannten jungen Leute auch „offiziell“ zusammen und sind frohen Mutes ob einer bevorstehenden glücklichen Zukunft.


    Quelle:

    http://www.fernsehenderddr.de/…onsblatt-detail&id1=33910


    Persönliche Anmerkung:

    Eine Direktübertragung einer Produktion der Deutschen Staatsoper Berlin jener Jahre interessiert mich natürlich immer, auch wenn sie aus dem Apollo-Saal ist. Als Verehrer des Bassisten Siegfried Vogel stutze ich natürlich bei seiner Nennung, denn er hat diese Rolle an der Staatsoper gar nicht gesungen, wie ich durch meine Besetzungsrecherchen weiß.


    Hier die Premierenbesetzung der Produktion, wie sie im Apollo-Saal der Staatsoper stattfand:


    Zitat

    1972-11-04 (Apollo-Saal) Die beiden Pädagogen / Mendelssohn (Premiere; Dirigent Heinz Fricke – Inszenierung Ernst Hübner – Elisa Brigitte Eisenfeld, Hannchen Renate Hoff; Carl Eberhard Büchner, Herr von Robert Günther Fröhlich, Prügler Peter Olesch, Luftig Bernd Riedel, Fritz Alfred Nern) (+ Instrumental- und Vokalwerke Mendelssohns)

    Besetzungsarchiv Staatsoper Berlin - Spielzeit 1972/73


    Die wenigen weiteren Vorstellungen dieser Produktion fanden am 14.11., 27.12. und 3.6. in gleicher Besetzung statt, also nicht mit Siegfried Vogel, sondern mit Günther Fröhlich als Herr von Robert. Entweder ist die Angabe von Vogel also falsch und Fröhlich singt oder aber es handelt sich nicht um eine Übertragung, sondern um eine Aufzeichnung in geänderter Besetzung, was ich aber nicht glaube.


    Das Gute dabei ist: Als ich las, dass es diese Produktion gibt, habe ich jemanden angerufen, von dem ich ahnte, dass derjenige diese Aufzeichnung in seinem Bestand hat - und ich hante richtig und kann mir die DVD nach Corona abholen kommen, dann werde ich ja sehen, ob Siegfried Vogel oder Günther Fröhlich besetzt ist. Aber selbst wenn es nicht Vogel ist, ist die Besetzung mit Büchner, Eisenfeld, Olesch und Riedel immer noch eine lohnende Angelgenheit für mich.

    Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"

  • Heute eigentlich kein Musiktheater, sondern ein (nicht mal szenisch aufgeführtes) Oratorium:


    BELSAZAR (1979)

    Fernsehinszenierung eines Oratoriums von Georg Friedrich Händel

    Foto: „FF dabei“, Nr. 36/1979, Seite 27; im Bild: Martin Flämig

    Foto: „FF dabei“, Nr. 36/1979, Seite 27; im Bild: Martin Flämig

    Komposition: Georg Friedrich Händel

    Libretto: Charles Jennens

    Musikalische Leitung: Martin Flämig

    Redaktion: Márta Rafael

    Regie: Jens Buhmann

    Personen und ihre Darsteller:

    Celestina Casapietra, Barbara Gubisch, Eberhard Büchner, Siegfried Lorenz, Hermann Christian Polster sowie der Dresdner Kreuzchor, der Thomanerchor Leipzig und die Dresdner Philharmonie.

    Sendedaten:

    07.09.1979 II. PR. Erstausstrahlung

    Inhalt:

    In der oben genannten Quelle wird dazu ausgeführt:

    „Das als Oratorium selten gespielte Werk wurde im Dresdner Kulturpalast aufgezeichnet. Die musikalische Leitung des Oratoriums hatte Martin Flämig (Foto). 1744 beendete Georg Friedrich Händel das Oratorium „Belsazar“ nach dem Text von Ch. Jennens. Sein Thema: der Untergang des Königs Belsazar, unter dessen Herrschaft die Juden schmachteten. Belsazar wird von den Persern unter König Kyros belagert und besiegt. Wegen seines dramatischen Stoffes wurde ‚Belsazar‘ oft szenisch aufgeführt.“


    Quelle:

    http://www.fernsehenderddr.de/…onsblatt-detail&id1=33914


    Persönliche Anmerkung:

    Leider habe ich diese Aufnahme, die ich wegen der drei beteiligen Ensemblemitglieder der Berliner Staatsoper Celestina Casapietra, Eberhard Büchner und Siegfried Lorenz schon gerne hätte, nicht. Ich kann aber aufgrund von DRA-Rechercheergebnissen zumindest versuchen zu sagen, wer was singt: Die Sopranistin Casapietra singt natürlich die Sopran-Rolle der Nitocris und der Tenor Eberhard Büchner singt natürlich die Titelpartie. Siegfried Lorenz singt nach dieser Quelle den Cyrus, den ich eher als Mezzorolle kenne. Die in der obigen Quelle angegebene Barbara Gubisch taucht beim DRA hingegen gar nicht auf, stattdessen wird dort angegeben, dass der Bassist Hermann Christian Polster sowohl den Daniel als auch den Grobias sänge. In einer DRA-Recherche zu Fernsehsendungen mit Siegfried Lorenz wird die damals dem Ensemble der Staatsoper Dresdne angehörende Mezzosopranistin Barbara Gubisch aber doch als Mitwirkende genannt. Singt sie den Cyrus und Lorenz den Daniel oder umgekehrt? Genau kann ich das leider nicht sagen. Weiß jemand mehr?

    Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"

  • Es geht weiter mit einer Berlin-Revue:


    BERLIN BLEIBT BERLIN (1965)

    Eine musikalische Revue in sechs Bildern mit Texten von Adolf Glasbrenner, Erich Weinert, Kurt Tucholsky, Hans Krause und anderen.

    Redaktion: Hans W. Schlase

    Szenenbild: Walter Haacke

    Regie: Toni Stubhan

    Personen und ihre Darsteller:

    Genia Lapuhs, Helga Hahnemann, Gertraude Schottke, Gipsy, Ruth Brandin, Petra Böttcher, Irmgard Düren, Maika Joseph, Gudrun Wichert, Peter Sodann, Horst Schön, Sergio Günther, Herbert Spiller, Otto Zedler, Werner Troegner, Armin Terzibaschian, Werner Lierck, Peppi Zahl, Manfred Hopp, Rudi Schiemann, Volkmar Böhm, Steffen Reuter, die Romanoffs, Klaus Herrich, Filip und Herb, das Trio Chromatik, die Kolibris, das Enzo-Trio und das Ballett des Deutschen Fernsehfunks.

    Es spielen:

    Das Fernsehtanzorchester und das Orchester der IG Wismut

    Leitung: Fips Fleischer und Günter Blumhagen

    Sendedaten:

    06.11.1965 Erstausstrahlung; 12.11.1965 Wiederholung.

    Inhalt:

    In der Zeitschrift “Funk und Fernsehen der DDR”, Nr. 45/1965, Seite 19, heißt es dazu:

    “Große Städte der Welt haben ihren Reiz und ihre Geschichte, sie wurden beschrieben, bedichtet, besungen. Warum soll es nicht einmal Berlin sein - , sagte sich die Unterhaltungsredaktion und drehte eine musikalische Revue in sechs Bildern, von damals (1850) bis heute. Bekannte Berliner Typen und Originale, beliebte und populäre Melodien sind in dieser Berlin-Revue enthalten. Textbeiträge und heitere kabarettistische Szenen werden einzelne Zeitabschnitte charakterisieren …”

    Und die sechs Bilder offerierten dann:

    1850: “Eingängige Melodien wurden zum Schlager. Genial Lapuhs mit Carl Maria von Webers `Wir winden dir den Jungfernkranz”.

    1900: “Sorglos bummelte man in dieser Zeit durch die Spreemetropole. `Und dann schleich ich still und leise…`” , Werner Lierck und Sergio Günther.

    1925: “Schlager der zwanziger Jahre und das Neueste aus der Tagespresse von damals”. Genia Lapuhs, Werner Lierck, Rudi Schiemann.

    1930: “Sex-Appeal war im Chanson dieser Zeit die große Mode. Wie man es machte, zeigt Irmgard Düren mit viel Einfühlungsvermögen”.

    1945: “Wie wir den Tabak schnitten und welche Vorzüge ein Igelitschuh hatte, das weiß humorvoll Peter Sodann zu berichten”.

    1965: “Ob in 115 Jahren auch noch die Schlager von heute gespielt werden, wie sie Ruth Brandin und Petra Böttcher singen?”


    Quelle:

    http://www.fernsehenderddr.de/…onsblatt-detail&id1=14431


    Persönliche Anmerkung:

    Auch wenn mich die Sendung nicht so sehr interessiert wie eine Opernübertragung: Anschauen würde ich mir das (als Berlin) schon mal gerne, nicht nur wegen der unvergesslichen (damals noch recht jungen) Helga Hahnemann, sondern auch wegen zweier Opernsänger, die mir bei meinen Berliner und Dresdner Besetzungsrecherchen namentlich untergekommen sind: Armin Terzibaschian und Klaus Herrich. (Manfred Hopp, Ensemblemitglied der Komischen Oper Berlin, interessiert mich zugegebenermaßen weniger, als er vielleicht sollte.)

    Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"

  • Noch was Berlinerisches:


    BERLINER LIEDER VON DAMALS UND GESTERN (1988)

    Eine Präsentation des Deutschen Theaters Berlin

    Foto: „FF dabei“, Nr. 14/1988, Seite 23; im Bild von links nach rechts: Roman Kaminski, Jutta Wachowiak, Margit Bendokat, Kurt Böwe

    Foto: „FF dabei“, Nr. 14/1988, Seite 23; im Bild von links nach rechts: Roman Kaminski, Jutta Wachowiak, Margit Bendokat, Kurt Böwe

    Leitung: Kurt Böwe/Uwe Hilprecht/Alexander Weigel

    Redaktion: Gerhard Schubert

    Kamera: Bernd Müller

    Fernsehregie: Margot Thyret

    Personen und ihre Darsteller:

    Margit Bendokat, Jutta Wachowiak, Reimar J. Baur, Kurt Böwe, Roman Kaminski, Rolf Ludwig, Günter Sonnenberg und Uwe Hilprecht.

    Sendedaten:

    30.03.1988 II. PR. Erstausstrahlung

    Inhalt:

    Berliner Lieder von anno dunnemals – das Deutsche Theater Berlin präsentierte selbige unter Mitwirkung zahlreicher bekannter Mimen, die zu dieser Zeit zum Ensemble des DT gehörten. Um dem Ganzen einen entsprechenden „Rahmen“ zum Offerieren der einzelnen musikalischen und literarischen „Schmuckstücke“ zu verleihen, hatte man auf der Bühne eine ziemlich verkommene Berliner Kneipe installiert. Und es entwickelt sich durch die gekonnte Darbietung von Liedern, Prosatexten und Spruchweisheiten eine Art Revue, die der Darstellung der wechselnden Berliner Geschichte zum Besten gereichte.

    Die „Macher“ dieses Publikumerfolgs bemühten sich, das Geschehen auf der Bühne nicht in ein kitschiges Operettenmilieu abgleiten zu lassen, sondern beförderten eine Unterhaltsamkeit und Volkstümlichkeit, die mit Genanntem nichts zu tun hatte.


    Quelle:

    http://www.fernsehenderddr.de/…onsblatt-detail&id1=33325


    Persönliche Anmerkung:

    Obwohl die Besetzung weitgehend identisch ist (Bendokat, Wachowiak, Baur, Böwe, Ludwig, Sonnenberg, Hilprecht), scheint es sich doch um eine andere Produktion/Sendung zu handeln als nachfolgend zu sehende, denn diese dreht sich um Volkslieder, während die hier in diesem Beitrag vorgestellte konkret um Berliner Lieder geht. Folgende Volkslieder-Sendung war auch schon 3 Jahre früher:


    Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"

  • Und nun ne Operette:


    BETTELSTUDENT, DER (1957)

    Fernsehaufführung einer Operette in drei Akten von F. Zell und Richard Genée

    Musik von Carl Millöcker

    Bühnenbild: Manfred Schröter

    Kostüme: Maria Uhlig

    Choreographie: Nina Feist

    Chöre: Siegfried Völkel

    Musikalische Leitung: Albert Müller

    Fernsehregie: Wolfgang Nagel

    Inszenierung: Egon Maiwald

    Personen und ihre Darsteller:

    Palmatica Gräfin Nowalska (Jola Siegl), Laura (Ruth Inden), Bronislawa (Marioara Vaidas), Oberst Ollendorf, Gouverneur von Krakau (Richard Westemeyer), von Wangenheim, Major (Guido Goroll), von Henrici, Rittmeister (Joachim Hoyer), von Schweinitz, Leutnant (Peter Parchwitz), von Richthofen, Cornet (Wolfgang Borkenhagen), Bogomil Malachowski (Gerd Niemar), Eva, dessen Gattin (Hannelore Fabry), Jan Janicki, Student (Karl-Heinz Koßler), Simon Rymanowicz (Martin Ritzmann), Bürgermeister (Franz Pollandt), Onuphrie (Bernhard Wegner), Enterich, Kerkermeister (Rudi Schiemann), Piffke (Hans Naumann), Puffke (Arthur Reppert), Rej, ein Wirt (Ernst Kaul).

    Anmerkung: In der Wiederholung dieser Direktübertragung am 04.09.1958 wurde der Part des Henrici mit Viktor Schneider besetzt, als Leutnant agierte Rudolf Henschel, als Simon Rymanowicz Leo de Beer.

    Sendedaten:

    26.10.1957 Erstausstrahlung

    Inhalt:

    Der Deutsche Fernsehfunk präsentierte diese Operettenaufführung mit der Direktübertragung derer aus dem Metropol-Theater, Berlin.

    In der Zeitschrift “Unser Rundfunk”, Nr. 43/1957, Seite 13, schrieb man dazu:

    “Es sind wirklich aufregende Ereignisse, die sich um die Person des Obersten Ollendorf vor nunmehr wohl 350 Jahren ereignet haben mögen. Aber amüsant ist die Geschichte des sieggewohnten Ollendorf, den man auf einem Fest mit einem Fächer zu schlagen wagte, bis heute geblieben. Dabei hatte er der jungen Dame doch nur die Schulter geküsst. Sein Rivale, der arme Student Simon Tymanowicz, hatte da allerdings mehr Glück. - Aber das beste ist wohl, Sie sehen sich die Geschichte an, so, wie sie uns Carl Millöcker in seiner beliebten Operette erzählt. Wir laden Sie am Sonnabend ein zu der Übertragung einer Aufführung des ‘Bettelstudenten’ aus dem Metropoltheater Berlin.”


    Quelle:

    http://www.fernsehenderddr.de/…onsblatt-detail&id1=18360


    Persönliche Anmerkung:

    Diese Direktübertragung aus dem Berliner Metropoltheaters würde mich wegen Ritzmann als Bettelstudent schon interessieren.

    Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"

  • Und nochmal die gleiche Operette, 18 Jahre später:


    BETTELSTUDENT, DER (F) (1974)

    Fernsehaufführung einer Operette von Karl Millöcker

    „FF dabei“, Nr. 2/1975, Seite 28

    „FF dabei“, Nr. 2/1975, Seite 28

    Musikalische Leitung: Miroslav Homolka

    Redaktion und Fernsehregie: Toni Stubhan

    Inszenierung: Rudolf Schraps

    Personen und ihre Darsteller:

    Symon Symonowicz (Karl Wüstemann), Jan Janicki (Klaus Herrich), der Wirt (Karl-Horst Bohm), Janka (Jutta Richter), Palmatica, Gräfin Nowalska (Helene Gremmont), Laura (Christa Hüther), Bronislawa (Maria Rolle), Oberst Ollendorf (Richard Stamm), Enterich, Kerkermeister (Werner Heintz) und andere.

    Sendedaten:

    11.01.1975 I. PR. Erstausstrahlung; 29.08.1975 II. PR. Wiederholung

    Inhalt:

    Das DDR-Fernsehen realisierte diese TV-Produktion mit einer Aufzeichnung des Werks aus der Staatsoperette Dresden.

    Weitere Informationen sind aus dem obigen Zeitungsausschnitt zu entnehmen.


    Quelle:

    http://www.fernsehenderddr.de/…onsblatt-detail&id1=33223


    Persönliche Anmerkung:

    Da es von Martin Ritzmann sehr viele Aufnahmen gibt, von Karl Wüstemann aber nur sehr wenige, würde mich diese Übertragung von 1975 aus der Staatsoperette Dresden noch mehr interessieren als die von 1957 aus dem Berliner Metropoltheater. Ach Maria Rolle, die auch an der Staatsoper Dresden gastierte, würde ich als Bronislawa gerne hören und sehen.

    Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"

  • Und nun eine "Fernsehoper":


    BEWÄHRUNG ÜBER DEN WOLKEN (1977)

    Fernsehoper

    Foto: „FF dabei“, Nr. 4/1985, Seite 25; im Bild Hosrt Lunow und Hans-Martin Nau

    Foto: „FF dabei“, Nr. 4/1985, Seite 25; im Bild Hosrt Lunow und Hans-Martin Nau

    Libretto: Hubertus Methe

    Musik: Kurt Dietmar Richter

    Musikalische Leitung: Wolf-Dieter Hauschild

    Inszenierung: Georg F. Mielke

    Künstlerische Mitarbeit: Renate Maria Gahlbeck

    Dramaturgie: Johannes Reuther

    Assistenz-Regie: Peter Heinrich

    Aufnahmeleitung: Beate Bejach

    Kamera: Hermann Grübler

    Personen und ihre Darsteller:

    Juri (Horst Lunow), Anatoli (Hans-Martin Nau), Tanja (Heidrun Halx), Bauern (Horst-Dieter Kaschel / Erich Siebenschuh), Offizier (Heinz Hillmann), Kommandeur (Siegfried Hausmann), der Dicke (Gottfried Strehle), der Posten (Fritz Hille) sowie der Rundfunk-Kinderchor Berlin (Einstudierung: Manfred Roost), Rundfunkchor und Rundfunk-Sinfonie-Orchester Berlin.

    Sendedaten:

    02.10.1977 II. PR. Erstausstrahlung; Wiederholungen: 03.10.1977 I. PR., 21.11.1978 I. PR., 16.05.1979 II. PR., 01.05.1982 II. PR., 24.01.1985 II. PR.

    Inhalt:

    In der Zeitschrift „FF dabei“, Nr. 40/1977, Seite 31, wurde dazu ausgeführt: „Wie werden sich die beiden sowjetischen Piloten Juri (Horst Lunow) und Anatoli (Hans-Martin Nau) in einer Ausnahmesituation verhalten? Noch fliegen sie, ein Lied ihrer Heimat singend, dahin, ohne zu wissen, dass sie in Sekunden über Tod oder Leben entscheiden müssen. Georg F. Mielkes Inszenierung dieser Fernsehoper lässt die Zuschauer zu Zeugen eines konfliktreichen dramatischen Fluges werden.“

    Und in einem Vorabartikel in der „FF dabei“, Nr. 39/1977, Seite 42/43, wurde wie folgt informiert:

    „Beide Triebwerke setzen aus. Absturz. Unter der Maschine eine Stadt. Zwei sowjetische Piloten müssen sich in Sekunden entscheiden: hinauskatapultieren, damit das eigene Leben retten und das Flugzeug auf die Stadt stürzen lassen oder die Maschine halten, bis freies Feld erreicht ist? Das wäre der sichere eigene Tod. - Bewährung über den Wolken. Sekunden, in denen an beiden mit rasender Geschwindigkeit ihr Leben vorüberzieht, Erinnerungen, Zukunftspläne.

    Ein authentisches Ereignis bot den Stoff für eine Oper besonderer Art, für die erste Oper nämlich, die speziell für das Fernsehen erarbeitet wurde …

    Bei der Produktion dieser Oper … sahen sich Regisseur, Kameraleute und die Kollegen der Ausstattung vor die ungemein reizvolle und neue Aufgabe gestellt, einen Inszenierungsstil zu finden, der weder etwas mit dem auf der Bühne Herkömmlichen zu tun hat noch, trotz oder wegen der Besonderheiten der Handlungsfabel, naturalistisch-dokumentarisch sein durfte ...“


    Quelle:

    http://www.fernsehenderddr.de/…onsblatt-detail&id1=33916


    Persönliche Anmerkung:

    Schon wegen der beiden vielfach und gerne erlebten Bassisten der Komischen Oper Berlin Hans-Martin Nau (auf dem Foto links gut zu erkennen) und Horst-Dieter Kaschel würde ich mir das gerne mal ansehen - ganz ohne zu wissen, was mich musikalisch erwartet.

    Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"

  • Es geht weiter mit einer Operette, die hier als "Komische Oper" bezeichnet wird:


    BOCCACCIO (INSZENIERUNG 50ER JAHRE) (1959)

    Fernsehaufführung einer Komischen Oper in drei Akten von Friedrich Zell und Richard Genée

    Musik: Franz von Suppé

    Musikalische Leitung: Martin Velin

    Chöre: Siegfried Völkel

    Bühnenbild: Manfred Schröter

    Kostüme: Maria Uhlig

    Choreographie: Anni Peterka

    Inszenierung: Carl-Heinrich Kreith

    Fernsehregie: Charlotte Sommerfeld

    Personen und ihre Darsteller:

    Giovanni Boccaccio (Waldemar Arnold), Pietro, Prinz von Palermo (Hubert Hoelzke), Scalza, Barbier (Wolfgang Walther), Beatrice, sein Weib (Ruth Inden), Lotteringhi, Fassbinder (Karl-Heinz Kossler), Isabella, sein Weib (Beatrix Kujau), Lambertuccio, Gewürzkrämer (Rudi Schiemann), Peronella, sein Weib (Carola Goerlich), Fiametta, beider Pflegetochter (Maria Alexander), Leonetto, Student, Freund Boccaccios (Wolfgang Borkenhagen), ein Kolporteur (Rudolf Hentschel), ein Unbekannter (Guido Goroll), Major Domus (Bernhard Wegner), Checco (Richard Westemeyer).

    Sendedaten:

    10.03.1959 Erstausstrahlung

    Inhalt:

    Der Deutsche Fernsehfunk präsentierte die Fernsehaufführung dieser Komischen Oper mit einer Direktübertragung derer aus dem “Metropol-Theater”, Berlin.

    Dieses Werk wurde am 1. Februar 1879 in Wien (Carltheater) uraufgeführt. Die Handlung selbst spielt im Florenz des Jahres 1331 und basierte auf Motiven von Boccaccios “Decamerone”, der in diesem Stück selbst zum Helden einer Liebesgeschichte wird.

    Die Menschen in Florenz feiern im oben genannten Jahr wieder einmal ausgelassen das Fest des Schutzpatrons der Stadt; auf allen Plätzen und Straßen geht es hoch her, und die Händler und Handwerker nutzen dieses Treiben, um ihre Geschäfte zu machen. Einer von ihnen, ein Buchverkäufer, preist mit markigen Worten das neueste Werk des Giovanni Boccaccio an. Darin schildert dieser Episoden aus dem lockeren Leben der Frauen in Florenz. Deren Ehemänner sind über diese “Enthüllungen” sehr erbost und schenken dem keinen Glauben; sie sind von der Treue ihre Partnerinnen überzeugt. Deshalb wollen sie nun daran gehen, diesem “Schreiberling” einen Denkzettel zu verpassen, falls sie seiner Person habhaft werden …


    Quelle:

    http://www.fernsehenderddr.de/…onsblatt-detail&id1=18424


    Persönliche Anmerkung:

    Diese Direktübertragung aus dem Metropoltheater Berlin würde mich schon interessieren, von der Besetzung her am meisten Maria Alexander als Fiametta und Carola Goerlich als ihre Mutter Petronella. Beide sind mir durch meine Dresdner Besetzungsrecherchen ebenso namentlich bekannt wie der Regisseur Carl-Heinrich Kreith, der den Dresdner "Holländer" inszeniert hat. Maria Alexander habe ich natrlich auch schon gehört.

    Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"

  • Und nochmal das gleiche Stück, zwei Jahre später:

    BOCCACCIO (INSZENIERUNG 60ER JAHRE) (1961)

    Fernsehaufführung einer Operette in zwei Akten

    Musik von Franz von Suppé

    Libretto: Friedrich Zell (eigentlich Camillo Walzel) und Richard Genée

    Textliche und dramaturgische Neufassung für die Leipziger Bühne: Erhard Fischer und Wilfried Serauky

    Musikalische Leitung: Walter Hessel

    Inszenierung: Erhard Fischer

    Gesamtausstattung: Wilfried Werz a. G.

    Chöre: Andrea Pieske

    Fernsehregie: Henry Riedel

    Personen und ihre Darsteller:

    Boccaccio (Rudolf Riemer), Pietro (Dieter Scholz), Scalza (Gerd Fahl), Beatrice (Diana Popowa), Lotteringhi (Guntfried Speck), Isabella (Helga Pink), Lambertuccio (Otto Stübler), Peronella (Irmely Halay), Fiametta (Christa Lehnert), Leonetto (Horst Hiestermann), Vertrauter des Herzogs (Walter Pietzsch), Herold (Kurt Hertsch), eine Tänzerin (Gisela Walter).

    Sendedaten:

    17.01.1961 Erstausstrahlung

    Inhalt:

    Der Deutsche Fernsehfunk realisierte diese Operetten-Sendung mit einer Direktübertragung des Werks aus dem Kleinen Haus der Städtischen Theater Leipzig.

    „Boccaccio“ ( in diversen Quellen sowohl als „Komische Oper“ als auch als „Operette“ bezeichnet) wird in selbigen als erfolgreichstes Bühnenwerk des Komponisten Franz von Suppé (1819 – 1895) erwähnt. Bis in die DDR-Gegenwart hinein zählte es zum Standard-Repertoire deutschsprachiger Bühnen. Seine Erstaufführung erfolgte am 1. Februar 1879 am Carltheater in Wien.

    Dieses musikalische Werk stellte Giovanni Boccaccio, den populären Dichter des „Decamerone“, in den Mittelpunkt des Geschehens und präsentierte ihn selbst als Hauptfigur einer Liebesgeschichte.


    Quelle:

    http://www.fernsehenderddr.de/…onsblatt-detail&id1=33921


    Persönliche Anmerkung:

    Diese Direktübertragung aus der Leipziger MUKO interessiert mich zum einen wegen des Regie-Teams Erhard Fischer - Wilfried Werz, dem späteren Chefregisseur der Deutschen Staatsoper Berlin und seinem Chefausstatter, zum anderen wegen des Baritons Rudolf Riemer in der Titelpartie.

    Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"

  • BOLERO (1959)

    Fernsehaufführung einer Komischen Oper in drei Akten von Otto Schneidereit

    Musik: Erhard Schmidt

    Musikalische Leitung: Martin Vellin

    Chöre: Siegfried Völkel

    Choreographie: Anni Peterka

    Ausstattung: Manfred Schröter

    Inszenierung: Hans Pitra

    Personen und ihre Darsteller:

    Daraxa, ein maurisches Mädchen (Maria Alexander), Manuel de Garcia, ein Dichter (Jaroslav Horal), Fajardo, ein Bauer (Waldemar Arnold), Léon, sein Hütejunge (Wolfgang Borkenhagen), Don Pedro de Castro, Graf von Sarria (Richard Rau), Bellardo, sein Sekretär (Karl-Heinz Kossler), Perez, Alcalde von Argamasilla (Kurt Uhlig), Quijada, Hauptmann der Wachen (Guido Goroll), Antonio, Wirt (Rudi Schiemann), Laura, seine Frau (Cordy Milowitsch), Teresa, beider Tochter (Marioara Vaidas), 1. Bürger von Argamasilla (Franz Pollandt), 2. Bürger (Erich Korn), 1. Mönch (Artur Reppert), 2. Mönch (Hans Baumann).

    Sendedaten:

    14.06.1959 Erstausstrahlung

    Inhalt:

    Der Deutsche Fernsehfunk präsentierte die Fernsehaufführung dieser Komischen Oper mit einer Direktübertragung derer aus dem Metropol-Theater, Berlin.

    Die Handlung rankt sich um einen historischen Stoff aus dem Volksleben im Spanien des 16. Jahrhunderts. Zur Zeit der Ausstrahlung dieses Stücks galt es als realistisches, musikdramatisches Werk aus dem zeitgenössischen Musikschaffen der DDR. In der Hauptrolle agierte die österreichische Sängerin und Schauspielerin Maria Alexander.


    Quelle:

    http://www.fernsehenderddr.de/…onsblatt-detail&id1=18428


    Persönliche Anmerkung:

    Keine.

    Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"

  • BROOKLYN STORY (THE CORNER) (1959)

    Fernsehinszenierung einer Oper in einem Akt

    Foto: „Unser Rundfunk“, Nr. 28/1959, Seite 23; im Bild: Gertrud Rahner und Hermann Hähnel.

    Foto: „Unser Rundfunk“, Nr. 28/1959, Seite 23; im Bild: Gertrud Rahner und Hermann Hähnel.

    Musik von Alan Greene

    Text von Lewis Allan

    Deutsch von Georg Friedrich Alexan

    Inszenierung: Erich Geiger

    Musikalische Leitung: Konrad Mann

    Choreographie: Ursula Dathe-Elske

    Szenenbild: Rolf Döge

    Personen und ihre Darsteller:

    Tommy (Hermann Hähnel), Lily (Gertrud Rahner), Chris (Klaus Wendt), der Vater (Pieter van den Berg), die Mutter (Sonja Cervena), ein Polizist (Wolfgang Schmolke).

    Es singt die Solistenvereinigung des Deutschlandsenders.

    Es spielt das DEFA-Sinfonieorchester.

    Sendedaten:

    09.07.1959 Erstausstrahlung

    Inhalt:

    Der Deutsche Fernsehfunk (DFF) präsentierte seinen Zuschauern mit dieser Sendung an einem Donnerstag-Abend die Welturaufführung einer amerikanischen Jazzoper. In der oben genannten Quelle war die Rede von einem kulturpolitischen Ereignis, das einen weiteren Einblick in das Kulturschaffen der Völker der westlichen Welt und insbesondere des fortschrittlichen Amerikas geben sollte. Ort der Handlung dieses Werks war ein armes Viertel in einer reichen Stadt im Jahre 1959, also ein ganz aktuelles Geschehen. Den Autoren sei es in der Tat gelungen, „in dem tragischen Los des arbeitslosen Proletarierjungen Tommy und seiner Lily das Schicksal vieler Hunderttausender junger Menschen zu gestalten, die – nach den Worten Charlie Chaplins – in dem gepriesenen ‚Land der Freiheit‘ heute die Freiheit haben, vor die Hunde zu gehen.

    Für das Drama dieser zwischen tollem Ausgelassensein und tiefer Hoffnungslosigkeit hin- und hergeworfenen Jugend hat der junge, hochbegabte Komponist Alan Greene in seiner mit Jazz-Elementen wirksam durchsetzten Oper eine aussagenstarke, musikalisch mitreißende Ausdrucksform geschaffen. In sieben filmhaft aufeinander folgenden Szenen erleben wir gebannt die Ausweglosigkeit der Generation des kalten Krieges, jener ‚zornigen jungen Menschen‘, die sich wild und verzweifelt gegen eine Welt aufbäumen, in der es für sie keine Arbeit gibt, nur das graue Elend, aus dem man sich durch die Flucht in den Giftrausch vergeblich zu retten versucht.

    Dieser tragische Inhalt erklärt, warum die Oper ‚Brooklyn Story‘ im demokratischen Berlin und nicht in New York zur Welturaufführung gebracht wird ...“


    Quelle:

    http://www.fernsehenderddr.de/…onsblatt-detail&id1=33932


    Persönliche Anmerkung:

    Ich kenne dieses Stück überhauüt nicht, habe aber eine hochinteressante Biografie über den Regisseur Erich Geiger gelesen, weshalb mich die Sendung doch interessieren würde, auch wegen des holländischen Bassisten Pieter van den Berg und der tschechischen Mezzosopranistin Sona Cervena, die in dieser Zeit beide dem Ensemble der Berliner Staatsoper angehörten.

    Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"

  • Folgende Sendung hatte ich als Nicht-Musiktheater übersprungen, aber es handelt sich um eine Veranstaltung im Apollo-Saal der Staatsoper Berlin:


    BRIEFWECHSEL ZWISCHEN WEIMAR UND BERLIN, EIN (1982)

    Goethes Freundschaft mit Carl Friedrich Zelter in Liedern und Briefen

    Redaktion: Werner Thonke

    Regie: Petra Wirbatz

    Personen und ihre Darsteller:

    Martin Hellberg, Herwart Grosse, Annette Jahns (Mezzosopran), Heinz Reeh (Bass), Helmut Oertel (Klavier) und der Kammerchor der Berliner Singakademie unter der Leitung von Dietrich Knothe.

    Sendedaten:

    16.05.1982 I. PR. Erstausstrahlung

    Inhalt:

    Das DDR-Fernsehen präsentierte diese Sendung mit Ausschnitten aus einer Veranstaltung im Apollosaal der Deutschen Staatsoper Berlin.

    In der Zeitschrift „FF dabei“, Nr. 20/1982, Seite 31, kann man dazu lesen:

    „Carl Friedrich Zelter (1759 – 1832) war Maurermeister, Musiker, Komponist und Direktor der Berliner Singakademie. ‚Er ist wie ein Wein von vortrefflichem Jahrgang, der mit jeder Olympiade besser wird‘, urteilte Goethe über ihn. Der Briefwechsel zwischen beiden (gelesen von Martin Hellberg und Herwart Grosse) ist ein reiches Zeugnis wechselseitigen Gebens und Nehmens von Musiker und Dichter. Es erklingen wenig bekannte Goethe Vertonungen von Zelter und dessen Schüler Felix Mendellsohn Bartholdy.“


    Quelle:

    http://www.fernsehenderddr.de/…onsblatt-detail&id1=33930


    Persönliche Anmerkung:

    Mit der Mezzosopranistin Annette Jahns und dem Pianisten Helmut Oertel sind gleich zwei Mitwirkende im vergangenen Jahr verstorben, wenn auch in unterschiedlichem Alter.

    Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"

  • Nun kommt schon der Buchstabe C dran:


    C'EST LA GUERRE (1964)

    Fernsehinszenierung einer Oper von Emil Petrovics

    Foto: „Funk und Fernsehen der DDR“, Nr. 35/1964, Seite 14; im Bild von links: Margarete Herzberg, Robert Lauhöfer und Martin Ritzmann.

    Foto: „Funk und Fernsehen der DDR“, Nr. 35/1964, Seite 14; im Bild von links: Margarete Herzberg, Robert Lauhöfer und Martin Ritzmann.


    Musik: Emil Petrovics

    Text: Huboy Miklos

    Inszenierung: Henry Riedel

    Szenenbild: Paul Pilowsky

    Kostüme: Katrin Johnsen

    Masken: Siegfried Bondzio

    Tonmeister: Horst Mutscher

    Personen und ihre Darsteller:

    Der Mann (Robert Lauhöfer), die Frau (Margarete Herzberg), der Flüchtling (Martin Ritzmann), der Herr von gegenüber (Werner Enders), die Frau Hauswart (Gertrud Stilo), 1. faschistischer Offizier (Karl-Heinz Kossler), 2. faschistischer Offizier (Alfons Schienemann), 3. faschistischer Offizier (Rudolf Asmus).

    Es spielt die Staatskapelle Berlin unter der Leitung von Zeljko Straka.

    Es singen Mitglieder des Chors der Deutschen Staatsoper Berlin (Einstudierung: Siegfried Völkel).

    Sendedaten:

    23.08.1964 Erstausstrahlung

    Inhalt:

    Der Deutsche Fernsehfunk realisierte diese Opernsendung mit einer Eigeninszenierung des Werkes in Verantwortung des Ostseestudios in Rostock.

    In der oben genannten Quelle konnte man dazu nachlesen:

    „Budapest 1944. Die letzten Tage des Krieges sind angebrochen. In den Straßen der umkämpften Stadt dröhnen die Stiefel faschistischer Einheiten; im vierten Stock eines Wohnhauses warten drei Menschen auf das Ende des Schreckens, harren verzweifeln, hoffen … Ein Ehepaar verbirgt in seiner Wohnung einen Flüchtling. Der Mann und die Frau wissen, dass sie damit ihr Leben aufs Spiel setzen. Zu spät zur Einsicht, zur Abkehr vom Kriege gelangt und zu schwach, aktiv gegen den Faschismus zu kämpfen, wollen sie aber wenigstens etwas dagegen tun.

    Vom Haus gegenüber beobachtet ein ausgedienter Offizier, ein Faschist, der nicht mehr aktiv am Kampf teilnehmen kann, mit vom Hass geschärften Sinnen das Leben um sich her. Die Wohnung dort oben ist ihm schon längst aufgefallen, und auch die Hauswartsfrau spürt, dass dort Ungewöhnliches geschieht. Zwei Kriege raubten ihr Söhne und den Mann. Das Leid weckte in ihr den unnatürlichen Trieb, anderen Schmerz zuzufügen. Eines Tages kommen Offiziere und holen den dienstverpflichteten Mann, der Krankheit vortäuscht, um nicht für den faschistischen Krieg arbeiten zu müssen. Da sieht die Hauswartsfrau ihre Stunde gekommen, sie denunziert die Eingeschlossenen und besiegelt ihr Schicksal ...“


    Quelle:

    http://www.fernsehenderddr.de/…onsblatt-detail&id1=33975


    Persönliche Anmerkung:

    Diese Eigenproduktion des Deutschen Fernsehfunks galt einer Oper des ungarischen Komponisten Emil Petrovic (dessen Oper "Lysistraté" immerhin an der Berliner Staatsoper gesielt wurde) galt einer Oper, die in Ungarn im Zweiten Weltkrieg spielt. Das das Werk musikalisch die absolute Erfüllung sein könnte, glaube ich zwar nicht, aber aufgrund der prominenten Besetzung mit Ensemblemitgliedern der beiden Ostberliner Opernhäuser (Gertrud Stilo, Martin Ritzmann und Robert Lauhöfer von der Deutschen Staatsoper Berlin, Werner Enders und Rudolf Asmus von der Komischen Oper Berlin) würde ich mir das schon sehr gerne mal ansehen.

    Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"

  • Und nun eine bekannte Oper als Produktion der Hallenser Händel-Festspiele:


    CAESAR IN ÄGYPTEN (1959)

    Fernsehaufführung einer Oper in 15 Bildern von Georg Friedrich Händel

    Foto: „Funk und Fernsehen der DDR“, Nr. 15/1959, Seite 3

    Foto: „Funk und Fernsehen der DDR“, Nr. 15/1959, Seite 3

    Dramaturgische Neufassung und freie Nachbearbeitung: Harry Kupfer und Wolfgang Gubisch

    Musikalische Leitung: Horst-Tanu Margraf

    Inszenierung: Wolfgang Gubisch

    Fernsehregie: Erich Geiger

    Ausstattung: Rolf Döge

    Chöre: Ernst Kramer

    Personen und ihre Darsteller:

    Gajus Julius Caesar (Kurt Hübenthal), Cornelia, Gattin des Pompejus (Ruth Schob-Lipka), Sextus Pompejus, ihr Sohn (Siegfried Joachim), Curio, römischer Tribun (Helmut Kupfernagel), Cleopatra, Königin von Ägypten (Margarete Herzberg), Ptolomäus, ihr Bruder, König von Ägypten (Heinrich Schramm), Achillas, ägyptischer Feldherr, sein Berater (Fritz Matern), Nirenus, Vertrauter der Cleopatra (Heinz Schmidt).

    Sendedaten:

    15.03.1959 Erstausstrahlung

    Inhalt:

    Der Deutsche Fernsehfunk (DFF) präsentierte anlässlich des Händel-Gedenkjahres diese Oper mit einem Gastspiel des „Theater des Friedens“, Halle.

    Ort und Zeit der Handlung dieser Oper: Alexandria und Umgebung nach der Schlacht von Pharsalus, 48 v. Chr. und 47 v. Chr.

    Händel hatte, im Vergleich mit anderen musikalischen Werken von ihm, eine längere Zeit gebraucht, um das Werk abzuschließen und auf die Bühne zu bringen, einige Überarbeitungen waren unabdingbar geworden – genannt wird hier in der Literatur der Zeitraum 1723/24. Am 20. Februar 1724 erfolgte dann die Uraufführung von „Caesar in Ägypten“ am „King‘s Theatre, Haymarket, London. Für dieses Ereignis hatte man die populärsten und besten Sänger der damaligen Zeit verpflichtet.

    Interessante, generelle Anmerkungen zur Aufführung von Opern, die schon seit Jahrhunderten auf den Spielplänen standen und nun im DDR-Theater oder im DDR-Fernsehen dem Publikum präsentiert wurden, waren in der Zeitschrift „Funk und Fernsehen der DDR“, Nr. 15/1959, Seite 3, zu lesen – dies im Gespräch mit Opernregisseur Prof. Heinz Rückert, der in Halle unter anderem mehrere Händelopern in Szene gesetzt hatte: dazu wird ausgeführt, „dass die Art der Bearbeitung oft den Erfolg einer Aufführung entscheidet. Diese Werke, vor 200 und noch mehr Jahren geschrieben, sind ausnahmslos in italienischer Sprache abgefasst und zum Teil noch nie in Deutschland gespielt worden. Deshalb müssen sie dem heutigen Publikum auf besondere Weise nahe gebracht werden: nicht feierlich-steif oder statuarisch aus falscher Pietät vor dem Begriff Barocktheater, sondern lebendig – im Sinne des realistischen Musiktheaters … Schwierigkeiten und Feinheiten einer solchen Bearbeitung lassen sich in 30 Zeilen nicht einmal andeuten. Kennzeichnend für seine Methode: die Charaktere aus dem Gesamtbild der Arienfolge jeder handelnden Person zu entwickeln, die Bearbeitung des Textes immer in den Dienst der Musik zu stellen, so, dass die Schönheit der Arien, die Eigentümlichkeiten der Rezitative, der große Gefühlsreichtum Händelscher Opernkunst, zur vollen Wirkung kommen.

    Das macht die Oper Händels volkstümlich und anziehend, auch für das Publikum aus den Kreisen der arbeitenden Bevölkerung. Von diesem Ziel lässt sich Prof. Rückert in seiner Arbeit leiten ...“


    Quelle:

    http://www.fernsehenderddr.de/…onsblatt-detail&id1=33978


    Persönliche Anmerkung:

    Diese Hallenser Händel-Produktion interessiert mich schon sehr. An der neuen deutschen Textfassung war Harry Kupfer beteiligt, der 2019 seine lange Opernlaufbahn mit einer deutschsprachigen Händel-Inszenierung an der Komischen Oper Berlin beschloss. Die Fernsehregie lag in den Händen von Erich Geiger, seinerzeit innovativer Oberspielleiter der Staatsoper Dresden.

    Von der Besetzung her interessiert mich am meisten Ruth Schob-Lipka, die ich noch in mehreren Rollen an der Komischen Oper Berlin live erleben durfte, als Cornelia.

    Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"